r« der Mchen >er die i dem Bünd» keinen sten zu m Be» iS zu» kürzer- «nck ksuernkreunä » vsäikcke polt Redaktion: Karlsruhe, Lrbprinzenstr. k Zernsprech-Rnlchluß Nr. 2Z7Z krscheint wöchentlich zweimal: Dienstag und Freitag (dieFreitag- üusgabe mit achtseitigem illustriertem „Zamiliensreund") — Sezugspreis vierteljährlich in Karlsruhe oder durch die Vertreter »ezogen einschließlich Zustellgebühr 2.00 M-, bei der Post 2.25 M. :: kür «lss üeuMe Vsterlsiul!:: kür üeiitMö ürt mü Alte! kür Ü65 Lürgerz Mülkslirt tli 5tsü1 Mü KM! Anzeigen im Inseratenteil die sechsgespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 40 psg. Im redaktionellen Teil die dreigespalten« Petit-Zeile oder deren kaum l.— M. - Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen wird entsprechender Rabatt gewährt. Nummer 19. Karlsruhe, Freitag, de« 5. März 1929. 35. Jahrgang. ; neue irischen rldate« Kriegs» wieder ntttsche lon U -er daSi ! ist er» andelS« tz über einge- 'am ek ersone» Hierzu der „Illustrierte Familienfreund". Kleine Zeitung für eilige Leser. * Die niederländische Erste Kammer empfiehlt den Beitrit Hollands zum Völkerbund. * Die Eingliederung von Bayern und Württemberg in die Reichspost erfolgt zum 1. April. * Die Alliierten haben zugesiimmt, bah eine Amahl aus- gewählter Beichuldigter von der Ausiieierungsiiste als Probe» fälle vor deutschen Gerichten abgeurtetlt werden. * General Judenitsch wurde in Riga von den Engländern verhaftet. * Im Kampfe um das allgemeine Stimmrecht in Japan wurde die dortige Kammer ausgelöst. * Die Zuständigkeit der Amtsgerichte in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten soll von Ml) auf 1200 Mark erhöht werden. »iihre ng d che Ai tzen di rrhebes r uni l an! eld fr »aruntj rderu zu d * Die türkische Armee unter Franzosen den wichtigen Hafen rillen. Kemel Pascha hat den Alerandrelte wieder ent» elköpst! öln te. v Stai der ebung rsw.. sind v -r. Vi War lark dl rrbrücki der ell seit B! auen b! ' Zur Lage. Im Prozeß Erzberger gegen Helfferich haben bereits . die „Plaidoyers" begonnen. Der Oberstaatsanwalt gab in seinem einleitenden Vortrag eine Uebersicht der ganzen Sachlage und schälte dabei die Tendenz des Prozesses heraus; es sei ein politischer Prozeß, unternommen, um den Finanzminister Erzberger, von seinem Posten zu bringen. Das juristische Kriterium des Prozesses bestehe darin, zu untersuchen, ob dem Minister Erzberger eine Verquickung von Politik und Geschäft nachzuweisen sei. So wie er, der Oberstaatsanwalt, die Sache auffasse, sei eine solche Verquickung in verschiedenen Fällen, so namentlich im Fall Thyssen, im Fall Berger und im Fall Pipodin nachgewiesen. Das ist von seiten des Oberstaatsanwaltes eine bedeutsame Feststellung. Ihre Bedeutung für die augenblickliche Situation liegt darin, daß sie einen Mann trifft, der, als Minister des wichtigsten Ressorts, in höchstem Maße eine Vertrauensstellung dem ganzen Volke gegenüber einrehmen muß. Denn an sich kommt diese Verquickung von politischen und geschäftlichen Interessen tausende Male vor. Wollte man alle diejenigen „Politiker* vor Gericht bringen, die ihre eigenen Interessen mit den allgemein politischen vermengt haben, würden die deutschen UntersuchungS» anstalten nicht ausre-chen, sie alle aufzunehmen. Aber was ein „gewöhnlicher" Politiker tut, darf einem Minister ttstriM nicht passieren. Darin ist die Oeffentlichkeit, darin sind t unsere Zeitungen besonders empfindlich. Man darf also gespannt darauf sein, was das Gericht sagt. Man irtenball behauptet aber jetzt schon nicht zuviel, wenn man sagt, schreibt! daß die Rolle Erzbergers im öffentlichen Leben ausge- jeit; wit spielt ist. Und das ist gut so. Es soll festgestellt werden, Blume»» daß unser Volk eine solche Verquickung von Politik und i. Treib« Geschäft nicht will, so sehr und so umfangreich eine solche ästen ge» . auch schon in allen Lagern eingesetzt hat. Korruption luflaufe* ? überall. Sie ist unvermeidlich, wo man nach den Grund» ingunge» Sätzen der beiden Moralen arbeitet. Uud das tut unser irteilhast- wesentlich kapitalistisches Zeitalter, das für den Erwerb i, Radies eine eigene sittlich Terminologie aufgestellt hat: „hier mein Geschäft — hier meine private Sittlichkeit". Besser wird es erst werden, wenn wir alle unsere Handlungen Mnter den einen sittlichen Gesichtspunkt stellen, wie ihn unsere christliche Religion lehrt. Wir haben in der vorigen Uebersicht darauf hin- gewiesen, daß der Bolschewismus keineswegs überwunden, «nd daß er auch in Deutschland noch durchaus ary Leben ist. Die Tatsache, daß man in Dur lach eine Bolschewistenkonferenz aufhob, gibt unserer Feststellung Nachdruck. Kurz nach Ausbruch der Revolution war dieser Geist sinnloser Zerstörung nahe daran, das aus unzähligen Wunden blutende, auf den Tod erschöpfte Deutschland 'n das mit allen Mitteln erstrebte wüste ChaoS hinunter» «stoßen, aus dem es kein Wiederaufstehen mehr gibt. In der äußersten Not siegte bei uns zwar doch die Ver» »unft. Aber dieser unter schweren, grauenvoll blutigen artenbM Opfern errungene Sieg darf uns unter keinen Umständen * n eine falsche Sicherheit und Sorglosigkeit wiegen. Rach ie vor gilt es, mit gespannter Aufmerksamkeit und in ter Bereitschaft auf der Wacht zu stehen, denn der geschlagene Feind ist nicht vernichtet, sondern mit un- heimlicher Virulenz frißt das schleichende Gift unter der Oberfläche immer weiter nm sich. Das beweist eben die famose „Reichskonferenz der Kommunisten Deutschlands", die man jetzt in Durlach SuSgehoben hat. Unter diesem harmlos klingenden Titel khaiten sich die Herren Bolschewisten vereinigt, um einen Umsturz auszubrüten. >ft. uden s> ngen bebo nvered leste vs »cke dw ir, so! r Rasen evflanzl : geschü! npflap getrieb »fgewäM arkeit praktis furt a rt ltt. b. Die den Teilnehmern an dieser Veranstaltung abgenommenen Papiere sind insofern von größter Wichtigkeit, als sie von neuem verraten, daß man an der bewährten Methode des Bolschewismus festzuhalten gedenkt, die Not der Massen zu seinen verbrecherischen Zwecken auszubeuten. In Verfolgung dieses niederträchtigen Zieles befaßte sich nämlich die Konferenz mit der wirtschaftlichen Notlage Deutschlands, um aus ihr die politischen Schlußfolgerungen zu neuen Unternehmungen zu ziehen. Daß sich solche „neuen Unternehmungen", deren Charakter den bolschewistischen Ursprung auf den ersten Blick erkennen läßt, nicht auf Deutschland allein beschränken sollen, ergibt sich gerade im gegenwärtigen Augenblick aus den entsprechenden Nachrichten aus der ganzen Welt. In Italien kam es zu blutigen Putschen und Aufständen und der große Eisenbahnerstreik in Frankreich dient den gleichen Zielen. Der gewiß unverdächtige Minister Millerand mußte in der Kammer feststellen, daß man sich nicht einem Lohnkampf gegenüber befinde, daß man es vielmehr mit einer ausgesprochen revolutionären bolschewistischen Bewegung zu tun habe. Nun ist ja Frankreich in allen Lohn» und Arbeiterfragen ein rückständiges Land und braucht der dortigen Bourgeoisie eS nicht unbedingt zu glauben, was sie vorbringt. Hält man aber die aller Orten sich zeigenden Bewegungen zusammen, so ergibt sich ein einheitliches Bild, aus dem die bolschewistische Weltrevolution in einer scheußlichen Grimasse herausschaut. Aus Japan und sogar aus Johannesburg in Transvaal kommen Nachrichten über methodisch geplante Bergarbeiterstreiks. Wenn übrigens in Frankreich die Streiks nicht zu der Bedeutung kommen können, wie sie sie anderwärts, so besonders bei uns in Deutschland, haben — auch der Eisenbahnerstreik ist vorläufig wieder beigelegt worden —, so liegt dies lediglich daran, daß Frankreich seine Volkswirtschaft nicht so ausschließlich auf die kapitalistische Großindustrie gestellt hat, wie das in Deutichland geschehen ist. In Frankreich haben Landwirtschaft und mittlere Gewerbe noch immer die große Mehrheit. Frankreich ist nicht wie Deutschland eine «einzige Fabrik". Wo die besitzlosen, unselbständigen Fabrikarbeiter beinahe die Mehrheit haben, sieht die Sozialpolitik anders aus, als dort, wo das Volksvermögen sich auf eine starke Mehrheit von in selbständiger Arbeit Tätigen verteilt, ohne daß allzugroße Anhäufungen des Besitzes stattfinden. So.liegt's in Frankreich. Darum gibt es hier wohl politische Revoluionen, aber keine sozialen. Ob man es in Deutschland endlich verstehen wird, aus Tatsachen richtige Schlüsse zu ziehen? Im badischen Landtag ging es lebhaft zu; namentlich als über die Beamten-Korruption geredet wurde. Tatsache ist. nach den Feststellungen des Finanzministers, daß an Diebstählen bei der Eisenbahn einige 20 Beamte und über hundert Arbeiter beteiligt sind. Das ist doch furchtbar. Und nun sagen die Herren Eisenbahner, sie machen Streik, wenn die Diebe zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Das fehlte noch! Hoffentlich bleibt die Regierung fest, denn sie hat in diesen Fragen die Mehrheit hinter sich. Die Eiterbeule muß aufgestochen werden. Eisenbehnian'fe un- Preisbewegung. Die Schraube ohne Ende. Zu her am 1. März in Kraft getretenen 100 igen Erhöhung der Eisenbabntarife wird halbamtlich geschrieben: »Die Tariferhöhung ist erzwungen durch die wachsende Belastung der Eisenbahnen durch die Besoldungsreform und den neuen Lohntarif, vor allem aber durch die ungeheuer gestiegenen Preise aller für den Betrieb notwendigen Materialien. Ihrer Steigerung gegenüber find die in den letzten Jahren erfolgten Tariferhöhungen weit zurückgeblieben, denn während seit 1S14 die Tarife im Durchschnitt um rund 500 erhöht sind — für einzelne Güter ist die Erhöhung infolge der Aufhebung von Ausnahmetarifen größer gewesen, so beträgt sie für Schwedenerze 700 °z>. für Gießereiroheisen KVO "/-> usw. —. ist der Preis für Lokomotlvkohle zum Beispiel um 1397 N. für Stahleisen um 1803 für Bleche um mehr als 3000"/« und für Schienen um 1886 gestiegen. Die für die Beschaffung von Betriebsmitteln aufzuwendenden Kosten entsprechen diesen Preisen. Eine Lokomotive z. B.. die 1914 für 100 000 Mark zu haben war. kostet letzt eine Million und 90 000 Mark. Diese den Haushalt der Eisen» .bahn mit Milliarden belastenden Steigerungen müssen in den Beförderungspreisen zum Ausdruck kommen. Es wäre aber eine volkswirtschaftliche Unwahrheit, die Tariferhöhungen als die Ursache, die Steigerungen draußen am Markt a!s die Wirkung hinzustellen. Gerade umgekehrt ist es! Die Finanzlage zwang die Eisenbahn, den Preissteigerungen der für sie wichtigen Industriezweige schnell zu folgen. Deshalb zunächst die allgemeine prozentweise Tariferhöhung. Die Eisenbahnverwaltung arbeitet aber bereits daran, die neuen Beförderungspreise de» wirtschaftlichen Bedürfnissen anzupaffen. Zusammen mit Landeseisenbahnrat und Ständiger Tarif» kommission wird ein systematischer Neubau des Tarifschemas so schnell als möglich durchgeführt werden." Einheitliche Reichspost. Staatsverträge mit Bayern und Württemberg. Die den Übergang der Post« und Telegraphenoerwal» tungen von Bayern und Württemberg an das Reich behandelnden Staatsverträge werden binnen kurzem die Nationalversammlung und die süddeutschen Landesoersamm» lungen beschäftigen. Daß sich auf Grund dieser Verträge die Vereinheitlichung des deutschen Post» und Telegraphenwesens schon zum 1. April und damit ein Jahr früher, als die Reichsverfassung es fordert, verwirklicht, und daß das Reich für die Übertragung der Verwaltung und des Eigentums der bayerischen und württembergischen Post- und Telegraphie den beiden Freistaaten eine Entschädigung von insgesamt 870 Millionen Mark zahlen wird, ist bereits mitgeteilt worden. Nach außen hin wird der Übergang der süddeutschen Postverwaltungen auf das Reich zunächst einmal darin in Erscheinung treten, daß auch in Bayern Reichs- postwertzeichen zur Einführung kommen. Da die Reichsdruckerei wegen Überlastung mit sonstigen Druckardeiten voraussichtlich nicht schon vom 1. April auch ganz Bayern mit Reichspostwertzeichen versehen kann, werden auch bayerische Marken, die durch Überdruck als Reichspostmarken gekennzeichnet werden, vorerst noch mit Verwendung finden. Mit dem 1. April tritt auch das Personal der bayerischen und württembergischen Post in den Dienst des Reiches über. Den Beamten bleiben alle durch das bisherige Dienst» Verhältnis erworbenen Rechte gewahrt. Zugleich genießen diese Beamten fortan die Vorteile der in Aussicht stehenden Reichsbesoldungsordnung sowie der für die bisherigen Reichs». Post» und Telegraphenbeamten geplanten neuen Personalordnung. Bisherigen Post» und Telegraphenbeamten von Bayern und Württemberg ist anderseits gestattet, binnen bestimmter Frist ihren Rücktritt in den Landesdtenst zu erklären. Die neuen Verträge sehen ferner die Möglichkeit vor. daß bayerische und württembergische Post- und Tele- grapbenbeamte — ihr Einverständnis vorausgesetzt — auch nach anderen Teilen des Reichsgebietes versetzt werden können und daß umgekehrt auch die Verletzung bisheriger Reichs-, Post- und Telegraphenbeamten nach Bayern oder Württemberg stattfindet. _ ! Politische Rundschau. Deutsches Reich. 4- 46 Probeurteile. Die Entente hat zugestimmt, daß einem deutschen Gerichtshof gestattet wird, eine Anzahl aus« gewählter Kriegsverbrecher als Probefälle abzuurteilen. ES wurde beschlossen. Deutschland eine Liste von 46 Namen zu übermitteln. Wenn die Probeoerfahren in «gehöriger Weise" ourchgeführt werden, so wird die Liste der 800 Kriegsverbrecher möglicherweise stark gekürzt werden. Kein Reichsmilchgesetz. In der Presse find wiederhott Notizen darüber erschienen, daß der Erlaß eines Reichsmilchgesetzes beoorstehe. Wie vom Pressedienst des preußischen Landwirtschaftsministertums mitgeteilt wird, haben grundlegende Beratungen eines solchen Gesetzes bisher nicht stattgefunden: alle gegenteiligen Nachrichten sind daher unzutreffend. * Proklamation des Saarstaates. Aus Saarbrücken wird gemeldet, daß die Stadtverwaltung Saarbrücken es ablehnte, am Tage der Übernahme der Regierung durch den Fünferausschuß zu flaggen. Die Proklamation der «neuen Saarregierung" wird von der Presse des Saargebiets im allgemeinen günstig ausgenommen. Es wird hervorgehoben, daß die Kommission bestrebt sei. sich zunächst das Vertrauen der Bevölkerung zu verdienen. Die Presse richtet an die Bevölkerung die Aufforderung, während der nächsten fünfzehn Jahre unaufhörlich darüber zu wachen und dafür zu wirken, daß die Heranwachsende Jugend dafür erzogen werde, daß deutscher Geist und deutsche Sitte, deutsche Kultur und deutsche Wissenschaft erhallen und gepflegt werden, damit der Tag der Abstimmung in fünfzehn Jahren ein Geschlecht findet, das stark und frei ist und mit Stolz feine Zugehörigkett zum deutschen Vaterlande bekennt. * Mehrheitssozialisten ^und Abfindung der Hohe«- zoUer«. Der Verbandstag der sozialdemokrittischen Bezirksorganisation Groß-Berlin faßte gegen die von Minister Dr. Südekum vertretene Vorlage über die Abfindung der Hohenzollern eine scharfe Protestresolution. 4 - Paffzwang für Oberschlefien. Nach einer Meldung aus der französischen Botschaft wird der Paßzwang im Verkehr mit Oberschlefien erst Ende März in Kraft treten. Me Abstimnnmgstermine in Oberschlefien find vom Rat der Alliierten noch nicht festgestellt. Die Paßkontrolle findet für die Strecke Oppeln—Breslau auf der Station Damdrau und für die Strecke Oppeln—Neisse in Schiedlow statt. Polen. x Ablehnung des russische« Friedensangebotes. Polen lehnt das ruifische Friedensangebot ab. Es fordert sie endgültige Wiedergutmachung der in der Vergangenheit vorgenommenen Teilungen und die Beseitigung des ihm widerfahrenen geschichtlichen Unrechts sowie die Sicherung eines freundnachbarlichen Verhältnisses zwischen Rußland und Polen. Die polnische Republik verlangt die Volks« abstimmung in den jenseits der gegenwärtigen polnischen Verwaltungsgrenzen liegenden Gebieten, die vor dem Jahre 1772 zu Polen gehörte. Im Interesse der neuentstandenen Staaten verlangt Polen ferner, daß die zwischen Polen und der Räteregierung festgesetzten Bedingungen durch die Vertretung des ganzen russischen Volks bestätigt werden. Holland. X Eintritt in den Völkerbund. Wie die holländischen Blätter melden, befürwortet der Bericht der niederländischen Ersten Kammer trotz zahlreicher darin erhobener Bedenken den Beitritt der Niederlande zum Völkerbund. Viele Mitglieder der Kammer legen Nachdruck darauf, zu erklären, daß die Niederlande, die sich außerhalb des Krieges zu halten gewußt hätten, nichts mit der Art zu tun hätten, wie die Sieger die Friedensbedingungen festgesetzt hätten und ausführten. Japan. X Auflösung der japanische« Kammer. Die Debatte über das allgemeine Stimmrecht, welche die Kammer am 14. Februar begonnen hatte, wurde in lebhafter Bewegung wieder ausgenommen. In der Nähe der Kammer fanden große Kundgebungen der Menge statt. Die Debatte wurde schließlich durch den Ministerpräsidenten abgebrochen, der erklärte. in dieser wichtigen Frage das Volk unmittelbar zu befragen. Die Kammer wurde hierauf ausgelöst. Wett- und Volkswirtschaft, Der Stand der Mark. Bei der nachstehenden Tabelle bedeutet Brief —angeboten und Getd — gesucht. Die Väluta steht jetzt für je 100 Gulden lG). 100 Kronen (Kr.) bezw. 100 Frank (Fr.>: Börsenplätze 1. Geld r. Brief 28. 2. . Geld j Brief 27. Geld § 2. Brief Amsterdam G. 3673V- 3681V- 3686 3704 8686 3704 Kopenhagen Kr. 1486 1489 1488 ", 1491V- 1474V- 1477V- Stockholm Kr. 1858 1862 1865 V- 18^SV- 1843 1847 Cdristiania Kr. 1690V. 1691V« 16S8V« 1701V« 1688V« 1691V« Bern Ir. — — — 1588V. 1601V. Im Frieden kosteten im Durchschnitt 100 holländische Gulden 170 Mark, 100 dänische, schwedische bezw. norwegische Kronen 112 Mark und 100 Frank rund 80 Mark, von kleinen Kursschwankungen natürlich abgesehen. Berliner Vroduktcnlörie. Amtlich notierte Preise der Berliner Produktenbörse am 1. März: Hafer für 1000 Kilogramm loko —. aus Abladung 4680—4700' Mai/ ab Station. Tendenz: ruh'g. Nichtamtlich sind folgende Preise ermittelt, alles für 50 Kilogramm ab Station: Erbsen. Äiktoriaerbsen 440—580 Mark, gelbe und grüne Erbsen 380—540 Mark, Bohnen, weiße inländische 400—500 Mark. Peluschken 240—255 Mark. Pferdebohnen 230-260 Mark. Wicken 180-205 Mark. Lupinen SO—120 Mark.Seraüelle 124—129 Mark. Wiesen- heu. lose. 48—67 Mark. Stroh, drahtgepreßt 32—39 Mark, gebündelt 30—36 Mark. Trockensamitzel 100—108 Mark. Patent Steffen 117—121 Mark. Rotklee, inländischer, seidefrei 1600—1900 Mark. Buchweizen 275—290 Mark. Hc Verkehrsstockungen an der Westgrenze. In Essen haben Besprechungen zwischen Kommissaren des Eisenbahnministeriums und Vertretern des Bergbaues und der Industrie über die Betriebsschwierigkeiten im Ruhrrevier stattgefunden. Außer dem wesentlich infolge von neuen Abgaben von Lokomotiven an Polen, Litauen und Tschechien bestehenden Lokomotivmangel sind die Schwierigkeiten vor allem darin begründet, daß die belgischen Bahnen nicht im tanüe sind, die ihnen zugeführten Frachten und Kohlenzüge abzunehmen. Die hierdurch hervorgerufenen Stockungen wirken bis in die rechtsrheinischen Kohlenbezirke zurück, in denen die für Belgien und Frankreich aufkommenden Frachten aufgestapelt werden müssen. Wichtige Verkehrsknotenpunkte werden hierdurch dem Betriebe entzogen. Verschärft wird die Lage noch dadurch, daß infolge der Arbeitsweise der französischen Zollverwaltung an den Grenzen des Saargebiets auch dort Kit längerer Zeit Schwierigkeiten bestehen. Ungefähr 4000 Wagen warten auf die Zollabfertigung und überfüllen die Bahnhöfe des ganzen Bezirks der Direktion Köln. ch Deutschlands Unterernährung. Die letzten Erörterungen des Obersten Rates ergaben ein überaus trauriges Bild der Ernährungslage in Deutschland, indem die an- gestellten Ermittlungen erwiesen, daß Deutschland weniger als die Hälfte der normalen Ernährungskalorien erhalte, die von dem Obersten Wirtschaftsrat als für die menschliche Gesundbett für unerläklick errechnet worden sind. ElZverger gegen Helfferich. l21. Tag.) § Berlin. 1. Mä Z. Den Schluß der Beweisaufnahme erwartet man heute. Auf der Zeugenbank sieht man eine größere Anzahl im öffentlichen Leben stehende Persönlichkeiten, so den Reichsernährungsminister Schmidt, den Minister David, den Reichspostminister Giesberts. den früheren Vizekanzler o. Payer u. a. Vielleicht werden auch noch der frühere Reichskanzler von Bethmann Hollweg und der ehemalige Minister Dr. Spahn wieder vernommen werden. Zu einer lebhaften Auseinandersetzung kommt es zunächst zwischen dem Angeklagten Dr. Helfferich und dem Nebenkläger Erzberger. Der Angeklagte hat in seiner Broschüre den Vorwurf der gemeinen Denunziation gegen Erzberger gerichtet. Dieser habe ihn wegen seiner Stellung in der belgischen Frage in einem Artikel der Deutsch. Allg. Zeitung angegriffen und dabei gesagt. Helfferich trage eine große Schuld an Deutschlands Ruin, er habe die Pläne zur Ausbeutung Belgiens durch die Schwerindustrie gefordert. Am 29. Juli 1919. einige Tage später, habe Erzberger im Reichstage ausgesÜhrt, die Rechtsparteien könnten sich bei ihrer Haltung nicht beklagen, wenn bekannte Persönlichkeiten des deutschen Volkes in eine unangenehme Situation kommen und auf die Auslieferungsltste gefetzt werden. Dos sei eine gemeine gegen ihn gerichtete Denunziation, dabei bleibt Helfferich auch heute. Erzberger bestreitet das. alle Behauptungen des Gegners in dieser Beziehung seien falsch. Die Äußerung vom 29. Juli sei gar nicht von ihm, sondern von dem Adg. Rießer. den er damals nur zittert habe. Er habe nie an eine Nennung des Namens Helfferich gedacht, wenn auch mit Recht auf Helfferich als den Haupturheber der belgischen Pläne hingewiefen werde. " Zeuge Geheimrat Rießer bekundet: In jener Rede, die hier in Frage steht, habe ich den Passus to. wie er mir in den Mund gelegt wird, nicht gemacht. Meines Erachtens mußte Herr Erzberger sich bewußt sein, daß die scharjen Angriffe. die er auf Geheimrat Hugenberg. auf Helfferich. General Ludendorff und andere in feiner Rede vom 29. Juli richtete, die Entente zu einem Auslieferungsdegehren veranlassen konnte. Nunmehr wird nochmals der Fall Jahnke verhandelt. Jahnke war bekanntlich der mutmaßliche Dieb, der aus dem .Deutschen Flottenverein"' Aktenstücke entwendete, die bald darauf im .Bayerischen Courier" erschienen. Heute soll Landgerichtsrat Cuno darüber vernommen werden, ob Erzberger dem Lanögerichtsrat gegenüber adgeleugnet habe, den Dieb zu kennen. — Cuno leitete die Untersuchung gegen Jahnke. Er erklärt. Erzberger habe damals die Auskunft verweigert. Erzberger sagt, im Reichstage hätten die Abg. Schäüler und Fischer festgestellt, daß überhaupt kein Akten- ütebstahl vortag. Politische Fragen kommen jetzt wieder zur Besprechung, die schon in der letzten Sitzung angeschnitten waren. Minister Giesberts berichtet über die Unterredung im kleinen Kreise der Zentrumspartei, von der neu! ch gesprochen wurde. Der Zeuge erinnert sich kaum an jene Zusammenkunft, wenn Erzberger aber dabei erkürt hätte, der Reichskanzler lege keinen Wert auf die Durch-! füdiung der Helfferichschen Steuerproj-kte. so würde er sich einer solchen Äußerung unbedingt entsinnen. Giesberts weiß ferner genau, daß der Abgeordnete Erzberger die Zentrums« fraktion von seiner Absicht, die Friedensresolution etnzubrtngen, vorher informiert habe, er sei selbst dagegen aufgetreten. Erzberger habe nicht die Absicht gehabt, den Reichskanzler damals zu stürzen, im Gegenteil, er habe noch bis zum Mittwoch Len Vorstoß erwogen. Reichskanzler von Bethman« Hollweg zu halten. Nach der Aussage Giesberts' leidet Exzellenz Spahn (der anders ausge agt hat) an Gedächtnisschwäche. Im Anschluß kommt es zu Zusammenstößen zwilchen dem Angeklagten und dem Nebenkläger, dem Zeugen Giesberts und den beiderseitigen Rechtsvertretern, die der Vorsitzende etn- dämmt. indem er gleichzeitig Haftstrafen gegen Äußerungen des lautwerdenden Publikums und Ordnungsstrafen gegen Len Angeklagten androht. Zeuge Minister David gibt Erläuterungen zu dem Ernst der politischen Lage vor dem Zustandekommen der Friedensresolution. Wir, die Sozialdemokraten, verlangten damals eine Erklärung der Regierung, daß Deutschland lediglich einen Verteidigungskrieg führe und keinerlei Annexionsabsichten habe. Das Auftreten Erzbergers im Hauptausschuß war für uns von größter Bedeutung, weil uns damit plötzlich die Aussicht eröffnet wurde, nun im Reichstage eine Mehrheit für unsere Friedenspolitik zu finden. Ob die Regierung den Vorstoß Erzvergers erwarte, kann der Zeuge nicht lagen. Helfferich geht ausführlich auf die Aussage Davids ein. bis der Vor sitzende darauf aufmerksam machte, daß er keine politischen Plädoyers zulasten könne. Zeuge David nimmt nicht an. Laß Erzberger den Sturz Bctbmann Hollwegs wollte. Reichswirtschaftsminister Schmidt sagt zum Fall Denk aus. es könne keine Rede sein von Sonderoorteilen für die Firma Denk bei Erteilung von Einfubrerlaubnis. Die Versorgung mit Lebensmitteln fei Las kettende Motiv geweset I Einme wettere Zeugen wissen nichts Neues ausmsagen. ai die Vernehmung des früheren Vizekanzlers o. Payer war — -—^— va—t-i-n n^rrtkbtet worden. Sck l,ff d r Beweisaufnahme. Im melieren Verlaut des Prozesses wird dann noch ein» mal das Lebensmittelgeschäft Württembergs mit der Schweiz behandelt und dazu der württembergische Minister Baumamr und der württembergische Gesandte in Berlin, Hildebrand, vernommen. Letzterer weist es le Haft zurück, wenn im Zusammenhang mit dieser Affäre von einem verwogenen Schiebergeschäft geiprochen worden iei. Dagegen wolle sich die württember» gilttie Regierung verwahren. Der Zeuge wendet sich zum Angeklagten und sagt: Dieser Vorwurf ist ebenso leichtfertig erhoben. wie die ganze Kriegspolitik des Herrn Dr. Helfferich leichtfertig war. (Allgemeine Bewegung.) Vor!.: Das ge'N aber entschieden zu weit, Herr Zeuge. Ich habe Ihnen aus Entgegenkommen das Wort zu einer kurzen Erklärung gegeben und sehe nun. wohin das wieder geführt Kat. Sie können hier unmöglich den Angeklagten beleidigen und ebenso wenig ihre Regierung an dieser Stelle verteidigen. Das ist nicht Sacke des Gerichtssaals. Ich lebe auch aus diesem Anlaß, welche Hochspannung hier im Saale herrscht und wie hohe Zeit es ist, daß wir zu den Plaidooers kommen. Nachdem als letzter Zeuge dann noch Maior v. Stefani kurz vernommen worden war, erklärte Laimgerichtsdirektor Baumbach in vierter Nachmittagsstunde im Einverständnis n.it a en Prozeßbekeiligten die Beweisaufnahme für ge- schlossen. In 0er nächsten Sitzung beginnen die Plawoyers. Ganz wie bei uns. Ein neuer Kriegszustand ist über die Franzosen hereingebrochen, oder vielmehr: sie bekommen es immer deutscher zu spüren, daß auch für sie der durch Waffenstillstand und Friedensoertrag angeblich längst beendete Wettkrieg in seinen Wirkungen immer noch fortdauert, immer neue Formen annimmt, heute etwas abzuflauen scheint, um morgen an anderer Stelle und in anderem Gewände um so heftiger wieder aufzuflammen. Was will man mehr zur Erörterung dieser Tatsache als die Meldung, daß vom 1. März ab »im großen und ganzen" alle Einschränkungen aus der Knegszeit wieder in Kraft getreten sind — provisorisch. fügt die amtliche Mitteilung fürsorglich hinzu, aber wer kann heute schon wissen, wie lange diese zeitliche Begrenzung wohl dauern wird? Kohlen sollen, zum Beispiel. nur diejenigen bewilligt erhalten, die keine andere Heizungsmöglichkett haben. Cafes, Restaurants. Hotels müssen um 10 Uhr schließen, Theater. Konzerthallen und Kinos um 11 Uhr. Auch die persönliche Freiheit muß sich weitgehende Kriegsbeschränkungen gefallen lassen: Verhaftungen werden vorgenommen, als stünde der Feind im Lande, die Gerichte gegen Streikende und Aufrührer in Bewegung gesetzt, als wäre die Revolution im Anzuge. Bei uns herrscht der Belagerungszustand: in Frankreich werden rasch, von heute auf morgen. Ausnahmegesetze fabriziert, mit denen die staatliche Ordnung aufrechterhalteil werden soll. Der Sieger hat, in dieser Beziehung wenigstens, vor den Besiegten nichts voraus, und wir werden mit lebhaftem Interesse beobachten, ob und wie es ihm gelingen wird, sich seines inneren Feindes zu erwehren. Auf amerikanische Hilfe darf er in diesem Falle wohl nicht rechnen. Ein kleiner Tropfen hat diesmal das Faß zum überlaufen gebracht. Irgendwo wurde ein Eisenbahnbeamter entlassen, weil er. obwohl ihm der dazu erforderliche Urlaub ausdrücklich verweigert worden war. eigenmächtig aus dem Dienst fortgeblieben war. um an einem Gewerkschaftskongreß teiinehmen zu können. Das genügte, um einen riesenhaften Verkehrsstreik in Gang zu bringen, der schon auf Post und Telegraphie überzugreifen droht. Im Handumdrehen wurden weitgehende Forderungen formuliert, die mit dem unmittelbaren Anlaß der Bewegung natürlich nicht das geringste gemein haben: in Wirklichkeit handett es sich um eine von langer Hand vorbereitete Mion, die nur auf irgend einen äußeren Anstoß wartete. Herr Millerand versucht es mit den gleichen Mitteln, deren Lloyd George sich im vorigen Jahre mit Erfolg bediente: er ist bereit, zu verhandeln. aber erst nach bedingungsloser Wiederaufnahme der Arbeit. Inzwischen läßt er die Kammer gegen die Streikenden aufmarschieren und sucht durch umfassende Organisation eines großartigen Lastkraftwagenverkehrs das Wirtschaftsleben der Nation nach Möglichkeit aufrechtzuerhalten. Indessen die französischen Chauffeure erweisen sich nicht in gleichem Maße dienstwillig wie ihre britischen Kollegen, und ob sie durch freiwillige Arbeitsangebote aus der Bevölkerung ausreichend zu ersetzen sein werden, ist die Frage. Die Mobilisierung bestimmter Klassen der Eisenbahner scheint auch ein Schlag ins Wasser zu bleibe Der niaßgi ihr m der al diene weil s richte. Lerke! Gurg> gegen dieser -Gruft Word« weite: heroo Fragt Gelbs Krieg § kenne! imme gibt. werde nur könne beute Deuts Kneb« Das Poim inzwi steigt darar dann ander Sitzu Anfr, Lusv Bade man: badei Perst so gk Infr Stra daß als i ^ragc Haft hier l in dl Einst Mat« lose! vor. Esser Zahl Ein Ran« 103 Snzc Leut mußi amte unw lasse Hindi richt schuh Die Vers die < ablei Der ^riumpb cies Lebens. Roman von Lola Steins 19 j (Nachdruck Verbote» ) Zweiter Teil. " 1. Kapitel. _ Irene Runge kam mit Zischen vom Spaziergang heim- Es war einer jener goldenen Septembertage mit klarer und linder Luft, von Sonnenschein übergoffen. Die beiden waren in die Kolonie Grunewald gefahren und hatten dort das herrliche Farbenspiel der Bäume bewundert, die in den verschiedensten Schattierungen vom hellsten zartesten Gelb bis zum dunkelsten Braun und satten Rot die Augen entzückten. ... .. .. ^ Nun kamen sie zur Kaffeestunde heim, die alte Frau Vollmer erwartete sie ayl gedeckten Tisch, es kam die gemütliche Kaffeestunde, die die beiden Damen täglich mit Jlschen hatten, bei der das Kind lebhaft plauderte und die Großen sich ihrer freuten. Als vor nunmehr fünf Monaten Frau Marga gestorben war und Irene das Haus Horst Vollmers verlassen wollte, weil es nun nichts mehr für sie zu tun gab» wie sie meinte, da hatte er sie inständigst gebeten, bei ihm und seinem Töchterchen zu bleiben. Jlschen hing mit zärtlichster Liebe an Irene, durch ihren Einfluß war aus dem verschüchterten, einsamen Kinde in kurzer Zeit ein ganz anderes Wesen geworden. Sie würde schmerzlich unter der Trennung von Irene leiden, das wußte er. Und er selbst! Es widerstrebte ihm, von seinem Gefühl zu dem geliebten Mädchen zu sprechen, jetzt, nachr dem seine Frau gerade zu Grabe getragen war, aber sie wußte ja, wie es aussah in ihm. Und so hatte er ihr denn nur gesagt, daß sie auch zu seinem Leben notwendig sei. ^ Er bat seine Mutter, zu ihm zu ziehen. Diese Lotung war die einfachste, nun konnte Irene bei ihm und seinem ««nde bleiben und sie tat es nur zu gern. "tts Fra» Vollmer batte des SobneS, Wunsch sofort erfüllt und gemeint: »Auch dieseSmal wird meine Anwesenheit bei euch kaum von langer Dauer sein, aber wenn ich wieder in meine Wohnung zurückkehre, dann wird es wohl aus einem freudigeren Grunde geschehen als damals, wo ich das Zusammenleben mit Marga nicht ertrug." . Er hatte nichts erwidert, aber das Aufleuchten sein« Augen hatte ihr gedankt und ihr recht gegeben. Und nun leitete sie gemeinsam mit Irene den Haushalt. das Fräulein wurde entlasten. Irene widmete sich Jlschen und dankte dem Kinde feine Liebe mit der ganzen Hingabe ihrer Persönlichkeit. . . Wie hatte das Volkmersche Haus sich verändert, seitdem man Frau Marga zu Grabe getragen! Der Druck, der auf den Gemütern gelegen, fiel ab, sie alle fühlte» sich innerlich erlöst und befreit. ^ Nun verwies es Jlschen keiner mehr, wenn sie durch die Zimmer tollte, sich jagte mit Prinz, wenn ihr lauteS frohes Lachen und des Hundes lustiges Gebell dazwischen erscholl. Nun wurde in allen Räumen offen und froh geplaudert, nirgends war ein scheues Flüstern mehr, nirgends ein vorsichtiges Schleichen, um nur ja nicht de« Schlummer der Kranken zu stören. Jeder Winkel der Wohnung atmete jetzt Gemütlichkeit. Traulichkeit, überall standen Blumen in hohen Vase», verbreiteten Leben und Farben und Duft. Irenes Begabung. eine Häuslichkeit zu dirigieren und harmonisch z» gestalten, erwies sich nun ganz. So lange Frau Marga lebte, hatte das junge Mädchen so wenig wie möglich verändert, verbessert, um die Hausfrau nicht zu kränken, nun aber arrangierte sie manches anders, als es früh« gewesen, stellte die Möbel in den Zimmern um, gab allem eine künstlerische Anordnung, schaffte einige neue kleinere Gegenstände au. die die Wohnung putzten und verschönten. .. ^ - Wie gern kam Horst Vollmer jetzt in sein Heim, darr früher am liebsten gemieden. Oft tönte ihm Klavierspiel entgegen, wenn er abends heim am. Wenn Jlschen zur Ruhe gebracht war, setzte Irene sich meistens an den Flügel und die vollen schöne» Laus. Sie ivielte aut und gern "und hatte stets bedauert, in ihrem Beruf als ^Krankenschwester keine Zeit und Gelegenheit zu haben, "ihre Musik zu pflegen. Zuweilen sang sie auch zu ihrem Spiel. Ihre Stimme war rein und süß. aber ohne Schulung. Sie hatte zuerst aufgehört. wenn sie Horsts Schritte vernommen, aber er bat sie so dringond, weiterzuspielen und zu singen, daß sie seinem Wunsche willfahrte. Er setzte sich in den Hintergrund des Salons und hörte ihr zu. Und über seine Züge breitete sich ein Schimmer von Glück, von tiefster seliger Ruhe. Wenn sie schließlich aufhörte, dänkte er ihr für ihr Spiel, manchmal mit einigen warmen Worten, manchmal nur 8»rck einen innigen Händedruck. Dann gingen sie gemeinsam inS Speisezimmer, wo die alte Frau Volkmer sie zum Abendbrot erwartete. Die beiden Menschen hatten nie wieder über ihr Gefühl gesprochen. Eine leise und nicht zu erklärende Scheu hielt sie voneinander zurück. Vielleicht war eS darum, weil so bald schon nach der ersten Aussprache, die sie miteinander gehabt, in der sie ihre Liebe erkannt und ihre Entsagung beschlosten, der Tod ins Haus gekommen war und-die von ihren Leiden erlöste, um derentwillen Horst und Irene auf eigenes Glück verzichten gewollt Hätte Horst nie zuvor von seinem Gefühl zu der Geliebten gesprochen, dann hätte er sich ihr wohl bald nach dem Tode seiner Frau erklärt. So aber ließ er ungesprochen, was wie ein scheues und seliges Geheimnis zwischen ihnen schwebte. Irene wußte ja, mußte misten, was sie ihm war. Und sie mit ihrer feinen Empfindung würde begreifet daß er noch wartete, sich sein Glück zu sichern. Daß es ihm brutal erschien und unedel, gleich, nachdem seine Iran die Augen geschloffen, sich in ein neues Leben zu stürzen» zu schwelgen und zu genießen, wo sie eben die Erde deckte. Er wollte sich noch eine Zeit der Entsagung, der Beherrschung auferlegen und dann sich sein Glück erringen, sein Glück, an dem er ja jetzt schon baute, das er vorbereitete für eine spätere, ersehnte Zeit. Zuweilen wurde er ungeduldig und umuhig. WerM d Irene sab und sprach, wenn er ihre geliebte '»dei «ls loi lvttk ein» vet, ann ver» ien- häft der» An. , er» erich uge. !iner eder gten stelle lebe aale vers ffani ektor dnis ge. yers. isen amer istill- Belt, amer , um m so zur vom ngen rovi- inzu. diese allen, rlten. nfes. :ater. rliche ballen e der Auf. n im rank» ,esetze alten stens. : leb» tngen meri» n. Lber» rmter claub dem jasts» einen schon äand» t. die nicht s sich r auf > ver» e sich ver» ahme l die 'sende ckehrs auf» e er» : ihre betts» l sein lassen er zu bleiben; die Leute leisten den Befehlen einfach keine Folge. Der revolutionäre Charakter der Bewegung wird an den maßgebenden Stellen in Paris nicht verkannt, ebenso wenig ihr ausgesprochener Klassencharakter: mit den großen Ideen der allgemeinen Menschenrechte habe sie nichts zu tun, sie diene der Reaktion und sei politisch wie ökonomisch unsozial, weil sie sich gegen die Kräfte der Freiheit und Fortschritts richte. Die gleiche Erfahrung haben wir ja mit unseren Verkehrsstreiks auch zur Genüge gemacht: die Hand an der Gurgel des Staates, das war die Parole, unter der damals gegen die Allgemeinheit gekämpft wurde. Wir haben uns dieser Bewegung nur mühsam erwehren können, und im Grunde genommen sind wir ihrer noch immer nicht Herr ge» worden; im Verborgenen wühlt und arbeitet sie unermüdlich weiter, um im gegebenen Augenblick wieder aus dem Dunkel hervorzuspringen. Die Franzosen sind hinreichend.gewarnt. Fragt sich nur. ob nicht auch in ihrer Milte der Mut zur -Selbstbehauptung unter den Ein» und Nachwirkungen des ^Krieges so ziemlich verloren gegangen ist. Herr Millerand konnte auch bei dieser Gelegenheit er- kennen, daß es trotz Weltkrieg und Gewaltsrieden in Europa immer noch so etwas wie gemeinsame Interessen der Völker gibt. Des gemeinsamen Umsturzes bolschewistischen Gepräges werden sich die bedrohten Kulturstaatcn des Westens schließlich nur durch gemeinsame Verteidigungsmaßnahmen erwehren können. Statt dessen kennt die französische Politik auch heute noch kein höheres Ziel als die Ausplünderung Deutschlands, seine Schmähung und Demütigung, seine Knebelung und Wehrlosmachung nach Kräften fortzusetzen. Das ist unter Deschanel und Millerand so, wie es unter Poincars und Clemenceau war. Die Entwicklung ist aber inzwischen nicht stehen geblieben, die sozialen Gefahren steigern sich von Tag zu Tag. Will die französische Republik daraus nicht die notwendigen Nutzanwendungen ziehen, dann werden die Früchte des Sieges nicht ihr. sondern ganz anderen Leuten zugute kommen. Badischer Landtag. 16. Oeffentliche Sitzung. Karlsruhe, 2. März. Präsident Kopf eröffnete die Sitzung. Das Haus erledigte zunächst eine Anzahl kurze Anfragen, darunter eine des Abg. Rösch (Soz.) wegen Ausweisung des Unabhängigen Sozialisten Neumann aus Baden. Minister Remmele erklärte dazu, daß Neumann sich schon wochenlang beschäftigungslos in Oberbaden aufgehalten habe. Das Ministerium weise solche Personen aus Baden aus und habe in diesem Falle ebenso gehandelt. Abg. Hamann (Soz.) brachte eine kurze Anfrage über die Ernährung der Gefangenen in den Strafanstalten vor. Justizminister Trunk bemerkte dazu, daß die Ernährung der Gefangenen nicht schlechter sei, als die der freien Bevölkerung. Abg. Straub (Ztr.) begründete eine förmliche Anfrage des Zentrums über die Korruption in der Beamtenschaft. Minister Dr. Wirth führte dazu aus: Ich muß hier Stellung nehmen gegen einen Artikel, der im November in der Mannheimer „Volksstimme" erschienen ist, da der Einsender des Artikels bisher dem Ministerium sein Material nicht zur Verfügung gestellt hat. Gegen grundlose Vorwürfe gegen die Eisenbahner geht das Ministerium vor. An der Bekämpfung des Schiebertums hat sich die Eisenbahnverwaltung mit Erfolg beteiligt. Leider hat die Zahl der Diebstähle auf den Eisenbahnen zugenommen. Ein besonders bedauerlicher Fall ist auf dem Mannheimer Rangierbahnhofe vorgekommen, wo 76 Beamte und 103 Arbeiter daran beteiligt sind. Es wurden eine Anzahl Eisenbahnwagen beraubt, hauptsächlich von jungen Leuten, die infolge des Achtstundentages eingestellt werden Mußten. Am 1. Juli ist bereits den Arbeitern und Beamten eröffnet worden, daß bei Eigentumswegnahme unweigerlich Entlassung erfolgen wird. Nach diesem Er- lasse wurde verfahren. Zur Ueberwachung und zur Verhinderung der Diebstähle sind Ueberwachungsstellen errichtet worden, außerdem wurde ein beweglicher Bahnschutz in Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe geschaffen. Die Vorfälle in Mannheim stehen vereinzelt da. Eine Versammlung in Friedrichsfeld hat verlangt, daß gegen die Schuldigen nicht vorgegangen wird. Ich muß es ablehnen, der Justiz in den Arm zu greifen. Die Organisation des Verkehrspersonals auf dem Rangierbahnhofe in Mannheim hat sogar mit einem Streike gedroht, wenn gegen die Eisenbahner wegen der Diebstähle vorgegangen wird. Die Eiterbeule auf dem Rangierbahnhofe in Mannheim muß aber aufgestochen werden. Minister Trunk: Dem Untersuchungsrichter in Mannheim ist zur Durchführung des Verfahrens ein zweiter Untersuchungsrichter beigegeben worden. Die Angelegenheit soll beschleunigt werden. — Die Abgeordneten Mager (D. N.) und Weißhaupt (Ztr.) stellten in landwirtschaftlichen Angelegenheiten förmliche Anfragen. Abg. Sänger (Dem.), Abg. Fischer (D. N.) und Abg. Albietz (Ztr.) begründeten Anträge aus wirtschaftlichen Gebieten. In seiner Beantwortuüg trat Minister Remmele für die Beibehaltung der Zwangswirtschaft ein, und führte aus: Nachdem die Reichsregierung sich für die Zwangswirtschaft für Tabak ausgesprochen habe, muß sie durchgeführt werden. Sie kann es auch, nachdem die Reichsregierung den Pflanzern einen Preis von 1000 Mk. für den Zentner bewilligt hat. Die Prämienwirtschaft wird im Reiche nicht viel Freunde haben. Ich habe bisher gefunden, daß die Städter ein steigendes Verständnis für die Landwirtschaft haben. Die Landwirte sollen im nächsten Jahre bekommen 1100 M- für den Weizen, für den Roggen, Gerste und Hafer je 1000 M. für die Tonne, für Kartoffeln 25 Mk. für den Zentner. Infolge der allgemeinen Preissteigerung müssen wir im Herbste mit einer weiteren Steigerung des Brotpreises auf etwa 3 Mk. rechnen. Gegen die Einführung von Luxusartikeln wird streng vorgegangen werden. Es sollen Ein- und Ausfuhrstellen errichtet werden, die einen Teil der Devisen dem Reiche zur Einfuhr von Lebensmitteln geben. Die Regierung ist bereit, für die Aufrechterhaltung der Zwangswirtschaft für Brotgetreide, Kartoffeln, Milch und Fleisch zu wirken. Keine Zwangswirtschaft soll eingeführt werden für Obst, Eier und Wein. Die Führer der Landwirtschaft sollten alles tun, um die Landwirtschaft zur Ablieferung zu bringen und nicht die landwirtschaftlichen Fragen politisch ausnützen. Aus dem sozialdemokr. Metallarbeiterverband. Die inneren Kämpfe im sozialdemokratischen Metallarbeiterverband nehmen täglich an Schärfe zu. Das Organ, die „Metallarbeiter-Zeitung", ist ganz auf die Agitation für die Unabhängigen mit ihrem noch radikaleren Anhängsel der Kommunisten und Spartakisten eingestellt. Das Hauptorgan der württembergischen Sozialdemokratie, die „Schwäb. Tagwacht" (Nr. 14 vom 19. Febr.) nimmt in einem Leitartikel „Die neue Aera im Metallarbeiterverband" Stellung zu den Zuständen, die sie scharf verurteilt. Im Revolutionsrummel haben viele christlich gesinnten Arbeiter und Arbeiterinnen den Weg in die sozialdemokratischen Gewerkschaften gefunden. Sie spielen nun dort keine rühmenswerte Rolle. Als Mitläufer im radikalen „roten Meer" arbeiten sie den „hohlsten Phraseuren" in die Hand. Höchste Zeit ist es, daß die christlichen Arbeiter, Arbeiterinnen und Angestellte nun den Anschluß an die christlichen Gewerkschaften v.ll- ziehen! A«s Stadt «nd La«». Karlsruhe, 4. März. 1820. * Die badischeBeamtenschaftinden Reichsbehörden. Die Abgg. Dietrich, Dr. Leser, Dr. Glöckner, Ihrig und Kölblin haben im Landtage folgende förmliche Anfrage eingebracht: In welchem Verhältnis ist die badische Beamtenschaft in den Reichsbehörden vertreten? Ist die Regierung erforderlichenfalls gewillt, alsbald nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß in diesen Behörden badische Beamte aller Kategorien in der dem Lande Baden zustehenden Anzahl verwendet werden? * Die Bad. Landwirtschaftskammer hat durch Pachtung das Schloßgut Eberslein bei Gernsbach übernommen und errichtet dasselbst eine Versuchs- und Lehrwirtschaft für s als iaben, S zu : ohne chritte vielen - Er 4e ihr c von Irr ihr ichmal w. wo :r ihr irende ar es re. die it und >mmea willen Wollte liebten h d eM cochen. . ihnen war. reifen, )aß es : Frau lürzen, deckte, er Be* singen, r vor» Wenn eliebte Nähe fühlte, dann trieb alles in ihm dazu, sie an sei» Herz zu nehmen, ihre ersehnten Lippen mit Küssen zu be» »ecken, selig, nur selig zu sein. Aber er bezwang sich. Denn ihm auch Margas Tod Erlösung war und Betretung. wenn auch seit Jahren nichts mehr in seinem Herzen für sie gewesen war als Mitleid, so vermochte er «S doch nicht, alle Rücksichten nun beiseite zu setzen, nur seinem Gefühl zu folgen, daS ihn zu Irene trieb. Es war keine Schuld zwischen ihnen gewesen. Und Hennoch wäre eS ihm fast wie Sünde erschienen, wenn er sie, di« er so inbrünstig liebte, gleich nach dem Tode seiner au zum Weibe nahm. Eine Zeit mußte vergangen sein, ; von den Menschen bestimmte Zeit der Trauer, der ammlung, dann sollte Irene sein werden. Er glaubte auch, diese Rücksicht auf die tote Mutter em Kinde schuldig zu sein. Und hoffte, Irene würde n versieben. auL obne Worte. _ Tlnd sie verstand ihn. Ehrte seine Zurückhaltung, ehrte die Rücksichtnahme auf die Tote und das Kind. Sie war nicht ungeduldig. Ihr Glück schien ihr sicher. Sie blühte wieder auf. Die liebkosenden Blicke Horst Volkmers, die Der sie hinglitten, wenn sie sich einmal allein begegneten, dfoder wenn sie am Flügel saß und seine Augen auf sich en fühlte, seine Blicke, die wie Küsse waren, wie taufend tliche Worte, sein Lächeln, das ihr dankte und immer iwieder dankte für ihre Nähe, für ihre Sorge um ihn, sein Händedruck, das alles ließ sie erblühen, schöner werden, sie es je zuvor gewesen war. Liebe verschönt. Glück veredelt. Und sie ging ja her in Liebe, sie war im Innern erfüllt von Glück, on einem halb nur geahnten, erträumten, ersehnten Glück, die Zukunst ihr bringen würde. Die Melancholie, die über ihrem Wesen gelegen, wand. Sie war nun wieder ganz die sonnige, frohe rene von einst, die Freude und Sonnenschein um sich cbreiteft. Manchmal auch sehnte sie die Zukunft herbei, manch- al wurde sie ungeduldig. Träumte von der Erfüllung er Sehnsüchte. Lag nachts wach und dachte an den tbrer Liebe und iüblte. daß es doch schwer war. Uch stets 'zu beherrschen, sich immer in der Gewalt zu Haben und nie fein GefW zu verraten. Und ahnte in diesen Stunden, daß auch Horst wach Lg. an sie dachte, sich nach ihr sehnte, der Zukunft ent- ««genfieberte, die ihnen beiden Erfüllung bringen sollte, Len Besitz des geliebten Menschen, LaS völlige Aufgehen deS einen im andern ... So verging die Zeit. Als JlSchenS große Ferien begannen, reiste die alle Frau Vollmer mit Irene und Jlschen in ein Ostseebad. Horst Vollmer machte allein eine große Gebirgsreise. Er batte das ständige Zusammensein mit Irene, fern von aller Arbeit und Ablenkung, gefürchtet. Noch schien ihm die Zeit nicht gekommen, glücklich zu sein, darum floh er die Nähe des geliebten Mädchens in diesen Sommerwochen. Irene war enttäuscht über seinen Entschluß. Sie nahm ihn schweigend hin, aber ihr Herz tat ihr weh, daß sie ihn nun entbehren sollte, ihn, ohne den sie sich ihr Leben nicht mehr denken konnte. Horst Vollmer hatte sich die Trennung von Irene leichter gedacht. Aber er fand keine Freude und keine Er» bolung auf seiner Reise. Seine Gedanken weilten bei Irene, seine Wünsche, seine Träume, alles eilte zu ihr. So kürzte er seine Reise nach drei Wochen ab und verlebte die letzten zehn Tage doch noch in Binz bei seinen Lieben. Und eS wurden wundervolle Sommer- tage. Sie saßen zusammen im Strandkorb und blickten in die Unendlichkeit des Meeres, Jlschen spielte zu ihren Füßen. Sie schwammen mit dem Kinde hinaus in die See, sie segelten an schönen Sommerabenden. Sie machten wette Wanderungen durch die herrlichen Buchenwälder und waren dann zuweilen allein miteinander, da diese Spaziergänge für Jlschen und Horsts Mutter zu anstrengend waren. Zuerst begleitete Walter sie. Er hatte drei Wochen Ferien und wollte diese Zeit mit seiner Schwester ver- leben. Er war erst acht Tage in Binz, als Horst Vollmer eintraf. Aber schon vier Tage später reiste Walter ab. Er behauptete plötzlich, sich in Binz zu langweilen, doch lieber den Rest seiner Ferien im Gebirge verleben zu wollen. _ Wein- und Obstbau. Es soll auf dem Gute den Söhnen von Rebbesitzern und.Landwirten Gelegenheit zu einer gründlichen beruflichen Ausbildung im Reb- und Obstbau geboten werden. * Höchstpreise für Käse hat das Ministerium des Innern festgesetzt: für den Zentner Speisequark mit einem Wassergehalte von höchstens 75 v. H. 160 M., für Weichkäse nach Cammenbert-, Brie-, Neuchatel-, Münster- Art mit einem Fettgehalte von wenigstens 10 v. H. der Trockenmasse 350 M.» für Weichkäse mit einem Fettgehalte von weniger als 10 v. H. der Trockenmasse 290 M. Tie Kleinverkaufspreise für den von der badischen Landesfettstelle an die Kommünalverbände gelieferten Käse haben die Kommunalverbände festzusetzen. * Die Kleinpachtlandordnung. Die Abgg. Schön, Schloß und Platenius (Dem.) haben an die Regierung im Landtage folgende förmliche Anfrage gerichtet: Ist es richtig, daß eine Umfrage über die Notwendigkeit einer Kleinpachtlandordnung ein verneinendes Ergebnis hatte? Wird diese Stellungnahme der Verwaltungsbehörden durch die beobachteten Preise gestützt? Nach unseren Beobachtungen ist nicht nur die Nachfrage nach Kleinpachtland noch groß und ungestillt, sondern auch die Sicherheit der Pächter nicht die wünschenswerte. Wird die Regierung von der Ermächtigung in Z 8 des Gesetzes vom 31. Juli über die Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung Gebrauch machen? * Vom 1. März ab wurde der Fahrpreis auf allen staatlichen Kraftwagenlinien in Baden um 100 Prozent, d. i. für das Tarifkilometer von 15 aus 30 Pfg. erhöht. bla. Der seit einiger Zeit geplante Operetten-Abend in der Festhalle, der wegen verschiedener Hindernisse mehrmals verschoben werden mußte, wird nun am nächsten Sonntag, abends 7 '/2 Uhr, in der Festhalle abgehalten werden. Es ist ein auserlesenes, umfangreiches Programm in Aussicht genommen. Für die Mitwirkung sind hervorragende Vertreter des Operettenfaches, Damen und Herren, unter der Leitung von Herrn Otto Hans Norden vorgesehen. * Bad. Landestheater. Im Landestheater: Samst., 6 . „Gawan" (7.—), 7 Uhr. — Sonnt., 7 ., nachm. 2 Uhr. „Im weißen Rößl" (80—4.—), abends 5 Uhr. „Tannhäuser" (14.—). — Mont.,. 8 . „Liselott von der Pfalz. (7.—), 7 Uhr. — Dienst., 9. Neu einstudiert: „Macbeth" (7.80), 6 ^2 Uhr. — Mitttv-, 10 . „Das Nachtlager in Granada" (9.30), 7 Uhr. — Donnerst., 11 . Macbeth (7.80), 6'/2 Uhr. — Freit., 12 . „Liselott von der Pfalz" (7.80), 7 Uhr. — Samst., 13. „Das Drei- mädlerhaus (9.30), 7 Uhr. — Sonnt., 14., nachm. 2 Uhr. „Hans Huckebein" (80—4.—), abends 6 Uhr. „Hugenotten" (14.40). — Mont., 15. „Schwanenweiß" (7.80), 7 Uhr. Im Konzerthaus. Samst., 6 . „Hänsel und Gretel" (7.70), 7 Uhr. — Sonnt., 7. „Die 3 Zwillinge" (6.50), 7 Uhr. — Mittw., 10., „Hans Huckebein" (6.50), 7 Uhr. — Samst., 13. „Libelei" (6.50), 7 Uhr. - Sonntag, 14. „Altheidelberg" (6.50), 6^/2 Uhr. — Zu den Werktagsund Sonntag-Nachmittags-Vorstellungen im Landestheater und zu allen Konzerthaus-Vorstellungen gelten die Vorzugskarten. Vorrecht der Vorzugskarten in den Verkaufsstellen und an der Theaterkasse (Hauptgebäude) am Samstag den 6 ., ('/ 2 IO —1 Uhr), Verkauf zum Kasien- preis von Montag, den 8 . an. Zu „Hugenotten" am 14. haben Inhaber von Vorzugskarten ein Vorkaufsrecht (je 2 Karten) am Montag, den 8 ., nachm. '/2 4—5 Uhr, der allgemeine Verkauf hierzu beginnt Dienstag, den 9. Mannheim, 3. März. Der Stadtrat beschloß ein Darlehen in Schweizer Franken aufzunehmen. — Stadtverordneter Max Moses, der aus der gemeinsamen Liste der Evangelisch-sozialen Pattei und der Mietervereinigung in den Bürgerausschuß gewählt wurde, ist nach Auflösung der Evangelisch-sozialen Pattei zur deutschen (liberalen) Volkspartei übergetreten. Hiergegen hat die Mietervereinigung Einspruch beim Ministerium eingelegt. Dieses hat erklärt, daß es sich in der Angelegen- Irene war von dem Beschluß bes Bmders befremdet. Walter, der bisher keine Stunde versäumt, die er in ihrer Gesellschaft verbringen konnte, zog sich in der letzten Zeit von ihr zurück. Er hatte sie ausgelacht, als sie es ihm gesagt, aber es blieb dennoch Wahrheit. Er mied neuerdings das Volkmersche HauS. Er kam wohl, aber meistens nur, um Irene abzuholen, selten blieb er einmal einen Abend gemütlich mit ihnen zusammen. Er schien überhaupt verändert. Nervös, unstät und bleich war er. Er arbeitete sehr angestrengt, seine Tätigkeit in der Charite nahm ihn stark in Anspruch dazu kam seine Praxis, die zwar noch recht klein war, aber doch auch »inen Teil seiner Zeit fordert« und abends und oft nachts studierte er, bildete sich weiter, schrieb fachwissen- schaftliche Abhandlungen und kleine Artikel» die ihm ein paarmal schon abaenommen worden waren. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Das Land der Wunder. Um die Schrecken deS von Osten drohenden Bolschewismus zu kennzeichnen, teilt eine Berliner Tageszeitung mit, daß seit ISIS in Rußland die Zahl der Geburten um 200 °/i> zurückgegangen ist. Rußland galt schon immer neben Amerika als das Land der Maßlosigkeiten. Die Geburtenzahl aber auf — minus 100 ^ bringen, das konnten nur so furchtbare Menschen wie Trotzki und Lenin. Das grotze Kinderstcrben in Wien. Der Haupt» ausschuß für gesundheitliche Jugendpflege und Jugendfürsorge in Wien veröffentlicht eine traurige Statistik über die Abnahme der Zahl der Wiener Schulkinder. In den untersten Volksschulklassen des Jahres 1910 gab es 56000 Kinder. 1919 nur noch 35 469 Kinder. 1920 dürften nur noch 23 000. im Jahre 1924 nur 13 000 Kinder in die unterste Klaffe ein- treten. Im Oftober 1910 gab es in den Volks- und Bürger» schulen 242 386 Schüler; im laufenden Jahre gibt es 195 748. Im Jahre 1924 werden es nur noch 146 000 sein. Vom 1- Oftober bis 15. Dezember 1919 standen in Wien 6430 Todesfällen 6588 Lebendgeburten gegenüber. heit um eine Frage handle, die nur die Gemeindeverwaltung angehe. Mannheim, 3. März. Das Wuchergericht verurteilte verschiedene Tabakschieber, so den Landwirt Lösel aus Philippsburg, zu einer Gefängnisstrafe von 1 Monat und 5000 Mk. Geldstrafe, den Werkmeister Franx Xaver Müller aus Herxheim, zu 3 Monaten Gefängnis und zu 85000 Mk. Geldstrafe. Außerdem soll der Uebererlös aus dem geschobenen Tabak mit 60824 Mk. eingezogen werden. Zigarettenfabrikant Mazett wurde zu 2 Monaten Gefängnis und zu 30000 Mk. Geldstrafe verurteilt Fabri- kannt Katorowitsch zu 4 Monaten Gefängnis und zu 30000 Mk. Geldstrafe verurteilt. Der von Mazett und Katorowitsch erzielte Uebererlös von 7214 Mk. soll eingezogen werden. Ferner soll das Urteil veröffentlicht werden. Heidelberg, 3. März. Eine in Heidelberg abgehaltene Versammlung der Mühlenbesitzer der Amtsbezirke Weinheim, Mannheim, Schwetzingen, Heidelberg und Wiesloch beschloß die Gründung eines Verbandes unter dem Namen „Unterbadische Müllervereinigung". Als Vorsitzender wurde Adam Eberle in Laudenbach a. d. B. gewählt. Es wurde beschlossen, im Hinblick auf die Teuerung und die hohen Betriebskosten den Mahllohn auf 5 M. und den Schrotlohn auf 2.50 M. für den Zentner festzusetzen. Lahr, 4. März. Hier wurde ein Elektrotechniker wegen umfangreicher Schiebergeschäfte verhaftet. Der junge Mann desertierte während des Krieges zu den Franzosen und leistete ihnen Spionendienste. Die Untersuchung soll noch weiteres belastendes Material ergeben haben. St. Georgen i. Schw., 2. März. In Augsburg ist der 25 jährige Reinhard Müller festgenommen worden; er hatte letzten Herbst die Gemeindekasse von Reichenbach im Kinzigtal um rund 5000 M. beschwindelt und das Geld in liederlicher Gesellschaft durchgebracht. In St. Georgen und Umgebung brach er mehrmals ein, in Schramberg stahl er seinem Onkel 2000 M. Mit einem anderen zusammen steckte er in Erdmannsweiler das Anwesen des Landwirts Lehmann in Brand. Der gegenwärtige Verlauf -er Grippe. Ueber das Auftreten der Grippe und die Beobachtungen, die man über den Verlauf der Krankheit gemacht hat, äußert sich Geh. Rat Kraus in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift. Ec betont, daß man schärfer als bisher zwischen den immer vereinzelt oder häufig auftretenden influenzaähnlichen Erkrankungen und der wohl noch eine Zeitlang wiederkehrenden eigentlichen Jnfluenza- epidemie unterscheiden müsse. Den Ausschlag für die Erkennung der eigentlichen Influenza kann und muß die eingehende Berücksichtigung aller Erscheinungen schon im Beginn der Krankheit geben. Die Pseudo-Influenza in ihren verschiedenen Formen fällt auf durch ihre Neigung zu Rückfällen. Die eigentliche Influenza dagegen scheint wenigstens für eine gewisse Zeit einen Schutz gegen eine neue Erkrankung zu hinterlassen. Als Anfangserscheinungen der richtigen Grippe sind allgemeine Abge-' schlagenheit, Gliederweh. Kopf- und Augenliderschmerzen, dann eine eigenartige Erkrankung der Rachenschleimhaut, der oft erst später sich einstellende Schnupfen u. a. zu betrachten. Oesters weist die Influenza von Anfang an vorwiegend nervöse Symptome auf; doch ist die Schwere der Erkrankung in der Regel bedingt durch die frühzeitig, bereits am dritten oder vierten Arbeitstage, manchmal aber auch später unter Seitenschmerzen sich hinzugesellende Erkrankung der Bronchien und der Lunge. Als Heilmittel gegen die Erkrankung werden Eukupin und Grippe- ssrum verwendet. Auch nach leichterem oder mittelschwerem Verlauf der Grippe ist noch ein häufig hartnäckiges Krankheitsstadium ohne Fieber festzustellen, bei dem Schnupfen und Bronchitis fortdauern und das die volle Sorgfalt des Arztes erfordert. Am Rhein. VerfikmmungSbllder eines Sonderberichterstatters (Nachdruck verboten.) Köln, Enüe Februar. Vom Dom klingt feierliches Glockengeläut, und um di« Aohen Türme flattert ein Schwarm von Vögeln. Drinnen »Gottesdienst. Brausend klingen die Orgeltöne durch den hochgewölbten Raum, und Sonnenschein bricht durch d'« bunten Fenster. Am Hochaltar walten dse Priester ihrt< Amtes, die Menge liegt andächtig auf den Knien. Doch -- man braucht nur wenige Schritte zu Mn, nur aus dem Dom auf die Straße hinauszutreten, und man ist plötzlich mitten in einem brandenden Gewühl von hastenden Menschen, die wie von Sinnen Geschäften nachjagen. In Köln spekuliert heute jedermann, und der Tanz ums Goldene Kalb ist nachgerade zu einer wilden Orgie ausgeartet . . . Wohin man blickt, Engländer und wieder Engländer i Tommies aller Waffenarten. Dazwischen Franzosen. Amerikaner und Belgier. Sie fühlen sich sehr wohl hier, die fremden Truppen. Man sieht bei ihnen fast ausnahmslos nur lachende, fröhliche Gesichter. Weshalb sollten sie auch nicht zufrieden sein? Der Ententesoidat erhält den Sold in seiner Landesmünze und bekommt dadurch eine für seine Begriffe geradezu phantastische Summe in die Hände, die er aber sehr schnell und freigebig wieder ausgibt. Aus London ist hierher ein großes englisches MiliiLrausstattungsgeschäst gekommen, wo der Tommy alles kaufen kann, wonach sein Herz begehrt: Mützen. Regimentsabzeichen, Ordensbänder. Es gibt in Köln Geschäfte, die Riesenumfätze erzielen nur durch den Verkauf von Spazierstöcken aller Art. wie sie der englische Soldat zu tragen pflegt, wenn er spazieren geht. Und er geht sehr viel spazieren. Der Geldregen über Köln. Allein auch die Einwohner von Köln scheinen mit ihrer Zwangseinquartierung nicht unzufrieden zu sein. Es ist eigentlich kein Wunder, daß es so ist: Der Kölner verdient durch die feindliche Besatzung gewaltige Summen. Es liegt klar auf der Hand, daß bei diesem Geldregen, der sich jetzt über Köln ergießt, leider, aber unoermeidlicherweise, die N oral der Allgemeinheit immer mehr sinkt und jegliches Selbstbewußtsein ausstirbt. Durch kfie engen Straßen und Sätzchen drängen sich die Bürger, die hübschen, fröhlichen und immer lachenden Kölner Mädchen und Frauen, schlanke englische Offiziere in ihren gutsitzenden Uniiormen und Tausende von englischen Soldaten. Dann und wann tauchen aus dem Gewühl die farbigen Abzeichen französischer Offiziere auf. und hochgewachsene Amerikaner wechseln mit kleinen unscheinbaren französischen Infanteristen. Abends bietet die Hohe Straße ein schon lange nicht mehr gesehenes Bild: Alles ist wie in ein Lichtermeer getaucht. An beiden Seiten blinken und locken die hellerleuchteten Schaufenster, in denen alle Herrlichkeiten der Welt ausgebreitet liegen, allerdings zu den fabelhaftesten Preisen. Man glaubt, in einem Lande zu sein, in dem Milch imd Honig fließt. Berge von Pralinös und Bonbons, leckere Torten und Kuchen füllen die Konditoreien und Konfitürengeschäfte. In den Schaufenstern der Juweliere häufen jfich die wundervollsten kostbaren Schmucksachen, und überall kann man die dösigsten Gebilde aus Seide und Batist, die neuesten Pariser und Brüsseler Moden, erblicken. Seltsam, bei all dieser Herrlichkeit wird man ein gewisses Gefühl der Scham nicht los . . . In den Auslagen der Photographen sieht >man sämtliche Typen der Entente-Armeen im Bilde verewigt. Tommies und immer wieder Tommies. Zu Zweien !und zu größeren Gruppen vereinigt, in malerischen Stellungen, 'hinter Maschinengewehren hockend, mit und ohne Offiziere. Diese Bilder wandern dann nach England, wo sie den Stolz der Angehörigen und Bräute bilden. Von deutschen j Photographen werden diese „Triumph"-Bilder verfertigt. Und in Köln scheint es nur einen Leitsatz des Lebens zu geben: Geschäft ist Geschäft! Nichts für Einheimische! Für die Offiziere und Soldaten gibt es Läden von riesenhaftem Umfang, die sogenannten Army und Navy Cantean Boards, wo die Besatzungstruppen alle nur erdenklichen Lebensmittel und Delikatessen finden, um sich das Dasein angenehm zu machen. Nichts, aber auch nichts fehlt: Berge von Sardinen- und Keksbüchsen, Schokoladen. Kolonialwaren, Flaschenbatterien mit Kognak. Whisky und den feinsten französischen Likören stehen aufgepflanzt. Aber, wer nicht Engländer ist. muß mit langem Gesicht wieder abziehen. Für Einheimische gibt es hier nichts zu kaufen! Auch die meisten Hotels gehören den Engländern. Das Dom-Hotel, das berühmte Eldorado aller Hochzeitsreisenden, ist zum Verwaltungsgebäude der englischen Rheinarmee geworden, die Hotels „Zur ewigen Lampe- und der „Berliner Hof" sind jetzt englische Offizier-Hotels und Offizier-Klubs. Am Domplatz halten auf Schimmeln englische Polizisten. Die Deutschen sind sozusagen nur gnadenweise in der Stadt. Aber man verdient jetzt in Köln . . . Alle verdiene«! Dafür einige Beispiele. Die Droschkenkutscher erhalten neben dem sehr hohen Fahrpreis von amerikanischen Offizieren nicht selten 60 Mark Trinkgeld, das der amerikanische Offizier ebenso leicht ausgibt wie zu Hause 60 Cents. Von Engländern gibt's entsprechend weniger. Ein biederer Droschkenkutscher erzählte mir, daß er Franzosen überhaupt nicht fahren wolle, für sie sei seine Droschke »immer besetzt!" Schiebergeschäfte zu machen, ist zu einer Krankheit geworden. von der alle befallen sind, vom Kind bis zum Greise. Im Rheinhafen liegen Milliarden von Werten, die aus den Ententeländern eingeführt worden sind und nun durch das „Loch im Westen" in das Innere Deutschlands gelangen. Leider kann nicht verhehlt werden, daß der Kölner Kaufmann dem einkaufenden Engländer oft mit weitaus größerer Sorgfalt begegnet als dem Deutschen. Besonders, wenn man in Luxusgeschäften englisch oder französisch spricht, wird man erheblich schneller und höflicher bedient, als wenn man etwas in deutscher Sprache verlangt. Tie „holde Weiblichkeit". Die Mädchen und Frauen vertragen sich mit der fremdest Besatzung gut. sogar zu gut. Es wurden bereits eine größere Anzahl von Ehen zwischen Engländern. Amerikanern und Deutschen geschlossen, aber es soll — und gar nicht selten — vorgekommen sein, daß der Ehemann plötzlich ohne Abschied abdampfte, weil ihn daheim seine ihm früher angetraute Frau erwartete. Die fremden Soldaten weisen mb dem Geld und Geld lockt. So sieht es im »neuen Köln" a us... Vermischte Rachrichteu. L»r preußische« Rrgterungskrtie. Die durch die beabsichtigte Vermöpen^o"«'n- anoerietzung mtt dem vormaligen Kaiser entstandene Kr, e m der preußischen Regierung ist noch nicht befestigt. B ie man unterrichteter Seite hört, baden sämtliche Minister, mit Ausnahme des preußischen Landwirtsckaftsminifters Biaun. Hen pün Sudeksifll vorgelegjeu Besedentrvurt gediÜtgt. Neqe Höchstpreise für Zimdhölzer. . ., d er«». Die Preis« für die Zündhölzer haben in den letzten Wochen nqchaerad« eine wucherhafte Höhe erreicht. Man 10 Mark für das Pakxt von zehn Schachtein. Die Verhandlungen des ötetchLwirtschaftsminii eriums mit den Interessenten haben nunmehr ihren Abschluß gesunden. wm.r« schemuch wird letzt eine Höckstpreisverordnun" veröffentlicht Arden. A^vnlaittet. wird sich der Preis am etwa SM Mar? Dip pauislamittsch» Gefahr. Sonde». 8m Unterhaus erklärte eip Vertreter der R-- gierung. daß diese entschlossen sei, die panillamauche «yr durch völlige Entwaffnung der ganzen Türkei zu beseitigen. Wahl des mrgärische« Reichsvcrwesers. Budapest« Unter feierttchem Eepräuge wnroe Admiral Horthy zum ungarischen ReichSverwejer gewählt, «et setncm Geschein«, i« der Ralioualverfammlung zur Eidesleistung »nrdk er «nt großer Begeisterung empfange«. Amerika und Rußland. Washiugto«. Die Ernennung Cyliys zum Staatssekretär wird auch dabtn gedeutet, bah in der Politik oer Vereinigten Staaten gegenüber Rußland eine Neuorientierung beginnen werde. Der neue StaatSsefteiär soll gewiat sein, gegenüber Sowjetrußianb eine sehr versöhn iche Salt na zu -eigen und vor allem die gegen Li« Sowjet» verhängte sperre unverzüglich wieder auszudeden. Varsc-ie-e«« Mel-nnae». Berlin. Der Ältestenrat derpreukstcken Lanb-i°verfamm» lung belchloß, sich wegen der Teuerung»zu.agen zu veu Tagegeldern der Abgeordneten mtt der Nationalversammlung in Verbindung zu setzen. Düffeldorf. Durch eine Verfügung der Regierung wurde der Deutsche Stahlwerks verband abermals um LV, Monate provisorisch verlängert. Als Ende Dezem er kb19 die Auslösung deS Verbandes infolge äristablauies bevoisrand, wuroe er bis 29. Feoruar durch das NeichswtttschaflSministrrrum zur Sicherstellung des Inlandsbedarfes zwangsweise verlängert. Für die Redaktion verantwortlich: I. B. Friedrich Dehn. Karlsruhe. — Druck und 8sciuq 8r h'w rtscs> Loudon. Infolge des außerordentlich hohen Kapitals, bedarfs find die englischen öligen Kriegsanleihen inner» halb weniger Tage um 4 Pu nkte am LS gefallen. 0 Mesibegrnn in Leipzig. Die Zahl der Besucher der Leipziger Messe beträgt bis jetzt fast SO 000 und dürfte m den nächsten Tagen noch steigen, während die Ausstellerzahl mit 11 000 ihren Höchststand erreicht haben dürfte. Der Zuwachs an ausstellenden Finnen gegenüber der letzten Herbstmesse beträgt etwa 1500. Unter den Einkäufern stellt das Ausland ein starkes Kontingent. Am stärksten vertreten ist die Tschechoslowakei mtt 3000 bis 4000 Einkäufern. Es ifolgen Polen (2000). Österreich, die Schweiz (1800). Holland (1500), die nordischen Staaten. Ungarn. Auch englische, französische, spanische, italienische, finnische und mexikanische Käufer sind erschienen. Aus Irland ist eine Abordnung von etwa 40 Kaufleuten eingetroffen. o Bäderzüge? Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat für Preußen und Hessen bestimmt, daß im kommenden Sommer der Erholuugsverkehr nach dem Gebirge, in die Bäder und an die See in dem Umfange des vorigen Jahres bedient werde, wenn die Betriebslage, besonders die Kohlenvorräte und die betriebsfähigen Lokomotiven, dies gestatten. Die empfindliche Erhöhung der Fahrpreise macht es aber fraglich, ob sich ein derartiger Verkehr überhaupt tm Umfange des vorigen Jahres entwickeln wird. Die Schieber. Wucherer und Kriegsgewinnler werden nachweislich in dm Bädern und Sommerftischen ganz unter sich sein. 0 Briefpost nach Amerika. Im März finden Postabgänge nach Amerika außer mit englischen Dampfern (etwa zweimal wöchentlich) noch mtt folgenden Dampfern statt: Nach Newyork, von Rotterdam am 12. d. Mts. und 26. d. Mts.. Postschluß in Emmerich am 10. und 24. d. Mis„ vorm., und in Hamburg am 8. und 22. d. Mts-, abends: von Kopenhagen am 18. d. Mts.. Postschluß in Hamburg am 15.. in Emmerich am 14. d. Mts. Nach Rio de Janeiro usw.. von Amsterdam am 24. d. Mts., Postschluß in Emmerich am 22. ü. Mts., vorm., und in Hamburg am 20. b. Mts., abends. 0 Groteske Geflügelpreise. Die Preise, die zurzett in Berlin gefordert und gezahlt werden, fangen nachgerade an. grotesk zu werden. So wurden in den letzten Tagen tn de» Markthallen Tauben mtt 11 Mark gehandelt, und für ein Pfund Huhn nahm man 19 bis 21 Mark. Puten kommen noch höher zu stehen, so zwischen 23 und 24 Mark das Pfund. rr Ein Kreistagsabgeordneter als Paletotmarder. Der Kreistagsabgeordnete Dobschat in Pillkallen, der zm Partei der Unabhängigen gehört, wurde als Paletotmarder verhaftet und hat den Diebstahl eingestanden. Woraus man wieder erkennt, daß Politik den Charakter verdirbt. Ein Rheindampfer als Kanonenboot. Der Köln- Düsseldorfer Personendampfer .Rheinstein" ist ein ftan- zösisches Nußkanonenboot geworden. Auf dem Vorder- und Hinterdeck befinden sich je zwei Schnellfeuergeschütze, vorn außerdem zwei Maschinengewehre. Vom Schornstein nach dem Heckmast sind die Antennen für Funkentelegraphie gespannt. Die Schiffsbesatzung trägt französische Marineuniform. G Blutige Zusammenstöße mit streikenden Hafenarbeitern. In Amsterdam kam es zwischen der Polizei und einer großen Volksmenge, darunter zahlreichen streikende« Hafenarbeitern, zu mehreren schweren Zusammenstößen, bei denen sowohl die Polizei als auch die Menge von Schußwaffen Gebrauch machte. Mehrere Personen wurden verwundet. D Gaby Deslys* letzte Tat. Gaby Deslys. die dieser Tage verstorbene ehemalige Geliebte des ehemaligen König- Manuel von Portugal, hat ihr auf mehrere Millionen geschätztes Vermögen, das aus Juwelen und Kunstgegenständen, sowie Häusern in Paris. London und Marseille besteht, den Armen von Marseille vermacht. Ihr Angehörigen (Gaby Deslys hieß eigentlich Hedwig Navratll und stammte au- Mähren) haben nur die Nutznießung an der Hinterlassenschaft. S Wiens Rückgang. Nach dem Ergebnis der jüngste» Volkszählung hat Wien, bas aus der Volkszählung im Jahre 1910 als Zweimillionenstadt hervorging, insgesamt 1 838 708 Einwohner, etwa 400 000 weniger als 1910. Ungefähr 50 000 nicht mitgezählte Wiener Kinder befinden sich tm Auslande. T Die Ehe des rumänischen Kronprinzen. Nach Meldungen aus Bukarest soll Kronprinz Carol von Rumänien sich entschlossen haben, seine morganatische Ehe mtt Zizi Lambrino aufzulösen, wodurch seine Ansprüche auf de» rumänischen Thron wieder aufgelebt seien. Die Aussöhnung deS Kronprinzen mit seinen Ettern sei bereits erfolgt. .. - > —. . l > - 7 - «vang.-luth. «emeiude, alte Arleffhoskapelle, «aldherustr. SS. Sonntag >0 Uhr: Gottesdienst, Gemeindehau», Bismarckstr. t. tzl. Adenbmap- B eichte »-»w Uhr, rr, Teichmami. Hgaxergtag. abend» 8 Uhr. Passion-andacht »vanOelffche Stastmisft»« tkarlSeuhe, »dlerstraße 23 ' nnraG, i/.ir Uhr: Sindergottesdienst, Adlerstr. iS; Stadtm. Lieber, Gonxta«, riakonifferh „Ul-Sapelle >/.l2 Uhr: ginderaotte»bicnst. Krl!>, Thiele » Uhr: Jung ' Nenner >n »on Art. Snchenbeitzer, Markgrqsenftx. 26. - Uhr: Zu girau nv-rein von Frl. Heck, Scheffelstr. »7. » Uhr: Jungfrauen oerein, Fri, tzchweickert, Schütztnftr. S». » Uhr: «otte»dienst. Jnsp. Schmidt. , ,enoer->n er 8 tnoeber kuise, Ablerüroüe R. 1 Uhr, Jungsrauenvereiu von Frl. Weber srbxrintenstr. li. 4 Uhr: Dienftboten-Bereiu von Fri, Äilliug. Sophiens». SS. 1—s Uhr: Wädchenklub. LberkirchenratSg.bäude, r/.s Ubr: ,8iaukrenr"-8ersam>nlu»g, «reuzstraffe i». Stadtm. Hischele. Montag 4 Uhr: Bibelslnnde sür Frauen und Mädchen, Adlerstr, », », -»8- Frl, «öbel. Lien»»»,. 7—» Uhr: «Ldchcnbibelkrei». Kceuzstr. SS. «et« - « Ubr: Bibel,tnnde, St,dtmisii»nar Lieber. Predigtaulgabe. Dontwrbta». abends « Uhr: Pafltonr-Sonzert. »o«»cr»t«g. abcnt» 8 Uhr, Gebet»,tund«, Schwester Luise. »rei,«a 8 Ubr: Bibelslunde, Scheffelstr. »7, i. Krl. Thiele. 8.»»»tag. 4—7 Uhr «nabenbibelkreis, Sren»str. LS. a»a»g. KerriusbsuS, »»alteuftr. 77. Sonntag, vorm, l hr, Sonntagsschule, nach - » Uhr: Tllgem. Bersanimlung, nachm. : nenieie >/,- Uhr: Gemeiuschrstsftunde und Feier de» heilige» Abendmahl». M-Ntag, abend» 7 Uhr: Zngendabtr lung. 8 Ubr Blau-»reuz-8erein. DienSta^ na hm- 4 hr: «ibxlstpnde s. Frauen u Jungfrauen. ade >d» ii- llrr: Bibeliprechnng sür Männer u. Jünglinge. Mittwoch, abend» Uhr: Bibel- nnd GebetSstunbe, kon» r»»ag, abend» >/,8 Uhr: Allgem. Beriammlung, Durlacherstr- Si- , » Uhr: Seminartstenkranzchen. Feettaa, abend» 8 Uhr, Töchtcrverein. Ar«,tag. abend» 7 vor: Sonntag»,chulvorbereitung. _ ... ...mm. s'riiiiiliLlllll'lilksglkeii SLSSÄ kuck'tt^'.ckefei fitlelirus kar'sruke» krdprin,»ulrr. t N,ii,lkVi!>!IWWilinu>imiWiiii!lilii>,i,ls>ils>iil>i>>«i!st^sMNi>>miim, ,,m»im,,m,,,mp»iiiMWMk^ - r. i, i ^i^rahe, Erbprinzenstc, 6. kr k Sl >e cu N L> M fr B lo er H ei Sk re fir D stc V, di bl de be er nc do sp ge ÜL Ai Ui Ql de Tc de un ge ftr na zu Ei fax vo D ko To M sie bei un ho rec küi Vc 44 für ers bei wi dei lick Le Di Dc sei kor Ni ein als Ei lick Ge od D- sui «ei leb rei au Ei ru iLe