M war.» km. daß rhmdmt - beide« - Mcklun^' »en La» ^ ksgericht -stamenr ese letzt. Richter Mutter» Heraus- - von der I die so. > bme der ' Richter hierfür aments. an aber sondern 'ätigkeit. olge der Angele. -r Hand werden seltene, von der igerung. >en den on dem !r selbst 'teilung. rünschen 'beitung en Ver» Richtern »der aus dürften, von der is Ver- keü hier :n über .orwurf» t Geld, e Mög- destube, )ern be- echt ge» cvangel. Mission) Heidel- iemer; SLrger- onck Aauerufreunä » VaclNcbe polt N«-s»ch«Mch zweimal: Dienstag »ad Freitag Kie KeitaG- -MNMä-r mtt mhtsMgem illustriertem „Zmmiiensrrund*) — DiMMpoeis vierttMhrNch in Karlsruhe ober durch di« Vertreter einschließlich Zustellgebühr IMk., bei der Post 1.26 ML. - kßr Lsllsr. MS rwü VslerlWül - r M ÜMtkLs M lll«l 5!ttö! Kr der kürgers MWskrl tu 5tsüt Ml! l»Mü! /Hyejgen im Inseratenteil die sechsgespalten« Petit-Zeit« oder deren Kaum 15 psg. Im redaktionellen Teil die dreigespaltea» Petit-Zeile oder deren Raum 59 pfg. — Lei größeren Aufträgen und Mederholungen wird entsprechender Rabatt gewährt Wurnrner 51 j Karlsruhe, Ireitag, den 29. Juni 1917 32. Jahrgang e Ober- enner Volkes erksam- >aß wir Kinder- eiligsten lß uns berzahl ,-Hand« ige) ist lindem» lässigen itea m )es im Sie Pflege Kinder- irgends kannten Mütter ige An- r solche indung sie mit und in s Ver- s Ver- Briese och ei» UndeS- e für rsendet ldung nd uw lindern bischer . noch ;e der große» en . 6 . Hierzu der „Illustrierte Familienfreund." Oie erste bürgerpflickt. Die EinstweiligeNegierung in Petersburg weiß sich bald keinen anderen Rat mehr als in immer dringlicher werdenden Bitten und Mahnungen zur Ruhe aufzufordern, obwohl sie selbst dem revolutionären Gegensätze dieser Bürgertugend ihre Entstehung verdankt. Nun heißt es zwar immer, daß die Staaten durch die gleichen Triebkräfte, die sie entstehen und zufammenwachsen ließen, auch am Leben erhalten würden; ob diese alte Erfahrung jedoch auch auf das neue Rußland zutresfen wird, das durch radikalsten Umsturz von oben und von unten zur Welt gekommen ist? Vorläufig sieht es nicht danach aus. Die augenblicklichen Nutznießer der russischen Revolution hatten es sich so gedacht, daß sie allen unausbleiblichen Schwierigkeiten im Innern mit dem einen Hinweis auf die .Vorläufigkeit* ihrer Befugnisse würden begegnen können. Alle heiklen Fragen, die unfehlbar auftauchen mußten, sollten der Konstituierenden Versammlung Vorbehalten bleiben, in der das Volk die höchste Instanz für die grundlegenden Entscheidungen über seine Zukunft zu erblicken habe. Die ersten Vorbereitungen für den Zusammentritt dieser Körperschaft wurden auch wirklich eingeleitet: jetzt ist man soweit, daß das Riesenreick in Wahlkreise eingeteilt und die Zahl der zu wählenden Mitglieder auf 800 festgesetzt ist. Aber der Zeitpunkt der Einberufung der Versammlung schwebt noch in völlig ungewisser Ferne — und die Revolution gehört nicht zu den aus der Lammsgeduld der menschlichen Natur entspringenden Lebensäußerungen. Daher das brennende Verlangen der Kerenski und Genossen, in der Neuentfachung des Krieges Ablenkung zu finden für den Geist des Volkes, der, einmal - wieder wach geworden und durch ungeahnte Erfolge im Innern dazu ermutigt, nach den Sternen zu greifen, sich mit Versprechungen auf eine unbestimmte Zukunft nicht mehr abspeisen lassen will. Man steht, die neuen Herren machen es gar nicht anders wie die alten: wenn sie nicht mehr ein und aus wissen, dann wird Lärm geschlagen gegen einen angeblichen äußeren Feind, der das Land, seine Ehre, seine Freiheit bedroht, und die Einheit der Nation ist wieder einmal gerettet. Aber dies- mal steht dem Gelingen dieses Planes eine Kleinigkeit im Wege; der Umstand nämlich, daß das russische Volk schon drei schwere, blutige Kriegsjahre hinter sich hat, und. daß seine Freiheit heute noch ein schöner Traum wäre, wenn der Zar in diesen schreckensvollen Kämpfen an der Seite seiner „glorreichen* Bundesgenossen Sieger geblieben wäre. Daß er der Strategie unseres Hindenburg unterlag, machte den wahren Freiheitskämpfern in Rußland den Weg frei aus jahrhundertelanger Knechtschaft. Dafür sollen sie jetzt Ruhe halten, damit die Schlächterei von neuem beginnen, damit ein Brusfilow, wenn er als Sieger heimkehrte, die oberste Gewalt an sich reißen und sie dann irgendeinem neuen Autokraten übertragen kann? Muß die Entwicklung nicht nach dieser Richtung weiter» treiben, selbst wenn die heutige Regierung es ehrlich meint mit ihrer Sehnsucht nach dem allgemeinen und dauernden Frieden der Welt? Der große Kongreß aller Arbeiter» und Soldatenräte hat sich trotzdem für sofortige Wiederaufnahme der Offensive an der ganzen Front entschieden. Es scheint aber , nach ergänzenden Meldungen, die jetzt oorliegen, bei seinen Beratungen sehr stürmisch hergegangen zu sein. Die Minderheit schreit über Fälschung und Gewalt und ist entschlossen, sich der Abstimmung nicht zu fügen. Mit dem Rufe: „Wir wollen Brot und Frieden* ist sie auf die . Straße gegangen, und die Regierung — mahnt wieder ein- . Mal zur Ruhe. Die Finnländer wollen ihre Beziehungen , ln Petersburg endlich geordnet wissen, weil bestimmte . Fragen ihres Staatslebens keinen längeren Aufschub mehr vertragen. Die Vorläufige Regierung, die zuerst auch nach Helfingfors mit freigiebigen Versprechungen nicht gekargt hatte, mahnt zur Ruhe und Geduld — anders würde i es übrigens sicherlich auch den Polen nicht ergehen, wenn , diese je in die Lage kämen, ihre Petersburger Freunde ^ beim Wort zu nehmen. Der Kongreß der national» r demokratischen Georger in Tiflis fordert die Autonomie ^Georgiens: Antwort: bleibt russisch und geduldet - Euch bis zur Konstituierenden Versammlung. Das - ukrainische Komitee, das sich in Kiew gebildet hat. s-Mn in sinngemäßer Fortführung des Werkes der , Revolution für die 30 Millionen, die hinter ihm stehen. » die nationale Freiheit zu erkämpfen, ist in dieser Weise schon bis zum Überdruß vertröstet worden. Jetzt hat es x den ukrainischen Kongreß, den die Petersburger Regierung - ausdrücklich verboten hatte, trotzdem abhalten lasten und k den „Kampf gegen die Moskowiter* zum Programm er- ^ hoben. Das Vaterland der ukrainischen Armeeabteilungen ist ausschließlich die Ukraine, nicht Rußland, also lehnen sie es ab zur Front zu gehen. Reichsbank und Militärspeicher . werden von ihnen besetzt und damit den Weisungen aus Petersburg entzogen. Selbständigkeit der Ukraine, Lostrennung der 7 SU ihr gehörigen zwölf Gouvernements, Bildung einer i eigenen ukrainischen Armee lauten ihre Forderungen — die -7 Petersburger Regierung vertröstet auf die Konstituierende Versammlung, der sie nicht vorgreifen dürfe. Aber wird diese Bewegung mit solchen Bitten und Beschwörungen uoch aufzuhalten sein? Die Austeilung der Ländereien. über die gleichfalls erst die neu zu wählende gesetzgebende Versammlung entscheiden sollte, nimmt inzwischen ungestört ihren Fortgang: die Bauern haben keine Lust zu warten. In Rußland will heute jeder seine Ernte in Sicherheit bringen, ehe es zu spät ist. Da ist Eile, nicht Ruhe die erste Bürgerpflicht! Aber freilich, wenn es gelänge, den neuen Krieg in Gang zu bringen, dann wäre die Vorläufige Regierung um einige Sorgen erleichtert. Sie ist gar nicht so ungelehrig gegenüber den überlieferten Methoden des Zarismus, miesie ihre Anhänger glauben machen,möchte. Inder Not greift eben auch eine revolutionäre Herrschaft zu einem Mitte? der Verzweiflung. „Oberst Romanow* und seine Getreuen können lachen. Es soll weiter gerungen werden — kann es eine bessere Verteidigung für sie geben, wenn ibnen von den Männern der Revolution der Prozeß gemacht wird? ^ , . —_ _ / ' . Mitteilungen ans dem deutschen Hauptquartier. s^.7.L Großes Hauptquartier, 26. Juni. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Längs der Front bekämpften sich die Artillerien, stellenweise unter großem Munitions - Einsatz. Gegen die Infanterie- Stellungen richtete sich die Feuerwirkung nur in einzelnen Abschnitten, meist zur Vorbereitung von Erkundungsstößen, die mehrfach zu Grabenkämvfen führten. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Bei Vauxaillon lag starkes französisches Feuer auf den seit den Kämpfen am 20. und 21. 6. fest in unserer Hand befindlichen Gräben. — Nach lebhaftem Feuerkampf griffen die Franzosen nordwestlich des Gehöftes Hurtebise die von uns neulich gewonnene Höhenstellung an. Der Gegner drang trotz hoher Verluste, die seine Sturmwellen in unserem Feuer erlitten, an einigen Stellen in unsere Linien. Sofort einsetzender Gegenangriff warf ihn zum größten Teil wieder hinaus. — Die Artillerietätigkeit war auch in anderen Abschnitten der Aisne- und Champagne-Front bei guter Sicht recht lebhaft. — Ein eigenes Stoßtrupp-Unternehmen südöstlich von Tahure führte zum beabsichtigten Erfolg. Heeresgruppe Herzog All-recht. Nichts Besonderes. Rittmeister Freiherr o. Richthofen hat m den beiden letzten Tagen seinen 54., 65. und 66., Leutnant Allmenröder gestern seinen 30. Gegner im Lustkampf besiegt. Östlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von Luck und zwischen Strppa und dem Dnjestr hält die rege Gefechtstätigteit an. Mehrfach wurden russtiche Streifabteilungen verjagt. Makedonische Front. Die Lage ist unverändert. In Vorfeldgefechten behielten die Bulgaren die Oberhand. Der Erste Generalquartiermeister Ludenüorff. Wien, SS. Juni. Am 26. Juni haben Kaiserschützen und Teile des westgalizische» Infanterie-Regiments Nr. 57 »ach gründlicher Vorbereitung «nd mit wirksamster Artillerieunterstützung die auf dem Grenzrückeu, südlich des Sugana- Tales uoch tu Feindeshand verbliebenen Stellungöteile im tapferen zähen Kampfe voll wtedergcnommen. Alle Gegenangriffe des FetudeS scheiterten an de^ tapferen Haltung mnserer Besatzung. Bisher wurden hier gegen R860 Mann an Gefangene», darunter 44 Offiziere, eiugcbracht. Mecken 5258s Tonnen Lckiffsrsum versenkt. Amtlich, lr.r-.s. Berlin, 26. Juni. 16 neue U-Bootserfolge im englischen Kanal, im Atlantischen Ozean und in der Nordsee: 24000 Brutto-Re- gister-Tonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich: ein englischer Frachtdampfer, ein großer, tiefbeladener, durch Zerstörer gesicherter englischer Tankdampfer, ein bewaffneter Dampfer von etwa 6000 To. Ladung, wahrscheinlich Stückgut, der aus Geleitzug herausgeschoffen wurde, sowie zwei bewaffnete Dainpfer. von denen der eine Palmöl und Safransaat geladen hatte. Ein weiterer versenkter Dampfer hatte Grubenholz als Ladung. 2. Unsere Mittelmeer-U-Boote haben neuerdings zehn Dampfer und S Segler von insgesamt 28 580 Br.-Reg.-To. versenkt. < Unter diesen Schiffen befanden sich: der englische bewaffnete Dampfer „Kollundberg* (1590 To.), der italienische bewaffnete Dampfer „Fett* (5567 To.) und ein unbekanntes feindliches Schiff von 4000 To. Die Ladungen aller versenkten Schiffe waren für Häfen der Entente bestimmt und enthielten über 9400 To. Kohle. 7100 To. Eisen, 6800 To. Treiböl, ferner Schlachtvieh. Olivenöl. Erdnüsse, Salz. Wein. Benzin und Schwefelkies. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Grüuberg, 26. Juni. Der Kommandant des U-Bootes „C. 26*. bei dessen Untergang die Besatzung infolge der Brutalität der Engländer ertrinken mußte, ist ein Niederschlesier. der Kapitänleutnant Graf Matthias v. Schmettow. Haag, 26. Juni. Nach dem Korrespondenzbureau ist der holländische Dampfer „Telegraf 18" am 24. Juni in der Nordsee von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Bern, 26. Juni. Nach einer „Temps*-Meldung wurde von Ferrol aus die Versenkung eines griechischen Dampfers durch ein üeutsches U-Boot beobachtet; die Besatzung wurde von einem spanischen Fischerboot gerettet. Kein Mittel gegen den U-Boot-Krieg. Zwei britische Seeleute, die im Mai in unsere Gefangenschaft geraten sind, haben bei ihrer Vernehmung recht bemerkenswerte Äußerungen über die militärische und wirtschaftliche Lage ihres Landes zu Protokoll gegeben. Es handelt sich um den Kommandanten und den Ingenieur einer sogenannten U-Boot-Falle. Ein Mittel gegen den U-Boot-Krieg gibt es nach der Überzeugung dieser beiden Gefangenen nicht. Die einen seien ungenügend. Die umgebauten Handelsschiffe laufen nicht schnell genug. Der Kampf gegen die U-Boote ist so hoffnungslos, wie das Suchen nach einer Nähnadel im Heuschober. Man sieht selbst nichts und wird dauernd gesehen. Geräuschempfänger, Wasserbomben nutzen auch nichts. Die berühmten 500 Motorboote aus Amerika sind wertlos und verschlingen viel Personal, da sie mindestens drei Offiziere an Bord haben müssen. Überhaupt wird eine wahnsinnige Verschwendung in der Admiralität getrieben. Ein eigentlicher Personalmangel ist allerdings nicht vorhanden, aber die Besatzung der Hilfsfahrzeuge ist sehr minderwertig, auch diejenige der U-Boot-Fallen. Meistens. ist nur der Kommandant ein aktiver Offizier. Die Mattosen sind noch niemals zur See gefahren und gewöhnlich blutjunge Kerle. Das gleiche trifft für die Geschützbedienung zu, die nur eine ganz kurze Ausbildung erhalten hat. Admiral Beattr, wird als ein großer Draufgänger geschildert, aber er handelt ohne genügende Überlegung, so daß er sich leicht in die Nesseln ' etzt. An einen Angriff der britischen Flotte auf Zeebrügge ^laubt der gefangene Kommandant nicht, da dieser Haren zu stark befestigt sei. Ebenso wenig glaubt er an eine neue Seeschlacht. Der U-Boot-Krieg sei sehr wirkungsvoll und stelle die ernsteste Gefahr für England Lar, besonders in wirtschaftlicher Beziehung. * Sin fcksi'fei' Lfterrerckil'ckei- GegenÜsK. In der Nacht zum 25. Juni haben die Italiener den am 10. und 19. Juni an der Südtiroler Front gewonnenen Höhenraum wieder verloren. In überraschendem schneidigen Gegenstoß, der von drei Seiten unternommen wurde, wurde der Grenzkamm der Ortigara und die Porta Lepozzo den Italienern wieder entrissen. Der Angriff war so unvermutet gekommen, daß die italienischen Gräben im ersten Anlauf überrannt wurden. Als dann die italienischen Reserven in breiten Massen geschloffen herankamen, merkten sie erst an dem plötzlich aus sie gerichteten Maschjnengewehr- feuer, daß ihre Stellungen schon genommen waren. Im Zeitraum von 50 Minuten war die gunze Aktion beendet und alle am 10. und 19. Juni von den Italienern besetzten Gräben waren zurückerobert. Die bisherige Beute dieses gelungenen Gegenstoßes beträgt 39 Offiziere, 1600 Mann, mehrere Geschütze und Maschinengewehre. Zurückziehung der russischen Truppen von der Westfront. Die „Basier Nachrichten* melden vom 25. aus Paris: Die russischen Truppen haben die französische Front verlassen und find aus dem Lager von Mailly nach dem Lager von La Courtine verbracht worden. Einige Abteilungen wurden nach Neuf Chateau verbracht. Sie n>illen nickt mekr als kleine Rincker. Berlin. 26. Juni. Die englische Zeitschrift „Statist* schreibt: Wir möchten untere Leser daran erinnern, daß wir von untätigen reichen und professionellen Persönlichkeiten regiert werden, die von der Kriegführung nicht mehr wissen als kleine Kinder. Selbst jetzt erwartet man von uns Freudenrufe, weil diese oder jene Anhöhe gestürmt worden ist, aber es ist verdächtig, daß man uns sowenig über die Opfer sagt, mit denen wir unsere Gewinne bezahlt haben. Als brave Bürger sollen wir uns jedoch, freuen und erklären. daß selbst Wellington es nicht hätte besser machen können. Wir möchten behaupten, daß. wenn wir einen Napoleon gehabt hätten, wir uns nach nunmehr drei Jahren nicht mehr mit der Säuberung von kleinen Anhöhen in ungemütlicher Höhe von Calais hätten beschäftigen müssen. .. Veninelos vircl rum hlacktkaber geletrt. Zürich, 26. Juni. Agence Havas bringt die Meldung aus Athen, -atz Ministerpräsident Zaimis dem König den Wunsch zu erkennen gab, ihm das Entlaffungsgesuch des Kabinetts zu überreichen. In einer Unterredung mit Jonnart erklärte der König sei» Einverständnis, Venizelos die Sorge für die Bildung eines neuen Ministeriums anzuvrrtraueu. Der französische Kommissar Jonnart hat ferner die Neueinberufung der aufgelösten venizelistischen Kammer befohlen. Der Regierungswechsel geschieht unter dem Zwang der Athen besetzt haltenden französischen Truppen. Von Saloniki marschieren die Gendarmen des Venizelos ebenfalls nach Atben. Die Franzosen haben. alle wichtigen Punkte der Stadt besetzt. Dem Prinzen Nikolaus, dem Bruder König Konstantins, wurde mitgeteilt, daß die Schutzmächte sich in die Notwendigkeit versetzt sähen, seine Abreise zu verlangen. Der Prinz gab seine Absicht kund, Griechenland unverzüglich zu verlassen. MUIons küttelctienste gegen clie Iren. Bern, 26. Juni. Der Führer der syndikalistischen Aufstandsbewegung in Dublin vor dem Kriege. James Larkin, wurde in Newyork wegen einer Rede gegen die allgemeine Militärdienstpflicht verhaftet. James Larkin, der einer der erfolgreichsten Organisatoren des irischen Aufstandes war, konnte seinerzeit der Festnahme in England entfliehen. Jetzt tat die amerikanische Regierung den Engländern den Gefallen, den Mann unter einem Vorwände unschädlich zu machen. I»orcl piortkclifse, cier erste Vertreter Snzlancks. Rotterdam. 26. Juni. Der bekannte britische Zeitungskönig Lord Northcliffe, unter dessen Herrschaft der größte Teil der durch ihn gänzlich korrumpierten Londoner Presse steht, erklärte dem amerikanischen Staatssekretär Lansing, er, Northcliffe, sei von dem britischen Kriegskabinett zum Oberhaupt sämtlicher englischer Spezialmissionen in Amerika bestimmt worden. Er würde ihre Tätigkeit leiten, mit den amerikanischen Beamten verhandeln und den verschiedenen Behörden in Londort Bericht erstatten. Man spricht auch davon, daß Asquith, wahrscheinlich als Untergebener. Northcliffes, nach Amerika gehen soll. Lureau K.euter «flrck nickt — bernklt? Amsterdam, 26. Juni. Im englischen Unterhause fragteder Abgeordnete Lynch, ob das Reutersche Bureau irgendwie geldliche oder sonstige Unterstützungen von der Regierung erhalte, ob seine Meldungen irgendwie einer Überwachung oder Anweisung von seiten der Regierung unterlägen, und ob die Zensur der Reutermeldungen so gehandhabt werde, daß sie ihnen eine besondere Färbung gebe. Bei Ministerantworten auf Anfragen im Londoner Parlament ist die Welt manches Verblüffende gewöhnt, aber die Antwort Bonar Laws auf Lynchs Frage übersteigt doch wohl an Unglaublichkeit alles bisher Dagewesene. Bonar Law sagte nämlich wörtlich: Das Reutersche Bureau empfängt keine Unterstützungen von der Regierung, und die Regierung greift in keiner Weise in die Unabhängigkeit dieses Dienstes ein, auch wird an seinen Meldungen keine Zensur ausgeübt, die nicht auch auf andere Nachrichtenbureaus und auf die Zeitungen Anwendung fände. LnnLesrat Hoffman« und die Politik der Schweh. Schweizer Brief. Ein Opfer Englands und des — schweizerischen Liberalismus und seiner Zügellosigkeit, das klingt paradox, ist aber buchstäblich wahr. Der Liberalismus ist hier weniger die Partei, die es als solche gar nicht gibt, sintemalen es in der Schweiz, einem nach Sitte und Gewohnheiten stockkonservativen Lande, eine Schande ist, seinem Namen so etwas eine andere als „freiheitliche" Bezeichnung anzuhängen (demgemäß hat die Schweiz denn auch demokratische, radikale, freisinnige und liberale, sogar liberal-konservative Parteien), sondern der Liberalismus, der hier gemeint ist, ist jenes verständnislose und an keine Sachkenntnis gebundene Dreinreden und Absprechen über die Tat und die Wärme der Tat, wie es den Alltagsjournalisten so wohl ansteht. Bezeichnend ist, daß die großen politischen Blätter der Schweiz — das sind die liberalen! — als Leitartikler artige und wohlentwickelte Novellen- und Romanschreiber bevorzugen. Auch Spitteler, der die schweizer Volksseele so unübertroffen erklärt haben soll, hat ja nachher zugestanden, daß er sich in seinem Leben kaum mehr als eine Stunde ernsthaft mit Politik befaßt habe. Trotzdem nahm er sich heraus, in der bekannten Weise über diese ihm so fremd liegenden Dinge auszusprechen, und es war nur natürlich, daß alle mit dem Abfassen von Leitartikeln betrauten Feuilletonpolitiker sein Credo gläubig nachbeteten. tlach Kurland. VI. Die Fahrt geht weiter, in Autos und Gespannen. Wir lernen ein kurländisches Pastorat kennen. Da darf man freilich nicht an ein bescheidenes deutsches Pfarrhaus auf dem Lande denken, so wie wir es besonders in Süddeutschland kennen, das sich an äußerem Schmuck kaum von den übrigen Häusern der Gemeinde unterscheidet und nur ganz selten in der Lage ist, sich in der materiellen Ausgestaltung der Lebensform über das allerbe- fcheidenste bürgerliche Niveau zu erheben, dagegen in sehr vielen Fällen durch felbstauferlegte freiwillige Opfer kaum den Durchschnitt der Lebenshaltung erreicht. Ein kurländisches Pastorat ist ein kleiner Edelsitz. Zu ihm gehört Feld und Wald in weitem Umkreis. Der Pastor ist zugleich Gutsbesitzer und treibt die Oekonomie selbst; er hat Pferde, Kühe, Ställe, Geräte und ein Gesinde zur Bewirtschaftung. Der Pastor ist fast immer ein Deutscher; er steht zum Edelhof in völkischer und in gesellschaftlichen Beziehung. Das hindert ihn aber nicht, in erster Linie der Hirte seiner lettischen Bauern zu sein. Wir kennen den Pfarrer aus den Novellen, Geschichten und Romanen des Pantenius — des langjährigen Redakteurs des „Daheim" und^von „Velhagen L KlafingI Monatsheften", — die gerade in der jetzigen Zeit allgemein gelesen werden sollten, weil sie ein vollständiges Bild der Verhältnisse im„Gottesländchen" geben und darüber hinaus ein solches von Gesamtlivland, wie man die drei Ostseeprovinzen Kurland, Livland und Esthland nennt. Des kurländischen Pfarrers Urteil über die eingesessene Bevölkerung ist auch durchweg milder als das der übrigen Deutschen, die sich wohl leicht zu einer voreingenommenen Auffassung verleiten lassen. Der völkische Hochmut kommt nämlich nicht nur bei Engländern und Franzosen vor. Schließlich stand die Sache so, daß neben den gesetzlich verordneten und verantwortlichen Politikern die unverantwortliche und nicht zu greifende Macht der politischen Romanphrase das öffentliche Leben der Schweiz sozusagen souverän beherrschte. Zweierlei Willen in einem Lande — was gibt es für eine ränkevolle Politik wie die englische leichteres, als ihren Willen durchzusetzen und zunächst die mißliebigen Männer zu entfernen? Die Bahn ist dann frei für — anderes. Die englische Politik — gewiß! Wie will man es sonst erklären, daß das Ultimatum an die zweite, die unverantwortliche Regierung' der Schweiz, die politische Romanpresse, ausgerechnet in der „Times" des Herrn Northcliffe erschien? Die Franzosen wären doch sonst die nächsten dazu! Um den Zusammenhang klar zu stellen, sei darauf hingewiesen, daß die großen liberalen Blätter der Schweiz, wie z. B. die „Neue Zürcher Ztg." — sie vor allem —, die „Basler Nachrichten" usw. sich seit Anfang des Krieges durch den Vertreter derselben „Times" desselben Northcliffe über — Deutschland bedienen ließen. Aeußerlich in seinen Titelüberschriften gab sich dieser Grande — so nannte sich der Jüngling — den Anschein, als wolle er über England schreiben; sachlich äußerte er sich nur über Deutschland und es kam diesen in deutscher Sprache erscheinenden und von Deutschland doch wirklich gar nicht so weit entfernten Blättern gar nicht darauf an, unter dieser englischen Deckung unsere Staatsmänner als rachgierige Eroberer und unsere braven Seeleute als Räuber zu brandmarken. Auf diese Weise wurde der englische Weizen in der Schweiz ausgesät und ging auf, gepflegt von diesen Schweizern. Dabei wußten sie ganz genau, die Spatzen pfiffen es von allen Dächern des Landes, wie die englische Handelsspionage im Lande wühlte und wütete, den Einzelnen drückte und zwickte, die einflußreichen Körperschaften und den Gemeingeist in den höheren Klassen zermürbte und ihren Willen in tatenloses Warten auflöste. Nachdem so viel erreicht war, konnte England aufs Ziel losgehen und den Mann, den es mit in erster Linie für die aufrechte Neutralitätspolitik des Landes verantwortlich machen mußte, zu erschlagen. Die Mittel sind dieselben, mit denen der Stümper Wilson das amerikanische Volk übertölpelte; daß sie gegenüber einem Meister wie Hoffm-nn zum Ziele kamen, ergibt sich eben aus der Knochenerweichung des staatlichen Widerstandes der Schweiz durch die politische Romanphrase. In der Tat: Hoffmann ist einer der feinsten politischen Köpfe Europas und ihm hat es die Schweiz zweifellos in erster Linie zu danken, daß sie sich über die jetzt dreijährige Krise mit den in ihr drohenden Gefahren des Bürgerkrieges und auswärtiger Verwicklungen hinweggeholfen hat, ohne sich Größeres nach irgend einer.Seite hin zu vergeben. Dabei stand er mit seinen Amtskollegen und einigen aktiven Politikern in der Nationalversammlung. die aber bei der Eigenart des öffentlichen Lebens der Schweiz leider eigentlich nur in der Abwehr zu Worte kamen, so gut wie allein, ohne tatkräftige und zieibewußte publizistische Unterstützung. Nicht ohne Bewegung vermag man feine Neutralitätsberichte an die Volksvertretung zu lesen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie ihn das Volk, zu dem er sprach und sprechen wollte, gar nicht hören konnte, und die Presse die vielfach darin gegebenen Anregungen, das beste Gut der Heimat, sein Recht zu wahren, einfach nicht aufnahm. Die politischen Roman- fchreiber hätten die Verhältnisse, denen seine Mahnungen entsprangen, studieren und würdigen müssen, das hätte Schwielen am Denken gekostet — wie viel bequemer war es doch, mit billigem Moralisieren zu arbeiten, die schönen Worte fließen da von selbst in die Feder und die breiten Bettelsuppen, die darin so gut serviert wurden, finden ja stets ein breites Publikum. Noch ist erinnerlich, wie Hoffmann im März der Nationalversammlung und dem darin vertretenen politischen Dilettantentum (die dort anwesenden Tatenmänner, die, wie gesagt, nicht so selten sind, aber in der Oeffentlichkeit keine Vertretung haben, Der deutsche Pfarrer in Livland ist ein Kulturträger. Das wird von der lettischen Bevölkerung durchweg dankbar anerkannt. Aus des Pantenius Schilderungen — Pantenius ist geborener Deutsch-Kurländer — geht klar hervor, wie befruchtend und belebend, im schönsten Sinne kulturfördernd das deutsche Pfarrhaus in Kurland gewirkt hat. Wenn der Lette sich nicht immer als idealer Vollmensch gezeigt hat, so darf man nicht vergessen, daß er ein Eroberter ist, ein Beherrschter, und dast es die ganz kleine Schicht eines Volks ist, das die Vorherrschaft ausübt. Da sind Konflikte unvermeidlich, wenn der Vorherrscher es nicht versteht, Ueber- legenheit mit! christlicher Liebe zu paaren. Und es müßte nicht menschlich zugehen, wenn da über die Grenzen des Rechts und der Billigkeit immer Einheit des Urteils und der Meinungen geherrscht hätte! Das Pastorat war verlassen. Im guten Zimmer hing ein Gemälde, die Kopie eines bedeutenden Meisters; hoffentlich wird es nicht der Zerstörung anheimfallen. Die ganze Aufmachung des Haupthauses wies auf Behaglichkeit und Wohlstand; die Geflüchteten haben ihr Eigentum gewiß nicht gerne verlassen. Auf dem Pastorat wurden die Gasmasken probiert. Es ist nicht angenehm zu atmen unter der schützenden Hülle, die einen besonderen Filtrierapparat besitzt, um wohl Luft, aber nicht das tödliche Gas eindringen zu lassen. Wir waren indes auf der ganzen Fahrt keinen Augenblick genötigt, die Gasmasken anzulegen. Vorsicht aber ist immer der bessere Teil der Tapferkeit und unsere militärische Führung bestand mit preußischer Grundsätzlichkeit darauf, daß die Masken mitgeführt wurden. Unser Mittagessen nahmen wir auf einem verlassenen Edelhof ein. Er gehörte einer uralten baltischen Familie - v. B. Der Zufall wollte es, daß der General, der als Abteilungschef hier seines Amtes waltete, der gleichen Familie angehörte. Nicht weit von diesem Edelsitz war mögen geschmunzelt haben!) zurief: Etwas mehr Be- scheidenheit gegenüber den Kriegführenden.... Er hätte auch sagen dürfen: gegenüber dem deutschen Volk und seinem Existenzkampf. Denn gemeint konnte es nicht anders sein; auch darüber lassen seine Neutralitätsberichte keinen Zweifel. Es war, als ob er es gewußt hätte, daß er nun so ziemlich zum letzten Male von verantwortlicher Stelle zum schweizer Volk spreche. Darüber war er sich wohl klar, daß eine Tätigkeit, die dem eigenen Volke diente und sich deshalb der Politik englisch-französischer „Zivilisation" und des Schutzes der kleinen Völker versagen maßte, schließlich auf Widerstände und auf Niederträchtigkeiten stoßen würde, die ihm ein Verbleiben im Amte unmöglich machen mußten. Der Niederträchtigkeit, der Infamie des diplomatischen Diebstahls, ist er wie Dumba, wie schließlich Deutschlands Amerikapolitik und auch wohl König Konstantin, zum Opfer gefallen. Da ist er in guter Gesellschaft und diese braucht sich des Schweizer Bürgers, eines aufrechten Mannes von Klugheit und Würde, nicht zu schämen! Wie es mit der Schweiz' jetzt wird? Unmöglich etwas zu sagen. Ihr stärkster Mann fehlt ihr jetzt. Vielleicht, daß diese eminent politische Kraft, die in einem ganz unpolitisch erzogenen Volk Plötzlich gerüstet und gewappnet erstand wie Minerva aus dem Haupte Jupiters, sich auf eine freie politische Betätigung wirft, was in den Verhältnissen der Schweiz möglich wäre. Seine Aufgabe wäre, die politisch und besonnen denkenden Köpfe zu sammeln, damit sie politisches Denken und staatliche Pflichten dem von feinen Htomane schreibenden Führern verlassenen und mißleiteten, sonst urgesunden und kräftigen Volke einhämmern. Er wäre der Mann, die Bewegung, die als solche schon da ist, zu wirklichem Leben zu wecken und die Schweiz vom Reden und Schreiben zu Taten zu führen. Leicht könnte er in dieser Stellung, nicht gebunden an die Rücksichten des Amtes, England und der Entente gefährlicher werden, denn als Bundesrat. Von der Besetzung seines Amtes hängt in dem Augenblick weniger ab. Die von ihm eingeleitete Neutralitätspolitik hat er in diesen drei Jahxen so fest verankern können, daß es unmöglich erscheinen muß, sie werde leichter Hand aufgegeben werden. Nur dürfen wir damit rechnen, daß die Pressungen und Drohungen der Entente, die sich die Schweiz auch unter -ihm hat gefallen lassen müssen, sich stärker und unverschämter wiederholen werden. Und auch das ist möglich, daß er keinen Nachfolger findet, der mit solcher Geschicklichkeit es verstehen würde, deren ärgsten Spitzen und Schärfen abzustumpfen ! I) Ans Laden. Der Ausgang der Landtagsverhandlungen hat in der sozialdemokratischen Partei und Presse eine starke Nervosität ausgelöst; die Sprache der sozialdemokratischen Blätter ist sehr gereizt und je nach Talent und Charakterveranlagung drohend oder grob. Man hat wirklich auf sozialistischer Seite geglaubt, daß Herr v. Bodman so eine Art Geschäftsträger des badischen Großblock-Sozialismus würde. Von dem Tage an, an dem der Minister des Innern bei Herrn W. Kolb auf der Redaktion erschien, um dem Vorstand der sozialdemokratischen Landtagsfraktion das Bedauern über defl' im Felde gefallenen Abg. vr. Frank auszusprechen, hat man in der Partei offenbar gemeint, der Gang des Ministers ins volksfreundliche Redaktionsbüro sei ein Gang nach dem sozialistischen Canossa. Man verstand im „Volksfreund" nicht die aus kammeralistischen Beziehungen entstandene Höflichkeit ihrem Werte und ihrer Bedeutung nach zu taxieren; man hatte angenommen, die entents oorälrlle zwischen Regierung und Sozialdemokratie sei jetzt perfekt. Zum äußeren Zeichen dieser Auffassung legte Herr Kolb seine rote Kravatte ins Schubfach sozialdemokratischer Erinnerungen. Man hat damals in staatserhaltenden Kreisen den Kondolenzbesuch des Herrn v. Bodman bei Herrn Kolb nicht wieder ein größeres militärisches Lager; seine „Attraktion" war ein wirkliches Theater, „Hoftheater v. K." nannte es sich stolz. Ein preußischer Oberleutnant hat es gebaut unv der Dramaturg des Darmstädter Hoftheaters, der dort im Osten unter den Waffen steht, hat es eingerichtet. Es hat eine wirkliche Bühne mit Kulissen und vertieftem Orchester, einen Zuschauerraum, in dem viele Hunderte Sitzplätze sind. Man gab zu unseren Ehren eine Festvorstellung. Soldaten spielten Hans Sachs'sche Stücke. Der Kunstgenuß war leider kein ganz ungetrübter. Die Gesangsstücke, die von einem Tenoristen mit schöner Stimme vorgetragen wurden, hatten drei Ausländer zu Autoren: Grieg, Verdi und — Leoncavallo! Es ist doch etwas ganz unglaubliches um diese Auslandssucht der Deutschen! Da kommen sie tief in Feindesland zusammen und pflegen die Kunst, wie es deutscher Kulturart ziemt, gehen aber an dem Lieder- und Musikschatz des musikalischsten Volkes der Welt vorbei und singen Ausländer, darunter den frechen, anmaßenden Leoncavallo, der sich mit aufreizenden und gehässigen Reden gegFN uus hervorgetan hat! Es war ja gewiß eine Gedankenlosigkeit ; und der Tenorist, der den „Prolog" aus Bajazzo sang, tat sich vielleicht auf die Feinheit seines ästhetischen Empfindens noch etwas zugute, weil in diesem Prolog doch eine Begrüßung der Gäste vorkommt. Wahrlich, es fehlt uns Deutschen doch immer noch an jenem ge* funden Instinkt für nationale Würde, der selbsttätig wirkt und alles unnationale ohne kritische Reflexionen ausscheidet. Wäre es denkbar, daß in einem französischen oder englischen Soldatenlager deutsche Komponisten zuw Wort kämen? Und die Fremden haben doch keinen Beethoven, Mozart, Wagner und Schubert, die unvergängliches für Gesang und Lied geschrieben haben. Ja, ja — der deutsche Stolz bedarf noch recht kräftiges Eigenkultur, daß er in die rechten Bahnen komrnt- Und weiter ging die Fahrt am andern Morgen rall m im ann, d pob lleicht cken wil daß 'tzödmc ffalistisc soga bts bei , Rechi salisierr ade-B Ht-Boi Die ogramr Ke Herre ^ bstent! !«niacht ! IM Mus, !-ort der ikanung. sspublikai stzres Lek khie Verb, Kiffers , wnz so < Im' lAlb hat IKiderstai i Ne rote Ijenzen h jLerstiu kchließlic !im Verdi I bedingtes hat. Ku j« sozial kundigen soffen K lichkeit p Laß der ! Larlsruh I sammeln Des i lichen zv Regierun prlamer vollwertig ! halten ui ! der sozia fraglich, Affichen ^at, die gegen Fi ' Widerhal niffe deß billig bez Herrn M Den IM a. D. der Univ liehen wi gen v. L haben in deutende wiesen; r digen, w diesmal, Las ! unsei Md j Ms '1 ?Ugl lich wir sich Sill kam dies : Be- Er Volk ie es itäts- :wußt ! ver- rüber genen anzö- Zölker « auf leiben ieder- tahls, erika- !r ge- raucht rnnes öglich jetzt, nnem und - Ju- wirft, wäre, -nken- i und enden ariden kann, ichem r und dieser mtes, n als igt in leitete o fest ß, sie n wir n der it ge- ieder- keinen i ver- abzu- I) n der kervo- lätter erver- ) auf an so sialis- inister n er- Merall mit Zustimmung begleitet. Herr v. Bodman ist (viel- im Gegensatz zu andern Ministern) ein höflicher der die Gepflogenheiten der guten Gesellschaft politisch-parlamentarische übertragen und damit Wlleicht eine Art politisch-gesellschaftlicher Erziehung er- will. Politisch war der Kondolenz-Besuch gewiß das hat sich jetzt herausgestellt, denn gerade Herr MHodman hat bei aller formaler Liebenswürdigkeit die Mnalistische Verstiegenheit entschieden abgelehnt. Ist er M L sogar für die Beibehaltung des abgestuften Wahl- bei den Gemeindewahlen eingetreten, indem er Wj Recht darauf hinwies, daß die zunehmende Jndu- Badens eine größere Fluktuation der Ge- und damit einen größeren Einfluß der WMht-Bodenständigen herbeiführe. M" Die Sozialdemokratie hätte mit ihrem Aktions- »Mgramm allein auf weiter Flur gestanden, wenn nicht Kje Herren Muser und Venedey mit nicht zu überbietender sich zum Anwalt der Sozialdemokratie hätten. Cicero sprach nicht packender für Milo, »e Muser für Kolb. Und der Erfolg war hier wie dort der gleiche. Trotz Cicero mußte Milo in die Verspänung. Nun leben wir ja nicht mehr in römisch- Dublikanischen Zeiten und die Volkstribunen sind heute Hres Lebens sicher; Herr Kolb ging denn auch nicht in He Verbannung, aber genutzt hat ihm die Beredsamkeit Msers nichts. Vielleicht hat Herr Muser auch nicht WH so gesprochen, wie weiland Cicero . . . Im Gegenteil. Seit Musers warmem Eintreten für Hlb hat sich in der sozialistischen Partei so etwas wie Widerstand bemerkbar gemacht. Herr Kolb holte zwar Ke rote Halsbinde aus dem Schrein radikaler Reminis- zenzen hervor, aber es blieb doch eine allseitige Verstimmung auf sozialistischer Seite bestehen, kchließlich sind die Demokraten immer noch hinreichend jm Verdacht, eine bürgerliche Partei zu sein, so daß un- tedingtes Lob von dieser Seite immer etwas brenzliches hat. Kurz und gut: der Wind des Widerspruchs weht im sozialistischen Lager, geschickt aufgefangen von dem kundigen Herrn Adolf Geck, der nicht Lust hat, den Genossen Kolb vom Grundsatz sozialdemokratischer Brüderlichkeit profitieren zu lassen. Man spricht bereits davon, daß der berüchtigte Herr Haase aus Königsberg in Karlsruhe erscheinen würde, um die „Unabhängigen" zu sammeln und zu neuen Taten zu führen. Des Lebens ungemischte Freude wird keinem Sterblichen zuteil. Herr Kolb hat sich in der badischen Regierung getäuscht; er hat die Scheidemünze politisch- Mrlamentarischer Höflichkeit des Herrn v. Bodman für vollwertige Valuta grundsätzlichen Entgegenkommens gehalten und erlebt Enttäuschung auf Enttäuschung. In der sozialistischen Presse rumorts weiter und es scheint fraglich, ob die rote Farbe, in der Herr Kolb seine Affichen auf sozialdemokratische Grundsätzlichkeit gehalten hat, die Genossen im Lande versöhnt. Die Grobheit g-gen Freiherrn v. Dusch wird ja wohl einen kräftigen Widerhall auslösen, ob sie aber hinreicht, alle Besorgnisse des souveränen Volks zu zerstreuen, mag man billig bezweifeln. Hoffentlich gelingt es Herrn Kolb, Herrn Muser als Lobredner fernzuhalten. A. R. Land- llenen startet Volks« sozia- nicht Höf- 4 zu rälrüe erfekt. -Kolb tischer l den v. Goßler. Dem Chef der Zivilverwaltung in Kurland, Land- iat a. D. v. Goßler, ist von der philosophischen Fakultät der Universität Freiburg der Ooetor. Honoris «muss, verliehen worden in Anbetracht der hervorragenden Leistungen v. Goßlers für die Verwaltung Kurlands. Wir haben in unfern Kurland-Artikeln eingehend auf die bedeutende und grundlegende Tätigkeit v. Goßlers hingewiesen; wer in der Lage war, ihre Bedeutung zu würdigen, wird sich von Herzen über die Ehrung freuen, die diesmal, wie selten, an den richtigen Mann gekommen i nicht ktion" es sich : und dort ichtet. ieftem aderte Fest- Stücke- Die chöner inder Es ist ssucht id zu- ultur- ikschatz singen lvallo, geg§u mken- ajazz» ttschen Zrolog hrlich, m ge- sttätig ciouen fischen n zu« keinen mver- . Ja, i« omslt. orgen Das ganze Gelände, das wir, nach Osten vordringend, Durchfuhren, war besetzt. Hindernisse, die nicht zu bewältigen sind, türmten sich auf. Und überall waren unsere Soldaten an der Arbeit, diese Hindernisse zu mehren -«id zu befestigen. Sie sind alle guten Muts und tragen Ms Grüße an die Heimat auf, der ihr Sehnen und Hoffen gilt. Wir kamen näher an Friedrichstadt, an die Düna. Jakobstadt ist noch in russischem Besitz. Der militärische Apparat arbeitet hier wieder stärker. Wohin das "Auge blickt: Soldaten, Befestigungen, Gräben, Schanzen, "Patrouillen. Unsere Autos werden mit kritischen Blicken gemustert. Der deutsche Patrouillen-Mann ist unerbittlich in der Ausführung seiner Pflicht. Wieder passieren wir einen Hochstand. Dann gehts zur Düna; ein bedeutsamer Augenblick. Drüben überm Fluß stehen die Aussen; die Düna ist hier wohl 150 Meter breit. Ruhig stießt das Gewässer zwischen den hochwaldbewachsenen stfern, die steil absallen; in ihrem ewigen Glanze spiegelt «ich die Sommersonne auf leise plätschernden Wellen, ein Bild poetischen und tiefen Friedens. Aber hüben wie drüben sitzt das Verderben. Hoch über unfern Häuptern, kaum erkennbar, zieht ein Flieger seine Bahn. Die charakteristischen Kreiswölkchen bekunden, das Schrapnells diese Bahn begleiten. Wir sind am Auslug angekommen. Deutsche Infanteristen machen sich's bei belegten Stullen gemütlich. Vorsichtig dürfen wir durch den Auslug hinüberspähen. Dort also, am andern Ufer, 150 Meter von «ns, steht der Feind, wie wir Wache und Umschau Mtend. Aber nichts rührt sich. Ganz von ferne der Ich verlierende Hall eines Schusses; sonst überall Ruhe, sommerlicher Friede. So haben wir den Feind in nächster Nähe geschaut, «ir steigen an der Uferböschung herunter und marschieren ^vrch den sonnig durchleuchteten Hochwald, den die Vögel —At einem herrlichen Konzert erfüllen, zu unfern Autos, uns in sausender Fahrt nach Daudzewas bringen, wir in den Schnellzug nach Mitau einsteigen, denn andern Tag gehts nach Libau. A. R. ist. v. Goßler ist ein bedeutendes und verdienstvolles Mitglied der konservativen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses und zählt zu den geistigen Häuptern des preußischen und deutschen Konservatismus. Aus Laqcrn. Man schreibt uns: Es ist erklärlich, daß nicht nur der Landmann, sondern jeder Bürger nach dem Wetter und den Ackerbauverhältnissen Ausschau hält. Denn mehr wie je hängt unser schließlicher Erfolg gegenüber den Feinden vom Ausfall der Ernte ab. Das ist ja die große Lehre des Kriegs, daß auf den Acker und sein Erträgnis alles ankommt und daß der Mensch nicht vom Golde und nicht vom Merkantilismus lebt, sondern von dem, was der Acker hervorbringt. Unsere Ernteaussichten sind im ganzen gut. Die Kirschenernte ist in allen „Kirschengegenden" ganz großartig ausgefallen, Man möchte nur wünschen, daß die schöne Frucht nicht wieder in auswärtige Brennereien wandere, sondern als köstliche und Gesundheit bringende Ernährung unmittelbar dem Volke zugutekomme. Getreide und Kartoffeln stehen gleichfalls sehr gut; in verschiedenen Gegenden kann schon demnächst mit der Gersten ernte begonnen werden. Heu und Hopfen sind sehr befriedigend. In der Aschaffenburger Gegend mußte die Polizei zur Vernichtung des Schwarzwilds aufgeboten werden; so groß war der Schaden, den die Tiere anrichteten. Die Landwirte klagten seit langem über die verheerende Tätigkeit des Wildes. Um der drohenden Kohlennot entgegenzuarbeiten, ist man in der Neumarkter Gegend dazu übergegangen, die ausgedehnten Torflager, die bis jetzt gänzlich unbenützt liegen gelassen wurden, durch Kriegsgefangene dienstbar zu machen. Es sind noch viele Torfgegenden in Bayern und wohl auch im Reiche vorhanden, die auf diese Weise für die Allgemeinheit fruchtbringend gemacht werden könnten. Ms Württemberg. Man schreibt uns: Für den f Grafen Zeppelin wurde der Legationsrat Freiherr Speth v. Schätzburg in die Erste Kammer gewählt. Speth ist ein treuer Anhänger der Sache der Rechten. Nun tagt der Landtag wieder im Plenum. Die Erörterung eröffnete der Zentrumsredner v. Kiene, der sich energisch gegen einen Scheidemannfrieden aussprach. Der Fortschrittler Haußmann hielt wieder einmal eine seiner theatralischen Reden, in der er besonders die Alldeutschen auch mit papierenen französischen Geheiminstruktionen, die ihm in die Hände gefallen seien, angriff. Der Sozialdemokrat Keil brütete seinen Pessimismus über die Kriegslage und seine Scheidemannanschauungen mit der ihm eigenen drohenden Angriffsgeste aus. Imponiert hat er damit nicht. Am nächsten Tage sprach der Ministerpräsident. Er verteidigte die späte Einberufung des Landtags, die Parität bei den Aemterbesetzungen, die Zensurverfügung vom 15. Juni d. I. gelte ententefreundlichen Flugblättern. Für die Vereinfachung der Staatsverwaltung sei er ganz. Die Neuorientierung könne aber erst nach den Neuwahlen stattfinden. Bei uns genüge die Verfaffungsreform von 1906. Die Erste Kammer werde nicht aufgehoben, parlamentarisches System und Koalitionsministerium gibt's in Württemberg nicht. Das Recht der Krone, die Minister zu ernennen, lasse er nicht einschränken. Für den Reichskanzler ist der Minister ganz. Kriegszielerörterungen seien nutzlos. Der Minister sprach sich bestimmt gegen einen Scheidemannfrieden aus. Für den durch einen Trauerfall in seiner Familie verhinderten Abg. Dr. Wolfs sprach namens der Rechten der Abg. Körner, der die Alldeutschen in Schutz nahm und den Siegeswillen der Regierung zu stärken versuchte. In recht wirkungsvoller Rede trat der Nationalliberale Hieb er für einen guten Frieden und gegen die „geschmacklosen und törichten Angriffe auf die Alldeutschen" ein. Auch der zweite Zentrumsredner Graf trat dem sozialdemokratischen Anspruch, als ob die Sozialdemokraten alle Arbeiter vertreten, und die allesamt für einen Frieden ohne Land und Geld wären, gebührend kräftig entgegen. Alle diese Erörterungen wurden zu Kap. 9 des Etats (Staatsministerium) gepflogen. Aus Hesse». Man schreibt unS: Der in den letzten Tagen reichlich niedergegangene Regen ist den Feldern sehr zustatten gekommen; die Landwirte begrüßten ihn allgemein als „Durchregen", womit gesagt fein soll, daß die gebrachten Wassermengen so reichlich sind, daß sie dem Wachstum der Früchte entscheidend förderlich sind. Leider war an verschiedenen Stellen dem Regen Hagel beigemengt, der da und dort Schaden anrichtete. — Jm Weschnitztal ist die Heuernte gut ausgefallen. Die Kartoffeln haben sich gut entwickelt, so daß bei Andauern normaler Verhältnisse eine schöne Ernte zu erwarten steht. Der Mut der Bevölkerung ist durch die guten Aussichten erheblich gestiegen. — In Rheinhessen hat die Spargelernte, die jetzt zu Ente geht, teils eine ganz gute, teilweise außerordentliche Erträgnisse erzielt. Mancher Spargelzüchter hat innerhalb weniger Wochen 3 —4000 Mk. Einnahmen erzielt; Gemeinden mit großer Spargelzucht haben Hunderttausende eingenommen. — Die Traubenblüte hat in unsern Weingegenden einen vortrefflichen Verlauf genommen; sie ist so schnell und unbehelligt wie selten vor sich gegangen. Damit ist eine wesentliche Vorbedingung für einen guten Herbst geschaffen worden, denn der Sauerwurm, der schlimmste Rebschädling, ist durch das sonnige günstige Wetter nicht zur Entwicklung gekommen. Reiche Fruchtansätze zeigen sich überall, wo die Blüte beendet ist. Sur dem Srobheyogtum. Karlsruhe, 28. Juni 1917. * Großherzogsgeburtstags-Spende. Wie wir schon mitgeteilt haben, finden am 9. Juli, am Geburtstage des Großherzogs, und am Vortage, den 8. Juli, Opfertage zugunsten des Roten Kreuzes statt. Vom 2. bis zum 9. Juli liegen bei den Sammelstellen Sammellisten auf. Aufruf ist bereits erschienen. * „Hilfsgendarmen". Die „Karlsruher Ztg." schreibt halbamtlich: Das Kgl. stellvertretende Generalkommando 14. Armeekorps hat eine größere Anzahl von Unteroffizieren abkommandiert zur Ergänzung des Mannschaftsbestands des Großh. Badischen Gendarmeriekorps. Diese Unteroffiziere werden, verteilt auf die einzelnen Gendarmeriestalionen, eingestellt und vereidigt als Hilfsgendarmen und als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft. Die Bevölkerung hat ihren Weisungen in gleicher Weise wie denen der Gendarmen Folge zu leisten. Als Abzeichen tragen die eine Armbinde mit dem Aufdruck „Hilfsgendarmen" und dem Stempel des Großh. Gendarmeriekorps. * Der Pranger für die Kriegswucherer! Das Justizministerium hat den Staatsanwaltschaften empfohlen, die Nebenstrafen der Veröffentlichung des Urteils bei Vergehen gegen «übermäßige Preissteigerung in allen Fällen in Antrag zu bringen, in denen sie wegen der Schwere oder Gemeinschädlichkett der Tat oder wegen der Niedrigkeit der vom Täter bekundeten Gesinnung angebracht erscheint. * Professor Roller f. Unter großer Anteilnahme, hauptsächlich aus den Reihen der Bürgerwehr, wurde der am Samstag früh verstorbene Gymnasial- profesfor a. D. Eduard Roller auf dem städtischen Friedhofe zur letzten Ruhe gebettet. Die kirchlichen Handlungen nahm Stadtpfarrer Kühlewein vor, der den Lebenslauf des Entschlafenen, der im Jahre 1846 als Sohn eines Geistlichen und später» Professors in Pforzheim geboren wurde, verlas. Der Leichenpredigt legte der Geistliche den Text Ebräer 4, Vers 9 zugrunde: „Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes". An der offenen Gruft legte Geh. Oberfinanzrat Zimmermann für die Karlsruher Bürgerwehr, deren Hauptwache der Verstorbene vor kurz vor seinem Tode geleitet hat, einen Kranz mit Worten des Dankes an den Entschlafenen nieder. * Nach einem halbamtlichen Artikel der „Karlsruher Zeitung" wurde an dem letzten Sonntage 2 bis 3 mal soviel Obst von den wilden Aufkäufern, Leute, die sich den Anschein von Touristen gaben, sortgeschafft, als dies der Geschäftsstelle für Obstversorgung möglich war. Zur Beseitigung dieses wilden, die Interessen der Allgemeinheit rücksichtslos schädigenden Treibens wurde die freie Beförderung des Obstes von 25 KZ auf 3 wie im Vorjahre herabgesetzt. In Zukunft wird außerdem gegen jeden, der bei Uebertretung dieser Vorschrift betroffen wird und eine Genehmigung zum Handel mit Obst gemäß 8 9 der Verordnung vom 3. April nichtz besitzt, strafend eingeschritten werden. * In einer Mitgliederversammlung der national*, liberalen Vereine hielt LandtagLabg. Rebmann einen Vortrag über die politische Lage, und erklärte, daß man nach den Berichten aus dem großen Hauptquartiere einen überwältigenden Eindruck bekam von der Ruhe und der Sicherheit, die dort über den Ausgang des Weltkrieges herrscht. In der Sitzung der nationalliberalen Gesamtpartei sei nicht das leiseste Schwanken über den Inhalt der Friedensforderungen zu bemerken gewesen. Diese sind: Erwerb von Land im Osten, Sicherung unserer Küste am Meer. Forderung von Kolonialbesitz und Forderung von Kriegsentschädigung. Mannheim, 25. Juni. Der Kaufmann Friedrich Göbel aus Mannheim ließ sich durch einen Schuhhändler in Bergtheim (Bayern) monatelang große Vorräte von Gänsen, Schweinen, Mehl, Wurst, Butter usw. unter der Bezeichnung „Bücher" nach Mannheim schwärzen. Einmal wurde aber entdeckt, daß eine solche Büchersendung aus 63 Pfund Dürrfleisch, einem Rehbock uud 20 Pfund Fett bestand. Das Schöffengericht zu Würzburg verurteilte Göbel zu 1000 Mk., seinen Gesellen zu 1080 Mk. Geldstrafe. — Die erste Wintergerste wurde zwischen Käfertal und Viernheim geschnitten. In Adelsheim ist der erste Wagen mit Gerste eingefahren worden. Walldürn, 26. Juni. Am Sonntag nachmittag wurde in der hiesigen Sparkasse ein Einbruchsdiebstahl verübt und ein Geldbetrag in Höhe von 20000 Mk. entwendet. Von dem Täter fehlt jede Spur. Bruchsal, 27. Juni. In Heidelsheim wurden die ersten Frühkartoffeln geerntet. Freiburg, 27. Juni. Geh. Hofrat Dr. Alfred Schultze hat den Ruf auf eine Professur für deutsches bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte an der Universität Leipzig angenommen. Sein Vorgänger war der bekannte jüngst verstorbene Rechtslehrer Prof. Dr. Sohm. Lüche, Schule und Mission. Das LandesfestderBadischenBibelgesellschaft, das am 24. Juni in Breiten gehalten wurde, erfreute sich eines zahlreichen Besuchs. Trotz der Ermüdung durch die dringenden Feldarbeiten hatten sich doch viele aufgemacht, im Jubeljahr der Reformation mit zu danken für das größte Geschenk der Reformation, die deutsche Bibel. Es war ein freudig bewegtes Bild, um 11 Uhr bei dem Jugendgottesdienst in der von den Konfirmanden schön geschmückten Stiftskirche die große Kinderschar zu sehen, wie sie den Worten des Prälaten v. Schmitthenner lauschte, der in der durch Frage und Antwort belebten Besprechung es den Kinderherzen einprägte, daß sie an der Bibel haben ein Licht, ein Schwert und ein Brot. Den Konfirmanden wurde eine Crinnerungsbibel, den übrigen Kindern eine biblische Spruchkarte überreicht. Wie würden Melanchthon, dem Freund der Jugend, die Augen geleuchtet haben, wenn er in der Kirche, in der er getauft wurde, unter der Schar der Kinder hätte stehen und sehen können, wie das teure Gotteswort den Konfirmanden in die Hand gelegt wurde. Zum Festgottesdienst um 2 Uhr ließen die vier Glocken der Stiftskirche zum letzten Mal ihren schönen Vollklang erschallen. Die große Melanchthonglocke soll erhalten bleiben, um weiterhin ihren Dienst zu tun; sie läutet, wie an andern wichtigen Erinnerungs-- tagen, am 25. Juni von 12—1 Uhr zum Gedächtnis an Melanchthons größtes Werk, die Augsburgische Konfession, die mit Recht der Augapfel der evangelischen Kirche genannt wird. In seiner Begrüßungsansprache über Sirach 4,15 wies Dekan Herrmann auf die innigen Zusammenhänge zwischen Bibel und Reformation hin und auf die Bedeutung, welche das Jahresfest der Bibelgesellschaft für die Melanchthon- stadt hat. Die tiefgründige Festpredigt, welche Pfarrer llic. Braun von Michelfeld über Eph. 2, 8 hielt, stellte die grundlegende Erfahrung der Reformation: „Aus Gnaden!" ins Licht.' Das ist auch das Thema der ganzen Bibel von den ersten Blättern (Abraham) bis zum letzten (Offenb. 22 das Wasser des Lebens umsonst). Nur von diesem Gesichtspunkt aus gelesen, wird die Bibel recht verstanden. Der Jahresbericht des Vorsitzenden, Prälat l). Schmitthenner, redete von den zwei Säulen, der Rechtfertigung des Sünders aus Gnaden und der Bibel als alleiniger Richtschnur des Glaubens, welche den Tempel der evangelischen Kirche tragen. Das Land zittert, aber wenn nur diese Säulen fest bleiben! Die badische Bibelgesellschaft hat 1915 u. 1916 verbreibet 8868 Bibeln, 37 600 Neue Testamente und 200 414 Bibelteile, an die Truppen gesandt 336105 Bibeln und Bibelteile. Die 22 deutschen Bibelgesellschaften zusammen haben 1915 und 1916 8 149 895 Exemplare der heiligen Schrift verbreitet. In treuem landesmütterlichein Gedenken ließ Großherzogin Luise der Gemeinde Breiten wie der ganzen Festversammlung durch den Redner herzliche Grüße übermitteln mit der Versicherung, daß jedem Festteilnehmer dieser Gruß persönlich gelte. Das schön verlaufene Fest war eine Vorfeier zum 400 jährigen Gedächtnis der Reformation. Möge es dazu verhelfen, daß wir, wie die großen Männer der Reformation es getan, wieder mehr in der Bibel und aus der Bibel leben! Vom Hardthausfest. Auch im dritten Jahre des furchtbaren Völkerkrieges durfte am Trinitatisfest die Hardthausgemeinde durch Gottes Gnade ihr Jahresfsst abhalten. Eine große Schar der Hardt- Hausfreunde wax an dem herrlichen Junitage von nah und fern herbeigeströmt, so daß das große Gotteshaus in Teutschneureut bis auf den letzten Platz besetzt war. Pfr. Strauß von Karlsruhe begrüßte als Vorstand die Festgemeinde mit Ps. 68, 5. 6. Er gedachte zunächst mit Worten innigster Dankbarkeit des im September v. Js. Heimgegangenen Pfarrers Braun in Welschneureut, der als längjähriger Vorstand mit reicher Liebe der Anstalt sich gewidmet hatte. Psalm 68 sei,' so fuhr der Redner fort, wie für unsere Tage gedichtet, in denen auch unsere Hardthausfamilie so manch herrliche Glaubens- und Gebetserfahrung habe machen dürfen. Das stimme das Herz zum Loben und Danken und sei eine Aufforderung für Junge und Alte, sich dem Herrn zu übergeben. Nach dem Eingangsgebet sprach der Geistliche das Glaubensbekenntnis. Pfr. Böhmerle von Langensteinbach legte der Festpredigt Jes. 45,11 zugrunde. Gleich dem Trinitatisfest sei auch das Hardthausfest ein Bekenntnissest, indem jeder, der daran teilnehme, sich dadurch bekenne zur christlich-evangelischen Kindererziehung. Unsere Kindererziehungsanstalten wurden in Erweckungszeiten gegründet, ausgehend von der im Worte Gottes begründeten Anschauung, daß jedes Kind «in Werk und eine Gabe Gottes sei. Kinder seien darum so Großes in unfern Augen und deren Erziehung eine heilige Verantwortung für uns. Kinder sind in Schöpfung und Erlösung durch Jesus Werke der Hände Gottes, und diese Werke sollen wir frühe zum Herrn weisen. Christliche Eltern tun das schon vor der Geburt des Kindes durch Gebet und Fürbitte und einem Wandel vor Gott. Im Sakrament der heiligen Taufe übergeben sie das Kind dann der Rettungsgnade ihres Gottes. Wir sollten hinsichtlich der Taufgnade wieder lutherischer denken lernen. Das Heranwachsende Kind werde bald mit dem Worte des Lebens, dem Samen der Wiedergeburt, bekannt gemacht. Von großem Segen sei auch dis Gemeinschaft der Gläubigen, durch die es unter den Einfluß des Geistes zu stehen komme und anhaltend gläubiges Gebet. Dem Jahresbericht stellte Hausvater Straßer Ps. 94,18: „Deine Gnade, Herr, hielt mich", voran. In der jetzigen schweren Zeit hält Gott Religionsstunde. Wohl dem, der recht aufmerkt. Notzeiten sind auch Segenszeiten. Das durfte die Hardthausfamilie im abgelaufenen Anstaltsjahr des öfteren erfahren. Im Freundeskreis hat es auch vergangenes Jahr manch schmerzliche Lücke gegeben. Am 8. September v. Js. ist Pfarrer Braun heimgegangen mit dem Worte auf seinen Lippen: „Ich laste meinen Jesum nicht." Kurz vor Beginn der Feier traf die telegraphische Nachricht ein, daß Fräulein Mina Mayer, eine Tochter des früheren Hausvaters, entschlafen sei. In der Anstalt waren 72 Kinder untergebracht. Nach dem Gesang der Anstaltskinder: „Wie herrlich ist's, ein Schäf- lein Christi werden", folgte eine Ansprache des Reallehrers Neck aus Heidelberg über Apostelg. 1,6—8: „Ihr werdet meine Zeugen sein." Pfr. Weißer von Liedolsheim war laut Festordnung bestimmt, die Schlußworte zu halten. Da die Zeit jedoch vorgeschritten war, übergab er das Schlußwort der Festgemeinde selbst. Nach einer ernsten Ermahnung, dem Herrn Bahn zu machen, ihn allezeit zu bekennen, ihm zu vertrauen und seine Zeugen zu sein, stellte er an die Festgemeinde di« drei Fragen: 1. Wollt ihr an Jesus Christus glauben? 2. Wollt ihr Jesus Nachfolgen? 3. Wollt ihr mithelfen, daß auch andere ihm Nachfolgen? Nach Beantwortung dieser Fragen durch ein lautes „Ja", sprach die 3—4000 Menschen zählende Versammlung gemeinsam das Glaubensbekenntnis. So war dieses Fest von Anfang bis Schluß ein rechtes Bekenntnisfest. Mist. Stolz von Teutschneureut schloß die reichgesegnete Feier mit Gebet und Segen. K.—K. L. Japans Plane in Ostallen. Don Missionsdirektor Lic. Dr. 3. Witte. Englische Preßstimmen zeigen in letzter Zeit ziemliches Mißtrauen gegen die japanischen Ab« sichten. Der .Manchester Guardian" verriet ohne Hehl die Furcht vor Anwendung im« perialistischer Grundsätze durch Japan auf China. Der neuerliche Zusammenschluß der bisher streitenden japani schen Parteigruppen wirkt m England beunruhigend. Der frühere japanische Ministerpräsident Graf Okuma batte 1914 als 76 jähriger Mann sein Amt übernommen. Er tat es damals, weil nach dem üblen Bestechungsprozeste eine vorläufige beruhigende Regierung Ordnung schaffen sollte und er als ein Vermittlungsmann der Krone Hilfe leisten konnte. Er war einer der Fortschrittsmänner Japans, ein altjapanischer Edelmann, der keine fremde Sprache spricht, der aber Grobes geleistet bat. mn .der Jugend des Volkes die ferne Welt des Westens zu ericynetzen. Er ist der Gründer der größten Privat-Universität Japans, der Waieda-Hochschule in Tokio, die mit ihrem Obergnmnasium 10 000 Schüler und Studenten umfaßt. Seit je galt dieses Mannes Begeisterung den „Fortschritts"-Ländern England und Amerika. Der jetzige Ministerpräsident Graf Terautscht bat eine militärische Vergangenheit, in der er stets höchst merkbares Interesse für China zeigte. Mit Okuma habe ich einmal in Tokio eine lange.Unterredung gehabt. Wohl achtete er Deutschland. Aber von Zucht und Gebundenheit des einzelnen nach Deutschlands Art habe sein Land schon genug, was nottue. sei Freiheit der Entwicklung nach dem Vorbild Englands und Amerikas. Mochte vor 1914 in Japan eine leise Loslösung von England sich vollziehen und eine Hinneigung zu Deutschland sich anbabnen, nach jenem berühmten Bestechungsprozeste wurde unter Graf Okuma der Anschluß an England neu verstärkt. So war der Angriff auf Tsingtau keine Überraschung. Dieser Angriff war weniger eine deutschfeindliche Handlung, als vielmehr der erste Schritt auf der Bahn der Ausnutzung der Kriegslage durch Japan. Wer will es Japan verdenken, daß es aus der Selbstzerfleischung der Völker Europas Nutzen ziehen will? Daß es das tut. mag uns wohl ärgerlich sein. Nach Süden vorzustoßen, verbot zunächst die Rücksicht auf Amerika. Selbst wenn man die Philippinen noch schonte und sich auf die holländischen Kolonien stürzte, würde Amerika das nicht dulden können, und auch England würde das als schwerste Bedrohung arischen. So griff man nach dem Festland hinüber und nahm von China, was man haben konnte. Das war gefahrlos! China muß alles dulden. Es kann keinen Widerstand leisten. Bisher war es durch die gegenseitige Eifersucht der Interessenten wenigstens leidlich geschützt. Aber jetzt sind denen die Hände durch den Krieg gebunden: Japan hat freie Bahn. Japan hat in seinem Vorgehen in China von den Europäern trefflich gelernt. Alles was irgendwo sich ereignet, ein vielleicht künstlich herbeigeführterZusammenstoß zwischenjapanischem und chinesischem Militär, Unrecht, das einem japanischen Händler geschieht, alles dient zum Vorwand, um von dem Chinesen neue „Rechte" zu erlangen. So liegt Japans Hand auf China. Vom Süden, von Schantung aus, das man ganz in der Gewalt hat. und vom Norden, von der südlichen Mandschurei her. so umklammern die Japaner die reiche Provinz Tschili, in der die Hauptstadt Peking liegt. Die einzige Macht, die dort oben unbequem war. Rußland, ist Japans Verbündeter, außerdem zurzeit macktlos. Fast spöttisch tröstete man England, durch ihr Bündnis übernähmen Japan und Rußland den Schutz des Friedens im fernen Osten, auch in Indien: „So kann sich Großbritannien nun ungestört dem Kriege in Europa widmen." Das heißt in Wirklichkeit: man schaltet England aus und droht, im Fall des Widerstrebens, mit einem Druck auf Indien. Das alles batte Graf Okuma geleistet. Es war ein Wagnis, jeder Schritt. Denn wenn die Völker Europas etwa schnell Frieden schloffen, so hätte sich alsbald ihre Energie, auch die Englands, gegen Japan gewandt. Nun aber steht der Frieden noch immer aus. Da sagte Japan sich: wir können noch viel mehr erreichen: wir brauchen eine kühnere Hand als die des alten Grafen Okuma. Graf Terautscht, der das jetzige Ministerium leitet, ist ein Mann des festen Zugreifens. eine kraftvolle, rücksichtslose Soldatennatur. Er ist emporgeboben durch die Militärpartei, die unter dem Grafen Okuma zurückgedrängt, nun wieder Einfluß hat und an dem „Rat der alten Staatsmänner" einen festen Halt besitzt. Sein größtes Werk ist die Verwaltung Koreas, die er seit der Annexion geleitet hat. Hier hat er mit eiserner Hand regiert. Das Land ist dazu verurteilt, mit Gewalt „japanisiert" zu werden. Wie man die Kaiserin von Korea ermorden ließ, so ging man gleich brutal gegen alles Widerstrebende vor. Und als die amerikanischen Missionare für das Volk einzutreten wagten, drehte man den Spieß um und klagte Hunderte der koreanischen Christen an. sie hätten den Grafen Terautscht ermorden wollen. Wie grundlos diese Anklage war, geht daraus hervor, daß man die 107 zu schwersten Strafen Verurteilten schließlich, als die Missionare die Sache in die Öffentlichkeit brachten, freisprechen mußte» weil auch nicht der geringste Beweis ihrer Schuld erbracht war. Die „Geständnisse", die Vorlagen, hatte man durch das auch in Japan selbst noch oft genug angewandte qualvolle Füttern der Angeklagten erzwungen. Dies Vorgehen kennzeichnet den „starken Mann". Er hat in Korea viel erreicht. Das Bildungswesen hat einen Anfang gemacht, sich nach javanischem Vorbild zu organisieren. Die wirtschaftliche Erschließung hat begonnen. Vor allem aber hat er das Land militärisch an Japan angegliedert und es so stark ausgebaut, daß es ein sicherer Rückhalt ist für Japans Festlandspolitik. Da Japans Finanzen durch die Kriegslieferungen gesundet sirjd, so kann es seine Ziele rückhaltlos verfolgen. Die Ziele des neuen Ministeriums erwiesen sich in bezug auf die Festlandspolitik nicht als neue, man schlug nur ein schnelleres Tempo ein — gegen China! Der Anschluß an Rußland gab die Deckung, und das Abrücken von England wird immer deutlicher bemerkbar werden, auch wenn man selbstverständlich den Bruch mtt England vermeiden wird, solange es irgend geht. Man freut sich in Japan, daß England auf jeden Fall durch den Krieg zum mindesten stark geschwächt wird. Man konnte deshalb auch viel schärfer auftreten gegen Amerika! Das Ministerium Terautschi batte sogar eine besonders deutliche Spitze gegen Amerika. Es heißt, es seien unter Graf Okuma Verhandlungen mit Amerika gepflogen worden. Sie seien daran gescheitert, daß Japan zwar die Sicherheit der Philippinen, aber nicht die der niederländischen Kolonien habe anerkennen wollen. Keine Rücksicht auf Amerika brauchte den Grafen Terautschi also binden, für Japan im ganzen fernen Osten, bis Indien. Australien. Honolulu. Kanada und Kalifornien. neue Rechte und. falls erreichbar, auch neuen Besitz zu fordern. Wieweit Japan seine Macht unter der starken Hand wird ausdehnen können, hängt davon ab. wie lange die Völker Europas noch fortfahren, sich zu schwächen. Es wird ab- warten, welches Volk Europas relativ am besten tm Kriege abschueidet. Dahin wird sich Japan wenden. FrauMsche Verwaltung. In einer Pariser Akademie für irgend etwas — eS gibt davon ach so vielerlei, — ist neulich davon gesprochen worden, daß Paris nicht mehr das ganze Leben Frankreichs beherrschen dürfe, sondern auch das Land zu seinem Rechte kommen müsse. Ter Berichterstatter einer eigens dafür eingesetzten Kommission prüfte die Frage und kam zu dem Schluß, es paßt für uns Franzosen nicht. Einmal nicht für unsere Gesinnungsart, zweitens nicht für unsere geschichtliche Entwickelung. Französische Einrichtungen müssen in dem Denken des Bürgers nicht das Interesse für den Heimatort oder die Heimatprovinz erwecken, denn das fällt ohnehin mit seinem persönlichen Interesse, wie er es nun einmal versteht, ohne weiteres zusammen. Im Gegenteil, es handelt sich darum, seinen Gesichtskreis zu erweitern und für das Interesse der Allgemeinheit empfänglich zu , machen. Zwar erfordert dies manchmal Opfer, aber der einzelne Bürger muß den Mut haben, sich dazu aufzuschwingen, um sich so zu einem riesigen Arbeitsplan aufzuschwingen, der Frankreich einen wirtschaftlichen Aufschwung im Auslände sichere und die Vorbedingung für die Wiederb stellung seiner Geldwirtschaft und seiner dauernden abhängigkeit sei. Ganz abgesehen davon, daß das Land und sei» Bauern ganz in den Dienst der Geldwirtschaft, d. h h, Banken gestellt werden sollen — was so wie so in Fra^, reich der Fall ist —, dürfen wir wohl beachten, wie qA ring hier das Interesse, der Sinn für Heimatleben, ein»z geschätzt wird. Der Einzelne des produktiven, wirkliij ^ Werte erzeugenden Lebens gilt nichts, wenn er au« eigenem Boden etwas sein will. Damit vertritt er ^ geblich nur Persönliches, nur persönliches Interesse. Al» ob der Wert nicht erst im Heimatboden wurzelnd staA und kräftig werde, um der Allgemeinheit wirklich nutzen« zu können. Das wäre wenigstens die deutsche Au fassung. Und nun denken zu müssen, daß die französisch» Plattheit, die in solchen Auffassungen unwiderstehlich zy! Tage tritt, Jahrzehntelang bei uns als das Muster der! Weisheit gegolten hat und vielleicht heute noch gilt! Volks- unck Kriegswirtschaft. 4k- Sauerkraut. Die Kriegsgesellschaft für Sauerkraut bat mit Genehmigung des Reichskanzlers bestimmt, daß Frühweitz- kohl auch in diesem Jahre zu Sauerkraut verarbeitet werden darf, da dieses Erzeugnis vielfach dem Frischgemüse vorgezogen wird. Das Frühweißkohl-Sauerkraut kann bei seiner nur beschränkten Haltbarkeit nicht rationiert werden. Auch einen einheitlichen Höchstpreis dafür festzusetzen, ist nicht möglich, weil die Preise für den Frühweißkohl innerhalb des Deutschen Reichs sehr verschieden sind und mit dem Foch schreiten der Ernte ständig sinken. Damit eine wirksame Kontrolle stllttfinden kann, dürfen die Hersteller das Kraut mn gegen einen von der Kriegsgesellschaft für Sauerkraut aus- geferiigten Bezugsschein liefern. Diese Regelung gilt nur für Las vor dem 1. September 1917 eingeschnittene Kraut und nur bis zum 15. September 1917. Von diesem Tage ab wird das gesamte Sauerkraut wie im vergangenen Winter!und Frühjahr planmäßig an die Bundesstaaten verteilt werden, die ihrerseits die ihnen überwiesenen Mengen den Kommunalverbänden zur Abgabe an die Verbraucher zuleiten werden. Die Preise für das rationierte Sauerkraut werden noch festgesetzt werden. ^ SSchertisch. Trauer und Trost. Einige Gedichte den hörigen von Gefallenen gewidmet vom Vater eines gefallenen Sohnes. M. N. in D. Zum Besten der Sol- datenheime Württembergs. Verlag der Evang. Gesellschaft, Stuttgart. Preis 30 Pfg. ' In schlichten Worten, wie sie nur selbsterlebtes Leid, aber auch an der eigenen Seele erfahrener Trost eingibt, redet hier der Vater eines Sohnes, der in der Schlacht bei Arras die Treue zum Vaterland mit dem Tod besiegelt hat, zu seine» Schicksalsgenossen in tiefempfundener poetischer Sprache. Wer im gleichen Leide steht und sich dem auf ewigem Grund erwachsenen Tröste nicht versagt, wird hier finden, was er sucht: Erhebung über die irdische Traurigkeit und stärkende Fassung in Gottes Willen. Ein gehaltvolles Büchlein, das man allen Leidtragenden wünschen möchte. Evangelisch«« Gottesdienst in Karlsruhe. Sonntag, I. Juli. , Stadtktrche: i^g Uhr, Militärgottesdi-nst, Garnisonsvikar Sturm. StadtNrcher 1» Uhr, Stadtpfr. Rapp. i/«l2 Uhr, Christenlehre Stadtpfr. Rapp. Klein« Kirche: 1/»12 Uhr: Kmdergllttesdienst, Hospred. Fischer. 6 Uhr, Stadtvikar Müller. Schlotzktrche: 10 Uhr: Pfarrer Oestreicher. S«hanne»kirch«: >/zio Uhr, Stadtpfr. Hindenlang.! Vst 1 Uhr, Christenlehre, Stadtpfarrer Hindenlang. V',lL Uhr Kindergottesdienst, Stadtpfarrer Heisclbacher. ShrlstuSktrche: « Uhr. Stadtvikar Müller. ^ S Uhr, Stadtpfr. Rohde. V«l 2 Uhr, Christenlehre, Stadtpfr. Rohde. »««»tndeh. »er Weftstadt: 10 Uhr, Stadtpfr. Schilling. 1/«12 Uhr, Kindergottesdicnft Stadtpfr. Schilling, «utherttrche i/zio Uhr. Stadtpfr. Weidemeier. „ , UV- Uhr, Christenlehre, Stadtpfr. Weidemeier. LudwtgWilh«lm-«ra«teuh«tmr S Uhr, Stadtpfr. Hindenlang. Pc mit Lc snacb d !im Abs staunt, kBuchan lszeniert !jagen l ^Rinnsal !geredes Mation nicht i , ernanw in aller Wochengottesdienste. SchlotzUrche: Donnerstag. 8 Uhr. Klein« «trcher Mittwoch. « Uhr. AohannesNrch«: Donnerstag 8 Uhr, im Gemeindehaussaale. Thrtstnskirche: Dienstag 8 Uhr. Lutherkirche: Mittwoch 8 Uhr. Beiertheim: Donnerstag 8 Uhr. Liakontssenhanskapell«, io Uhr. Hilfsgeistlicher Sitzler. Yz8 Uhr. Wonatsmifsionsstunde, Missionar Mayer. Montag und Freitag, abends °/<8 Uhr. «riegsandacht. »v-ng.^nttzer. «»mein»«, »u« Ariedhoskapelle, Waldhornftraße 61. 10 Uhr, Gottesdienst. Evangelische Stadtmissio» Karlsruhe. Sonntag, »/»iS Uhr, Kindergottesdienst, Adlerstr. LS: Stadtm. Lieber. 1/<12 Uhr, Kindergottesdienst in der Johanniskirche, Stadtv. Freyer. i/«iL Uhr. Ktndergottesdienst in der Diakonisseubaur-Sapelle, HilfSgeistl. Siylw s Uhr, Jungsrauenverein von Frl. Schweickert, Marienstr. 1. 1 Uhr Zungsrauenvercin von Arl. Weber. Erbprinzen strahe 12 . Lackzäruckerei fickelitsrs, Rarlsruke, 6rdprin?-nttr > Für die Redaktion verantwortlich: I. B.: Friedrich Dehn, Karlsruhe. — Druck und Verlag der Buchdruckers! FidelitaS, Z m. b. H., in Karlsruhe, Erbprinzenstr. 6- ist minL einmal Der int geführt schwund Sprache schlusses scheint r zu habe Hände besteht k Frieden! lesen n eben r jemand Freund! sehr rich und Ri .Man lei offiziöse xhaben u Russen daß eir fassung schließm Mit ihr einen S blieben