lrtcil wird nun« ämi« 1917 An« ll in >cheu hct msft Das rank» bare laher land Scheu rium chulz der iden. : die 1 er» echtesten >enig Die mbt eage »aus der dem um den. rre. oerkS ister die :agen chlich igten safts- insche sest- für und. nister nmer ;e zu üchs- :reits : der :ugen irung Die luns Aus- für pers er zu >e er- uhr- laftS- arzu- ourde ver- ioffen ^rage ein- uerei- eichs- ir die igung nister seinen ischen herte, Vohl- aller ieren, er zu Zater- tler- lannt- klagen linden ohlen, zjzvsrl -bill'S ,rre. ö Geschäftsstelle und Verlag: ku ger- unci kauernfreuncl * Vaciische Poll Redaktion: Karlsruhe, Lrbprinzenstr Zernsprech-Ltnschlutz Nr, 2373 Erscheint wöchentlich zweimal: Dienstag und Freitag (dieFreitag- Msgabe mit achtseitigem illustriertem „Familienfreund") — Sezugspreis vierteljährlich in Karlsruhe oder durch die Vertreter ßyogen einschließlich Zustellgebühr 2.00 Ul., bei der Post 2.25 Ul- :: kür üss üenMe MerlMI:: kür üeiitlüie Krl imü 5lt1e! j kür ües Lürgers MMlllirt w 5tsüt imä Lsnä! Anzeigen im Inseratenteil die sechsgespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 30 psg. Im redaktionellen Teil die dreigespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 80 pfg. - Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen wird entsprechender Rabatt gewährt. Nummer 11. Karlsruhe, Freitag, de« 6. Februar 1920. 35. Jahrgang- Kleine Zeitung für eilige Leser. * Die Reichsregierung beabsichtigt, ein besonderes Gesetz ! MM Schutz der deutschen Parlamente einzubringen. * Der neue deutsche Gesandte für Österreich, v. Rosenberg, stzit seine Amtsgeschäfte in Wien übernommen. » Wie verlautet, ist der für Rom bestimmte deutsche Ge» lMststräger. Freiherr v. Lucius, der italienischen Regierung flicht genehm. » Der ostvreußische Landtag hat gegen die vollständige ! telephonische Abschnürung Ostpreußens durch die Polen bet s der Reichsregierung schärfsten Protest eingelegt. * Nach einer Havasmeldung wird die Liste der 8l>V Aus-> ! Mliefernden der deutschen Regierung am 10. Februar über« s mittelt werden. * Nach Meldungen aus Budapest kommen für den ungari- s scheu Königsthron fünf Bewerber in Betracht. * Der internationale Gewerkschaftsbund weist in einem s Wamsest an den Wölkerbundsrat auf die Notlage der Mittel- sückchte. vor allem Deutschlands, hin und verlangt Mab- ssahmen zur Abhilfe. * In Marokko hätten die Franzosen mehrfach blutige Gesuchte mit Eingeborenen zu bestehen. Zur Lage. Am 10. Febr. soll die Liste der an die Entente auszu- lliefernden „Verbrecher" amtlich übergeben werden. Jn- iMschen Ist gemeldet worden, daß unser Vertreter in Itzrris, Herr v. Lersner, die Liste bereits in Empfang jgenommen hat. Bekanntlich hat die holländische Regierung die Aus- siieferung des Kaisers abgelehnt. Nun kündigt die liranzösische Presse eine Note an Deutschland an, wo- losch unsere Gegner die Unterstützung der deutschen Re- »Arung bei Holland in der Forderung der Auslieferung IW Kaisers beanspruchen wollen. Wenn eine derartige ^Dote tatsächlich an die deutsche Regierung gerichtet werden sollte, so müßte sie selbstverständlich in klaren Worten lrbgelehnt werden. Dabei bedarf es keiner langen Er- Isttrungen über das geradezu schamlose Ansinnen, das Is einer solchen Note liegen würde. Will die Regierung Note, falls sie tatsächlich abgesandt werden sollte, unter dem Ehrenpunkt beantworten und nachdrücklich iLrwahrung gegen derartige zynische Zumutungen ein- " >en, um so besser. Auf jeden Fall hat sie die Möglich- t, auf Grund des Wortlautes des Friedensvertrages pp und klar zu erklären, daß sie unfern Gegnern irgend- iMche Handlangerdienste bei der Verfolgung des Kaisers "ht leisten will und nicht zu leisten verpflichtet ist. Der likel 227 ist in dieser Beziehung ganz klar. Er hat »Allerlei Zustimmung der deutschen Regierung zu dem Mklagebeschluß der alliierten und assoziierten Mächte lErlangt und hat den einzuschlagenden weiten Weg genau Ungeschrieben. Dieser Weg war ein Ersuchen an die Verzierung der Niederlande' mit der Bitte um Ausleerung. Mit keinem Worte wird von einer Unter- "tzung eines solchen Ersuchens durch die deutsche Re- rung gesprochen. Wenn je ein Vertrag strikte aus- !legt werden muß, so ist es der Versailler Vertrag und IMz besonders im Abschnitt „Strafbestimmungen". Noch Minal: Der Vertrag stellt keinerlei Pflicht der deutschen i^tzierung fest, bei der Auslieferung des Kaisers mitzu- DLen. Die Regierung würde um ihr eigenes Wohl und he spielen, wenn sie in diesem Punkte auch nur das ingste nachgeben würde. Inzwischen nehmen verschiedene englische Blätter it zur Auslieferungsfrage Stellung. Zwei an- ehene Blätter, die „Labour Leader" und die „Church res" geben Lloyd George den Rat, von der Aus- mg des Kaisers abzusehen. Er solle sich mit Hol- l)s würdiger und fester Ablehnung begnügen, umfahr, als Italien und Amerika gegen den Prozeß seien, > diese Angelegenheit nur durchgeführt werden könne,' »n die Entente in voller Einmütigkeit handeln würde' Neuerdings heißt es auch, die Liste verlange die Lieferung Hindenburgs, Ludendorffs, Makensens. enfalls wird man abwarten müssen, was die Liste s verlangt, um das ganze richtig zu taxieren und zu ' ^«nrien, wie weit die Anmaßung Herrn Clemenceaus seiner Trabanten geht. Die Franzosen werden nur dem einen Gefühl der Rache geleitet. Sie wollen uns „ins Wachs drucken", daß sie die „Sieger" sind. Übliches Bemühen, die Franzosen sind nicht die Sieger, 'st in Verbindung mit ihren Alliierten haben sie keinen Glichen Sieg errungen; die Geschichte wird keine azösischen Ruhmestaten verzeichnen, nichts ist von ihnen ' stet worden, was einer „Gloire" ähnlich sieht. Das en sie natürlich genau so gut, wie wir. Deswegen drängen sie auf öffentliche Schauspiele, die ihrem nationalistischem Kitzel und Größenwahn genügen sollen. Und Deutschland? Daß sich in Deutschland Organe finden sollten, die die Generale und Offiziere mit gefesselten Händen ausliefern, ist ausgeschlossen. Die Auslieferung wird also an der Tatsache scheitern, daß die Geforderten nicht zu erlangen sind, so weit sie sich nicht freiwillig stellen. Ultra Posse nemo obligatnr. — Niemand kann zu unmöglichem gezwungen werden, das ist ein allgemein gültiger Rechtsgrundsatz. Die Hauptsache i st, daß das deutsche Volk einig bleibt. Daran fehlts freilich sehr. Schlimmer als je wüten die Parteien gegeneinander. Und Einigkeit wäre so dringend vonnöten. Wenn das deutsche Volk mit der deutschen Regierung in der Auslieferungsfrage fest bleibt, so sind die Gegner machtlos. Unsittliche Verträge brauchen nirgends und niemals gehalten zu werden. Was die Entente aber mit der Auslieferung verlangt, schlägt nicht nur der Moral ins Gesicht, sondern auch jenem ungeschriebenen höheren Recht, das verpflichtender ist, als das kodifizierte. Es findet sich kein Deutscher, der einen andern Deutschen ausliefert. Daran muß die „Auslieferung" scheitern. Will es die „Entente" auf neue kriegerische Verwicklungen ankommen lassen, so wird sich der Spieß gegen sie wenden. Der Prozeß Erzberger contra Helsferich nimmt seinen Fortgang. Die Ausbeute ist in den letzten Tagen nicht sehr groß gewesen. Wie es immer ist bei politischen Prozessen, so auch bei diesem: es wird unendlich hin und her geredet, aber das Gesamtbild wird nicht klarer. Dem „angeschossenen" Finanzminister geht es übrigens besser; man sucht nach einer dritten Kugel, die abgeschofsen wurde und sich nicht findet. Voraussichtlich kann Erzberger schon in den nächsten Tagen wieder am Gerichtstisch erscheinen. Unsere wirtschaftliche Lage wird zusehends schlimmer. Nicht ohne unser eigenes Verschulden. Die Einfuhr überflüssiger Verbrauchs- und Luxusartikel läßt nicht nach. Dadurch sammelt sich immer mehr deutsches Papiergeld im Ausland an und je größer diese Masse wird, desto weniger gut wird die Valuta. Die Grenzen zu — das wäre die erste Forderung, die erfüllt werden müßte; nur absolut notwendiges darf herein und heraus, nur, was wir zahlen müssen und was uns Rohstoffe als Gegenleistung bringt. Zum andern müßte die Notenpresse mit drucken aufhören. Je mehr Papiergeld, desto fchlimmer die Geld- und Wirtschaftslage. Außerdem sind noch viele Maßregeln durchzuführen, um die Hot zu beseitigen, aber mit diesen beiden muß begonnen werden, wenn wir zum wirkungsvollen Anfang kommen wollen. Lire Auslleserungsitste. 800 deutsche „Krtegsmissetäter". Aus Paris wird jetzt angekündigt. daß die berüchtigte Auslieferungsliste nicht weniger als 800 Mann aufweist und am 10. Februar der deutschen Regierung überreicht werden soll. Von bekannten Namen sollen sich folgende auf der Liste befinden: 1. Kronprinz Rupprecht von Bayern wegen Deportationen m Nordfrantreich; 2. der Herzog von Württemberg wegen Ermordung von Bürgern in Namur; 3. v. Kluck wegen Ermordung der Geiseln in Senlis und Mord an Bürgern von Aerschot; 4. v. Bülow wegen Brandstiftung in den Ardennen und Füsilierung van Bürgern; 5. v. Mackensen wegen Diebstahls. Brandstiftung und Hinrichtungen in Armenien; 6- v- d. Lancken wegen der Hinrichtung von Miß Caoell und Kapitän Fryatt: 7. Admiral Capelle wegen der tl-Boot-Taten; 8. Liman v. Sanders wegen Ermordung von Armeniern und Syriern; 9. von Stenger wegen Befehls, reine Kriegsgefangenen zu machen; 10. Ostrowski wegen Plunderungen in Dieuze und des Mordes von 105 Bürgern; 11. von Tesny wegen Ermordung von 112 Einwohnern von Alton; 12. Herr Niemayer wegen Behandlung der Kriegsgefangenen in Holzminüen; 13. Major von Görtz wegen Grausamkeiten im Lager von Magdeburg; 14. Leutnant Luediger wegen Grausamkeiten im Lager von Ruhleben; von Cassel wegen Grausamkeiten im Lager von Doberitz; 16. Oberst von Bülow wegen der Zerstörung von Aerschot, Füsilierung von ISO Bürgern: 17. General von Mar- teuffel wegen des Brandes in Löwen; 18. Leutnant Werner und 19. Korvettenkapitän Vallentiner und 2V. Korvettenkapitän von Forstner wegen Vernichtung von Hospitalschifjen. Wie weiter dazu gemeldet wird, hat die Kommisston zur Aburteilung der auszuliefernden Deutschen beschlossen, bei einer Verurteilung der Angeschuldigten nicht auf Todesstrafe zu erkennen. Die Kriegsgerichte sollen angewiesen werden, nur befristete Zuchthaus- oder Festungsstrafen zu verhängen. Nach einem wetteren Beschluß werden zu den Verhandlungen, die gegen die auszuliefernden Deutschen stgttsinden. mehr als 200 Zeugen aus den während des Krieges besetzten Gebieten Frankreichs und Belgiens geladen, namentlich Ortsvorstände und Geistliche, die auf Grund der bisherigen Vernehmungen gegen die Angeschuldigten das Belastungsmaterial bestätigen sollen. Schlußabrechnung-^Prämienanleihe Endgültige Ergebnisse. Das vollständige Ergebnis der bei der Reichsbank angemeldeten Zeichnungen der Spar-Prämienanleihe liegt jetzt vor. Ein Vergleich mit der 9. Kriegsanleihe ergibt folgendes Bild: Die Rheinlande, Westfalen, Ostpreußen, Westpreußen (soweit beteiligt) und Schleswig-Holstein 411 Millionen Spar-Prämien-Anleihe, gegen 2730 Millionen Kriegs-Anleihe, d. h. 15 Prozent der Kriegsanleihe-Zeichnung. Dagegen das übrige Reich 3402 Millionen Spar-Prämien-An- leihen gegen 7S11 Millionen Kriegs-Anleihe, d. h. 45 Prozent. Insgesamt sind gezeichnet worden 3818 Millionen Spar- Prämien-Anleihe gegen 10 433 Millionen Kriegs-Anleihe. Einige Einzelresultate seien hier wiedergegeben: Berlin (Reichsbank, daher auch z. T. von autzerhalb) 1352 Millionen S. P. A. gegen 2553 Millionen K.-A. — 3°/». München IIS Millionen, daher auch zum Teil 173 Millionen K. -A. — 69 Bayern (rechtsrheinisch) hat 855 Millionen S. P. A. gegen 475 Millionen K.-Anll, d. h. 75"/« und damit vergleichsweise am besten gezeichnet. Bayerische Pfalz (linksrheinisch) 31 Millionen S. P. A. gegen 89 Millionen Kr.-Anl.» L. h. 35 °/°. Das erhebliche Zurückbleiben der besetzten, bedrohten und abzutretenüen Gebiete hinter den Ergebnissen im übrigen Reich ergibt einen Ausfall von etwa 1 Milliarde Mark, also etwa den Betrag, der zur Vollzeichnung feylie. Elfaß-Lothringen, Posen und der größte Teil von Westpreußen entfielen iür die Zeichnung überhaupt. Im Saargebiet unteriagte die Beiatzungsbehörde die Auflegung der Anleihe. Die Provinzen Rheinland und Westfalen, die bet der 9. Kriegsanleihe zusammen 2V« Milliarde aufgebracht hatten, zeichneten diesmal nicht mehr als rund 300 Millionen. Eine starke Depression machte sich auch begreiflicherweise an der Nordseeküste sowie im Osten infolge der Ostseedlockade und der baltischen Ereignisse geltend. Es wird daran erinnert, daß im Zusammenhang mit der Baggernote der Entente die Friedenskrists auf ihrem Höhepunkt war. Am 1. Dezember wurde ein Ultimatum mit Drohung des Einmarsches in das Ruhrgebiet ermattet. Der Regierung erscheint um so bemerkenswerter die unter diesen Umständen recht statte Beteiligung der übrigen deutschen Länder und Städte, sodaß das Ergebnis der Anleihe. 3,8 Milliarden Mark, nicht als ungünstig bettachtet werden kann. Die 5. Milliarde wird nicht begeben, sondern annulliert werden, sie wird daher auf die Kursgestaltung der Anleihe keinen Druck a usüben. politische Nurr-scharr. Deutsches Reich. 4- Der unmögliche Friedensvertrag. Nach Meldungen aus Washington hat der amerikanische Schatzsekretär erklärt, 'daß zur Lösung des Problems der Wiederaufrichtung die alliierten Regierungen die von Deutschland geforderte Entschädigungssumme auf eine Ziffer herabsetzen sollten, die es ihm gestatte, zu bezahlen. Deutschland sollte Obligattonen in der Höhe dieser Summe emittieren, und man muffe ihm Zeit lassen zu arbeiten, um seine Schulden bezahlen zu können. Diese Art vorzugehen, würde die Zahlungsfähigkeit Deutschlands erhöhen, das Vertrauen wiederherstellen und würde auch dem Handel der gesamten Well einen neuen Antrieb geben. Die Zahlung von Summen, die unmögli-4 bezahlt wettsen können, zu verlangen, würde zu keinem praktischen Ergebnis führen und rufe Besorgnis hervor. -I- Dänisches Fiasko i» der zweiten Zone. Nach einer Meldung des „Politiken" haben die Dänen ihre Agitation in der zweiten Zone eingestellt; sie werden dort vorläufig keine Versammlungen mehr abhallen, die, wie die Nachricht sagt, große Schwierigkeiten für die Dänen ergeben haben. Diese Schwierigkeiten bestehen dann, daß keine richtigen Dänenoersammlungen zustande kommen, sondern daß überall die Deutschen in der Mehrzahl find und so aus den dänischen Versammlungen deutsche Versammlungen werden. Ein Parlamentsschutzgesetz. Ein Entwurf für ein Gesetz, durch das nach englischem Muster auch zu Zeiten der verfassungmäßig gewährleisteten Freiheit öffentliche Versammlungen in einem gewissen Umkreis der gesetzgebenden Körperschaften nicht gestattet find, dürste nach den Erfahrungen des 13. Januar in der nächsten Zell zu erwarten sein. Hessen gegen den Einheitsstaat. In einer Versammlung der hessischen Zentrumspattei in Mainz äußerte sich der hessische Justizminister v. Brentano eingehend über das Schicksal Hessens im Zusammenhang mit dem Einheitsstaat. Brentano meinte, man solle denjenigen in der Zentrumspattei danken, die den Gedanken des Föderalismus bei aller Treue zum Angestammten vertreten und sich dafür einsetzen, daß endlich die Vorherrschaft Preußens gebrochen werde. Über die Orientierung Hessens meinte Brentano, nachdem er die Schwierigkeiten in der Frage betont und zur vorsichtigen Behandlung gemahnt hatte, daß die Interessen des Reiches und des Staates ausgeglichen werden müßten. Vor allem müsse man die Frage lösen, Hessen als deutsches Gebiet zu erhallen, entweder durch Anschluß an einen süddeutschen Staat oder durch Vergrößerung, selbstredend auf verfassungsmäßigem Wege. Aber Hessen dürfe keineswegs unter dem Scheingrund des Unttarismus zu einer preußischen Provinz werden. Gegen die polnischen Tenkmalstürmer. Der Ober- Kommandant und der Stadtprästdent von Lhorn ordneten eine Untersuchung und Strafverfolgung gegen die Personen an, die die deutschen Denkmäler beschädigt haben. Die polnischen Behörden beschlossen, alle deutschen Denkmäler, die einen Kunstwert haben, zu erhalten. Zum Konservator wurde Dr. Semrau bestellt. 4- Ei» polnischer Stadtverordneter erschossen. Der Stadtverordnete Niedurny. welcher der polnischen Fraktion der Beuthener Stadtverordnetenversammlung angehört, wurde auf dem Wege von Schömberg nach Beuthen. wo er von der Marinebrigade verhaftet worden war. erschossen. Über die Ursache wird angenommen, daß Niedurny einen Fluchtversuch unternommen bat. * Eine Beschwerdeinstanz gegen den Reichswehrminister. In der Öffentlichkeit ist die Frage aufgeworfen worden, welches die höhere Instanz gegenüber dem Reichswehrminister in seiner Eigenschaft als Oberkommandierender während des Ausnahmezustandes sei. Wie halbamtlich mitgeteilt wird, kommt als solche Instanz der demnächst einzusetzende besondere Ausschuß des Reichsrates in Frage. Ein Ausschuß der Volksvertretung konnte hierfür nicht eingesetzt werden, weil dann die Exekutive von der Regierung auf das Parlament übergegangen wäre. -S- Reichswehr und Kaisersgeburtstagsfeicrn. Halbamtlich wird erklärt: „In der Presse ist berichtet worden, daß trotz erlassenen Verbots der Geburtstag des früheren Kaisers bei einigen Truppenteilen festlich begangen worden sell Diese Meldungen läßt der Reichswehrminister nachprüfen. Die verantwortlichen Führer, die ihr Amt in der Truppe der Republik zu monarchischen Demonstrationen mißbraucht haben, werden aus der Reichswehr entlasten." ^ Erhöhung der Tagegelder bei Dienstreisen. Eine Leutschnationale Anfrage über eine Erhöhung der Tagegelder der Reichs- und Staatsbeamten bei Dienstreisen wurde vom Reichsfinanzminister folgendermaßen beantwortet: Im Hinblick auf die gegenwärtigen Teuerungsverhältmsse habe ich mich bereits in einem an die Reichsressorts gerichteten Rundschreiben mit einer angemessenen Erhöhung der Tagegelder der Reichsbeamtcn mit Wirkung vom 1. Januar 1920 ab einverstanden erklärt. 4- Der pommersche Provinziallandtag wählte zum Vorfitzenden den Abgeordneten v. Dewitz. Der Landtag hat eine deutschnationale Majorität: rund 50 Abgeordnete zählen sich zur deutschnationalen Gruppe, während die sozialdemokratische Fraktion (mit Einschluß zweier „unabhängiger" Hospitanten) 18, eine „Städtevertreter"- (Bürgermeister-) Gruppe 13. die demokratische 8 Mitglieder zählt. 4- Die Räumung Oberschlesiens schreitet planmäßig fort. Die Ententetruppen folgen der abrückenden Reichswehr in kurzen Abständen. Kattowitz wurde von jenen schon besetzt. Merkwürdigerweise spricht von der in Pleh eingetroffenen «französischen" Besatzung in Stärke von 250 Mann nicht nur der größte Teil der Mannschaften, sondern auch ein großer Teil der Offiziere polnisch. Es bestätigt sich somit die Befürchtung, daß polnische Truppen in französischer Uniform zur Besetzung von Oberschlesten verwendet werden, was entschieden den Bestimmungen des Friedensvertrages widerspricht. Frankreich. X Aufstände i« Marokko. Nach einer Hcwasmeldung aus Mekines hatte sich eine starke Harka marokkanischer Stämme 40 Kilometer südlich der neuen Brücke von Tiflet nach Mekines angesammelt. Unter Führung von Offizieren wurden diese mck Unterstützung von regulären französischen Truppen durch eingeborene Truppen in die Flucht geschlagen. Auf französischer Seite sind 28 Mann tot, bei den Marokkanern gab es 60 Tote und zahlreich« Verwundete. Einer anderen Meldung aus Fez zufolge hat eine mobile Truppe Lurch einen starken Angriff von festen der Beni Uarains 10 Tote und 37 Verwundete gehabt. Die gegnerischen Verluste betrugen 25 Tote und 60 Verwundete. Ltngam. X Fünf Thronbewerber. Für den ungarischen Thron wird an erster Stelle der frühere Kaiser Karl kandidieren. Len der Ministerpräsident, ferner Prinz Windischgrätz, Wekerle sowie Prinz Sixtus von Parma und Frankreich unterstützen. An zweiter Stelle wird Karls Sohn Otto genannt, für den eine Regentschaft eingesetzt werden würde. Für ihn treten der gegenwärtige Oberkommandant Horthy, die Grafen Albert Apponyi und Julius Andrafsy, die auch für die Regentschaft in Bettacht kommen, ein. An dritter Stelle steht Erzherzog Joseph, der vom Ministerpräsidenten Friedrich und der klerikalen Partei sowie vom Ackerbauminister Robinek und den Führern des klerikalen Flügels der Bauernpartei gestützt wird, an vierter der 22 jährige Erzherzog Albrecht, Sohn des Erzherzogs Friedrich, den die aktiven Offiziere unterstützen. Der fünfte Kandidat ist Prinz Cyrill von Bulgarien, der zweste Sohn des früheren Königs Ferdinand, der sich angeblich mit Sophie, der Tochter des Erzherzogs Joseph, vermählen wird. Amerika. X Enorme Flottenrüstnnge». Admiral Taylor, der Chef der Abteilung für Schiffsbauten im amerikanischen Marinedepartement, tritt der Marinekommission des Repräsentantenhauses mit. daß die amerikanischen Seestrestkräste am 1. Juli 1920 940 Einheiten umfassen würden, doppelt soviel wie vor dem Kriege, darunter 16 Dreadnoughts. 13 Überdreadnoughts. 8 Schlachtkreuzer und 17 leichte Kreuzer. Die Ausgaben werden auf 2 7 900 000 Dollar veranschlagt. Wett- und Volkswirtschaft. Hc Herabsetzung der Mehlratton in Sachsen. In Sachsen gibt es vom 9. Februar ab statt 260 Gramm Mehl nur 200 Gramm Mehl, wöchentlich also 1400 Gramm Mehl oder 1900 Gramm Brot. Sachsen wird sich bemühen. 4 Pfund wöchentlich zu verteilen, jedoch kann es dafür keine Gewähr geben. Mit einer ähnlichen Maßregel dürfte auch in den übrigen Teilen des Reiches zu rechnen sein. H Deutschlands und Europas Zusammenbruch. In einer Unterredung mit dem Berichterstatter der „Daily News" erklärte Direktor von Gwinner von der Deutschen Bank, die deutsche Regierung werde wegen der Ausgabe von Papiergeld getadelt. Es bleibe ihr jedoch gar nichts anderes übrig. Die französische Regierung tue genau dasselbe, und seiner Ansicht nach zirkuliere in Frankreich, auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, mehr Papiergeld als in Deutschland. Wenn der gesamte deutsche Kredit ?rst zusammenbreche, würden auch die anderen Länder Europas dem Zusammenbruche nicht entgehen. Der Zusammenbruch Deutschlands sei der Zusammenbruch Frankreichs und ganz Europas. Hc Belgische Valntasorge«. Die belgische Presse fordert die belgische Regierung auf, die Grenzen zu schließen und jede unnötige Einfuhr -zu verbieten, wenn nicht der Frankkurs noch weiter fallen solle. Innerhalb elf Monaten seien nach Belgien eingeführt worden für 42 Millionen Südfrüchte, für 25 Millionen Parfümerien und Toilettenseifen, für 32 Millionen Zigarren und Zigaretten, für 49 Millionen Seidenstoffe und für 15^ Millionen englisches Bier. Das alles habe das Land nicht nötig. Noch ein Alarmms. An Schwarzsehern ist jetzt gewiß kein Mangel in Deutschland, doch begegnet man bei Männern, die wissen, was sie wollen, immer noch um so ausgesprochenerer Zurückhaltung der Öffentlichkeit gegenüber, je höher sie gestellt sind oder je größer das Maß der Verantwortung ist, das sie zu tragen haben. Wenn diese wohlerwogene Selbstzucht in einem Einzelfalle plötzlich durchbrochen wird, so legt diese Erscheinung Rückschlüsse auf den Ernst unserer Lage nahe, über die wohl kein Wort weiter verloren zu werden braucht. Die Katastrophe, der wir entgegensteuern, ist in der Tat so furchtbar. daß gar nicht laut genug gewarnt werden kann. An derselben Stelle, an der kürzlich der frühere Unterstaatssekretär Edler v. Braun unsere überaus kritische Ernährungslage einer alarmierenden Besprechung unterzog, im „Tag", prophezeit jetzt Konsul Marx, ein Fachmann auf dem Gebiete der Industrie, des Handels und Bankwesens. Deutschlands Ende. Mit dürren Worten steht es da als Überschrift seiner Bettachtungen: Deutschlands Ende. Nur noch um Monate, vielleicht nur noch um Wochen handelt es sich, meint er. bis das deutsche Wirtschaftsleben jeden Krebst im Auslande verloren haben wird. Wißt ihr. was das bedeutet? Es geht ums Ganze, um unsere Existenz als Volk und Staat, zugleich um die Summen aller Einzelexistenzen. der Kapitalisten wie der Arbeiter, der Beamten wie des Handwerks. Wie müssen diesen Zustand ändern oder wir müssen sterben. Schon hat sich die schwarze Sorge eingeschlichen in die Direktionszimmer unserer Großbanken. schon fühlt man dort den ermattenden Pulsschlag unseres Wirtschaftslebens — aber man schweigt. Man hat dort unter dem alten Regime der Unfähigkeit ihren Lauf gelaffen, man läßt unter dem neuen Regime der Unfähigkeit ihren Lauf. Wo ist der Retter? Der Mann, der Mut und Kraft"genug besitzt, das Steuer noch im letzten Augenblick herumzureißen, und Reinheit der Gesinnung, um sein Volk die Möalickkeit der Errettung durch ibn «stauben zu Uriumpb äes Gebens. Roman von Lola Stein. ^ (Nachdruck verbotest Walter schüttelte abwehrend das Haupt. Er wollte Irenes Geheimnis, das er allein zu durchschauen geglaubt, nicht preisgeben.* «WaS redest du da für Zeug? Du bist auf falscher Fährte!" »Ach. Walter, gib dir doch keine Mühe! Du stehst, was ich sehe, weißt, was ich weiß! Unsere Blicke sind geschärft. Denn wir beide bettachten sie ja mit den Augen der Liebe." »Immer noch, Helmut? Immer noch UM du sie, trotz allem?" »Ja, immer noch. Diese Liebe ist wie eine Krankheit in mir. die einzige, die- ich je kannte. Sie ist wie fressendes Feuer. Eine tolle, eine gefährliche Leidenschaft. Mer gefährlich nur, weil sie keine Erfüllung findet! Irene soll mein sein und ich will sie glücklich machen mit allem, was gut in mir ist. was ich zu geben vermag. Reiße sie heraus auS der Umgebung, in der sie langsam zugrunde geht, bringe sie fort aus den Augen des Mannes, in dessen Blicken sie die Erwiderung ihrer eigenen Gefühle, den Widerschein ihrer eigenen Sehnsucht steht! Tue es, Walter, ehe es zu spät ist. Es geschieht zu ihrem Heil. Und bringe sie mir! Biete deinen ganzen brüderlichen Einfluß auf, daß sie mich endlich, endlich erhört. Dann ist uns allen geholfen." Aber Matter schüttelte den Kopf. »Nein", sagte er fest, »niemals, Helmut, nie werde ich Irene nach dieser Richtung beeinflussen. Aus dem Bolkmerschen Hause hätte ich sie lieber heute wie morgen fort. Wer nicht, um sie als deine Frau zu sehen. Du bist mein bester Freund seit meiner Kinderzeit, du weißt es. Mer weil ich dich so lange schon kenne, weiß ich auch: du bist nicht der richtige Mann für Irene." »Das alte Lied", sagte Helmut nervös. »Ja, ich weiß, an diesem Punkt versagt deine Freundschaft für mi-«- Warum bin ich nickt der richtige Mann für. Leise Schwester? Bitte, sage es mir. Kann sie je heißer geliebt werden als von mir?" »Heißer vielleicht nicht, wohl aber tiefer! Denn deine Liebe ist Leidenschaft, Helmut! Nein, laß, ich weiß, waS du mir sagen willst! Du willst anführen, wie lange d» Irene schon liebst. Aber was will das sagen, da deine Wünsche niemals Erfüllung fanden? Du würdest sie lieb«, bis sie die deine wäre, bis ihr Besitz, den du jetzt so ersehnst, dir etwas Altes bedeutete. Dann würdest du dich neuen Sternen zuwenden und ab von ihr. Und für ei« solche Liebe und Ehe ist mir Irene zu schade." . »Ihr kennt mich eben alle nicht", rief der ArchitA heftig. »Wie kannst du solche Behauptungen wagm? WlS gibt dir ein Recht dazu?" »Dein jetziges Leben, mein Junge! Du behauptest, Irene hoffnungslos zu lieben und amüsierst dich dabei großartig mit allen möglichen Mädchen der ganz« und halben Wett!" »Du sprichst wie eine hysterische alte Jungfer, oder wie ein Kindl Nicht aber wie ein Mann! Und in diesem einen Punkt bist du ja auch kein Mann, wie wir anderen! Dich zieht es nickt zu den Frauen, ich weiß. Du lebst nicht in der realen Wirklichkeit, du lebst in dein« Träumen, deinen Phantasien! Und außer Irene siehst d» kein Weib." »Aber weil ich keine außer ihr sehe, weiß ich. wer zu ihr paßt! Weiß ich, was gut ist für sie, die ich über alle- liebe und glücklich wissen will." »Wenn du ihr Glück willst, darfst du sie nicht im Bolkmerschen Hause lassen." »Hier versagt meine Macht. Und ich sagte es dir vor» hin schon: du siehst die Dinge anders, als wie sie find. Du bist eben blind in deiner Verliebtheit, eifersüchtig." »Du warst es sonst auch auf jeden Verehrer Irenes, auf mich sogar! Auf Dr. Bolkmer bist du es nicht? Seltsam." Walter Runge antwortete nicht. Ihm selbst erschien es zuweilen wunderlich, daß er dem Mann, der Irenes Leid verschuldet hatte, nicht zürnen konnte. Daß er mit immer größerer Belehrung und Zuneigung zu ihm aufblickte. je länger er ibn konnte. Und er sagte jetzt aus lassen. Nicht aus der Nationalversammlung, nicht von irgendeinem Parteikonvent kann er uns kommen, und jedenfalls: in dieser Negierung ist der Mann, den wir brauchen, nicht vorhanden . . . Aber gesetzt den Fall, er findet sich oder er wird ge, funden: was muß er dann tun? Er muß zunächst der aus parteipolitischen Gründen eingeleiteten Verfolgung des Kapitals sofort ein Ende machen. Er muß das tun trotz der durch blinde Parteiagitation irregeleiteten Massen, denen eben unter allen Umständen die Erkenntnis beizubringen ist, daß die Unterbindung des Kapitals den Tod des Wirtschaftskörpers herbeiführen muß. Er muß zu diesem Zwecke den Mut haben, das Reichsnotopfer zu beseitigen, das „eine blöde, volkswirtschaftlich auf der tiefsten Linie stehende parlamentarische Mehrheit" — wieder aus parteipolitischen Gründen —beschlossen hat. Er muß »dem Neid in den Arnr fallen, der Freude daran hat, den Wohlhabenden zn schröpfen, muß den Massen beibringen, daß dieser Neid der dümmste und gemeinste Berater bei allen wirtschaftlichen Maßnahmen ist". Dann aber kommt, was noch schwerer zu leisten ist: er muß unsere Grenzen schließen gegen heimische wie gegen Entente- schieber. Er hat dem deutschen Volke klar zu machen, daß es ein Volk von Bettlern ist, das froh sein muß, wenn es seine Suppe essen kann, wenn es in Lumpen gehen kan». Nichts darf hereingelassen werden, was nach Luxus riecht oder schmeckt: kein Kaffee, keine Schokolade, keine Zigarren und Zigaretten, keine Schweizer Uhren, keine Spitzen, kein Rotwein und kein Champügner. Nur die allernötigsten Lebens- und Futtermittel dürfe» die Grenze passieren, nur die unentbehrlichsten Rohstoffe. Will die Entente der Habgier ihrer Schieber keinen Zügel cmlegen. so muß ihr gesagt werden, daß sie aus Deutschland auch nicht einen gebogenen Heller herausbekommen wird. Aber das allein genügt natürlich noch lange nicht. De» Massen muß ferner klargemacht werden, daß sie arbeiten müssen, nicht sechs, nicht acht, sondern zehn und zwölf Stunden und wenn es nötig ist, noch mehr, denn wenn wir nicht produzieren, können wir draußen nichts mehr kaufen. Das Geld, das wir heute noch drucken, wird bald keinen Pfifferling mehr wert sein. Wir brauchen den Arbeitszwang, und die Massen müssen begreifen lernen, daß Deutschland ein Zuchthaus geworden ist. in dem Nichtarbeiten als Hochverrat gelten mutz. Wer heute noch die Möglichkeit der einfachsten Existenz besitzt, muß zufrieden sein: die Löhne müssen den gegebenen Preisen angepaßt werden. Aber der Zwang, der hiernach nach allen Seiten ausgeübt werden muß. erfordert natürlich Kraft und Macht. Mit 200 000 oder gar 100 000 Soldaten können wir da unmöglich auskonimen. das muß der Entente begreiflich gemacht werden — oder sie erhält nicht einen Nickel von uns, trotz des Versailler Vertrages. Und natürlich muß das Reich auch von seinen inneren Schulden entlastet werden, so oder so. mit den unerhörtesten Mitteln, die sein Zustand rechtfertigt: denn ohne eine solche letzte Kampfereinspritzwtg muß seine Herztätigkeit bald völlig versagen. Will man das alles nicht, kann man es nicht, dam muß das Volk darauf vorbereitet werden, daß wir 25 Millionen Menschen zu viel im Lande haben, die entweder sterben oder auswandern müssen. „Sterben ist bitter, das Auswandern vielleicht nicht möglich. So stelle man diese Massen zusammen und lasse uns den letzten Stoß wagen, der die Grenze nach Osten sprengt und die neue Völkerwanderung sich nach Osten ergießen läßt. Wer mau unterlasse es. das Volk weiterhin zu betrügen und ihm die Lage der Dinge vorzuenthalten, denn sonst kommt die Katastrophe mit unabwendbarer Sicherheit, und die bedeutet das Sterben von mehr als 20 Millionen." Der das geschrieben hat, ist ein nüchterner Kopf, kein Phantast, kein Verzweiflungspolitiker. Er ist der Vorsitzende des Bürgerrates von Groß-Berlin und weiß, daß er die Verantwortung für das zu tragen hat. was er sagt. Er fordert viel von dem Mann, den er herbeisehnt. Die Frage ist nur. ob heute überhaupt noch geleistet werden kann, was zu unserer Rettung geschehen muß. Es wird nickt viele unter uns geben, die den Mut haben, diese Frage zu bejahe»- - kränk er figentli ffre Lt k«kil st L ckiegc »uslar kLohle »die Ar kder Fc DKuunt »Mast. iMrt. vor! IDNgsr Meche, gerder Kdrik UInd st Itzie Ar rwei istmder ttzchsstt kxchmei V Ei Pestfä kiiachha k«e I- kSrrglc jsng l Istibr b fz^en I betrieb kilnd r k»r § i» So IjKafts Miller kAaste lLusor zr- kMich jauch r Gc j lassen k«ie r Me N >»«vari «beit «schei Moss weiter Folge istmi Wi 8 .lke- Lergo Migl reue irr E 8au- »r A warm ! letzter rMha 1 Oie Kohlennot! i Die deutsch« Produktion stickt immer mehr, weil die Kohle fehlt. Die Stillegungen zunächst der industriell« Werke infolge des Kohlenmangels mehren sich. Der Verkehr auf Eisen- und Straßenbahnen muß immer mehr einge- Neu, Hesetzi Tinkc 6teu< Haber kvntt llche Order Möh Tersr Kar! »bei seinen Gedanken heraus halblaut: »Nie habe ich zwei Menschen gesehen, die besser einander paßten als Irene und Horst." Helmut Körner verfärbte sich. »Junge, was für,g? fährliche Ideen! Nein, damit wirst du freilich Irene m» überzeugen können. Wenn du selbst ihre Liebe zu Horst Vollmer teilst!" . . »Sprich nicht so", sagte der Arzt heftig, »ich will A Wort nicht hören. Ich habe Horst gern und ich oereV« ihn. Und dieselben Gefühle hegt Irene für ihn." . »Nein, sie liebt ihn. Und wenn du es tausend«» nicht wahr haben willst! Sie liebt ihn dennoch. Ab» er ist verheiratet! Seine Frau ist krank, kann abtt, wie du selbst mir sagtest, sehr all mit dieser KrE heit werden. Wohin soll das alles führen? Willst Mit ansehen. daß die Leidenschaft io Irene io groß wir» baß sie ihrem Schicksal verfällt? In ihr Verderbest rennt?" ^ .Schweige!" sagte er drohend. »Was du da deru^ wird nie geschehen. Es sind Edelmenschen, die zwei rerm Menschen, die stets »Herr über sich bleiben werden." . Helmut Körner wandte sich von dem Freunde lS- »Was weißt du von Leidenschaft?" murmelte er. »und weit sie einen sonst tadellosen Menschen bringen k-nnu Aber nehmen wir an, es sei, wie du sagst. Was soll dal» werden? Wird Horst Vollmer sich scheiden lassen?" , »DaS würde Irene nie wollen, nie. wie ich sie kenn» Denn Marga liebt ihren Mann." »Du kennst sie gut," sagte Helmut finster. »Sie eine unpraktische und absolute Jdealistin! Eine Phantast« wie du ein Phantast bist! Ihr beide gehört nicht u» Leben, so wie es ist. . . , »Brechen wir dies Gespräch ab, Helmut," bat Wau» gequält. »Es kommt nichts dabei heraus. Und au» fti Zukunft möchte ich über dies Thema nicht wreo» sprechen." - »Wie du willst. Du hast recht, überzeugen kann r» dich nicht." Das Telephon schellte im Nebenzimmer. Helmut an den Apparat. Er kam gleich darauf zurück. »ES ist Irene, die dich zu sprechen^wünickt." küei *»fi Aon von Mbränkt werden, und Licht- und Kraftwerke muffen ruhen. :den- auch alle anderen Wirtschaftsgebiete außerhalb der chen. Industrie werden von derselben Not betroffen. ie Landwirtschaft kann nicht dreschen und nicht pflügen, i ge. sie keine Kohlen hat: es fehlt ihr an Düngemitteln, t der WMil die Stickstoffabriken feiern und weil die Kaligruben des «Siegen. Die Kaliausfuhr, die uns Milliarden aus dem trotz bringen könnte, stockt ebenso wie die Ausfuhr der lenen Wohle selbst, für die wir Lebensmittel erhalten könnten, um n ist, Mie Arbeitskraft der Bergleute und mit ihr die Intensität Wirt» Me r Förderung zu stärken. Die Kohlenzechen selbst leiden weck daß ihnen die benachbarten Elektrizitätswerke keine »eine die Industrie keine Maschinen und Materialien mehr hende Meftrt. um die durch die Abnutzung im Kriege notwendig ischen Herstellungsarbeiten auszuführen. Der Förde- Arm kann nicht vergrößert, Kompressoren, Haspeln, ll zu Seile, Schienen. Sicherheitslampen nicht ergänzt dieser und auch an SprengMffen mangelt es, weil die allen M«driken, die alle diese Dinge Herstellen, keine Kohlen haben, 'mnit. so gibt es nur eine Hilfe und einen Ausweg: das ist msere Mir Arbeitsleistung der Bergleute selbst. Statt dessen aber tente- sie jede Mehrleistung und sind mit dem Sieben- daß MDmdentag nicht mehr zufrieden, sondern verlangen die wenn Schicht und drohen sie sich mit Gewalt zu kann. Mshmen, wenn man sie ihnen verweigert, nach M Vergebens wenden sich die Industriearbeiter selbst an olade. Mir Einsicht und die Hilfe ihrer verblendeten Genoffen. Die Ihren, MSestfälischen Drahtwerke in Langendreer-Herne standen vor Nur Mer Stillegung. Ihre Arbeiter baten die Bergleute der bedürfen Wachbarten Zechen dringend um ein paar Überschichten, um istosfe. Mie Jnbetriebhaltung der Drahtwerke zu ermöglichen. Die Zügel aber erklärten hartherzig, sie könnten die Forde- mtsch- Meng der Sechsstundenschicht nicht durch Überschichten in Gemmen Msbr bringen. Gleiche Haltung zeigten "die eigenen Werk« >chen des „Phönix" gegenüber den Nöten seines Hütten- Den und den dringenden Bitten der Eisenbahnarbeiter, beiten Mlnd in Welper erklärte angesichts der drohenden Stillegung zwölf Wer Henrichshütte der Kasseler Lokomotivfirma Herrsche! n wir Sohn auf den Notschrei der Industriearbeiter eine Beleg- äufen. der Zeche „Friedlicher Nachbar", diese keinen bezweckten eine Auspeitschung der Arbeiter» leits- «Masten gegeneinander, um die Befreiung vom Kapitalismus . daß Mlusorisch zu machen und gegen die Verkürzung der Schicht- Nicht- Mt zu wirken. Vor gesetzlicher Festlegung der sechsstündigen ch die - Macht sei an Überschichten nicht zu denken. So wird man rieben - pich von dem gemeinsamen Aufruf, den in der letzten Woche gepaßt K Gewerkschaften des Ruhrreviers an die Bergarbeiter erlassen haben, alles zu tun. was in ihrer Kraft stehe, um - aus« Me reichlichere Belieferung mit Kohle zu ermöglichen, da Macht. Ne Not sich von Tag zu Tag steigere, kaum einen Erfolg la un- v «warten dürfen. ch ge» Der Abgeordnete Hue, der alte, erfolgreiche Berg» n uns, «belterführer, hat dieser Tage ein Schristchen „Volk in Not" ß das ^ «scheinen lassen, in dem er seinen ehemaligen Arbeits» )en. so hinoffen zeigt, daß unter den gegenwärtigen Umständen jede instand heitere Schichtverkürzung von geradezu verhängnisvollen ritzung Holgen sein müßte, und daß an Steigerung der Arbeits» - Ästung auf diesem Wege nicht mehr zu denken sei. Er sagt dann Nn Bergleuten, es handle sich um Leben oder Tod des > wir Mrlkes. dem wir angehören, und nur die Bereitschaft der en, die Hergarbeiter zu Überstunden könne Deutschland noch vor len ist Blligem Zusammenbruch bewahren. Andernfalls bringe jede o stelle ' reue Woche Hunderttausende von Arbeitslosen und den Ruin r Stoß der Eisen- und Stahlwerks-, der Textil-, der Transport-, der e neue Hau- und der Landarbeiter. So vernichtet das graue Elend w mau Nr Arbeitslosigkeit alle Lebenshoffnungen. Soll auch dieser hm die warmherzige Appell eines bewährten Arbeiterführers in nt die Wer Stunde, in der Stunde der höchsten Not, ungehört edeutet verhallen? sch-T ^ kOsr Schlußstein -er Mnanzreform. er die Dem deutschen Staatsbürger stehen schon wieder neue zt. Er Neuern bevor. Der Nationalversammlung ist ein Steuer- Frage Gesetzentwurf vorgelegt worden, der alles nicht verbrauchte kann, Mnkommen ersoffen wird. Um nun aber dabei diejenigen d nickt Steuerzahler, die ihr Vermögen durch Sparsamkeit gesteigert cage zs < Haben, nicht schlechter zu stellen, als diejenigen, die ihr ge- Kmtes Einkommen verbrauchten, wird auch der außerordent» e Verbrauch besteuert werden. Steuerfrei bleibt ein ordentlicher Verbrauch von 1b 000 Mark. Dieser Betrag sich für die erste zur Haushaltung hinzuzuzählende - n UHerson um 5000 Mark, für jede wettere Person um 2500 chriellM ULark. Ferner gehören zum ordentlichen Verbrauch 10 °-<> Verlern ^ EinkomnOnsteuer veranlagten Einkommens und emge» Beträge zur Deckung außerordentlicher Ausgaben. Her r»" für me ni» ' u Hör? oill das verehr send« n abAI Kram«, iillst d»Z >ß wir erderd^l , denÄ^ >ei reiae^ inde >^.1 ,und> a kawro oll daN» i ie ker .Sie hantaw icht ^ i Wal nd . wied« kann nut Das junge Mädchen bat den Bruder, wenn er ads die Charits verlassen würde» in das Volkmersche zu kommen. Sanitätsrat Berg war erkrankt, lag einer Influenza zu Bett. Frau Marga wollte mm ?nrn fremden Arzt holen, konute aber auch nicht tagelang 'ne ärztlichen Zuspruch fein. So ließ sie Walter bitten, vertretungsweise zu behandeln, bis ihr Hausarzt wieder rgestellt fei. Walter sagte zu. Dann rief er dem Freunde einen zen Abschiedsgruß zu und verließ daS Haus, um in die rite zu fahren. 8. Kapitel. Die Krankheit des allen Sanitätsrates zog sich läng« als man zuerst geglaubt. Doktor Walter Runge te vertretungsweise Frau Margas Behandlung über» neu, denn fie konnte keinen Tag ohne Arzt sein. Sie ßte über ihr Leiden sprechen und klagen können, Fragen en. Verordnungen empfangen. Das alles war ihr Bedürfnis geworden und fie selbst merkte nicht mehr, sie täglich dieselben Fragen stellte, dieselben Antworten »sing. Mit Waller Runge kam eine Abwechslung in die notonie ihrer Krankenstube. Sie sah lieber in sein lies, schönes Jünglingsgeficht mit den leidenschaftlichen »gen als in die verrunzelten Züge des Sanitätsrates. Waller, der fie noch nicht so lange kannte wie der tr Herr, brachte ihren Klagen, ihrem ganzen Leiden eine "st größere Aufmerksamkeit entgegen. Er unterbrach ihren Redefluß nicht, er hörte alles ig mit an, was fie ihm täglich klagte. Es interessierte sich in die Psyche dieser leidenden Frau ganz zu ver- ken. ihre Krankheit in allen Phasen kennen zu lernen. was Marga als Interesse an ihrer Person dankbar nahm, war in Wahrheit doch nur Wallers Liebe zu »ene, die ihn alles, was in dem Leben der geliebten ' oester war. kennen und genau ergründen lasten wollte. Die Frau, an deren Lager er nun täglich saß, quälte lie nicht nur furchtbar durch ihre Stimmungen und nnen, durch ihre ewige Unzufriedenheit, durch ihre un- rechten und maßlosen Forderungen, die sie an die für Krankheitsfälle. Unterstützung von Verwandtem Erziehungsgelder usw. — Man kann sich jetzt schon vorstellen, welche Schnüffelei, welches Denunziantentum sich aus diesem ganz unmöglichen Gesetzentwurf entwickeln wird, der schon deswegen äußerst ungerecht ist. well der ordentliche Bedarf je nach der Lage des Steuerpflichtigen außerordentlich ver» schieden bewertet werden müßte. Wer in Pillkallen oder Oberbauern 16 000 Mark jährlich hat, kann wie ein Krösus leben, in Frankfurt. Berlin. München oder Leipzig sind 1L000 Mark eine durchaus bescheidene Summe. — Dies, Steuergesetz soll bis zum 10. März durchberaten sein und dann am 1. Apxil zusammen mit all' den anderen bisher bewilligten Steuern in Kraft treten. Aus Stadt und Land. Karlsruhe, 5. Febr. 1920 * Landtagsabg. Friedrich Mayer-Karlsruhe (D.-N.) hatte den Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Rechtsanwalt Marx, wegen Beleidigung, verübt durch Veröffentlichung eines Briefwechsels zwischen Marx und Mayer über Aeußerungen, die Abg. Mayer auf dem Parteitag der Deutsch-nationalen Volkspartei in Karlsruhe gemacht hatte, angeklagt. Ein Sühneversuch vor dem hiesigen Amtsgerichte hatte Erfolg. Der Privatbeklagte, Rechtsanwalt Marx, nahm seine kränkenden Aeußerungen, da sie jeder Grundlage entbehrten, zurück. * Badener in Reichsämtern. Der Kommandeur des bad. Gendarmeriekorps, Oberst Kuenzer, ist, wie der „Bad. Beob." hört, zum Präsidenten des Reichsmilitäramts in Berlin berufen worden. Kuenzer, der bekanntlich früher Staatsanwalt war und im Kriege als Führer des 3. Bataillons der Bad. Leibgrenadiere sich ganz besonders hervorgetan hatte, hat der Berufung Folge geleistet und wird bereits in den nächsten Tagen nach Berlin übersiedeln. Als sein Nachfolger in die Stellung des Gendarmeriekommändeurs ist der bisherige Distriktskommandeur Seneca hier ausersehen. * Die Versorgung mit Eiern wurde neuerdings wie folgt geregelt: Um den notwendigen Bedarf an Eiern für Kranke, Krankenanstalten, Kindern usw. zu decken, werden 1920 von jedem Huhn acht Eier abgeliefert und zwar bis 1. Juni 1920. Für ein Ei werden Am ZckloK zu Karlsruhe. Nun liegen öde deine HaHssn, Du Stätte deutscher Fürstetühr, Vom Turm kein lästig Fahnenwallen, Am Tor schallt Postens Ruf nicht mehr. Tin schlendrig Huschen ein und aus, Entwürdigt Bild, des Landes Spiegel, Wie Iahrmarktkram und Warenhaus Und tolle Pferde ohne Zügel. N)o sonst, des Staates Ulacht verkündend, Die Wache klirrend zog herauf, Geht heute eingezog'nen Nackens Ein schlaffer Spießer ab und auf. Auch du, mein Volk, in Ruhm und Glanz Ulit deinen alten, treuen Sitten, Auch du verfielst dem Zrrentanz, Ließ't dich vom dösen Tag umstricken. Dein Fürstentum, dies gabst du preis, Ulit dem du groß und stark geworden; Du tat'st auf deiner Feind Geheiß; Nun gehst du unstet allerorten. Schwör Fluch dem Uleineid schwarzer Tat, Zerbrich der falschen Freiheit Retten, Sei Stern und Ulusterland dem Staat, So wirst du Reich und Volk erretten! Ermanne dich, heb' auf vom Sand Die fortgeworf'ne Fürstenkrone Und Glück und Heil, o Badnerland, Rehrt dir zurück zum schönsten Lohne! A. Siebter. 60 Pfg. bezahlt. Die übrigen Eier sind freigegeben. Wer in Baden Eier zum Weitervertrieb erwerben will, bedarf hierzu der besonderen Erlaubnis der badischen Eierversorgung. * Die Herabsetzung der Mehlration ist vom 8. Februar auf 200 Gramm vorgesehen. Reisebrotmarken sind für jeden Reisetag je 5 Stück auszugeben über zusammen 250 Gramm Gebäck. Die Herstellung von Kleinbrot (100 Gramm) ist untersagt. * Keine Freigabe der Tabakernte 1919. Der Wirtschaftsrat beim Reichswirtschaftsministerium hat beschlossen, an der Zwangsbewirtschaftung des Tabaks der Ernte 1919 zu den vom Reichswirtschaftsministerium festgesetzten Rahmenpreisen zuzüglich 20 Proz. Prämien festzuhalten, weil eine Freigabe der Ernte mitten im Wirtschaftsjahr zu den schwersten Erschütterungen des Tabakgewerbes führen müsse. Die Ernte von 1920 soll freigegeben werden. " Kein Personenverkehr am Sonntag. Von verschiedenen Kreisen des Wirtschaftslebens sind in den letzten Tagen Anträge auf Wiederaufnahme Hes Personenverkehrs an Sonn- und Feiertagen gestellt worden^ Diesen Anträgen kann nicht entsprochen werden, weil die Gründe, die zur Einstellung des Personenverkehrs an Sonn- und Feiertagen Veranlassung gegeben haben, auch jetzt noch bestehen, nämlich der Mangel an Brennstoffen uni» die Notwendigkeit, an den Sonn- und Feiertagen den Güterverkehr in weitestgehendem Maße aufrecht zu erhalten, um die sich an den Wochentagen ergebenden Rückstände auf den großen Rangierbahnhöfen zu beseitigen. * Die Beamtenschaft und das Mitbestimmungsrecht bildete den Gegenstand einer Sitzung des Landesverbandes Städt. Beamter am 22. Januar 1920. In Bezug auf die Teuerungsbeihilfe wurde beschlossen, eine Beihilfe von monatlich 400 M. und für jedes Kind monatlich 50 M- zu beantragen. Der Einheitstarif soll 7klassig sein statt bisher Massig. Den Beamten soll das volle Mitbestimmungsrecht gewährt werden und' die paritätische Besetzung des Personalausschusses. Der Beitrag für 1920 wird auf 10 Mk. festgesetzt. Ein Wirtschasts- amt zur Feststellung der Preisbewegung und deren Rückwirkung auf Gehälter und Löhne soll errichtet werden. * Ausübung der Jagd durch Ausländer. Durch verschiedene Vorkommnisse in neuerer Zeit veranlaßt, hat das Ministerium des Innern bestimmt, daß Ausländern Jagdpäsie nur für die von ihnen gepachteten Gemarkungen und diejenigen Gemeindejagden ausgestellt werden dürfen, zu deren Bejagung sie als Mitglieder einer Jagdgenossenschaft berechtigt sind. Unberechtigtes Jagen auf anderen Gemarkungen hat Bestrafung und unter Umständen die Zurückziehung des Jagdpasses zur Folge. Das Jagdaussichtspersonal ist mit der Kontrolle der Durchführung dieser Vorschrift beauftragt. * Wie der „Volksfreund" berichtet, ist bei einer Blinddarmoperation einer Frau eine Sonde in der Größe eines Taschenmessers aus Versehen ein genächt worden. Die Frau soll sich jetzt im städtischen Krankenhause befinden. * Das Schwurgericht beendigte seine erste Tagung in diesem Jahre durch die Erledigung der Anklagesache gegen den Schriftsetzer Johann Alexejeff aus Charkow (Ukraine) wegen Totschlags. Alexejefi hatte am 10. Nov. v. Js. einen Angestellten des Betriebes, in dem er beschäftigt war, niedergestochen, in der Annahme, es handle sich um den Prinzipal. Wegen Totschlags untÄ mildernden Umständen wurde er zu 4 Jahren Gefängnis, abzüglich 2 Monaten Untersuchungshaft, verurteilt. Mannheim, 3. Febr. In Neuostheim hatte» Kinder an einem Bahndamm Kies weggegraben und waren auf einen Sack gestoßen, den sie achtlos beiseite legten. Zwei Knaben des Kaufmanns Mehr trugen den Sack fort und man fand Kirchengeräte darin, die aus einem Einbruchsdiebstahle herrührten. Die Teile, die die anderen Kinder noch im Besitze hatten, wurden gesam- Pflegerin stellte, sie stand auch trennend und barmend »wischen Irene und dem Manne, den ihr Herz sich erwählt. Marga war es, die die nnübersteigliche Scheidewand -wischen Irene und Horst Vollmer bildete. Um Margas willen waren Irenes Wangen erblaßt, ihr« wundervollen lachend« Augen ernst geworden, war die sonnige Heiterkett aus ihrem Wesen geschwunden. Nun, wo er Lie Schwester täglich sah, fiel Waller die Veränderung, Lie mit ihr vorgegangen war, noch mehr auf als bisher. Sie nahm sich zusammen, keiner sollte wissen, wie es aussah in ihrem Innern. Sie schien Heller, ohne eS zu sein. Und Len keisen Hauch von Melancholie, der fie jetzt stets umgab und den er früher nicht gekannt, vermochte auch ihr fester Wille nicht zu bannen. Sie schien älter, reifer geworden zu sein. Und noch schöner. Beseelter war der Ausdruck ihres Gesichtes geworden. Und aus ihren großen goldbraunen Augen sprach Wissen und Leid, das ihrer Schönheit etwas Rührendes gab. _ - (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Die deutsche Verkehrssprache der Slawenvölker. Tschechische Blätter melden sehr erzürnt, daß die Polizei- Lirektion in Brünn Len dort sich aufhaltenden Amerikanern die Aufforderung, ihre Pässe vorzulegen, in deutscher Sprache zugehen ließ. Ein deutschböhmisches Blatt bemerkt dazu, daß die Polizei den Amerikanern offenbar die Mühe ersparen wollte, sich eine tschechische Vorladung erst ins Deutsche übersetzen zu lassen. Die deutsche Sprache war von jeher im Osten und im mitteleuropäischen Südosten als internationales Verständigungsmittel unentbehrlich. Wenn vor dem Weltkrieg die Vertreter der Slawenvölker Österreich-Ungarns zu einem Kongreß zusammenkamen, um sich über die deutsche Vorherrschaft zu beklagen, mußten die Reden stets in — deutscher Sprache gehallen werden. Und das war der Humor davon! _ Arbeiten wollen wir!F ^ , Vorbei der Krieg — ^ nun sollen wir uns wieder regen und werkeln. Labei unsre Gräber pflegen. - Mel hunderttausend liege« wett oerstreut — / stumm — bleich und starr. — ^ die mit dem Tode ihren Schwur erneut, / Len Schwur der Treu' fürs Reich. — Das war!- Sie deckt für immer fremde Erde zu, sie haben Ruh. — > Und wir? Wir haben nichts als unsrer Fäuste Krall und unsre Arbeit, die uns Wette schafft, mit denen wir die Freibett uns «kaufen. Doch wir — was tuen wir? Wir tanzen — huren — saufen und Konen dann, um neues Geld zu raffen» das sinnlos wiederum vertan- um zu vergessen das Elend in und um uns her — io füllt das Fressen und wilde Lust die Stunden, die geblieben, bis dann erneut das Muß uns angeMeüen. ' . ^ So steht es heut um uns — wie wird es morgen sein? Ob wir uns endlich von dem Wabn befrei'« , und unsres Lebens Irrtum still erkenne», daß wir auf diesem Weg ins Unglück rennen? Wann kommt d« Tag. der die Erkenntnis bringt — wann kommt das Licht, das diese Schatten zwingt — wann wird die Sonne durch die Wolken brechen und die Vernunft als Sieg« zu uns sprechen: Wir wollen keinen Fron, um Geld zu raffen, a rbeiten wollen wir und neue Wette schaffen! O. Boettger-Senp melt und der Sack und der Goldschatz der Polizei übergeben. Juchfingen (Amt Tauberbischofsh.), 3. Febr. Ein Handelsmann, der die Häuser absuchte nach Gold- und Silbergegenständen, sprach auch hier bei drei Zigeunerwagen vor. Die Zigeuner waren im Besitze von 1500 M. in Gold und verkauften das 20-Markstück für 320 M. Ettlingen, 4. Febr. Wie der „Mittelb. Courier" hört, beabsichtigen die Alb talbahn er am Sonntag wieder in den AuSstand zu treten, wenn ihnen bis dahin die Beschaffungsbeihilfe nicht ausbezahlt ist. Pforzheim, 4. Febr. Auf dem Pferdemarkt kaufte ein Bauer bei einem Pferdehändler ein Paar Pferde schweren Schlags für 45000 M. Der Verkauf von Pferden auf dem Markte war sehr lebhaft. Griesheim b. Kehl, 3. Febr. Die französische Besatzungsbehörde hat unfern Ort verlassen. Der ganze Brückenkopf soll geräumt werden und in Kehl nur noch eine kleine Truppe zur Ueberwachung des Hafens verbleiben. Waldkirch, 3. Febr. Bei der Seidenfabrik Ringwald LCo. ist maiASchiebungen und Seidendiebstählen auf die* Spur gekommen, die ein Lageraufseher mit mehreren anderen betrieb. Bei dem Versuche, einen Zentner Seide nach Württemberg zu verschieben, wurde er mit seinen Genossen gestellt. BroipretS- und Lohnerhöhung. Es ist den maßgebenden Stellen sicher nicht leicht gefallen. in die von der Landwirtschaft stürmisch verlangte Preiserhöhung der wichtigsten Lebensmittel einzuwilligen. Ganz abgesehen davon, daß diese Erhöhung zweifellos eine erhebliche Belastung weitester Kreise bedeutet, die zu einem großen Teil nicht in der Lage sind, ihr Einkommen entsprechend zu erhöhen, so mußte man auch einen Proteststurm von radikaler Seite erwarten. Und in der Tat haben diese Kreise die Preiserhöhung zum willkommenen Anlaß für eine skrupellose Agitation benutzt. Indessen, es war unumgänglich, der Landwirtschaft die höheren Preise zuzugestehen. Seit der letzten Preisfeststellung haben sich die Produktionsvoraussetzungen von Grund auf geändert. Alles ist unendlich teurer geworden. Die beiden stärksten Ursachen, die Produktionssenkung in Deutschland auf der einen, die mit ihr Hand in Hand gehende Valutasenkung auf der anderen Seite, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Der Landwirt leidet wohl am stärksten unter dem Valutasturz. Hatte er gehofft, nach dem Kriege wieder in unbeschränktem Maße aus dem Auslande Düngemittel. Viehfutter usw. einführen zu können, so sah er sich sehr enttäuscht. Die gesunkene Valuta brachte die Einkaufspreise bald auf eine ungeheuerliche Höhe. Auf der anderen Seite sah der Landwirt keine Möglichkeit» die Preise seiner Produfte entsprechend zu erhöhen, so daß er in die Versuchung geraten ist, auf dem Wege des Schleichhandels sich für den Ausfall Ersatz zu beschaffen. Aber nicht nur diese Produktionsmittel wurden immer teurer, auch für Geräte jeglicher Art stiegen die Preise von Tag zu Tag. So mußte man sich entschließen, die Preise der landwirtschaftlichen Produkte zu erhöhen. wollte man nicht dem Landwirt jede Produktionslust benehmen. Die Annäherung an den Weltmarktpreis, der wir zum mindesten Schritt für Schritt zwangsläufig entgegengehen. muß sich auch auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Preise vollziehen, und es gibt keine Möglichkett, dieser Entwicklung dauernd zu widerstehen. Auch auf diesem Gebiete sehen wir, daß es bei der Frage, ob wir die Annäherung an das Weltmarktniveau vollziehen sollen oder nicht, auf die Dauer keine Wahl gibt. Durch die Preiserhöhung der landwirtschaftlichen Produfte entstand die Frage, welche Wirkung sich auf die Löhne der industriellen Arbeiterschaft ergeben werde. Daß die Arbeiter die erhöhten Preise tragen sollten, erschien unbillig und unmöglich. Vor allem fragte es sich, in welcher Weise bestehende Tarifverträge von der Preiserhöhung berührt würden. Wen diesen Schwierigketten, hat. wir bekannt, die Zentralarbettsgemeinschaft in vorbildlicher Weise ein Ende gemacht und damit ein würdiges Zeichen ihrer Lebensfähigkeit und ihres Bestehens gegeben. Die Zentralarbeits- gemeinschaft hat den Beschluß gefaßt, daß die erhöhten Preise von den Arbeitgebern zu tragen seien und daß die so entstehende Lohnerhöhung auch in bestehende Tarifverträge einbezogen werden sollen. Sie hat dann Len Wunsch ausgesprochen, daß die neue Produttionskostenverteuerung ausgeglichen werden möge durch erhöhte intensive Arbeit aller in Arbeitsprozessen befindlichen Volksgenoffen. Dieser Beschluß der Arbeitsgemeinschaft hat der radikalen Presse ersichtliche Verlegenheit bereitet. Eine energische Opposition wäre natürlich unpopulär gewesen. So begnügt sie sich mit hämischen Glossen über die .kluge Taktik" der Unternehmer. Diese Methode wirft jedoch ganz und gar nicht imponierend. Daß eine derartige Kritik offensichtlich an den Haaren herbeigezogen ist, kann auch klügeren Arbeitern kaum entgehen. Die Zentralarbettsgemeinschaft jedenfalls hat gezeigt, daß sie gewM ist, die gemeinsamen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu wahren und auch nicht davor zurückschreckt, notwendige Lasten den Arbeitgebern zugunsten der Arbeiterschaft zuzuschieben. Die soziale Bedeutung der Arbeitsgemeinschaften hat sich der breiteren Öffentlichkeit gegenüber fetten so Lar dokumentiert wie in diesem Falle. Es ist zu erhoffen, daß breiteste Kreise diesen sozialen Wert erkennen lernen und daß von dieser bedeutsamen Tagung aus eine erhöhte Würdigung des Wertes der Arbeitsgemeinschaften ausgehen möge. , v. Ll. Zm Paradies der Schieber instantinopel unter der Diktatur der »Schwarzen Klaue". In Konstantinopel hat die Not seit einigen Wochen in nheimlicher Weise zugenommen, und das schlimmste ist, daß e sich keineswegs als eine Folge des Mangels, sondern der »ahnsinnigen, durch unersättliche Gewinnsucht verursachten lreistreiberei erweist. Natürlich haben auch in der rrkischen Hauptstadt die Arbeiter und der Mittelstand, die leamten, Journalisten. Gelehrten und Künstter am schwersten nter diesen Verhältnissen zu leiden. ' Einen bejammernswerten Eindruck — so schreibt der lalkan-Korrespondent ^zes Rotterdamer Blattes — machen ie Frauen und Kindes die mit verzweifelten Mienen vor en Fenstern der Spezereiwarenhändler, der Kleider-, Manu- lfturwaren- und Schuhgeschäfte, der Holzhändler und der läcker stehen. Es ist in Konstantinopel alles im Überfluß orhanden, aber es ist nur für wohlhabende Leute erhältlich, nd das sind setz* ausschließlich Kriegswucherer, und die .Vampire" von früher und heute oder aus Rußland geflohene schwerreiche Grundbesitzer und Kaufleute und schließlich die Offiziere und Beamten der Alliierten, die ungeheure Gagen erhalten. Es ist nichts mehr rationiert, das Kartensystem ist seit dem Abschluß des Waffenstillstandes abgeschafft. und jeder kann sich mit allem versehen, soweit er es bezahlen kann, nur hat die Mehrzahl der Bevölkerung nicht die Mittel, auch nur das bescheidenste Ausmaß an Lebensmitteln und Bedarfsartikeln zu bezahlen. Die Regierung und die Behörden kümmern sich gar nicht mehr um die Versorgung der Bevölkerung mit den notwendigsten Nahrungsmitteln, seitdem die Stadt von den Alliierten besetzt worden ist, und da die Alliierten auch alles gehen lassen, wie es geht, haben die Vasirpire, die Ausbeuter. Kettenhändler und Wucherer vollkommen freie Hand. Zwar bestehen noch die zur Bestimmung der Preise der unentbehrlichsten Bedarfsartikel eingesetzten tückischen Regierungskommissionen und dem Namen nach auch noch das Kriegsgericht gegen die Wucherer, aber niemand richtet sich nach den Verfügungen der Kommissionen, und niemand fürchtet sich mehr vor dem Militärgericht, seitdem es so leicht ist, sich der Macht dieses Gerichtes zu entziehen. Und darin liegt hauptsächlich die Ursache der gegenwärtigen unmöglichen Zustände. Die Macht und die Machtmittel der Regierung werden durch die fremde Besetzung tatsächlich zunichte gemacht. Ein charakteristischer Fall und die aus diesen Zuständen sich ergebenden Folgen seien zur Kennzeichnung der Verhältnisse mitgeteilt. Unter dem jungtürkischen Regime hatte sich im letzten Kriegsjahr in Konstantinopel eine Vereinigung von Vampiren gebildet, die sich die .Schwarze Klaue" nannte und Wucher mit Lebensmitteln trieb. Die Mitglieder dieser Bande waren Griechen. Armenier und Perser. Auf wiederhottes Drängen der deutschen Behörden wurden im August 1918 einige dieser Blutsauger, die sich zu stark kompromittiert hatten, verhaftet, worauf gegen die ganze Gesellschaft ein Prozeß angestrengt wurde. Nach der Besetzung Konstantinopels durch die Alliierten im November 1918 beriefen die Verhafteten sich auf ihre griechische Nationalität und wurden denn auch der tückischen Gerichtsbarkett entzogen. Man setzte also die Wucherer auf freien Fuß. Bald darauf begann die .Schwarze Klaue" wieder ihr unverschämtes Treiben, und sie ist es, die heute unter der Mitwirkung von Gesindel desselben Schlages aus andern Ländern der Entente die Preise systematisch in die Höhe treibt und Millionen verdient, während drei Viertel der Bevölkerung buchstäblich Hungers sterben. Die Alliierten wollen gegen die Schurken nicht einschreiten, well ihr Verbrechen eine .innere Angelegenheit" sei: die Tücken wieder wollen mü der Sache nichts zu tun haben, seitdem es einigemal vorgekommen ist, daß verhaftete Mitgliederder Wuchererbande auf Befehl der einen oder der andern Ententemacht als deren Schützlinge freigelaffen werden mußten. Der .Schwarzen Klaue" ist es jetzt gelungen, die Gilden der Mahonadschis (Schiffer) und der Hamals (Lastträger) für sich zu gewinnen, das heißt in ihre gewinnbringende Tätigkeit einzubezieAen. Infolge dieses „Sozis- tätsoerhältniffes" kostet jetzt die Beförderung von Artikeln, die von außen nach Konstantinopel gebracht werden, von Bord bis zum Bestimmungsock in der Stadt viel mehr als der Einkaufsweck samt den Zöllen und dm Kosten des Transports bis Konstantinopel. Zum Leken brauchst Vu Srol unü Kohle aus üen Abstimmungsgebieten. Gib deine für Sie Volksabstimmungen auf Postscheckkonto Serlin 7)774 ober auf deine Sank! deutscher Schuftbunü, Serlin NkvsS Vermischte Nachrichten. < AuS den Abtretung«- «nd Abstirnmunasgevtclcn. Berlin. Das Abtretungsgebiet von Westprenßen ist bis dicht nördlich von Bereut von den Voten besetzt. Liegnitz wurde am 1. Februar geräumt. Im Abstimmung«gebiet von Westpreußett wurde die Zone mit Deutsch-Eylau am 31. Januar aufgegeben. In Oberschlesien ist fett 31. Januar dre Zone Pleß-Nikolai. seit dem 1. Februar die Zone Königsbntte— Kattowik von der Entente besetzt. Die geno mten Zonen wurden 7 Ubr vormittags geräumt. 19 Ubr vormittags trafen die Errtente-Truvpen ein. Die Zone Beuihen—Tarnowitz— Georgenburg wurde am 3. Februar. 7 Uhr vormittags geräumt. In Vleß befindet sich der Stab der französischen 46. Infanterie-Division. Das Neichötorfgesetz. Berlin. Der ReiLsregierung ist der Entwurf eines Reichstorfgesetzes vorgelegt worden. Der Reichsverband der Brennstofferzenger wird den Charakter eines Finanzsrmdikats erhalten und die Kontrolle über die Tockerzeugun" üben. Wer über zwanzig Tonnen Torf jährlich herstellt. wird von dem Syndikat erfaßt werden. Diebische Eisenbahner. BrrSla». Laut Meldung der Eisenbahndirektion bat die überivachungSabteilung im Verein mit der Kriminalpolizei Diebstähle größeren Umfanges bet der Eilgutabfertigung Breslau-Ost aufgedeckt. Bisher wurden vier Beamte, fünf HilfSbeamte und zehn Arbeiter überführt und teilweise verhaftet. Ern Teil ber gestohlenen Waren im Wecke von 39 990 Mark wurde beschlagnahmt, unter den Hehlern befindet sich ein Polizeiwachtmeister. Phantasiepreise 1« Österreich. Wien. Die Preissteigerung gebt ins Unendliche. So weisen die amtlichen Preise für die Kartenbetieferung jetzt jür 1 Kilogramm Rindfleisch einen Bettag von 98 bis 124 Kronen auf. für 1 Kilogramm Wurst 108 Kronen, für Schmalz 190 Kronen, wobei bemerkt wird, daß den Staat die Beschaffung eines Kilogramms Fleisch 209 Kronen kostet. Schweinefleisch, von dem allerdings kaum nennenswerte Quantitäten vorhanden sind, kostet 90 Kronen, die Schleich- handelsvreise sind um mindestens 59 höher. Der Brotlaib von etwas medr als 2 Pfund kostet bei recht schlechter Beschaffenheit 6 Kronen 32 Heller, im Schleichhandel 38 Kronen: Schwarzmehl amtlich 11 Kronen 69 Heller, im Schleichhandel 30 Kronen. Wien ohne Arzte. Wir«. Da die Forderungen der klinischen Arzte nicht bewilligt wurden, sind diese in den Ausstand getreten, io daß die sämtlichen Krankenhäuser ohne ärztliche Hilfe sind. Es können keine Kranke mehr in Len Anstalten ausgenommen werden. Drohende Militärdiktatur in Ungarn. Budapest. Der ungarische Oberbefehlshaber General Hockhy fordert in einem Tagesbefehl an die Tnwven die Regierung auf. der soeben zusammentretenden National- verkamrnlnna ihre Entlassung einzureich---. Die Versammlung sollt- ihrerseits sofort ein provisorisches Staats, oberbaupt wählen, anderenfalls werde Hockhy die Militär, diktatur errichten. DaS belgische Rachegericht. Brüssel. Diejenigen Deutschen, die Kriegsverbrechen hr Belgien begangen haben sollen, werden in den Monaten Mai und Jum hier vor Gericht gestellt werden. Die Verband, lungen finden im Justizpalast statt. Einstellung des Feldzuges gegen Mnstv Warschau. Alle militärischen Vorbereitungen der polnische» Regierung gegen Petersburg und Moskau sind vorläufig ei», gestellt worden. em. i Ei« Kronprinz als sozialistischer Agtiaior. Bukarest. Der frühere rumänische Kronprinz, der wegen ferner Heirat mit eurer Bürgerlichen auf alle seine Rechte ver. richtete, bat sich als sozialdemokratischer Kandidat für die Parlamenswahlen aufstellen lassen. Er reist im Lande umber und agitiert eifrig für die ErrMtung einer Republik. Berstbieöims MeWmrsr». dank^?9 0M Grenzspende stiftet« der »Vaterlands. Genf. Wie verlautet, bezieht Exkaiser Kack aus seinem Prwatvermögen eine Jahresrente von 199999 Kronen. Moskau. Der Bolschewist Radek ist nach seiner Ent. lassung aus der Schutzbatt in Berlin wieder hier eingetroffen. Helsingfer». Die Moskauer Sowjetregierung bat einen besonderen Abgesandten nach Indien gesandt, um das Lano zu boischewisicren. Die englische Regierung setzte aus seine Ergreifung eine sehr hohe Belohnung. Lrsch, öezu, bezog 0 Die Zahl der Heiraten in Berlin stieg um Ivi» Prozent im letzten Jahr nach den soeben herausge- kommenen statistischen Berichten. Im Oftober 1919 fanden 3556 Eheschließungen statt, während die Ziffer im voran-- gegangenen Jahre nur 1858 betrug. Das gleiche Bild tritt bei den Geburtsziffern zutage. Im Oftober 1919 erblickten 3586 Kinder das Licht der Well, während im gleichen Monat 1918 nur 1736 Kinder geboren wurden. Todesfälle wurden 2267 gemeldet: im Oftober 1918 dagegen 5394. Mehrere Familien können über eine recht zahlreiche Nachkommenschaft verfügen. So erhielten im Oktober acht Müt>,r ihr zehntes, ja sechs Mütter ihr elftes und zwölftes Kind. Vier Familien bekamen das fünfzehnte und eine Familie sogar das sechzehnte Kind. Den Gebuckenrekord schlug aber eine Mutter im Alter von 35 bis 40 Jahren, die dem stebemmdzwanzig« sten Sproß das Leben schenkte. O Eine Fünfzigmarkscheinfabrik aufgehoben. Ein Kolmarer Buchhändler und Buchdrucker. Heinrich Louison. und ein gewisser Müller wurden von der Polizei bei der Herstellung von Fünfzigmarkscheinen überrascht. In einem Schrank wurden für 759 900 Mark ausgabeseitige Scheine gefunden. Die beiden Verbrecher haben bereits für ungefähr 35 Millionen Mack falsche Banknoten hergestellt und in Deutschland in den Verkehr gebracht. 0 Nur geringe Menge« von „Reichsstrefeln" vorhanden. Dem Vernehmen nach werden die billigen Reichs- ftiefel nur in ganz geringen Mengen ausgegehen, weil es der Regierung unmöglich war, größere Quantitäten dieser billigen Stiefel herzustellen. D Stiftung des früheren deutschen Kaisers für Amerongen. Der frühere deutsche Kaiser hat beschlossen, zur Erinnerung an seinen Aufenthalt in Amerongen dort ein kleines Krankenhaus zu acht Betten zu errichten. ES besteht die Absicht, das Gebäude dem holländischen Kommandeur des Johanniterordens zur Verwaltung zu übertragen. Bisher fehlt in dieser Gegend ein Krankenhaus. kAebw Nvang.-lnth. Gemeinde, alte Friedhoskapelle, Waldhorustr. KU Sonntag 10 Uhr: Gottesdienst. Gemeindehaus, Bismarckstr. 1. Dr. Teichm«. Donnerstag, abend« « Uhr, Bibelstunde. Vvangelstche Gtadtmisston Karlsruhe, Adlerstratze 23. «»««tag» >/«!2 Uhr: Kindergottesdienst, Adlerstr. 23; Stadtm. Lieber. >/«12 Uhr: Kiudergottesdienst in der Diakonijsenhaus-Kapelle Frl. Thiele. 3 Uhr: Jungfrauenverein von Art. Kuchenbeißer, Markgrasenstr. 2 «. 3 Uhr: Jungfrauenverein, Frl. Schweickett, Schützenstr. 3b. 3 Uhr: Jungsrauenverein von Frl. Heck, Schesselstr. 37. 3 Uhr: Gottesdienst. Jnsp. Schmidt. 1 Uhr, Jungsrauenverein von Frl. Weber. Srbprinzenstr. 12. 4 Uhr. Jungtrauenverein der Schwester Luise, Sdlerftraße 23. - « Uhr: ,Blau!reuz--Versammlung, Kreuzstraße 23. Montag 4 Uhr: Bibelstunde für Frauen und Mädchen, Adlerstr. 23, 3. Stet. Frl. Rödel. Dienstag, 8 Uhr: Vortra, von vfr. Diemer: Wie erziehe ich mein Kind. Mittwoa». 8 llhr: Bidelstunde, Stadtmisfionar Lieber. Predigtausgabe. DonnerSta. abends 8 Uhr, Eebetsversanimlung. 3. Stock. Schwester Luise. Freitag, abends « Uhr: Borbereitung f. d. Kindergottesdienst. Frl. Thiele. 8 llhr: Bibelstund-, Schesselstr. 37, 1 . Frl. Thiele. 8>/, Uhr: Vorbereitung sür den Sjndergottesdienk. ktadtmisstonar Lieber. »vaug. SereinShans» «malieNstr. 77 . Sonntag, vorm. 11'/« Uhr, Sonntagsschule, nachm. 3 Uhr: Allgem. Versammlung. Stadtmisfionar Scheurer. nachm, t Ubr: Jnnzsrauenverem. llhr: Allgem. Versammlung. Stadtm. Räuber. Wtontag, abends 7 Uhr: Jugendabteilung. 8 Uhr: Blau-Sreuz-Bere,n. DtrnStag. nachm. 4 Uhr: Bibelstunde f. Frauen u. Jungfrauen. abends t/z8 Uhr: Brbelsprechung sür Männer u. Jünglinge, «titttvoch. abends '/z8 Uhr: Bibel- und Gebetsstunde, h Donnerstag» abends Uhr: Allgem. Versammlung, Durlacherftr. 32. . „ '/F Uhr: Seminariftenkränzchen. Freitag, abend» 8 Uhr: Töchtervereiu. Freitag, abends 7 Ubr: Sonntagsschulvordcreitmig. Ariedeuskirchr der Meth.» Semeiude, Larlstr. 49 d. Sonntag, vormittags '/,10 Uhr: Predigt. Prediger Rücker. 1l Uhr Kindergottesdienst. 4 llhr: Predigt. Prediger Rücker. — 5 llhr: Junasrauenvcrei«. Montag, abend» 8 Uhr: Singstunde sür Männerchor. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibel- und Sebetftuno- DSnnerStag» abene» 8 Uhr: Singstunde sür gemischten Chor. * L keine- - 2 -wund misst. den j im D »och eine i «ächsl dündi in 10 weil " 2 Eisen Zffent Hin! Sets Persö den l wir i mühe sicher! mürd Eie i »och Graf, lassen v. B Edle die L Löge schock sie b wndi «id L»er Sebro Droh schal Trfttt Lertr iomi Dean kmes Alge '«ei Gren tragt- Das jedes der z Ach i -sir ei Aye - An unsere freunde! richten wir die Bitte, in den verschiedenen Gemeinden für die Badische Warte" zu werben. Mancher Leser könnte gewonnen werden, wenn er die „Badische Warte" kennen würd e. Gebt das Blatt zur Ansicht weiter. UM- Verlangt Probeblatter! EMU Auch zu Anzeigen benützt die „Badische Warte". Sie hat einen gut-kavskrSstigen Leserkreis. Schristleitllilg Mi» Verlag der „Mischen Warle." ri, Für die Redaktion verantwortlich: I. V. Friedrich Dehn. Karlsruhe. — Druck und Verlag der Buchdruckecsi FidelitaS, G- m. b. H., in Karlsruhe, Erbprinzenstr. 6-