auAnder Note Adelsheimer Zeitung und Boxberger Anzeiger General-Anzeiger für das Bauland und den Odenwald. Der Bauländer Bote erscheint werktäglich. — Verantwortlich, Druck und Verlag: Joseph Viel in Adelsheim. — Bezugspreis: Vierteljährlich frei ins Haus 3 Mark. Anzeigenpreis: Die bgespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pf.; die Reklamezeile (Zgespaltene Petitzeile) 60 Pf. — Postscheckkonto Nr. 14054, Amt Karlsruhe. Nummer 201. Adels heim, Mittwoch, den 28. August 1918. 42. Jahrgang. Die Durch bruchsversuche auf der ganze« Knie abgrrviesen. — England kämpst für die Zivilisation schließung, in der schnellstens der Erlaß emes - Reichsgesetzes gefordert wird, das den rechtlichen z Anspruch auf vollen Ersatz aller durch Flic- j geran griffe verursachten Sach- und Leibes- j fchäden, sowie der unmittelbaren Erwerbsschäden gewährt. Beschleunigung des Verfahrens, ausreichende und schnelle Hilfe bei der Wiederherstellung der entstandenen Schäden, Senkung der Baumaterialpreise, Ersatz der Prämien für Megerversicherung sind weitere Forderungen der Entschließung. Auch wird Ersatz der den betr. Bezirken durch Schutzmaßnahmen entstandenen Kv- s sten gefordert. Zur weiteren Bearbeitung und zur Er- ; möallchung des Austausches der gesammelten Erfahrun- ! gen wurde ein ständiger Ausschuß gewählt, dem Vn- j treter der Städte Saarbrücken, Köln, Frankfurt a. M., ^ Mainz Mannheim, Kaiserslautern, Metz, Stutt- ! Uart sowie des Bezirksamts Freiburg und der - Kommandeur des Heimatflugschutzes angchören. ! Deutschland und Spanien. ! Berlin, 28. Aug. (Priv.) In der spanischen ! Angelegenheit hat sich bisher nicht viel ^ geändert. Es ist anzunehmen, daß in Spanien die ! erste Erregung ab geflaut ist. Daß eine solche be- > standen hat. dürfen wir wohl daraus schließen, daß die , Tonart der spanischen Forderungen einigermaßen durch Schärfe und Bestimmtheit überraschte. Unverkennbar i sprach aus dieser Schärfe der Einfluß Romanones ! des Entente-Parteigängers. Man wird wohl ! auch annehmen können, daß in letzter Zeit erstaunlicher- i weise der amerikanische Einfluß in Spanien ! gewachsen ist. Unserer Ansicht nach durchaus zum ! Verderben Spaniens, denn der Krieg von 1898 ^ ist eine allzu bittere Lehre, die Amerikas Eigennutz den , Vo« der dritten Kriegs-vottsatademie W Schlüchtern. 1. Die Ortschaft und die Landschaft. Als viele von uns erstmals den Namen der Ortschaft Schlüchtern vernahmen, mußten wir uns fragen, was das für eine Gegend wohl fei. Und schließlich stellte es sich heraus, es läge die Ortschaft im Regierungsbezirk Kassel, aber doch weit weg, in der Nähe der Stadt Fulda, also dort, wo Spessart, Rhöngebirge und Vogelsberg zu einander stoßen. Die Landschaft ist wunderschön, fruchtbar und von kleineren und größeren Ortschaften durchzogen. Ueber Würzburg, Gemünden kann man bei günstiger Zugverbindung in wenigen Stunden hingelangsn. In Ermangelung dieser Zugverbindung dauert es freilich etwas länger, was wir auf unserer Reise am 11. ds. Mts. empfunden, aber doch nicht ohne Geduld ertragen haben. Das Städtchen hat etwas über 3000 Einwohner, die teils Ackerbau treibende, teils gewerblich beschäftigte, teils bürgerliche Bevölkerung macht einen freundlichen Eindruck, wie der ganze Ort: ein altes Kloster, jetzt Lehrerseminar, eine alte evangelische Kirche, geben der Stadt von weitem ein bezeichnendes Aussehen. Die Hauptstraße ist die Fuldaerstraße, holperiges Pflaster erinnert noch an alte Zeiten, elektrische Leitungen für Licht und Kraft zeigt den Geist der neuen Zeit. Alle Winkel in reichlichem Maße stehen in gleichem Verhältnis zu geschmackvollen Neubauten neuesten Stils, worunter das Bezirkskrankenhaus, eine Stiftung der Freifrau von Stumm, mit das hervorragendste Gebäude darstellt. So also sah und sieht Schlüchtern aus und das also ist der Ort und die Gegend wozu uns der Rhein-Mainische Verband für Volksbildung einlud. 2. Der Rheiu-Mainische Verband für Volksbildung. Genannter Verband ist eigentlich unter uns keine ganz unbekannte Größe. Auf dem rheinisch-fränkischen Sprachgebiet baute er seit Jahren seine Wirksamkeit auf. Sein Ziel liegt bereits in seinem Namen zu erkennen. In Frankfurt a/M. bat er seine Geschäftsstelle. Wer etwas aus seiner Vergangenheit erfahren möchte, mag in dem Vorwort zu seinem diesjährigen Arbeitsplan folgende Worte lesen: „Seit Beginn des Krieges hat der Rhein- Mainische Verband für Volksbildung es als seine erste Pflicht betrachtet, auf seinem besonderen Gebiete und mit seinen Arbeitsmitteln sich der großen Reihe von Körperschaften anzuschließen, welche den Kampf hinter der Front zu ihrer Aufgabe gemacht haben, und so das Ihrige zum erfolgreichen Durchhalten in dem schweren Streite beizu- tragen. Dementsprechend hat sich der Verband in weitem Umfange der Versorgung des Heeres und der Lazarette mit Bildungs- und Unterhaltungsmitteln gewidmet. Auf dem Gebiet der Kriegswohlsahrtspflege wurde die Aufklärung und Belehrung der Bevölkerung in wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten durch Herausgabe und Verbreitung von Druckschriften, durch Versorgung der Presse mit Nachrichten, durch Veranstaltung von Vorträgen und Lehrgängen, durch Einrichtung von Beratungsstellen usw. gefördert". — Das also ist der genannte Verband. Und wie er seine Ziele durch Veranstaltungen von sogen. Volksakademien zu erreichen strebte, vor zwei Jahren in Diez an der Lahn, voriges Jahr in Heppenheim, so lud er dieses Jahr nach Schlüchtern ein. Ungefähr 200 Personen.sind seiner Einladung gefolgt. Alle Stände und Berufe aus vielen Kreisen und Gebieten unseres deutschen Vaterlandes waren erschienen. Dem Kommunalverband Adelsheim ist es zu verdanken, daß auch aus unserem Amtsbezirk eine Reche von Teilnehmern haben Hinreisen können. Ein Wort des Dankes sei auch an dieser Stelle gestattet. 3. Die dritte Kriegs-Bolksakademie. Ueberreich war die Fülle der Vorträge und der sonstigen Veranstaltungen. Im wesentlichen waren es zwei Spaniern gab. Ist die Erinnerung an jene Zeit der ! Schmach und des Niederganges in Spanien wirklich verblaßt? Es wäre in der Tat das Verkehrteste, was I Spanien unternehmen könnte, wenn es sein Schicksal an amerikanischen Eigennutz ketten wollte. Die Stellung H esterreichs. Berlin, 28. August. (Priv.) Ueber die Stellung Oesterreichs zum deutsch-spanischen Konflikt wird aus Wien gemeldet: In Wien und Ofenpest ist man über die deutsch-spanische Auseinandersetzung keineswegs beunruhigt, sondern überzeugt, daß Spanien, entschlossen, aus der wohlüberlegten Neutralität nicht herauszutreten, sich nicht von der Entente in den Weltkrieg hineinziehen lassen wird. Schwerer Bölkerrechtsbruch. Berlin» 28. August. Die „Nordd. Allg. Zeitung" schreibt: Am frühen Morgen des 15. August stieß eine feindliche Abteilung von 80 bis 100 Mann in deutschen Stahlhelmen mit dem deutschen ! Rufe: „Nicht schießen!" westlich vonTangelare vor und wurde, als man das Richtige erkannte, in heftigem Nahkampfe geworfen. Der Führer der feindlichen Abteilung trug eine der deutschen ähnelnde Offiziersuniform. Es handelt sich hier um einen schweren Völkerrechtsbruch. Die Haager Abmachung verbietet ausdrücklich das Anlegen von Uniformstücken des Feindes. ! »Ein Durchbruch nicht mehr wahrscheinlich-. « Bafel, 28. August. (Priv. g. K.) Die Morningpost l meldet: Die britischen Heersberichte über unsere neue > Offensive berichten nichts von eroberten schweren > Geschützen. Wir haben demnach die Artilleriestellungen i des Feindes nicht erreicht, die tiefgestaffelt zu sein ! scheinen. Das läßt einen Durchbruch nicht mehr, wahrscheinlich erscheinen. 2 Die verschobene Kirchenkonferenz. Stockholm, 27. Aug. Wie bekannt, war von Schweden der Gedanke ausgegangen, eine Kirchenkonfe- rcnz aller Länder in Upsala abzuhalten, die auch über die Friedensmöglichkeiten beraten sollte. Die Konferenz ist nun auf unbestimmte Zeit verschoben worden, weil die Ententemächte die Teilnahme ihrer Geistlichkeit nicht gestattete, bzw. ihr die Reisepässe verweigerte. — Das läßt tief blicken. 8 Für September » 8 8 8 8 ist der LauISnder Lote mit de« Amtlichen verkSudlguussblall und der Kastrierten Sonulagsbellaie bei dem nächsten Postamt, Briefträger, bei unseren Agenturen oder Trägerinnen sofort zu bestellen. Der Bezugspreis frei ins Haus ist für einen Monat 1 Mk. Hauptgebiete, die da bearbeitet wurden : „Der Krieg und was für unser Volk damit zusammenhängt", das war das eine. Und „die Heimat und die in dieser Heimat Heranwachsende Jugend" war das andere Gebiet. Der Berliner bekannte Dr. Paul Rohrbach war es zunächst, der uns mit seinen fünf Vorträgen über Wirtschaftspolitische Erdkunde vollauf in Anspruch nahm. Zeigte er uns im ersten Vortrag Deutschlands Weltlage, die sich vor dem Eintritt Deutschlands in die Weltpolitik weit besser gestaltet hatte, aber verschlechtern mußte, als auch wir notgedrungen zur Weltpolitik schreiten mußten, so zeigte er uns in meisterhaftem Aufbau, wie sich das Gefängnis worin wir nun einmal geographisch betrachtet, uns befinden, nach Osten hin öffne, wie wir also nach Osteuropa durch die Ukraine unsere Straße nach dem Orient zu suchen hätten, über See und in den Kolonien daneben uns den für unser nationales Leben nötigen Absatz, aber auch nicht minder die Bezugsquellen unserer Rohstoffe zu sichern verpflichtet wären. Was wir hier in einen Satz zusammenzufaffen suchten war aber bei Rohrbach eine durch genaueste Geschichts- und Wirtschaftskenntnis begründete Darlegung, deren zwingender Ueber- zeugung man sich nicht entziehen konnte, je länger man dem beschlagenen Redner lauschte. Da lernte man denn unsere Kriegslage erst recht verstehen, da verstand man den eigentlichen Antrieb unseres jetzigen Krieges, da lernte man aber auch — und das sollte jeder in der Heimat beachten! — wie wenig man nun plötzlich auf irgend ein Kommando hin Frieden schließen kann und wie nötig uns ein vaterländischer Weitblick ist, der weiß, was wir bei einem Friedensschluß um unseres Volkes Willen fordern müssen! So war es denn eine Art Ergänzung, was die nächsten Vorträge brachten. „Friedenskongresse und Friedensschlüsse in den letzten 100 Jahren" ließ Prof. Bett mann aus Frankfurt vor uns aufleben, lehrreich für alle, die da meinen, mit der Redensart „Verständigungsfrieden" sei irgend etwas gesagt, was sich ohne weiteres durchführen ließe. „Rohstoffversor- gung in dem Kriege und nach dem Kriege" hieß der Gegenstand, den in zwei Vorträgen Dr. Göbel von der Rohftoffabteilung des Kriegsministeriums in Berlin behandelte. Was für eine Summe von Ueberlegung und Arbeit hier geleistet wurde, daß wir trotz der Absperrung noch immer durchkamen, das wurde uns in wenigen Zügen gezeigt. Man muß staunen und sollte bei verschiedenen Maßregeln und Beschlagnahmen weit mehr beachten, warum dies der Fall ist und wenn da und dort mehr Ehrlichkeit bei der Anmeldung gewisser Rohstoffe, die nun einmal nicht entbehrt werden können, schalten wollte, wäre es erst recht erfreulich! Einen neuen Weg, gewisse Stoffe zu ersetzen, zeigt uns dann Lt. d. Res. B r ü m m e r. Er führte uns in einen neuen Fabrikationszweig ein, in die Herstellung den Faserstoffkleider und ähnliche Bekleidungsstücke. Nicht um „Papier" handelt es sich hierbei, wenn auch das Papier aus gleichen'Bestandteilen besteht. Aber wie man einen Diamant ja auch nicht einfach Kohle heißen wird, obgleich der Diamant chemisch bettachtet Kohle ist, so sollte man nicht von Papierkleider reden oder von Papierwäsche. Denn der gewöhnliche Sterbliche dürste schwerlich erkannt haben, daß er keinen echten Wollstoff vor sich habe, oder keine echte Seide, oder keine Rechte Baumwolle, hätte man es ihm nicht gesagt. Auch Teppiche, ja ein Frauenhut aus diesen Stoffen der Holzfaser hergestellt, erregten mit Recht das Staunen und die Freude, daß wir mit der Zeit noch einmal ganz unabhängig werden können, von dem uns jetzt so feindlichen und uns vor dem Krieg so „teueren" Ausland! Den zweiten Teil der ganzen Veranstaltung bildete die „Heimat -und die Jugendpflege in Stadt und Land". Gewissermaßen ausgehend von dem bisher Geschaffenen — der Schlüchtener Heimatbund hat hier im Rückblick auf sein lOjähriges Bestehen alle Ursache, sich als Vorbild zu zeigen! — stand als Zukunstsziel die Schaffung einer Volkshochschule vor Augen, ähnlich wie es in Dänemark der Fall ist, aber doch herausgeboren aus deutschem Geiste. Schon sind die Vorbereitungen soweit gefördert, daß eine solche Volkshochschule gleich nach dem Krieg in dem Städtchen H cr h n- heim errichtet werden wird. Damit hingen denn verschiedene Unterfragen zusammen, wie die Begabten zu fördern wären, wie überhaupt die Jugend eingegliedert werden kann in den großen Rahmen unserer Heimat, unseres Volkes und des Staates. Dem Unterzeichneten war es leider nicht mehr möglich, auch an allen diesen Vorträgen teilzunehmen. Nach Mitteilung von Teilnehmern aber waren sie nicht weniger lehrreich, als die andern, die uns hinausführten in die weite Welt. Schließlich sei noch die Rede von den verschiedenen Lichtbildervorträgen die nebenher veranstaltet wurden, teils für Kinder, teils für die Erwachsenen. Der Verband weiß, was für ein Bildungsmittel das Bild ist. So wollte er zeigen, über welche reichen Schätze er auch auf diesem Gebiete verfüge. Der Unterzeichnete sah die Bilder über Kohlen und Eisen, begleitete unsere Bergwerkleute im Geiste hinab in die oft bis eintausend Meter unter der Erdoberfläche befindlichen Arbeitsstätte, hinein in die so gefährlichen Gruben und an die Gießereien mit ihrer selbst die heißeste Sommerhitze weit übertreffenden Temperaturen. Wenn für solche Menschen um erhöhte Nahrung gebeten wurde, vor allem für Speck und Fett, wie es seinerzeit die auch in unserer Gegend so erfreulich unterstützte Hindenburgsspende tat, so ist das nur begreiflich. Hier sahen wir einen Teil jener Stadtmenschen, die nicht in der Lage sind, durch eigenes „Hamstern" sich das zu beschaffen, was sie unbedingt benötigten, die z. T. selber noch auf dem Dorfe geboren sein mögen, heute noch immer auf das angewiesen sind, was sie vom Dorfe erhalten. Nur im Bilde, wie gesagt, sahen wir das alles, aber vergessen können wir dieses Stück deutschen Heldentums nicht, auch wo wir es nur im Bilde geschaut! Und ebenso wenig vergessen können wir die schönen Ausflüge, wozu die Tagung selber zusammenrief. Der eine führte uns in schöner Wanderung zu einem großen, tiefangelegten Besaltsteinbruch, Franzosen und Russen arbeiteten drinnen, bewacht von einem deutschen Landsturmmann. Und wieder dachten wir, wie wäre es, wenn die Feinde hier als Herren stünden und uns und unsere deut- chen Brüder zwängen, für sie die Bodenschätze auszunützen. — Ein anderer Ausflug führte auf den Steckelsberg, den Geburtsort Ulrich von Huttens, des tapfern Deutschen aus den Tagen der Reformation, dem Streiter für Licht und Wahrheit in jenen, damals so schweren Tagen. Und es grüßte uns nicht weit davon die Burg Brandenstein, deren Name mit dem unseres unvergeßlichen Zeppelin nun für immer verbunden sein wird, denn Zeppelins Tochter ist heute die Herrin jener Burg. Und so birgt die Gegend dort noch manchen Anhaltspunkt, sich des Reichtums dankbar zu erinnern, der unserm Volke geschenkt ist. Wir aber kehrten zurück mit dem erhebenden Gefühl: es ist etwas Großes um das Schaffen am Volk, um das Schaffen nicht bloß seiner irdischen Güter, die gewiß nicht entbehrt werden können, für ein Weltvolk am allerwenigsten, sondern auch um das Schaffen vor allem seiner geistigen Güter, wie es der Rhein-Manische Verband für Volksbildung als Ziel gesetzt hat und wie er durch die diesjährige Volksakademie sicher wieder erreicht hat. Es ist etwas Großes um dies Schaffen und wir danken nochmals dem Adelsheimer Kommunalverband, daß er uns einen Einblick in dieses Schaffen ermöglicht hat. Pfarrer Goldschmit - Korb. Offensive «Kd Kohlennot. Stockholm, 26. Aug. „Aftonbladet" schreibt: Bei der Fortsetzung von Fochs Offensive spielen wahrscheinlich auch wirtschaftliche Gründe mit, die ihm das Warten nicht erlauben. Aus Lloyd Georges letzter Rede geht die zunehmende Kohlennot der Alliierten hervor. Mit dem Kohlenvorrat in Italien und England sieht es schlecht aus. Möglicherweise wurde Fach durch den Unterseebootskrieg in die Zwangslage versetzt, die Entscheidung zu suchen, ehe alle Industrien, außer der Kanonenherstellung, wegen Kshlenmmr- gel eingestellt werden. Vielleicht nähert sich Frankreich dem Zustand, der in Rußland nach Brussilows Offensive geherrscht hat. Die Kammerverhandlung über die Wehrpflicht der französischen Jahresklasse 1920 hat dies wenigstens teilweise amtlich bekräftigt. Berlin, 27. Aug. Tie „Kreuzztg." schreibt: Die Riesenschlacht im Westen steht für .uns günstig. Tie feindliche Offensive ist sicherlich nicht bloß militärischen Erwägungen, sondern aus politischen und wirtschaftlichen Gründen entsprungen. Tie Feinde suchen die Entscheidung um jeden Preis, weil sie müsse n. Tie Entscheidung verhindert zu haben, ist unser strategischer Erfolg. Die „Börsenztg." sagt, hinter verschlossenen Türen spreche man in den englischen Ministerien nicht mehr von der Vernichtung (Knock-out) Deutschlands. Es habe den Anschein, als ob man zu anderen Gedanken gekommen sei. - ' iLngland kämpft für die „Zivilisation". Amsterdam, 26. Aug. Lord Hugh Cecil erklärte aus Ersuchen des Dekans der theologischen Fakultät der Universität Oxford, der ihn gebeten hatte, den Mitgliedern der Universität seine Ansicht über die Briefe des Lords ^ansdowne mitzuteilen: der Krieg sei nicht mehr ein Kampf zw sehen zwei Gruppen von Völkern, sondern die zivilisierte Welt kämpfe, um die Empörer gegen die Grundsätze der Zivilisation zu bestrafen. Deshalb müsse bis zur Unterwerfung Deutschlands gekämpft werden. Unterwerfung sei aber nicht gleichbedeutend mit Zerstörung. Man könne keine Unterwerfung durch Unterhandlungen erreichen. Lord Hugh Cecil besteht auch auf der Rückgabe Elsaß-Lothringens an Frankreich. (England hat wohl schon ein halbes Dutzend von ,,Kriegsgründen" erfunden, um seinen wahren Kriegsgrund, die deutsche Konkurrenz aus der Welt zu schaffen, zu bemänteln. D. Lchr.) , . ' Der Krieg nach dem Kriege. London, 27. Aug. Nach der ,,Daily Mail" entfaltet der Führer der Seeleute und Hafenarbeiter, Havelock Wilson, eine große Tätigkeit, um die Angehörigen des Heeres und der Marine in England und Frankreich zu bewegen, dem Beschluß des Seemann-Verbands beizutreten, Deutschland sechs Jahre lang zu boykottieren. Keiner soll während dieser Zeit ein deutsches Schiff betreten, es beladen oder entladen, deutsche Waren oder solche Waren, die auf deutschen Schiffen befördert werden, kaufen usw. Das ganze englische Heer im Kampf. London, 27. Aug. Dem „Secolo" wird gemeldet, daß jetzt-alle sechs englischen Armeen im Kampfe stehen. — Ehe me nee au wiederholte seine Erklärung, vor der Jahreswende werde der Kriegs beendet sein Vom Krieg nach dem Kriege. Amsterdam, 28. August. (Priv.) Ein hiesiges Blatt berichtet aus London, daß auf einer gestern avgehaltenen Versammlung der Baumwollfabrikanten in Liverpool beschlossen worden sei, während eines Zeitraumes von zehn Jahren nach dem Friedensschluß keinen Handel mit dem Feinde zu treiben. Ei« Handschreiben Kaiser Karls an den König von Sachse«. Dresden» 28. August. Kaiser Karl hat ein Handschreiben an den König von Sachsen gerichtet, in dem er ihn zum erneuten Ausdruck der treuen Waffenbrüderschaft, die die österreichisch-ungarische Armee mit den tapferen sächsischen Truppen vereint, zum Oberstinhaber des Infanterie-Regiments 107 ernannt. Dieses Regiment ist ein neues, aus Salzburgern und Kärntnem gebildetes Regiment, das sich bei den diesjährigen Kämpfen in den Sieben Gemeinden unvergänglichen Ruhm erstritten hat. Luftangriff auf Luxemburg. Berlin, 28. August. (WTB.) Am frühen Nachmittag des 25. August griffen 6 Flieger des Verbandes Stadt und Bahnhof Luxemburg mit 11 Bomben an. Der Sachschaden ist gering.' Verluste sind nicht zu beklagen. Abendbericht. Berlin» 27. Aug. (Amtlich.) Der Schwerpunkt der heutigen Durchbruchsversuche der englischen und canadischen Truppen lag südlich der Scarpe. Der Stoß wurde beiderseits der Straße Arras-Cambrai in unseren Stellungen aufgefangen. Beiderseits Bapaume und nördlich der Somme blieb die Kraft der feindlichen Angriffe gegen die Vortage zurück; der Feind wurde überall abgewiesen. ! Handel und Verkehr. — Amfang des Postscheckoerkehrs. Die Zahl der Postscheckkunden Ende Juli betrug 222 712. Ende Juni 216408, der Zugang im Juli 6304. Auf den Konten sind im Jnli ausgeführt 10158 692 Gutschriften, über 6054 066 339, 4 905 838 Lastschriften über 6 036 404182 Mark. HllskmnllSikimKauIiilldtt Kote! Amtliche B ekannt machungen. Nachsteuer vom Wein betr. 1. Jeder Verbraucher muß den Wein, den er am 1. September 1918 besitzt oder der für ihn an diesem Tage noch unterwegs ist, zur Versteuerung anmelden. Es ist einerlei, ob er den ihm gehörigen Wein selbst verwahrt oder durch andere verwahren läßt. Verbraucher ist dabei jeder Weinbesttzer, der sich nicht vor dem 1. September als Hersteller von Wein oder als Händler mit Wein vorschriftsgemäß angemeldet hat. 2. Keine Anmeldung braucht derjenige Verbraucher abzugeben, der am 1. September im ganzen nicht mehr als 24 Liter Wein besitzt; dabei müssen alle Getränke der unten bei Ziffer 6 Buchstabe a, b, c und ck aufgeführten Arten zusammengerechnet werden. Bei Flaschenwein werden 30 gewöhnliche Flaschen oder 60 halbe (oder kleinere als halbe) Flaschen gerade so behandelt wie 24 Liier Wein im Faß. Traubenwein und Traubenmost der Jahrgänge 19i5, 1916, 1917 fallen nicht unter die Ausnahmevorschrift des voranstehenden Absatzes; von dem Wein dieser Jahrgänge muß auch die Kleinste Menge, die ein Verbraucher besitzt, angemeldet werden. Wer Wein dieser drei neuesten Jahrgänge besitzt oder bei einem anderen aufbewahrt und ebenso wer an Traubenwein der älteren Jahrgänge (mit Hinzurechnung von Obstwein, Beerenwein, Punsch usw.) mehr als 24 Liter oder 30 Flaschen besitzt oder durch einen andern verwahren läßt, muß seinen ganzen Vorrat anmelden; er darf keinerlei Abzug machen. 3. Unter Umständen braucht keine Anmeldung derjenige Verbraucher abzugeben, der am 1. September nur solchen Wein besitzt, welcher ausschließlich zum Verbrauch im eigenen Haushalt oder zur Verabreichung an landwirtschaftliche Arbeiter des eigenen Betriebs bestimmt ist. Dies gilt aber bei Traubenwein nur unter der Voraussetzung, daß er aus felbstgewonnene« Trauben oder aus selbstgewonnenen und zugekauften Trauben oder aus selbstgewonnenen Trauben und zugekaufter Traubenmaische hergestellt ist. Bei weinähnlichen Getränken usw. (vgl. Ziffer 6 Buchstabe b, c und ck) gilt es nur unter der Voraussetzung, daß der Verbraucher (Besitzer) sie selbst gekeltert oder sonst selbst zubereitet hat. Diese ganze Bestimmung gilt überhaupt nicht, wenn solcher Wein usw. in verschlossenen Flaschen im Hausverbrauch usw. verwendet werden soll. Getränke, die jemand erhalten hat, am sie bei amtlichen Untersuchungen oder zu gottesdienstlichen Zwecken zu verwenden, brauchen nicht angemeldet zu werden; auch nicht (wenn ein Bezugsausweis vorgelegt wird) Getränke zur Herstellung von Schaumwein, Essig oder Branntwein oder zur Verwendung zu wissenschaftlichen Zwecken. 4. Wer Wein für einen andern aufbewabrt muß ihn gleichfalls anmelden, und zwar auch die kleinste Menge; die Bestimmungen in Ziffer 2 und 3 gelten für ihn nicht. 5. Die Anmeldung über den Weinvorrat muß spätestens am 7. September bei dem Unterzeichneten Finanzamt oder bei der Steuereinnehmerei am Wohnorr des Weinbesitzers oder Verwahrers von Wein usw. abgegeben werden. Befindet sich Wein am 1. September noch unterwegs, so muß er angemeldet werden, sobald er in Gewahrsam des Verbrauchers gelangt ist. Vordrucke zur Anmeldung werden unentgeltlich verteilt; wer keinen Vordruck zugeschickt erhält, muß ihn bei uns der bei der Steuereinnehmerei seines Wohnortes rechtzeitig abholen. Abgabe von Zugochse«. Die Badische Landwirtschafts- Kammer veranstaltet am Kellas. 30. Aagasl IM vormittags. 11 Ahr, in Mosbach eine Abgabe von Zugochsen. Zugelassen sind nur Landwirte und Gewerbetreibende, welche eine bürgermeisteramtliche Bescheinigung darüber vorlegen daß sie für ihre Betriebe Zuchttiere benötigen. Wiederverkäufer und Händler sind ausgeschloffen. Die genauen Abgabebedingungen werden vor der Abgabe bekannt gegeben. AllllMMIUIIIIIIIIIIIIIIMIIIMlMIIIMIIIIlM »u ^ - 8 o » kni» g H ^ — iw Hause cker 3 par- unck IVaisenkasse ^ 777 Atelier kür mockerne Dniinkunst 7 ^ ^ unä Lnknkeillrnnck«. — ^ Lpl'eoliroii ISgiiok 8—6 Uiir ^ ^ 8 onntag§ 9—4 Ukw ^ 7 77 jecken Donnerstag in ^ — slsckt von t/zll Dör Pis 3 lltir IM Oast- ^7 — bol rurn „Hir s cli e n" ru sprechen. ^ Dml!l!!Mi!!llIlll«!lI»l!!rl!!IM»»M!l!l!!Il!M Die SM- Md Mlüsenkajje Merchingen nimmt jederzeit Spareinlagen entgegen mit einer Verzinsung von 4 o/o, und in Höhe von Mark 15 000 auf ein Buch, gibt Darlehen auf erste Hypothen und übernimmt Liegenschaftskaufschillinge nach Uebereinkunft. »«»Kaffentage:»«» Montag» Mittwoch «. Freitag von Mittags 12—4 Uhr -Telephonruf Nr. 1.- Postscheckkonto Karlsruhe Nr. SS1S Der Verwaltungsrat. D XiinrIsi'-Sli'ümpGv ^ — Nvi'i'vn-Tovkvn Z ^ vsnAvn - ^ — «rnptiekit ^ D v. kUscksniok D — Nttelnksini. — 6. Anzumelden sind, und zwar nach dem Stand des Weinvorrats am 1. September: u) Traubemvein aller Art und Traubenmost; b) weinähnliche Getränke, nämlich Apfelwein und anderer Obstwein und Obstmost, sowie Johannisbeeren und anderer Beerenweine, Rhabarberwein, Maltonwein, Rosinenwein und dergl.; c) Getränke, in denen Wein oder Obstwein u. dergl. enthalten ist, wie Gewürzwein, Weinpunsch, Punsch- effenz und dergl.; 6) entgeistete Weine und entgeistete weinäbnliche Getränke, das sind Getränke, die zwar eine wein- geistiqe Gärung durchgemacht haben, denen aber der dabei entstandene Weingeist (Alkohol) entzogen worden ist. 7. Jedem Weinbesitzer werden wir auf Grund seiner Anmeldung die Nachsteuer berechnen und besonders anfordern. 8. Wer die vorgeschriebene Anmeldung nicht rechtzeitig abgibt oder wer seinen Besitz an Wein oder den von ihm verwahrten Wein nicht oder nicht vollständig anmelät, setzt sich der Bestrafung nach dem Gesetze aus. Auf Wunsch erteilen wir weitere Auskunft. Mosbach, Tauberbischofsheim, den 20. Aug. 1918. Sr. Finanzamt. Die auf Donnerstag» 29. ds. Mts. anberaumte Vezirkrratssttznns wurde auf Samstag, de» 31. ds Mts. nachmittags 2 Ahr, verlegt. Adelsheim, den 28. August 1918. Sr. Bezirksamt. Stelle sucht tüchtiger Dienstknecht der auch mit Pferden umgehen kann, auf einem größerem Gut mit Maschinenbetrieb. Suchender ist 27 Jahre alt, Kriegsinvalide (3 Finger verloren), aber rüstig, kann überallzugreifen. — Offerten nimmt der Bauländer Bote zur Weiterbeförderung. 27jähriges Fräulein mit 4 Jabrc altem hübschem Mädchen sucht Slküllllg bei kinderlosen, vermögenden Leuten, wo es sein Kind bei sich haben könnte, am liebsten auf dem Lande. Suchende ist selbständig in bürgerlicher Küche und Haushalt. Angebote unter 1918 an die Geschäftsstelle des „Bauländer Bote." Tüchtiges MiMen für leichte Hausarbeit und für Mithilfe am Büffet aufs Land gesucht. BahnhofOfterLurLen Lininach- T«rl»letteir zum Haltbarmachen von Obst und anderen Früchten ohne Zucker empfiehlt die Arstßkke Rttchirrer. Feurrfkste Steine und Kackchnplatten für Herde und Backöfen find wieder vorrätig bei G. Förch, Merchingen. Gefunden wurde am Sonntag auf freiem Felde — zwischen Seckach und Zimmer« — ein zirka halbjähriges L. Schaf. Der Eigentümer kann dasselbe gegen Erstattung der Futterkosten und der Anzeigengebühr bei Landwirt Alfred Klei« in Seckach abholen. Inserieren bringt Gewinn!