4SI Oberndorf, Freitag den S6 September SS. O«L -MM' ^ -R Mch-. -MW -- ' --S» Aalender für die künftige Woche. Gva«-. am 28. September r Kath. Des Königischen Sohn. Job. 4, 46—SS. Evg. Heilung des Gichtbrüchigen. Matth. S, 1-8. September. 28 Sonnt. 2- Montag 30 Dienstag Oktober: 1 Mittwoch 2 Donnerst. S Freitag 4 Samstag Katholiken, ro. n. Pfingsten Wenzeslaus Mich., Erzengel Hieronymus Evangelisch«. »». S.«. Tr. Wenzeslaus Michael E Hieronymus r^l r*r ' Remigius Leodrgar > Jairus Franz September: Der I. Den I. Oktober: 2. Oktvbrr: der 3. «M e« E Zx- Tischri der 2. Tischri. ^Remigius Leodegar Candidus Franziskus Israeliten: Den so. des Jahres L6l7. Neujahrsfest. " Lifchri. Zweites Fest. * Den Kasten Gedaljah. Der Mond: Neumond Montag de» 29. September « Uhr -4 Minuten Morgens. Aufgang »er Sonne am 28 . September- s Uhr 57 Minuten: Untergang am uLmliche» Lage: s Uhr 45 Minuten. Lage-lange» Am 28. September: ii Stunde« 45 Minuten; a» 4. Oktober: ii Stunden 25 Minute». Gin« ringförmige Sonnenfinsterviß den 29. Sept., welche auf der Erde überhaupt um i Uhr 47 Mi«. Morgens beginnt und nach »stüvdiger Dauer um s Uhr 46 Min. endet. Sie :st sichtbar »M größten Lhetl von Asien» i« nordöstlichen Europa und nordwestlichen Nordamerika; die Linie der centralen Berfinsteruug geht durchs asiatisch« Nordsstcap. Messe« an» Märkte. September: 28. Leipzig. - 29. Aale». Ailringen. Augsburg- Berkheim. Douaurschingeu. Freudenstadt. «ebrazdolt». Srlßlingen. Gruibiuge». Sundelsheim. Hall. Hördtrn. Ißny. Langenau. Laufen daß nun doch ein« franzöfisch-englische Rote als Antwort aus di« lezt« neapolitanische Rote wahrscheinlich abgesandt «erden werde. Ich theile Ihnen dieß mit, um ihnen alle aufrivaotrr folgende Phasen und Ryancirung«, dieser so lange sich hkoschleppendeu Frage anzugebeu. Der Greif v. Perflgny ist wieder nach London abgrreist. — Gestern wurden in der Münze 50,000 Kilos altes Kupfer, das von de« «ingezogenen Sous herrührl«, versteigert. Ließ ist dir 2vste derartige Versteigerung, seitdem man mit der Umgießong unserer Scheidemünze den Anfang machte. Für das Kilo erlöste man, wie früher, auch blvs 2 Fr. IS Cent, bis 2 Fr. 20 Centime-, ?? - obgleich mehrere Kupferschmiede aus Rouen, Lille und Gtraß- burg expreß zu dieser Aufstreichsverhandlung hieher kamen. §§ Paris, den «8. Sept. (Corresp.) Das Gewölkt, das, wir ich Ihnen schrieb, am Horizonte Neapels im Augenblick, wo er ganz heiter schien, wieder aufstieg, wird immer schwerer. Man spricht nun von einer Absendung einer Rote in den nächsten Tagen, und wenn dieß der Fall ist, so wird darin auf ein Ultimatum hiogrdeutet und in gewissen Fällen mit der Abberufung unseres Gesandten von Neapel gedroht werden. Dieß- mal scheint man nicht aus Haldem Wege stehen zu bleiben, es sei denn, Laß der König Ferdinand die verlangten Conzesstonrn zugibt. — Run will ich Ihnen auch noch eine ergreifende Geschichte von einem Misstonswerke mittyeileo r Erst vor einigen Jahren betrat «in eifrigee Priester die Inseln Fernando-Po und Annobon und nahm im Namen des Kreuzes Jesu Christi und der Königin von Spanien Besiz hievon. Nach seiner Rückkehr nach Madrto, arbeitete er zw>i Jahre lang unaufhörlich daran, daß man zur Bekehrung und Civilisirung dieser armen Eingebornen, die in der graffesten Unwissenheit und in der Finsterniß des Gözendienstes leben, Missionäre absrnde. Nach unerhörten Bemühungen machte sich endlich der Priester Don Miguel Martiaez, Pfarrer in Chambery, auf den Weg, um in jenen Gegenden das Shristeo- thum zu verbreiten, nahm noch einige junge Geistliche als Ge- hülfen mit, sowie verschiedene Handwerker, um die Bekehrten in der Verfertigung der nothwendigsten Gerächt unterrichten zu lassen. Schon auf ihrer ersten Reise fanden die Missionäre, als sie aas einem Eilande dieser Inselgruppe, in der Nähe der Fernando- Po- und Annoboninselchen, landeten, auf einem nicht weit vom Mee- resnfer emporragendrn Felsen ein aus unbearbeitetem Holze zu- sammengeseztes Kreuz, und um dasselbe herum eine Gruppe Regerkinder, fast alle von demselben Alter, die unter der Leitung eines weißen Kindes andächtig niederkniete« und aus spanisch das »Grgrüßet seist du, Maria' u. s. f. beteten. Man wird sich wohl denken können, wie sehr die Missionäre über dies« Erscheinung in einer Gegend, wo sie bas Kreuz ganz unbekannt glaubten, erstaunt waren. Als das Kind sie erblickte, rief es auf spanisch r .Pfarrer! Pfarrer!' worauf alle anwesende kleine Neger ihre Blicke sogleich aus die Missionäre richteten. 'Diese gingen sofort zu dem weißen Kinde hin und ersuchten es, sie in das Haus seiner Eltern zu führen. Da erzählte ihnen der Knabe, daß er vor etwa einem Jahre bei einem Schiff- bruchr hieher verschlagen und von seinen Eltern getrennt worden fei; seitdem habe er sie nicht m«hr gesehen und verdanke sein Leben einigen Negern, die ihn ausgenommen und mit ihren Kindern auferzogen hätten. Dabei habe er sich dessen, was er, bevor er mit seinen Eltern in diese Gegend gekommen sei, ferne von hier gesehen habe, erinnert, dieses Kreuz sofort errichtet, und die kleinen Reger die Gebete gelehrt, welche seine Mutter jeden Tag beim Aosstrhen und Schlafengehen mit ihm gebetet Hab«, und seitdem kommen sie alle Tage und knien vor diesem Kreuze, das sie ihm errichten halfen, nieder. »Sie sind also Christen» fragten die Missionäre, weil wir sie «kt dir beten hörten?' — ..Ich weiß nicht, ob sie es sind, antwortete das Kind; sie sehen mich beten, knien um mich herum nieder und lernten einige Worte meines Gebets, allein ich weiß nicht, ob sie deren Sinn begreifen, denn ich verstehe ihre Sprache nicht. Indessen zeigte ich ihnen, wie sie das Kreuz machen müssen, un» so oft sie vor diesem Kreuze vorübergehen, machen sie eS gewissenhaft." — .Und wer errichtete tiests Kreuz?' — ».Ich, sagte das Kind; ich erinnerte mich noch der Kreuze, die ich in einiger Entfernung von einander in meinem Lande sah." Rach dieser kurzen Erzählung konnte das Kind seine Thränen nicht länger zurückhaltea und seufzte tief. Da trösteten die Missionäre den von Gott so wunderbar geführten Knaben und fragten ihn endlich auch noch nach seinem Namen; allein er erinnerte sich weder seines Namens, noch des Namens seiner Vaterstadt, noch dessen seines Vaterlands, konnte auch nicht genau angebeo, wie lange er schon auf dieser Insel sei, weil er kein Mittel zur Zeit- berechnung gehabt habe. Jezt warfen sich die Missionäre auf die Knie nieder, lobpriesen die unerforschlichen Rathschlüffe Gottes und dankten ihm dafür, daß rin Kind, das weder zählen noch lesen konnte, und nicht einmal in di« Lehren der Religion eingeweiht war, zu der Bekehrung eines ganzen Stammes den Grund gelegt habe, so daß sie nur noch das begonnene Werk vollenden dürfen. Dieser Knabe, der erste Apostel dieser Insel, blieb daselbst; und es ist zuverlässig, daß er in Verbindung mit Len e»angelischen Arbeitern, welche am Anfänge dieses JahrS dahin abgingen, um das Wort Gottes daselbst zu lehren, von dem größten Ruzen seyn wird, denn er muß jezt die Sprache und Sitten dieser Bevölkerung kennen. Parks, den IS.Sept. fEine eigensinnige Frau.) Man kennt den Prozeß Friedrichs des Großen mit dem Wind- müker von Potsdam. Herr James v. Rothschild, welcher das Gold mit Schaufeln aoswirst, um seine Domäne in Boulogne bei Paris z» arrondiren, befindet sich in einem ganz ähnlichen Falle, wie der alte Frtze. Neben seinem Gute liegt ein Garten mit einem Hause darin, Eigeothum einer alten Dame, welche dasselbe um keinen Preis abtreten will. Der ganze Plunder ist keine So.voo Fr. werth; und Herr v. Rothschilv hat sich nichts varaus gemacht, zuerst IVÜ,««V Fr., dann 3V«,DÜS, dann sov,«av, dann 80«,««« Fr. und endlich eine Million zu bieten; > die alte Dame gibt nicht nach. So stehen die Sachen jezt; ! aber das ist noch nicht Alles. Die alte Dame hat einen Pro- ! zeß mit ihre« Nachbar angefangen, wegen eines Weges, den !, di« Gemeinde dem Börsenkönige verkauft hat. Die alte Dame will, daß dieser Weg, welcher den Park des Barons durchschneidet, erhalten bleibe. fEine TripelAllianz.) Bei dem Aufenthalte d«S Prinzen Adalbert von Baker» mit seiistr Gattin in Biarritz trank Serrano, der spanische Gesandt«, auf die Einheit Spaniens, Frankreichs und — Vaterns. Paris. fEinr komische Allianz) wurde in diesen Tagen hier geschloffen. Unter den HeirachsAufgeboten einer hiesigen Mairie befindet sich jenes eines hier wohnhaften Chinesen, eines Kaufmannes und Sohnes einer Wittwe zu Ring-Po, mit Dem. Liffette Presset, Puzmacheria dahier. §8 Paris, den 2V. Sept. (Corresp.) Der Conflikt mit Neapel ist immer an der Tagesordnung. Nach Depeschen auS London hätten die Regierungen Englands und Frankreichs bereits den Befehl zur Abberufung ihrer Gesandten von Neapel gegeben und eine Anzahl Kriege schiffe dahin gesandt. Go weit ist es, wie ich glaube, noch nicht, allein «an versichert mir heute, daß die Note, voy der ich Ihnen schon schrieb, in Form eines Ultimatums unverzüglich abgesandt wird, und sezte noch hinzu, daß ein besonderer Beauftragter dieselbe nach Neapel überbrlnge» und daß demselben ein Schiff zur Verfügung gestellt werde. Was die Adsendung von Kriegsschiffen betrifft, so war bis jezt noch nicht ernstlich davon die Rede. Zurrst'muß man die Wirkung des Ultimatums abwartrn, und wenn dieses verworfen wirb, so werden erst die Kriegs- und Geemlnister «it ihre« schweren Geschüze konzmen. — Dir Gesandtschaft des Königs von Ava landete in Marseille. In einigen Tagen werden wir die Birmanen In Paris sehen. Das wird wieder eia neuer Genuß für die Neugierde der Pariser und besonders der Pariserinnen seyn. — Eine fast 80jährige Frau trat vorgestern Abend In der Gevres- straße zu einem Polizeidtrner und sagte, nachdem sie sich mehrmals vor ihm verbeugt hatte, zu ihm: »Herr Gefreiter, ich würde Ihnen sehr erkenntlich seyn, wenn Sie mich verhafte» würden.' — »»Haben Eie ein Verbrechen begangen?" fragte sie der Polrztirtener. — »O nein, Gott sei Dank!' entgegnet« die Frau; schon über 76 Jahre lebt die Wittwe Vernet und ging immer ihren Geschäften als Lumpensammlerin ehrlich nach. Jedermann kennt ihre Rechtschaffenheit un- während dieser 76 Jahre kam sie nie weder mit dem Gerichte noch mit den Gefreite» der Polizei in die geringste Berührung. I« Augenblick beflze ich aber keinen Heller und da «ein Hausherr «ich nicht - ! mehr aufnehmen will, so bleibt mir nichts anders übrig alS guf der Straße zu übernachten. Deßhalb bitte ich Eie instän- 453 dkg, mich zu verhaften und auf den nächsten Wachtposten zu führen, wo Ich ein Nachtlager finden werde. Da die Wittwe Verriet kein Obdach hatte, so willfahrte der Polirtidttner Ihrem Wunsch« und führte fie auf den Posten an der Barriere Stores, ließ ihr noch etwas »u essen geben und wies ihr dann in dem dortige« Arrestlokal «ine Pritsche an, auf der fie sich hin- legen könne. Als am andern Morgen der Wachtkommandant in den Arrest trat und fie herausgehen hieß, um fie durch es» »en Soldaten zum Polizeikömmissär führen zu lassen, erhielt er keine Antwort, und wie er näher nach ihr schaute, fand er fie leblos auf der Pritsche liegen. Diese arme alte Frau war in der Nacht an einem Schlaganfalle gestorben. Paris, dev 16. Sept. sDie Krankheit des Kaiser s.) Prinz Napoleon wird in der nächsten Zeit von seiner Reise zuröekkehren, und schon jezt beginnt man in der deutschen - Presse von hier aus dir absurdesten Gerüchte über Gründe und Zwecke dieser Rückkehr zu verbreiten. Das stärkst« darin leistet «in Pariser Correspondevt der Hamb. Nachrichten. Hiernach steht die baldige Ankunft des Prinzen in unmittelbarer Beziehung zu der neuerdings erfundenen Krankheit des Kaisers; seine (des Prinzen) Partei soll auf alles vorbereitet seyn; schon «xiflirr ein provisorisches RegentschaftsMinisterium mit Emil Girardin als Finanzmivister: aych Victor Hugo Ist nicht abgeneigt, annähernde Schritte zu thun. Das ist der Kern dieser Milthetlungen, deren Facta freilich, wie sie vorsichtig selbst hinzufügen, in den Kreisen der Opposition ihre Quelle haben. Erlauben Sie mir dagegen die Versicherung, daß in den maßgebenden Kreisen, selbst nicht in denen der Opposition, dergleichen Gerüchte gar nicht «Mixen. Der einzige thatsächlichr Umstand, der jenen Mit- ihtilungen zu« Grunde liegen kann, ist der, daß notorisch der ehemalig« Sekretär Emil Girardins jezt der Seeretär des Prinzen Napoleon ist. Daß der Prinz für die hoffentlich sehr ferne Eventualität, wo Frankreich den Kaiser verlieren sollte, irgendwelche Absichten haben könnte, den hinsichtlich der Thronfolge und der Regentschaft bestehenden Vorschriften entgegevzutreten, ist eine so beleidigende Unterstellung, daß der Prinz selbst, wenn er zur Stelle wäre, sich beeilen würde, ihr das entschiedenste Dementi zu geben. (Allg. Ztg.) §§ Paris, den 22. Septbr. (Corresp.) Der Moniteur enthält folgende Depesche aus Biarritz vom 21. Sept. 10 Uhr 3S Minuten: Der Kaiser und dir Kaiserin begaben sich gestern nach Saint Jean de Luz. II. MM. besichtigten troz des schlechten Wetters den Damm dieses kleinen interessanten Städtchens, von dem »in Theil leider schon von dem Meere fortge- schwemmt wurde. Der Kaiser überreichte de« Maire 1VVV Fr. für dir Armenunterstüzungsanstalt, dem Marinekommiffär Ivüü Fr. für die Wittwen der Marine und 5660 Fr. für den Pfarrer zur Reparatur der Kirche. — Am Samstag Abend um 5 Uhr kam der Prinz Jeromr von Havre nach Paris zurück. — Man schreibt dem Moniteur aus Stockholm vom »3. Septbr.: In der Nacht vom 5. auf den 6. Sept. reiste der Prinz Napoleon von Shristiania ab, nachdem er aus den Händen des Vizekönigs von Norwegen die Insignien des norwegischen Olaf- ortens erhalten hatte. — Die Rote, welch« Frankreich und England gemeinschaftlich in Form eines Ultimatums nach Neapel senden werden, ist noch nicht abgegangrn. Die englischen und französischen Schiffe werden in Ajaccio zufammentref- fro, bevor sie sich in die Bucht von Neapel begeben. Das gemeinschaftliche Geschwader, zu dem jede Macht 2 Linienschiffe, 1 Fregatte und 1 Korvette stellen wird, wird also im Ganzen aus 8 Kriegsschiffen bestehen. Der preußische Gesandte, Herr v. Hatzfeld, wird heute von Biarritz her nach Paris zurückkvm- men. — Herr v. Bürgst, unser Gesandter ln Spanien, rüstet sich zu seiner Abreise nach Madrid. — Soviel ich höre, wird der Marschaü Serrano, der in einigen Tagen hier «intreffe« wird, nicht lange spanischer Botschafter in Paris bleiben, indem er schon in nächster Zeit für «inen andern Posten in Madrid bestimmt seyn soll. —- Wie es scheint, wird Herr ». Hübner nicht lang« in Neapel bleiben, sondern in Bälde wieder von dort abreisen, wen« es nicht schon geschehen ist. — Wie wir heute erfahren, sezten sich bedeutende Gtreitmaffen unter dt« Befehle des Generals Renault am 16. Sept. gegen dieKaby- len in Marsch. Dieser unerwartete Entschluß wurde durch die kühnen Angriffe der noch nicht unterworfenen Stämme veranlaßt. Unter audern Feindseligkeiten griffen sie »««sich eine Mühle au, mezelten die ganze Müllersamilie nieder und überfiele» einen Vorposten von uns. .Wir wollen sehen, sagten die Kabylen k« ihrer pittoresken wilden Sprache, ob unser Pulver nicht stärker spricht als das französische.' Großkabylien soll auf 3 Seite» zugleich angegriffen werden. Ueberdieß wird behauptet, daß «in Winterfeldzug in diesen wilden Gegenden für di« Kabylen gefährlicher ist als für unsere Soldaten, di« daran gewöhnt sind, die härtesten Strapazen und das rauheste Wetter standhaft zu ertragen. fRäuberunwrsrn.I Wie der.Courrier de l'Akn" berichtet, wurden von 146,660 Fr., welche Morgens auf der Landstraße von Styffel nach Chatillon-de-Michaille der Post von acht Räubern geraubt worden find, am 8. Morgens 46,666 Ar. in einer Höhle unter Gras und Moos verborgen und Abends auf dem Berge 36,666 Fr. gefunden, so daß mit den 46 566 Fr., welche einem der Diebe auf der Stelle wieder abgrnommen wurden, jezt nur noch 21,566 Fr. fehlen, die man, zum größten Theil wenigstens, gleichfalls wieder zu bekommen hofft. Schwetz sDie Neuenburgrr A n g ele gen he i t. Z Aus Paris, den 12. Sept., schreibt der .Bund': »Nach zuverlässigen Mittheilungen kann ich Ihnen heute Einiges über di« Auffassung des Neuenburger Putsches im hiesigen Gouvernement berichten. Gleich nach der Kundwerbung jenes tollen Streiches, über dessen berlinischen Ursprung mau hier keine« Augenblick im Zweifel ist, begann ein ziemlich lebhafter Verkehr zwischen Parts und Biarritz; auch der preußische Gesandt« oder eigentlich dessen stellvertretender Legationssekretär — denn Graf Hatzfeld soll augenblicklich abwesend seyn — erörterte dies« Angelegenheit im Sadinet des Auswärtigen, ohne irgend eine entschiedene Antwort darauf zu bekommen. Doch kaum zwei Tag« später nahm der diplomatische Verkehr eine andere Wendung. Louis Napoleon beauftragte dir politischen Agenten von Paris und Berlin, der preußischen Diplomatie keinerlei Zusicherungen in Bezug auf Rruenburg zu geben, während dem Minister z« Bern eine ganz entschiedene Note zugesaodt wurde, des Inhalts, daß die kaiserliche Regierung unter keinen Umständen eine Abtretung schweizerischen Gebietes an fremde Mächte, fpeclell au Preußen, dulden werde. Sie können, wie gesagt, diese Mitthel- lung als zuverlässig arischen, und vielleicht bestätigen Sie mein« Vermuthung, daß die französische Regierung mit dieser ihrer Anschauung der Neuenburger Frage keineswegs allein stehe, daß vielmehr England sowohl wie Oeflreich ganz dieselbe Abneigung gegen die Verbreitung Preußens in der Schweiz theilen. Dafür spricht namentlich die Art und Weise, wie man auf dem jüngsten Friedenskongreß Hrn. v. Manteuffel mit seiner beabsichtigten Diskussion der Neuenburgrr Angelegenheit zur Ruhr verwies. Denn ist auch di« italienische Frage nickt zur Erledigung gekommen, so ward Graf Tavour doch von allen Selten, Orst- reich nicht ausgenommen, Antwort gegeben auf seine Erörterungen. Hrn. ». Manteufrl entzog man einfach das Wort tm parlamentarischen Wege, als betrachte «an seine Sach« für längst erledigt. Und das ist sie auch für die Wrflmächt«. R«Hl««d und Pole». fEinzug drsKaisrrs vonRußland in die KrS- nungsstadt Moskau.j Alle Augenzeugen versichern, «imas so Großartiges und Eigenthümliches wie der Einzug des Kaisers von Rußland in di« Krönungsstadt Moskau könne mau nicht sehen. Dazu trägt nicht nur dir Pracht bei, in der die Vertreter der Großmächte wetteifern, sondern namentlich das bunte, seltsame Vvlkrrgemisch, das der Kaiser aller Rtußeu beherrscht und das seine hervorragendsten Vertreter Hunderte und taufende von Meilen wett her gesandt hatte. Sine deutsch« Mellt lang Standen die Trappe« Spalier. Zuerst die Leibwache des Kaisers, ein« Abtheilung Tscherkessen, prächtige Leute und Rosse, ein Bild wie Lew altem Ritterspiel; die Lesghier mit den spizen Pelzmüzen, der weißen Tunika mit de« blauen, silberner- küeÄrten Ueberworf; eine Eskadron Kosaken vom schwarzen Meer, mit rothem Rock, dir lange Büchse auf den Sattelknopf gestüzt. Rach den Großbojaren zu Pferde dt« Häuptlinge der asiatischen Völkerschaften, lauter ehemalige Sultane, in prachtvollster und eigenthümlicher Tracht, der KirgisenEultan, der Zmmeretier, der Gruster, der Georgier, der Miogrelier, immer einer malerischer als der andere und hinter ihnen die Attamans der sibirischen Vasallen. Nu» erst begann dir unendlich lange Reihe des Hofstaats. Zurrst der Oberkammerfourtrr zu Pferd, hinter ihm mit schwarzem, goldbeseztem Leibrock 60 Hoflakaien, 6 Läufer, um dir Schultern werthvoll« Lhawls hängend, 8 Hofwagen. Nach langer Reihe von Wagen und Pferden Kaiser Alexander zu Pferde, in der Generalsanifor«, grünem Ro«k und rothe« Beinkleid, mit zahlreichem Gefolge der Prinzen zu Pferd. Die Kaiserin- Gemahlin im achtspänpigen Paradew-gen, neben jedem Pferd «in Marstallbedienter, rechts und links am Wagen ein Oberstall- meister und Generaladjutant, in den Hängeriemen ausserhalb des Wagens, am Siz des Kutschers, die Wagenkasten haltend zwei Pagen mit goldgestickten WLffenröckeo und Pickelhauben, an den Seiten des Wagens vier Kammerkosaken, dahinter 6 Kammerjäger zu Pferd und hinter ihnen Reitknechte. Hinter der Kaiserin 27 Pferdrwagen der Prinzessinnen und Verwandten des Hauses mit ähnlichem Geleite und Gefolge. Der ganze Zug von 161 Kanonenschüssen und Glockengeläut« geleitet, das bis Nachts anhielt. Bei der feierlichen Ausfahrt der Krönungsbotschafter führte der Oestreicher Fürst Paul Esterhazy den Zug und zeichnete sich mit seinem Gefolge durch Pracht, Reichrhum und Eigenthüm- lichkeit der Rationaltracht vor allen andern aus. Sein prachtvoller Paradewagen wurde von 6 reich in Gold geschirrten Schimmeln edelster Race gezogen. Dann kam der englische Botschafter und auf ihn folgte der französische Graf Morny in einem von 6 Braunen Kzogenen Wagen. Den ersten Trtnkspruch auf den Kaiser Alexander brachte Graf Morny. — Fürst Esterhazy wurde mit dem höchsten russischen Orden, dem Andreas- ordrn in Brillanten vom Kaiser ausgezeichnet. sErd beben im Kaukasus.) Aus Petersburg, vom 7. Sept., wird dem »Nord' gemajwtt, daß das am II. Juli um S Uhr Nachmittags erfolgte Erdbeben im Kaukasus zwar kau« L6 Sekunden anhielt, aber doch in der Stadt Schemata allein 366 Häuser und über IW Läden theilS vollständig zerstörte, theils stark beschädigte. Da das Erdbeben bei Tage erfolgte, so ward nur rin Bewohner getödtet; vier wurden verwundet. (Vvlkssprisung.) Bei der Krönung in Moskau fand eine großartige Nolksspeisung statt. Di« Gesammtlänge der aufgestellten Tischt betrug 4 veutsche Meilen. Die Tische liefen von dem kaiserlichen Zelte strahlensörmig aus, jeder Tisch war 66 Fuß lang, so daß der Kaiser wie ein Vater mitten unter seinen Kindern saß. Lüvkel. Widdin, den 27.August. sDir einzige Glocke in Bulgarien.) Was seit Jahrhunderten de« bulgarischen Völkern hören versagt war, ist heute in unserer Stadr wieder zu« ersten Male erklungen, nämlich der Schall einer Glocke, der die Christen dieser Stadt zum Gottesdienst rief, um Gott zu danken für die Gnade des Sultans, die uns die Freiheit unseres Kultus wieder gab. Widdin ist in ganz Bulgarien die «sie Stadt, in der eine Kirchenglocke erschallt. Dir Türken wollten zwar dagegen protestiren, und es begab sich «ine Deputation zum hier restdirenden Pascha, um bei ihm über diese Neuerung Klage zu führen mit der Bemerkung, die Christen mögen, wo sie hie alleinigen Bewohner eines Ortes sind, Glocken haben, es soll ihnen aber nicht gestattet seyn, dort mit der Glocke zu ihrem Gottesdienste zu läuten, wo Moslims ihre Gebete zu Mahomed senden.^ Der Pascha wies sie mit ihrer Klage an 454 den Sultan, dort können sie sich nach Belieben beschweren, er selbst aber dürse den Bulgare« Nichts in den Weg legen, er handle nur im Sinne des Sultans und nach dem Befehle des grqßherrlichen Fermans. ' (Ostd. P.) England. sEin spekulativer Engländer) läßt jezt eine Schiffsladung eingepöckclter Ratten von Indien nach China bringen, und hofft damit ein Vermögen zu machen. Eine angloin- dische Zeitung enthält die ins einzelne gehende Berechnung, ivestretchtfch- Monarchie. sSchnee in Oberöstrrich.) Aus Windischgarsten in Oberöstreich wird unter«7.d.M. berichtet: Der dieser Tage gefallene Schnee hat unS so überrascht, und fiel in solcher Menge, daß das Hornvieh von den höher gelegenen Alpen nicht eilig genug abgetrieben werden konnte» und den 4. September ganze Heerdkn Schaf« so zu sagen verschneit wurden. Einem Bauern- gutsbesizer aus Roßleithrn gelang es» seine verschneiten Schafe zu retten, während ein anderer Bauerngutsbeflzer au? Dorder- stoder seine 15 Stück Schafe noch immer vermißt. (Missionäre.) Verläßlichen Privatnachrichten der Oestr. Ztg. zufolge ist eine nach den Quellen des Nils gerichtete östreichische Mission von 26 Jesuiten dis zum S. Grad nördlicher Breit« vorgedrungen. Dort angelangt, wurden jedoch 16 derselben von den Eingeborne« erschlagen, während es den andern 16 mit Mühe und Nvth gelang, sich zurückzuzirhrn, ohne jedoch den Versuch eines abermaligen Vordringens auf- geben zu wollen. Nach eine« statistischen Ausweis« befinden sich derzeit i« der östreichischen Monarchie 6L98 Aerzte und 6266 Wundärzte, 19,666 Hebammen und 3666 Apotheker. Es kommen daher auf einen Arzt und Wandarzt circa 6666, auf einen Apotheker circa 12,660 Menschen. Spanien. Aus Madrid schreibt man uns, daß am 7. Sept. daselbst ein Attentat auf das Leben des Marschalls O'Donnell vorgenommen worden war, doch gibt unser Berichterstatter keine weiteren Einzelheiten. Die Madrider Gazette vom 16. publizirt dieWiederherstellung der (konservativen) Verfassung von 1845 mit einer Zusazakte. Prrßvergehrn vor JurieS. Cortesversammlung währt mindestens 4 Monate. (Immer mehr rückwärts.) In Madrid bietet die.Partei der Königin Christine alles auf, den Marschall O'Donnell zu stürzen. Es ist sogar in diesen Tagen ein Mordversuch auf sein Leben geschehen, wurde aber vereitelt. An der Wiederherstellung des vor zwei Jahren zerstörten Palastes der Königin Christine wird fleißig gearbeitet. Man denkt daran, die Verfassung von 1845 wieder herzustekrn, und es hat deshalb die regierende Königin den Cortes eine Vorlage gemacht. Ist«»-» Turin, den 7. Sept. (Die Zustände in Italien.) Es ist rin etgenthümliches Schauspiel, wenn man als unbethei- ligter Beobachter zuflrht, wie sich überall auf brr Halbinsel die Parteien rüsten, um in einem unvermeidliche» Kawps sich gegenseitig zu zerfleisch««. Italien ist krank, sehr krank, vielleicht kränker als die Türkei — und welchr Aerzte l Mazzink, Manko, Cavour, Moralisten und ähnlich«. Mazzini will sich mit 16,666 Flinten ausrüsten, und damil derjenigen italienischen Provinz zu Hülfe eilen, welche sich zuerst erhebt. Mani» sezt sein Heil auf Demonstrationen. Die Muratisten verlassen sich auf den Zauber des Namens nach dem sie heißen; Cavour auf Freund John Bull und auf die hundert Kanonen von Alessandria, all« aber warten sehnsüchtig der Stunde, „wo «S rtwa^ zu thua gibt." Mazzini, de« die hiesige Regierung die Subscriptio« auf die 16,666 Flinten nicht gestatt«, hat sich in einem Brief an die hiesigen Minister gewandt, worin er denselben das Unpolitische ihres -Schrittes verhält, und sie tadelt, daß sie nicht einsehev, daß sie sich (Mazzini und die Minister) gegenseitig solidarisch verpflichtet find. Die hiesige ministerielle Presse be- 45S lacht und verspottet Mazzini wegen seiner Eoltdaritätszumuthung. Allein Giuseppe hat so Unrecht nicht. Gleiche Brüder, gleich« Kappen — ein revolutionärer Minister der schürt, oder ein schürender Agitator der revolutionirt, sind sich so ziemlich gleich, und werden in der Geschichte nicht so fern von ei«and«r zu stehen kommen. Die Muratisten haben in Aix einen Congreß abg,halten, bei welchem Lucian Murat in Person zugegen war. Einige der einflußreichsten italienischen Emigranten, früher der Mazzintstischen Partei angehörig, waren gleichzeitig in Aix, und werden nun aufs thätigst« für die Muratistische Partei operiren. Belgien. s« lesen schlänge.) Vor zwei Monaten legte eine Riesenschlange im zoologischen Garten in Antwerpen dreißig Eier, dir sie selbst ausbrütet und von denen am 14. September eines ausfiel. Kaum aoS dem Ei gekrochen, bewegte sich die ungr Schlange mit de« größten Geschwindigkeit. Groß war die Menschenmenge im zoologischen Garten, um dieses Ratur- schauspiel zu sehen, das in Europa noch nicht dagewrse». Die Blütezeit währte 62 bis 6L Tage. Amerika. sDie Uhrkndustrie in den Vereinigte-« Staa- t e ns hatte einen solchen Aufschwung genommen und «ine solche Masse Uhren producirt, daß sie keinen Absaz mehr fanden. Das .Journal von NewHaven' versichert, daß in den lezten drei Jahren von den dortigen Uhrfabrikanten über 566,666 Dollars verloren worden; während vor drei Jahren 31 Uhr- fabriken bestanden, gibt es heute deren nur noch IS. Man kennt sechs Fabriken, die zusammen 95,666 Uhren per Jahr produeiren. sKamrele.s Was so mancher Auswanderer in Amerika nicht gemacht hat, sein Glück Nämlich, ein Kameel kann's jezt dort machen. Von Staatswegen sind bereits 36,666 Dollars zur Einführung von Kameelen bewilligt worden, d. h. zur Einführung aus dem Orient; als ob's im Occidrnt keine gäbe I Basem» sSchnee.) Wie aus München geschrieben wird, ist im Gebirge schon reichlicher Schnee gefallen. Bade» Karlsruhe, den 2V, Sept. sHeute am Tage der Vermählung deS Großherzogs) enthält die Karlsr. Aettung eine größere Kahl von Ordens- und Medaiklenverlekhun- gen. Sodann ist ein GeneralP ardon für alle Refraktäre und Deserteure ausgeschrieben, welche binnen S Monaten zurück- kehren. Ausserdem wurden nach einem Artikel der K. Ztg. 13 Sträflingen der Straskompagnie, einem aus dem Arbeitshaus und 13 Züchtlingen (darunter sämmtliche noch verhaftete politische Verbrecher) die Pforten des Kerkers geöffnet, während 4 wetteren, welche wegen militärischer Verbrechen zu lebenslänglichem oder 26jährigem Zuchthause verurtheilt sind, die Auswanderung nach Amerika gestaltet ist. Karlsruhe, den 26. Sept., Abends 7 Uhr 34 Min. So eben ist folgende telegraphische Depesche hier angelang«: Berlin, den 26. Sept., 7 Uhr 56 Minuten. Der badisch« Gesandte in Berlin an General Ludwig io Karlsruhe. Sorben verkündet Kanonendonner den Augenblick, in welchem d as hohe Brautp aar vor dem Altar die Ringe wechselt. ». Marsch all. Di« Kanonen donnern, alle Glocken läuten, die Muflk- chöre der Garnison durchziehen die menschendurchwogten Straßen , überall herrscht die freudigste Erregung. (K. Z.) Dem bisherigen Oberamtssekretär Kvrdeutrr ist die Stelle eines Verwalters der Korrektionsanstalt zu Habsthal definitiv verliehen worden. (Dienst Voüerpedition« und Posthaltereibienst tu »bin««« wurde de« «astgebrr »«« Bären, Karl Ludwig Brecht in Ebingen mit, dem Titel als Posthaiter gnädigst übertragest; der Kommandant des z. Infanterie-- Regiments, Oberst o. Arnold, wurde seiner Bitte gemäß, wegen körperlicher Dieaftuutüchtigkrit mit der -esezltcheu Peoston i« das K. EhrrnIrvaltdenKorp« ausgenommen, der Kopist Retter des Kriegsmioesteriums zum Kanzlisten des OberKriegsGerichts gnädigst «rnaunt, die evang. Pfarrei Heumaden, AmtsdekavatS Stuttgart, de« Pfarrer Bockshammer in Atftatg, Dek. Sulz, di« evang. Pfarrei llntereiffsdeim, Dek. Heilbroun, de« Pfarrer Slarland in Brettach, Dek. Neueustadt, die ev. Pfarrei Baltmannsweiler, Dek. Schorndorf, dem Pfarrverweser tzolzbaur in Großörlach, Dek. Backnang, und die evang. Pfarrei Miesenbach, Dek. Blaufelden, dem »erwesrr derselbe«, Beutelspacher, gnädigst übertragen. fvienftna chricht.) Di« Gerichts»otarsstelle Waiblinger» wurd« dem Amtsootar Wagner von Markgröningen gnädigst übertragen. svienstnachrichten.) Durch Verfügung des Slnav,Ministerium stnd die Kameralamtsbuchbalter Mohn in Tettnaug und Schräg io Wangen gegenseitig versezt worden; die Stelle eines OderSontroleurs bet der Zuckerfabrik in Zärtlingen wurde du« Zollverwalter Sammet in Calw und »as hiedurch erledigte Nebenrollamt I. Calw uebst der hiemit verbundenen Stadtacciserstelle de« Stadtaeeiser Ruckhäberle in Ulm gnädigst übertragen; ferner wurde auf das Revier tzeimerdiogrn, Forsts Leonberg, der Re» vierförster Graf v. Reischach zu Simmersseld, Forsts Alteusteig, seine« Ansuchen gemäß in Gnaden versezt; die Forstamtsassisten« teuftelle in Bönuigbei« de« Forstpraktikantrv Güuzler von Oebringen gnädigst übertragen, u»d den beiden Posthaltern Bur» kert in Küvzelsau und Guudlach in Blaufelden der Titel und Rang von Postmeistern in Gnaden verliehen; der Oberamtsaktuar Wtrdrrshei« in Aalen ist auf die Aktuarsstrlle bei dem Ober» amt Cannstatt versezt worden. De« Revirrsörster Gr einer zu Oberensingen wurde die goldene CivilBerdievstmedaill« gnädigst verliehen, auch werdrn die Rrvierförster Litz zu Schlierbach und Marz zu Wiesenfteig wegen ihren treuen und eifrigen Dienstleistungen belobt. Zu Schultheißen wurden ernannt: tu Heselwangev, O.A. Ba» lingeu» Johann Sauter, Bauer von dort; in vchömdera» O.A. Neuenbürg, Jakob vittas, Bauer von dort. (StA.) Zu« Schultheißen in Mettenberg, O.A. Biberach» wurde ernannt Joseph Wöhnhas, Semeinderath und Bauer daselbst. (Bekanntmachung, betreffend die Auszeichnung zweier Schullehrer.) Bermöge höchster Entschließung vom 9. d. M haben Seine Königliche Majestät de« Schulmeister Schab in Tuttlingen aus Anlaß sriuer Penstonirung als Zeichen HöchstIhrer Anerkennung seiner vieijährige» Dienste di« silberne SivilverdienstM-daille in Gnaden verliehe». Bermög« höchster Entschließung vom 9. d. M. haben Seine Königliche Majestät dem Schulmeister Stelzl« in «afferalfingeu in Anerkennung seines vieljährigen verdienstlichen Wirkens die silberne CivilverdienstMedatlle in Gnaden verliehen. (St.A.) sBekanntmachuug, betreffend die Auszeichnung eines Gerichtsdiene rs. 1 Seine Königliche Majestät haben vermöge höchster Entschließung vom 18. d. M. de« Gertchtsdiener Kehrer zu «aldsee in Anerkennung seiner iüus- zigjährtaen treuen und vorwurfsfreien Dienste die goldene Civil» verdienstMedaille gnädigst zu verleihen geruht. Unter« 16 . September wurde der erledigte kathol. Schul-, Meßner- und OrgantstenVtenst in Neu kirch, OA. Rottweil, dem Schulmeister Berner in Stockhei«, O.A. Brackenhet«, und der erledigte kathol. -iltalschuldteoft in Unterweiler, O.A. Lauphei«, dem Schulmeister Anger iuDrchivgeu, O.A. Ehingen, übertragen Gestorben: Dev 15. Sept. zu Rottenburg der kath. Priester Knebel, zu Söflingen »er katd. Kaplan Mi« hl ich. Gestorben- Anfangs August auf der Reise von Panama nach Peru vr. Willibald rechter, früher Apotheker in Stutt- gart; den 18 . Sept. zu Rottwetl Amtsnotar Lausterer, 6» ^ ^Gestorben: Den 16 . Septbr. zu KleinAllmendingeo, O.A. Ehingen. Steinhardt, kathol. Kaplan, so 3«bre «ttt; den ,1. Sept. zu Hall Archidiakonus a. D. Gräter, 77 Jahre alt; de« rr. Sept. zu Aale» «eetchtsuotar Seysferheld, »9 Jahre alt. fTagesordouug für die Sizunge« de« Schwur,«, ricktshoses zu Biberach im dritten Quartal des l. I.I 1> Montag dev rr. Sept.: Anklagesache gegen Alois Kratten- wacher von Mühlhausen. O.A. «Er, wegen BrandRftun«. Dienstag den LZ. Sept.: Ankle,«ach« gegen den Eisengießer Martin Müller von «der,holen, Gemeinde Möhringen, O.A. Riedlingev, wegen gewerbsmäßigen Stehlen«, z) Mittwoch dm» ri. bis Freitag dev »6. Sept.: Avklagrsache gegen den Bäcker und Kornbävdler Martmiliau Schirmer von Vrtiagrn, O.A. Riedlivge» und dessen Tochter Walburga Schirmer» wegen gewerbsmäßige« Betrugs. 4) Mittwoch de« »9. Sept. r «aklagesache 456 gegen den Schneider Avdrras Schönmehlrc von Hemi-kost«, O.A- Tettnang, wegen Berführovg zur Uo«ocht. s) Dienstag den Sv. Sept. und Mittwoch den 1 - Oklbr. : Anklagesache gegen den Maurer Jreuäus Rtedivger und den Dienftkorcht Christian Kranze-ko von Hürbel, O.A. Blberack, wegen Körperverlezung. 6) Donnerstag den 2 . Okt.: Anklagesacke.gegev den P«piermacher Johann Joseph Waidner von Urach, wegen Raubs. 7 ) Krrttag den Z. Okt: Anklagesache gegen den Kirchen- und Armrvfouds- Pstrger Joseph Schoez von Blizenreote, O.A. Ravensburg, wegen Rrftsrzuvg »nd Rrchnung-sSlschung, und gegen de» Schultheißen Kranz Bruder von dort und den Rathsschreiber Knoll vonLRa- vtnsbvrg, wegen Täuschung bei einer Amt-Handlung. 8) Samstag den 4. Okt. r Anklagesache -egen dev vienstkaecht Joseph Kiebeie von Rhein, Vemeivde Schomburg, O.A. Tettnau«, wegen versackter Brandstiftung. 9^ Montag den 6. bi- Mittwoch den 8. Okt. r Anklagesache gegen Gebharo Bitter von Hemigkoftv und Gebhard Lachrnmaier vou Kreßbronu, Gemeinde Nonvenback, O.A- Tettnang, wegen Tödtuog. io) Vovnerstaa de» 9. bi- Samstag Lev 11 . Okt.: Anklagesache gegen Franz Lavrr Brnggbacher von Uuterschwarzach, O.A. Wadsee, wegen Brandstiftung. 11 ) Montag den 15. Okt.: Anklagesache gegen Bircentia Heigele von Schwarzenbach, O.A. Saulgau, wrgeo versuchten Kivdsmords. IS) Dtvstag den 14 . Okt.: Anklagesache gegen dev Bauer» »nd Gemeiuderatb Mattäa- Rettich von Zell, O.A. Riedliogen, wegen durch vorsäzltche Körperverlezung verschuldeter Tödtuog. 15 ) Mittwoch de» 15. Oktober und folgende Tage: Anklagesache gegen Johann Baptist Lander von Markdorf, «roßh. Bad. Bezirksamt« Meer-bur-, wegen Mords. -s* Stuttgart, den 19. Sept. tCorresp.) Die Kriegs- übungen sind zu Sude und morgen wird die allgemeine Beurlaubung bei der Infanterie auf dev Wioterstaud eintretev. — Die Avmelduu-ev zu der Gewerbeausstelluvg im Korsaal in Cannstatt sind, trozdrm, daß die Bekanntmachung erst spät erlasse» wurde, also von dev betreffenden Industriellen keine großen Vorbereitungen getroffen werden können, doch bi- jezt schon so überaus zahlreich ringegangev, daß man bereits an einen Anbau an den Kursaal bat denken müssen, der in diesem Augenblicke tu Ausführung begriffen ist. Da nun die Ausstellung nach den Anmeldungen vorgrnommeu wird, so werden diejenigen, die sich einen guten und sichern Plaz mit Gewißheit verschaffe« wollen, sehr wohl daran thuu, ihre Anmeldungen, falls sie noch nicht erfolgt sind, Möglichst ,u beschleunige» Unter Andere« find auch bereits zwei Dampfmaschinen an,«meldet, die von ihren Ausstellern und Verfertigern werden in Betrieb gesezt werden. — Wie ich veruedme, so wird der nächste Staatssiuavzauswetsiv hohem Grate günstig ausfallen, indem sowohl die Eisenbahnen, als dir Forsten sehr bedeutend« Ueberschüffe über den Voranschlag ergeben haben, was zu« Mindesten für das laufende Jahr einen Ueberschuß von '/- Million ergebe« dürfte. — Di« Zuckeriabrikatio» hat hier in der Fabrik von Rrthlen und Söhne einen so bedeutenden Aufschwung genommen, baß bereits die Aufstellung einer neuen Dampfmaschine nöthig geworden ist. *s Stuttgart, den 25 . Sept. (Corres».) I. M. die Königin der Niederlande und I. K. H. dir Prinzessin Friedrich sind, erst«« gestern und leztrre vor r Tagen nach Zürich abgereist, um II. KK. HH. dem Kronprinzen und der Kronprinzessin «inen Be- such abzustattev. Sie wertrn morgen wieder hier zurück erwartet. S. M. der König wird zu seine« nächsten Samstag stattfindevden 75. Geburtstage nicht blos dev Besuch seiner Nichte, wie ich Ihnen bereit« «itgetheilt, der Prinzessin Mathilde Kais. Hob., sondern auch dev seines ältesten Enkels, des Prinzen von Orant»n K. H. erhalten, der gleichfalls in de» nächsten Tagen hier erwartet wird. - Die 16 . deutsche PhtlologenLersammlung hat bellte ihre erste öffentliche Stzuvg im Saal der s. Kammer und zwar unter dem«orsi, de«Professor« vr. «alz von Tübingen gehalten. Uebrigrns war diese St,uv- nur vorbereitender Natur. Oberstu- ditvrath Rektor v. Roth hieß di« Versammlung willkommen und hielt «in« Rede über seinen verstorbenen Bruder, dev drkaavten Philologin, dev verstorbenen baierischen Staatsrath v. Roth. Hierauf wurden vom Präsidenten vier Mitglieder an den Sekre- tairsttsch berufen «nd später die Sektionen gebildet. Im Ganzen waren bet Eröffnung der Sizung »78 Theilvehmer anwesend, doch vergrSßertt sich ihre Zahl noch bis auf etwa roo. Die nächste öffentliche Sizung ist morgen Vormittag; der Nachmittag ist geselligen Vergnügungen und der Besichtigung von Merkwürdigkeiten « s. w. gewidmet. — Da« Ausftellungskomite für die Gewerbe- aussteünvg i« Kursaale zu Cannstatt «acht bekannt, daß die Ablieferung so viel als möglich »u beschleunige» sei, da die Eröffnung unfehlbar am nächste« Samstag, de« Geburt-feste des Königs, stattstnden müsse und die ganze Ausstellung nur 4 Tage dauern soll. Auch werde» die Aussteller daran erinvrrt, daß die Waareo, die verkauft werden dürfen, ausdrücklich als solche zu tezrtch- neu seien. d«» 15. Sept. sPferdeAusstelluv-.l Vas schön« Wetter a« heutigen Tag. wohl ausgezeichnet am Schluß der Sommerszeit, begünstigte die PferdeAusstellung in einem Grad, daß die kühnsten Erwartungen übertroffeu worden sind. Der Andrang von Menschen von allen Ständen war unermeßlich. Jo der Stadt bildeten diese sowohl io allen Straßen ais in den Gasthösen einen wahren Klumpen, und in dieser Weisr bewegte» sich diese. Die Wohnungen in allen Straßen waren mit Fahnen und Dekorationen geschmückt und Waldsee glich einem wahren Frühlivgs- schmuck. Schon ausserhalb der Stadt, in einer Entfernung von 1 Stunde wehten Fahnen zu« Zeichen, daß etwas Ungewöhnliches in der Amtsstadt vorgehe. An den Sisevbadnstatione» Darlesbach und Effevdorf stiegen so viel aus, daß Duzende von Sägen , dir zum Wetterschaffev parat waren» kaum hiureichtrv. All- mählig kamen die Pferdevesizer mit ihren Pferden herbei und stellten sich in einer Reihe auf. Es mochten ungefähr 1000 Pferde vorhanden gewesen s«»n, die vor der Commission desilirkev. Es waren ungefähr anderthalb Stunde« dazu nöthig, bi« Alle vorüber waren. Es waren zum Therl PrachtVremplare darunter begriffen, besonders zeichnete sich der jung« Nachwuchs au«. Darauf »egann der Abschluß von Käufen und Verkäufen, vir zahlreich waren and ,um Tdeil in hohen Summen erfolgten, so daß man sich nicht rrügt, daß diese PferdeAusstellung allmählig «in PferdeMarkt wird. Inzwischen nahte die Mittagszeit. Wo ein Unterkommen war, sich Essen und Trinken zu vetla>«ffeo, da eilte mau diu. In der Post war skr 500 Personen gedeckt. Nun gehr» wir auf die Hauptsache zurück. ES ist dtes die Pferdeiotterie, au der «an im ganzen Land und sogar iw Ausland sich bekheiltgte. Jeder meinte, um 50 kr. rin Roß rn de« Stall dringen zu können- Dir Anzahl von so, 000 Loosen war längst vergriffen, während namentlich vou Auswärtigen iwwer noch Nachfrage darnach war. Um riese nicht unbefriedigt zu sehen, -ab man noch ungefähr 4000 au«, während die, die etwas Gewisses vorzogen, die ihrige für rin schönes Geld verkauften. So kam allmählig d,e Zeit rer Loosziehung, die eben so schnell und so still vor sich ging, daß mau, obgleich Tausende die Tribünen umlageiteo, wo das Glucksrad ausgestellt war, r,n Mäuschen hätte hören können. Es wurden nämlich nur 40 Loose gezogen, deren Besizer die zum Herausziehen bestimmten 40 Pferde gewinne» konnten. Da gab es nun freilich viele betrübte Gesichter, de. sonder- bei denen, die durch die Erwerbung vou vielen Loosen einen Gewinn forcirru wvlltrv. Bon 24,ooo ausgegebenev Loose» gewannen freilich nur 40, so daß die übrigen 25,960 Mit der gefaßten Hoffnung sich begnügen und leer aus-ehen mußten. Die heraus-»kommen«» 40 GewiouNumern sind: I4,5l9, 15 , 445 » 710 , 4587, 10,158, 12,178, 16,794, 11,472, 2,54, 21,,17, 11,114, 5087, 4105, 167, 15,906, 18.062 , 21,507, 19,246 , 6717 , 5768, 5455, 252, 10,297, 6966, 5122, 14,942, 5588, 14,192, 9014, 6551, 219, 21,014, 2589, »8», 10,762, 17,108, 12,755, 15,654, 6186, 5675. Mit dieser PferdeAusstellung war zugleich «ine GewerbeAusstellung mit Lotterie verbunden; dre ausgestellten Gewerbestücke konnten jedoch nur -egen ein Eintrittsgeld vou 6 kr. gesehen werden, so daß de- reu Besuch nicht so zahlreich war. Die Lotterie selbst«« wird erst am 16 . Septbr. gezogen werden. Lauge wird dieser Tag den Inn- wohnrrn vou Waldsee und der nächster, Umgebung im Gedächtnis bleiben, denn ein solcher Andrang von Menschen ist daselbst noch nie gesehen worden. ^ ^. v Raufhändeln.- A« Sovvtag dev 6. Jul» d. I. fanden ,n genanntem Orte väm- sich Hästdri Statt, die zuerst nur m,t Wortwechsel begannen, aber einen sehr traurigen Ausgang nahmen. Der Schuhmacher Feuer- dacher von dort, in Gemeinschaft ,einer beiden Söhn«, von denen der jüngetr — der 17 Jahr alte Johannes Kruerbacher auf der Anklagebank sizt. war im ganzen Orte gefürchtet; denn Händelsucht, Rauf- und Mordluft, w,e die Anklage sagt, war bei ihnen »ieich au der Tagesordnung, und so suchten sie auch an genanntem Tage dev Christian Tra»rwe«n ron Bervbauseo, «inen nach de« Zeugnisse seines Gemeinterath» als sehr brav und fleißig geschilderten Burschen durch Worte ,« reizen und zu beleidigen, als sie in der Nähe »et Ochsevwirthsvause« au ihm »orbei- givge« Eie nahmen nun ihren Weg nach dem BSrenwirthshaus, wo sich noch mehrere Bernhäaser Bursche befavoen, und wo alsbald wieder Wortwechsel entstand, au dem sich auch der später htn- zugekommev« Christian Trautwem betheiligte, allem ,u Tbätiich- kritev kam es auch hier nicht. Als »uv Abend» nach 9 Uhr Johannes Froerbacher seinem Vater und Bruder voraus nach Hause ging, w-ll er von Tratttwein mit einem Prügel mehrere Streiche ewpsavgen haben» er habe demselben jedoch dev Prügel herausgrriffev und ihm auch zweimal auf de« Kopf gegeben und sei dann davon gesprungen. Trautweiv wurde eine halbe Stunde nach dieser Affatre mit de« Gesicht auf dem Bode« ltegevd, mit zerschmetterter Htruschaale gefunden und starb des andern Morgens , ohne de« Thätrr geoavvt zu haben. Allein her Verdacht fiel alsbald auf die Aeuerbacher iusgesammt, und sie wurden auch «ivgrsperrt, gingen aber durch »nd wurden erst «M 2t«n Ta«e in 4S7 ! Scharnhausen verhaftet. Nach anfänglichem LLugnen »es An»«, klagten, da« eine Konsronration mit der Leiche de« Erschlagenen zur Folge hatte, bet der er sich kalt und herzlos benahm, gestand er endlich» nachdem die Untersuchung gegen Baker and Bruder eingestellt war, so viel ein, daß er den Trautweia geschlagen, weil er ibn zuerst geschlagen habe. - lieber die nähern Umstände der Lhat, welcher Johanne« Feaerbacher von Bernbausea angeklagt war» konnte durch die Deroebmung der Zeugen, nicht« genau er- ! mittelt werden» weil bei der Hauptaffairr zwischen dem Aogeklag- I .in und de« gerösteten Trautwein Niemand zugegen war. Dagegen ging au« den rohen Aeufferungen der mit de« Angeklagten tndattirtev Angehörigen, seine« Baker« und Bruder«, «der (nämlich Trautwein) werde heuteNacht noch Berreckele« thun," hervor, welcher Secte von Menschen der Angeklagte aagehörte. Da« ,e- richt«ärztlick« Batachte» bewegte sich blo« um die absolute Tödt- lichkeit der Wanden, die an de« Todtenschädel de« Beklagten, der vorlag, gezeigt wurde», »ad der Staat«anwrlt, für den heute Oberjustizaffeffor Hufnagel suagirte, broarrte aus der Anklage, welche dabtn ging: «daß der Angeklagte den Vetödteten vonzde«, er durch tbätliche Mißbandlaugea gereizt, in der Aufwallung de« Zorne«, gleichviel, welche Folge r« gehabt habe, mißhandelt und durch diese Mißhandlungen den Tod desselben verursacht habe. Die Bertheidtgung de« Rechtskonsulenten Georgi von Eßlingen dagegen suchte nachzoweisen. daß sein Client stch i« Stande der Notbwehr befunden habe.. Da er angegriffen und zuerst mißhandelt worden sei. Zedeakallt aber sei derselvr nach de« niedersten Maße des Artikel rsr Ziffer I. zu behandeln. Die Geschworenen erklärten den Angeklagten „der Körperverlezun, mit verschuldeter Tödtung" für schul dr« «nd der Schwargerichtshof verurtbeilte denselben zu r Jahren Krei««efän,»iß. (H. T.) Eßlingen, den ri. Sept. sSelbstmord. - Schwurge- richt«verbandlu»g.f Der Maurer Jakob Fromm, von Kirchentellinsfarth, O.A. Tübingen, welcher au« Eifersucht seiner Geliebten» Mari« Lindeomaier au« Tübingen, mehrere Stiche ver- sezte, und deßhalb vom Schwurgerichte zu s'/r Jahren Arbett-Hau« vrrurtbeilt wurde, hat stch dieser Strafe dadurch entzogen, daß er stch am Freitag Nacht im biestgen Kriminalgefangniß erhängte. — Am Freitag und gestern saß auf der Anklagebank die Wtttwe de« Küfer« Schwarz von Winnenden, avgeklagt de« Todtschlage«. — Sie wohnte mit einer andern Wittwe Namen« Trautwein in gleichem Hause, aber in immerwährende« Streite, ohne daß recht ermittelt werden konnte, wer mehr hieran schuldig war. — So entstand im Mai diese« Jahre« zwischen Beiden ebeafallt wieder Streit dadurch, daß die Trautwein der Angeklagten vorwarf, st« bade ihr eine Felghaur re. gestohlen, worauf dies« gegen fle die Drohung au«stieß, »ste drücke ihr den Kropf noch hinein." Die Trautwein batte nämlich nach den erhobenen Thatsachen einen ansehnlichen Kropf. — Später schien nun die Angeklagte auch ihr Wort erfüllt, nämlich die Trautwein dermaßen «altcattirt zu haben, daß ste troz ärztlicher Hilfe erstickte. — Am V-lse und Kropfe fand «an keine Spuren von Gewalt, und die Behauptung der Angeklagten, daß ste die Trautwein blo« „ein wenig geschüttelt habe," scheint von den Geschworenen, nach dem ,ericht«är,tlichen Gutachten, den Sieg davon getragen zu haben, denn auf Grund ihre« Wahrspruch« wurde dieselbe zu io Monaten Kreisgefängniß verurtheilt. Ulm, den IS. Sept. jPrügelei.1 Am lezten Sonntag — so berichtet man un« — begab stch eine Anzahl baierischer Soldaten von der NeaUlmer Garnison nach dem benachbarten Reutti zur Mitseier der Kirchweih. Aus dem Tanzboden ging'« lustig her, bi« e« zu Händeln kam. An« de« Zank entstand eine Prügelei, au« der Prügelei eine Schlacht, bet welcher di« Soldaten mit blankem Seitengewehr, die Bauersleute mit Mistgabeln, Sensen und vceschfiegel« kämpften. Auf beiden Seiten fielen schwere, ja tödtlicke Verwundungen vor. Ein auf den Tod vrrwuadeter Bauer von Jedelhausen war unüberlegter Weise allein einem Trapp von etwa iS Soldat»» mit einem Prügel nachgeeill und hatte stch so eigentlich «utbwilligerweike seinen jezigro Zustand geholt. Der Aermste ist Bater von 4 Kindern. (U. Schn.) Tuttlingen, den is. Se»t. sGauversammlan-.f Am Montag den 6. Okt. d. I. wir» von den laodwirthschaftlichen BezirkrBerriuen Spziching««, Nvttweil, Oberndorf, Sulz, Balingen und Tattlmgeu in hiesiger Stadt die eilste Vauversammlung gehalten werden. ^ (Gr. B.) Rottweil, den »r. Sept. sve« Kaufmann Neher dahierl wurde dieser Tage von der kaiserlichen JadustrieAu«stel- lungskommisston in Pan« ein schön au«grstattete« Diplom für dir dort autgestelltru Prvdukte seiner Wollmaoufäktur ,«geschickt. « (Rottw. Chr.) Arbeit für fleißige Hände. Sehr tüchtige Glasevgehülfe« finden über den Winter gut« Beschäftigung bei den Glasermeistern St oll, Greine r und Lange in Göppingen, und sollte der Eintritt sogleich geschehen. Gespräche des Schwarzwälber Bote« mit einige« Banern. Sünfuudsieheuzigster Abend. Schwarzwälder Bote: E« ist wirklich posstrlich, die Bewegungen de« europäischen politischen Laubfrosches mit- auzusrhen. Sein sichtbare« Bestreben, sich auf der obersten Sprosse der Leiter zu halten, vergäckt einmal über da« andere — ein wahrer Spott auf de« ewigen Frieden! Kaum batten die Conferenz- herren dem Berathung«saale zu Pari« den Rücken gekehrt, fühlte er sich ganz behaglich auf seiner Leiter. Plump! da liegt er auf einmal zu unterst im Glase! Die Kar«-, Schlangeninsel- und die Gränzberichtiguagsfrage in Beffarabien verpesteten die politische Atmosphäre so sehr, daß er es nicht mehr darin prästiren konnte. Aehoilch erging es ihm bei den englisch-amerikanischen Wirren, bei der spanischen Revolution. Al« «uv wieder Alle« in« alte Geleise rtoleukte, «achte er stch wiederholt in die Luft. Bald darauf begab er stch wieder leiterabwärt« mit dem Hinterquartier unter Wasser. Diese auffergewöhnliche Bewegung war ein Räth- sel für die Politiker, da« jedoch bald gelöst wurde mit Sem Eintreffen der Nachricht über die blutigen Händel einiger Preußen mit den RiffPiraten. Kaum wieder auf der oberen Sprosse der Leiter angekommrn — plump! da liegt er schon wieder zu unterst im Glase. Die Reueoburger ober die schweizerisch-preußische Frage erklärte diesen unerwarteten Purzelbaum. Isidore; De« «uaß a «achter Tausedsaffa vom a Laubfrosch sai? Schw. Bote: Aber ziemlich »uverläsffg. Den Gestank in der politischen Luft kano er schlechterdings nicht ertragen. Isidore: So goht's miar g'rad au; in der Politik stinkt'« oft ärger al« in 'ra Fechtschual'! Sepple: Mit wa« wird denn der Laubfrosch -'füttert, a« mit Mocka? Schw. Bote; Man füttert ibn in der Regel mit diplomatischen Aktenstücken, die sehr viele Mücken, Schnaken, auch Milben enthalten sollen. Isidorer A« Milba? de« «üasta alte Schunka von Aktenstück' sai. Schw. Bote: Die von de« politischen Laubfrösche so richtig voraus angezeigte« Wirren habe» wir im Laufe unsrer lezten Zusammenkünfte bi« zur PirateuAffäre zur Genüge besprochen. S« bleibt un« nur noch übrig» dir Neueoburgrr Händel in Arbeit zu nehmen. Um dieß thun zu können, ist es vöthig, daß wir in da« vergangene Jahrhundert einen Ansflag machen: die Weltgeschichte lehrt on«, daß am 16. Jani 1707 zu Pari« Maria von Orleans, au« der alten französischen Familie Longneotlle, souveräne Fürstin von Neaeudurg, oha« unmittelbare Nachkommen zu hin- terlaffea, in eine« Aller von 82 Jahren gestorben ist. Da« Laad war somit ohne fürstliche« Oberhaupt. E« haben hierauf die Stände des Läadchen« den König von Preußen zu, Herrschaft berufen. Im Jahre 1808 mußte e« der König von Preußen an Frankreich abtreten und Napoleon l. belehnt« damir den Marschall Bert hier alt soaveräaen Fürsten. Im Pariser Friede« kam e« vergrößert an Preußen zurück. Der König gab ihm durch eine Verfassung die Rechte eine« für stch bestehenden Staate« und so ward Nmenvorg al« rrster Kanton in die schweizerische Eidgenossenschaft ausgenommen. Besteueuug und Vesezgeban« waren zwischen dem Fürsten und den Landständen getbeilt; von diesen ernannte der Fürst io Mitglieder. Während Neueaburg eine Civil- list« von 70,000 Frank« bezahlte, und «in Bataillon geworbener Neueoburger von 400 Mann zur Königlichen Garde in Berlin gehörte, war e« zugleich zu Stellung eine« eidgenössischen Soatia- gent« verpilichtet. , Frieder: Als» halb preußisch und halb schweizerisch. Schw. Bote: So ist «. Unter diesen Verhältnissen wurde ruhig iortrrgiert bi« zum Jahre 1848. . . Isidore: Sei' Johr hau i au »o net «acht verdaut. Schw. Bote: Schon i« Jahre 1847 zur Seit de» Sonder- bundtkrieg« erregte da« Verhalten der Reglern»« in Reueodurg ewe tiefe Mißstimmung in der Bevölkerung r al« o»a em Jahr darauf die Revolution in Pari- au«brach, fand sie idr Scho in Neueubur« und in einer sehr kurzen Srhebung« eene wurde die Regierung gestürzt, di» Republik »««gerufen und die Einverleibung al« republikanischer Staat der Schwei, beschlossen. Sepple: Zezt begreif' »'< erst, daß Preußa in b Schweiz Eck n> B^ö t e: ^Vi« preußische Krone legte -egen dieseu Bor- gang i« Kanton Neuenburg Protest «», wiederholte diese« auch nach den Märztagen io Berlin und veuerdivg« in der Pariser Confer«»,, io welcher der preußische Abgeordnete die jezige Regie, ruva in Neuenburg al« eine revolutionäre bezeichoete. Zn richti. -er Würdigung der Lag« de« preußischen Staate«, seiue« Verhältnisse« zu den Nachbarstaaten und seine« Interesse« für eine« daoeroben Frieden hat indessen die preußische Krone niemals eine «itderrroberuvg Neuenburg« mit Waffengewalt zur Sprache ««- ! i ' I- ' bracht. llnttlt solch«» Umständen d«rf «an mit Recht frag«»: »a< bat istf königliche (rdyalistlsche) Partei mit ihrem Putsche bezweckt? Sie war wohl Ver Meinung, sie wrIV« sich halte» können gegenüber ihre« Gegner» i« gleiche« Kants«. Wäre es ihr gelungen, die Regierung so lang« zu behaupten, bi- der Bund den Beschluß gefaßt hätte, kriegerisch einzuschreiten, so würde eine Krage von weitgrrifrnder Bedeutung für Preußen big an jene Grenze der Entscheidung gewaltsam Hingetrieben worden seyn, bi« zeither glücklich umgangen worden ist, nämlich die Frag«: ob Pflicht, Ebr« und Interesse des preußischen Staate« eg gebieten, wegen eine- verlrzteo Rechte« der preußischen Krone einen Krieg z« beginne«, und zwar einen Krieg in einer Zeit, die sich eben erst de« Frieden« zu erfreuen aufängt, und «inen Krieg mit einem Staat« wie die Schweiz, der nicht nur selber eine« ungemeinen Widerstande« fähig ist, sonder« auch von allen europäische« Mächten «in« Art von Gchuz sehr zweifelhafter Natur genießt. J örgler Preußa wird »'Schweiz wohl weiSle io Rüab' lau. Schw. Bote: Wären die Königlichgesinnte» (Royalisten) in Nruenburg Meister geblieben, so hätte sich Preußen doch möglicherweise zu einer Krir««that verleiten lassen könne». Daß diese Krieg«that ein« geringfügige wäre, wie man leicht meinen könnte, muß in Abrede gestellt werden, «er weiß, ob die Großmächte die Neutralität Preußen« im lezten KriegSjahre, wenn e« in einen Krieg mit der Schweiz verwickelt worden wäre, nicht auch mit «Neutralität" vergolten hätten? Preußen wäre sodann, allein ge- 4S8 lasst«, in «ine« Krieg mit d« Schweiz verwickelt worden, bet de« e« durchaus keine kleine Arbeit vor sich arhadt hätte. Und wa« wäre der Lohn eine« Siege« gewesen? Preuße» müßte zu Auf- rechthaltan, seiner Wirderervberung de« Eavtoy« Neuenburg einen sehr beträchtlichen Thetl seiner Kraft verwenden. Allerdings mag der »erlöst de« Canton« Neuenburg. deffen Berhältuiß ich Such beute näher aoSeinandergesezt habe, Preußen »och jahrelaug so unverdaulich im Magen liegen al« dem Isidore da« Jahr 1818. Dessen ungeachtet will ich Hunderte gegen Ein« wetten, daß die Neuenburger Affäre zu keinem Kriege »wischen Preußen und der. Schweiz führt. S« feie denn «in solcher, der mit Divte, Federn und BuchdruckerPrrffen geführt wird. Wahrscheinlich ist aber» daß die Piraten an der afrikanischen Küste i« nächsten Jahre von Preuße» im Verein mit andern Staaten eine derbe Lektion erhalten werden. Preuße«, da« im lezten Jahre sich mit Händen und Füßen gegen jede Theilnahme am Kriege sträubte, wurde in kurzer Zeit zweimal beinahe in einen Krieggstrudel hioeingeriffen. SS gibt dieß Stoff zu Betrachtungen. Frieder: Wia goht'S und stobt'« in Italien? Schw. Bote: Der italienische Stiefel läuft zwar noch, man kann aber nicht wissen, wann ihm die Nabt plazt. Isidor«: An Pech Hot'« ihm bi« jezt aber oo net g'fehlt. Schw. Bote: Nicht viel besser sind die Zustände in Spanien und darf r« on« nicht wundern» wenn der politische Laub- frosch über Nacht wieder einen Purzelbaum scklägt. sp«»»els-»a Basel» den ir. Sept. sCaffe«Auktionen.) ver gute Ablauf der holläo- bischen CaffeeAukttooen hat nun auch hier bereit« einige Besserung in den Preisen hawirkt; «an hält gut ord. CheribovCaffee auf 75—76 Fr., gelblicher 79-86 Fr. In RioKaffee geht «och wenig um, die neuest« Post von Rio Janeiro bringt wieder Erhöhung und wird au» bei un« nicht ohne Erfolg bleibe«. Zucker stiller, aber fest; Pariser s°/u Papier 66—61 Fr., holländischer 58 bi««o Fr. Mei« grist für disponible Waare «brr höher; man ,»hlt gern seine» nordische» Kartoffelsprit mit 195 Fr., und hält auf sso Fr. Rübensprit fast geräumt, un« trr 185 Fr. in guter Waare nicht zu haben. Oele sehr fest. Lewatöl 76-71 Fr. Lampenöl 75—76 Fr. sAuf dev Braunschweiger Lau- rentivSmesse) fanden di« seidene» und wollenen waare», so wie Leder sehr guten Absaz. Stuttgart, de« 17. Sept. sAufge- paßt!) Seit einiger Zeit sollen falsch« wtkttembergischr Sechskreuzerstücke kur« sire». Lauda«, in der baierischen Pfalz, den »1. Sept. sTabaköbau.) Seit längere« Seit wir» auch in unserer Gegend de« Tabaksdaue große Sorgfalt gewidmet, welch« aber auch mit einem gedeihliche» Erfolge belohnt wird. Al« Bewei« führen wir an, daß hier s Tabak«blättrr ausgestellt sind , von welchen da« «ine 71 C.M. in der Länge und 45 C.M. in der Brett« beträgt. Die bet unserer Stadt gelegen« Gemeinde Born hei« baute im verflossenen Jahre 566 Eentnrr» diese« Jahr aber wenigsten« 706 Eentnrr. Heilbronn, den i». Sept. sReps- i»nd Oelpreise.) Wir haben «ach dem Regen der lezten Hälfte de« August trockene« angenehme« Wetter gehabt, welche« besonder« für die neue Rep-saat günstig war, und verbunden mit der «angelnden Nachfrage nach Rep« die Forderungen der Repöbrsizer herabstimmt, und st« zu« Verkauf geneigter macht. Vieser Samen ist jezt ss'/, -,8 fl. je nach Qualität zu habe«. S« Oelgeschäft ist e« -an, still und Bidet Rüdöl selbst zu 51 fl. keim Käufer. Mohn» und Leinöl behaupten ihre bisherigen Preise, ebenso die Käufer und ist daher von keiner Aeudrrung zu berichten. « ^ ^ (Frchschrbl.) Rav«u