Badische Geuierbczeitung. Organ der Hroßherzogl. Landes-Heweröehalle und der Aadischen Hewerbevereine. Redigirt von Prof. vr. H. Meidinger. Erscheint wöchentlich einmal im Umfang von mindestens '/, Bogen. Jahrespreis 3 Mark durch Post und Buchhandel. Anzeigen 25 Pfg. die einmal gespaltene Petitzeile oder deren Raum. XVIII. Bd. Xo. 13. Karlsruhe. Jahrgang 1885. Inhalt S. 113 bis 120: Badischer Landes-Kunstgewerbe-Verein. — Lederbeschwerung. — Jllustrirte Preiskurante. — Unsere Musterzeichnung. — Künstliches Elfenbein. — Ausstellung von Nadelarbeiten. — Gebührentarif der großh. chemisch-technischen Prü- fungs- und Versuchsanstalt für die Untersuchung von Schmierölen. — Submissionen. — Anzeigen. Sadischer Landes - Lunstgewerbe-Verein. Am 16. März fand die konstituirende Generalversammlung des Bad. Landes-Kunstgewerbe-Vereins in Karlsruhe statt. Anwesend waren 84 Personen, darunter eine Anzahl Auswärtiger. Der Vorsitzende des provisorischen Ausschusses, Herr Direktor Götz, begrüßte die Anwesenden und berichtete alsdann über die seitherige Thätigkeit. Wir entnehmen seinem Bericht, daß die erste vorberatheude Versammlung am 13. Januar d. I. stattgefunden, welche von 40 Eingeladenen besucht war; in derselben wurde der provisorische Ausschuß von 12 Personen gewählt und mit der Ausarbeitung der Satzungen sowie der Veranlassung der weiteren zur Gründung des Vereins nöthigen Schritte beauftragt. Bereits am 21. Januar legte der Ausschuß den Satzungsentwurf vor, welcher sofort einstimmige Annahme fand. Es wurde dann der auch in diesem Blatte veröffentlichte Aufruf an die Interessentenkreise unseres Landes erlassen. Auf Grund desselben haben sich bereits 400 Mitglieder angemeldet, während Anmeldungen aus noch sehr vielen Orten des Landes in Aussicht stehen. Herr Direktor Götz entwarf hierauf das Programm des Vereins, wie dasselbe in den Satzungen ausgesprochen ist. Als ein besonders zweckmäßiges Mittel zur Förderung der Vereinsinteressen sah Redner die Darbietung einer illustrirten Zeitschrift a». Bei den großen Kosten mußte allerdings auf die Herausgabe eines eigenen Organs verzichtet werden. Durch Anschluß an ein bereits bestehendes Unternehmen 114 kann jedoch der gleiche Erfolg erzielt, ja durch Koncentrirung der Kräfte der Gesammtheit noch mehr gedient werden. Seit Kurzem wird von Seemann in Leipzig eine vorzüglich redigirte neue monatliche Zeitschrift mit dem Titel „Kunstgewerbeblatt" herausgegeben. Nach getroffener Vereinbarung wird dieselbe sämmtlichen Vereins Mitgliedern des Bad. Kunstgewerbevereins geliefert werden und für letztere noch um eine besondere Beilage von 4 Seiten vermehrt sein, welche eine Seite Zeichnungen und drei Seiten Text mit Nachrichten aus dem Verein enthält. Ein Jahresband wird aus 500 Seiten Text und etwa 260 Illustrationen in Farbendruck, Stich, Holzschnitt und Zinkographie bestehen. Die Kosten für die Zeitschrift find in dem sich auf 10 M. jährlich belaufenden Mitgliedbeitrag eingeschlossen. Mit der Berufung der konstituirenden Generalversammlung betrachtete der provisorische Ausschuß seine Aufgabe als erledigt; nachdem derselbe noch die Wahl eines endgiltigen Vorstandes eingeleitet, stellte er seine Thätigkeit ein. — Bei der nun erfolgenden Vorstandswahl werden gewählt die Herren: Direktor Götz, erster Vorsitzender, Maler Bär, zweiter Vorsitzender, Prof. F. S. Meyer, Schriftführer, Bankier R. Kölle, Schatzmeister; ferner als Ausschußmitglieder die Herren: Architekt Bayer, Fabrikant Kämmerer, Prof. Th. Krauth, Hof-Uhrmacher Pecher, Maler Schäfer, Prof. Volz, Prof. vr. Warth und Fabrikant Ziegler. — Herr Direktor Götz dankt in seinem Namen für die Einstimmigkeit seiner Wahl und nimmt im Aufträge sämmtlicher Ausschußmitglieder die Wahl an. Als nunmehriger erster Vorsitzender erklärt er hierauf den Verein für konstituirt und bittet die Anwesenden, mit ihm in ein dreimaliges Hoch auf den steten Förderer und Schirmer des badischen Kunstgewerbes, Seine Königliche Hoheit den Großherzog, einzustimmen. Es wird beschlossen, denselben hiervon sowie von der Konstituirung des Vereins sofort telegraphisch in Kenntniß zu setzen. — Der Verein beschließt hierauf einstimmig seinen Anschluß an den Centralverband deutscher Kunstgewerbe-Vereine und überninrmt die ihm von dem früher damit betraut gewesenen hiesigen Gewerbeverein überwiesene Aufgabe, in der Kommission des Centralverbandes für die Regelung des kunstgewerblichen Konkurrenzwesens den Vorsitz zu führen. — Den Schluß der Verhandlungen bildet der Antrag des Vorsitzenden, für das erste Vereinsjahr von der Forderung eines detaillirten Voranschlags Abstand zu nehmen und die Regelung des Budgets dem Ermessen des Vorstandes zu überlassen. Dieser Antrag gelangt gleichfalls zur einstimmigen Annahme. L. L. Le-erbeschweruna. Wie daS „Gewerbeblatt auS Württemberg" nach einer französischen 115 Quelle mittheilt, beschweren amerikanische Exporteure in neuerer Zeit das zur Ausfuhr bestimmte Leder, welches nach dem Gewicht verkauft wird, in gewinnsüchtiger Absicht mit Glykose (Stärkezucker). Es geschieht dies dadurch, daß das Leder, um die Poren vollständig zu öffnen, bei niederer Temperatur in einen Wasserdampfstrom gebracht und dann in eine Lösung von Glykose getaucht wird. Das Leder absorbirt diese Substanz und indem beim Trocknen die Poren sich wieder zusammenziehen, schließen sie die beschwerende Masse ein. Das auf diese Weise behandelte Leder (es kommen wohl hier besonders die vielfach zur Anwendung gelangenden amerikanischen Treibriemen in Betracht), muß weit über seinen wirklichen Werth bezahlt werden. Zur Erkennung dieser Fälschung gibt die Zeitschrift „Amerikan Tanner" folgende Anleitung: Ein Stück des zu prüfenden Leders wird in destillirtem Wasser eingeweicht; nach einiger Zeit gießt man die Flüssigkeit in ein Probirglas, so daß dieses bis zur Hälfte angefüllt ist, und fügt einige Kubikcentimeter alkalischer Kupferlösung (Fehling'sche Lösung) bei. Nachdem die Mischung tüchtig durchgeschüttelt worden ist, bringt man sie auf der Flamme einer Spirituslampe in's Kochen. Gewöhnliches Leder verändert die Flüssigkeit nicht; hat man es aber mit Leder zu thun, das in der oben angeführten Weise mit Glykose beschwert worden ist, so scheidet sich der durch letztere verursachte charakteristische Kupferniederschlag (Kupferoxydul) aus. Mustrirte preiskurante. Fuchs LKunad, Plagwitz-Leipzig, Werkzeugmaschinen-Fabrik. 1 Heft, 34 S. Text und Abbild. (12°), enthält. Drehbänke, Bohr-, Nuten-, Hobel- und Fraisemaschinen. Fr. Aug. Jahn, Gera, Werkzeug-Fabrik. 1 Band, 62 S. Text und Abbild. (12), enthält: Gcwindeschneid-Werkzeuge, Lehren und Meßwerkzeuge, Werkzeuge für Gasinstallation, Fraiser, Bohrwerkzeuge rc. Gebrüder Scherb, Wim, k. k. priv. Maschinenfabrik. 1 Heft, 57 S. Text und Abbild, (gr. 8°), enthält: Werkzeuge und Maschinen für Blechbearbeitung. Carl Gütz, Lauter bei Aue (Sachsen), Blechbearbeitungs-Maschinen- und Werkzeug-Fabrik. 1 Heft, 9 S. Text und Abbild. (4"), enthält: Blechbearbeitungs-Maschinen und Drehbänke. Carl Döhl, Hütte bei Ronsdorf (Westfalen). 1 Heft, 24 S. (4°), enthält: Abbildungen von Werkzeugen für Blechner und Schmiede. Borbecker Maschinenfabrik quantitativ.1.— , „ S. Prüfung auf Harzgehalt.1.— „ „ 10. „ „ Verharzungsfähigkeit. 1.— , „ 11. „ „ Säuregehalt , qualitativ. 1.— „ „ Ild. ( quantitativ.2. , 12. „ „ Gehalt an verseifbaren Bestandtheilen (Beimischung von Fett, fetten Oelen u. dgl.) i qualitativ.1.— „ „ 12b. > quantitativ.3.— „ 8. Schmierfähigkeit, auf dem Thurston-Westhoven'schen Pendelapparat mit der des Rüböls direkt verglichen. Nr. 13. Tourenzahl, Pendelausschlag und Erwärmung in Verhältnißzahlen zum Rüböl ausgedrückt bei einer Lagerbelastung von 600 KZ und darunter.5.— , „ 13b. „ „ „ „ 600 bis 900 kg.7.— „ „ 14. Beilage einer graphischen Darstellung dieser Schmierprobe (sog. Schmierkurven).2.— « 6. Schriftliche Begutachtung. Nr. 15. Je nach Umfang.3 bis 20 — M. Nach diesem Tarif ist anzugebcn, welche Prüfungen gewünscht werden; es genügt die Bezeichnung der Nummer. Bei einer Totaluntersuchung nach sämmtlichen 12 Punkten sub X erniedrigt sich die Gebühr für ^ auf 15 bis 20 M. Ebenso findet bei gleichzeitiger Untersuchung einer größeren Serie von Oelen noch eine weitere Preisreduktion sowohl für ^ als auch für 8 statt. Zur Untersuchung ist mindestens V, Liter einzusenden. Karlsruhe, im März 1885. Submisstonen. Karlsruhe. 960 Piaffava-Straßenbesen. Termin 7. April. Bedingungen gegen 70 Pf. durch die Expeditur der großh. Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaues. Rastatt. Abänderung der Eisenkonstruktion der Ankerbrücke. 3700 M. Termin 7. April. Bedingungen einzusehen bei Ingenieur Eisenlohr. 120 Oberkirch. Erd-, Mauer- und Pflasterarbeiten re. zur Ausführung der Rench- korrektion bei Erlach. 43 920 M. Termin 8. April. Bedingungen re. einzusehen bei großh. Wasser- und Straßenbau-Inspektion. Durbach (Baden). 180 m dunkelgraues Marengo-Keppertuch. Angebote alsbald an das Kommando der freiw. Feuerwehr. Stuttgart. 11835 Nies versch. Papiersorten. Termin 20. April. Näheres durch die Druckerei der Kgl. Verkehrsanstalten. Heidelberg. Herstellung einer Stadt-Fernsprechanstalt. Termin 8. April. Bedingungen einzusehen bei der Oberpostdirektion in Karlsruhe. Freiburg i. Br. Neubau eines Dampfmaschinen- und Kesselhauses. 21 208 M. Termin 8. April. Pläne rc. einzusehen bei großh. Bahnbau-Jnspektion. _ Lt »» -- e i g r «». _ Landes - Heweröehalle. Die gegenwärtig bei uns ausgestellten Arbeiten der Schnitzereischule in Furtwangen werden Dienstag den 31. März, Vormittags 10 Uhr, gegen Barzahlung öffentlich versteigert. Verlag von B. F. Voigt in Weimar. Handbuch der tärlL6Mr1lL9,ti«iL. Mit besonderer Berücksichtigung der mit der Stärkefabrikation verwandten Industriezweige, namentlich der Dextrin-, Stärkesirup- und Stärkezuckerfabrikation. Von Ladisl. v. Wägner, öss-ntl. ordentl. Professor an der löntgl. technischen Hochschule zu Budapest. Mit einem Atlas von II Tafeln, enth. 128 Abbilds». Zweite Auflage. 1881. 8. r Mk. 50 Pfge. Vorrätig in alle» Buchhandlungen. Großh. badische Gaugewerkeschule Karlsruhe. Abtheilung für Bautechniker (Vorbereitung zur staatlichen Werkmeisterprüfung). Abtheilung für Maschinentechniker. Abtheilung zur Heranbildung von Gewerbelehrern. Beginn des Sommersemesters den 15. April. Persönliche Anmeldung am 14. April, Abends 5 Uhr. Schriftliche Anmeldung neu eintretender Schüler spätestens bis 8. April. Schulgeld 30 Mk. 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