andoole »insheimer General-Anzeiger für das Elsenz- und Schwarzbachtal Aetteste und verbrettetste Zeitung dieser Gegend. Laupt-ZnsertionS-Organ. Anzeigen: Die einspaltige Earmondzeilr oder deren Raum 15 Pfg Reklamen 40 Pfg. (Petitzriä) Schluß d. Anzeigenannahn» für größere Anzeige» Tag» zuvor 4 Uhr nach«. Redaktiongschlnß 8 Uhr vormittags. Bei schriftlichen Anfrage» ist Freimarke für Antwort — : — beizufügen. - Leleph,» St. 1L Erscheint Meubtag, Donnerstag und Samstag. Abonnements- Preis «it den Gratis - Beilagen ZSustriertes SonntagSblatt - und dem - jSmtlich. Verkündigungsblatt durch die Post bezogen «onatlich 37 Pfennig «« Postschalter abgeholt, durch den Briefträger und unsere Agenten fsti ins Haus gebracht monatlich 4b Pfg. M 112. v* Bernhard Shaw über Englands Schuld an dem Arieg. Unsere Feinde werden nicht müde, Deutschland die Schuld an dem jetzigen Weltkriege zuzuschreiben. Vor einigen Tagen erst hat der englische Premierminister Asquith im Parlament wieder von der britischen Ehrlichkeit gesprochen und geklagt, daß Deutschland es eingelullt, und daß England eine „leidenschaftliche Friedensliebe" entfaltet habe. Nun brauchten wir, die wir von vorn herein unserem Kaiser und unserem Kanzler unendlich mehr glauben und zu glauben vollauf berechtigt sind, als den englischen Heuchlern, auf englische Ministerworte nichts zu geben. Hat ja der englische Kriegsminister Lord Kitchencr es erst dieser Tage fertig gebracht, im Oberhause zu behaupten, wir hätten im Kriege gegen Rußland bisher nichts erreicht, die russische Armee stehe intakt da, intakt nach Niederlagen wie sie nie ein so gewaltiges Hrer erlitten, nach dem Verlust unzähliger Geschütze, Maschinengewehre und rund, sage und schreibe, zwei Millionen G-fangenen allein, von der ungewöhnlich großen Zahl Toter und Verwundeter nicht zu reden I Indessen wir mögen ja voreingenommen für unseren Kaiser und unseren Kanzler sein und die Schuld am Kriege leugnen, die wir doch auf uns geladen haben. So hören wir denn einen der berühmtesten Untertanen des Königs von England, den in der ganzen Welt rühmlichst bekannten Bernhard Shaw, was er in einer umfangreichen Broschüre über Englands Schuld an dem Kriege sagt, die England mit so frommem Augenverdrehen beharrlich leugnet. Natürlich ist Shaw für seine Auslastungen von den Engländern in Acht und Bann getan worden. Aber das ist keine Widerlegung. Shaw wirft den Leitern der englischen Regierung Doppelzüngigkeit und Heuchelei vor, beiläufig zwei britische Nationallaster. Es sei Heuchelei, wenn sie behaupten, unschuldig an der Herbeiführung des jetzigen Weltkrieges zu sein, während st? doch über zwanzig Jahre daran gearbeitet haben, zu ihm zu schüren. England hatte seinen Militarismus so gut wie Deutschland. Sind in letzterem Lande ungeheure Summen auf die Armee verwendet worden, so sind in England viel größere Summen auf die Flotte verwendet worden. Die englische Knegs- partei sei verzehrt worden von dem Ehrgeiz, England zu Lande unbesiegbar zu machen durch Errichtung einer absoluten Herrschaft über alle Meere des Erdballs und gleichzeitig der Beherrschung des Welthandels. Die englische Kriegspartei sah nicht nur in dem Ausbruch des Krieges die lang ersehnte G-legenheit, sondern ste half auch, diese Gelegenheit zu schaffen. Englands Furcht vor Deutschland fing an, als Deutschland Frankreich besiegt hatte. Die Furcht verwandelte sich in Haß und dieser in ein wahnsinniges Verlangen, Deutsch- Donnerstag, den 23. September land niederzuwerfen. „Was Deutschland Paris antat, könnte es auch London antun", war der Angstruf, der durch ganz England widrrhallte. Ein Buch nach dem anderen erschien, ein Artikel nach dem andern wurde veröffentlicht, die die Nation alarmierten und ste zur Bewilligung von Summen trieben, um Englands Flotte mächtiger als die aller anderen Mächte zu machen. Wenn Deutschland dieselben Ziele in seinen Schriften vertrat, dann folgte es nur der Führung Englands. Shaw zitiert Stellen aus dem Werke des vielgetadrlten Generals Bernhardi, die beweisen, daß dieser Verfasser das meiste von seiner Weltpolitik, das Hauptsächliche seiner Draufgängerlehre von England gelernt hat. Als Deutschland seine Flotte zu vergrößern begann, wurde Englands Haß noch stärker, und die Erregung gegen Deutschland bitterer. Man fragte: Warum baut Deutschland immer mehr Kriegsschiffe, wenn nicht um mit ihnen England zu vernichten? Und nun fing England an, das deutsch-österreichische Bündnis zu übertrumpfen mit der Schließung einer Entente mit Frankreich und mit Rußland, das noch vor kurzem Englands Feind war. Hätte England seine eigenen Militaristen so energisch bekämpf», wie es jetzt die Deutschlands bekämpft, dann gäbe es keinen Wiltkneg. Hätte England deutlich zu verstehen gegeben, daß, wen» Deutschland und Rußland sich in den österreichisch-serbischen Streit mischten, es selbst einschrriten würde, dann gäbe es keinen Krieg jetzt. An dem Tage, an dem die Teilnehmer an der Friedenskonferenz zu Gericht sitzen werden, werden ste finden, daß England viel von dem Unheil angestiftet hat, das jetzt die Welt verelendet. (Schluß folgt.) Deutsches Reich. Karlsruhe, 20. Sept. Der Großherzog verlieh dem Generalfeldmarschall o. Hindenburg das Groß- krruz des militärischen Karl Friedrich-Verdienstordens. Karlsruhe, 20. Sept. Am heutigen 20. Sept. jährt sich zum dreißigstenmale der Tag, an dem unser Großherzogspaar den Ehebund fürs Leben schloß. Das badische Volk bringt dem hohen Paare aus diesem Anlaß die herzlichsten Glück- und Segenswünsche dar. Ein Aufruf der Kronprinzessin. Die Kronprinzessin erläßt an ihrem heutigen Geburtstag folgenden Aufruf: „Es liegt mir am Herzen, nachdem mir in der Geburt meines Kriegstöchterchens ein heller Sonnenschein durch Gottes Gnade beschert wurde, unbemittelten Frauen, die während der Dauer des Krieges einem Kinde das Leben geben und deren Männer zurzeit im Heeresdienst stehen, zu helfen und ihre Not zu lindern. Ich fordere deshalb durch diesen Aufruf alle diejenigen deutschen Frauen auf, welche ebenfalls durch ein 76. Jahrgang. Kriegskind gesegnet wurden und denen es ihre Mittel erlauben, sich mir in diesem Werk der Nächstenliebe anzuschließen." gez. Cccilie, Kronprinzeffin. Mit Bezug auf vorstehenden Aufruf werden wir gebeten, mitzuteilen, daß Beiträge für diese Sammlung unmittelbar bei der Diskontogrsellschaft Potsdam, Nauener Straße 34a für das Konto „Kriegskinderspende deutscher Frauen" angenommen werden. Jeder gütigen Geberin wird durch Vermittelung der PrivatkaNzlei der Frau Kronprinzessin der Dank Ihrer kaiserlichen Hoheit sowie eine Bestätigung über den Eingang der Spende zu- gehen. Alle Unterstützungsgesuche sind mit der Bezeichnung „Kriegskinderspende" an die Privatkanzlei der Frau Kronprinz« stin, Potsdam, Neuer Garten, zu richten, von wo aus die Bearbeitung der Eingaben erfolgt. Ausland. Protest der Deutsch-Amerikaner. Newyork, 19. Septbr. Der Präsident des Deutschamerikanischen Bundes, Hrxamer, fordert die Bürger auf, bei dem Präsidenten und dem Staatssekretär gegen die englische Anleihe zu protestieren und teilt mit, daß die Freunde Deutschlands aufgefordert werden sollen, ihr Geld aus den Banken herauszuziehen, die die Anleihe abschließen. Anerkennung Carranzas? Haag, 20. Slpt. Nach einer Meldung des „Nieuwe Courant" aus Newyork hatte Staatssekretär Lanstng mit den Vertretern der panamerikanischen Konferenz eine Besprechung. Es wurde beschlossen, der amerikanischen Regierung mitzuteilen, daß man die Zeit für gekommen halte, wo die tatsächlich bestehende Regierung in Mexiko anerkannt werden solle. Die nächste Zusammenkunft soll in drei Wochen in Washington stati finden. Man nimmt an, daß Carranza anerkannt werden wird. Das aufziehende Revolutionsgewitter in Rußland. Rotterdam, 21. Sept. Die „Times" veröffentlicht ein Petersburger Telegramm, worin es heiß», daß das Ergebnis des am 23. September in Moskau beginnenden Semstwo-Kongrestes für den Krieg wichtiger sein werde, als das Ergebnis der großen Vorbereitungen, die man in Rußland zu neuen Schlachten trifft. Dazu komme noch, daß die Teilnehmer an dem Kongreß sich durchweg als nüchterne Politiker zeigen, die eine Politik der völligen G lei chberrchtigung des russischen Volkes anstreben. Auch der Pariser „Temps" veröffentlicht eine ähnliche Drahtmeldung aus Petersburg, in der auf das a u f - ziehende Revolutionsgewitter hingewiesen wird. Der „Temps" hebt ebenfalls die große Bedeutung' des Die Schute der Me. Roman von Paul Kirstein. 12 (Nachdruck verboten.) Sie trug die Stiefel selber hinaus. Goldek sah ihr nach. „Was iift? So schlecht gelaunt?!" Er blicfte die anderen fragend an. „Ja — es ändert sich so mancherlei." „Ach, Unsinn, Sie verstehen die Frau bloß nicht richtig zu behandeln." „So? — Na vielleicht versuchen Sie's." „Wenn iich nur mähr Zeit hätte!" „Noch mehr, Doktor?" „Waas denken Sie-Jbrigens, iich las in der Zeitung . . . Ihr neies Stick kommt jetzt, Härr Roluff?" „Hm ... in der Zeitung mag's stehen, aber wer kann die Geheimnisse einer Direktorenseele ergründen." Frau Paula kam zurück. Sie hatte die Stiefel anscheinend selber geputzt, denn Luise war hinunter auf die Straße zum Einholen gegangen. Sie reichte sie Mahrberg hin. „Bitte schön!* »Ah . . . danke sehr. Wirklich sehr liebenswürdig.* Er verschwand im Nebenzimmer. Und während ihm Paula, besorgt und ängstlich um ihre besten Möbel in ihrem besten Zimmer, nachsah, schlangelte sich Goldek an sie heran. »Uebrigens, gnäddige Frau, mein Kompliment! Sie sehen widder aus — großartig. Sie werden von Tagg zu Tagg schänner. Iich habbe noch nie eine Frau gesehen, der das Heiraten so außerordentlich bekommen ist.* Frau Paula hörte ihm geduldig zu. , „Sagen S'e mal, Doktor," fing sie endlich an, „können ' Sie sich die Kompliinente immer noch nicht abgewöhnen?* ' Er tat fast beleidigt. „Abber iich bitt' Sie, gnäddige Frau, iich bin Magyar. Wir Magyaren sind eine beeflicke Nation. Bei uns ist die Verayrung snr v e Fraueu.so groß — und so zudringlich . .." „Zudringl ch!" Sie lachten alle au». „Äeh. äh — eindringlich, mein’ ich! Iich habbe mich nur versprochen!" „Aber gut versprochen, Doktor, und treffend!" Axel lachte noch immer und konnte sich nicht enthalten, auch Mahrberg gleich die Sache mitzuteilen. Ter Doktor kam nicht aus der Fassung. „Zudringlich, zudringlich!!* • Iich bitt Sie — daas ist bei mir doch ganz ausgeschlossen!" In seiner Gewandtheit ging er schnell auf ein anderes Th ma über. „Im ibrigen — iich hätte fast vergeffen — iich tras vorhin die Frau Feldberg. Sie wird nächstens einmal widder kontinen." „Wozu?* „Iich habb' ihr gesagt.» „Doktor, wissen Sie, Sie haben eine schreckliche Gewohnheit. Laden Sie mir doch nickt immer Ihre Besuche ein!* „Aaach, Frau Paula — eine so liebenswürdige Dame!" „Aber Kind, er ist doch Magyar — eine so hesliche Nation . . . ." Die Kopie seiner werten Persönlichkeit reizte den Doktor etwas. Mit schnellen, aber noch immer kurzen Schritten trat er zu Axel an den Schreibtisch: „Daas kann iich Ihnen wirklich sagen.... wiir Magyaren-* Der wehrte ab. „Ich weiß, ich weiß!* Und Paula kam ihm zu Hilfe. „Ich nämlick, wissen Sie. . . ich habe noch von Ihren, Tenor genug, den Sie mir neulich mit heraufae- schleppt haben.* „Na — waar er niicht luftig?" „O ja, so luftig, daß er sich betrank und mir ein halbes Dutzend Gläser zerschlug." „Aach — die paar Gläser! Die Hauptsache, er war doch lustig!* Charas nahm ihn unter den Arm. »Na, nun sei du auch lustia und komm.* Er zog j Doch über den ganzen Korridor hinweg pries Goldek j noch immer seinen lustigen Freund. ! »Lustig sein — lustig sein — das ist doch alles-* Wie in Gedanken wiederholte Paula die Worte. „Lustig sein, ja ... es ist alles-" Tränen stiegen ihr in die sanften Augen, doch sie verbarg sie still. Ganz leise ging sie dann hinaus, denn Axel versuchte zu arbeiten. Das war ein kostbarer Moment! 7. Kapitel. Frau Feldberg war eine Frau von einigen vierzig Jahren. Noch immer stattlich im Aussehen, das durch die besonders aufrechte Haltung nnd die einfache, gutsitzende Kleidung in jeder Weise gehoben wurde. Sie war nach einer zwanzigjährigen, anfangs nicht recht glücklichen Ehe Witwe geworden und bedauerte trotz allem das Hinscheiden ihres Mannes mehr, als er es eigentlich veroient hatte. Auch er war erst, als die Zeiten der Not ihn den Wert seines Weibes erkennen und schätzen j lehrten, ruhig und besonnen geworden. Auch er wurde ! dann erst ein richtiger Gatte, der über seinen eigenen j Passionen Pflichten und Rechte seiner Familie gegenüber ! nicht vergaß. Sie hatte eine einzige Tochter, die schlanke und hübsche Lilly, die bei aller Lebensfrische nnd Ausgelassenheit doch nicht den ernsten Kern vermissen ließ, der wohl durch das wenig harmonische Leben ihrer Eltern in ihrer Kindheit hervorgervfen war. Trotz ihrer knappen neunzehn Jahre war sie mehr Freundin der Bdutter als eigentliche Tochler, besorgt, ihr das Leben so leicht und angenehm zu machen, daß sie die traurigen Jahre darüber vergaß. Und alles das tat ste mit einer liebenswürdigen und heiteren Jugend, nicht als wäre es wohl überlegt ... als i steckte es ihr eleu von Geburt an in den Gliedern, i Aber noch eine andere, ebenso tteue und ergebene ! Person hatte Frau Feldberg an ihrer Seite: die alte ! Katharine, die erst sie selbst und dann später auch ihre Tochter, die kleine Lillv, auf dem Arm getragen batte. Rr. 112. Telephon Nr. 11. Der Landbote k SinSheimer Zeitung Donnerstag. 23. September 191b. Moskauer Semstwo - Kongresses hervor und läßt deutlich durchblicken, daß in Rußland große revolutionäre Umtriebe im Gange sind. Inwieweit diese mit dem Kongreß in Verbindung stehen, geht aus der Drahtnachricht des Pariser Blattes nicht hervor. Der türkisch-bulgarische Vertrag eine Niederlage der Entente. London, 19. September. Der „Manchester Guardian" schreibt in einem Leitartikel, die Unterzeichnung des türkisch- bulgarischen Vertrages wäre eine diplomatische Niederlage der Entente. Die Türkei würde nicht Land abgetreten haben, wenn sie nicht mindestens die Fortsetzung der bulgarischen Neutralität erhalten kann. Wenn sich Bulgarien zu wohlwollender Neutralität gegen die Türkei verpfl chtet hätte, so könnte es Mazedonien nur durch Gewalt erhalten. Das ist augenscheinlich die Ecktärung der Sofiater Meldung, daß Bulgarien Serbien angreifen werde, um Mazedonien zu erobern. Die Haltung Bulgariens. Rotterdam, 21. Sept. Der Sofiaer Korrespondent des „Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt: I: nachdem sich die militärische Luge für die Entente verschlechtert, würden ihre Versprechungen größer und verführerischer. Man betrachte hier aber das russische Heer als den Grundstock des Ententegebäudes. Da jetzt dieser ins Wanken geraten sei, drohe das ganze Gebäude einzustürzen. In allen Balkanstaaten, auch in jenen die an der Seite der En tente stehen, ist man überzeugt davon, daß der Viervrr- band den Krieg verlieren wird, und man mißt deshalb seinen Versprechungen keinen Wert zu. Man kann sagen, daß der Bierverband auf dem Balkan sowohl politisch als auch militärisch als insolvent angesehen wird. Russische Uebergriffe gegen Rumänien. Bukarest, 20. Sept. Die halbamtliche „Jndependance Roumaine" meldet: Ein russisches Torpedoboot verfolgte bei Konstanza zwei rumänische Segelschiffe, welche sich in die Tuzlabucht flüchteten. Das Torpedoboot hält nun vor der Bucht Wache, so daß die Segelschiffe gesperrt sind. Die rumänische Regierung hat die Zurückziehung des russischen Torpedobootes aus den rumänischen Gewässern gefordert. Gleichzeitig forderte die Regierung die Herausgabe eines Transportschiffes, welches aus der Türkei kam und von der russischen Flotte ohne Berechtigung gekapert wurde. Die Politik Rumäniens. Bukarest, 21. Sept. Der serbische Gesandte Ristitsch in Rom, der lange Zeit Serbien in Bukarest vertreten hat, traf in Bukarest ein. Er soll die Sondermiflion haben, sich über die Haltung Rumäniens zu informieren. Der Berichterstatter des Az Est bezeichnet die Stellung Rumäniens als schwankend. Man scheut vor der Besetzung Beffara- biens zurück, weil man die Wiederaufrichtung Rußlands fürchtet. Auch die Wichtigkeit der Dardanellen wird nicht in ihrer ganzen Tragweite beurteilt. Man sagt, Rußland könne auch ohne Konstantinopel und die Dardanellen Rumäniens Handel erdrosseln. Die größte Sorge sei die Frage, was Rumänien machen solle, wenn eine neue Aktion gegen Serbien gerichtet werde. Es kann jedoch festgestellt werden, daß die zielbewußte Haltung der Zmtralmächte einschüchternd wirkte. Der Mlkerkrieg. Die Rümpfe im westen. Auch Churchill peitscht ein. London, 17. Sept. Churchill sagte in einer vor den Munitionsarbeitern in Engfi ld gehaltenen Rede: Sie galt in dem einfachen Haushalte vier, unv wenn sie ' mit bem von Runzeln durchquerten Kops mit dem weißen Haar mürrisch durch die Zimmer schritt, dann war es fast so, als hätte das Oberhaupt der Familie seinen schlechten Tag. Ein Wort daun freilich von Frau Feldberg, ein liebes Lächeln von ihrem kleinen Lillychen — und sie war gleich so gerührt, daß ihr die dicken Tränen über die welken Wangen liefen. »Kinder seid ihr, Kinder," schalt sie dann noch ein Weilchen, aber daun war sie auch wieder gilt, und es gab nichts auf der Welt, was sie für „ihre beiden Kleinen" nicht zllm mindesten „versucht" hätte. Auch heute zürnte sie schon wieder den ganzen Vormittag. Spät am vergangenen Tag war weiliend ein junges Mädchen ins Haus gekommen. Es >var dann über Abend geblieben, hatte die Nacht da geschlafen, und als Katharine sich am frühen Morgen eine bescheidene Anfrage erlaubte — na, da hörte sie plötzlich, daß das junge Mädchen nun für immer im Hause bleiben sollte. Das paßte ihr nicht. Das ging überhaupt nicht! Denn: „Sehen Sie, Frau Feldberg, so dicke haben Sie's auch nicht, und ich Hab' schon genug Wirtschaft, m t Ihnen, mit dem Mädel und — und . . . mit dem jungen Herrn!" Nun gefiel ihr zwar der junge Herr, der alle Tage kam und mit ihrem Lillychen so nett — eigentlich noch mehr als das — war, recht gut, und was sie den dreien tun konnte, das tat sie auch mehr als gern, aber . . . man hätte sie doch zum mindesten einweihen und unterrichten können! Deshalb war sie eben böse. Da halfen ailch keine guten Worte, auch kein Lächeln und Bitten. Sie wehrte das alles ab. „Ihr seid Kinder! Ihr sagt das so. Ich sehe das besser. Ich bin eine alte Frau!" Und brummig, die buschigen Augenbrauen fest zusammengezogen. ging sie mit doppeltem Eifer ihrer Arbeit nach. Sie batte nämlicki auch ihren ©tot*. Wenn sie mit Während Rußland sich aufs neue waffnet und die verlorene Kraft wiedergewinne, drücke auf England eine große Last. Der Z ustand sei ernst; England besitz; jedoch die Macht, um den Krieg einem günstigen Ende zuzuführen. Es könne das aber nur, wenn alle Bürger ihre vollen Kräfte einsetzen. Während der letzen vier Monate seien die Ereignisse für die Alliierten nicht so günstig verlaufen, wie es hätte erwartet werden können. Sie gewannen zwar in Frankreich und Flandern Boden, aber die Linien des Feindes seien nicht durchbrochen. Auch an den Dardanellen gewann man unschätzbares Gelände, aber noch keine Entscheidung. Churchill fuhr fort: Wir suchten und wünschten diesen Kampf nicht. Wmn schließlich die Freiheit Englands und Europas noch unangetastet sein sollte, werde es von diesem unglücklichen, aber glorreichen Geschlechte heißen: sie weichen nicht, sie haben die Freiheit der Welt beschirmt. London, 17. Sept. Bei der Beratung der Kreditbewilligung im Unterhause entspann sich eine ausführliche Erörterung über die Wehrpflicht. Bemerkenswert war die Rede von Thomas (Arbeiterpartei), der dem Eisenbahner-Verband angehört. Thomas sagte: Fast alle Gewerkschaften dieses Verbandes nahmen eine Entschließung gegen dir Wehrpflicht an und teilten obendrein dem Ausführenden Ausschuß mit, daß sie im Falle der Einführung in einen Ausstand treten würden. Der Gewerkschaftskongreß, der drei Millionen Arbeiter vertritt, nahm einstimmig eine Resolution gegen die Wehrpflicht an. Das Geschoßgesetz konnte nicht gegen 200 000 Arbeiter durchgesetzt werden, wie viel weniger die Wehrpflicht gegen drei Millionen! Wir wollen den inneren Sinn dieser Bewegung kennen lernen. Ist sie ein Schachzug, um Asquith zu stürzen? Wir befanden uns oft im Gegensatz zu ihm, aber wir sind überzeugt, daß er in dieser internationalen Krisis unersetzlich ist. Aber wenn der Premierminister nicht das Zftl ist, um was handelt es sich dann? Im Namen der Mütter, die ihre Söhne, und der Kinder, die ihre Väter verloren haben, bitte ich Sie, die Einigkeit der Nation nicht zu spalten. Angenommen, Sie erzwängen Neuwahlen, was dann? Wollen Sie Soldaten gegen dir Minderheit anwenden? Unsere Aufgabe wird sein, den inneren Frieden zu erhalten. Ich warne Sie! An demselben Tage, an dem die Regierung die Wehrpflicht einbringt, wird eine industrielle Revolution da sein. Tagesöericht WTB. Cr. Hauptquartier, 20. Septbr., vormittags (Amtlich). Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Schiffe, die Westende und Middelkerke, südwestlich von Ostende, erfolglos beschossen, zogen sich vor unserem Feuer zurück. Es wurden Treffer beobachtet. An der Front keine besonderen Ereignisse. Westlich von St. Quentin wurde ein englisches Flugzeug durch einen deutschen Kampfflieger abgeschossen. Der Führer ist tot, der Beobachter gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Im Brückenkopf von Dünaburg mußte der Feind vor unserem Angriff von Rowo-Alexandriowsk in eine rückwärtige Stellung weichen. Es wurden 550 Gefangene gemacht. Bei Smorgon versuchte der Gegner durchzubrechen. Er wurde überall abgeschlagen. Der Angriff gegen den aus der Gegend Wilna abziehenden Gegner ist im Gange. Auch weiter südlich folgen unsere Truppen dem weichenden Feind. Die Linie Mjedniki - Lida - Soljane (am Njemen) ist erreicht. der Herrschaft nicht zufrieden war, sollte es die Herrfcyafr wenigstens mit ihr sein. Na ja. . . Schließlich aber wurde es Frau Feldberg doch zu viel. Gerade weil in ihrem guten Herzen so viel Sonnenschein war, wollte sie an diesem Tage nicht einen unzufriedenen Menschen um sich haben. Und gerade diese treue Seele, die in so vielen Jahren Leid und Glück ihrer Familie in hohem Maße geteilt ... sie sollte es am allerwenigsten sein. Still schlich sie sich deshalb hinaus in die Küche. Es war ja die Zeit, in der Katharine sich nach der ersten Arbeit mit dem Frühstück stärkte. Da saß sie still. Da fand sie leichter Gehör. Die alte Dame rückte zwar unruhig auf dem Schemel hin und her, als sie den unerwarteten Besuch empfing, doch es half ihr schließlich nichts. Sie mußte sttzenbleiben; die müden Beine verlangten es. Frau Feldberg nahm sich auch einen Stuhl und rückte ihn dicht zu ihr hin. „Nun sagen Sie bloß, Katharine . . . was ist Ihnen eigentlich?" Katharine drehte und wandte sich in ihrer Gekränktheit und blickte schließlich hilflos zur Seite. Butterbrot und Kaffeetasse hielt sie in den ausgearbeiteten Händen. „Nichts, nichts! Was soll mir das sein?" Sie biß in das Brot. „Ich arbeite und kriege dafür zu essen. Punktum!" „Aber Katharine, so war's doch nicht immer zwischen uns." „Na ja, na ja . . . aber nun-Die Kinder sind groß, sind erwachsen — was brauchen sie da die alten Leute!" Zur Abwechselung trank sie einmal mit großen, schlürfenden Zügen. Und das war gut, denn so konnte sie wenigstens nicht sehen, wie über das Gesicht ihrer Herrin ein spöttisches Lächeln zog. Das hätte unter Umständen die ganzen Verhandlungen zunichte machen können. „Sagen Sie mal, Katharine . . Frau Feldberg sprach vlötzlick mebr in einem beratenden, einfacheren Ton Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Gegner leistete nur vorübergehend an einzelnen Stellen Widerstand. Die Heeresgruppe erreichte den Mo- lozadz-Abschnitt bei Dworzec und südöstlich und nähert sich mit dem rechten Flügel dem Nyschanka-Abschnitt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Der Feind ist überall weiter zurückgedrängt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei kleineren Gefechten machten die deutschen Truppen über 100 Gefangene. Vom nördlichen Donauuser nahm deutsche Artillerie den Kampf gegen serbische Stellungen südlich des Stromes bei Semendria auf. Der Feind wurde vertrieben, sein Geschützfeuer zum Schweigen gebracht. Oberste Heeresleitung. Semendria liegt südöstlich von Belgrad an d.r Eisenbahnlinie Semendria — Velika Plana und zählt 6876 Einwohner. Ein neuer Kronrat in London. Rotterdam, 21. Sept. Aus London wird gemeldet: Der König ist zur Abhaltung eines neuen Kronrats hierher zurückgekehrt. Es verlautet, daß die für die Wehrpflicht eintretenden Kabinettsmitglieder Chamberlain, Carson und Selborne ihre Entlassung einzureichen beabsichtigen. Tagesöericht. WTB. Gr. Hauptquartier, 21. Septbr., vormittags (Amtlich). Westlicher Kriegsschauplatz. Am Abschnitt Souchez Arras unterhielt die französische Artillerie fast uuuutrrbrocheu starkes Feuer. In der Gegend von Neuville kam es zu Handgranatenkämpfen. Das gestern in Trümmer geschossene Schleusenhaus von Sapigneul (am Aisne-Marne-Kanal norwestlich von Reims) wurde nach Sprengung der Ueberreste planmäßig und ohne Berührung mit dem Feinde von uns geräumt. Westlich von Perthes in der Champagne und in den Argonnen wurden mit Eefolg in die feindliche Stellung gesprengt. Mehrere Handgranaten-Angriffe am Hartmannsweilerkopf wurden abgeschlagen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Die Truppen des Generalobersten von Eichhorn sind nordwestlich und südwestlich von Oschmjana im fortschreitenden Angriff. Der rechte Flügel der Heeresgruppe erreichte unter Nachhutkämpfen die Gegend östlich von Lida bis westlich von tlowo Grodek. Heeresgruppe des Generalfeldm. Prinzen Leopold v. Bayern. Der Uebergaug über den Moltzedz bei und südlich Dworzec ist erzwungen. Weiter südlich gelangten unsere Truppen unter Verfolgungskämpfen bis an die Linie südwestlich von Moltzedz-Nowaja-Mysch (westlich von Ostrom). Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei den deutschen Truppen hat sich nichts ereignet. Oberste Heeresleitung. Die Rümpfe im Osten. Der „Sund" «der die Kriegslage. Sern, 18. S;pt. In einer Würdigung der strategischen Gesamtlage urteilt der militärische Mitarbeiter des „Bund", die Schlacht zwischen Riga und Pinsk stehe für die Deutschen sehr günstig, da ihre großzügige und einheitliche Operation dem G.'gner bereits die Freiheit „. . - wenn Sie aus der straße einen Menschen finden, der am Verhungern ist — was werden Sie dann tun?" Das Butterbrot, das eben wieder in Katharines Mund wandern sollte, flog hastig zurück. „Ich — ich . . ." sagte sie, indem sie Frau Feldberg verwundert anblickte, „was ich tu'? Na zum Himmel . ich geb' ihm zu essen! Aber derbe!" „Na, also das tun Sie. Und wenn nun zu mir so ein armes, junges Mädchen kommt, das in Lieblosigkeit und Quälern verschmachtet, dann soll ich erst überall herumlausen und fragen, ob ich sie auch stärken darf, ob ich sii bei mir behalten und wieder ein bißchen aufrichten kann? Katharine. . ." Butterbrot und Taffe waren ganz still auf den Tisch zurückgewandert. Zwei plötzlich traurige und mitleidige Augen blickten zu ihr hinüber. „Nein, nein!" klang es ganz zögernd und verlegen. „Wer sagt — denn — das?" „Aber Sie! Wenn auch nicht mit Worten. Mit Blicken und Tun, die mehr noch als Worte sprechen." „Aber . . . aber-Und das ist das kleine Fräulein, das Lieschen?" „Ja! In aller Angst kam sie gestern zu mir gelaufen und weinte, daß es mir bitter weh tat. Sie ist allein in der Welt . . „Ach Gott — so'n junget Ding . . ." „Und die Menschen, bei denen sie bisher wohnte, wenn sie in Stellung war, — die waren schlecht und haben sie gequält und ihr nachgestellt ..." „I du-* Katharine konnte nicht weiter. Es erstickte ihr die Stimme. Sie schlug nur immer mit den Fäusten aneinander. „Na, Katharine — sie ist die Tochter meiner besten Freundin! Was sollte ich da tun?" „I — ich . . ." Sie sprang auf und ihr starker Arm sauste durch die Luft. „Totschlägen! Ja — alle die schlechten Mn.schen, die so'n armet junget Ding nich könn'n in Brieden lasten. Nur totschlagen!" Rr. 112. Telephon Nr. 11. des Handels in der Defensive genommen und seine Haupt- sront zwischen Düaaburg und Wilna durchbrochen habe und die Deutschen hier, wie aus der Erstürmung von Widsy hervorgehe, in den Hauptvertcidigungsraum einge- drungcn seien. Die ganze Schlachthandlung erfordere bei einer Frontausdehnung von über 600 Kilometern und einer Tiefe des Operationsraumrs von mindestens 100 Kilometer geraume Znt, um sie zu vollenden. — Den englischen Frontsektor nach den Verstärkungen nimmt L:r „Bund" auf 80 bis 100 Kilometern an. Rechne man, daß mindestens fünfzehn französische Divisionen frei geworden seien, so komme man zum Schlüsse, daß eine engliich-französtsche Offensive Platz greisen müsse, wenn die Munitionserzeugung dies vor dem Winter noch gestatte. Verführerisch als Haupieinbruchsstelle sei die Vogesenfront mit dem Belforter Loch, die aber keine große Entwicklungsmöglichkeit gestatte. Als gegeben erscheine immer wieder der Abschnitt zwischen Reims und den Ar- gonnen, wo die blutgetränkte Champagne Raum zur Entwicklung lasse. Die Flucht ius 3«uere. Petersburg, 20. Sept. lieber die Völkerwanderung ins Innere Rußlands gibt die Nowoje Wremja «ine herzzerreißende Schilderung. Drei Bezirke, Kowel, Lack und Wladimir-Wolhinykij, seien ganz geräumt. Alles sei verbrannt, um nichts dem Feinde auszuliefern, die Bevölkerung ausgewandert, alles bewegliche Eigentum mitnehmend und das unbewegliche zerstörend. Diesen drei Distrikten seien die benachbarten Distrikte bald gefolgt. Wolhynien bietet einen .traurigen Anblick. Der gewaltige Wald stehe in Flammen. Jede Landstraße, jeder Dorfweg und jeder Pfad wimmele von den obdachlosen Ameisenhaufen fliehender Volksmassen. Von Wolhyniens 4 Millionen Einwohnern seien Vs ausgewandert. Der schrecklichste Augenblick sei, wenn die Fliehenden ihren Dörfern Lebewohl sagten. Kaum hätten sie 3, 4 Werst hinter sich, so fingen schon die Dörfer von allen Seiten zu brennen an. Dann mache die Karawane halt, aller Blicke richteten sich zum lohenden Himmel. Die weinenden Männer zögen schreiend die Mützen und bekreuzten sich, Lie Weiber heulten und die Kinder übcrschrien das Ganze. General Rußki Oberbefehlshaber? Stockholm, 20. Sept. Nach Petersburger Berichten wird die Abgabe des Oberbefehls über das rufiische Herr durch den Zaren an General Rußki als bevorstehend angesehen. Die Petersburger Preffe bereitet darauf vor, indem ste die Anwesenheit des Zaren am Sitz der Regierung für politisch notwendig erklärt. Der verbannte Großfürst. Lerlin, 20. Sept. Wie die deutsche Tageszeitung berichtet, erhielt der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch vom Zaren den Befehl, Tiflis während der Kriegsdauer nicht zu verlassen, was einer Verbannung gleichkomme. Eine Wiederholung der Ereignisse von 1905. Loprnhageu, 20. Sept. Noch fehlen einigermaßen zuverlässige Nachrichten aus Rußland über die Wirkung der Duma-Vertagung, jedoch werden die Folgen zweifellos ganz andere sein, als Geromykin und die reaktionären Hofkreise hoffen. Sogar einzelne einflußreiche Mitglieder des jetzigen Kabinetts meinten, die Duma-Ver- tagung werde eine heillose Katastrophe nach sich ziehen. Geromykin hoffte, durch die Vertagung die liberalen Elemente des Dumabloks rinzuschüchtern und gefügig zu machen. Diese Hoffnung darf schon jetzt als gescheitert gelten. Ganz gewiß werden zum mindesten die Forderungen der Duma und des Landes, auch wenn man eine friedliche Lösung des Konflikts voraussetzt, jetzt viel radikaler werden. Die Ereignisse von 1905 und 1906 scheinen sich zu wiederholen. Die Verhaftungen und Haussuchungen werden in ganz Rußland mit großem Eifer fortgesetzt, was gegen den Willen des Ministers des Innern geschieht. llederraschender Angriff auf die Engländer am Euphrat. Lonftautiuopkl, 20. Sept. Privatnachrichten aus türkischer Quelle über die seit einigen Tagen an der mesopotamischen Front sich abspielenden Kämpfe besagen: Vorgestern fand zwischen den türkischen Stellungen und feindlichen Schiffen ein Artilleriekampf mit Geschütz- und Gewehrfeuer statt. Ein bewaffnetes englisches Floß wurde von den Geschützen getroffen und schwer beschädigt. Eine Abteilung türkischer Freiwilliger unternahm an diesem Tage einen überraschenden Angriff auf feindliche Lager am Euphrat. Die Engländer, die bedeutende Verluste erlitten, wurden aus ihren Stellungen geworfen. Ein anderer überraschender Angriff wurde gegen feindliche Stellungen am Tigris ausgrführt. Die Engländer erlitten auch dort beträchtliche Verluste. Frankreichs Schrecken über die Ereignisse im Osten. Genf, 21. Sept. Dir Ereignisse an der ruffischrn Front beherrschen die Pariser Preffe in vollstem Maße. Heftig gebärdet sich Herve in der Guerre Sociale, der sagt: Frankreich verfolgt mit entsetztem Herzen die furchtbare Lage unserer Verbündeten, denen ein zehnfaches Sedan droht. Deutschland machte ein wundervolles Manöver, indem es mit der ständigen Drohung einer Einkreisung die Ruffen zum Rückzug auf der ganzen von Front 400, Klm. zwang. Heute droht einem Drittel der russischen Armee die völlige Vernichtung oder ein weiterer Rückzug von 200 Klm. Unterdessen schaut Joffre untätig zu, anstatt die Meisterleistung Hindenburgs nachzuahmen. Der Lauddote * SirrSheimer Zeitung. Amsterdam, 21. Sept. Die Blätter besprachen alle mit großem Interesse die Einnahme Wilnas durch die Deutschen und die Lage, die sich daraus für die russische Armee ergeben könne. Man hält die Besetzung Wilnas, die früher vorgekommen sei, als man allgemein erwartet habe, für ein Ereignis von höchster Bedeutung. Man spricht von der Möglichkeit einer Umzingelung großer russischer Heerrsmassrn. Die meisten Blätter glauben, daß Wilna, wenn noch Großfürst Rckolai an der Sp'tze der russischen Heeresleitung stände, früher geräumt worden wäre, und daß hier ein großer taktischer Fehler begangen wurde; dadurch, daß die beiden Eisenbahnlinien nach Petersburg im Rücken der russischen Armeen durch die Deutschen besetzt worden seien, sei die Lage der Russen prekärer und gefährlicher als je. Die Schlacht bei Wilna. Lettin, 21. Sept. Laut „Berliner Tageblatt" meldet die „Times" aus Dünaburg: Vor der Stadt wütet eine furchtbare Schlacht. Die russischen Linien seien schon wiederholt von einer Hand in die andere übergegangen. Die Stadt sei ebenso gründlich geräumt wie Warschau. Die deutsche Offensive gegen Serbien. Lerlin, 21. Septbr. Zum Beginn einer deutschen Offensive gegen Serbien heißt es im Berliner Tag: - blatt: Die ersten Schüsse der deutschen Artillerie am Donau- ufer werden auf dem Balkan vernehmbar weiterhallen und die Ententemächte werden die laute Ankündigung nicht überhören können. Das Eingreifen Oesterreich Ungarns in den Krieg nötigte seinerzeit Oesterreich-Ungarn, seine Hauptkräfte nicht gegen Serbien zu senden, sondern ste mit Deutschland geeint gegen den Hauptgegner einzusetzen. Serbien wurde zum Nebenkrirgsschauplatz. Jetzt sind die Heere des Zaren soweit niedergerungen, daß wir, um mit dem Reichskanzler zu sprechen, Armeen zu neuen Schlägen bereit haben. Auch über die gemeldete Offensive deutscher und österreichischungarischer Truppen wird sich Serbien nicht wundern können, das im August vorigen Jahres, noch im Vorgefühl festen Vertrauens auf den großen russischen Bruder, die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reiche ab brach. Die jetzt begonnene Offensive in Serbien erfolgt wohl hauptsächlich durch die notwendig gewordene engere Verbindung zwischen den Zentralmächten und ihrem türkischen Bundesgenossen. Der Eindruck der russischen Niederlagen in England. Amsterdam, 21. Sept. In den Wandelgängen des Londoner Parlaments herrschte nach dem Fall von Wilna eine äußerst pessimistische Stimmung, die allerdings von Lord Kitchener nicht geteilt wird. Man beurteilt die Lage in Rußland dahin, daß nach Wilna nun auch Riga sicher fallen werde. Das gleiche Schicksal werde auch Kiew ereilen. Die Hauptaufgab» des russischen Heeres sei fortan, bis zum Beginn des Winters den Vormarsch der Deutschen nach Petersburg aufzuhalten. Lronrat im russischen Hauptquartier. Lertiu, 21. Sept. Zu dem auf den 23. Sept. im Hauptquartier des Zaren angesetzten Krön rat sind außer den Ministern Mitglieder des Reichs- und Kriegsrats auch Persönlichkeiten geladen, die das besondere Vertrauen des Zaren genießen. Dem Kronrat wird in Petersburg große Bedeutung beigelegt. Man erwartet von ihm eine andere Zusammensetzung des Ministeriums, sowie eine Festlegung des inneren Kurses, welcher dazu bestimmt sein soll, dem Ministerium den gemäßigten Anstrich zu geben, aber auch die Richtung auf die Ausschaltung korporativer Verbände, der Semstwos und Städtebünde nehmen soll. Da rüber hinaus wird jedoch nach gut informierten Quellen auch eine Entscheidung der äußeren Politik notwendig, „welche sich aus der militärischen Lage ergebe". Aus Stadt und Land. X Sinsheim, 20. Sept. Vom Bad. Stellenanzeiger für Kriegsinvalide, der von dem Bad. Landesausschuß für Kriegsinvalidenfürsorge herausgegeben wird, stnv bis sitzt zehn Nummern erschienen. Darin sind bisher 348 Stellen angeboren und 97 Stellen von Kriegsinvaliden gesucht. 52 Kriegsinoaliden konnten in Arbeit und Stellung gebracht werden. Eine Durchsicht der Angebote und Gesuche zeigt dir große Vielseitigkeit dieser Arbeitsvermittlung, zugleich aber auch den reichen Segen, den diese Art der Hilfe stiften kann. Es sei daher auf diesen Stellenanzriger hier neuerdings hingewiesen. + SiuSheim, 21. Sept. Liebesgaben für die deutschen Gefangenen in Rußland. Eine wichtige Aufgabe tritt an den Bad. Landesoerein heran. Es handelt sich um die Versorgung der in Rußland untergebrachten deutschen Gefangenen und Zivilinternierten. Nachdem sich die ruffische Regierung bereit erklärt hat durch die Vermittelung von Herren des schwedischen Roten Kreuzes Liebesgaben an die deutschen Gefangenen transportieren zu laffen, soll die Versendung nun ausgenommen werden. Das Bad. Rote Kreuz wird sich dabei mit 3000 Paketen beteiligen, die einen Aufwand von ungefähr 100000 Mark erfordern. Die Sendung enthält vor allem warme Kleidungsstücke und allerhand Gebrauchsgegenstände. He Sinsheim, 21. Sept. Auszeichnungen. Die silberne Verdienstmedaille am Bande der Militärischen Karl Friedrich-Verdienstmedaille wurde verliehen: dem Unteroffizier Karl Lehmann und dem Unteroffizier d. L. I Ferd. Weißinger, beide von Sinsheim, dem Unteroffizier d. R. Albert Frank von Steinsfurt; das Ritterkreuz 2. Klaffe mit Schwertern des Ordens vom Zähringer Löwen dem Leutnant d. R. Johannes Hege von Reihen, bei der Kraftwagen-Funkenstation Nr. 16; mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden: der Er» Donnerstag, 23. September 191b. satzreseroist Fritz Ambacher von N ckarbischofsheim und der Unteroffizier Eugen Rothenhöler von Rappenau. -L- Sinsheim, 22. Sept. Inter-ff.-nten werden nochmals daran erinnert, daß der vom Verband der Ziegenzuchtgenossenschaften des Kreises Heidelberg veranstaltete Bock markt morgen Donnerstag, den 23. September, vormittags halb 10 Uhr beginnend, in Sinsheim beim „Hotel Post" abgehalten wird. P Eschelbroun, 18. Sept. Die Kinder der hiesigen Volksschule legten ihre E-.sparniffr zusammen und zeichneten auf die Kriegsanleihe 700 Mark. :: Neckarbischofsheim, 20. Sept. In der gestern nachmittag stattgehabtcn Generalversammlung des hiesigen Vorschuß-Vereins wurde die vom Aufsichtsrat in Vorschlag gebrachte D vidende von 6 pCt. genehmig:. Der laut Geschäftsüberstcht erzielte Reingewinn betrug 39 180.94 Mark. — Die Versteigerung des hiesigen Gemeinde- obstes ergab einen Erlös von 902 70 Mark. O Eschelbach, 20. Sept. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist Kaufmann Otto Eckstein, Sohn des hiesigen Oberlehrers Herrn Eckstein, den Heidenrod fürs Vaterland gestorben. Ehre seinem Andenken! + Eichtersheim, 22. S'pt. Reservist PHilipp Landes von hier, der gemeinsam mit dem Arzt seinen tödlich verwundeten Hauptmann aus dem Feuer trug und kurz darauf selbst schwer verwundet wurde, eihielt für sein tapferes Verhalten die Silberne Verdienstmedaille am Bande des militärischen Karl-Friedrich Ordens. s ist Krieg! Da sind die Zeiten sehr bewegt und wechselreich. Zum Glück haben wir uns die Feinde aus dem Lande zu hallen gewußt. Auf feindlichem Boden wird der große Kampf ausgefochten. Aber man spürt den Krieg auch im 'Innern des Reiches. Hier heißt es, mitzuarbeiten, damir unserem Heere der endgültige Sieg beschieden wird. Viele neue staatliche Organisationen und Verbände sind für die Dauer des Krieges geschaffen worden, nur zu dem Zweck, Anordnungen zu treffen, die das deutsche Volk gut durch die Zeiten des Krieges hindurchbringen. Vieles ist schon zum Nutzen der Allgemeinheit geschehen. Weitere Verordnungen werden zweifellos folgen. In diesen Zeiten, wo der Kaufmann und der Gewerbetreibende und nicht zuletzt auch der Privatmann, von allen neuen wichtigen Verordnungen schnellstens unterrichtet sein muß, kann man ohne das Amtsblatt nicht mehr auskommeu. Das Amtsblatt erscheint als Beilage zum „Landboten" und enthält sämtliche behördlichen Bekanntmachungen. Besonders wichtige Anordnungen, namentlich solche des Generalkommandos, werden, wenn an dem Tage des Eingangs kein Amtsblatt erscheint, sofort im „Landboten" veröffentlicht. Wer daher stets schnell unterrichtet sein und vor Schaden bewahrt bleiben will, der abonniere auf den „Landboten". Er enthält dann das AmtSverküudiguugSblatt gratis. Der „Landbote" kostet monatlich 45 Pfennig. Bestellungen nehmen entgegen: Unsere Geschäfts- stelle, die Zeitungsboten, sämtliche Postanstalten, sowie die Agenturen auf dem Lande. ft, A«S Baden, 21. Sept. Anwerbung deutscher Arbeitskräfte nach dem Ausland. In deutschen industriellen Fachzeitschriften werden neuerdings Anzeigen veröffentlicht, in denen Konstrukteure, Ingenieure und Spezialarbeiter nach dem Auslände gesucht werden. Es besteht hiernach die G.fahr, daß Industrien des Auslandes, insbesondere auch des neutralen, die mit Lieferungen für die feindlichen Staaten, überhaupt mit Lieferungen von Kriegsmaterial aller Art beschäftigt sind, durch Einstellung deutscher Arbeitskräfte eine Förderung erfahren. Dieser Gefahr muß vorgebeugt werden. Wer derartigen Anwerbungen Folge leistet und wer durch Aufnahme und Verbreitung derartiger Anzeigen und Inserate zu einer Förderung der im feindlichen Interesse arbeitenden Industrie des Auslandes beiträgt, wird wegen Landesverrat» gemäß § 89 des Strafgesetzbuches belangt. bc. Karlsruhe, 20. Sept. Zum badischen Opfer- tag Hot das Großherzogspaar eine Spende von 5000 Mark, die Großherzogin Luise 4000 Mark und die Königin von Schweden 1000 Mark gestiftet. de. Offeuburg, 20. Sept. In unserer Gegend werden zurzeit die Nüsse geerntet. Der Ertrag ist so groß, wie seit Jahren nicht mehr. Für den Zentner werden 35 Max? bezahlt. de. Biberach i. K., 20. Sept. Im Sieinbruch Moll in Steinach ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Bei einer Sprengung wurde der Aufseher Schwab getötet; einem jungen Arbeiter, der jetzt einrücken sollte, wurde ein Auge herausgerissen und ein Arm abgeschlagen. Sein Zustand ist sehr ernst. 2 Konstanz, 20. Sept. Immer noch viel Gold in der Landbevölkerung! Durch fortgesetztes Sammeln hat in der kleinen Gemeinde Ahausen Hauptlehrer Albrecht die Summe von 2050 Mark in Gold zusammengebracht. Sinsheim, 21. Sept. Dem heutigen Schweinemarkt waren 51 Milchfchwe'rne zngeführt. Die Preise waren 45—60 Mk Rr. 112. Telephon Nr. 11. Der Landbote * Siusheimer Zeitung Donnerstag. 23. September 1915. Amtliche Bekanntmachung. Musterung der bisher als „dauernd untauglich" nunmehr als „lavdsturmpflichtig" geltenden Persoue«. Die Musterung der bisher als „dauernd untauglich" von allen militärischen Pflichten befreiten, durch das Gesetz vom 4. September 1915 nun als „landsturmpflichtig" geltenden Personen, findet statt am: Douuerstog, den 23. ds. Mts. vormittags 9 Uhr Freitag, den 24. ds. Mts. vormittags 9 Uhr Samstag, den 25. dS. Mts. vormittags 9 Uhr im Saale der Wirtschaft „zur Reichskrone" in Sinsheim. Von den zur Landsturmrolle angemeldeten Pflichtigen haben zu erscheinen: Donnerstag, de» 23 . September vormittags 9 Uhr alle Ausgebildeteu, also diejenigen, welche sich bei dem Bezirkskommando zur Landsturmrolle angemeldet haben. Von den Unausgebildeten haben sich an diesem Tage vorzustellcn: die Jahrgänge 1895, 1894, 1893, 1892, und von dem Jahrgang 1891 die in Adersbach bis Reichartshausen (nach alphabetischer Reihenfolge der Gemeinden) wohnenden Pflichtigen. Freitag, de« 24 . September vormittags 9 Uhr alle UnauSgebildeten der Jahresklaffen: 1891 (von Reichartshausen bis Zuzenhausen), 1890, 1889, 1888, 1887, 1886, 1885, 1884 und 1883. Samstag, den 25 . September vormittags 9 Uhr W 8 alle UnauSgebildeten der Jahresklaffen: 1882, 1881, 1880, 1879, 1878, 1877 und 1876. Die Pflichtigen haben pünktlich zu erscheinen und müssen ihre Militärpapiere mitbringen. Anträge auf Befreiung vom Erscheinen zur Musterung sind beim Bürgermeisteramt zu stellen. Unentschuldigtes Fehlen hat neben Bestrafung und nachträglicher Musterung gegebenenfalls sofortige Einstellung zur Folge. Sinsheim, den 21. September 1915. Der Civilvorsitzeude der Ersatzkommission des Aushebuugsbezirks. FtlWslWck in jeder Größe, eigenes Fabrikat, für Wiederverkäufer mit hohem Rabatt, empfiehlt billigst Carl-Fischer, Hauptstr. 285. Einige Waggon gebrauchte von 5—750 Liter sind kingetroffen und billig abzugeben bei Friedrich Petri, Reichskrone Sinsheim. Neues ? I Fildersanerkrant empfiehlt Gg. Eiermann. ■ r füralle Küchengeräte Göfl-WerKauf. Die Gutsverwaltuug in Grombach hat noch Most obst zentnerweise zu verkaufen so lange der Vorrat reicht. Ale Kutsverwattung. Meldkversteigelung. Die Badische Landwirtschastskammir. veranstaltet am Freitag, de» 24 . September mittags 12 Ühr in Lauda eine Versteigerung von ca. 35 guten belgischen Fohlen im Alter von 1—3 Jahren. Zugelvffen zur Versteigerung werden nur solche Personen, die eine bür germeister amtliche Bescheinigung vorlegen darüber, daß sie zur Aufrechterhaltung ihres landwirischafiltchkn Betriebs ein Pferd dringend benötigen. Prisa Carbid! Directer Waggon-Bezug aus der Schweiz in Trommeln ä 100 u. 50 Kilo und Dosen von % 1, 2 V*, 5, 10, 25 Kilo empfiehlt zu billigsten Preisen gegen Nachn. Carl Bödigheimer, Hoflieferant Neckargerach. Tüchtiges, nicht unter 18 Jahren altes für alle Hausarbeiten gesucht F. Brugier, Eppinge«. Für unsere Lieblinge ist die beste Kinderfeste, da äußerst mild u. wohltuend f. d. empfindlichste Haut, Steckenpferd- Bnttermilch-Seife St. 30 Pfg. bei: I. Neuß Wwe., W. Geiß. Solbad Rappern geöffnet yom 1. Mai bis Ende Oktober. Badezeit: Werktags: vormittags 7 — 11 Uhr nachmittags 1 — 6 Uhr. Sonntags: von vormittags 7 bis nachmittags 4 Uhr. 1 + Haarkrankheiten + e: Haarausfall, Haarschwund, beginnende Kahlköpfigkeit, kreisförmige Kahlheit, Schuppen etc. behandelt mittelst Eisenlicht und Quarzlicht nach Professor Kromayer Dir. Heinrich Schäler nur N 3, 3 SPRECHSTUNDEN + 1 „Elektron” N 3, 3 Sonntags Ji Mannheim vts-ü-vis vom Wilden Mann. HUT Täglich von 9—12 Uhr und 2—9 Uhr abends, von 10—12 Uhr. — : Damenbedlehnng durch ....... —. Frau Rosa Schäfer Zivile Preise. Telef. 4320. Ausführliche Broschüre gratis. - 13 jährige Praxis — HEINRICH L AJMZ MANNHEIM Gegründet 1859 * 5000 Arbeiter und Beamte Grösste und bedeutendste Fabrik Deutschlands für Dreschmaschinen, Strohpressen, Lokomobilen Komplette Dresch-Anla^ »n neuester Bauart für Dampf- oder Motorbetrieb Selbsteinleger, Spreubläser, Kurzstrohbläser u. Ballenheber XJeber 22000 grosse Dreschmaschinen im Betrieb verbürgen die Güte der aus mehr als 30jähriger Erfahrung im Dampfdreschmaschinenbau hervorgegangenen Bauart G. Becher’iü Buchdruckern Sinsheim (Elsenz) beim Bahnhof MB ■ ■■■ ■■■■■■ ■■■■■■■■ üelephon ßr. 11 Gegründet 1859 ■■■■■■■■ ■■■■■■ Anfertigung von Druck-flrbeiten £ Schwarz- und Buntdruck 8 Feine Ausführung £ £ Rechnungen 8 Briefbogen » Mitteilungen £ £ Counerts 8 Hdrefc- und Postkarten 8 Plakate £ £ Programme 8 Einladungen 8 Ballkarten : £ Uerlobungs- 8 Gratulations- 8 Uisit- und £ £ ürauerharten 8 Menus » Statuten ust». £ ■■■■■■■■*■■■■■ ■■■■■■■■■■■■■■ Schriftleitung: H. Becker; Druck und Verlag Gottlieb Beckerstche Buchdruckerei i» Sinsheim.