Nr. 44. Karlsruhe, dm 2. November 1906. 39. Band. adische Gew erb er kituni — ' * Kirrnusneneben von, ^ Erscheint Freitag-. Anzeige« 25 Ps. die dreispaltige Petitzeile. JahreSpreiS 3 Mark. Inhalt: S. 387 bis 394. Amtliche Bekanntmachungen. (Patentschriften.) in Karlsruhe. III.Die Einrichtung der Werkstätten im Hand- werk. (Wagner-Werkstatt.j II. Handwerkskammern. Karlsruhe, Freiburg. Mitteilungen aus dem Bereinsleben. Karlsruhe, Gautag des B-lkswirtschastliches. Auszahlung der Arbeitslöhne in geschloffenen ^aues Mittelbaden) Buhl, Handels- und Gewerbeverein. Kunstgewerbliche Beilage. Literarische Eingänge. Technisches. Jubiläumsausstellung für Kunst und Kunstgewerbe Anzeigen. Amtlicher Teil, AeLanntmachung. Die seit dem l2. Januar 1880 ausgegebenen Patentschriften über die vom Kaiserlichen Patentamt in Berlin in sämtlichen Patentklassen erteilten Patente können in der Bibliothek des Großh. Landesgewerbeamtes an jedem Werktage vormittags: von 9 bis 1 Uhr, nachmittags: Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 3 bis 6 Uhr, „ Dienstag und Freitag von 5 bis 1/28 Uhr von jedermann unentgeltlich eingesehen werden. Daselbst liegen auch das vom Kaiserlichen Patentamt herausgegebene „Patentblatt", ferner das „Blatt für Patent-, Muster- und Zeichenwesen", sowie das „Warenzeichenblatt" auf. Der Auslegestette stehen Exemplare der amtlichen Liste der Patentanwälte zur Verfügung. Die Liste kann auf Wunsch an Interessenten unentgeltlich verabfolgt werden. An auswärts wohnende Personen im Großherzogtum Baden können einzelne Nummern der Patentschriften auf kurze Zeit leihweise abgegeben werden. Karlsruhe, im November 1906 . Großh. Landesgewerbeamt: Cron. Tie Erteilung des Unterrichts an der gewerblichen Fortbildungsschule in Unterschüpf wurde dem Unterlehrer Daniel K 0 hle r daselbst übertragen. Tie Unterrichtserteilung an der gewerblichen Fortbildungsschule in Hausach wurde dem Unterlehrer Karl M anrer daselbst übertragen. Die Unterrichtserteilung an der gewerblichen Fortbildungsschule in Kirrlach wurde dem Unterlehrer Gebhard Müller daselbst übertragen. Tie Unterrichtserteilung an der gewerblichen Fortbildungsschule in Oberschefflenz wurde dem Unterlehrer Heinrich Schilberth daselbst übertragen. Nichtamtlicher Teil. Handwerkskammern. Karlsruhe. Tie Führung einer Handelsfirma durch Handwerker. Im Bezirk der Handiverkskammer Karlsruhe wurde die Wahrnehmung gemacht, daß Mindertaufleute und Handwerker ihre Gesächste unter einer kaufmännischen Firma führen, ohne zu wissen, daß sie nur unter ihrem bürgerlichen Namen dasselbe zu führen berechtigt sind, da dieselben nach 8 37 des Handelsgesetzbuches zur Unterlassung des Gebrauchs der Firma, eventuell durch Ordnungsstrafen, anzuhalten sind. Tie Handwerkskammer Karlsruhe beabsichtigt daher, alle diejenigen Handwerker, welche sich unberechtigter'meise kaufmännische Firmen zur Be- 388 Zeichnung ihrer Geschäfte bedienen, darauf aufmerksam zu machen, daß sie zu Unrecht eine kaufmännische Firma führen und sie gleichzeitig aufzufordern, diese unberechtigte Firmenführung zu unterlassen.* Nach der Auffassung des Großh. Amtsgerichts Karlsruhe gelten folgende Geschäftsbezeichnungen als kaufmännische Firmen: 1. Me Führung eines Namens eines Vorbesitzers der Firma; 2. die Führung des Namens eines Vorbesitzers mit dem Zusatz: „Nachs."; 3. die Führung einer allgemeinen Geschäftsbezeichnung mit der Angabe: Inh. A. B.; 4. Die Führung des Namens mit abgekürzten Vornamen (da nach dem neuen Handelsgesetzbuch Vollkaufleuten vorgeschrieben ist, einen ausgeschriebenen Vornamen in der Firma zu führen, so kann es Minderkaufleuten nicht gestattet sein, abgekürzte Vornamen in ihren Geschäftsbezeichnungen zu führen); 5. die Führung des Firmenzusatzes „L Cie."; 0. Die Führung des Firmenzusatzes Sohn"; 7. die Führung des Ausdruckes „Gebrüder" an Stelle der Angabe der Vornamen der Geschäftsbesitzer; 8. die Zusammenstellung zweier Zunamen ohne Vorimmen oder ohne ausgeschriebene Vornamen mit den: Verbindungszeichen „L". -ll- Frciburg. In den nächsten Tagen beginnen an den gewerblichen Schulen im Handwerkskammerbezirk Freiburg die sogenannten „V o r b e r e i tu n g s k u r s e", in welchen jüngeren Handwerkern Gelegenheit geboten wird, sich die im theoretischen Teil der Meisterprüfung erforderlichen allgemeinen Kenntnisse (Kostenberechnnng, Buchführung, Wechsellehre, Handwerker- und Versicherungsgesetzgebung usw.) anzueignen. Die nächsten Meisterprüfungen werden Mitte Februar 1907 beginnen. Wegen Beteiligung an den Vorbereitungskursen tuende nmn sich an die Vorstände der örtlichen Vereinigungen (Gewerbevereine, Handwerkervereine, Innungen usw.) oder an die Vorstände der in Betracht kommenden gewerblichen Schulen. Tie Zahl der Meisterkandidaten nimmt mit jedem Jahre zu. Diese Erscheinung stellt unseren Handwerkern ein gutes Zeugnis aus. Vorbereitungskurse und Meisterprüfungen sind bildungsfördernde Einrichtungen, die die Handwerker befähigen, den neuzeitlichen, in jedem Berufe gesteigerten Anforderungen Genüge zu leisten. Nach und nach gewinnt die Erwerbung des Meistertitels aber auch einen Praktischen Wert. Eine große Anzahl von Gemeinden und Korporationen lassen sich bei Vergebung von Arbeiten als Richtschnur dienen, die zur Führung des Meistertitels berechtigten Handwerker vor anderen zu berück- * Betriebe, deren Firma in das Firmenregister eingetragen ist, werden hiervon natürlich nicht betroffen. sichtigen. Ferner ist nach den von maßgebender Stelle bekannt gewordenen Aeußerungen bestimmt zu erwarten, daß die von den Handwerkskammern wiederholt erbetene Bestimmung in der nächsten Neichstagssession geschaffen werden wird, wonach künftighin das Recht zum Halten von Lehrlingen nur den zur Führung des Meistertitels berechtigten Handwerkern zustehen wird. Handwerker, die beabsichtigen, ein eigenes Geschäft zu gründen oder in letzter Zeit sich selbständig gemacht haben, werden deshalb gut tun, die Meisterprüfung abzulegen und zunächst die allerorts gebotene Gelegenheit zur Vorbereitung hierzu zu benützen. L-t. WokLsrvirtschafttiches. Auszahlung der Arbeitslöhne in geschlossenen Tüten.* In sehr vielen Betrieben herrscht die Gepflogenheit, daß am Zahltage der Lohn für jeden einzelnen Arbeiter vorher in den entsprechenden Münzen zurechtgelegt und dann in einem Briefumschlag oder in einer Düte verschlossen wird, auf deren Außenseite eine Angabe über den Namen des Empfängers und über den Betrag, der sich in dem Papier befindet, enthalten ist. Handelt es sich etwa um die Arbeiter A., B. und C., so werden drei Düten in Bereitschaft gelegt und auf die eine geschrieben: „Arbeiter Paul A., 20,50 °A.", auf die andere: „Arbeiter Rudolf B., 18,76 -F" usw. Jedem Angestellten aber, dem in dieser Weise der von ihm verdiente Lohn behändigt wird, wird gesagt, daß er die Düte sogleich an Ort und Stelle öffnen soll, um sich von der Richtigkeit des Inhalts, bezw. davon, daß die aus der Außenseite gemachten Angaben mit dem in dem Papier verschlossenen Betrage überein- stiminen, zu überzeugen. Erfahrungsgemäß machen die meisten hiervon keinen Gebrauch, sondern zählen das Geld erst bei einer späteren Gelegenheit nach; nur wenige leisten der ihnen gegebenen Weisung Folge und unterziehen den Inhalt des ihnen behändigten Päckchens der sofortigen Prüfung. Da entsteht nun die Frage, wie die Sache rechtlich zu beurteilen sei, wenn ein Arbeiter mit der Erklärung hervortritt, er habe zu wenig empfangen. Macht er diese Wahrnehmung sofort, bezw. stellt er die Behauptung, nicht ausreichend abgelohnt zu sein, unmittelbar nachdem er die Düte empfangen hat, auf, so wird man für die Vermutung, daß er unredlich zu Werke geht, schwerlich Raum finden, und man wird meistens Wohl ohne weiteres geneigt sein, seinem Verlangen nach Ausgleich der Differenz zu entsprechen. Wie nun aber, wenn er sich zunächst aus dem Kontor oder dem sonstigen Raume, in welchem die Auszahlung stattgesunden hat, entfernte und erst nach einiger Zeit mit der Bemerkung wiederkehrt, daß in der Tüte weniger enthalten gewesen sei, als ihm zukomme? Wen trifft in diesem Falle die Beweislast- Muß der Arbeitgeber, falls es zum Prozeß kommt, dar- * Nachdruck verboten. 389 tun, daß in der Düte der volle Betrag enthalten gewesen sei, den der Mann zu verlangen habe, oder muß umgekehrt dieser seinerseits beweisen, daß dies nicht der Fall gewesen, daß man iveniger in die Düte gelegt habe, als in ihr enthalten sein sollte? Das Gewerbegericht zu Danzig hat nun in einein Erkenntnisse vom 21. November 1905 diese Frage dahin entschieden, daß in solchen Fällen der Arbeiter und nicht der Arbeitgeber die Beweislast zu tragen habe. Maßgebend ist die Vorschrift des 8 363 des Bürgerlichen Gesetzbuches, welche lautet: „Hat der Gläubiger eine ihm als Erfüllung angebotene Leistung als Erfüllung angenommen, so trifft ihn die Beweislast, wenn er die Leistung deshalb nicht als Erfüllung gelten lassen will, weil sie eine andere als die geschuldete Leistung oder weil sie unvollständig gewesen sei." An und für sich, das sei vorausgeschickt, kann der Angestellte, dem der Lohn in einer geschlossenen Düte behän- digt wird, ihre Annahme überhaupt ablehnen: er kann fordern, daß ihm derjenige Betrag, den er verdient hat, offen auf den Tisch gezählt werde, damit er sich im Beisein des anderen von der Richtigkeit überzeugen, bezw. einen etwa vorhandenen Fehlbetrag sofort und ohne Schwierigkeiten feststellen könne. Läßt er sich aber auf den von dem Arbeitgeber im Interesse schleuniger Abwicklung des Ablohnungsgeschäfts gewählten Modus ein, so muß er, um sich sein Recht zu wahren, auch die Nachprüfung so gleich an Ort und Stelle vornehmen. Tut er dies nicht, geht er mit der Düte zunächst nach Hause, um sie dort zu öffnen, so ändert sich zu seinen Ungunsten die Sachlage, und wenn er unter solchen Umständen glaubt, zu wenig empfangen zu haben, so muß er beweisen, daß in Wirklichkeit in der Düte nicht so viel vorhanden war, als nach der Aufschrift angenommen werden mußte, sondern daß so und so viel daran fehlte. So lange dieser Beweis ihm nicht gelingt, spricht gegen ihn die Vermutung, daß Inhalt und Angabe bei der Lohndiite sich in voller Ueberein- stimmung befunden haben. Or. B. Technisches. FnbiläumSansstellung für Kunst und Knnstgclverbc in Karlsruhe. III. Von den kunstgewerblichen Einzelgebieten tritt auf der Ausstellung vor allem die Keramik in den Vordergrund. Mau gewinnt den Eindruck, daß die Kunfttöpferei in unserem Lande in ausgedehnterem Maße betrieben wird und in hoher Blüte steht. Außer den zur Ausschmückung der einzelnen Jnnenräume verwendeten Vasen, Oefen, Wandverkleidungen, sind auch kleinere oder größere Zusammenstellungen von Gefäßen und andern keramischen Gegenständen in Vitrinen untergebracht oder nehmen einen ganzen Raum in Anspruch. So hat die Karlsruher Majolikamanufaktur ihre vortrefflichen Erzeugnisse in einem runden Saal des Markgräflichen Palais vereinigt, u. a. Originalmajolikaplatten von Professor Thoma, Professor Süs, Maler Luntz: plastische Kunstwerke von den Bildhauern Volz, Elsässer, Würtenberger. Für ihre Kunsttöpfereien hat Frau Schmidt-Pecht in Konstanz, wie bereits oben erwähnt wurde, ein anziehendes Gartenzimmer eingerichtet, und man kann hier sehein wie sehr der zweckmäßig gestaltete Raum zur wirksamen Hervorhebung der Ausstellungsgegenstände beizutragen vermag. — Eine gediegene Auswahl der beliebten Läu- gerschen Vasen findet man in dem ausgestellten Wohnzimmer des Künstlers, einzeln und in Gruppen auch in andern Räumen. Ter bekannte, farbenreiche Dekor dieser Gefäße erfährt in neuerer Zeit noch eine Steigerung durch Mosaikeinlagen. Ob damit aber auch ihr künstlerischer Wert zunimmt, mag dahingestellt bleiben. Hervorzuheben sind ferner außer dem schon oben erwähnten Kachelofen eine Prächtige Brunnensäule, ein großer runder Brunnen und zwei hübsche Wandbrunnen, die wie auch die Gefäße in den Tonwerken Kandern ausgeführt wurden. — Mit zahlreichen Werken ist auch Professor Kornhas vertreten. Außer einer reichen Auswahl von Gefäßen in Steingut, Fayence, Steinzeug und Porzellan hat er auch Büsten, Wandbrunnen, Reliefs und mehrere interessante Proben seiner Baukeramiken ausgestellt, .unter denen die Reliefs mit dem Paradieswächter, Adam und Eva, Teile einer Fassadendekoration für Bruchsal, besonders wirkungsvoll erscheinen. — Frau Professor Roman - Foesterling brachte eine Sammlung flott behandelter Vasen, Untersetzer, Fliesen usw., Hermann Seid- ler in Konstanz eine Auswahl meist dunkel glasierter Gefäße. Beachtenswert sind ferner tue bemalten Sieingut- töpfereien: Wandteller, Blumenvasen, Herzdosen usw., von I. Schänder, und die Porzellan-Speiseservice von O. Schaaf in Zell a. H., eine Sammlung von Vasen und Platten von I. Glatz in Villingen und Porzellanvasen von A. Herborth. Die rühmlichst bekannte, große Ofenfabrik von Karl Roth in Oos-Baden bat eine Reihe künstlerisch durchgebildeter Oefen gebracht, die in verschiedenen Einzelräumen aufgestellt siud, ferner eine reiche Auswahl von Vasen in Ton und Steinzeug, bemalt oder mit zum Teil reizenden Lüster- und geflammten Glasuren überzogen. Von dieser Firma stammen auch die Bauornamente an den Fassaden des Ausstellungsgebäudes im Markgräflichen Garten, sowie die Architekturteile des Brunnens im achteckigen Hof in lüstriertem Steinzeug. Eine Auswahl schöner Oefen hat auch Fabrikant Friedrich Nerbel in Mosbach gestellt, ebenso die keramische Ausschmückung eines Vorraums niit Wandbrunnen, Wandverkleidungen und Eckkaminen, letztere nach Entwürfen von Architekt Sackberger. Die badische Glasmalerei ist nur durch wenige, zürn Teil aber recht tüchtige Werke vertreten. Von Professor Fritz Geiges in Freiburg findet man in der kleinen Ka- 390 pelle inmitten der modernen Zimmereinrichtungen ein stimmungsvolles gotisches Kirchenfenster, das sür die Nepomukkapelle des Konstanzer Münsters bestimmt ist, außerdem im gleichen Raum ein gemaltes, figurales Wappensenster und zahlreiche Entwürfe zu, vorwiegend in den letzten fünf Jahren, ausgeführten Glasgemälden, die Zeugnis ablegen von der ausgedehnten künstlerischen Tätigkeit unseres Hauptmeisters auf dem Gebiete der kirchlichen Glasmalerei. Ein anderes gotisches, dreiteiliges Kirchenfenster stammt von Glasmaler Kriebitzsch in Mannheim und wurde von Erzellenz Or. Bürklin für die evangelische Kirche in Wochenheim (Pfalz) gestiftet. Es zeigt im Mittelteile die stehende Figur des Apostels Paulus, in den Seitenteilen die Brustbilder der Reformatoren. Glasmaler Friedrich Lehmann in Mannheim hat ein gemaltes Doppelfenster mit einer Jagd, Glasmaler Friedrich Glatt in Konstanz neben einzelnen Scheiben ein gemaltes Blumenfenster mit eingefügten kleinen Kon- stonzer Stadtansichten ausgestellt. Einige gute Wappenscheiben und kleinere gemalte Gruppenbilder sehen wir auch von Glasmaler Zentner in Wiesbaden; von ihm auch ein größeres, farbenreiches Treppenhausfenster in moderner Kunstverglasung mit der Darstellung von Alt- Heidelberg. Ausgezeichnete Kunstverglasungen hat Glas- nraler Hans Drinneberg in Karlsruhe ausgestellt, nämlich vier Landschaftsbilder in den Eckpavillons des Neubaues im Garten, nach Motiven von Maler Wilhelm Nagel, und ein großes, monumentales Tielenfenster im Restaurationssaal mit der Darstellung eines Wickinger- schiffes. Hervorzuheben sind ferner zwei reizende Fenster- vorsetzer (Frühling und Herbst) von Glasmaler Karl Ule iil Karlsruhe, eine wirkungsvolle Türfüllung, „Rosen", und zwei Speisezimmerfenster von A. Geck in Offenburg, das schöne Blumenfenster von Schell und Vittali in Offenburg, Fenstervorsetzer von Amelie Maier und eine Kunstverglasung, „Melancholie", von Emil Großkopf in Karlsruhe. Aus den besseren der hier ausgestellten Arbeiten kann man erkennen, daß man auch auf diesem Gebiete der heimischen Kunst seit der Deutschen Glasmalereiausstellung nicht stehengeblieben ist. Bekanntlich wurde vor einem Jahre auch eine Fachabteilung für Glasmalerei an der Großh. Kunstgewerbeschule in Karlsruhe eingerichtet, und es ist zu erwarten, daß sie von gutem Einfluß auf die weitere Entwicklung der Glasmalerei in unseren: Lande sein wird. Einrichtung der Werkstätten im Handwerk. (Wagner-Werkstatt.) II. Wir haben bisher in der Hauptsache die Einrichtung einer Werkstatt kleinsten Umfanges im Auge gehabt, welche ohne Betriebskrast auskommen kann. Es sei jedoch wiederholt, daß die Anschaffung eines Motors oder der Anschluß an eine elektrische Kraftquelle oder die Ausnutzung von Wasserkraft unter allen Umständen empfehlenswert find. Ist der Betrieb auch nur einigermaßen umfangreich, so wird die Einstellung einer mechanischen Betriebskraft unerläßlich. In erster Linie kommen Gas-, Benzin-, Pe troleum- Md Elektromotoren in Betracht, eventuell, wie gesagt, die ^Ausnutzung einer Wasserkraft. Der in bezug hierauf Rat suchende Handwerker sei auf die Abhandlung „Kraft- und Arbeitsmaschinen im Handwerk" von Ingenieur Vueerius verwiesen, welche in dem 1905 erschienenen Buche „Neuerungen in der Technik des Handiverks" abgedruckt ist. Was für die Anschaffung von Maschinen im allgemeinen gilt, trifft besonders für die- jenigen von Motoren zu. Es besteht die Gefahr, beim Ankäufe über das Maß des Notwendigen hinauszugehen. Tie im allgemeinen bedeutenden Erfolge der Sauggasanlagen z. B. haben manche kleinere Gewerbetreibende veranlaßt, diese Betriebskraft in ihre Dienste zn nehmen. Dem Inhaber eines Kleinbetriebes ist hiervon abznraten, denn die Sauggasanlage rentiert sich in ihren kleinsten Ausführungsarten nicht sehr gut; übrigens wird sie erst in Größen von 6 an ausgeführt. Petroleummotoren sind trotz ihrer Leistungsfähigkeit wenig beliebt, da sie sich häufig verschmieren und fortwährende Reinigung erhei schen. Die angenehmste und zweckmäßigste Kraftquelle für den Kleinbetrieb bilden unzweifelhaft die Elektro- niotore, welche schon von sehr kleinen Dimensionen an gebaut werden, aber nur da in Frage komnien, wo Strom anschluß besteht. Wo eine Kraftquelle in Anspruch genommen wird, kommen Maschinen mit Handbetrieb natürlich kaum noch irgendwie in Betracht. Zu der schon erwähnten Einrichtung tritt zunächst in solck)eni Falle zweckmäßig eine kleine Abrichtmaschine; die Bandsäge ist mit einer .Kreissäge aus- zustatten, oder aber man beschafft eine selbständige verstellbare .Kreissäge neben der Bandsäge. Die letztere wird zu einem Rollendurchmesser von etwa 1000 gewählt. Ber- wiesen sei hier auch auf die sehr nützliche Beekensche Nabenbohrmaschine, deren Hauptvorteil darin besteht, daß sie nicht auf der Radnabe, sondern auf den: Felgcnkranze oder Radreifen aufgespannt wird, indem man die drer Füße der Maschine mittels Schraubzwingen auf dem Radkranze befestigt. Die Füße sind seitlich mit einer Skala versehen, welche nach den: Durchmesser des Rades eingeteilt ist. Wenn die Maschine richtig aufgespannt ist, sitzen die Buchsen genau zentrisch, und das Loch zur Buchse und Stoßscheibe kann nicht außerhalb der Mitte des Rades gebohrt werden. Eine andere Nabenbohrmaschine, diejenige von Linsen- mayer, zeichnet sich dadurch aus, daß sich das Rad sowohl zentrisch als plan zur Bohrachse aufspannt, wodurch ein genaues Rund laufen im voraus gesichert ist. Tie Buchst braucht nach dem erstmaligen Einziehon nicht wieder gelöst zu werden. Tie Aufspannung geschieht durch ein .Klemmfutter, ivelches die Nabe erfaßt und zentriert und 391 durch drei Kloben, ivelche den Radkranz an die Planarme andrücken. Das Rad siebt fest, während die Bohrspindel in langer Lagerung rotiert. Das Konischbohren wird bewirkt durch Verschiebung der am Hinteren Spindelende angeordueten Exzenterscheibe, welche zu diesen: Zwecke mit Mulimeterteilung versehen ist. Bei weiterer Entwicklung des Betriebes wird eine größere kombinierte Abricht- nnd Diktenhobelmaschine notwendig. ferner empfiehlt sich die Beschaffung von Schärf- nnd Schleifmaschinen für die Sägeblätter und die Schneidewerkzeuge. Tie nächste Maschine, deren Anschaffung erforderlich werden wird, ist die Speichenkopiermaschine, eine ursprünglich amerikanische Erfindung, welche heute jedoch in Deutschland in tadellosester Weise angefertigt wird und im Laufe der Zeit bedeutend verbessert worden ist. Bei der Speichcnkopiermaschine Viktoria wird auf den: Arbeitstische hinten das Modell zwischen die angeordnete Lagerung eingesetzt, hieraus die Einspannvorrichtung fiir die gewünschte Speichenlänge eingestellt und dann das gesägte oder gespaltene Arbeitsstück eingespannt. Je nach der gewünschten Speichenlänge werden von den jüns Z-räsköPfen, welche ihre Führung in vertikal angeordneten Schlitten finden, drei oder vier oder fünf durch den für jeden Fräskopf vorn angebrachten Hebel eingerückt, worauf man die Maschine in Betrieb setzt. Hierzu rückt man den Haupthebel ein. Die eingestellten Fräskövie senken sich auf das Arbeitsstück und fräsen die Speichen in ungefähr 1^ Minuten fertig. Ein Ruck, und die fertige Speiche ist ausgespannt: im Handumdrehen wird ein neues Arbeitsstück durch Hebeldruck eingespaunt und die Arbeit beginnt von neuen:. Der Preis einer solchen Maschine stellt sich allerdings auf 1260 Apparate, deren Anschaffung für kleinere und mittler: Betriebe sehr wünschenswert ist, sind ferner der llniversal- zapfensräser von Ferdinand Fron:::: in Cannstatt, der llniversalfräskopf von Linsenmayer, ein Apparat zun: Einsrüsen der Stoßscheibe bei Patentbuchsen, der Glühofen für Radreifen von Wagner und eine kleinere Vertikalbohrmaschine. Die.Kreissäge kann für schon umfangreichere Betriebe mit einer Langlochbohrmaschine kombiniert werden. Damit wäre die Zahl der für einen Wagnereibetrieb in: allgemeinen notwendigen Maschinen und Apparate erschöpft. Sind in der Wagnerei jedoch Stellmacherei und Schmiede vereinigt, so treten für den letztgenannten Teil des Betriebes noch die notwendigen Stauch-, Biege- nnd Bohrmaschinen hinzu. Ebenso wie davor zu warnen ist, beim Einkäufe über den Rahmen des notwendigen hinauszugehen, muß inan anderseits dringend davon abraten, die stir eine Waguerei bestimmten Maschinen in zu leichter Ausführung und in zu niedriger Preislage anzuschassen. Die leichten Maschinen arbeiten häufig ungenau und sind weit leichter Beschädigungen ausgesetzt, als diejenigen von stärkerer Airsführung. Jeder Wagnermeister sollte es sich angelegen sein lassen, seine Werkstatt den: Umfange derselben entsprechend so vollkommen wie möglich anszustatten. Erst dann wird es ihm gelingen, den Lohn seines Fleißes zu ernten. Auch hängt die Möglichkeit, tüchtige Arbeitskräfte an eine Werkstatt zu fesseln, in nicht geringem Umfange von der zweckmäßigen Ausstattung des Betriebes ab. Tie Neigung der Gehilfen, kleinen Werkstätten den Rücken zu kehren und in Großbetrüeben zu arbeiten, ist in gewissem Umfange unzweifelhaft mit auf den Umstand zurückzuführen, daß die vervollkommneten Hilfsmittel der großen Fabriken ein bequemes Arbeiten ermöglichen, während der in kleinen Werkstätten häufig anzutreffende Mangel an geeigneten Maschinen und Apparaten verschuldet, daß die Körperkräste der Gehilfen, ebenso wie diejenigen des Meisters, übermäßig in Anspruch genommen werden. Mitteilungen aus dem Aereinsleöen. lieber Versammlungen in gewerblichen Vereinigungen sind uns folgende Berichte zugegangen: Karlsruhe, 17. Oktober 1906. Der diesjährige Gau tag des Gaues Mittelbaden der badischen Gewerbe- und Hpnd- werkervcrcmigungen fand am Sonntag den 14. Oktober im Gasthaus zur Sonne in Ettlingen statt. Am Morgen dieses Tages wurde eine Gauausschußsitzung abgehalten, zum Zwecke der Vorbesprechung der Tagesordnung für den Gautag, um dieselbe möglichst glatt abwickeln zu können. Nach gemeinsamem Mittagessen und darauffolgender Besichtigung des neuen Mädchenschulhauses, Schillerschule genannt, versammelten sich die etwa ISO Teilnehmer zum Gautage, der um 3 Uhr vom Gauvorsitzenden, Herrn Hoflieferanten Anselment- Karlsruhe, eröffnet wurde. Von den 33 zum Gau gehörigen Vereinen waren 31 vertreten; außerdem nahmen an der Ver sammlung teil die Herren Bürgermeister Häfner-Ettlingcn, Stadtrat Niederbühl-Rastatt, Präsident des Landesverbands, Obermeister Moser-Karlsruhe, 1. Vorsitzender der Handwerkskammer Karlsruhe, und H. Lohr, Bibliothekar beim Grohh. Landcsgewerbcamt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung, Jahresbericht, erhielt der Gausekrctär, Herr Gewerbelehrer Rau-Karlsruhe, das Wort. Dem Berichte ist folgendes zu entnehmen: Der Gauvorort besorgte im verflossenen Geschäftsjahre die Vermittlungsgeschäfte zwischen dem Landesverband und den einzelnen Gauvereinen, beteiligte sich an verschiedenen Versammlungen und Vorträgen in den Vereinigungen, übersandte Rundschreiben, Jahresberichte, sowie das Protokoll vom Gautag, und war bestrebt, durch Veröffentlichung aller Verhandlungen und Bestrebungen des Vorortvereins in den Tageszeitungen, der „Badischen Gewerbczeitung" und im Verbandsblatte die Gauvcreine von seiner Tätigkeit zu unterrichten und anzuregen. Die vom Landespräsidium ins Leben gerufene Sammlung zur Jubiläumsstiftung wurde vom Gauvorort kräftig gefördert, und von einzelnen Vereinen gingen sehr namhafte Beiträge ein; das Gesamtergebnis der vom (Nrue Mittelbaden aufgebrachten Beiträge beträgt 3452 ,/i. Innerhalb des Gaues gingen folgende Veränderungen vor: Ter Gewerbe- Verein und der Handwcrkervcrcin Turlach haben sich zum Gewerbe- und Handwerkervcrein Durlach vereinigt; der Hand- — 392 werkerverein Söllingen wurde auf sein Ansuchen vom Pfinz- und Enzgau abgetrennt und dem Gaue Mittelbaden zugeteilt; in den Gau wurde der neugegriindete Gewerbeverein Forch- heim ausgenommen; aufgelöst hat sich der Gewerbeverein Aue b. Durlach. Der Gau zählt gegenwärtig 33 Vereine mit 1867 Mitgliedern. Auf dem letzten Gautage wurde der Gau in fünf Bezirke eingeteilt zum Zwecke der Vervollständigung der Organisation der Gewerbetreibenden des Gaues. Jedem Bezirksverein wurde eine Karte übergeben, aus dem die organisierten und die nicht organisierten Orte zu erkennen waren. Im Lause des letzten Winters ist mit der organisatorischen Tätigkeit bereits begonnen worden und es ist zu hoffen, daß in den bevorstehenden Wintermonaten dieselbe möglichst gute Fortschritte machen wird. An die Bezirksvororte ging die Mahnung, sich eine Ehre darein zu setzen, den Gemeingeist zu pflegen, dem Landesverband die alten Mitglieder zu erhalten und ihm viele neue Mitglieder zu gewinnen. Die Amtsperiode des Gewerbevereins Karlsruhe als Gauvorort und diejenige des 1. und 2. Gauvorsitzenden, der Herren L. Anselment und E. Telgmann in Karlsruhe, ist abgelaufcn, weshalb eine Neuwahl erforderlich war. Auf Vorschlag des Herrn Hiller-Ettlingen wurden durch Akklamation die Ausscheidenden wieder gewählt. Die Beiträge zum Landes- und Gauverband wurden vom Gautag wie folgt festgesetzt: Ter Gauvorort zieht pro Mitglied und Jahr 30 ^ ein, wovon 20 ^ dem Landesverband und 10 den einzelnen Bezirksvororten zur Bestreitung ihrer Auslagen für die organisatorische Tätigkeit überwiesen werden. (Schluß folgt.) Handels- und Gewerbeverein Bühl, e. B., 30. Okt. Auf ern- gegangene Beschwerde hat der Vereinsvusschuß in seiner letzten Sitzung beschlossen, künftig allen Gesellen, die bei Vereinsmitgliedern in der Lehre waren und die Gesellenprüfung bestanden haben, die für diese Prüfung erforderliche Gebühr von 3 ^ zurückzuvergüten und zwar einerlei, ob diese Prüfung im Frühjahr oder Spätjahr erfolgte. Erfahrungsgemäß werden nur die Gesellen prämiiert, ivelche die Gesellenprüfung im Frühjahr äblegen, denn in der Regel kann das Gesellenstück nicht bis zu der im Frühjahr erfolgenden Preisverteilung liegen bleiben. Dieser Modus hat lviederholt zu Unzufriedenheit Anlaß gegeben. Der Vereinsausschuß hofft, durch seinen Beschluß hier lindernd einzugreifen. Ferner wurde beschlossen, an den Gemeinderat das Ersuchen zu richten, bei Vergebung von kleineren städtischen Arbeiten das sogenannte Turnusverfahren einzuführen. Sg. Kunkgeweröüche Beilage. Die dieser Nummer beigegebene Tafel 44 enthält die Abbildung eines Bücherschrankes; entworfen von Christian Hövel, Architekt in Düsseldorf. Literarische Eingänge. Süddeutsche Schlosserzeitung. Erscheint am 1. und 18. jeden Monats. Preis halbjährlich 1,50 -/l. Verlag Karlsruhe, Weber. Die vorliegenden Nummern dieser seit Juli erscheinenden neuen Fachzeitschrift zeigen einen reichhaltigen, technischen und wirtschaftlichen Inhalt, der die verschiedensten Gebiete der geiverblichen Interessen berührt. Da die Zeitschrift es sich speziell zur Aufgabe gemacht hat, für die Hebung und Förderung des Schlosserhandwerks einzutreten, wird ihr Erscheinen nicht nur in den beteiligten Fachkreisen begrüßt werden. Die letzte Nummer enthält unter anderem einen Aufruf zur Gründung eines Verbandes Süddeutscher Schlosserinnungen. 8c. ^ die kleine Zeile 25 Pfennig werden nur entgegengenommen von der Annoncen-Expedition Haafentteiu öi Bögler, A-G., Karlsruhe. Kaiserstrabe 160b sowie deren Filialen. Schluß der Anzeige»-Annahme Montag Abend Vergebung der Bauarbeiteu. Die Arbeiten zur Herstellung des Unterbaues für den Umbau des Bahnhofs Lörrach sollen zusammen au einen Unternehmer im Wege des öffentlichen Wettbewerbes vergeben werden. Die Arbeiten bestehen in der Hauptsache aus: Erdarbeiten mit beiläufig SOOOO cdm Böschungsandeckimg mit beit.12000 gm Maurer- und Steinbaucrar- beiten mit beiläuf. 80 edm Fahrbahnbefestigung,, „ 16000 gm Pflasterungen „ „ 1500 „ Randsteine „ „ 500 l.m Die Unterlagen der Be gebung liegen auf unserem Geschäftszimmer zur Einsicht auf und werden nach auswärts nicht abgegeben. Angebote auf Uebernahme der sämtlichen Arbeiten mit Angabe der beanspruchte» Bolleudungstermine find unter Benützung des Arbeitsverzeichniffes als Angcdolsormular mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen und posisrct (Auslandsporto) längstens bis Mittwoch den 14. November 1906, nachmittags 5 Uhr, bei uns einzureichen. 288.2.1 Zuschlagsfrist drei Wochen. Basel, den 27. Oktober 1906. Gr. Bahnbauinspektion I. Vergebung von Banarbeiten. Die Herstellung des Stetnbaues der Straßenunterführungen im neuen Personenbahnhof Bafel und auf den südlichen Zufahrten zum Bahnhof sollen I» drei Losen einzeln oder zusammen vergebe» werden. Die Lose »msoffen folgende Bauwerke: Los 1 Unterfahrung der Maulbeerstrabe, Los 2 „ der Riehenstroße, (beide Bauwerke liegen im Personenbahnhof), Los 3, Zehn Straßenunterführungen in den Zufahrtslinien. Die hauptsächlichsten Arbeiten find: Fuudamcntaushub . Mauerwerk aus Beton in verschiedener Mischung. Gcwölkemaucrwerk. „ aus Beton Quadermauerwerk. Verkleidung der Sichiflächcn . Pläne und Bedingungen sind ans unserem Ingenieurbureali Riehen- 191, Zimmer Nr. 2, aufgelegt, wo a»ch die Arbeitsauszüge Los 1 Los 2 Los 9 180 odm 6 471 edm 15 425 10 911 9 280 „ 14 916 1381 228 „ 2 021 559 ,, 424 „ 944 907 1 102 gm 2 789 straße Nr. abgegeben werden. 283.2.1 Die Angebote find in die Arbeüsanszüge einzusetzen und verschlossen, mit der Aufschrift „Unterführungen" versehen, portofrei bis SV. November d. I.. vormittags Lv Uhr, anher einzureichen. Die Unterlagen zur Vergebung werden nach auswärts nicht versendet Die Bewerber bleiben während der auf die Dauer von drei Wochen vorbehalteuen Zuschlagsfrist au ihre Angebote gebunden. Basel, den 24. Oktober 1806. Grotzh. Bahnbauinspektion II. 393 Die Großh. Heil- und Pflegeanstalt Jlleuau vergibt im Wege des schriftlichen Angebots für das Betriebs- fahr 1907 die Lieferung nachstehender Materialen und zwar von 100 kK Spinnbanf, 200 I-§ Sohlleder I- Qualität, 5—6 nun in der Stärke, 100 kS Sohlleder I Qualität, 3—4 vain stark, 100 kA Zahmvachesleder I. Qualität, ca. 3'/, ww in der Stärke, 60 kx Rindleder I. Qualität, 3 bis 3'/, ww stark, 60 kx Rindlcder II. Qualität t» der gleichen Stärke, 175 w Wolltuch duukelgrau für Män- nerkletder, 120 w Baumwollzeug für Männer- kletder, 450 w Sarsenet leicht, 1200 w verschiedenen Kattunen und Baumwollflanellen, 150 m farbigen Flanellen für Frauenkleider, 800 w Strohsackleinen, 100 m weiß Schilling, 100 w seiner gebleichter Leinwand 180 ew breit, 100 kA füufdrähtiger, grauer Strickwolle, 40 I-x Strickbaumwolle, 20 Stück feinen weißen Wolldecken, 270 em lang, 180 em breit und 1,75 Irx schwer, 80 Stück gewöhnlichen w.tßeil Wolldecken, 240 em lang, 150 ew breit und 2,50 I-g schwer, 24 Stück feingebildten Tischtüchern, 105/135 ew groß, 80 w grobgebildtem Tischtuchzeug, 170 ew breit, 60 Stück grobgebildten Servietten, 72/72 ew groß, 90 Stück feingebildten Handtüchern in der Größe 50/115 em, 36 Stück Badetüchern, 4000 irx kristallisierter Soda, 800 kK Kernseife mit mindestens 60 Proz. Fettsäuregehalt, 400 kA Halbkernseife mit mindestens 46 Proz. Fettsäuregehalt, 1200 I-K brauner Harzkernseife mit mindestens 60 Proz. Fettsäuregebalt einschließlich des Harzgehalkes, welcher ein Drittel des Gcsamtgehaltes an Fettsäure und Harz nicht übersteigen darf, und vo > 3600 kg/ farbiger Schmierseife mit mindestens 40 Proz. Fettsäuregehalt. Alle diese Seifen dürfen keine merklichen Mengen von freiem Alkali enthalten- außerdem dürfen sich beim Lagern der Seifen keine flüssigen Ausscheidungen bilden. Die mit Muster zu belegenden Angebote sind verschlossen und geeignet überschrieben bis Dienstag den 18. November, vormittags 1v Uhr, an die Anstaltsdirektion frei einzusenden,' zu diesem Zeitpunkt findet die Eröffnung der etngelaufcnen Angebote statt Die Zuschlagsfrist ist auf 4 Wochen bestimmt. Die näheren Lieferungsbedingungen können auf der Kanzlet der Anstalt Angesehen werden. 287 Jllena«, den 27. Oktober 1906. Vergebung von Hochban arbeiten. Die nachverzetchneten Arbeiten zur Herstellung eines Dienst- und Wohngebäudes auf Bahnhof Billtngen sollen öffentlich vergeben werden. Grab- und Maurer-, Stcinhaner-, Zimmer-, Verputz-, Schreiner-, Schlosser-, Blechner-, Glaser- und Anstreicherarbetten, Parkettböden, Rolladenlieferung, Dacheindeckung (Falzziegel), sowie Plattenbelag. 286.21 Pläne, Masscnberechnungen und Aus- führungsbedingungen liegen in dem dies- fettigen Geschäftszimmer auf, woselbst auch die Angebotsvordrucke abgegeben werden. Zusendung der Pläne und Bedingungen findet nicht statt. Die Angebote sind längstens bis zum 12. November d. I. abends, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen. Zuichlagsfrist 3 Wochen. Billtngen, den 27. Oktober 1906. Gr. Bahnbautnspektion. VnzebmgWiiKluurdcite». Die Lieferung und sofortige Auf- ! stellung des Eisenwerks für die Straßenüberführung bei Km. 7,730 der Wiesentalbahn auf Bahnhof Lörrach mit einem Gesamtgewicht von ca. 78 900 l-g Flußeisen, 960 1-8 Flußstahl, j 3 140 1-8 Stahlfarmguß, i soll im öffentlichen Wettbewerb verüben werden. ,>>.2.i Pläne, Bedingungen und Gewichts- Verzeichnisse liegen auf unserem Geschäftszimmer zur Einsicht auf. Ueber- > nahmsangebote mit Terminangabe sind bis spätestens Montag den 12. November d. I., ! nachmittags 5 Uhr, ! verschlossen, (Ausland portofrei) u. mir ! der Aufschrift „Angebot auf Eisen- > brücken" versehen, anher einzureichen Zuschlagsfrist drei Wochen, l Basel, den 25. Oktober 1906. j Grösst). Bahnbaninspektion I. Hölzerne Senkbrücken, Fracht- «nd Bauschiffe. Die Großh. Rheinbauinspektion Karlsruhe verdingt für die Regulierungsarbeiten des Rheins, untere Teilstrecke, in öffentlichem Wettbewerb den Bau und die freie Lieferung in betriebsfähigem Zustand der hölzernen Scnkbrücken, der Frachtschiffe und der Bauschiffe in vier Losen, und zwar: Los I. 4 einschiffige Senkbrücken aus Eichenholz mit tannenem Gedeck, Los II. 2 zweischiffige Senkbrücken, gleichfalls aus Eichenholz mit tcmnenem Gedeck, Los III. 6 Frachtschiffe aus Eichenholz, Los IV. 20 Baunachen aus Forlen- (Kiefern-) Holz. 276 2 2 Die besonderen und die allgemeinen Bedingungen der Verdingung liegen auf dem Geschäftszimmer der Rheinbauinspektion Karlsruhe auf; sie > werden gegen postfreie Einsendung ! von 1 Mark auf Verlangen den Be- l Werbern zugeftellt. Die Angebote sind schriftlich und mit der Aufschrift „Holzschiffe" und der Zahl des Loses versehen, bis Donnerstag den 8. November 1906, vormittags 10 Uhr, bei der Rheinbauinspektion Karlsruhe — Stefa- nienslraße 71 — einzureichen. Die Zuschlagsfrist beträgt vier Wochen. Karlsruhe, den 16. Oktober 1906. Großh. Rheinbaninspektio». Die Großh. Rheinbauinspektion Karlsruhe vergibt in öffentlicher Verdingung die Ausrüstung von Schiffsneubauten für die Rheinregulierung in freier Lieferung, frei Bahnstation Maxau, in nachberzeichneten Losen: Los 1 62 Anker im Gesamtgewicht von 2455 1-8, Los 2 1560 1-8 Schiffs- und ^ Ankerketten, i Los 3 1860 1-8 Drahtseile, Los 4 1800 1-8 Hanftauwerk. Die Bedingungen für die Lieferung liegen auf dem Geschäftszimmer der Inspektion zur Einsichtnahme auf. Die einzelnen Loszettel, zugleich Angebotsvordrucke werden auf Verlangen den i Bewerbern zugesendet. 275 2.2 i Die schriftlichen Angebote sind unter Benützung der Vordrucke, verschlossen, mit der Aufschrift „Schiffsausrüstungen" und der Losnummer versehen, bis Dienstag den 6. November 1906, vormittags 10 Uhr, auf dem Geschäftszimmer der Inspektion, Stefanienstraße 71, einzureichen, Ivoselbst die Eröffnung stattfindet. Die Zuschlagsfrist beträgt drei Wochen. Karlsruhe, den 16. Oktober 1906. Großh. Rheinbauinspektion. Verknus m Wttureu. Die nachberzeichneten, im Steinbruchbetrieb Vormberg, Station Sinzheim bei Oos, abgängig gewordenen Materialien werden im Submissionsweg in ungeteiltem Zuschlag verkauft: etiva 1-8 1. Hartstahlbrechbacken . 6000 2. Keilplachsn (schmred- eiserne Panzerplatten) 1500 3. Gußeisen .... 1700 4. Verschiedenes altes Eisen. 1800 5. Stahl . 100 zusammen 11100 Angebotsformulare nebst Bedingungen können von Unterzeichneter Stelle, oder von der Steinbruchverwaltung Vormberg, Post Sinzheim «Baden), unentgeltlich bezogen werde». 279.2.2 Angebote sind unter Benützung des Ungebotsformulars verschlossen und portofrei mit obiger Aufschrift versehen, bis längstens Samstag den 10. November d. I., vormittags 11 Uhr, hierher einzureichen. Zuschlagssrist 4 Wochen. Rastatt, den 20. Oktober 1906. Großh. Wasser- und Straßenbau. Inspektion. 394 Die Gemeinde Fahrenbach, Bahnstation der Nebenbahn Mosbach— Mudan, vergibt im Angebotsverfahren dir Herstellung einer eisernen Wasserleitung für den Ausbau der Leitung im Ort, und zwar: 28b Das Liefern und Verlegen von zusammen 1870 lfd. m gußeisernen Muffenröhren von 100 bis 40 mn, Lichtweite nebst Zubehör. Schriftliche Angebote wollen verschlossen, portofrei und mit der erforderlichen Aufschrift versehen, bis längstens Samstag den 17. November d. I., vormittags S Uhr, bei dem Gemeinderat in Fahrenbach eingereicht werden, woselbst auch die Eröffnung der Angebote stattfindet. Angebotsverzeichnisse können gegen post!freie Zusendung einser Anferti- gmigisgcbühr von 1 M. von dem Gemeinderat in Fahrenbach bezogen werden. Mosbach, den 22. Oktober 1906. Großh. Kultur inspektion. Merm Wckkn. Wir haben die Ausführung folgender eisernen Brücken zu vergeben: Los a: 6 Stück Eisenbahnbrücken mit ungefähr 216 000 leg Gesamtgewicht, ^ Blechträger, 18,83 m Stützweite. l Los d: ! 1 Feldwegbrücke mit ungefähr j 27 000 leg Gesamtgewicht, Blechträ > ger, 18,27 m Stützweite. Es kann auf jedes Los einzeln Angebot gestellt werden. 2,7 2 2 Bedingnisheste, Zeichnungen, Gewichtsberechnungen liegen auf unserer Kanzlei (Durlach, Auerstraße 11, parterre) zur Einsichtnahme auf. ! Zeichnungen und Gewichtsberech- nungen können, so lange der Vorrat reicht, für Los a zum Preis von 1,85 Mark, für Los d zum Preis von 1,40 Mark gegen vorherige bestellgeldfrei« Einsendung des Betrages (nicht Briefmarken) von uns bezogen werden. Angebote sind verschlossen und portofrei mit der Aufschrift „eiserne ! Brückenlieferung" versehen, bis Montag den 5. November d. I., vormit tags 11 Uhr, bei uns einzureichen. - Zuschlagsfrist 4 Wochen. ! Durlach, den 17. Oktober 1906. ! Großh. Bahnbauinspektion. i A. 8onlispmann, 2Ldkiilskrztr. k. 6l14.1L Vrezckv8 L 5.26.21 LLAnritis!rri Sr,»» Ir»«k«»»,1»x». >»»rtt«Ll»«ü» Nt»K n»,. »»««>0. „s S»»«^ I»d,I»r«tt», li»»adr«rt«r, Ml»», IKr »to. »«. 5Hngetpr>gkne 6cIiutr-Vlsi'^ Vlisusi* kollsilvn Mil llnekdansn 81 äden in küvkslvn VoUIeoninisnkeil — 0. N. k». 7K799. 1 7—^ Beliebige I-uft- mul lo'elltrezulisrung Lulässig. llüellots 8oliäität. Mderss clureb clis Illustriert u llrospelrt.:. kaljiseks Jalousien- unc! koüaäsnfabi'ik Osnl Rkilk«>ni plonLksini. 217—16 Cksinlktis kabrikr klSrrlisIm llr. 5 . Nosrlüingsr, klörsksim o. Main. klnitrlckkorben u. backe karol (0. k. p.) kobröle. kohrpulver vesinksctionsmittel keuerlckutzmlttel Seirierlckuhmittel llmprägnlermlttel llnkektsnlckutzmittsl Korbollneum Klärmittel, bötmlttel Pharmazeut. Präparate Koitlckichmittel 8aprol. §anoleum 5ckmlermlttel §toublckutzmlttel ^eckn. kette u. Oels üextilöle ldallerlörllcks vele. Die Herstellung elnlckläglger k brlkats rolrä übernommen. I mit Metzgerschmalz feinem Griebengeschmack in emaillierten Blechgefäßen als: 208 sowie in 10 Pfd.-Dosen 52.12 ä ^l 6.70 gegen Nachnahme oder Vorschuß Vk. Ssurlsn jn. Kirchheim-'Heck 193 (Württemb.) In Holzgeb. Preisliste zu Diensten. « Eimer Z 20—35 Pfd. Ringhafe« 15-20-35 , Schwenkkeffel s? 30-40-60 . Teigschüffel ^ 15-30-50 . Wasserkopf Z 20—40 Psd. - Nachnahmegebühren werden sofort vergütet. - Zeder Sendung liegen Gutscheine zum Gratisbezug eleganter Taschenuhren bei. WWWWWWWWWM' Irussiiit» »nerkeniningeeebreiven I Ln-eki» m BiMikitk«. Die Erd- und Mauerungsarbeitcu zur Herstellung der Eilguthalle auf dem neuen badischen Personenbahnhof Basel sollen öffentlich vergeben werden. 282 Pläne und Bedingungen sind ans unserem Hochbaubure-au, Riehenstraßc Nr. 191, Zimmer Nr. 10, aufgelegt, wo auch die Avbeitsauszüge abgegeben lverden. Die Angebote sind in die Arbeits- auszüge nach Vorschrift einzusetzen, auszurechnen, und verschlossen, portofrei, mit Aufschrift „Eilguthalle" versehen, spätestens bis 8. November d. F., nachmittags 3 Uhr, anher einzu- senden. Die Bewerber bleiben 3 Wochen an ihre Angebote gebunden. Basel, den 24. Oktober 1906. Großh. Bahnbauinspektion II. VHO-IVIo1v»*S»I 260 6 3 ca. 77000 änlag, n geliefert, Kasmotoren, öenrln-Kotoren u. -lloKomobilen lür alle üüssigea llrsoostolle, ca. 3500 ^a'agea geliefert.