z E«KH«M täglich, allster Sonn- uns « - Zeiertags ; ß MM» Wonatllch... Ms- t ^ Virrteljährllch . Wk. - ftti tu» Hans erliefest - Z Anzeigen werüe» mit Pfennig ß -er einspaltige Zeile berechnet. - Sri mehrmaliger Aufnahme Aabak Postscheck-Konto 4054, Karlsruho Gslrseastes CagrLüE ßes KsöMers KsA>M»KW auptanzeigeblatt M sie seMe Melsheim, Hoxberg u. -ere« Umgebung Aeattor stmtiicheü Verkl-nStgungsblatt !ÄöchrnE.) Illustriertes Sonntag»-Statt HotzsirbmWsns- unö VerftrigeruKgs^KnAeiger für öen GöenwaLö Sratisr prakt.Mitteilungen fürS-werLf fmonatl.) u. Hau-el,Hauo- u.tanüwirtsths; Nr. 90 Verantwortlich: Adolf Heppeler, Druck und Verlag: Joseph Viel, beide in Adelsheim. — Telefon Nr. 18. Adelsheim. Mittwoch, 17. April 1918. es» Bezugspreis: Pro Vierteljahr 3 Mark. — Anzeigenpreis: Die ögespaltene Petitzeile 20 Pf. Reklamezeile 60 Pf. Postscheck 4654. 42. Jahrg. Erfolgreiche Angriffe ans dem Schlachtfelds an der Li>s. WTB. Großes Hauptquartier, 16. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Angriffe auf dem Schlachtfelde an der Lys führten zu vollem Erfolge. Tie großen Sprengtrichter aus der Wytschaete- Schlacht 1917 wurden im Handstreich genommen. Nach kurzem Feuerschlag erstürmten wir in überraschendem Angriff Wu lwergem und die feindlichen Stellungen beiderseits des Ortes. Gegenstöße englischer Kompagnien brachen völlig zusammen. Von der Ebene herauf erstürmten unsere Truppen im Angriff die Höhen zwischen Nieu- wekerke nnd Bailleul und entrissen sie im heftigen Nahkampfe dem Feinde. Englische Angriffe gegen Locon scheiterten. An der Schlachtsront zu beiden Seiten der Somme nahm der Artilleriekampf nur am Lucebach, in der Gegend von Moreuil und Montdidier größere Stärk« an. Bei Abwehr eines von Engländern nnd Franzosen gemeinsam durchgeführten Angriffes nördlich vom -Luce- bmh machten wir Gefangene. Am Oise-Aisne-Kanal und auf dem Westufer der Mosel führten wir erfolgreiche Unternehmungen durch Oste« — Finnland. Zn Lovisa (östlich von Helsingfors) nach lieber- windung schwieriger Eisverhältnisse gelandete Truppen stießen über Lapptraesk nach Norden vor, brachen mehrfach feindlichen Widerstand mrd haben die von Tam- merfors nach Wyborg führende Bahn östlich von L ah- t i erreicht. Ter Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. * Der heutige Tagesbericht gibt, wie erwartet, die Erklärung zu den gestrigen kargen Mitteilungen. Es war tatsächlich etwas Großes im Gange, von dem aber der Schlachtendenker Ludendorff nichts verlauten ließ!, ehe cs auch fix und fertig war. Aus den letzten feindlichen Berichten klang der Unterton der Gedrücktheit durch; sie sahen das Verhängnis kommen, wollten und konnten es aber doch nicht eingestehen. Jetzt wissen wir, warunw Das alte a/ranat-nzcrrifscnc Kampffeld von 1917 bei Wytschaete ist in überraschenden Vorstößen von Truppen der Armee Sixt von Armin genommen, Wolverg- hem am nördlichen Ufer der Douve erstürmt und die Höhenstellungen den Engländern entrissen. Der dreitägige Kampf um Meuve Kerke, südlich der Douve, endigte mit der Erstürmung nicht nur dieses Ortes, sondern auch der Höhen, die z>.vifchen ihm und dem Städtchen Belle (Bailleul) liegen und dieses beherrschen. Belle ist nun von drei Seiten flankiert, nur der Weg nach der flandrischen Höhenlinie Kemmelberg-Schwarzberg (Mont Noir)- Godewaeresvelde-Cassel steht noch nach Norden offen. Gegen diesen Hügelzug schiebt sich die Armee Armins vor, wodurch sie der Dpernstellung in den Rücken kommt. Es waren gewaltige Kämpfe um Neukirchen; die Engländer waren sich der schweren Folgen des Verlustes von Belle wohl bewußt nnd sie verteidigten fast jeden Fußbreit Boden mit wl. uder Tapferkeit, ohne sich der Umklammerung erwehren zu können. Ebenso stemmen sie sich bei Bethune krampfhaft gegen die Umfassung von Norden. Nach den verlustreichen Gefechten bei Fcstubert machten sic am 15. April einen Angriff bei Locon, westlich der Lawe und nördlich von Bethune, um sich Luft zu schaffen. Aber auch diese Vorstöße scheiterten. — Wie eine heutige Pariser Meldung besagt, erwartet man in der nächsten Zeit wieder eine größere Unternehmung der Deutschen an der Somme. Mit dieser Erwartung sind vahrsHeinlich die Angriffe in Verbindung zu bringen, die von den unter dem Oberkcmmandierenden 'Fach stehenden englischen und französischen Armeen am 15. April südlich der Somme ausgeführt wurden. Es war keine Offensive im strategischen Sinne, dazu ist Foch nicht mehr in der Lage, aber es sollte, wie die gewählten OertliH- stiten zeigen, die deutsche Angriffsfront gegen Amiens an den wichtigsten Zentren Montdidier, Moreuil und am Lucebach angebohrt werden. Der Feind wurde, wie immer, verlustreich angewiesen, die zuwartende Haltung wird aber seitens der deutschen Heeresleitung immer noch beobachtet, in Paris muß man also schon noch „in Erwartung" bleiben. Kommen wird etwas. — Für die deutsche Berichterstattung ist es bezeichnend, daß über Zusammenstöße in Lothringen kaum ein paar Worte ver- loren wurden. Dabei haben unsere Truppen die vorderen Stellungen der Amerikaner angegriffen, im Sturm -genommen und dem Feind schwere Verluste beigebracht. (Die Amerikaner sollen sich diesmal nicht schlecht geschlagen haben.) Wenn das Ilmgekehrte der Fall gewesen wäre, was hätte man wohl in den feindlichen Heeresberichten zu lesen bekommen? — Auch in Finnland geht es gut vorwärts. Nachdem die Hauptstadt Helsingfors von den Roten Truppen gesäubert ist, marschieren unsere Blaujacken und Jäger nord- und ostwärts weiter, um zunächst die Bahnlinien und die wichtigeren Städte wie Wiborg aus der brutalen Gewalt der Bolschewiki zu befreien. Nach anfänglichem Zögern gibt die französische Presse jetzt zu, daß die Kämpfe bei Armentieres nicht bloß ein Nebengefecht, sondern eine großangelegte Schlacht seien. Tie Engländer müssen alle Regimenter heranholen, die French in seiner Furcht vor einem deutschen Einfall in England zurückhalte. Die Bedrohung von Paris sei auch diejenige von London. Ter Erbauer der Ferngeschütze ist, laut „Rheinisch- Westfälischer Zeitung", Professor Tr. Fritz Kaufende r g e r, Direktor der Kruppschen artilleristischen Abteilung, der auch die 42 Centimeter-Mörser entworfen hat. Sein verdienstvoller Mitarbeiter war Ritter Otto v. Ebert. Beide wohnten dem ersten Schießen aus Paris bei. Die „Daily Mail" schreibt: Mit dem Schicksal Annens ist das Los Londons unlösbar verknüpft. Amiens verteidigen heißit London verteidigen, Amiens verlieren bedeutet für Frankreich den Verlust der englischen Hilf« in ihrem heutigen Umfang. — Dünkirchen und Boulogne werden in die Kriegszone einbezogen. Für Calais stehen die gleichen Maßnahmen bevor. Nach schweizerischen Meldungen ist der private Schiffsverkehr Dover—Calais seit Freitag eingestellt. Nach einer Meldung des „Nieuwe Rotterdamsch« Courant" aus London berichtete der englische Kriegsberichterstatter Gibbs ans Nordfrankreich vom Sonntag: Viele unserer Mannschaften sind so ermüdet von den wochenlangen Kämpfen, daß sie sich kaum noch auf den Beinen halten können. Trotzdem leisten sie den fortwährenden Angriffen Widerstand. Oft kämpfen sie wie Schlaf, Wandler weiter, und wenn eine Panse in dem Kampfe ein- tritt, legen sie sich auf offenem Felde in die Gräben Vder unter Hecken und fallen in einen tiefen Schlaf, bis sie wieder aufgeweckt werden. Einige von den Leuten geben mit einigen Tagen Pause s ch on seit dem 21. März m Gefecht. ' o^ Kriegsmndigkeit der Australier. Tie Stimmung der Australier ist durchweg kriegsmüde. Ausnahmslos herrscht die Ansicht, daß der Krieg niemals mit einem Siege Englands enden könne. Tie Australier sind auf die Engländer deshalb besonders erbost, weil sie sich das ganze während mehrerer Monate unter ungeheuren Opfern eroberte Sommegelände in wenigen Tagen abnehmen ließen. Ter Zorn hierüber ist bei ihnen deshalb so groß, weil in erster Linie die Australier, wie ge- lich, so auch in der Sommeschlacht 1916 am schwersten bluten mußten. Vas un erhört Große,Riesenhafte in seinen Ausmaßen und Zahlen ist an diesem Bölker- krieg das Lgpische. Und so hat er auch an die Seldkraft der Ration Anforderungen gestellt, bei denen die Riesen- summe einer Milliarde die rechnende Ziffer wurde. Zur das deutsche Volk bleibt es ein Ruhmesblatt seiner Geschichte, daß es auf Gregs Drohung mit den „silbernen Kugeln" eine Antwort zu geben vermochte, die alle Welt in Erstaunen versetzte vor der unerhörten finanziellen Leistungsfähigkeit des deutscheuReiches. Vie ungeheure Ziffer von mehr als 72 Milliarden brachte die Mobilmachung deutscher Zinanrkraft in der Riesenarbeit von sieben großen Reichs-Anleihen. Der Opferst»», der hier so wunderbar bewiesen wurde, muß sich auch bei der neuenKriegs-Anleihe wiederum glänzend bewähren und dem Vaterland« neue Milliarden geben, auf daß es bis zu Lude den schweren Kampf in Ehren bestehe. Dis 6. Anleihe cksi-f nickt ruiuckblsibsn! Die Ereignisse im Westen. Luftangriffe auf das deutsche Heimatgebiet im Monat März 1 S 18 . Berlin, 16. April. Die Gegner benutzten die ins März besonders günstige Wetterlage zu 12 größeren An, griffen auf das lcsthringisch-luxembnrgische Industriegebiet und zu 11 Angriffen gegen die Städte Mainz, Untertürkheim, Cannstatt, Koblenz, Freiburg, Zweibrücken, Kaiserslautern, Mannheim, Ludwigs, Hafen, Köln, sowie auf einige Städtchen in der Pfalz nnd im Rheinland. Trotz des Einsatzes starker Geschwader erzielten die Angriffe keinerlei militärische Erfolge. Bei den Angriffen auf das Industriegebiet an der Saar und an der Mosel fanden Betriebsstörungen von irgendwelchem Belang nicht statt. Auch der in der Nacht vom 24. zum 25. März mit einen: Aufgebot von 50 bis 60 Flugzeugen unternommene Angriff blieb völlig wirkungslos. Ebenso ergebnislos war der Angriff auf die badische Anilin- und Sodafabrik bei Mannheim-Ludwigshafen am 18. März. Der edrzig« militärische Schaden, den der Angriff anrichtete, war die Inbrandsetzung einiger Wagen mit Benzol. An nicht militärischen Gebäuden wurde überall einiger Sachschaden angerichtet. Bei dem Angriff auf Freiburg am 13. März wurden außer mehreren Privathäusern die Martinskirche und ein Krankenhaus erheblich beschädigt. Den Angriffen auf das Saargebiet fielen 5 Tote, 4 Schwer- und 11 Leichverletzte zum Opfer. Die Verluste bei den Angriffen auf die obengenannten offenen Städte waren hauptsächlich infolge des unvorsichtigen Verhaltens eines Teiles der Bevölkerung höher als in den Vormonaten. Sie betragen insgesamt 32 Tote, 22 Schwer- und 6b Leichtverwundete. Der Feind büßte diese Angriffe mit einem Verlust von 8 Flugzeugen. Der Wert der Kriegsbeute der Mittelmächte im letzten Halbjahr beläuft sich an Geschützen und Ar- -erJMmuigLuf ^Wsarckihe: tilleriermmition arif weit über 1 Milliarde,^an Maschinengewehren auf über 60 Millionen, an rollendem Eisen- bahnmaterial 750 Millionen, an abgeschossenen Flugzeugen und Ballonen rund 60 Millionen. Der Wert des Pioniermaterials, der Handfeuerwaffen, der Beklei- »ungs- und Berpslegungslager usw. läßt sich nicht ab. schätzm, beträgt aber das vielfache jener zwei Milliarden. Tie in Nordfrankreich gemachte Beute an Gummi unh Kupfer deckt den Heeresbedarf auf ein Jahr. Tie Ge, samtbeute hat die Heimat ungefähr um den Betrag eine, vollen Kriegsanleihe entlastet. Unter den Beutestücken von Albert befanden sich eine Menge Karten von Deutschland. Es handelt sich dabei nicht nur um große Uebersichtskarten, an Hand deren die englischen Offiziere sich ein allgemeines Bild von Deutschlands geographischer Lage machen können. Vielmehr sind es Spezialkarten, die militärischen Zwecken dienen. Da sie sowohl Elsaß-Lothringen wie die beiden Rheinseiten, Baden und Württemberg wiedergeben, ist ein besonderer Angriffsgedanke daraus zu erkennen. Vielleicht sollte sich dieser im Laufe der Zeit herausschälen. Ter deutsche Angriff dürfte die entsprechenden Erwägungen der Feinde gestört haben. Bern, 16. April. Deutsche Flugzeuge warfen über Crepy-en-Balois (Tep. Oise) 8 Bomben ab. 3 französische Soldaten waren tot, 30 verwundet; eine Fabrik wurde eingeäschert. -> , --- - "'- 77 " --- ' 7 "" - ^ " -- LMM Die Ererguiffe im Osten. Grenzbericht rgung gegen Polen. Berlin, 16. April. Aus Lemberg wird der „Nordd. Mg. Zeitung" berichtet: „Wiek Nowy" meldet aus Warschau, daß nach Mitteilungen aus deutschen Kreisen die in Aussicht genommenen Berichtigungen der deutsch-polnischen Grenze im nördlichen Teil des Gouvernements S u- walki, ferner gegen ThornundAlexandrowo und im Kohlenbecken von Tomborowo geschehen sollen. Hier sei die Einbeziehung des St. Barbaraberges in Aussicht genommen, wodurch das oberschlesische Becken beherrscht wird, das wäre etwa ein Viertel des Kohlen- »eckens im Königreich Polen. Die erste finnische Anleihe. Berlin, 16. April. Das „Berl Tageblatt" meldet aus Stockholm: „Stockholm Tidningen" melden, daß dis finnische Regierung bei einem schwedischen Baukkonsortium eine Anleihe von 10 Millionen Kronen ausgenommen hat. Wenn es schief geht. Stockholm,, 16. April. „Svenska Tagbladet" meldet: Tie sozialdemokratischen Mitglieder des finnischen Landtags haben eine Erklärung abgegeben, sie seien an dem revolutionären Staatsstreich vom 27. Januar nicht schuldig. Die Rote Garde habe auf eigene Faust, und ohne die Parteileitung vorher zu befragen, den Staatsstreich unternommen gegen den Willen der vom Volk gewählten Landtagsmitglieder. (Es Sväre doch besser gewesen, wenn die Erklärung früher abgegeben worden wäre. D. Schr.) , Bergmanns Höchterkein. Roman von Martin Förster. 38 Er legte beschwörend die Hand aufs Degows Arm und sprudelte einen Bericht hervor von einem nächtlichen Aufruhr, bei den, eine Anzahl streikender Ungarn, die von Longholm angeführt wurden, niedergeschossen waren. Nun hatten deren Landsleute geschworen, bittere Rache an ihren Mördern zu nehmen, zugleich auch bei dein Anstifter, der sie ins Unglück gestürzt. „Aber sprechen muß ich ihn," sagte Degow ratlos. „Aber nur nicht jetzt!" warnte Connelly. „Entgehen wird er Ihnen schon nicht, da er vorläufig jedenfalls hier bleibt. Er wird gut bezahlt für seine Arbeit." „Wenn ich ihm nur einen Zettel schicken könnte!" murmelte der junge Manu, während er nach der Tür sah, in welcher Norton Longholm stand und sich mit einem Mann unterhielt. „Jawohl, Herr, schreiben Sie einen Zettel und warten Sie, bis einer von den Leuten hier vorbeigeht." „Da kann ich vielleicht die ganze Nacht warten," brummte Degow verdrießlich. „Aber es wird wohl nicht anders gehen," fügte er hinzu, indem er sein Taschenbuch hervorzog und in der zunehmenden Dämmerung die folgenden Worte auf das Papier schrieb: „Geehrter Herr Longholm! Ich warte täglich vergebens. Wann werden Sie Ihr Versprechen halten? Da Eie meine Adresse besitzen, bitte ich Sie, mir zu schreiben. Ergebenst Franz Degoiv." Degow faltete den kurzen Brief zusammen und fragte sich nun. wie er ihn wohl am sichersten abliefern könnte. Da bemerkte er gerade, wie Longholm mit einem seiner Genossen ins Gebäude trat. Einige Minuten später kam der Letztere wieder heraus und schritt direkt auf Degow und den Irländer zu. Ehe der Erster« sich einig war, wie er ihn anreden sollte, olieb der Mann vor ihm stehen und sagte in herausforderndem Tone: „Sind Sie der Herr, welcher Mr. Norton Lang» Holm zu sehet» wünschte?" Das Getreide-Abkommen rniv der Akraine. Vom Deutschen Landwirtschaftsrat wird uns geschrieben : Am 9. April ist das Abkommen über die Beschaffung von 60 Millionen Pud Brotgetreide, Futtergetreide, Hülsenfrüchte und Oelsaaten von den ukrainischen, deutschen und österreichisch-ungarischen Delegierten unterzeichnet worden. Da das Pud 16,38 Kilogramm hat, beträgt die Menge 982800 oder rund eine Million Donnen. Davon sind nach dem Abkommen 145000 Donnen im April, 245000 Tonnen im Mai, 310 000 Tonnen im Juni und der Rest mit 300 000 Tonnen im Juli zu liefern. Gegenüber den vielfach hochgespannten Erwartungen, daß die Ukraine den Mittelmächten viel mehr Getreide liefern würde, ist diese Meldung eine große Enttäuschung. Noch mehr als die Menge enttäuscht aber der vereinbarte Preis, der auf 5 Rubel für Roggen und 6 Rubel für Weizen festgesetzt ist. Zwar ist in der amtlichen Mitteilung der vereinbarte Wechselkurs nicht genannt. Legt man den Friedenskurs von 2,15 Mk. zu Grunde, so würde der obige Preis für Roggen nicht weniger als 656 Mk. für die Tonne und für Weizen nicht weniger als 788 Mk. für die Tonne oder 32,80 bzw. 39,40 Mk. für den Zentner bedeuten. In der amtlichen Mitteilung heißt es, daß dies die Höchstpreise für den ukrainischen Erzeuger seien. Selbst wenn man sich mit der Tatsache absindet, daß die Mittelmächte als Sieger nicht die ganze Lieferung als eine Kriegsentschädigung erhalten, ist die Höhe des vereinbarten Preises etwas so Ungeheuerliches, daß sie einer Kriegsentschädigung der Mittelmächte an die Ukraine gleichkommt. Zu den obigen Preisen kommen noch die Spesen und Frachten hinzu, so daß der Roggenpreis frei Berlin wohl auf 800 Mk. und der Weizenpreis auf fast 1000 Mk. kommen würde. *) In der amtlichen Mitteilung fehlt jede Angabe, aus welchen Gründen die Mittelmächte diese Wucher Preise bewilligt habe». Die Höchstpreise in der Ukraine datieren von der Verordnung vom 2./15. September 1917, in welcher das Gouvernementsverpflegungsamt in Kiew den Höchstpreis für Roggen auf 4,90 Rubel für 1 Pud --- 643 Mk. für die Tonne und für Weizen, auf 6,24 Rubel für 1 Pud ---- 810 Mk. für die Tonne festgesetzt hatte, wobei die Umrechnung nach dem Friedenskurse von 2,15 Mk. erfolgt ist. Diese außergewöhnlich hohen Preise hängen aber, ivie jeder Sachverständige weiß!, mit dem vollständigen Zusammenbruch der russischen Valuta zusammen. Der Wechselkurs des russischen Rubels war im Auslande um 77 Prozent gesunken, gegenüber einer Senkung der Reichsmark um 40 Prozent und der österreichischen Krone um 60 Prozent. Man wird deshalb annehmen können, daß der russische Rubel gegenüber der deutschen Reichsmark einen Minderwert von mindestens 50 Prozent der Friedensparität hat, so daß der Rubel nur einen Wert von 1,07 Mk. hat. Ein Höchstpreis von 5 Rubel für 1 Pud Roggen würde demnach einen Wert von 327 Mk. für die Tonne und ein Höchstpreis von 6 Rubel für 1 Pud Weizen nur einen Wert von 392 Mk. für die Tonne ergeben. Zur weiteren Würdigung dieses in der Kriegsgeschichte wohl einzig dastehenden Abkommens sei noch mitgeteilt, daß vor dem Kriege im April 1914 der gleich, zeitige Roggenpreis in Berlin 156 Mk., in Odessa 111 Mk., also in Odessa 45 Mk. weniger als in Berlin, und der gleichzeitige Weizenpreis in Berlin 190 Mk., in Odessa 144 Mk., mithin in Odessa 46 Mk. weniger als in Berlin, betrug. Außerdem sei daran erinnert, dH unsere Feinde in dieser Hinsicht ganz anders zu handeln verstehen. So haben die Ententemächte noch kürzlich einen Lieferungsvertrag mit Argentinien geschloffen, nach welchem Argentinien ungefähr 2i/s Millionen Tonnen Getreide (Weizen, Hafer und Leinsaat) zu liefern Hat und zwar zum Preise von 12,50 Papier- Pesos Kr 100 Kilogramm Weizen -- 222 Mk. für die Tonne. Darüber, ob der KewMiate Kobe Getreidevreis durch entsprechend hohe Preise Kr deutsche Ausfuhrartikel stach der Ukraine wettgemacht wird, verlautet bisher nichts. pnd alle Lieferungsarten, bei denen der Weizen übrigens weit überwiegen dürste, zu Grunde gelegt, wären also a« die Ukraine unmittelbar etwa 722 Millionen Mk. zu bezahlen, wozu noch der Betrag für die Handelsgesellschaft und Fracht mit etwa «58 Millionen Mk. — nach obiger Rechnung — für Berlin und Wien käme. D. Schr. ^ ^ Reichstag. Berlin, l6. April. Zu Beginn der heute nachmittag 2.tS Uhr eröffneten Sitzung gedenkt Vizepräsident der Stege des deutschen Heere» im Westen. Unter den Anfragen befindet sich diejenige de» der Abg. Geck (Soz.) betr. Verständigung mit dem Feinde über Sicherung offener Städte vor Fliegerangriffen. Ein Regierungsvertreter sagt dl: Prüfung der Frage zu. Sodann wild die Beratung des mündlichen Berichts des Hauptausschusses über Anträge auf Erlaß einer Bunbesrats- oerordnung betreffend die U e b e r iv a ch u n g der für den Hceresbedarf arbeitenden Betrieb: (Daimlr) fortgesetzt. Abg. Keinath (Natl): Das Gcrichtsurreil über di« Frage der gefälschten Kalkulation muß gbgemartet werden, Das Verfahren wegen Landesverrats ist eingestellt worden, Den Resolutionen stimmen wir zu, weil durch sie der Regierung größere Machtmittel ringerüumi werden. Ä lgcmeiu schärfet gegen die Industrie vorzugehe», dazu scheint uns ein aus- reichender Grund nicht vorhanden zu sein. Große Teile de, Industrie sind an den Kriegsgewinmrn nicht beleihst gewcs.n, In erster Linie sollten sich die Behörden der Preissteigerunz enthalten. Eine Militarisierung der Betriebe lehnen wir ab. Die Vorlegung der Geschäftsbücher wollen wir so verstehen, daß sie erfolgen muß, wenn genügender Verdacht vorliegt, daß etwas nicht in Ordnung ist. Eine Beunruhigung de« Industrie ist zu vermeiden. Alg. Schiele (Kons.): Auch ich I hre es ab, scharfe, verallgcnuin rüder Vonviir e gegen die Industrie zu erheb:,!, WH! man i er Industrie gl ißmäßige Gewi nie garen.inen, s» bedeuter das eine zwangsweise Zurückhaltung des technischer Fortschritts. In England sind die Verhältnisse noch viel krasser. Liegt bei den Daimler werken ein Be.rugsocrsuch oder Kricgrmucher vor, so stehen sie nicht nur außerhalb ihres Berufestandes, sondern sind auch uns rer V rurleilung gewiß. Wir sehe» jetzt, wohin die Sozialisierung der Wirtschaft führt. Wenn wir nicht dafür sorgen, daß der freie Wettbewerb wieder zu seinem Recht komm', dann k.nnmen wir dem Ausland gegenüber in eine sehr schwierige Lage für di» Zeit des Friedens. Die Arbeitsireudigli.it der Industrie darf nicht re mindert werden. (B:i all.) Abg. Mumm (D. Frakt.): Es ist kein Wunder, daß sich in diesem Kriege neben dem Helden- auch der Händler- geist regt. Vor Verallgemeinerungen muß indessen gewarnt werden. Schuld daran ist auch der Reichstag, der frühere Resolutionen, die A h lse schassen wollten, nicht angenommen hat. Die Psingferien des Reichstags werden vom 16, Mai bis 4. Juni dauern. > Rerrss vsm Tage. Ter Kaiser an vre Balten. Berlin, 16. April. Auf die Bitte von Livland, Esthland, Riga tuind Oesel an den Kaiser um Angliederung an das Deutsche Reich hat der Kaiser nach der Korr. B. an den Vorsitzenden des Landesrats, Landesmarschall Pilar in Riga, geantwortet: Ter mir in so herzlicher Weise dargebrachte Tank des Landesrats von Livland, Esthland, Riga und Oesel Kr die Befreiung der alten Ordensländer von ihrer Bedrängnis hat mich tief gerührt. Ich danke Gott von ganzem Hertzen, daß ev mich und meine Armeen das Werkzeug Kr diese Befreiung hat seilt lassen und mir die Möglichkeit gegeben hat, die Zukunft der alten durch deutsche Arbeit geschaffenen Lande auf eine sichere Grundlage zu stellen. Tie Bitte des Landesrats um Anschluß an das Deutsche Reich unter meinem Szepter wird mit Wohlwollen geprüft werden. Ich nehme sie als ein Zeichen des Vertrauens zu meiner Person und meinem Hause und zu Deutschlands Zukunft und spreche dem Landesrat meinen kaiserlichen Dank dafür aus. Wilhelm I. 0. Ministerium für Uebsrgarrgswirtschaft. Berlin, 16. Slpril. Nach der „Tägl. Rundschau" dll der frühere Staatssekretär Tr. Helsserich zur „Gut. Hier ist ein Brief von ihm." „Ich danke Ihnen," sagte Franz erregt, ihm das Schreiben abnehmend. „Wollen Sie ihm dies dafür geben?" Der Mann nickte und eilte davon, und Franz erbrach den Brief und las folgendes: „ES tut mir leid, Sie getäuscht zu haben, aber ich konnte weder zu Ihnen kommen noch an Sie schreiben, da ich hier zu sehr in Anspruch genommen war. Bielleicht kann ich Sie aber heute noch sehen. Warten Sie bis Mitternacht auf mich. Wenn es möglich ist, daß ich mich hier fortstehlen kann, will ich Sie in Ihrer Wohnung besuchen. Wenn es nicht geht, komme ich morgen in aller Frühe. N. L." Mit erleichtertem Herzen begab sich Degoiv in seine Wohnung zurück und wartete. Aber es schlug elf, es schlug zwölf, Mitternacht ging vorüber, und der Erwartete kam nicht. Aufs neue enttäuscht mußte Franz schließlich sein Lager aufsuchen. Würde ihm der folgende Tag die erhoffte Auskunft bringen? DaS marine Sonnenlicht ströinte ins Fenster, als er am nächsten Morgen durch ein starkes Klopfen an der Tür geweckt wurde. „Wer ist da?" fragte er, als er sich aufrichtete und die Augen rieb. „Ich bin es," antrvortete seine Wirtin. „Bitte, stehen Sie auf. es ist ein Herr hier, der Sie zu sehen wünscht." Degow sprang auf, kleidete sich in großer Hast an und eilte die Treppe hinab, wo ihn die Wirtin des Hauses in ihr kleines Wohnzimmer wies. Er trat ein in der bestimmten Boranssetzimg, Mr. Norton Longholm zu finden, und ivar nicht wenig erstaunt, als ihm ein völlig Fremder entgegentrat, ein älterer Herr mit weißem Haar und glatt rasiertem Gesicht. Er trug einen dunklen Anzug, und Franz glaubte, in ihm einen Geistlichen zu erkennen. Er stellte sich auch sogleich vor als Mr. Broadfvrd, der Prediger an der Methvdisteiikrrche der Stadt, und sagte: „Ich komme auf die Bitte eines Mannes, welcher Sie zu kennen behauptet und Sie baldigst zu sehen wünscht." „Ist es Mr. Norton Langholin?" „Derselbe. Sind Sie bereit, mich zu ihn, zu begleiten r Wir haben keine Zeit zu verlieren. Er hat Ihnen etwas sehr wichtiges mitzilteilen, wie er sagt." „Ich bin natürlich bereit, Mr. Bcoadford, aber was bedeutet dies alles ? Warum koiiunt Mr. Longholm nicht zu mir? Wo ist er?" „Im Hospital." „So ist ihm etwas zugestoßen?" fragte Franz erschrocken, als er mit seinem Begleiter das Haus verließ. „Ja. Sie haben noch nicht gehört, was sich in dieser Nacht in der Carndale-Mine ereignete? Eine Rotte betrunkener Arbeiter, lauter Ausländer. Polen, Russen und Ungarn, griff di» Wächter dort an und sprengte mehrere Gebäude mit gestohlenem Dynamit in die Luft. Dabei wurden etiva zehn Menschen getötet nild gefährlich verwundet." „Und Longholm befand sich unter den letzteren?" „Ja, ec liegt mm im Hospital in sehr bedenklichem Zn- stände. Die Aerzte sagen, daß er höchstens ein paar Tage, möglichenfalls nur noch Stunden zu leben hat. Als ich gerufen wurde, gab er nur Ihre Adresse und bat mich dringend. Sie sofort zu ihm zu führen. Wir wollen die Pferdebahn benutzen, Mr. Wiedemann." „Sagte er Ihnen, warum er mich so dringend zu sehen wünschte. Mr. Broadford," fragte Degoiv, als sie in dein vorüberfahrenden Pferdebahnwagen saßen. „Er sprach nicht viel, denn er litt heftige Schinerzen, aber ich verstand, daß es sich um eilte Sache handelte, die sein Seelenheil betrifft." Der Geistliche machte einen so vertrauenerweckenden Eindruck, daß Franz sich unschwer entschloß, ihn in die Angelegenheit einzniveihen, die ihn mit jenem Unglücklichen zilsam- »nengefnhrt. Die beträchtlich lange Fahrt gewährte hinreichende Zeit dazu. Als sie die Unfallstation erreichten, wo der Verletzte lag, erfuhren sie. daß ihm der Arzt ein schmerzstillendes Mittel gegeben, das den Leidenden in einen beruhigenden Schlummer versenkt hatte. Franz erschrak über die Veränderung in den Zügen des Schlafenden. Der ganze Kopf war mit Binden umwunden, das Gesicht bleich und eingefallen wie das eines Toten. Von der Pflegerin erfuhr er. daß das rechte Bei» vollständig zerschmettert sei und der Kranke wo dl knurr, diel-?-» Tag überleben würde 237.26 Leitung eines neu zu errichtenden Ministeriums für ^ Uebergangswirtschast ausersehen sein. Graf Bothmer Generaloberst. München, 16. April. König Ludwig hat den Ge,' neral Gras Bothmer zum Generaloberst befördert. Abkehr von der Frre-ensentfchließung. Berlin, 16 . April. Tie „Freis. Ztg." erklärt, in führenden Kreisen der Fortschr. Volkspartei sei die Anschauung durchgedrungen, daß die Friedensentschließung der Reichstagsmehrheit bei der ganz veränderten Lage von heute nicht mehr aufrecht erhalten werden könne. (Das Zentrum hat bekanntlich die Friedensentschließnng ebenfalls fallen lassen. T. Schr.) Der Rücktritt Czernins. Berlin, 16. April. Der Rücktritt Czernins hat hier überrascht und er wird jedenfalls insofern bedauert, als Czernin gegenüber deutschfeindlichen Agita- tationen gewisser Kreise in Oesterreich-Ungarn streng bundestreu blieb. Auch die deutsch-nationalen Kreis« Oesterreichs sehen Czernin ungern scheiden. Tie politisch Lage in Oesterreich erscheint wenig geklärt. Vielfach erwartet man auch den Rücktritt des ungarischen Ministerpräsidenten Wecker le, dessen Wahlreform kaum Aussicht auf Annahme im ungarischen Parlament hat. Die „Kriegszeitung" meldet: Clemenceaus Pressebureau läßt mitteilen, die Regierung werde, falls erforderlich, neue Dokumente aus der Mappe des Prinzen von Parma veröffentlichen. — Nach dem „Petit Journal" weilt Prinz Sixtus seit Anfang März nicht mehr auf französischem und englischem Boden, was es der französischen Regierung unmöglich machte, den Prinzen um Vorlegung des Origi.ralbriefes des Kaisers Karl aufzufordern. Auch dem belgischen Roten Kreuz ist der jetzige Aufenthalt des Prinzen unbekannt. Die Selbstverwaltung Irlands. Amsterdam, 16. April. (Reuter.) Tie Arbeiterminister hatten gestern mit Lloyd . George eine Unterredung über die Homerulefrage und die Anwendung der Dienstpflicht in Irland. Wie verlautet, setzten sich diese Minister auch dafür ein, daß Irland die Selbstverwaltung gewährt werde, bevor die Dienstpflicht, der sie nicht entgegentreten, dort, eingeführt werde. Gibraltar. Madrid, 16. April. Zahlreiche spanische Blätter stimmen lebhaft einem Artikel der „Köln. Ztg." zu, der ausführt, daß Gibraltar und Tanger zu Spanien gehöre und daß Deutschland sich beim Friedensschluß zum Verteidiger der spanischen Interessen machen werde. Tas Blatt des früheren liberalen Ministerpräsidenten Roma- nones wendet sich gegen den Artikel; die Frage könne nur im Einverständnis mit England und Frankreich gelöst werden. < Senator Stone Amsterdam, 16. April. Tie „Times" berichten aus Washington, daß der Vorsitzende der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten, Senator Sto- ! ne, gestorben 7st. ! Die kanadische Regierung verurteilt. ! London, 16. April. „Daily Telegraph" erfährt aus / Montreal: Das Totenschaugericht von Quebec hat im Prozeß wegen vier bei den letzten Unruhen getöteten Bürgern die Meinung ausgesprochen, daß die Unruhen durch die grobe Ungeschicklichkeit, mit der die Bundespolizei auftrat, uni bas Tienstpslichtgesetz in Geltung zu brin- ! gen, verursacht worden sei. Das Gericht erklärte, daß die i Familien der Getöteten durch die Regierung entschädigt s iverden müssen. Ebenso erklärte es mit Nachdruck, daß die Regierung den bei den Unruhen entstandenen Schaden an Eigentum vergüten müsse. Der Gerichtshof bestand hauptsächlich aus französischen Kanadiern und gibt die allgemeine Ansicht der französisch-kanadischen Bevölkerung »on Quebec wieder. Die «Fortschrittler- und die Entschließung vom IS. Juli. ! Berlin, 16. April. Die Stimmen aus dem Fort- j schrittlichen Lager werden immer zahlreicher, welche eine ! veränderte Haltung zur Reichstagsentschließung ^ vom 19. Juli einnehmen. Jetzt ergreift auch die Partei- z amtliche „Freisinnige Zeitung" zu der Frage das Wort ! und betont als ganz selbstverständlich, „daß unsere Stellung s zum Friedensschluß nach einem siegreichen Krieg eine ganz ! andere sein muß, als sie es gegenüber einem Gegner ge- > wesen wäre, der bereit war, mit uns den Weg ehrlicher ' Verständigung zu gehen. Wir werden ihm gegenüber zu ! sorgen haben, daß der nur durch sie Gewalt niedergerungene ! Vernichtungswille auch für die Zukunft zuschanden wird", i (Das Zentrum hat bekanntlich die Friedensentschließung - ebenfalls fallen lasten. D. Schr.) ; Gegen die Dienstpflicht in Irland. London, 16. April. In einer Rede in Tullamore (Irland) erklärte Devalera, durch eine Politik der Dummheiten habe England sich hie Hilfe waffengeübter ; Irländer verscherzt, die zahlreicher seien, als di- Ver- ? Mehrung des Mannschaftsgesetzes. Tie Irländer tonnten ; nur einmal sterben, und wenn es fein müsse, zögen sie ! rs vor, zu Hause (im Kampf ge^en die Engländer) als ! ln Frankreich zu fallen. ' i Die Tschechen gegen Czernin. ! Prag, 16. dlpril. Am Sonntag fand im Prager Abgeordnetenhaus eine große^ tschechische Versammlung ' gegen die letzte Rede des Grasen Czernin (in der er den ! Hochverrat der Tschechen brandmarkte. T. Schr.) statt. ' Abg. Stanek hielt eine heftige Rede. Auch Tr. Cram- ! marsch, der wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, von Kaiser Karl aber begnadigt worden war, hielt ein« ^ Ansprache. Nach der Versammlung zogen Tausende vor , das Deutsche Haus und brachten Hochrufe auf Italien. Frankreich, England, Amerika und Rußland aus. Dm j Deutschen wurden bedroht. An der Versammlung nahmen i auch Vertreter der Südslaven teil. Die Behörden von > Prag hatten den Sonntag als besonderen Feiertag erklärt. Alldeutscher Verband. Berlin, 16. März. Im Künstlerhaus fand am 14. April eine Tcupmg des Gesamtvorstands des Alldeutschen Verbands statt, in der der Hauptredner Graf Ernst Reden tlow scharf gegen die Tätigkeit des Abg. Erz« berg er sprach. Papiernot in Frankreich. Paris, 16. April. Die Kammer hat ein Gesetz angenommen, wonach der Verbrauch von Papier uns Truckmaterial in Frankreich fernerhin eingeschränkt werden muß. Zeitungen dürfen künftig wöchentlich nur viermal vierseitig und dreimal zweiseitig erscheinen. Ein Zufatzantrag, neue Zeitungen zu verbreten, wurde abgelehnt. Paris, 16. April. Das Ergebnis der indirekten ! Steuern und Monopole im März 1918 beträgt 385 Hz Mill. Franken und bleibt gegenüber dem Vorjahr um , Über 78 Millionen, gegenüber dem Voranschlag um über ! ß8 Millionen zurück. ^ i Aus Stadt und Land. s ! ** Adelsheim, 17. April 1918. ! — Neichstagswahl. Die Stimmzettel können von ! 10 Uhr vormittags bis abends 7 Uhr in den Wahllokalen ? abgegeben werden. ! — Entlassung der Landsturmleute des Fahr- i gangs 186S. Die nach dem Erlaß vom 1. April 1918 ! zu entlassenden Landsturmleute des Feldheeres, die sich l zurzeit als Beurlaubte usw. in der Heimat aufhalten, sind ! von der Verpflichtung zur Rückkehr in ihre ! Feldstellen usw. entbunden und haben sich bei den ! zuständigen Ersatzformationen zwecks Entlassung einzufinden. ! Letztere sind grundsätzlich auch für die Entlassung der im j Felde befindlichen Landsturmleute zuständig. j — Bon dr U b^rgangsw'rtschast. In der Vollversammlung > des Verbands Württ. Industrieller In Stuttgart sprach der ? Dezernent im Rclchswirtschastsamt Dr. Weber über Ueber- i gangswirtschaft und Steuerpolitik. Er führte u. a. aus: Es sei ' Grundsatz des Reichswittschaftsamts, die größtmögliche Frei- , heit in der wirtschaftlichen Betä igung aller beteiligten Kreise ! wieder herzustellen. Die Rcichslenung wolle keine Zwangs- ! syndikate schaffen, sie werde auch ln den künftigen Friedens- verträgen für unser Wirtschaftsleben günstige Verträge, besonders auch bezüglich der Rohstoffbeschaffung, anstreben. An ? eine freie Betätigung unseres Handels und Industrie sei bet i den gegenwärtigen Verhältnissen in Rußland und in der - Ukraine noch nicht zu denken. Für die Uebergangswittschaft müßte die Rohstofseinfuhr unter vcm Grundsatz der Bedarfs- dringlichkeit vor sich gehen. Durch kte Schaffung von Selbst- verwaltungskörpern anstelle von Syndikaten werde die Industrie weder vertrustet noch zentralisiert. Wenn einmal die Vorräte der Hce:eZvcrivaliuiig frei werden (wöbet es sich um Milliardenwette handles, müsse eine Gleichmäßigkeit in der Belieferung aller Betriebe angestrcbt werden. Der Handel soll sich wieder frei entfalten können. In der Steuerpolitik müsse Gleichmäßigkeit für alle Erwerbsstände das oberste Prinzip bilden. Die Rohstofsbesteuerung sei abzulehnen, dagegen die Warenumsatzsteuer besser auszübauen. — Die Milliarde. Unsere erfolgreichen Finanzmänner, der Reichsschatz-Staatssekretär Graf Rödern und der Reichsbankpräsident von Havenstein, haben alle Vorbereitungen getroffen, damit Deutschland auch in geldlicher Beziehung wohlgerüstet ist zum letzten Entscheidungskampf. Das deutsche Volk gab die Milliarden zur Ausrüstung unserer Heere, die uns den Frieden im Osten erkämpft haben. Dadurch ist die politische Lage jetzt so geklärt, daß selbst der ärgste Zweifler und Nörgler, der nicht vollständig unverbesserlich ist, eines Besseren belehrt sein und die errungenen Erfolge anerkennen muß. Die Anerkennung aber muh „in der Tat" liegeri, wie Hindenburg.sagt, und sie muß im „Willen" liegen wie Ludendorffs Mahnung -lautet, Vertrauen gegen Vertrauen: Diese Führer des deutschen Volkes haben das in sie vom Volke gesetzte Vertrauen glänzend gerechtfertigt. Sie vertrauen darauf, daß das'Volk die Stunde erkenne und dem Heer neue Mittel gibt. Wir haben daher die heilige Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß die 8. Kriegsanleihe alle anderen übertreffe. Es muß die Ehrenpflicht eines jeden Deutschen sein, sein-Möglichstes zu tun, daß die offene Linie auf der graphischen Darstellung der bisherigen Kriegsanleihen die anderen Linien überrage. — Eine Reichswohnungsfrage ist nach der „Münch. Augsb. Abendztg." in Vorbereitung. Sie wird demnächst vom Bundesrat beschlossen werden. Es handelt sich darum, zuverlässige Unterlagen über den Stand der Wohnungsverhältniffe im ganzen Reich zu erhalten, um dann an der Hand dieses Materials helfend eingreifen zu können, wo es notwendig ist. — Aendernng des Betrags auf Zählkarten^ Tie Württ. Postverwaltung hat bestimmt: Zahlkarten, auf deren Hauptteile die Betragsangabe eingedruckt, dies« aber nachträglich mit Stempel oder handschriftlich auf einen um die Zahlkartengebühr von 5 Pfennig oder 10 Pfennig niedrigeren Betrag geändert.worden ist, find anznneh« z men. Ter Annahmebeamte wiederholt auf dem Hauptteile den Betrag mit schwarzer Tinte. — Berkanf von Pferden. Die Zentralstelle für, die Landwirtschaft wird im Laufe d^c nächsten Zeit aus- dein Bereich des Oberbefehlshabers Ost 100 arbeitsverwendungsfähige Pferde (voraussichtlich kleinere Pferdes erhalten. Sie werden in Stuttgart-Gaisburg zum An- ! kaufspreis zuzüglich der Unkosten verkauft werden. Die; ! Pferde werden nur an Landwirte, Gewerbetreibende und! i andere Personen, die notwendig ein Pferd brauchen, ab- ! gegeben, wenn sie im Besitze eines Erlaubnisscheines (Aus- s weises) des K. stellt). Generalkommandos sind. ! — Vorsicht beim Berkanf von Kompassen und j Taschenlampen! In einer Stuttgarter- Uhrenhandlung find zwei Arbeiter beim Ankauf von Kompäffen,! Taschenlampen und elektrischen Batterien aufgefallen. Die polizeilichen Ermittlungen haben ngeben, daß es sich ! um zwei freie belgische Arbeiter handelte, die französischen Kriegsgefangenen durch Zuwmdung von Gegenständen zur Flucht verhelfen wollten. Die Belgier hatten auf einer auswärtigen Arbeitsstelle Gelegenheit, mit den i Franzosen zusammenzukommen. Sie find festgenommen. . r. Osterburke«, 16 . April. Vergangenen Sonntag" fand hier wiederum ein vaterländrscher Volks abend statt. Wie früher hatte auch diesmal die Einwohnerschaft der Einladung in reichem Maße Folge geleistet, so daß der Saal des „Badischen Hof" bis auf den letzten Platz besetzt war. Herr Bürgermeister Werle eröffnete die Versammlung und erteilte Herrn Hauptlehrer Wöppel das Wort. In etwa einstündigem formgewandten Vortrage führte der Redner die Zuhörer an der Hand von Lichtbildern in das Thema „Deutschlands Aufstieg und Zukunft" ein. In meisterhafter Weise zeigte er die Entwicklung unseres Valerlandes von der Zeit der Postkutsche und des Handpfluges in die Zeit der modernen Schnellzugslokomotive und des Dampfpfluges. Alsdann ergriff Herr Privatmann Gümber das Wort. Seine von Herzen kommenden Ausführungen zeigten aufs neue, welch glänzenden Redner wir in ihm besitzen. Unter anderm auf die so günstige Kriegslage eingehend, forderte er mit warmen Worten auf, unfern Helden im feldgrauen Kleide durch recht fleißiges Zeichnen der Kriegsanleihe unfern Dank abzustatten. Reicher Beifall lohnte beide Redner. Zeitgemäße Gedichte wurden von Schülern der Oberklasse vorgetragen. Die hiesige Stadtkapelle trug auch dieses Mal wieder zur Verschönerung des Abends bei. (-) Roigheim, 14. April. Das zu einem vater- i ländischen Zwecke veranstaltete und von einem einflußreichen i Bürger unterstützte Kirche rkozert erfreute sich eines ! Besuches von etwa 400 Personen aus Roigheim und der Umgegend, so daß das Gotteshaus gedrängt voll war. Den Gesangsteil hatte die Kgl. Hofopernsängerin Frl. Anny Gantzhorn, zur Zeit in Heilbronn, übernommen, die in Auffassung und Vortrag eine ausgesprochene künstlerische Kultur !- bewies. Als einen trefflichen Cellisten lernte die Zuhörerschaft Otto Berchold, zur Zeit in Ulm, kennen, dessen seelenvolles Spiel zur Geltung kam. Es war ein feiner , Gedanke, daß Musikdirektor Nack-Stuttgart dem Regerschen - Marienlied noch eine Cellobegleitung hinzukomponierte. Nack hatte selbst den Orgelteil übernommen und gab ihn ; in seiner bekannten, die Königin der Instrumente beherrschen- j den Weise wieder. Der künstlerische Erfolg des Konzertes, - dessen Programin sich in etwas hohen Regionen bewegte, j darf festgestellt werden ; nicht weniger der materielle, da ein l Reinertrag von 160Mk. der Nationalstiftung für die Hinter- blisbenen Gefallener überwiesen werden konnte. ! g. Tauberbischofsheim, 17. April. Der hiesige Gr. j Amtsvorstand Geh. R.-Rat Bitzel wurde nach Mosbach j und der dortige Gr. Amtsvorstand Geh. R.-Rat Mays j nach Durlach versetzt. (-) Karlsruhe, 16. April. In der hier abgehaltenen Frühlahrskonferenz der Basler Mission sprach deren Vertreter Missionsinspektor Würz über den Kampf Eng< lands gegen die Basier Mission. Seinen Ausführung?n war zu entnehmen, daß nur in China, wo amerikanisc ey Einfluß sich geltend macht, die Missionare der Bas e« Mission, wenn auch unter Einschränkung, arbeiten dürfen. Die hoffnungsvolle Arbeit in den deutschen Kolo? ?'« I Kamerun und Togo ist vernichtet. Aber auch aus Le« britischen Kolonien hat man die Basier Mission vertrieben. (--) Karlsruhe, 16. April. Am Sonntag nachmittag wurde ein lOjähriger Schüler auf dem Exerziere Platz hier, von einem zur Landung niedergehenden Flugzeug erfaßt und sofort getötet. Der Knabe hatte trotz Verbots den Exerzierplatz betreten. (--) Karlsruhe, 16. April. Das Schwurgericht begann gestern mit seinen Beratungen. Der erste Fall betraf die Anklage gegen den Maschinisten Ernst Kemm- lein aus Karlsruhe wegen Meineids. Der schon 21 mal vorbestrafte Angeklagte wurde zu IV 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. (-) Mannheim, 16. April. Ein 55jähriger Kaufmann wurde beim Uebersstreiten der Breiten Straße von einem Straßenbahnwagen erfaßt und sehr schwer verletzt. (-) Heidelberg, 16. April. ^Durch einen sich Plötzlich in Bewegung setzenden Straßenbahnwagen geriet die > Krankenassistentin Elisabeth Heines unter das Trittbrett ! des Wagens und erlitt sehr schwere Verletzungen. ! (-) Hockenheim, 16. April. Ter hiesigen Polizei ! ist es gelungen, zwei Personen, die zahlreiche Tiebstclle i und Einbrüche in der hiesigen Gegend verübten, sest- i zunehmen. Es handelt sich um zwei Fahnenflüch?ge, von denen einer aus Karlsruhe, der andere aus St. Ilgen stammt. (-) Pforzheim, 16. April. Der Milchpreis beträgt hier für die ins Haus gebrachte Milch 44 Pfg-, für die beim Milchhändler abgeholte Milch 42 Pfg. für einen Liter. Diese Höchstpreise sind insofern allgemein überschritten worden, als die Milchhändler auch für die bei ihnen abzuholende Milch 44 Pfg. verlangten. Ihr Gesuch in diesem Sinne den Milchpreis zu ändern, wurde vom Kommunalverband abgelehnt. (-) Baden-Baden, 16. April. Einem Antrag des hiesigen Sonderausschusses zur Beschaffung von Wohnungseinrichtungen für h.'imkehrende Krieger entsprechend, beschloß der Stadtrat, die Möbel des neuerworbenen Spar- kassengebäudes (früher „Hotel Römerbad), sowie die Summe von 60000 Mk. zum Erwerb neuer und ge-* brauchter Möbel bereitzustellen. (-) Reichenbach bei Emmendingen, 16. April. Durch Feuer ist eines der ältesten Häuser unserer Gemeinde, das Wohnhaus mit Stallungen des Landwirts Johann Georg Schillinger vollständig zerstört worden. Die Bv, wohner konnten nur das nackte Leben retten. Laut „Freib. Ztg." sind die Kühe und Ochsen, Kleinvieh, Schafe und Schweine dem Feuer zum Opfer gefallen; ebenso sind sämtliche Fahrnisse mitverbrannt. (--) Stuttgart, 16. April. (Vertretung der Württ. Sparkasse.) An Stelle des verstorbenen! Geh. Hofrats Alfred Jobst ist für den Rest des Jahres 1918 Fabrikdirektor ä. D. Dr. Clausnizer zum Ersten Vorsteher der Württ. Sparkaffe (Landessparkasse) und zu dessen Stellvertreter Direktor a. D. von Renner bestellt! worden. . ü Letzte Nachrichten Wolff-Telegramme Abendbericht. Berlin, 16. April, abends, (Amtlich.) Die Höhen »on Wytschaete wurden erstürmt. Bailleul ist genommen. Kühlmann beim Kaiser. / Berlin, 16. April. (Amtlich.) S. M. der Kaiser! empfing heute den Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Dr. v. Kühlmann, zum Vortrag. 1 S M SW. verseu«. Berlin, 16. April. (Amtlich ) Durch unsere Unterseeboote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 16 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraums versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Ser Nachfolger Heroins. Wien, 17. April. Seine K. und K. Apostolische Majestät hat den gemeinsamen Finanzminister Baron Stepwan Burian von Rujecz zum Minister des Kaiserlichen und Königlichen Hauses und des Aeußern ernannt. Ueder 100S kranke Portugiesen heimgekehrt. Madrid, 16. April. Nach einer Meldung desLissa- boner Blattes Diario di Noticias sind am vergangenen Mittwoch in Lissabon über 1000 aus Frankreich kommende portugisische Soldaten gelandet, die am 7. April in Brest an Bord gegangen waren und sich zum größten Teil aus Kranken und Verwundeten zusammensetzen. Der Engländer preßt Russen tzum Heeresdienst. Berlin, 16. April. Unter den Gefangenen, die die Deutschen von einem Regiment der 40. englischen Division machten, befanden sich drei in Glasgow ansässige Russen, die gegen ihren Willen eingezogen wurden und nicht einmal der englischen Sprache mächtig waren. Großer Brand in einem Schlachthaus. Toronto, 17. April. (Reuter.) Am Sonntag abend brach in einem Schlachthaus des Unionviehhofes ein Brand aus. Der Schaden wird auf eine Million Dollars geschätzt. Trennung von Petersburg und Moskau. Berlin, 16. April. Unter Vorbehalt meldet der Petersburger Korrespondent einem Pariser Blatte: Sinow- jew verhandle als Vertreter des Petersburger Sowjets in Moskau über die Trennung Petersburgs von Moskau und ! die Bildung einer neuen russischen Nordrepublik aus den s Gouvernements der Wolga und Kama mit Peterburg als Hauptstadt. Eine andere Depesche sch ldert die innere Lage Rußlands als ^schlecht. Die Arbeit stehe überall still. Privat-Telegramme. Die Dermehrnug des englische« Heeres durch die Irländer. Berlin, 17. April. Der Lokalanzeiger meldet aus Basel: Aus London meldet das Berner Tagblatt: Die Vermehrung der britischen Streitkräfte durch die Anwendung der neuen Bill auf Irland wird von kompetenter Seite auf 10 Divisionen oder 150 000 Mann geschätzt. Furchtbares deutsches Feuer auf Arras. Schweizer Grenze, 16. April, (g. K.) Die Basler Nachrichten melden aus Paris: Arras liegt ununterbrochen unter furchtbarem deutschem Feuer. Arras ist von der Zivilbevölkerung geräumt. Auch die militärischen Anlagen der Stadt Arras sind wegen der Nähe der Kampfzone fortgebracht worden. Vor dem Generalangriff? Schweizer Grenze, 16. April, (g. K.) Der Basler Anzeiger meldet: Die neuesten französischen Berichte geben mit sichtlicher Beunruhignng der Befürchtung Ausdruck, daß die deutsche Heeresleitung in allernächster Zeit zum Generalangriff an der ganzen Front zu schreiten beabsichtige. Es sei seit einigen Tagen nicht nur bei Amiens und an der Lys, sondern auch in den Abschnitten von Noyon und Reims und an der gesamten Maaslinie ein auffallendes Aufleben der Artillerietätigkeit wahrzunehmen. Vermischtes. Schiebungen. In Berlin wurden drei Kaufleute verhaftet. die für mehrere IM 000 Mk. Hiilsenfrilchte im Schleichhandel vertrieben und dabei einen Gewinn von über 200 Prozent machten. Mehrere Eisenbahnwagen Erbsen und 4M 000 Mb. in bar, die eben ausbezahlt werden sollten, konnten beschlagnahmt werden. — Ein fahnenflüchtiger Matrose trieb mit anderen lichtscheuen Leuten einen umfangreichen Handel mit gestohlenen Lebensmitteln. In drei Kellern wurden Waren im Wert von über 40 OM Mk. entdeckt. Hohe Rechnung. Ein Zahnarzt hatte einer älteren wohl- habenden Dame für das Eiufctz-n von zwei Gcbißteilcn ullü Entfernung einer Wurzclci.eruin ein: Rechnung üb-r 60000 Mk. zugeschickt, die er nachher auf 45 OM Mk. ermäßigte. Der Sohn der Paiientin forderte 20 OM Mk. zurück, da er glaubte, die ärztliche Tätigkeit sei mit 250L0 Mk. reichlich bezahlt. Während nun die unteren Grrichtsinstanzen seine Klage ab- wiesen, gab ihm das Reichsgericht Recht, das nach dem . B. T." aussprach, das an Erpressung grenzende Verhalten öes Zahnarztes verletz? in gröblicher Weise die Standcschre und stehe mit den Geboten de; Anstands und der guten toitten in schroffem Widerspruch. Die Patientin sei ausgebeutet worden, was da; Berufungsgericht würdigen müsse. Wegen Malzschiebungen wurde der Brauereibesitzerssohe Ernst schlechter aus Lindau i. B. zu 1 Mona! Gefängnis und 253 OM Mk. Geldstrafe, der Fahrradhändbr Karl Lauster aus Reute zu 6 Wochen Gefängnis und der Kaufmann Stadelmann aus Lindau zu 14 Tagen Gefängnis und 16 MO Mb. Gelt strafe verurteilt. Kühner Flug. Nach einer Mekdit:g aus Washington hat » der argentinische Leutnant Candelana mit seinem Flugzeug die f Kordilleren überflogen. — Die Co...illeren sind die große j Gebirgskette, die Südamerika von Nord nach Süd entlang der l Westküste' durchzieht. Eie erreiche» im Süden, in Feuerland und in Patagonien rin-: Höhe von durchschnittlich 2000 Meter, i ln Chile, Peru und Bolivia 3000 bis 4000 Meter, während einzeln« ! Berg- und Vulkane bis zu 6000 und 7000 Meter (der Vulkan Pilkira 703ü M-, der Chimborazo 6247 M- ansteisen. ! Sammelt Mlügemiise! ! Aus den Marktberichten und in den Klagen der Haus- j flauen vernimmt man zur Zeit immer die Sorge der ! Schwierigkeit des Speisezettels. Es fehlt das Gemüse. ! In den Städten mehr, auf dem Lande weniger. Diese ^ Klagen nach Gemüse wären aber nicht so arg, wenn nicht s auch unsere Küche der moderne Zeitgeist durchweht hätte. ! Unsere Großeltern wußten wo sie zu dieser frühen Früh- i jahrszeit Gemüse sich verschaffen konnten. Und dahin müssen § auch wir zurückkehren — in die freie Natur. Hier hat s uns des Schöpfers reiche Hand eine Unmenge dieser ver- ^ schiedenartigsten Gemüse kostenlos zur Verfügung gestellt. ! Man darf sich nur eine kleine Mühe kosten lassen, sie zu sammeln und kennen zu lernen, dann wird auch das liebe i Weißmehl, das wir Süddeutsche halt einmal so schmerz- ? lich vermissen müssen, eher verschmerzt werden können, denn wir haben ja Gemüse. Nun wird aber die andere i Frage uns entgegengestellt werden: Was hilft uns Gemüse j ohne Fleisch? Auch hier hat die verständige Hausfrau, ^ die sich in die Zeit und ihre Verhältnisse zu schicken weiß, . gleich Antwort zur Hand und diese heißt: Nimm das ' Fleisch des Waldes — die Pilze. Und was für gute ^ und schöne Pilze gibt es bei uns! Lerne auch sie kennen, i dann schwindet auch bei diesen die Scheu, die dir wie j ein altes Schauermärchen nur ein Erbstück ist, und du ^ lernst sie schätzen und wirst sie nie mehr vermissen wollen. ' Warum wirst du hier nicht modern, wird dir die sparsame ! Hausfrau zurufen. Welche Wildgemüse gibt es denn? — Es sind dies: ? Löwenzahn, wildwachsende Zichorienpflanze, gewöhnliche Sauerampfer, Natterwurz, gewöhnliche Schafgarbe, gelb- ^ blühende Hederich, gemeine Hopfenpflanze, Brennessel, ' Schmalzblätter, Geißfuß, Wiesenkohl, Wiesenkraut, Wiesen- ! knöderich, Schafgarbe, stolze Heinrich, Ochsenzunge u. a. m. ^ Pilze von guter Beschaffenheit sind: Morcheln, Egerlinge, echter Ziegenbart, Steinpilz, Fichtenreizker, Brätling, - Schmerling, Pfifferling u. s. f. Die Zubereitung des Wildgemüses wie auch der Pilze ' erfahren wir aus jedem guten Kochbuch. Bei dem Wild- ^ gemüse werden meistens die Blätter zu Spinat oder Salat verwendet. Mögen diese Zeilen mancher Hausfrau ein Fingerzeig ! sein, wie sie ihren Mittagstisch auch auf billigste Art i abwechslungsreich gestalten kann. Vielleicht weiß eine I oder die andere Hausfrau an dieser Stelle von einem oder anderen Gemüse oder Pilze ein erprobtes Rezept mitzuteilen. Viele Hausfrauen wären gewiß hierfür dankbar. I. R. in S. Silbilliffm auf Mmmhch. Die Gemeinde Zimmern, Amt Adelsheim, vergibt im Submiffionsweg: 7 Buchen 2. Klaffe, 9,93 Festmeter 3 » 3. „ mit zus. 12,73 Fstm. 1 Weitztanne 3. Klaffe 0,73 Fstm. 1 Forle 2. Klaffe 0,92 Fstm. 38 Forlen 3. „ 24,09 „ 26 » 4. „ 14,98 „ 53 „ 5. „ 18,78 „ 1« .. 6. „ 3,22 „ mit zusammen 62 Festmeter. Angaben wollen schriftlich, nach Klassen getrennt, an das Bürgermeisteramt Zimmern, Amt Adelsheim, spätestens bis Montag, den 22. April 1918 eingereicht werden. Die Oeffnung der Angebote und die Vergebung erfolgt am Montag, den 22. April 1918, nachmittags 1 Uhr auf dem Rathaus in Zimmern, Amt Adelsheim. Die Bedingungen liegen auf dem Rathaus zur Einsicht auf. Das Holz wird auf Verlangen vom Waldhüter vorgezeigt. Zimmer», den 12. April 1918. Bürgermeisteramt: I. V.: Link. vtf. Schäfer. Am llsnkssgang ^Ileu denjenigen, die unserem lieben Vater, Lobwiegervater uncl Orossvater MlMS »NIMM Zleuer-ei-ksboi' die letzte Lbre erwiesen, besonders dem Herrn Ularrer Dürr, für seine tielemplundene Orzbrede, den lieben Kollegen, die üiin das Oeleite ru seiner letzten Uukestätte Zaben, »I dem Klilitarvereinsvorstand Herrn ^potbe- U icer Lcbröppe! für die scbünen Worte bei öliederlegung des Kranres, dem Klilitürverein tür sein vollräbliges Urscbeinen und dem ^Kircbencbor für den erbebenden6rab§esan§, unter Leitung des Herrn 4,ebrers Dorr, sprecben wir den innigsten Oanlc aus. SönAoksIlsil»», den 16. ^pril 1918 Im ölamen der trauernd Hinterbliebenen: fi-isdrivli lloelrmann. Mergentheim. Donnerstag, den 18. ds. Mts. von nachmittags 1 Ahr aa kommen im Kaufhaus Kahn är SackL gegenüber dem Bahnhof, folgende Gegenstände im öffentlichen Aufstreich gegen Barzahlung zum Verkauf: 1 Weißzeügschrank mit Schublade, 1 Spiegelschrank mit Schublade, 1 Waschtischkommode mit Spiegelaufsatz und Marmorplatte, 2 Bettladen mit Rost und 3 teil. Capok- matratzen, 2 Nachttischchen mit Aufsatz Marmorplatten, 4 Rohrsessel mit hohen Lehnen, 1 Kommode mt 4 Schubladen, 1 Umschlagtisch, vorbezeichnete Gegenstände find «utzbaumpoliert, 1 Sofa, schöne Vorhänge mit Galerien, 1 Küchentisch, 1 Ofenschirm, 1 Waschgarnitur, etwas Küchengeschirr, Bilder, 1 Rauch- und 1 Nipptischchen und sonst noch mancherlei Hausrat. Sämtliche Gegenstände find sehr gut erhalte« und noch wie ne« und würden sich für Brautleute vorzüglich eignen. Den 15. April 1918. Römer. 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