usgegebey stistiarde^! lg) Deri !t worden? ensvereine- ^geordnete aus der «eise j i >uf seinen hierher zu.l Chicagoer k ' schreibt.! eigeschichtr? Hebt seine i : Rahmen.! Amerikch )a Roose- »ahl durch wenig« auländer Kote ? erst)eint täglich, außer Sonn- und i ; Zeiertags - - Preis: NIoaatlich . . . S/ pfg. - ß vierteljährlich . S. Mk. - - frei ins hau» geliefert - Soxberger /Anzeiger Helesenstes Tageblatt oes baöischen SaulanSes Anzeigen »er-en mit tS Pfennig per einspaltige Zeile berechnet. ^ Sei mehrmaliger stustiahme Rabatt Postscheck-Konto 4bS», Karlsruhe »sb Hauptanzeigeblatt M -ie srZirke /röelsheim, Soxberg u. deren Umgebung chralis: ftmtlichev vertünSigungsblatt !, selbstverständlich aunehmen mußte; auch hoffte ich, wcih- meines Aufenthaltes Gelegenheit zn finden, meinem Ou- »rl Mitteilung von meiner geheimen Ehe zu machen. Aber, so unglaublich es Ihnen, verehrte Frau Ehlert, auch scheinen mag, eine solche Gelegenheit fand sich nicht, da stets etwas dazwischen kam, das mir den Mund verschloß; ich verschob dkher die Mitteilung, indem ich mich selber auf die Zeit vertröstete, bis das Kind da sein würde, wo ich dann unbedingt sprechen wollte. Nachdem ich also von Ober-Steyer abgereist war. ohne ein Geständnis gemacht zu haben, sah ich im Laufe einiger Monate Paula des öfteren, jedoch sie war stets ernst, ja trüb gestimmt und von bösen Ahnungen gepeinigt. Um aber ehrlich zu sein, muß ich denn auch gestehen, daß mich dies höchst peinlich berührte, daher ich auch meine Besuche bei der stets lamentierenden und nervös gewordenen Frau tunlichst abkürzte und endlich erst wiederkam, als mir der Pfarrherr schrieb, daß PaulaS „schwere Stunde" nmmiehr nahe sei und daß meine Frau sich nach mir sehne. Ich reiste sofort ab und kam auch zu rechter Zeit, indem schon am nächsten Tage Paula unter großen Leiden einem Mädchen das Leben schenkte. Als man mir die Kleine znm ersten Mal zum Kuß darreichte, frappierte mich die Häßlichkeit des Kindes derart, daß mir dein armen Geschöpfchen gegenüber das Gefühl der VaterliSbe fremd blieb, und da auch meine Frau nach der Geburt'meines Kindes nicht, wie es bei anderen Frauen meist der Fall ist. neu aufblühte, sondern viel von ihrem einstigen Liebreiz verloren, überdies ein nervöses und unruhiges Wesen sich angeeignet hatte, war es mir völlig unmöglich, mich im Kreise meiner kleinen Familie behaglich zu fühlen. Schließlich kam es dann eines Abends vor meiner Rückkehr nach Wien sogar zu einer Szene. Paula, an diesem Tage besonders nervös, faßte plötzlich meine Hand und blickte mir ernst, fast vorwurfsvoll in die Augen." „Vergiß nicht in Deiner glanzvollen Welt." rief sie mir dabei zu. „daß hier in tiefer Einsamkeit und Abgeschiedenheit zwei Wesen leben, mit denen Dich die festesten Baude, die es geben kann, für immer verknüpfen." Da sie zuin ersten Mal in solcher Art mit mir gesprochen, starrte ich sie zuerst ganz verblüfft an. dann aber bäumte sich mein Stolz auf und barsch entgegnete ich, daß ein Thurau noch niemals einer schmachvollen Handlung sich schuldig gemacht habe; schmachvoll aber märe es, Weib und Kind im Stiche zn lassen. „Gedulde Dich," setzte ich dann, als ich sie erbleichen sah. ruhiger hinzu; „ich muß meinen Onkel allmählich oor- bereiten, kann unmöglich mit der Tür ins Haus fallen." Darauf warf sich Paula, laut aufweinend, an meine Brust und wollte mich kaum freigeben, so daß ich ihre Arme sanft von meinem Nacken lösen mußte. Sie tat mir leid, die kleine Frau, aber wie die Dinge derzeit noch lagen, konnte ich un- möglich dableiben." „Verzeihen Sie, Herr Baron," unterbrach nun Frau The- rese dessen Bericht mit leiser Stimme, galt die junge Frau in jenem Dorf als Ihre Gemahlin?" „Pfarrer und Bürgermeister waren in die Verhältnisse emgeweiht: die paar dort ansässigen Bauern kümmerten uns nicht und wir sie nicht. Wenn man pünktlich seine Sachen bezahlt, sind die Leute mit allem zufrieden, was man ihnen erzählt. Die Zeit verfloß; wenn ich ab und zu auf einige Wochen znm Besuch meiner Familie kam. fand ich meine Frau stets leidend, jedoch wieder sanft und still wie einst, die Kleine aber womöglich noch häßlicher geworden. Eines Tages, ich weiß genau noch Tag und Stunde, es war der 14. Mai. abends uin neun Uhr, erhielt ich durch den Pfarrherrn jenes Dörfchens die telegraphische Mitteilung von der plötzlichen schweren Erkrankung meiner Frau, nebst der Bitte, sofort zu kommen. Im ersten Moment stand ich wie betäubt von dieser Nachricht, dann aber regte sich ein Wunsch in mir. dessen ich mich bald schämte und den Sie erraten dürften. Mein Gott, ich war noch jung und diese Fesseln schnitten mir tief ins Fleisch Am Krankenlager meiner mir schwach und schmerzlich zu- lächelnden Frau stehend, erinnerte ich mich indes all der Liebe, Treue und Hingebung, die sie mir stets geiveiht, des kurzen GlückstraumeS, den ich an ihrer Seite in diesen bescheidenen Räumen geträumt hatte, und, von Rene über meine bösen Gedanken nach Empfang des Telegrammes erfaßt, sank ich in die Knie, bedeckte die schmale Hand der Leidenden mit Küssen und sprach tröstend auf sie ein; sie aber schüttelte nur den Kopf. »Ich muß von Dir gehen, mein angebeteter Hubert; versprich mir nur, daß Du dann und wann derjenigen in Güte gedenken wirst, die Dich geliebt ans ganzem Herzen und Dir noch im Jenseits danken wird für das, wenn auch kurze Glück, das sie an Deiner Seite genießen durfte." 227.20 Gegen den Kettenhandel. Ter Kriegsausschuß für Konsumcnteninteressen in. Berlin hat als eine Art Stichprobe über 200 Zeitungsanzeigen nachgeprüft, in denen von vielfach unkontrollierbaren Zwischenhändlern große Mengen von Nahrungsmitteln teils angeboten, teils gesucht werden. Von 233 solcher angeblichen „Kauflcute" waren 86 im neuesten Adreßbuch oder Fernsprechverzeichnis nicht aufzufindcn, sie haben also entweder keine eigene Wohnung oder sind erst im Laufe des letzten halben Jahres ansässig geworden. 53 bezeichneten sich als „Kaufmann", „Vertreter", „Agent", nur 25 haben bereits Oktober 1015 mit der gleichen Ware gehandelt, 69 dagegen haben „umgelernt" und kommen aus Len gegensätzlichsten Berufen. — W ist, wie der „Nachrichtendienst für Ernährungsfragen" dazu bemerkt, begreiflich, !dtaß die Ware vollkommen Nebensache ist, und daß es solchen Elementen nur darauf ankommt, möglichst schnell irgendwelche Phantasiepreise für die zwischen diesen Händlern hin und her verschobene Ware zu erlangen. Eine kürzlich ergangene Verfügung des Regierungspräsidenten in Potsdam zeigt den Weg, wie diesen Zwischenhändlern, obgleich jeder einzelne von ihnen nicht Gewinne ausschlägt, die im Sinne der Bundesratsverordnung als übermäßig zu gelten haben, deren Gewinne zusammen aber die Ware ins Ungemessene verteuern, das Handwerk gelegt werden kann. Sie geht davon aus, daß es den Gepflogenheiten des ordentlichen Kaufmanns nicht entspreche, eine ihm angebotene Ware KU einem Preise anzunehmen, dessen absolute Höhe zu der Preilsage in Friedenszeiten auch ber Berücksichtigung des gegenwärtigen verminderten Angebots rn einem ausfälligen Mißverhältnis steht, und durch Weiterverkauf 'dieser Ware selbst bei mäßigem Gewinn zu ihrer ferneren Verteuerung beizutragen. Ein Kaufmann^ der gewohnheitsmäßig so verfährt, müsse als „unzuverlässig" im Sinne der Verordnung gelten und vom Warenhandelt ausgeschlossen werden. Tie Potsdamer Handelskammer har in einer Eingabe an den Bundesrat empfohlen, den Handel mit Lebensmitteln für dre Kriegsbauer der Genehmigungspflicht zu unterwerfen mit der Maßgabe, daß nur derjenige als Händler oder Vermittler im Lebensmittelhandel zugelassen werden solle,, der schon vor dem Kriege darin tätig war. Ter Präsident von Batocki hat angekündigt, daß er in diesem Sinne gegen den Kettenhandel Vorgehen werde und die neuen Verfügungen des Ministeriums des Innern in Württemberg zur Regelung des Verkehrs von» Obst und Gemüse treffen bereits die nötigen Vorkehrungen gegen diesen schlimmen Auswuchs im Handelsverkehr. Tirpitz Ehrendoktor. Berlin, 13. Juni. Der Großadmiral v. Tirpitz ist von der Technischen Hochschule zu Charlottenburg zum Ehrendoktor ing., und zwar auf Beschluß der Abteilung für Schiffe und Schiffsmaschinenbau, ernannt worden. Das Diplom nennt ihn den Schöpfer der deutschen Wehrmacht zur See. Englische Sorgen. Köln, 13. Juni. Der Köln. Volksztg. geht folgender Drahtbericht aus dem Haag zu: Durch Reisende, die von England zurückgekehrt sind, wird erst jetzt bekannt, daß Lloyd George, der englische Minister für Munitionsherstellung, in letzter Zeit mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen habe. So sind in den Moorgate ,Works, die umfangreiche Aufträge für Munitionsliefe- xungen auszuführen haben, bedenkliche Demonstrationen unter den Arbeitern wahrgenommen worden, deren Bekanntwerden die englische Regierung mit rücksichtslosesten Mitteln zu verhindern sucht. In Slough, wo sich eine Munitionsfabrik desselben Konzerns befindet, scheint sogar ein Attentat gegen das englische Königspaar versucht worden zu sein, ohne daß es bisher gelungen ist, den Urhebern auf die Spur zu kommen. Am 13. Mai stattete das Königspaar der Fabrik, in der viele Belgier als Arbeiter eingestellt sind, einen Besuch ab, als aus unerklärlichen Gründen in nächster Nähe eine Handgranate explodierte. Der Privatsekretär des Königs, Lord Stamfordham wurde verletzt. Ein allgemeiner Ansstand in Norwegen. G. K. G. Kristiania, 13. Juni. Der in Norwegen zum Ausbruch gekommene Ausstand der Arbeiter hat einen solchen Umfang angenommen, daß das gesamte wirtschaftliche Leben Norwegens in Gefahr steht. Zu Ende der vorigen Woche feierten etwa 300000 Arbeiter; sie wollen Anteil haben an dem Gewinn, den einige Kreise der Unternehmer aus der Kriegslage ziehen. Die Regierung hat nun aber ein schleuniges Gesetz über einen Zwangsvergleich eingebrachl, das am 14. Juni in Kraft tritt. Jede sozialistische Verbandskasse, deren es etwa 30 sind, wird demnach nach Ablauf von 14 Tagen in eine Geldstrafe von 25 000 Kronen (etwa 28 000 Mk.) genommen, falls der Streik nicht aufgehoben und die Streikunterstützungen gesetzwidrig weiter ausgezahlt werden. Tie Regierung wird sich andererseits bemühen, die geforderten Lohnerhöhungen wenigstens bis zu einer gewissen Höhe durchzusetzen. Englische Hetzarbeit. Bern, 13. Juni. Das Giornale d' Jtakka verbreitet das Gerücht, daß der Abgeordnete Boselli den Auftrag erhalte, ein Kabinett zu bilden. Er würde ein Kabinett auf nationaler Grundlage bilden. G. K. G. Bern, 13. Juni. Hier wird vielfach die italienische Ministerkrise als englische und französische Arbeit aufgefaßt. Da Salandra sich fortgesetzt weigerte, an Deutschland den Krieg zu erklären, soll ein Kabinett von entschiedener Richtung eingesetzt werden. Der Untergang brr Hampshire. z Bo» der schweiz. Gr»«z-, 13. Juni. Die Schweizer Blätter melden aus London: Mit dem Panzerkreuzer „Hampshire* find auch 60 russische Offiziere und Matrosen untergegangen, welche in England im Unterseebootdienst ausgebildet wurden und gerade nach Rußland zurückkehren wollten. Dir österreichische Offensive. z Bo« der schwel). Gre»ze, 13. Juni. Der »Züricher Tagesanzeiger' meldet: Die große Talsperre von Primolano steht unter dem Feuer schwerer österreichischer Mörser, sodaß die Rückzugslinie der noch im Suganotal festhaltenden Italiener schwer gefährdet ist. Aus Stadt und Land. — Einschränkung des Verbrauchs von Be- kleidnngsstoffeu. Tic Reichsbelleidungsstelle ist am 10. d. M. ins Leben getreten. Vorsitzender ist der fjrühere Oberbürgermeister Tr. Beutler. Es ist eine Uebergangszeit bis zum 1. August 0. I. vorgesehen. Jeder Kleinhändler hat nun unverzüglich eine Bestandaufnahme seiner Vorräte (Inventur) an Web-, Wirk- und Strickwaren vorzunehmeu und von den dabei fest- gestellten Vorräten können in der Uebergangszeit höchstens 20 v. H. in den Verkehr kommen, währen) der Bestandsaufnahme dürfen aber keinerlei Waren dreser Art verkauft werden. Vom 1. August an sind die Waren im Kleinhandel nur noch gegen Bezugsschein (ähnlich den Brotkarten) an die Verbraucher abzugeben. Fabrikanten und Großhändler dürfen nur an solche Abnehmer liefern, mit denen sie bereits vor dem 1. Mar 1916 in dauernder Geschäftsverbindung- gestanden haben. Von der Verbrauchseinschränkung sind eine Reihe von Waren ausgenommen, wie Seidenstoffe, Batiste, Schirme, Schleier usw., die unter 34 Nummern in einer sogenannten Freiliste veröffentlicht sind. Tee-Ersatz. Alle möglichen und unmöglichen Ratschläge kann man gegenwärtig hören und lesen, wie man sich einen billigen Ersatz für den chinesischen Tee verschaffen könne. Die Folge ist, daß keine Himbeer- und Brombeerstaude, kein Erdbeerstöcklein mehr sicher ist vor dem eifrigen Suchen nach jungen Trieben, Blü- tey usw. Neuerdings wird sogar junges Rebenlaub empfohlen. Das ist doch zu toll. Bedenkt man denn gar nicht, daß damit ein Schaden angerichtet wird, der den Gewinn von einem bißchen Tee um das Vielfache übersteigt! Es ist so einfach, von einer Redaktionsstube in Berlin aus Artikel zu fabrizieren, die sich nett lesen und den Anschein wunder welcher Gelehrsamkeit und Bolks- fürsorge erwecken. Wenn man aber die Sache in der Praxis besieht, so stellt sie sich ganz anders dar. Bei einiger Ueberlegung müßte sich das jeder selbst sagen. ** Adelsheim, 14. Juni. Die Frage der ausreichenden Ernährung ist gegenwärtig in aller Munde. Vorschläge über Vorschläge werden gemacht. Wohl alle mit dem besten Willen, aber wenige auf dem Boden der tatsächlichen Verhältnisse stehend. Was nützen hie: große Erörterungen? Fassen wir ohne Scheu die tatsächlichen Ernährungsverhältnisse zusammen und sehen die wirkliche Lage, wie sie ist. Kein Klassenvorurteil schiebe die Schuld an der Teuerung anderen Klassen in die Schuhe. Wir sind alle keine Engel, aber vor allen Dingen, wir sind im Krieg. Wir wissen ganz bestimmt, daß unsere Lebensmittel unbedingt reichen, aber trotz alledem wissen wir auch, daß es weiten Volkskretsen schwer fällt, sich kräftig genug zu ernähren. Woran liegt dieser scheinbare Widerspruch? Ganz einfach daran, daß nicht rationell gewtrtschaftet wird. Selbst nicht im einfachsten Haushalt. Unsere früheren Gewohnheiten find für die Kriegszeiten zu unwirtschaftlich, also zu teuer. Die frühere Zubereitungsart und die Zutaten find jetzt nicht mehr anwendbar. Im Vergleich zu den 70er und 80er Jahren lebten wir vor dem Kriege als Verschwender und Leckermäuler. Unsere Eltern u. Großeltern können uns dies bestätigen. Wie kommen wir also weiter ? Wir schrauben unsere gewohnten Ansprüche ein bißchen herunter u. richten uns künftig nicht nach unseren Gewohnheiten, sondern nach den im Lande vorhandenen Vorräten. Wirtschaften wir so, wie es der wirklichen Lage entspricht. In jedem einzelnen Haushalte Versuche anzustellen, kostet Zeit und Geld und bringt uns nicht weiter. Vielmehr nehmen wir uns ein Vorbild an der größten Masfenspeisung, der Truppen- Verpflegung. Machen wir uns deren Erfahrung zu Nutze. Die Truppenküchen wirtschaften jetzt sogar im Kriege unverhältnismäßig billig Wer unsere Soldaten sieht und spricht, muß zugeben, daß sie gutgenährt sind. Dabei stellen sich die Kosten für den Tag auf rund eins Mark Wohlgemerkt für morgens, mittags und abends. Wer lebt im Haushalt so billig? Wohl niemand. Da drängt sich die Forderung einer.g emeinsamen Küche doch geradezu auf. Eine grundsätzliche, sich auf alle Bevölkerungsschichten erstreckende Regelung mit behördlicher Unterstützung ist hier am Platze. Die Vorteile einer Speisegemeinschaft sind unstreitig ganz bedeutende und nur ein Kurzsichtiger kann deren Segen nicht fasten. Es wird im Großen eingekauft, also billiger, den Hausfrauen wird die Zeit des Wartens vor den Verkaufsstellen erspart; die Zubereitung im Großen ist ergiebiger und viel gehaltreicher. Alles in allem: Die Ernährung ist bester und billiger als in Einzelhaushaltungen. Für 60 bis 70 Pfennig kann ein ausreichendes, schmackhaftes Mittagessen verkauft werden. Rechne einmal jede Hausfrau aus, ob sie im Stande ist, ein derart billiges und reichliches Mittagessen einzeln herzustellen. Wir glauben, sie kommt zu einem ganz andern Resultat. Das Essen könnte entweder an Ort und Stelle in ^besonderen Räumen sofort gegessen oder in Essenträgern geholt werden. Vorurteile sind in dieser Zeit nicht am Platze. Wer meint, solche trotzdem hegen zu müssen, braucht sich ja nicht zu beteiligen und kann weiterhin teuer wirtschaften. Es werden genügend Teilnehmer ohne Vorurteil übrig bleiben Der Familiensinn leidet nicht, da das Esten von den Kindern nach Hause geholt werden kann. Sonstige kleinliche Bedenken fallen unter dem Zwang der Verhältnisse fort. Nun zur praktischen Ausführung. Belasten wir die Behörden nicht noch mehr. Sie haben alle Hände voll zu tun mit den Kriegsorganisationen u. Lebensmittel-Verteilungen. Ziehen wir sie heran und lassen wir sie irn übrigen über dem Ganzen stehen. Gründen wir ein, gemeinnützige Gesellschaft, an der die Gemeinde siH zweckmäßigerweise mit einem Teilbetrag beteiligen müßte. Mittagsgäste gibt eS hier zurzeit nicht viel Mieten wir also eine Gasthausküche. Auf deren Herde kann ebenso gut iür 100 Personen ein Esten zubereitet werden als für nur eine Person. Die Küche müßte nach nauen Vorschriften arbeiten. Eine ehrenamtliche Mithilfe müßte vermieden werden. Es gibt hier Frauen genug, die sehr gut kochen können und gerne etwa- verdienen. Auf dieser Grundlage kann die Ecnährungr- frage ohne allzugroße Schwierigkeit gelöst werden. Aber es müßte eben ein jeder mithelfen I Hierin könnte unsere Gemeinde vorbildlich Vorgehen! — War eine zentralisierte Küche zu leisten vermag, zeigen die Ausweise der verschiedenen Kriegsfürsorgen, nach denen im März der Herstellungspreis für die Pottion Mittagesten, das aus einer Suppe, einem Gang Fleisch, Gemüse, Fisch oder dergleichen besteht, insgesamt 33 Pfg. betrug, wovon 28i/, Pfg. auf Lebensmittel und 4*/, Pfg. auf Unkosten unter Berechnung von Abschreibungen auf die Einrichtung entfiel. Zu diesem Preise konntr gelegentlich als Beigabe auch noch Salat und Kompott verabreicht werden Allerdings könnte hier ein solch billiges Essen nicht hergestellt werden, denn die Ab. nehmerzahl ist eine viel kleinere. Und bekanntlich wird das Esten billiger, je größer die Zahl der Speisenden ist.. Wird also aus diese Weise eine Verbilligung der täglichen Hauptmahlzeit und eine wesentliche Schonung der vorhandenen Vorräte erzielt, so kommt auch noch eine wesentliche Ersparnis an Zeit und Kraft für die Teilnehmer der Speisegemeinschaften hinzu. Und gerade für die Frauen, die infolge der Abwesenheit des Mannes, viel stärker zur Arbeit herangezogen werden, muß eine gemeinsame Küche eine wahre Wohltat sein. *' Adelsheim, 14. Juni. Die Regierung hat den Höchstpreis für Erdbeeren auf 45 Pfg. festgesetzt. Dieser Preis gilt jedoch nur für große Garten -Erdbeeren Für kleine Walderdbeeren besteht kein Höchst- -preis, auch wenn sie im Garten gezogen werden. ** AdelShei«, 14. Juni. Vergiftungen erfolgen, wenn die Gemüsezeit angebrochen ist, nicht allzuselten. Sie sind teilweise darauf zurückzuführen, daß zwischen das Gemüse die Blätter des gefleckten Schierlings und der Hundspetersilie gelangen. Es beruht dies darauf, daß die jungen Blätter des gefleckten Schierlings, der eine sehr gefährliche Giftpflanze ist, denen der Petersilie sehr ähnlich sehen- Zum Glück wächst der Schierling sehr rasch und dann ist die von ihm drohende Gefahr nicht mehr allzu groß. Um aber von vornherein alle Gefahr zu beseitigen, untersuche man alle in einem Petersilien-. Kerbel- etc Beete sich höher erhebenden Pflanzen und wenn man beim Zerreiben der Blätter einen widerlichen, mäuseartigen Geruch wahrnimmt oder von den Blättern herabhängende fadenartige kurze Hüllen bemerkt, so reiße man die Pflanzen sofort aus, denn es ist gefleckter Schierling. Noch mehr acht zu geben ist auf die Hundspeterttlie, die auch Gartengleiße genannt wird, denn die jungen Blätter dieser Giftpflanze, die sehr häufig zwischen Petersilie und Kerbel wächst, ähneln ganz besonders denen der echten Petersilie. Auch die HundSpeterstlie verrät sich durch den widerlichen Geruch ihrer Blätter, wenn man diese zerreibt Am beste« schützt man sich vor dieser Giftpflanze dadurch, daß man. wenn man nur die Blätter der echten Petersilie für Suppen etc. verwerten will, hierfür nur die krause Ptterstlte anpflrnzt. (-) Vom Lande, 13 Juni Schonet die Kastanienbäume! Kaum haben die Kastanien verblüht, ihre »Lichter' ausgelöscht und die Früchte zum Heranreifen angesetzt, da ist auch schon die Jugend dahinter her und wirft mit Steinen Blätter und Fruchtansatz herunter. Die Kastanien, soweit die Bäume nicht auf Privateigentum stehen, sind Eigentum der Gemeinde und geben ein geschätztes Futtermittel. Eltern und Lehrer, vor allem aber die Polizeiorgane, sollten dem Unfug des Herunterwerfens entgegentreten. ' (-) rie Frai Väschen ren Hof lehrte d >em Fel^ (-) 15. ° verkehr An der: bürg uv nicht eir Kckeasb, (-)' Lei eir elektrisch der Näh Hofen s> den Kir N Pfingsto der eine die Gefi meter hc ter. Gle schrei, w auf den ganzen i liches Gl (')' Sestern Mutter den ver' Vieh un hungsur Der Ge' (-) scrmeistl denen d „Freib. der Zeit durch E Tie M nen nei Weberei beschafft dienen „Schwa Der gr jetzt me sem ne folge v der Ve: weiden-: Brennef und Ve Zeit zr getrockn Kilo-Bri Kilo je . (-)! NU ß v im Feld« 8rge ei kunk erl der Ort« n» 3- u Wern (-) Mauvheim, 13. Juni. Der Verein Frauenbildung- und Frauenstudtum, Abt. Mannheim, eröffnet im Herbst eine soziale Frauenschule zur Ausbildung von sozialen Berufsarbeiterinnen, sowie von geschulten sozialen Hilfskräften Die gesamte Ausbildung dauert zwei und ein halbes Jahr und beginnt mit einem sozialen Arbeitsjahr, das die Einführung der jungen Mädchen in soziale Theorie und Praxis in einem selbstständigen abgeschlossenen Lehrkurs bezweckt. Das soziale Arbeitsjahr ist zugleich Vorstufe der Fachschule, die für die pflegerische und sozialkommunalen Berufe ausbtldet. Der erste Kurs der »sozialen Arbeitsjahrs' beginnt am 1. Oktober 1916. Die geschäftsführende Vorsitzende de- Kuratoriums ist Frau Dr. Elisabeth Altmann-Gottheiner, die Leiterin der Schule D- Marie Bernays Mannheim, 13. Juni. Das badische Unterrichtsministerium hat im Hinblick auf die beschränkten Raumverhältnisse in den Schulen verschiedener Stäote zur Sicherung der Aufnahme der badischen Schüler angeordnet, daß in Zukunst an höheren Lehranstalten (zunächst kommen diejenigen in Mannheim in Frage) die Aufnahmeprüfung am Schluß des Schuljahrs auf die badischen Schüler beschränkt wird und daß die außerbadischen Schüler nur zu der Aufnahmeprüfung am Anfang des Schuljahrs (September) zugelassen werden. Die Aufnahme der außerbadischen Schüler muß mit Genehmigung des Unterrichtsministeriums erfolgen. (-) Mannheim, 13. Juni. Zu der von der Stadt ungerichteten Kinderspeisung haben sich 13000 Schüler und Schülerinnen, d. i. über 30 Prozent der Gesamtzahl gemeldet. Die Speisung soll sofort nach Pfingsten begonnen werden. Sie erfordert einen monatlichen Aufwand von 17000 Matt. er 3-tzl Rchtun, diesem B wein anc Früh Anfang! fitere! »Ach Ho MY hak Wnach dird dl iebelr rkt b m>f ein 8entimei Her zeit! Wunds Ml v.der» -mkalanZ »aldhöh «°gen jl Meiden Verl Arneldei inde voll ttel-Ber- ir sie irn wir eine nde si» r müßte. Mieten de kann t werden nach gx^ che Mit- : Frauen ile etwa» ährungr- werden. in könnte - War l. zeigen en, nach Portion 8 Fleisch, t33 Pfg. 4'/-Pfg. agen auf i konnte Kompott nn solch die Ab. lich wird peisenden zung dn Schonung uch noch aft für su. Und clheit de- werden, Itat sein. hat den festgesetzt, e n -Ecd- i Höchst- - (--) Karlsruhe, 13. Juni. (Tödlicher Sturz.) rie Frau eines im Felde stehenden Blechners stürzte beim «Meaufhängen aus dem 4. Stock ihrer Wohnung in Hof und war sofort tot. Wenige Stunden danach ke^te der Ehemann der Verunglückten auf Urlaub aus rem Felde zurück. ! (->) Kehl, 13. Jüni. Das stellv. Generalkommando ! »es 15- Armeekorps in Straßburg hat den Ortsfernsprech- I serkehr innerhalb der Stadt Kehl wieder freigegeben. der Beschränkung des Nachbarortsverkehrs mit Straß- iurg und des Fernverkehrs treten jedoch Aenderungen xicht ein. Es bleibt bei den Bestimmungen, wie sie seit Krieasbeginn bestehen. (-) Schwarzach bei Bühl, 13. Juni. Elitzschla g.) Bei einem Gewitter wurden hier die Fernsprech- und elektrischen Lichtleitungen durch Blitzschlag zerstört; rn der Nähe der Kirche ging ein Kugelblitz nieder. In Lloll- hofen schlug der Blitz während des Gottesdienstes in den Kirckiturm, alücklicherweise ohne zu zünden. ^ "(-) Todtnauberg (A. Schönau), 13. Juni. 'UW Pfingstgruß wurde uns gestern ein Schneefall beschieden, der einem Wintermonat alle Ehre gemacht hätte. Ueber die Gefilde des Feldberges lag der Schnee bis 20 Zentimeter hoch. Es schneite bis weit in die Ortsgrenze herunter. Gleiche Meldungen kommen von Muggenbrunn, Notschrei, wo der Schnee lange liegen blieb. Das Weidvieh auf den Bergen mußte in den Ställen verbleiben. Die ganzen Höhen der Schwarzwaldberge hatten ein winterliches Gepräge. (-) Pfaffenberg (A. Schönau), 13. Juni. (Bran d.) Kestern morgen brannte das Anwesen des Landwirts Mutter auf dem Hallsbühl hier vollständig ab. Nebst den verschiedenen Fahrnissen sind noch 4 Stück Großvieh und 4 Schweine verbrannt. Ueber die Entstehungsursache des Brandes liegt nichts bestimmtes vor. Der Geschädigte ist teils durch Versicherung gedeckt. (-) Pfullendorf, 13. Juni. Die Frau des Schlossermeisters Nep. Grohm, Mutter von 6 Kindern, von denen das jüngste erst ein halbes Jahr alt ist, war lt. „Freib. Ztg." durch den Ernst und die Schwierigkeiten der Zeit schwermütig geworden und machte ihrem Leben durch Erhängen ein Ende. erdigen, Izuselten. zwischen ings und S daraus, ngs, der Petersilie Schierling e Gefahr wein alle :m Peter- Pflanzen en wider- von den illen bekenn es geben ist genannt die sehr . ähneln Auch die n Geruch n beste« dadurch, n Peter- : nur die K a st a - verblüht, t Heran- dahinter rchtansatz nicht auf inde u nd » Lehrer, a Unfug bildungin Herbst ing von geschulten g dauert t einem jungen m selbst- is soziale , die für usbildet. innt am ende des »ttheiner, Unter- hränkten Stäote Iler an- ten (zu- age) die auf die außer- am Allen. Die Geneb- r Stadt Schüler amtzahl sten be- rn Auf- Aus Württemberg. " ä . N , 9. Juni. (Papiersstinnerei.Z Tie Mechanische Buntweberei Gebrüder Stehle hat einen neuen Betrieb eingeführt, die Papierspinnerei und Weberei, für die besondere Maschinen und Einrichtungen beschafft wurden. Tie Papiergew be und Paptergefpinsti dienen als Ersatz für Jutefabrikate und sind, wie der „Schwarzw. Bote" berichtet, durchaus zweckentsprechend. Der gute Erfolg, der bisher erzielt wurde, veranlaßt jetzt mehrere süddeutsche Texiilfirmcn, sich eben a ls d e sem neuen Fabrikationszweig zuzuwenden. Gute Erfolge verspricht man sich in Jndustriekreisen auch vor der Verwendung der Brennessel-, Hopfen- und Korb- veiden-Bastfasern als Ersatz für Baumwolle. Weil du Brennessel für Gespinstzwecke am besten vor der Biüti und Verästelung gewonnen wird, lädt die Firma zm Zeit zum Sammeln von entblätterten gedörrten unt getrockneten Stengeln (Nesselstroh) ein, die in ca. 1( Kilo-Bündel verpackt, abgenommen werden, wobei prc Kilo je nach Qualität 10—15 Pfennig bezahlt werden > (-) Wannkveil, OA Reutlingen, 13. Juni. W e- Zm ß verdorbenen Fleisches.) Der Vater des M Felde stehenden Maurers Kämmerle schlachtete dieser Tage ein halbjähriges Kalb. Da das Fleisch sich als krank erwies, sollte es vergraben werden. Eine Anzahl i der Ortsbewohner aß jedoch von dem Fleisch, woraus "rin 3-und 5jähriges Kind des Maurers Kämmerle vordem starben, die Mutter und zwei andere Kinder, ie einige andere Leute erkrankten. Gemeinnütziges. -Jetzt reife Zwiebel» für die Küche ernten zu «men, ist gewiß eine recht begehrenswerte Sache. Durch Züchtung ist es gelungen, eine Sorte zu erhalten, die diesem Begehr entspricht und durchaus wert ist, allge- Minangebaut zu werden. Es ist die.Allerfrüheste weise Frühlingszwtebel", die Kultur ist einfach. Ende Juli, Mang August säht men den Samen auf lockeren Boden, «Ende September, An ang Oktober w-rden die Pflanzen vrf ein Beet mit kräftigem Boden gesetzt, etwa > 5—20 Zentimeter gegenseitig voneinander entfernt. Im Winter derzeitigen Frühjahr tut eine leichte flüssige Düngung ^Mund fördert die Entwicklung sehr. Gegen strenge Kälte Wtzt man die Zwiebeln durch Laub, das man handhoch Zwischen streut und im Ftüjahr wieder entfernt. Die Weitere Arbeit ist nur noch d'as Lockerhalten des Bodens ^rch Hacken. Bis Ende Mai sind die Zwiebeln ausgewach- haben die Größe eines Gänseeis erreicht und klön- Anach Bedarf verbraucht werden. Durch diese Neuerung der meist um diese Zeit bestehende Mangel an Gie beln aufgehoben und auch die zu Friedenszeiten den ^arkt beherrschende Auslandware entbehrlich. Letzte Nachrichten. (Mitgeteilt von WTB-BÜro.) Echnee t« Schwarzwald - Berlin, IS. Juni. Nach einer Meldung des „Berliner MalanzxjgxrA- aus Karlsruhe gingen auf den Schwarz- Mdhöhen erneut Schneefälle nieder. Die Höhenzüge ^gen jetzt weithin winterliches Gepräge. Bon den Höhen ^ktden 20 cm Swneeböke Der Nichtranchertag. Berlin, 14. Juni- Wie dem „Berliner Tageblatt Meldet wird, haben die Sammlungen an dem dieser Tage in Sachsen veranstalteten Nichtrauchertag 190 000 Mark in bar ergeben, davon allein in Dresden 40 000 Mk. tzi«behalt«»g de«tfche« Selde». Berlin, 13 Juni. (Amtlich) Von Geldsendungen an krtegS- und zivilgefangene Deutsche in Frankreich werden neuerdings infolge einer Verordnung des französischen Kriegsministeriums 20°/o einbehalten und der französischen Staatskasse zugeführt. Die französische Regierung sucht diese willkürliche Maßregel durch den Hinweis darauf zu rechtfertigen, daß in Deutschland die Geldanweisungen an krtegS- und zivilgefangene Franzosen zum Goldparikurs ausbezahlt werden und nicht zu dem für die Empfänger derartiger Sendungen niedrigeren Kurs, den die deutsche Mark gegenwärtig infolge der Verminderung der deutschen Ausfuhr im neutralen Ausland besitzt. Dieser Standpunkt der zuständigen Behörden ist rechtlich an sich unanfechtbar. Im Interesse der beiderseitigen Kriegs- und Zivilgefangenen wird jedoch beabsichtigt, mit der französischen Regierung unter Hintansetzung des grundsätzlichen Standpunktes ein erträgliches Abkommen über die beiderseitige Behandlung der Geldsendungen an Gefangene zu vereinbaren. Das Abkommen wird rückwirkende Kraft besitzen, sodaß die jetzt zurückbehaltenen Beträge nachträglich auch an die kri-gs- und zivilgefangenen Deutschen in Frankreich zur Auszahlung gelangen werden. Für die Angehörigen besteht demnach keine Befürchtung, daß die jetzt zurückbehaltenen 20 <>/o des Empfängers endgültig verloren sein könnten. Da» enttäuschte Frankreich. Bern, 14. Juni. Das Ausscheiden Roosevelts als amerikanischer Präsidentschaftskandidat ruft in der französischen öffentlichen Meinung große Enttäuschung hervor, der offen Ausdruck zu geben sich die Blätter nicht scheuen. Roosevelts ententefreundliche Haltung ließ ihn ihnen als zukünftigen Präsidenten angenehm erscheinen, während Hughes als Home novus zu den verschiedensten Mutmaßungen Anlaß gibt. Der „Temps* stellt gegenüber der Behauptung deutschfreundlicher Sympathien von Hughes fest, daß dieser sich bisher weder hierhin noch dorthin verpflichtet habe. Das Blatt hebt in einer allgemeinen Betrachtung als bedauerliche Beobachtung hervor, daß der europäische Krieg (das soll heißen die Sache der Alliierten), obwohl die höchsten Grundsätze des internationalen Lebens auf dem Spiel ständen, auf das politische Leben der Vereinigten Staaten einen viel geringeren Einfluß ausübe. als man anzunehmen versucht gewesen sei. Da» ist der englische U -Boot-Krieg. Stockholm, 14. Juni. .Aftonbladet" meldet: Der deutsche Dampfer „Hollandia" wurde gestern auf dem Wege nach Lulca innerhalb der schwedischen Hoheits- gewäfser von einem russischen oder einem englischen Unterseeboot beschossen. Der letzte Schuß fiel, als der Dampfer nur eine Minute von der schwedischen Küste entfernt war. Die „Hollandia* wurde nicht getroffen. Der KS»ig gibt de« Dr«S »ach. Paris, l3. Juni. Das Petit Journal meldet aus Athen: Der Ministerrat hat unter dem Vorsitz des Königs endgiltig beschlossen, die allgemeine Demobilisierung anzuordnen. Die Siege-trophäe« vo» Skut-el-A«ara. Konstantinopel, 14. Juni. Kriegsminister Enver Pascha wurde vorgestern Nachmittag vom Sultan in Audienz empfangen, wobei er dem Beherrscher die englische Fahne, die während der Besetzung aus dem Regierungsgebäude in Kut-el-Amara geweht hatte, sowie die Säbel von 4 englischen Generalen und etwa 30 englischen Offizieren, die gefangen genommen wurden, vorlegte. Der Sultan war lebhaft befriedigt, ordnete die Aufbewahrung dieser Siegestrophäen der türkischen Armee im alten Palast von Topkapa an und entließ Enver Pascha äußerst huldvoll. Der russische Märzangriff 1916. Aus dem Großen Hauptquartier wird geschrieben: Die Winterruhe des Stellungskrieges an der deutschen Ost« front wurde am 16. März jäh und plötzlich unterbrochen. Zu dem von unserer Heeresleitung erwarteten Zeitpunkt setzte die russische Offensive ein. 3m Einklang mit der Aufgabe der Befreiung der besetz, ten Gebiete standen die Mittet der Vorbereitung. Alte Maß. nahmen waren bis tn Einzelheiten seit langer Zeit durchdacht und vorbereitet. Allerdings mutet es den deutschen Soldaten sonderbar an, wenn ein Vorgefundener Beseht Selbstverständlichkeiten verlangt: „Die Infanterie hat die Gewehre, Mascha nengewehre, Bomben- und Minenwerser in Stand zu setzen, — die Artillerie die Geschütze und das gesamte Material." Noch einmal versuchte die russische Heeresleitung die Herbeiführung der Entscheidung. Der Armeebefehl des Generals Lwert, Höchstkommandierenden der russischen Westfront, läßt darüber gar keinen Zweifel. Klar und deutlich wird als Durchbruchsziel Wilna und die Bahnlinie Wilna—Dünaburg bezeichnet. Kerntruppen werden gegen die Einbruchstellen bereitgestellt. — „Den Truppen ist einzuprägen, daß die Reserven and die Artillerie aus sie das Feuer eröffnen werden, falls die Angreisenöen versuchen, sich gefangen zu geben." Der Angriffsplan war groß und einfach gedactst: Eine Zange mit rechtem Flügel etwa in Gegend Jakob» stadt, mit linkem an der Beresina. Unwiderstehlicher Durch- »ruch in der Mitte beiderseits des Narocz-Sees. Aufrollen» der deutschen Front nach Nordwesten und Südwesten. Die Stellen, die als Durchbruchspunkte den Hebel zur Ausrottung der deutschen Fr«nt bilden sollten, waren: die Front zwischen Wrszniew» und Narocz-See sowie der Gegend Postawy—Wileity. Gegen die Durchbruchsfrom zwischen Berestna und Disna waren bis Mitte März sehr starke Kräfte herangeführt und zum Angriff bereitgestellt. Zwei Armeekorps schoben sich näher nach Norden an Smorgon heran. Gegen die Seen-Enge wurde eine starke Stoßgruppe unter General Balujew angesetzt. (V.., XXXVI., sib. Korps und eine Ural-Kosaken-Division). Zum Durchbruch im un..r äyren Abschnitt Mosheiki—Wileity war eine Armeeabteilung unter General Pieschkow bestimmt. (I* I. sib., XXVII. Korps und Vit. Kav. Korps.) Nach französischem Muster fehlte es also nicht an Kavalleriemassen, die sofort das Gebiet unserer rückwärtigen Verbindungen überschwemmen und Verwirrung hinter die deutsche Front tragen sollten. Ihrer harrte auch der ehrenvolle Befehl rastloser Verfolgung der fliehenden deutschen Heere. Es kam aber nur ein Teil der Kosakcnhorden zur Verwendung: nicht zu rühmlicher Verfolgung. sondern in der schmachvollen Ausgabe, die Sturm-- truppen mit der Nagaika zum Vorgehen zu peitschen. Der 16. und 17. März brachte volle Klarheit über die russischen Absichten. Die Durchbruchstetten bet Postawy uni» südlich des Narocz-Sees wurden mit starkem Artilleriefeuer belegt, das sich allmählich erheblich steigerte. Auf die Front der beide» Stoßgruppen waren angeblich 800 bis 1000 Geschütze, darunter schwerste Kaliber, verteilt. Ungeheuere Munitionsmassen waren bereitgelegt. Bereits der 18. März zeigte einen gewissen Höhepunkt des Angriffes beider Stoßgruppen. Je drei Armeekorps drückten gleichzeitig gegen die Front Postawy—Wiieity und gegen die Seen-Enge. Hier wurde später noch ein viertes Korps eingesetzt. Nach ausgiebigem Artilleriefeuer tritt am 18. März die russische 25. Division aus Linie Iwanki—Spiaglia zum Angriff in Richtung Baitaguzy an. Der vom Wcstufer des Wisz- niew-Sces durch unsere schwere Artillerie wirksam flankierte Angriff bricht zusammen. Die abgeschlagene Division läßt 3000 Tote aus dem Angrisssseld und reitet nur Trümmer. Von ihrem Regiment 98 kehrten etwa 100, von einem anderen Regiment etwa 150 Lcute zurück. Weiter östlich greift gleichzeitig zweimal die 7. Division, westlich am Nachmittag die 10. Division an. Trotz stärkster Feuervocbcreitung scheitern alle diese Angriffe wie auch die von etwa zwei Divisionen im nördlichen Abschnitt Mosheiki—Wilcity unter schwersten Verlusten. Ohne den geringsten Erfolg an irgend einer Steile verbluten die An- orisistruppen. Das Regiment 38 der 10. Division verliert a» diesem Tage 1600 Mann. Ein erschütterndes und erhebendes Bild zugleich! Drüben die in tiefem Schlamm und Morast sich heranwälzenden Massen, getrieben durch Knutenhiebe und Rückenfeuer. Hier die eiserne Mauer der Htndenburgarmee. Den 19. März benutzt der Gegner, jeine zusammengeschmolzenen Massen aufzufüllen. Am 20. März versucht er den Durchbruch mit neuer Kraft. Während ein Angriff gegen Bal- taguzy gänzlich mißglückt, unternimmt der Feind auch im nördlichen Abschnitt pl »erhörte An^e.^imgen. Das ganze I. sibirisch« Korps, die 22. Division und Teile der 59. Division werden unbarmherzig viermal und jedesmal in vier dis fünf dichten Wellen vorgeworsen. Scheinangriffe der 10. sib. Division der Lot- wa beabsichtigen die deutsche Führung abzulenken, verfehlen aber ihren Zweck. Unter selbst für russische Verhältnisse ungeheuren Verlusten flutet der zerschmetterte Angriff der Stoß- gruppe Pieschkow in seine alten Stellungen zurück. Der 21. März dringt den Höhepunkt der Schiacht am Na- roczsee. Die Krisis des Angriffs ist hereingebrochen. Das Höchstmaß der beiderseitigen Anst.enguvgen ist auf das Aeußerste angespannt. In der Sernenge tobt der Kampf mit unoe» minderter Heftigkeit um Baitaguzy. Die russische 25. Division wird abgeschlagen und in ihrer Gefechtstättgkeit völlig erschüttert. Aber der 10. Division gelingt es bet Vlizniki, in das Gelände unserer Beobachtungsstellen und in Teile der vorderen Siettungen c inzuSritigen. Hier ge a en Lse russischen Regimenter in furchtbare Verwirrung. Offiziere sind nicht zur Stelle oder haben die Gewalt über die Truppe verloren. Hier wollen Kompagnien weiterstoßen, dort wollen andere zuruckweichen, wieder andere setzen sich fest, zufrieden mit dem Erreichten, wo sie gerade sind. Ein erbitterter Kampf tobt um Vorwerk Stachrwce. Gleichzeitig drücken und wälzen sich dicke Massen dreier Divisionen im Abschnitt Mosheiki—Wileity heran, gestützt und vorwärtsgcschobcn Lurch heftiges Artilleriefeuer. An wenigen Stetten gelangen sie bis an oder in vordere Teile unserer Gräben. Kräftige Gegenangriffe werfen die Eingedrungenen sogleich wieder hinaus. 7 Offiziere, 800 Mann bleiben gefangen in unserer Hand. Unter außergewöhnlichen Verlusten fluch-' tet der Angreifer. Die 22. Division rettet nur Trümmer aus dem Feuerbereich. Nördlich Wileity mißglückt tn ähnlicher Weise ein Angriff der 59. Division. Hier «n nördlichen Abschnitt zwingen die furchtbaren Verluste den Gegners m 22. März zur Ruhe und Erholungspause. In der Seenenge hat der kleine Teilerfolg bei Blff- mki den Mut belebt und die Zuversicht gehoben. Hier also scheint der Steg erreichbar. Nach ffu -d -'langer Artillerievorbereitung am 22. März giessen nachmittags etwa 4. Divisionen erneut an. Zwei Angriffe werden angesetzt. Zweimal in je vier dichten Wellen brechen die russischen Massen vor. Zweimal zerschellen diese Versuche restlos unter schwersten Verlusten. Allein die 8. sib. Schützendivision vertiert an Gefangenen 2000 Mann. Mit äußerster Heftigkeit wütet das Artilleriefeuer in der Nacht zum 23. März weiter. In den Morgenstunden bricht die verstärkte 8. sib. Schützendivision noch zweimal zum Angriff vor. Die Angriffe scheiterten ebenso wie die folgenden Vorstöße am Abend. In unerschütterlicher Ruhe halten die Truppen der 10. Armee. Heute in Ets und Schnee frierend und erstarrt, morgen im Tauwetter durchnäßt, im tiefen Schlamm und Bret der aufgeweichten, durch das heftige russische Feuer abgedeckten Gräben. Musterhafte Arbeit leistet die Artillerie, Feldartilleri» und schwere. Hier legt sie Sperrfeuer zwischen Hindernisse und Angreifer, dort vor seine nachrückenden Reserven. Hier flankiert sie wirk',am, dort jagt sie den abgeschlagenen, zurücksiu- lenden Angrei er in ras Straffeuer seiner eigenen Maschinenge-» wehre und Kanonen. Die Armee Eichhorn, der „Sturmbock gegen Kowno". der eiserne Besen, der die Tenne reinfegte pruschen Ni-men und dem Seena.tuet südlich Dünadurg, ist fetzt der — „Prellbock". > § > . , ' Ebenso unerfchüiterlich wie I»e Frank der 10. Armee erweist sich/hr linker Flügel und die anschließende Armceabtcilung Schnitz. Zwar wurde der Nordflügel der Armee Eichhorn von der vollen Wucht der russischen Offensive nur zum Teil gefaßt, aber auch diese Kämpft zeigen Höchstleistungen auf beiden Seiten. Das Gelände des ehemaligen Dorfes Wileity war zu einem mehrere hundert Meter vor der Hauptstcilung liegenden Stützpunkt ausgebaut. Von hier aus ließ sich die eigene Front und die der rechten Nachdargruppe weithin flankieren. Die Beseitigung dieses Stützpunktes war V^rbe^igung zur Durchführung des Angriffs. Dichtes Wirldge.äüde in etwa 1000 Meter Entfernung gestattete gedeckte Versammlung und Annäherung. So entbrennen heftige Kämpfe um diesen Stützpunkt. Am 18. März vormittags beginnt der Angriff gcgen Wileiiy und dehnt sich bald weiter nach Norden aus. Die den Wald verlassende Infanterie kommt sofort in heftiges Artillerie- und Maschinengewehrseuer und flutet bald tn die Deckung des Waldes zurück. Weiter nördlich kommt der Angriff gar nicht zur Entwicklung. Gefangene der dort angcsetzten Regimenter 85 und 88 sagten später aus, die Infanterie hält: Beseht erhalten, den Stützpunkt unbedingt zu nehmen. Zweimal stürmten sie vergeblich. Aber die Deutschen hielten unerschütterlich stand. Das deutsche Artilleriefeuer von unauffindbaren Batterien hätte ihnen ungeheure Verluste zugefüqt. , Am Abend des 19. März versucht der Russe nochmals den Angriff. Ohne Fcuervordercitung will er sich des Stützpunktes durch Handstreich bemächtigen. Fast unsichtbar in Echneemän- teln schleichen un Dunkel der Nacht Abteilungen an die Hindernisse heran. Kreisförmig sott die Stellung umschlossen und überraschend angegriffen werden. Im blendenden Licht deutscher Scheinwerfer und Leuchtkugeln setzt rasendes Majchinengewehr- feuer ein. Bald nach Mitternacht retteten sich kümmerliche Reste der russischen Infanterie. Die Deutschen Hoden vier Verwundete als Verlust zu melden. Noch einmal versucht der Feind sem Glück. Am Morgen des 22. März brechen starke Kräfte aus dem Walde vor. Eine Wette folgt der anderen. In kurzer Zeit feuern wohl 2000 Schützen. Unsere Artillerie leidet zunächst unter ungünstiger Deobacktuna. Sie -lermoo dm An- griff nicht aufzuhalten. Der Rusic druckt trotz grop... V-riuste auf etwa 300 Meter vor. Dann klärt das Weiter sich auf. Unfer Artillerieieuer fetzt ein und um 11 Uhr vormittags ist der Angriff abgesckmettert. Hunderte von Toten liegen vor der Stellung; Hunderte Verwundeter kriechen zurück oder jammern vor den Hindernissen: . . . Hunderte werden später von russischen Krankenträgern geholt. Der menschliche Verteidiger erlaubt dem feindlichen Sanitätspersonal ungestörte Arbeit und die Bestattung der Gefallenen. Weiter nördlich fanden um diese Zeit nur kleinere Kämpfe um vorgeschobene Postie.ungen statt. Zn einem etwa 800—1502 Meter vor den Steilungen liegenden Hochwald wurden unsere Posten und F.'ldwache., von starken Krästen angegriffen und erhielten zur Vermeidung unnötiger Verluste den Befehl, auf die Hauptstcllungen zu-ückzugehen. Eine dieser Feldwachen wur- de jedoch vom Gegner völlig eingeschlossen. Ihr schneidiger Führer wehrte sich eine Nachr und den folgenden Tag gegen erdrückende Uebermacht. Dan» gelang es ihm, sich bei Dunkelheit mit Hilfe unserer Artillerie an der Spitze seiner kleinen Schar fast ohne Verluste und sogar unter Mitnahme ein ger ruffijcher Gefangener nach rückwärts durchzuschlagen. Gefangene sagten aus, datz die Russen bei d.esen Gefechten um die Feldwache etwa zwei Bataillone verloren hätten. Noch eine Kieme Schilderung sei emgeiügt. Hier setzt sich der Kommandcur eines loth logischen Infanterieregiments ,n den Sattel und wirft an der Spitze seiner Truppe durch kräftigen Gegenangriff den emgedrungenen Feind aus dem Graben. Dort geht ganz allein und selbständig ein einzelner Lanüsturmmann, biederer Handwerker im Frieden, mit Handgranaten vor und reinigt sem Grabenstück von e.ngeornLenen Rüsten. Nördlich von Wlleity liegt vor der Front das etwa 1 Kilometer lange Dorf Welikvse-Selo. In der Mitte des Ortes stand seit langer Zeit eine Feldwache hinter ihrem Drahthindernis. Täglich schob sie einen Unterosfiziersposten 500 Meter weit gegen den feindwärts gelegenen Dorfrand vor. Nachts wurde der Posten emgezogen. Am 19. März entwickelte der Feind stä ke Kräfte gegen Welikoje-Selo, die allerdings nicht zur Durchführung eines Angriffs kamen. Jedoch fand der Unteroffizier, als er am Morgen seinen gewohnten Platz beziehen wollte, den Feind darin — etwa eine Kompagnie mit Maschinengewehren. Einige Nächte später gehen von Süden deutsche Abteilungen im Schutze der Dunkelheit vor und beginnen 2 Uhr vormittags bas Feuer auf die Russen. Eine andere Abteilung schiebt sich, in einer Bodenfalte gedeckt, an die russische Kompagnie heran. Unsere Artillerie legt plötzlich Sperrfeuer hinter den Ort; die nördliche Gruppe stürzt m langem Sprunge vor und überrennt den Feind. Nur wenige Russen entkommen in der Dunkelheit. Ein " Ma Mil Verlust von emem Mann rückt Sie Abteilung in die alte Stellung ein. Wiederholt fragte der russische Offizier, wann er erschossen würde. Man hatte ihm erzählt, die Deutschen erschössen alle russischen Offiziere. Man reichte ihm Tee. Er nahm ihn aber voller Mißtrauen nicht eher, bevor ein Landwehrmann davon getrunken hatte. Außer den 73 Gefangenen betrug die Beute dieser kleinen Unternehmung 2 Maschinengewehre, 80 Gewehre und 10 000 Patronen. Vor der unerschütterten Front der Armee Eichhorn hielt der erschöpfte Angreifer am 24. und 25. März verhältnismäßig Ruhe und sammelte Kraft zu neuer Anstrengung. Im Abschnitt südlich des Dryswialy-Sees, am Flügel der Armeeabteilung Schultz war es inzwischen auch zu lebhaften und heftigen Kamp.Handlungen gekommen. Nacid.m de. Gegner an mehreren Stellen Ausfallgassen in seine Drahthindernisse gelegt halte, begann er am Morgen, des 19. März den erwarteten Angriff. In sechs bis acht mächtigen Wellen wälzten sich die russischen Massen heran, lieber die im Feuer zusammenbrechende Welle türmte sich sofort eine neue Angrissswoge. Der Wind, der diese Flut aaschwe.len licp. war das russische Feuer in den Rücken der eigenen Infanterie. Alle Anstrengungen und Opfer sind verg.blich. Nur an zwei Stellen halten die Russen bei Tagesanb.uch des 20. März geräumte deu.sche FcldwachsteUungen. Schon setzt der Gegenangriff ein. Ein Landw.hnegimcnt mmmt im kühnen Gegenstoß seine verlorenen Grabenstücke wieder: eine Kavalleriebrigade stürmt mit dein Karabiner und nimmt den überlebenden Teil der emgedrungenen Russen — 1 Offizier und 120 Mann — gefangen. Bor der Front liegen — gezählt — über tausend Leichen. Weitere russische Angriffe brs 22. März scheitern in gleicher Weise. In der Nacht zum 23. März rennt der Gegner viermal verzweifelt an. Zweimal gelangt er an die Hindernisse, jedesmal muß er unter verheerenden Verlusten weichen. Die genannte Kavallericbrigade allein zählt 930 Leichen vor ihrer Stellung, lieber Berge von Toten und Verwundeten hinweg stürmt der Russe am 25. Mai bald nach Mitternacht noch einmal. Kosaken hinter der Front bearbeiten die Infanterie mit der Peitsche. Nach nutzlosem Ansturm fluten die Reste der Regimenter zurück. Dann herrscht Ruhe und der Feind hat Gelegenheit, seine Verluste der Tage v.n, 19. bis 25. März sestzu- stelien. Eie betragen mindestens 8200 Mann. Weiter nördlich im Ge.ände der Bahn Wilna—Dünaburg und der Straße Kowno—Dünaburg setzt in derselben Zeit ein gleich heftiger und gleich erfolgloser Angriff ein. Ohne Artillerievorbereitung will der Feind in der Nacht zum 22. März die dortige Front überrumpeln. Man läßt ihn heran- Ofsizier und 72 Mann werden gefangen. 30 Tote begraben. s kommen bis an und in die Hindernisse; dann schlägt ihm ver- ! nichtendes Feuer entgegen. Die fliehende russische Infanterie ' findet in der Dunkelbeit u»d Verwirrung die Hindecnisgaslen nicht und drängt sich wie eine Schafherde in dicken Haufe» zu ammen. Maschinengcivehie v.rrichte» unbarmherzig ihre für? terliche Arbeit. Am Lawkesiabach bleiben 600 Tote. greift die russische Artillerie ein und bereitet einen neuen Hu. griff vor. 6 Regimenter von 3 verschiedenen Divisionen stz? men und werde» aufgerieben. Der 23. März bringt eine Steigerung des russischen tillerieseuers. 114M Schuß werden gezählt, darunter 275 schwerster Kaliber. Umsonst! Die Infanterie kommt „y auf 4M Meter heran und mutz bewegungslos liegen bleibe^ Ein erneuter Ucberraschungsangriff schlägt gänzlich fehl un> kostet wieder Hunderte von Toten. Wie zur Rache antworte der Russe mit ernem im Osten bisher unerhörte» Trommrs, feuer — aber es erfolgt Kern Angriff mehr. Vom 26. MSi> ab herrscht Ruht beiderseits des Dryswjatysees. ^ Gegen die Einb.uchsstellcn in der Front der Armee Eich. Horn setzt die russische Führung am 26. März noch einnich gleichzeitig mit aller Kraft den Hebel an. Nach heftige, Artillerieseuer drücken aus der Frontlinie Sptaglia — Sjjz. rand des Naroczsces vier Divisionen vor. Der unter furch, baren Verluden abgeschlagene Angriff wird am Nachmittag er. neuert. Unter Zu ückiaffung von 3000 Toten weicht schließlich der Gegner in seine alten Stellungen zurück. Auch südlich Wileity scheitern mehrfache Angriffe. ^ Der 27. März läßt für den Verteidiger einen schönen A, folg heranrcifen. Es genügt, durch kräftige Vorstöße de, Feinde größere Teile des uns am 21. März entrissenen Gelände, streifens wieder abzunehmen. 1300 Mann mit 5 Offizieren bl«, den in unserer Hand. Heftige russisch« Gegenstöße, die jj« auch am folgenden Tage wiederholten, bleiben erfolglos. FjjH stacke Angriffe scheitern unter großen Verlusten. Gleiche Miß. erfolge erleiden Äassenangriffe der 45. Division und 2. sch, Schützendivision südöstlich Mu.ja.she. Der 30. März bringt das Ende der russischen Offensiv«. Sie ist erstickt in „Blut und Sumpf." Bon etwa 14 Divisionen, die die Hauptlast des Kamps« zu tragen hatten, sind etwa 2 Divisionen vernichtet, 8 Divisionen haben wohl die Hälfte ihres Bestände* verloren. Ij, blutigen V - .uste in der Ze.t vrm 18. bis 30. Mä z im KIngrifjs. raum zwischen Beresrna und Disna sind auf weit über 10!)Ov» Mann zu f ätzen. Mit ungeheuren Opfern konnten die Russe« keine Fu'c i ckern in der Hmdei.bn.gwand. Ein kl i.'.es Steinchen bröckelten sie heraus — dort bei Dlizniki am .iaroczsee. Dieses S cmchen haben wir ersetzt und wieder einzcfügt. wir haben noo: eine Mauer davor gebaut — am 28. April. Die A b il bra e reichen L hn: 5 Geschütz', 10 Mi lenwerser, 28 Maschjneng.i. eg.e, 5600 Gefangene mit 56 Offizieren. Damit ist sü. uns die lufsijche Mä.zosfenjive 1916 beendet. -rätst (wöcheni Nr« «T« Au der «e verlöre Re IS. I geleger 79» gmom D- <«Srdli Amtliche Betalllltmachllnge«. Bekarrrrt«achu«g über dar Verfüttern von Kartoffeln. Vom 8. Juni 1916. Auf Grund des 8 2 der Bekanntmachung über das Verfüttern von Kartoffeln vom 10. April 1916 (ReichS-Gesetzbl. S. 284) wird folgendes bestimmt: 8 1 Vom 10. Juni 1916 ab dürfen Kartoffeln nicht mehr verfüttert werden. Der Kommunal»rrband regelt die Zulassung von Ausnahmen. Ausnahmen dürfen nvr bewilligt werden für Kartoffel», die sich nachweislich zur menschliche» Ernährung nicht eignen. S 2 Virhbrsttzrr dürfen bis 15. August 1916 an ihr Vieh insgesamt nicht mehr Erzengnifse der Kartoffeltrockaerei v rfüttrrn, als auf ihre» Viehbestand bis zu diesem Lage nach folgenden Sätzen entfällt: An Pferde .... höchstens zweieinhalb Pfund, an Zugkühe .... höchstens einundeinv ertel Pfund, an Zugochse» . . . höchstens eiuunddreiv ertel Pfund, an Schweine . . . höchstens ein halbes Pfund täglich. Die Ksmmunaloerbände körmen das Verfüttern dieser Erzeugnisse weiter beschränken oder ganz verbieten. Kartoffelstärke und Kartoffelstärkemehl dürfen nicht verfüttert werden. 8 3 Mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark (zehntausend Mark) wird bestraft, wer den vorstehenden Bestimmungen zuwiderhandelt. Bei vorsätzlicher Zuwiderhandlung gegen 88 1 und 2 ist der Mindrstbrtrag der Geldstrafe gleich dem zwanzigsachen Werte der verbotswidrig verfütterten Mengen (8 7 der Bekanntmachung über das Verfüttern von Kartoffeln vom 15. April 1916 — RtichS-Grsetzbl. S. 284). 8 * Dies« Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Berlin, den 8. Juui 1916. Der Stellvertreter de» Reichskanzler»: Dr. Helffertch. Vorstehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntnis mit dem Anfüzru: „Anträge wegen Gestattung von Ausnahme» sind durch Vermittlung der Bürgermeisterämter vorzulege», welche zu bescheinigen haben, ob eS sich um Kartoffeln handelt, die für die menschliche Ernährung unverwendbar find, «nd Stellung zum Antrag zu nehmen haben. AdelSheim. den 13. Juui 1916. Boxberg «r. Bezirksämter. Privat-Anzeigen. lül/edldlttkUdl OröLte unri sieäeutenffste sissirik Deuts ctilsiujs kür v Ld »d I» L V r « s c LA »d s r: lA L Id « L» k*stent - Zelbsteialezer, ?stent - äellrstb incier - Ztrobpressev mlI!lIlIlIlIl!II««lMl!l«!I«l!!ttI!llI!!Il»«>«lMlIll!!l!l«!!IlW V Sla'umplmksi'sn V vLNlMtrLMM Lillätzi'Mlllpktz scinvarr u. IsclsiffarbiA baumwollen, ciünn vMMtrMpke KiniltziÄl'üiilpj'tz äurciivrocde», sckvvarr 8clrwarr u leciertarbi§, unä lederlaiVlA in allen Orössen vLwM 8 trüllipktz LiuäerMlielitzli reine Wolle weiss u. sarlriA nein« Wolle in gesu n. dnsun. ^ 0 . frisäerivli /tdekksim. D Vi»liimliilii»iliimiiii»iiii»iiii»imiiiii»iii„i„li,„D -der Ten M ei», dank Lach v> d, »nd kneip noch nies» ein» z»rü Mo» Fra» ru„g Himi »»eist Hut hatte diese «fas nah» Mals aber men Cu» «eso, mili, halte Pau vebei