UN- «rfthrmö tüglich, außer Sona- unö"^ Zeiertags z v«isr Monatlich. . . pfg. 2 - vierteljährllch . Mk. - frei ins Haus geliefert - Soxberger Anzeiger Gelesenftes Tageblatt oes vaörfthen Saulan-es ! Anzeigen werSen mit Pfennig ^ - per einspaltig« Zeile berechnet. ^ ' - Sei mehrmaliger flufnahmr RabaS s ? Nostpheck-Kouto 40S4, Karlsruhe » ..-.8 hauptanzeigeblütt für Sie Sezirke Möelshrim, Hoxberg u. deren Umgebung Holzsubmijflons- un» Verstrigeruags-Mzeiger für Sen GSenwalS r. 256 Druck und Verlag: j Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler j Telephon No. 18. Adelsheim, Freitag, 2. November 1917. Verantwortlich rrtlich: A. Hevveler in Ädelsheim. 41 . J-Hrg. 180 Wv Gefangene. Der 1500 Geschütze erbeutet. WTB. Berlin, 1. Nov. Amtlich. Seine Majestät hat sti den 1. November für Preußen und Elsaß-Lothringen : Koggen und Viktoriaschießen befohlen. Bei der Verfolgung in der friaulschen -bene haben gestern hart östlich des unteren Tagliamento SV VOV Italiener mit mehreren 100 Geschützen die Waffen gestreckt. Der bisherige Gewinn der 12. Isonzo- fchlacht ist damit auf über 18 0000 Gefangene und mehr als 1S00 Geschütze gestiegen. i ^ Die italienische 2. und 3. Armee haben 4 üne schwere Niederlage erlitten. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. WTB. Großes Hauptquartier, 1. Nov. (Amtlich.) Im Westen, Osten und in Mazedonien keine . größeren Kampfhandlungen. Italienischer Kriegsschauplatz: Unseren schnellen Schlägen im Osten, dem unver- gleichlichen zähen Ausharren an allen Fronten, insbe- Mdere im Westen, ist es zu danken, daß die Operationen Wen Italien begonnen und so erfolgreich weitergeführt werden konnten. Gestern haben die verbündeten Truppen der Armee dort einen neuen, großen Sieg erfochten. ; Teile des feindlichen Heeres haben sich amTaglia - ^ Mento zum Kampf gestellt. Im Gebirge und in der friaulischen Ebene bis zur hu Udine—Codroipo—Treviso ging der Feind fech- ld auf das Westufer des Flusses zurück. Brückenkopfstel- qen auf dem Ostufer hielt er bei Pinzano. Dianano und Der Gröe von ZZuchenau. Roman oo» Herbert von der Osten. 18 Langsam, mit gesenkter Stirn ging der Freiherr den beschnei- Waldweg empor, der zu der jungen Tauneiischoinlilg führte. M wollte eS sich selbst nicht eingestehen, wie sehr er gewünscht Nte. statt dieses „Nein" ei» Helles, freudiges „Ja" zu hören. Fast ohne es zu merken, hatte ec die Höhe erreicht, von Zsu aus >nan weit übers Meer blicken konnte. Wie schön PU» es in seiner wilden, ungezähmten Kraft, die sich in schäu- .^wendrn Wellen an den Dünen brach. Mit jedem Luftzüge ^ «pürt« man seinen freien Odem. i sAmRande der Lichtung stand eine einzige Eiche. Dem knor- :Aen Stamme sah man eS an, daß er schon manchem Wetter )wtzt hatte. Stolz ragte er über die jungen Tannen fort, » wäre er ihr Herrscher. Er war dein Himmel näher als aber die kleinen Bäume standen alle dicht zilsammeuge- ^ängt beieinander, und er war allein, und wenn der Sturm »-Ni Meer herüberraste, so fegte er über die schwankenden, duckenden Tannenstänimchen hinweg, um Ich mit seiner 4 Wwzen Wucht gegen die einsame Eiche zu werfen. Z M HanS Dietrich hatte sich ihm immer so verwandt gefühlt, Z alten, knorrigen, wetterfesten Baum! Wie an die Schulter «s Freundes lehnte er sich an di« Eiche, während der feuchte rwind ihm das Haar durchwühlte. Er ließ sich gern von ' sturmklaren Luft umwehen. Ihm war'S, als müsse sie etwas von der Bitterkeit mit Unehmen, die ihn heute, wie Fo oft, gepackt Halle, wenn H'S ihn, gezeigt, wie ungerecht die Welt ihre Gaben oer- m. Immer, inuner hatte er darben müssen, und alles Gute r dem schlechten Bruder in den Schoß gefallen. Den hat» die alten Eltern geliebt, obschon er sie in Schulden und ^gen stürzte. Sein Weib, daS er tausendfach betrog, hatte > vergöttert, und noch im Grabe hielt er das Herz des Soh» s. den er hifloS wie ein Bettelkind zurückgetassen, nachdem ihm die Ansprüche eines Prinzen anerzogen hatte, und ^selbst, der ihn zu einem tüchtigen Menschen machte, ihm Beste gab, was er geben konnte: sein Buchenau, die ht« eines Lebens, voll harter, schwerer Arbeit, er wurde Ht. Brennend wachte in HoheneggeS Brust der Schmerz - Eovrokpo. In einer von dort über Bertioio-Pozzuvlo- ! Lavariano auf Udine vorspringenden Nachhutsstellung lei- ! stete er heftigen Widerstand, um den Rückzug seiner 3. ! Armee auf das westliche Ufer des Tagliamento zu decken, j Von Siegeswillen getrieben, von umsichtiger Füh- i rung in entscheidender Richtung angesetzt, errangen hier i die deutschen und österreichisch-ungarischen Korps Er- ' folge, wie sie auch in diesem Kriege selten ! sind. ? Die Brückenkopsstellungen von Tignano und Codrorpo ^ wurden von preußischen Regimentern, bayerischer und württembergischer Infanterie im Sturm ge- ! nommen. j Auf allen Kriegsschauplätzen bewährte branden- bur gische und schlesische Divisionen durchbrachen von Norden her in unwiderstehlichem Anlauf die Nachhutstellungen der Italiener östlich des unteren Tagliamento und schlugen den Feind zurück, während erprobte österreichisch-ungarische Korps vom Jsonzo her gegen die letzte, dem Feind verbliebene Uebergangsstelle bei Lati- , sana vorwärts drängten. Durch den Stoß von Norden abgeschnitten, streckten, ^ beiderseits umfaßt, ».«ehr als kftvW Italiener dort die Waffen! Mehrere Hundert Geschütze fielen in die s Hände der Sieger. i Die Zahl der Gefangenen aus der in einer Woche : so erfolgreich durchgeführten 12. Jsonzoschlacht beläuft sich damit auf über 180000 Mann, die Summe der genommenen Geschütze auf mehr als 1500. Die sonstige Beute ist an diesen Zahlen zu bemessen. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. * Es ist, als ob die ganze Welt unter dem überwältigenden Eindruck des großartigen Dramas stünde, das in der italienischen Ebene am Tagliamento in Szene geht. Im Westen, im Osten und auf dem Balkan schweigen die Waffen. Aber an den trüben Fluten des ? hochangeschwollenen oberitalilischen Gebirgsstromes wogt' s das Getümmel einer der denkwürdigsten Schlachten des ! Weltkriegs. Tie mit verblüffender Schnelligkeit vollen- l dctc Vertreibung der Italiener aus dem oberen Taglia- ! ventotale ist der 2. und 3. Armee zum Verhängnis gc- i worden. Die Reste der 2. Armee hatten die Aufgabe, i der über Cividale und Udine zurückgeworfenen dritten ' Armee die Flanke gegm Norden zu decken. Mer der - feurige Kampfgeist der Verbündeten ließ dem Feind überhaupt nicht mehr Zeit, eine geordnete Gesechtsstel- anf, daß er keine eigenen Kinder hatte. Kinder, in deren Adern nicht das leichte, rebellische Blut des Bruders floß, sondern Leben von seinem Leben, Geist von seinem starken Geiste, mit seiner Marga sanftem Herzen. Während er die Freitreppe zu dem Herrenhaus« «mporstieg, malte er sich aus, wie süß eS wäre, wenn ihm jetzt ein paar Flachsköpfchen jubelnd entgegenstürmten, kleine Arme sich zutraulich um seinen Hals legten und weiche Bäckchen sich zutraulich an ihn schmiegten. Statt dessen sah er Margas stilles Gesicht am Fenster der Halle. Sie klappte das Buch, in dein sie gelesen hatte, sofort zn, als sie ihn bemerkte und in seinem Zimmer fand er alles, waS er zu seiner Bequemlichkeit brauchte; aber er dachte an die blonden, zärtlichen Kinder und seufzte. „Hast Du einen Aerger gehabt?" fragte die junge Frau. „Ich habe doch nichts versehen," fügte sie hinzu. „ES ist doch alles da, so wie Du es willst." „Ich bin überzeugt, daß nicht ein Mauschettenknopf fehlt, nach dem ich eventuell verlangen könnte," versicherte Hans Dietrich, „und wenn ich mir wirklich noch selbst etwas her- auSnehmen müßte, wär's am Ende auch kein Unglück," fuhr er lächelnd fort. „Ein Greis bin ich ja Gott sei Dank noch nicht, daß beim Bücken gleich ein Schwindelanfall zu be» fürchten wäre. Dir komme ich aber wohl schon schrecklich alt vor, daß Du es für nötig hältst, mich zu bedienen, während Du gewiß lieber in Deine», Buche lesen würdest?" „Ich erweise Dir dies« kleinen Hilfeleistungen sehr gern, da ich weiß, daß Du daS von mir wünschest." „Ich sollte wünschen, daß Du mir Ka»unerdienerarbeit leistest," unterbrach er sie. „Du bist wohl nicht recht gescheit, Kind?" Marga sah befremdet zu ihm auf. „Aber HanS, Du hast mich doch selbst erst darauf hmgewiesen. daß diese kleinen Dienste zu meinen Pflichten gehören," erinnerte sie ihn. „Hast Du daS vergessen? Ich nicht; denn ich fand es recht hart damals, daß ich am letzten Tage, da Freddy bei uns war, auf die Bootfahrt mit ihm verzichten mußte, um Dir Deine Manschette» zuzureichen und Knöpfe festzimähen, die gar nicht lose waren." HanS entsann sich deS TageS wohl, da er von diesem tz'-MWvlii'r »>>L1UW Fenster anS die beiden jugendlichen Gestalten hatte dem Schloßteech znschreiten sehen, so vertraut, so zueinander passend in ihrer Jugend, Eleganz und Schönheit. Dasselbe Hätz- liche Gefühl, das ihn damals veranlaßt hatte, Marga hin- auszurufen und bei sich festznhalten, um diese Bootfahrt zu vereiteln, erwachte wieder. Unfreundlich wies er ihre Hilfeleistung zurück. Sie verließ ihn gekränkt.- Die ReichstagSsitzuiigen hatten begonnen. HoheneggeS waren nach Berlin übergesiedelt und hatten in der Roonstraß, eine kleine unmöblierte Halbetage gemietet. Heute war de, Freiherr von Helldringens zu einem Herren-Essen eingeladen. „Du bist so aufgeregt, als ob mich Majestät zu sich befoh- len hätte." sagte Hans Dietrich mißtrauisch zu seiner Frau. „Was gibt'S dein, schon wieder?" Marga blieb verlegen errötend auf der Schwelle seine? Zimmers stehen. „Ich wollte Dich bitten, doch recht liebens- würdig gegen die Verwandten zu sein," begann sie zaghaft. „Helldringens legen so viel Wert auf kleine Aufmerksamkeiten und ich weiß, Lizzi setzt jetzt alles daran, daß Helldringens für sie gegen uns Partei nehmen." „Aber liebes Kind, Dn kannst doch nicht verlangen daß ich mit dem frechen, jungen Ding einen Wettlanf, um di« Gunst Deines OnkelS nnternchiue," wehrte Hoheneggs nu» mutig. „Ich bin. wie ich bin; weil» das dein Herrn Ober- landstallmeister nicht paßt, so muß ich's tragen." „ES sind meine liebsten Verwandten, HanS." Er sah rasch zu ihr auf. „Meinst Du den Onkel oder seinen hübschen Sohn?" „Alle beide liebe ich zärtlich und die Tante natürlich auch Trostlos wärs ich, wem, es Lizzi gelänge, Helldringens gegen uns einzunehmen." rief die junge Frau heftig. „Es ist ein Mangel an Selbstbewußtst»,, so viel ans die Gunst oder Ungunst anderer Menschen zu geben," tadelte de, Freiherr. „Laß Dir es nicht etwa einsallen, Deinen Verwandten a la Lizzi die Co»r zu schneiden. Ich verbitte mir das im voraus. Die Fra» von Hohenegge ist genau so viel wie die Frau von Helldringen, und nun ans Wiedersehen, Kind. Ich muß fort; denn ich soll doch wohl mit der Minute antre- ten, wie Dein Herr Onkel besohlen hat." 232.20 Fang emzunehmen. So unwiderstehlich war der Vorstoß unserer tapferen Truppen von Norden her, daß die beiden geschlagenen Armeen teilweise in regellosen Haufen zusammenprallten. Am 29. Oktober wurde von den Verbündeten das befestigte Lager von Gemona am Eintritt des Tagliamento aus dem Gebirge in die Ebene, genommen. Am 30. Oktober wurde der Feind bei San Daniele, 15 Kilometer weiter südwestlich geschlagen, und am 31. Oktober wird der feste Brückenkopf bei Tignano, abermals 10 Kilometer weiter südlich, gestürmt. Von Osten her dringen, württembergische, bayerische und preußische Truppen von Udine vor. Am 30. Oktober wird Cadorna bei Pasian, halbwegs zwischen Udine und dem starken Brückenkopf Codroipo, geschlagen. Am 31. Oktober treiben die deutschen und österreichisch-ungarischen Heere den Feind trotz heftigen Widerstands zu beiden Seiten der Bahnlinie Udine—Codroipo in einen Kessel und von allen Seiten umzingelt, müssen über 60000 Mann die Waffen strecken. Das ganze Friaul ist nun von den Italienern gesäubert mit Ausnahme eines schmalen Stückchens westlich der Sümpfe von Ma- rano. Tie österreichisch-ungarischen Truppen, die vor fünf Tagen Monfalcone, 8 Kilometer östlich von der Jsonzomündung zurückerobert hatten, haben am 31. Okt. den Feind an den etwa 40 Klm. westlich gelegenen Unterlauf des Tagliamento gejagt und sind im Begriff, ihn bei Latisana, dem einzigen Uebergang am Unterlauf, noch zu fassen. Die zweite und dritte italienische Armee sind in völliger Auflösung; 180000 Gefangene sind gemacht und über 1600 Geschütze erbeutet, insgesamt dürfte der italienische Verlust auf mindestens 250000 Mann Zu schätzen sein. Die Engländer und Franzosen wollen Hilfstruppen senden. Man darf begierig sein, zu erfahren, woher sie diese nehmen. Vor kurzem haben sie ja ehre Artillerie von der Jsonzofront zurückziehen müssen, um sie für die nsrr Offensive in Flandern und am Nilettegrund zu ^-werchen. Daraus geht doch hervor, daß sie selber keinen Ueberfluh mehr haben. Kommen sie aber wirklich den bedrängten Italienern mit einigermaßen ins Gewicht fallenden Kräften zu Hilfe, so werden sie ihre Großangriffe wenigstens an der französischen Front einstellen müssen. — Die Nachricht, Ca- oorna habe einen Selbstmordversuch gemacht, scheint unbegründet zu sein. Die Bedeutung der 12. Jsonzoschlacht. H. Stegemann schreibt im „Bund": Betrachtet man die europäischen Fronten als strategische Einheit und die Kampshandlungen, die sich von Riga bis Tulcea, von Monastir und Valona ziehen und am Jsonzo, bei Trient und an der ganzen Westfront bis Nieuport abspielen, als große Panoramaschlacht, so erscheint der Durchbruch am Jsonzo als Durchbrechung des Zentrums der Entente, nachdem vorher der Ostflügel der Entente gelähmt wurde, während der deutsche Westflügel dauernd in der Verteidigung kämpft. Der Durchbruch am Jsonzo ist daher viel mehr als eine Niederlage der italienischen Armee und kann, wenn er vollends ausreift und darüber hinaus politisch ausgestaltet wird, das verwickelte Problem des Weltkrieges der europäischen Lösung näher bringen, ehe die diplomatische Führung des Krieges seitens der Entente völlig an Amerika übergeht. Es ist ein beispielloser, strategischer Zusammenbruch, größer als der der Rumänen. Zu spät hat man sich in Paris entschlossen, starke Kräfte nach Italien zu senden, «m die strategische Lage wiederherzustellen, deren Wichtigkeit man kennen mußte. Die französischen Truppen, die seit Montag in ungeheizten Zügen nach Italien rollen, werden die klassischen Schlachtgefilde zwischen dem Gardasee und dem Tagliamento erst erreichen, wenn am Zusammenbruch des italienischen Feldzugs nichts mehr zu ändern ist. Nicht nur Cadorna, sondern auch Sar- »ail ist in dem Dvlmeiner Brückenkopf schwer getroffen. Er steht mehr als je in der Luft. Die französische Heeresleitung könne keinen Mann und keine Kanone abgeben, ohne den eigenen linken Flügel zu gefährden. Tue sie es dennoch, so müsse es Wimm um die Italiener stehen. Die Ereignisse im Westen. Fliegerangriff auf Pirmasens. Pirmasens. 1. Nov. Am 30. Oktober warfen feindliche Flieger aus die Stadt Pirmasens und nähere Umgebung Bomben ab. Eine Person wurde getötet, vier verletzt. Auch entstand einiger Sachschaden an Wohngebäuden. Der französische Tagesbericht. WTB. Poris, 1. Noo. Amtlicher Bericht von gestern »cchmittag: Nördlich der Aisue Artilleriekampf. Sonst nichts Besonderes. Abends: Nördlich der Aisne und in der Gegend von Pino» Artillerietätigkeit. Die endgültige Zahl der von uns im Laufe der Offensive vom 23. dis 27. Oktober gemachten Gefangenen und erbeuteten Kanonen ist folgende: II157 Gefangene, darunter 237 Offiziere, und 180 Geschütze. — Zwischen der Maas und Bezonvaux ziemlich heftiges Geschiitzfeuer während de» Nachmittags. Der englische Tagesbericht. WTB. London. 1. Nov. Amtlicher Bericht von gestern poraen: Die feindliche Artillerie zeigte sich während der Nacht Dn der Schlachtstont gegen die gestern genommenen Stellungen Ärmlich tätig. Es mürben keine Gegenangriffe gemacht. Lamm so viele fich dn »Lettische« valerlandspattei" mschlietze«! des deutschen Friedenswillens, der uns früher wiederholt als Schwache ausgelegt und ausgeschlachtei wurde und auch jetzt wieder unfern Feinden Wasser auf ihre Mühlen geliefert hat. Einem Näherrücken zum Frieden ist offensichtlich der allerschlechteste Dienst erwiesen worden, und von großen Hintergedanken und Gründen der Herren Erzberger und Scheidemann und Bundesgenossen hört man nichts, so laut man auch noch lange Zeit davon munkelte. Taffache aber ist und bleibt, daß hinter den Parteien der Mehrheitsbeschlüsse des Reichstages vom 19. Juli nur ein kleinerer Teil dieser Parteien steht. Sonst eifrige Mitglieder der Zentrumspartei, Fortschrittlichen Volkspartei und auch der sozialdemokratischen, die ein reiferes politisches Verständnis besitzen, sprachen ohne Hehl ihre tiefe Mißstimmung und Enttäuschung über dir „Tat" des 19. J«li aus und viele traten trotz ihrer Zugehörigkeit zu den betreffenden Parteien kurzerhand der neuen vaterländischen Vereinigung bei, welche ja grundsätzlich allen Partei- und konfessionellen Hader verwirft. Die große Zahl weiß sich darin eins mit einem hochgemuten wie fortschrittlich-frergesinnten Abgeordneten Traub, Tirpitz etc. Aehnlich verhält es sich bei der Zentrumspartei und Är- beitervertretern. Und wenn davon geredet wurde, solche Abgeordnete sollen zur Mandatsniederlegung durch ihre Parteien gezwungen werden, so würde diese Maßregel sofort Hunderttausende zum Austritte aus den betreffenden Parteien und andere Hunderttausend« zur Entfremdung von der Partei führen. Man möge es auf die Probe ankommen lassen! Auch das übertriebene Drängen nach einer großen Reform des Reichs zur Demokratisierung und zur einseitigen Parlamentsherrschaft findet bei der Masse des Volkes, hauptsächlich der Landbevölkerung auch, nicht den vorgegebenen Anklang. Es gibt jetzt viel wichtigere Ziele, die unserer Kraft warten. Zeitgemäße Reformen darin sind uns zugesagt, und für deren Erfüllung wird der Volkswille später schon sorgen. Aber auch unsere zurückgekehrten Krieger und Helden sollen dabei Mitwirken können. Von großer Hoffnung auf Heilswirknng einer in schwerster Zeit der Regierung abgerungenen Volksund Parlamentsregierung — man hört selbst von freieren Elementen hierfür den Ausdruck Expresserpolitik — ist man nicht erfüllt. Die seinerzeit als Muster gepriesene englische Parlamentsherrschast und das „freie Amerika" mit der Gewaltherrschaft seines derzeitigen Präsidenten haben vielen die Augen geöffnet! Statt unseres monarchischen Systems, das unter der kräftigen und friedlichen Regierungszeit der Hohenzollern Deutschland zum Wohlstand und zur Einigkett geführt hat, würden Parteikönige niemals das Ansehen und die Kraft zu einer Führung der Regierungsgeschäfte wie die Hohenzollern genießen. Zersetzendes Parteigetriebe würde entschieden überhandnehmen. Von dem übertriebenen Parteihader aber hat das Volk gerade in jetziger Zeit vollauf genug, und darum wundere man sich nicht, daß eine, wenn auch neue Partei vielen Anklang und Zulauf findet, welche eine Politik vaterländischer kräftiger Sprache und T a t neben der heldischen Kraft unseres Heeres im Auge hat. Die Regierung aber möge dem Ausbeutertum auf dem Gebiete des Waren- und Lebensmittelwuchers, den englischen Ebenbildern von „Krämerseelen" unter deutschem Namen, noch mehr als bisher zu Leibe gehen; die Männer der Vaterlandspartei wollen auch hierin Wandel schaffen helfen. Uebrigens sind Mitglieder dieser Partei von s o gutem deutschen Namen und Klange in Mengen vorhanden, die niemals auch nur den leisesten Argwohn aufkommen lassen, sie würden je ihre Tatkraft oder ihren Namen einem Vereine oder einer Partei hergeben, deren Glieder selbstsüchtige Ziele verfolgen oder es auf die niederen Triebe der Mitglieder abgesehen hätten Darum herein in die „Deutsche Vaterlandspartei"! Neues vom Taqe. Der Glückwunsch de- Reichstags. Weil jedem treu Deutschen die Mehrheitsbeschlüsse und Resolution des Reichstags über einen sog. Verständigungs frieden zuwider waren. Man sollte doch glauben, die Macher und Hauptführer der betreffenden Parteien müßten doch gewichtige Gründe dafür haben, eine solche Stellung einzunehmen, angesichts der bisherigen Verhöhnung Berlin, 1. N>ov. Der Präsident des Reichstages Dr. Kämpf hat an Seine Majestät den deutschen Kaiser folgendes Telegramm gerichtet: Eure Kaiserliche und Königliche Majestät bitte ich an dem ruhmreichen Tage, an dem Eurer Majestät heldenmütige Truppen mit der verbündeten österreichisch-ungarischen Armee in unvergleichlichem Siegeslauf bis an den Tagliamento vorgedrungen und das Heer des treulosen Italiens bis zur Vernichtung- geschlagen haben, die wärmsten Glückwünsche des Reichstags entgegennehmen zu wollen. Dem Siegesjubel, der die deutschen Truppen nach Riga und auf die Inseln des Rigaischen Meerbusens geführt hat, ist die stolze Offensive der verbündeten Armeen in den venetianischen Fluren ebenbürtig gefolgt. In hartem Ringen bietet gleichzeitig unsere Westfront dem in solcher Gewalt niemals dagewesenen Ansturm unserer Feinde todesmutig Trotz. Unsere Gegner haben geglaubt, daß die militärische Kraft Deutschlands und seiner Verbündeten zur Neige gehe. Die Heldentaten von Riga und von Tolmein bis zum Tagliamento haben diesem trügerischen Glauben ein jähes Ende bereitet. Unsere Gegner haben fich der Hosfnun« binaeaeben. dak untere wirtschcAt- liche Kraft gebrochen sei. Die siebente Kriegsanleihe hyx sie belehrt, daß finanziell und wirtschaftlich das deutsche Volk unerschüttert und unerschütterlich dasteht. Mit berechtigtem Stolz blicken Euere Kaiserliche und Königliche Majestät auf die glänzenden Siege in Heer und Flotte auf den wirtschaftlichen Sieg in der Heimat. Gott segne Euere Kaiserliche und Königliche Majestät, Gott schütze unser geliebtes Vaterland! Dr. Kämpf, Präsident des Reichstags. An den Generalfeldmarschall v. Hinden- burg hat Dr. Kämpf nachstehendes Telegramm ge. sandt: Herr Generalfeldmarschall! Ein gewaltiger Abschnitt des Weltkrieges ist unter Ihrer glorreichen Füh. rung wiederum siegreich beendigt. Am Tagliamento hat vor der unvergleichlichen Feldherrnkunst der Obersten Heeresleitung und vor der Heldenkraft unserer und unserer Verbündeten tapferen Truppen ein großer TiS der italienischen Armee die Waffen gestreckt. Sieges, froh und todesmutig in der Abwehr unserer Feinde, denen die Hilfsmittel fast der ganzen Welt zur Ber- fügung stehen, haben drei lange Kricgsjahre zum Erstau- nen der Welt dis Offensivkraft unserer Armeen nicht zu brechen vermocht. Glänzender wie je zuvor bestätigt sich die Stoßkraft des deutschen Volkshceres, dessen Führung Seine Majestät der Kaiser in Ihre sichere Hand gelegt hat. Welch gewaltige Kraft hat sich von neuem offenbart in unserer und unserer verbündeten Wehrmacht. Welch Beispiel eisernen Willens, auszuharren bis zum glücklichen Ende, hat nicht minder die Heimat dargeboten durch den staunenswerten Erfolg der siebten Kriegsanleihe, der weithin leuchtend der ganzen Welt den Beweis geliefert hat. daß das deutsche Wirtschaftsleben imstande und entschlossen ist, alles hiuzugeben für die Ehre, die Zukunft und das Glück des Deutschen Reiches. Sie, Herr Generalfeldmarschall, sind uns ein Vorbild der unerschütterlichen Willenskraft, der zielbewussten Feld- lierrnkimst und der Hingebung an Kaiser und Reich. Mögen Sie dem dein deutschen Volke in Ihrer Schaffensfreudigkeit noch lange ?mhre erhalten bleiben zum Segen des Vaterlandes. Tr. Kämpf, Präsident des Reichstags. Hindenbnrg über Belgien. Berlin, 1. Nov. Auf ein Telegramm des W deutschen Verbandes in Essen hat der Generalseldmar- schall v. Hindcnburg geantwortet: Daß unsere rheinisch- westfälische Industrie durch ein englisch-französisch-organisiertes Belgien stark gefährdet wäre, wird jedermann anerkennen müssen. M-erauck Machtvoll dem eu get Zeitlc Lenden, s - Si tzie Nachr Atraf, w Mtet uni Dun Zeich, Urfolge Lästig gen Ne Schul, Oie Veri hie Regel Kimmung Machtunl Wachtum bern und «rbandes mgrrng z des Bürg zewicht di «gehörig »teilen, Minden, «teilt wc seiner Wi Kommt d, rung von «mg zur Fett sind chzulieferi lS0 bis 1 i Pfund i Die Berner Konferenz. Budapest, 1. Nov. Dem Grafen Michael Kavolyi, sowie mehreren anderen Politikern wurden die Pässe zur Teilnahme an der Berner Konferenz erteilt. Aus Skandinavien. Kopenhagen, 31. Okt. „Berlinske Tidende" meldet, König Gustav von Schweden reise nach Skäbersjo Tüd- schiveden) und werde in nächster Woche den, König Christian in Kopenhagen einen Besuch abstatten. Sie reden fich Mut ei«. Rom, 1. Nov. (Agenzia Dtefani.) Der neue Ministerpräsident Orlando telegraphierte an Lloyd George und Painleve, daß das italienische Voll angesichts der ungeheueren Drohung stark bleiben und seine innere Widerstandsfähigkeit nicht erschüttern lassen werde. Im Vertrauen auf die Tapferkeit der Armee und auf die starke Einigkeit mit seinen Alliierten. Orlando telegraphierte weiter an Wilson bei Gelegenheit seines Amtsantritts und versicherte, daß Italien sein Vertrauen im Mißgeschick beibehalte. Kriegsminister Al- fieri drückte Cadorna telegraphisch das Vertrauen der Regierung und des italienischen Volles zu der Armee aus, die dem Lande selbst ans Kosten der größten Opfer den Platz, der ihm unter den Nationen gebühre, ri, sichern wissen werde. , . L ^ Kunststadt und Festung. London, 1. Nov. „Daily Mail" meldet aus Rom> Um die unersetzlichen Kunstschätze Venedigs vor dü Vernichtung Hu bewahren, wurde Venedig, das einen stack befestigten Krregshafen und ein großes Arsenal mit Lust- Wffstationen besitzt, als offene Stadt erklärt. Vßrigeu Smnbeu Aus Stadt und Land. ** Adelsheim, 2. November 1917. Zum Gedächtnis der Toten. Allerseelen — 2. November. NNci-seelen, Totensonntag, auch sie begehen wir ^ der, noch immer inmitten der Ereignisse des Kriegs und müssen demgemäß auch weiter des herben Glauber» j bleiben, daß, ist auch das Sterben das Los der Me» schen aller Völler und Tage, das große : dieser Zeiten noch nicht am Ende ist. Umso erschEf terter neigen wir das Haupt, beugen wir das vor der Riesenschar jener Helden, die in 40 KriegsmrM- den ihre Treue mit dem Tode besiegelten. Tenn nE. ten wir diese Helden schon hingeben und starben sie rE: lig in Erfüllung ihrer Pflicht: sie und wir wähn^ dieser oder jener könnte wohl der Letzte der unendlich», Reihen sein, die dahingegangen, damit wenigstens anderen leben. Es ist anders gekommen: Noch intt^ lechzen die Felder in West und Ost, der Schoß Erde und die Tiefe der Ozeane nach Beute, indessen di« Lebenden, zur Seite stehen müssen, unfähig, all zu wenden. So bleibt uns denn nichts weiter zu tE als mit heißen Gefühlen dankbaren Gedenkens an alle» die vor und für uns von hinnen gegangen, neue Kraft K suchen auch an den fernen und nahen, alten und sriWE Gräbern und an dem machtwollen Walten dessen, aller Irdischen Laufbahn beendet. Kann uns das sonderlich schwer fallen? Rein DcM: wenn irgend eine Zeit, so verklären die Tage diO^ Krieges ungezählte Gräber, zeigen uns, daß wahrlühv^ Leben der Güter höchstes nicht ist, und daß Ernte zur und Saat wieder zur Ernte wird. Das höchste NaturüO