AN- E ZsKtz««tt lSgllch, außer San«» an- ^ z Zeierrags z r Kreis r Monattich. . - PkS« - ^ vierteljährlich . Mk« - 4 frei ins Haas gellefert - Gelefenstes Sageblak Ses baöWrrz Mz-igen wer-en mit PfenntG -er einspaltig« Zeile berechnet. > Sri mehrmaliger slust»ahme RabaK Koststheck-Konto 4HZ4, Karlsruhe Hauxtanzeigeblatt M öle Sezirke Melsheim, Hoxberg u. -eren Umgebung seatlsr flmtliches verkün-kgungsblatt 'sSchrnL) Illustriertes Sonntags »Statt HotzsubmMsns- uaö verstsigerungs-flnzeiger für öen Oöenrvalö ! Druck und Verlag: F/n Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler j Telephon No. 18. Adelsheim, Donnerstag, 7. März 1918. Verantwortlich: Heppeler in Ädelsheim. 42. Jahrg. Vorsriede mit liumänie». WTB. Großes Hauptquartier, 6. März. (Amtlich.! Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: Heftige Feuerüberfälle richtete der Feind gegen uw sere Stellungen auf dem Nordufer der Lys. Ein starker englischer Vorstoß bei Waasten wurde im Nah- kampf abgewiesen. Beiderseits der Scarpe uni in Verbindung mit eigenen erfolgreichen Erkundungen nördlich und südlich von St. Quentin lebte die Ge» fechtstätigkeit auf. Heeresgruppe deutscher Kronprinz: In einzelnen Abschnitten Artilleriekampf. Sturmabteilungen drangen in der Gegend von Ornes in di« französischen Gräben und brachten 28 Gefangene ein. Heeresgruppe Herzog Albrecht: Südlich vom Rhein-Marne-Kanal, im Thanner-Tal und bei Altkirch rege Tätigkeit der Franzosen. Osten. In Verfolg der von der finnischen Regierung er- ! betenen militärischen Hilfe sind deutsche Truppen aus j den Aalandsinseln gelandet. > > Ter Wasfenstillstandsvertrag mit Rumänien - ist von neuem formell unterzeichnet worden. Friedens- s Verhandlungen schließen sich unmittelbar an. ! Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Ter Erste Gene^alquartiermeister: Ludendorff. r * r Die Ereignisse im Osten. ! Das Unternehmen in Finnland. Berlin. 6. März. Ter „Deutschen Tagesztg." wird gemeldet, daß die Petersburger Regierung auf das Vorgehen Deutschlands bereit sei, gemäß dem Friedensvertrag die russischen Truppen aus Finnland zurückzu- zächen. Verhandlungen mit der finnischen Regierung in Helsingfors sollen eingeleitet fein. ! Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, Schweden habe die i unzweifelhafte Berechtigung Deutschlands, auf Grund der i amtlichen Hilferufe Finnlands und um die Petersbr- ? ger Regierung zur Erfüllung der Friedensbestimmungen s zu zwingen, in Finnland Truppen zu landen, aner- j kannt. Wenn Rußland seiner Verpflichtung, seine Trup- z Pen aus Finnland zurürkzuziehen, Nachkomme, so werde ? es zu keiner feindseligen Handlung kommen. In die i inneren Angelegenheiten Finnlands werde sich Deutsch- j laud nicht einmischen. j Vorfriede mit Rumänien, j Berlin, 6. März. (Amtlich.) Aus Bukarest wird ! vom 5. Wärz gemeldet: Im Schloß in Büstea bei Bukarest wurde heute, 7 Uhr nachmittags, von den bevoll- - mächtigten Vertretern der Vierbundmächte und den ru- ! mänischen Bevollmächtigten folgender Vertrag unterzeich- j «et: > Von dem gemeinsamen Wunsch, den Kriegszustand zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei einerseits und Rumänien andererseits zu beenden und den Frieden wieder herzustellen, sind die Unterzeichneten (v. Kühlmann für Deutschland, Graf Czernin für Oesterreich-Ungarn, Tr. Momtschiloff für Bulgarien, Großwesir Talaat Pascha für die Türkei, C. Argetojan für Rumänien) nach Prüfung ihrer Vollmachten dahin übereingekommen, daß, nachdem der zu Focsani am 9. Dezember 1917 Unterzeichnete Wasfenstillstandsvertrag am 2. März gekündigt und am 5. März 1918 um 12 Uhr mittags abgelaufen ist, vom 5. März 1918 um Mitternacht an eine vierzehn- j tägige Waffenruhe mit dreitägiger Kündigungsfrist ; laufen soll. Zwischen den Unterzeichneten besteht voll- ! kommenc Uebereinstimmung darüber, daß innerhalb die- ! ses Zeitraums der endgültige Frieden abzuschließen ist auf Grundlage nachstehender Vereinbarung: z 1. Rumänien tritt an die verbündeten ? Mächtedie Tobrudscha biszurDonau ab; ^ 2. Tie Mächte des Vierbundes werden für die Er- ; HaltungdesHandelswegsfürRumänien über '? Constanza nach dem Schwarzen Meer Sorge tragen; ^ 3. Tie von Oesterreich-Ungarn geforderten j Grenz berichtigungen an der österreichisch-unga- ; .rsch-rumänischen Grenze werden von rumänischer Seite grundsätzlich angenommen; 4. Ebenso werden der Lage entsprechende Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiet zugestanden; 5. Tier umänische Regierung verpflichtet sich, sofort mindestens acht Divisionen der rumänischen Armee zu demobilisieren. Tie Leitung der Demobilmachung wird gemeinsam durch das Oberkommando der Heeresgruppe Mackensen und die rumänische Oberste Heeresleitung erfolgen. Sobald zwischen Rußland und Rumänien der Frieden wieder hergestellt ist, werden auch die übrigen Teile der rumänischen Armee zu demobilisieren sein, soweit sie nicht zum Sicherheitsdienst an der russisch-rumänischen Grenze benötigt werden; 6. Tie rumänischen Truppen haben sofort das von ihnen besetzte Gebiet derösterreichisch-ungarischen Mon archie zu räumen; 7. Tie rumänische Regierung verpflichtet sich, den Transport von Truppen der verbündeten Mächte durch die Moldau und Beßarabicn nach Odessa eisenbahntechnisch mit aller Kraft zu unterstützen; 8. Rumänien verpflichtet sich, die noch in rumänischen Diensten stehenden Offiziere der mit dem Vierbund im Kriege befindlichen Mächte sofort zu entlassen. Diesen Offizieren wird seitens der Vierbundmächte freies Geleit zugesichert: .. 9. Dieser Vertrag tritt sofort in Kraft. , .. * Endlich hat Rumänien die einzig mögliche Folgerung aus dem militärischen und politischen Zusammenbruch Rußlands gezogen und Frieden mit den siegreichen Mittelmächten geschlossen. Es wird der rumänischen Regierung recht schwer gefallen sein. Nach Ausbruch des Kriegs war das Land, das unter König Karo! dem Dreibund beigetreten war, von den beiden Parteien umworben und er wußte aus dem beneidenswerten Zustand von beiden Seiten für'sie so große Vorteile zu ziehen, daß es sich einen Staatsschatz von zwei bis drei Milliarden anlegen konnte. Dadurch übermütig gemacht und im Glauben an ZZergmamls Töchterkein. Roman voll Martin Förster. 8 „Fräulein Sachse, ich habe Sie so lange geschätzt und ge- kannr. dürfte ich, könnte ich nicht hoffen, daß auch Sie mir ein klein wenig Interesse entgegenbringen." „Aber Herr Diedrich, natürlich." sie begriff nicht, wo er hinanswvllte. „Nnn denn." sagte er, kurz entschlossen, „hören Sie mich m, Jutta! Ich kam. Sie zu fragen, ob Sie die Herrin deS HeirenhanseS, ob Sie meine Frau werden wollen." Die Frage ivar doch zu unvermittelt gekommen. Jutta siihr zurück. Fast blieb sie einen Augenblick wie angewurzelt liehen, dann wandte sie sich wie zur eiligen Flucht. „Verlassen Sie mich nicht l" bat er inständig. „Ich bin zu mich gewesen, ich habe Sie durch mein Ungestüm erschreckt. O. hören Sie mich an: Ich mein« eS ja gut mit Ihnen, Sind Sie mir böse?" „O nein, Herr Diedrich," sagte sie, sich mühsam zur Ruhe iniingend. „wie könnte ich böse sein! Aber ich bin überrascht. Ich — war so ahnungslos. Es tut mir so leid, aber —" Er ließ sie nicht ansredeu. „Eagrll Sie jetzt kein Wort weiter, mein liebeS Mädchen. Sie ünd erregt, erschrocken. Ich habe Ihnen gesagt, waS ich wünsche und hoffe, aber Sie sollen Zeit zur Ueberlegnng haben Sie sollen wohl bedenken, welche Antwort Sie mir geben wollen." Sie schwieg, und er fügte hinzu: „Ich habe vollkommenes Vertrauen zu Ihrer Einsicht und zu Ihrem richtigen Taktgefühl. Ich bin viel älter als Sie, aber ich könnte alles für Sie tun. 'Alles, was ich besitze, soll Ihnen gehören. Jeden Wunsch möchte ich Ihnen erfüllen. Nichts soll Ihnen abgeschlagen werden. O, denken Sie, denken Sie an dies alles, und geben Sie mir Ihre Antwort vielleicht in vierzehn Tagen. Für heute sage ich Ihnen gute Nacht." „Gute Nacht!" sagte sie wie mechanisch und er entfernte sich eilig und ließ sie ivie im Traum verloren stehen. 'Als ihr Vater nach'zehn Minuten in den Garten zurückkehrte, fand er sie noch so unter dem Fliederstranch. „Jutta," fragte er in eigentümlich bewegtem Tone, „wo ist Herr Diedrich?" „Er ging soeben fort." „Und was hat er Dir gesagt, mein Kind?" Tr beugte sich zärtlich zu ihr herab. „O Vater, Vater, denke Dir!" Sie schlug die Hände vor das Gesicht und brach in Tränen ans. Er zog sie zärtlich in seine Arme, und eS währte eine ganze Zeit, bis sie sich so weit beruhigen konnte, um ihm die stattgehabte Unterredung mitznteilen. Di« gewährte Bedenkzeit war ihm eine große Beruhigung. „Sage mir nur, lieber Vater, wünschest Du, daß ich ihn heirate?" fragte sie in beinahe angstvollem Tone. „Mein Kind, ich würde Dich niemals gegen Deine eigenen Wünsche zu beeinflussen suchen. Ich muß offen gestehen, auch mich hat der Antrag im ersten Moment nur erschreckt. Aber überlege Dir die Sache, Jutta. Die Jugend vergeht, und das Leben ist erirst. Ec ist ein reicher Man»», und er würde Dich auf Händen tragen." „Aber er ist so alt, und überhaupt — o Vater, ich kann es uichtl" „Daun tu es nicht. Ich gebe Dir nur meinen väterlichen Rat. Ich möchte Dich glücklich sehen, mein Kind. Ich möchte, was mich auch treffen möchte, Dich gegen Sorge und Mangel geschützt wissen. Die Frau eines armen Mannes hat viel zu ertragen, ihr Leben ist oft eine lange Qual. Aber lasten wir daS jetzt. Dn hast Zeit, darüber uachzndenken. Denke nur an Dich allein. Wenn Du einen ganz festen Entschluß gefaßt hast, wollen wir wieder über die Sache reden."- Inzwischen war der ältliche Beiverber deS schöne» Mädchens ganz wohlgemut nach Hanse gegangen. Er war nicht so töricht gewesen, sich einz,Wilden, daß ein so selten liebliches Geschöpf wie Jutta sich sofort in seine Arme werfen würde. Er hatte sogar von Vater und Tochter einen iveit heftigeren Widerstand gegen seine Wünsche vorausgesetzt und mar folglich noch ganz froh gewesen Uber das Resultat seiner Anfrage. Die Beförderung des Vaters zum ilnteransteher war ihm in erster Linie mir Mittel zm» Zweck. Ein solches Entgegenkommen seiuerieils innßie die Betreffenden für ihn einnehinen, ganz abgesehen davon, daß er überzeugt war, den Mann durchaus an leinen richtigen Platz gestellt zu haben. Nun sich er in aller Ruhe der weiteren Entwickelung der Dinge entgegen. Seit jenem Abend im Garten war eine Woche vergangen Sachse ivar bereits in seine Stellung als Unteranfseher eilige- treten und init vielen Zeichen der Gemlgtnnng von seiten de» Bergleute und Beamten im Platz begrüßt worden. Er war von Jugend ans eine sehr populäre Persönlichken gewesen, stets geachtet wegen seines Fleißes und seiner geistigen Fähigkeiten. Auch seine bew.ihrte Unerschrockenheit, die er in vielen Fällen von Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern bewiesen, hatte ihm das unbedingte Vertrauen der Bergleute gewonnen, deren Vorgesetzter er jetzt ivar. Eines Morgens kurz nach sechs Uhr befand sich der neue Unteranfseher mit den Feuerlenten in seinem Verschlage. Vor zehn Minuten ivaren die letzten Bergleute in den Schacht gestiegen und jetzt aus den, Wege zu ihren Arbeitsstellen. Dis Leute der Tagesschicht ivaren zu verschiedenen Teilen des Bergwerks geschickt. Der Aufseher nnd seine Gehilfen ivaren oben an dem Schacht emsig beschäftigt. Die Knechte fuhren gefüllte Wasterkübel zm» Schacht und nahinen leere zurück. Alles war in vollem Gange. „Ich möchte heute eine gründliche Untersuchung aller Lnfkgänge vornehmen," sagte Sachse zu einem Fenermann. „Habt Ihr Zeit?" „Oben bei Nummer drei ist eine verstopfte Stelle," ent- gegnete dieser, „ivir wollen heute versuchen, sie zu reinigen." „Dann ist es besser, Ihr tut das, John. Vielleicht kann ich die Lnftgänge allein untersuchen. Ich glaube, einige sinS in sehr schlechtem Zustand." „Ja," erwiderte der Feuermann. „Lena sprach oft davon, daß er sie reinigen lassen ivollte, aber ich glaube, der Herr schellte die Kosten." „Wem» die Lnftgänge schlecht sind, so muffen sie ansgs» bessert werden. Wie iviirde es uns ergehen, wenn der Bergm» spektor uns einen unerwarteten Besuch machen sollte? Han? Ihr jemanden, der mich begleiten könnte?" „Da ist ein Arbeiter oben, der einen Gang reinigt. Er wird vielleicht in einer halbe» Stunde fertig sein." „Wer ist es?" „Franz Degmv." L37.W oie ausschweifenden Bersprechungen der Entente, trat dank aber Rumänien auf Betreiben der liberalen Hofpartei, die in der Königin Marie, einer englischen Prinzessin, eine eifrige Mitarbeiterin gegenüber dem Willensschwächen König Ferdinand fand, offen auf die Seite des Verbands, zu einer Zeit, wo ein nüchterner Verstand schon begreifen mußte, daß das Schel des Verbands verloren sei. Ruß« land war entscheidend geschlagen, Serbien und Montenegro erledigt, das Dardanellenabenteuer unter schwersten Ver^ lüsten für den Feind zusammengebrochen. Trotzdem brachte es der Ministerpräsident Bratianu, der sich wohl von dem italienischen Angriff gegen Oesterreich große Hoffnungen machte, vielleicht auch noch aus andere »Gründen, fertig, den Krieg vorn Zaun zu brechen. Anfangs schien auch alles nach Wunsch zu gehen. Die nach Siebenbürgen führenden Karpathenpässe, zürn Hauptteil aus rumänischem Gebiet liegend, waren schon lange dicht mit rumänischen und russischen Truppen belegt. Es war ein leichtes, von hier aus an jenem denkwürdigen Sonntag die schwachen österreichisch-ungarischen Grenzposten zu überrumpeln, schon einige Stunden vor der amtlichen Kriegserklärung. In raschem Zuge drangen die Feinde vor; unsere Verbündeten mußten die schönen Städte der siebenbürger Sachsen, eine nach der andern, der barbarischen Wut der Feinde preisgeben. Wie diese dort gehaust haben, wie viehisch roh sie auch späterhin gegen Gefangene und Verwundete, die vielfach gemartert und grausam getötet wurden, das ist noch in frischer Erinnerung. Der Siegeslauf der Rumänen fand aber ein jähes Ende, als ein eiligst zusammengestelltes deutsches Hilfsheer aus Ostgalizien und Wolhynien unter dem Befehl des Generals Falken- hayn erschien. Der eine Teil der Rumänen wurde in blutigen Kämpfen über die eisigen Pässe der Südkarpathen getrieben und aus der Walachei gejagt. Bukarest fiel. In der Dobrudscha drängten deutsche, bulgarische und türkische Truppen unter Mackensen den Feind ebenso rasch über die Donau zurück. Bald waren die ganze Walachei und die Dobrudscha bis zum Sereth von feindlichen Truppen gesäubert und Mackensen drang über Focsani vor. In den Waldkarpathen dauerten wegen des schwierigen Geländes die Kämpfe länger, aber auch hier wurden die Russen und Rumänen fortwährend zurückgedrängt; im Herbst vorigen Jahres waren nur noch kleinere Seitentäler von Ostgalizien am Osthang der Waldkarpathen im Besitz des Feindes. Das war das Erwachen aus einem Traume, der den Rumänen den Gewinn Siebenbürgens und der Bukowina, des bulgarischen Bezirks Wid- bin und der Provinz Deli Orman (von Rustschuk bis Varna) vorgekaukelt hatte. Die armselige Moldau, das war alles, was den Rumänen übrig geblieben war. Und zu guter Letzt mußten sie noch, von allen Genossen im Stiche gelassen, die Waffen gegen eigene Verbündete tragen. Die Bolschewiki trachteten die Revolution auch auf Rumäniens Boden zu Verpflanzen. In der blutigen Abwehr hofften die Rumänen sich das reiche Beßarabien, um das sie 1878 von den Russen betrogen worden waren, erobern zu können. Auch dieser Traum wird vielleicht in ein Nichts zerflattern, da Beßarabien zur neuen Republik Ukraine gehört, die wohl schwerlich auf den wertvollen Besitz, jedenfalls nicht ganz, verzichten wird. So hat sich der Verrat Rumäniens am Bunde, wie derjenige Italiens, schwer gerächt. Im einzelnen bestimmt der Vertrag über den Vortrieben, daß die Dobrudscha bis zur Donau, d. h. wohl bis zur nördlichen Kiliamündung an Bulgarien abgetreten wird, welch letzteres damit wieder ein unmittelbarer Nachbar Rußlands bzw. der Ukraine wird. Dagegen foll Rumänien der Zugang zum Schwarzen Meere m dem früheren Haupthafen Rumäniens, Constanza, inn alten TrajanswaU, auf das die Hauptverkehrslinien von Bukarest und Jassy-Focsani über die jetzige Grenzstadt Fetesci zuführen, gewährleistet werden. Mit der Beherrschung der untersten Donaustraße, die Rumänien früher oft zum Nachteil der anderen Donauflinder mißbraucht hatte, ist es also vorbei, was auch für den deutschen Handel von erheblichem Werte ist. Das rumänische Gebiet wird an keiner Stelle mehr ans Meer reichen. Daß Oesterreich-Ungarn eine Veränderung der Kar- »athengrenze verlangte, ist selbstverständlich. Nach den Erfahrungen dieses Krieges mußte es sich gegen die Gefahr »on rumänischen Einfällen zu schützen suchen, indem es Ke Gebirgspässe seinem Gebiet einverleibt. Rumänien hat ferner sofort acht Divisionen abzu- rüsten; auf Kriegsfuß bleiben nur diejenigen Truppen- jeile, die es zur Verteidigung gegen die Bolschewiki in beßarabien braucht. Gegen diese Aufrührer scheint übri- )ens ein entschiedenes Vorgehen beabsichtigt zu sein; in >em alten Verschwörernest Odessa üben sie noch ihre Schreckensherrschaft aus. Im Vertrag mit Rumänien ist wrgesehen, daß es für Truppensendungen dorthin seine kisenbahnlinien zur Verfügung zu stellen hat. Der wei- ere Vormarsch in der Akraine, der bekanntlich auf die 8itte der Regierung dieses Landes hin unternommen st und mit dem Friedensvertrag mit Petersburg-Groß- isckand nichts zu tun hat. soll also fort'Zent werden Wenn der Endfriede mit .Rumänien unterzeichnet sein wird — was nach Ablauf des jetzigen neuen vierzehw- tägigen Waffenstillstands geschehen muh —, so werden die zurückkehrenden Rumänen in der Walachei ein Land antreffen, besser und geordneter, als es einst in Friedenszeiten war. Englische Offiziere und Ingenieure haben bei der Flucht der rumänischen Heere die großen Erdölquellen vernichtet, zahllose Industrieanlagen verwüstet und die mächtigen Getreidelager und Lagerhäuser in Brand gesteckt. Unter deutscher Verwaltung ist alles wieder erstanden, alte Wege sind verbessert, neue angelegt, der Landbau nach deutscher Art und mit deutschem Fleiß gehoben worden. Manch einer der Rumänen wird einen Vergleich ziehen zwischen den englischen und den deutschen Spuren. Der Abschluß des deutsch-russischen Friedensvertrags hat in Frankreich Helle Wut entfacht; wie werden sie dort jetzt über das „treulose" Rumänien zetern. Kriegssteuern bei uns und unseren Feinden. Von Wirkt. Geh. Oberfinanzrat Dr. Schwarz, Berlin. I. Schon vor dem Kriege wurde in der Literatur mehr- I fach die Frage erörtert, ob es richtig sei, einen Krieg ! nur mit Kriegsanleihen zu finanzieren oder daneben auch ? Kriegssteuern zu erheben, und von angesehener wissen- ; schaftlicher Seite in ersterem Sinne beantwortet. ! England, das in den letzten Jahrhunderten die meisten ! Kriege und in den verschiedensten Weltgegenden geführt hat, hat im Gegensatz hierzu den Grundsatz, einen mög- ichst großen Teil der Kriegskosten aus Steuern zu »ecken, infolge vielfacher Erfahrungen auf diesem Gebiete, chon lange als ungeschriebenes Gesetz betrachtet und auch n diesem Kriege als erster Staat die Steuerschraube »esonders kräftig angezogen, was ihm insofern erleichtert ! wurde, als es schon im Frieden sein Steuersystem in diesem Sinne ausgebaut hatte. So konnte es sich lediglich durch Erhöhung der Steuersätze der hauptsächlichsten Steuer» objekte, namentlich des Einkommens sowie einiger Zoll- und Accisegegenstände (Tee, Bier, Tabak, Branntwein) groß« Steuerbeträge sichern. Andere kriegführende Kon- tknentalstaaten, wie Deutschland, Frankreich, Oesterreich- Ungarn glaubten anfänglich der Anziehung der Steuerschraube entbehren zu können, nur Rußland wurde durch die Aufhebung des Branntweinmonopols bei Kriegsbe- ginn gezwungen, sich sogleich einigermaßen Ersatz dafür ju beschaffen. Im weiteren Verlauf des Krieges haben sich aber auch die anderen vorgenannten Mächte genötigt gesehen, dem englischen Beispiel zu folgen. *) Von vornherein ahmten Englands Beispiel diejenigen beiden gegnerischen Mächte nach, welche erst in späterer Zeit am Kriege teilnahmen, Italien und die Vereinigten Staaten. Die Vorteile der Erhebung von Kriegs steuern find, namentlich bei länger dauerndem Kriege, in der Tat in die Augen springend. Steuern fördern den Sparbetrieb noch mehr als Anleihen und wirken infolgedessen mehr als letztere der Papiergeldausgabe entgegen, welche f letzten Endes eine Folge steigenden Warenbedarfs bei i Verminderung der Warenerzeugung ist. Sie fließen ferner, f einmal eingeführt, im Gegensatz zur Anleihe, alljährlich. ! Sie erleichtern den wirtschaftlichen Aufbau nach dem Kriege. Sie gleichen den Nachteil, der darin liegt, daß der Staat seine Ankäufe und Bestellungen im Kriege mit dem Mehrfachen des Friedenswertes bezahlen muß, in etwas dadurch aus, daß sie den gleichzeitig erhöhten Verdiensten der Einzelwirtschaften erhöhte Stenerleistun- gen abnehmen. Im übrigen wirken Steuern im Kriege erheblich weniger hemmend auf die Volkswirtschaft, als in Friedenszeiten, weil die Voraussetzungen für die Renta- > bilität der Betriebe im Kriege meist von ganz anderen Voraussetzungen abhängen, als von der Höhe der durch Steuerleistungen gesteigerten Erzengungskosten. Kriegssteuern stärken endlich den Kredit eines Landes im In- und namentlich im Aus lande, indem sie die ^ Zinszahlung der Kriegsanleihen sogleich sicherstellen, und vamit nicht nur den festen Willen, sondern zugleich auch die Kraft des Landes, seinen Schuldverpflichtungen gerecht zu werden, erhärten. Die im Kriege eingeführten Steuern werden nach dem Kriege meist wenigstens eine Zeitlang noch fort- rrhoben werden. Selbst die Kriegsgewinnsteuer wird nicht sofort mit Kriegsschluß verschwinden. Um so mehr dürste rin kurzer Ueberblick über die Art der in den hauptsächlichsten krieaführenden Ländern durchgefährten Kriegssteuern auch für die Frage zukünftiger Stenerformen von Wert sein. Bei einer solchen Betrachtung ergibt sich, daß, wenn wir von der Krieasgewinnstener, die ein eigenstes Produkt des Kriegs ist, absehen, in der Erfindung ganz neuer Steuerformen im allgemeinen während des Kriegs nicht allzuviel geleistet worden ist. In erster Linie steht dabei immer noch das Deutsche Reich. Deutsches Reich. Im Deutschen Reiche, wo allerdings erst im Jahre 1916 die ersten Steuererhöhungen stattfanden, brachten letzte bereits eine bisher noch nirgends durchgeführte W a- renumsatzsteuer (anstelle der von der Regierung vorgeschlagenen Quittungssteuer), in Höhe von 1 v. T. der Warenumsätze, die 225 Mill. Mk. jährlich erbringen sollte. Des weiteren fand eine Erhöhung der Tabak-, Zigarettensteuer, des Frachturkundenstempels und eine Erhöhung der Post-, Telegraphen - und Telephongebühren statt. Aus letztere»! Quellen wurden zusammen 4M—450 Millionen Mk. er- vartet. Weitere 'laufende Steuererhöhungen brachte das Fahr 1917 mit einer ebenfalls ganz neuen Kohlensteuer von 5M Millionen (20 v. H. der Kohlenförderung), einer aber malige «Erhöh um gdesFracht- «rkundenstempels (253 Millionen) und einer Personen- und Güterverkehrssteuer(53 Millionen), so daß damit nunmehr ein laufendes Steuermehr von zusammen etwa IV» Milliarden Mk. erzielt worden ist. Neben diesen laufenden Steuern her geht die im Juni 1917 eingeführte Kriegsgewinnsteuer, die eine Besteuerung jeglichen Vcrmögenszuwachses im Kriege (abgesehen vom Erbzuwachs) darstellt und staffelförmig ausgebaut ist, mit 5 v. H. bei Einzelpersonen und 10 v. H. bei Aktiengesellschaften bei geringerem Zuwachs beginnt und mit 50 v. H. bzw. 45 v. H. bei den höchsten Zuwachsstufen endigt. Vermögen, die sich nicht unter 10 v. K. im Kriege vermindert haben, werden für die diesen Betrag übersteigende Summe mit 1 v. H. Steuer belegt. Durch Gesetz vom 8. April 1917 wurde tu diesen Sätzen ein Zuschlag von 20 v. H. erhoben. Der Lrtrag der Steuer wird auf 5Vs Milliarden Mk. geschätzt. Eine Sonderbesteuerung der Reichs- sank im Kriege brachte weitere 300 Millionen. Im neuen Reichsetat für 1918 sind weitere 2,8 Milliarden Mk. an neuen und erhöhten Steuern vorgesehen, über deren Zusammensetzung im einzelnen noch nichts verlautet. Würden sie zum größten Teil laufende Steuer« Win, so würde damit ihre Jahresvermehruna aus etiva 4 Milliarden Mk. ansteigen. Neben diesen Krieqssteuern im Reich haben aukß die Einzelstaaten und Gemeinden im Wege von Zuschlägen zu den direkten Steuern, namentlich der Einkommensteuer, noch mehrere hundert Millionen Mk. an Mehrsteuern erhoben. Das Deutsche Reich ist, wie wir noch sehen werden» trotz der an sich nicht unbeträchtlichen Summen, narnent- lich gegenüber den Steuerleistungen Englands immer noch im Rückstand. Gleichwohl wäre es falsch, hieraus auf eine geringere Finanzkraft Deutschlands zu schließen. Ti« weit höheren Summen langfristiger Anleihen, die wir im Kriege aufgebracht haben (73 gegen 41,4 Milliarde» Mk. in England), reden demgegenüber eine zu beredte Sprache. Ein Volk, das soviel mehr an langfristigen Anleihen aufbringen konnte, als England, kann diesem an Steuerkraft nicht nachstehen. Denn schließlich fließen beide Einnahmearten aus der gleichen Quelle — de« einheimischen Volkswirtschaft. Es liegt nur eine verschiedenartige Kriegsfinanzierungspolitik vor, die eine ganze Reihe von Ursachen hat, z. Ä. Hemmungen, die flu bundesstaatlichen Charakter uegen, Folgen der Vlockade- politik, anderweitige Verteilung des Volksvermögens und -Einkommens wie in England. Der neue Reichsetat läßt auf eine kräftigere Betonung der Kriegssteu er Politik schließen. Für die inländischen und für die namentlich auch während der Ueber- gangswirtschaft für uns sehr wichtigen ausländischen Kapitalistenkreise wäre es von großem Werte, wenn das im Reichshaushalt vorgesehene Steuermehr möglichst restlos und einstimmig von unserer Volksvertretung bewilligt würde. *) Wir haben wiederholt vorauf hingewicn'n, datz die Deckung d:r Kricgskosten in Deutschland durch feste Anleihen »as volkswirtschaftlich gebotene Maß überschritten habe und daß das englische Verfahren in gewisser Hinsicht den B-rzua veidiene. D. Sehr.) Der Krieg zur See. Berlin, 6. März. (Amtlich.) Ein zur Einrichtung eines Etappenplatzes für die Hilfsaktion nach Finnland bestimmter Teil unserer Seestreitkräfte hat am 5. März nachmittags bei Eckere auf den Aalandsinseln geankert. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Neues vom Tage. Glückwunschgrüße. Berlin, 6. März. Anläßlich des Friedensschlusses mit Rußland sind zwischen dem Kaiser einerseits und dem König Ludwig von Bayern und König Friedrich August von Sachsen Glückwunschgrüße ausgetanscht worben. Zur Verfassungsänderung in Sachsen. Dresden, 6. März. Ter Verfassungsausschuß der Zweiten sächsischen Kammer nahm den nationalliberalen Antrag auf Einführung des gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts mit zwei Z ns a tzstimme n, die nicht nach Einkommen und Vermögen zugeteilt werden dürfen, an. — Ter Ausschuß der Ersten Kammer stimmte gegen 2 Stimmen der Regierungsvorlage über die Neugestaltung der Ersten Kammer ohne Aenderung zu. Haag, 6. März. (Amtlich.) Das Ministerium des Aeußern teilt mit, daß die deutsche Regierung die Zulassung einer niederländischen Kommission, die den Bedarf von Sand und Kies für bürgerliche Zwecke im besetzten Belgien und in Nordfrankreich untersuchen sollte, abgelehnt habe. Tie deutsche Regierung sei bereit, vorläufig von der Durchfuhr von Sand und Kies abzu- fehen, um der niederländischen Negierung Schwierigkeiten zu ersparen. Sie bleibt aber ans ihrem Rechtsstandpunkt und behält sich vor, auf die Angelegenheit zurückzukommen. Wieder Lord Lansdowne. London, 6. März. (Reuter.) Lord Lansdowne sagt in einem neuen Brief an den „Daily Telegraph", die letzte Rede Hertlings bedeute einen merklichen Fortschritt im Gedankenaustausch. Ter wesentliche Satz in der Papstnote vom 1. August 1917, die Hertling i« seiner Rede anführte, sei die Forderung, daß Belgien geräumt und daß seine volle politische, militärische and wirtschaftliche Unabhängigkeit von allen Mächten gewährleistet werde. Für die Uebereinstimmung bezüglich der vier Punkte Wilsons, des internationalen Gerichtshofs — seiner Meinung nach — bezüglich Belgiens sei :ine Grundlage vorhanden. Viel größer würden die Schwierigkeiten, wenn man an die Ansprüche auf Ge- öietsübergabe von einer Macht an die andere herantrete. Solche Schwierigkeiten ergaben sich bezüglich Elsaß- Lothringens und bezüglich Italiens Anspruch auf gewisse österreichische Gebiete, sowie bezüglich der britischen Ansprüche auf gewisse Teile des türkischen Reiches. Lans- kowne glaubt, daß es unvermeidlich sei, diese letzteren Fragen einem Friedenskongreß zu unterbreiten, der, wie Lloyd George sagte, am Ende des Krieges abgehaltcn werden würde. Zum Schluß erklärt Lansdowne, oaß auch die Frage der deutschen Kolonien einem solchen Kongreß Vorbehalten bleiben müsse. Ter „Berl. Lokalanzeiger" bemerkt zu dem Brief: hält Lord Lansdowne unsere Staatsmänner für so kindlich, daß sie auf seine Lockungen eingehen sollten? Das belgische Rumpfparlament. Le Havre, 6. März. (Agence Havas.) Die in Paris sich aufhaltenden belgischen Senatoren und Abgeordnete» haben ihre in England und Holland weilenden Kollege» aufgefordert, in Paris einzutreffen, um ihre Meinunge» ! auszutauschen. Tie Zahl der belgischen Parlamentarier ' im Auslande beträgt etwa 60, das ist ein Fünftel der Senatsmitglieder und Deputierten, die die Volksvertretung nlden. - . ' Die Rückgabe Cyperns ist fällig. Wien, 6. März. Ter Geograph Professor Oberhummer erinnert in der „Neuen Freien Presse" daran, daß der am 4. Juni 1878 zwischen England und der Türkei abgeschlossene Cypern-Vertrag am 1. Juli 1878 einen Zusatz erhielt, der die Verwaltung Cyperns regelt und im Artikel 6 bestimmt, daß, wenn Rußland der Türkei Kars und die anderen Eroberungen, die es in Armenien während des letzten Krieges gemacht hatte, zurückerstattet, die Insel Cypern von England geräumt wird und die Uebereinkunst vom 4. Juni 1878 hinfällig wird. Sonach hätte England mit der Rückgabe dieser Bezirke an die Türkei jeden Rechtstitel auf den Besitz Cyperns, geschweige denn auf seine Einverleibung in das britische Reich verloren. Mit größter Aufmerksamkeit. London, 6. März. Ter Minister des Auswärtigen, Balfour, erklärte auf Anfragen im Unterhaus, er sei jetzt nicht imstande, über die Lage im asiatischen Rußland etwas zu sagen. Er könne aber versichern, daß die britische Regierung die Vorgänge in Sibirien mit größter Aufmerksamkeit verfolge. (Tazu wird England allen Grund haben; bei dem Vorgehen der Japaner in Sibirien ist es Lloyd George so wenig wohl zumute wie Wilson. T. Schr.) Die neue spanische Kammer. Madrid, 6. März. (Havas.) Tie neue Kammer wird sich folgendermaßen zusammensetzen: 95 Demokraten, 39 Anhänger Romanones, 30 Anhänger Mbas, 10 unabhängige Liberale, 93 Konservative, 27 Anhänger Madras, 25 Anhänger La Cierras, 3 unabhängige Konservative, 9 Ton Jaimisten, 2 Katholiken, 1 Agrarier, 15 Republikaner, 9 Reformisten, 6 Sozialisten, 1 unabhängiger Republikaner, 20 Catalonier, 3 nationalistische Republikaner, 3 catalonische Nationalisten, 7 Baskische Nationalisten, 1 azorischer Regionalist, 1 andalusischer Regionalist. Badischer Landtag. (-) Karlsruhe, 6. März" Zu Beginn der heutige, Sitzung der Zweiten Kammer wurde der Forderung einet Staatszuschusses von 100000 Mk. für die Stadt Karlsruhe zu den Kosten der für 1915 geplanten Jubiläums- ausstellung nach kurzer Aussprache mit großer Mehr- heit zugestimmt. Sodann wurden bei der Anforderung von 20000 Mk. zu den Kosten der Handwerks kam« mer einige Fragen der Handwerkerorganisation besprochen. Bei dem Titel „Förderung der Landwirtschaft" begründete Abg. Seubert seine Interpellation über den Branntweinverkehr, in welcher auch die Höchst- Preisunterschiede zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreis für Edelbranntwein und auf die Ablieferung der kupfernen Brennkessel Bezug genommen ist. Zugleich begründete dieser Abg. auch seinen Antrag über das Brennen der Roßkartoffel. Ministerialdirektor Weingärtner beantragte die Interpellation mit dem Hinweis, daß die bad. Regierung die verschiedensten Schritte unternommen habe, um den badischen Brennern so lange als möglich ihre Brennkessel zu belassen. Die Einziehung der Kessel liege in militärischem Interesse. Sodann begründete Abg. Muser (F. V.) die von ihm eingebrachten Anträge betr. Erweiterung der La ndw irisch aftskammer durch Hinzuziehung von Vertretern der Landwirtschaft treibenden Städte und betr. Herabsetzung des Staatszuschusses an die Landwirtschaftskammer von 70000 Mk. aus 30000 Mk. In der Besprechung wandte sich Abg. Mülle r - Weinheim (natl.) gegen die Anträge des Abg. Muser und forderte einen stärkeren Anbau von Raps und Flachs und eine Förderung der Schafzucht. Abg. Frhr. v. Gleichenstein (Zentr.) behandelte die Notlage des Rebbaues und forderte die Einführung der ertragreicheren Amerikarebe, die in Baden noch unbekannt sei. Abg. Stork (natl.) besaßte sich ebenfalls mit Fragen des Weinbaues. Am Schluß der Sitzung besprach noch Abg. Martin (Zentr.) einige landwirtschaftliche Fragen und betonte, daß, es für die Landwirtschaft nach dem Kriege eine besonders wichtige Aufgabe sein werde, den hart mitgenommenenen Vieh- und Pferdestand wieder auf seine frühere Höhe zu bringen. — Nächste Sitzung Mittwoch vormittag. Aus Stadt und Land. ** Adelsheim. 7. März 1918. — Postscheck. Nach dem neuesten Verzeichnis der Postscheckkunden sind dem Postscheckverkehr angeschlofsen in den Amtsstädten Adelsheim 54, Mosbach 54, Wertheim 39, Eberbach 32, Tauberbischofsheim 30, Buchen 2g und Boxberg 17 Behörden, Geschäfte, Kassen und Personen. — Stand der Tierseuchen. Am Ende des Jahres 1917 zeigten die anzeigepflichtigen Tiersuchen nach den Statistischen Mitteilungen für das Großherzoztum Baden einen günstigen Stand; nur die Pferderäude hat gegenüber dem November 1917 eine Zunahme aufzuweisen gehabt, während die anderen Seuchen entweder abnahmen oder erloschen. — Wirtschaftlicher Zusammenschluß. Am 21. März treten in Berlin die Verbände des Tabakgewerbes zwecks Gründung eines Tabakindustrierats zusammen. — Ei« neuer Brennstoff für Kraftwagen? Tie Pariser Fachzeitung „Auto" meldet die Entdeckung eines neuen Brennstoffs, der weder Benzin, noch Gas, noch Spiritus enthält. Ter erste Versuch hatte den gewünschten Erfolg. Ein mit 6 Personen besetzter Kraftwagen machte eine lange Fahrt in Paris und nahm die schwierigsten Steigungen ohne Zwischenfall. Tie Zeitschrift rühmt an dem neuen Brennstoff, daß er die Zylinder nicht verschmutze und keine Kohlenstoffe an den Windungen absetze. Ter Verbrauch sei zweimal so gering, als der von Benzin. Sein Geruch erinnere an den von Holzpflaster und sei weniger unangenehm als der von Benzin. — Urlauber, habt acht! Von verschiedenen Sekten ist in letzter Zeit bekannt geworden, daß sich auf den größeren Bahnhöfen Personen Herumtreiben, die sich an die aus dem Felde kommenden Urlauber herandrängen und sich ihnen zur Besorgung von Paketen anbieten, um diese meist L. ücnsnnttel enthaltenden Sendungen zu unterschlagen. All.-.n auf dem Hauptbahnhof in Leipzig sind während"des letzten halben Jahres 46 Fälle festgestellt und um ihr Treiben sicherer ausüben zu rönnen, trage« solche Personen zuweilen auch Post- oder Bahndienst- kleidung oder eine Dienstmütze. Wenn unsere Urlauber vor derartigem Schaden bewahrt werden wollten, so dürfe« sie ihre Pakete nie an Unbekannte, auch wenn diese Be» amtendienstkleidung oder Amts-Abzeichen tragen, zur Besorgung oder? Aufbewahrung aushändigen, sondern si« r müssen ihre Sendungen, sofern sie sie nicht bei sich be» ! halten können, stets selbst bei den amtlichen Annahme« - oder Aufbewahrungsstellen abgeben. ^ — Erster Laudfrauentag. Am nächsten Sonntag, 10. März, findet im Neuen Kollegienhaus zu Heidelberg ! (Ludwigplatz) der erste Landfrauentag statt. Freifrau »on ! Marschall wird über Frauenarbeit im Krieg, Oberamtmann ? Specht über die deutsche Landfrau im Kriege sprechen - j weitere Ansprachen werden Geh. Hofrat Rohrhurst und j Frau Dekan Odenwald halten. Prof. Dr. Wild wird einen ! Lichtbildervortrag „Not in deutschen Landen durch 3 Jahr- s Hunderte" halten. Beginn vormittags 11 Uhr, Mittags- - pause 1—3 Uhr, Fortsetzung 3—5 Uhr nachmittags. — i Um 1 Uhr einfacher Mittagstisch in der Volksküche „Leopolds- ! höhe", Gedeck 60 Pf., Kaffee 10 Pf. (Brot mitbringen), i Anmeldungen zum Mittagstisch sind baldigst an die Ge- s schäftsstelle der Hausfrauenvereinigung Heidelberg, Haupt- ! straße 119, zu richten. — Es wäre sehr zu begrüßen, ! wenn diese lehrreiche Aufklärungsversammlung auch von ^ zahlreichen Frauen hiesiger Gegend besucht würde. Die j Teilnahme kann bestens empfohlen werden. ! e. Schillingstadt, 4. März. In hiesiger Gemeinde ' findet am nächsten Sonntag den 10. März abends 7 Uhr im „Hirschen" ein Vaterländischer Abend statt zu Gunsten der in Feindesland schmachtenden Brüder und ^ Söhne des Bezirks. Zur Darstellung gelangen 2 Aufführungen aus den ersten Kriegslagen. Auch der gemischte Chor unter der Leitung des Herrn Lehrer Heybach wird zur Verschönerung des Abends beitragen. Schon der l Zweck für den der Abend veranstaltet wird, sollte jeden bestimmen, ihn zu besuchen. l. Sachsenflue, 5. März. Am Sonntag, 3. März, ! fand in Sachsenflur im Saale der „Schillerhalle" eine Vorturn- und Belehrungsstunde unter der bewährten Leitung ^ unseres Herrn Gauturnwarts Eiermann aus Eberbach statt. Eine staatliche Anzahl Jungmannen mit ihren Führern hatte sich dazu eingefunden um ihrer vaterländischen Pflicht nachzukommen. Mit Aufmerksamkeit und großem Interesse wurden all die Uebungen und Belehrungen verfolgt. Auch hatte sich bald eine ansehnliche Zuschauermenge im Saale eingefunden. Mit Lust und Liebe und großer Nacheiferung wurde unter den Jungmannen gearbeitet. Nach einem kurzen Marsche durch Sachsenflur ward am Kriegerdenkmal ' „Halt" gemacht, an welcher Stelle Herr Gauturnwart ^ Eiermann eine mit Begeisterung ausgenommene Ansprache ! hielt. Möge diese Veranstaltung in Sachsenflur dazu bei- - getragen haben, noch alle die Säumigen dort und noch in vielen anderen Orten an ihre Pflicht gegenüber Volk und ! Vaterland zu erinnern; zum Wohls unseres lieben deutschen ! Vaterlandes und zur Kräftigung und Gesundung unserer ! lieben deutschen Jugend. Gut Heil! i (-) Siudolsheim, 7. März. Letzten Sonntag, 3. März, i wurden im hiesigen Rathaus etwa 50 Paar Schuhe ausgestellt, die in dem vorletzte Woche hier abgehaltenen ! Schuhkurs angefertigt worden waren. Alt und Jung hatte sich eingefunden um sich die verschiedenartigsten auf geschmückten Tischen aufgestellten Schuhe zu besehen, unter - denen mitunter solche waren, wie sie selbst vom Berufshandwerker heute nicht schöner und besser angefertigt werden können. ES hatte aber auch manche Mühe gekostet, bis die ersten gesohlten Paare fertig waren. Aber die fleißigen Teilnehmerinnen — es waren deren 20 — wissen sich nun künftighin aus der Verlegenheit des Schuhmangels zu helfen, hat man auch keine echten Ledersohlen mehr, so geht sich's auch recht gut auf Holz, vornehmlich bei der Arbeit auf dem Feld oder daheim im Hof und Stall. Das mögen sich doch alle gesagt sein lassen, die heute bei der Feld- ^ bestellung das Lederschuhwerk entbehren müssen. Ja, wer hätte l das gedacht, daß man sich auch aus diesen Nöten selber zu helfen vermag? Wers's noch nicht gelernt, der möge es bald lernen. Mancher Aerger und Verdruß, aber auch viel Geld läßt sich damit ersparen. So sei allen Gemeinden des Bezirks die Abhaltung solcher Schuhkurse aufs wärmste empfohlen. Der Veranstalterin der Lehrkurse Frau Oberamtmann Freifrau von Rotberg und den Kursleiterinnen, Frau Bechtold und Frau Gräf aus Adelsheim, gebührt aufrichtigen Dank. (-) Karlsruhe, 6. März, In den in Baden bestehenden 19 Entbindungsanstalten erblickten im Jahre I9l6 2311 Kinder das Licht der Welt. Von diesen Neugeborenen waren 1191 Knaben und 1120 Mädchen; von den Knaben waren 779 ehelich und 412 unehelich, von den Mädchen 726 ehelich und 394 unehelich. Von den Knaben wurden 48, davon 11 uneheliche, totgeboren, von den Mädchen 40, davon 10 uneheliche. In den ersten Tagen nach der Geburt starben von den Knaben 39, davon 8 uneheliche, und von den Mädchen 33, davon 12 uneheliche. (-) Appenweier, 6. März. Heute früh gegen 6 Uhr ist im hiesigen Bahnhof ein einsahrender Sondergüterzug mit einem in der Ausfahrt begriffenen Personenzug zusammengestoßen. Ter Zugführer des Güterzugs ist tot, vom übrigen Zugpersonal sind 2 Mann ! leicht verletzt. Reisende sind nicht zu Schaden gekom- i men. Der Personenverkehr war kurze Zeit unterbrochen, z. (-) Stuttgart, 6. März. (DerKaiseran König Wilhelm.) Anläßlich des Friedensschlusses mit Rußland hat zwischen König Wilhelm und dem Kaiser ei« Telegrammwechsel stattgefunden. Auf den telegraphischen Glückwunsch des Königs ist folgendes Antworttelegramm des Kaisers eingegcngen: Seiner Majestät dem König, Stuttgart. Gott ist mit unseren Heerführern und unseren Truppen gewesen. Sie haben uns den Frieden im Osten gebracht, den wir brauchen, um unsere Grenzen zu sichern und deutschem Blut Hilfe zu bringen. Noch steht schweres Ringen unS bevor, aber deutscher Mut und deutsche Ausdauer werden uns nicht verlassen. Habe von Herzen Dank für Tein treues Gedenken in diesem Moment der stolzen Freude. In alter Freundschaft Wilhelm. (-) Cannstatt, 6. März. (Leichenländung.s Gestern wurde der Leichnam eines seit 24. Januar vermißten 52 Jahre alten Mannes, der aus Lebensüberdruß Selbstmord ver:"bt hat, aus dem Neckar gezogen. (-) Untertürkheinr, 6. März. (Schadenfeuer.? Gestern nachmittag entstand in einer Baumwollfabrik durch Selbstentzündung ein Brand, der einen Schaden von mehreren tausend Mark verursachte. (-) Köngen, 6. März. (Auto Unfall.) Ein von Nürtingen kommender Lastkraftwagen fuhr am Samstag nachmittag mit großer Geschwindigkeit in den hiesigen Ort herein. Der Führer hatte allem Anschein nach die Herr-, schaft über sein Fahrzeug verloren, und dieses fuhr mit voller Wucht auf einen elektrischen Leitungsmast auf, s« daß dieser abgedrückt wurde und der Wagen sich über-, schlug. Von den drei Insassen hat einer sehr schwer« Verletzungen davongetragen und dürfte wohl ein Auge verlieren, die beiden anderen kamen mit dem Schrecke» davon. (-) Laichingen, 6. März. (Das e r st e G e wi tt e r.) Nachdem Montag nachmittag recht frühlingslaue Witte-i rung sich eingestellt, wurden bei Einbruch der Dunkel-, heit Blitz und Donner vernehmbar. Letzte Nachrichten Wolff-Telegramme. 21M VW. versenkt. Berlin, 6. März. (Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden auf dem nördlichen Kriegsschauplatz 21 000 Bruttoregistertonnen Handelsschiffsraum vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische bewaffnete Dampfer Whitocoul, 3680 BRT., mit Kohlenladung, ferner 2 bewaffnete Dampfer von 5000 und 4000 BRT. Ein Dampfer hatte Erz und Holz für England. Die Erfolge wurden zum größten Teil in der Irischen See erzielt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. 1'Sttjtk DtWstk «it 17 W MT. Versenkt. London, 6. März. (Reuter.) Der Dampfer Calg arts, 17 600 BRT., der früher der Allan-Linie gehörte und im Jahre 1914 gebaut wurde, ist am Freitag Nacht an der irischen Küste versenkt worden. Es heißt, daß mehrere Torpedos auf das Schiff abgefeuert wurden. Wie verlautet, führte das Schiff eine Besatzung von 400 Mann und hatte außerdem 150 Matrosen der Kriegsmarine an Bord. Amsterdam, 6. März. Nach einer Reutermeldung aus London war der Dampfer „Calgarts" als bewaffneter Hilfskreuzer im Dienst 2 Offiziere und 46 Mann sind bei der Versenkung nmgekommen. E!n großer Vaukiwkemaud. Berlin, 6. März. Nach einer telegraphisch aus Sofia an zuständiger Stelle eingegangenen Meldung sind auf dem Wege von Berlin nach Sofia 700000 Leva, in der hiesigen Reichsdruckerei neugedruckte bulgarische Banknoten (Ausstellverein Banque Nationale de Bulqarie in Sofia), geraubt worden. Die nähere Bezeichnung der Banknoten ist Serie B Nr. 202 001 bis 203 000 und Nr. 304 001 bis 210000. Vor der Einwechselung dieser Banknoten ist gewarnt. Ein «euer englischer Sriegslredil. Amsterdam, 6. März. „Allgemeen Handelsblad" meldet aus London, daß Bonar Law heute im Unterhaus zur Deckung der Kriegskosten bis Ende Juni einen Kredit von 530 Millionen Pfund Sterling verlangen werde. Hungersnot in Petersburg. Amsterdam, 6. März. „Times" melden aus Petersburg vom 3. März, daß der Lebensmittelmangel in Petersburg allmählich den Charakter einer Hungersnot angenommen habe. Italien will de« Krieg bis zum äußersten fortsetze«. Rom, 4. März. Im weiteren Verlaufe seiner Rede im Senat betonte Orlando, daß in Italien vollkommene Einigkeit herrsche, die sich in einer unbedingten Fortsetzung des Krieges äußere. Alle Parteien verlangten die Fortsetzung der kriegerischen Bemühungen und einen Widerstand um jeden Preis bis zum äußersten. Privat-Telegramme. Eiu amerikanisches Geschwader nach Wladiwostok! Genf, 6. März. Der Herald meldet aus Newyork, daß ! ein amerikanisches Geschwader am Sonntag nach Ostasien ausgelaufen ist, mit dem Bestimmungsort Wladiwostok. Da« Leichenhaus als Wohnstärte. 3» Schweinfurt hat di« Wohnu gsno! eine solche Hi!he erreicht, daß sogar das Leiche». Haus zur Bewohnung heranaezögcn wird. Der Magistrat hat für die Instandsetzung 3500 Mk. bewilligt. Bon Hamsterern erschossen. Bei Mellinghausen (Westfalens wurde ein Polizeibeamter von vier Männern, die er wegen Hcmsterns verfolgte, aus dem Hinterhalt erschossen. Die Tätet entkamen. Ein Urenkel der Königin Luise den Heldentod gestorben. Oberleutnant Graf Fii.drich Wilhelm v. Hohenau, Schwa- hronführer im Kürassier-Regiment von Vliesen (Westfälisches) Nr. 4, ist infolge eines im Dienste erlittenen Ungliicksfallr gestorben. Der Verstorbene war Enkel des Prinzen Aibrecht (Pater) von Preußen, aus d ' morganatischer Ehe mit Rosalie v. Rauch, die vom H ,ag von Sachsen-Meiningen den Titel einer Gräfin von H nau erhielt. Er wurde als einziger Sohn des Grafen Will! i von Hohenau, dessen zweiter Gemahlin Margarete, geb. P ssin zu Hohenlohe-Oehringen, am 29. September 1890 zu entzitz geboren und im Juni 1913 zuni Leutnant im Kinn > ^Regiment von Dricsen (West» säljsches) Nr. 4 in Münster >, W. ernannt, in dem er am 18. Auäust 1916 zum Oberleutnant befördert wurde. Der , Verstorbene war Ritter des Eisernen Kreuzes 1, Klasse und s zahlreicher anderer Kriegsauszeichnungen. s Schuhkurs 1S18. Einst schlich auf leisen Sohlen ! Das Glück zu uns herein. s Jetzt hat es unverhohlen - Weit weg sich fortgestohlen ! Vor Krieg und Flammenschein. Frau Sorge ist gekommen In jedes deutsche Haus. Wo man im Glück geschwommen. Da hat sie weggenommen Den wilden Saus und Braus. Viel wir entbehren müssen In Zeiten banger Not. Vom Kopf bis zu den Füßen — Bis uns wird Friede grüßen — Heißt „Sparen" das Gebot. Wir können uns behelfen, John Bull, nur keine Angst! Dein Bellen uud dein Besten , — Wie gleicht es heisern Wölfen! — Es klingt, als ob Du bangst. Schau her! — Fehlt uns das Leder Mag sein, an manchem Ort; So hat doch Holz ein jeder Und Nägel gibts entweder Hier oder aber dort. Und selbst den schwersten Hammer Schwingt heut die deutsche Frau; Stumm schluckt sie ihren Jammer In ihrer kleinen Kammer, Trägt nichts davon zur Schau. Wird dann der Arm auch müde Vom Schaffen ohne End, Stark bleibt sie im Gemüts Und stark bleibt ihre Güte Bis Gott die Not gewend't. Isis draußen kalter Wimer, Im Haus da schafft die Hand Den Kriegsschuh für die Kinder, Für große Leut' nicht minder Zum Heil fürs Vaterland! Und sieh'! Wie sich vereinen Die Kriegsnot und das Glück! Auf festen Kinderbeinen Stampft just, wie mir will scheinen. Das Glück zu uns zurück. Es poltert unverhohlen Voll Lust zu uns herein — Das Auge glüht wie Kohlen — Kommts jetzt auf lauten Sohlen, Willkommen soll's uns sein I B. Goldschmit, Korb. IIä8keIlI!ieki'bl'li!ueINlli'iiigki«I8afk!'.8kllll.8li'l> iMüvmlk deltt lieill Leere! Einladung Um zahlreichen aus dem Bezirk geäußerten Wünschen zu entsprechen, wonach eine Aufklärung über Haus- und Flachsbau Anleitung zum Anbau dieser Gespinstpflanzen, Belehrung über Anbauverträge usw. gewünscht wird, und um zu erreichen, daß der für die Landwirte so lohnende und zugleich im dringenden Interesse unseres Vaterlandes gelegene Anbau auch in unserm Bezirk gefördert wird, finden; Habe einen größeren Posten 1 am Sonntag, den 10. März, nachmittags 3 Uhr in der „Krone" zu Schweigern 2 am Montag, den 11. März» nachmittags S Ahr im „Schwanen" zu Krautheim landwirtschaftliche Besprechungen statt. In beiden Versammlungen wird unser Landwirtschaftsinspektor Weck esser einen Vortrag halten über »landw. Tagesfragen» insbesondere Hans- und Flachsbau-. Der Unterzeichnete wird an der Aussprache teilnshmen. Ich lade hiermit die Bezirksbewohner — nicht nur die Landwirte, auch die Geistlichkeit und Lehrerschaft sind willkommen — zu diesen wichtigen Besprechungen ergebenst ein ; die Teilnahme der Frauen und Mädchen ist sehr erwünscht. Der Gr. Amtsvorstand: Schwoerer. Gefunden Verband der Seamkeu- o. Lehrervereine Südens. wurde ein HO lsktlktH" ll auf dem Waldweg zum bad. Bahnhof Abzuholen gegen Einrückungsgebühr bei Gustav Herrmann Adelsheim. Ferkel abzugeben Wlttmer, Selgental Post Seckach. ^ Sammei-Aijkigrr Hausen - Unteckessach) ! 8 sM VkJlksvettius MWm ! In verkaufen : Eine hochträchtige i Kuh, mit dem 2. Kalb trächtig, ! gewöhnt, sowie eine Kalbt« , 7 Monate trächtig. ! Heinrich Kautzmann Bronnacker, Station Rosenberg. In verkaufen: KiklttNWhllUllgfl! »°ch gut -rh-lt-n, Mi, Rshmch-N SS Eichen 5. n. 8. Klafft l r St. Dre.-Bru.-r z e.ag.g Nutzholz - Verkauf. Das Freiherrlich von Berlichingenfche Rentamt Jagsthaufen verkauft am! Samstag, den S. ds. 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Kaffentage: Montag, Freitag und Sonntag. Fernsprech-Anschluß Nr. 65. Postscheckkonto Nr. 8865 Karlsruhe. Bankkonto bei der Bad. Bank Mannheim. Mitglied des Giro-Verbandes badischer Gemeindesparkassen. Die Kaffe beobachtet über alle Vermögensangelegenheiten ihrer Kunden unbedingte Verschwiegenheit gegen jedermann und gegen jede Behörde. Der Verwattungsrat. Isleption stf. 106. ÄlWW 8 eliIM, Wlsiim 8p«-SLk3iumjs vom. von 9 -12 Ukp naosim. vvn 1—5 UkiL 8onnisg8 irsins 8p!»sok8iunös. HoclmcbtunAsvoU I Zoliisttsi'. Ussisi'sppsi'sls IRssisi'pinssI emüelrlt