Erscheint Dienstag, Donnerstag «nd Samstag. Bezugs-Preis einschließlich der Sonntags-Beilage Illustriertes Sonntagsblatt - und dem - Amtlich. Verkündigungsblatt durch die Post bezogen monatlich 42 Pfennig am Postschalter abgeholt, durch den Briefträger und unsere Austräger frei ins Haus gebracht mouatlich 50 Pfg, Rer Landbote Gegründet CUIUU) 18 3 9 Elsenz- und Schwarzbachtal VmSheimer General-Anzeiger für das Aelteste und verbreitetste Zeitung dieser Gegend. Äaupt-Anzeigen-Blatt. Anzeige« losten im Anzeigenteil die Zeile (49 ww breit) 15 Pfg., ' bei Platzvorschrift SO Pfg., im textlichen Teil (85 mm.! breit) 40 Pfg. au erster Stelle-! 50 Pfg. Rabatt nach Tarifs. Schluß d. Anzeigenannahme 8 Uhr vorm., für umfing* reichere Anzeigen Tags zuvor 4 Uhr nachmittags. Geschäftszeit 1 h8—7, Samstags bis 6 Uhr. Sonntags geschloffen. Äernsprech-Anschlutz Rr. 11. Samstag, den 25. Dezember M5. M 152 . Ariegrweihnachten. Ein zweites Kriegsweihnachlen erlebt das deutsche Volk. Wieder läuten die Wcihnachtsglocken nicht „Frieden auf Erden" ein und „den Menschen ein Wohlgefallen". Wie Widersinn klingen scheinbar inmitten des völkermordrnden Grausens des schrecklichsten aller Kriege die VerheißungS- worte, womit einst die himmlischen Heerscharen den Hirten auf dem Felde die Botschaft von der Freude verkündet haben, die allem Volke widerfahren ist. Es könnte fast scheinen, als gelte die Weihnachtskunde von der Freude und dem Frieden ohnegleichen nun nicht mehr, sondern nur das Kampfeswort Jesu Christi — und unser Heiland war auch Kämpfer und Held auf Erden wie k in andrer — behalte noch Wahrheit: „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert." Das Schwert herrscht heute. Unter dem Zeichen des blutgetränkten Schwertes, unter dem Donner der Geschütze steht die sonst so wunderbar stille, heilige Nacht, die vom Christkind in der Krippe im Stalle zu Bethlehem erzählt, vom holden Knaben in himmlischer Ruh, aus dessen Munde die Liebe lacht, in besten Geburt uns die rettende Stunde geschlagen hat. Verloren scheint die rettende Stunde: Weihnacht ist ringsum Wehnacht. Die fröhliche, selige, gnadenbringende Zeit, von der das W-ihnachtslied stngt, ist die Zeit von Blut und Eisen, von Streit und Leid, von Not und Tod, wie nie zuvor, seit der Heiland auf Erden erschienen ist. » Und dennoch kündet auch diesmal Weihnacht die rettende Stunde, so unweihnachtlich dazu auch die Welt des wütenden Krieges stimmen mag. Tiefer und inniger als je zuvor wird heute das Bedürfnis nach der rettende Stunde der Christnacht empfunden, draußen wie daheim; heißer als sonst glüht hüben und drüben die Sehnsucht, die heilige Christfeier zu begehen, sich dem Ziuber des Christ- baumes hinzugeben und so stch aus der Nacht des Grauens und der WUt des Unfriedens schier ohne Ende zu retten in das Reich des Lichtes und der Liebe. Hienieden werden Schwert und Kreuz wohl immer zusammengrhören. Aber, so verheißt ein christliches Wort: durch das Kreuz zum LlchlI Die heilige Stunde der Geburt Christi bleibt die reitende Stunde, jetzt und immerdar. Rettung kommt stets durch den Sieg und den Segen der Liebe, die von jenseits, von oben herstammt. Ein Srom dieses steghaften Segens flutet in dieser Kriegs- und Kriegerweihnacht von der Heimat hinaus zu unfern feldgrauen und blauen Jungen und aus deren Herzen zurück zum heimischen Herd. Kriegsweihnachten trennt zwar, die sonst in Friedenszeit unter dem leuchtenden Tannenbaum in trauter Fröhlichkeit und Friedseligkeit beisammenweilen. Kriegsweihnachlen bedeutet zwar der Trennungen schwerste, bangste und bitterste. Aber die die Liebe unlöslich bindet, können nur äußerlich voneinander getrennt werden. Trennung läßt das Verbundensein von Herz zu Herzen nur noch stärker empfinden. Seele wandert zur Seele aus der deutschen Heimat hinüber in die Reihen derer, die in Feindesland und auf der Küstenwacht stehen, von den Vogesen bis zur Nordsee, vom Belt bis zum Balkan. Derselbe Weihnachtshimmel umfaßt alle in der gleichen Liebe. In der gleichen Liebe, die nie reger als gerade in der Weihnachtszeit wird, wissen stch unsre Helden auf der Walstatt völlig eins mit denen daheim, die mit ihren; Wünschen und Fühlen, ihrem Denken und Beten mit draußen stehen, um das Heil der Ihren flehend. Wie unermeßlich und unerschöpflich groß ist der Dank, der unfern Kriegern für ihre Treue, ihre Tapferkeit und ihren Todesmut von den Volksgenossen zu Hause gezollt wird! Aus dieser Dankesfülle, die di« Weihnachtsliebe zu voller Glut und Stärke entfacht, fließt in der Christnacht, die das Gemüt der Liebe so weit öffnet, eine beglückende, beseligende Kraft hinüber in das Bewußtsein unsrer Krieger im Felde und auf den Kriegsschiffen und verstäikt so die zauberhafte Wirkung, die seil Jahrhunderten von d-r stillen, heiligen Nacht ausgegangen ist. Im Gefühl der helfenden, sorgenden, heilenden, tröstenden, betenden Teilnahme, die aus dem Herz-n der Heimgt zu ihnen kommt, wird es in den Herzen unsrer Helden licht und klar, froh und fröhlich, und es ergießt stch über ste die innerlich stille Friedens- stimmung der heiligen Nacht, die ausklingt in dem Weihnachtswort : Ehre sei Gott in der Höhe! Deutsches Reich. de. Karlsruhe, 21. Dez. Im Reichsgesetzblatt 1915 Nr. 180 Seite 815 ist eine Verordnung des Bundesrats vom 9. Dez. 1915, betreffend die Abkürzung der Wartezeit in der Angestelltenversicherung veröffentlicht worden, wonach die im 8 395 des Verstcher- ungsgesetzes für Angestellte bestimmte Frist, innerhalb wel. cher eine Abkürzung der Wartezeit zum Bezüge der Leistungen dieses Gesetzes gestattet werden kann, für alle Personen, die vor dem 1. Januar 1916 zu den Angestellten im Sinne des § 395 gehören, bis zum Schluffe desjenigen Kalenderjahres verlängert wird, welches au das Jahr folgt, in welchem der Krieg beendet ist. 20 prozentige Stewererhöhung. Karlsruhe, 22. Dez. Die Zweite Kammer hat in drei Sitzungen die Beratung des Staatshaushalts erledigt und die 20»/gige Sleuererhöhung unter Freilassung der Einkommen unter 2 400 Mark bewilligt. Der Präsident der Kammer schloß die gestrige Sitzung mit dem Wunsch, daß der Geist der Einmütigkeit und Entschoffenheit auch die kommende neue Zeit b>herrschen möge. Das Haus vertagte stch h ermit auf unbestimmte Zeit. 76. Jahrgang. General von Emmich gestorben. Hannover, 22. Dez. Seine Exzellenz der General der Infanterie von Emmich, kommandierender General des 10. Armeekorps, ist hier heute morgen gegen 8 Uhr sanft entschlafen. — Mit tiefem Bedauern wird Deutschland die Kunde von dem Hinscheiden des Helden von Lü t tich vernehmen, des der Reihe nach ersten der deutschen Heerführer, die dem feindlichen Auslande bewiesen, daß die Deutschen in Wehr und Waffen dir Alten geblieben und daß im deutschen Heere starke und schneidige Führerpersönlichkeiten wie in den früheren Kriegen hervorragten. Manches tapfere und schöne Soldatenlied ist zu seinem Preise in den ersten großen Kriegslagen erklungen. Später hat von Emmich ruhmvollen Anteil an den schweren Kämpfen im Osten genommen. Deutschland wird dem deutschen Helden ein treues und dankbares Gedächtnis bewahren. Leichte Erkrankung des Kaisers. Berlin, 22. Dezbr. Seine Majestät haben dir beabsichtigte Weiterreise zur Westfront wegen einer leichten Zellgewebsentzündung, welche Allerhöchstdenselben zwingt einige Tage das Zimmer zu hüten, verschieben müssen. Feiertagsruhe in Deutschlands staatlichen Waffen- und Munitionsfabriken. Berlin, 23. Dezbr. Eine erfreuliche Weihnachtsüberraschung wurde den in den Sraatswerkstätten mit der Herstellung von Waffen, Munition beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen zuteil, die zugleich die bisher erzielten, Leistungen auf diesem Gebiet erkennen läßt. Während nämlich im vorigen Jahre an den Weihnachtsund Neujahrsfesttagen in diesen Werkstätten zur Deckung des überaus großen Heeresbedarfs gearbeitet werden mußte, ist, wie wir hören, es der Heeresverwaltung in diesem Jahr möglich gewesen, die Staaisweikstäiten während der Feiertage stillzulrgen und dir Arbeit ruhen zu lassen. Die Engländer wünschen keine Einstellung der Feindseligkeiten während der Weihnachtsfeiertage. Berlin, 23. Dez. Aus dem e n glichen Hauptquartier wird berichtet, daß von einem Entgegenkommen dem Feind gegenüber anläßlich des Weihnachisfestes diesmal keine Rede sein könne. An einen Waffenstillstand sei nicht zu denken. Sämtlichen Rängen der Armee wurde in einem Tagesbefehl eingeschärft, daß Krieg sei; man solle bedenken, daß die Deutschen immer einen schlauen Grund für ihre Handlungen hätten, auch wenn ste anscheinend Freundlichkeiten erwiesen. So schließt der Tagesbefehl. Ausland. Fords Friedensfahrt. Chistiama, 22. Dez. Der Generalsekretär Fords berichtet me Verdrehungen, die stch namentlich in großen Zei- träumende Menschen. Roman von Dora Duncker. 20 (Nachdruck verboten.) Ich stteg eine schöne Straße, gegen das Schloß Tirol zu, auf. Dort fand ich auf dem Wege ein einziges Motiv! Ein geöffnetes Gittertor, filigranzarte Schmiedearbeit, dahinter ein lachender Zaubergarten. Blauer Flieder, weiße Akazien, blaßlila Glyzinien. Ich mußte Ihnen dies Bildchen festhalten. Und auf dem weißen Wege, zwischen den vielen zarten, blauen und weißen Blüten, stand eine wunderfeine Frau in fließendem, schwarzem Gewand, süßduftende lila Blüten in den Händen — die Frau mit den Hyazinthen. Sie grüßte mich von Nirgendwo, und darum durste ich ihren Gruß in aller Demut empfangen und erwidern. Ich küsse Ihre Hände. In Dankbarkeit Ihr Rolf Kühne." Helene las diesen Teil des Briefes wieder und immer wieder. Es war nicht das erste Mal, daß Rolf Kähne fo schrieb, losgelöst von allen Wirklichkeiten. Ost schon hatte sie die Sehnsucht gepackt, ihm Antwort zu geben aus diesem Nirgendwo. Niemals bisher hatte sie den Mut dazu gefunden. Heut, nachdem sie das zarte, feine Blättchen vor sich hingestellt, nahm sie die Feder, und während draußen der Frühlingsregen rauschte und alle noch verschlossenen Blüten auffpringen ließ, schrieb ste: „Mein lieber Freund! Innigen Dank für Ihre lieben Zeilen. Sie haben mich aufgerichtet und erhoben in meiner Verlassenheit. Es ist mir ein Fest zu «nttlen. dast es in dieier nüchternen Welt, die sich nur noch um Börsenwerte und Zahlen zu Dreyen schetnr, noch Menschen gibt, die sich den Sinn für Wertvolleres bewahrt haben. Ich bin glücklich,. meinen Sohn in solchen Händen zu wissen. Ich zähle die Tage, ja die Stunden, bis ich von hier forteilen, mit Ihnen, und meinem Herzensjungen in einem schönen Nirgendwo sein kann, wie immer sein wirklicher Name lauten möge. Ihr Bildchen ruft mir den ganzen unvergleichlichen Frühlingszauber Merans ins Gedächtnis zurück. Wie freue ich mich, daß ein Mensch von Ihrem starken Naturempfinden ihn genießen kann. Wenn Sie die Frau mit den Hyazinthen Wiedersehen sollten, die ich auf dem weißen, blauüberhangenen Gartenweg vergebens gesucht habe, so sagen Sie ihr, daß ich Sie beneidete um den Vorzug Ihrer Freiheit, überall da zu sein, wo Gedanken sie suchen. ' Ihre ergebene Helene von Lersch." 10. Kapitel. Professor Reimann war sehr verstimmt. Er hätte die Dietrich erschlagen mögen. Solch eine maßlose Eselei, jemand fortzuschicken, der vielleicht einen wertvollen Fund gebracht, und der sich möglichenfalls nie wieder sehen lassen würde! Hermann Wahl hatte auf der Karte gestanden! Was war der Mann, wo wohnte er? Hatte er wirklich etwas bringen wollen, wie die Dietrich gefaselt, das von Wert, von Wichtigkeit war? Und warum, wenn sie ihn schon nicht vorgelassen hatte, diese Gans, hatte sie nicht wenigstens nach seiner Adresse gefragt? Aus der Alten war nichts rauszukriegen. Sie saß im Wohnzimmer und heulte und schwur darauf, einen Dienst aufzugeben, in dem man keine Stunde wußte, was man zu tun habe. Heute wollte der Herr bei der Arbeit gestört sein, gestern hätte einen das Donnerwetter ericblaaen. wenn man es aewaat hätte. Woyer sollte sie wissen, was aus dem dünnen Herrn mn j oen dünnen, blonden Haaren geworden war? Hatte sie ihn ! m der Tasche? Und wenn er seine Steine schon wieder mitgenommen hatte! Es lagen doch, weiß Gott, mehr als genug hier rum. Und überhaupt, nur ein Verrückter konnte sich jahraus, jahrein mit ekligen, kalten, toten Steinen abgeben! Wenn der hohe Lohn und die wenige Arbeit und das gute Essen nicht gewesen wären und Fräulein Nellie nicht, die wohl manchmal geradezu, aber immer lustig war, sie wäre schon seit zehn Jahren über alle Berge. Ja wahrhafttg, mehr als zehn Jahre saß sie schon in dieser Steinhöhle! „Und weiß noch immer nicht, warum es sich handelt," schrie der Professor wütend. Er hatte die Monologe der Alten satt, aus denen kein oernünstiges Wort zu entnehmen war. Er ging wieder in sein Zimmer hinüber, ttat an seinen Arbeitsttsch und warf die rätselhafte Visitenkarte ärgerlich hin und her. Hermann Wahl! Hatte er diesen Namen nun \ schon einmal gehört, oder nicht? Bedeutete er etwas, oder nicht? Er ttat ans Fenster und stteß ganz gegen seine Gewohnheit die Scheiben auf. Wo das Mädchen, die Eornelie, nur blieb? Jedesmal, wenn sie aus dem Hause war, passierte irgendein Unfug, wurde man gestört. Der Professor schmunzelte unter seinem dichten, blonden Bart: Sie war doch ein Prachtkerl, seine Kleine, und wenn er daran dachte, daß sie ihm einmal sortgeholt werden könnte — daß einer kommen könnte wie dieser Bogislaw, der ihm die Helene als halbes Kind aus dem Hause geführt!! Nichts da — nein. Helene hatte er entbehren können — sie war immer ein Traumulus gewesen — ein liebes, schönes Geschöpf, aber keine Spur von Nellies Energie, ihrer raschen, prakttschen Art. Er strich sich mit der Hand nervös durch die Löwenmähne. Wo er nur blieb, der kleine Racker? Wo steckte sie überhaupt? Er batte es über Arbeit und Nr. 152. Telephon Nr. 11. Samstag, 25. Dezember 1915. tungen befinden. Fords Stellungnahme sei nicht aus deutschfreundlichen Gestnung erfolgt, sondern habe ihre Ursache lediglich in dem Brstreben Fords, den Krieg so schnell wie nur irgend möglich beendigt zu sehen. Die amerikanischen Kriegslieferungen und Kreditgewährungen an die Entente seien aber die alleinige Ursache, daß der Krieg vielleicht noch jahrelang die Welt verheeren könne. Es sei weiter eine Unwahrheit, daß Ford als Automobil- Großindustrieller Automobile an die Entente für Kriegszwecke geliefert habe. Ein Protest gegen die englischen Uebergriffe. Amsterdam, 21. Dezbr. Die niederländische Regierung hat engerisch gegen die Beschagnahme holländischer Post an Bord eines Schiffes durch die Engländer protestiert. Niederland verlangt die sofortige Zurückgabe der Post und spricht die Erwartung aus, daß ein derarti- Vorkommnis fich nicht wieder ereignen werde. Vermehrung des englischen Heeres um 1 Million Mann. ^ Rotterdvm, 23. Dez. Das Unterhaus hat die Gesetzvorlage, die eine Vermehrung des Heeres um eine Million Mann vorfieht, einstimmig angenommen. Ein italienischer Ministerrat. Bern, 23. Dez. Nach römischen Meldungen fand gestern bei Salandra, der wegen Erkrankung das Zimmer hütet, ein dreistündiger Ministerrat statt, der nach der amtlichen Mitteilung über parlamentarische und Verwal- tungs- Angelegenheiten fich besprach. Der Mailänder „Corriere della Sera" schreibt jedoch: Man müsse annehmen, daß der Ministerrat die internationale Lage und die nicht unwahrscheinliche Ankunft König Peters in Italien besprochen hat. Das Blatt glaubt zu wissen, daß der Kriegsminister über die Lage der in Albanien gelandeten italienischen Truppen berichtet hat. Rom, 23. Dez. Anläßlich des Jahrestages der Krönung deS Papstes fand gestern in der stxtinischrn Kapelle einer Feier statt, an der zahlreiche Kardinäle und Prälaten und die Mitglieder der beim Vatikan beglaubigten Gesandten teilnahmen. Kardinal Tonti zerlebrierte die Messe. Darnach erteilte der Papst den Siegen. Die rumänische Getreideausfuhr. Bukarest, 21. Dezbr. Das Gctreidelieferungsgeschäft auf 50000 Waggons kann als abgeschlossen betrachtet werden. Finanzminister Coftinesku hat eingewilligt, daß die Hälfte des Ausfuhrzolles in Gold hier bezahlt wird, während die andere Hälfte in Gold bei der Reichsbank zu erlegen ist und bei Friedensschluß zum Parikurs zurückgekauft werden kann. Die Bezahlung der Ware findet an der Grenze statt. Bereits gekaufte Vorräte find in das Geschäft einbezogen. Die bulgarische Einfuhr durch Rumänien. Sofia, 21. Dez/ Die Agence teit mit: Um eine raschere, zufriedenstellende Regelung der Frage des bulgarischen Einfuhrverkehrs durch Rumänien zu erzielen, schlug die rumänische Regierung der bulgarischen vor, daß die beiden Regierungen je einen technischen Delegierten ernennen. Die beiden Delegierten sollen in Bukarest zusam- mrntrelen. um das beste Mittel ausfindig zu machen, die auf rumänischen Lmien befindlichen Waggons, die mit sür Bulgarien bestimmten Waren beladen find, ohne Verzug abzufertigen. Die bulgarische Regierung hat dieser Einladung gern Folge geleistet. Die zweite „Ancona"-Note. Washiugto«, 21. Dez. Die zweite Note der hiesigen an die Wiener Regierung gibt einige der Tatsachen an, die von Wien gewünscht werden, verweigert aber die Erörterung von Einzelheiten. Die amtliche Mitteilung des österreichisch-ungarischen Flottenkommandos wird als genügend sachliche Unterlage für die amerikanischen Fordorungen angesehen. Demnach stehe fest, daß die Wiener Regierung Der Landbote x SinSheimer Zeitung. zugebe, daß die „Anocona" torpediert wurde, während fich noch Fahrgäste an Bord befanden. Dieses Zugeständnis genüge. Weitere Bestätigungen durch Offiziere oder Ueber- lebende von der „Ancona" seien unnötig. Hier herrscht der Eindruck vor, daß ein Bruch mit den Zentral- mächten beabfichligt ist. Eine große Uebrrraschung ist jetzt das Verhalten Roosevelts, der sich wiederholt wegen seiner Angriffe auf Deutschland entschuldig und. die Notwendigkeit für sie Wilson in die Schuhe schiebt. Washiugto«, 22. Dez. Meldung des Reuterschen Büros. Die zweite amerikanische „Ancona"-Note ist kurz. Es wird in ihr erklärt, daß die Regierung keine Ursache sehe, auf eine Besprechung der Einzelheiten der Versenkung des Dampfers „Ancona" einzugrhen, zumal Oesterreich- Ungarn zugebe, daß das Schiff torpediert wurde, nachdem die Maschinen gestoppt hatten, und während noch Paffa- giere an Bord waren, was eine Verletzung des Völkerrechts und der Gesetz? der Menschlichkeit darstelle. Deshalb macht die amerikanische Regierung die österreichisch-ungarische Regierung für das Vorgehen des Kommandanten des U Bootes verantwortlich und wiederholt ihre Forderung vom 6. Dezember. Sie betont, daß die weiteren guten Beziehungen zwischen Amerika und Oesterreich- Ungarn von der Antwort Oesterreich-Ungarns abhängen werden. Der Dökkerkrieg. Die Rümpfe im westen. Dir Unzufriedenheit in England. London, 20. Dezember. Massingham schreibt in der „Nation" zur Ernennung des Generals Haig, sie sei eine große Erleichterung für alle, die fürchteten, daß der lang? erörterte und lange verschobene Wechsel nie kommen würde. Manche hätten bie Ernennung des Generals Robertson vorgezogen. Massingham nennt die Erfolge der Flotte unbefriedigend. Ihre Leistung sei negativ. Die Flotte müsse die Enttäuschung, empfinden, weil nach dem Erfolge gegen die U Boote in der Nordsee der Mißerfolg im Mittelmeer gekommen sei. Der Verfasser wünscht Lord Fisher zurück, der die Entschlußkraft vertrete. Die Regierung sei geschwächt, vor allem, weil ihr Einigkeit, Kraft und schnelle Entschlußfähigkeit fehle. Sie werde sich behaupten, wenn Saloniki verteidigt werde und die Mittelmächte abgeschlagen werden könnten, aber ein Mißerfolg der strategischen Zersplitterung könne ihr Ende beschleunigen. Massingham hält ein gemäßiges Torykabinett mit Bonar Law als Premierminister für möglich. Die Frage ! sei, ob Lloyd George ihm beitreten würde. Der Verfasser erwähnt den Plan einer extremen Richtung, dir eine Expedition gegen Oesterreich Ungarn befürworte, was die englische Schiffahrt und die englischen Finanzen ruinieren würde. Die Verluste der feindlichen Handelsflotten. Vom Beginn des Krieges bis Ende November dieses Jahres find, wie uns von zuständiger Seile mitge- wird, insgesamt 734 feindliche Handelsfahrzeuge mit einem Tonnengehalt von 1 447628 Tonnen versenkt worden. Von den versenkten Fahrzeugen gehören 624 mit einem Tonnengehalt von 1231 944 Tonnen der englischen Handelsflotte an. Das bedeutet einen Ausfall von 5,9 Prozent der gesamten englischen Handelsschiffstonnage. Dieser Frachtraum fehlt also mit anderen Worten der englischen Handele flotte, deren Hauptaufgabe darin besteht, der Industrie, sei es für den Kriegsbedarf, sei es für das tägliche Leben, Rohstoffe und der Bevölkerung Englands Lebensmittel herbeizuschaffen. Vergegenwärtigt man fich ferner welche Mengen an Laderaum der englischen Handelsflotte durch den enormen Bedarf an Schiffen für Transport» zwecke, Beförderung von Truppen und Kriegsmaterial nach Frankreich, Griechenland, den Dardanellen, Aegypten, von und nach Indien verloren gehen — der Vorsitzende der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company äußerte in der diesjährigen Generalversammlung, daß allein schon von 60 dieser Gesellschaft gehörenden Schiffen 42 im Dienste der Regierung ständen — ,so ergibt sich ohne weiteres daß jede Tonne eines verlorenen Handelsschiffes England an seiner empfindlichsten Stelle treffen muß. Unruhe in England. Amsterdam, 22. Dez. Im Gegensatz zu der offiziellen Reutermeldung erfährt der Korrespondent der „Vofflschen Zeitung" aus London, daß die Einberufung der ersten vier Rekrutenklassen überall Beunruhigung hervorgerufen hat, zumal man vernimmt, daß weitere Einberufungen bevorstehen. Man spricht von schweren Niederlagen im Westen, von der großen Gefahr in Aegypten und man ist selbst in politischen Kreisen beun- ruhtgt und wartet dort mit Ungeduld auf die ausländischen Blätter. Bestimmt verlautet, daß große Unsicherheit in Aegypten herrscht und daß die Lage große Anstrengungen erfordere. Dewet freigelassen. Johannesburg, 20. Dez. Meldung des Reuterschen Bur. General Dewet und 118 andere Gefangene, die wegen Hochverrats verurteilt worden waren, wurden freigelassen. Die Unterdrückung des deutschen Handels durch England. Manchester, 21. Dez. "Manchester Guardian" bespricht in einem Leitartikel abfällig die Bestrebungen alldeutschen Handelsgesellschaften in England aufzuheben und sagt, es handle sich dabei nicht darum, die Zufuhr an den Feind, oder andere materielle Unterstützung während des Krieges zu verhindern, sondern darum, den deutschen Handel in England nicht nur währerd der Krieges, sondern dauernd auszurotten. Das sei geradeze eine Beschlagnahme des Privatvermögens. Jede Regie- ung, die Verantwortungsbewußtsein besitze, sollte sorgfältig die Folgen einer solchen Politik überlegen, die ihr aufge. drängt werde. Der gegenwärtigen britischen Regierung liege besonders dringlich die Pflicht ob, klug zu Handelns Das Blatt betont, daß die deutsche Regierung bisher keine solchen Schritte gegen englische Firmen unternommen habe, wie sie der englischen Regierung angrraten seien, obwohl sich bedeutende britisch? Handelsinteff-n in Deutschland befänden, die deutschen Vergeltungsmaßregeln ausgesetzt wären. * Tagesöericht. WTB. Gr. Hauptquartier, 22. Dezember (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Franzosen griffen am Nachmittag unsere Stellungen am Hartmannsweilerkopf nnd am Hirzstein, nördlich von Wattweiler, unter Einsatz erheblicher Kräfte an. Es gelang ihnen die Kuppe des Hartmannsweilerkopfes, die nach den offiziellen französischen Berichten allerdings schon seit Ende April in französischem Besitz gewesen sein soll, und ein kleines Grabenstück am Hilzenfürst zu nehmen. Ein Teil der verlorenen Stellung am Hartmannsweilerkopf wurde heute Vormittag bereits zurückerobert. Ein Angriff bei Metzeral brach vor unserer Stellung zusammen. Auf der übrigen Front bei unsichtigem Wetter und Schneetreiben nur verringerte Gefechtstätigkeit. Gestticher- uud Lattzau Kriegsschauplatz: Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Wieder eine englische Enttäuschung. Lerliu, 22. Dez. Die amllichendeutschen Mitteilnngen über die sehr hohen Peozenriätz? der wieder hergestellken serger ganz vergessen. Er lehnte den Kopf weiter zum Fenster hinaus. Die Luft ging fast sommerwarm. Auf der Straße spielten und schrien die Kinder. Drüben auf dem Wasser stand ein Spreekahn, der Steine geladen hatte. Hinten am Steuer hockte ein junger Mensch und sang, über das ganze Gesicht lachend, in falschen Tönen und mit greulicher Betonung „Santa Lucia". Junge Mädchen, in niedlichen helle» Kleidern, schritten Arm in Arm unter seinem Fenster fort. Alles freute sich des Lebens und des Frühlings. Cr konnte seine Nellie nicht einsperren, nicht halten wie eine Gefangene, sie von aller Lebensfreude abschließen, nur weil niemand sonst es verstand, ihm die Ruhe zur Arbeit zu schaffen und zu erhalten. Pfui, nein. Er.durfte kein so schäbiger Egoist sein. Und wenn mal einer käme, der sie verdiente, seine kleine Nellie — und den sie gern hatte — na dann, ja dann würde er schließlich auch ja sagen müssen. Aber hoffentlich war es noch recht lange bis dahin. Und nun fiel ihm plötzlich wieder ein, wo Nellie eigentlich steckte: In Klein-Wloffow draußen, bei Lena, die dieser Tage in die Berge zu Hans wollte. Vor Abend würde sie kaum wieder La sein. Auch ein Wahnsinn, anderthalb Stunden weit von Berlin sich anzukaufen! Draußen wurde heftig an der Klingel gezogen. Einmal, zweimal,' dreimal. Niemand schien öffnen zu wollen. Eine heillose Wirtschaft das! Der Professor stürmte hinaus. Im Vorzimmer saß noch immer die Dietrich und brummte: Sie würde sich hüten, aufzumachen. Sie könne ja wieder etwas verpatzen, wie mit dem dünnen, verhungerten Herrn. Nein, sie hatte genug davon. Und das Stubenmädchen habe Ausgang. Reimann warf der Dietrich einen wütenden Blick zu und öffnete selbst. Draußen stand der Gardeoffizier Edgar von Lersch, schlug die Hacken zusammen und war ein klein wenig -rkckreckt. den Geürenaen lelbkt an der Tür LU finde» „Pardon, Herr Professor. Ich wollte nicht stören. Ihr Fräulein Tochter nicht zu Haus? Ich komme mit einer Botschaft von Frau von Lersch." „Bitte doch näher zu treten, Herr Leutnant." -Das Gesicht der Dietrich grinste vor Schadensteude, als die beiden Herren an ihr vorübergingen. „Geschähe dem alten Grobian ganz recht, wenn der hübsche Leutnant ihm seine Cornelie wegholte." Merkwürdig, daß Herr von Lersch von einen Auftrag Lenas spricht, dachte der Professor, während er Edgar einen Stuhl in dem kleinen behaglichen Wohnzimmer anbot. „Ich begreife nicht recht. Meine Tochter ist ia draußen in Klein-Wloffow!" Kdaars Gelickt verriet eine aroke EnUäusckun/i „Frautem Tochter hat sich oocy seoensaus eyr yeu« entschlossen, hinauszufahren?" „Ich glaube, ja. Nur für ein paar Stunden — Cornelie wollte abends zurück sein. — 2Jtif dem Siebenuhrzug, glaube ich." Edgars Gesicht erhellte sich. „Na, dann ist Polen noch nicht verloren. Aber jedenfalls eine Generalkonfusion! Tante Lena schreibt mir" — er griff in seinen Aermelaufschlag und holte einen Brief heraus — „hier das beglaubigte Dokument, ich möge Fräulein Cornelie mobil machen. Die Schwester des Herrn Kähne sei heute mit einer Freundin in Berlin. Es läge ihr daran, dem Fräulein sich freundlich zu erweisen. Da sie selbst nicht hereinkommen könne, möchten Fräulein Nellie und ich uns der Fremden annehmen. Rendezvous zwischen sieben und acht Uhr Zoologischer Garten, Terrasse. Kassaanweisung folgt anbei. Das beste wird fein, Herr Profeffor, ich telephoniere von irgendwoher nach Klein-Wloffow und stelle mich, wenn Sie gestatten, Fräulein Tochter aus dem Bahnhof zum Siebenuhrzug zur Verfügung. Per Auto sind wir spätestens halb acht im Zoo." Reimann brummelte Unverständliches. Dann erinnerte er sich der guten Vorsätze, die er vor kaum «»er balben Stunde am Lenster feines Arbeitszimmers gefaßt haue, unv gab seine Zustimmung, invem er brummig hinzusetzte: „Im Grunde eine recht überflüssige Aufmerksamkeit. Was geht Lena die Familie ihres Hauslehrers an?!" Edgar zuckte mit den Achseln. Immer geneigt, zu seiner Tante zu stehen, insbesondere heut, wo Lena ihm zu einem Abend mit Cornelie verhalf, meinte er gutmütig: . „Ich weiß doch nicht, Herr Professor. Die nächste Umgebung, die nahen Verwandten der Menschen, mit denen man zusammenlebt, sind am Ende nichts Gleich- gültiges. Jeder Mensch ist mehr oder weniger das Produkt seiner Kinderstube." „Ich gebe nichts auf Erziehung, nur auf Anlage. Anlage ist alles, Erziehung Nebenwerk, zu dem wir unseren Kindern gegenüber selbstverständlich verpflichtet sind." „Bleiben wir also bei der Anlage, Herr Profeffor," meinte Edgar liebenswürdig, „dann erst recht, ist die Fühlung mit einer Schwester Herrn Kühnes nicht uninteressant." „Sie ist nur eine Halbschwester, dieses Fräulein Berta — Maaß heißt sie, glaube ich. So hat mir Cornelie erzählt. Ihr erster Bater scheint verständiger als der zweite gewesen zu sein, nach dem, was ich so gehört. Das ganze schöne Köhnesche Verlags- und Sortimentsgeschäft zum Deibel. Mein Vater hat noch seine ganze reiche Fachbibliothek aus der Köhneschen Buchhandlung in der Wilhelmsträße bezogen. Na, Lena scheint aus diese Weise wenigstens zu einem brauchbaren Menschen für Hans gekommen zu fein, und das ist auch was wert." Edgar war aufgestanden, sich zu empfehlen. „Ich muß leider aufbrechen, Herr Professor. Ich könnte sonst mit dem Telephonieren Pech haben, und was sollte ich ohne Fräulein Cornelies muntere Hilfe mit den beiden stemden Provinzialinnen anfangen?" Reimann nickte einvmstanden. Er hatte schon längst wieder Sehnsucht nach seinem Arbeitstisch. -Grüben Sie mir meine Tockter. und sie soll nicht Rr. 152. Telephon Nr. 11, 'dentschen Vermundeten hat der englischen Hoffnung -atz fich Deutschlands Soldatenmaterial erschöpft, ernen Ärger, Stytz versetzt. Die Times gibt, wie das Hamburger Fremdenblatt erfährt, zu, daß dadurch alle bisherigen Berechnungen der Verbündeten über dir deutschen Verluste «mgestoßen werden. Zwei französische Armeekorps nach Belfort dirigiert. Genf, 22. Dez. Wie der Genfer Korrespondent der der „Neuen Zürcher Zeitung" aus glaubwürdiger Seite erfährt, wurde das 14. französtsche Armeekorps soeben nach Belfort dirigiert. Ein zweites Armeekorps, soll ihm dorthin folgen. Die „Neue Zürcher Zeitung" erfährt aus dem Haag: Im Aermelkanal herrsche großes Leben. Zahlreiche Dampfer führen neue englische Truppen nach Flandern. Tagesbericht. WTB. Gr. Hauptquartier, 19. Dezbr. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In heißem Ringen nahmen gestern die tapferen Regimenter der 82. Landwehr-Brigade die Kuppe des Hart- mannsweilerkopfes wieder zurück. Der Feind erlitt außerordentliche schwere blutige Verluste und ließ 23 Offiziere und 1530 Mann als Gefangene in unfern Händen. Mit der Aufräumung einiger Grabenstücke im Nordhang, in denen die Franzosen noch sitzen, find wir beschäftig». Die Angaben im französischen Tagesbericht von gestern Abend, es seien bei den Kämpfen um den Kopf am 21. Dezember 1300 Deutsche gefangen worden, ist um mindestens die Hälfte übertrieben. Unsere Grsamtoerluste einschließlich aller Toten, Verwundeten und Vermißten betragen, soweit es sich bisher übersehen läßt, etwa 1100 Mann. Gestiicher- und Laltzau-Kriegsschauplatz: Keine Ereigniffe von Bedeutung. Die Rümpfe im Osten. Das Lude des Gallipolyugs. Die Engländer stellen nun die Aufgabe von Anaforta» und Ari Burun so dar„ als ob es sich um die wohlge- lungene Ausführung eines bereits seit längerer Zeit gefaßten Beschlusses handelte. Das ist an sich nicht unmöglich, widerspricht aber in keiner Weise der türkischen Darstellung. Man hat sich den Gang der Dinge eben so vorzustellen, daß man auf türkischer Seite der Vorbereitungen zum Abtransport der englischen Truppen gewahr wurde und darauf alsbald zum Angriff schritt. Wenn man die englische und die türkische Darstellung verbindet, so versteht man auch besser, wir es den geschlagenen englischen Truppen so rasch und leicht gelingen konnte, aus dem Bereich der türkischen Sieger zu entrinnen. Es war eben alles schon vorbereitet. Die Ansicht ist vorherrschend, daß Saloniki das Ziel der Wegbeförderlen ist, nickt zu ihrer Freude. Voll Spannung richten sich aller Augen nun auf die Spitze von Gallipoli bei Seddul Bahr. Anscheinend mußten die dortigen englischen und französischen Truppen «inen wütenden Angriff unternehmen, sei es, um den andern bei Anaforta und Ari Burun Luft zu schaffen, sei «s, um die Aufmerksamkeit von ihnen abzulenken. Beides ist ihnen nicht oder nur sehr mangelhaft gelungen, sie selbst aber haben schwere Verluste erlitten. Was von ihnen jetzt noch in den alten Stellungen steht, ist natürlich nunmehr den furchbarsten Angriffen ausgesetzt und mag wohl schwere Stunden haben. Aber unsere Sache ist es nicht, sie darob zu bemitleiden. Ungeheure Verluste der Engländer. Konstantiuopel, 21. Dez. Die Agentur Milli meldet: Die amtlichen englischen Mitteilungen vom 9. Dezbr- IpSter als zehn zu Haus fein." „Sagen wir halb elf," bat Edgar treuherzig mit seinem gewinnenden Lächeln, dem schwer zu widerstehen war. „Der Frühlingsabend verspricht, sehr schön zu werden." Der Professor nickte stumm Gewähr. Er hatte sich's ja» zugeschworen, kein Egoist zu sein, Nellie nicht um ihre Jugend, ihre Lebensfreude zu verkürzen! — Auf dem Stettiner Bahnhof herrschte das übliche . Getümmel der warmen Jahreszeit. Dennoch hatten sich Edgars und Corneliens Helle Augen bald gefunden. „Ein Auto! Herrlich!" rief Cornelie munter, dem jungen Offizier die Hand schüttelnd. „Alles andere weiß ich schon von Lena. Na, wenn die beiden nur nicht zu spießig sind! Was meinen Sie, Herr Leutnant?" „Wenn dieses Fräulein —" „Berta!" „— auch nur die geringste Aehnlichkeit mit ihrem Bruder hat — schwerlich. Ein Spießer ist der nicht. Eher scheint er ein etwas komplizierter Mensch zu sein, dieser Herr Kähne. Was man so auf modern eine differenzierte Natur nennt. Nicht so eins. zwei, drei, los!" Nellie lachte. „Er ist ja auch kein Gardeoffizier, Herr Leutnant." Edgar hob drohend den Finger. „Fangen Sie schon wieder zu sticheln an, Fräulein Nellie?" Das schlanke, frische Mädchen stand mitten im Gewühl der Bahnhofshalle und lachte den jungen Offizier mit ihren übermütigen Augen an. „Gerad' wollt' ich Ihnen was sehr Nettes sagen. Nun kriegen Sie's nicht zu hören — das haben Sie davon." Sie war dicht vor der Kontrolle stehengeblieben. Die Menschen drängten und schoben. „Erst mal Ihre Fahrkarte, Fräulein Nellie. Ihre Racke an mir können Sie im üben." Der Landdote x SinSheimer Zeitung. über unsere großen Verlustein Mesopotamien sowie die Ein. zelnheiten über die vollständige Vernichtung einer unserer Dioiston find vollständig erlogen. Nicht eine türkische Division, nicht einmal ein türkisches Battaillon ist während dieser Kämpfe vernichtet worden. Unsere Einheiten die zu Beginn der Schlacht bei Ktestphon in den Kamfp verwickelt waren, bestehen noch ganz vollzählig. Die Eng länder verheimlichen die Hälfte ihrer Verluste. Tausende von Leichen, die sie auf dem Schlachtfelde ließen, wurden mir großer Mühe aufgelesen. Abgesehen davon ist die Zahl ihrer Verwundeten ungeheuer. Die Engländer vermochten nur von einem der drei Schiffe, die wir erbeuteten, die Waffen zu entfernen; zwei dieser Schiffe werden jetzt gegen sie verwendet. Einige der sechs den Engländern abgenommenen Flugzeuge führen Flüge über den feindlichen Stellungen aus. Die Beute, die wir an Waffen, Munition, Ausrüstungsgegenständen und Lebensmittelvorräten g e macht haben, ist ungeheuer. Nutzlose Opfer für das Prestige Englands. Genf, 22. Dez. Als Joffre den Oberbefehl über die französischen Streitkräfte Europas übernahm, prüfte er neuerlich den während der Pariser Koferenz mit Kitchener, und Galliene getroffenen begründeten Vorschlag Monroeis des britischen Kommandos auf Gallipoli, die dortige Stellung als zwecklos geworden, aufzugeben. Unuffällig zog Joffre die französischen Streitkräfte während der letzten Woche bis auf den geringen Rest minderwertiger Kolonialtruppen zurück, während Kitchener genötigt war, dem britischen Prestige weitere Opfer zu bringen und trotz überaus schwerer Verluste und furchtbarer Entbehrungen den Rückzugsbefehl von Woche zu Woche zu verschieben. Die Stimmung in parlamentarischen Kreisen in Paris ist stark verdüstert. Die Kriegslage. Lern, 21. Dez. Der „Bund" unterstreicht in einer Besprechung über die Kriegslage den Wert, den man besonders in Frankreich dem Festhalten von Saloniki als Operationsbasis beimißt, wobei wahrscheinlich weniger militärische als politische Gründe mitsprächen. Das Blatt führt weiter aus: Im Gegensatz zu England hat Frankreich immer viel darauf gehalten, sein traditionelles und moralisches Ansehen zu wahren. Dieses ist auf dem Balkan in um so größerer Gefahr, als auch das russische damit verknüpft ist. Rußland hat ohne Zweifel das größte militärische Interesse an der Fortführung des Balkanfeldzuges durch den Vierverband und drückte deshalb auf Paris. Paris aber veranlaßte das englische Kabinett, das wahrscheinlich lieber auf eine unmittelbare militärische Unterstützung Serbiens ganz verzichtet hätte und auch in der Behauptung Salonikis keinen großen Vorteil erblickte, durch seinen starken Druck das Spiel nicht aufzugeben und verteidigt nun diese Stellungnahme mit allen Kräften. An seiner späteren Stelle sagt der Kritiker: Es ist gar keine Frage, daß die Aufräumung Serbiens und die Herstellung der Verbindung mit Konstantinopel nicht nur eine unmittelbare Schwächung d. Bieroerbandes und eine entschiedene Stärkung der Zentralmächte zur Folge hatte, sondern daß dadurch auch der mächtigste, bisher im Vorteil stehende Teilnehmer am Vieroerband, England, ander Wurzel bedroht wird. König Peter in Sicherheit. Lern, 21. Dez. Nach einer Meldung der Azenzia Stefani hat König Peter auf der Reise nach Rom Bari paffiert. Er wird im Königsprlast in Caserta wohnen. Revolutionäre Zuckungen in Kußland. Köln, 22. Dez. Der „Köln. Zeitung" indirekt zu- gehrnde Petersburger Meldungen erklären, daß Arbeiter- wirren die rätselhafte Unterbrechung des Telegrammverkehrs bewirkten, hervorgerufen dadurch, daß die Duma im Dezember nicht zusammentrete. Die Arbeiter der Moskauer Straßenbahn, die kürzlich in den Ausstand getreten, wurden dem Militärgericht zur Aburteilung überwiesen, worauf sich eine große Gärung der Arbeiterschaft bemächtigte. Das Dekret des Ministers des Innern, welches das Streikrecht der Arbeiter während des Krieges aufhebt, schlug dem Faß den Boden aus. Die Arbeiterschaft proklamierte einen 24 ständigen Aus stand zum Protest gegen die reaktionäre Maßnahme. In Moskau gab es ernste Vor- kommniffe, sodaß Truppen aus den großen Truppendepots, sogar aus B-ssarabien, herbrigeholt wurden. Ohne den Ernst der Kriegslage wäre das Ministerium hinweggefegt worden. Zornes a usbrüch e in der englischen Presse. Amsterdam, 23. Dezember. Utber den Rückzug von Gallipoli schreibt die „Daily Mail", daß die Regierung endlich die unglaubliche Dummheist dieser Expedition einsehe. Die Verluste bei den Dardanellen betrugen bis zum 9. November 10 6000, Offiziere und Mannschaften, 90000 wurden durch Krankheit kampfunfähig oder starben, im ganzen also 200000 Mann Verluste. Das Blatt druckt dann alle optimistischen Beteuerungen Churchills, Robert Cecils und Kitcheners über die bevorstehenden Dardanellensiege ab und greift die Regierung an, welche stets zu spät komme, ob in Belgien, Serbien oder an den Dardanellen. Die „Times" schreibt: Der Rückzug wird die Oeffemlichkeit merklich überraschen. Jetzt sei nicht Zeit zu fragen, wo diej Schuld liege, aber die Schuldigen können fich darauf verlaffen, daß die Nation die Frage nicht für erledigt hält. Der Artikel zählt alle Fehler auf, und endet: das Kapital ist noch nicht geschloffen. — „Daily Telegraph" sagt: Tausende sahen mit Angst dem Tag entgegen, da ihr Fleisch und Blut in die See getrieben werden sollte und man freut fich, daß der Rückzug endlich stattgrfunden hat. Türkische Mine« im Lnezkanal. Lttdaprst, 23. Dez. Aus Malta in Athen einge trof- Samstag, 25. Dezember 191b. fcnen Nachrichten zufolge ist der englische Dampfer „Southampton" im Suez-Kanal auf eine Mine gefahren und gesunken. Die Katastrophe hat beim englischen Kommando große Bestürzung hervorgerufen, da sie als Beweis dafür gilt, daß es den Türken wieder gelungen ist, Mi - neu in den Kanal zu legen. Der Kanal wurde durchsucht Und zwei türkische Minen hrrausgefunden. Geht Kitschener nach Aegypten? Amsterdam, 23. Dez. In London gehen wieder Gerüchte um, wonach Kitchener anfangs Januar nach Kairo abreist, um neben dem General Maxwell, welcher Ober- befrlshaber der ägyptischen Truppen bleibt die Verteidigung des Nillandes zu leiten. Das gefährdete Aegypten. Köln, 22. Dez. Die „Kölnische Volkszritung" meldet aus Aegypten, daß die Engländer wegen der Aufstät- de der westägyptischen Araberstämme schwere Sorgen haben. Als Vorbeugungsmiitel ist eine Zwangs» rekrutierung der Aegypter geplant. Aus freiwilligen Rekruten sind bereits mehrere neue Bataillone gebildet worden. Am Suezkanal sind in der letzten Woche weitere 70000 Engländer, Inder und Australier eingetroffen. Die englische Gesamtwacht wird dort auf 200000, in ganz Aegypten am 300000 Mann geschätzt. Die Schließung des Suezkanals durch die Engländer ist aus militärischen Gründen erfolgt. Die Ereignisse auf dem Balkan. Griechenland hat die Vergewaltigung satt. Budapest, 22. Dez. Wie aus Bukarest berichtet wird, enthalten die gestern dort eingetroffenen russischen Blätter Mitteilungen über Griechenland, aus denen deutlich her- vorgeht, wie sehr man in Petersburg befürchtet, daß bereits heute oder morgen schon sich die Griechen in energischer Weise gegen die englisch-französischen Eindringlinge wenden könnten. So behauptet das Organ Saso- nowL, daß Griechenland im Begriffe stehe, sich gegen die Vierverbändler zu wenden. Es werde nicht vor den rücksichtslosesten Maßnahmen zurückschrecken, um die englisch- französische Heeresleitung zur Einstellung der Angriffe zu zwingen, wenn Truppen der Mittelmächte und Bulgarien die griechische Grenze überschreiten sollten. Vor dem Einmarsch in Griechenland. Genf, 22. Dez. Schweizer Blätter melden aus Paris: Wie der „Matin" berichtet, stellten Flieger der Entente fest, daß bedeutende bulgarische Streitkräfte sich in der Nähe der griechischen Grenze zusammenziehen und daß weitere Verstärkungen ankommen. Landung der Kusse» in Warna? Athen, 20. Dez. Einer Meldung zufolge geht in diplomatischen Kreisen das Gerücht, Warna sei von zwei russischen Schlachtschiffen und zwei Zerstörern bombardiert worden. Hierauf läßt sich der „Berliner Lokalanzeiger" aus Rotterdam melden: Laut „Daily Chro- niele" wurde eine russische Division in Warna gelandet. Die Stadt wurde dann nach einem schweren Bombardement in einen Schutthaufen verwandelt. Die Verluste der bulgarischen Garnison waren schwer. Die Russen sollen stark genug sein, um die Stadt gegen einen etwaigen bulgarischen Gegenangriff halten zu können. Man erwartet noch heute die amtliche Bestätigung der Nachricht. Aus Stadt und Land. Sinsheim, 23. Dezbr. Mit Rücksicht auf den Neujahrsbriefoerkehr können Feldpostpäckchen im 'Gewicht von über 50 gr. nach dem Feldheer in der Zeit vom 29. Dezember bis einschl. 2. Januar nicht angenommen werden. ■X Sinsheim, 23. Dezbr. Den Heldentod fürs Vaterland gestorben sind neuerdings aus unserem näheren Umkreise: Gustav Ernst, Kaufmann Eschelbronn, von der Masch.-Gewehr-Komp.; Musk. Heinrich Herbold Reichartshausen; Res.i Heinrick Koch Eschelbach; seit 13 Monaten vermißt; Grenad. Wilh. Waidler Kirchardt; Füsilier Adolf Bentz Kirchardt, seinen Verwundungen im Laz. Kreuznach erlegen; Musk. Karl Schäfer Waibstadt,- Rittec des Eisernen Kreuzes; Res. Heinr. B e n z Tairnbach, an Verwundung gestorben; Lehrer Otto Harbrecht Obrigheim; Füsilier Gz. Bollack Bammental-Reilsheim; Gefr. Jak. Heid Mauer; Kriegsfreiwillige Eugen Wöfle und Ludwig Satorius Eppingen. * SinSheim, 23. Dez. Schaltjahr 1916. Das kommende Jahr ist ein Schaltjahr. Außer dem Umstand, daß es 366 Tage zählt, ist die Seltsamkeit bemerkenswert, daß der Monat Mai des Jahres 1916 nicht einen einzigen Festtag enthält. Ostern fällt nämlich auf den 23. und 24. April, der Himmelfahrtstag aber auf den 2. Juni. * Neckarbischofsheim, 20. Dez. Eine schöne, dankbare Gesinnung bewiesen die russischen Gefangenen hier, die ihrer Dankbarkeit dadurch Ausdruck gaben, daß sie für unser Rotes Kreuz unter sich eine Sammlung veranstalteten. Die ergab die schöne Summe von 22,50 Mark. £ Waibstatd, 21. Dez. Dem Kriegsinoaliden O t t o Henrich von hier, welcher schon im März d. Js. zum Eisernen Kreuz vorgeschlagen wurde, ist heute solches übersandt worden. * Michelfeld, 22. Dez. Bei der gestrigen Versteigerung der hiesigen Gemeindejagd wurde dies-lb Herrn Fabrikdirektor Rudolf Landes zum Preise von 1850 Mk. zugeschlagrn. Der frühere Pachtpreis betrug 1500 Mk. + Aas Bade», 21. Dez. Die Weihnachtssen - düng des Roten Kreuzes, ist nach den aus dem Nr. 152. Telephon Nr. 11. Osten und Westen von den Begleitern vorliegenden Nachrichten teilweise schon verteilt. Auch aus Stockholm sind neuerdings wieder Telegramme eingegangen, wo noch die Liebespakete an die deutschen Gefangenen in Rußland ihren Weg in er vorgesehenen Weise weitermachrn. Das Rote Kreuz hat beschlossen eine neue Sendung von Verbandsmaterial nach Konstantinoprl abgehen zu lassen. Aus Baden, 23. Dezbr. Zum Weihnachtsverkehr auf den Staatsbahnen stnd für den allgemeinen Personenverkehr Ergänzungszüge vorgesehen. Im Bedarfsfall werden von den größeren Stationen weitere Ergänzungszüge geführt. Für die Militärurlauber stnd besondere Bestimmungen erlassen. In der Zeit vom 21. bis 30. Dezember sollen von den Urlaubern Schnell und Eilzüge im allgemeinen nicht benutzt werden. Dabei stnd, Ausnahmen gestattet, so bei Reisen über 300 Kilometer, wenn der Urlaub nur kurze Zeit gedauert hat. de. Mannheim, 22. Dezember. Einhundertdrei hiestge Hausfrauen, die ihrem Milchlieferanten 1 Pfg. per Liter mehr zahlten, als der Höchstpreis betrug, erhielten Strafbefehle über 5 Mk. Geldstrafe. Karlsruhe, 20. Dez. Von 2308 badischen Beamten und Bediensteten stnd 891 im Heeresdienst und 11 bei der Zivilverwaltung der besetzten Gebiete. Die größte Z sfer der im Heeresdienst Befindlichen stellen die etatmäßigen mittleren Justizbeamten mit 191, cs folgen 104 Rechtspraktikanten, 74 Gerichtsaffesoren, ebenso- viele Gefängnisausstchtsbeamtr: weiter stehen im Heeresdienst 84 Richter, 11 Rechtsanwälte, 34 Notare und 4 obere Beamte des Justizministeriums. Insgesamt 94 Beamte u. Bedienstete haben bis 15. November 1915 den Tot fürs Vaterland gesunden. Unter diesen Gefallenen der badischen Justizverwaltung befinden fick u. a. 6 Rich- Der Landbotr * Siusheimer Zeitung. Samstag. 25. Dezember 1915. ter, 2 Staatsanwälte, 1 Notar, 18 Gerichtsaffesoren, 22 Rechtspraktikanten und 14 mittlere Justizbeamee. Diesen Zahlen sei angefügt, daß im badischen Dienst 159 Rcchts- praktikanten, 124 Gerichtsaffesorrn und 32 Regierungsaffe- soren verwendet stnd. Von ihnen stnd 104 Rechtspraktikanten, 76 Gerichtsaffesorrn und 21 Regierungsaffesoren zum Heeresdienst rinberufen oder werden in der Zivilverwaltung Polens beschäftigt. de. Freiburg, 20. Dez. Am Samstag abend warf ein J a U Jahre altes Kind in der elterlichen Wohnung im Vorort Haslach in Abwesenheit der Mutter eine Petroleumlampe vom Tische herab, wobei stc zertrümmerte. Die Kleider des Kindes fingen Feuer. Das Kind zog stch schwere Brandwunden zu, an deren Folgen es kurze Zeit später verstorben ist. Der Vater des Kindes befindet sich im Felde. de. Bllliugen, 22. Dez. In einem Qrte des Amtsbezirks Rottweil herrscht zur Zeit die Maul- und Klauenseuche. Bekanntlich wird an den Stallungen, in denen stch verseuchtes Vieh befindet, ein weißes Plakat an die Türe geheftet, damit jedermann weiß, daß Vorstcht geboten ist. Nun kam es dieser Tage vor, daß in einem seuchenfreien Gehöft die Ochsen gepfändet wurden. Kaum war der Gerichtsvollzieher verschwunden, sprang schon das sechsjährige Bübchen ches Gepfändeten zum Nachbar mit den Worten: „So, jetzt hen mir au die Klauenseuche, aber no ärger als ihr, denn unser Vieh Hot d' Zettel um d' Hörner rum!" Für die Kinderschule sind weiter eingegange«: bei Frau Scheeder von Frau Oberamtmann Maier 3, Verwalter Beck 2, Nathan Blum Wlw. 2, Ludwig Frank 8, Herrn E. Schick 2. bei Schwester Gleichen von Frau Weyer 1, Gärtner Kaufmann 1.50, A. Schiele 1, I. Pfeuffer 1.50, A. Leinberger 2, Wckh. Deubel 2 Sweter, 2 Käppchen und 2 Paar Strümpfe. Hoffman« 4 Paar Pantoffeln, Eiermann 1 und Confekt. 3 Ungenannten je 1 und 1 Paar Stiefel, bei Fraul L Kieffer von Frau Wilb. Hilspach 3, Herrn Bezirksarzt Hanger 3, Frau Sigm. Gumbel Teller, A. Setigmann Mützen, Oberförster Sachs 3,. Hch. Frank 3, Dr. Fischer 20, Ungenannt 2, Frau E. Eschle 3, Alb. Hoffmann 2, O. Schick 3. ^ Allen gütigen Gebern herzlichen Dank! Recht herzlich bitten wir, das Wohlwollen dem Verein weiter bewahren zu wollen. Franenverei« Sinsheim. Evangelischer Gottesdienst. Samstag den 25. Dezember 1915 (1. Weihnachtsfeiertag.) Collekle für die Rettungsanstalten. ValO Uhr: Predigt: Stadtpfarrer Eisen. . Im Anschluß an den Gottesdienst findet die Feier des heilg. Abendmahles statt; Vorbereitung unmittelbar vorausgehend. */a2 Uhr: Liturgischer Gemeindegottesdienst. Sonntag, den 26. Dezember 1915 (2. Weihnachtsfeiertag.) */a10 Uhr: Predigt: Sradtvikar Ernst. Dem heutigen Blatte liegt der Waudkalendtr für 1916 bei. Wir begleiten denselben mit herzlichen Weihnachtsgrüßen und dem Wunsche, die Leser möchten recht viele frohe und glückliche Tage, vor allem aber recht bald den sehnlich erwarteten WUlfrieden darauf verzeichnen dürfen. Es ist die höchste Zeit Ihr Abonnement auf unsere Zeitung zu erneuern, damit in der regelinäßigen Zustellung kein». Unterbrechung eintritt. Amtliche Bekanntmachung. Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Hoffenheim betr. Nachdem in der Stallung des Karl Feßenbecker in Hoffenheim die Maul- urd Klauenseuche cusgebrochen ist, wird folgende Anordnung getroffen: Die ganze Gemeinde Hoffenheim bildet einen Sperrbezirk im Sinne des § § 161 f. f. der Ansführungsvorschriften des Bnndesrats zum Reichsvieh- scuchengesetz. Sinsheim, den 23. Dezember 1915. Grosth. Bezirksamt. pferdeversteigerung. Die Badische Landwirtschaftskammer veranstaltet am Dienstag, den 28. Dezember ds. I«. vormittags V 2 I 2 Uhr in Mosbach eine Versteigerung von ca. 40 Fohlen im Alter von bis 4 Jahren und 20 kriegs- ilnbrauchbaren Pferden. Zugelaffen zur Versteigerung werden nur Landwirte aus Baden, welche eine bürgcrmeisteramtliche Bescheinigung vorlegen darüber, daß sie zur Äuf- rechterhaltung ihres landwirtschaftlichen Betriebes ein Pferd dringend benötigen. Gothaer Lebensuersidierungsbank —- auf Gegenseitigkeit. Bisher abgeschlossene Versicherungen : 2 Milliarden 242 Millionen Mark. Kriegsversicherung mit alsbaldiger Auszahlung der vollen Summe im Todesiall. Nene vorteilhafte Verslchernngsformen. Vertreter: Gg. Eiermann, Sinsheim. Dresdner Bank Heidelberg-, Hauptstr. 52. Aktienkapital 200 Mill. Reserven 61 Mill. 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Güterrechtsregistereintrag Band 1 Snte 183: Boppre Friedrich Wilhelm, Schreibgehilfe zu Waibstadt und Maria Anna geborene Unsöld. Im Ehever- trag vom 13. Dezember 1915 wurde Gütertreunuug gemäß Zß 1426 ff. B. G.B. vereinbart. Neckarbifchofsheim, den 22. Dezember 1915. Grotzh. Amtsgericht. Drucksachen aller Art in Schwarz-, Bunt- und Kopierdruck wie Briefbogen, Rechnungen, Postkarten, Wechselsor- mulare. Circulare, Empfehlungskarlen, Einladungskarten, Aufllebadreffen, Anhänger, Pofipaketadresten, Expreßkarlen, Stationszettel, Vorfichtszettel, Frachtbriefe, Mahnschreiben, Lohnzettel, Reparaturen- zettü, Arbeitslaufzettel, Befiellzettelblocks, Liefer- scheinblocks, Broschüren, Preislisten, Kataloge mit und ohne Jllustrationsdruck re. re. liefert rasch, sauber und billig die mit reichstem Typenmaterial und Druckmaschinen allerneuesterKonstruktion ausgerüstete G. Becke«- Buchdruckerei Sinsheim beim Bahnhof. Frisch eingetroffen: 1a. 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