Erscheint ««»»tag. Donnerstag «xxd GamStag. Abonnements -Preis mit den Gratis - Beilagen Illustriertes S-nntagsblatt _und dem - Amtlich. Berkündigungsblatt durch die Post bezogen «««atlich 37 Pfennig MN Postschalter abgeholt, durch den Briefträger und ^ unsere Agenten hei ins Haus gebracht monatlich 45 Pfg. andbote 'tuStzemer » Weitung General-Anzeiger für das Elsenz- und Schwarzbachtal Aeltesle und verbreitetste Zeitung dieser Gegend. Laupt-Znsertions-Organ. M 34. yr Alt Erörterung der Friedensdediuguugeu. Von sechs großen, einflußreichen, sehr bedeutende industrielle und kommerzielle sowie andere Interessen vertretenden Körperschaften ist eine Eingabe dem Reichstag zugegangen, in welcher dieser ersucht wird, die Erörterung der Friedensbedingungen möglichst bald freizugeben. Wir finden diesen Wunsch begreiflich, wie wir es auch natürlich finden, daß in privaten Kreisen, an Stammtischen usw. viel über die erwarteten und gewünschten Friedensbedingungen gesprochen wird. Aber sehr klug finden wir, daß die öffentliche Erörterung nicht fceigegeben ist. Man denke nur, wie lächerlich so sehr viele unserer Feinde sich durch ihre Friedensbedingungen gemacht haben. Obwohl unsere Feinde bisher auf allen Kriegsschauplätzen gründlich im Nachteil find, ungeheure Verluste erlitten haben und wir im Besitz von einem großen Teile Nordfrankreichs, Polens, und fast des ganzen belgischen Landes sind, und auch ihre wirtschaftliche Lage, ihre Finanzver- hälrnisse fast durchweg ganz bedeutend mehr als die unserigen gelitten habtN, haben sie sich nicht gescheut, Hoffnungen auf Friedensbedingungen, nein der Erwartung solcher Ausdruck zu geben, wie ste nicht anders gestellt werden könnten, wenn sie im Besitz der Reichshauptstadt und des größten Teiles des Deutschen Reiches bereits wären. Selbst das ganz zerschmetterte Belgien, dessen König und Regierung außerhalb des Landes zu weilen gezwungen sind, dessen ganzes Gebiet bis auf etwa vierzig Quadratkilometer von den deutschen Siegern verwaltet wird, wird von einem seiner Minister ermahnt, auf Aachen und Düsseldorf zu verzichten, natürlich aber viel anderes deutsches Gebiet sich anzueignen. Die Ententemächte haben bereits über Konstantinoprl verfügt, verschiedenen neutralen Ländern alle möglichen Gebietserweiterungen versprochen, und England will nicht eher Frieden schließen, als unter erdrückenden Bedingungen für Deutschlands Handel und Seefahrt. Das sagt nicht etwa ein betrunkener Stammtischpolitiker, sondern ein englischer Diplomat. Selbst Carnegie, der doch ein ernster Mann, ein Menschenfreund sein will, der den Fliedenspalast im Haag erbaut hat, will nicht eher Frieden geschlossen wissen, als bis Deutschland vollständig vernichtet ist. Er würde sogar, wenn er Joffre oder Kitchener wäre, sich nicht einmal auf einen Waffenstillstand einlassen, sondern die bedingungslose Uebergabe verlangen. Man kann aus solchen Reden sich ungefähr eine Vorstellung machen, was die echten und rechten deutschfnfferischen Chauvinistenzeitungen alles für Friedensbedingungen stellen. Solche Redereien und Schreibereien aber sind nicht nur lächerlich sondern auch gefährlich, gefährlich für das Zustandekommen des Friedens. Wenn wir oder unsere Feinde glauben annehmen zu müssen, daß nur ein schimpflicher, ein das Land erdrosselnder Friede geschlossen werden Samstag, den 20. Rkärz H9J5. soll, dann wehrt man sich bis zum äußersten und denkt überhaupt an keinen Friedensschluß. Das ist das ganz zweifellose Ergebnis vorzeitigen Erörterns von Friedens- brdingungen. Wenn über solche am Stammtisch debattiert wird, dann ist dies ein harmloses Vergnügen, das man in dieser ernsten Zeit den Leuten nicht stören soll und kann. Warum sollte es nicht, wie es Stammtischstrategen gibt, die alles viel besser machen würden als Hindenburg, so auch Stammtischdiplomaten geben, die das Deutsche Reich im Osten und Westen und jenseits der Meere um Zehntausende von Quadratmeilen vergrößern. Diese Sorte Mehrer des Reichs braucht ja nicht zu wissen, daß mit dem Nehmen allein es nicht getan ist, daß vielmehr es auf das Behalten ankommt und daß darum allerlei und sehr viele Rücksichten zu nehmen sind, von denen sich ihre Slammlischweisheit nichts träumen läßt. Wollen aber ernst zu nehmende Leute und öffentliche Organe durchaus Friedensbedingungen erörtern, den Wünschen des Volkes Ausdruck geben, was an sich durchaus berechtigt und sogar nützlich wäre, dann sollten ste dies in ausführlichen und motivierten Denkschriften tun und diese, ohne davon der Orffentlichkeit Kenntnis zu geben, der Regierung unterbreiten oder auch um den Empfang von Abordnungen bitten und mündlich mit den Vertretern der Regierung verhandeln. So würde die Regierung in Kenntnis gesetzt sein von den in ernsten Kreisen gehegten Wünschen und Erwartungen, auf die diese dann bei den Friedensverhandlungen gebührende Rücksicht nehmen würde, so weit es geht. Wir fürchten übrigens, daß die Friedensverhandlungen wahrscheinlich längere Zeit in Anspruch nehmen werden, als so mancher ahnt. Deutsches Reich. do. Karlsruhe, 17. März. Der Großherzog empfing heute mittag den Kaiserlichen Statthalter in Elsaß- Lothringen Dr. von Dallwitz, der gestern hier angekommen war und im Großh. Schloß Wohnung genommen hatte. Anschließend fand der Empfang des Statthalters durch die Großherzogin statt. Der Kaiserliche Statthalter nahm hierauf mit dem ihn begleitenden Geh. Oberregierungsrat Dr. Di eckhoff an der Großh. Frühstückstafel teil und reiste gegen abend nach Straßburg zurück. de. Freiburg, 18. März. Im „Anzeigebl. der Erzdiözese Freiburg" wird folgende Verordnung des Erzbischofs bekannt gegeben: Zur Deckung der allgemeinen kirchlichen Bedürfnisse sind im badischen Teile der Erzdiözese Frriburg nach Maßgabe des „Voranschlages der Ausgaben und Einnahmen für allgemeine kirchliche Bedürfnisse für die Jahre 1915—1917" an allgemeiner Kirchensteuer für die Jahre 1915, 1916 und 1917 zu erheben: von 100 Mark Vermögensstcurranschlag 1 Pfg., von 1 Mark Einkommensteuersatz 7 Pfg. und damit durchschnitt- «xxzeigen: Die einspaltige Garmondzeil« oder deren Raum 18 Pfg. Reklamen 40 Pfg. (Petitzeile) Schluß d. Anzeigenannahme für größere Anzeige» TagS zuvor 4 Uhr nachm. Redaktionsschluß 8 Uhr vormittags. Bei schriftlichen Anfrage« ist Freimarke für Antwort - beizufügen.- Telephon Rr. 1L 76. Jahrgang lich jährlich 855000 Mark. Es wird erhöht der Gehalt d-r Pfründeorrweser und der Pfarrkuraten bis zu vollen 10 Dienstjahren vom 1. Januar 1915 ab auf 1800 Mk. und vom 1. Juli 1916 ab auf 1900 Mk., mit mehr als 10 Dienstjahren vom 1. Januar 1915 ab auf 1900 Mk. und vom 1. Juli 1916 ab auf 2000 Mk., die Vergütung für Besoldung und Verpflegung eines Vikars vom 1. Jan. 1915 ab auf jährlich 1300 Mk., wovon 300 Mk. dem Vikar als Gehalt auszusolgen sind. Die Erörterung der Kriegsziele. Köln, 18. März. Die „Kölnisch- Zeitung" schreibt zu den Presseerörterungen über Kriegs- und Friedensziele an leitender Stelle: Eine Stimmung der Bereitschaft, sich unserem Willen zu fügen, um Schlimmerem zu entgehen, ist drüben noch nicht zu erkennen. Deshalb ist unser einziges und nächstes Kriegsziel das, alles daran zu setzen, jene Stimmung hervorzurufen, unsere Feinde weiter so zu bedrängen, daß sie sich unserer Frie- densforderung fügen. Ist dieser Zeitpunkt gekommen, so mag man auch in der Presse von den Kriegszielen reden, die man sich gesteckt hat. Bis dahin ist eine solche Erörterung Zeit- und Kraflverschwendung. Den Luxus aber, unsere nationalen Kräfte zu verzetteln, können wir uns jetzt nicht leisten. Unser ganzes Sein und Denken darf bis auf Weiteres nur das eine Ziel haben: Alles daran zu setzen und dazu beizutragen, daß wir den Sieg fest und zwingend in der Hand behalten und zu einem ehrenvollen Frieden gelangen. Alles andere ist spätere Sorge. Ausland. Die Verhandlungen. Zürich, 17. März. Die Neue Züricher Zeitung veröffentlicht eine Privrtdepesche folgenden Inhalts: „Wie wir aus guter Quelle erfahren, nahmen die Verhandlungen zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn einen erfreulichen Fortgang. Uebrr die Hauptpunkte solle bereits eine Verständigung erzielt worden sein. Demselben Blatte zugehende private Informationen bestätigen die Nachricht, immerhin wäre über die Frage der Grenzverteidigung noch eine Verständigung erst zu erzielen. Holland. Die Ausstandsbewegung in England. WTB. Rotterdam, 17. März. Wie der Rotterdamsche Courant aus London meldet, wird die Lage in der englischen Kohlenindustrie immer kritischer. Der Bergarbeiter-Verband beschloß am 1. April alle bestehenden Kontrakte zum 1. Juni zu kündigen. Inzwischen sollen neue Kontrakte eingereicht werden, die Höchstlöhne enthalten werden. Die Lage wird dadurch besonders ernstlich, daß Der Wächter. Humoristischer Roman von Archibald Eyre. Frei bearbeitet von Helmut tan Mor. 12 (Nachdruck verboten.) Sie sah mich an und lächelte. „Bittest du mich, dich vor Fremden auch mit „du" anzureden?" „Wenn du es erlaubst, Großmutter," sagte ich und wurde blutrot ob meiner Kühnheit. „Ja, denn. So gefällst du mir viel besser, Oswald." Sie wurde wieder ernst. „In einer halben Stunde wirst du von Marialinden fortgchen. Du wirst immer gut acht auf dich haben, Oswald?" „Ganz gewiß," erwiderte ich. „Laß dich nicht täuschen, geh in keine Falle." „Gewiß nicht," meinte ich. ein wenig indigniert. „Wie sehr wünschte ich, du möchtest nicht immer rot werden, wenn jemand mit dir spricht. Es läßt dich so — so sehr unschuldig erscheinen." ftrtm»,»T+ U Augenblick war ich sprachlos. „Ich hoffe," stammelte ,ch dann, „ich hoffe, Ihnen — dir beweisen zu du" vermutest f° unschuldig bin wie Sie — wie „ --D>i bist ein guter, lieber Bursche," sagte sie freundlich. ei 9 e *, lt . Il< § wünsche ich nichts mehr, als daß dir deine Siarmlofijfat tiijalieu bleiben möchte. Ich meine immer, cm Posten als Bibliothekar, eine Gelehrtenstelle, die keine Kenntnis der verworrenen, schwer zu fassenden Welt erfordert^ wäre für dich tausendmal richtiger gewesen." „^ch glaube, du unterschätzest meine Erfahrung," erwiderte ich empfindlich. „Verzeih' - aber du vergißt, daß ch meine ^ugcnd in viel größerer Selbständigkeit habe verbringen muffen als andere Knaben und junge Leute, daß ich zwei Universitäten besucht habe und immerhin dreiundzwanzig Jahre alt biii." du wirklich schon so alt?" rief sie scheinbar über- »eu ^'b "^ aim cnt i djlltti 9 e! — Ich glaubte, du wärest „Ich glaube, es wird Zeit für meinen Zug." Sie verbannte das Lächeln von ihrem Gesicht. „Werde nicht zornig, Oswald! Du mußt einer alten Frau nicht jeden Scherz verübeln. Eine allzu große Empfindlichkeit ist überhaupt vom Uebel. Du kannst damit einen Scherz zur Beleidigung, ein harmloses Wort zum Unrecht machen und es mit deinen Freunden verderben. Eh' du jemandem um eines Scherzes, ja, um eiiies ernsten Verweises willen zürnst, frage dich, wie's gemeint war, ob der andere beabsichtigte, dich zu kränken! Und besser noch, du machst dreimal eine Kränkung durch Nichtachtung gegenstandslos, als daß du einmal um einer Nichtigkeit willen eine Kluft anfreißest zwischen dir und denen, die dich liebhabeu. Schmäht dich ein Feind, so frage dich, ob er recht hat, und suche dann das an dir Geschmähte zu bessern; hat er unrecht, kannst du seine Worte verachten. — Das sind schöne Lehren, Oswald — mache sie durch dein Handeln zu schönen Wahrheiten. — Tu wirst mit mancherlei Menschen zu tun bekommen, mit guten und schlechten, und da du auf dich selbst angewiesen bist, suche auch möglichst viel aus dir herauszuschlagen. Und kommst du einmal in eine gefährliche Lage, so vergiß nicht, daß ich die erste bin, die du um 3iat anzugehen hast. Ich habe so viele Erfahrungen machen müssen, habe so vieles erlebt, daß ich selbst einem gelehrten Doktor nützlich werden kann." Ich dankte ihr herzlich, wunderte mich aber im stillen, daß sie das Humoristische der Vorstellung nicht erkannte, ich, der Sekretär eines hochgestellten Edelmarms und Verfolger einer Prinzessin, sollte mir bei meiner Großmutter Rat holen, >venn mir einmal Schwierigkeiten in den Weg träten. Weil sie mich liebte, glaubte sie sich eben auch am fähigsten, nur beizustehen. „Wir sind außer Sehweite des Hauses," sagte sie. »Du magst mich also immerhin zum Abschied küssen. — So — nun ist es gut. Lauf uur zurück, der Graf ivird sonst ungeduldig." Es ist wohl unnötig, zu bemerken, daß ich nicht lief, sondern ruhig ging. Der Graf saß schon in dem Wagen, der uns zur Station bringeil sollte. Ich rief dem Diener noch eine Anweisuna weaen meines Geväcks *» "»t> vann an ver unren ette Darnsdorss Platz.' Als wir durch das große Gittertor fuhren, sahen wir die Gräfin am Wege stehen und mit einem Regenschirm winken, und der Graf schwenkte zur Erwiderung ein Hundertstel der Gesamtauflage der „Starnberger Neuesten Nachrichten". „O, Herr Oswald," sagte er, „was für eine Frap rvar fle in ihrer Jugend!" „Wirklich!" erwiderte ich höflich. „Sie hatte den Geist eines Mannes, und das Wesen emer Frau. Können Sie sich eine wunderbarere Zusammenstellung denken ? — Oder eine gleich wunderbare — ich vergaß, daß „wunderbar" bereits ein Superlativ ist, das heißt, nicht eigentlich das, aber doch jedenfalls keine Komparation mehr zuläßt. Man fft so leicht geneigt, auch die höchsten Ausdrücke noch zu steigern, lvenn man bewundert. Da habe ich in der Zeitung" — er blätterte in den Starnberger Neuesten Nachrichten — „eine Annonce gefunden — wo ist sie doch gleich — ja, hier. Da preist ein Mann feixte Waren an: „Feinster Edelweißkäse" — nein, das war es nicht — wo ist es doch — ah, hier: „Jrssche Matjesheringe, xrimissima." Primissima! Der Mann kann natürlich kein Latein. Aber er muß doch wissen, daß im Lateinischen das „issimus" eine Steigerurrg bedeutet. Prima genügte ihm nicht mehr, war zu abgedroschen — also, her mit der Steigerung! — Aber von wo sind wir doch ausgegangen? Ja so, von der Gräfin. Ja, sie ivar eine geradezu lvuuderbare Frau. Jetzt ist ste alt, und ich bin alt. und die Welt ist für die Jungen; aber ich kann wohl sagen — wir haben unsere Sachen redlich geführt." Damit versank er in Träumerei, und bis zur Bahnstation sprach er kein Wort mehr; nur, daß er manchnial vor sich hinmurmelte, manchmal lächelte, manchmal düster dreinsah und die amüsantesten Grimassen schnitt. näherten uns München mit der den bayerischen Bahnexx eigenen Schnelligkeit und hatten das entzückende Muhltal bereits hinter uns, als Darnsdorf endlich wieder zu erner Konversation aufgelegt wurde. Er saß in einer Stellung, die ich als „uixmöoltdb" bereicbnen würde, hätte Rr.' 34. Telephon Nr. 11. die Bergarbeiter eine Kriegszulage fordern. Der Bergarbeiter-Verband hält morgen eine Versammlung ab, um seine Forderungen zu formulieren. Es ist wahrscheinlich, daß eine sofortige Kriegszulage von 20 Prozent zu den gegenwärtigen Lohnsätzen gefordert werden wird. Die Neutralen und die Repressalien. Amsterdam, 17. März. Reuter meldet aus Washington: Das Kabinett besprach die englischen Repressalien. Man erwartet nach einer Konferenz Wilsons mit dem Auswärtigen Amt eine Note des Präsidenten an England. Der holländische Gesandte erkundigte sich von neuem inoffiziell nach der Möglichkeit einer gemeinsamen holländisch-amerikanischen Aktion zur Verbesserung der durch die englischen Repressalien hervorgerufenen Lage. Gegen den Flaggen miß brauch. Amsterdam, 18. März. Einem Telegramm aus Stockholm zufolge meldet das Dagbladet, daß zwischen den skandinavischen Regierungen Verhandlungen ausgenommen worden sind, um gemeinsame Maßnahmen gegen den Mißbrauch neutraler Flaggen und der Führung falscher Neutraljtätskennzeichen durch fremde Handelsdampfer herbeizuführen. Es ist beabsichtigt, nach dem Vorgehen der Niederlande den betroffenen Schiffen das Befahren der skandinavischen Territorialgewässer und das Anlaufen in skandinavischen Häfen zu verbieten. Dänemark. Einigung zwischen Japan und China? Kopenhagen, 18. März. Central News berichtet laut einem Telegramm aus Tokio: Das japanische Ministerium des Aeußern teilt mit, daß Aussicht dafür besteht, die Verhandlungen zwischen China und Japan zu einem befriedigenden Ergebnis zu führen. England. Die englische Regierung in Verlegenheit. London, 18. März. Auf eine Anfrage im Unterhaus, ob England mit der japanischen Regierung eine Vereinbarung wegen des Schicksals Tsingtaus getroffen habe, erteilte der Minister des Auswärtigen eine verneinende Antwort. Ein Abgeordneter wollte wiffen, ob es richtig sei, daß am Freitag starke militärische Streitkräfte unter Geleit eines Geschwaders von Kriegsschiffen aus Japan nach China abgegangen seien, was diese Streitkräfte vor- hät.en und ob ihre Aussendung mit den Forderungen Japans an China Zusammenhänge. Diesmal wich der Minister aus. Die Frage sei ihm nicht vorher mitgeteilt worden; er habe den ganzen Morgen einer Sitzung des Kabinetts beigewohnt, sodaß die Frage ihn nicht erreicht habe. Spanien. Die Anarchie in Mexiko. Madrid, 16. März. Ministerpräsident Dato erklärte, daß in Mexiko infolge der dort herrschenden Anarchie rin Eingreifen der Vereinigten Staaten unvermeidlich erscheine. Man werde keinen diplomatischen Vertreter nach Mexiko entsenden, so lange die Lage dort nicht wieder normal sei. China. Japan und China. Peking, 17. März. Es verlautet, daß Duanschikai an England appellieren werde, um es zum Eingreifen gegen Japan, dessen Haltung immer drohender werde, zu veranlassen. Im Hafen von Saesho seien 122000 Mann japanischer Truppen versammelt, die bereit seien, jeden Augenblick gegen China vorzugehen. ich tie nicht even an chm gesehen. Das rechte Bein hatte er über das linke geschlagen, der Fuß ichlängelte sich gleichsam um die linke Wade, auf die glänzende rack vhe des Schuhes, der diesen biegungsfähigen Fuß bell idere, stützte er sein Spazierstöckchen, auf dies Spaziernöckwen feinen rechten Ellbogen, auf die rechte Hand sein Kinn, in der Linken, die er weit von sich gestreckt hielt, balancierte er graziös eine Zigarre. ,,'L-ie sind mein Sekretär, aber wir haben noch keine Verabredung bezüglich des Salärs getroffen," sagte er. „Ich werde Ihnen zunächst monatlich dreihundert Marl bezahlen — Essen, Trinken und Schlafen extra — das ist sehr viel für Ihr Alter, ich weiß es. Aber ich hoffe auch, daß Sie sich Mühe geben werden, es zu verdienen. Ich erwarte von Ihnen ja auch anderes, als man gemeinhin einem Sekretär aufgibt. Sie müssen Diplomat sein, Detektiv, Schauspieler, kurz — müssen alles sein, wie es eben die Situation erfordert. Daß Sie ehrlich und vertrauenswürdig sind, weiß ich; denn es steht Ihnen mit großen Lettern auf dem Gesicht geschrieben. Ich möchte beinahe wünschen, die Schrift wäre weniger deutlich lesbar.* »Ich kann nichts für mein Gesicht.* »Sehr wahr. Aber trotzdem Ehrlichkeit und Einfältigkeit sehr oft Hand in Hand gehen, glaube ich dennoch nicht, daß Sie einfaltig sind." „Meinen besten Dank." „Ich sagte nicht, daß Sie klug und geschickt wären,* entgeguete er scharf. „O nein — das werden Sie erst zu beweisen haben.* „Ich werde mich bemühen, es zu beweisen." „Der Mann, gegen den wir zu handeln haben werden, dürfte Ihnen überlegen sein," sprach er weiter, während ich voll stiller Bewunderung den Fuß 'betrachtete, der gestern den meinen halb aufgehackt hatte und heute so phäuoinenale Kunststücke zum besten gab. „Wirklich, würden Sie und er zusammengelaffeix — er würde Sie behandeln, daß Sie bald nicht mehr wüßten, ob Sie lebendig oder tot sind." „Würde er das?" ..Ausaenommen. Sie würden fick selbst damit »u i'cbüne» Der Larrdbote * SinSheimer Zeitung. Amerika. Englands Aushungrrungsplan. Washington, 17. März. Die englische Regierung hat gegen den Gebrauch der Paketpost zur Ueber- führung von Lebensmitteln nach Deutschland protestiert. Das amerikanische Gesetz erlaubt Pakete von je 11 Pfund. Der IMerkrieg. Die Aämpfe im westen. Litcheners Milliournheer. Amsterdam, 16. März. „Nieuws van den Dag" schreibt in einer Kriegsübersicht: Es ist besonders bemerkenswert, daß man in der letzten Zeit besonders wenig über die Rekrutierung der neuen Armeen hört. Wir haben beispielsweise nie gehört, daß Kitcheners zweite halbe Million voll ist. Die vorgesehenen drei Millionen dürften ein frommer Wunsch bleiben. Die Sache dürfte sich so verhalten, daß die Schwierigkeiten wirtschaftlicher und sozialer Art so groß geworden sind, daß viele Engländer sich wenig geneigt fühlen, sie durch die Entsendung weiterer Armeen nach dem Kontinent noch zu vergrößern. Sie glauben wohl, daß England ohnehin schon genug leistet dadurch, daß es mit etwa einer Million Menschen auf den verschiedenen Kriegschauplätzen kämpft. Sie verlassen sich auf die wirtschaftliche Not Deutschlands und die Kunst der britischen Diplomatie, um den Krieg zu einem guten Ende zu bringen, falls es wirklich unmöglich sein sollte, die Deutschen aus ihren Stellungen in Frankreich und Belgien zu werfen. Die Sehandlung unserer Unterseeboot-Mannschaften iu Lugtaud. Serlin, 17. März. Die Times wendet sich gegen eine Ausnahmebehandlung deutscher Unterseebootmannschaften. Sie zitiert, wie die Voss. Ztg. über Amsterdam erfährt, das Werk des Professors Oppenheim über internationales Recht und kommt zu dem Ergebnis: Nach den bestehenden Kriegsgesetzen ist nur Miffetat, was ohne Befehl der Krieg führenden Regierungen ausgeführt wird. Brechen Personen, die zu einer bewaffneten Macht gehören, die Kriegsregeln auf Befehl ihrer Regierung, so sind sie nicht Kriegmissetäter und dürfen vom Feinde nicht bestraft werden. Der Feind darf aber die Zuflucht zu Repressalien nehmen, also, sagt die Times, dürfte es unrecht sein, Unterstebootsmannschaften als Missetäter zu behandeln. Der deutsche Tagesbericht. WTB. Großes Hauptquartier, 17. März (amtlich). Westlicher Kriegsschauplatz. Der Kampf um die Bergnase am Südhang der Lo- rettohöhe nordwestlich von Arras wurde zu unseren Gunsten entschieden. In der Champagne westlich von Perthes und nördlich von Lemesnil griffen die Franzosen tagsüber mehrere male erfolglos an. Am Abend setzten sie nördlich von Lemesnil zu neuen Angriffen mit stärkeren Kräften an. Der Kampf ist noch im Gange. In den Argonnen sind die Gefechte noch nicht beendet. Von den Hängen südwestlich von Vauquois östlich der Argonnen wurden die Franzosen, die sich dort vorübergehend eingenistet hatten, heruntergeworfen. Im Priesterwald nordwestlich von Pont 4 Mouffon scheiterten 2 französische Angriffe. In den Vogesen fand nur Artilleriekampf statt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Schwache russische Vorstöße auf Tauroggen und Laugszargen wurden abgewiesen. fuchen, daß Sie ihm auswichen. Auein was wuroe oas nützen, wenn er handelte, ohne Sie wissen zu lasten, wo er wäre? Er würde Sie zu Boden werfen, würde Sie schlagen, würde Sie töten —" „Verzeihung, aber ich weiß nicht recht, wie er mich zu Boden werfen und schlagen und töten soll, ohne sich sehen zu lassen — selbst wenn er so sehr geschickt ist?" „Ganz recht, jawohl," erwiderte der Graf sanft. „Sie brauchen nicht besorgt zu sein. Ich werde Sie nicht verlassen." Ich wußte nun eigentlich nicht recht, wieso das eine Antwort auf meine Bemerkung fein sollte. Aber da er verstummte, wurde auch ich still und saß da mit dem felsenfesten Entschluß, der Welt im allgemeinen und meinem augenblicklichen Brotgeber im besonderen zu zeigen, daß mir an Klugheit und Geschicklichkeit kein Mensch überlegen war. Mit eiueni Male aber verwandelte sich der Graf, löste die schreckliche Verschlingung seiner Beine, ließ seine herrische Art gegen mich fallen und begann zu erzählen. Zunächst natürlich von der Familie des Fürsten Erlheim-Osterhausen und von dem ehemaligen Fürstentum. Dann kam er aus die eigene Person. Wie die Güter des Fürsten gediehen seien unter seiner Leitung, wie der Reichtum sich vermehrt, wie Fabriken entstanden, große Werke gegründet worden seien. Welche Würden man auf ihn gehäuft hatte, mit wieviel Orden er ausgezeichnet worden war, und wie mau seine Verdienste anerkannte. Er erzählte des langen und breiten von einem großen Eisenwerk und von einer Fabrik für Bierfilze, und dann von seiner Heirat, von der Geburt seines einzigen Sohnes und von dem frühen Tode seines Weibes. Und da begann ich, ihn mit anderen Angen an- znsehen. Denn der Mann, in dein ich bisher nichts Großes hatte entdecken können, wuchs, da er von seinen familiären Angelegenheiten sprach. Mit so schlichten Worten sagte er mir, wie tief er den Verlust seines Weibes betrauert habe, so wahr und herzlich klang alles, so liebevoll war sein Erinnern an sie, daß ich ihn mir plötzlich menschlich nahegerückt fühlte. Was er mir über seine Tätigkeit im Dienste des Fürsten sagte, mußte ich unbedingt als wahr aner- k-n«cn. da es mir von der Gräfin bestätiat worden war Samstag, 20. März 1915. Zwischen Skrwa und Orzyc wurden ruffische Durch- bruchsversuche zurückgeschlagen. Südlich der Weichsel hat sich nichts geändert. Tagesbericht. WTB. Gr. Hauptquartier, 18. März, vormittags. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Ein französischer Vorstoß auf unsere Stellung am Südhange der Lorettohöhe wurde abgeschlagen. Französische Teilangriffe in der Champagne nördlich Le Mcsnil wurden durch Gegenangriffe zum Stehen gebracht. Ein dort gestern Abend erneut einsetzender französischer Angriff ist unter schwere» Verlusten für den Feind jurückgew lesen. In den Argonnen flauten die Gefechte gestern ab. Französische Flieger warfen auf die offene elsäßische Stadt Schlettstadt Bomben, von denen nur 1 Wirkung erzielte, indem sie in das Lehrerinnen-Seminar einschlug, 2 Kinder tötete und 10 schwer verletzte. Als Antwort darauf wurde heute Nacht die Festung Calais mit Domben schweren Kalibers belegt. Oestlicher Kriegsschauplatz: Die russischen Angriffe auf unsere Stellung Pissek und Orzyc. sowie westlich Przasiysz wurden auch gestern ohne Erfolg fortgesetzt. Westlich der Szkwa machten wir 900, östlich der Szkwa 1000 Gefangene; 4 Maschinengewehre wurden erbeutet. Einen billigen Erfolg errangen russische Reichswehr- Haufen b.'i Einbruch in den nordöstlichen Z'pfel Ostpreußens in der Richtung auf Memel. Sie plünderten und steckten Dörfer und Güter in Brand. Den Städten des von uns besetzten russischen Gebiets ist zur Strafe die Zahlung größerer Summen als Entschädigung auferlegt. Für jedes von diesen Horden auf deutschem Boden niedergebrannte Dorf oder Gut werden 3 Dörfer oder Güter des von uns besetzten russischen Gebiets den Flammen übergeben werden. Jeder Brand in Memel wird mit der Niederbrennung der russischen Regierungsgebäude in Suwalki und den anderen in unserer Hand befindlichen Gouvernements beantwortet werden. Die Aämpfe im Osten. Das Erlahmen des russischen Ansturmes. Berlin, 17. März. Aus dem österreichischen Kriegs- pressequartier wird unterm 16. März gemeldet: Die russische Gegenoffensive in den Karpathen hat nach 2 tägigen mit starken Kräften eingesetzten Angriffen mit dem erwarteten Resultat geendigt. Nachdem sämtliche Angriffe in mörderischem Feuer zusammengebrochen waren, trat auf der ganzen russischen Linie ein Erschöpfungszustand ein, der sich darin äußerte, daß die Jnfan- terieangriffe aufhörten und nur die Artillerie in Aktion trat. Im Arttllerieduell erwiesen sich aber unsere Batterien, die das Feuer kräftig erwiderten, als überlegen. Von Wichtigkeit ist der Umstand, daß am Wyskower Paß, wo mit ganz besonderer Energie und durch starke Massen angegriffen wurde, unsere Truppen aus ihren Positionen heraustraten und im heftigen Gegenstoß eine Höhe stürmten, wobei zahlreiche Gefangene gemacht wurden. In Südostgalizien setzte der russische Ansturm auch gestern nicht aus. Gegen die in der Mitte der Straße Kolomea-Stanislau eingegrabenen Positionen der Oesterreicher waren gewaltige Anstrengungen gerichtet. Dreimal hintereinander stürmten russische Kolonnen gegen das dort verschanzte kroatische Regiment 53. Jeder Sturm wurde aber mit eiserner Ruhe abgeschlagen. Rußland beruft die Jahrgänge 1913 und 1916 rin. Köln, 16. März. Ein in Warschau aus Lodz eingetroffener jüdischer Kaufmann versichert, Rußland hätte und da ich einen Eid Darauf hätte leisten mögen, daß ste wissentlich kein unwahres Wort gesprochen hälte. Konnte man es ihm ernstlich verübeln, wenn er sich ein wenig groß damit tat? Wenn er Bedeutendes erreicht hatte, konnte man ihm ja wohl verzeihen, daß er sich dessen auch etwas rühmte. Und dann sprach er von seinem Sohne. Da hob sich seine dünne Stimme, und mit dem Stückchen fuchlelte er in der Luft herum. „Lieber Gott, warum ist er so schlecht?" rief er heftig, schüttelte seinen grauhaarigen Kopf und öffnete die obersten Knöpfe seiner Weste. Ich sah einen verdächtig feuchten Glanz in seinen Augen; aber er fuhr rasch mit der Hand darüber hin und sah mich dann verstohlen von der Seite an. „Aber er ist stark — und wie klug er ist! Ich glaube, es gibt wenige Menschen, die so außerordentlich klug, geistreich und welterfahren sind wie er trotz seiner jungen Jahre. Er besitzt eine große Menschenkenntnis und — ich möchte beinahe sagen als eine Folge davon — auch eine große Menschenverachtung. Dabei liebt er das Leben und den Genuß; und das gibt eine wunderbare Mischung. Er scheut sich nicht, etwas zu tun, was gegen unsere Rechts- anschauungen ist, weil er sich über diese Anschauungen lustig macht; er tut Gutes und Schlechtes in bunter Reihenfolge, weil für ihn die Begriffe „gut" und „schlecht" gar nicht existieren.* Er nimmt es auch keinem Menschen übel, wenn man etwas gegen ihn unternimmt; er wehrt sich, aber sagt sich immer, daß der andere genau wie er selbst das Recht hat, den eigenen Inte» essen zu dienen, und daß es sich nicht darum handelt, wer im Unrecht ist, sondern wer klüger ist als der andere. Nur eins findet er beinahe unberzeihlich: c^iinimbeit." Rr. 34. Telephon Nr. 11. Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Samstag. 20. März 1915 Hereits den Jahrgang 1915 ausgehoben und durch Maueranschläge bekannt gemacht, daß auch der Jahrgang 1916 am 1. April zu den Fahnen einberufen werde. Die transsibirische Lahn bedroht? Krrtin, -16. März. Nach einem Telegramm der Täglichen Rundschau" aus dem Haag, wird dem „Daily Telegraph" aus Petersburg berichtet, daß man der Meldung über die Expedition des deutschen Militärattaches (?), der mü einer Anzahl von Begleitern, 20 Kamelen und -viel Explostonsmaterial zur Sprengung der Brücken und Tunnel der transsibirischen Eisenbahn aufgebrochen sei, große Aufmerksamkeit schenke. Japan befördere mit dieser Bahn fortgesetzt Geschütze, Gewehre, Munition und Verbandsstoffe nach Rußland. Ferner werde auf diesem Wege die .SlnCunft von 40 000 Paar Stiefel erwartet. Alle Wachtposten der stbirisch-mandschu- rischen Strecke seien verdoppelt und große Abteilungen stbirischer Kavallerie zur Bewachung der Bahn abgegangen. Die Derwische auf dem Lriegspfad gegen die Lugländer. Lrrliu, 18. März. Die „Voffische Zeitung" erhäl- «ine lange, sehr interessante Zuschrift über dit Stimmungen in Aegypten. Ihr entnehmen wir fole gende Mitteilung: Am 13. Dezember zogen gegen 40 000 Derwische nach Faschoda. Etwa 6000 britisch-ägyptische Truppen vermochten General Hawley d.n Aufständischen «ntgegenzustellen. Von diesen gingen sämtliche eingeborenen Soldaten zu den Derwischen über, sodaß die Regierungs- truppen, kaum noch 2000 Mann stark, im ersten Ansturm von den Rebellen überrannt wurden. General Hawley und alle Offiziere fielen. Die Mehrzahl der Soldaten starben unter den Speerstichen der wilden Wüstenreiter. Jedem Gefangenen ließ der Anführer der Derwische Mabur el Asl, Ler die Fahne des heiligen Krieges ergriffen hatte und von den Aegyptern der neue Mahdi genannt wird, ohne Gnade den Kopf abschlagen. Den Kopf des gefallenen Generals Hawley sandte der neue Mahdi nach Kartum mit der Drohung, „daß es jedem Engländer in Kartum und ganz Aegypten so ergehen werde, wie diesem Verfluchten, welchen das Schwert Allahs getroffen habe." Diese erste große Waffentat der Derwische hatte zweierlei Folgen. Erstens fielen alle Stämme von der Regierung ab, welche bisher noch zu England gehalten hatten und dann war die ägyptische Regierung naturgemäß gezwungen bedeutende Truppenmassen, welche sonst gegen die Türken am Suezkanal verwendet worden wären, nach dem bedrohten Sudan zu schaffen. Freilich, die australischen Tommys imponieren den Derwischen nicht im geringsten. Mit ungeheurer Wut und blindem Fanatismus morden die Rebellen alles, was stch ihnen in den Weg stellt. Am Neujahrstage eroberten die Derwische den wichtigen Militärposten Nasser in Senr.ar und brachten einen Panzerzug der britischen Truppen im Kordofan zum Entgleisen. Jetzt anfangs März, ist der ganze Sudan mit Ler Hauptstadt Kartum sowie ein großer Teil Nubiens im unbestrittenen Besitz der Derwische. Serbiens Not. London, 16. März. „Daily Chronicle" macht einige Mitteilungen aus einem Briefe Sir Thomas Liptons an das Britische Rote Kreuz über die Lage in Serbien. Es sei unmöglich, die schreckliche Lage zu schildern, in der das Land infolge von Armut und Krankheit stch befinde. Die Hospitäler find überall voll Typhuskranker. Dr. Ryan, der die amerikanische Abteilung leitet und etwa 2900 Kranke verborgt, meint, daß wenn nicht bald etwas geschieht, um die Ausbreitung des Typhus zu verhindern, das Land über die Hälfte seiner Bevölkerung verliert. Es herrscht Mangel an Arznei, Decken und allem, was zur Krankenpflege gehört. Die gleichen Zustände herrschen im ganzen Lande. Es besteht großer Mangel an Hospitälern, so daß es unmöglich ist, die Typhusfälle zu isolieren. L>pton schließt, wohl kein Land befinde sich in so gefährlicher Luge. Hiudenburgs Zuversicht. Sertin, 18. März. Laut „Voffischer Zeitung" hat Generalseldmarschall von Hindenburg einem amerikanischen Korrespondenten erklärt, er möge unseren Freunden in Amerika und auch denen, die uns nicht lieben, sagen, daß er mit unerschütterlicher Zuversicht dem Sieg und dem wohlverdienten Frieden entgegen sehe. Hin französisches Schlachtschiff von den Türken vernichtet. Loustautiuoprt, 18. März. Das Hauptquartier meldet: Ein Teil unserer Flotte bombardierte heute früh die Schiffswerft und den Uebungsplatz für Torpedoboote westlich von Theodosia in der Krim und steckte es in Brand. Heute früh «öffnete die feindliche Flotte ein heftiges Feuer gegen die Forts der Dardanellen, welches »it Erfolg erwidert wurde. Um 2 Uhr nachmittags wurde das französische Panzerschiff „Sonnet" in den drnnd gebohrt. (Mit dem Untergang des Schlachtschiffes ^Bouvel" erleidet die französische Flotte, die bisher nicht die geringsten Lorbeeren geerntet hat, sogar eine beträchtliche Einbuße. Die „Bouvet" wurde 1896 erbaut. Sie war 12043 Tonnen groß, hatte eine Schnelligkeit von 18. Seemeilen, führte 4 schwere 20 cm (und mehr) Geschütze, 17 10 20 cm mittlere Geschütze, 19 leichte Geschütze und 4 Torpedorohre. Die Besatzung betrug 630 Mann.) Aus Stadt und Land. \T SiuSheim, 18, März. Unkenntnis der Gesetze »der der gesetzlichen Anordnungen schützt nicht vor Strafe, am allerwenigsten in Kriegszeilen. Dir Gerichte im Lande haben gerade jetzt vrele Verurteilungen aussprechen müssen, bei denen der Verurteilte mit der Ausrede kam: Ich habe die Bestimmung nicht gekannt. Es kann jedermann, nicht nur den Geschäftsleuten, nicht dringend genug geraten werden, alle amtlichen Bekanntmachungen und Verordnungen genau zu lesen, da man stch jetzt sehr leicht eines Vergehens schuldig machen kann, das in Friedenszeiten der strafrechtlichen Verfolgung nicht unterliegt. X Sinsheim, 18. März. Die Schule und die Metall wo che. Der Badische Landesoerein vom Roten Kreuz veranstaltet in der Zeit vom 22. bis 27. März eine Sammlung von Altmetall, das für H-ereszwecke verwendet werden soll. Das Ministerium macht die Lehrer der Höheren Lehranstalten und der Volksschulen hierauf aufmerksam und ersucht fie, durch Belehrung und Aufmunterung der Schüler auf die Bevölkerung einzuwirken und das Gelingen des vaterländischen Unternehmens auch sonst, insbesondere durch Beteiligung an der Sammlung, nach Kräften zu fördern. Eine Mitwirkung der Schule als solcher durch Entgegennahme der von den Schülern zu sammelnden Gegenstände und alles was als Zwang angesehen werden kann, ist zu vermeiden. # SiuSheim, 18. März. Schulgeldbefreiung für die Militärkinder. Nach Mitteilung der Militärbehörde können während des Krieges wie den Mannschaften des Friedensstandes so auch den zum aktiven Dienst eingezogenen Mannschaften — vom Feldwebel abwärts — des Beurlaubtenstandes und des Landsturms und den freiwillig ins Heer eingetrrtenen Mannschaften ohne Nachweis der Bedürftigkeit mit rückwirkender Kraft Beihilfen zur Zahlung des Schulgeldes für ihre schulpflichtigen Kinder, soweit sie die Volksschule besuchen, ganz und, soweit sie Höhere Lehranstalten besuchen, bis zu einem von der Militärbehörde bestimmten Betrag gewährt werden. Gesuche um Gewährung der Beihilfe sind spätestens bis 1. April 1915 bei dem für den Aufenthaltsort der Schulkinder zuständigen Königlichen Bezirkskommando einzureichen. Den Gesuchen find die Forderungszettrl beziehungsweise Schulgeldquittungen, die Schulzeugnisse des letzten Jahres,. die Geburtsurkunden, die Tauf- und die Impfscheine beizufügen. Die Schriftstücke mit Ausnahme sder Quittungen werden von dem König!. Bezirkskommando wieder zurück- gegeben werden. ff* Sinsheim, 19. März. Am Sonntag den 21. d. Mts. wird Frau Oberförster Philipp aus Pforzheim auf Veranlassung des kath. Frauenbundes nachmittags 3 Uhr im „Lamm" in Steinsfurt und abends 8 Uhr im Löwensaal hier in Sinsheim einen öffentlichen Vortrag halten über „Die deutsche Frau im Kampf mit der englischen Aushungerungspolitik". Frau Oberförster Philipp nahm an dem ersten Berliner Kriegslehrgang, der vom 18—23 Januar mit Unterstützung der Regierung von einer Reihe von Frauenverbänden veranstaltet wurde, teil. Sie wird namentlich praktische Winke erteilen um zu zeigen, wie aus den staatlichen und kommunalen Zwangsmaßregeln für das allgemeine Wohl Segen erwachsen kann. Alle Mitglieder des katholischen Frauenbundes, sowie alle der Sache Interesse entgegenbringenden Frauen und Herren find zu dem Vortrag freundlichst eingeladen. )( Sinsheim, 19. März. Bei der wieder begonnenen Zeit des Froschfanges seien die gegen mißbräuchliche Ausübung desselben erlaffenen strafgesetzlichen Bestimmungen erneut in Erinnerung gebracht. Verboten ist der Fang von Fröschen zur Nachtzeit (1 Stunde nach Sonnenuntergang bis 1 Stunde vor Sonnenausgang), der Fang von Fröschen durch Kinder unter 14 Jahren, die Benützung von Rechen als Fanggerät rc. Die Beine dürfen erst vom Rumpfe getrennt werden, nachdem die Frösche durch kräftigen Schlag auf den Kopf getötet sind. Zuwiderhandlungen werden an Geld bis zu 50 Mk. oder mit Haft bis zu 8 Tagen bestraft. Im übrigen soll wiederholt daran erinnert werden, daß die Frösche als unermüdliche Vertilger lästiger und schädlicher Insekten sich im Haushalte der Natur als äußerst nützliche Geschöpfe erweisen und schon aus diesem Grunde auf größtmöglichste Schonung Anspruch machen. * Eschelbrou«, 17.-März. Der Unteroffizier Oskar Hunkele von hier wurde für seine Tapferkeit vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — AuS Baden, 18. März. Die Volksernährung im Kriege. Das Ministerium des Kultus und Unterrichts hat an die Direktionen und Lehrer der Höheren Lehranstalten und an die Schulbehörden und Lehrer der Volksschulen eine Tabelle gelangen laffen, die in anschaulicher Weise Aufschluß gibt über den jährlichen Nahrungs- ver brauch im Deutschen Reich, sowie über die inländische Erzeugung und die Einfuhr und Ausfuhr von Nährstoffen. Die Tabelle bietet dem Lehrer ein geeignetes Hilfsmittel für seine Aufgabe, die durch den Krieg so bedeutungsvoll gewordene Frage der Volksernährung, sowie die Möglichkeit und Notwendigkeit einer zweckmäßigen Lösung derselben in anschaulicher Weise in der Schule wie unter der Bevölkerung zu behandeln. Die der Tab-lle beigefügten Zahlenangaben laffen sich auch im Rechenunterricht nutzbringend verwenden. de. Heidelberg. 17. März. Das Dienstmädchen einer hiefigen Profefforenfamilie hat 100 0 Mk. Kriegsanleihe gezeichnet. de. Ältlußheim, 18. März. Auf dem Bahnhof Reu- lußheim wurden gestern nachmittag zwei hiesige Einwohner von der Gendarmerie verhaftet, weil sie auf dem Jn- sultheimer Hof unter erschwerten Umständen eine größere Partie Kartoffeln gestohlen hatten. Ein dritter Teilnehmer an dem Raubzug hat sich heute morgen beim Amtsgericht Schwetzingen freiwillig gestellt. de. GküuwetterSbach, 17. März. Gestern vormittag stürzte infolge Erdrutsches die Scheune des Landwirts Ernst Wacker ein. Dessen 18 Jahre alter Sohn, der sich in der Scheune befand, wurde gelötet. de. Karlsruhe, 17. März. Der Familienmörde'r Hans Poth aus Pforzheim ist dieser Tage im Krankenhause hier gestorben. Wie noch erinnerlich, hatte der in Pforzheim wohnhafte 30jährige Kaufmann Hans Porh vor 2 Monaten seine Frau und seine beiden Kinder getötet und stch einige Tage nachher in Mannheim, wo er verhaftet wurde, schwere Verletzungen durch einen Rrvoloer- schuß in die Schläfe beigebracht. Hausfrauen! Schränkt Euren Mehrverbrauch «ach Möglichkeit ein! verschiedenes. Ein neues Mittel gegen Ungeziefer. Wien, 16. März. Dem Vorstand des chemischen Laboratoriums der Gesellschaft zur Bekämpfung der Krebskrankheit, Professor Sigm. Fränkel, ist, wie er in der letzten Sitzung der Gesellschaft der Aerzte demonstrierte, durch einen Zufall die Entdeckung eines neuen wirksamen Mittels gegen den Flecktyphus gelungen, das an Wirksamkeit die bisher angewendeten Mittel weit üb.-rtrifft. Bei Versuchen verwechselte der Laboratoriumsdienrr Anisöl mit Anisol (Phenylmethyläther) und durch den Fehler dieses Dieners wurde im Anisol ein Mittel entdeckt, welches bereits auf eine Entferung von sechs Zentimeter die Läuse tötet. Fränkel hat das Mittel sofort der Militärverwaltung überlassen und gegenwärtig wird an der massenhaften Herstellung des Anisols gearbeitet. Auch der deutschen Militärverwaltung wurde das Mittel sofort zur Verfügung gestellt. Briefkasten. H. B. in E. Wir haben keine Ziehungsliste der fraglichen Lotterie und können deshalb keine Auskunft geben. Büchel — Sinsheim, 16. März. Ein lehrreiches Büchlein, „W a S der Krieg unsre Schulkinder lehrt", erschien dieser Tage beim Evangelischen Verlag in Heidelberg. Sein Verfasser ist r hiesige Ortsgeistliche, Herr Stadtpfarrer W. Eisen. Kurz gefaßt und anschaulich werden unseren Kindern an der Hand von Erlebnissen unsrer Zeit die hohen Tugenden deutschen Wesens und deutscher Art klargelegt. Ein Beispiel sei daraus entnommen: „Auf etwas, liebe Kinder, worüber der Onkel sich sehr gefreut hat, will er euch aufmerksam machen. Wenn ihr die in das Feld ziehenden Männer genau angesehen habt, so ist es euch doch gewiß auch zu eurer Freude ausgefallen, daß sie von oben bis unten, vom Scheitel bis zur Sohle blitzsauber waren. Die Stiefel gewichst, die Knöpfe blank, die Kleider gebürstet. Auch gewaschen und gekämmt find sie gewesen. Und hatten nicht auch die Pferde schwarz-glänzende Stiefel an, konntet ihr an den Kanonen und Wagen auch nur einen Spritzer Schmutz bemerken? „Deutsche Sauberkeit" hat unter den Völkern der Erde einen guten Ruf. Ein unschätzbares Gut! Wie wertvoll die Sauberkeit ist, das zeigt stch ja anr besten bei der Verwundetenpflege. Unsauberkeit ist der größte Feind jeder Verwundung; Eiter, Wundfieber, lange Krankheit und sehr oft der Tod find die Folge. Und dann, wer mag einen Schmutzfinken gern? — Oft aber kommt man in Schulklassen und findet Kinder, deren Schuhe eine ganze Woche nicht geputzt find, die ungekämmt und ungewaschenen die Schule laufen, an deren Kleidern der Straßen- und Stallschmutz klebt. Das ist eines deutschen Kindes unwürdig. Bürsten, Kämme, Seife st id in jedem Hause, und Wasser kostet nichts. Soviel Zeit vor Schulanfang ist auch, daß man stch waschen und seine Kleider in Ordnung bringen kann. Oder haltet ihr es für besonders ehrenvoll, wenn euch euer Herr Lehrer oder Herr Pfarrer — der Onkel tut das immer, auch wenn Eltern und K nder deshalb schelten — an den nächsten Brunnen schicken, um schmutz ge Hände oder auch Schuhe zu waschen? Wäre das dem Onkel in der Schule vorgekommen, er wäre sehr unglücklich gewesen und hätte stch entsetzlich geschämt. So gewöhut euch von früh auf an Sauberkeit, seid eurem Erzieher dankbar dafür. Sauberkeit erweckt bei den Menschen Wohlgefallen und behütet vor langer Krankheit, oft auch vor dem Tode." In diesem warmen und doch ernsten Ton werden die verschiedenen deutschen Tugenden: Pünktlichkeit, Ordnungsstnn, Pflichthewußtsein, Gehorsam und Zucht, Kameradschaftlichkeit, Treue und Begeisterung, Wahrhaftigkeit, Nächstenliebe, Menschlichkeit, Frömmigkeit und Glaubensinnigkeit geschildert, le hrreich nicht nur für unsre Kleinen und für unser heranwachsendes ® eschlecht, lehrreich auch für alle jene, die wenn auch erwachsen es immer noch notwendig hätten, in diesen Tugenden zu wachsen. Das Büchlein eignet sich in besonderer Weise als kleine, inhaltsreiche Gabe für unsere der Schule zu entlassenden Kinder und sollte von Schulbehörden und Lehrern in ausgiebigster Weife verteilt werd en; der geringe Preis (1 Stück 10 Pfg.; 50 Stück 3 Mk.: 100 Stück 5.50 Mk.; 500 Stück 25 Mk.; 1000 Stück 45 Mk.) wöge dem Büchlein weiteste Verbreitung verschaffen; es ist zu beziehen durch den Evang. Verlag in Heidelberg. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, 21. März 1915. (Judica) V 2 IO Uhr Confirmation: Stadtpfarrer Eisen. Bibelkollekte. Christenlehre fällt aus. Marktberichte. Biehmarkt Mannheim, 15. März 1915. Preise per 50 Kilo. Lebendgewicht Mk. Schlachtgewicht Mk. Ochsen(vollfleischig) höchst 4—7 Jahrealt 52-54 96—100 „ (maßrg genährte). 48—49 88—90 Farren (vollfleischige). 48-52 88-92 „ mäßig genährte. 44—46 78—82 Kühe und Rinder (vollffeischige) . . 51-53 98—102 „ „ (mäßig genährte) . 34—36 70—76 Kälber (Vollmastk.). 00—00 00—00 „ (mittlere Mastk.) ...... 60—63 100—105 Schafe (jüngere Masthammel) . . . 00-00 00—00 „ (mäßig genährte). 35—40 70—80 Schweine (vollfleischige) ..... 78-80 100—102 „ (gering entwickelte) . . . 00—00 00—00 Ziegen. 10-24 00—00 Kälber M0, Schafe49 Schweine 1362,Ziegen 19. Der Hände mit Großvieh mittelmäßig mit Kälbern lebhaft, mit Schwein« ruhig, wrt Arbeit-- und Schlachtpferden null «mäßig. Nr. 34. Telephon Nr. II. Der Landbote # StuSheimer Zeitung. Samstag. 20. März 1915 ichorieu-Aufiau. In einigen Gemeinden unserer Anbaugebiete besteht die Meinung, daß zugunsten der Kartoffel- und Getreidepflanzungen Heuer weniger Zichorien angebaut werden dürfen. Eine derartige Absicht besteht nicht und kann nicht bestehen, denn eine Einschränkung des Zichorienbaues würde eine Einschränkung der Fabrikation bedeuten. Zichorienfabrikate sind aber zu Kriegszeiten mehr denn je gefragt, denn wenn gespart werden muß, greift man erst recht nach dem beliebten, billigsten und dabei durch seine Milchzutat nahrhaften, bekömmlichen und gesunden Volkskaffee. Eine Einschränkung des Kaffeeverbrauchs würde nur einen vermehrten Verbrauch der Suppen Hervorrufen. Dadurch wäre jedoch ein erhöhter Bedarf von Mehl herbeigeführt, was durchaus nicht im Sinne der neuesten Verordnungen sein kann und unter allen Umständen zu vermeiden ist. Auf die vielfach an uns gerichteten Anfragen geben wir noch bekannt, daß bei unseren Darranstalten in Ludwigsburg, Marbach, Großgartach, Eppingen und Breiten sowohl, als auch bei den seit Jahren bekannten Samen-Ausgabestellen, weitere Akkorde zum Zichorien-Anbau, noch geschlossen werden können. Heinrich Franck Söhne G. m. b. H. Lu-mgsburg. Amtliche Bekanntmachung. In dem Gehöfte des Ernst Räuchle in Untcrgimpcrn ist die Maul- und Kla uenseuche auSgebrocken. Das verseuchte Gehöft wurde im Sinne der §§ 161 ff. der Ausführungsbestimmungen zum Reichsvichseuchengesetz als Sperrbezirk und der übrige Teil der Gemeinde Untergimpern als Beobachtungsgebiet im Sinne der 88 165 ff. der Ausführungsbestimmungen erklärt. Sinsheim, den 18. März 1915. Großh. Bezirksamt. Bekanntmachung. Landwirte und B-sitzer von Grundstücken, welchen es infolge durch den Krieg hervorgerufener Verhältnisse und infolge Mangels an Arbeitskräften nicht möglich ist, dir Frühjahrsbestellung ihrer Felder vorzunehmen, werden ersucht, alsbald uns ihren Bedarf an Arbeitskräften und die Dauer der voraussichtlichen Beschäftigung sowie die Art der erforderlichen Arbeiten mitzuteilen. Auf Wunsch werden Formulare zur Ausfüllung übersandt. Gleichzeitig werden alle Personen, welchen es möglich ist, sich für landwirtschaftliche Arbeiten zur Verfügung zu stellen, gebeten, ihren Namen dem städt. Arbeitsamte unter Angabe der verfügbaren Zeit und der Lohnansprüche mitzuteilen. Städt. Arbeitsamt Bruchsal Friedrichstraße 60 — Eingang Wörthstraße. Brennholz Berfteigeruug des Gr. Forstamts Neckargemünd, Donnerstag, de« 25 . März 1915, morgens 10 Uhr in der Linde in Mückenloch aus Domänenwalddistrikt V „Neckarberge", Abt. 11 bis 16 mit Borgfrist bis 1. November 191a: 143 Ster Laub- und Nadel Scheitholz II. und III. Kl., 357 Ster Laub- und Nadel-Prügelholz II. Kl. Los Ne. 227—420; 5045 Laubund Nadel-Normalwellen Los 56 bis 121 sowie 7 Lose Schlagraum. Forstwart Götz in Mückenloch zeigt das Holz vor. Die Samenhandlung von I. v. Hanse« empfiehlt alle Sämereien in bester keimfähiger Ware und allerbesten erprobten Sorten, Lattichsalat usw., Steckzwiebeln (selbstgezogene Sorten.) Pferdeversteigernng. Die Badische Landwirtschafiskammer veranstaltet am Montag, de« 22 . März, nachmittags 2 Uhr in Wiesloch eine Versteigerung, von 15 tragende» Stnten und ca 20 kriegs- «ubr auchbare« Pferden. Die Stuten werden auf dem Wege der Versteigerung gegen Kautionsstellung leihweise abgegeben mit der Verpflichtung, daß sie spätestens 14 Wochen nach dem Abfohlen an die Militärverwaltung zurückgegeben werden müssen. Zugelasikn werden nur Landwirte, die durch eine bürgermeisteramtliche Bescheinigung Nachweisen, daß sie bei der Mobilmachung Pferde abgegeben haben und in ihrem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb Pferde dringend benötigen. Die Versteigerungs- und Kautionsbeträge sind bar zu bezahlen. Es bleibt Vorbehalten einen Teil der Zuchtpferde nur an Landwirte, welche Mitglied eines Pserdezuchtvereins sind und sich als solche ausweisen, abzugeben. Ernst Gooss, Karlsruhe Telefon 3633 Krenzetrasse 26 Grosses Lager in Holz- nnd Polstermöbeln. Lieferung ganzer Ansstattnngen n. einzelner Stücke. Linoleum: Stückware, abgepasste Teppiche nnd Läufer in allen Preislagen für ganze Bauten und einzelne Zimmer; ganz besonders vorteilhafte Partien. 0 M pilii Zur Genüge bekannt sind Kirsch’^!-Acker eggen welche sich vorzüglich bewährt, dauerhaft und infolge fachmänniger Ausführung fast unverwüstlich sind. Hunderte zur größten Zufriedenheit geliefert. Sämaschinen, Mähmaschinen, auch Ochsen- u. 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