, wle g, eben, ei, wirklicheW l er it er anesse. Ar elnd skrk ich nutzen sche Ans. Mzösische tehlich zy Inster dll gilt! kraut bat rrühweiß- t werden lse vorge- bei seiner en. Auch s icht mög- halb des lein Fort> ame Konstant nm aut aus- t nur für raut und ab wird nter lund werden, lmmunal« werden, noch fest F " - §«n^«.L!7I SSrger- rmct baaernkreonä » NacMcke polt LrtxlkNsn: tlarlsruh«. Erbprinzenstr. d Zernsprech-Anschürß Nr. 227Z Hchheint wöchentlich zweimal: Dienstag und Freitag (dir Freitag- WsvAsöe mit achtseitigem illustriertem .Familienstrund") — vierteljährlich in Karlsruhe oder durch die Vertreter ilkFsg-R einschließlich Zustellgebühr 1 ML., bei der Pott 1.20 ML. u n kör LsUer, kLrS wä VstsrlWüI n? kür lleütMs Art vor! 5tt1e! kSr Ü65 Mi'göi'Z Mkilkskrl!ii 5tsül mrd Kauäl Anzeigen i» Inseratenteil die sechsgespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 15 psg. Im redaktionellen Teil die dreigespatte« Petit-Zeile oder deren Raum 50 psg. - Bei größeren Aufträge« und Wiederholungen wird entsprechender Rabatt gewährt Ilummer 52 Karlsruhe, Dienstag, den 3. Juli 1917 32. Jahrgang tlachklänge. n Ange :ines ge- >er Sol !. Gesell Worten, l eigenen r Vater ie Treue in seinen Sprache, ewigem hier sin Traurig n Leid- >e S1. istl. LiMl «.Lieber n 1« md bB enltr. tr. 6. ^ Politische Effektstücke, die vergangene Tage und Wochen mit Lärm, Aufsehen und Spannung erfüllten, sind letzt schach der Weise solcher unterwertigen Theaterware stark -lim Abflauen. Die Schweizer haben wohl so ziemlich er- lkannt, daß sie sich durch die vom englischen Botschafter Wuchanan mit Hilfe des Musterneutralen Branting inszenierte Komödie Grimm-Hoffmann haben ins Bockshorn !jagen lasten; und die Ergebnislosigkeit des in hunderterlei s'Rinnsale und Pfützen zerflossenen Stockholmer Friedens- ijgeredes hat bewiesen, daß ein Krieg, in dem große Mationen unterschiedslos Gut und Blut eingesetzt haben, nicht in einem Frieden auslaufen kann, den die selbsternannten Vertreter von Teilen einer Minderheitspartei in allen diesen Nationen miteinander nach ihrem Parteiorgane zurechtmachen möchten. Die Nachklänge dieser abgespielten Stücke wirren matt durch diese letzten Tage. Manchem Schweizer, der vor acht Tagen Wehe über Len Bundesrat Hoffmann rufen half, mag es heute leid tun, daß er so dazu mitwirkte, ganz nach dem Plan Herrn Buchanans eine Stimmung wahrer Panik in seinem Vaterlande hervorzurufen und dadurch einen bewährten und um die Schweiz oieloerdienten Staatsmann aus feinem Amte zu drängen, in dem er gerade zur Stunde kaum ersetzbar war. Wenigstens kann die Wahl des nach ^Frankreich neigenden Bundesrats Ador nicht das Verdienst in Anspruch nehmen, die Führung der äußeren 'Politik der Schweiz in Hände gegeben zu haben, die sich !desselben unbestrittenen gleichmäßigen Vertrauens zu erteilen hätten, wie das der Bundesrat Hoffmann während ! dieser krisenvollen Jahre sich immer mehr verdient hatte. ^ Immerhin wird Herrn Ador ein hohes Maß von Klugheit nachgesagt, und, er selbst beteuert natürlich, mit ballen Kräften die Vorbedingung für seine Wahl, die Wahrung strenger Neutralität sich angelegen sein 'zu lasten. Es muß aber von deutscher Seite ausgesprochen werden, daß diese Lösung der schweizerischen Krisis und der neue Mann von uns mit Zurückhaltung angesehen werden muß. Diese schweizerische Krisis war eine englische Mache; ihre Lösung ist mit der Wahl Herrn Adors, des Ritters der französischen Ehrenlegion, ganz und gar in französisch-englischem Sinne geschehen. Allenfalls könnte man daraus die schmeichelhafte Anerkennung herauslesen, daß die Herren in Bern uns einer Gelassenheit für fähig halten, die sie bei einer Lösung in anderem Sinne auf der anderen, der englisch-französischen Seite für lunmöglich hielten. In der Tat ist es uns gleichgültig, wem die Schweiz ihre wichtigsten Geschäfte anvertraut. Wir nehmen an, daß man dort weiß, es gehe dabei vor allem um eigenes Leben und Sterben. Während aber der Bundesrat Hoffmann jahrelang immer wieder bewiesen hat, daß er bei der Führung dieser Geschäfte von jedem Vorurteil zugunsten der einen oder anderen kriegführenden Partei frei war, — nachdem man ihn Lurch allgemeines Angstgeschrei zum Rücktritt veranlaßt hatte, hat man das ja ebenso allgemein anerkannt, — bat Herr Ador, dem einst die Führung des französischen Ehrenlegionsbändchens wichtiger und erwünschter war als die Führung eines vornehmsten Amtes in seinem Vaterlande. noch jede Spur eines Nachweises gleicher Unbefangenheit zu erbringen. Er und seine Landsleute werden sich also nicht wundern dürfen, wenn wir der Entwicklung des Kurses Ador kühl bis ans Herz hinan entgegensetzen. Der Ausbruch der Hoffmann-Krisis war ein wenig imponierender Angstausbruch vor dem Verband der handwerksmäßigen Neutralitätsschützer: ihre Lösung steht im selben Zeichen. Keinerlei Grund für uns, da dieses Stück zu Ende geht, besonders laut Beifall zu klatschen. In der Sprache der Theaterleute: Ein gelinder Durchfall. -Ein anderes größeres, inhallsreicheres Stück ist mindestens bis zu einem Aktschluß gediehen. Und nicht einmal irgendeinem Mitglieds hat es Freude gemacht. Der international angebahnte Friede, der durchaus herbeigeführt werden sollte, ist wie ein Meteor wieder entschwunden. Es hat sich erwiesen, daß die überzeugendste Sprache zugunsten einer Beschleunigung des Friedensschlusses eben doch die Sprache der Kanonen ist. Das scheint man heute selbst an Stellen einzusehen und erkannt zu haben, die noch bis in die jüngste Zeit hinein ihre Hände über alle Heröeiredner des Friedens hielten. Es besteht Grund zu der Annahme, daß man einstweilen keine ; Friedensangebote in amtlichen Veröffentlichungen mehr lesen wird. In Häusern und an Stellen, wo man eben noch ungemein unfreundlich dreinsah, wenn jemand den Segen und die Nützlichkeit unserer Freundlichkeit nach Petersburg hin bezweifelte, wird jetzt sehr richtig betont, ein allzueifriges Bestreben dieser Art Und Richtung könne uns als Schwäche gedeutet werden. Man legt Wert auf die Feststellung, daß wir den Russen offiziöserweise niemals einen Sonderfrieden angeboten haben und daß wir sehr gut warten können, his etwa die -Rüsten sich mit uns unterhalten wollen. Erfreulich, daß ein solcher Wandel in Stimmung und Auffassung bei uns fühlbar wird. Die neueste Entschließung des russischen Arbeiter- und Soldatenrates Mit ihrer betonten Zurückweisung jedes Gedankens an einen Sonderfrieden scheint dabei nicht ohne Wirkung geblieben zu sein. Im übrigen ist diese Entschließung ein neuer Beweis dafür, wie zweifellos am besten es ist, die Russen mit ihren englischen und französischen Brüdern ruhig im Glück ihrer seltsamen Bruderschaft zu lassen. Diese bundesbrüöerliche Entschließung mutz Satz für Satz wirken wie Scheidewasser oder wie Sprengpulver. Diese Kampfansage gegen die „usurpatorischen Kriegsziele' also gegen alle Ziele Englands und Frankreichs, diese schroffe Wendung gegen die pässeoerweigernde französische Regierung; lassen wir den Brüdern in Petersburg, London und Paris Zeit, sich darüber auseinanderzusetzen, wie sie alles wieder zusammenrenken wollen, was der Arbeiter- und Soldatenrat da auseinandergerenkt hat. Möglich, daß dabei noch das -....c und andere aus den Fugen geht.^. Me Formeln. Je mehr die letzten Kriegsentscheidungen Heranrücken, desto mehr treten die reinen Machtfragen hervor und verlieren alle die sorgsam ausgeklügelten Formeln, hinter denen man sie zu verstecken sucht, an Wert. Das haben die Sozialdemokraten in Stockholm erkennen müssen. Die Enttäuschung, mit der sie zurückgekehrt sind, beruht doch eben daraus, daß Formeln nicht imstande sind, den Krieg zu beendigen. Sie können erst dann wieder von Nutzen sein, wenn die Machtfrage entschieden ist und auf eine neue Formel gebracht werden kann. Mit den Formeln geht auch den Phrasen der Entente der Glanz verloren. Mächte, die einen König vertreiben, weil er seinem Volk den Krieg ersparen will, können nicht vom Recht der kleinen Nationen sprechen, ohne lauten oder stillen Hohn hervorzurufen. Die Engländer, die nach alter guter Sklavenhändler-Art ein Volk nach dem andern kaufen, um ihre Blutarbeit zu besorgen, lassen es sich trotzdem nicht verdrießen, ihre menschenfreundlichen Sprüche immer wieder herzusagen. Sie wirken aber nicht mehr. Ihre Bundesgenossen in Frankreich verlangen jetzt anderes. Für sie heißt es jetzt, sich zu den Er- oberungsgedanken bekennen, die zum Kriege geführt haben, und da müssen auch die Engländer mit. So hat die englische Regierung zugeben müssen, daß sie im Verein mit Frankreich für die Eroberung Elsaß-Lothringens kämpft. Auch da werden noch allerlei schale Formeln zur Unterhaltung des Publikums vorgebracht: Plebiszit, Referendum mit allen möglichen Abstufungen. Das ist nichts wie Beiwerk, mit dem die nackte Tatsache, daß dieser Krieg geführt wird, um Deutschland zu verkleinern, vor stumpferen Augen verkleinert werden soll. Zu mehr als der Wiedergewinnung Elsaß-Lothringens für Frankreich hat sich England, wenn Belfour im Unterhause die Wahrheit gesagt hat, vertraglich nicht verpflichtet. Wie stimmt das aber mit den Mitteilungen Ribots in der Geheimsitzung, wonach der von England gebilligte russisch-französische Vertrag auch noch das Saargebiet und beliebige Teile der Rheinprovinz Frankreich — auf dem Papier — zu- weist? Vermutlich handelt es sich wieder um ein Spiel mit Worten, wie es die englischen Staatsmänner vor dem Kriege und während des Krieges in ihrem Parlament betrieben haben. In Wirklichkeit wird die Sache so liegen, daß die Engländer ihren Bundesgenossen jede Gebietsforderung bewilligt haben, mit dem stillen Vorbehalt der Revision des Vertrags, wenn die Umstände es erfordern. Auch dieser Vertrag gehört zu den unnützen Formeln. Er ist dazu bestimmt, Papier zu bleiben. Er ist über Objekte abgeschlossen, die niemals in die Hand der Vertragsschließenden gelangen werden. Von deutschem Boden ist nichts zu haben. Ehe Frankreich sich nicht endgültig mit dieser Erkenntnis vertraut gemacht hat, wird nicht Frieden werden. Mitteilungen aus dem deutscheu Hauptquartier. brnAUM-e Angriffe abgeschlagen. M.TtL Großes Hauptquartier, 27. Juni. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Bei schlechter Sicht war die beiderseitige Artillerietätigkeit an der Front geringer als in den Vortagen; nur in einzelnen Abschnitten nahm das Feuer zeitweise zu. — In den Morgenstunden wurden gegen den vorspringenden Lensbogen angreifende starke englische Kräfte unter schweren Verlusten abgeschlagen. In einem Vorfeldgraben beiderseits der Straße Arras—Lens setzte sich der Gegner fest. — Bei Fontaines blieben Vorstöße feindlicher Abteilungen erfolglos; ebenso scheiterten an mehreren Stellen der Arras-Front Angriffe von Erkundungsabteilungen. Heeresgruppe Deutscher Kronpriuz. Abgesehen von starkem Feuer nordwestlich von Craonelle, sowie beiderseits der Straße Corbeny—Berry-au-Bac hielt sich die Kampf- tätigkeit im allgemeinen in mäßigen Grenzen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine wesentlichen Ereignisse. Östlicher Kriegsschauplatz. Südlich der Bahn Lemberg—Tarnopol und an der Narajowka blieb das Artillerie- und Minenfeuer lebhaft. — An der Zlota-Lipa brachten wir von einem gelungenen Erkundungsvorstoß mehrere russische Gefangene zurück. Makedonische Front. Im Cerna-Bogen und östlich lebte die Feuertätigkeit zeitweise auf. Der Erste Generalquarticrmeister Ludendorff. _ * ^ Vre» franL 0 l»somas npfer, große von worden seren. Man müsse, so schreibt er, meyr ständnis dafür haben, daß im Kriege nur der linkische Zweck verfolgt werde. Ich habe selbst ie von den deutschen Stellungen niedergelegte Front be "en dürfen und mit bloßen Augen gesehen, aber als itärperson mich ohne weiteres von der Notwendigkeit er Zerstörungen überzeugen müssen. Ich war auch zu ig drei Nächte in einem Hause einquartiert. wo frühere chtlinge verkehrten, u. a. einige Ausgesiedelte aus t. Quentin. Gewiß war ihr Los traurig, aber über barische' Behandlung beklagte sich niemand. Das tun die Maulhelden, die Werbeapostel hinter der Front, kamen im Raume zweier Armeen überraschend an. Wer überall sah es friedlich aus, und überall verkehrten Anwohner und Soldaten fast wie im Manöver. erholt engen i der lerie» ^ dem ne. das Zugische mvfer man' nach sind: indu' sind :r ge- die anke» rums der Der und t geigten rd ist niou. kamt tann- wffen amen ' daß ) am nach legen leben iagd- i der wor- zum r die daS gend und Am mit aus- M. chon rges rller rter» die ugs- mit h in die der ver- ! ge- t m ertig ens- prä- lem, ein hrer einabel upt- nili- 6ine neue feinälicke Genevsloffenlrve? Kranzösische und italienische Truppen für Kleinasien. Die Pariser Agence Havas teilt mit: In Saint Jean L Maurienne hat eine militärische Beratung stattgefunden, sn der der Generalissimus Cadorna, der englische General Ladeliste und die Generale Foch und Pernin terlnahmen. Obwohl die größte Zurückhaltung über den Gegenstand ter behandelten Fragen geboten ist. ist doch soviel gewiß, Aß Cadorna und Foch zu einem Einverständnis über die Art der Zusammenarbeit der französischen und italienischen Truppen bei den begonnenen Operationen in Kleinasien mid an den heiligen Stätten gekommen find. Sie prüften auch die Lage, die sich auf dem Balkan infolge der jüngsten Ereignisse in Griechenland ergab, und Kubierten endlich die Pläne der allgemeinen Offensive, die Ke Alliierten jetzt gleichzeitig beginnen müßten, wo es Mehr als gewiß scheint, daß Rußland demnächst in der Page sein wird, auch seinerseits die Offensive zu er- -reifen. Stockholm, 27. Juni. „Birschewija Wjedomosti' teilt das Gerücht mit. daß sich das französische Hauptguartier gegen die Sendung weiterer russischer Verstärkungen an die französische, belgische und Saloniki-Front ausgesprochen habe. Auch wolle man die russischen Truppen in Frankreich wieder heimschicken. Vollständig erlogen. Reuter verbreitet die Nachricht, daß deutsche Flieger an der Nordfront südlich Smorgon über den russischen Linien Flugblätter folgenden Inhalts abgeworfen haben: ^ Wir danken euch für die lange Ruhe und eure Verbrüderung. die uns gestattet haben. Truppen an die Westfront zu bringen und der englisch-französischen Offensive standzuhalten. Jetzt haben wir davon genug, wir werden den Kampf wieder aufnehmen und auf alle eure Soldaten schieben, die sich mit uns anbiedern wollen. Diese Meldung ist, wie eine amtliche deutsche Erklärung feststellt, von Anfang bis zu Ende erlogen. » Die franko len nickt mekr vollwertig. In der englischen Presse beginnt sich eine merkwürdige Geringschätzung der weiteren militärischen Leistungsfähigkeit Frankreichs breit zu machen. So schreibt der Militär- kitiker des .Observer' vom 17. 6: Auf Frankreich dürfe kan nicht mehr zu sehr rechnen. Seine Truppen halten etwa 30 deutsche Divisionen auf und bedrohen Hindenburgs übliche Flanke mit Umgehung. Aber nachdem sie das Gröbste der deutschen Offensive im vorigen Jahre ausrehalten haben, ist nicht viel Menschenmaterial mehr überzählig. Italienische Truppentransporte. .Corriere della Sera' meldet, daß die süditalienischen Häfen gesperrt wurden. Von der italienischen Grenze belichtet man die Überführung der italienischen Kolonial- tmppen von der tripolitanischen Küste an die italienische kwnt. ^ Amphiffa von de» Franzose» besetzt. Aus Saloniki meldet Reuter: Französische Reiterei lesetzte den Ort Amphiffa zwischen Brato und Jtea an der ktraße, die beschützt werden sollte, um das serbische Heer ssn Korfu nach Saloniki zu bringen, was zwischen dem Kabinett Skuludis und den Verbandsmächten längere Unterhandlungen veranlaßte. bei denen das Kabinett sich her Benutzung dieser Straße widersetzte. Die Absicht wurde -lieblich ausgegeben und die Truppen ohne Zwischenfall äber See befördert. EntenterLckzug im Peloponnes? Einer Dieldung der .Daily News' zufolge sind die . den Peloponnes-Häfen Nauplia und Kalamata aus- krschifften Truppenabteilungen der Alliierten auf die Transportschiffe zurückgebracht worden. Man schätzt die im Peloponnes unter Führung der aufständischen Offiziere Zidersland leistenden griechischen Truppen auf vier Divi- kmien. >ber. um die Stadt durch ein protziges Dokument russisch K legitimieren. Weit über die ganze Stadt hinweg Hgt die goldene Kuppel der Kirche. Wie die Seefestung ^ militärischen, so sollte die orthodoxe Kirche im bürgerten die russische Vorherrschaft darstellen. Man sieht klch hier, wie die russische Regierung ganz planmäßig lltauf ausging, zu russifizieren. Und die Kenner des öaltenlandes lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, kß der Russifizierungsplan gelungen wäre; auch baltische Adel wäre in 40 oder 50 Jahren voll- ändig „eingerußt' worden, wie ja heute schon uralte Eische Geschlechter im russischen Staats- und Militarist stehen. Der Russifizierungsplan in Libau entbehrt Tragik nicht. Wie der Ausbau des gewaltigen See- Henwerks nicht gelungen ist, so fehlt auch der russischen athedrale das Werk der Vollendung. Kalt und trotz Goldverschwendung nüchtern steht der gewaltige A da, in seinen starren Konturen an dps erstarrte ganz erinnernd und an eine vergangene Macht, die sich «ubt, der Bewegung nach Leben und Freiheit entgegen- imen zu können. Wenn es je eine bildliche Darstellung k Verschmelzung eines unfruchtbaren Cäsaropapismus A dann in diesen Prachtbauten der „orthodoxen' Kirchen Herr Malerei und einer gewaltsamen Innenarchitektur, nach außen zur gewaltigen Kuppel drängt, ohne den i indruck der Hoheit und wirklichen Größe zu erreichen. Deutlcbe 8cbiffe für f)ol!anci. ^ deutsche und die holländische Regierung haben nach langwierigen und nichts weniger als einfachen Behandlungen einen ernsten Zwischenfall aus der Welt geschafft, der die Beziehungen zwischen beiden benachbarten und stammverwandten Völkern vorübergehend empfindlich LeemtEgte. 8lm 22. Februar d.Js. waren sechs nieder- ländische Getreideschiffe aus englischen Häfen, wo sie wider- rechtlich festgehalten worden waren, ausgelaufen»: nachdem der deutsche Admiralstab zugesagt hatte, den iiw< Sperrgebiete tätigen Unterseebooten die Sicherung dieser! Dampfer zu befehlen, indessen ohne die Gewähr für das- Aifffangen des Funkspruchs durch sämtliche beteiligte. U-Boote übernommen zu haben. Er ließ die Reeder vielmehr ausdrücklich wissen, daß sie bis zum 17. März warten, mufften, wenn sie jeder Gefahr unbedingt aus dem Weges gehen wollten.^ Die Fahrt wurde trotzdem unternommen, i und das Unglück wollte es, daß die Schiffe gerade dem^ ! lenrgen Unterseeboot vor das Rohr liefen, dessen Funk- spruchemrichtung in jenen Tagen gestört war und infolgedessen Len Befehl aus Berlin nicht ausgenommen hatte. So verloren die Holländer sechs prächtige Dampfer mit- samt der sehr beträchtlichen Getreideladung, die für die Ernährung des Landes schwer ins Gewicht fiel. Die Entrüstung über den Vorfall war natürlich groß. Der verschärfte Unterseebootkrieg war damals erst wenige Wochen im Gange, und unsere Gegner lechzten ordentlich nach .Beweisen' für ihre Behauptung, baß wir ihn gar nicht anders als in völlig regelloser oder, wie sie sich zumeist auszudrücken beliebten, in gesetzloser, ja verbreche- rffcher Weise zu führen imstande wären, daß unsere jungen Unterseebootskommandanten sich im Rausch ihrer Ver- nichtungsarbeit keine Rechenschaft über ihr Tun und Lassen abzulegen vermöchten, ja daß sie hohnlachend über ausdrückliche Weisungen des Admiralstabes hinwegschritten, nur um sich keinen neutralen Happen, der ihnen in den Weg liefe, entgehen zu lassen. Heute denkt man wohl auch im Ausland etwas anders über dieses auserlesene Menschenmaterial, dem wir unsere jüngste Seekriegswaffe anoertraut haben. Aber die deutsche Regierung wollte gern ihr möglichstes tun, um die unbeabsichtigte Schädigung der holländischen Handelsflotte wieder - gut zu machen. So hat sie denn aus Teilnahme! für das Mißgeschick und in freundnachbarlicher j Gesinnung darein gewilligt, der niederländischen ^ Regierung gleichwertige, in Niederländisch-Jndien liegende ! deutsche Schiffe zur Verfügung zu stellen, wogegen diese die für die versenkten Dampfer zu zahlenden Versicheruugs- summen an Deutschland herausgeben will. Die Ersatzschiffe find für die Fahrten zwischen Holland und Amerika ' bestimmt, brauchen also das Sperrgebiet nicht zu passieren. Den Besatzungen der versenkten Schiffe, die durchweg gerettet werden konnten, soll der etwa erlittene Schaden ersetzt werden: zur Feststellung der näheren Einzelheiten sind von beiden Seiten Bevollmächtigte ernannt worden. Die Eigentumsübertragung an den abzutretendenSchiffenkannerstdann ' vollzogen werden, wenn der beabsichtigte Flaggenwechsel von den kriegführenden Mächten anerkannt ist. Da er ' aber nach den völkerrechtlichen Bestimmungen nur beanstandet werden kann, falls er in der Absicht geschieht, auf diesem Wege die Gefahren und Nachteile der Kriegführung zu umschiffen, hier indessen lediglich holländische Interessen damit zu ihrem Rechte kommen sollen, so werden dem Besitzwechsel hoffentlich von keiner Seite Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. So unangenehm es den Engländern auch sein mag, daß dieser Zwischenfall sich nicht ^ zu einem regelrechten Zankapfel zwischen den beiden beteiligten Ländern hat auswachsen wollen. Die Holländer werden das Entgegenkommen, das khnen hier von deutscher Seite bewiesen worden ist, sicherlich nach Gebühr zu würdigen wissen. Bei den ungeheuren Verlusten unserer Handelsflotte in diesem alle Weltmeere umfassenden Kriege bedeutet es wahrlich kein geringes Opfer, wenn wir freiwillig schöne und, wie man ohne weiteres annehmen darf, moderne seetüchtige Dampfer aufgeben, nur um dem niederländischen Volk unseren aufrichtigen Willen zur unverminderten Aufrechterhaltung guter Beziehungen zu betätigen. Wie oft haben Engländer und Franzosen ihnen einreden wollen, daß wir darauf ausgingen, ihre staatliche Unabhängigkeit zu zerstören, sie wirtschaftlich auf Schritt und Tritt zu schädigen, nur um sie unserem Willen gefügig zu machen: und in ihrem eigenen Lande hat es uns cm ähnlich gerichteten Gegnern leider auch nicht gefehlt. In Wahrheit hat das Verhalten Deutschlands niemals zu so unsinnigen Verdächtigungen Veranlassung gegeben, im Gegenteil, wir haben gerade Holland gegenüber mit be- Vorsorge jede Rücksicht wallen lassen, es als ein ehrlich neutraler Staat erheben dürfte. Jetzt sind wir dar- über noch wett hinausgegangen. Damit ist von unserer Seite der Beweis geliefert, daß wir auch nach der Ver- fchärfung des U-Bootkrieges gern die Hand zur Verstau- digung bieten, wo die Umstände des Falles danach angetan sind. Ebenso hat die holländische Regierung der Welt gezeigt, daß man mit uns auskommen kann, sofern nur die Notwendigkeit vorhanden ist, der außergewöhnlichen Lage, in die das deutsche Land durch die brittsche Art der Seekriegsführung versetzt worden ist, Gerechtig- keil widerfahren zu lassen. So ist hier ein wirklich gutes Werk vollbracht worden, und wir dürfen hoffen, daß beide Teile davon dauernden Nutzen haben werden, x soliderer auf die Anspruch Aus der Zchweh. Ador. Die Wahl des Herrn Ador in den schweizerischen Bundesrat und seine Betrauung mit dem politischen Departement ist ein außerordentlich weites Entgegenkommen an die Wünsche der Westschweizer. Kaum sind die deutschfeindlichen Demonstrationen in Genf verklungen und hat die schweizerische Regierung sich durch die in Genf begangenen Ausschreitungen in der peinlichen Lage gesehen, sich in aller Form bei der deutschen Regierung wegen des Genfer Pöbels entschuldigen zu müssen, so wird ein Genfer Politiker ausgesprochener Richtung mit dem gegenwärtig wichtigsten politischen Amt der Schweiz betraut. Das gibt uns zu denken. Gewiß besteht kein Grund zu der Annahme, daß nun die Schweiz mit vollen Segeln in das Fahrwasser der Entente steuern werde. Daran wird sie durch ihre eigenen Interessen gehindert. Und mag Herr Ador im Herzen noch so sehr ententefreundlich sein, es gibt doch für jeden schweizer Staatsmann starke Hemmnisse für ententefreundliche Taten. Vor Schritten, die die Schweiz auf Gnade und Ungnade der Entente ausliefern würden, wird sich also auch Herr Ador gewiß hüten. Das hilft aber nicht über die Tatsache hinweg, daß ein Mann, der sich des besonderen Vertrauens der Entente erfreut, von vorn herein mit einer gewissen Belastung ins Amt tritt. Von unserer Seite wird er jedenfalls mit minderem Vertrauen zu rechnen haben. Damit ergibt sich eine Verschiebung der Gewichts, für die man natürlich für uns in der Schweiz selber den Ausgleich herbeiführen kann. Wenn man geglaubt hat, den Welschschweizern ein Entgegenkommen in der Personalfrage zeigen zu sollen, so wird man gewiß um so genauer darauf achten müssen, daß in der Gesamthaltung der bisherigen Neutralitätspolitik kein Abbruch geschieht. Daß die Ostschweiz sehr aufmerksam darüber wachen wird, daß sich die Hoffnungen, die die Entente an die Wahl des Herrn Ador knüpft, nicht verwirklichen werden, daran zweifeln wir nicht. Im übrigen werden wir Herrn Ador allein nach seinen Taten richten. Aus Bayern. Als Nachfolger Bezzels wurde nunmehr von der Krone zum Präsidenten des protestantischen Oberkonsistoriums Oberkonsistorialrat Friedrich Veit berufen. Er wurde zu Augsburg geboren und am gleichen Tag und im gleichen Jahr wie der Heimgegangene Präsident, nämlich am 18. Mai 1861. Präsident Veit wurde, nachdem er in Schwarzenbach a. d. S. und seit 1892 Pfarrer in München gewesen war, 1905 Dekan für ganz Oberbayern und am 1. Januar 1915 geistlicher Rat im Oberkonsistorium. Es steht zu befürchten, daß unsere Kirche schweren Kämpfen entgegengeht. Möge Gott dem neuen Präsidenten den starken Arm geben, dessen das Steuer der Kirche in dieser Zeit bedarf. König Ludwig hat genehmigt, daß in Bayern das Reformationsjubiläum besonders feierlich begangen wird. Am Mittwoch, den 31. Oktober, soll in allen protestantischen Kirchen Festgottesdienst mit Predigt und Abendmahlsfeier abgehalten werden, und am nächsten Tag Schulgottesdienste für die protestantischen Schüler aller Schulen. Zu andern Zeiten darf in Bayern das Resormationssest bekanntlich nur an einem Sonntag gefeiert werden. _ Politische Rundschau. Sckveis. X Die Agitation in der Westschwsiz hat es nun doch dahin gebracht, daß Nationalrat Ador Hoffmanns Nachfolger geworden ist. Zwar mit der Einschränkung, daß er nur bis Ende 1917 das politische Departement verwaltet. Dann soll dieses — so beschloß der Bundesrat — ein für allemal an den Bundespräsidenten übergehen, der fortan durch sein Amt selbst Vorsteher des politischen Departements sein soll. Die gerade in diesem Jahr wichtiger Entscheidungen für Ador beschlossene Ausnahme von der Regel zeigt das Übergewicht, das die Westschweizer zu gewinnen vermochten, dank der erbärmlichen Ententeintrige gegen Hoffmann. In der deutschen Schweiz wies man vergebens darauf hin, daß Ador sich wegen seiner ausgesprochenen und offen zur Schau getragenen Sympathien für eine der kriegführenden Parteien nicht für das hohe Amt eines Bundesrats eigne, geschweige denn für die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten. Weiter beschloß der Bundesrat, daß die Handelsabteilung des politischen Departements an das Volkswirtschafts-* departement übergeht, das durch spätere Verwaltungs- Maßnahmen so gut wie möglich entlastet werden soll. — Inzwischen hat Herr Grimm bestätigt, daß die Anfrage nach Bern mit seinem Willen und in seinem Aufträge gestellt worden sei. Von speziellen Kriegszielen oder Bedingungen für einen Separatfrieden sei keine Rede gewesen, sondern nur von allgemeinen Kriegszielen und FrieLensmöglichkeiten. Hoffmann als deutschen Agenten zu verdächtigen, sei absurd. ltuölanct. X Die „Verfechter der Freiheit der Völker' stützen sich und ihre Raubpläne immer sichtbarer auf die berüchtigten Schergen des Zarismus. Die Hoffnung auf die Kosaken kommt in den Meldungen der russischen, der Entente verschriebenen Machthaber ebenso deutlich zum Ausdruck, wie in den englischen Zeitungen, die offen zum blutigen Niederwerfen der friedensfreundlichen und antiimperialistischen Strömungen in Rußland auffordern. Die Kosaken wollen angeblich den Krieg im engsten Einvernehmen mit den Verbündeten bis zum vollständigen Siege fortsetzen und haben zusammen mit der Schwarzmeerstotte und anderen militärischen Organisationen einen Ausschuß zur Bildung einer revolutionären Armee von Freiwilligen gebildet. Der Ausschuß plant, ein Bataillon Freiwilliger aufzustellen, die zum Angriff übergehen und durch ihren Schwung die Truppen zum Sturme mitreißen sollen. Die Anführer sollen von den Freiwilligen gewählt werden. Italien. x Italiens Schachzug in Albanien hat nicht nur bei den Albanern selbst die gebührende Zurückweisung gesunden» sondern auch bei seinen Verbündeten energischen Widerspruch gefunden. Es ist zu einem Protest Englands» Rußlands «nd Frankreichs in der albanischen Frage gekommen. Die Botschafter der genannten Länder in Rom hätten gemeinsam der italienischen Regierung ihr Befremden über die italienische Politik, namentlich in der albanischen Frage, ausgedrückt» die unbedingt nur von einem internationalen Forum entschieden werden könne. Sur dem Srotzherzsgtum. Karlsruhe. 3. Juli 1917 * Der Frühdrnsch unserer Getreideernte. Die „Karlsr. Ztg.' schreibt halbamtlich: In der letzten Zeit sind in der Tages- und Fachpresse mehrere Artikel über den Frühdrusch erschienen, in denen zum Ausdruck gebracht ist, daß das KriegswirtschafLsamt für Betriebsmittel (Schmieröle, Treibriemen usw.) sorge. Diese Auffassung ist irrig. Das Kriegswirtschastsamt kann lediglich auf Anfrage Adressen vermitteln oder Bestellungen nach Prüfung und Beifügung eines Dringlichkeitsvermerks an eine Firma weitergeben. * Die Frühkartoffelpreise. Die Badische Kartoffelversorgung hat bestimmt, daß der Preis für den Zentner Frühkartoffeln aus der Ernte 1917 beim Verkauf durch den Erzeuger mit Wirkung vom 1. Juli d. I. an 9 Mk. nicht übersteigen darf. Der Preis wird allmählich herabgesetzt werden, bis er am 15. September den Höchstpreis für Herbstkartoffeln von 6 Mark für den Zentner erreicht hat. Die Preisherabsetzungen werden jeweils bekannt gegeben werden. Die vorstehend angegebenen und später noch festzusetzenden Höchstpreise schließen die Kosten der Beförderung bis zur Verladestelle des Ortes ein. * Großh. Hoftheater Karlsruhe. Die. 3. A. 71. Alt-Heidelberg. 7 bis nach 10. Mi. 4. C. 70. Zum erstenmal: Schwarzkünstler. '/s 8 . Do. 5. C. 72. Sonna. i/s 8 bis gegen ^/«10. Fr. 6 . A. 72. Ariadne auf Naxos. 7 bis geg. 10. Sa. 7. B. 70. Schwarzkünstler. '/«7. So. 8 . C. 71. Figaros Hochzeit. *Ü7 bis nach b/iiO. Mo. 9. B. 72. Zur Feier des Geburtsfestes Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs in festlich beleuchtetem Hause: Festkonzert. 1 / 28 —-/-10. — Schluß der Spielzeit. Die Vorverkaufsstelle des Hoftheaters ist vom Samstag den 30. an nachmittags geschloffen. Für den Rest der Spielzeit findet der Vorverkauf nur vormittags 10—1 Uhr statt. b) Operetten-Spielzeit im Städt. Konzerthaus. Fr. 6 . Juli. Zum erstenmal: Der Soldat der Marie. Sa. 7., So. 8 . Wiederholungen von „Der Soldat der Marie." Freiburg, 1. Juli. Der in Kottbus erscheinende „Niederlausitzer Generalanzeiger" berichtet, wie wir der „Freib. Ztg." entnehmen, über den kürzlich erfolgten Absturz eines Flugzeuges aus etwa 2000 Meter Höhe, daß ein Fliegeroffizier getötet, der Flugzeugführer dagegen wie durch ein Wunder nur leicht verletzt worden ist. Dann heißt es in dem Bericht: Der Getötete ist der Anfang der 20er Jahre stehende Fliegerleutnant Bottlinger aus Freiburg i. B. Leutnant Bottlingers Vater ist ein alter verdienter Offizier, zwei seiner Brüder stehen ebenfalls im Felde. Auggen (Amt Müllheim), 29. Juni. In zahlreichen Lagen ist in den Weinbergen die Peronospora festgestellt worden, sie hat teilweise auch auf die Träubchen übergegriffen. Konstanz, 29. Juni. Am Sonntag vormittag 9.30 Uhr trifft, wie die „Konstanz. Ztg." meldet, der Schweizer Lazarettzug mit den aus Frankreich heimkehrenden schwerverwundeten deutschen Kriegern hier ein. Die Heimgekehrten, die in Konstanz erstmals wieder Heimatboden betreten, werden vom Bahnhof aus alsbald in das Austauschlazarett (Torkelbaulazarett) verbracht. R.obftofkbesckaffung iiacb äem Kriege. Von L. Tagebücher. In den letzten Tagen haben österreichische und ungarische Bankinstitute Vereinbarungen mit der Diskontogesellschaft in Berlin und der Norddeutschen Bank in Hamburg getroffen, die sich auf die von den beiden deutschen Banken neugegründete „Brasilianische Bank für Deutschland" und die „Bank für Chile und Deutschland" beziehen. Zweck der Vereinbarungen ist die Anstrebung innigerer Fühlung mit Südamerika zur Rohstoffbeschaffung nach dem Kriege. « Zu den wichtigsten Aufgaben der Staatsgewalt — nicht nur in Deutschland und den ihm verbündeten Staaten — wird es bei Beendigung des Weltkrieges gehören, die Überführung der Kriegs- in die Friedenswirtschaft so reibungslos, wie nur möglich zu gestalten. Man ist, obgleich sich das Ende des Krieges noch nicht absehen läßt, denn auch überall mit den Vorarbeiten dazu beschäftigt und hat in Deutschland ja auch bereits ein eigenes Reichskommissariat für Übergangswirtschaft geschaffen. Die Fragen, mit denen man es hier zu tun hat, sind interessant und bedeutsam weit über den Kreis der eigentlichen Fachleute hinaus. Handelt es sich doch u. a. um nichts weniger, als um die geschickte Leitung des Einkaufs und die Zuführung all jener Rohstoffe, die wir vor dem Kriege aus dem Auslande bezogen, während seiner Dauer aber durch unvollkommene Nachahmungen oder dergl. ersetzt haben. Unsere Statistik gibt den Betrag, den wir im letzten Friedensjahre (1913) für industrielle Rohstoffe ans Ausland gezahlt haben mit 5 Milliarden Mark an, den für Nahrungs- und Genußmittel gezahlten mit mehr als Sb/. Milliarden Mark und die Fälle, in denen wir, wie beim Salpeter (Einfuhrwert 170 bis 180 Millionen Mark) der Lage sein werden, auf jede Einfuhr zu m verzichten, weil wir „im Hause arbeiten lasten", dürften nicht allzuhäufig sein. Wer aber find wohl die Lieferanten gewesen? Nehmen wir die fünf ersten Posten: Baumwolle, Weizen, Schafwolle, Gerste und Kupfer, für die wir allein über 2 Milliarden Mark an das Ausland zahlten. Ta erscheinen mit den riesigsten Ziffern die Vereinigten Staaten, Rußland, englische Kolonien (Australien, Indien, Kanada usw.) und Argentinien. Auch bei den restlichen 20 Waren- sorten wird außer Brasilien (für Kaffee und Gummi), Schweden (für Eisenerze und Holz), Niederländisch-Jndien (für Tabak und Kopra) und Spanien (für Eisenerze, Schwefelkies usw.) kaum noch ein Lieferant hinzukommen; berücksichtigt man auch die übrigen Nahrungsmittel, dann rückt unser Verbündeter, Österreich-Ungarn, an hervorragende Stelle. Die Aufzählung zeigt, so unvollständig sie sein mag, wie mannigfaltig vor dem Kriege die Beziehungen auch zu unseren heutigen Feinden waren — eine Tatsache, die besonders angesichts des von England ausgehenden Wirtschaftskrieges und seiner Folgen den Wiederaufbau einer normalen Friedenswirtschaft nichts weniger als erleichtern wird. Ganz besonders bedeutsam aber ist ein Punkt: die Weltteuerung, die der Krieg heraufgeführt hat. Gerade für die wichtigsten Nahrungsmittel und Rohstoffe werden ja auf dem sogenannten Weltmärkte jetzt zum Teil Preise gezahlt, wie man sie kaum je gekannt hat. Auch das ist ein Grund, weswegen seinerzeit die Einfuhr scharf wird beobachtet werden müssen, damit nicht allzu hohe Preise bezahlt werden. Fragt man zum Schluß, ob wir beim Friedensschluß dem Weltmärkte sofort etwas werden zu 10 ist die Antwort darauf, daß das gar nicht so wenig sein wird. Die Reisen von U-„Deutschland" haben es ja bewiesen, was deutsche Medikamente und Farben für die Welt bedeuten — wir erlösten im letzten Friedensjahre weit über V. Milliarde Mark dafür. Und dem Fehlen des deutschen Kalidüngers wird im Auslande die vorjährige Mißernte zum Teil zur Last gelegt. Diese und einige andere Artikel (vielleicht auch Kredite im Ausland, die wir im Gegensätze zu unseren Feinden während des Krieges gar nicht in Anspruch genommen) würden für die allerersten Bedürfnisse aufzukommm haben. Die eigentliche deutsche Ausfuhr von hochwertigen Fabrikaten, die den deutschen Namen in der ganzen Welt bekanntgemacht hat, dürfte dann auch wieder ziemlich rasch einsetzen. Denn unsere Fabrikate fehlen draußen mindestens ebenso sehr, wie uns mancher Rohstoff mangelt. Sustav v. SckmoUer j". Bad Harzburg, 27. Juni. Der berühmte Volkswirtschaftslehrer Gustav v. Schmoller ist heute nacht hier gestorben. Gustav Schmoller, dessen Leben reich war an inneren ^ ,^"°eren Erfolgen, gehörte zu denjenigen Professoren, welche mit ihren Lehren die soziale und politische Ent- uucklung unseres Volkes am stärksten beeinflußt haben. Die äußeren Daten seines Lebens sind schnell erzählt. Nachdem er das Gymnasium durchgemacht hatte, studierte b? .m Tübingen Staatswissenschaften. Er wurde dann einige Zeit am Statistischest Bureau in Stuttgart beschäftigt und 1864 als außerordentlicher Professor der Staatswissenschaften nach Halle berufen; hier wurde er schon ein Jahr später zum ordentlichen Professor ernannt. 1872 folgte er einem Ruf an die neugegründete Universität in Straßburg, zehn Jahre später einem solchen nach Berlin, 1884 wurde er zum preußischen Kronsyndikus und Mitglied des Staatsrats, 1887 zum Historiographen für brandenburgische Geschichte, 1899 als Vertreter der Universität Berlin zum Mitglied« des preußischen Herrenhauses und 1908 zum Wirkt. Geheimen Rate mit dem Prädikat Exzellenz ernannt und durch die Verleihung des Schwarzen Adlerordens in den Adelsstand erhoben. Unter seinen zahlreichen Werken ragt als bedeutendstes hervor der „Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre", das für die Nationalökonomie von heute die Bedeutung hat, die die Schriften des Engländers ! Smith für die Nationalökonomie des 19. Jahrhunderts hatten. Nach außen ist Schmoller lange nicht so sehr hervorgetreten, wie dies z. B. Adolf Wagner, der andere der beiden großen Berliner Nationalökonomen, getan hat. Nur bei Gelegenheit der Flottenbewegung um des Jahrhunderts Wende trat mit anderen hervorragenden Hochschullehrern auch er an die breite Öffentlichkeit. Im preußischen Herrenhause gehörte er zu den Rednern, deren Worte stets besonderer Beachtung sicher waren. Und wie hier, so wirkte er auch im Verein für Sozialpolitik, den er im Verein mit Wagner. Brentano u. a. gegründet hat. Politisch stand er wohl mehr links als Wagner; in der Sozialpolitik war er nicht ganz so radikal wie dieser, und in der Schutzzollpolitik nahm er im Gegensatz zu Wagner, der für sie mit Feuereifer focht, eine abwartende Haltung ein. Zahlreiche Schüler werden dafür sorgen, daß Schmollers Art der volkswirtschaftlichen Forschung nicht zugleich mit ihm stirbt. Nicht minder wird dafür sein „Grundriß" Sorge tragen. kuke unck Kevegung. Artige Kinder sind ruhig, sagt man. Deshalb erzieht man die Kinder zur Ruhe. Unruhige, lebhafte Kinder sind unbequem, sie erfordern viel Aufmerksamkeit und Wartung- Auch die Erwachsenen find leichter zu lenken, wenn sie ruhiger Art sind. Im alten Rom sagte man: neuerungssüchtige Leute sind immer verdächtig. Der frühere Reichskanzler Fürst Hohenlohe erklärte einmal: die Beamten bringen es am weitesten, die sich schwarz an- ziehen und den Mund halten. Beamte, die viel ändern wollen und sich überlegen, ob die Vorgesetzten alles völlig richtig und zweckmäßig anordnen, machen sich unbeliebt. Alle Staatsbürger regieren sich leichter, die in den gewohnten Gleisen gehen und keine Seitensprünge machen. Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht, sagte der Kommandant von Berlin nach der Schlacht von Jena. Dabei war zu viel Ruhe schon vorher ein Hauptübel gewesen. Andauernd^ R-b? führt zur Trägheit, Erschlaffung und Erstarrung. Anderseits ist die Bielgeschäftigkeit etwas BeängiugLnoes. c-.» gibt Leute, deren Mundwerk nie stille steht, und deren Geplapper so wertlos ist wie das Geklapper der Mühl», die kein Niehl gibt, die alle Hände voll zu tun haben und doch nichts fertig bringen, die ständig sich dre - , >1 müssen und doch für nichts Zeit haben, die für andre wenig zu haben sind und doch niemals zu sich tommeu rom.ei.. Sie glauben immer das Wort führen zu müssen und sind doch zur Führung am wenigsten geeignet. Ruhe und Bewegung müssen Hand in Hand gehen. Eins ist so wichtig wie dos andere. Zeiten der Ruhe und der Bewegung wechseln untereinander. Jetzt im Krieg die stärkste Unruhe, die größte Auflegung. Die Völker erzittern wie bebende Berge. Wie Vulkane, die die Jahre lang geschloffenen Schlünde geöffnet, schleudern jetzt die Völker sich versengende Glut entgegen. Wie Dampfkessel, deren überhitzter Dampf die Ventile gesprengt, sind die verhaltenen Leidenschaften der Völker in verheerender Bewegung. Überall schlagen Donner und Blitz ein und zünden mit'flirchtLarer Gewalt. Doch nach diesen Jahren der furchtbarsten Auflegung wird die Ruhe wiederkehren. Die Vulkane werden wieder schlafen. Wie ein bös^ Traum werden diese Jahre hinter uns liegen. Auf der Lava wird man wieder ackern und pflanzen und Früchte ba"°n. Dann wird man vom Krieg nichts mehr hören Wollet^ , __ _Der Beobachter. Vermischtes. Onkel Sam und Bruder Jonathan, über den Ursprung des Spitznamens „John Bull" für das englische Volk ist schon oft berichtet worden. Weniger bekannt dürfte der Ursprung der scherzhaften Bezeichnung „Onkel Sam" und „Bruder Jonathan" für die Amerikaner sein. Onkel Sam (englisch: Vvvls Law) ist wahrscheinlich aus einer witzigen Deutung des ll. 8. der Abkürzung für „Vmtvcj 8tÄtss ok ttmerioa", entstanden. Über die Entstehung des „Lrotlwr llouatbau" aber erzählt man sich folgendes: Zu Beginn des Unabhängigkeitskrieges Me sich Washington in einer bösen Lage befunden. Es war nichts bereit, und es fehlte überall an Munition. Washington habe in dieser Not einen Kriegsrat einberufen, sei aber mit den Lösungen der schwierigen Munitionsfrage, die man ihm vorgeschlagen habe, nicht zufrieden gewesen und habe schließlich ausgerufen: „Am besten ist es, wenn wir Bruder Jonathan befragen." Es handelte sich um Jonathan Trumbull, Gouverneur von Connecticut, einen wegen seiner Klugheit allgemein ge-. achteten Mann. Trumbull übernahm das „Munitions- ministerium", überwand alle Schwierigkeiten und gewann den Krieg. — Diese Geschichte klingt sehr hübsch, scheint aber erfunden zu sein. Es ist vielmehr anzunehmen, daß der Name „Bruder Jonathan" zuerst von den Engländern gebraucht wurde, vermutlich wegen des häufigen Vorkommens dieses und anderer alttestamentarischer Namen in Neu-England. Soll der Gasverbrauch eingeschränkt werden? In einem französischen Blatte liest man: Vor dem Kriege verbrauchte Frankreich jedes Jahr 60 Millionen Tonnen Kohlen. Jetzt liefern die französischen Gruben nicht mehr als 20 Millionen, und wenn man selbst 40 Millionen einführen könnte, würde das auch nicht genügen, da der Verbrauch in den Munitionsfabriken gewaltig gestiegen ist. Also Kohlenerspärnis! Entspricht aber die behördliche Maßnahme, die den privaten Gasverbrauch einschränkt, wirklich einem gerechten Prinzip? Es ist zu fürchten, daß man damit zu Ergebnissen gelangt, die denen, zu welchen man gelangen, möchte, entgegengesetzt find. Wenn man Steinkohle in einem Ofen verbrennt, geht ein großer Teil der frei werdenden flüchtigen Substanzen verloren, während sie verwertet werden können, wenn man sie in geschlossenen Behältern sammelt. Dasselbe gilt von den Rückständen, die in einem Ofen wertlose Asche sind, in einem geschlossenen Behälter aber Stoffe, die der Kriegsindustrie dienen. Die Destillierung einer Tonne Steinkohle gibt 260 Kubikmeter Leuchtgas, 600 Kilogramm Koks, 9 Kilogramm Ammoniaksulfat, 7 Kilogramm Benzol, 2 Kilogramm Naphthalin, 1 Kilogramm Phenol und 20 Kilogramm Naphthol. Ein Kilogramm Phenol und 7 Kilogramm Benzol genügen zur Herstellung der für 15 große Geschosse erforderlichen Explosivmenge: 9 Kilogramm Ammoniaksulfat sind der Jahresdünger für 360 Quadratmeter Ackerland, 2 Kilogramm Naphthalin und 10 Kilogramm Naphthol aber verwandeln sich in Farbstoff, mit dem man 114 Soldatenuniformen färben kann. Das ist aber noch nicht alles: Eine Tonne Steinkohle gibt, wenn man sie in freier Lust verbrennt, 770 000 Wärmeeinheiten, das ist die Wärme, die man braucht, um 77 Hektoliter Eiswasser zum Kochen zu bringen; 260 Kubikmeter Gas aber geben 352 000 Wärmeeinheiten und 500 Kilogramm Koks 630 000 Wärmeeinheiten, zusammen 982 000 Wärmeeinheiten, d. h. 30 H mehr. Mit anderen Worten: wenn man in freier Lust eine Tonne Steinkohlen verbrennt, verliert man 30°/° der Wärme, die man haben könnte. Man sollte also, anstast den Gasverbrauch zu beschränken, ihn fördern, wenn mau Steinkohle sparen will! Volks- unck kriegsuvZrtfckaft. -X Beschlagnahme des Materials für Hausschuhe. Del Reichsanzeiger veröffentlicht eine Bekanntmachung des Uber- wachungsausschuffes der Schuhindustrie über ein Verwen- Lungs- und Verarbeitungsverbot, sowie über Bestandsanmeldungen von Rohmaterialien, die zur Herstellung von Schuhzeug und Pantoffeln dienen. Nach dieser Bekanntmachung sind sämtliche Rohmaterialien, sowie aste und neue Bekleidungsgegenstände jeder Art. die zur Herstellung 00» Hausschuhen und Pantoffeln dienen und sich im Eigennu» oder Gewahrsam von Herstellern von Schuhwaren befinde^ beschlagnahmt. Insbesondere ist auch die Verarbeitung 0» folgenden Gegenständen gänzlich untersagt: altes und neu^ Segeltuch, alte und neue Filze oder Schuhe und aste Muftm- tuche. Für die Meldepflicht ist der am Beginn des 30. Juw 1917 tatsächlich vorhandene Bestand maßgebend. Seifenherstellung. Von zuständiger Stelle wird bekannt- gegeben: Die durch Bundesratsoerordnung vom 9. Juni 19Ü errichtete Seifen-Herstellungs- und Vertriebs-Gesellschaft stem einen aus gesetzlichem Zwang beruhenden Zusammenschluß dtt gesamten Seifenindustrie dar. Die Rechte und Pflichten des einzelnen Gesellschafters beruhen daher nicht auf einer besonderen Anmeldung oder Beitrittserklärung. Soweit bei de« einzelnen die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, das heM soweit er also Inhaber eines Betriebes ist, der bereits oA dem 1. August 1914 fetthaltige Waschmittel hergestellt bat, m er ohne weiteres Gesellschafter. Der Begriff „fetthaltige Was«- . mittel" hat durch die Bundesratsverordnung folgende Fassung erhalten: „Fetthaltige Waschmittel im Sinne der Verordnung sind Waschmittel, die Olsäuren, Fettsäuren. Harzsäuren oder deren Salze oder andere organische Säuren enthalten, die selbst oder in Form ihrer Salze eine Wasch- oder Reinigungswirkung ausüben." Die Seifen-Herstellungs- und VerttiE i Gesellschaft fordert nunmehr ihre Gesellschafter auf. vom 1. IM i 1917 ab ihre Adresse bei der Geschäftsleftung Berlin W- Hohenstaufenflraße 33. zu hinterlegen, um ihre Gesellschaft laufend mit Nachricht verschen zu können. ssssssss-r-rsss-r-rsss rkonsen». Pattei, Ortsgruppe Mosbac Freitag, de« 6. Juli 1S17, abends 8'/« Uhr im Gasthaus zur „Krone" — Schlucht — 6rörlerungs-8ben«1, WM"" Parteifreunde sind herzlich willkommen! Ortsgruppe des Kons. Vereins MoSbach. «« - Gene >L.T.B. 1 gegenwär geäußert: »D, I feindlich krieg ft ^Arbeit, ^stärker ? unsere s ( das, u» : lagen, i ' Arras fortsetze Ans dil warte», find niä bis sie werden die Tür zur frei Das f bauen, der Hindenbu „D, Macht daß En zuzustiw vernicht Feinde wie ich ihrem Besuch stehen n ist nicht Mit id jede sterreich ,ume Wol schließt Li Di Wenn etwas zu werden u .Ohren kli Koche aus (gehört, di Aarttmg < sHrm Mini! !e in ei des Gi (Ersuch in Erratung Der verbür ,Aeses Re Mt, als Mtungen Deren Vor Mgend au Wer die Wngen gr lrern >e. 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