G«schAst»P»kl« mt- v«riag: rtarl»r»h«, «»prinzenstr. 6 :: Zrrnspr. 227? VLrger- uncl bauernkrerrncl * kackiscke Poll ««-akLom Xmliruh«, Lrbprmzenstr. b 5»rnspr«ch-Knfchl«tz Nr. 2273 i wSch«nüich zweimal: Dienstag und Freitag (die Freitag- abe «it achtseitigem illustriertem „Zamiliensreund") — , preis vierteljährlich in Karlsruhe oder durch die Vertreter gen einschließlich Zustellgebühr 1.50M-, bei der Post 1.80M. :: kür üss üeiiMs Vsterlsnül:: kür ckerttMs M aircl 5M! kür Ü 85 Lürgers ÄoKHsürt lll 51sctt unrl Lsnü! Anzeigen im Inseratenteil die sechsgespaltene Petit-Zelle od» deren Raum 20 psg. Im redaktionellen Teil die dretgespalten« Petit-Zeile oder deren Raum 80 psg. - Bei größeren Aufträge» und Wiederholungen wird entsprechender Rabatt gewährt. 34. Jahrgang. Karlsruhe, Dienstag, den 14. Oktober 1919. rmer 82. Prämienanleihe. Die große Masse des Volkes war bei uns am Staate t interessiert. Nur eine kleine Schar volkswirtschaftlich Meter wußte es, daß das Wohl und Wehe jedes inen von dem Ergehen des Staates abhinge. Nun en wir es, nachdem wir den Krieg, und was noch immer ist, den Frieden verloren haben r aber da ist es spät. Aber wenigstens für eine weite Zukunft müssen es bessern. Jeder einzelne Deutsche muß materiell dem Daiein der Gesamtheit interessiert sein. Und zwar buchstäblichem Sinne: Interessen sind — Zinsen. Das haben die Engländer schon längst gewußt, en half dazu die Pfundaktie, die Aktie über den Be- oon einem Pfund Sterling, also über 20 Mark, end bei uns nur „Kapitalisten" Aktionäre waren und gegenüber die kleinen Leute höchstens Besitzer eines kassenbuches, das bei festem Zinsfuß keinerlei Erst verursachte, spekulierte jeder Engländer. Jeder ursche legte seine ersten Ersparnisse in einer Pfund- an und war von dem Moment an mehr an dem senbericht über die betreffende Gesellschaft interessiert, an sozialdemokratischen oder liberalen oder konteren Leitartikeln. Wer „Meinung für Dynamitaktien" itte, der war dann denn auch für den Krieg gegen die en begeistert, denn der Erwerb der Goldbergwerke für fand mußte dem Dynamit, das zu Sprengungen bewirb, neuen Absatz und den Gesellschaften großen winn erschließen. In Deutschland wäre so etwas wie Burenkrieg unmöglich gewesen; hier waren ja nur er von Tausendmarkscheinen in der Lage, Aktionäre sein, die große Masse also nicht materiell an Auslands- lternehmungen unmittelbar interessiert, sondern erst auf gen, die nicht jeder begriff. Ganz gleich, wo in der It England etwas unternimmt: überall setzt sich der olg in Zinsgenuß für kleine Leute um, und die sind auch ganz anders „national", als die Masse bet d. h. sie stehen für das Sichdurchietzen ihrer Nation all ein, sagen nie: „Was gebt's mich an?" und en jede Weltbürgerlichkeit und Völkerbundschwärmerei Sich. Auch im Innern des Landes lehrt die 20-Mark-Aktie nsames Handeln. Der Arbeiter ist Mitbesitzer des kes, wenn auch vielleicht nur zum millionsten Teile, n er streikt, ohne daß ein triftiger Grund oorliegt, so digt er seine eigenen Ersparnisse; der nächste Jahres- 't und Gewinnooranichlag der Aktiengesellschaft muß ja zeigen. In Deutschland, wo im Frieden das Geld erdies sehr teuep war, gab es kaum Arbeiter, die sich 2000 Mark eine Aktie anschafften. Da zog man das rkassenbuch vor. weil da jede einzelne Mark eingelegt den konnte. Nun bekommen wir ja jetzt das Betriebs- Gesetz. Das soll den Arbeiter an dem Werke mit ressieren, aber da zäumt man den Gaul wieder am wanz aus: der Arbeiter wird sein Interesse nur darin daß er jeden „Mehrgewinn" des Unternehmers ;u ^«meiden versucht, obwohl diese Überschüsse vielleicht Meder als Betriebs- und Erweiterungskapital angelegt Wden würden. Statt dessen führt das neue System so- Wgen zu einem ständigen Ausschütten der Masse, wie Mm bei bankrotten Unternehmungen zu sagen pflegt. ^ Wir würden in der inneren wie in der äußeren —WMik eine ganz außerordentliche Erziehungsmöglichkeit -M«iser Volk gewinnen, wenn wir die kleinen Aktien en. Mit Kolonialwerten haben wir schon vor dem »e den ersten schüchternen Versuch aus diesem Gebiete cht. und er hat wesentlich dazu beigetragen, daß das 7 dnis für dieBedeutung von Kolonien beiuns erwachte. Noch ist untere Regierung nicht so weit, daß sie jetzt ? englischem System das Volk an dem Wohlergehen Äationalwirtichaft zu interessieren versucht. Aber sie an eine andere Lockung: sie führt eine sogenannte ienanleihe ein. Auch nicht eine Sache von 20, sondern lvvo MarL Aber Geld ist ja heute billig, und es weite Schichten im Volke, die nicht zu den „Kapita- 'reisen" gehören, heute aber den Tausendmarkschein aufbringen können. Er ist im Sparkaffenbuch oer- t. Diese sogenannte Prämienanleihe ist, kurz gesagt, nichts, als eine Staatslotterie, nur daß es dabei e Nieten gibt. Irgendwann einmal kommt man tagen mit eurem Freilos heraus. Es ist spätestens Mv Jahren fällig, aber schon nach zwanzig Jahren man es nach ordnungsmäßiger Kündigung sich auS- lassen. Eine bestimmte Anzahl der Anleihestücke sowieso jedes Jahr ausgelost und sogar mit vzentiger Vergütung zurückgezablt. Man kann imbesten e in der Lotterie 900000 Mark gewinnen, also noch etwas als Hauptgewinn und Prämie in der „Preußisch- rutschen" ausmachten. Und die Prämienanleihe hat dem den Vorzug, daß es für ihren Besitz besondere liche Vergünstigungen gibt, nicht nur bei der Verls-, sondern auch bei der Nachlaß- und Erbanfall- Noch eines: Has Reich will die Hälfte der Einigen für Prämienanleihe in Kriegsanleihe zum ert entgegennehmen, also zu 100 °>», während die sanleihe zurzeit nur 78 notiert. Das bedeutet eine derartige Reihe von Vorteilen, daß alle die- sie gern ergreifen werden, die — die jährlichen des in Prämienanleihe angelegten Kapitals nicht unbedingt brauchen. Denn Zinsen gibt es bei dieser Anleihe ja erst nach Auslosung der Stucke, also äußerstenfalls nach 80 Jahren. Immerhin ist es aber denkbar, daß diese Anleihe bald über p»ri notiert, für mehr als den Nennwert von 1000 weiterverlaust werden kann, weil es viele Leute geben wird, die die Aussicht auf den Lotteriegewinn lockt. Und dieser Verkauf zu erhöhtem Preise wird den Zinsausfall wieder einigermaßen aus- gleichen können. Der Plan erscheint also als sehr glücklich. Man wundert sich, daß das Reich nur 5 Milliarden Mark Prämienanleihe auilegen will, wovon es also nur die Hälfte in laufendem Papiergeld, die andere Hälfte in Kriegsanleihe bekäme. Warum nicht gleich 60 oder 100 Milliarden? Die Antwort ist einfach. Das Geld, das für Prämienanleihe eingezahlt wird, ist für die Volkswirtschaft doch verloren, arbeitet nicht mehr „werbend" weiter. Es ist sestgelegt und vorerst auch zinslos. Infolgedessen wird beispielsweise kein Gewerbetreibender, der laufend die Zinseinnahmen braucht oder gar das Kapital in das Geschäft hineinstecken muß, sein ganzes Geld für die vage Hoffnung kergeben, daß er oielle.cht einmal — den Haupttreffer macht. Das ist das sozusagen Unsolide an der ganzen Sache. Man findet derartige Anleihen auch kaum je in großen wirtschaftlich kraftvoll dastehenden Staaten. Am bekanntesten war bisher die russische Prämienanleihe in dem alten Zarenreich, das doch nickt gerade finanziell hochstehend war. Heftig gespielt im dem staatlichen Lotto wurde besonders auch in Italien, und das war schon nicht einmal mehr eine Anleihe. Auch die Türkei konnte ihren Untertanen und fremden Interessenten am ehesten aus diesem Wege das Geld in der Tasche lockern. In Frankreich und in Amerika und in England aber brauchte man zu solchen Mitteln nicht seine Zuflucht zu nehmen. Auch die neue deutsche Prämienanleihe ist und bleibt, gerade weil sie so günstig sich zeigt, ein Denkmal unserer staatlichen Not. Aber wir müssen jedes Mittel ergreifen, Las sich bietet. Sogar eine Zwangsanleihe, regelmäßig verzinst, aber zu einem ganz niedrigen Satze, wird ja von verschiedenen Nationalökonomen empfohlen» und die macht, so gut ihr Grundgedanke auch sein mag, dock noch einen viel böseren Eindruck. Die neue Prämienanleihe wird sicher ihren Weg machen und bald wohl auch über fünf Milliarden Mark hinausgedeihen: eine Spekulation für hoffnungsselige Lotteriespieler und ein Anlagepapier an Stelle von Aussteuer- und Altersversicherung. Den Gesellschaften, die sich mit solchen Versicherungen befassen, macht der Staat fortan Konkurrenz. Das neue Papier ist ja nach 20 Jahren kündbar und wird steuerlich auch nicht io hart angefaßt wie fortan alle Versicherungspolicen. _ OerEEllL. Das Wesen der Sparanleihe. Halbamtlich wird geschrieben: Über die neue Prämienanleihe, die, nachdem der Zehnerausschuß der Nationalversammlung seine Zustimmung erteilt bat, voraussichtlich Anfang November zur Ausgabe gelangen soll, erfahren wir von zuständiger Stelle: Die Anleihe kommt mit fünf Milliarden Mark und zwar fünf Millionen Stücke zu je 1000 Mark zur Ausgabe. Ihre Laufzeit beträgt achtzig Jahre, während der ersten vierzig werden drei Milliarden, während der letzten vierzig Jahre die beiden anderen Milliarden zurückgezahlt. Für je 1000 Mark Zeichnungssumme find 500 Mark Kriegsanleihe und 500 Mark in bar zu entrichten, wobei die Kriegsanleihe zum Nennwert berechnet wird. Die Zuteilung erfolgt nach der Höhe der Zeichnungen, doch wird die Reichs- stnanzverwaltung im Interesse der kleinen Zeichner vorweg jeden Zeichner mit ein bis fünf Stücken befriedigen, ehe die Wetterverteilung erfolgt. Zweimal jährlich finden Gewinnverlosungen statt, wobei jedesmal 2500 Gewinne im Betrage von 25 Millionen Mark zur Ausschüttung gelangen, darunter fünf Gewinne zu je eine Million, fünf zu 500000 Mark, fünf zu 300000 Mark, fünf zu 200000 Mark ujw. Die Gewinne gelangen mit einem Abzug von 10 A zur Auszahlung. Einmal jährlich findet weiterhin eine Lilgungsauslosung statt, wobei für je 1000 Mark Auszahlung für jedes seit Beginn der Anleihe abgelaufene Jahr 60 Mark extra gezahlt werden, oder aber noch ein Zuschlag, genannt Bonus, zu der Tilgungssumme hinzukommt, der in den ersten 30 Jahren 100 Mark, tn den weiteren 10 Jahren 2000 Mark und in den letzten 40 Jahren 4000 Mark beträgt. Jedes zweite zur Amortisation gelangende Stück ist mit einem solchen Bonus ausgeitattet- Jeder Besitzer von Stücken hat außerdem die Möglichkeit, nach 20 Jahren dem Staate feinen Besitz zu kündigen. Er erhält dann den Betrag einschließlich >">r ausgelaufenen Zuschläge mit einem Abzug von 10 zurück. Mt der Anleihe find besondere steuerliche Bevorzugungen verbunden, die sich besonders aus die Nachlaß- und die Erbansallsteuer beziehen. Gegen das Schieberium im Westen. Deutsch-französische Vereinbarungen. über die im Aufträge des Generals Andlauer und unter Vorsitz des Landrats Halsein abgebaltenen Besprechungen, an denen Vertreter der französischen und der deutschen Behörden sowie Arbeitgeber. Arbeitnehmer. Angelleine und Beamte teilnahmen, wird eine Bekanntmachung veröffentlicht, die die Grundzüge mitleilt, auf die sich die Teilnehmer an den Besprechungen einigten. Es wird dari.n belarmtgemacht, daß Schieber mit Zuchthaus nicht unter einem Jahr bestraft werden sollen. Die Zwangswirtschaft wird durchgeführt durch die Schaffung örtlicher Wirtschaftsämter mit einer Zentrale in Saarbrücken. Ferner wird angezeigt die Festsetzung von Höchstpreisen und Erzeugungshöchstpreisen, die ausreichende Belieferung mit Kohle für Industrie und Handel und die Einsetzung eines Beirats zur Verteilung der dem Saarland zu» siebenden Kohlen. Für die sofortige Ausschreibung von Kommunalwahlen wird sich die französische Verwaltung bei der Kommission in Paris einietzen. Die übrigen Forderungen der Gewerkschaften werden grundsätzlich angenommen. Über die Sonderforderungen der Eisenbahner wurde telegraphisch die Entscheidung des Marschalls Fach eingesordert. Mit der Ratifikation des Friedens, die spätestens in vierzehn Tagen erfolgen soll, wird die Lage cher Eisenbahner wesentlich verbessert. Darum empfiehlt sich die sofortige Abbrechung des Streiks. Der Belagerungszustand wird aufgehoben, sobald die Plünderungen aufhören und die Arbeit ausgenommen wird. Die Eisenbahner gegen den Grußzwang. Aus Straßburg wird gemeldet, es handle sich bei den Sonderforderungen der Eisenbahner erstens um Abschaffung der weißen Armbinde und der Verpflichtung der Eisenbahner, die französischen Offiziere zu grüßen, zweitens um die Versammlungsfreiheit und drittens um die Zurückführung der Kolonialtrupven. Wie man weiter meldet, erklärten sich die Arbeiter mit den Eisenbahnern solidarisch und beschlossen, den Streik fortzusetzen, solange sie nicht betreffs dieser drei Punkte Genugtuung erlangten. Die Schriftsetzer in Saarbrü cken schlos sen sich der Bewegung an- Oie Kartoffelversorgung vor dem Zufanimerwruch. i S»ch lechte Ernte. Wie amtlich miigeteill wird, dürfte sich die Versorgung der städtischen Bevölkerung mit Kartoffeln tm kommenden Winter sehr ungünstig gestalten. Die Ernte tn den Ast- llchen Provinzen (Vst-, Westprentze», Schlesien «nd Posen) Ist bei weitem nicht so gut ausgefallen» wte mau es an den amtliche» Stellen noch vor vier Woche« erwartet hatte. Mau must die Ernte im Oste» Deutschlands als schlecht und die übrige Ernte als mäßig bezeichne«. Ent ist nur die Ernte tn einem Teil deö Südens und Westens ausgefallen. Neuordnung des Auswärtigen Amtes. Platz für jeden Befähigten. Im Reichsrat wuroe u. a. ein Nachtragsetat für das Auswärtige Amt nach den Beschlüssen des Ausschusses angenommen. Es bandelt sich im wesentlich um Mehrausgaben, die durch die Reform des auswärtigen Dienstes veranlaßt werden. Die strenge Teilung des Auswärtigen Amtes in eine politische, wirtschaftliche und Rechtsabteilung soll aufgehoben und durch eine andere Gliederung mehr regionaler Art ersetzt werden. Der Ausschuß lehnte es ab, d:e «sielte eines Unterstaatssekretärs in eine Staats ekr etärstelle umzuwandeln, sodag also nur zwei llnter- staatsietretäre angestellt werden sollen. Das Personal der Ge-andtschaiten und Konsulate soll künftig so bezahlt werden, daß es vom Gehalt allein leben kann, so daß nicht mehr bloß vermögende Leute sich dem diplomatischen oder dem Ltonsulatsdienst widmen türmen, sondern jeder Befähigte ohne Rücksicht auf seine Ver- rnögensverl.-Ätiiijse. Der Konsulatsdienst soll völlig gleichgestellt werden mit dem Gejandjchastsdtenst. Die Botschaftsräte sollen im Gehalt dem Generalkonsul gleichgestellt werden. Die-ersten Legationssekretäre sollen den Titel „Ge.andtschaftsrac" bekommen und den Konsuln im Gehalt gleichgestellt werden. Zunächst soll dies in einzelnen besonders wichtigen Airslandsstellen durch Gewährung persönlicher pensianssährger Zulagen erreicht werden. Für Vizekonsuln sollen „fliegende Stellen", im ganzen 100 geschaffen werden, deren Verteilung je nach dem Bedürfnis erlvlgt. Auch sollen die Stellen der Vrzekonsuln überhaupt möglichst etatsmäßig gemacht werden. Auch eine Erhöhung der Ortszulagen von 20 dis 40 A, ist mit Rücksicht aus dre Teuerungsoerhättnisse vorgesehen. Die Forderung für einen neuen Boschafter beim Vatikan wurde nock zurückgestellt, weil die Verhältnisse noch Nicht genug geklärt erscheinen. Der Bettag für die persönlichen Bei-ilsen an Gesandte ujw. wurde aus eine Million ermäßigt. Das Gefängnis als Spartakistenzentrale. Unglaubliche Vorkommnisse in Bayern. Einen Einblick in das Treiben politischer Strafgefangener gewährt ein Antwortschreiben des bayerischen Justizministers Dr. Müller an den Landtagsvräfidenten auf eine kurze Anfrage des Abgeordneten Dr. Hilpert wegen der Schwierigkeiten des Stra Vollzuges. Der Minister rechtfertigt in diesem Schreiben die betreffenden Bestimmungen gegen die Inhaftierten und bemerkt unter anderem: Ebrach war auf dem besten Wege, eine richtige Kommunistenbochschule zu werden. Die dortige Festung MA x,v>- wurde alsbald nach ihrer Belegung mit Mühl am, Klinael- böfer und Genossen der Brennpunkt der wütendsten staats- und regierungsfeindlichen Agitation. Die Abhaltung von Diskussionsabenden kommunistischer Art, die Bildung von Gefangenenräten, die verschiedensten demonstrativen Kundgebungen gegen die bestehende Ordnung und ihre Träger, der wilde Besucheroerkehr und das ganze sonstige Verhalten der Gefangenen machte der Justizverwaltung ein rasches und energisches Eingreifen zur unadweislichen Pflicht. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß die Gefangenen sich nicht scheuen, ihre umstürzlerischen Pläne auch vom Strafort aus weiter zu verfolgen und zu neuerlichen hochverräterischen Unternehmungen aufzufordern. Dagegen hilft nur eine strenge Überwachung des Briefoerkehrs. Die Durchführung der neuen Vorschriften stößt bei den Gefangenen auf den hartnäckigsten Widerstand. Die Art und Weise, wie diese ihre wirklichen und vermeintlichen Rechte geltend machen, die fortgesetzten offenen und versteckten Widersetzlichkeiten gegen die Vollzugsorgane, der gegenüber dem anständigen Teil der Gefangenen geübte Terror weisen auf eine systematisch betriebene Sabotage des Strafvollzuges hin, die lebten Endes darauf abzielt, die Vollzugsorgane zu zermürben. Dabei haben sich in den wenigen Wochen des Strafvollzuges Bilder entrollt, die mitunter von einem kaum glaublichen sittlichen Tiefstand zeugen. Die niedrigsten Schmähungen des Aufsichtspersonals, der Vorstände und meiner Person find gang und gäbe. Dabei kehrt immer die Drohung wieder, »man werde die Beamten bei der nächsten Gelegenheit an die Mauer stellen/ In Bayreuth halten die Gefangenen die Frechheit, am Festungsbau rote Fähnchen zu hissen. Dort verstiegen sie sich auch zu der Niedertracht, ein Kruzifix an einem Strick zum Fenster herausbaumeln zu lassen. Gewaltsame Beschädigungen der Safträume und ihrer Einrichtungsgegenstände gehen damit Sand in Hand. Die anständigen Elemente unter den Festungsgefangenen leiden, wie sich aus ihren Zuschriften ergibt, selbst unter dem Terror der rabiaten Führer. So schrieb kürzlich einer: »er bitte, ihn aus dieier Hölle zu befreien und anderweitig unterzubringen"'. Dieser Entwicklung gegenüber kann die Justizverwaltung nicht untätig zuseden. Ich bin daher fest entschlossen, gegen ein« solche Sabotage des Strafvollzuges mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln rücksichtslos einzuschreiten und zu diesem Zwecke auch den äußersten Widerstand zu brechen. Neue Gefahren. Wie lange ist es her. daß aus Rußland, aus Italien, ja auch aus neutralen Ländern wie der Schweiz sich die Nachrichten über zunehmende Einschränkungen des Bahnverkehrs häuften, während bei uns in Deutschland diese Schlagader des Volkslebens trotz Krieg und Kohlennot immer noch leidlich funktionierte? Es kam nach dem Waffenstillstand die Demobilmachung.' es kam die mit kürzesten Fristen erzwungene Heimsendung der feindlichen, nach Millionen zählenden Kriegsgefangen, es kamen die Spartakistenputsche allenthalben und die Ausstände der Eisenbahner — es kamen die wiederholten und nachgerade jedes Maß übersteigenden Erhöhungen der Fahrpreise, aber immer noch kam der Personenverkehr schließlich einigermaßen zu seinem Recht. Man konnte Fahrten, die gemacht werden mußten, ausführen, wenn sie auch mehr Zeit und mehr Geld erforderten; aber es ging zur Not und der Reiseverkehr dieses Sommers ist ganz gewiß nicht hinter dem Umfang früherer Jahre zurückgeblieben. Da aber rückte die Eisenbahnverwaltung kürzlich mit der Ankündigung heraus, daß vom 12. Oktober bis zum 2. November alle Schnellzüge im östlichen Deutschland austallen müßten, um Maschinenmaterial für die in dieser Zeit unbedingt zu bewältigenden Gütertransporte freizubekommen. Und damit nicht genug, mußte bei Eisenbahnminister Oeser am Mittwoch in der Preußischen Landesveriummlung Mitteilen, es könne dahin kommen, daß der Personenverrehr so gut wie völlig eingestellt wird und nur noch der Arbeiter- und Geschäftsverkehr. der Milch- und Dersorgungsverkehr aufrechterhalten werden kann. Also eine Bankrottanmeldung in aller Form, elf Monate nach Krieg und Revolution, nach ungeheuerlichster Steigerung aller Gehälter und Unkosten der Bahnverwaltung, nach weitgehender Demokratisierung der Betriebe! Der Minister ging davon aus. die Einziehung aller Schnellzüge im Osten mir den Notwendigkeiten des Güterverkehrs, insbesondere der Kohlentransporte zu begründen, und ließ keinen Zweifel darüber, daß die gleichen Maßnahmen auch für den Westen unvermeidlich werden könnten. Aber damit allein fei es noch nicht getan. Es fehlen uns die an die Entente abgelieferten 5000 Maschinen und 60 000 Wagen, und bei Jnkrasttreten des Friedens- Vertrages wird uns möglicherweise noch weiteres Betriebsmaterial verlorengehen. Nicht zu vergessen aber ist, daß die Folgen der Streiklust im Frühjahr sich jetzt erst in vollem Umfang bemerkbar machen — wie ja damals von allen Sachkennern mit Sicherheit oorausgesagt wurde. Die damals ver'äumten Wochen und Monate lasten sich für den Abtransport der Kohlen nicht wieder einboken. So fehlt es jetzt vieler Orten überhaupt an Kohle, und wo sie vorhanden ist, bereitet ihre schlechte Qualität die größten Schwierigkeiten. Die starken Beimischungen von Steinen beeinträchtigen den Brennwert auf das erheblichste, und täglich werden 4000 Wasrr; mit nichts als Steinen abgefahren, die als Kohlen deklariert und bezahlt werden! So kommt es, daß die Züge vielfach stillffehen müssen, weil die Lokomotiven keine« Dampf entwickeln, und daß — während der Fahrt! — aus der Brennmaste erst die Steine herausgrNaubt werden mSsten, ehe man versuchen kann, die Fahrt fortzmetzen. Während dieses Aufenthalts müssen natürlich alle andern Züge aus der gleichen Strecke stillliegen und völlig nutzlos unter Darups bleiben. Wegen der Langsamkrit des Verkehrs werden heute zu derselben Leistung, für dis früher 10000 Wugen ««braucht wurden, 25 000 Wagen benötigt, und die Durchführung des rasch bewilligten Achtstundentages und andere Maßnahmen zur Umstellimg auf die neuen Verhältnisse — wie der Minister sich schonungsvoll ausdrückte — wirken immer noch ungemein erschwer end auf den ganzen Betrieb. Dabei tritt nach und nach immer deutlicher zutage, daß auch die oberen Beamten nicht mehr die gleiche Arbeitsenergie ausbringen wie früher; der unaufhörliche Kampf mit tausend Widerständen innerhalb wie außerhalb der Betriebe, die Ablenkung durch politische, berulsftändische und allerhand sonstige Interessen, die durch den nicht zur Ruhe kommenden Unfrieden im Volke immer wieder aufgewühlt werden, lähmen mit der Zeit selbst den glühendsten Pflichteifer, zum Schaden des Ganzen und damit natürlich auch aller seiner Teile. Der Prozeß der Auflösung, in dem wir uns befinden, zersetzt mit unerbittlicher Folgerichtigkeit alle Sicherungen persönlicher wie sachlicher Art, auf denen der preußische Staat errichlet war — der viel- geschmähte preußische Staat, den manche unter uns erst jetzt nach Gebühr einzuschätzen lernen werden, da seine Lage, wie es scheint, gezählt sind. Schwarz in schwarz sehe er die Zukunft der Eisenbahnen, sagte Herr Oeser, ein Mann, der seiner Natur nach durchaus nicht zum Pessimismus hinnrigt. Und die Zukunft der Bergwerke, der Domänen und Forsten, aus denen der preußische Staat früher in besseren Zelten seine Einnahmen bezog? Mit trüben Aussichten treten wir i« den ersten Friedenswinter. Er bedroht uns mir Gefahren, von denen wir uns in den vier, fünf Jahren des Krieger nichts träumen ließen. —_ politische Rundschau. Deutsches Reich. 4- Die baltische Landeswchr bleibt neutral. Nachdem General Awalow-Bermondt in seiner Proklamation erklärt bat, daß er einstweilen im Namen Rußlands die Regierung in Lettland übernehme, wird man damit rechnen müssen, daß es zu militärischen Zusammenstößen zwischen den Awalow-Bermondtschen Truppen und der Rigaer Regierung, der damit ja die Fehde angesagt wird, kommt. In diesem Kampfe wird die Lanüeswehr absolut neutral bleiben, ebenso wie der baltische Nationalausschuß strikteste Neutralität zu bewahren gedenkt. Die baltische Landeswehr sieht ihre Ausgabe einzig und allein in der Bekämpfung des Bolschewismus und diese Aufgabe führt sie weiter. Im übrigen ist wohl^nicht anzunehmen, daß Awalow-Bermondt Riga selber berennen wird. Die staatsrechtliche Konstruktion, von der er ausgeht, ist offenbar: Kurland ist russisches Etappengebiet, ist der Ausgangspunkt für oie Operationen gegen die Sowjetrepublik. Die jetzige provisorische Regierung in Kurland ist denn auch nur als Etappenverwaltung gedacht. 4- Die deutschen Gewerkschaften gehe» nicht nach Washington. Die deutschen und österreichischen Gewerkschaften werden auf der internationalen Arbeiterkonferenz, die gemäß dem Friedensverirage Ende diefts Monats in Washington statlfindet, nicht vertreten sein. Der int«* nationale Gewerkschaftskongreß in Amsterdam Haftes schloffen, die Teilnahme der internationalen Gewerkschaft^ an der Washingtoner Konferenz davon abhängig Z machen, daß auch die deutschen und österreichischen werkschaften zur Teilnahme mit vollen Rechten eingeladZ werden. Diese Einladung ist nicht erfolgt, und day^ lehnen die deutschen und österreichischen Gewerkschaft^ die Entsendung von Delegationen nach Washington ab. 4 - Rückkehr unserer Gefangene« ans Frankreich. Di» schweizerische Rote Kreuz teilt mit, daß die allgemein» deutschen KriegsgeiangenentranSvorte aus Frankreich nM Mitteilung der französischen Regierum zwischen 27. Oktober und dem 2. November beginnen sollen. s ' seien 432 000 deutsche Kriegsgefangene aus Franke heimzufördern. 4 - Das Knütenregiment der Franzosen im Saar, gebiet. Nach Berichten aus dem Saarrevier haben sich! dort, seitdem ein gewisser Simon der Nachfolger Ui stellvertretenden Polizei - Inspektors Lang geworden ist, diej polizeilichen Zustände geradezu skandalös gestaltet. Nach der Meinung dieses Herrn, die er in der Öffentlichkeit vertritt, gibt es nur sin Mittel, mit Deutschen zu oer-. kehren: das ist die Hundepeitsche. Und diele wendet er im reichsten Maße an. Anspeien, Faustschläge, Peuschen» hiebe, Fußtritte, darin besteht die allgemeine Behandlung. welche die Bevölkerung wegen geringfügigster Übertretungen der Besatzungsvorschriften zu erdulden Dies wird immer noch schlimmer, je weiter die Ausweisung der deutschen Polizeibeamten fortschreitet, von denen vor kurzem an einem Tage nicht weniger als- 17 ausgewiesen worden find. Auch aus anderen französischen Besatzungsstädten kommen ähnliche Meldungen. 4 - Freilassung der Deutschen in Polen. Wie amtlich mitgeteilt wird, hat das polnische Oberkommando' die nötigen Weisungen zum Abtransport der deutschen Gefangenen erteilt. Danach ist die Entlassung der über IM deutschen Gefangenen in den nächsten Tagen zu erwarten.^ ^ Die „Freiheit" auf drei Tage verboten. Der Reichswehrminister bat die »Freiheit*, das Berliner Organ der Unabhängigen, mit folgender Begründung auf drei Tage verboten: »Die Zeitung »Freiheit* hat dur- fortgesetzte lügenhafte Behauptungen Unruhen in der Bevölkerung heroorzurufen gesucht. In der Nummer 4M wird in dem Aufruf: »Arbeiter, Parteigenossen* die wissentlich unwahre Behauptung ausgestellt, daß es iu> Deutschland Mörderzentralen gäbe, die hochbezahlte Mordbuben suchen. Darauf sei das Attentat auf den Abge« ordeten Haase zurückzusühren; die Regierung lasse Mörder ungestraft.* Die Negiernngskrise in Bayern. In der Landeskonferenz der bayerischen Volkspartei, die sich mit der bestehenden Regierungskrise beschäftigte, gelangte u. a. eine, Resolution zur Annahme, der zufolge die bayerische Volls-- partei für eine Änderung oder Neubildung der Regierung» unter eigener Übernahme des Präsidiums nicht zu habr»^ ist. Wohl aber erscheint ihr eine Verbreiterung der»' parlamentarischen Basis als wünschenswert, wobei an dien Hereinnabme von Mitgliedern des Bauernbundes und dck; Mittelpartei in die Regierung gedacht wird. Sollte eine; Lösung der Krise aus dieser Basis nicht möglich sein, darm^ würde nach Ansicht der Landeskonferenz nichts übrig^ bleiben, als dem Volk durch Neuwahlen ans Grund des , ulten Wahlgesetzes die Entscheidung zu überlassen. sramrer«. X Der französische Flieger über Nürnberg 1914 . Die Tatsache, daß am 1. August 1914 doch ein französisches Flugzeug über Nürnberg gewesen ist, wird da französischen Presse durch eine offizielle Note bekanntgegeben, deren Fassung dunkel, aber deren Tendenz klar ist. Über die militärische Gerichtsverhandlung, in da diese Tatsache zufällig bekannt wurde, liegt außer dreier offiziellen Note nicht ein einziger selbständiger Pressebericht vor. Es war kein Vertreter einer Zeitung mr Gerichtslaal anwesend, als der Techniker Nune diese Aus-, sage machte. Nach diesem offiziellen Bericht hat NEZ geiagt, daß der Flieger Laporte, der auf der Fahrt Paris— ' Konstantinopel in Bayern eine Panne hatte, von den Hörden die Erlaubnis erhält, seine Reise fortzusetzen, iE ihm aber vorgeschrieben worden war, über Nürnberg fahren und daß er dann von dieser Stadt aus beschösse»^ worden sei. Der Schluß des kurzen Berichtes lautet: ^ »So haben also die Deutschen den französischen Fliege^ deickmldiat eine Stobt übersiv"-" hoben, noch der "" Rittergut Wroynowo. Ostmärkischer Roman aus der Vorkriegszeit von Guido Kreutzer. 23j (Nachdruck »erboten.) 10. Kapitel. Die Wochen, welche letzt folgten, bedeuteten für Hans 'ürgen eine Zeit ernster Arbeit, eine Zeit, da er sich all mählich in die Materie und den vielgestaltigen, weitver zweigten Wirtschastsbetrieb eines großen Gutes bineinzu oenken und hineinzuarbeiten begann. Seit der überstürzten Abreise Nalecz Gorczewskys hatte er sich ja mit dem Hofvogt allein behelfen müssen. Nun aber war Elias Krottmann wieder da. hatte, ohne viel Aufhebens davon zu machen, seine früheren Pflichten wieder übernommen. Fast — als sei er nur verreist gewesen. Es war rührend, wie die Dienstleute und Scharwerker, wie Knechte und Marjells über die Rückkehr des guten Alten sich fteuten. Instinktiv batten sie wohl gefühlt, daß damals vor zwei Jahren mit dem Abgänge Elias Krottmanns auch das Glück von Wroynowo gewichen sei. Nun aber war ja alles wieder gut. Und Hansjürgen empfand über Len Beweis solcher An- bänglichkeit seiner Leute an den allen Inspektor eine gewisse innere Genugtuung. Und ohne daß es ihm eigentlich recht zu Bewußtsein kam. hatte auch er jetzt oft die beruhigende Gewißheit: — »Nun wird alles wieder gut werden. Denn nun ist ja der alle Elias wieder da." Einmal Dstach er auch zu ihm davon. Da jedoch wurde der Alle ernst. »So dürfen wir nicht denken, Herr von Schilk. Ich bank Ihnen natürlich für Ihre gute Meinung und freu' mich auch darüber. Wer ich bin auch bloß ein Mensch. Ich will zugeben — daß wir jetzt mit den Hypothekenzinsen und all den sonstigen Verpflichtungen zum ersten Januar noch einmal glücklich über das Quartal weggekommen^ sind, ist für uns von unschätzbarem Wert. Aber darum dürfen wir Loch nicht die Hände in den Schoß legen. Denn bis zum ersten April sind nur noch drei Monate und da gibt's für uns schon wieder neue Verpflichtungen, denen wir gereiht werden müssen." Das klang fo sonderbar zurückhallend, daß der junge Gutsherr unruhig wurde. »Aber nicht wahr. Krottmann, wir werden's doch auch zum April schaffen, wie wir es noch diesmal geschafft haben?!" »Ich nxlß eS nicht. Herr von Schilk. Ich brauch noch ^in paar Tage, um mir über alle Einzelheiten und Veränderungen. die hier inzwischen vorgegangen sind, klare Übersicht zu verschaffen. Eins nur weiß ich schon heut — Sie müssen mit ran! Ihre Mitarbeit kann ich nicht entbehren! Sre sind jetzt äußerlich der Herr hier und müssen es auch innerlich vor sich selbst werden. Die nächsten Monate — bis wir milderes Wetter kriegen und draußen mit de» Vorbereitungen zur Bestellungsarbell ansangen können — die will ich noch mü Ihnen nack Kräften nützen, damit Sie zum Frühjahr wenigstens soweit sind, um mir schon immer in der Beaufsichtigung und Anstellung der Leute zu den einzelnen Arbeiten betspringen zu können. Das läßt sich schaffen. Ich Hab' mir solch eine Art Lehrplan zurechtgelegt — und wenn Sie die Zähne zusammenbeißen und möglichst oft vergessen, daß Sie hier jetzt der Herr und ich nur der Inspektor bin. dann schaffen wtr's auch biS dahin. Ick gebe zu. sowaS ist nicht leicht; erfordert Selbstentäußerung und viel Selbstdisziplin. Wer den Deuwel auch» Herr von Schill — wir beide sind zwei Leute, die in einem lecken Boot auf dem Meer Herumtreiben: der eine mutz nach Leideskästen rudern und der andere immer wieder das eindringende Wasser aus- schörfrn. damit der Kahn nicht umkippt. Vielleicht treffen wir bald ein Schiff, das uns beide ausnimmt — vielleicht heben wir auch noch eine lange Leidenszett vor uns — ich weih das noch nicht. Ich weiß nur soviel, daß wir tgenü- wie uniern Kahn stötthatten müssen!" Der Assessor griff nack seiner Hand. »Und ich danke Ihnen von ganzem Herzen. Krottmann, daß Sie meinem Ruf gefolgt sind. Was hatten Sie es schließlich nötig, sick noch einmal in all die Sorgen und Mübsale zu stürzen, wo Sie dock schließlich soviel besitzen, um w Bromberg Ihren Lebensabend behaglich zu genießen. Wer daß Sie mich hier trotzdem nicht im Stich gelassen haben — also das rechne ich Ihnen wahrhaftig dock Elias Krottmann blieb stehen und stocherte mit Stock in einem nicht mehr befahrene« Kaninchenbau. * waren beide einen Feldweg entlang gewandert. Dr stand der Wald wie eine dunkelgrüne silbrig glitzernde W »Ich bab' Sie schon mal gebeten. Herr von Schill Eie sollen fo etwas nicht sagen. Ich Hab' keinen Dank > bient: denn ich bin kein Schubiack, der andere Leute Brand und Stich läßt. Und ehrlich heraus — wären, nicht zu mir gekommen, dann hätte ich wahrscheinlich '' die Möglichkeit einer Wsage riskiert, aber ich hätst an^ geschrieben, ob Sie mich nicht doch noch einmal für uowo gebrauchen können. Ich häng' also doch an Ent: ich Hab' doch meine schönsten Jahre hier verb" und als ich dem Herrn Gorczewsky meinen Platz mußte und fortging, da Hab' ich manches hier gelassen,, ich da draußen in Bromberg nicht wiederfinden ko' Innerlich meine ich, also von Dank braucht da keine zu sein. Der liebe Gott und das Schicksal hat uns mal zusammengekoppelt: nun ziehen wir eben am 8" Strang." Langsam gingen sie weiter. Vor ihnen im bickicht hatte ein Eichelhäher gesessen, der schimpfend schmähend aufstatterte. Hansjürgen sah ihm nach. »Und nun wollen wir ganz deutlich reden. Ellas mann. Ich glaub' nämlich und kau' mir zu. ich bin lich reif genug geworden, um jede Wahrhell z« eck Sagen Sie mir auf Ihr Wort und Ihre Ehre: — Sie den Glauben daran, daß wir Wroynowo werden > können?" Der Alle schob seine Baschllckmütze tiefer ln bl^ Es war eine unwillkürliche Bewegung: aber er früher nicht an sich gehabt. . »Wie kommen Sie darauf. Herr von Schill?* > Der Jüngere sagte zwischen den Zähnen: »Ich bin kein Kind mehr. Ich will nicht mV vew nen Augen durch den Tag laufen müssen — da stov», sich bloß an allerlei Steinen, die man vielleicht ' kann. Sie sind ein Mann und ich bin ein M" brauche keine Schonung.- geschickt ketten. Sie organisierten setvst euren ^md. Es >ü dieses Las reinste Beispiel des Vor- > , Entente bleibt bei ihren Drohungen. In der des Marschalls Fach wird gesagt, Latz Deutsches keinen Fall an die Machtlosigkeit, die Truppen ' rland zurückkommen zu lassen, appellieren darf die angebliche Tatsache, daß die Truppen den verweigern werden, als Entschuldigung für rd nicht angenommen werden kann. Deutsch-Österreich. L De künftige Wehrmacht. Nunmehr ist der erru- ^Entwurf über die Gliederung der neuen deutsch- fischen Wehrmacht fertiggestellt. Diese soll be- Hs sechs gemischten Brigaden zu je zwei Jnfanterie- tem. Weiter werden aufgestellt: secks Brigade« ._abteilungen und sechs technische Formationen. MN der Entente gestattete Höchststand der Brigade 4548 Mann. Die Regimenter werden aus drei onen bestehen, jedes Bataillon wird eine Maschinen- ompagnie haben. Amerika. - Sntersnchnng über die Raffenkampfe. Der ameri- Kongreß hat eine Untersuchung über die Raffen- eingeleitet, Kongreßmitglieder aus dem Süden i Briefe erhalten, in denen sie mit dem Tode bedroht s, wenn sie sich für die Neger einsetzen. Die Neger .seit sie in Frankreich gekämpft haben und bei ihrer von der Front festlich empfangen wurden, sehr nd auf. Bolschewisten-Demonfcration in Newyork. In ork wurden 5000 russische Bolschewisten, die einen liegen von großen Jndustriewerken infolge mangeln- uhr an Kohlen und Gießereißoks. Da und dort rieren hiergegen die Arbeiter in öffentlichen Ver- ggen. Man ist der Meinung, als ob diese Kohlen- Drch unzweckmäßige Verhaltungsmaßnahmen hervorsei. Das ist keineswegs der Fall, sonst in Baden für die Zeit des niederen Rhein- Bandes angesammelten Kohlenreserven wurden in 'Frühjahr infolge des Kohlenarbeiterstreiks aufge- Da die Förderung der Kohle nur langsam ^ gesteigert werden konnte und andererseits die Lie- N großer Kohlenmengen au die Entente in die Wege ! Werden, numtL , könnte. Dazu dürfte eS von Interesse sein, darauf «sien, daß kürzlich der Profeflor an der Handels- ale Berlin. Dr. Willy Prion, gelegentlich seines ,ges in der Deutschen Weltwirtschattlichen Gesell- i über den Gegenstand: Was wird aus der Valuta? Mich namens des Reichsministers der Finanzen - hat. für die deutsche Regierung komme eine Wertig des deutschen Geldes gar nicht in Betracht. Deutsches Gold in Amerikas In Newyork ist der ^ nische Zerstörer »Ward" mit einer Sendung von M Dollar Gold angekommen. Die Sendung stellt he Rate der Zahlung dar, die Deutschland für te Nahrungsmittel leisten muß. Unter der Goldbefinden sich englische Sovereigns, französische nb'ors aus dem Jahre 1870. die der französischen ntribution entstammen und seither im Juliusturm kfanden, sowie belgische, russische und österreich- he Goldmünzen. Deutsche Goldmünzen waren in düng nicht enthalten. Aus Stadt «ud Lau». Karlsruhe, 13. Oktbr. 1919. ' Tie Generaldirektion der Badischen Staatsbahnen Absicht, den Personen- und Schnellzugs- tzr auf den badischen Bahnen an Sonntagen mit „ vom 19. Oktober ab vollständig einzustellen, ndgültige Entscheidung in dieser Angelegenheit ist '' an der zuständigen Stelle noch nicht getroffen '8m Karlsruher B^zirksverein deutscher Dueure sprach am 2. Oktober die Badische Ge- sspektorin Fräulein Dr. A. Siquet über: „Die lals gewerbliche Arbeiterin." Den Ausführragen mich auf mein Wort und meine Ehre. Herr -lk?- Ihr Wort und Ihre Ehre Elias Krottmann." Ao dann. Herr von Schill — man spricht ja von glauben, der Berge versetzen kann: und es laufen ^mnde Menschen herum, die allen Ernstes behaupten, ch immer Zeichen Md Wunder geschehen. Eins von l muß aber wohl auf Wroynowo schon eintreffen. wenn fettig bekommen wollen, den Kopf aus der Schlinge nach einer langen Pause, während Hansjürgen ldt zu den Porstbüschen hinüberstarrte. über denen milchweißer Schleierduft hing: der Schlinge, die Ihr Herr Vater und der Herr sky uns gelegt haben. Herr von Schill. Ich rebellier' -Men das Gedächtnis Ihres Herrn Vater; denn Sie A ich halt' ihm die Treue über Las Grab hinaus — ^ seinem Jungen. Aber Sie sagten ja vorhin selbst, ein Mann seien und keine Schonung brauchen. Da mich eben an die Tatsachen. Und diese Tatsachen M daß ich die letzten Tage über unsere Wirtschafts- ,^nau durchgesehen habe. Was ich da fand, hat mir «»«schweiß ausgetriehen. Herr von Schill — die ^tzre hat Ihr Herr Vater einen ungetreuen Sach- ^ gehabt. Hält' trotzdem, wenn ihm noch ein Rester zur angestammten Scholle geblieben wäre, gegen «l bremsen können, na — das hat er nun eben Mr: und jetzt liegen die Verhältnisse so. wie sie Im Augenblick weiß ich noch nicht, wovon wir unsere eu bezahlen sollen. Und das ist es ja nicht allein, her Acker hier ist ausgesogen: die Muttererde setzt ^isch auf die Hinterbeine und will nicht mehr raus- ^il man all die letzten Jahr mit ihr Raubbau ge- bot- Keine vernünftige Bestellungsarbeit, keine ^ die auf die Eigenart des Bodens Rücksicht kem genügender Dünger und was so tausenderlei ist. ohne den es nun mal nicht geht. Die einzige Darauf war. daß die Bodenerträgnisse während der »hre folgerichtig und erschreckend rapide gesunken - ^ natürlich können wir das Unglück mit Händen ^ «nd jetzt würde Ihrem Herrn Vater — hätte er rungen der Rednerin war zu entnehmen, daß die gewerbliche Arbeiterin keine neuzeitliche Erscheinung ist; schon das Altertum sah die Frau mit gewerblicher Arbeit beschäftigt und die Zunftgesetze des Mittelalters gestatteten in gewissen Fällen der Frau eine gewerbliche Betätigung. Die Entwickelung der Industrie in der Neuzeit brachte die Verwendung der Frau in größerem Umfang, besonders im Kriege. Eine wesentliche Verminderung der Zahl der weilbichen Erwerbstätigen ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Im Interesse des Volksganzen muß hierbei aber für Gesunderhaltung und Schonung der Frau und Verminderung der durch die gewerbliche Frauenarbeit für die Erziehung der jugendlichen Arbeiterin und das Familienleben entstehenden Gefahren gesorgt werden. Bei allen gewerblichen Arbeiten der Frau muß aber den körperlichen Eigenschaften der Frau Rechnung getragen werden. Wie sich in den nächsten Jahren die Arbeitsverhältnisse gestalten, läßt sich z. Zt. noch nicht übersehen. Jedenfalls kann die Arbeitskraft der Frau keinesfalls unberücksichtigt bleiben. Aber nur Ausnützung derselben unter vollster Berücksichtigung ihrer körperlichen Eigenheit, ihrer Doppelstellung als Frau und Mutter bietet die Gewähr, daß die Interessen des Volksganzen durch die Steigerung der weiblichen Erwerbstätigkeit keinen Schaden erleiden. * lieber die Bekämpfung des Schieberhandels und die Lebensmittelversorgung hat das Ministerium.des Innern neuerdings Anweisung an die Bezirksämter gegeben. Den Amtsvorständen wurde empfohlen, sich mit den Staats- und Amtsanwälten in genügender Verbindung zu halten, damit stets ein einträchtiges Zusammenarbeiten im Kampfe gegen den Schleichhandel erreicht werden kann. In Erinnerung gebracht wurde auch die Verordnung zur Ausweisung unzuverlässiger Personen. * Ein hiesiger Bürger, der nicht genannt sein will, hat bereits früher für die Verschönerung des Stadtgartens 50000 Mk. gestiftet und nunmehr zum gleichen Zweck weitere 50 000 Mk. übergeben lassen. * Die Spätjahrmesse wird auch in diesem Jahre in der bisher üblichen Art stattfinden. Vühlerthal, 12. Okt. Die Traubenlese hat begonnen. Sie fällt zufriedenstellend aus, da man mit einem Zweidrittelherbst rechnet. Die Trauben sind besonders süß, das Höchstgewicht beträgt jedoch durchschnittlich nur 87 Grad nach Oechsle. Sasbach, 11. Okt. Der Wächter des hiesigen Turenne-Denkmals, das französisches Eigentum ist, kehrte wieder zurück, nachdem er bei Ausbruch des Krieges in seine elsäsische Heimat gezogen war. Waldkirch, 11. Okt. Der älteste Kriegsfreiwillige, Julius Eckart, ehedem bei hiesiger Gebirgs- batterie, zuletzt Soldat der Reichswehr, ist im Alter von 70 Jahren im Lazarett in Villingen gestorben. Er stammt aus Brandenberg bei Todtnau. Helft die Brücke wieder bauen! Unsere Auslandspioniere, denen wir so unendlich viel von dem Aufschwung zu danken haben, der uns in den Jahren des Friedens beschert war, sind zurückgekehrt in die alte Heimat und befinden sich in größter Not, da der Feind ihnen alles genommen hat, was sie in emsigem Fleiße schufen. Laßt sie nicht untergehen! Wir brauchen ihre Kraft und Erfahrung bald wieder, denn sie waren unsere Brücke zum Ausland und werden sie wieder sein. Helft ihnen zu Existenzen in der Heimat, bis sie wieder hinausziehen und uns die verschütteten Quellen unserer Ein- und Ausfuhrmöglichkeiten, unseres Ansehens und Erfolges in der Welt wieder erschließen können. Spendet der zu diesem Zwecke begründeten „Rückwandererhilfe", Geschäftsstelle für Baden: Karlsruhe. Lammstr. 7, euer Schärflein. Kein Deutscher sollte sich dieser Pflicht entziehen, denn für jeden Einzelnen von uns ist es von erheblicher Bedeutung, daß unser Verhältnis zum Auslande wieder wird wie in früheren Tagen. Dazu sind das noch erlebt — wohl doch das Grauen angekrochen fein. Nun heißt es: — „Herr. Hilf!' Aber wie?" Und sein Begleiter darauf mit heiserer Stimme: — „Das eine weiß ich. Krottmcmn — selbst wenn ich einen finde, der auf diese devastierte heruntergewirtschastete Klitsche noch eine neue Hypothek riskieren würde — ich nähme sie nicht! Ich jagte den Kerl mit Hunden vom Hof! Wroy- uowo trägt genug Lasten: übergenug. Noch eine neue Belastung dazu — und wir versinken rettungslos. Also — finden Sie bis April keinen Ausweg — dann bleibt es ein Untergang ... so oder so. Wer wenigstens haben wir dann die Genugtuung, daß wir mit Ehren und Anstand vor die Hunde gegangen sind!' „Und das ist immerhin schon viel. Herr von Schill. Rock und Stock verlieren und den Kopf doch stolz aufrechttragen dürfen — wohl dem Manne, der das von sich sagen kann! Im übrigen — Sie haben mich auf mein Wort und meine Ehre gefragt und ich Hab' Ihnen geantwortet aus der Erkenntnis heraus, die ich heute und zu dieser Stunde über Wroynowo besitze. Wer ich will mich nicht verschwören und stell' keineswegs als Aussichtslosigkeit bin. daß uns der liebe Gott doch noch rechtzeitig einen Rettungsstrick herunterschmeißt. Ich macht' wohl sehen — wie wir zwei La mit beiden Händen zupacken!' Er lachte still in sich hinein: eS schien. alS ginge ihm bas alles innerlich nicht nah oder als nähme er es zumindest nicht sonderlich ernst. Seltsam, wie der Hansjürgen dies Lächeln dankbar empfand. Er hatte sich von seinem Inspektor ja nur bestätigen lassen, was er schon längst von selbst wußte: — daß er auf der abschüssigen Bahn wart Daß es nach menschlichem Ermessen trotz aller Arbeit und Zähigkeit, trotz allem Zähnezusammenbeißens und Nackensteifens nur eine Frage von Monaten sei. bis ihm der Boden unter den Füßen versank. Nun besaß er die Bestätigung aus dem Mund eines Mannes, der Wroynowo sozusagen bis in die letzten Fallen der Seele hinein kannte. Jählings kam ihn ein Verwundern an. Ein Staunen über sich selbst: , Jetzt Hütte er doch eigentlich kleinmütig verzagen müssen! > Hätte vielleicht klug getan, noch recktteitia den sannen Knraen» wir in erster Linie auf die Arbeit unserer Ausländsdeutschen angewiesen, denen eine kurzsichtige Heimatpolitik in vergangenen Zeiten nur allzuviel Vernachlässigung angedeihen ließ. Unsere Feinde sind nie in diesen Fehler verfallen. Laßt uns von ihnen lernen, damit wir nicht wieder von den Tatsachen überholt werden. Helft alle mit, daß es besser werde, helft die Brücke wieder bauen, tragt bei zu einem guten Anfang, spendet eure Gabe auf Konto „Rückwandererhilfe" bei der Reichsbank und sämtlichen Nebenstellen. Altbadifcher Katholikentag. Karlsruhe, 12. Okt. Unter starker Beteiligung fand heute der altbadische Katholikentag für die mittelbadischen Gebiete unserer Heimat statt. Es wurden Versammlungen abgehalten in der städtischen Ausstellungshalle, im Konzerkhaus und in der Festhalle, die von 11 Uhr an ihren Anfang nahmen. Die Versammlung wurde von dem Vorsitzenden des vorbereitenden Ausschusses, Minister Trunk, eröffnet, der erklärte: Wir stehen auf dem Boden der neuen Verfassung. Wir bekennen uns zu den neuen Verhältnissen als Katholiken und wollen uns im Sinne des Christentums in Wort, Schrift und Tat betätigen. Hierzu verlangen wir Raum und Möglichkeit, damit wir mithelfen können aufzurichten Land, Gemeinde und Reich. — Generalvikar Fritz-Freiburg begrüßte die Versammlung für den Erzbischof, von dem auch ein Begrüßungsschreiben eingelaufen war und wandte sich gegen Materialismus und Selbstsucht. Das Mitglied der Deutschen Nationalversammlung, Redakteur Jost-München-Gladbach, sprach über Christentum und Monarchie und führte aus: Mit dem Verschwinden der alten Autoritäten scheinen auch die alten Tugenden der Opferwilligkeit und der Hingabe geschwunden zu sein, eine Selbstsucht und eine Charakterverwilderung hat sich geltend gemacht. Wir stehen im Staate auf einem Trümmerhaufen. Die Frage ist nun: Wie kann das Gemeinschaftsleben wieder gesund werden, welche Kräfte dazu vermittelt uns die katholische Weltanschauung? Es muß ein Verhältnis gefunden ^ werden zwischen Regierenden und Regierten, zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer, zwischen Besitzenden und Armut. Mit dem Untertanenverhältnis ist es vorbei, ein freies Bürgertum soll es ablösen. Wenn dies glücken soll, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden und zwar auf beiden Seiten. So ist Autorität für das Staatswesen notwendig, ein Autoritätsgefühl kann aber nicht bestehen, wenn es nicht seinen Urgrund hat im Herrgott und im Gewissen. Die Menschen muffen ein Verhältnis zu einander halten, wobei wir zurückkehren müssen zu einer christlichen Auffassung deS Staats- und Gemeinschaftslebens. Es ist ein Fehler des Sozialismus unserer Tage, daß er als Magen- und nicht als Seelenfrage aufgefaßt wird. Der Katholizismus gibt uns den Geist der Arbeit in und am Volke. In der Familie ist der Quell der reinen und reinsten Frende, in ihr müssen wir uns wieder finden, wenn der Staat gesunden soll. (Lebhafter Beifall). An den Papst und an den Erzbischof wurden Huldigungstelegramme abgesandt. Nachmittags wurden die Versammlungen fortgesetzt. Es sprachen Landtagsabg. Dr. Schofer und Finanzminister Dr. Wirth. Die Volksabstimmung im Oste«. Die Volksabstimmung im Osten bewegt auch in Baden viele Herzen. Von ihr hängt es ab, ob viele hunderttausende deutsche Stammesangehörige vom Vaterlai d loSgerissen oder ihm erhalten bleiben sollen. Untrennbar davon ist die heute so wichtige Frage der Ernährung des deutschen Volkes. Schon haben wir im Osten weite Teile des Reiches verloren, die vordem unsere Kornkammern waren und deren Wegfall die Versorgung Deutschland täglich mehr erschwert. Der Verlust der weiteren, namentlich von den Polen begehrten Gebiete, über die abgestimmt werden soll, würde die Ernährungsschwierigkeiten noch mehr vergrößern. Daher kram von >ict> zu um und nach Berlin zurückzukehren. Denn da winkte ihm ja alles: — Karriere, die Hand Annemarie > Minks, deren Vater dank seinem Einfluß iüu schon an eine, warme Stelle fetzen würde; gesellschaftliche Zerstreuungen: ein Leben ohne Sorge und ohne Mihsal. Jetzt hätte er sogar vor dem eigenen Gewissen bestehen können, wenn er den aussichtslosen Kampf aufgad. Er aber dachte nicht daran. In ihm lebte eine Spannkraft. die er in solcher Freudigkeit früher nie gekannt: in ihm lebte ein Glaube an sich selbst und an sein Glück — eia Glaube, dessen Quellen irgendwoher aus verborgener Wesenheit kamen und deren Rauschen ihm doch klang wie der frohlockende Siegessang einer heraufdämmernden glücklichen Luttintt. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Wie wird der Winter? Bei der großen Knappheit an Brennstoffen sehen wir alle der bevorstehenden kalten Jahreszeit mit banger Sorge entgegen. Immer wieder taucht die Frage auf: Werden wir diesmal einen strengen Winter bekommen? und, wie alljährlich um diese Zeit suchen zahlreiche berufene und unberufene Menschenkinder, gestützt auf angeblich langjährige Erfahrungen, diese Frage klipp und klar zu beantworten. In einer schlesischen Zeitung glaubt ein Naturkundiger an der Hand eines kleinen Merkzeichens in der Natur mit Bestimmtheit einen milden Winter Voraussagen zu dürfen. Er hörte vor vielen Jahren in Thüringen, man könne an der Art, wie das Heidekraut blüht, erkennen, ob ein kalter Winter zu erwarten sei oder nicht. Wenn die Blüten sich bis in die äußersten Spitzen der Stengel erstreckten, drohe ein strenger Winter. Bliebe dagegen eine grüne Spitze von Blüten frei, so gebe es einen milden Winter. Diese Regel sei bisher noch immer eingetroffen, zuletzt im vergangenen Winter. Da uns die Blüte des Heidekrauts — einzelne Ausnahmen feien unwesentlich — diesmal an der Stengelspitze ein grünes Endchen freiließen, müsse der Winter unbedingt mild werden. Wir wollen hoffen, daß dieser Naturkund'ge, der uns so günstige Aussichten eröffnet, nickt daneben prophezeit bat! ist es von größter Wichtigkeit, daß jeder in den Provinzen Ost- und Westpreußen oder Schlesien geborene Deutsche, der zur Teilnahme an der Abstimmung berechtigt ist, sich daran beteiligt, damit der drohende Verlust Womöglich vermieden wird. Auch in Baden werden manche Abstimmungsberechtigte sich befinden. Die Ortsgruppe Karlsruhe des deutschen Ostmarkenvereins hat sich erboten, den in Baden wohnenden Ostmärkern an die Hand zu gehen und bittet alle in den oben genannten Provinzen geborenen, in Baden ansässigen Deutschen, welcher Partei sie auch angehören mögen, um Mitteilung ihrer Namen und jetzigen genauen Anschriften an den Schriftführer der Ortsgruppe, Prof. Merk, Sofienstraße 116 in Karlsruhe. Auf die Anmeldung wird dann den Betreffenden nährere Mitteilung zugehen. * Noch immer mechanische statt organische Volkswirtschafts-Politik. Die wirtschaftlichen Bedrängnisse der Gegenwart sind groß. Niedriger Stand der Valuta, Kohlennot, Rohstoffmangel, Arbeitsunwilligkeit, Mangel an Ordnung und Organisation, Schieberei, Wucherei. Eine ungeheure Komplikation sich gegenseitig bedingender Faktoren, die nicht zu beseitigen sind. Das ist die Lage. Es ist leicht, der Regierung dafür die Verantwortung zuzuschieben, die selbst im Netze dieser Bedingungen gefangen liegt, ohne sich befreien zu können. Man sucht nach dem großen und starken Mann, der eine Entwirrung der Fäden zustande bringt. Er wird nicht gefunden werden und keine Regierungsform, welche sie auch sei, wird ein Universalmittel erstellen können, das die Not mit einem Schlag beseitigt. Das vermag nur zielbewußte organische Arbeit; Eisenbartkuren gibt es nicht. Freilich, der Wille zu dieser organischen Arbeit ist nicht groß. Man „widersteht den Anfängen" allzusehr. Regierung und Gesetzgebung treiben nur mechanische Politik. Der Staat braucht Geld, also erhöht er irgendwo die Einnahmen durch Besteuerung. Man erhöht die Eisenbahntarife, die Postgebühren. Das gibt natürlich Geld, wie alle indirekten Besteuerungen, weil die Steuerleistungen im einzelnen eingehen und von Millionen Bürgern vollbracht werden. Alle fahren auf der Eisenbahn, jedermann schreibt Briefe. Es gibt in der Tat kein einfacheres Mittel, die Einnahmen des Staats zu steigern. Aber wie wirkt es? Steigerung der Löhne und Warenpreise ist unausbleiblich. Denn die an den Staat abgelieferten Millionen müssen wieder eingebracht werden. Das Geschäft wälzt die erhöhten Lasten auf den Konsum. Irgendwo setzt die Steigerung ein und verbreitet sich epidemisch nach allen Seiten'. Was wir aber brauchen, ist Abbau der Preise. Wie soll dieser Abbau inszeniert werden, wenn der Staat, der einen solchen Abbau allein in die Wege leiten kann, mit Preissteigerungen vorangeht? Freilich: der Staat braucht Geld — wo soll er es hernehmen? Er legt Steuern auf das „erste beste", auf das Nächstliegende, den Verkehr. Tiefgründige Weisheit. Früher gehörte es zum eisernen Bestand des oppositionellen Agitatjpns- Katechismus: wer den Verkehr besteuert, versündigt sich an der Volkswirtschaft, er schmälert den Umsatz und im Schlußpunkt die Volkswohlfahrt. Das alles ist über den Haufen geworfen. Die demokratische Republik mit sozialistischem Einschlag greift zu, wo sich etwas findet, und kümmert sich den Teufel um volkswirtschaftliche Gesetze. Man will abbauen und erhöht die Verkehrstarife: die Politik eines rohen volkswirtschaftlichen Mechanismus. Das Reichsnotopfer; ein großartiger Gedanke. Man nimmt dem Besitz bis zu einem bestimmten Betrag die Werte ab und zahlt damit die Schulden des Reichs. Die Ausführung des Gedankens stößt freilich auf große Schwierigkeiten. Bestände der Gesamtreichtum der Nation in gemünztem Gold, wäre die Operation sehr einfach. Der Reichtum eines Volks aber ist eine recht komplizierte Größe: Ackerland, Erze, Waren, Gebäude, Hölzer, Wasserkräfte, Eisenbahnen, Schiffe, Fabriken, Läger, Pferde, Esel, Rindvieh lasten sich eben schwer in Prozenten derartig berechnen und in Teile zerschlagen, daß man bestimmte Quanten wegnehmen und sie in Geld und Gold, Was der Staat braucht, verwandelt. Diese Verwandlung geschieht eben durch einen wirtschaftlichen Veredelungsprozeß, der in feinster organischer Ausgestaltung vor sich geht, die mit Klugheit, einschlägiger Kenntnis, großer Vorsicht und sorgsamster Erwägung vorgenommen werden muß. Jegliche rohe Mechanik verbietet sich von selbst. vEs soll nicht von den Renten-Kapitalien die Rede sein, die Witwen, Rentner, Waisen ernähren — knapp ernähren — und deshalb keine Minderung vertragen. Es soll auch nicht von den großen fundierten Vermögen gesprochen werden, die ohne Zweifel kräftig angefaßt werden müssen; das ist eine Selbstverständlichkeit, die weder durch die Not der Zeit, noch mit dem sozialen Gedanken begründet zu werden braucht. Es soll hier nur von der Tatsache der eigenartigen wirtschaftlichen Formation die Rede sein, in der sich der Besitz des deutschen Volks zu einem großen Teil befindet. Wir wollen einmal den Großgrundbesitz eines West- ElbierS ins Auge fasten. Er hat 3000 Morgen Land und dieses Land an viele Pächter für 40 Mk. pro Morgen verpachtet; das macht 120000 Mk. Einnahme pro Jahr, das entspricht einem Vermögen — den genauen Wert eines Morgens auf 2000 Mk. festgesetzt — von 6000000 Mark. Davon soll der Mann 2 871000 Mk. als Notopfer ans Reich abgeben. Das kann er natürlich nicht, weil es technisch unmöglich ist. Also soll er den Betrag — nach der Gesetzesvorlage — 30 Jahre lang mit 5°/a verzinsen; das macht im Jahr 143550 Mk. Da er aber nur 120 000 Mk. Pacht einnimmt, muß er jährlich noch 23550 Mk. zulegen. Von was? Das bleibt das Geheimnis des Gesetzgebers. So oder ähnlich liegt es überall, wd es sich um unfundiertes Einkommen handelt, um Werte, die sich nicht liquidieren lassen. Das ist bei der Landwirtschaft und der Industrie durchgängig der Fall. Man erkennt: es ist eben auch hier mit dem einfachen mechanischen Wegnehmen nicht getan, weil die Natur der Vermögenswerte dagegen Einspruch erhebt. Das war auch wohl der Grund, weshalb der demokratische Abg. Henrich den Antrag eingebracht hat, anstelle der einmaligen Vermögensabgabe eine jährliche Vermögenssteuer einzuführen. Das ist kein Ausweg, denn es erfolgt doch ohnedies eine kräftige Heranziehung des Kapitals durch Einkommen- und Kapitalrentensteuer, durch Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer, die bekanntlich den Ländern und Gemeinden zugewiesen werden soll. Was nun tun? Guter Rat ist teuer. Das Reich braucht Geld und der Besitz muß besteuert werden durch Vorwegnahme einer größerer Belastung, davon kommen wir nicht los. Die Frage ist nur: das wie. Wird die grobe Form einer rein mechanischen „Wegnahme" wirklich beibehalten, so stehen die ernstesten Verwicklungen, Schädigungen, Ungerechtigkeiten in Aussicht, die man vermeiden sollte. Nur ein Konsortium von in der Praxis gebildeten Fachleuten kann diese Frage lösen. Wird sie im „Handumdrehen" erledigt, bloß um sich den urteilslosen Massen als „sozial" und „volkstümlich" zu empfehlen, sind neue Einschränkungen des ganzen Wirtschaftsgebäudes unausbleiblich, die die Massen selbst wieder in Mitleidenschaft ziehen. Man treibe endlich organische Wirtschaftspolitik und nicht mechanische. A. R. Ohne Wohnung. Das aktuellste Ebebindernis. Berlin, im Oktober. Das alte Lied von den beiden, die nicht zusammen- kommen konnten, wird sich eine kleine Umdichtung gefallen lassen müssen, um den modernen Verhältnissen zu ent» sprechen. Nicht das tiefe Wasser, sondern die fehlende Wohnung bildet das unüberwindliche Hindernis iür Brautleute, das Ziel ihrer Sehnsucht zu erreichen. Wir haben Mietämter. Wohnungsausschüsse, Wohnungskommistare» ein ganzes Heer von Beamten für den Zweck der Wohnungsau'bringüng, nur leere Wohnungen haben wir nicht. Als Entschuldigung für diese Tatsache wird gewiß das irgendwie republikanisch variierte Sprichwort angeführt werden, daß selbst der Kaiser sein Recht verloren hat, wo nichts ist, aber damit ist den jungen Paaren ebensowenig geholfen, wie mit den Enteignungen einzelner Zimmer, die auf kurze Zeit zur Not einen Unterschlupf bieten können, nicht aber als Grundlage eines eigenen Hausstandes geeignet sind. Der wohlmeinende Beamte in der Auskunstsstelle des einen oder anderen Stadtbezirkes kann Brautpaaren, die eine Wohnung suchen, keinen anderen Rat geben als den, nicht zu heiraten. Die wenig freiwerdenden Wohnungen müssen an die „Obdachlosen" vergeben werden, auch ein Begriff, den die Zeit völlig gewandelt bat, denn Obdachlosigkeit ist schon lange nicht mehr mit Elend eng verknüpft. Den jungen Paaren dient dieier Rat jedoch durchaus nicht als Wegweiser, Wer sich heute zur Ehe entschließt, läßt sich so leicht nicht davon abbringen. Die Zeiten rasch aufstammender Liebesglut ohne Gedanken an die Zukunft sind vorüber. Wenn der Gatte vom Traualtar ins Feld ging, war es nicht nur möglich, sondern sogar ratsam, die junge Frau in der Obhut ihrer Eltern und dabei gleichzeitig in ihrer alten Umgebung zu lasten. Den Mann, der heute den Entschluß faßt, zu heiraten, leiten andere Motive, als den Soldaten, der gewissermaßen mit dem Leben abgeschlossen haben mußte, und der auf alle Fälle reinen Tisch machen wollte. In diesen Zeiten qualvollen und trostlosen Erlebens wollen ernste junge Menschen in die Ehe flüchten wie in eine eigene, kleine Welt, in die nichts von dem allgemeinen Jammer dringt. Die eigene, nette, hübsch eingerichtete Wohnung ist dazu erste, unumgänglichste Notwendigkeit, Grundbedingung, möchte man fast sagen. Wie viele junge Männer heiraten jetzt überhaupt nur, um den bis ins Unerträgliche gesteigerten Mißhelligkeiten des Junggesellendaseins ein Ende zu bereiten! Es sind die besten Elemente der Jugend, die Menschen mit der Sehnsucht nach Ordnung und Familienglück, die jetzt ihre Zuflucht in der Ehe suchen, und man müßte alles aufbieten, um gerade ihnen Gelegenheit zur Erfüllung ihrer Wünsche zu geben. Wegen der Höhe der Arbeitslöhne gibt es keine Bau» tätigkeit und auch keine Wohnungen, aber die Errichtung von Wohnhäusern für den Mittelstand wird trotz alledem allmählich zu einer eisernen Notwendigkeit, und das nicht nur in den Großstädten, sondern auch in mittleren Provinz» städten. _ Vermischte Nachrichten. Die Lage im Baltikum. Berlin, über die Lage im Baltikum wird von zustän» ständiger Seite mitgeteilt: „General v. d. Goltz ist einig bemüht. den Truppen tie Befehle der Regierung näberzubringen. Er mutz zu diesem Zweck von Truppe zu Truppe fahren und persönlich mit den Truppenteilen verhandeln. Da die Truppen ziemlich weit über das Land verbreitet sind, so sind diese persönlichen Rücklvrachzn sehr zeitraubend und schwierig. Graf v. d. Goltz und alle idm unterstellten Ofsiner« geben sich aher die größte Mühe, die Truvven von der Notwendigkeit der Befehle der Regierung zu überzeugen." Friedenszustand mit Italien« Rom. Ein königliches Dekret ordnet an, daß t>om 14. Okober ab der Frtedenszustand mit Deutschland etn- tritt. Türkische Vaterlandsliebe. Konstantinopel. Die türkische Regierung, die stE in Konia neu gebildet hat. hat folgenden Aufruf erlassen: Wir wünschen nicht, gegen fremde Mächte zu kämpfen, aber wir dulden auch keine Macht in unierm Lande. Wir versprechen jedermann ohne .Unterschied der Hasse und der Religion Sicherheit des Lebens und des Eigentums. Wir werden mit allen unieren Krätzen dafür eintreten. daß unser Land nicht unter fremde Derrick atz kommt. Wir verlangen die Ausführung der Prinzipien Wilsons für die Türkei. Japan ratifiziert. Tokio. Der Friedensausschuß des Parlaments hat den Friedcnsvertrag mit Deutschland einstimmig genehmigt. Verschiedene Meldungen. Berlin. Der Reichsrat hat die Mittel, die noch zur Erhaltung und Pflege der Kriegergräber bewilligt waren, aus dem Etat gestrichen. Breslau. Im ganzen Riesengebirge bis hinunter in die Vorberge ist starker Schneefalt eingetreten. Schloß Sigmariugen nach mehrwöchenilichem Ausentk^' lasten und Aulentdalt in Lugano genommen. London. Hier ist eine royalisttsche Partei aeor worden, die rum Ziele bat. das Königtum in England Republtkanismus und Bolichewismus zu schützen. Die^» erklärt, daß zu diesem Zwecke das Oberbaus reorganiv^. verstärkt werden müsse. Rom. Die Zivilliste des italienischen Königs nm» I7V- Millionen auf 11*4 Millionen Lire herabgesetzt. Summe ist auch die der Königin-Mutter Marah^? bestandene Million einbegriffen. Fiume. D'Annunzio richtete an die Kroaten Austuf. in dem er sie zu einträchtigem Zusammenaek-^ Italien aufforüert. _ ri Das Gesicht der neuen Briefmarken. Die > die Erhöhung der Gebühren notwendig gewordenen Marken, die voraussichtlich noch im Laufe dieses M. zur Ausgabe gelangen, werden neue Grundfarben Überdruck aufweisen. Die neuen Briefmarken bah«, Werte von 1 Mark 25 Pfennig, 1 Mark 60 Pfennig, 2 Mark 60 Pfennig. Sie werden mit Hilfe der L stöcke für die bisherigen großen Briefmarken zu , 2 Mark in K-.'pierdruck hergestellt. Die bisherig« zu 1 Mark wird für die neuen Werte zu l 25 Pfennig und 1 Mark 60 Pfennig verwendet, aber eine neue Grundfarbe: die zu 1 Mark 25 grün, die zu 1 Mark 50 Pfennig braun. Für neue B, von 2 Mark 60 Pfennig wird das bisherige Bich' Marke zu 2 Mark verwendet, aber in rotoioletter gedruckt. Alle drei Werte erhalten einen schwarzen druck in Buchdruck. Die bisherige Wertangabe st^ beiden oberen Ecken wird durch Sterne verdeckt, neue Wert kommt auf den oberen Teil der Marke, , auf den Himmel über dem Reichspostmuseum und . -LN > tgeteilt wird, hat das polnische Oberkommando' die tigen Weisungen zum Abtransport der deutschen Ge- igenen erteilt. Danach ist die Entlassung der über 120ü rischen Gefangenen in den nächsten Tagen zu erwarten.'. Die „Freiheit" auf drei Tage verböte«. Der tchswehrmtnister hat die „Freiheit", das Berliner gan der Unabhängigen, mit folgender Begründung auf ü Tage verboten: „Die Zeitung „Freiheit" hat durch stgesetzte lügenhafte Behauptungen Unruhen in der Be- ckerung hervorzurufen gesucht. In der Nummer 4SS rd in dem Aufruf: „Arbeiter, Parteigenossen" die ssentlich unwahre Behauptung aufgestellt, daß es in mtschland Mörderzentralen gäbe, die hochbezahlte Mord- tz-n i„chen. Darauf sei das Attentat aus den Abge» Landwirtschaft, Handel und Jndr Auf das von der Bad. Landwirtschaftskammer! gereichte Gesuch an das Reichswirtschaftsministm Berlin, betr. „ausreichender Belieferung bad. Landwirtschaft mit phosphorsäu haltigenDüngemitteln", erhält die Landwir " kammer die Antwort, daß in allernächster Zeit grüß! Mengen von Thomas-Phosphatmehl Einfuhr aus dem Saargebiet und dem Ausland in! sicht stehen, auch wird mit dem Ausland verhandelt treffs Ankaufs von Rohphosphat zur Herstellung Superphosphat. Büchertisch. Politik und Wahnsinn, betitelt seine Betraö über die deutsche Revolution Dr. med. Otto Schis in Knielingen (Baden) und nennt im Vorwort als ^ derselben, alle Deutschen zur Besinnung über ihr De tum und zu wahren Gerechtigkeit zu führen in einer) da im Inland wie im Ausland nur die Phrase uE Lüge herrscht. Preis 1.— Mark im Selbstverlag Verfassers. Wir empfehlen diese ernste Schrift unfern aufs wärmste. Zelten koke Oe^vinnckance; Litt! 4- cill! OenekmiZt kür preuLen, Ladern, IVürttembeiA Zucken, Lessen, ZruunsckveiZ, kremen 12. Kklü-IMM> rur üllMIIW Üük lM ÄelnmZen am 16 . u. 17 . OKI. 12 S 000 Msnl« soooo 20000 Ivooo 1 000 u^v OnAinuI-Zose jn jecker HurskI verseacket Porto unck Oevinnliste rum Preise von ^äsric such §e§en dlscdnskme. llamdurx-Oildeck. (lüste virck jeckem 6es1el1erunsuf§e sortiert üd Mädchen AEL'LVLL" Tochter auf 1. November gesucht. Frau Dr. Dienstbuch, Karlsruhe, Karl Für die Redaktion verantwortlich: I. B. Friedrich Dehn, Karlsruhe. — Druck und Verlag der Buchdruckerei FioelitaS, G. m. b. H., in Karlsruhe, Erbpru