3. -2. LH cs 20 O Milder llNÜ «rß»««t täglich, außer Sonn- uns Zeierlags «««,. Monatlich. . - Pfg. vierteljährUch . Nk. frei ins Haus geliefert Soxberger Mzeiger Gelesenftes Tageblatt oes daöijche» Saulanöes flnzetgen werärn mit iS Pfennig ! per einspaltig« Zeile berechnet. > s Set mehrmaliger Aufnahme Rabatt ^ Postscheck »Konto 40S4, Karlsruhe hairptanzeigeblatt für -re seMe Melsheim, Hoxberg u. deren Umgebung l Gratis: Mtlichev vertünäigungsblatt I ^-chentl.) Illustriertes Sonntags »Statt HolzsubmiP-ns- und Versteigerungs-Anzeiger für den Odenwald Gratis: Prakt. Mitteilungen für Gewerbe (monatl.) u. HanSel,Haus« u.Lanöwirtsthast Rr2l3 Druck und Verlag Buchdruckerei Adelshoim, Adolf Heppeler Telefon No. 18 _ AdelSheim, Mittwoch, 13. September 1916 Verantwortlich: A. Heppeler in Adelsheim. 40. Jahrg. Tagesberichte. MTB. Großes Hauptquartier» 12. Sept. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Front des Generalfeldmarfchalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. Beiderseits der Somme sind feindliche Angriffsabsichten tzk allgemeinen durch Sperrfeuer vereitelt worden. Im Fomeaux- und im Leuzewald versuchten die Engländer verglich, im Handgranatenkampf Boden zu gewinnen. Das Dorf Ginchy fiel gestern früh in die Hand des Feindes. D« Artilleriekampf wird mit Heftigkeit fortgesetzt. Oestlicher Kriegsschauplatz: Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern: Nördlich von Stara Czerwiszeze brach ein mit starken Massen geführter russischer Angriff unter schweren Verlusten unseren Hindernissen zusammen. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Earl: In den Karpathen wurden feindliche Angriffe in Gegend der Baba Ludowa, an der Cimbroslawa Wk. und am Capul abgeschlagen, im Gegenstoß an der Cimbroslawa Wk. 170 iKfangene gemacht. Balkan-Kriegsschauplatz: Die unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Mackensen stehenden deutschen und bulgarischen Kräfte setzen ihren Vormarsch in der Dobrudscha fort. An der mazedonischen Front lebhafte Artilleriekämpfe i» Vardar-Gebiet und für die bulgarischen Truppen erfolgreiche Gefechte am Struma. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff Nach langen schwankenden Kämpfen »ff oas yery umstrittene Dorf Ginchy, nordwestlich von Combles, »m Montag den Engländern in die Hände gefallen. Es bat sie wohl nicht viel geringere Opfer gekostet, als das im «cwfe der letzten Woche verlorene Guillemont, südwestlich - 2 ; ALS' - s -- ; l» s 2 ^ §> von Ginchy gelegen. Ginchy ist der am weitesten nach Osten gelegene Ort der englischen Front, während die Scheitellinie der französischen Front, deren Keilstellung übrigens in voriger Woche den Winkel etwas verflacht hat, dicht vor Peronne liegt. Schweres Artilleriefeuer zeigt an, daß die Teilkämpfe der letzten beiden Tage du Brücke zu einem neuen großen Angriff bilden werdew Starke Durchbrnchsversuche der Russen in Galizien sind wiederum gescheitert. Bis zum Ende bei vorigen Woche wurden die russischen Verluste in diesen Abschnitt (Halicz-Brzezany) vorsichtig auf wenigsten- 100 000 Mann, darunter 25 000 Tote geschätzt, als: ebensoviel wie bei dem mißglückten Durchbruch au K o w e l. Aus dein heutigen Tagesbericht erhellt, daß da- Oberkommando über das in der Dobrudscha vordringend deutsch-bulgarische Heer in den Händen des Generalfeld marschalls von Mackensen, des Siegers vom Dunajec liegt. Dieses Heer bildet den linken Flügel der in de Dobrudscha operierenden Truppen, die Donau-Armee während die bulgarisch türkische Gruppe etwa von Dobritsch bis zum Schwarzen Meer sich erstreckt mit den Ziel auf Konstanza. Der Vormarsch vollzieht sich mi unaufhaltsamer Stetigkeit, und da die Festung Sili> stria von den Rumänen nunmehr geräumt ist, ist ein außerordentlich wichtige Operationsbasis gewonnen. Vom Wardar- und Strumatal werden erfolgreich, Gefechte der Bulgaren gegen die Engländer und Frau zosen gemeldet. Ueber einen neuen Baralongfall meldet di „Kölnische Zeitung". Darnach wurde in Kamerun de kleine bewaffnete Regicrungsdampfer „Nachtigall" in eil Gefecht mit dem englischen Kriegsschiff „Twarf" der wickeln wobei die „Nachtigall" nach mehreren Explosiv neu im Innern brennend zu sinken begann. Als de Rumps schon lange ein Opfer der Fluten geworden war richteten die Engländer noch immer ihre Scheinwerfe und Revolvergeschütze aus die Untergangsstelle, wo ei» wehrloser Rest der Besatzung mit den Wellen rang. De Gewährsmann des Kölnischen Blattes beobachtete, wi> mehrere der schwimmenden Europäer sowohl als di Leute der schwarzen Bes.^nng getroffen wurden uni untergingen. Dieses Verbrechen erhält noch eine be sondere Bedeutung durch die Tatsache, daß den Mör dern wehrlos.': oeulscher Seeleute durch das Londons, Prisengerich» eine Belohnung von 3700 Mk. ausbezahl wurde oer Besetzung Silistria ist von den vereinigte» deuts. bulgarischen Truppen der Punkt erreicht worden wo Bulgarien bis zum Bukarester Frieden sich am weitesten an der Donau nach Osten vorschob. Strategisch is es auch hier die Möglichkeit eines Uebergangs über de» etwa 2600 Meter breiten und unterhalb der Stadt vo» mehreren Inseln durchsetzten Strom, welche die Beden- tnng Silistrias ausmacht. Allerdings wird sie beeinträch tigt durch das sumpfige Gelände des linken Ufers, das bei Tutrakan dagegen fest ist. Die amtlichen bulgarischer Berichte ergeben, daß der Einmarsch in die Neu- Dobrudscha in drei Gruppen vor sich ging, die untereinandei in Verbindung blieben. Die nördliche wandte sich vor Westen und Süden gegen Tutrakan, warf die feindlicher Vortruppen aus dem Borgelände der Festung in si« hinein, schlug einen Ausfall der Besatzung auf Daidi» in südlicher Richtung ab und stürmte am 6. September Tutrakan. Gegen Silistria hatte sich die zweite Grupp« gewandt, die die Verbindungen der Stadt mit dem Wester und Süden abschnitt und am 6. September einen Vorstoß einer Division von Silistria auf Tutrakan, 20 Kilometer südöstlich der Festung, abwies, wobei drei Schnellfeuerbatterien erobert und Gefangene gemacht wurden. Sie folgte dem geschlagenen Gegner auf dem Fuß und besetzte Silistria, das geräumt worden zu sein scheint. Sehr schwere Kämpfe hatte die dritte Gruppe zu bestehen, die von der Linie Schumla—Pravadi—Warna auf Balt- schik marschierte und eine Seitenkolonne an der Küste entlang entsandte, die Baltschik, Kawarna und Kap Kali Akra besetzte. Vorgetriebene Reiterei zersprengte feindliche Vortrnppen in kleinern Zusammenstößen. Dobritsch war am 4. September erreicht, im Norden die Straße von Silistria her gewonnen. Die Schnelligkeit der Operationen hatte den Gegner augenscheinlich völlig überrascht. Festgestellt wurden bisher an feindlichen Kräften in der Neu-Dobrudscha mindestens zwei Divisionen in Tutrakan, eine Division in Silistra, eine Division bei Dobritsch an Rumänen, von Russen die 61. Division und eine gemischte serbisch-russische, d. h. sechs Divisionen im ganzen. In Tutrakan wurden gefangen die 9. aktive rumänische Division mit den Regimentern 34, 35, 36 und 40, sowie eine Reservedivision mit den Regimentern 74, 79, 80 und 84. Die Division hat etatsmäßig auf Kriegsstärke 14000 Mann. Da noch Gendarmerieverbände, Truppenteile der Feld- und Fußartillerie und technische Waffen-in bulgarische Gefangenschaft geraten sind, so ist die Zahl von 21000 unverwundeten Gefangenen nur durch starke Verluste zu erklären. Tutrakan allein hat And Leben ist Kampf! Roman von Max Dürr. 37 Das Echiff fuhr in einem dichten Nebel, der auch die imngste Fernsicht hinderte, man erblickte kaum die vor» Spitze deS Schiffes. Geisterhaft wie durch ein «vlkenmeer bewegte sich der Dampfer, die Maschine fuhr w« mit halber Kraft. Fortwährend ertönte in gleichmäßigen Zwischenräumen das dumpfe Brüllen des Nebelhorns. Gegen Mittag lichtete sich der gelbe, sinkende Nebel und me Sonne trat hervor mit bleichem, trübe» Scheine. In der sah man die schwachen Umrisse ei»es Schiffes, das «utgrgenzukommrn schien. Bald kam es näher und Signale wurden ausgetauscht, die bunten Wimpeln flogen blitzschnell Aden Masten in die Höhe und redeten ihre stnmine Sprache. T .war ein Dampfer, der nach der Heimat zog. Stephan Nwnd die Signale nicht, er hörte es aus den Reden der Matrosen, die neben ihm arbeiteten und das Deck scheiterten. . Dieser einsame Wanderer in der Wüste des Meeres, die Affame Erscheinung rief bei allen, bei den Reisenden, den Aatroseu eine freudige Anfregung hervor, Stephan stimmte nk traurig. Doch er vertrieb die sehnsüchtigen Gedanken, in» mm « flch tüchtig über die Arbeit hermachte. Die Begegnung war längst wieder den Augen entschwnn» "en, das gleichförmige Einerlei des OzeanfahrerS hatte i^ue Rechte geltend gemacht. Da entstand am Nachmittag UeS TageS plötzlich ein Lärm auf dem Schiffe. Einige Matrosen zogen aus dein Bauche des Dampfers einen winischen hervor, einen blinden Paffagier. Sie hatten ihn MN« Warenballen versteckt aufgefimden, ein Niesen hatte Aufmerksamkeit erregt. Nun schleppten sie ihn vor den Stepha,, sah auf von der Arbeit, über die er sich beugte, "d er das Poltern, die Rufe vernahm, die einen auffälligen ^^k^isatz bildeten zu der sonstigen ruhigen Ordnung des ^Asugierig drängten sich die Paffagiere «in den erwisch» - "tkr. Es war ei» Rätsel, wie er sich auf dein Schiff . 'gleiche,, konnte und der Zwischenfall bildete eine an- dkuehme Abwechslung in dem Einerlei, das sich schon all» mählich fühlbar machte, obgleich man sich erst am zweiten Tage der Reise befand. Als sich die Gruppe lichtete, sah Stephan einen kurzen Augenblick den Eindringling. Er erblickte ein hageres, schmutziges Gesicht, einen struppigen Schnurrbart, ein paar freche, graue Augen. Wie erstarrt stand Stephai», der Hammer entfiel seinen Händen ,md fiel polternd auf das Verdeck des Schiffes nie» der. Er tränte seinen Augen nicht. War das möglich? War das nicht Peter Haaga, der Lnmpenpeter? In größter Auf» regmig näherte er sich der Gruppe, dann hielt er plötzlich inne, er fürchtete erkannt zu werden. Kein Zweifel, es war der Lmiipenpeter. der sich unter der derben Faust des Matrosen wand, es ivar sei» abstoßendes Gesicht, er erkannte seine Stimme, sein höhnisches, widriges Lachen. Ans der Stirne zeigte sich eine noch halboffene, schlecht heilende rote Schramme. Das erste Gefühl Stephans war das der lautersten Freude, eine ungeheuere Last fiel ihm vorn Herzen, er hätte diesen Menschen umarmen können, der doch zum größten Teil schnld war an all seinen» Unglück. Er ivar kein Mörder, kein Totschläger, mit leibhaftigen Augen sah er den Menschen, den er erschlagen glaubte, vor sich, ja. er konnte ihn »licht einmal bedeutend verletzt haben, sonst wäre es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, daß er hier war. Die Wunde an der Stirne bedeutete ei» Adererlaß, nichts weiter. Doch in dieser Freude mischte sich der Gedanke, daß er mm »»»»»sonst geflohen war. Oder war es doch nicht umsonst? Wurde er nicht doch verfolgt, wegen deS Schlags, wegen der Wunde, die er ihn» beigebracht hatte? Er mußte sich Gewißheit verschaffe»», gelte eS, was «S wolle, er mußte mit dem Linupeupeter sprechen. Und wenn er verfolgt wurde, war eS nicht besser für ihn, eine neue Welt aufplsuchen, hatte er nicht die Heimat schon vorher verloren, bevor er diesen Menschen zu Boden schlug? Gewiß. ES war auf alle Fälle bester für ihn, er ivauderte aus und suchte sich eine neue Heimat in der neuen Welt? Als er z» diesem Gedanken kam, freiite er sich wieder herzlich darüber, daß er diesen Mann als ein Zeichen vor sich sah, daß er schuldlos dastand, daß er nicht unter der Last des Verbrechens gezwungen sein würde, sein neues Leben zu beginnen. Darüber vergaß er selbst die unangenehme Empfindung, den Gedanken, daß er immer und immer wieder mit diesem Menschen ziisammeiltraf, selbst auf dem einsamen Schiffe, auf dem weiten Meere, daß sein Leben, sein Geschick zusammen« gekettet erschien mit diesem schmutzige», gemeinen, unnützigen Kerl! In tiefein Sinnen, aber mit frohem, leichtein Herzen kehrte er zu seiner Arbeit zurück. Das Verhör vor dein Kapitän war von kurzer Dauer. Was konnte man mit dem Menschen anfangen, da er einmal da ivar? Der Kapitän wetterte nnd schimpfte abscheulich, aber es half nichts, aussetzen konnte er ihn nicht auf hoher See. Er drohte ihn der Behörde zu übergeben, ihn verhungern zu lassen, und ließ ihn schließlich laufen. Am späten Abend traf ihn Stephan im Zwischendeck. Der Lmiipenpeter ivar nicht weniger überrascht, ihn hier zu finden, als es Stephan selbst gewesen war bei seinem Anblick. Doch als er sich von seiner Ueberraschung erholt hatte, grinst- er ihm vergnügt zu. „Du auch hier, Stephan? Das ist fürwahr kein schlechter Spaß!" sagte er. „Mästen scheints gute Kameraden werden wenn wir uns überall zusammen finden.« Stephan war verlegen, er wußte nicht recht, was er sagen sollte. Ihm ärgerte die steche Art des Burschen und er fühlte sich ihm gegenüber doch in der Schnld. Der Lnmpenpeter merkte es. „Du denkst wohl, daß ich Dir böse bin, wegen des Schlags? Er war nicht übel g«. meint! Hätte fast daS Aufslehen vergessen, aber ich Hab' einen harten Schädel. Mach Dir keine Sorgen, so was kommt unter den besten Freunden vor und wir wollen doch Freunde bleiben?« „Bist Du krank gewesen?" unterbrach ihn Stephan, um diesen, Geschwätz ein Ende zu machen, das ihn beleidigte. „Pah! Wegen so 'was! Bis die Bauern zurückkamen, die Dir nachsprangen, hatte ich mich in der Küche deS WirtS abgewaschen, den Kopf verbunden und saß vor meinem Glas- Bier und lachte sie cmS. weil sie so dumme Gesichter machten, als sie mich sahen. Bei mir gilt das Sprichwort! Un- kraut verdirbt nicht!" Er lachte auf sein« widerwärtige Art, die auf Stephan so abstoßend wirkte. 223.20 den Rumänen ein Zwölftel der aktiven Regimenter, ein Zehntel der Rcserveregimenter gekostet, ferner ein Sechstel der vorhandenen, den Reservedivisionen zugeteilten leichten Feldhaubitzbatterien. Dazu kommen nun noch die blutigen, sehr schweren Verluste in der Schlacht bei Dobritsch und dem abgewiesenen Ausfall der Besatzung von Silistria. Der Operationsentwurf der verbündeten Rumänen und Russen ist durch diese Schläge empfindlich gestört, und Nachrichten aus neutralen Quellen melden bereits bedeutende Truppenverschiebungen vom Norden durch Bukarest nach dem Süden. „Az Est" berichtet aus Sofia, daß sich die Zahl der in Tutrakan gefangen genommenen Rumänen inzwischen apf über 30000 erhöht habe. Der französische Tagesbericht. WTB. Paris, 12. Sept. Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: Südlich der Somme unternahmen die Deutschen während der Macht eine Reihe von Angriffen auf verschie- denen Stellen der neuen französischen Front von Berny bis in die Gegend südlich von Chaulnes. Fünf Angriffe wurden vom Gegner ausaeführt. Bei mehreren wurden brennende Flüssigkeiten geschleudert. Ueberall wurden die heranstürmenden Truppen durch das Feuer der Artillerie und der Maschinengewehre, das ihnen ernste Verluste beibrachte, in ihre Ausganasgräben zuriick- geworfen. Die Nacht war aus dem übrigen Teil der Front ruhig. L Flugwesen: In der Nacht vom 9. aus den 10. September belegten 10 französische Flu uge die deutschen Militär- Werkstätten im Süden von Brügge mit 60 großkalibrigen Bombe». Die Beschießung, die aus einer Höhe von 400 bis 800 Meter ausgeführt wurde, war sehr wirksam. In derselben Nacht wurden 104 Granaten auf Lagerplätze und Munitionsausbewahrungsplätze nördlich von Somme-Py geworfen. Es wurden heftige Explosionen festgestellt. Ein Flugzeugaeschwader beschoß Kasernen und den Flugplatz von Saarburg mit 20 großkalibrigen Bomben, die gut ihr Ziel trafen und bedeutenden Schaden anrichteten. Abend.: Außer ziemlich heftigem Artilleriekampf südlich per Somme in den Abschnitten von Berny, Bermandooillers und Chaulnes ist von der gesamten Front kein wichtiges Ereignis zu melden. Eine «ene Mobilmachnng für das Heimatheer. (Schluß.) Wer v«r Nalerlanoe durch me Krregs an leche einen Menst erweist, ist sich selbst der beste Freund. Darum werden auch diejenigen zeichnen, denen der Geldbeutel näher steh« als das Vaterland. Leihe mir 95 Mark, sagt das Reich bei der 5. Kriegsanleihe, so zahle ich dir 100 Mark auf Schatzanweisung zurück; leihe mir 950 Mark, so bekommst du auf Jahr und Tag 1000 Mark wieder. Wo. in aller Welt wird dir ein solches Geschäft angeboren?! Lauf doch umher in Stadt und Land — wer schenkt dir einen Taler oder eine Mark? Das Deutsche Reich tut es, und du brauchst nicht einmal „Danke schön" Zu sagen. Und wer zahlt dir pünktlich und halbjährlich noch 4r/r dom Hundert Zinsen dazu? Das tut wieder das Reich Die Sparkasse gibt 4 v. H. Laß. deine 100 oder 500 Mark dort liegen, und du hast in 10 Jahren 5 oder 25 Mark weniger als bei der Kriegsanleihe. Oder zahle bloß 95 Mark ein und sage nach 10 Jahren, du möchtest gern 100 Mark wiederhaben und dazu die Zinsen von 100 Mark, nicht von 95 Mark, für 10 Jahre. Man wird dich auslachen! Du hast die Wahl, sagt ferner das Reich; leihe mir 98 Mark, so gebe ich dir eine Schuldverschreibung über 100 Mark; leihe mir 490 Mark, so erhältst du eine solche über 500 Mark usw. bis in die Millionen. Ich frage noch einmal: Wer schenkt dir 2 oder 10 oder 100 Mark in dieser teuren Zeit, und wer zahlt dir obendrein für diese Anleihe 5 Prozent Zinsen? Aber vielleicht möchtest du dein Geld einem guten Freunde leihen und vergissest dabei ganz, daß das Vaterland der beste Freund ist. Er zahlt wohl auch 41/2 «oder 5 Prozent, aber für 100 Mark, nicht für 95 oder 98 Mark. Und wenn er in Sorge und Not gerät, wo bleiben dann die Zinsen? Willlst du ihn mahnen und pfänden? Bei der Schatzan- ,Weisung und der Schuldverschreibung (beide auch Kriegsanleihen genannt) brauchst du halbjährlich nur den Zinsschein ubzuschneiden und in Zahlung zu geben, jo ist alles erledigt ohne Rücksicht, Mahnung und Verzögerung. Das Abschneiden ist eine schöne Arbeit, viel mehr angenehm als anstrengend. Woher du das Geld nehme, sollst für die 5. Kriegsanleihe? Wo immer du es bekommen kannst, ohne zu stehlen. Es handelt sich um ein ehrlich Geschäft; mehr noch: das Vaterland ruft, und Sieg und Frieden ist mit in deine Hand gegeben. Knopfe an bei den Sparkassen und Tarlehensvereinen, wo du mch ein Guthaben hast; benutze die anständige Gelegenheit, um alte stände beizutreiben, und raffe zusammen, was zinslos in verschwiegenen Ecken liegt! Ueberdies ist zum Zeichnen noch gar kein bar Geld notwendig. Wer z. B. 1000 Mark anmeldet, braucht erst zu folgenden Terminen zu zahlen: 18. Oktober (30 Pwz.), 24. November (20 Proz.), 9. Januar und 6. Februar (je 25 Pvoz.). Wer nur 100 Mark anmeldet, darf bis zum 6. Februar mit der ganzen Zahlung warten. Aber verschiebe die Anmeldung oder Zeichnung nicht bis auf die letzten Tage! Das Deutsche Reich läuft keinem nach; am 5. Oktober ist die Frist verstrichen, und die Anmeldeklappe wird zugemacht. Zeichne reichlich zum vaterländischen Danke, wenn der Herr deine Aecker und Ställe gesegnet hat, wenn deine Werkstatt im Betriebe blieb, wenn dein Arbeitslohn gestiegen ist" oder der Würger zel des Krieges an deiner Hütte vorüberging. Zeichne nach Kräften zur Aufbesserung deiner Lage, wenn du unter dem Kriege wirtschaftlich gelitten hast, der Witwe vergleichbar, die ihr letztes Scherflein in den Opferkasten warf. Zeichnet alle zum Ehrendenkmal für die Gefallenen, die ihr Letztes und Bestes für Heimat und Vaterland gegeben haben! Mir ist, als hörte ich aus fernen, fernen Gräbern von welscher Erde und russischem Sande, aus den Schluchten der Karpathen und den Tiefen des Meeres die Mahnungsstimme des Heldenjünglings Theodor Körner: „Vergiß, mein Volk, die treuen Toten nicht!" Wir haben oft gehört, wie der beliebte Offizier und der schlichte Soldat die Kameraden durch Wort und Beispiel fortrissen zum siegreichen Sturme, «oder wie sie nicht rasteten und ruhten, bis sie den Verwundeten geborgen hatten. Das sind wiederum Beispiele für das Heimatheer. Wo du auch stehst im bürgerlichen Leben, hoch oder niedrig, du kannst durch lebendig Wort uyd Beispiel andere mit fortreißen zur siegreichen Kriegsanleihe, und wenn er schon verwundet ist durch Gleichgültigkeit «oder Mißtrauen, raste und ruhe nicht, bis er geborgen ist für unsere große vaterländische Sache! Und wieder haben wir gehört in seliger Jugendzeit: Das Gebet der Kinder dringt durch die Wolken. Dann wird auch auf den Geldern, die durch die Hände der Kinder und Schulen der Kriegsanleihe zufließen sollen, Gottes Segen und deutsche Siegeskraft ruhen. Vergiß das nicht, wenn deine Lieblinge, für deren Zukunft Millionen kämpfen und bluten, um eine Beisteuer zur Kriegsanleihe bitten! Du willst auch flüssiges Geld behalten für die Zukunft? Ach ja, du möchtest deine Werkstatt erweitern, deine Scheuern größer bauen oder einen Garten kaufen; dein Sohn soll studieren und deine Tochter will heiraten — alles gut und schön, aber flüssiges Geld brauchst du dazu nicht verstauen, und ein hochgemutes deutsches Mädchen mit Kriegsanleihen und vaterlänidschem Sinn möchte ich schon gleich in meine Arme schließen. Wenn die Zeit gekommen ist, kannst du doch deine Kriegsanleihen gut verkaufen oder kannst sie verpfänden bei der Sparkasse oder den Reichsdarlehenskassen, die auch sicher nach dem Kriege so lange bestehen bleiben, als ein Bedürfnis vorliegt. Um flüssiges Geld brauchst du also niemals zu bangen, solange du Kriegsanleihen hast. Aber wie ist es mit der Sicherheit der Kriegsanleihen? fragen Herr Angstmeier und Fräulein Zitterig wie aus einem Munde. Sei ruhig, lieber Angstmeier, unser Vaterland ist groß und reich und treu. Es stellt sich selbst zur Sicherheit mit seiner Ehre und mit seiner und aller Bundesstaaten Steuerkraft, mit seinen Eisenbahnen und Staatsgebäuden, mit seinen Forsten und gewerblichen Anlagen und der gute Wille wird gewährleistet durch die Reichsgesetze und durch unsere Abgeordneten, die selbst wohl «ohne Ausnahme Kriegsanleihen haben. Und die Zahlung der Zinsen in der versprochenen Höhe und Zeitdauer ist ebenso sicher wie das Kapital. Für Fräulein Zitterig aber haben wir noch an die 400 000 Quadratkilometer Feindesland fest in der Hand, ein wertvolles Pfand, fast so groß wie das Deutsche Reich selber. — Wenn alles gut geht, flüstert Tante Miesmacher? Ach ja, bei der ersten Kriegsanleihe hätte sie vielleicht so flüstern können; wenn sie es aber jetzt noch tut, dann muß sie nach Rußland, von Posen aus 13 Stundest in einem V-Zug durch erobertes Land an die undurchdringliche Hindenburg-Front gerast, oder an die Somme, wo eine Schnecke in acht Wochen weiter gekommen wäre als die Engländer und Franzosen, und sie wird mit eigenen Augen sehen, wie alles gut geht. — Auch unsere bomben- sichern Sparkassen können keine größere Sicherheit bieten als das Reich. Wenn aber der Feind über uns hereingebrochen wäre. «0 würden auch sie ins Wanken gekommen sein. Frage einmal die Sparkassen in Arras, Wern und Verdun, wieviel ihre beliebenen Häuser, Bauplätze und Aecker noch wert sind! Es gibt aber Leute, die sind noch klüger und vorsichtiger als Herr Angstmeier, Fräulein Zittrig und Tante Miesmacher. Und doch haben sie viele Millionen für Kirchen, Stiftungen und Mündel den Sparkassen entnommen und für die Kriegsanleihen nutzbar gemacht. Und die vorsichtigen Sparkassen selber, die doch gewöhnlich nur zur Hälfte des Wertes beleihen, haben Millionen und aber Millionest Kriegsanleihen gezeichnet, und da will noch einer fragen-, wie es mit der Sicherheit steht? Nun gut, so sage ich kurz und bündig: Die Kriegsanleihen fallen erst mit dem Deutschen Reich, und das Deutsche Reich steht so fest wie der Himmel über uns. Wer nun kommt alle her — auch Herr Angstmeier, Fräulein Zitterig und Tante Miesmacher — und ruft mit dem ganzen großen Heimatheer des deutschen Volkes: Heil und Sieg in Ost und West über Land und Meer durch unsere herrlichen Truppen; Heil und Sieg aber auch in Haus und Hütte und ehrenvollen Frieden durch unsere 5. Kriegsanleihe! Neues vom Tage. Der Wirtschaftsplan der Schweiz. Zürich, 12. Sept. Der Bundesrat ermächtigte das Finanzamt, einen Ausschuß von Vertrauensmännern einzuberufen, um den Wirtschaftsplan zur Begutachtung vorzulegen. Dieses sieht vor 1. ein Tabakmonopol, 2. die Biersteuer, 3. Stempelabgaben auf Wechsel und Wertpapiere, 4. die Besteuerung der alkoholischen destillierten Getränke, die noch nicht dem Alkoholmonopol unterstellt sind, 5. die Revision der Militärpflichtersatzsteuer und 6. eine neu? Kriegssteuer mit teilweiser Aenderung der Grundlagen der ersten Kriegsteuer. Kein Seerecht mehr. London, 12. Sept. Lord Robert Cecils letzte Rede enthielt einen bemerkenswerten Satz über den Versuch, die Kriegsführung durch internationales Recht zu regeln. Bei Erwähnung des Zusammenbruchs und Fallenlassens der Londoner Deklaration drückte Lord Robert Zweifel darüber aus, ob es, bei d?n ständig wechselnden Bedingungen der Kriegsführung, je wieder möglich sein würde, die Rechte der Kriegführenden zu kodifizieren. Das eröffnet nach unserer Meinung eine unerträgliche Aussicht für die Neutralen; denn die wahre Bedeutung des Satzes ist, daß jeder Kriegführende sein eigenes Recht machen — und es ändern wird', wenn es ihm paßt. Analphabeten als Offiziersaspiranten. Rom, 12. Sept. Zu der Einrichtung eines neuen Dienstgrades in der Armee findet sich in der „Nazione" (Florenz) vom 3. September folgender Kommentar: Ta das Reglemenl für die Bejörderuna zum Ojsiziersaspirgn- ten einen gewissen Bildungsgrad verlangt, bestand W Lücke in der militärischen Hierarchie. Diese ist durch die aus Antrag Cadornas erfolgte Schaffung« Grades eines „Kampf-Aspiranten" (aspirai.te di taglia) ausHefüllt worden, so daß nun auch die Ana!» beten, die im Feld gezeigt haben, daß sie Tru2 abteilungen führen können, befördert werden kö^ Tie Bezeichnung für den neuen Grad ist von d'An^ zio vorgeschlagen worden, der eigens darum befq worden ist. Das geknebelte Griechenland. Athen, 12. Sept. (Reuter.) Ministerpräsident U mis ist zurückgetreten. — Wie der „Temps" ineld, sind die Vertreter der Enteilte in Athen mit der griech scheu Regierung dahin übereingekommen, daß an Bq eines jeden griechischen Dampfers künftig Kontrollern die von England und Frankreich zu bezeichnen sind, mj iahren. Aus Stadt und Land. ** Adelsheim, 13. Sept. In die dunklen Sch«, tiefer Trauer um einen vor kurzem auf dem Felde _ Ehre gebliebenen lieben Sohn darf heute in die ^«aeae des Herrn Kirchengemeinderats und Privatmanns Hei« - Askani ein Heller Schein sonnigen Licktes seliger innerung fallen. Denn heute sind 50 Jahre verflossen, Herr Askani mit seiner Gattin, geb. Kühner, den Treub, ^ d fürs B« für ihre , «I Mg W fürs Leben miteinander geschlossen haben. In schliß p, sondern wurde I . ,*V erschiene Adäshei führunger vie Krieg Feier und im »engsten Familienkreise gedenkt das Paar goldenen Kranze jenes Tages jungen Glückes, und längs gleiten die Tage des in Gemeinschaft durchwanderten hal Jahrhunderts an seinem geistigen Auge vorbei. Rj ; Bilder und lichtfrohe Ereignisse werden mit trüben voll Sorge und Kummer abwechselnd oorüberziehen. heute an seinem Jubeltage kann das würdige AskaiM Ori Ehepaar voll Genugtuung auf die Früchte seines rast!» . fleißigen kaufmännischen Wirkens und Schaffens zruj ^ blicken. Leider ist der 75-jährige.Herr Askani im s gangenen Jahre von einem schweren Leiden befall worden, von dem er heute noch nicht ganz genesen ist, daß er die 50. Wiederkehr des Tages seiner Verehelich, nicht ganz in körperlicher Frische begehen kann. Dagez ; erfreut sich die gleichaltrige Jubilarin noch immer leidlff ^ 4 , Gesundheit. Der Kirchengemeinderat, welchem Kollegi, ^ Herr Askani schon lange Jahre anzugehören die Ehre h ^ wird durch Herrn Stadtpfarrer Görcke oie Glückwüm ^ überbringen und dem Askanischen Ehepaar ein Bild 1 M»eteiltc Andenken an den heutigen Tag überreichen lassen. Z eichen ! Kgl. Hoheit der Großherzog ehrte Herrn und Frau Ask- durch Verleihung der silbernen Ehemedaille. Möge t ^ heutige Tag mit den Glückwünschen der Mitbürger di ^ ^ g ^ friedfertigen Paar im Silberhaar ein linder Trost sein Sch dem herben Leid, das es in den letzten Tagen noch ersah, ^ Gern mußte. Aber in Gottesfurcht beugt es sein Haupt vor ds r unerforschlichen heiligen Willen Gottes und spricht mit« s niger Andacht : „Was Gott tut, das ist wohlgetan." ** Adelsheim» 13. Sept. Am 1. September IN ist eine neue Bekanntmachung betreffend Höchstpreise f Naturrohr (Glanzrohr) und Weiden erschienen. N ihr werden Höchstpreise festgesetzt für Naturrohr (Glanzroh Stuhlrohr, Korbrohr, Malakkarohr,) Peddigrohr, Flechttch Rohrschienen, Rohrbast, Rohrabfall, (Bruchpeddig, Per! ^ genden), Weiden. Der Wortlaut der Bekanntmach» die noch besondere Bestimmungen über die Zahluq bedingungen und Gewährung von Ausnahmen enthält. « im Amtl. Verk.-Blatt veröffentlicht und bei den Gemeint und Staatsbehörden einzusehen. ** Adelsheim, 13. September. Mit Wirkung 0 « 31. August 1916 wird die Beschlagnahme und MeÄ Pflicht für Aluminium in Fertigfabrikaten (Klaffe 18- die durch die Nachtragsverfügung vom 14. August IN angeordnet war, aufgehoben. Die in der Bekans machung vom 1. Mai 1915, betreffend Bestandsmeld» und Beschlagnahme von Metallen, enthaltenen Bestimmung ' über Aluminium und Aluminium - Legierungen in » verarbeitetem und vorgearbeitetem Zustande, entspreche« den Klaffen 18 und 19 dieser Bekanntmachung, bleid dagegen nach wie vor in Kraft. ** Adelsheim, 13. Sept. Nun ist die fünfte Kriegs anleihe ausgeschrieben! Wo ist das Geld aus de« ersten vieren hingekommen? Der Bierbca Politiker ist mit der Antwort schnell bei der Hand: -- Milliarden verpulvert." Das ist jedoch ein Irrtum. Seli dann, wenn man für das Geld nur Munition gek« hätte, könnte doch nur der geringste Teil davon als „v^ I ^ pulvert" gelten. Indes die Kriegskosten entstehen nS 0 ^ nur durch Ankauf von Kriegsmaterial. Es gibt ars 8 friedliche Kriegskosten. Da sind zunächst die U n t e« j stützungen der Kriegerfamilien. Sie betrage« monatlich 130 Millionen, das sind jährlich 1^/z Milliarde Mark. Dieses Geld bleibt im Lande, wird verzehrt ui kommt in Handel und Wandel wieder zu denen zurä die es hergegeben haben. Für die Zinsen der frühes Anleihen werden jährlich 1,8 Milliarden ausbezahlt. Ä« sie kommen wieder unter das Volk, in die Taschen ^ Kaufmanns, Landwirts, Arbeiters. Wenn wir das, s* der Soldat im Felde täglich verzehrt, einschließlich Löhnu»! auf 2 Mark veranschlagen und annehmen, daß nur Millionen Deutsche unter den Waffen stehen, so muß ds Reich nur allein für Verpflegung und Löhnu»! seiner Soldaten täglich 16 Millionen, jährlich eM 7 Milliarden, aufwenden. Und kann man sagen, daß dies« Geld allein für Kriegszwecke ausgegeben wird? Gew« nicht. Millionen von Familienvätern, von jungen, frisch^ Arbeitskräften werden dem Staate für die Zeit nach de» Kriege erhalten. Die Verpflegung, die ihnen hinausgesch" wird, stammt aus dem Vaterlande und wird dort ha bezahlt. Die Erfahrung ergibt, daß von 100 in Lazaretten des deutschen Heimatgebiets behandelten gehörigen des deutschen Feldheeres 90 wieder dienstfö werden. Das ist der Verdienst unsrer Aerzte, unsttff Lazarette. Kann man die großen Summen, die für M *