Erscheint ffttatdtag, Donner-tag und Samstag. NdonnementS-PreiS ^ mit den Gratis - Beilagen Illustriertes Sonntagsblatt - und dem - Amtlich. Verkündigungsblatt durch die Post bezogen monatlich 37 Pfennig am Postschalter abgeholt, Mnch den Briefträger und unsere Agenten frei ins Haus gebracht monatlich 4b Pfg. er Bandbote Zeitung Elsenz- und Schwarzbachtal Omsheimer General-Anzeiger für das Aelteste und verbreitetste Zeitung dieser Gegend. Laupt-InsertionS-Organ. Anzeigen: Die einspaltige Garmondzeil« oder deren Raum IS Pfg. Reklamen 40 Pfg. (Petitzeile) Schluß d. Anzeigenannahme für größere Anzeigen Tags zuvor 4 Uhr nachm. Redaktionsschluß S Uhr vormittags. Bei schriftlichen Anfragen ist Freimarke für Antwort - beizufügen. - Telephon Rr. 1L JK 59. Italien am Scheidewege. Die Kriegshetzer in Italien haben einen Erfolg zu verzeichnen. Es ist ihnen gelungen, einen solchen Grad von Einschüchterung zu verbreiten, daß der König keinen Politiker mehr fand, der es gewagt hätte, im gegenwärtigen Augenblick Salandras Nachfolger zu werden. Vielleicht ist Salandra-Sonninos Erbe auch mit Verpflichtungen belastet, die abschreckten. Und so hat der König die Folge daraus gezogen, vielleicht ziehen müssen, das Rücktrittsgesuch des Kabinetts Salandra abzulehnen, das Ministerium in seinem Amte zu bestätigen. Dabei gehört es zu den Kennzeichen der Lage, daß von der öffentlichen Meinung Italiens das Ministerium Salandra ohne weiteres — Krieg gesetzt wird. Das war eigentlich nicht von allem Anfang so, ist aber im Lauf der Zeit so geworden, vor allem seit San Giuliano ausgeschieden war. Ursprünglich wollten Salandra-Son- nino wohl ohne Krieg Profite einheimsen. Aber die kriegshetzerische Bewegung wird ihnen als außeramtliches Druckmittel willkommen und sie ließen ste so lange und so schrankenlos gewähren, bis ste ihnen über den Kopf wuchs. Heute haben Salandra-Sonnino ihre Befehle aus den Fäusten dieser Hrlden der Straße entgegenzunehmen. Die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens mit Italien war schon lange nicht mehr groß. Salandras Rücktrittsgesuch schien sie wieder etwas zu beleben, aber der Leser erinnert stch, daß an dieser Stelle sofort vor Ueberschätzung der neu sich geltend machenden Einflüsse der Reutralitätsfreunde gewarnt wurde. Nun ist auch diese Episode vorüber, die Dinge stehen wieder, wo ste vorher standen, die Kriegsgefahr ist wieder die alte, nur verschärft durch den erfolgstollen Uebermut der Hetzer und ihrer Hintermänner in den Botschaften des Dreiverbands, gesteigert durch die festere Stellung des Ministeriums. Ob nun eine förmliche Entscheidung des Parlaments am 20. 2Kat noch abgewartet werden wird, erscheint zweifelhaft. Wie man annimmt, lag der Grund von Salandras Rücklrittsgesuch in einer Berechnung der Kriegs- und Friedensstimmen im Parlament; eine Abstimmung hätte, sagt man, eine Mehrheit für den Frieden ergeben. Wäre das richtig, dann müßte Salandra jetzt diese Abstimmung zu vermeiden suchen, das Parlament vor eine vollzogene Tatsache stellen. Aber vielleicht hätte Salandra die Abstimmung heute auch nicht mehr so zu fürchten, wie vor 4 Tagen, nachdem sich gezeigt hat, welch eine Macht der Terrorismus der Gasse bereits geworden. Wie dem sein mag, mit oder ohne förmliche Abstimmung hat das Ministerium Salandra jetzt die Entscheidung in der Hand. Italien wird mit aller Gewalt auf einen furchtbaren Krieg zugeschoben, den es in einer dazu denkbar ungeeigneten, inneren Zwiespältigkeit beginnen soll. Es sind nicht Italiens Freunde, die sich so an ihm versündigen. Uns aber bleibt nichts, als di« Entscheidung in aller Ruhe abwarten. Der Wächter. Humoristischer Roman von Archibald Eyre. Frei bearbeitet von Helmut tan Mor. 37 (Nachdruck verboten.) „Kannst du mich Lieben? — Nein, es ist unmöglich, ich weiß es ja-Aber heirate keinen Mann, den du nicht liebst-Laß mir Zeit, dich zu gewinnen — vielleicht lernst du es doch, mich zu lieben. Aber gib den Gedanken an diese schreckliche Heirat auf. Wenn es auch nur um meinetwillen wäre — gib ihn auf. Ich kann den Gedanken daran nicht ertragen. Rita — liebe Rita-" „Bitte, laß meine Hände los." Ich gab die eine frei und hielt die andere nur umso fester. Sie weinte leise. „Ich kann es dir nicht sagen, wie ich dich liebe, Rita. Aber mein Leben lang will ich nichts als dein Diener sein. Du magst mit mir machen, was du willst. Ich will für dich sorgen, will alles Leid von dir sernhalten — Laß mich nur das tun, nur das, und ich will es zufrieden sein. Nur gehe nicht von mir, gehe nicht allein, wohin ich dir nicht folgen kann, in eine fremde Welt-Ich bitte ja so wenig. Glaube nicht, daß ich zuviel fordere. Ich weiß ja, daß du mich nicht lieben kannst, und ich bettele ja auch nicht um Liebe-Nur erlauben sollst du mir, dich zu lieben, dich zu beschützen-Nimm mir nur das nicht, nur dies Recht nicht!" Sie entzog mir ihre Hand. „So leid — so leid inst du mir, Oswald," flüsterte sie, und die Tränen zitterten an ihren Wimpern. „Ich habe es — manchmal — geahnt, daß du — mich liebst. Aber ich glaubte nicht-Oswald, Oswald, wie hast du das tun können?" Es klang wie ein Aufschrei. „Aber du wirst es überwinden — bald überwinden. Tu darfst es nicht so groß in dir werden lassen. Glaube mir doch, daß ich deiner Liebe nicht würdig bin. Tein ehrenhaftes, reines Herr würde sich von mir wenden, wenn du alles Donnerstag, den 20. Mai 1(91(5. Deutsches Reich. bc. Schwetzingen, 17. Mai. Am Samstag trafen der Großherzoz und die Großherzogin, die Großherzogin Luise, die Königin von Schweden mit ihrem Neffen, sowie die beiden Kinder des Prinzen Max zum Besuch des Schloßgartens gegen 1 /a 5 Uhr mit dem Auto hier ein und wurden durch den Großh. Amtsvorstand Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Asal empfangen. Die Fürstlichkeiten machten eine Rundfahrt durch den Schloßgarten und besuchten später die Verwundeten in den Lazaretten. Karlsruhe, 18. Mai. Der Großh erzog und die Großherzogin und die Großherzogin Luise wohnten heute mittag 12 Uhr der Beisetzungsfeier für den verewigten früheren Oberhofmeister von Stabe! an. — Nachmittags verabschiedete der Großherzog einen Ersatztransport bei der Kriegsrampe. Amerika und Deutschland. Köln, 18. Mai. Die Note, welche die Vereinigten Staaten von Amerika an die deutsche Regierung über unseren Tauchbootkrieg gerichtet haben, wird, das sind wir gewiß, von unserer Regierung die Antwort erhalten, die sie verdient. Nach Inhalt und Sprache scheint sie uns eine Fortsetzung der unneutralen Haltung, welche die amerikanische Regierung gegen Deutschland in steigendem Maße eingenommen hatte. Es ist darum zu verstehen, daß die Note den lebhaften Beifall der Feinde Deutschlands erhält. Das dürfte aber auch ihr einziger Erfolg sein, denn wir nehmen nicht an, daß sie die deutsche Kriegführung auch nur um emen Zoll von der Bahn abbringen wird, welche die deutsche Regierung nach reiflicher Ueberlegung als Notwendigkeit erkannt und eingeschlagen hat. Der Dreibundvertrag'noch nicht gekündigt. Berlin, 17. Mai. Mit Bezug auf die durch die Presse gehenden Mitteilungen, Italien habe den Dreibundvertrag gekündigt, kann die Telegraphen-Union feststellen, daß in Berlin eine solche Kündigung oder etwas, was einer solchen gleichsehe, bis jetzt nicht erfolgt ist. Ob in Wien anders geartete Mitteilungen vorliegen, ist nicht bekannt.— Im übrigen wäre die Kündigung nur noch Formsache, da er in Wirklichkeit doch nicht mehr besteht. Die Anerbietungen Oesterreich-Ungarn- an Italien. Berlin, 18. Mai. In letzter Stunde hat stch der Kanzler doch noch entschlossen, heute das Wort zu nehmen. Auf diese Entschließung hat die Rede des Grafen Tisza eingewnkt. Der Reichstag beginnt infolgedeffen mit einer */-stündigen Verspätung. Nach den üblichen Formaliiäten nimmt der Kanzler das Wort zu folgender Rede: „Meine Herren! Sie haben gelesen, daß die Beziehungen wutzteit. tiiemr, iut)er jjsimuo — wie tun on nur iew I" „Nur Milnid' hast du für mich?" stammelte ich. „Ja doch — ja ich glaube, ich habe dich lieb." Hoch jubelte es auf iu meiner Seele. Und ich streckte die Arme aus. „Rita! i)?tta!" Aber sie entzog sich mir. „Nicht so — nicht so, Oswald. Wie eine Schwester — nein, nicht wie eine Schwester. Wie eine Mutter —“ Meine Arme sanken herab. „Nein doch, nicht wie eine Mutter-aber nicht so,» wie du es wünschest. Ich weiß nicht, wie ich eS be- zcichnen soll — es ist unmöglich. Du würdest lachen, wenn ich es dir sagen wollte-nein, nein, tu würdest nicht lachen. Aber du würdest mich auch nicht heiraten." „Nichts würde mich verhindern, dich zu heiraten — nichts, als dein Wille." Sie sah mich an. „Doch — dein ehrenhafter Sinn würde dich daran verhindern." „Ich r erstehe dicht nicht." «Ich will auch nichts daß du mich verstehst." „Mein ehrenhafter «inn! — Meinst du, daß ich Wilhelms wegen Skrupel habe? Nein — nein! Er hat kein Recht auf dich — er nicht! Wenn du alles wüßtest —* „Du meinst das Geld, was du ihm bezahlen sollst? — Ich weiß es. Verletzt dich meine Kenntnis?" Ja doch — sie verletzte mich tief. Ich glaubte immer, er hätte es vor ihr geheim gehalten. Und ich schwieg. „Du siehst, Oswald, wir beide sind durch ein mächtiges Schicksal voneinander getrennt. _ Du bist so ehrenhaft und so gut. Und ich bin doppelzüngig und schlecht. Vielleicht nicht so schlecht, wie du in diesem Augenblick denken magst — für dich jedoch nicht gut genug. Das Geld ist nur ein Darlehen — es wird bis auf den letzten Pfennig zurückgezahlt werden." „Er hat dir das gesagt?" fragte ich zornig. «Nein — das sage ich. Und du schenkst meinen Worten vielleicht mehr Glauben wie den seinen. — Aber nicht über 76. Jahrgang. zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien stch in letzter Zeit scharf zugespitzt haben. Aus der Rede Tisza's werden Sie entnommen haben, daß das österreichische Kabinett, um den Frieden dauernd zu sichern, sich zu weitgehenden Konzeffionen territorialer Art entschloffen hat, nämlich zu folgenden: 1. Der Teil von Tirol, der von Italienern bewohnt ist, wird an Italien abgetreten. 2. Ebenso das westliche Ufer des Jsonzo, soweit die Bevölkerung rein italienisch ist und die Stadt Gradiska. 3. Triest soll zur freien Stadt gemacht werden, eine den italienischen Charakter der Stadt sichernde Stadtverwaltung und eine italienische Universität erhalten. 4. Die italienische Souveränität in Walona und die dazu gehörende Interessensphäre soll anerkannt werden. 5. Oesterreich erklärt seine politische Uninteressiertheit hinstchtlich Albaniens. 6.^ Die nationalen Interessen der italienischen Staatsangehörigen in Oesterreich-Ungarn werden besonders berücksichtigt. ^7. Oesterreich-Ungarn erläßt eine Amnestie für militärische und politische Verbrechen, die aus den abgetretenen Bezirken stammen. 8. Wohlwollende Berücksichtigung von weiteren Wünschen Italiens über die Gesamtheit der das Abkommen bildenden Fragen wird zugesichert. 9. Oesterreich-Ungarn wird nach Abschluß des Vertrages eine feierliche Erklärung über die Abtretung abgeben. 10. Eine gemischte Kommiffion zur Regelung der Einzelheiten der Abtretungen wird eingesetzt. 11. Nach Abschluß des Abkommens sollen die Soldaten der österreichisch-ungarischen Armeen, die aus den besetzten Gebieten stammen, nicht mehr an den Kämpfen teilnehmen. (Lebhaftes Hört I Hört I) Der Kanzler fuhr dann fort: Ich kann weiter hinzufügen, daß Deutschland, um die Verständigung zwischen beiden Bundesgenossen zu fördern und zu festigen, dem römischen Kabinett gegenüber im Einverständnis mit dem Wiener die volle Garantie für die loyale Ausführung der Bedingungen ausdrücklich zugestchert hat. (Lebhaftes Hört! Hört I) Oesterreich-Ungarn und Deutschland haben hiermit einen Entschluß gefaßt, der, wenn er zum Ziele führt, nach meiner festen Ueberzeuguno, auf die Dauer von der überwältigenden Mehrheit der Nationen gutgeheißen wird. (Lebhafter Beifall.) Mit seinem Parlament steht das italienische Volk vor der freien Entschließung, ob es die Erfüllung alter nationaler Hoffnungen auf friedlichem Wege erreichen will, oder ob es das Land in den Krieg stürzen und gegen die Bundesgenoffen von gestern und heute das Schwert ziehen will. (Lebhaftes Hört! Hört!) Ich kann die Hoffnung nicht ganz aufgeben, daß die Wagschale des Friedens schwerer sein wird, als die des Krieges. Wie stch aber auch Italien entscheiden möge, in Gemeinschaft mit Oesterreich Ungarn haben wir alles im Bereiche der Möglichkeit liegende getan, um rin Bundesvrrhältnis zu stützen, das im deutschen Volke tiefe Wurzeln gefaßt hat und das den drei Reichen Nutzen und Gutes gebracht hat. Wird der Bund von einem Partner zerrissen, so werden wir in diese Dinge wollen wir sprechen. Wir wollen üverhaupr nicht mehr über das alles reden. Komm, Oswald — laß uns vergessen, was jetzt zwischen uns vorgefallen ist. Morgen werden wir voneinander scheiden — wahrscheinlich — um uns niemals wiederzusehen. Aber ich werde oft, oft an dich denken, — Oswald, mein Bruder — nein, mehr als mein Bruder. Und du darfst mich nicht vergessen, Oswald. Räume mir einen Winkel in deinem Herzen ein — und da laß mich ruhig leben. Vergeffen sollst du mich nicht." „Daß ich niemals eine andere werde lieben können wie dich — muß ich es dir wirklich erst sagen? — Wie kannst du von Vergessen sprechen?" sagte ich ernst und großartig. Dann aber überwältigte mich von neuem das Bewußtsein dessen, was ich verlieren sollte, und in wilder, leidenschaftlicher Qual schrie ich auf: „Rita — Rita — vertäfle mich doch nicht! — Ich kann ja nicht leben ohne dich!" „Ruhig, mein lieber, lieber Oswald!" flüsterte sie. Und für einen Augenblick — für eine winzige Spanne Zeit fühlte ich ihre weichen Lippen aus meiner Stirn. Dann stand sie auf. «Wie sehr wünsche ich, daß das nicht geschehen wäre I" sagte sie leise. „Komm nun — und bringe mich nach Haus." Aber ich konnte nicht aufstehen. Schwer schlug mein Kopf auf den Stein der Bank — auf die Stelle, da ste gesessen hatte. In diesem Augenblick ging mir die Welt unter. Ihre Hand auf meinem Kopf, stand sie noch einen Augenblick — dann hörte ich das leise Rauschen ihres Kleides, und still — still wurde es Um mich her. 16. „Rita wünscht auf ihrem Zimmer zu frühstücken," sagte die Prinzessin am nächsten Morgen. „Sie hat Kopf, schmerzen — und Sie sehen auch nicht gerade aus, als wenn Sie sich sehr wohl fühlten. Ich weiß nicht, wie das kommt. Mir gefällt es ausgezeichnet hier — und Jlnnte mackte fo aeben Sie mir den Nr. SS. Telephon Nr. 11. Der Landbote * SirrSheimer Zeitung. Donnerstag, 20. Mai 1915. deren Verlauf die halbamtliche Agencia Stefanie hartnäckig stillfchw eigt. Reservisten gegen den Krieg. Mailand, 14. Mai. Der Avanti bringt mehrere Spalten von Nachrichten über die Abreise der zu den Fahnen berufenen Reservisten aus ihren Heimatorten. Am Bahnhofe beteiligten sich die Reservisten an den Kundgebungen gegen den Krieg. In vielen Orten haben die Frauen die Initiative zu solchen Kundgebungen ergriffen. Lugano, 17. Mai. Es besteht heute kaum noch Hoffnung auf Erhaltung des Friedens zwischen Italien und seinen Verbündeten. Der gestrige Artikel der Stampa kündigte schon die Auflösung der neutralistischen Mehrheit der Kammer an. Der letzte Versuch Giolittis ist zu einer Episode geworden. Die Bevölkerung der Hauptstadt ist vom Kriegstaumel ergriffen, der keinen Widerstand mehr findet. Auf der Piazza Quirinale und auf der Piazza del Popolo fanden große improvifierte Volksversammlungen statt, in denen von Kriegsbegeistervng durchglühte Reden auch von Priestern gehalten wurden. Der Ministerrat. Rom, 17. Mai. Meldung der Agenzia Stefani: Der Ministerrat beschäftigte sich mit den Mitteilungen, die er in der Kammer am Donnerstag machen wird. — Wie aus Lugano gemeldet wird, wird das Kabinett in unveränderter Form vor die Kammer treten, die am 20. Mai zusammentritt. Eine Vertagung ist ausgeschlossen. Eine Anspielung der Tribuna auf die Berufung des Kron- rats behufs Prüfung angeblicher Abmachungen mit dem Dreiverband wird von dem Corriere della Sera unwillig abgewiesen. Die Zdea Nazionale greift heftig den Generaladjutanten Bru saii an, weil dieser freimütig für Giolittis Standpunkt eintritt und die bindenden Abmachungen mit dem Dreiverband bestreitet, die die Unterschriften Sonninos und Salandras, aber nicht die des Königs tragen könnten. Brusati habe ferner warnend auf die Bereitschaft von 1200000 Deutschen außer den österreichischen Truppen hingewiesen und all die Kriegsschreier als in der Mehrzahl umstürzlerisch und antimonarchisch bezeichnet. Die Sozialisten gegen eine Beteiligung am Kriege. Lugano, 18. Mai. Der gestern in Bologna zusammengetretene Sozialistenkongreß protestierte in einer Resolution in schärfster Form gegen jede Beteiligung Italiens am Kriege. Er brandmarkt die Haltung der Regierung als antikonstitutionell und fordert das Proletariat auf, mit allen Kräften sich dem Kriege entgegenzustemmen. Der Kongreß ordnet an, daß am Vorabend der Kammersitzung Protestversammlungen in ganz Italien abgehalten werden sollen. Das Proletariat in Turin erklärt den Generalstreik zum Protest gegen den Krieg. Aus vielen Städten wird fortdauernde Agitation unter den Reservisten gemeldet. Bezeichnend war, daß in Como 150 Reservisten trotz Einschreitens der Offiziere unter den Rufen „Nieder der Krieg!" ein Krirgsmeeting sprengten. Ein Aufruf an das italienische Volk. Mailand, 17. Mai. Den Zustand der italienischen Presse kennzeichnet folgender Aufruf an das italienische Volk, den „Popolo D'Jtalia" am Sonntag in Hunderttäusenden von Exemplaren verteilen ließ: „1. Der Dreibundvertrag wurde am 4. Mai gekündigt. 2. Am 15. April wurde ein Kriegsabkommen mit dem Dreiverbände abgeschloflen, wonach Italien sich verpflichtet, Oesterreich-Ungarn bis zum 24. Mai anzugreifen. 3. Dieses Abkommen garantiert Italien die Befreiung aller unerlösten Gebie»e, die Herrschaft in der Adria und große Kompensationen in Asten und Afrika. 4. Es wurde bereits zur Ausführung dieses Planes geschritten, da Offiziere des italienischen Generalstabes stch für eine einheitliche militärische Aktion in Paris und London betätigt haben. Folglich war Giolitti, der dies alles wußte, von Bülow bezahlt. Er versuchte, das Vaterland zu verraten und Oesterreich auszuliefern. Angesichts der Majestät des italienischen Volkes beschuldigen wir Giolitti des Hochverrats und überweisen ihn der Verachtung und der öffentlichen Rache. Evvia la Guerra!" Ein Handschreiben des Zaren an König Viktor Emanuel. Chiaffo, 18. Mai. Der „Corriere della Sera" berichtet aus Bukarest: Gestern abend ist ein Abgesandter des Zaren mit einem Handschreiben für den König von Italien auf der Reise von Petersburg nach Rom in Jassy eingetroffen. Der Krieg unvermeidlich. Chiaffo, 18. Mai. In der Kriegs presse zweifelt man angesichts des neuen Ministeriums Salandra nicht mehr, daß nun der Krieg unvermeidlich sei. „Messagero" kündigt schon an, daß am Bahnhof in Rom zwei Sonderzüge bereit stehen, um die Botschafter der Zentralmächte, Bülow und Macchio, über die Alpen zu bringen. Allgemein werde erwartet, daß die Kriegserklärung noch vor dem Zusammentritt der Kammer am 20. Mai'erfolgen werde. Holland. Die Gärung in Indien. Haag, 18. Mai. Aus Indien emgetroffme Briefe berichten von Mitte April, daß Anfang April die Verschiffung von 30 000 Mann indischer Truppen auf den europäischen Kriegsschauplatz erfolgen sollte. Wegen der fortgesetzten unruhigen Stimmung unter der mohammedanischen Bevölkerung mußte die Verschiffung unterbleiben. Nach den Erklärungen britischer Offiziere wird während des jetzigen Krieges überhaupt nicht mehr an die Verschiffung indischer Truppen gedacht werden können, weil eine Bewegung zur Entfaltung eines allgemeinen Ausstandes, die von vermögenden Arabern getrieben wird, trotz aller zu ihrer Unterdrückung getroffenen Maßnahmen immer weiier um stch greift. Eine bedeutende Anzahl englischer und französischer Kreuzer sollen in den indischen Gewässern zusammrngezogen sein. Portugal. Die Anarchie in Portugal. Liffabou, 16. Mai. Das Zeichen zum Aufstand wurde um halb 4 Uhr nachts durch drei Schüsse auf der Straße gegeben. Gegen 4 Uhr durchzogen Truppen die Straßen und feuerten auf die Ausständige». Die Zivilisten forderten die Truppen auf, stch der Ausstandsbewegung anzuschließen. Gegen Mittag war das Schießen allgemein. Alle Marinesoldaten schlossen sich der Aufstands bewtgung an. Alle Kriegssch iffe hißten die republikanische Flagge. Weiter wird berichtet, daß der Kreuzer „Adamator" das Zeichen zum Aufstand durch die Beschießung von Lissabon gab. Eine Kaserne wurde von Zivilpersonen unter den Rufen: „Es lebe die Republik!" gestürmt. Es gab viele Tote und Verwundete. Die republikanische Garde blieb der Regierung treu, besetzte die Straßen und die strategischen Punkte und zerstreute die Menge. Das Kriegsschiff „Vasco de Gama" verließ Lissabon in geheimer Regierungsmission. Die Garnison von Elvas sandte der Regierung Truppen nach Lissabon. In Portalegre wurde eine englische Korkenfabrik eingeäschert. In Oporto kam es ebenso zum Aufstand, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Die Kämpfe zwischen den aufständischen Truppen und den treugebliebenen Truppen Gemeinschaft mit hem anderen auch neuen Gefahren zuversichtlich und festen Mutes zu begegnen wissen! (Brausender sich immer wiederholender Beifall und minutenlanges Händeklatschen, an dem stch die Tribünen beteiligen.) Ausland. Die Kaöinettkrije in Statten. Ministerium Salandra. Rom, 16. Mai. Die „Agenzia Stefani" gibt bekannt: Der König hat die Demission des Ministeriums Salandra nicht angenommen. Infolgedessen bleibt das gesamte Ministerium auf dem Posten. — Die Nachricht, daß das gesamte Ministerium Salandra-Sonnino im Amte bleibt, ist natürlich geeignet, die in den letzten Tagen aufgetretene Meinung, daß Italien seine Neutralität weiterhin wahren werde, schwer zu erschüttern. Die weitere Entwicklung der Situation muß abgewartet werden, zumal da die Möglichkeit vorliegt, daß die Mehrheit des italienischen Parlaments.ein Machtwort spricht, welches den Bruch der Neutralität durch Italien doch noch verhindert. Inzwischen stnd wir auf Alles gefaßt und auf Alles vorbereitet. Die Krawalle in Italien. Rom, 17. Mai. Die Demonstrationen und Tumulte dauern an. Nach Verübung wüsten Unfugs gegen die friedensfreundlichen Blätter zog eine große Menge zur englischen Botschaft und stimmte Hochrufe auf das alliierte England an, worauf der englische Botschafter auf dem Balkon erschien und gnädigst dankte. Auch in den Kasernen fanden Kriegskundgebungen statt. Weitere Tumulte werden aus dem ganzen Lande gemeldet, zumal aus Florenz. In Rom beschlossen außer den Professoren-Kolle- gien der sämtlichen Hochschulen die Handelskammern, die vereinigten Eisenbahnervereine, Vereine der Postbeamten, der Rechtsanwälte und sämtliche Beamten-Kategorien die Zustimmung zum Kriege. Es gibt keine große oder kleine Stadt, wo nicht unter wilden Verwünschungen gegen Giolitti, Bülow und Deutschland wüste Ausschreitungen verübt und die deutschen Geschäfte angefallen werden. In Mailand tragen Männer und Frauen Kokarden. An mehreren Orten kam es zu erbitterten Zusammenstößen zwischen den Kriegshetzern und Neutralisten. So in Bologna und in Brescia. In Rom herrschen fast unhaltbare Zustände. Geschäfte, deren Inhaber einen deutschen Namen tragen, werden demoliert. Der Druck der Kriegsparteien. Lugano, 16. Mai. Der Avanti schreibt zur Kammereröffnung, die Kriegsparteien machten ungeheure Anstrengungen, um die Abgeordneten glauben zu machen, das ganze Land wolle den Krieg. Die Verschwörung der Presse sei auf der Höhe. Kriegerische Kundgebungen würden aufgebauscht zu großen Ereigniffen, umgekehrt aber neutralistische Gegenbewegungen gehemmt. D'Annunzio erklärte vor der Volksmenge, er selbst habe höhere Offiziere des italienischen Generalstabs nach Paris und London begleitet, um mit den dortigen Generalstabsoffizieren die Kricgspläne zu prüfen und sie mit denjenigen Italiens in Einklang zu bringen, hauptsächlich was die Dardanellen a »belange. 11000 sozialdemokratische Versammlungen gegen den Krieg. Zürich, 17. Mai. Dem Mailänder Avanti zufolge, haben am Samstag und Sonntag in Italien an 11000 von den Sozialisten ein berufene, stürmisch verlaufene Volksversammlungen gegen den Krieg stattgefunden, Ich tat, wie sie verlangte. „Annie sagt, daß ein richtiger Schotte niemals Zucker in seinen Tee tun würde — lieber stürbe er. Ihr Mann hat es auch niemals getan. Er nahm meistens Salz — ist das nicht schrecklich?" »Furchtbar," bestätigte ich zerstreut. „Uebrigens — da wir gerade davon sprechen — dieser Mac Cuddie-Mann hält heute im Rathaus von Obau einen Vorirag. Annie ist in großer Aufregung; ich stellte ihr frei, in die Stadt zu fahren, wenn sie Lust hätte. Ich werde inzwischen nach dem Rechten sehen. Ich glaube, ich kann kochen." Sie schüttelte ein bißchen zweifelhaft den Kopf. „Versucht habe ich's noch nie." Ich war mit meinen Gedanken so fern gewesen, daß ich einige Zeit brauchte, bis ihre Worte mir zum Verständnis kamen. „Wann will sie zurückkommen?" erkundigte ich mich. „Morgen früh — oder morgen abend. Eine Bekannte soll sie hier vertreten. Sie wohnt bei einer Nichte, die an einen städtischen Beamten verheiratet ist — der Stolz der Familie. Sie soll einen reizenden kleinen Jungen haben. Ach, das ist zuviel." Sie hatte sich fünf oder sechs Stück Zucker in ihren Tee getan, brachte sie nun mit eifrigem Löffeln wieder zum Vorschein und versenkte sie rn meine Tasse. „Sie kann nicht gehen," sagte ich kurz. „Wer? — Annie?" „Jawohl!" „Ich habe ihr gesagt, daß sie kann. Sre will ja doch jemanden schicken, der kocht und am Tage hier ist." „Es geht nicht." „Ich habe es ihr erlaubt." „Sie hatten eigentlich kein Recht dazu." „Nein, nein, aber sie bat mich, Sie zu bitten, und ich sagte ihr, daß ich es für sie auswirken würde. Lasten Sie doch die närrische Alte gehen." „Nein, nein, cs ist ganz unmöglich." Ich konnte ihr doch nicht sagen, daß Annie in der kommenden Nacht hier sein mußte, um die kleine Hoheit zu bewachen. «Gut, aut." saate die Prinzessin resigniert, „ich muß ihr auseinandersetzen, daß Sie ein grausamer, harter, unerbittlicher Mann sind, trotzdem Sie mein Bruder sind. Wenn ich ein Mann wäre, und ich hätte eine so reizende kleine Schwester, die mich um etwas bäte — ich könnte ihr's gewiß nicht abschlagen." Sie studierte tiefsinnig die Malereien an der Zimmerdecke. „Liebe Iß, wenn es irgend ginge, würde ich gewiß gern ja sagen. Aber Sie müssen mir glauben, daß es nicht geht. Wohin gehen Sie heute?" „Zum roten Fluß." Dies kleine Gewäffer war ein Abfluß des Sees, von dem ich gesprochen habe, und führte seinen Namen von den rötlich gefärbten Kieseln des Flußbettes. „Ich fürchte, ich kann Sie nicht überreden, mich zu begleiten?* „Ich kann leider nicht mitkommen, Iß. Ich habe zu arbeiten." Ein Blick auf die Uhr belehrte mich, daß es beinahe zehn war. „Wilhelm will Rita nach Oban fahren, nicht wahr?" fragte sie. „Wenn Sie Rita sehen, bevor sie wegfährt, so sagen Sie ihr bitte, sie möchte mir etwas Hübsches zum Lesen mitbringen, wenn sie heimkommt." Sollte ich der Prinzessin sagen, daß Rita nicht mehr „heimkommen" würde? Was würde die Folge sein, wenn ich sie von Ritas wahrer Absicht unterrichtete? Wäre die Prinzessin imstande gewesen, die Heirat zu verhindern ? Ich wurde schwankend — und für einen Moment hatte ich wirklich die Absicht zu reden. Noch rechtzeitig aber wurde ich wieder anderen Sinnes. Welches Recht hatte ich, Rita zu verraten? „Oh — jetzt hätte ich beinahe etwas vergessen!" rief die kleine Hoheit plötzlich aus. „Rita bat mich, ihr ein Bukett zu machen. Bitte, Oswald, helfen Sie mir dabei!" Ich wußte bis zu jenem Augenblick nicht, daß man auch daran Vergnügen finden konnte, die Qual seines Herzens gefliffentlich zu erhöhen. Welch eine Freude mußte es mir doch bereiten, Fräulein Rita Dobson das Brautbukett zu binden! Mit welcher Liebe suchte ich nicht die schönsten Blumen, die der Garten draußen bot, um sie Iß zu geben. Und dabei schlichen sich von neuem häßliche Gedanken in mein Herr. War es reckt von Rita aebandelt. daß sie das Mädchen, dessen Vertrauen sie so sehr mißbrauchte, um das Binden ihres Brautbuketts bat? Ich -eobachtete Iß verstohlen. Wahllos fügte sie die Blumen, vie ich ihr gab zu einem abenteuerlich scheußlichen Haufen, - so daß ich sie ihr schließlich wieder fortnahm und nach eigenem Geschmack ordnete. „Wunderhübsch," kritisierte die Hoheit mein Werk, den Kopf leicht auf die Seite gelegt- «Er wird Rita sehr gefallen. Ich bin froh, Oswald, daß Sie mir geholfen haben." Sie sah auf ihre sonnverbrannten Hände. „Ich bin nicht für so etwas geschaffen." „Es ist seltsam," erwiderte ich. „Die meisten Frauen stnd gerade im Binden von Sträußen wunderbar geschickt." „Ich nicht," sagte sie kurz. „Ir — Sie haben überhaupt mehr die Eigenschaften eines Jünglings, als die einer jungen Dame," meinteich lächelnd. Sie wurde rot und sah mich von der Seite an. „Ich wünschte, ich wäre einer," entgegnete sie seufzend. „Sie glauben nicht, wie lästig das Tragen langer Kleider ist." Sie schüttelte sich ungeduldig in den ihren. „Wollen Sie so freundlich sein und Rita die Blumen geben—? Ich möchte nämlich letzt gehen." „Nein, nein — auf keinen Fall," stieß ich heftig hervor. „Behalten Sie sie — bitte I" Damit ging ich rasch davon und ließ sie stehen. Eine kleine Weile ging ich vor dem Hause auf und ab — unschlüssig, was ich tun, wohin ich mich wenden wollte. Es war meine Absicht gewesen, Rita an diesem Morgen nicht mehr zu sehen; nun aber fühlte ich, daß das doch über meine Kraft ging. Einmal noch — ein einziges Mal mußte ich ihr in die Augen blicken, ihre liebe Stimme hören- Ich nahm am Fuß der Treppe Ausstellung, die sie herabkommen mußte. Als ich jedoch oben eine Tür öffnen hörte, konnte ich gar nicht rasch genug in ein Zimmer flüchten. Ich zog die Tür hinter mir zu und ging mit klopfendem Herzen zum Fenster. Von da aus wollte ich Zeuge ihrer Abfahrt sein — mit ihr zu sprechen, konnte mir nur neue Pein bereiten, die Qual meines Zustandes erhöhen. Ich hörte ihren leichten Schritt auf der Stiege, und dann öffnete sich die Tür — ste kam berein. Rr. 59. Telephon Nr. II. Der Landbote x StnSheimer Zeitung. Donnerstag, 20. Mai 1915. bauern fort. Das Bombardement hörte am Samstag infolge Munitionsmangrls auf. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist groß. Die Häuser der Royalisten wurden angezündet und vernichtet. In Lissabon Herrscht völlige Anarchie. Es verlautet, daß England ein Kriegsschiff nach Lissabon entsenden werde. Griecheulaud. Venizelos als Verschwörer. Athen, 16. Mai. Das von Polizeibeamten in der Angelegenheit der von Venizelos angestfftcten Verschwörung gegen bas griechische Königspaar beschlagnahmte Material enthält aufsehenerregende Einzelheiten. Venizelos hat bei Nacht und Nebel Athen verlassen. Sein gegenwärtiger Aufenthalt ist unbekannt. Der JMerkrieg. Die Aämpfe im Westen. Die zielbewußten Deutsche». Die Erörterungen über die Beweggründe, welche Deutschland beim Versenken der „Lusiiania" leitete, findet die „Times" vom 11. Mai gänzlich zwecklos. Welche Nebenabsichten dabei auch mitgesprochcn haben mögen, auf Jeden Fall zeigt die Handlung, daß Deutschland sich des endgültigen Sieges sicher fühlt und auf die Haltung der Vereinigten Staaten keinen Wert mehr legt. Die Deutschen waren niemals zielbewußter und in ihrer Gesamtheit so von dem gleichen Gedanken beseelt, wie heute. Sie sehen, daß ihre Front im Westen ungebrochen ist, jubilieren über die entsetzlichen Wirkungen ihrer vergifteten Dämpfe. Sie sehen sich im Besitz des wichtigen Hafens Libau, der ihrer Flotte für die Ostsee- Operationen einen neuen Stützpunkt bietet. Sie sehen, wie wir alle, daß der Angriff auf die Dardanellen ein schweres Unternehmen ist, dessen Fortschritte ungewiß sind. England darf sich nicht von dem angenehmen Gefühl ein- fchläfern lassen, daß der Feind alle seine Anstrengungen nur in der Hoffnung macht, auf Italien einzuwirken. Die Deutschen wissen, wir alle Länder, genau, wie es mit Italien steht. Sie kämpfen, weil der Frühling gekommen ist, weil sie gewinnen wollen, weil sie auf einen glücklichen Ausgang rechnen. England muß sich noch ganz anders als bisher anstcengen, wenn es daran etwas ändern will. Englische Prophezeiung eines zweiten Wiuterfeldzuges. Manchester, 16. Mai. Der Londoner Korrespondent des Manchester Guardian ist in der Lage zu erklären, daß das Kriegsamt einen zweiten Wintrrfeldzug ins Auge saffe. Der Verlauf des Krieges zwinge zu der Annahme, daß er im Herbst kaum beendet sein wird. Die Militärbehörden seien zu einem zweiten Winterfeldzug entschlossen. — Und was werden Frankreich und Rußland zu dieser britischen Ankündigung eines zweiten Winterfeldzuges sagen? Außerdem haben auch noch die deutschen und österreichischen Waffen ein Wörtlein mitzureden I Deutsche Unterseeboote im Mittetmer. Berlin, 16. Mai. Die englische Gesandtschaft erklärte nach einem Athener Telegramm der B. Z. den griechischen Pressevertretern daß Mitteilungen über das Erscheinen deutscher Unterseeboote im Mittelmeer jetzt durch «inen Admiral der verbündeten Flotten bestätigt seien. Es seien mehr als zwei Boote hinter Gibraltar gesichtet worden und zwar des allerneuesten Typs von etwa 1200 Tonnen mit 8 Torpedos und ein 75 min-Geschütz an Bord. Einige Blätter versichern, als Stützpunkt würden die Dardanellen dienen. Die englische Gesandtschaft in Achen macht bekannt, daß die englische.Regierung für jede Mitteilung, welche zur Vernichtung eines dieser Unterseeboote beitrage, nach erfolgter Vernichtung eine Belohnung von 12500 Fr cs. zahlen werde. Kritische Kriegsschiffe auf Minen gestoßen? Athen, 17. Mai. Aus Mitylene wird berichtet: Britische Kriegsschiffe sind in den Dardanellen auf Minen gestoßen und gesunken. Ihre Zahl ist nicht angegeben. Der deutsche Tagesbericht. WTB. Gr. Hauptquartier, 17. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Dpern, westlich des Kanals bei Steen- strate und Hkt Sas gaben wir unsere vorgeschobenen Stellungen auf und zogen die dort stehenden schwachen Kräfte, um Verluste durch starkes feindliches Artilleriefeuer zu verhindern, in unsere Hauptstellungrn am östlichen Kanal- uker zurück. Südlich von Neuve Chapellr halten die Engländer noch die Teile unseres vordersten Grabens, die seit den vorgestrigen Kämpfen in ihrer Hand sind. Das Gefecht dauert dort noch an. Nördlich von Arras, bei Ablain und Neuville wiesen wir französische Angriffe sehr verlustreich für den Gegner ad. Bei Ailly und im Priesterwalde haben sich geringfügigere Jnfanteriekämpfe entwickelt. Unsere Luftschiffe machten erfolgreiche Angriffe auf die Kriegshäfen Dover und Calais. Oefilichrr Kriegsschauplatz. An der Dubiffa in Gegend Eiragola und Czekiszki sowie südlich des Njemen bei Marjampol und Ludwinow umrden feindliche Angriffe abgewirsen. Unter den bei Szawle gemachten ruffischen Gefangenen wurden Nekrutru des Jahrgangs 1916 frstgestellt, die «ne nur vierwöchentliche Ausbildung hinter fich hatten. Südöstlicher Kriegss hauplatz. Unser Vormarsch zwischen Pilica und oberer Weichsel ebenso wie auf der Front Sambor-Stryj-Stanislau wird fortgesetzt. Bei Jaroslau und nördlich ist es an mehreren Stellen gelungen, den San zu überschreiten. Um Przemysl wird gekämpft. Oberste Heeresleitung. Nebelbomben. WTB. Lerlin, 18. Mai. Die „Times" verbreiten nach einer Amsterdamer Meldung des „B. T." die Nachricht über verhängnisvolle Nebelbomben, die angeblich die neueste Erfindung der Deutschen bilden. Diese Bomben würden aus Zeppelinen geworfen und verbreiteten bei der Explosion einen so undurchdringlichen Nebel, daß die Luftschiffe gegen Angriff- von Fliegern geschützt seien. Tagesbericht. WTB. Gr. Hauptquartier, 18. Mai, vormittags. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Nördlich von Apern am Kanal bei Steenstraate und Hetsas herrschte gestern Ruhe. Auf dem östlichen Kanal- ufer südöstlich Boezinghe entwickelten sich an einzelnen Stellen Kämpfe die noch andauer«. Südlich von Neuve Chapelle versuchten die Engländer gestern und heute Nacht vergeblich, weiter Boden zu gewinnen; alle Angriffe wurden unter starken Verlusten sür den Feind abgewiesen. Erneute französische Angriffe an der Loretto-Höhe bei Ablain und westlich Souchez scheiterten. 170 Gkfaugeue blieben in unserer Hand. Bei Ailly kam der Jufanterirkampf zum Stillstand. Ein französischer Vorstoß im Priesterwalde drach in unserem flankierenden Feuer zusammen. Oestlicher Kriegsschauplatz: An der Subissa wurden in Gegend Eiragola wiederum stark« feindliche Angriffe abgewiesen. Gegen die südlich des Njemey herangeführten ruffischen Kräfte gingen unsere Truppen in allgemeiner Richtung Cryszka - Budasy - Alon - towly Zoki zum Angriff vor. Die Kämpfe dauern noch an. Gestern wurden 1700 Nüssen gefangen. Nördlich der Wysoka warf unsere Kavallerie die feindliche. Rassische Angriffe auf Mariampol scheiterten. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Nördlich Przemysl und südlich Jaroslau bis zur Einmündung des Wislok in den San haben sich deutsche und österreich-ungarische Truppen den Uebergang über den Lau erkämpft. Der Gegner geht hier weiter nach Osten und Nordosten zurück. Zwischen Pilica und und oberer Weichsel (bei Jlza und Lagow) südöstlich Przemyss, sowie in der Gegend von Stryj sind seit gestern große Kämpfe im Gauge. Oberste Heeresleitung. Die Aämpfe im Osten. Großer Türkensteg auf Kallipoli. Budapest, 15. Mai. Dem „Pester Lloyd" wird aus Maidoy auf der Halbinsel Gallipoli gemeldet: Ein feindlicher Laudungsversuch ist gestern bei Kum Kale endgültig znrückgeschlagen und bei Sedd ul Bahr zum Stehen gebracht worden. Der linke feindliche Flügel wurde bei Ari Burnu ins Meer gedrängt. Nur noch der rechte Flügel hält eine letzte Höhe ganz nahe an der Meeresküste. Eine ganze Division feindlicher Landungstruppen ist massakriert. Englische Leichen bedecken haufenweise das Schlachtfeld. Der Gesamtvrrlust der Landungstruppen beträgt über 30000 Mann. Der Lieg im Lüdosteu. Petersburg, 17. Mai. Der P.tersburger „Rjetsch" erfährt aus maßgebender Quelle, daß man dort die strate - gische Ueberlrgenheit der deutsch-österreichischen Ostarmee anerkenne. Das Blatt bezeichnet die Kämpfe zwischen Weichsel und Karpathen als von eminenter Wichtigkeit, fordert aber die Bevölkerung auf, die dortigen Vorgänge nicht zu überschätzen und ihnen gegenüber Ruhe zu bewahren. Japan sost auch mit de« Türke« Krieg führen! Kopenhagen, 18. Mai. Die Petersburger Telegraphen- agenlur meldet, daß die verbündeten Mächte neue Schritte in Tokio unternommen haben, um eine Erklärung des bisher noch nicht vorhandenen Kriegszustandes Japans mit der Türkei herbeizusühren. 174 vvv Wusse». Wie«, 18. Mai. Amtlich wird verlautbart, 18. Mai. mittags. Die verbündeten Truppen hatten nach erbitterten Kämpfen an mehreren Stellen den San forciert und am Ostufer des Fluffes Fuß gefaßt. Gegenangriffe der Russen wurden überall blutig abgewiesen, der Feind in östlicher Nichtuug zurückgeworfeu. Am oberen Dnjestr find heftige Kämp fe im Gange. An der Pruthlinie keine besonderen Ereigniffe. Vereinzelte Vorstöße der Raffen nördlich Ko- lomea wurde abgewirsen. Die Gesamtsumme der in der ersten Hälfte Mai ein- gebrachteu Gefangenen hat sich auf 174000 Manu erhöht. Hierzu kommen 128 erbeutete Geschütze und 368 Maschinengewehre. Aus Stadt und Land. * SiuShrim, 17. Mai. Herrn Major Julius von Langsdorfs, im Rrs. - Inf. - Regt. Rr. 19, wurde das Ritterkreuz 1. Klasse mit Schwertern des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen. -X Sinsheim, 18. Mai. Auszug aus den Verlustlisten. Auf dem Felde der Ehre gestorben stad ferner und zwar gefallen: Untoff. d. Res. Konr. Holzwarth Hilsbach, Gren. Friedr. Bücher Hilsbach, Ers.Res. Otto Merz Helmstadt, Res. Karl Ernst Epfenbach, Gren. Friedrich Fließ Rappenau, Untoff. Gg Thomas Siegelsbach. Res. H.-inr. Zimmermann Hilsbach f infolge Krankheit in einem Knegslazarett; Grea. Alb. Kolb Michelfeld ff an seine« Wunden im Feldlaz. 10 des 14. Armeekorps; Musk. Karl Beiz Ehrstädt, bisher schm. verwundet, ff im Kriegslaz. A des 2. Armeekorps; Res. Pet. Krauß Eschelbach, bisher verwundet, ff Feldlaz. 12 des 14. ArmerkorpS. — Schwer verwundet: Res. Gust. Sperling Reichartshausen, Untoff. Eugen Schenk Hilsbach, Untoff. Martin Flach Weiler, San.Untoff. Phil. Kraft Zuzenhausen, Gren. Hans Fröhlich Hoffenheim. — Leicht verwundet: Kriegsfrw. Franz Grimm Sinsheim, Gren. Robert Gmelin Sinsheim, Kriegsfrw. Emil Ullrich Helmstadt, Res. Herm. Wolf Helmstadt, Res. Heinrich Fi l sing er Eschelbach, Gren. Martin Bender Eschelbach, Gren. Wilhelm Bender I. Eschelbach, Musk. Josef Wolf Grombach, Gren. Karl Ballheim Michelfeld, Gren. August Hafner Zu- zenhausm, Wehrm. Franz Faul Obergimpern, Res. Gust. Hof- mann SiegelSbach, Kriegsfrw. Rudolf Höllmüller Babstadt aberm. l. verw. — V ermißt: Musk. Ludw. Leutz Eschelbronn, Gren. Josef Maier II. Weiler, Gren. Karl Schumacher Rohrbach; in Gefangenschaft Wehrm. Rich. Grab Neidenstein, bisher vermißt. * Sinsheim, 19. Mai. Falsche Kassenscheins« zu zwei Mark sind nach der Meldung auswärtiger Zeitungen in großer Zahl in den Verkehr gebracht worden. Die Scheine sollen gut nachgemacht und eine Täuschung deshalb leicht möglich sein. Die Nummern 90 bis 805788 und 99 bis 395 783 und der rote Stempel lassen sich verwischen, wenn man sie etwas anfeuchtet. lZz Weiler/ 17. Mai. Angesichts der endlosen Klagen über die Seuchengefahr unter dem Rindvieh, Krämpfig- werden bei den Schweinen usw. ist es g-radezu unverständlich, daß man die überall wuchernden Heilkräuter wie die Brennessel, mit ihrem hohen Gehalt an Nährsalzen, Eiweiß rc., vollständig ungenutzt an Rainen und Zäunen stehen läßt. Täglich nur einen kleinen Korb junger Bren- nesseln, kurzgeschnitten unter das Rübenfutter gemischt und den Tieren verabreicht, läßt auffallend rasch seine wohltätige Wirkung erkennen, ind:m der Haarwechsel dadurch sehr gefördert wird und die im Winter im Tierkörper angehäuften unreinen Säfte und Gase ausgetrieben werden. Gleichzeitig zeigen die Tiere auch bessere Freßlust zu anderem Futter. Kurz die Brennessel hat sich als bestes Schutzmittel gegen allerei Tierkrankheiten bewährt. Gerade in diesem Kriegsjahre sollte man auf die Verwertung dieses heil- und nährkräftigen Futtermittels besser bedacht sein. Wer das unterläßt, tuts zu seinem eigenen Schaden. cf Aus Baden, 18. Mai. Der Ertrag der für das ganze Reich gleich nach Pfingsten geplanten „Kriegsbuch- woche" in den höheren und mittleren Schulen Deutschlands soll hauptsächlich denjenigen Truppenteilen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen zuguie kommen, welche im Etappengebiete stehen und dadurch mithelfen, an einer planmäßigen Durchführung kriegerischer Operationen und kommender friedlicher Verhandlungen. Gerade bei diesen Angehörigen des deutschen Heeres ist es aus Gründen einer geistigen und seelischen Erfrischung von größtem Werte, daß ihnen von der Heimat die Hilfsmittel dazu ungemindert zufließen; die Größe der hier zu lösenden notwendigen Aufgabe läßt von jedem deutschen Schüler erwarten, daß er nach seinen Kräften in der „Krirgsbuchwoche" dazu milhilft. ff Wiesloch, 17. Mai. Am Samstag war der 18 jährige Arbeiter Franz Förderer in Mingolsheim an der elektrischen Leitung beschäftigt. Er wurde dabei durch den elektrischen Strom getötet. de. Heidelberg, 16. Mai. Die Personenfahrten auf dem Neckar zwischen Heilbronn und Heidelberg können über die Krirgsdauer nicht ausgeführt werden. ff Manuheim, 16. Mai. Tödlicher Unglücksfall. Während der kurzen Abwesenheit der Mutter kam heute vormittag 9 Uhr das 6 Jahre alte Töchterchen Charlotte des Privatmannes Georg Bender, wohnhaft Meerfeldstraße 78, der Gasherdflamme zu nahe. Die Kleider des Kindes fingen Feuer und es zog sich so schwere Brandwunden zu, daß es ihnen um '/-I Uhr im Allgrm. Krankenhaus, wohin es verbracht wurde, erlag. -ff Karlsruhe, 17. Mai. Die Badische Gewerbe- und Handwerkerzeitung schreibt in ihrer neuesten Nummer: Herr Geh. Oberregierungsrat Dr. Cron, der zur Zeit als Hauptmann in Montmeby sich befindet, kann in diesen bewegten Tagen auf ein 10 jähriges verdienstvolles Wirken als Direktor des Gr. Landesgewerbeamtes zurückblicken. Als ein Mann von reicher Lebenserfahrung und vielseitigem Wissen hat fich Dr. Cron in diesem Dezennium unschätzbare Verdienste für den badischen Gewerbe- und Handwerkerstand erworben. de Karlsruhe, 17. Mai. Bei der Abfahrt eines Schwerverwundeten in Karlsruhe hat es fich vor einigen Tagen ereignet, daß zahlreiche Personen sich zu dem Verwundeten gesellten, ihn über sein Leiden befragten, ihrem Mitgefühl Ausdruck gaben und ihm schließlich Geld aufnötigten. Durch diese Geldspenden, die gewiß recht gu' gemeint waren, wurde die Stimmung des verwundeten Soldaten äußerst gedrückt, denn es kam ihm plötzlich zum Bewußtsein, rr wäre durch sein Krüppel- tum zun Almosenempfängrr gestempelt worden. Das war für ihn eine bittere Erfahrung. Deshalb ergeht an das Publikum die Bitte diese Art Geltendmachung des Mitleids zu Unterlasten, denn sie ist verkehrt. de Karlsruhe, 18. Mai. Mit^ner prachtvollen Blumen spende aus Niederlanden wurde das Badische Rr. 59. Telephon Nr. 11. Rote Kreuz erfreut. Von dem „Comite d'Organisation du Covgres International de Femmes" find in den letzten Tagen Tulpen und Narziffrn in so großer Anzahl hier eingegangen, daß sämtliche Lazarette in Baden und im Oberelsaß bedacht werden konnten. de. Durlach, 17. Mai. Am Samstag vormittag stürzte der seit einiger Zeit bei der hiesigen Train-Ersatz- Abteilung Nr. 14 als Kriegsfreiwilliger eingetretene Architekt Wilh. Sackberger von hier so unglücklich vom Pferde, daß er bald darauf verstarb. de Pforzheim, 18. Mai. Am Montag abend gegen 7 Uhr, wurden im Stickelhäldrnfeld die Knaben Georg Send, Otto Kaiser, 9 Jahre alt, Otto Laule, 11 Jahre alt, Erwin Wangler, 9 Jahre alt, durch Einstürzen einer Grabenwand mit Erde verschüttet und fanden den sofortigen Tod. Sie konnten nur als Leichen herausgezogen werden. Nur der 7 Jahre alte Karl Laule kam mit dem Leben davon. Die Leichen wurden mit dem Sanitätswagen nach dem Krankenhaus übergeführt. —B-B-—-—————— ~~ Der Landbote * Sinsheirner Zeitung. X Psulleudorf, 16. Mai. Ein Bubenstück, wie es gerade in der jetzigen Zeit kaum schlimmer gedacht werden kann, wurde hier in einer der letzten Nächte ausgeführt. Aus einem 5 Morgen großen Acker, der kurz zuvor mit Gerste eingesät worden war, wurde von noch unbekannter Hand Unkraut ausgestreut, um hierdurch das Erntenträznis des Ackers zu vernichten. de. Mimmenhausen, A. Ueberlingrn, 16. Mai. Dieser Tage wurde eine Frau Haid von hier von einem Hund gebissen. Die Stelle schwoll rasch an, cs entstand Blutvergiftung, der die Bedauernswerte im Spital Meersburg erlegen ist. Marktberichte. Sinsheim, 18. Mai. Dem heutigen Schweinemarkt waren 24 Milchschweine zugeführt. Die Preise waren.40—50 Mk. Brette«, 17. Mai. Der letzte Schweinemarkt war mit 0 Läufer» und 69 Milchschweinen befahren. Für das Paar der «rsteren wurde 00—00 Mk., der letzteren 36—58 Mk. bezahlt. Donnerstag, 20. Mai 1918. Viehmarkt Mannheim, 17. Mai 1915. Preise per 50 Kilo. Lebendgewicht Mk. Schlachtgewicht Mk. Ochsen(vollsteischig) höchst 4—7 Jahre alt 60—62 112-114 „ (mäßig genährte). 54—56 100-104 Farren (vollfleischige). 55-60 98—108 „ mäßig genährte.. 52—55 92—93 Kühe und Rinder (vollfleischige) . . 52-55 100—106 » » (mäßig genährte) . 40—43 84-90 Kälber (Vollmastk.). 00—00 00-00 » (mittlere Mastk.). 78-81 130—135 Schafe (jüngere Masthammel) . . . 00-00 00-00 n (mäßig genährte). 40—42 80-84 Schweine (vollfleischige) ..... 115-117 148—120 „ (gering entwickelte) . . . 00—00 00-00 Ziegen.. 14-28 ' 00-00 Zufuhr: Ochsen 280, Farren 135, Rlrwer unb Kühe 109o> Kälber 472, Schafe 20, Schweine 1293,.Ziegen 20. Der Handel mit Äroßvies ruhig mit Kälbern und Schweinen lebhaft, mit Pferden lebhaft. Der auf 24. Mai fällige Markt ist auf Dienstag, 25. Mw verlegt. ptt&l. Kredilvemn Maldangelloih e. G. m. u. H. Bekanntmachung der Bilanz und des Mitgliederstandcs vom Jahr 1914. Aktiva Kvssenbestrnd • 3091.78 Bei Mitgliedern aus- stehende Darlehen 123 690.— Bei Banken und Vereinen 100.— Stückzinsen 5462.38 Liegenschaftskaufgrlder 28328.— Wert des Geschäftsinventars 100.— Summa 160 772.16 Passiva Jt H Sparkasseneinlagen 138 306.22 Beschäftsanteile der Mitglieder 6337.01 Reservefond 8424.49 Bei Banken und Vereinen 6232.— Summa 159 299.72 Gewinn 1472 Mk. 44 Pfg. Mitgliederstand auf 31. Dezember 1913 . . . 140 Zugängen find ...2 142 Abgang durch Tod . ...1 Stand auf 31. Dezember 1914.141 Waldangelloch, den 17. Mai 1915. Der Vorstand: Hagmaier, Bürgermeister. Christian Rudolf. ÄIm Rap» geöffnet vom 1. Mai bis* Ende Oktober. Badezeit: Werktags: nachmittags 1 — 6 Uhr. Sonntags: von vormittags 7 bis nachmittags 2 Uhr. HEINRICH LAN Z MANNHEIM Gegründet 1859 * 5000 Arbeiter und Beamte Grösste und bedeutendste Fabrik Deutschlands für Dreschmaschinen, Strohpressen, Lokomobilen Komplette Dresch-Anlagen neuester Bauart für Dampf- oder Motorbetrieb Selbsteinleger, Spreubläser, Kurzstrohbläser u. Ballenheber ’H WMK’ Ueber 22000 grosse Dreschmaschinen im Betrieb verbürgen die Güte der ans mehr als 30jähriger Erfahrung im Dampfdreschmaschiuenbau hervorgegangenen Bauart J m Jtechnnngs-fornmlare «> Sotfllrt Beckersckt BnchörockereL ÄMiits ViiMhch und Anion Prikets wieder eingelr offen Karl Seufert Kohlenhaudlung. Suche in meiner Bäckerei einen anständigen Lehrling Karl Pfauz, Bäckermeister. j Metall-Arbeiter j j aller Branchen besonders | I Ureter, Schlosser etc. ♦ X werden für lohnend. Arbeit % X nach Mannheim gesucht, g ^ Meldungen an ^ |Arbeitsnachweis der: 1 Industrie, Mannlieii r t Schwetzingerstraße 17. * ♦ ♦ NIOEBEL HAUS PISTIHER HEIDELBERG Neugasse 1 und 3 Beste Bezugsquelle für Einzelmöbel, kompletten Einrichtungen, Polsterwaren, Betten, etc. Manufacturwaren Frankolieferung. Langjährige Garantie! Qer 5 Kafabeni war wied«r außerordentlich gemütlich, wir haben einen guten Durst entwickelt und die Luft war zum Schneiden. Daß ich trotzdem keinen rauhen Hals habe, danke ich den Wybert- Tablrttcu, die ich gleich beim Heiwkommrn und heule früh genommen habe. Sie machen den Hals frei und benehmen auch den üblen Geschmack im Mund. Die Schachtel kostet in allen Apotheken 1 Mark und hält lange vor. Da es mir nicht möglich ist jedem persönlich für all die herzliche Teilnahme, die mir beim Hinscheiden meiner so geliebten Mutter dargebracht wurde, zu danken, so bitte ich hierdurch innigen Dank entgegen zu nehmen. In tiefer Trauer Frau Dr. Jahn. Sinsheim, den 19. Mai 1915. , Karlsruhe Kreuzstrasse 26 0 Ernst Telefon 3633 Grosses Lager in Holz- und Polstermobein. Lieferung ganzer Ausstattungen u. einzelner Stacke. Linoleum: Stückware, abgepasste Teppiche und Läufer in allen Preislagen für ganze Bauten und einzelne Zimmer; ganz besonders vorteilhafte Partien. M S)SV2CkVF V3SÜ M Vav> a V/kVs M Vai“ M M 5?/In .r/U V^AtN M M !f '—CUA if'i- Inserate haben im Landboten wegen seiner großen Verbreitung erfahrungsgemäß besten Erfolg. ^ M W m ^/ü m ii M WK KL Gothaer hebensuersicherungsbank ===== auf Gegenseitigkeit. Versichernngsbestand Anfang Jnnl 1914: 1 Milliarde 200 Millionen Mark. Bisher gewährte Dividenden : 317 Millionen Mark. Alle Ueberschhsse kommen den Versicherungsnehmern sngnte. Vertreter: Gg. Eiermann, Sinsheim. IV Frauenleiden -Mt arsnei- und operationslose Beratung und Behandlung nach Thure-Brandt. Natur- und Lichtheilverfahren schwedische Heilgymnastik. Frau Dir. Hch. Schäfer = ausgebildet von Dr. med. Thure-Brandt. = MtAMUUBTM PU- nur H 3, 3 -WU Telephon 432» Sprechstunden: 2*/i bis 5 Uhr nur Wochentage. Schriftleitung: H. Becker; Druck und Verlag Gotllieb Beckerffche Buchdruckerei in Sinsheim.