Uhr von s vn.«r5k. veä. ?^ÜL u. ^LlL.lt La-lsche Gewerbeicitimg. Argan der Hroßherzogl. Landes-Heweröeßalle und der Badischen Heweröevereine. Redigirt von Hofrath Prof. vr. H. Mei-mger. Wöchentlich einmal. Jahrespreis 3 Mark. Anzeigen 25 Psg. die halbe Petitzeile. 28. Band. Nr. 41. Karlsruhe. 12. Oktober 1895. Inhalt: S. 521 bis 536. Gewerbevereins - Mittheilungen (Karlsruhe). — Elektrische Ausstellung in Karlsruhe (VI. Die Werkzeug- und Arbeitsmaschinen. — VII. Die Elektricität in der Heilkunde). — Industrie- und Gewerbeausstellung in Straßburg (Fortsetzung). — Besuch der Landes-Gewerbehalle im Monat September. — Unsere Musterzeichnung. — Brief- und Fragekasten (Fußbodenanstrich). — Anzeigen. Gewerbevereins-Mittheilungen. Gewerbeverein Karlsruhe. Vortrag am 9. Oktober. Der Vorsitzende L. Schwindt eröffnet« die Versammlung unter Bezugnahme auf die Wiederaufnahme der Vereinsthätigkeit während der Wintermonate mit Begrüßung der Anwesenden und ertheilte darnach dem vr. Olinda- Neustadt a. d. H. das Wort zu dem Vortrage: die allmählige Aufsaugung der Kleinbetriebe durch den Großbetrieb. Redner, der aus eigener Anschauung amerikanische Unternehmerverhältnisse kennen lernte und besonders die Ausbildung des Aktiengesellschaftswesens dort studirte, erläuterte deren Geschäftsgebaren und dasjenige der Unternehmerverbände, welch' letztere sich aus ersteren entwickelten. Auch bei uns bestehen Verbände von Industriellen, welche in Hinblick darauf gebildet sind, daß nicht durch fortwährendes Unterbieten des Preises der Erzeugnisse der Geschäftsgewinn übermäßig heruutergedrückt, ja Manchem seine Fortexistenz unmöglich gemacht wird; man bezeichnet solche als „Syndikate oder Kartelle". Sie sind in der Regel nur für wenige Jahre abgeschlossen und zerfallen oft schon früher durch unredliche Machinationen Einzelner. Daneben sind auch unter dem Namen „Ringe" schon Verbände hauptsächlich von Bankiers gebildet worden, welche bezweckten, den Preis von wichtigen Handelswaaren übermäßig in die Höhe zu treiben, wodurch das Publikum effektiv benachtheiligt werden konnte. In großartigem Maßstabe sind solche Verbände auf Dauer unter dem Namen „Trusts" in Nordamerika Mr Entwicklung gekommen. In diesen finden sich alle Aktiengesellschaften jx der gleichen Kategorie zu einem großen Verbände vereinigt, worin die kleinen den großen Aktionären gegenüber mundtodt gemacht werden, und 522 wodurch dann die Gewalt bei nur wenigen Personen liegt. Durch Beispiele aus neuerer Zeit, am Zucker- und Petroleum-Trust, werden die Zwecke und Ziele dieser Verbände dargestellt; wenn sie auch darauf gerichtet sind, der großen Masse ihre Lebensbedürfnisse zu vertheuern, so sind sie dabei doch klug genug, ihren Arbeitern gute Löhne zu bezahlen. Hervorgehoben wurde die übergroße Ansammlung des Kapitals in den Trusts und bei einzelnen Personen, wodurch der Ein- und Verkauf der Artikel dann souverain beherrscht werde. Mt Gewißheit könne man annehmen, daß derartige Unternehmerverbände auch bei uns in Deutschland auftreten werden, was den Untergang der Kleinbetriebe unfehlbar bedeute. Damit dies nicht geschehen könne, müsse man schon jetzt in den einzelnen Gewerben zu Verbänden zusammentreten und gemeinschaftlich das zu erstreben suchen, wozu die Kraft und die Mittel des Einzelnen nicht ausreichen. Der Vortragende bespricht nun die Hilfe, die von gemeinschaftlicher Produktion, gemeinschaftlichem Ein- und Verkauf unter kaufmännischer Leitung sicher zu erwarten ist und fordert dringend den Zusammenschluß der Kleingewerbetreibenden und auch der kleineren Fabrikanten zu derartigen schon öfter empfohlenen Assotiacionen, deren Verwirklichung bisher regelmäßig an der Uneinigkeit der Genannten scheiterte. Zum Schluß wird auf die bereits da und dort ins Leben gerufenen landwirthschaftlichen Verkaufsgenossenschaften hingewiesen, welche schon günstige Erfolge erzielten. — Der Vorsitzende sprach den Dank für den lichtvollen, belehrenden Bortrag aus und schloß unter Bekanntgabe einiger Mittheilungen auf den Schluß der elektrischen Ausstellung, welcher durch den für Montag in Aussicht gestellten Besuch Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs noch eine ganz besondere Auszeichnung bevorstehe, die erste Winterversammlung. Litt. Elektrische Ausstellung in Karlsruhe. VI. Die Werkzeug- und Arbeitsmaschinen Bon Professor G. Lindner. In dem Artikel: die elektrische Kraftübertragung in Nr. 40 wurde über die Verbindung von Elektromotoren mit Werkzeug- und Arbeitsmaschinen berichtet und dasjenige namhaft gemacht, was die elektrische Ausstellung in dieser Hinsicht vorführt. Im Folgenden soll nun ein Blick geworfen werden auf die betreffenden angetriebenen Maschinen, die manches Charakteristische darbieten und theilweise das Beste darstellen, was die heutige Fabrikation zu liefern versteht. Es werden dabei immer die gleichartigen Zwecken dienenden Maschinen'zusammen behandelt werden. 523 Bei- l die l ge- i, so hlen. den s der i anhand >eute. ein- » das nicht mein- kauf- . Zu- sabri- Ber- iterte. lsenen schon r den iniger durch Hoheit e, die ^tt. wurde rbeits- ktrische m ein en, die -stellen, immer verden. Drehbänke. Eine kleine Drehbank für Fußbetrieb läßt sich leicht mit einem Elektromotor antreiben, der allerdings mit allem Zubehör gerade so theuer sein kann wie die Bank; das lohnte sich also nur für ununterbrochene Benutzung zur Ersparung von Menschenkraft. Noch kommt als Bedenken dazu, daß die Bank gleichmäßig mit der auf der Stufenscheibe eingestellten Geschwindigkeit fortgeht, während bei Fußbetrieb beliebige Veränderungen der Geschwindigkeit möglich sind. Daraus ist es erklärlich, daß Holzdrehbänke für elktrischen Betrieb nicht ausgestellt waren, eben wohl auch kaum verlangt werden. Fußdrehbänke für Metall waren in drei Ausführungen vorhanden: Die Drehbank von Ducommun in Mülhausen i. E. ist hübsch und gut gebaut. Sie wirkt vom Fußtritt aus mit einem etwas umständlichen Schleifen- und Rollenantrieb auf den Kurbelzapfen des Schwungrades; dieses läßt sich dafür aber so viel auf und ab verstellen, daß man die zum Spindelstock hinaufführende Treibschnur sowohl in den drei großen als in den zwei kleinen Rillen des Schwungrades laufen lassen und richtig anfpannen kann, was sehr zweckmäßig ist. Der Elektromotor ist hinten unter der Tischplatte angeschraubt und treibt mit Schnur ein darüber, gerade hinter dem Spindelstock stehendes Vorgelege mit fünf Rillen wie an der Spindel. Man erreicht dadurch fünf Geschwindigkeiten von etwa 100 bis 600 Touren in der Minute zum Drehen. Zum Einrücken dreht man einen Schlüsselgriff nach rechts, bis er schnappt, ebenso zum Ausrücken, und wieder zum folgenden Einrücken u. s. f. Die Maschine ist mit Leitspindel, die mitten im Bett durch ein Deckblech geschützt liegt, mit Wechselrädern und Reversirvorrichtung versehen und kostet mit Elektromotor 1600 M. Eine andere Fußdrehbank, von der deutsch-amerikanischen Fabrik für Präcisions-Maschinen Flesch L Stein in Frankfurt, ist ebenfalls mit einem kleinen Motor versehen. Dieser treibt von der Motorwelle mit einer kleinen Lederrolle mit Reibung auf einen glatten Rand des Schwungrades. Um diese Reibräder genügend anzupressen, ist der Motor mit der Lederrolle durch einen Handhebel beweglich angebracht. Den Anpressungs- druck nach Bedarf zu reguliren ist wegen der zu großen Zahntheilung "icht angängig. Man kann aber den Antrieb am Hebel schnell abstellen, °hne den Motor auszuschalten, um ihn z. B. bald wieder einzurücken. Der Stromausschalter ist besonders zu handhaben. Die Maschine ist einfacher und billiger als die vorige, sie kostet mit Elektromotor 1100 M. Die von der Maschinenbaugesellschaft Grafenstaden ausgestellte "eine Drehbank mit Handsupport, 115 x 1000 mm (675 M., 0,8 Pferd 524 starker Motor 540 M.), eignet sich zur schnellen Herstellung kleiner Stücke. Die Spindel ist hohl und mit centrirendem Klemmfutter ausgerüstet. Die Werkzeuge können von Hand an besonderen Haltern geführt oder am Querschlitten eingespannt werden. Der Motor steht unten hinter dem Bett, gestattet, den ersten keilförmigen Riemen an einer Schraube richtig zu spannen, und wirkt weiter mit dreistufiger Scheibe auf die Spindel. Die Ausführung ist gut. Die von I. G. Weisser Söhne in St. Georgen i. Schw. gebauten Maschinen empfehlen sich für Feinmechaniker und zur Uhrenfabrikation. Eine aus einem Säulentisch stehende kleine Fußdrehbank ls. Figur) von nur 72 mm Spitzenhöhe (für 260 Mark ohne Motor), welche in diesem Falle in geschickter Weise mit einem eigenen Elektromotor versehen ist. Es ist hier veranschaulicht, daß auch der Antrieb kleinster Werkzeugmaschinen mittelst der Elek- tricität in durchaus zweckmäßiger Weise bewirkt werden kann. Würde man mehrere derartige so kleine Maschinen in ein und derselben Werkstätte dauernd be-I j ° treiben, so dürfte dafür gemein-1 M' samer Motor und Transmissio«! .' die Regel sein. Vorgenannte! ' ^ Bank läuft mit sechs Geschwin^ Fußdrehbank. digkeiten. Besonders beachtenswerth war eine neue Leitspindeldrehban!! derselben Firma von 110 mm Spitzenhöhe und 750 mm Drehlänge 650 M., mit Motor für 365 M. Sie kann mit zwölf Geschwindigkeit^ von 14 bis 420 Touren laufen. Der Motor treibt mit einem Rad vor Vulkanfiber auf eine Vorgelegwelle, dann mit Stufenscheiben auf d Spindel mit rückkehrenden Rädern. Die Wechselräder für die Leitspind sind in einer Kapsel vor dem Spindelstock so eingebaut, daß ein Ha» griff nach den Ziffern des Kapseldeckels nur eingestellt zu werden brau um die Leitspindel mit der entsprechenden Geschwindigkeit laufen zu lass' Ein am Support mitgehender Griff gestattet die Leitspindel auszurücken u> zu reversiren. Die Bank ist auf der Ausstellung mehrmals verkauft Word' schöbe sch- dich wie Grö ferti zcuc 525 tücke. üstet. oder )inter raube lf die Die Revolvermaschine der Firma (siehe nachstehende Zeichnung) ist zur Massenherstellung von kleinen fa^onnirten Stiften bis 6 mm Durchmesser geeignet. Sie kostet 450, der Motor 320 M. In dem von Hand geführtem Kopf, der die Stelle des Supports vertritt und gerade in der Mitte vor der Drehspindel verschiebbar ist, sind sechs Werkzeuge: ein Anschlag zum Einstellen des abzudrehenden Stückes auf genaue Länge, ein oder mehrere Drehstähle, Hohlfräser u. s. w. eingespannt. Beim Ausschieben dreht sich der Kopf um ^ Umdrehung, wie ein Revolver, so daß lauten iation. eutisch ank (s. Spi- ohne Falle einem chen ist. )t, daß : Wecker Elek- uäßig« kann, erartige ein und ernd be- geinein- smissio« ;enanB Zeschwin- ^ehba» änge sk ldigkeite» Rad v°« ^ aus eitspindli in Has brau^ zu lasse- mcken u- st wordn Revolver-Drehbank. das nächste Werkzeug beim Einschieben gleich richtig angreift. Außerdem trägt ein Querschlitten vorn einen Fa^onstahl, hinten einen Abstechstahl. Der Rundstab, aus dem die Stifte, Knöpfe u. s. w. ausgedreht werden sollen, kommt von links, in besonderer Führung gehalten und durch ein Gewicht beständig beigezogen, durch die hohle Spindel; in dieser ist er dicht an der Arbeitsstelle durch ein selbstcentrirendes Klemmfutter gehalten, tvie solches auch bei den andern Maschinen der Firma angewendet ist. Größere Maschinen der Art sind auch zur Herstellung von Schrauben, ^rtig bis auf den Schlitz im Kopf, eingerichtet. K. Klingelhöffer in Grevenbroich bei Rheydt baut größere Werkzeugmaschinen als Weisser Söhne; beide Firmen ergänzen sich darin. 526 Die ausgestellte Supportdrehbank, 250 x 2000 mm, 1400 M. (ohne Motor), zeigt die bewährten Konstruktionen, Einrichtung zum Lang- und Plandrehen und Gewindeschneiden mit Leitspindel. Sie wird durch einen Wechselstrommotor getrieben, doch kann der elektrische Antrieb auch anders angeordnet werden. Hier steht der Motor zwischen den Füßen der Bank; er treibt mit kleiner Riemscheibe ein Zahnradvorgelege mit Vulkanfiberrad, um dessen Achse das zweite Rad mit der Stufenscheibe aufwärts geschwenkt werden kann, um den zur Spindel herüberkommenden Riemen zu spannen. Die Riemenspannung bedarf noch einer gewissen Regelung und Begrenzung. Die Maschine hat viererlei Geschwindigkeit und läßt sich im Ganzen reversiren. Die Drehbänke der Maschinenfabrik Lorenz in Ettlingen zeichnen sich durch hübsche, den Kraftwirkungen angemessene Formgebung, Einhüllung der beweglichen Theile und gediegene Durchbildung aus. Die drei Ausstellungsmaschinen waren zum selbstthätigen Lang- und Plandrehen und zum Gewindeschneiden eingerichtet und von mittlerer, für Maschinenfabriken passender Größe. Das Langbett ist hier nicht in der üblichen unschönen Weise gekröpft, sondern durch einen Sockel, der unter der Planscheibe sattelförmig ausgebildet ist, mit dem Ende unterhalb des Spindelstockes vereinigt. Die rückkehrenden Räder liegen bei der kleinsten Bank wie gewöhnlich hinter dem Spindelstock, bei einer andern unter der Spindel im Gestell und bei einer neuen, gesetzt, geschützten Bauart innerhalb der Stufenscheibe selbst; hierbei laufen (an zwei diametral gegenüberliegenden Stellen) innerhalb der Stufenscheibe je ein Umlaufrad um die Spindel herum, indem ihre Axzapfen mit der Stusenscheibe verbunden sind, während ihre Verzahnungen mit zweierlei Theilkreisgröße je in einen auf der Spindel festsitzenden und einen lose darauf sitzenden Zahnkranz eingreifen. Kuppelt man den letzteren durch Steckstift mit der Stufenscheibe, so rotirt das Ganze wie ein Stück; kuppelt man aus, so bleibt die Spindel ohne Antrieb; und kuppelt man den losen Zahnkranz mit dem Gestell durch einen andern Steckstift, so rollen die Umlaufräder, deren Achsen von der Stufenscheibe mitgenommen werden, in dem jetzt stillstehenden Zahnkranz ab und treiben mit ihrer anderen Verzahnung den auf der Spindel festen Zahnkranz langsam um. Der Antrieb, mit schnellem Rücklauf der Bank, erfolgt von dem elektrisch betriebenen Deckenvorgelege in der Weise, daß der Motor mit Reibräderwechselgetriebe von zweierlei Übersetzung und mit Schneckentrieb die obere Stufenscheibe treibt. Durch einen Handgriff mit Stange kann man die kleinen ledernen Reibrollen so verschieben, daß die Rolle für Vorwärtsgang den kleineren der beiden Ringe der Motorscheibe fest 527 ohne und nnen iders !ank; rber- S ge- m zu und ch im chnen Ein- Die plan- , für n der unter b des insten ;r der inner- zegen- d um ^ ver- -größe senden t mit l aus, Zahn- : Um- en, in n Ver- i dem Motor necken- Stange ! Rolle be fest berührt, oder die Rolle für Rückwärtsgang den größeren, also schneller laufenden Ring an der diametral gegenüber liegenden Seite der Motorscheibe berührt, oder daß, in der Mittelstellung, beide außer Eingriff sind. An einer für die Ausstellung bestimmten, noch nicht ganz fertigen Bank steht der Motor unten hinter der Bank; er treibt mit Schneckengetriebe eine Welle, die vorn ein Wechselgetriebe mit Kegelrädern, wieder für verschiedene Geschwindigkeit, nämlich für schnellen Rücklauf, und einer zwischen den getriebenen Rädern befindlichen, doppelten Klauenkupplung enthält, und dadurch die unten, gerade unter dem Spindelstock befindliche Stufenscheibe dreht. Damit der von unten durch das Gestell hinauf zur Spindelstufenscheibe gehende Riemen stets richtig gespannt wird, ist das ganze untere Vorgelege: Motor, Schneckentrieb, Wendegetriebe und Stufenscheibe, Pendelnd, d. h. in einem Charnier so gelagert, daß ein gewisser Bruchtheil des Eigengewichtes vom Riemen getragen werden muß. Die Maschine löst die Klauenkupplung selbst aus, sobald der Support bis an eine einstellbare Grenze seines Weges gekommen ist. Eigenartig und neu ist die Umlegung des Riemens von einer Stufe auf eine andere. Der Riemen läuft selbst auf schrägen Uebergängen von Stufe zu Stufe, sobald die Riemengabel durch ein- mclige Umdrehung einer Handkurbel verstellt wird. Fräsmaschinen. Praktisch, sinnreich und elegant wie die Drehbänke sind auch die Frismaschinen der Lorenz'schen Werkzeugmaschinenfabrik. Die Präcision der Arbeit, die vielseitige Verwendbarkeit einer Maschine zum Plan-, Lang- und Fa^onfräsen, zum Bohren, zum Zahnradfräsen u. s. w. hat den Fräsmaschinen im Allgemeinen in kurzer Zeit zu hohem Ansehen unte: den andern Werkzeugmaschinen verholfen. Für den Kleinbetrieb mögm sie, wegen der nothwendigerweise exakten Ausführung, etwas zu theucc sein; für den Maschinenbau oder vielmehr sür die Maschinen- fabriiation sind sie unentbehrlich. Die Fräse schneidet mit jedem ihrer vielen Zähne oder der Fräskops mit jedem eingesetzten Stahl immer einen leinen Spahn nach dem andern leicht und genau aus dem Werkstück. Dieses bewegt sich nach links oder rechts, nach vorn oder hinten, oder im Krese sich drehend oder schwingend, sogar schräg in irgend einer vorgeschrittenen Richtung, jedesmal zwangläufig, gleichmäßig fortschreitend. Die Usertragung der Schaltung vom Hauptantrieb der Frässpindel bietet einge Schwierigkeit; Riemen und Universalgelenke sind nicht so gut für glatte Arbeit, wie genuthete Wellen mit verschiebbaren Zahnrädern. Viel Geschick gehört zum Einbau der Getriebe bis zu den 528 Spindeln des Supports. An der ausgestellten Maschine läßt sich auch der Tisch durch die Maschine selbst auf und ab einstellen. (Fortsetzung folgt.) VII. Die Objekte für Schwachstrom. Von Hrch. Allers, Dentist in Karlsruhe. 1. Die Elektricität in der Heilkunde. Der elektrische Strom hat drei Arten der Verwendung in der Heilkunde gefunden: zur Wirkung auf das Nervensystem, zu chirurgischen Operationen und zur Beleuchtung innerer Theile. In dem elektrischen Schlag ist die Wirkung der Elektricität auf das Nervensystem schon frühe erkannt worden und wurden hierauf arch zuerst therapeutische Behandlungen gegründet. Anfänglich wurden nar mit dem Induktionsapparat erzeugte Wechselströme (auch faradische genannt) in den Körper geleitet, welche eine Kontraktion der Muskeln erzeugen mit einem eigenthümlichen, bei stärkeren Strömen krampfhcft peinlicheren Gefühl (seit etwa 50 Jahren); etwa IO Jahre später wurde auch der gleichförmig fließende (konstante) Strom verwendet, der keinen Krampf sondern ein Brennen der Haut an den Berührungsstellen der Elektroden erzeugt. Für letzteren Zweck wurden besondere tragbare Batterien gebaut, deren Elemente äußerst klein, kaum Finger groß sein konnten. Operationen (als sog. Kauterisationen) können in zweierlei Form mit Hilfe des Stromes vorgenommcn werden; die eine ist eine chench'che die andere eine elektrolytische. Bei ersterer wird der Strom zum Erglühen einer Platinschlinge verwendet, die im Innern des Körpers, wo man mit dem Messer nur schwer hingelangen kann, oder wo das Nachbluten verhütet werden soll, um die zu entfernende Geschwulst gelegt und dann zusammengezogen wird; an der Berührungsstelle des glühenden Drahtes wird letztere geradezu wie durchgeschnitten und erhält einen Brandschorf, der die kleinen Blutgefäße schließt und jede Entzündung verhindert. — Bei der anderen Form der Operation werden zwei Platinnadeln, welche die beiden Endpunkte (Pole oder Elektroden) eines Stromkreises bilden, ganz nahe nebeneinander in eine Geschwulst eingestoßen, die man vorher mit Cocainlösung betupft hat, so daß keine schmerzhafte Empindung entsteht. Die Geschwulst besteht zum größten Theile aus Wafer mit etwas Mineralsalz, wie alle Körperflüssigkeit; diese erfährt drrch den Strom eine Zersetzung. An der positiven Elektrode (Anode) scheidet sich Sauerstoff oder Chlor aus, welche zerstörend auf den festen Theil der Geschwulst wirken, während an der negativen Elektrode (Kathode) Wasser- Tafel 41. der scheu ZÄM uische , Er- > man ,luten iann -chtes chorf, t. — welche ilden, orher düng mit , den !t sich l der asser- Schlüssel schränkchen. Entworfen von Professor A. Neu me ist er in Karlsruhe. 529 stoff sich entwickelt, der als ein Schaum an der betreffenden Platinnadel erscheint. Nach kurzer Zeit kann auf solche Weise die ganze Geschwulst fast schmerzlos zerstört werden. Zum Beleuchten der inneren Theile des Körpers, wie Mund- und Nasenhöhle, dienen verschiedene kleine Glühlämpchen mit und ohne Spiegel, die äußerlich nicht so heiß werden, daß sie bei der Berührung der Weich- theile Brandwunden erzeugen könnten. Zur Erzeugung der Ströme für elektrotherapeutische Zwecke werden zumeist galvanische Batterien verwendet, von verschiedenen Formen, für die Glühzwecke gewöhnlich Tauch-Batterien; neuerdings kommen auch Akkumulatoren in Brauch, wo man Gelegenheit hat, solche zu laden, ebenso auch Dynamoströme, wo elektrische Centralen in einer Stadt sind. Im letzteren Falle müssen stets besondere Widerstände eingeschaltet werden können, um die zu starken Leitungsströme zu schwächen; als solche können geradezu Glühlampen mit verwendet werden, die bei 16 Kerzen ca. 200 Ohm Widerstand haben. Ein zum Anschluß an elektrische Centraten dienender Apparat für Nervenbehandlung ist von C. u. E. Fein in Stuttgart ausgestellt; derselbe, in Pultform an die Wand zu stellen, enthält alle Vorrichtungen, um Gleichstrom wie Wechselstrom auf den Patienten zur Einwirkung zu bringen, um die Ströme langsam anschwellen und abnehmen zu lassen, wodurch jede höhere schmerzhafte Empfindung vermieden wird. Der Apparat kann als den Bedürfnissen des Arztes vollkommen entsprechend bezeichnet werden. H. Elbs in Freiburg hat in einem kleinen mit Handgriff versehenen transportablen Kasten die Vorrichtungen zur Nervenbehandlung eingeschlossen; die Einrichtung ist für Akkumulatoren getroffen, welche ebenfalls in mit Handgriff versehenen transportablen Kästen eingeschlossen sind; es sind deren zwei ausgestellt, für 8 und für 24 Volt. Der Arzt kann mit Hülfe dieser Apparate Behandlungen auch in den Wohnungen der Patienten vornehmen. Nach Druck des Katalogs wurde von vr Schwidop in Karlsruhe, Specialist für Nasenleiden rc., noch ein für seine besondere Zwecke von Reiniger, Gebbert L Schall in Erlangen gebauter Apparat eingeliefert. Derselbe stellt einen kleinen viereckigen auf Rollen laufenden Tisch vor, auf welchem die Vorrichtungen aufmontirt sind, so daß der Operateur durch Drehen des Tisches von seinem festen Standpunkt aus bequem jeden einzelnen Theil sich zuführen kann. Es finden sich vor «in Amperemeter, ein Einschalter für 2 mal 3 Zellen eines Akkumulators, ein Stromwender, zwei Rheostaten in Form von Nickelinspulen, 3 Paar 530 Klemmen, je für Licht, Kaustik und Elektrolyse. Beigegeben sind besonders: eine Stirnbinde mit Glühlämpchen, um das Innere der Mund- und Nasenhöhle zu beleuchten bei der Operation, eine kaustische Platinschlinge und eine elektrolytische Doppel-Nadel Der Preis für den Tisch allein beträgt 290 M., mit den drei letzteren besonderen Stücken 400 M. (Fortsetzung folgt.) Industrie- und Grwerbeausstellmig in Straßburg. (Fortsetzung.) Grether L Comp, in Freiburg bereicherten im August ihre bereits vorbesprochene glänzende Ausstellung um ein ebenso sehenswerthes als bedeutendes Objekt, und wußten dadurch in erhöhtem Grade das Interesse für ihre Arbeiten zu fesseln. Dasselbe besteht in einer Benzinmotorfeuerlöschspritze. Die Zusammenstellung von Benzinmotor mit Spritze ist neu, soweit uns bekannt, und wir glauben, daß Grether mit dieser Spritze dem Feuerlöschwesen ein weiteres wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Feuersgefahr zugeführt hat. Dieselbe kann innerhalb drei bis vier Minuten zur vollen Kraftentfaltung gebracht werden, wozu bekanntlich bei der Dampsfeuerspritze, wenn sie nicht dauernd unter Dampf gehalten wird, ein Zeitraum von einer halben Stunde erforderlich ist. Der zur Ausstellung gebrachten Grether'schen Benzinmotorfeuerlöschspritze dient ein von der Deutzer Motorensabrik eigens für diesen Zweck gefertigter stehender Benzinmotor zum Betriebe. Er ist aus dem Hintertheil des Spritzenwagens aufgebaut und steht mittelst Friktionskuppelung mit der Saug- und Druckspritze in direkter Verbindung. Der Motor leistet bis 8 Pferdestärken und ersetzt dadurch etwa die Kräfte von 48 Bedienungsmannschaften, wenn nur einfache Besetzung in Betracht gezogen wird. Es soll von dieser Spritze in der Sekunde ein Wasserquantum von 10 bis 11 Liter bei einer Wurfweite von ca. 50 m (ungefähr gleich 45 in vertikale Steighöhe) geliefert werden, während best- konstruirte Handfeuerlöschspritzen größerer Abmessungen nur etwa 6 Liter und die gewöhnlichen Spritzen sogar nur 3 bis 4 Liter in der Sekunde zu werfen vermögen. Die Spritze kann unmittelbar nach dem Auffahren die Löscharbcit in wirksamster Weise beginnen, und stellt auch sofort ein respektables Wasserquantum zur Verfügung, das sind wesentliche Vortheile, die den meisten anderen Feuerlöschspritzen abgehen. In der Schnelligkeit des Eingreifens bei Entstehung eines Brandes liegt in den weitaus meisten Fällen die sicherste Hilfe, und diese zu bringen wird hier mit wenig Menschenkräften erreicht. Zur Bedienung sind nur 4 bis 6 Feuerwehrleute nöthig, deren vier auf dem Vorder- und zwei auf dem Hinterwagen ihre Sitzplätze finden, welche Menschenkräfte zur Wartung des Motors, 531 son- ind- itin- cisch be- :thes das einer wtor daß wich- Die- Itung nicht alben 'scheu nbrik Er ittelst oung. (raste tracht asser- (un- best" Liter ldezu m die :espek- ^e, die :it des leisten wenig :weho wagen Mors, zur Führung der Schläuche und Strahlrohre völlig ausreichen. Die Benzinmotor-Feuerlöschspritze ist außer mit dem Saugapparat auch noch mit eigenem Wasserkasten ausgestattet, so daß bei ihr auch die altübliche Versorgung mit Wasser ersolgen kann, und serner sind an derselben alle zur vollständigen Inbetriebsetzung nöthigen Ausrüstungsgegenstände angebracht, wodurch die Mitsührung eines besonderen Requisitenwagen in Wegfall kommt. Die Fabrik bringt in dieser Spritze eines der beachtenswerthesten und interessantesten Ausstellungsobjekte, dem man eine vielversprechende Zukunft nicht wohl absprechen kann. Wir wollen mit dieser für industrielle und gewerbliche Betriebe sehens- werthen Gruppe nicht schließen, ohne der Ausstellung des Elsässischen Vereins von Dampfkesselbesitzern gedacht zu haben. Die hochlehrreiche Sammlung befindet sich am Ende des Querbaues der Maschinenhalle, rechts vom Haupteingang. Dieselbe begreift in den Ausstellungsobjekten diejenigen an Dampfkesseln vorkommenden Schäden, die durch Einwirkung des Feuers allein, des Feuers in Verbindung mit Wasser, des Wassers allein, durch Verwendung schlechten Materials, in Folge von Konstruktionsfehlern, durch mangelhafte Ausführung und Nachlässigkeit im Betriebe entstehen. Alle diese Schäden können zu Kesselexplosionen Anlaß geben. Genannter Verein betont ganz richtig, daß Kesselexplosionen nur durch Verwendung schlechten Materials, in Folge von Konstruktionsfehlern und mangelhafter Arbeit, aber in den meisten Fällen durch Fahrlässigkeit herbeigeführt werden. Durch sachgemäße Behandlung, genaue Ueberwachung, rechtzeitige Beseitigung etwaiger Mängel, kann bei regelrecht konstruirten und richtig ausgeführten Kesseln der Explosionsgefahr wohl vollständig vorgebeugt werden. Wir haben für diese Ansicht in der bei uns in Baden ausgeübten Kesselüberwachung den besten Beleg. Vortrefflich übersichtlich geordnet werden die Schäden an Blechen vor- gesührt, die durch 1. Formveränderung, 2. Schiefer, 3. Risse und Brüche Vorkommen; dann solche, die an Verbindungen derselben entstehen; ferner auf Korrosion beruhende (stellenweise Abschwächung der Bleche durch chemische Wirkungen, veranlaßt durch Wasser, Ruß — wegen seines Schwefelgehalts —, dann von im Wasser enthaltenen Chemikalien rc.); endlich auf mangelhafte Konstruktion zurückzuführende. Die einzelnen Stücke sind höchst instruktiv und lehrreich, sie bringen die Folgen der Verwendung mangelhaften oder ungeeigneten Materials zu Dampfkesseln und verschuldete Nachlässigkeit bei deren Wartung besser zum Bewußtsein, als darüber gehaltene lange Vorträge es zu thun vermögen. Jeder, insbesondere Derjenige, welcher Kessel im Betriebe hat, wird von dem Studium dieser interessanten Objekte hoch befriedigt sein. 532 In Gruppe VII, Bau- und Jngenieurwesen, kommen von den 60 Ausstellern 12 auf Baden. Einige Firmen bezw. deren Ausstellungsgegenstände fanden bereits Besprechung in den vorhergehenden Gruppen, insbesondere bei Betrachtung des Kanalisationshauses, woran sie hervorragend betheiligt sind. Flüchtig wurde an jener Stelle auch die Firma Bopp L Reuther in Mannheim erwähnt, deren Hauptausstellung — links in der Maschinenhalle — aber noch ganz besondere Aufmerksamkeit verdient. In einer besonderen Coje sind die Erzeugnisse derselben in geschmackvollem Arrangement aufgebaut. Die Firma fabrizirt als Spezialität Armaturen für Wasser-, Gas- und Dampfanlagen. Wir begegnen da gewaltigen Schieberhähnen von 1 m Durchmesser bis herab zu dem kleinsten von 20 mm Durchmesser, ferner Hydranten der verschiedensten Dimensionen mit zugehörigen Aufsatz- und Strahlröhren, wie sie für Feuerlöschzwecke rc. gebraucht werden, dann Brunnen zum Anschluß an Wasserleitungen, sowohl Ventil- als Laufbrunnen in gleich werthvoller Konstruktion und Ausstattung, wovon einige Exemplare auf dem Ausstellungsplatz vertheilt in Benützung zu sehen sind. Haus-, Hof- und Straßenpumpen in hübschen Formen sind ebenfalls vorhanden und eine andere Art von Maschinen zum Wasserheben, eigenartiger Konstruktion, ein sog. „hydraulischer Widder", der durch die lebendige Kraft fließenden Wassers zum selbstthätigenHeben von Wasser auf größere Höhen geeignet ist. — Ein zum Anbohren von unter Druck befindlichen Röhren dienender patentirter Apparat ist ausgestellt, der ganz besonders interessant ist, und eine reiche Sammlung von Absperr-, Durchlaß- und Sicherheitsventilen u. s. w., allesammt in gediegener Ausführung, vervollständigen das Bild, das uns die Leistungsfähigkeit genannter Firma vor Augen führt. Aus kleinen Anfängen heraus hat sich dieses Geschäft seit etwa 20 Jahren zu einem der ersten in diesem Genre durch Umsicht und Thatkraft der Inhaber emporgearbeitet. Nicht weit von vorgenannter Firma haben eine nicht minder große Ausstellung von gleichen und ähnlichen Artikeln Gebrüder Neuling, Fabrik für Armaturen, Eisen- und Metallgießerei, ebenfalls in Mannheim, in einer besonderen Nische veranstaltet. Man ist auch hier von der Reichhaltigkeit der Ausstellungsobjekte und der tüchtigen Ausführung überrascht, in der die einzelnen Stücke sich präsentiren; auch hier sind es hauptsächlich Armaturen in allen Größen, Formen und Konstruktionen, die ein imposanter, mit Geschmack zusammen- gestellter Aufbau von Hähnen, Ventilen, Dampf-, Wasser- und Gasschiebern umschließt. Bon anderen Erzeugnissen werden hier außerdem vorgeführt Apparate und Einrichtungen für Zuckerfabriken und -Raffinerien, Füllmassenpumpen, Filterpressen, Selbstanzeiger mit Probe- 533 nehmer für Verdampfapparate, automatische Abstellapparate für Hoch- refervoire, mit welchen selbstthätig auf sinnreiche Weise bei etwa eintretenden Rohrbrüchen der Abfluß des Wassers aus denselben und die daraus entstehende Gefahr verhindert werden soll. Eine Spezialität der Fabrik ist die Herstellung von Phosphorbronze, deren werthvolle Eigenschaften in maschinentechnischen Betrieben geschätzt sind. Für die Installation von Wasser- und Gasleitungen, sowie Wasser- und Dampfheizungen unentbehrliche Artikel sind die Rohrverbindungsstücke (Fittings): Muffen, Winkel, T-Stücke, Bogen, die früher gebogen oder geschmiedet wurden. Seit den siebziger Jahren werden dieselben aber von der Firma Georg Fischer in Schaffhausen aus schmiedbarem Guß in ausgezeichneter Qualität hergestellt und haben sich unter der Bezeichnung „Schweizerfittings" allgemein eingeführt. Sie sind dicht in der Wandung, von glatter, gefälliger Form und erreichen an Festigkeit die geschmiedeten Verbindungsstücke. Die Nachfrage nach diesem Fabrikat war mit den Einrichtungen in Schaffhausen nicht mehr zu befriedigen, deßhalb schuf Fischer eine Neuanlage bei uns in Baden und zwar in Singen. Diese ist unter Benützung der in Schaffhausen gesammelten Erfahrungen und der Fortschritte in der Technik muster- giltig eingerichtet; es wird Weicheisengießerei, Gußstahl- und Fittingsfabrikation darin betrieben. Von letzteren Erzeugnissen bringt ein größeres Tableau eine hübsche Zusammenstellung zur Anschauung. Herm. Klehe L Söhne in Baden-Baden haben für Aufnahme ihrer Fabrikate einen eigenen Raum geschaffen in Form eines Häuschens; dasselbe steht vor der Maschinenhalle im Freien, es ist ganz aus Zink hergestellt. Drei Seitenwände tragen das Dach, die vierte, schmale Seite läßt den Eintritt für die Beschauer frei. Wände und Dach sind geschickt benützt, ebenso der ganze Jnnenraum, zur Anbringung der vielseitig gestalteten Gegenstände der Metalldruckerei, -Presserei, -Zieherei und -Gießerei mit deren Herstellung sich die schon seit Jahren bestehende Firma beschäftigt. Wir sehen hier in hübschen Gliederungen und geschmackvoller Form, in den verschiedensten Stilarten und Größen: Thurmaufsätze, Dachspitzen, Wetterfahnen, Kreuzblumen, Vasen rc.; ferner diverse Bautheile und Zinkornamente; Ventilatoren und als Spezialitäten: Metallsalzziegel aus Eisenblech mit Farbe gestrichen oder verzinkt, die wegen ihrer Leichtigkeit, Billigkeit und Solidität im Baugewerbe vielfach geschätzt sind. Ferner ist eine bemerkenswerthe Neuheit: schmiedeiserne Lager- und Versandtfässer mit geschweißter oder genieteter Naht ausgestellt. Letztere Spezialität empfiehlt sich besonders zum Transport und Aufbewahren von flüchtigen Flüssigkeiten, wie Benzin, Aether, Ammoniak, 534 Spiritus, Petroleum re., auch für Säuren, Glycerin, ölige und giftige Flüssigkeiten eignen sie sich, da sie unter Garantie der Dichtigkeit bei 1 » 2 Atmosphären Druck hergestellt und geliefert werden. Sämmtliche Arbeiten präsentiren sich in sauberer Ausführung. — Die innere Einrichtung unserer Wohnräume stellt an den Installateur heute große Anforderungen, es handelt sich dabei nicht allein um praktisches Können, sondern auch um physikalisches Wissen und guten Geschmack. Die Ausstellung von A. E. Thiergärtner in Baden-Baden zeigt uns in ihren Dusche-Apparaten, Badeeinrichtung, Toiletten-, Aufwasch-, Spültischen, Wandbrunnen, Wasserstromheizapparaten, daß sie dieses Gebiet beherrscht und darin hochleistungsfähig ist. Sie unterhält ein technisches Bureau, beschäftigt sich mit Fabrikation und Installation von Gas-, Wasser- und Kanalisationsanlagen, mit der Einrichtung von Centralheizungen, Ventilationen, mechanischen Personen- und Lastauszügen, elektrischen Licht-, Fernsprech- und Telegraphenanlagen u. s. w.; die seit 25 Jahren bestehende Firma hat durch Solidität der Ausführung sich einen guten Ruf gesichert. (Fortsetzung folgt.) Gesuch -er Landes-Gewerbehalle im Monat September. Besuch der Ausstellung. 2549 Personen Besuch der Bibliothek (Lese- und Zeichenzimmer) . . 357 „ Ausgeliehen wurden aus der Bibliothek 334 Bände und 416 einzelne Tafeln. Unsere Musterzeichnung. Die dieser Nummer beigegebene Tafel 41 enthält die Abbildung eines Schlüsselschränkchens; entworfen von Professor A. Neumeister in Karlsruhe. Gries- un- Fragekasten. An F. N. in M. lHußbodenanstrich.) Wir halten das in Nr. 38 der Gewerbezeitung behandelte Anstrichmittel I.Ripolin" Awohl geeignet zum Anstrich von Fußböden, nachdem wir uns durch einen Versuch im Kleinen hiervon überzeugt haben. Die Farbhaut zeigt sich weniger spröd und gegen Abnutzung widerstandsfähiger, als gewöhnlicher Fußbodenlack; doch wird zu beachten sein, daß der frische Anstrich eine gewisse Klebrigkeit noch einige Zeit behält und so lange schonend zu behandeln ist; er steht eben in allen seinen Eigenschaften in der Mitte zwischen Oel- und Deckfarbe. Uebrigens wird zum Anstrich von Fußböden eine besondere Qualität Ripolin hergestellt, welche mit der Zeit ganz außerordentlich hart werden soll. — Wir verfehlen nicht, nochmals zur Vorsicht zu mahnen beim Umgang des Benzin enthaltenden Präparates wegen der Feuersgefahr. kt. Anzeigen. MverkW-FMiMre im Sekretariat des Gewerbevereins Karlsruhe» Friedrichsplatz 3. s 2 Fleisch- und Viktualien- lieferung. Für die Zeit vom 1. November d. I. bis Ende Oktober n. I. soll der Bedarf an Fleisch, Kartoffeln und Viktualien für das Bataillon freihändig vergeben werden. Etwaige Angebote sind mit der Aufschrift „Angebot auf Fleisch» re. Lieferung" bis zum Termin, Dienstag den 15. Oktober d. I, Vormittags 9 Uhr, versiegelt an die Bataillonsgeschäftsstube (im Schloß) einzureichen. (205. 2.2 Rastatt, den 3. Oktober 1895. 1. Bat. Infanterieregiments von Lützow (1. Rhein.) Nr 25. Kaiser- oder Kriegerdenkmal. Das von uns in der Gewerbeausstellung in Straßburg i. E. mit der Büste seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Baden ausgestellte polirte Granitpostament, prämiirt mit der höchsten Auszeichnung, für ein Kaiser- oder Kriegerdenkmal sehr geeignet, geben wir nach Schluß der Ausstellung billig ab. Rupp L Möller, Marmor-, Granit-, Syenit-Werke, Karlsruhe i. B. (210 8W. Rail. StaMjsMhW. Die Lieferung von für das Jahr 1896 erforderlichen Materialien soll verdungen werden und zwar: 1- Besen, Bürste«, Pinsel und Seiler- waaren als: Werg, Hanf, Schnüre und Spitzstränge; 2. Gewebe und Posamentirwaaren als: wollener und halbleinener Vorhangstoff, Teppich-, Futterzeug, Segeltuch, rohe Leinwand, Schläuche und Appa- ratdccken, Dochte, Schnur, Nähfaden und Schmierpolster; 2- Glas- und Thonwaaren, darunter Oelbehälter, Laternengläser, Glastafeln, -Trichter, -Becher, Batterie-, Einsatzgläser, Isolatoren und Häfen; Chemikalien und Farbe« als: Bittersalz, Kupfervitriol, Soda, Kampher, Sublimat, Borax, Salmiak, Spiri- I tus, Ocker, Eisenmennige, Gold-Bronze und feines; 5. Holz- und Lederwaaren, Mineralien, Pech, Theer und Harze als: Rechen, Stiele, Reisigbesen, Häute, Felle, Riemen, Flaggenfutterale, Bimssteine, Kreide, Graphit, Pechfackeln, Pechkränze, Burgunderharz u. Schiffstheer; 6. Papiere und Verschiedenes als: Papierrollen, Fließ- und Packpapier, Pappendeckel, Baumwollfadenreste, alte Leinwand, Schwämme, Putzpomade, Schmirgelleinen, Glaspapier, Salband, Stärke, Gummi, Zimmermannsblei, Stopfbüchsenpackung, Filz, Korkstopfen mit Glasröhrchen und Drahtbürsten. Angebote sind schriftlich, verschlossen und mit der Aufschrift: „Verdingung 28. Oktober 1895" versehen spätestens Montag, de« 28. Oktober 1895, Vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Die Lieferungsbedingungen und der Angebotsbogen werden auf portofreie Anfrage, in welcher die gewünschten Gruppen angegeben sein müssen, von uns abgegeben. Die Musterstücke liegen in unser« Versteigerungslokal auf. Eine Zusendung der Musterstücke findet nicht statt. Die Zuschlagsfrist ist auf 4 Wochen festgesetzt. f209. 2.1 Karlsruhe, den 8. Oktober 1895. Großh Hauptverwaltung der Eisenbahnmagazine. Crsßh. BaSWe StMseisendahm. Die Herstellung eines freistehenden Slall- gebäudes bei Wartstation 435a bei Oberschwörstadt soll im Wege öffentlichen Angebotes vergeben werden. Angebote auf das Ganze sowohl als einzelne Arbeiten sind bis längstens Mittwoch, de» 16- d. M., Abends 6 Uhr, auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten einzureichen, woselbst bis dahin Pläne und Bedingungen zur Einsicht aufliegen und Kostenüberschlagsformulare bezogen werden können. (207 Die Zuschlagsfrist beträgt zehn Tage. Basel, den 1. Oktober 1895. Der Großh. Bahnbauinspektor. 536 Großli. " "' Kartsmkie. I. Abtheilung für Hochbau-Techniker. (Vorbereitung für die staatliche Werkmeiflerprüfung.) II. Abtheilung für Bahn- nnd Tiefbau-Techniker. (Vorbereitung für die staatliche Werkmeisterprüfung.) III. Abtheilung für Maschinenbau Techniker IV. Abtheilung zur Heranbildung von Gewerbelehrern. Beginn des Sommersemesters Montag, 5. November 1885. Anmeldungen jederzeit f christlich. Schulgeld 30 M. Kost, Logis nebst Bedienung in Privathäusern 200—230 M. Programm gratis. (173. 3.3 Are Direktion: Kircher. lVlsnnksim. kiolrNsnäluag, vsmpf-llodel- u. Sägewerk. Orssso LroetLsris.Qla.xs. Svkvsä. Llotsrn- ^ISVLSLZ »merL^LLisods ^kltoll^lLS. XoräLiods u. äeutsod« Sodsldrsttor, Listsodrottor, L«r,ts» kür L«u»ir«o!r» vto. oto. 1^6. 52.13 ^spdnll- I !/V. knlisknseti, ksuol. Kantineverpachtung. Das 4. Bataillon d. Inf-Reg. Markgraf Ludwig Wilhelm (3. Bad.) Nr. 111 i» Rastatt beabsichtigt, vom 1. November d. I. ab, seine Mannschaftskantine zu verpachten. Die Bedingungen können beim Bataillon eingesehen oder gegen eine Schreibgebühr von 1,20 M. bezogen werden. Angebote sind mit etwaigen Empfehlungen bis zum 16. Oktober d. I. dem Bataillon mit der Aufschrift „Kantineverpachtung" portofrei einzusenden. 204.2.2 Für die Zeit vom 1. November 1895 bis Ende Oktober 1896 soll der Bedarf an Menageartikeln für das Bataillon, und zwar getrennt s. für Fleisch, b. für Kartoffeln, a. für Viktualien und sonstige Küchenbedarfsgegenstände vergeben werden. Angebote mit der Aufschrift „Angebot auf Lieferung von Menagebedürfnifsen" sind versiegelt bis zum Termin, Montag de» 21. Oktober d. I-, Bormittags 9 Uhr, an die Geschäftsstube der diesseitigen Kassenverwaltung (Schloß), wo auch die Vertragsbedingungen zur Einsicht ausliegen, einzureichen. (206. 2.1 Rastatt, den 6. Oktober 1895. 2. Bat. Jnfautcrieregiments von Lützo» (1. Rhein.) Nr. 25. Seife. Die Unterzeichnete Verwaltung bedarf für das Jahr 1896, und zwar mit Lieferung auf 2. Januar 1896 8«ü Lx weiße und 4VÖ gelbe Kernseife. Beide Sorten müssen mindestens 60! Fettsäuregehalt haben, einschließlich des Harz- (resp. Harzsäure)gehaltes, welcher ein Drittel des Gesammtgehaltes an Fettsäuren und Harz nicht übersteigen darf, auch darf die gelieferte Seife kein freiet l Alkali in merklichen Mengen enthalten. I Schriftliche Angebote hierauf sind bis zw" I 28. Oktober 1895, Vormittags 10 Uhr.l dem Eröfsnungstermin der eingelaufene»! Angebote, bei uns einzureichen. I Die Bedingungen liegen auf unserer! Kanzlei zur Einsicht auf. (211. 2ÜI Zuschlagsfrist drei Wochen. Kislau, den 2. Oktober 1895. Großh. Arbritshausverwaltung. Nachdruck von durch einen Stern (*) am Anfang charakterisirten Originalmittheilunge«! ohne Bezeichnu ng der Quelle ist untersagt. _ Druck und Kommissionsverlag der G. Braun'schcn Hofbuchhandlung in Karlsruhe.