vnö sägltch, außer Sou»- u»L Zrierlags « ,r Monatlich. . . flfg. i vierteljährlich . 81k. - frei ins Paus geliefert - ttger Gelrsenstes Tageblatt oes saüikheK Saulsaöes fla zeigen werSen mit Pfennig -er einspaltig« Zeile berechnet. ^ Sri mehrmaliger ftufuahm« RabaK l Postscheck-Konto 40S4, Karlsrutz« Kr. 268 auptanzeigeblatt M -ie seMe ^-elsheim, Hoxberg «. bereu Umgebung »atisr flmtliches Verkünöigungsblaü —Illustriertes Sonntags-Statt hotzsubmWons- unö Verstsigerungs-Anzeiger für -en Gbenwalö Kratisr prakt.Mitteilungen fürSe (monatl.) u. Hanüel.haus- u.LanSwirt Druck und Verlag: Vuchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telephon No. 18. ' Es geht unaushallsam südwärts. NB. Großes Hauptquartier, 15. Nov. (Amtlich.) Westlicher Kriegss chauplatz: Bei Dunst und Nebel blieb die Artillerietätigkeit W allgemeinen mäßig, sie steigerte sich bei Tixmuiden in einzelnen Abschnitten des flandrischen Kampf- ! am Abend zu größerer Stärke. Zn erfolgreichen Erkundungsgefechten blieben Gene und Maschinengewehre in unserer Hand< , OeitUcher Kriegsschauplatz:, Keine größeren Kampfhandlungen. Mazedonische Front: In Albanien räumten die Franzosen «Stellungen westlich dom Ochrida-See. Italienischer Kriegsschauplatz: Unsere im Gebirge von Fonzaso und Feltre südwärts Mrgedrungenen Abteilungen stehen in Gejechtsberührung M dem Feind. T An der unteren Piave nichts Neues, ^ t Der Erste GeneralcDartiermeister: Lndendvrff. * Ms die Engländer nach oer „Generalofsensive" des Hrrderbands mit ihrem „Siege" prahlten und behaup- Wy sie hätten ihr für die Offensive gestecktes Ziel Reicht und sie werden spätestens bis zum Beginn des DtMen Jahres im Besitz von Großflandern sein, da ärde von fachmännischer deutscher Seite eine Wahr- inlichkeitsrechnung über die Aussichten der englischen rchbrnchskämpfe ausgemacht. Auf Grund aller seit- rigen Gebietseroberungen durch die vielen heftigen ' ipfe seit Beginn der Offensive in Flandern wurde er- net, daß die Engländer, wenn sie in der gleichen leise wie bisher weitersiegen, am 17. Mai 1951 an r deutschen Grenze angekommen sein werden. Das heißt ^s viel als: sie werden niemals durchbrechen. Auch nicht "t der genialen Erfindung Lloyd Georges, dem ,,Ober- l Kriegsrat", der in Wirklichkeit eine verunglückte Hierung unseres Hindenburg ist. Eine Einheit still er Md besteht doch aus 2 Engländern, 2 Franzosen, talienern und wahrscheinlich noch 2 Amerikanern und Whlauen Japanern. Dazu noch die „technischen Be- eGer" und was so drum und dran hänat. Wenn man Adelsheim, Freilag, 16. November 1917. den Hochmut der Engländer, die leicht verletzliche Eitelkeit der Franzosen und hohle Großtuerei der Italiener in Betracht zieht, kann man sich vorstellen, wie viel bei der neuen „Einheit" herauskommen wird. Sie haben eben keinen Hindenburg, wie der französische General Malleterre ganz richtig erkennt, und daran liegts. Sie haben aber auch kein Heer, das so auf Ehre und Pflicht fußt, wie das deutsche. Darum noch einmal: vor dem 17. Mai 1951 werden die englischen Heere die deutsche Grenze nicht sehen. — Das Wetter war in Flandern dunstig und neblig, was zwar größere Unternehmungen hemmte, aber einzelne überraschende Vorstöße von Erkundungsabteilungen immer noch ermöglichte, so daß unsere Truppen aus den englischen Graben oder besser: Trichtern Gefangene und Maschinengewehre herausholen konnten. — In Mazedonien wird die Niederlage der Italiener auch schon fühlbar. Die italienischen Truppen sind, jedenfalls zum größeren Teil, nach Italien zurückgezogen worden, und so haben nun die Franzosen ihre Höhenstellungen in Albanien, westlich vom Ochridasee, räumen müssen, da ihre linke Flanke nicht mehr gedeckt war. — In Italien rücken unsere Truppen von Fonzaso und Feltre südwärts in ständiger Gefechtsfühlung mit den zurückweichenden Italienern auf Bassano an der Brenta vor, auf das auch der Vormarsch Hötzendorffs von Westen her hinzielt. An der unteren Piave ist die Lage unverändert, d. h. die Artillerie spricht noch das Vorwort. Die Verbündeten haben ivohl hier den Strom schon überschritten. Die Franzosen sollen an der Etsch, also etwa bei Verona sich sammeln. Tie Truppen der Zentralmächte haben bis 12. November 6150 Quadratkilometer italienischen Boden besetzt. Treviso, das 15. Kilometer hinter der Piave liegt, befindet sich schon im Feuerbereich unserer Geschütze. Stegemann schreibt im „Bund" zur Kriegslage: Tie seit dem Abgang französischer Divisionen nach Italien in die Gräben gezogenen amerikanischen Kräfte sind offenbar an der Bogesenfront eingesetzt worden. Wenn Frankreich tatsächlich seine ganzen sorglich geschonten und zu- jammengehaltenen strategischen Reserven, darunter seine besten afrikanischen Truppen, nach Italien geworfen hat, vährend England nur einen kleinen Teil absondert und iafür weitere Anstrengungen in Flandern und im Artois tnternimmt. fo wird die Einheitsfront im Westen auf Frankreichs Kosten durchgeführt. Strategische Folgen werben nicht lange auf sich warten lassen. Diese Einheitsfront «r Alliierten entbebrt beute noch eines rasch, und be- Verantwortli A. Heppeler in Ädelsheim. ch: Äd, 41. Javrg. stimmt handelnden Oberbefehls, denn die Einsetzung eines vierköpfigen gemeinsamen Oberkommandos ist keine Lösung im Sinne der Vereinheitlichung und Vereinfachung der Operationen. Fest steht jedoch, daß das italienische Oberkommando bedeutend an Einfluß eingebüßt hat und daß der italienische Feldzug kein Feldzug Italiens mehr ist. Sechs bayerische Radfahrer, die am 10. November bei La Siena östlich Belluno von einer italienischen Kompagnie abgeschnitten und gefangen, kurz darauf ab«: wieder befreit wurden, berichten: Tie Italiener mißhandeln die Gefangenen in übelster Weise. Einer wurde kliedergeschossen und der schwer verwundet am Boden Liegende durch Bajonettstiche getötet. Tie klebrigen würben nur durch einen Offizier vor dem gleichen Schicksal bewahrt. Tie Offiziere hinderten jedoch nicht, daß die befangenen geschlagen und getreten wurden. Einer der Offiziere schlug den Wehrlosen mit den Worten: „Ihr putschen Schweine" ins Gesicht. Die Ereignisse im Westen. ^ > Ter französische Tagesbericht. WTB. Paris. 15. Noo. Amtlicher Bericht von gestem nachmittag: Rege Tätigkeit der beiden Artillerien auf dem rechten Maasuier. Unsere Abteilungen machten verschiedene Hand- streiche besonders südöstlich von St. Quentin und im Ehaume- wald. Sie brachten 10 Gefangene zurück. Sonst war di< Nacht überall ruhig. ) Der englische Tagesbericht. beten Artillerietätigkeit griff der Feind gestern die von un» auf dem hochgelegenen Gelände nördlich von Passchendaele gelegenen Stellen an. Der Angriff wurde vollständig abgewtejen. Palästina. General Allenby berichtet, daß die Türke» am 12. November nach heftigem Kampf eine neue Stellung (die den Engländern abgenommm wurde? D. Schr.) bei Wadlv Surkewetr, 12 Meilen nördlich von Asbalon, eknnehmen wollte«. Am 13. Nov. seien sie aus dieser Stellung vertrieben und gezwungen worden, sich nach Wadi-Syran. 8 Meilen südlich von Jaffa, zurückzuziehen. Sine berittene Division bericht«^ sie habe 1100 Gefangene gemacht und 14 Maschinengewehre, sowie Geschütze erbeutet. __ Das erste amerik. Einheitsschiff versenkt. Berlin, 15. Nov. Das erste amerikanische Einheitsschiff „War Clover", das am 20. Sep« tember 1917 mit 8000 Tonnen nach Malta in See gegangen war, ist bereits am 19. Oktober kurz vor Eintreffen am Bestimmungsort versenkt worden. Der Gröe von ZZuchemm. Roman von Herbert von der Osten. 31 . Ein ächzender Laut, der sein Ohr traf, ließ den Freiherrn s verstummen. Wie aus eitlem Rausch erwachend, schreckte ^nipor. Allmächtiger Gott, wozu hatte ihn der Jähzorn hin- 'ffen? Unsicher näherte er sich dem Neffen, der wie verlier an der Wand lehnte. »Sei barmherzig und laß mich allein," kam es wie ein Mnen aus Hassos Munde. Der Freiherr trat zurück. Seine breite Brust arbeitete wie ^ Kampf. Er hörte, wie Hasso die Tür öffnete. In der Er- imlg von etwas Fürchterlichem sah er auf. „Was willst Um»?" Ein sehnsüchtiger Blick flog aus HassoS dunklen Augen zu ^Pistole, die zwischen seinen spärlichen Jagdtrvphäeu au k Wand hing. Dann sagte er mit einer fremd klingenden, mersn Stimme: „Ich werde versuchen, durch meine Arbeit »ns von dem Gelde wieder zu schaffen, um ivas mein Ba- Dich gebracht hat. Hoffentlich kann ich Dir bald das Ge- eines Inspektors ersparen." Damit ging er in den Wald «ms. querfeldein, bis er vor Erschöpfung zusammenbrach. Das Gesicht in das Moos gewühlt, lag er bis zum Mor- ^ In dieser Nacht hatte ec seinen Ehrgeiz und seine Ju- ks-b begraben. Und noch etivas anderes ivar in ihm gestor- die Liebe zu seinem Vater, der das Ideal seiner Knaben- ^e gewesen war. Die grausamen Worte des Onkels hatten ^ diese Liebe aus der Brust gerissen, das Bild des eleganten Maliers zu einer Fratze verzerrt, dem die heitere Philo- Hie des „Lebens und Lebenlasselt" so lrebensivürdig von ^ weinfrvhen Lippen gekommen war, wenn er seine Gäste ^ »»bezahltem Champagner traktierte. Nichts hatte Hasso mehr, als er ain Morgen, ein finsterer, ^chlossener Mensch, in das Herrenhaus zurückkehrte. Der Onkel hatte nicht über ihn zu klagen. Er arbeitete k^Miüdlich vom Morgen bis in die sinkende Nacht; aber ""konnte rricht froh sein in seiner Nähe. Die Tage schlichen an Buchenau vorüber, trübe, freudlos. eine Wolke lastete des Hausherrn düstere Stinimuug ^ dein Schloß. Seine gefurchte Stirn deutete auf Sturm, und wie ili früheren Zeiten vermied es jeder, seinen Weg zu kreuzen. Nur seine Frau war noch zärtlicher un, ihn bemüht als sonst. In ihrer stillen Art suchte sie alles ans seinem Weg zu räumen, was ihn irgendwie reizen oder verstimmen konnte. Unermüdlich war sie in kleinen Aufmerksamkeiten für ihn. Nie batten auserlesenere Gerichte auf der Bncheuauer Tafel gestanden als jetzt; aber dem Hausherrn schmeckte nichts, und Hasso aß nur gerade so viel, daß er nicht verhungerte. Immer schärfer trat die Feindseligkeit zwischen Hasso und seinem Onkel hervor. Marga fürchtete das Schlimmste für die Zukunft. Als eines Nachts ans dem Wald ein Schuß des Försters an ihr Ohr klang, glaubte sie, daß es geschehen sei. Ihr Mann mochte denselben Gedanken gehabt haben; denn am nächsten Morgen war der Gewehrschrank verschlossen, und als Hasso vom Felde kam. sah er, daß alle Flinten und Pistolen sorgfältig entladen wurden. Ein spöttisches Lächeln zuckte um seinen Mund. „Weshalb gibst Du Dir die Mühe. Onkel?" fragte er. „Du weißt ja, daß ich noch Schulden abzutragen habe. Mit einer unbeglichenen Schuld gehe ich nicht aus den» Leben." Marga versuchte umsonst oas Zerwürfnis zwischen Hasso und ihrem Gatten wenigstens den Fremden zu verbergen. Die schwüle Stimmung zwischen den Fauliliemnitgiiedern wirkte beklemmend auf alle Gäste. Jeder Halle das Empfinden, daß ein »»»»bedachtes Wort den in der Luft schwebenden Zündstoff entladen und eine Katastrophe herbeiführen könnte. Immer seltener wurden Besuche ans Buchenau. Der einzige, welcher der Familie treu blieb, war Ebertin. Marga und der Freiherr dankten es ihm. Vor den» Freunde seines Vaters suchte Hans Dietrich nichts zu verheimlichen, was er wie eine Last mit sich hernm- trng, und Margas zerqnälte Nerven beruhigte es, wenn sie in des Priesters miide, gütige Augen blickte. Auch heute, an einem regnerischen, trüben Sonntag des Seplembers. ivar Ebertin Gast im Herrenhause. Man hatte zu Abend gegessen. Hails Dietrich stand mit Ebertin am Fenster seines Zimmers, während Marga den Whisttisch zurecht machte. Hasso leuchtete den Hof ab. Die beiden Herren konnten oo» ihrem Platz aus beovachtei», ivie peinlich sorgsam er es tat. Nachdem er seine Arbeit vollendet hatte, kam er hinauf, um der Tante die Hand zu küssen und zu fragen, ob der Onkel noch Befehle für ihn habe. „DerZeremomeiimeister des steifsten Hofstaats würde sich an der tadellosen Korrektheit von HassoS Forinen freuen/ sagte Hoheneggs sarkastisch, als sich die Tür wieder hinter dem Neffen geschloffen hatte. „Und so ist daS nun immer. Glauben Sie, daß der Junge mit etwas anderem zu mir kommt als mit dem Wirtschastsrapport, und er sollte doch nilser Sohn sein! Für ihn spare ich doch nur." Hastig wühlte Hans Dietrichs Rechte in dem langen, blonden Barte. Der Geistliche antwortete »nr durch einen initleidige» Blick und Hohenegge fuhr seufzend fort: „Ein trauriges Ding um das Leben eines Menschen, der »veiß, daß seu- Tod ein Freudenfest für seine Erden wird." Marga hatte die Hand unter des Gatten Arm geschoben. „Darf ich mir Anneliese einladen?" „Um Gotteswillen, verschone mich mit der," fuhr ihr Mann auf. „Ich wäre jetzt gerade in der Laune, na» den Zuschauer für eine Erbschleicherkomödie adzugeben, wie Lizzi sie semep- zeit aufführte." Anneliese ist ihr gar nicht ähnlich, »veder in ihrein Cbn- rakter noch in ihrem Aenßereii," ividersprach Marga sauft. „W e .»eine jüngere Schwester sieht sie aus; Gerhard nennt ste immer seine kleine Marga." „Wirklich erstaunlich, auf was Deine Geschwister alles verfallen, um ihre Erbansprüche zu begründen," sagte oer Freiherr entrüstet. „Als Du bei Deiner Nichte mit denen in Berlin von neue»» anbandeltest, dachte ich mir eS schon, daß die Stangeuklettere» mm mir frischen Kräften losgeheu würde; aber daß in mein Haus keine kommen sollte, daß gelvote ich mir damals auch gleich." „Frische Jugend um Dich zu haben, wäre für Dich fo gut." Eine ungeduldige Bewegung ihres Mannes hieß die Fra»- schweigen. „Wir »vollen jetzt spielen," sagte er barsch. Marga »varf einen hilfesuchenden Blick aus Ebertin. Er verstand sie. „Ich will tun, was ich kann," flüsterte er ihr -u, »nährend er sich über ihre Hand beugte. 232.20 Sirr englischer Zerstörer versenkt. London, 15. Nov. (Amtlich.) Ein englischer Zerstörer und ein kleiner Monitor sind durch ein feindliches Unterseeboot versenkt worden, während sie im Zusammen, wirken mit der Armee in Palästina operierten. Von t«m Zerstörer werden 7, von dem Monitor 26 Mann lürmitzt. - - ' Lloyd George über den Rat der Alliierten // So sieht es drüben aus. Tie Versuche gewisser Engländer, die Wirkungen -es uneingeschränkten Tauchbootkriegs als geringfügig hinzustellen, können auf den Kenner des wahren Sachverhaltes nur belustigend wirken. Tie von der deutschen Heeresleitung vorberechnete Wirkung auf unseren ärgsten Feind ist nicht nur längst erreicht, sondern schon um ein Beträchtliches überschritten. Belegmaterial liefern die Aussagen entflohener oder ausgetauschter deutscher Soldaten, die aus unmittelbarer Anschauung die täglich fühlbarer werdenden Wirkungen des Tauchbootkrieges auf England festzustellen Gelegenheit hatten. Aus den Briefen eines deutschen Kriegsgefangenen geht hervor, daß es schon im April 1917 mit den Lebensmitteln in England nicht zum besten stand; die Freude über Eßwaren aller Art und die Bitten um Uebersendung von Lebensmitteln, welche diese Briefe durchziehen. reden eine deutliche Sprache. In den Briefen an seine Schwester in Deutschland bittet unser Gewährsmann um Mehl, Hafergrütze und Kartoffeln, die in England nicht mehr zu lau cn seien, wie auch die Brotration der Gefangenen seit Anfang Mai erheblich gekürzt wurde. Noch im Februar und März ds. Js. Gezeichneten die deutschen Kriegsgefangenen di- Zusendung von „Futterpaketen" als nicht »otwendig, da ihre Ernährung ausreichend sei. Temnach scheint eine rapide Verschlechterung der Ernährungsverhältnisse in England stattgefunden zu haben; daß jede Knappheit und Beschränkung sich zuerst an den Rationen -er Gefangenen bemerkbar macht, ist natürlich. London, 15. Nov. (Unterhaus.) In Beantwortung -er Anfrage Asquiths, ob der Ministerpräsident über -en beabsichtigten Rat der Alliierten, insbesondere «der seine militärische Zusammensetzung ge-. Naue Angaben machen wolle, erklärte Lloyd George: Am besten gebe ich auf diese Frage Antwort, wenn ich dem Hause die gegenwärtigen Bedingungen des Abkommens zwischen der französischen, italienischen und britischen Regierung über die Schaffung eines obersten Kriegsrates der Alliierten vorlege. Zum besseren Zusammenwirken der militärischen Operationen an der W e st- irvnt ist ein Oberster Kriegsrat geschaffen worden, der gebildet wird aus dem Premierminister und einem Regierungsmitglied einer jeden Großmacht, deren Heere an dieser Front kämpfen. Tie Ausdehnung der Macht- sührung dieses Rates auf die anderen Fronten muß einer Besprechung mit den anderen Großmächten Vorbehalten -leiben. Ter oberste Kriegsrat soll über die allgemeine Kriegführung wachen. Er bereitet Ratschläge für die Entscheidung der Regierungen vor, hält sie über ihre Ausführung auf dem Laufenden und berichtet darüber an die betreffenden Regierungen. Ter General st ab und die militärischen Kommen d-o stellen der Armeen einer jeden Macht sind mit der Führung der militärischen Operationen betraut, And bleiben ihren Regierungen dafür verantwortlich. Tie von den zuständigen militärischen Behörden entworfenen allgemeinen Kriegspläne werden dem obersten Kriegsrat unterbreitet, der unter der Autorität der Regierung ihre Uebereinstimmung sicherstes und alle etwa nötigen Aenderungen vornimmt. Jede Macht entsendet in den obersten Kriegsrat einen ständigen militärischen Vertreter, dessen ausschließliche Aufgabe es ist, als technischer Berater des Rates tätig zu sein. Ter militärisch« Vertreter erhält von der Regierung und den zuständigen militärischen Behörden die die Kriegführung betreffenden Schriftstücke. Tie militärischen Vertreter überprüfen tagtäglich die Lage der Streitkräfte und alle die Mittel, über die die Heere der Alliierten und die Heere des Feindes verfügen. Ter oberste Kriegsrat tagt für gewöhnlich in Ver< sailles. wo die ständigen militärischen Vertreter und ihre Stäbe ihren Sitz haben. Sie können aber auch an anderen Orten Zusammenkommen, wie es je nach den Umständen beschlossen wird. Tie Zusammenkünfte des obersten Kriegsrates finden wenigstens einmal im Monat Halt. Taraus wird erhellen, daß der Rat keine Exekutivgewalt Hat. Die letzte Entscheidung in Sachen der Strategie »nd der Regelung der Bewegungen der verschiedenen Ar« meen wird bei den Regierungen der Alliierten liegen. Tie ständigen militärischen Vertreter werden aus den bestehenden Nachrichtenabteilungen der Alliierten alle Nachrichten erhalten, die notwendig sind, um sie in den Stand zu setzen, ihren Rat dem obersten Rat der Alliierten z« erteilen. Tie Absicht der Alliierten ist gewesen, eine zentrale Körperschaft rinzusetzen, der die Pflicht obliegt, ständig die Kriegs- dperationen als Ganzes zu überwachen, durch Mitteilungen von allen Fronten, allen Regierungen ruch Staaten, die von den verschiedenen Generalstäben vor- -ereiteten Pläne in Uebereinstimmung zu bringen unl wenn nötig ihr eigene Vorschläge für eine bessere Kriegführung zu machen. Sollte das Haus eine Gelegenheit wünschen, diesen sehr wichtigen Gegenstand und meine Rede in Paris zu erörtern, so schlägt »ie Regierung vor, den nächsten Montag dafür anzusetzeu. Doch nicht nur England, sondern auch Frankreich verspürt in empfindlicher Weise die Wirkung unseres Tauchbootkriegs. Tie Knappheit hat, wie geflohene deutsche Kriegsgefangene berichten, teilweise sogar schon beängstigende Formen angenommen. Es wird berichtet, daß das Weißbrot, jener wichtige Faktor der französischen Volksernährung, fast überall verschwunden und das Kartensystem durchgehend eingeführt ist. Kriegsgefangene, welche nach Deutschland flüchteten, berichten, daß die Lebensmittelgeschäfte schon um 6 Uhr den Verkauf einstellen und daß die Wirtschaften wegen Warenmangels schließen. Weil der Wein für die Armee beschlagnahmt wird, ist er im offenen Handel nicht mehr zu kaufen. Am empfindlichsten ist der Mangel an Fleisch wegen Ausbleibens der argentinischen Lieferung von Gefrierfleisch. Kriegs- und Handelsschiffe fahren sehr wenig aus »der suchen nach kurzer Zeit ohne Ladung die Häfen wieder auf, infolge der stets drohenden Tauchbootgefahr. Tie zum Löschen von Waren in den Häfen bereit gestellten Kriegsgefangenen-Arbeitskommandos mußten in zahlreichen Fällen wieder ins Lager zurückkehren, da erwartete Handelsschiffe telegraphisch als versenkt gemeldet worden waren. Weiter berichten die Flüchtlinge, andere Schiffe aller Art seien täglich beschädigt — offenbar durch Tauchboote — in die Häfen geschleppt worden. Vor allem aber äußere sich in dem wildesten u.rd aufgeregtesten Geheul der Franzosen überall die Aufregung über die Wirkungen «es Tauchbootkriegs. Ds* schweizerische Staatshaushalt. B«rn, IS. Nov. Der Staatshaushalt für 1918 weist RLwzeyiunq »er Kriegsiqoio, ourq oa» on«raforrre, d» Unfallvelsichemn«, Gehaltsaufbesterung und Teuerungszlagen allgemeine P «isst-igerung bedingt. Die Mindereinnahmen rühre» von dem Rückgang der Einführzölle her. Post, Telegraph«, und Telephon werden wegen der in Aussicht genommenen T«. erhöhung Mehrertriige liefern. . , s Großer 5 -»eiste wind letz Asrat § 886 Gro Aus Stadt und Land. ** Adelsheim, 16. November 1917. Neues vom Taae. Vom Reichstag. Berlin, 15. Nov. Dem Reichstag, der am 29. November zu einer neuen Tagung von etwa zwei Wochen Zusammentritt, wird eine Vorlage unterbreitet werden, die einen neuen Kriegskredit von 15 Milliarden fordert. JU Aussicht gestellt sind ferner das-Arbeitskammergesetz und mit ihm gewisse Erweiterungen der Koalitionsfreiheit. Tie Arbeitskammern sollen möglichst schnell eingeführt werden, damit sie in Preußen Vertreter in das neue Herrenhaus entsenden können. Tie Uebergangswirtschaft wird Gegenstand eingehender Beratung sein. Ernährungsfragen und Kohlenverteilung sollen gleichfalls exörtert werden. Tie Steuerpläne sind zur Besprechung im Reichstag noch nicht reif. Ebenso kommt der Haushaltsplan des Reiches für 1918 jetzt noch nicht zur Vorlage, sondern erst im Januar. Erwartet werden schließlich noch die bereits angekündigten bevölkerungspolitischen Vorlagen, die dem Geburtenrückgang entgegenwirken sollen. Auch einem Gesetzentwurf zur Teilung der Riesen-Reichstags- waylkreise sieht man entgegen. Nach ihm soll die Zahl der Reichstagsabgeordneten um etwa 30 vermehrt werden. Entdeckung der größte« Spionageorganifatio« des Weltkrieges. Berlin, 15. November. Aus Genf wird gemeldet: Vor einiger Zeit wurden in der schweizerischen und deutschen Presse Mitteilungen über die Entdeckung einer Spio- > nageorganisation gemacht, die im Dienste einer kriegführenden Macht militärische Nachrichten und Pläne, die gegen die Schweiz selbst verwendet werden sollten, ausarbeitete. Die Zeitung „Paris et Geneve" macht nun sensationelle Mitteilungen über diese Organisation, welche das größte Spionageunternehmen des Weltkrieges darstellt. Die krieg- führende Macht, in deren Auftrag Festungspläne ausspioniert und wichtige, die Schweiz betreffende Nachrichten weitergesandt wurden, wird wohl ungenannt bleiben. Diese Pläne sollen der betreffenden Macht dazu dienen, nach Absendung eines Ultimatums den Durchmarsch durch schweizerisches Gebiet vorzubereiten. Der Hauptschuldige ist ein früherer Reitlehrer, der Unteroffizier Kötschel, welcher bei Kriegsbeginn im eidgenössischen Kriegskommissariat an- geftellt war und durch seine Frau, welche den Beruf einer Wahrsagerin ausübte, mit bekannten Persönlichkeiten in Verbindung trat. Die rechte Hand des Mannes war der Portier des „Berner Hof", des größten Hotels in Bern, der den Auftrag 'hatte, die dort verkehrenden fremden Diplomaten auszuspionieren. — Hausfrauen «nd Töchter» lasset die' geboten Gelegenheit, euch in dem vorteilhaften und sparsamen Koche» mittels der Kochkiste zu unterrichten, nicht ungenützt vorübergehen. Meldet euch zu dem Zlägigen Unterweisungskurs unverzüglich an, damit ihr dem Vaterlande durch sparsames Wirtschaften nützlich seid. Die Kosten vo» 3 Mk. sind so gering, daß sie jedes erschwingen kann. Diejenigen Haushalte, welche bereits mit der Kochkiste kochen, möchten dieselbe, der großen Ersparnis wegen, nicht mehr entbehren. — Alle, die am Sonntag dem Koch^ kistenvortrag anwohnen, werden gebeten, ein Tellerchen (Untertasse) und einen kleinen Löffel mitzubringen, da nach dem Theaterstück „das Geheimnis der Kochkiste" für alle Teilnehmer ein „Versucherle" des Mischgerichtes aus der Kochkiste dargereicht wird. — Gepäckgewichtsgrenze. Vom 15 November ab darf auf allen deutschen Eisenbahnen bis auf weiteres das Gewicht des einzelnen Gepäckstückes 50 Kilogramm nicht übersteigen. Dieser Gewichtsbeschränkung unterliege« nicht: Fahr- und Rollstühle, die Kranke und Gelähmte mit sich führen, Kuriergepäck, Gepäck der Offiziere, Marinegepäck, Mufterkoffer der Geschäftsreisenden, soweit die Musterkoffer in Personenzügen befördert werden sollen und der Reisende eine Bescheinigung der Handelskammer über die Notwendigkeit der Mitführung als Gepäck vorweist. Musikinstrumente in Kästen, Futteralen oder anderen Umschließungen, sofern sie rmbezweiselt zum persönlichen Gebrauch des Aufgebers dienen, sowie Geräte von Artisten und Schaustellern. — Kriegsfpeisekarte bei Hofe. Die Tage alt preußischer Sparsamkeit, da man bei Hofe an einfach» und bescheidener Lebenshaltung mit jedem Bürgerhaust wetteiferte, find auch heute noch nicht vergessen. Das iw Anschluß an die Kronratssitzung vom 6. Nov. gegebene fleischlose Mittagsmahl, an dem der Kaiser, der neue Reichskanzler, Generalfeldmarschall von Hindenburg urd General Ludendorff teilnahmen, wies nachstehende Speiseu- folge auf: Gemüsesuppe, Griesauflauf mit Himbeersaft, Käse. Diese Einfachheit kann allen Volkskreisen zur Na-- eiferung sehr empfohlen werden. M Ketin jp einem Mark °e »S ließ M Borg . . Hen Kred vorwii Mbe. Di Degen ttr! Gefängnis (-)3 Kerord »eresheii fHäftliche »e landti f-d aber D Ober, B. 1 i im 44.i und -engen L Wet in ,(-)« r«ng.) Verein K Kn 100 Prheimfl »esbeitrac (-) t Kjenbahn Schäfer h -eneraldi Mäbrt ti ' (-) i tl- Ze Ste! s entt Mark — Keine Erhöhung der Obsthöchstpreise. Di« Reichsstelle für Gemüse und Obst teilt mit, es sei keinesfalls damit zu rechnen, daß die Höchstpreise für Obß irgendwie erhöht werden. Der Erzeuger darf beim Verkauf vom 1 .November 1917 ab einen Zuschlag von 10 v. H. , vom 16. Dezember ab 15 v. H., vom 16. Januak 1918 25 v. H., vom 1. März 19918 35 v. H., vom I. Mai 1918 50 v. H. für Lagerung auf die festgesetzt« Höchstpreise berechnen. Orlando zur Lage. Rom, 15. Nov. In der Kammer sagte Ministerpräsident Orlando: Tie militärischen Ereignisse de, letzten drei Wochen haben für Italien eine Lage geschaffen, deren außerordentlicher Ernst nicht beschönigt werden kann. Unglückliche Ereignisse wirkten zusammen, um die Notwendigkeit zum Rückzug der italienischen Streit« kräste zu bestimmen, damit die Hauptmacht der Arme« gerettet werden konnte. Aus strategischen Gründen mußten die östlichen Einfalltore Italiens dem Eindringen dcS Feindes geöffnet werden und der Feind lagert in Städten« die Bollwerke des italienischen Glaubens waren. Tas italienische Heer erlitt einen Schicksalsschlag, dem sich selbst die kriegsgewohnten und ruhmvollsten Heere nicht entziehen könnten. Die Negierung ist sich des Ernstes der Stunde voll bewußt und wünscht eine gründliche und schnelle Besprechung der Lage. Aber jetzt muß gehandelt und nicht geredet werden. Orlando betonte dann die Einigkeit zwischen Italien und seinen Verbündeten, Frankreich und England, die sofort Hilfstruppen entsandt Härten und erwähnte die Beschlüsse der Konferenz in Rapallo betreffend Einsetzung eines politischen Rates der Alliierten und eines ständigen beratenden militärischen Ausschusses aus hervorragenden Generalen. Auch Amerika werde in diesen Räten vertreten sein. Tie Regierung fühle außerdem, daß es ihre Pflicht sei, ständig mit der Armee und dem Oberkommando in Berührung zu bleiben. Sie behält sich vor. schnell Mittel anzuwenden. die diese Beziehungen besser regeln und organisiere:, können. Tas Reutersche Bureau meldet, nach der Rede Orlandos habe die Kammer einen Beschluß angenommen, der die Notwendigkeit der Einigkeit der Nation und di« Zusammenfassung aller Kräfte bestätigt, um dem Einbruch des Feindes mit Hilfe der tapferen Armee und im Vertrauen aus die Alliierten Widerstand zu leisten. (-) Oberkefsach, 13. Nov. Die Familie des Landwirts Anton Stahl in Weigental ist durch den Krieg schw« heimgesucht worden. Nachdem im Frühjahr 1915 d« Mutter gestorben war, sind um Allerheiligen 1914 a» zwei aufeinanderfolgenden Tagen zwei Söhne an der West- front gefallen. Der Gram über diesen Verlust hat d« Gesundheit des Vaters so zerrüttet, daß er im Mai ds. Js- im Tode nachfolgte. Bei .den jüngsten Kämpfen ist mo auch der dritte Sohn, Lehrer Ludwig Stahl, den Heldentod gestorben. (-Marlsruhe, 15. Nov. Ter^Engere Ausschuß der Nationalliberalen Partei tritt am Samstag den 17. November hier zu einer Sitzung zusammen, in welcher, w* wir hören, auch die Reform der badischen StädteordnE zur Sprache kommen soll. (--) Karlsruhe, 15. Nov. Tem Kommandeur d« 1. Bad. Leib-Grenadier-Regiments 109, Oberstleulns» Frhr. von Forstner, wurde der Orde« Pour le Mett* verlieben. (-ft Heidelberg, 15 Növ. Wegen Milchsaft' hatten sich in der letzten Schöffengerichtssitzung Frauen von Bammental zu verantworten. Tas GerW sprach Geldstrafen in Höhe von 200, 100 und 50 Mk. aus- (-) Heidelberg, 15. Nov. Ter 17 Jahre altt Schleuser Wilhelm Hahn aus Kirchheim wollte währen? des Laufens der Transmission einen Treibriemen legen. Er wurde dabei von der Transmission erM und ihm der linke Arm unterhalb des Schulterblatt« abgerissen, außerdem trug er noch Verletzungen an dtt Hüfte davon. (-) Brette», 15. Nov. Durch Feuer wurde dn» Sägewerk der Firma Gebr .Harsch zum größtenteil As!, stört. Das Maschinen- und Kesselhaus konnte gerettt^ iverden. ^ (-) Baden-Baden, 15. Nov. Der Besitzer jedem Besucher unserer Stadt bekannten Hotels Cafe Grethel, PH. Leinweber, konnte vor wenigen Tag** das 25jährige Geschäftsjubiläum feiern. (-) Kehl, 15. Nov. Bei dem Angriff feindl' Flieger aus Offenburg am 1. November sind bei Bahnhof Schutterwald mehrere Personen getötet bzw- letzt worden, weil sie trotz der wiederholten Belehr»' und Ermahnungen durch Bekanntmachungen keinen^ in Häusern gesucht, sondern sich auf die offene S-tv gestellt haben. Aus Grund dieser bedauerlichen VorkoW^ nisse nimmt d«r Militärpolizeimeister von Straß von neuem Veranlassung, die Bevölkerung auf die folgung der Vorschriften hinzuweisen, wonach beim tönen der Warnungssignale Straßen und freien -pis- sofort zu verlassen sind und in den nächsten Deckmm Lu iurüen iL I«nzle, kgsabgec «itteilt, sorge dah stäftigter wn den j best (-) L Uhrer d «goordnk U gestern 4 4 4 r * 4 --4 r