Erscheint SlmStag, Donnerstag n ttD SamStag. Abonnements-Preis den Gratis - Beilagen Allnstrirrtes Sonntagsblatt -und dem - Amtlich. Berkündigungsblatt dnrch die Post bezogen ^»«atlich 37 Pfennig gsn Postschalter abgeholt, durch den Briefträger und unsere Agenten frei ins Haus gebracht monatlich 4b Pfg. eitung Elsenz- und Schwarzbachtal Aeltefie und verbrettetste Zeitung dieser Gegend. Laupt-Znsertions-Organ. imshermer General-Anzeiger für das Anzeigen: Me einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 15 Pfg. Reklamen 40 Pfg. (Petitzeile) Schluß d. Anzeigenannahme für größere Anzeige» Tags zuvor 4 Uhr nachm. Redaktionsschluß 8 Uhr vormittags. Bei schriftlichen Anfragen ist Freimarke für Antwort - beizufügen. - Telephon Ar. 1L 1 6 . Donnerstag, den 1$ Januar 1915 76. Jahrgang Die Der. Staaten am Scheidewege. Wir, und nicht nur wir, haben es als eine der wichtigsten Wendungen angesehen, daß die Washingtoner Regierung endlich gleich den neutralen europäischen Staaten an England die Forderung gestellt hat, von seinem Miß brauch der Seeherrschaft zum Schaden der neutralen Staaten abzulossen. Aber wichtig ist die Siellung einer Forderung nur dann, wenn ihre Erfüllung durchgesetzt wird, sonst hat die ganze Geschichte keinen'Zweck und die R g-erung, die die unerfüllte Forderung gestellt hat, hat fich nur vor der ganzen Welt kompromittiert, sich geschädigt, als feige und schwächlich erwiesen, was dem von ihr regierten Lande sehr leicht ungemein schädlich sein kann. Tie amerikanische Regierung hat ihre Forderung gestellt nicht England zu Leide und nicht uns zu Liebe, sondern weil die Ver. Staaten durch die britische Willkür außerordentlichen Schaden erleiden. Beiläufig könnte auch aus Billigkeiisgründen von einer zivilisterten Regierung verlangt werden, daß fie nicht in einem Kriege einseitig eine Partei, obendrein die angreifende, die unmoraltschste, die brutalste und rücksichtsloseste, unterstützen läßt, die andere, die angkgrrfiene Partei hingegen außerordentlich schädigen. Die Feinde Deutschlands können ihren Bedarf an allen direkten wie indirekten Kriegsmitteln beziehen. Die N w- Dorker Staatszeiiung schreibt mit R-cht: Während wir iäglich um Frieden beten, täglich die unbeschreiblichen Greuel dieses Bölkcrringens verdammen, kämpfen unsere G wehre und Dum Dum Geschosse, unsere Pferde, Autos und Flugzeuge in den Reihen der Alliierten, hält der von uns gelieferte Sracheldraht stürmende deutsche Reihen in Flandern auf, füttern unsere Konserven, Roggen, Weizen, Hafer und Mehl die Menschen und das Vieh in den britisch französischen Reihen, marschieren alliierte Soldaten in unseren Grieseln gegen den deutschen Feind, liefert unser Vieh der Kav-llerie und Artillerie den Verbündeten Leder für Sattel, Zäume und Stränge, liefern unsere Petroleumquellen und Raffinerien Brennöl, Schmieröl und Gasolin für den Betrieb brr Motoren der Alliierten und unsere Banken den unerläßlichen Gelbstrom für di- große Maschine des Krieges, die Stunde um Stunde tausende junge Leute verschlingt, Stunde um Siunde Millionenwerte des Friedens unwiederbringlich zerstört. Das genannte Blatt führt dann in Z hlen aus, wie vi-l mehr aus den Ber. Staaten in den Kiiegsmonalen nach den mit Deutschland im Kriege befindlichen Lä dein als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres exportiert worden ist. Um nur einige anzuführen, so hat im Okiober allein Amerika viermal so viel Patronen, doppelt so viele Gewehre exportiert, statt 62 Pferde 7226 an England, das Zweihundertfache an Konserven mack Frankreich geliefert, das im Oktober 1913 nur 34000 Pfund Sp ck bezogen hat, im Oktober v. I. 13,40 Mtll ouen. E -Rand kaufte zwanzigwal so viel Broistoffe. einundzwanztgmal so viel Zucker usw. An Deutschland können die Ber. Staaten nichts liefern, weil England es nicht zuläßt. Diesen Standpunkt, daß ein Land selbst Nahrungsmittel für die Z oilbevölkerung eines kriegführenden Landes nicht soll liefern dürfen, hat Amerika seit einem Jahrhundert bekämpft, also nicht erst jetzt diesen Standpunkt eingenommen, wird es fich gefallen lassen, daß England seine selbstsüchtige Auffassung gegen Recht, Billigkeit und amerikanisches Jweresse durchs tz> ? England hat die Macht, seinen Willen durchzusitzen, weil seine Kneosflotte die Meere beherrscht. Aber die Ber. Staaten haben auch Machtmittel. Sie können sagen: verhindert England die Lieferung selbst nicht absoluter Kriegskonterbande, dann liefern wir sie ihm auch nicht. Die Ausfuhr der den Engländern nützenden Artikel kann verboten werden. Allerdings würden die Der. Staaten noch mehr materiellen Schaden leiden. Aber die Dauer des Krieges würde abgekürzt werden durch solche Maßregel. Die Mißstimmung im Lande werde noch gereizter werden. Wohl, dann möge dieser Gereiztheit Ausdruck gegeben werden durch die Tat, wenn England nicht darauf Rücksicht nimmt. Durch einen Federstrich kann Canada erobert werden. Wenn man in Washington nur Miene macht, in Canada rinzumarschieren, dann wird England sofort aushören, auf seinem Gewaltstandpunkte zu bestehen und die Ver. Staaten und die europäischen dazu andauernd und schwer zu ichä- digen. Die Reg-erung in Washington muß fich entscheiden, je früher, desto biss r. Deutsches Reich. de. Karlsruhe, 12. Januar. Die Großherzogin Hilda begab sich heute für einige Tage nach Luxemburg. de. Karlsruhe, 12. Jan. Die Reichsbank hat jetzt zum ersten male wähnend des Krieges Gold au-prägen lassen. Nach der amtlichen Prägestanstlk für Dezember wurden für 6,58 Millionen Mark Doppelkconen, sämilich für private R-chnung, ausgeprägt, ferner, um dem Bedarf an Scheidemünze zu entsprechen, 3,81 Millionen Mark 1 Mark, 1,66 M ll-onen Mark 50 Pfg., 621 255 Mark 10 Pfennig und 307 040 Mark 5 Pfg. Glücke, sowie für 12 943 Mar! Kupfer. de. Karlsruhe, 12. Jan. Zu der Bekanntmachung des Reichkanzlers vom 5. Januar, die Bereitung der Backwaren betreffend, hat das Ministerium des Innern eine Verordnung erlassen, in der folgendes bestimmt wird: Bon Backwaren, deren Bereitung in Bäckereien und Konditoreien bisher üblich war, dürfen als Weizen brat im Sinne der Bundesratsoerordnung nur noch Wassern« ck, Milchbrot, Tafelbrötchen, Salzweck, Zwieback, Laugerbrezcln und Blätterteig hergestellt werden. Bei der Bereitung von Roggenbrot darf das Roggenbrot bis zu 30 Gcwichtsreilen durch jW-iz-nm-bl ers-tz' werden, w-lck-8 unt°r biwdert Teilen des GefamigewichlS 30 Gew chisieile Roggenmehl enihält (§ 3 der B-ka"ntmachung vom 5. Januar 1915). Roggenbiot darf nur in S'ückm von 750 und 1500 Gramm breitet werden. Diese Verordnung tritt am 15. Januar 19 >5 in Kraft. Das Verbot der Nachtarbeit in Bäckereien. Berlin, 10. Jan. Der Bund der Bäcker-und Kon- d'torgefrllen Deutschlands hat fich in einer außerordentlichen Vorstandsfltzung mit dem Verbot der Nachtarbeit beschäftigt. Er befürchiet von der Abschaffung der Nachtarbeit eine ungeheure Umwälzung in seinem Beruf. Er ist der Ansicht, daß sich leichtere Maßnahmen trrffm ließen, die ein günstigeres Ergebnis der Stockung von Brotgetreide zeigen wü den. Da jedoch die Regierung die Verordnung im Jnter.sse des ganzen Volkes als notwendig erachtet, so wll er die Jnteress n des Gewerbes sowie seine eigenen Jniereffen hinirr die des Vaterlandes st llen und alle erforderlichen Opfer bringen. Erhoff-, daß alle be- teiliaten Kreise ,hn bei der schwierigen Durchführung des G sitzes nach Kräften unterstützen w rden, damit die geforderten Opfer nicht allzu groß sind. Die Parasiten des Weltkrieges. Berlin, 11. Jan. Emen schweren Vo wurf erhebt der Kopenhagener Mitarbeiter des „Hamburger Echo" gegen deutsche Geschäftsleute. Ec stellt die Behauptung auf, daß über Skandinavien große Lieferungen an die Feinde des Deultchen R iches g hen. Ji der Mitteilung wird gesagt, was gegenwärtig in den größeren skandinavischen Städten vo geht, ist ein Skandal u> d so arg, daß selbst die einheimische Bevölkerung sich davon mit Ekel abwendet. Dem Schreiber dieser Z-ilen wuide von glaubwürdigster Seite versichert und von einem höheren Beamten der dänischen Siaaiseisenbahnen bestätigt, daß geradezu ungeheure Mengen von Waren aus Deutschland nach Rußland und England über Dänemark und Schweden befördert werden. Die dän-sche Staaisbahn ist infolge dieses Transitverkehr s io betchäfl'gt, daß die Beamten länger als gewöhnlich 0 ’betten müss n. Das ist eine Gemeinheit, für deren Charakterisierung die deutsche Sprache einfach versagt. (Man muß die Bestätigung dieser kaum glaublichen Nachricht abwarten.) Deutschlands wirtschaftliche Kraft. Berlin, 12. Jan. D'e italienische Handelskammer für Deutschland mtt dem S tz in Berlin vei öffentlicht in ihrem Januar-Mona-shefl unter anderen zahl eichen Notizen, die den Hand«! der beiden Nationen intereffieren, einen kurzen Rückol ck auf die wirtschaftliche Lage Deutschlands seit dem Ausvruch des Krieges und schließt auf Grund sachlicher Unterlagen folgendermaßen: Der Ucbergang von dem normalen Gleichgewicht zu dem als Kriegsgleichgewicht anwsp'ecb nd-n rfol, t' d-nk der tadellosen und gesunden Aremdes Weis. Roman von C. Dressel. 9 (Nachdruck verboten.) rrm kleines verlegenes rracyem fprerre um fernen Mund. „Na, ich denke, ganz so schlimm ist's doch nicht. In Ungnade bin ich freilich gefallen, die kann aber nicht ewig dauern." Unwillkürlich in die Gewohnheit offenherziger Mitteilung und des kameradschaftlichen Du zurückgehend, sprach er nun rasch- weiter. „Ja, denke dir, auf meinen ausführlichen Brief, in dem ich doch schon kleine Erfolge melden konnte und trotzdem nochmals um Vaters Verzeihung und Einwilligung bat, hörte ich kein Wort. Er zürnt dem Malersohn also ernstlich. Allerdings, ich wurde nicht nach Paris geschickt, um Malstudien zu treiben. Ich habe dir das wohl mal erzählt. Blanche." „Hättest deinem Vater gehorchen sollen, lieber Junge. Widersetzlichkeit gegen die Eltern — es kommt nie was Gutes dabei heraus, Aufruhr gegen einen vermögenden Vater aber ist entschieden dumm." „Ich bin nie ein Mensch kalter Berechnung gewesen," fuhr er heftig auf. „Ich liebe und ehre meine Eltern, aber Ueberzeugungen, das Recht der Selbstbestimmung kann ich ihnen nicht opfern." Sie wiegte den Kopf. „Hm — ganz schön, wäre nicht das Geld auch eine schöne und notwendige Sache. Oder hast du sonst eigenes Vermögen?" Er lachte. „Leider nicht, petite. Ich fange ja erst an 2U verdienen. Es kann lange dauern, ehe mir meine -k ^ ^"ttin eine sichere Rente gewährt, wenn das Überhaupt je vorkommt. Gegenwärtig nenne ich keine tausend Frank mein eigen. Ich denke trotzdem nicht dran, zu Kreuz zu kriechen. Wenn sie zu Haus einen so guten und begeisterten Brief keiner Antwort wert halten, dann haben sie kein echtes starkes Gefühl für mich, für die Kunst, die mir so heilig ist, aber nicht das mindeste Interesse, aesckweiae denn §)ockickäkuna. Aus sorcye nranrung soure rcy nocy ferner gurr Worte geben? Fällt mir nicht ein. Ich kann s einfach nicht, ebensowenig wie.ich meine Kunst lassen kann." „Was fängst du denn nun an?" „Nun, der lange Sommer steht vor der Tür, da gehe ich natürlich wieder ans Meer. Die Küsten der Normandie, der Bretagne, die nahen Inseln — Himmel, was ist's da malerisch! Endlose Studien kann man machen. Darüber vergesse ich wohl, daß mir die Heimat verschlossen ist." „Vorübergehend, Sven, du meinst es ja selber. Ich bitte dich, der einzige Sohn, — und ihr Deutschen mit eurer Sentimentalität dazu. Das wird sich schon zurechtziehen, du darfst nur nicht zu querköpfig sein." „Davon schweige. Das steht auf einem andern Blatt, denn Vater ist mir durchaus unbegreiflich in seiner jetzigen Härte. Ach, wenn ich an meine Kindheit denke. Da gab's nur Liebe und Verwöhnung, selten einen oersagten Wunsch. Und so viel Treue soll plötzlich wie ausgelöscht sein, bloß weil ich keine Neigung und Befähigung habe, Vaters Gewerbe fortzusetzen? Deshalb bin ich nicht ein Unwürdiger geworden, dem man das Elternhaus mit Berechtigung verschließen dürfte." Mit einer wilden gereizten Gebärde fuhr er'durch oen dichten blonden Schopf. „Ra, sie können nun auch mal warten. Nicht eher kriegen sie mich zu sehen, als bis ich als berühmter Mann stolz anklopfen kann. Ha, sie sollen mir diese Härte, diese Nichtachtung noch abbitten." „Ich will dir Erfolg wünschen, Sven. Ist er aber gewiß? Wie viele haben den nicht in diesem selben Zimmer erwartet! Alle wollten sie die Welt aus den Angeln heben. Keiner hat's gekonnt, oder hat sich ,onst hervorgetan. Sie haben sich alle in der Menge verloren, und viele gingen unter im reißenden Strom oer Konkurrenz, der alles Feuer dieser lodernden Seelen löschte. Ach, wie oft habe ich das später gehört." „Und ich fühle mich gar nicht mal als solch bimmelstürmender Uebermeniüi." sckerzte er matt „Werve vielleicht erjt recht nichts erreichen, stommr es ; fo, gebe ich noch weniger klein bei. Dann gehe ich - überhaupt nicht wieder zurück. Dann werde ich See- : mann oder Seeräuber. Gleichviel was, sofern ich nur auf und am Wasser bleiben kann. Denn meine rechte Heimat ist wohl nur das Meer. Jedenfalls ist's meine stärkste Leidenschaft." Danke, das war nichts für sie. Ihr Lebenselement hieß Pariser Luft. So wäre wirklich nichts Reelles mit Studentenliebe anzufangen? Auch dieser blonde Hüne versagte? Er zählte ein paar Jahre weniger als sie, nun ja, aber es hätte ihr nichts ausgemacht, das kommt in vielen Ehen vor. Sie hatte ihn mit seiner stattlichen Krast- erscheinung für einen ganzen Mann gehalten, und nun war er doch nur ein grüner Junge, viel Schwärmerei im Kopf und wenige Frank in der Tasche, wie die andern auch. Alles in allem ein unpraktischer Mensch, der seinen Vorteil total überiah. Ilm Das beraus-aftnDen. haue sie sich mabrlich nicbl -o muhiam zucectnmachen brauciien. Iinnierbin. sie war nun mat hier, und schließlich reizte es sie noch immer, ihn anderen Sinnes zu machen. Steckte er die Nase noch so hoch in die Luft, der stolze Schwärmer, auf der soliden Basis seines wohlhabenden Elternhauses fußte er trotzdem. Unsinniger Gedanke, sich völlig loszulösen. Sie würde schon dafür sorgen, daß nicht alle Stränge rissen. Und sie lachte plötzlich hellauf. Ganz unbändig lachte sie, so wie man eine kindische Torheit belacht. „Kleiner, das kann nicht dein Ernst fein." „Vollkommen." „Ja, denkst du denn, ich 'würde auf so rauhen Wegen in plumpen Holzschuhen neben dir hertrappsen ?" Aus schrägen Augen sah sie ihn lauernd an. „Nee, mamie, das Hab' ich nie erwartet, diese netten Füßchen bleiben hübsch auf Pariser Pflaster Hast ja auch keinen Augenblick daran gedacht, mir irgendwohin folgen zu wollen, — wie kommst du jetzt darauk?" Nr. 6. Telephon Nr. 11. industriellen und kommerziellen Orgamsaiion Deutschlands, der patriotischen Mitarbeit all r Klassen und den weisen gesetzlichen Verfügung,n, ohne Schaden. Es ist gewiß kein urflnniger Op'imismus anzunehmen, daß die Wirtschaft' lichen Verhälinisse Deuffchlaads trotz der vielfach gestörten Handelsbeziehungen mit dem Auslande bis zum Ende des Krieges durchaus zufriedenstellend erhalten werden. Ausland. Amerika. England gibt nichtnach. Newyork, l l. Jan. Soeben trifft die erste genauere Meldung über die englische Antwort auf die amerikanische Pronstnote ein. Der Wortlaut zeigt, daß England im wesentlichen nicht nachzugeben gewillt ist; es wurde ja schon am 8. Januar bekannt, daß die englische R gierung nicht beabsichuge, ihren Standpunkt aufzugeben und die Richtigkeit der amerikanischen A ffussung anzuerkennen, daß England nicht berechtigt sei, Artikel von der Liste der bedingten auf die L ste der unbedingten Konterbande zu übertragen. England beharrt vor allem bei seiner Meinung in der Lebensmittelfrage und will sich nicht zu bindenden Erklärungen im Sinne der amerikanischen Forderung verstehen. Die Spannung hat sicher eine Verschärfung erfahren, auf den nächsten Schrill der Union wird man gespannt sein. Der Wllieriirieg. Die Aämpfs im westen. Zn den Tagesberichten. Es geschieht außerordentlich selten, daß die Oberste Heeresleitung die Leistungen einzelner Truppenteile besonders hervorhebt. Um so ehrenvoller ist es für die schlesischen Jäger, das loihring sche Bataillon und die hessische Landwehr, in dem Bericht vom 9. ds. rühmend genannt worden zu sein. Sie müssen unter ganz besonders schwierigen Umständen sich glänzend geschlagen haben. Die Franzosen zeigen gegenwärtig starke Angriffslust an vielen Punkten der langen Front. Es scheint, daß die am 17. Dezember von Joffce befohlene Offmstoe mit verstärkten Mitteln wiederholt w-rden soll. Bis j tzt sind auch diesmal den Franzosen Erfolge nicht beschieüen. Und je länger es dauert, desto weniger Aussicht haben ste, denn unser Heer ist noch immer stark im Wachsen. Wir haben noch viele Reserven. Im Osten sind di« kriegerischen Operationen im Schmutz nahezu sticken geblieben. Den Russen kommt die Witterung sehr zu statten. Leider scheint auch in den nächsten Tagen noch keine Acnderung des Witter- ungscharakiers beoorzustehen. Um so mehr muß man anerkennen, daß trotz Allem unsere Truppen wenigstens um ein Kleines weiter Vorkommen. >> Das Fiasko der Aushungerungspoiitik. London, 9. Jan. (WTB.) Das Kakao-Ausfuhr- Verbot in England hat im allgemeinen geteilte Meinungen geweckt. Westindische Kaufleute meinen, daß das Verbot England absolut verhindere, Führer auf dem Kakaomarkt zu bleiben, den Hamburg bereits in den letzien Jahren vollständig erobert habe. Es wird allgemein angenommen, daß das Verbot England viel größere Verluste zufügen werde, als man im Augenblick übersehen könne. Rom, 11. Jan. Wie aus Portugal gemeldet wird, nimmt die kriegsfeindliche Stimmung der Bevölkerung zu. Zw« Regimenter Jifanterie, die mit Der Laudbote * Smsheimer Zeitung. unbekanntem Bestimmungsort von Liffabon abgehen sollten, weigerten stch, sich einzuschiff-n. Sie kehrten unter dem Iah, l der Bevölkerung in die Kaserne zurück. Rach amtlichen Mitteilungen b staden stch in Aegypten keine portu- gikstichen Truppen, sondern nur eine Anzahl Off ziere, die in das englische Heer eingetreten stnd. Weshalb Japan nicht eingreist. Paris, 11. Jan. Der Eclair, der von Anfang an gegen eine jrpaniiche J-rieroention Stellung genommen hat, glaubt, daß von der Verwirklichung der Jrierventionsidee keine Rede mehr sein könne. Rußland befürchte, daß es den Japanern den W.'g für eine spätere Jioaston vorbereite, wenn es ihnen die transsibirische E senbahn zur Verfügung stelle. Der Hauptgegner der Intervention sei jedoch England, das die Fäden für die Landungen in den Händen halse, aber den Aufforderungen, I pan zur Intervention zu veranlassen, täglich weniger G.hör schenke. Das Londoner Kabinett halte seine haupisächlichen Einwendungen aufrecht und zeige Mißtrauen und beinahe schlechten Willen, der einer Weigerung gleichkomme. Die englische Schreckensherrschaft in Nordfrankreich.— Lntzlisch-franMsche Zwistigkeiten. Nosendaal, 11. Jan. Ein hier eingetroffener Kaufmann aus Dünkirchen, der mit vielen anderen Bewohnern dieser Stadt Frankreich verlassen hat, um in Holland das Ende des Krieges abzuwarten, teilt mit: Die deutschen Luftangriffe stnd für meine Vaterstadt, wo ich ein blühendes Geschäft besaß, eine wahre Katastrophe. Der Schaden ist, enorm, besonders für die Heeresverwaltung. Da aber die Zivilbevölkerung stark in Mit- leidenichaft gezogen wird, so herrscht große Verwirrung und Bestürzung. Alle wollten die Unglücksstätte verlaffen, wenn es ihnen die materiellen Verhältnisse ermöglichen. Ich muß Ihnen gest hen, daß der Zorn über diese traurigen Geschehnisse sich hauptsächlich gegen die Engländer richtet, die mit uns jetzt ebenso diktatorisch umgehen, wie mit den Belgiern. Es kam daher wie ich weiß, zu sehr peinlichen Zwistigkeiten zwischen der englischen und französischen Intendantur. Lange kann dieser Terror nicht mehr dauern. Zusammenstöße zwischen englischen und französtschen Verwaltungsbeamteu kommen häufig vor. Man verlangt von den Deputierten, daß sie bei der Regierung etwas für uns tun. Geschieht nichts, dann müssen sich unsere Minister auf das Aergste gefaßt machen. Sie werden stch nämlich genötigt sehen, einen Teil der Feld- truppen in Nordfrankceich mit der Aufkechterhaltung der Ruhe im Innern zu betrauen. Die Bevölkerung kann das Elend kaum noch zwei Monate ertragen. ßin deutsches Akugzeuggeschwader üöer der Themse. Lerli», 11. Jan. Ein großes deutsches Flugzeug- Geschwader von mindestens 16 Einheiten erschien gestern vormittag, wie dem Hamburgischen Korrespondenten aus Kopenhagen gemeldet wird, in der Nähe der Themse-Mündung, in der Absicht, einen Angriff auf London zu unternehmen. Das Wetter war aber ungünstig; es herrschte dichter Nebel. Das Geschwader flog darauf die englische Ostküste entlang bis Dover, wo einige Bomben geworfen wurden. Bald darauf flog das Geschwader weiter in der Richtung Dünkirchkn. Gesund uud vielversprechend. Sern, 10. Jan. (WTB.) Zur Kriegslage schreibt der „Bund": Nach und nach stnd vier Trotzstellen an der deutschen Front sichtbar geworden: Lombll'tzyde — Ipern, Lens — Albert, Perthes — Lemesnil und Flirey — Cirey. Aber stärker als die Kämpfe an diesen Punkten, wo rin Durchbruch geplant oder gewiffermaßen vorbereitet ist, _ Donnerstao, 14. Januar 1915. spielt sich der exzentrische Kampf um Snwbacb ab, w'lcher verwehrte Aufmerksamkeit fordert. Zu dem Vorstoß der Deutschen am Suchaabschnitt schreibt das Blatt, daß dieser Kampf die Entscheidung der Schlacht vorbereite. Jeder Streffen, welcher hier von den R ssen llb^eichält werde, entblöße und schwäche ihren rechien Flügl und mache das dahinter liegende Warschau sichtbarer und verwundbarer. Der „Bund" hält daher die strategische Lage der Deutschen und Oesterreicher im Osten als gesund und vielversprechend, die der Ruff n als weniger günstig, ohne daß schon eine Entscheidung nach irgend einer Seite gefallen wäre. Flaue Stimmung der franMschen Kriegshetzer. Paris, 10. Jan. In einem Artikel über die Ert- w'cklung d s Krieges schreibt der „Tewpg": Der Krieg hat einen Charakter angenommen, den man nicht erwartet habe. Man müsse j tz, mit einem Abnützungskriege rechnen und deshalb die gefährliche Ungeduld vermeiden. Deutschland könne trotz großer Menscher Verluste noch viele Reserven aufsstllen. Die Verbündeten könnten den S-eg nur um den Preis härtester Opier erringen. Deutschland sei noch nicht am Ende. Die groß-n Schwierigkeiten würden im F üyjahr beginnen, namentlich wenn die Neutralen hart blieben. Der Krieg, den Frankreich augenblicklich führe, sei eine harte P üfung. Die Urgeduld wünsche eine Beschleunigung der Operationen, aber es sei Geduld nötig. Karte Kämpft. Großes Hauptquartier, ll. Jan. (Amtlich.) In der Gegend Nuupcni, Ipern und südlich fanden nur Artilleriekämpfe statt. Em französischer Angriff bei La Boi- sellcs nordöstlich Albert scheiterte gänzlich. Nördlich SviffvUS griffen die Franzosen, die stch nur in einem kleinen Siück unserer oorderst-n G ätzen festges.tzt halten, erneut an, erzielten aber bisher Keiueu Erfolg. Die Kämpfe dauern noch an. In der Nähe von Soupir fand in den letzten Tagen kein Kampf stau. Oestlich Perthes nahmen unsere Trupp-n das ihnen entrissene Grabenstück zurück. Der Feind harte schwere Verluste. In den Argonnen schritten unsere Angriffe weiter fort. Im Oberelsaß herrschte im allgemeinen Ruhe. Lin Zeppelin über Nancy. Nom, 11. Jan. Bei der letzten Zppelinfahrt nach Nancy brach, Pariser Meldung zufolge, im Militärspiial in Nancy, in dem zahlreiche deutsche Gefangene untergebracht stnd, ein Tumult aus. Die Verwundeten hatten bisher durchaus Disziplin bewahrt. Ader als plötzlich der Z p- pelin über der Stadt erschien und Bomben was, gerreten. die Gefangenen in einen Freudentaumel, »prangen aus den BeNen, tanzten und jubelten. Die Krankenwärter hatten schwere Mühe, die Aufgeregten zu beruhigen und in die Belten zurückzujchaffen. Der englische Henker. Lrrlin, 11. Jan. Ueber Genf wird der „Deutschen Tageszeitung" gemeldet: Der spanische Publizist Cervantes kommt in der Madrider „Tribuna" in einer Aufsehen erregenden Betrachtung über den Krieg zu folgendem Schluß:' Neben der wohlbegründeten Sympathie für Deutschland empfinde Spanien Schmerz und Mitleid mit der Verblendung Frankreichs, drssm Jugend in der Gefolgschaft Englands oerblute, w-lches nicht anders als der Henker Frankreichs bezeichnet werden könne. Die Z ikunft werde lehren, daß Englands P äne scheitern, Frankreich zur Selbstbesinnung kommen und Deutschland die Hand reichen wird, um den gemeinsamen Feind England abzuwehren und unschädlich zu machen. „Scherz natürlich." lachte sre wieder. „Wesyalv sou ich nicht auch ein bissel ulken?" Trotzdem, es war kein echter lustiger Klang darin. Auf Sieg war nicht mehr zu rechnen, das sah sie. Nun galt's den ehrenvollen Rückzug. „Also glückliche Reise, pauvrs gargon. Und denk auch mal an die fröhliche mouolle. Wir sind doch oft recht vergnügt gewesen. Das wirft du nicht gleich vergessen, wenn du am kahlen Strand sitzest und dir bloß der Sturm um die Ohren pfeift." „Hast recht," nickte er. „An gute Stunden denkt man gern zurück. Warst ein munterer Kamerad, ich habe hier gern gehaust. Nun sagen wir uns Adieu, und kein Leid oder Vorwurf ist dabei, und es ist gut so. Das Leben ist wie das Meer, ein beständiges Kommen und Gehen der Wogen." „Ach, dein greuliches Salzwasser. Aber er paßl schon, der Vergleich. Es schwemmt auch bereits eine neue Welle heran, ich meine den andern Mieter, der morgen einzieht." „So ist ja alles in schönster Ordnung. Und komme lch mal durch Paris, besuche ich dich natürlich. Nur werde ich vermutlich ein Stückchen weiter gehen müssen, bis zum nächsten Eckladen. Du bist dann längst Madame Louis, des Zigarrenhändlers junge Frau, wie?" „Vielleicht," lachte sie. „Oder nein, vielmehr gewiß Wir sind jo gut wie verlobt." „Was du sagst. Nun, alles Glück der Welt, mouche." „Danke, mon camarade." Sie reichten sich die Hände. Und dann wippte sie mit ihrem tänzelnden Gange hochgetragenen Hauptes hinaus. Sie hatte ihren ehrenvollen Rückzug. Im übrigen, was nicht ist, kann werden. Es lag nur an ihr, die Notlüge zur soliden Wahrheit zu stempeln. Die Dreißig standen vor der Tür, ja, sie würde Monsieur Louis zum Antrag bringen. Der war kein Dickkopf wie der Deutsche. Einige Tage nach Svens Abreise kam ein Brief für ihn aus Deutschland. Wäre Blanche des Deutschen mäcbtia aeweien. sie hätte ihn ohne Skruvel gelesen. , oenn die Ausschrist zeigte eine Damenyano. LZermur- lich hatte Svens Pflegeschwester geschrieben, von der er öfter gesprochen und viel Aufheben gemacht, und Blanche hätte auch jetzt noch gern gewußt, wie ihres einstigen Kameraden Chancen denn nun eigentlich daheim stünden. Indes, sie stand vor dem Brief wie der Fuchs vor der Flasche und warf ihn schließlich achtlos in irgendwelches Schubfach. Bon Nach endungen hatte Sven nichts gesagt. Mit den Kunsthändlern und Bekannten mochte er ja ein Arrangement getroffen haben, sie selber kannte seinen Aufenthalt nicht. Er stromerte nun den lieben Sommer lang durch die Küstenlande, war heute hier, morgen da. Vielleicht wehten ihn die Herbststürme wieder her. Das hatten sie voriges Jahr auch getan. Zum mindesten würde er doch einer Zeit wegen seiner Kiste kommen oder Nachfragen, dann konnte er seinen Brief haben. Ah bah, deswegen machte sie wirklich keine besonderen Umstände oder lief von Herodes zu Pilatus, um des verflossenen Freundes Adresse auszukundschaften Sie hatte Besseres zu tun. Die Lebenden haben recht. Und dies Frohrecht der Gegenwart nötigte ihr angenehmere Pflichten auf. So blieb der Brief einfach liegen. Dann eines Tages war er verschwunden. Verlegt — verbrannt? Blanche hätte es nicht sagen können. Es kam ihr auch nicht darauf an. So hat Lisas frohe Botschaft, Vater wäre nun ^einerseits zu einem Kompromiß geneigt, Sven möge sofort heimkommen, ihn nie erreicht. * * * Lisa stand am Fenster ihres hofwärts gelegenen Pensionszimmers. Sie wohnte zwar in einer erstklassigen, ihren Pflegeeltern besonders empfohlenen Familienpenston an der schönen Kleiststraße, hatte indes bei der starken Besetzung des Hauses mit einem Hinterzimmer vorliebnehmen müssen. Das machte ihr nichts aus. Das Zimmer war geräumig und nett möbliert, die zwei breiten Fenster cr-K-n aenüaend Lickt und Lust ein. denn die ouadrat- sörmigen Höfe oer neueren Slaotteite sind groß, oazu sehr sauber gehalten und nicht selten mit Baum- und Blumenschmuck bestellt, so daß sie einen gar freundlichen Eindruck machen. Und das war hier der Fall. Den Hintergrund dieser im Herbstflor prangenden Blumenoase bildete ein sogenanntes Gartenhaus, das allerdings gleich dem Vorderhaus eine hochstöckige Mietskaserne war, aber wie dieses bis obenhinan von kleinen, zierlichen Balkons aufgeputzt wurde, die die tödliche Einförmigkeit freundlich belebten, zumal sie allerlei Grün umrankte, vornehmlich der üppig wuchernde, wilde Wein. Der glühte jetzt unter der Oktobersonne in buntem Feuer und fügte mitsamt den roten Geranien, dieser ausdauerndsten und dekorativsten Balkonpflanze, einen lustigen und geschmackvollen Ton in das Grau der Mauern. Derartige Hinterhäuser gab es in Hannover nicht. Lisa wenigstens hatte nie eins gesehen; drum fiel ihr zunächst das Gartenhaus befremdlich auf immer häufiger aber schaute sie hinüber mit ihre» auimerkenoen Augen und gewann Interesse an dein Treiben dieser Hinterhuus- bewohner. Das waren sogenannte kleine Leute. S" !ia»öwerks»:äßigeri Verist >r» ■lii^mortä nnMU'nue» T'Off- ■» treibende, Kontoristen und Schreiber hatten in oem Haus ihr Donrizil aufgeschlatzen, das richtige Bienenhaus, in dem die fleißigen Erwerbler beständig aus- and einschwirrten. An warmen Tagen spielte sich das arbeitsame Getriebe vielfach auf den Balkons ab. Da saßen Frauen und Mädchen über den Stickrahmen gebückt, an der Näh- oder Schreibmaschine, auch Männer darunter mit irgendwelchem Handgewerbe, das keinen großen Werkraum bedurfte. Die Räder surrten, die Typen klapperten, überall rührten sich fleißige «tzünde. und die Livven standen nicht still dabei. Nr. 6. Telephon Nr. 11. Der Landbote * Sinsheiurer Zeitung. Donnerstag 14. Januar 1915 Land Torpedos — eine neue deutsche Waffe. Berlin, 12. Januar. U 6er Rotterdam wird aus Petersburg gemeldet: I tzt haben die Deutschen ein Krieqs- werkzeug in Betrieb gestellt, welches an die altiömische Katapulte erinnert. Es find die großen Landtorpedos. Sie platz'N durch elektrischen Kontakt und säen ringsum den Tod, indem ste groß? Stücke wegschleudern und die Luft vergiften. Das G.schoß wird lautlos aus einer Entfernung von 40 Meter geschleudert. Die mißglückte Offensive im Ober-Elsaß. Basel, 12. Jan. Französische Verwundete erzählen, baß man in französischen HeereSkreisen sich sehr viel von der französischen Offensive ia> Obeielsaß versprochen habe. Man habe gehofft, längstens bis Neujahr wieder in Mülhausen einrücken zu können. Zum mindesten habe man geglaubt, die deutsche Front in Flandern und Nordfrankreich zu schwächen. Französische Offiziere erklären indes, es wäre den deutschen Truppen einfach nicht beizukommen gewesen. I-de Lücke der deutschen Verteidigungs- linie sei rasch wieder ausgefüllt worden, gerade als ob Deutschland Truppen hätte aus dem Boden stampfen können. Aortwährend schwere Werluste der Aranzosen. Gr. Hauptquartier, 12. Jan. vormittags (amtlich). Südlich des Kanals von La Bassee finden geringfügige Kämpfe statt, die bisher ohne Ergebnis waren. Nördlich von Croup gr'ff-n die Franzosen gestern Abend an, wurden aber unter schweren Verlusten znrückgeworfen. Heute früh lebten die Kämpfe wieder auf. Ein gestern Nachmittag in der Gegend östlich von Perthes unternommener französischer Angriff brach in unserem Feuer zusammen; der Feind hatte sehr schwere Verluste. In den Argonnen wurde ein feindlicher Stützpunkt erobert. 2 Off ziere und 140 Mann fielen dabei in unsere Hände. In den Kämpfen im östlichen Teil der Al gönnen sind den Franzosen seit dem 8. Januar einschließlich der gemeldeten 1 Major, 3 Hauptleute, 13 Leutnants und 1600 Mann an Gefangenen genommen worden, sodoß ihr Gesamverlust einschließlich Tote und Verwundete in diesem beschränkten Gefechtsraum auf 3500 geschätzt wird. Französische Angriffsversuche bei Aillp, südlich St. Mihiel, scheiterten. In Ostpreußen nichts Neues. Russische Vorstöße in nördlichMolen hatten keinen Erfolg. Unsere Angriffe im Gebiet kWsilich der Weichsel machten trotz dem schlechten Netter «Reinigen Stellen Fortschritte. Auf dem östlichen Pilicaufer keine Veränderung. Vur noch 10000 Belgier im Kampf. Berlin, 12. Jan. Nach einem Telegramm der Kreuzzeitung aus Brüssel wird die Zahl der in Flandern kämpfenden belgischen Truppen nur noch auf rund 10000 Mann angegeben. Anfangs Dezember waren es noch 35000 Mann. Die deutschen Unterseeboote und die euglischeu Truppentransporte. Berlin, 12. Jan. Nach Meldungen aus Flandern hat England die weiteren Truppentransporte auf dem bisherigen Wege von Folkestone nach Dieppe eingestellt, weil laut Hamburger Nachrichten der Aermelkanal durch die deutschen Ünterseebote unsicher gemacht ist. D-e englischen Truppen werden j tzt von Ponsmouih nach Le Havre und La Palice geschickt und von dort per Eisenbahn nach den Kampfplätzen befördert. Die Aämpfe im Osten. Die Operationen in Polen und Galizien. Lriegspreffrquartirr, 10. Januar. Die gegenwärtige Situation auf der ganzen galizisch-polnischen Front ist charakleristerl durch einen Operations still st and, den ersten seil den fünf bisherigen Kriegsmonaten. Er ist bedingt durch das beiderseitige Dedürfns, Instandsetzungen der Kriegsmaterialien und Ergänzungen der Nachschübe vorzunehmen und ergab sich nach längeren zur Ausgleichung der Fronten geführten Kämpfen. Die Fronten find augenblicklich aus beiden Seüen so stark befestigt, daß Frontalangriffe längerer Vorbereilung bedürfen. Während des momentanen Operativnsstillstandes genießen die Truppen erstmals einige Ruhe, die durch den wohnlichen Ausbau der Feldposttion wesentlich begünstigt wird. du auch Rumänien noch in den Krieg hmeinzuzieh-n versuchten und sich darauf vorbereiteten, stch hinter der Weichsel zu sammeln. Aus Stadt und Land. t Sinshe m, 6. Jan. Zum zweiten male in dieser ereignisreichen, großen Zeit hatte der B z-rksausschuß vom Roten Kreuz zu einem „vaterländischen Abend" in den Löwensaal eingeladen. In reger Beteiligung hatte stch die hiestge Einwohnerschaft eingefuuden zu dieser Veranstaltung, in deren Mittelpunkt der Vortrag des Herrn Professors Dr. Hansrath-Heidelberg stand. Die freudige Aufnahme, d e d:r erste vaterl. Abend gefunden, so führte Herr Apotheker Dr. Kleffer. der die Versammlung und den für diesen Abend gewonnenen Redner begrüßte, aus, habe den Bezirksausschuß vom Roten Kreuze ermutigt, noch weitere derartige Veranstaltungen folgen zu lassen. Vaterländisch seien die Aufgaben, die die Jetztzeit an uns stelle; auch wir daheim wollten vaterl. Gesinnung hegen und pflegen, und begeistert stimmte die Versammlung ein in das Lied: „Es braust ein Ruf wie Donnerhall." Sodann ergriff Herr Prof Dr. Hausrath das Wort. In unterhaltendem, volkstümliwem Tone verbreilete er sich über das Th ma, das er stch gestellt: „Der Völkerkrieg, seine Ursachen und Zi4e." In großen, scharfumrissenen Zügen wies der Redner aus die inneren und äußeren Beweggründe hin, die die drei Länder Rußland, Frankreich und England schließlich zu einem Krieg mit Deutschland führte. Rußlands Streben nach einem Platz am Meere, Frankrein s durch die Eitelkeit einzelner Polirrker und Cliquen wieder neuerwachter R vanchegedanke und Englands durch den Jahrhunderte festgehalienen Anspruch auf die Behauptung der Seeherrschaft und seine kaufmännische Konkurrenz mit Deutschlands aufblühendem Handel wurden die Gegner des im Jahre 1870/71 geeinten Deutschen Reichs. Ohne England freilich wären die beiden anderen Staaten nimmer mehr zum Schlagen gekommen. Mit diesem vereint galt allen als begehrenswertes Ziel, Deutschland klein zu machen oder mit anderen Worten das W-rk Friedrichs des Großen und Bismarcks zu zerstör n. Jedes Mittel war da gut genug. — Unsere Paiole aber lautet: durchralten! bis zum Ziele. Und unser Ziel ist: daß die Franzosen ihre Hoffnung auf Elsaß Lothringen für immer aufge en, e ne Grenzreguliernng nach Westen, die uns schützt vor ei ern abermaligen Ueberfall. Die Russen müssen dah n gewiesen werden, wohin sie aehören, nach Asten. Wir haben das Gefühl, gur geführt zu sein; einmütig steht hinter dem starken Heer und der Flocke das deutsche Volk. Die Opfer, die Gefallenen, sollen auch für unsere Enkel gefallen sein. England muß lernen stch zu bescheiden. Wir sehen eine neue Gestaltung Europas, es soll sich bewahrheiten das Wort unsres Schiller: Ein jedes Volk hat seinen Tag in der Geschichte, doch der Tag des Deutschen ist die Ernie der ganzen Zeit." Reicher Beifall lohnte diese trefflichen Ausführungen. Man sang sodann das Lied: Stimmt an mit hellem hohen Klang." Herr Stadtpfarrer Eis n sprach den Dank der Versammlung für die tiefzündenden Gedanken des Redn-rs. Seine Ausführuugen galten der deutschen Flotte, die ebenso wacker wie unser Landheer Deutschland sch rmt Ihrer gedenkend stimmte man das Flaggenlied: „Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot" an. — In würdiger Weise reihte sich dieser „vareiländ. Abend" dem vorangegangenen an, und unser Wunsch kann nur der sein, mögen noch andre derartige Veranstaltungen folgen. * S'ushcim, 11. Jinuar. Herr Lehramtspraktikant Albert De hoff, an der Realschule Sinsheim, wurde an die Obcrrealschule Bruchsal versetzt. * SiuSheim, 11. Jan. Wiederum ist ein geborner Sinsheimer, der verheiratete Landwehrmann August Zell, den Heldentod fü-s Vaterland gestorben. Im Kampf bei Molenaalstoeh (Westend) fiel er am 23 D-zember infolge eines Kopfichuffes. Ehre seinem Andenken! iq Sinsheim, 12. Jan. Auf das nächsten Sonntag abends 6 Uhr in der hiesigen eoang. Kirche statifiidende Kirchenkonzert zugunsten des roten Kreuzes sei hier nochmals aufmerksam gemacht. Besonders erfreulich und anerkennenswert ist es, daß der hervorragende Orgeliolist der Hndelberger Bachvereinskonz-rte, Herr Oskar Deffner sich für den guten Zw-ck zur Verfügung gestellt hat. Der Eintrittspreis ist auf 50 Pfg. festges tzt worden ohne der Wohltätigkeit Schranken setz-n zu wollen. * Sinsheim, 12. Januar. Beschränkung des Fahrplans. Mit Rücksicht auf die teilweise recht ungenügende Benützung einer Reihe von Zügen auf den Seitenlinien der badischen Swaiseisenbahnen treten vom Montag, den 18. Januar gegenüber dem Fahrplan vom 2. November v. I verschiedene Beschränkungen rin. Auf der Strecke Me-ckesheim — Neckargemünd verkehrt der Zug 3128, Meck.sh im ab 7.27 Uhr, der den Anschluß an den in Nickargemünd 7.57 Uhr abgehenden Schnellzug vermittelt, nur noch Sonn- und Feiertags. Ebenso verkehrt der Zug 3131, der in Neckargemünd 11.11 Uhr abends abgeht (Heidelberg ab 10.42 Uhr) nach M-ckes- heim (an 11.29 Uhr) nur noch Sonn- und Feiertags. Unveränderte Lage. Gr. Hauptquartier, 11. Jan. (Amtlich.) Die Lage in Ostpreußen und Nordpolen ist unverändert. Bei ^er ungünstigen Witterung kommen auch unsere Angriffe ln Polen westlich der Weichsel nur langsam vorwärts. Das erschöpfte Serbien. ^ Kopenhagen, n. Jan. Aus Sofia wird russischen BkMinn gemeldet: Bei aller Bewunderung für den Heroismus der Serben muß man eingestehen, daß ste an der äußersten Grenze der physischen Erschöpfung angelangt find. ? — Sinsheim, 12. Jan. Versteigerung von ca. - 80 Pferden in Heidelberg. Die Bad. Landwirt- f schaftskammer veranstaltet am Donnerstag den 14. Januar - in H idelberg Marstallplatz, unter den bekannten Bedingungen eine Versteigerung von guten, zum Teil zweijährigen Fohlen sowie einer Anzahl trächtiger Siuten und kiiegs- unbrauchbaren Pferden. — Sodann setzt die Landwrrt- schafiskammer am Samstag, den 16. Januar, 1 Uhr nachm, in Eppingen (Platz am Bahnhof zu erfragen) 20 gute 2jährige, sowie eme Anzahl guter einjähriger Fohlen und 5 trächtige Stuten der Versteigerung aus. Die Verstei- gerungepreise sind jeweils bar zu bezahlen. Dir unvermeidliche Niederlage Nußlands. lLom, 11. Jan. Beachtung in der Presse findet ein längerer Bericht dis Neapeler Matino aus dem österreichisch- ungarischen Hauptquartier, welcher unter dem Titel „Dir letzten Atemzüge der Russen" den Verlauf der Operationen »m Osten darstellt und zu dem Ergebnis kommt, das russische Heer sei einer Offnstve nicht mehr gewachsen und seine Niederlage unvermeidlich. Rußland sei zum Frieden entschlossen und mache darum nur noch «ine verzweifelte Anstrengung, Galizien als Pfand für den Friedrnsschluß zu behaupten. Auch die „Vua" bringt «>s Bukarest Meldungen über die drückende Lage der Russen, — Sinsheim, 12. Jan. Um bei den neuerdings vorzunehmenden größeren Einkäufen von Hafer und Heu für die Heeresversorgung auch den Einkauf im Kleinen auf dem Lande zu ermöglichen, hat die Badische Landwirt- schafiskammer in mehreren Städten des Landes Einkaufsstellen errichtet; hier in Sinsheim befindet stch eine solche bei Herrn Karl Nerpel. * Epfeabach, 10. Jan. Die in hiesiger Gemeinde veranstaltete Haussammlung nach Gold ergab die etfreultcfje Summe von 6200 Mark, die auf Papiergeld umgetauscht worden sind. (Solche Haus>ammlungrn sollten in allen Gemeinden vorgcnowmen werden.) S Babstadt, 11. Jinuar. G stem feierten hier die Christian Frieß Ehleule das Fst der goldenen Hochzeit. B ide Jtb lare erfreuen sich noch voller geistiger und kö p-rlicher Frische. Möge ihnen noch ein recht langer friedl chrr L-bensabend beschieden sein. * Eichtersheim, 12. Jan. Der 18>ähr!ge Kriegsfreiwillige Karl Hartlieb von hier, im J>f. Regiment Nr. 84, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. de. Mannheim, 11. Im. Die Schwurgerichtstagung st hl auf ver Tagesordnung nur einen Fall vor, und zwar kommt zur Verhandlung die Anklagesache gegen den Landwirt Frikdr. Sander aas Zaff-nhausen wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Zam Vorsitzenden ist Landg. Direktor Breitner ernannt worben. ne. Karlsruhe. 10. Januar. Das Gold in die Reichsbank! Im „Basischen Beobachter" erzählt ein kath. Landgeistlicher seine Erfahrungen mit dem Sammeln von gemünztem Gold. Seine Gemeinde hat 1300 Seelen und aus den ersten Ausruf von der Kanzel kamen binnen 14 Tagen 2000 Mark zum Vorschein. Der Pfarrer wurde aber nicht müde und agitierte weiter für des Reiches Goldschatz; binnen 6 Wochen halte er 6100 Mark beisammen! de. Karlsruhe, 11. Jan. Ein Fischer von Staad sandig in herzlicher Zuneigung an den verstorbenen Großherzog 20 Mark an das Rote Kreuz. Die Großherzogin erklärte in seiner und verständnisvoller Art, daß es mit der Gabe eine eigene Bewandtnis habe. Der Geber habe sonst zum Geburtstage des Heimgegangenen Gcoßherzogs stets einen großen Fisch gesandt. Humorist sch bemerkte sie, ste wisse nicht, wie er es angefangen habe, daß er immer auf diesen Tag ein solches Prachtex-mplar fangen konnte. Statt des Fisches kamen diesmal 20 Mark. Es sei dies einer der wertvollen Züge im Volke. de. Karlsruhe, 11. Jan. Am vergangenen Sonntag hat sich das 2 jährige Kind eines in der Hardtstcaße wohnhaften Werkmeisters durch kochende Milch derart am Körper verbrannt, daß es gestern starb. do. Karlsruhe, 12. Jan. Von den badischen evangelischen Geistlichen standen am Jahresbeginn 6 0 Pfarrer und Vikare im Heeresdienst. 15 sind Prediger und Seelsorger bei den Truppen oder in Lazaretten, 15 arbeiten in der Krankenpfiege und 30 dienen mit der Waff-. Außer diesen stad bereits 5 gefallen. 4 haben das Eiserne Kreuz, 2 die Verdienstmedaille erhalten. verschiedenes« (Die bibelfeste Einquartierung.) Ein amüsantes Einquanierungsgeschlchichen wird der „B. Z. a. M." erzählt; Der Siab des. . . Infanterie Regimems wurde auf einem alten Guishof in der Gegend von Reims ein- quartiert, in dem schon vor längerer Zeit Deutsche in Quartier gelegen hatten. An der Haustür der im ganzen guterhaltenen B sttzung fanden nun die neuen Gäste in deutschen Buchstaben die Inschrift: „Jesus Sirach 31 13", die dann nachher von den Franzosen ans irgend einem Grunde nicht beseitigt worden war. Die deutschen Soldaten waren natürlich mit Bibeln nicht ausgerüstet und konnten infolgedessen nicht errraten, was dieses Zitat bedeuten sollte. Erst der später einireffende Feldgeistliche war in der Lage, das Bibelwort zu enizffcrn; es bedeutet nämlich: „Glaubet nicht, hier gibt es viel zu freffen!" — Leider erfüllte stch diese Prophezeiung in vollstem Maße. (Vorsicht ist besser als Nachsicht.) Die kleine Stadl Bridlington — an der englischen Küste unweit der von deutschen Schiffen beschossenen Orte gelegen — will durchaus offene Siadt sein. Sie hat, damit der Feind aber auch keine Entschuldigung für Kugelsendungen mehr hätte, drei alle Kanonen, die zum Freudenschießen dienten auf Beschluß des G m.inderals ins Meer werfen lassen. — Man kann nie w ffm, wofür das gut ist. So vorsichtig werden die Engländer, die anfangs sogar Frauen zu bewaffnetem Widerstand gegen die deutschen Eindringlinge ausforderten. Marktberichte. Biehmarkt Mannheim, 11. Januar 1914. Preise per 50 Kilo. Lebendgewicht Mk. Schlachl- gewich: Mk. Ochsen(vollfleischig) höchst4—7 Jahrealt 50-52 92-96 , (mäßig genährte). 45—46 84—86 Farren (votlfleijchige). 46-48 82-86 . mäßig genährte. 44—45 78—80 Kühe und Rinder (vollfleischige) . . 51-52 98—100 » (mäßig genährte) . 32—34 66-70 Kälber (Pollmastk.). 00—00 00—00 „ (mittlere Mastk.) ...... 51—54 85—90 Schafe (jüngere Masthammel) . - - 00—00 00—00 „ (mäßig genährte). 30—32 60-64 Schweine (vvllfleischige). 63-64 81—82 „ (gering entwickelte) . . . 00-00 00—00 Ziegen. 10-20 00—00 Zufuhr: Ochsen 150, harren 110, Rinder und Kühe 934, Kälber 401, Schafe 51. Schweine 2379. Ziegen 7. Der Handel mit Großvieh und Kälbern mittelmäßig, mit Kälbern und Schwei- einen ruhig. ® ait- heutigen Schweinemarkt waren 34 Mllchschweine zugeführt. Die Preise waren 15—2) Mk. - oYaw;,° uil yeuuge iscywememarrr war ve- fahren mu 309 Milch- und 31 Länferschwei.iea. Ecstere wurden zu lo—28 Mk.. letztere zu 30-60 M. das Paar verkauft. Rr. 8. Telephon Nr. 11. Der Landbote x Sinsheimer Zeitung Donnerstag. 14. Januarr 1915. Amtliche Bekanntmachungen. Einberufung Oesterreichisch-llngartscher i« den Jahre« 1878—18S0 geborene« Landsturmpflichtigen. Laut Verordnung des Kaiserlichen und Königlichen Kriegsministeriums werden die in den Jahren >878—1890 geborenen Landsturmpflichtigen Oester- reichischer oder Ungarischer Staatsbürgerschaft beziehungsweise die Dienstpflichtigen Bosnisch—Herzegowinischer Landesangehörigkeit hiermit auf gefordert, sich bei dem ihrem Aufenthaltsorle Nächstliegenden der beiden österreichisch- ungarischen Konsulate, hierzulande in Karlsruhe oder Mannheim, und zwar am 18. diejenigen mit den Anfangsbuchstaben A—G, am 19. diejenigen mit den Anfangsbuchstaben H—0, und am 20. Januar 1915 diejenigen mit den Anfangsbuchstaben P—Z, jeweils an den genannten Tagen um 9'/» Uhr früh, unter Beibringung der in ihrem Besitze befindlichen Personaldokumente unbedingt zur Musterung zu melden. Die k. und k. österr.-ung. Gesandtschaft. Die Bürgermeisterämter haben für die Veröffentli chung Sorge zu tragen. Sinsheim, 9. Januar 1915. Grotzh. Bezirksamt. In der Stallung des Landwirts Philipp Kilian in Landshausen Amt Eppingen ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Sinsheim, 10. Januar 1915. Grohh. Bezirksamt. Wir machen darauf aufmerksam, daß bis zum 14. Januar ISIS das erste Viertel der Staatssteuer bezahlt sein muß. Säumige haben die Mahnung zu gewärtigen und haben außerdem dem Mahner hierfür eine Gebühr von 20 Pfa. zu entrichten. Nach fruchtlosem Verlauf der Mahnungsfrist tritt ohne weiteres die Zwangsvollstreckung ein. Gr. Finanzamt Sinsheim. Nutz- und Brennholzversteigerung. Die Grundherrschast v. Venningen Ullnrr versteigert am Montag» den 18. Januar INtF aus den D>stnklen Galgenberg und Langloch auf G.maikung Roh-back, morgens 9'/r Uhr im Galqenberg oben beginnend: 17.31 Fstm. Nadelstämme 111—VI RI., 80 Ster buchene, 35 Eier eichene und gemischte Scheiter und Rollen, 1055 buchene und 905 eichene und gemischte Wellen, sowie 19 Sier Stockholz. Borzeiger Waldhüter Zoller in Rohcvach. Schleiferei iiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiii ; für i Messer, Scheren I Schnei? ezeuge jeder J Branche Elektr. Araftbetrieb Fachmännische Ausführung Einziges Geschäft am Platze. A. Schmidt Hauptstraße I«r an der Landstraße nach Dühren laschsniampen Ersatzteile E. Schick Sinsheim — Waibstadt. Hausarbeiter erhalten «och gute und lohnende Arbeit. Friedrich Mall Cigarrenfabriken Heidelberg. Sonntag, den \ 7 . ds. Mts., nachm. $ Uhr findet eine Versammlung im RathauSfaal zu Siusheim statt. Der Zw ck dieser Versammlung ist eine allgemeine Aussprache über d e setlherigen Erfahrungen auf dem Tätigkeitsgebiet des Ro>en Kreuzes. Zu dieser V ranstaltung laden wir außer den Herren Bürgermeistern die Hcrren Geistlichen und Lehrer sowie die Vorstände der F auenoereine und die sonstigen Persönlichkeiten rin, die sich schon bisher auf diesem Gebiet betätigt haben und auch künftig an der Arbeit des Roten Kreuzes sich beteiligen wollen. Der Vorsitzende: Bauer. pstldtversttigelung. Die Badische Landwirtschafiskammer veranstaltet am DounerA- tag. den 14. Januar ds. Js., vormittags 11 Uhr in Heidelberg auf dem Marstallplatze eine Versteigerung von guten zum Teil ein» zum Teil zweijährigen Fohlen, sowie einer Anzahl trächtiger Stuten und kriegsunbrauchbarrn Pferden. Zugelasten zur Versteigerung werden nur solche Personen, welche die Pferde in ihrem eigenen landwirtschafilichen Betrieb benötigen. Pferdeversteigerung. Die Badische Landwirtschaftskammer veranstaltet am Samstags, de« 18. Januar ds. Js. uachmittags 1 Uhr in Eppiuge» (Platz am Bahnhof zu erfragen) eine Versteigerung von 20 guten 2jährigen, sowie einer Anzahl guter 1 jähriger Fchlen und 5 trächtigen Stuten. Es bleibt Vorbehalten einen Teil der Zuchipferde nur an Landwirte, welche Mitglied eines Pferdezuchlvereins stnd und sich- als solche ausweifen, zu versteigern. Zugrlasten zur Versteigerung werden nur solche P rsonen, welche die Pferde in ihrem eigenen landwirischofilichen Beirieb benötigen. Jagdverpachtung! Am D'^uStag, 28. Jauuar ISIS, nachmittags I Uhr wird im Rathaus dahier die Berechtigung zur Ausübung der Jagd auf hiesiger Gemarkung, in einem B-znk etwa 209 Hektar Feld und Wald umfassend, auf weitere 6 Jahre vom 1. F'bruar 1915 bis mit 31. Januar 1921 in öst nilicher Versteigerung vergeben. Als Steigerer weiden nur solche Personen zugelaffen, milche stch im Besitz- eines Jagdpostes b> finden oder durch Bezirksamiliches Zeugnis Nachweisen, daß gegen Eiteilung des Jagdpast s ein Bedenken nicht obwaltet. Der Eniwuif des JagdpachlverlrngS ist zur Elnstcht in dem Rathaus dahier aufgelegt. Bockschaft, den 11. Januar 1915. Bürgermeisteramt: Rudi. Wolf, Ratsch br. HEINRICH LANZ MNNHEIM Anerkannt grösste und bedeutendste Fabrik Deutschlands für DRESCHMASCHINEN UND LOKOMOBILEN Komplette Dresdi~Anlagen neuester Bauart für Dampf« oder Motorbetrieb mit Selbsteisleger, Selbstbinderpresse, automatischer Körnerwage und Sacklieber, Patent-Spreubläser, Kurzstrohbläser und Ballenheber. Ueber 22000 Dampf-Dreschmaschinen im Betrieb verbürgen die Güte der aus mehr als 30jähr. Erfahrung im Dampf-Dreschmaschinenbau hervorgegangenen Bauart / Gothaer Lebensuersicherungsbank ===== auf Gegenseitigkeit. ===== Versichernngsbestand Anfang Jnni 1914: 1 Milliarde 200 Millionen Mark. Bisher gewährte Dividenden : 317 Millionen Mark. Alle Deberschttsse kommen den Versicherungsnehmern zugute. Vertreter : Gg. Eiermann, Sinsheim. Dresdner Bank Heidelberg-, Hauptstr. 52. Aktienkapital 200 Mill. Reserven 61 Mill. 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