usge- ffrage Venen Preise denen Preis lmgen h zm selben rrenz- nders !tober, Glas- l. Fach- iiages- lrund- : geo- ugust. >tr. 28 andes- trägern werden 'trotech- len Inruhe. Sadische Gewerbczeitung. Organ der Hroßherzogl. Landes-cheweröeljalte und der Kadischen chewerbevereine. Redigirt von Prof. vr. H. Meidingkr. Erscheint wöchentlich einmal im Umfang von mindestens ^/, Bogen. Jahrespreis 3 Mark durch Post und Buchhandel. Anzeigen SS Pfg. die ganze Petitzeile oder deren Raum. XV. Bd. M. 30. Karlsruhe. Jahrgang 1882. Inhalt S. S41—248: Handels - und Schifffahrts-Vertrag mit Mexiko. — Ausstellung in Vöhrenbach. — Der überseeische Handel Deutschlands. — Sir Henry Cole ff. — Abwaschbare Gipsabgüsse. — Berichtigung. Handels- und Lchijffahrts-Vertrag mit Meriko. Die Dauer des Handels- und Schifffahrts-Vertrags zwischen Deutschland und den vereinigten Staaten von Mexiko ist bis zum 31. Dezbr. 1882 verlängert worden. 8t. Ausstellung in Vöhrenbach. Sonntag, den 6. August wird in Vöhrenbach die vom Gewerbeverein daselbst für den Schwarzwald-Ganverband veranstaltete Gewerbe- und Industrieausstellung eröffnet. An derselben betheiligen sich die Schwarzwälder Jndnstrieorte: Furtwangen, Eisenbach, Gütenbach, Hornberg, Neustadt, Triberg, St. Georgen, Villingen und Vöhrenbach. Bereits ist ein großer Theil der Ausstellungsgegenstände angekommen und harrt der in den nächsten Tagen erfolgenden Aufstellung durch sachkundige Hände. Die Liste der in ansehnlicher Zahl angemeldeten Aussteller bürgt dafür, daß vom Schönsten und Besten, was dieser Jndustriebezirk hervorbringt, zur Schaustellung kommen und in den hübschen Räumlichkeiten ein sehr ansprechendes Gesammtbild der Leistungsfähigkeit der Schwarzwälder Gewerbe geboten werden wird. Der Eröffnung wird am gleichen Tage ein Festzug vorausgehen, der in den verschiedenen früheren und jetzigen Volkstrachten des obern Schwarz- 242 waldes das Leben und Schaffen dieser Bevölkerung in origineller Weise zum Ausdruck bringen soll und wohl einen Hauptanziehungspunkt für zahlreiche Besucher des freundlichen Stäbchens bilden mag. Der überseeische Handel Deutschlands. Von der Redaktion der Zeitschrift „Der Weltmarkt", H. Bernhard in Leipzig, wird zur weiteren Hebung des Exports in unserem Vaterlande für die Folge eine „Welthandels-Korrespondenz" erscheinen, welche auf Originalmittheilungen von überseeisch etablirten deutschen Firmen beruht. Zur Charakterisirung und Förderung dieses Unternehmens veröffentlichen wir den folgenden in Nr. 1 der Korrespondenz enthaltenen Artikel: In den letzten Jahren ist viel über den deutschen Export nach überseeischen Ländern geschrieben worden und besonders hat die deutsche Reichsregierung durch die deutschen Konsulate im Auslande ausführliche Berichte darüber einfordern lassen und in anerkennenswerthester Weise zur Veröffentlichung gebracht. Diese Berichte haben den Zweck, die deutschen Industriellen darauf aufmerksam zu machen, welche Anforderungen man im Auslande an die hauptsächlichsten Exportartikel stellt, um denselben Konkurrenzfähigkeit mit den Jndustrieerzeugnissen anderer Staaten zu verleihen. Der Eindruck, den man aus den verschiedenen Berichten über diesen Gegenstand gewinnt, ist allerdings theilweise kein sehr günstiger, doch ist nur auf die Mängel unseres Ausfuhrhandels gegenüber den Konkurreuz- staaten hingewiesen, während die guten Seiten unserer Industrie unberührt blieben. Die am Export betheiligten Firmen werden aus den der Regierung ausgiebig zu Gebote stehenden Informationen Nutzen zu ziehen wissen und die Beseitigung der Mängel veranlassen, um unfern Export zu fördern und auf dem Weltmärkte nicht von den Firmen anderer Nationen überflügelt zu werden. Es ist wohl zu beachten, daß jede der Nationen, welche heutzutage auf industriellem Gebiete um den Vorrang streiten, ihre Specialitäten hat, in welchen sie groß dasteht, in welchen sie sich seit Jahren dem Bedarf der verschiedenen Märkte angepaßt hat. Es gibt Waffen von Artikeln, welche nur lohnend sind, wenn sie von Deutschland bezogen werden, weil konkurrirende Länder sie nicht zu den gleich günstigen Bedingungen zu offeriren im Stande sind. Jedoch sind in dieser Beziehung keine Regeln aufzustellen, da Alles von den Ansprüchen der Kundschaft abhängt. So beispielsweise fabricirt Lyon die schönsten fa de gc ist sü B w W B I! B w> la vo ist Kl lie wt vil da Kc uu P> be! S, bei zu Ml zu die faj Pr Pe 243 Weise zahl- rd in )e für e auf >eruht. tlichen über- teichs- erichte Ver- larauf m die it mit diesen ich ist rrenz- erührt ierung n ilnd n und flügelt ge auf at, in rf der ie von ;u den ind in üchen »vnsten farbigen Sammete, dem Lyoner Fabrikat wird aber, weil zu theuer, das deutsche aus den rheinländischen Fabriken auf vielen Konsumplätzen vorgezogen. Wo man nun Ersatz für das theure französische Fabrikat verlangt, ist man auf die rheinländischen Fabriken angewiesen, welche in der Herstellung billigerer Qualitäten, besonders in Schwarz unerreicht dastehen. Wollene Litzen, Tressen rc., werden auch in andern Ländern angefertigt, Barmen hat aber darin das Monopol, welches ihm sobald nicht entrissen werden wird. So genießen noch viele andere Artikel aus Deutschland einen Weltruf und werden vielfach ausschließlich aus Deutschland bezogen, als Bijouterien aus Hanau und Pforzheim; Eisen- und Stahlwaaren Solingen, Iserlohn, Remscheid; Wäsche und Damen-Konfektionsartikel, Luxuspapiere rc. Berlin; Rauchwaaren, Bücher, Leipzig; Musikinstrumente sächs. Voigtland rc. Es gibt indessen noch eine große Anzahl unserer Jndustrieerzeuguisse, welche nicht im Verhältnisse zu ihrer Güte und Exportfähigkeit in Deutschland so gesucht werden, daß solche hervorragende Exportartikel bilden. Es mag dies wohl theilweise auf die Unkenntniß der Bezugsquellen von heimischen Fabrikaten zurückzuführen sein, der überseeische Konsument ist auf einen Kommissionär bei Bezug der Maaren angewiesen und der Kommissionär hat auf diese Weise das ganze Geschäft in der Hand; er liefert dasjenige Fabrikat, welches er am billigsten kauft, und legt zuweilen weniger Gewicht auf die Güte der Maaren, sondern ihm ist die Hauptsache, viel Provision zu verdienen. Wir sagen nicht, daß der Kommissionär überflüssig ist, aber wir wünschen, daß der Kommissionär solche Kommissionen ausführt, bei welchen vom Konsumenten der Fabrikant der Maaren namhaft gemacht wird. Es ist daher für den deutschen Ausfuhrhandel von der größten Wichtigkeit und von entschiedenem Erfolge, daß die betreffenden Interessenten durch Preislisten ihre Firmen und Erzeugnisse in überseeischen kommerciellen Kreisen bekannt machen. Daß dies in hohem Grade nöthig ist, finden wir in einem Schreiben eines bedeutenden südamerikanischen Hauses bestätigt, es heißt in demselben wörtlich: „Principmäßig bemüht, nach hier so viel als thunlich deutsche Maaren zu importiren, interessire ich mich dafür, von den verschiedenen Fabrikanten möglichst viele Kataloge und Preislisten, namentlich illustrirte Preislisten zu bekommen, und wo Illustrationen nicht ausreichen, kleine Muster, welche die Maaren veranschaulichen. „In einem Laude wie hier, wo wenig oder nichts fabricirt wird, also säst alle Artikel eingeführt werden müssen, wird man gerade durch illustrirte Preislisten auf diesen oder jenen Artikel aufmerksam gemacht und zu einem Versuche damit veranlaßt, anderseits lernt man die verschiedenen Fabriken 244 ein und desselben Gegenstandes kennen, kann Firmen und Preise vergleichen und sich mehr von den Kommissionären emancipiren, d. h. man kann bestimmte Ordres geben, welche Waare und von welcher Fabrik man dieselbe haben will. Nur sollten die Herren Fabrikanten auch im Preisverzeichniß die wirklich festen Preise und Konditionen aufgeben und nicht noch Extrakommissionen und Rabatte für die Kommissionäre in petto behalten und bewilligen, was schließlich doch der Importeur bezahlen muß, also die Maaren vertheuert und oft den Kommissionär veranlaßt, da zu kaufen, wo er am meisten Nutzen hat, anstatt einzig und allein auf beste Qualität und verhältnißmäßig billigsten Preis zu sehen. „Bei der großen Entfernung vom Mutterlande, der unendlichen Vielseitigkeit der zu kaufenden Artikel, zur Empfangnahme, zur Abwicklung der Rechnungen (wir kaufen nur gegen baar) und Verladung der Maaren rc. ist immer ein Kommissionär oder Vertreter drüben nothwendig und gern wird demselben die übliche Kommission bewilligt, wenn es damit abgemacht ist — im gegentheiligen Falle tragen die Herren Fabrikanten einen großen Theil der Schuld." Zur Kenntniß der passendsten Bezugsquellen zu kommen, ist speciell für den überseeisch etablirten Kaufmann von sehr großem Belang. Nicht nur mit einer oder ein paar Waarengattungen hat er sich zu befassen, sondern, wenn er großen Umsatz erzielen will, muß er alle möglichen Artikel zu gleicher Zeit führen, von welchen auch die in die Kategorie der Lebensmittel fallenden nicht ausgeschloffen sind, obschon es recht große Firmen gibt, die sich allein aus diesen Zweig beschränken. Dem Vorstehenden fügen wir noch den nachfolgenden Auszug aus dem Exportbericht Nr. 2 bei. Es werden verlangt von Amsterdam Preislisten von zum Export geeigneten Artikeln; Kopenhagen, Preislisten über div. Artikel; Konstantinopel, Preislisten über Artikel für den Orient; Bangkok (Siam), Preislisten, Kataloge von Maaren für Import, besonders Neuheiten gesucht; Mogador (Marokko), Preislisten über Glasartikel, Liqueure, Oelfarbendruck-Bilder, Papierartikel, Sammet (Velvets). Weiterhin werden gesucht von Paris, Preislisten über Fabrikate div. Branchen, Vertretung leistungsfähiger Fabrikanten von feinen Stahlwaaren, Eisenkurzwaaren, Metallwaaren; St. Petersburg, Agenturen für leistungsfähige Häuser; London, alleinige Agentur von Specialitäten und Nouveautvs; Utrecht (Holland), Preislisten und Abbildungen von Maschinen und Artikel der Eisenwaaren-Branche; Nizza, Geschäftsverbindung mit Fabrikanten von leichtverkäuflichen Fantasieartikeln, Kurzwaaren, feine Stahlwaaren und Ge- 245 eichen n be- eselbe ichniß Hxtra- >. und o die i, wo t und Viel- g der en rc. gern macht roßen peciell Nicht fassen, Artikel ebens- strmen s dem Esten r div. ngkok > Neu- ,ueure, te div. >aaren, stungs- autas; Artikel m von nd Gebrauchsgegenstände für Hotels und Caffäs; Krakau, Maschinen und andere Utensilien der Stahlstichdrucker-Kunst. Firmen, welche Offerten zu machen beabsichtigen, wollen sich an H. Bernhard in Leipzig wenden, es erfolgt hierauf die Angabe des betreffenden Hauses kostenlos und franco. Sir Henry Cole ff-. Am 20. April schied, wie wir dem „Hann. Wchbl. f. H. u. G." entnehmen, zu London Sir Henry Cole, einer der eifrigsten Förderer des Kunstgewerbes, der ehemalige Direktor des South-Kensington-Museums und Generalinspektor des Departements für Kunst und Wissenschaft, im Alter von 74 Jahren aus dem Leben. Der Ruhm Cole's liegt voll und ganz in der Schöpfung des South-Ken- sington-Museums und den damit in Verbindung stehenden Einrichtungen. Die Geschichte der Entstehung dieses nationalen Instituts und der der Förderung der gewerblichen Kunst gewidmeten Bestrebungen ist bekannt genug. Jedermann weiß, daß sie eine Frucht der Belehrungen der ersten Londoner Welt- Ausstellung war. Bekannt ist der Antheil, welchen der Prinz Albert daran hat, sowie die thätige Mitwirkung unseres kunstsinnigen Landsmannes Gottfr. Semper. Schon für den glücklichen Verlauf der internationalen Ausstellung von 1851 war die Thätigkeit Henry Cole's von der größten Bedeutung und als damals trotz aller Ueberlegenheit des industriellen Englands die Erkenntniß sich Bahn machte, daß hinsichtlich der geschmackvollen Gestaltung und Dekoration ein sehr bemerkbarer Mangel sich kundgebe, und für die Erweckung des Schönheitssinnes des Publikums und der industriellen Künstler Veranstaltungen getroffen werden müßten, da faßte Prinz Albert den Plan, die hervorragendsten Ausstellungsobjekte als Muster für eine gewerbliche Kunstschule zu erwerben, und H. Cole erhielt den Auftrag, die vom Parlament dafür bewilligten Gelder (100 000 M.) diesem Zwecke gemäß zu verwenden. Es war das nur ein bescheidener Anfang, wenn man bedenkt, daß seither die englische Regierung jährlich 80 000 bis 100 000 Lst. oder 1 600 000 bis 2 000 000 M. auf dies Museum verwendet hat. Bemerkenswerth ist die Klarheit, mit welcher Cole von Anfang an sein Programm entwickelte und die Wege bezeichnete, um das Vorgesetzte Ziel einer ästhetischen Heranbildung von Künstlern und Publikum zu erreichen. Schon seit 1837 bestanden Zeichenschulen zur Heranbildung von Musterzeichnern und Dessinateuren für das Kunstgewerbe; sie waren jedoch ohne praktischen Einfluß geblieben. Diese neu zu organisiren war seine erste 246 Sorge und bei Eröffnung einer Zeichenschule zu Westminster spricht sich Cole, damals Oberbeamter im Departament ok Drnetieal ^.rt, über die Aufgaben einer erfolgreichen Beförderung der Kunstindustrie mit sehr bestimmten Worten aus: „Wenn das Publikum kein Gefühl hat für den Werth, welchen die Erzeugnisse der Industrie durch die Leistungen des Zeichners erlangt, so klingt es wie Hohn, eine Menge von Dessinateuren heranbilden zu wollen; dies hieße die Arbeitskraft auf falsche Bahn leiten und ihnen Hoffnungen erwecken, die man dann hinopfert. Wenn der Käufer, der das absolute Recht hat, frei zu wählen, was er bezahlt, nicht weiß, was gut und schlecht ist, und in seiner Ignoranz oder unter dem Joch einer launenhaften Mode gewöhnlich nach dem Schlechten greift, welche Thorheit ist es dann, dem Gewerbsmann zu der Herstellung guter Artikel behilflich sein zu wollen, die Niemand kaust! Zur Hebung der Gewerbe müssen zwei Wege zugleich verfolgt werden: Heranziehung von künstlerischen Kräften für die Industrie und Bildung des Schönheitssinnes im großen Publikum. Wäre man durchaus auf einen dieser Wege beschränkt und hätte zwischen beiden zu wählen, so würde nach meiner Ansicht der letztere sicherer zum Ziele führen; denn wenn das Publikum einmal das wirklich Schöne verlangt, werden Produzenten und Händler ihm zu genügen suchen und für künstlerische Beihilfe schon selber sorgen." Das ist der Grundgedanke, der in vielen Reden wiederklingt und der seither von allen Seiten als richtig anerkannt worden ist. Aus ihm entspringt die ganze umfangreiche Organisation der staatlichen Beihilfe zur Pflege der Industrie, namentlich der Kunstindustrie. Der Einführung des Elementar- zeichenunterrichts in alle Schulen, als des vorzüglichsten Bildungsmittels für den Geschmack, wurde die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Diesem Zweck dienen die Unterstützungen der Kunstschulen zur Heranbildung von Zeichenlehrern, die öffentlichen Vorlesungen, die öffentlichen Bibliotheken und Lesezimmer und vor allem die umfangreichen Sammlungen von Kunstwerken. Durch Veranstaltung von Wanderausstellungen und durch temporäre Ausstellung von Kunstgegenständeu, die sich zum Theil in Privatbesitz befinden, wird das Interesse und die Betheiligung in weitere Kreise getragen. Die lebhafte Agitation hatte bald Erfolg. Wenn anfangs sogar Parlament und Regierung nur widerwillig den Intentionen des Prinzen Albert und seiner kunstsinnigen Anhänger folgte und versuchte, eine entgegengesetzte Strömung in der Presse zu verbreiten, so änderte sich die Sache alsbald; die öffentliche Meinung wandte sich den neuen Bestrebungen in solchem Maße zu, daß die ganze Schöpfung des Kensington-Museums 247 !t sich ;r die ir be- »elchen langt, >en zu ihnen r, der weiß, l Joch welche guter >g der hnng g des cchaus Zählen, ihren; »erden erische id der pringt ge der entar- nittels Diesem ; von n und lerken. Ausinden, sogar rinzen gegen- Sache ;en in seunls gleichsam von einem nationalen Gedanken getragen erscheint und Privatpersonen und Korporationen willig zusammenwirkten für das Ziel der Förderung der Industrie auf der als richtig erkannten Basis. Allgemein war die Anerkennung, welche das Ausland dem in England erzielten Erfolge zollte, namentlich erhellt dies aus den Berichten über die Londoner Ausstellung von 1862. Vorzugsweise waren die ihrer Ueberlegenheit sich bewußten Franzosen erstaunt über die Fortschritte der Engländer aus den Gebieten der Kunstindustrie. Diese großartige Schöpfung des South-Kensington-Museums ist auch für andere Kulturstaaten Vorbild gewesen; überall wo man in der Richtung der Pflege der Kunstindustrie thätig gewesen ist, hat man die Blicke auf dasselbe als eine Musteranstalt gerichtet. Bis zum Jahre 1873 blieb Cole Direktor des South-Kensington- Museums. Sein vorzüglichstes und bleibendes Verdienst liegt in der kräftigen Agitation für eine mehr künstlerische Erziehung des Menschengeschlechtes, sein Name ist untrennbar verknüpft mit der Geschichte des Museums und mit der Wiedererweckung der Kunst in den Gewerben. Abwaschbare Gipsabgüße. f Schon seit Jahren beschäftigt man sich in technischen Kreisen damit, ein Verfahren zu finden, welches es ermöglicht, Gipsabgüsse gegen Abwaschungen widerstandsfähig zu machen. Im Jahre 1875 setzten die kgl. preuß. Ministerien des Handels und des Kultus einen Preis von 3000 M. auf Lösung dieser Aufgabe. (S. Bad. Gew.-Ztg. 1878, S. 59.) Die eingegangenen drei Lösungen beruhten sämmtlich auf dem gleichen Grundverfahren: die Schwefelsäure des Gipses durch Barytwasser unlöslich zu machen. Was dann die Ueberführung des Kalks in eine in Wasser unlösliche Verbindung anlangt, so wurde kieselsaures Kali, Borsäure oder Kohlensäure vorgeschlagen. vr. Dechend, welcher im Aufträge der Ministerien die verschiedenen Verfahren prüfte (s. Bad. Gew.-Ztg. 1878, S. 168) fand jedoch, daß keins der drei oben genannten Mittel für sich aller Anforderung genüge, baß man jedoch den gewünschten Erfolg erreiche, wenn man dieselben kombinire. Er veröffentlichte eine kleine Broschüre über seine Untersuchungen und schlug selbst ein Verfahren vor, welches darin bestand, daß man den Gips nach vorheriger Behandlung mit Barytwafser in eine fünfprozentige heiße Auflösung von Kernseife bringt, mit Wasser wäscht und trocknet. Ein von R. Jakobsen (Bad. Gew.-Ztg. 1876, S. 259) empfohlenes 348 Verfahren beruht auf der Anwendung einer heißen wässerigen Lösung von stearinsaurem Natron. In neuester Zeit hat nun C. Pusch er in „Kunst und Gewerbe" vor- ge/chlagen, die frischen Gipsabgüsse mit einer alkoholischen Lösung von stearinsuurem-Kali wiederholt zu bestreichen um sie gegen Abwaschungen widerstandsfähig zu machen. Die Stearinsäure soll sich dabei leicht mit dem Kalk des Gipses vereinigen und so einen weißen, glasurartigen, wasserdichten Ueberzug bilden, während sich gleichzeitig die Schwefelsäure desselben mit dem Kali zu schweselsaurem Kali vereinigt, in die untere Gipsmasse eindringt und diese härtet. Puscher hebt besonders hervor, daß stearinsaures Natron deswegen nicht verwendbar sei, weil das aus ihm bei der Operation gebildete schwefelsaure Natron in dem Gips nicht fest eingeschlossen bleibt, sondern bei feuchtem Wetter herauskrystallisirt, wodurch der Ueberzug von stearinsaurem Kalk zerstört wird. Die von Puscher empfohlene Jmprägnirungsflüssigkeit wird auf folgende Weise hergestellt: 3 Theile Aetzkali werden in 36 Theilen heißen Wassers aufgelöst und 9 Theile Stearinsäure (Stearinlicht bester Qualität) zugesetzt. Nach wenigen Minuten, während welcher man fleißig umrührt, wird die Stearinsäure geschmolzen sein und sich mit dem Aetzkali zu einer Seife verbunden haben. Man fügt nun gleiche Gewichtsmengen Wasser und dögrädigen Alkohol hinzu und erhält so eine klare, wasserhelle, dünnflüssige Lösung, welche dadurch warm erhalten wird, daß man sie in einen Topf mit warmem Wasser stellt. Die etwas vorgewärmten frischen Gipsabgüsse werden so lange mittelst Pinsels oder Schwamms mit der Lösung überstrichen, bis sie nichts mehr aufnehmen; dann läßt man sie 2 bis 3 Stunden trocknen und der Ueberzug ist fertig. Derselbe gibt dem Gips ein schönes, weißes, marmorähnliches Aussehen und wenn man mit einem Tuche reibt oder einer weichen Bürste bürstet, mehr oder weniger Glanz. Sollen ältere Gipsabgüße mit diesem Ueberzuge versehen werden, so ist es nöthig, dieselben vorher zu reinigen, was durch Bestreichen mit dreiprozentiger Aetzkalilösung und nachheriges Abspülen mit Wasser erreicht wird., Es ist hierbei besonders darauf zu achten, daß so gereinigte Gipse vor der Behandlung mit stearinsaurem Kali gut trocknen sind. Berichtigung. Auf S. 232 d. Jahrg. Zeile 8 von unten lies Lunge statt Lauge. Druck und Kommissionsverlag der G. Braun'schen Hofbuchhandlung in Karlsruhe.