Adelsheimer Zeitung und Boxberger Anzeiger General-Anzeiger für das Banland und den Odenwald. Der Bauländer Bote erscheint werktäglich. — Verantwortlich, Druck und Verlag: Joseph Viel in Adelsheim. — Bezugspreis: Vierteljährlich frei ins Haus 3 Mark. Anzeigenpreis: Die Sgespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pf.; die Reklamezeile (Zgespaltene Petitzeile) 60 Pf. — Postscheckkonto Nr. 14054, Amt Karlsruhe. Nummer 153._ Adels heim, Mittwoch, den 3. Juli 1918._42. Jahrgang. WTB. Großes Hauptquartier, 2. Juli. (Amtlich.s Wesrlik er Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz RuPPrecht: An vielen Stellen der Front leiteten starke Feuer- Überfälle Unternehmungen des Feindes ein. Sie wurdet! abge wiesen. Heeresgruppe deutscher Kronprinz: Westlich der Oise und südlich der Aisne rege Er- kundungstätigkeit. Stärkere Teilangriffe des Feindes süd- lich des Ourcq und westlich von Chateau Thierry wurden in unserem Kampigelände zum Scheitern gebracht. Leutnant Udet errang seinen 37. und 38., Leutnanj Kroll seiueu 28. und 29. Luftsieg. Ter Erste Generalguartiermeister: Ludendorff. * „Kein wichtiges Ereignis an der gesamten Front/' sagt der neueste französische Heeresbericht. Dagegen stellt der deutsche Bericht fest, daß an vielen Stellen der Front feindliche Angriffe, namentlich von seiten der Franzosen erfolgten, die durch starke Artillerieeiuwirlung vorbereitet und unterstützt wurden. Also im Grunde genommen recht ernstliche und daher wichtige Ereignisse. Für den französischen Generalstab bzw. für dessen Berichte an die Ocffentlich'reit verlieren sie aber jede Bedeutung, — weil sie restlos gescheitert sind. Obgleich General Foch den letzten Teil seiner Reserven an die Front gezogen hat, ist ihm weder die Herauslockung de« neuen deutschen Offensive noch die Aufspürung einer schwachen Stelle an der deutschen Front gelungen, geschweige daß er selbst zu einem Großangriff hätte schreiten können, um die verlorene Initiative wieder in die Hand zu bekommen. Von den Engländern hört man, daß sie hinter ihren Frontstellungen eine dreifache Verteidigungslinie mit Hilfe der Amerikaner errichtet haben. Die Amerikaner erfüllen also mehr den Zweck von Erdarbeitern, als von Soldaten, wenigstens die eine Hälft« des Heeres, das nach einem Schweizer Fachkritiker im ganzen auf 500000 Mann zu schätzen ist. An sich kann das ja auch eine ganz nützliche Beschäftigung sein, aber mit dem hochfahrenden Getue Wilsons steht die Verwendung des amerikanischen „Millionenheers" in Frankreich doch nicht gerade in einem entsprechenden Verhältnis. Im übrigen spricht die Fortsetzung der Ausräumung von Paris dafür, daß Foch die Hauptstadt als strategisch stark bedroht ansieht, — trotz der Wacht an der Marne, die von der „andern" Hälfte der Amerikaner'übernommen worden ist und zu der. Foch anscheinend kein Vertrauen hat, obgleich sie über ein Gelände verteilt ist, das der für unbezwinglich gehaltenen Stellung der Franzosen am Ailettegrund nicht nachsteht. Die französische Regierung hat an geordnet, daß die Kinder aus Paris in die Städte und Dörfer von Mittelfrankreich verbracht werden sollen. Diese Maßnahme ist nicht oder nur zum geringsten Teil durch Ernährungssorgen veranlaßt, denn Paris ist in Hinsicht der Lebensmittelzufuhr eher besser daran, als andere französische Städte, wegen seiner unmittelbaren Verbindung mit der See. Auch die deutschen Fliegerangriffe und die Bomben der weittragenden Geschütze werden den Ausschlag nicht gegeben haben, wenn sie auch ihr Teil dazu beigetragen haben mögen. Vielmehr hat ohne Zweifel die allgemeine Kriegslage bestimmend gewirkt und Foch mag befürchten, daß die nächste deutsch« Offensive der Stadt Paris neue und größere Gefahren bringen könnte. Aus Zürich wird mitgeteilt, daß der Sohn des ermordeten französischen Sozialistenführers Jaures, der als Leutnant an der Front stand, seit dem 8. Juni vermißt wird. Das erste amerikanische Regiment ist nach bei „Times" in Italien eingetroffen. Es dürfte sich un jenes von General Pershing in Frankreich ausgelesem Regiment handeln, durch das man den „moralischen Ein druck" auf die Oesterreicher machen will, t In ärgerlichem Tone veröffentlichte neulich die eng rische Regierung eine Meldung aus Ostafrika, daß dei deutsche Generalleutnant v. Lettow-Vorbeck vor den englischen Truppen, die ihn umzingelt hatten, zurückgewicher ei. Der „Züricher Anzeiger" bestätigt nun diese D^l- dung. Es gelang dem General, sich mit seiner kleines Schar durch die englischen Linien durchzuschlagen, wöbe anscheinend dre Engländer erhebliche Verlust erlitten Lettow-Vorbeck befmdet sich jetzt im Innern des ge- vrcgrgen und waldreichen Tells der portugiesischen Kolonü Mozambique m Sicherheit und er dürste während der jetzt beginnenden Regenzett Ruhe haben. — > -s ^ « Vs — » » — » Das vierte Kriegsjahr neigt sich seinem Ende zu. Deutschlands Heldensöhne stehen draußen in schweren siegreichen Kämpfen zum Schutze der heimatlichen Erde. Die Aufgaben des Roten Kreuzes versiegen nicht. Je größer die Kämpfe umso größer die Anforderungen, die an seine Kräfte gestellt und bedingungslos erfüllt werden müssen. Die Kriegskrankenpflege, die Liebesgabenversorgung der Feldtruppen, die Fürsorge für Gefangene und Flüchtlinge erfordern gewaltige Mittel, sollen sie in einer Weise versehen werden, die der Bedeutung dieser Aufgaben entspricht und dem nahe kommt, was unserem Pflichtgefühl und dem Gebot der Nächstenliebe Genüge tut. Darum wenden wir uns an jeden, dessen Herz erfüllt ist von dem Drange unseren tapferen Feldgrauen, die ihr Blut für das Vaterland hingegeben haben, zu helfen, an alle die die durch die Not der Gefangenen und Flüchtlinge im Innersten ergriffen werden und lassen an sie die Bitte ergehen: Beteiligt Euch an der Grotzherzogs-Geburtstagsspende, helft dev Roten Kreuz seine Aufgaben erfüllen, es find heilige Pflichten, Hie «ns rufen. rs »—» i- rs - -— , Der Ehrenvorsitzende des Badische« Landcsvereins vom Rote« Kreuz: gez. Max, Prinz von Baden, gez. Max Ego«, Fürst z« Fürstenberg, Donaneschinge«. Der Staatsminister und Minister des Innern: gez. Freiherr v. Bodman. Der stell», kommandierende General des 14. A. K. gez. 3 sbert, General der Infanterie Der Territorialdelegierte der frei«,. Krankenpflege für das Grotzherzogtnm Baden : gez. Pfisterer. gez. Graf von Berckheim, Weinheim. Der Erzbischof der ErzdiSeese Freibnrg: Dr. Thomas Nörber. Der Präsident des evang. Sberkirchenrats: gez. Dr. Nidel. Für den Oberrat der Israeliten: gez. Dr. Mayer, Geh. Sberregierungsrat. Der Dorfitzerde des Badischen Landesvereins vom Roten Kreuz: gez. General Limberger. Der Generalsekretär des Badischen Frane «Vereins: gez. Müller, «eheimerat. Der Vorstand des kath. Eartitasverbandea: gez. Dr. Werthmann, Prälat. Der Vorstand des evang. Landesvereins für Innere Mission: gez. D. Schmltthenner. Prälat. Der Borfitzende der Depotabteilung des Badischen Landesverein» vom Roten Kreuz: gez. Dr. Stroebe. Von der oft bewährten Opferwilligkeit unserer Bevölkerung erwarten wir zuversichtlich, daß sie auch dieses Mal mit offenen Händen ihr Scherflein für den guten Zweck spendet. Die Ha « S» sammlung findet in den diesseitigen Bezirken am Sonnt ag, den 7. 3«li statt. Die Vorsitzende« der Bezirksansfchüffe vom Roten Kreuz: Für den Amtsbezirk Adelsheim: Für den Amtsbezirk Boxberg. I. V.: Dr. Weißmann. Dr. Döpfner. HI»IIIIIIIII»IIIII»IIIIlII»IIIMIII»»I»»»MI»»Il»»MM»»»»MMM»»»»l»»M»»l»I»»^ Die Ereignisse im Diten. Basel, 2. Juli. Nach einer Pariser Havasm.wung wird dem „Temps" aus Christian«« berichtet: 500 bis 600 Finnländer und Deutsche werden östlich der norwegischen Grenze gemeldet. Sie bewegen sich gegen Pekschenqa. Shanghai, 30. Juni. (Reuter.) Die Tschechen haben den Sovjet von Wladiwostok aufgelöst. Moskau, 2. Juli. Me Sovjetregierung wird die Gewinnung und den Verkauf des Erdöls zum Staats- Monopol machen. Der Krieg mit JtaliM Wien, 2. Juli. Amtlich wird verlautbart: Die Artillerietätigkeit ist an der sauren italienischen Front sehr ! rege. Sie steigerte sich heute'früh Mischen Brenta und ' Piave und an der untern Piave zu namhafter Stärke- Größere Jnfanteriekampfhandlungen sind gestern tagsüber unterblieben. Ter Chef des Generalstabs» Der Krieg zur See. London, 2. Juli. (Reuter.) Me Admiralität tei l amtlich mit, daß das Hospitalschiff Llandovery Castts (11423 BRT.) südwestlich von Fastnet am 24. Juni ! 10.30 Uhr abends horpediert und versenkt wurde. 234 I Mann der Besatzung werden vermißt. (Wie alle ähnlichen ! Behauptungen der englischen Admiralität dürste es » ich ! ^Falle nicht den Tatsachen entsprechen, daß ein deutsches Tauchboot an dem Schicksal des Schisses schuld ist. Wie aus späteren Nachrichten hervorgeht, hat niemand an Bord des Dampfers ein Tauchboot oder einen Torpedo bemerkt. Jedenfalls wird die Ursache des Verlustes auf eine englische Mine zurückzuführen sein.) Nach weiteren Angaben der Wmiralität ist die „Llandovcry Castle" 10 Minuten nach der Explosion gesunken. Das Schiff war aus dem Wege von Kanada nach England und hatte infolgedessen keine Kranken und Verwundeten an Bord. Seine Besatzung bestand aus 164 Offizieren und Mannschaften. Ausserdem waren 80 kanadische Sanitätcholdaieu und 14 Pflegerinnen an Bord. Von diesen 258 Personen haben bis jetzt 24 Ueberlebende in einem Boot einen Hasen erreicht. Beeil, 2. Juli. Ter Pariser „Matin^ meldet: Auf einer englischen Werft wurde soeben der größte elektrische Ozeandampfer der Welt fertiggestellt. Tie elektrische Triebkraft wird durch Dampfturbinen erzeugt. Der Maschinenraum konnte dadurch bedeutend eingeschränkt werben. Auf dem neuen Schiff kann 8—10 Prozent mehr Ladung verstaut werden als auf einem gewöhnlichen Dampfer gleicher Größe. l Wofür und wogegen kämpfen unsere Gegner. . Von Professor A. Bauseri . 1 Je länger der Krieg weitergeht, desto notwendiger W es, daß ivir eine klare Antwort aus diese Frage tzu gewinnen suchen; liegt doch in der Antwort aus diese Frage die Lösung des Rätsels, welches uns der unerschütterliche Kriegswille unserer Gegner aufgibt und Andererseits uach der Schlüssel zu der Notwendigkeit des unbedingten Turchhaltens ans unserer Seite. Frankreichs Kampf gilt der Wiedereroberung von Elsaß-Lothringen. Und doch ist Elsaß-Lothringen Mur ein Sinnbild des Kampfes, den Frankreich gegen Uns fuhrt. Wenn wir den Franzosen 1871 die Reichs- jlande gelassen hätten, so hätten sie ein anderes Losungswort zur Auspeitschung der nationalen Leidenschaft gefunden. Haben sie doch nach 1866 „Rache für Sa- owa" verlangt, obwohl es sich damals nicht um eine anzösische, sondern um eine österreichische Niederlage han- elte. Sie hätten nach „Revanche" geschrieen, weil wir ie 1870-71 besiegt und dadurch ihre nationale Eitelkeit und Ruhmsucht aufs Empfindlichste verletzt haben, 'ie Franzosen können die Zeiten Ludwigs XIV und apoleons I nicht vergessen. Sie halten sich noch heute ffür die erste Kulturnation der Welt und ihr Recht, die «erste Macht auf dem Festland zu sein, für etwas Selbstverständliches. Dieser Wahn kann Frankreichs Untergang zur Folge haben. Tie französische Machtstellung jwar eben nur möglich, solange die Zersplitterung, die Ohnmacht Deutschlands dauerte. Deutschlands Einheit 'ührte zu Deutschlands Macht und damit notwendig zum iedergang von Frankreichs Vormachtstellung aus dem estland. Daher ist der Kampf für Frankreich ein Entweder — Oder; es kämpft um Elsaß-Lothringen, um Das linke Rheinufer, d. h. gegen Deutschlands Einheit und Macht. Einen ähnlichen Kampf führt Italien gegen Oesterreich. Auch hier gibt es „Brüder zu erlösen", selbst wenn diese Brüder gar nicht erlöst sein wollen. Der nationale Ehrgeiz wird gestachelt durch die Erinnerung an -ie Weltmacht des alten Rom. Oesterreich ist für den ^Italiener der alte Erbfeind, gegen den die Einheit erkämpft werden mußte. Italien kämpft um den Besitz österreichischer Gebiete mit italienischer, ja sogar um «solche mit slawischer Bevölkerung. Wir haben es also »auch hier nur mit einem Losungswort zu tun zur Auf-- jstachelung der Massen. In Wahrheit ist es auch hier lein Kamps um die Macht und zwar um die Vormacht Lm- Adriatischen Meer. iWlH hier ein. EntwHer — Oder. Um Englands Kamps zu kennzeichnen, genügt ein , ein einziger Satz, der schon 1897 in einer angesehenen ^ englischen Wochenschrift zu lesen war und den eigentlich § jeder Deutsche auswendig lernen sollte: „Wenn Deutsch- ; land morgen vernichtet wäre, so gäbe es in der Welt , nicht einen Engländer, der übermorgen nicht um so ! reicher wäre." Tie Engländer kämpfen dafür, daß sie ; in der Welt mühe- und konkurrenzlos reich werden kön- ! nen; sie kämpfen für ihre durch Deutschland bedrohte ^ erste Stelle in der Weltwirtschaft, im Welthandel. Es « ist nun, da Deutschland trotz der Hilfe der ganzen Welt ! nicht zu besiegen war, daraus gleichzeitig ein Kampf um > die englische Weltherrschaft geworden, die schwer er- ; schlittert werden wird, weil es England nicht gelingt, ! Deutschland unterzukriegen — das erste Mißlingen > in Englands jahrhundertelangen! Kampf um die Weltherrschaft. Ter Kampf Englands gegen Deutschland ist ! ein Kampf gegen Deutschlands wirtschaftlichem Auf- ! schwung, dem es Halt gebieten wollte, also gegen nichts j anderes als gegen die deutsche Arbeit, nicht nur in Han- j del und Industrie, sondern auch auf den untrennbar damit ! verbundenen Gebieten der Landwirtschaft und — nicht zuletzt — der Wissenschaft. . j Tie Vereinigten Staaten kämpfen unter Wil- i sons Führung angeblich gegen den deutschen Militaris- « mus, gegen die selbstherrliche deutsche Regierung. In Wahrheit jedoch beruht ihre Gegnerschaft gegen Deutsch- « land nur darauf, daß sie den deutschen Sieg fürchten. ! Diese Furcht vor dem deutschen Sieg ist im Grunde nichts anderes, als die Furcht, das viele Geld Zu verlieren, das die Ententemächte Amerika für die gelieferte Mu- ! nition schuldig sind. Der Krieg ist für die Vereinigten ! Staaten nichts anderes als ein Krieg gegen den deut- i scheu Sieg für das amerikanische Geld. , Alles in allem genommen: der Kampf der roma- ! irischen Völker Frankreich und Italien ist immerhin : wenigstens ein Kampf um Ideen, um geistige Ziele, « wenn sie auch noch so falsch sind. Der Kampf des Angel- sachsentums ist ein Kampf ums Geld, um rein materielle « Dinge. Unser Kampf ist so gleichzeitig ein Kampf gegen « den überhitzten Ehrgeiz der Franzosen und Italiener ; und gegen die angelsächsische. Weltanschauung, die das : Geld als den alleinigen Hebel und Herrscher der Welt r betrachtet. . j Ausrufung eines neuen Zaren. mKöln, 3. Juli. (Priv.) Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Kiew: Japanische Truppe» find unter dem Desehl des Generals Kalo in Wladiwostok gelandet, um die tschechisch- slowakische und die ukrainische Bewegung gegen die Bolschewik! zu unterstützen. Groß- siirst Michael Alexandrowitsch wurde zum Zaren ernannt. Er befindet sich mit Tschechen und Slowaken auf dem Marsch gegen Moskau. ! Dazu schreibt der Mannheimer General-Anzeiger: Wir « müssen abwarten, ob die Nachricht sich bestätigt. Die ? japanische Politik arbeitete in letzter Zeit hinter einem ! dichten Schleier, der schwer zu durchdringen war. Die , Meldungen über das Eingreifen Japans gingen dermaßen j auf und ab, daß keine klare Vorstellung von den zu ! erwartenden Ereignissen zu gewinnen war. Die sibirische , Aktion des Mikadoreiches wurde bald als bevorstehend bezeichnet, bald schien sie auf die lange Bank geschoben. England stand angeblich dem Unternehmen nicht sympashisch gegenüber, habe aber dem Drängen Japans scheinbar nachgegeben, da es wußte, daß Wilson niemals der Intervention zustimmen werde. Noch vor einigen Tagen wurde berichtet, daß in der französischen Presse nur noch Herve an eine Intervention Japans glaube. Und nun soll sie Tatsache geworden sein. Kalo ist mit der ausgesprochenen Absicht in Wladiwostok gelandet, die englische Gegenrevolution in Rußland zu fördern, das Regiment der Bolschewik; zu stürzen. Der vor einiger Zeit aus Perm geflohene Großfürst Michael, der sich dann in Omsk an die Spitze der Gegenrevolution gestellt haben soll, ist zum Zaren ausgerufen und soll bereits im Anmarsch auf Moskau sein. Der Kampf um Rußland zwischen den Mächtegruppen, um den es sich in Wirklichkeit bei dieser Gegenrevolution handelt, scheint int sein letztes kritisches und entscheidendes Stadium eintreden zu wollen. Von der Murmanküste her suchen englische, von Wladiwostock her japanische, aus dem Innern heraus tschecho-slowakische Truppen, auf die Mittelpunkte Rußlands loszumarschieren, um die Machtzentren, Petersburg un Moskau in die Hand zu bekommen. Die „Times" schrieb vor einiger Zeit: „Die Macht, die Rußland mit Verständnis aus dem gegenwärtigen Chaos erlöst, wird es künftig beherrschen. Die Kräfte, die in den nächsten Dekaden Rußland wirtschaftlich wieder aufbauen, werden in 20 Jahren die Welt regieren". Man kann nicht schärfer und genauer das Problem des neuen Kampfes um Rußland formulieren. England und Amerika und Japan wollen die mächtigen Rotzstoffund Lebensmittelquellen, die Rußland birgt, an sich reißen. Der Weg führt über einen neuen Bürgerkrieg. Rußland soll noch schrecklicher leiden, um ganz willenlos zu werden. Es ist klar, daß unserer politischen Leitung im Augenblick ganz außerordentlich große Aufgaben erwachsen; sie lassen sich kurz dahin zusammenfassen, daß wir Rußland davor bewahren müssen — in welchen Formen immer —, seine wirtschaftliche und politisch^ Selbständigkeit zu erhalten, soweit der Gang des Krieges nicht schon entschieden hat. Es könnte der Zeitpunkt einer weitgehenden Solidarität zwischen Deutschland und aller Kräfte in Großrußland Heranrücken, die ihr Land nicht den Krallen der Alliierten Beutegeier verfallen lassen wollen. Das nächste aber wird nun ein neuer Bürgerkrieg sein, dessen Ausgang das diplomatische Spiel der Mächte bestimmen wird. Aus Stadt And Lara». ** Adelsheim, 3 Juli — Gedenktage. 3. Juli 1917 Scheitern russischer Angriffe bei Brzczany. 1916 schwere russische Niederlage bei Tlumaez. 1915 Erstürmung der russischen Höhenstellungen bei Krasnik. 1914 Leichenfeier zu Wien für dasermordete österreichische Thronfolgerpaar. 1866 Schlacht bei Kön ggrätz. — Sieg der Oesterreicher über die Italiener unter Garibaldi am Lardasee. 1848 Geb. General Lothar von Trotha, ehem. Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika. — Berichtigung. In der Nummer 151 vom Montag den 1. Juli hat sich in dem wiedergegebcnen Telegramm des Großh. Amtsvorstandes Freiherrn v. Rotberg, an den Abgeordnetentag des Militärgauverbandes ein sinnentstellender Uebermittlungsfehler eingeschlichen. Die Depesche hat folgenden Wortlaut: „Durch Krankheit am Erscheinen verhindert, rufe ich den Gauvereinen zu: Trotz Not und Tod heute und immerdar aufrecht und siegesgewiß (nicht „Siegesgruß); alles fürs liebe Vaterland." — Ernennung. Feldwelleutnant R i ch a r d Mayer wurde durch Verfügung des Gr. Ministeriums des Innern zum etatsmäßigen Kanzleiassistenten beim Gr. Bezirksamt Adelsheim ernannt. — Unsere Planeten im Juli. Von unseren großen Planeten bleiben während des heurigen Juli unsichtbar der zweitgrößte derselben der Saturn und der Merkur. Auch im nächsten Monate werden beide noch nicht wieder in Erscheinung treten. Die Dauer seiner Sichtbarkeit verringert weiter der rot funkelnde Mars. Er wird Ende des Monats ,uns nur noch eine halbe Stunde lang wahrnehmbar sein. Hoffentlich ist dies für uns ein himmlisches Karte Irüfung. Roman von Max Hoffmann. 49 Gleich dorans wurde Fritz von Marleben vorgelaflen Auch -r sollte die Uebereinstimmimg dieses Menschen mit jenem. )en er am Tage vordem Verbrechen bei der Schwester gesehen hatte, feststellen. „Gewiß," sagte er, nachdem er Majewski scharf gemustert hatte, „er ist es!" Sei» Blut kam in Wallung, als er diesen Menschen vor sich sah, der so viel Schmerz, Aufregung und Trauer über ihn gebracht hatte. Er ballte die Faust und drohte ihm mit den Worten: „Also das ist der Niederträchtige, der so schändlich war—" Majewski sprang trotzig auf und unterbrach ihn blitzenden Auges. „Zum Teufel noch einmal, nein!" rieferwild. „Ich sage es wieder und immer wieder »nd will es hinausschreieu in alle Welt: Ich habe niemand getötet! In dieser Angelegenheit bin ich unschuldig wie ein junges Lamm." „Schweigen Sie!" herrschte ihn Scharffenstein energisch an. „Was erlauben Sie sich hier für einen Ton? Wenn ich so etivas noch einmal höre, lasse ich Sie für drei Tage ein- steckeu, merken Sie sich das!" Der Verbrecher verfiel wieder in seinen weinerlichen Ton. „Aber Herr Nliiersnchnngsrichter, wenn ich Ihnen doch sage, daß ich unschuldig an dem Morde bin!" .Warten Sie gefälligst ab, bis Sie gefragt werden! Sie ha- ben also die Identität festgestellt, Herr von Marleben. Dann danke ich Ihnen." Fritz von Marleben ging langsam hinaus, mcht ohne vorher einen giftigen, höhnischen Blick von seiten dek Assessors ausgefangen zu haben, was ihn aber sehr kalt ließ. Hier hatte man »ach seiner Meinung endlich den Mörder, den die wohlver- diente Strafe treffen würde, und er selber iväre dann aller wep teren Scherereien enthoben. Dieser Gedanke gewährte ihm bei aller Aufregung, in die ihn der Anblick diejes Menschen versetzt hatte, eine gewisse Befriedigung. Herr von Scharfsenstein setzte das Verhör des Verhafteten fort. „Ilm welche Zeit führten Sie den Einbruch aus?" „Es war kurz nach uvölf" „Und Sie stiegen durchs Fenster?" „Ja. lieber den Korridor wollte ich nicht gehen, weil ich da erst über die Treppe gemußt hätte, und da fürchtete ich, von dem Dienstmädchen gehört zu werden." „Ihre sogenannte Freundin hatte das Fenster angelehnt gelassen?" „Jawohl, und dann holte ich mir ans dem Holzstall die Leiter, von der sie mir schon vorher erzählt hatte, und stieg hinein. Dicht am Fensterbrett blieb ich wohl zehn Minuten znsam- meugekanert sitzen und lauschte. Wie mir ineine Freundin gesagt hatte, schien der Alte in tiefem Morphiumschlaf zu liegen. denn ich hörte nicht einen Atemzug. Da wurde ich ganz dreist, zündete ein Wachsstöckchen an und nahm den Schlüssel, den ich genau nach Angabe in einer kleinen Bronzeschale fand, und öffnete den Schrank. Im Nu batte ich das Paket Geldscheine eingesteckt, als ans dem Nebenzimmer ein verdächtiges Geräusch kam. Das Blut in den Adern schien mir vor Schreck zu gerinnen, ich hatte kaum so viel Kraft, um nach dem Fenster zu schleichen, kletterte wieder hinunter, ergriff die Leiter und wollte sie wieder nach dem Holzstall znrückbringen. Aber ich war fast sinnlos vor Angst, eilte mit der Leiter in der Hand nach dem Gitter, legte sie dort behutsam nieder, so daß sie nicht gleich zu sehen war, schwang mich über die Eisenstäbe und stürmte wie von Furien gehetzt nach Hause. Es war sehr weit. Ich kam in Schweiß gebadet dort an und legte mich gleich zu Bett. Weiler weiß ich nichts, so wahr mir Gott helfe!" Herr von Scharfsenstein schüttelte den Kopf. „Machen Sie niir doch nichts weiß! Warum hat Ihnen denn Ihre sogenannte Freundin nicht geholfen?" „Mnß ich's immer ivieder sagen? Die hätte alles von vornherein verdorben. Sie hat gar keinen Mut zu so etivas und honte bei der geringsten Störung laut aufgeschrien. Nein, sie war nicht dazu zu gebrauchen." „Wo ist denn nun eigentlich das Mädchen?" Majeivski biß sich auf die Lippen und schwieg. „Ach so, Sie wollen den Gentleman spielen und sie nicht verraten! Das ist doch aber töricht. Sie allein könnte vielleicht den schweren Verdacht des Mordes von Ihnen nehmen." Majewski wiegt« sein Haupt und atmete schwer. Aber er sagte nicht». Der alte Herr nahm eins milde, fast väterliche Redeweise an: „Majewski," sagte er. als wenn er zu einem Kinde spräche „ich »»iß Sie in der Tat achten wegen Ihres rücksichtsvolle«» Verhaltens. Und daS »in so mehr, da Sie von jenem Mädchen verraten worden sind. Die Eifersucht, die sie dazu veranlaßt hat, ist ganz haltlos, »licht wahr?" „Gott, Herr Nntersuchnngsrichter, man macht ja hin mit wieder seine kleinen Seitensprünge. Aber «in großen und gan zen bin ich ihr doch stets treu gewesen." „Schön. Und Sie haben sie auch unterstützt, nicht wahr?" „Dazu war ich verpflichtet." „Und nun ist sie so undankbar gegen Sie! Sie oerdiem Ihre zarte Schonung gar nicht." „Aber ich — ich liebe sie doch immer noch!" „So? Sie sind ein tadelloser Gemütsmensch. daS muß man sagen. Das wird Ihnen jedoch nichts Helsen. Sie kön neu sich nicht von dem Verdacht der vollen Täterschaft rein waschen. Hat jenes Mädchen vielleicht daS fehlende Geld?" „Welches fehlende Geld?" „Nim, es sind doch dreißigtausend Mark gestohlen oder viel mehr achtimdzivanzigt-msend. Wo haben Sie nun di« übrigen zivanzigtausend Mark gelaffen?" Der Gefragte starrte vor sich hin. „Haben Sie das Geld etwa vergraben?" Majeivski stieß jetzt unartikulierte Laute aus. „Oder einem Freunde in Verwahrung gegeben?" Die unartikulierten Laute des Verbrechers steigerten sich rasch zu einem nnheimlichen Geschrei, das plötzlich zu gräßlichem Brüllen anwuchs, als wenn ein wildes Tier im Käsig sich gegen seinen Bändiger anflehnt. Dabei gewährte er einen Allblick, der auch starknervigen Männern Furcht eiiiznflötzen imstande war. Nur nicht dem an derartige Szenen gewöhnten Herrn von Scharffettstein. Er hatte rasch auf einen elektrischen Knopf seines Tisches gedrückt, und sofort sprangen vier her- kulische Polizisten herein, denen die Komnnssare Weide unk Bardekow auf dem Fuße folgten. Majewski warf sich ihnen mit der Kraft der Verzweiflung entgegen, aber nach kurzem Kampf war er von der Uebermacht überwältigt und wurde auf dem Stuhle festgehalten. 234,20 Zeichen, daß während des heurigen Juli die Tätigkeit des Kriegsgottes endlich ihrem Ende entgegengeht, daß Mars seine Rolle bald ausgespielt haben wird. Als Morgenstern leuchtet uns die Venus und zwar während der Dauer von 1^/r Stunden. In Erscheinung tritt uns wieder der Jupiter. Ende dieses Monats wird er morgens im Nordosten schon l^/z Stunden lang beobachtet werden können. Er ist unser größter Planet, 11,3 mal so groß wie die Erde und nur 9,6 mal kleiner als die Sonne. Da er noch nicht völlig erloschen ist kann er als eine Nebensonne in unserem Weltsystem gelten. Seiner Größe entsprechend hat er auch mehr Trabanten, mehr Monde als unsere Erde. Wir kennen bereits neun derselben. Die ersten vier Monde entdeckte im Jahre 1610 Halileo Galilei und mittels eines guten Opernglases kann ein jeder diese vier beobachten, doch nickt immer. Ihre Bewegung läßt oft keinen sichtbar sein, dann aber auch wieder alle vier gleichzeitig. Freunden des Nachthimmels können wir nur empfehlen, den Jupiter und seine Monde zu beobachten. — Die Grippe, oder, wie sie jetzt unrichtig auä vielfach genannt wird, die spanische Krankheit, hat vor Spanien ans ihren Weg durch Europa angetreten uni zeigt sich auch schon in ganz Deutschland, in einiger Städten wie Berlin, Nürnberg, München, Stuttgart stär> ker, in anderen tritt sie mehr vereinzelt auf. Es ist aber kein Zweifel, daß sie durch Ansteckung ihre Verbreitung findet. Tie Krankheitserscheinungen bestehen in Mattigkeit, Schwindelanfällen, Brechreiz und Fieber; in drei bis vier Tagen ist die Krankheit in der Regel überwunden. Das beste Mittel dagegen ist Bettruhe. Die Grippi oder Influenza ist bis jetzt im allgemeinen gutartig ausgetreten, wenn auch vielfach Fieber bis zu 40 Grad fest- gestellt wurde und die Entzündung der Schleimhäute, nicht selten mit Luftröhrenkatarrh verbunden, recht lästig fällt. Anfangs leiden die Erkrankten an Schmerzen an verschiedenen Stellen des Körpers, während merkwürdigerweise der Puls kaum eine Veränderung zeigt. Am meisten erkranken Leute, die der Beruf in größerer Zahl vereinigt, also besonders Arbeiter und Arbeiterinnen in großen Betrieben usw. Wer von der Grippe befallen wird, soll alsbald das Bett aufsnchcn; verschleppte Fälle verlaufen gewöhnlich weniger leicht. — Die Verkchrsksnkurrenz. Die Zusammenkunft der Verkehrsminister der deutschen Bundesstaaten in Wiesbaden am 28. und 29. Juni hat über die Fragen der weiteren einheitlichen Einrichtungen und Maßnahmen auf dem Gebiet des Eisenbahnh^triebs und Verkehrs sowie der Ausschaltung des Wettbewerbs auf den Staatsbahnen befriedigende Ergebnisse erzielt. Tie Verhandlungen sollen in Bälde fortgesetzt werden. Bayern bedingte sich die vollständige Wahrung seiner Eisenbahnhoheit und seiner Reservatrechle ans. — Die deutschen Sparkassen. Ter Monat Mai hat den deutschen Sparkassen einen Zuwachs an Einlagen von 450 Millionen Mark gebracht gegen 300 bezw. 250 Millionen Mark im gleichen Monat der beiden Vorjahre. Auch diesmal konnte wieder festgestellt werden, daß die Einzelbeträge gegen früher niedriger, dafür aber zahlreicher waren, ein Beweis für die Beteiligung der breitesten Schichten der Bevölkerung. Seit Beginn des Jahres hat die Zunahme 3300 ^fllionen Mark betragen gegen 1660 bezw. 1465 Millionen Mark in der gleichen Zeit dev- beiden Vorjahre — alles ohne Abzug der Zeichnungen der Sparer auß die Kriegsanleihen. s ^ v. Voxberg, 3. Juli. Mit der badischen Silbernen V e r d i e n st me d ai l l e wurde Kraftfahrer Wilhelm Weber von hier, ausgezeichnet, wozu wir ihm gratulieren und gesunde Heimkehr wünschen I h. Boxberg, 3. Juli. Der Gefreite Ernst Weber, Sohn des Bezirksrats Ludwig Weber hier, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Bad. Silbernen Verdienstmedaille, wurde zum Unteroffizier befördert. — Gefreiter Adolf Weber, Sohn des Schneidermeisters Weber, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl. für hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde. — Beiden tapferen Streitern unsere Gratulation. Badischer Landtag. Erste Kammer. (-) Karlsruhe, i. Zun. Der ÄusMUtz oer »rrrn . Kammer für Justiz und Verwaltung hat den Gesetzentwurf über die Aenderung des Stiftungsgesetzes i» der Fassung der Zweiten Kammer angenommen. Betreffend dem Beschluß der Zweiten Kainmer wegen Aen« deru'ig der Zusammensetzung der Ersten Kam, mer, billigte der Ausschuß die Forderungen nach Zu, lassnng einer Stellvertretung für den Erzbischof unh den evangel. Prälaten und nach Erweiterung der Ersten Kammer durch zwei Stellvertreter einstimmig. Dem Ge, danken einer mäßigen Verringerung der Vertretung des Adels stand er in seiner Mehrheit nicht ablehenend gegenüber. Nachdem jedoch zwei standesherrliche Stimmen ohnehin in Wegfall kommen, sprach er sich für eine wettere Minderung und zwar bei der Vertretung der Grundherren, nur unter der Voraussetzung aus, daß sie notwendig werde, um den Ausbau der Kammer nach anderer Richtung zu ermöglichen, wobei insbesondere in Betracht käme die Vermehrung der Vertreter der Städte« ordnungsstätte ans vier (damit Mannheim und Karlsruhe ständige Sitze erhalten) und der Vertreter der Handelskammern auf fünf. Weiter behandelte der Justizausschuß den Beschluß der Zweiten Kammer wegen Einführung der Verhältniswahl und beschloß zu beantragen, die Erste Kammer wolle die Großh. Regierung um einen Gesetzentwurf bitten, durch den die Verhältniswahl nach den vorgeschlagenen einnamigen System zunächst für zwei Landtags- Perioden in den größeren Städten eingeführt wird, und dann, wenn hierbei die Brauchbarkeit des Systems sich ? eriveist, einen weitere Gnesetzentwnrf, der die Verhältniswahl auf das ganze Land ausdehnt. - ' Zweite Kammer. ^ (-) Karlsruhe, 2. Juli. Die Zweite Kammer erledigte in ihrer gestrigen Nachmittagssitzung mehrere Jn-s terpellationen und zwar zunächst diejenige der Sozialdemokratie über ungerechtfertigt hohe Nähfadenprei- se, die von der badischen Kriegsarbeitshilfe von de« Nähfrauen verlangt werden. — Ministerialdirektor P f ist sterer gab ein Schreiben des Kriegsbekleidungsamts bekannt, in welchem zugegeben wird, daß einmal billi berechneter Faden für teureren in Anrechnung kam. Nar >em sich die Abgg. Beizer (Zentr.) undMassa(F.V, oafür ausgesprochen hatten, daß den Frauen der zu v - erlangte Betrag zurückerstattet werde, erklärte der R»< gierungsvertreter, es werde für Abhilfe gesorgt. Es folgt die Zentrumsinterpellation über die Ein* reihung badischer Heerespflichtiger in nicht* v-'-msche Truppenteile. Die Abgg. Äöttger (Soz.)^ Seubert (Zentr.), Reinhardt (Zentr.), Geck, (U i. Soz.) und Herbster (Natl.). sowie Fischer Vgg) Odenwald und Muser (F. V.), gaben dem Wunsch Ausdruck, daß den berechtigten badischen i'G-> fchen in Berlin mehr Rechnung getragen werde. — Mir i- sterionstrcktor Pfisterer bat, der Regierung gn ü >d Marxn-sl zur Verfügung zu stellen, sie werde dann, oie n» Berlin naiWnickstch verirrten. Zu nei,.!!>n-S!.mk,pc!sa;ton über die Abgab LN vir gelie-erten Schlachtrinde nort-r>«nr^t>c. zckin Zrvecke der Weitern: bemrrLr. Gch Oborrng. Dr. Schneider) daß n-che di? Interpellation abzie nigeu st-K!e, auf w Inch uiücktte-ger, Zur Interpellation der - : vn : an . !'g tneie- nm e : !s- stehenden Vereinigung über die Höchstpreise und Beschlagnahme "von Schweinen erklärt Geh. Rat Dr. Schneider, diejenigen Schweine, die für die Haus- schlachtnng gemästet werden, würden den Landwirten belassen werden. Die Petition der mittleren Verwaltnngs- beamten betr. Anstellungsverhältnisse wurde der Regierung zur Kenntnisnahme, diejenige der Bezirksgeometer über eine Neuorganisation des Vermessungswesens der Regierung empfehlend überwiesen. (-) Karlsruhe, 2. Juli. In ihrer heutigen Bormittagssitzung befaßte sich die Kammer mit den Petitionen der Stadtgemeinde Schopfheim um Erweiterung der Realschule zu einer Oberreakfchule, des Gemeinderats Säckingen um Umwandlung der dortigen Realschule in ein, Realgymnasium und der Stadtgemeinde Lörrach um Ausbau der Realschule. In der Aussprache trat Abg. Herbster (Natl.) für die Bitte der Stadtgemeinde Schopfheim ein, Abg. Ringwald (Natl.) befürwortete den Wunsch von Lörrach und Abg. Albietz (Zentr.) bat alle drei Gemeinden in Konkurrenz zu ziehen. Die Abgg. Rösch (Soz.) und Spang iZentr.) vertraten lokale Wünsche. Minister Dr. Hübsch erklärte, die Regierung werde nach dem Krieg die Wünsche eingehend prüfen. Die drei Petitionen wurden sodann der Regierung empfohlen. Namens des Haushaltsausschusses berichtete Abg. Neck (natl.) über den nationalliberalen Antrag betr. Er* richtung einer Abteilung für Land- und Forstwirtschafts* lehre an einer der badischen Hochschulen. Geheimrat Tr. Schwörer betonte, die Finanzlage gestatte es heute noch! nicht, dem geäußerten Wunsche zu entsprechen. Ter Antrag fand einstimmige Annahme. Ter Zentrumsantrag betr. die Erhöhung der Alters-, Invaliden- und Unfall-- renten ist. teilweise durch die Bundesratsvewrdnung erledigt. Soweit die Alters- und Waisenrenten in Befracht kommen, wurde der Antrag angenommen. Die Petition des LandesverbaniMs bad. Gewerbe- und Hand- Verkervereinigungen um Steuerermäßigung für Handwerker wurde der Regierung empfehlend überwiesen, diejenige des Beamten- und Lchrervereins betr die Errichtung von Peamtenkammern wurde für erledigt erklärt. Neues vom Tage. Die Steuervorlagen im Hauptausschnß. Berlin, 1. Juli. Der Hauptausschuß des Reichs tags beriet heute zunächst den Gesetzentwurf betr. di Erhöhung der Post- und Telegraphengebühren in 2. L< sung. Den in 1. Lesung neu eingefügten ß 2a der di PortofreiheitderFürsten und ihrer Gemahlinne und Witwen aufhebt, soweit sie nicht durch Staatsver träge des Norddeutschen Bundes mit den Königreiche: Bayern und Württemberg für den inneren Verkehr diese Bundesstaaten zugesichert ist, ersucht Staatssekretär Rüd lin wieder aufzuheben. Die Fürsten haben einhellig eine erheblichen Einschränkung der Portofreiheit zugestimmt Es ist auch ein Gesetzentwurf in Vorbereitung, der all! Sendungen an die Fürsten portopflichtig macht, ebenst den Telephonverkehr. Nur Briefe und Telegramme, di> von den Fürsten selbst ausgehen, sollen frei b'-stben. Na^ Vieser Erklärung wird 8 2a wieder gestrichen. — E folgt die 2. Lesung des Entwurfs zur Aenderung de Reichsstempelgesetzes. Unter „Kauf- und sonstigen Au schaffungsgeschäften" war in 1. Lesung der Steuersa für inländische und ausländische Aktien usw. von 3 au 1 vom Tausend ermäßigt worden, während ein Antra von Brockhmrsen (Kons.) Ermäßigung auf 2 vom Tau send gefordert halte. Dieser Antrag von Brockhausei ist zur 2. Äsung als gemeinsamer Antrag übermal eingebracht worden und wurde angenommen. Dr. Sols wieder im Amt. Berlin, 2. Juli. Der Staatssekretär des Reichs kolonialamts Dr. Soli ist nach Berlin zurückgekehrt uni hat die Geschäfte seines Amtes wieder übernommen. Di Frage der Fürsorge für die von unseren Feinden imme noch festgehaltenen Kolonialdeutschen, die einen der Haupt gegenstände der Verhandlungen mit den Engländern in Haag bildeten, wird die Tätigkeit des Staatssekretärganz besonders in Anspruch nehmen. (Dr. Solf war vo einigen Wochen in der Schweiz schwer erkrankt. D. Sehr. Die Verhandlungen mit Oesterreich. Berlin, 2. Juli. Der Vizekanzler v. Payer wird wie die „Vossiscbe Zeituna" bört, an den Verbandlunqer in Salzburg, die den wirtschaftlichen Abm.achüngen zwi- , schen Deutschland und Oesterreich-Ungarn gelten, nicht j teilnehmen. In Salzburg treffen sich in erster Linie l die beiderseitigen Fachleute. Staatssekretär v. Kühlmann s wird an den Verhandlungen nicht teilnehmen. s Die Berliner Munitionsindustrie. ! Berlin, 2. Juli. In der Bezirksversammlung der. ! Verwaltungsstelle Berlin des Metallarbeiterverbandes s wurde wiederholt über die Tätigkeit der Berliner Mu- : nitionsindustrie berichtet und bemerkt, es sei in der letz- ! ten Zeit ein Nachlassen der Aufträge zu bemer* : ken. Die Folge davon seien bereits zahlreiche Entlassun- - gen, besonders von Arbeiterinnen. Heute schon seien ; in der Berliner Rüstungsindustrie etwa 30 000 Per- - sonen weniger beschäftigt als vor einigen Monaten. ! i i ! '! ! ! ! ! ! i i Eigene Schuld. Mannheim, 1. Juli. Die bei dem Fliegerangriff auf Mannheim am Samstag ums Leben gekommenen fünf Personen sind durch eigenes Verschulden getötet worden, weil sie die Warnungsvorschristen nicht beachtet und sich nicht in einen genügend schützenden Raum begeben hatten. Das polnische Heeresgesetz. Warschau, 1. Juli. Der Entwurf des polnischen Heeresgesetzes sieht aktiven Heeresdienst und Hilfsdienst vor. Die Dienstpflicht beginnt mit dem 18. und endet mit dem 50. Lebensjahre. Der Dienst im stehenden Heere ist zweijährig, sodann Reserve, Landwehr und Landsturm. Hilfsdienstpflichtig (nur im Kriege) sind alle nicht unter die Waffen Gerufenen vom 16. bis 60. Lebensjahre. Befreit vom Heeresdienst sind die geweihten Kapläne und Mönche, Pastoren der evangelischen Konfessionen, sowie die Vorsitzenden der jüdischen und änderest Kulmsgemeinden. Abiturienten der Mittelschulen oder solche, die mindestens sechs Klassen mit Erfolg besuchten- können einjährig freiwillig dienen. Der Staatsrat oder Landrat setzt das jedes Jahr einzuziehende Kontingent fest. Wie -u mir, so ich vir!' Bern, 2. Juli. Die französische Regierung hat nach dem „Bund" den schweizerischen Gesandtschaft-s kre- tär Gignoux, bisher in London, der nach Tokio versetzt wurde, auf seiner Reise in die Schweiz festgehalten. Der Bundesrat hat darauf angsordnet, daß kein französischer Diplomat mehr die Schweiz betreten dürfe, bis Gignoux freigelassen sei. Am Freitag morgen mußten 5 Franzosen, die in diplomatischem Auftrag in die Schweiz kommen wollten, an der Grenze um'ehren. Nach wenigen Stunden war Gignoux freigelassen, worauf auch die 5 Franzosen ihre Reise fortsetzen konnten. Prozeß gegen Bratianu. Jassy, 1. Juli. Der Vizepräsident der rumänischen Kammer gab anläßlich der Adreßdebatte im Namen der Regierung die Erklärung ab, die Regierung Bratianus werde nicht unter Anklage gestellt werden, weil sie den Krieg begonnen habe, sondern weil sie die Verfassung and die Gesetze des Staates verletzte. Englands Absichten aus Abessinien. London, 2. Juli. „Daily News" berichten: In der Geographischen Gesellschaft hielt Alfred Sharpe einen Vortrag, in dem er verlangte, England müsse gegen Abessinien scharf Vorgehen, und es unter seine sorgfältige Kontrolle bringen, denn da der Nil die Lebensader Aegyptens sei, müsse nicht nur der Sudan, sondern auch Abessinien unter dem Einfluß desjenigen Staates stehen, der Aegypten beherrsche. Jetzt sei der geeignetst« Zeitpunkt für ein Vorgehen gekommen. Ausschluß aus dem N'terhaus. London, 2. Juli. Reuter. — Unterhaus. Als der Abg. Billing hartnäckig darauf bestand, entgegen der Entscheidung des Sprechers (Vorsitzenden) die Frage der Internierung der feindlichen Ausländer zur Sprache zu bringen, wurde er vom Sprecher aufgefordert, das Haus j zu verlassen. Billing weigerte sich, dies zu tun. Das Haus nahm darauf einstimmig einen Antrag Bonar Laws j auf Ausschließung Billings von den Sitzungen des Unter- ! Hauses an. Da Billing sich auch weiterhin weigerte z» gehen, wurde er schließlich durch 5 Diener aus dem Saal j entfernt und vor das Parlamentsgcbäude geführt. Seins > Ausschließung gilt für unbestimmte Zeit. . , Amerikanisches. Neuhork, 2. Juli. Der frühere Präsident Taft Nest eine Rede in der Bale-Univ erst tat, in der er. sagte' Wrr müssen auf beiden Seiten der Erde Armeen aufstellen, und wir werden auf die japanische Hilfe rechnen. Wir müssen eine östliche Front in Rußland wieder errichten, die uns ermöglichen soll, in Berlin (!) vom Osten her einzumarschieren. Der Führer der demokratische« Partei im Senat, Lewy, hielt im Senat eine Rede) in der er vor der Gefahr deutschen Einfalls in den Ver-i einigten Staaten (!) über die Beringstraße und Alaska ivarnte und schlug eine Zusammenfassung aller tschechoslowakischen, polnischen und sonstigen gegenrevolutionären! Elemente Rußlands vor, die von amerikanischen und japanischen Offizieren geführt werden müssen. Sollte sich China dieser Kombination anschließen, so ständen 20 Millionen (!) chinesische Truppen zur Verfügung, denen es »ewih gelingen müßte, das ganze Rußland für die freien Aussen von den Deutschen zu entblößen. Stimmenmehrhett für die Bolschewiken. Schweizer Grenze, 3. Juli. (Priv. g. K.) Die Londoner „Times" meldet aus Moskau: Die Sowjetwahl in ganz Rußland hat den Bolschewiken 92 Prozent aller abgegebenen Stimmen zugeführt. Unsere Flieger über Paris. Paris, 3. Juli. (Amtlich.) 12,48 Uhr nachts wurde von neuem Alarm geblasen da neue feindliche Flugzeuge versuchten, sich dem Pariser Bezirk zu nähern. Unsere Geschützposten eröffnet«« das Feuer, die Verteidigungsmittel traten in Tätigkeit. Der Alarm schloß 2,26 Uhr Einige Bomben fielen in der weiteren Bannmeile nieder. 1« voo Bruttoregistertonnen versenkt. Berlin, 3. Juli. (Amtlich). Im Mittelmeer ver- ! senilen unsere Unterseeboote vier Dampfer von rund 16000 Bruttoregistertonnen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Sitzung de» Bnndesrats. ! Berlin, 3. Juli. Der Reichsanzeiger gibt nicht- § amtlich bekannt: Der Bundesrat versammelte sich gestern § zu einer Vollsitzung. Vorher hielten die verewigten Aus- j schüsse für Handel und Verkehr und für Justizwesen ! Sitzungen ab. i Das Ergebnis der ersten türkischen Kriegsanleihe. ^ Konstantinopel, 3. Juli. Nach Eingang der, Provinzialzeichnungen beträgt nunmehr das Ergebnis der l ersten inneren Anleihe insgesamt 14 Millionen türkische! Pfund. , Englands Urteil über Oesterreich-Ungar». ^ Wien, 3. Juli. Das „Fremdenblatt" führt u. a. > folgendes aus. Nach der von Reuter verbreiteten Ant- j wort der englischen Regierung auf die erste Rede des ! Staatssekretärs von Kühlmann sieht dieEntente Oesterreich- i Ungarn als militärisch und politisch erledigt an und - stellt es als eine Belastung ftir den deutschen Bundes- > genossen hin. Die Entente stellt den Rückzug an der > Piave, ohne sich ihrer vielen Niederlagen auf allen ' Schlachtfeldern zu erinnern — einen Rückzug, der nur von den Elementen erzwungen war —als größte Niederlage aller Zeiten hin und teilt Oesterreich-Ungarn ans dem Papier mit einer Unverfrorenheit auf, die den meist schlecht unterrichteten Völkern den ganz falschen Glauben beibringen muß, es sei um die Monarchie ein für allemal geschehen. Damit erreicht sie ihren Zweck, den einzigen, den sie mit dieser Aktion verfolgt, den Mut der > Ihrigen aufzupeitschen. j Die Lebensmittel- «nd Rohstoffversorgung f in Frankreich. ! Bern, 3. Juli. Dem Progreß de Lyon zufolge besprach die französische Kammer in der Sitzung vom 28. Juni das Regiervngsprojekt über Consortien für j den Ankauf von Lebensmitteln und Rohstoffen im Auslande. Elemente! trat sehr eindringlich für die Annahme der' Vorlage ein. Durch die Vereinheitlichung der Ankäufe seien Milliarden gespart worden. Die durch den freien Handel begünstigten Preistreibereien seien zum Stillstand gekommen. Tardieu begründete in langen Ausführungen die Zweckmäßigkeit des Verfahrens, das von der § Regierung der Vereinigten Staaten längst angewendet werde. ' Die Tagesordnung, wonach die Regierung eine interalliierte Zusammenarbeit sicherstellen soll, wurde sodann angenommen Der Abeutenerer Kerenskl. Bern, 3. Juli. „Oeuvre" erfährt von der russischen Gesandtschaft in Paris über das plötzliche Auftreten Kerenskis in London, dieser habe Rußland infolge der drohenden Haltung der Bolschewiki verlassen müssen. Diese abenteuerliche Flucht dauerte mehrere Monate. Kerenski lebte unter falschem Namen. Er konnte sich schließlich von einem Murmanhafen nach England einschiffen. Vermischtes. Abgestiirzt. Beim Aufstieg auf die Zugspitze sind am Sonn< tag ein itijähriger Eiscndreher »nd eine 21>ahrige Hilfsarbeiters aus München abgestürzt. Beide waren sofort tot. Die Lag« der gefangenen Missionare. Wie dem „Bernes Tagblatt" geschrieben wird, ist der verdiente Missionar Pro kl aus Kingolt am Nyasfa (Ostafrika), der 1916 von den Engländern gefangen und aus seinem Liebeswerk herausgenommee wurde, nach Britisch-Nyassa verschleppt, dort von seiner Familst getrennt, vom Herbst 1917 bis Frühjahr 1918 in fieberheiße, Küstenländern unter unzureichender Pflege festgehalten morde, und jetzt im Gefanqenenhospital von Heliopolis einer schwere, Dysenterie erlegen. Sein früher Tod ist ein erneuter Beweis für die traurige Lage der deutschen Missionare in Afrika. j , Aufklärunaswoche." Vom 30. Juni bis 5. Juli finde) > eine von den Regierungspräsidenten von Düsseldorf, Arnsberg j und Marienwerder ins Werk gesetzte Aufklärungswoche im Osten ; Deutschlands als Gegenstück zu der im Vorjahre veranstalteten ! „Aufklärungswoche" im Westen statt. Die aus Arbeitern, Ar- § beitersekretären und Angestellten bestehende, etwa hundert zählende l Teilnehmerschast besucht'zu.rst Westpreußen und besonders Thorn. j sodann Ostpreußen und dort vornehmlich Allenstein. Die Teil- j nehmer sollen aus eigener Anschauung einen Einblick in die Vcr- > hältnisse des Okens aewinneu - Witze vom Tag«. Der Fremdling. "„Tnauoea gütigst, was für interessante Sehenswürdigkeiten gibts hier «t dem Ort?" — „Genga S' zu, sagen S do glei', daß S' Eier möchten!" — Die lustige Witwe. „Um meinen ver« storbenen Mann werde ich trauern, solange ich lebe!' — ..Neu« lick hatten Sie die Trauer für einige Monate abgelegt! — „Ja, da war ich verlobt, aber aus der Sache ist nichts ge» worden . . . jetzt trauere ich weiter!" — Im Laden. Kommis (zu der unschlüssigen Kundin): „Der Preis für dieses Tuch geht von Tag zu Tag, sogar von Stunde zu Stunde in di« Höhe!" — Fritzchen (seine Mutter am Rock zupfend): .A'aufi es schnell, Mama... er sieht schon nach der Uhr!' ^ („Fliegende Blatter. ) j Handel und Verkehr. — Vcrfandkonrro'H für Gemüse «nd Dbstj Vom 1. Juli ob wird der Versand von sogenanntes Kvntrollgemüse (Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl, Mai^ rüben, Möhren und Karotten) sowie von Kontrollvbst (Aepfeln, Kirschen oder sonstigen gemäß besonderer Anordnung als Kontroollobst zu behandelnden Obstarten) mit der Eisenbahn oder mit dem Kahn von der Genehmigung des für den Versandort zuständigen Kommunalverbandes! abhängig gemacht, Tie Genehmigung darf nur in besonders bestimmten Fällen mit Rücksicht auf das Gemeinwohl verivcigert werden. Tie Bestimmungen be- Uvecken eine Verkehrskontrolle für die betreffenden Gemüse- und Obstarten zu schaffen, um Anhaltspunkte über ihren Verbleib zu gewinnen und damit weiter dem Schleichhandel entgegenzuwirken und die Beschickung der Märkte und der Verkaufsstellen des ordentlichen Han- dels zu fördern. Cs wird Sorge dafür getragen, daß die Kontrolle weder zu Ausfuhrverboten oder -beschräw kungen führt, noch den ordentlichen Handel und Verkehr behindert. Ter Postversand wird von den Vov« schriften nicht betroffen. — Die Vergütung für Schilf beträgt bei grL nem d. h. vor der Blüte geworbenem, lufttroockenett Schilf 1 Mark für 100 Kilogramm. Ist das Schilf nock nicht hentrvcken, so ist die Vergütung im Verhältnis des Gewichts in nassem Zustande zu dem Gewicht r( lufttrockenem Zustande hcrabzusetzen. W!MIIIIIIIIiIMIIIIIIllI1I»IMMMI»»»»IM V kii-st V n: -- 8 oxk «i- g - — — im Hause cker 8par- unck IVaisenkasse — ^ Atelier für inockerae Dsknkunsk ^ unck Lsknlisöllrun«!«. ^ ^ 8prevkrei1 täglich 8—6 Uiir ^ ^ 8onntsg8 9—4 Ukr ^ — fetten Donnerstag in Ob«i-«issökk- ^ ^ »Knill von 1/zi 1 Dkr bis 3 Dbr iln 6 L 8 t- ^ — bof rum „11 ir s cb e n" ru sprecben. ^ Mll»IlI«MM!l!llIII!l!IlIjll!II«!«l!!jl!!«>!>!lM Hchafereiverpachturrg. Am Mittag. de« 8. Z«Ii 1S18 nachmittags 1 Uhr wird die Schafweide hiesiger Gemarkung für die Zeit vom 15. August 1918 bis 31. März 1919 auf dem Rathause hier öffentlich verpachtet. Die näheren Bedingungen liegen auf dem Rathause zur Einsicht auf. Erlenbach, deu 1. Juli 1918. Gemeinderat: Johmann, Bügermeister. chöfereiverpacht««g. Am Mittwoch. 10. Zull 1S18 nachmittags 1 Uhr wird die Schafweide hiesiger Gemarkung für die Zeit vom 15. August 1918 bis 15. März 1919 auf dem Rathause hier öffentlich verpachtet. Die näheren Bedingungen nebst Weideordnung liegen auf dem Rathause zur Einsicht auf. Schlierstadt, den 27. Juni 1918. Gemeinderat: Herkert, Bürgermeister. Dörr, Ratschr Wegen Aufgabe meines Geschäfts verkaufe ich IW neue« Lmdauer mtt 8 «.8jähr.tzseri> 1 henschafiskoupee mtt Sjühr. Auch« 2 Mttelschlag.Ps er d e 1 Glaswagen, ein Koupee, zwei Landauer, 1 Federrolle, und verschiedene Ein- und Zweispänner-Geschirre. Grimm, Mannheim S. 3. 2. TinIsUung unä vi»ilnung rur keierües diesjährigen Keburtslestes 8 «io«s KSoigüelioii »iilioit ö«s Ktisslmrogs. LsiRBslsg, I>S»I 8. 8 lldr OlavksngsIÄukv, O 8 11 « n» v I« i « » » s n. Sonnlsg, ilsn 7, MsSM 7 llkr Klorrlesngslsule, Oallmi-noliissssn. VoniniHsgi» 10 Uki»! unter Le e igung tter Vereine nnck tter ttrei obersten Klassen tter Vollrscbule vorn ^mt- bause aus untt fsstgottssitiviist in tter evangeliscben Ltatttkircke untt in tter katboliscben l^ircbe. II OK»»: Iluliligiiiig im Lü gersaal ttes liatbauses untt Usdei-ideivkung ei»««- lnttem wir Vorstekenckes bekanntgeben, lacken wir ckie ver- ebrlicbe Linwobnerscbalt ru rabireicber Leteiligung insbesonckere aucb rum Drsckeinen bei cker Dulckigung unck rur kellaggung cker Häuser am 7. unck 9. fuli kreuncklickst ein. Weber Ratschr. KiI«IsI»sö»»i, cken 1. fuli 1918. Der KlD88k. /tmt8vor8tanlj: I. V.: Dr. M e i 8 8 m L n n. ver öüngei'msklei': T r e t r. s 7 Falldmirlslhüfllilhe AttMkskli l« jeder Größe zu lause« gesucht. Vermittlung durch die Siiterabteilung der s Ladlsche« Laudwirschaslrkammer Karlsruhe. Vi'esllnsr' 8snk kisicltzlbtzr-g, tlauptzlrasss 52 Iktmiligpim! u. ^ill. N. Keirat. Witwer, 50 jähr., Landwirt, kath, sucdt sich mit Witwe oder älterem Fräulein wieder zu verheiraten. Ernstgemeinte Offerten sind unter 1918 an die Geschäftsstelle des Bauländer Bote zu richten. 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