Nr. 19. Karlsruhe, den 10. Mai 1901. 34. Band. a disch e Gew erb e; eituM ^ ^ ts^rnusgetzeb en von der ^ lIlIlW'Ä- ! Grgan der Dandwerkskammern. »W Erscheint Freitags. Anzeigm 25 Pfg. die dreispaltige Petitzeile. Jahrespreis 3 Mark. Inhalt: S. 157 bis 164. Deutsche Glasmalerei-Ausstellung. — Lehrlingsarbsiten-Ausstellung in Heidelberg. — Landesverband der Schuhmachermeister. — Kunstgewerbliche Meisterkurse. — Feuerlöschapparat „Excclsior". — Landesverein für Arbeiterkolonien in Baden- — Gewerbeausstellung in Basel. — Preisausschreiben (Teppiche). — Unsere Musterzeichnung. — Anzeigen. Deutsche Glasmalerei-Ausstellung. Am 5. Mai fand in Anwesenheit Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin, der Frau Fürstin zur Lippe und der Spitzen der staatlichen, städtischen und militärischen Behörden die feierliche Eröffnung der Glasmalerei-Ausstellung in dem neuen Gebäude der Kunstgewerbeschule zu Karlsruhe statt. Am Kopfende der Festhalle erblickte man in einem Lorbeerarrangement das Glasmosaikbild des Kaisers, nach Max Koners auf der Pariser Ausstellung vielbewundertem letzten Meisterwerk, zu beiden Seiten die Büsten des Großherzoglichen Paares. Die Wände waren mit prachtvollen alten Gobelins geschmückt, zwischen denen das lebensgroße Reliefbild des Erbgroßherzogs, des Ehrenpräsidenten der Ausstellung, angebracht war. Den Raum überwölbte ein gewaltiger, den bestirnten Himmel andeutender Baldachin, das Licht drang in den Raum durch vier meisterhafte Glasgemälde modernen Stiles von Adolf Schell (Offenburg), die den Anwesenden einen Vorgeschmack der künstlerischen Genüsse gaben, die ihrer in der Ausstellung selbst harrten. Die Feier wurde durch musikalische Vorträge eingeleitet, nach welchen Direktor Götz das Wort zu folgender Ansprache ergriff: „Der heutige Tag, an dem die Räume dieses neuerstellten Baues erstmals der Benützung übergeben und durch die Eröffnung einer Fachausstellung eingeweiht werden, ist für uns ein Tag von ganz besonderer Bedeutung. Bildet er doch in der Geschichte der Großh. Kunstgewerbeschule Karlsruhe einen Markstein ihrer Entwickelung. Denn wie zum Gedeihen einer Pflanze Licht und Luft und wärmender Sonnenschein die Grundbedingungen bilden, so sind auch für das Gedeihen eines künstlerischen Institutes, wie das unselige, große, praktisch angelegte lichtvolle Unterrichtsräume, sowie hinreichende Mittel zur Durchführung seiner Aufgaben, vor Allem aber auch eine wohlwollende Förderung von Oben nöthig, wenn es seine Aufgaben richtig lösen und so seinen Zweck erfüllen soll. Und dieses Alles ist uns bisher in so reichem Maße zu Theil geworden, daß wir nur dankerfüllt auf das bis jetzt Erreichte zurückblicken und ebenso befriedigt der Zukunft engegensehen dürfen. Mit dem baldigen Einzuge in diese schönen, praktisch eingerichteten Räume erfüllt sich zugleich ein langjähriger Wunsch der Anstalt, welcher nunmehr die Möglichkeit zu weiterer Entfaltung ihrer künstlerischen, wie technischen Kräfte geboten ist. Denn der neue Schulbau, eingerichtet nach allen Anforderungen der Gegenwart, gestattet nicht nur eine vollständige Umgestaltung unseres Lehrplanes und damit zugleich auch eine bessere Unterrichtsertheilung, sondern auch die so dringende Erweiterung des Kunstgewerbemuseums, von dem wir hoffen, daß es sich in nicht zu ferner Zeit zu einer Sammlung von ganz anderer Bedeutung steigern wird. Sie ermöglichen ferner auch die Einführung einer besonderen weiblichen Abtheilung, sodaß die Karlsruher Kunstgewerbeschule in Bezug auf Organisation und Ausstattung keiner anderen des Deutschen Reiches nachstehen wird. Ein an der Westfront des Neubaues angelegter Studiengarten wird den Schülern der Anstalt die beste Gelegenheit zu dem so zeitgemäßen Pflanzenstudium nach der Natur bieten, wie wir auch durch eine größere Bibliothek mit Vorbildersammlung und offenem Zeichensaal mit der Zeit weiteren Bedürfnissen entgegenkommen werden. Bei den künftigen Ausstellungen des Kunstgewerbe-Museums sollen ferner belehrende Vorträge das Interesse und Verständniß des Publikums wecken und zum Besuche derselben anregen. l58 Und alle Förderung, die uns bisher zu Theil geworden ist, und die auch unserem künftigen Schaffen einen kräftigen Impuls zu geben vermag, verpflichtet die Anstalt zu wärmstem und aufrichtigstem Danke. Unser ehrfurchtsvollster und innigster Dank richtet sich heute in erster Reihe an unseren allergnädigsten Landesherrn — Den Grund und Boden, auf dem sich in schönster Lage der Residenz der Haupttheil unserer Bauten erhebt, verdanken wir der Gnade Eurer Königlichen Hoheit. Als langjähriger Leiter der Anstalt, darf ich es heute dankbar bekennen, daß das so warme Interesse und gnädige Wohlwollen, welches Eure Königliche Hoheit im Verein mit Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogin stets unserer Anstalt von deren bescheidensten Anfängen, bis zu dem heutigen Tage unentwegt dargebracht haben, uns immer wieder zur Erweiterung unserer Ziele angespornt und ermuthigt hat, weil wir uns bewußt waren, daß alle unsere aus dem Bedürfniß hervorgehenden Wünsche und Bestrebungen an Allerhöchster Stelle eine wohlwollende und fördernde Unterstützung finden. Ich darf es wohl heute dankerfüllt hier aussprechen, daß wir ohne diesen mächtigen Schutz das heute erreichte Ziel nicht erlangt haben würden. Ich sage aber auch unserer hohen Staatsregierung für die unseren Bestrebungen stets dargebrachte warme Fürsorge aufrichtigsten Dank und insbesondere Seiner Exzellenz Herrn Staatsminister Or. Nokk, der ja, wie allen übrigen Bildungsstätten des Landes, so auch unserer Schule stets ein warmer Gönner war. Nicht minder danke ich unserem hochverehrten Respizienten, Herrn Geh. Oberregierungsrath Braun, welcher immerdar in so bereitwilliger Weise auf unsere Wünsche und Bedürfnisse eingegangen ist und sie in thatkräftigster Weise unterstützt hat. Ganz besonders danke ich auch unserer Landesvertretung, den beiden hohen Ständekammern, die, wenn es sich um Genehmigung von Mitteln für unsere Schule handelte, niemals gekargt und anerkannt haben, daß die hier bewilligten Mittel gut angewendet sind und reiche Früchte tragen. Ich danke ferner dem Bauherrn, nach dessen Plan dieser schöne Neubau erstellt wurde, und allen Jenen, die bei dessen Ausführung mitgewirkt haben. Und schließlich danke ich noch meinen werthen Kollegen für ihre treue Mitarbeit, insbesondere dem Leiter der keramischen Abtheilung, Herrn Professor Kornhas, der mit seiner Fachklasse mit zu dem Fassadenschmuck beigetragen, sowie Herrn Professor Groh, welcher das Wandgemälde des Treppenhauses gefertigt und dasselbe der Anstalt gestiftet hat. Wohl hätten wir diesen neuen Räumen keine schönere Weihe geben können, als durch die Fachausstellung, die wir in einem der interessantesten Gebiete kunstgewerblichen Schaffens heute eröffnen, durch die wir aufs Neue unsere rege Fühlung mit der Praxis bekunden. Gerade durch die letzte Weltausstellung in Paris hat es sich so recht wieder gezeigt, daß diese großen, Alles umfassenden Schauausstellungen sich überlebt haben, daß ihre Erfolge in keinem Verhältniß zu den großen Opfern stehen, die ihre Durchführung bedingen. Durch die Uebersülle des Gebotenen, durch alle nur erdenklichen Begleiterscheinungen wird die Hauptsache, ein gründliches Eingehen in das Einzelne, ein gewissenhaftes Studium des wirklich Guten zur Unmöglichkeit, weil jeder Eindruck durch den nachfolgenden verwischt wird. Mehr als je wird heute der große Nutzen der Spezialausstellungen in einzelnen Fachgebieten anerkannt und gewürdigt, denn ihre Bedeutung beruht auf dem gründlichen und rschöpfenden Studium des Einzelgebietes, welches sich hier in den. verschiedensten Richtungen und Techniken eingehend überschauen läßt. Bilden sie doch für uns einen Prüfstein für unser eigenes Schaffen, indem wir aus den Leistungen Anderer erkennen, ob wir uns auf dem richtigen Wege befinden. In diesem Sinne ist der Badische Kunstgewerbeverein bahnbrechend vorgegangen, denn er eröffnet heute seine dritte deutsche Fachausstellung. Und wie unsere erste deutsche Kunstschmiedeausstellung für dieses Fachgebiet einen ebenso durchschlagenden, wie nachhaltigen Erfolg für die spätere Entwickelung und Wiederbelebung der deutschen Kunstschmiedetechnik bildete, so hoffen wir auch von der nunmehrigen Glasmalereiausstellung einen ganz besonderen Nutzen für dieses so schöne künstlerische Fachgebiet und alle mit ihm verwandten Techniken. Namens des Hauptcomitss der Ausstellung sage ich Euerer Königlichen Hoheit für die so gnädige Uebernahme des Protektorats den ehrfurchtsvollsten Dank, ebenso Seiner Königlichen Hoheit dem Erbgroßherzog für dieUebernahmedes Ehrenpräsidiums und gebe dem innigsten Wunsche Ausdruck, es möge Seiner Königlichen Hoheit in Bälde wieder volle Genesung von der Erkrankung beschicken sein. Unter solch' hohen Schutz gestellt, durften wir vertrauensvoll unser Programm hinaussenden, denn wir wußten, daß es an reger Betheiligung nicht fehlen wird. Die Anmeldungen aus allen Gauen des deutschen Reiches haben denn auch unsere Erwartungen weit übertroffen, und ist insbesondere die Betheiligung an den modernen Gruppen so stark, daß wir die historische Abtheilung auf das Nöthigste einschränken mußten. Den zahlreichen Ausstellern danke ich für diese so rege Antheilnahme und gebe dem Wunsche Ausdruck, daß sie selbst den meisten Nutzen aus ihrer Mitwirkung ziehen. Möge aber auch seitens der Preisrichter ihren tüchtigen Leistungen die gebührende Würdigung und Anerkennung zu Theil werden. Besonderen Dank sage ich noch dem Großherzoglichen Ministerium des 159 Innern für den namhaften Staatsbeitrag zu den Prämiirungskosten. Und so möge denn aus dem, was hier mit vereinten Kräften und in voller Hingabe für eine gute Sache geschaffen wurde, reicher Segen erwachsen, sowohl jetzt durch die Ausstellung, als auch später durch die Schule, welche berufen ist, die künftigen Führer auf dem Gebiete des Kunstgewerbes heranzubilden, damit sie die hier gestreute Saat hinaustragen in die weite Welt. Möge in diesem Hause stets der Geist des Edlen und Schönen walten zum Wohle unseres großen, theuren, deutschen Vaterlandes, zum Segen unseres lieben Heimathlandes Baden und zu Nutz und Frommen unseres aufblühenden deutschen Kunstgewerbes." Nach einem Gesang der Liederhalle eröffnete Seine Königliche Hoheit der Großherzog die Ausstellung mit ungefähr folgenden an Direktor Götz gerichteten Worten: „Dem Programm entsprechend liegt Mir jetzt die Aufgabe ob, die Ausstellung zu eröffnen. Indem Ich die Eröffnung freudig ausspreche, bleibt Mir übrig, Ihrer vortrefflichen Ansprache einige Ergänzungen hinzuzu fügen. Die Hauptergänzung ist die, daß zu den vielen Danksagungen, die Sie ausgesprochen haben, und denen Ich Mich mit Ausnahme der an Meine Person gerichteten von ganzem Herzen anschließe. Ich in diesem Kreise ganz besonders hervorheben muß, welche Verdienste Ihnen persönlich in allen diesen Dingen zukommen. Sie erwähnten die Entstehung der Kunstgewerbeschule. Gerne blicke Ich auf die Zeit zurück, wo der Versuch gemacht wurde, das Kunstgewerbe zu Pflegen, und es ist dies allmählig mit großem Fleiß und Hingebung Aller derjenigen, die daran theilgenommen haben, gelungen, dasselbe zu einer Zeit, in der das Verständniß dafür in der Allgemeinheit nur gering vorhanden war, einer schönen Entwicklung entgegen zu führen. Was Sie auf diesem Gebiete übernommen, haben Sie in einer Weise vorwärts gebracht, die vorbildlich geworden. Die Verdienste, die Ihnen zufallen, sind nicht in wenig Worte zu fassen, sondern nur zu verstehen in dem Aufblick zu dem, was geworden ist. Ich darf ferner nicht unterlassen hervorzuheben, welche große Anerkennung Sie auf der Pariser Weltausstellung gefunden, die deutlich ausspricht, welche große Verdienste Sie uns dort geleistet haben. Und der Zusammenhang mit der Weltausstellung, den Sie betont haben, gewinnt erhöhte Bedeutung und wird dadurch bekundet, daß Sie sagen, daß die Fachausstellungen auf dem Gebiet des Kunstgewerbes ergänzend einzugreifen haben. Daß diese besondere Fachausstellung einen Boden gefunden, ist Mir hocherfreulich, weil wir wissen, daß in unserem Lande viele Geschäfte in dieser Art sich gegründet haben und neue Anregung und neue Kraft denselben aus dieser Ausstellung entstehen wird. Wenn Ich nun diese Ausstellung für eröffnet erkläre, so thue Ich es mit dem wiederholten Ausdruck des Dankes für die viele Mühe, die Sie auf das Zustandekommen des Werkes verwendet haben." Hierauf folgte ein Rundgang der höchsten Herrschaften durch die Räume der Ausstellung. Kehrliilgsarbeiterl-Ausstellung in Heidelberg. Am Sonntag, den 5. Mai, fand die feierliche Eröffnung der Landes-Ausstellung von Lehrlingsarbeiten statt. Es waren dazu Vertreter staatlicher und städtischer Behörden, des Landesverbands badischer Gewerbevereine, der Handwerkskammern Karlsruhe und Mannheim, die Vertreter zahlreicher Gewerbevereine, Handwerker, Lehrlinge und viele Freunde des Handwerks erschienen. Ansprachen wurden durch den Vorsitzenden des Heidelberger Vereins, Malermeister Oeldorf. Oberbürgermeister Or. Wilcke ns-Heidelberg und Hofsattlermeister R. Ostertag, Präsident des Landesverbandes badischer Gewerbevereine, gehalten. Die trefflichen, warm empfundenen Worte der Redner fanden freudigen Widerhall bei der großen Zahl der Versammelten. Es folgte dann die Besichtigung der reichbeschickten Ausstellung und darauf ein Festmahl. Während des ganzen Tages durchwoate ein zahlreiches Publikum, allen Ständen angehörend, die schön geschmückten Ausstellungsräume. Es wird des Sehenswerthen viel geboten; der Besuch der Ausstellung soll deshalb wiederholt empfohlen sein. c. -t. Landesverband -er Schlchmachermeifler. Der Obermeister der Mannheimer Schuhmacher- Meistervereinigung, A. Schmitt, hat einen Aufruf erlassen behufs Gründung eines Landesverbandes badischer Schuhmachermeister, ähnlich den schon seit längerer Zeit bestehenden Landesverbänden anderer Berufe. Es ist beabsichtigt, eine erste Zusammenkunft der Fachgenossen eventuell nach Karlsruhe einzuberufen. Kunstgewerbliche Meisterkurse. Oberbaurath v. Kramer, Direktor des bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg, hat uns zum Zweck der Veröffentlichung in der Badischen Gewerbezeitung seine Vorschläge für Errichtung kunstgewerblicher Meisterkurse am bayerischen Gewerbemuseum zugesandt. Wir theilen unseren Lesern daraus das allgemein Wissenswerthe und Interessante mit, woraus sich erkennen läßt, wie man bestrebt ist, hervorragende Künstler Einfluß auf die Ausgestaltung des Kunsthandwerkes nehmen zu lassen: „Wer es sich angelegen sein läßt, die neuesten Erzeugnisse des Kunsthandwerks auf die Art : ihrer künstlerischen und technischen Durchbildung zu prüfen und mit den kunstgewerblichen Schöpfungen der letzten — 160 — Jahre des abgelaufenen Jahrhunderts zu vergleichen, der wird zu der Ueberzeugung kommen, daß ein Streben nach selbständig individueller, von historischen Stilrezepten absehender Entfaltung des künstlerischen Schaffens sich Bahn gebrochen und in einzelnen Ländern, besonders in Deutschland, bereits mächtig Wurzel gefaßt hat. Hervorgerufen durch einzelne tüchtige Künstler, zog die neue Bewegung überraschend schnell die besten Kräfte der Kunst und des Kunstgewerbes, insbesondere die Schaar des jüngeren Nachwuchses, in ihre Kreise und fand die kräftigste Förderung von Seiten kunstbegeisterter fürstlicher und anderer Protektoren. Weitgehendes Interesse erregte das thatkräftige Vorgehen des Großherzogs von Hessen, der eine Anzahl neuauftauchender jugendfrischer Kunstkräfte aus der Fremde in seine Residenz Darmstadt berief und theils aus eigenen, theils aus Staatsmitteln eine „Künstlerkolonie" ins Leben rief, deren Aufgabe sein soll, „das heimische Kunstgewerbe möglichst vielseitig zu entwickeln und zu heben". Gleichen Beweggründen verdanken die „Vereinigten Werkstätten für Kunst und Handwerk" in München und ähnliche Einrichtungen in Dresden und Stuttgart ihr Entstehen, und auch Karlsruhe, das schon seit einer Reihe von Jahren eine hervorragende Stellung im deutschen Kunstleben einnimmt, schickt sich an, für eine Neubelebung des badischen Kunstgewerbes besondere Einrichtungen zu treffen. Zu allen Zeiten war es die hohe Kunst, die dem Handwerk die Bahn zur Vollendung wies und veredelnd und fördernd auf dasselbe einwirkte, und die Erkenntniß dieser Wahrheit, die Erkenntniß, daß das Nützlichkeitsprinzip allein nicht zum Erfolge führt, wenn nicht auch das Schönheitsprinzip gleiche Berücksichtigung findet, hat auch unläugbar unserer Industrie zu ihrem mächtigen Aufschwünge verholfen. Sie war es auch zuerst, welche mit richtigem Verständniß sich an die Mithilfe hervorragender Künstler wandte, und zwar mit ungeahntem Erfolge; es sei nur an den völligen Umschwung der Textilindustrie und der keramischen Industrie erinnert! Erst in zweiter Linie, wohl aufgerüttelt durch das erfolgreiche Vorgehen der Industrie, folgte das Kunsthandwerk, oder richtiger gesagt, nahmen sich seiner die Künstler an; mit Frohmuth und Jugendkrast gingen sie, unbeirrt durch alle Proteste und alles Gezeter der unliebsam ausgeschreckten Nachbeter historischer Stilechtheit, an's Werk, um auch ihm neue Wege zu weisen, in ihm das Vertrauen zu eigener, selbständig schöpferischer Kraft zu wecken und zu stärken. Die Erfolge dieses Vorgehens treten uns bereits auf allen Gebieten des kunstgewerblichen Schaffens vor Augen: Von der Tapete bis zum Bucheinband, vom kostbarsten Geschmeide bis zum Schirmständer — alles trägt den Formenausdruck der neuen Kunstrichtung an sich, das Streben nach edler Einfachheit der Formen, nach Anpassung des Materials an den Zweck.. Daß solches Streben dem Kunsthandwerk zum Segen gereichen wird, ist nicht zu bezweifeln. Die ersten Wellen schlug die neue Bewegung in den großen Kunststädten; nur langsam und ganz allmählich macht sie sich nunmehr auch an anderen Orten bemerkbar, und es liegt in der Natur der Sache, daß sie gerade da, wo man sich im Laufe von Jahrzehnten fast ausschließlich mit dem stilgerechten „Nachempfinden" der Werke früherer Jahrhunderte begnügte, am schwersten Eingang findet. Gewiß ist es nicht unrühmlich, im Geiste unserer Väter zu schaffen; rühmlicher aber dürfte es sein, gerade so, wie es eben unsere Väter gethan, zu zeigen, was wir aus uns selbst heraus und nicht in sklavischer Nachahmung der Kunstformen früherer Jahrhunderte zu schaffen vermögen. Das starre Festhalten am Alten ist, wie im gesammten wirthschaftlichen Leben, so auch in der Kunst vom Nebel. Schon kann man sehen, wie die kaufkräftigen Kreise, um aus der Höhe der gesellschaftlichen Ansprüche zu bleiben, dem Zuge der Zeit folgend, ihre Blicke dahin wenden, wo der Lockruf der neuen Kunst sich hören läßt, und wie der einheimische, in der Schule stilgerechter Nachahmung von Werken der Gothik, der Renaissance, des Barock und Rokoko aufgezogene Kunsthandwerker der Beachtung mehr und mehr entrückt wird. Hier thut Hilfe Noth, je eher desto besser! Dem Kunsthandwerker allein kann man es nicht überlassen, den richtigen Ausweg aus seiner schwierigen Lage zu finden; es fehlt ihm hiezu theils au Willenskraft, theils an äußerer Anregung. Gewöhnt an eine bestimmte Kunstweise, die ihni, weil in jahrelangem Unterricht von erprobten Schulmännern erlernt, als allein maßgebend und crstrebenswerth erschien, fühlt er sich plötzlich vereinsamt, wenn neue Regungen völlig veränderte Formengebungen, welche völlig neue Ausdrucksweise künstlerischen Empfindens in das bislang in den Bahnen vergangener Jahrhunderte wandelnde Kunsthandwerk bringen, ihn erkennen lassen, daß der Quell, aus dem er seither schöpfte, nicht mehr der frischeste ist. Da muß eine sichere und kraftvolle Hand sich seiner annehmen, die ihm hilft, den neuen Weg zu beschreiten, ihn aber auch von den vielen Jrrpfaden abhält, die von der Erreichung des richtigen Zieles ablenken. Solche Hilfe erscheint gerade, an Orten, die abseits von großen Kunststädten liegen, in erhöhtem Maße geboten, soll der Kunsthandwerker nicht in seiner Weiterentwicklung aufgehalten, in seinem Streben gelähmt, oder aber, was nicht minder bedauerlich wäre, zum Wegzuge aus der Stätte seines Wirkens gedrängt werden, um sein Verlangen nach neuen Anregungen, nach weiterer Entfaltung seiner Schaffenskraft in der stärkenden Luft frischpulsirenden Kunstlebens zu befriedigen. Wie jedweder Organismus zur Erhaltung seiner Lebenskraft einer zeitweisen Auffrischung bedarf, so bedarf auch der Garten der Kunst von Zeit zu Zeit einer Umarbeitung und Neubepflanzung, wenn er durch frisch duftende und farbenprächtige Blumen die Herzen der Menschen immer wieder von neuem erfreuen soll. Es gilt, unserem Kunsthandwerk durch den unmittelbaren Einfluß hervorragender Künstler neue Jugendkraft zu verschaffen, es loszureißen von der Heuchelei historischer Stilechtheit, und es dahin zu bringen, daß es die Regungen und Empfindungen, die Bedürfnisse und Errungenschaften der eigenen Zeit und der eigenen Individualität zum Ausdrucke bringe. Wie aber kann der Kunsthandwerker dem unmittelbaren Einflüsse hervorragender Kunstkräfte näher gerückt werden? Der Kunsthandwerker selbst scheut es, zunieist aus finanziellen Gründen, sich in geschäftliche Beziehung zu namhaften Künstlern zu setzen, vielfach fehlt es ihm überhaupt an Gelegenheit hiezu; es ist daher die Vermittelung einer dritten Stelle erforderlich, die in der Lage wäre, einen persönlichen Verkehr des ausübenden Kunsthandwerkers mit dem schöpferisch thätigen und belehrenden Künstler herzustellen. Diese Aufgabe hätte das Bayerische Gewerbemuseum zu übernehmen. Den: gegenüber wird eingewendet werden, daß das Museuni kaum die Mittel aufbringen dürfte, um Künstler von Ruf in angemessener Weise zu entschädigen, während andererseits hervorragende Künstler sich schwerlich werden bereit finden lassen, das Leben in einer Kunstmetropole mit demjenigen in einer Provinzstadt zu vertauschen. Beides ist richtig; aber bei näherer Betrachtung erweist sich gerade das, was hindernd im Wege zu stehen scheint, als Vortheil! Wir wollen ja gar nicht, daß irgend eine ganz bestimmte, augenblicklich eines großen Rufes sich erfreuende künstlerische Größe sich in der Provinzstadt festsetze und dort kleben bleibe, bis das Rad der Zeit über sie hinweggeht; wir wollen nicht, daß die Geschmacksrichtung, die künstlerische Ausdrucksweise, die „Manier" Einzelner jahrzehntelang ihren Einfluß geltend machen soll; wir wollen keine Stabilität, die nirgends so leicht wie im Kunstleben zur Stagnation führt; nein, wir wollen und brauchen eine Einrichtung, die dem steten Wechsel der Dinge Rechnung trägt, wir müssen darauf bedacht sein, daß die künstlerischen Kräfte, von denen wir eine Auffrischung unseres Kunstgewerbes erwarten, den jeweiligen Zeitansprüchen genügen, wir wollen uns nicht dauernd binden, sondern stets freie Hand behalten in der Wahl der Kräfte, die unserem Zwecke jeweils geeignet erscheinen, und die wir uns holen, von woher es uns passend und möglich erscheint, kurz, einen ewigen Jungbrunnen der Kunst wollen wir haben, der stets neues Leben weckt und neuen Zeiten neue Kraft verleiht. Und sollte dieses Ziel wirklich unerreichbar sein? Sollte es so schwer Halter«, jeweils auf kürzere Zeit einen namhaften Künstler zu gewinnen, der bereit und geeignet wäre, mit dem in der Provinz lebenden Kunsthandwerker in persönlichen Verkehr zu treten und ihm von seinem Vorrathe an schöpferischen Ideen etwas zu gute kommen zu lassen? Aber auch die Kosten solch vorübergehender Berufungen würden keine unerschwinglichen sein, eben weil es sich nicht um einen förmlichen Schulunterricht mit Jahresklassen, einem bestimmt vorgeschriebenen Programm und festangestellten Lehrkräften handelt, sondern um die Schaffung zeitweiliger, etwa jeden Herbst oder jede Ostern sich wiederholender „künstlerischer Erfrischungsbüder", einer nur auf eine Reihe von Wochen berechneten Unterweisung selbständiger, künstlerisch und praktisch genügend vorgebildeter Kunsthandwerker im Komponieren von Gegenständen der verschiedensten Zweige des Kunsthandwerks und der Kunstindustrie in Zeichnung, Farbenskizze oder Modell. Von solchen Gesichtspunkten aus betrachtet, dürfte die Durchführbarkeit der „kunstgewerblichen Meisterkurse" außer Frage stehen. Wenn auch das Gewerbemuseum selbst nur geringe finanzielle Opfer zu bringen in der Lage wäre, so könnte es nicht nur vorzüglich geeignete Räume, sondern auch seinen reichen Schatz anregender Vorbilder zur Verfügung stellen; es wird ihm aber sicher auch gelingen, die erforderlichen Geldmittel, deren Höhe kaum über wenige Tausend Mark hinausgehen würde, anfzutrciben; ist dem Museum ja bereits von opferwilliger Seite ein namhafter Betrag zugesichert worden. Und da die vorgeschlagene Einrichtung in nicht geringem Maße auch die Industrie berührt, dürste anzunehmen sein, daß auch sie sich bereit finden lassen wird, ihr Schärflein beizutragen. Auch die an den Meisterkursen theilnehmenden Kunsthandwerker selbst hätten eine, wenn auch mäßige Gebühr zu entrichten. Um aber den aus einer Verwirklichung der hier zum Ausdrucke gebrachten Idee erhofften Erfolg zu erzielen, müßte unbedingt daran festgehalten werden, daß nur wirklich tüchtige und ernstlich nach Vollendung strebende Kunsthandwerker Aufnahme finden würden. Damit ist gleichzeitig gesagt, daß es sich nichts weniger als um ein etwa gegen die bestehenden Kunstgewerbeschulen gerichtetes Unternehmen handelt, sondern im Gegentheil um die Erweiterung und denkbar idealste Nutzbarmachung des auf diesen Schulen Erlernten. Feuerlöschapparat „Grrelsior". o In der Ausstellung der Landesgewerbehalle ist ein unter dem Namen Excelsior in den Verkehr gebrachter Feuerlöschapparat, welcher von Ingenieur Carre in 162 Paris konstruirt ist, und dessen Generalvertrieb M. All- feld in Karlsruhe, Akademiestraße 22, übernommen hat, ausgestellt. Ist auch das Prinzip, welches bei der Konstruktion des Apparats zur Anwendung kam, nicht vollständig neu, so läßt doch seine handliche Anordnung und leichte, sogar von Kindern zu bewerkstelligende Bedienung denselben zum Löschen kleiner oder in der Entstehung begriffener Brände recht zweckmäßig erscheinen. Thatsächlich sind sowohl bei Brandproben wie auch wirklichen Bränden in der Schweiz, Frankreich und Deutschland recht günstige Resultate mit dem Apparat erzielt worden (auch in Karlsruhe gelegentlich einer Probe am 17. Januar d. I). Der Apparat besteht aus einem cylinderförmigen, aus verbleitem 1 mm starkem Eisenblech hergestellten, Behälter, welcher auf seinem oberen Theil einen Deckel trägt, W-1 »WMWW der die Einführung der„Ladung" gestattet, und mit einem Rohransatz L versehen ist, aus welchem beim Ge- brauch die Löschflüssigkeit austritt. Das Innere des Behälters enthält einen kleinen durchlöcherten Cy- linder H aus dem gleichen Metall, welcher durch einen Schraubenverschluß C am Deckel befestigt ist. Durch den Schrauben- - Verschluß ist, flüssigkeitsdicht und mit leichter Reibung in einer Stopfbüchse gleitend ein Schlagstift ^ geführt. Am Boden des Apparates ist ein Handgriff k angebracht. Der Apparat wird in der Weise gefüllt, daß man in 2V2 bezw. 4'/z Liter Wasser (je nach der Größe des Apparates) die in der dem Apparat beigegebenen „Ladebüchse" enthaltene Salzmasse löst und die klare Lösung in den Apparat eingießt. Zuvor hat man den oben erwähnten durchlöcherten Cylinder herausgenommen und fügt in denselben eine gleichfalls mit dem Apparat gelieferte, mit Flüssigkeit gefüllte, zugeschmolzene Glasröhre s (sog. Torpedo) so ein, daß ihre Spitze nach unten liegt, setzt Cylinder und Glasröhre wieder in den Apparat, zieht den Schlagstift heraus und verschließt den Apparat fest, welcher nunmehr gebrauchsfertig ist. Ueber die Zusammensetzung der zur Füllung des Apparates dienenden Salzmasse, sowie über den Inhalt der Glasröhre ist nichts bekannt gegeben. Jedenfalls wird aber, wie dies auch bei anderen Apparaten der Fall ist, beim Vermischen der Salzlösung mit der Flüssigkeit in der Glasröhre Kohlensäure entwickelt, welche den im Falle der Verwendung zum Heraustreiben der Flüssigkeit aus dem Apparat nöthigen Druck liefert. Die größere der beiden Abbildungen stellt den „geladenen" Apparat im Ruhezustand dar. Derselbe hängt auf der zugehörigen Anweisungstafel vermittelst des Henkels O an einem Mauerstifte fest. Zur Vermeidung unzeitigen Niederganges des Schlagstiftes ist um dessen Hals eine Sicherung L aus Blech gelegt, welche beim Abnehmen des Apparates am Mauerstift hängen bleibt. Der Apparat ist dann entsichert und sofort gebrauchsfähig. Soll der Apparat in Wirksamkeit treten, so saßt man ihn wie dies die kleinere Figur zeigt, an dem am Boden befindlichen Handgriff k, dreht ihn um, so daß sich also das Aus- strömungsrohr für die Flüssigkeit unten befindet,und stößt den Schlagstift kräftig auf dem Boden auf. Hierdurch wird die Glasröhre zertrümmert, ihr Inhalt mischt sich mit der im Apparat befindlichen Salzlösung und die Flüssigkeit wird sofort in kräftigem, 10 bis 12 in langen Strahle, welchen man auf das brennende Objekt leitet, aus dem Apparat Herausgetrieben. Der Apparat wird in zwei Größen von 2 und 4 Liter Inhalt in den Handel gebracht. Der kleinere Apparat kostet 25, der größere 35 M., eine Füllung 4 bezw. 8 M. Kanderverein für Arbeiterkslsnien in Kaden. Dieser Verein hat seinen Jahresbericht für 1900 herausgegeben. In der Einleitung wird zunächst des schweren Verlustes gedacht, den der Verein durch das am 10. November 1900 erfolgte Ableben seines Vorsitzenden, des Geh. Oberfinanzraths Vierordt erlitten 163 hat, dessen große Verdienste um das Gedeihen des Vereins gebührend gewürdigt und dankbar anerkannt werden. Ueber den Betrieb der Arbeiterkolonie Ankenbuck (Amt Villingen) spricht sich der Bericht günstig aus. Die Zahl der aufgenommenen Wanderer hat im Jahre 1900 gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme von 27 erfahren; es fanden 190 Mann Aufnahme, die mit den am 1. Januar 1900 vorhanden gewesenen 63 Kolonisten einen Gesammtbestand von 253 ergaben. Davon sind im Laufe des Jahres 185 abgegangen, von denen infolge Anhaltens der für die Arbeiter recht günstigen Verhältnisse des Arbeitsmarktes 18 mit Unterstützung des Hausvaters und 33 durch eigenes Bemühen Arbeit fanden. Weitere 54 — meist Bauhandwerker und Erdarbeiter — verließen die Anstalt, um womöglich ihre früheren Arbeitsstellen wieder aufzusuchen; 10 Mann kehrten, an Leib und Seele gekräftigt, in ihre Heimath zurück; von den übrigen 70 wurden die meisten kontraktbrüchig, d. h. sie hielten die als Mindestmaß vorgeschriebenen 8 Wochen nicht aus. Leider vermehrt sich die Zahl dieser Kategorie von Kolonisten von Jahr zu Jahr, welche Beobachtung auch in anderen Kolonien gemacht wird. Bezüglich der finanziellen Verhältnisse des Vereins ist zu bemerken, daß gerade im vergangenen Jahre ein durch Todesfälle und dergl. veranlaßtes Sinken der Mitgliederbeiträge festzustellen war, und daß für den Verein, im Interesse einer ungestörten Erhaltung und gedeihlichen Entwicklung seiner Wirksamkeit, eine Steigerung seiner Mitgliederzahl und der freiwilligen Beiträge sehr wünschenswerth erscheint. Dies veranlaßt den Ausschuß, an alle Freunde und Gönner die dringende Bitte zu richten, nicht nur selbst dem Verein treu zu bleiben, sondern womöglich auch neue Mitglieder für denselben zu erwerben, um so den aus natürlichen Ursachen eintretenden Verlust thunlichst auszugleichen. Der bescheidene Jahresbeitrag von mindestens 1 M. ermöglicht auch den weniger Bemittelten den Beitritt zum Verein. Oewerbeailsstellung in Kasel. Unter den Ausspicien des Gewerbevereins findet in Basel in der Zeit vom 15. Mai bis 15. Oktober d. I. eine kantonale GewerbeauLstellung statt. Dieselbe wird auf der Schützenmatte abgehalten, woselbst sie eine Fläche von 68 000 im bedeckt. Die Zahl der Aussteller beträgt 660. Am 15. Mai wird dieselbe feierlich eröffnet werden. Preisausschreiben (Teppiche). Die Barmer Teppichfabrik Vorwerk L Cie. in Barmen erläßt ein Preisausschreiben auf sogenannte Patent-Viktoria-Teppiche, womit sie auf mechanischem Webstuhl hergestellte, den Smyrna- oder Orientteppichen fast gleichwerthige Waare bezeichnet. Es sind für die besten Entwürfe drei Preise ausgesetzt: zu 1000, 600 und 400 Mark. Die Entwürfe sind bis zum 1. Juli einzusenden. Nähere Bedingungen sind aus einem von der Firma zur Verfügung gestellten Prospekt zu ersehen. Unsere Muster?eichnnng. Die dieser Nummer beigegebene Tafel 19 enthält die Abbildung von Grabdenkmälern; gezeichnet von Th. Bichweiler in Furtwangen, jetzt Wiesbaden. Lr affer-Versorgung Rastatt. Der Gemetnderath Rastatt vergibt die Herstellung der Dampfkesseleiumaueruug» der Fuchsaulage und des Kamins für das Pumpwerk obiger Wasserversorgung. Angebote auf obige Herstellungen sind verschlossen und mit der Aufschrift „Kesseleinmauerung" versehen bis längstens Mittwoch den IS. Mai l. I., Bormittags 1v Uhr, an den Gemetnderath Rastatt einzureichen. Pläne und Bedingungen liegen auf dem Geschäftszimmer der Großh. Wasser- und Straßenbau-Inspektion Rastatt zur Einsicht aus. Die Bedingniß- hefte können, solange der Borrath reicht, von der Inspektion unentgeltlich bezogen werden. Zuschlagsfrist drei Wochen. Rastatt, den 25. April 1901. Der Gemetnderath. 120.2.2 Bräunig. Zoller. Vergebung von Bauarbeiteu. Zur Erbauung eines Forstamtsgebäudes in Bonndorf sollen unter Zugrundelegung der für Staatsbauten giltigen allgemeinen und besonderen Bedingungen folgende Arbeiten vergeben werden: I. Erdarbeiten, 2. Maurerarbeiten, 3. Steinhauerarbeiten (a in Granit, d in Sandstein), 4. Zimmerarbeiten, 5. Schmiedearbeiten, 6. Eisenlieferung, 7. Blechnerarbeiten, 8. Schieferdeckerarbeiten, 9. Blitzableitung. Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Baubureau genannten Neubaues zu Bonndorf vom 8- bis einschließlich 21. d. M in den üblichen Bureaustunden zur Einsicht auf und können daselbst auch Arbeitsauszüge als Preisangebotsformulare in Empfang genommen werden. Ausgefüllte und ausgerechnete Angebote auf Einzelpreise sind, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen spätestens bis 22. Mai d. I , Vormittags 11 Uhr, als dem Eröffnungstermin bei der unterfertigten Stelle portofrei einzureichen. 12S.2.1 Die Zuschlagsfrist beträgt vier Wochen. Donaueschingen, den 7. Mai 1901. Großh. Bezirksbauinspektion. Bauaufseher gesucht nach Kandern und später nach Rohmatt zu Brückenbauten auf ca. 6 Monate. In Ausführung von Maurer- und Steinhauerarbeiten erfahrene Bewerber wollen sich schriftlich unter Vorlage von Zeugnissen und Gehaltsanjprüchen bis 20. d. M- melden bei 127.2.1 Großh. Wasser- und Straßenbaumspektion Lörrach. vi'eyfus L ^ayvn-viniLk! LLanriksüri. »olrlirmckllmg, vampf-ttodel- u. 88ge«erlo. 6rv88v IrvokouLLlLK«. kltod klov. Aorälsoko rmä äsutsods Lsbeldrvtter, Lktendrsttor, leisten Kr LourMvo^« «to. «Io. 61—53 164 VLVVLULU. Großh. Badische Staats- Eisenbahnen. Es sollen in öffentlicher Bewerbung vergeben werden: 1. Die Lieferung von 24 cm breiten und 2 cm dicken, entsprechend gelochten Eisenplatten, sowie 21 cm langen und 19 mm starken Steinschrauben zur Auflagerung und Befestigung der Schienen des etwa 80 m langen Rollkrahngleises am Ostufer des Mühlauhafens in Mannheim. 2. Die Herstellung einer etwa 80 m langen 1 m hohen und im Mittel 1,30 m breiten Längsschwelle aus Beton. Pläne und Bedingungen liegen auf meiner Kanzlei zur Einsicht auf und können daselbst Angebotsformulare in Empfang genommen werden. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen spätestens Montag, den 13. Mai d- I., Bormittags 11 Uhr, bei mir einzureichen. Die Zuschlagssrist beträgt 14 Tage. Mannheim, den 26. April 1901. 121.2.2 Bahnbauinspeltor. Banarbeiten-Vergebung. Für den Neubau eines Schulgebäudes aus dem Domänengut Hochburg sind die Erd- und Maurerarbeiten, Asphaltarbeiten, Steinhauerarbeiten, Zimmerarbeiten, Schmiedearbeiten, Blechnerarbeiten, Eisenlieferung, Blitzableitung. mit dem Gesammtbetrag von beiläufig 105 000,00 M. im Wege des öffentlichen Angebots auf Einzelpreise zu vergeben. Zeichnungen und Bedingungen liegen bis zum 18. d. M. bei Unterzeichneter Stelle (Zimmer des technischen Assistenten) während der Vormittagsstunden zur Einsicht auf, woselbst auch die Angebotsformulare abgegeben werden. Die bezüglichen Angebote sind, mit der Aufschrift, „Arbeitsvergebung Hochburg" versehen, verschlossen und portofrei spätestens bis Samstag, den 18. Mai d. I., Bormittags 11 Uhr, ^ an uns einzusenden, zu welcher Zeit die Vergebungsverhandlung stattfindet. Die Zuschlagsfrist beträgt drei Wochen. Emmendingen, den 7. Mai 1901. 126 ^ Großh. Bezirksbauinspektion. Wasserversorgung Hohensachsen. Die Gemeinde Hohensachsen, Amt Weinheim, vergibt im öffentlichen Angebotsverfahren die Erd- und Metallarbeiten für die Herstellung eines 4150 m langen 50 bis 125 mm weiten Rohrnetzes nebst Lieferung und Montirung von Hydranten, Schiebern re. Angebote hierauf wollen bis Dirnstag, den 14. Mai Nachmittags >/s4 Uhr, auf dem Rathhaus in Hohensachsen eingereicht werden. Pläne und Bedingungen liegen bei Unterzeichneter Stelle zur Einsicht auf, von wo auch Angebotsformulare bezogen werden können. 123.2.2 Heidelberg, den 29. April 1901. Großh. Knltnrinspektion. WE! Großh. Badische Staats- Eisenbahnen. Die Herstellung des Fundaments für den Futzgängersteg an der verlängerten Jungbusch- straße in Mannheim soll in öffentlicher Bewerbung vergeben werden. Pläne und Bedingungen liegen auf meiner Kanzlei zur Einsicht auf, woselbst auch der Derdingungsanschlag zur Einsetzung der Einzelpreise in Empfang genommen werden kann. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, spätestens Montag, den 20. d- M, Bormittags 11 Uhr bei mir einzureichen. 124.2.1 Die Zuschlagsfrist beträgt drei Wochen. Mannheim, den 2. Mai 1901. Bahnbauinspektor. I^rsis- unä LkapLnAinssekiiieii, mockerns, Kräftige Bauart. Lorgfältige Arbeit. — Billige kreise. Kaltsägo wlt xssslrllvk gsscdütrter Ssviekl»- rsxulirmix snm Lebneicksv von LLsvn imL SlaLI. l'i's.ri.srrilssloriSii in Robgnss ovck fertig bearbeitet. mit Lingsodwteravg, meckern« Bauart^ esuLus, »Labere LasttLrmlx. 290.26.21 RIsnisoLsidsn ein- unck aveitbeilix, in sscker Orösss. kLiSllt-IlkLsckillsll-koriLtillg (bis 1'/, m vurebmesssr.) O9.AA6ns.u6r OsmxL- 8 x»a.rrQotor 8t»tittn»r mul Iskirbsr <1—30 kferckekrakt). klsassls vesentliek verbssrorts SLULrt ckss seit ckakrsn von NN» gebauten 0ampf-8pai'mo1oi'. LevLbrte, billige, degueme Betriebs- Kraft für alle 2veigs ckes Lleingeverbes. Oefakr-, gerucb- unck xsrLusckIoser Betrieb. lecke» LrevnwLisrIsl vervenckdar, sparsamer Verbrauch. Osringsr Raumdsckark, keine lackkumlip Vkartung. Teugnissabsüge unck Latalogs kostenfrei. k?86kM6!'!(6 kaggSNLUMWMM, KSggSNLllML) Nachdmck von durch einen Ring (c>) am Anfang charakterisirten Originalmittheilungen ohne Bezeichnung der Quelle ist untersagt. Redaktion: Hofrath Prof. I)r. H. Meidinger. Druck und Kommissionsverlag der G. Braun'schen Hofbuchdruckerei, beide in Karlsruhe. NNMUM Beilage zur Badischen Gewerbezeitung 1901 Nr. 19.