Gadische GnoerbeMung. Organ der HroßherzogL. Landes-Heweröehalle und der badischen Hewerbevereine. Redigirt von Prof. vr. H. Meidinger. Erscheint wöchentlich einmal im Umfang von mindestens >/, Bogen. Jahresprcis 3 Mark durch Post und Buchhandel. Anzeigen 25 Pfg. die einmal gespaltene Petitzeile oder deren Raum. XXII. Bd. No. 5. Karlsruhe. 2. Februar 1889. Inhalt S. 53 bis 60: Landesausstellung von Lehrlingsarbeiten im Jahre 1869. — Lehrlingsheime. — Die Berechnung von Bucheinbänden (Fortsetzung). — Unsere Musterzeichnung. — Brief- und Fragekasten. — Submissionen. — Anzeigen. Landesausstellung von Lehrlingsarbeiten im Jahre 1889. Wie auf S. 28 der Bad. Gewbztg. vom l. I. bekannt gegeben ist, hat das Ministerium des Innern dem Ansuchen des Gewerbe- und Industrie- Vereins Mannheim entsprechend angeordnet, daß die Ausstellung der zur Bewerbung um Staatspreise aus dem ganzen Lande einzusendenden Lehrlingsarbeiten in diesem Jahre in Mannheim stattzufinden hat. Soviel bis jetzt bekannt geworden, steht eine starke Betheiligung in Aussicht, an welcher dieser Neuerung und der damit in Zusammenhang stehenden lebhaften Anregung des genannten Vereins ein ebenso großer Antheil zuzuschreiben sein wird, als der allmählig durchdringenden Erkenntniß, daß mit schön klingenden „Resolutionen" für Verbesserung des Lehrlingswesens nichts gethan sei, sondern daß man sich zu praktischem Eingreifen entschließen müsse. Insbesondere scheint die Anregung des Mannheimer Vereins bei den übrigen zum Pfalzgau gehörenden Vereinen günstige Aufnahme gefunden zu haben. Hoffen wir auf einen gleichen Erfolg auch in andern Vereinen, in welchen man sich bisher diesen Bestrebungen gegenüber noch, wenn auch nicht ablehnend, doch, was im Erfolg das Gleiche ist, zurückhaltend verhielt. Auch die Abhaltung freiwilliger Lehrlingsprüfungen scheint in größerem Umfang als bisher bevorzustehen; freilich bleibt zu wünschen, daß nicht jeder Verein diese Prüfungen nach seinem eigenen Belieben einrichtet, sondern sich an die nach den Beschlüssen der eigenen Vertreter aufgestellte, in 54 Nr. 3 der Bad. Gewbztg. Jahrg. 1883 veröffentlichte Prüfungsordnung hält. Dies Verlangen erlegt den Vereinen keine Belästigung auf; seine Befolgung sichert aber den Prüfungszeugnissen ein größeres Ansehen. Lehrlingsheime. Mit Eintritt des Winters hatte die Landes-Gewerbehalle sich an die dem Landesverbände angehörenden Gewerbevereine gewendet, um deren Aufmerksamkeit, sofern diese nicht ohnehin schon darauf gerichtet sein sollte, auf die Fürsorge für Beschaffung geeigneter Räume zu lenken, in welchen die Lehrlinge während ihrer freien Zeit sich aufhalten und Gelegenheit zu nützlicher Beschäftigung finden können. Nach den eingegangenen Mittheilungen sind bereits beachtenswerthe Erfolge auf diesem Gebiete zu verzeichnen. In Mosbach wurde am ersten Adventssonntag (am 2. Dezbr. 1888) ein Arbeiter- und Lehrlingsheim in einem eigens gemietheten Raum eröffnet, welcher an Sonn- und Festtagen von 3 Uhr Nachmittags, an Werktagen von ^8 Uhr Abends bis 10 Uhr zugängig ist. Etwa 40 Männer, meist Handwerker, wechseln in der Auffichtsführung ab, die Mittel werden durch freiwillige Beiträge beschafft. Der Gewerbeverein Ueberlingen hat für die Lehrlinge ein an Sonn- und Feiertagen von 7 Uhr Nachmittags offenes Heim eingerichtet und für dessen angemessene Benützung eine entsprechende Ordnung aufgestellt. In den Städten Freiburg, Karlsruhe, Mannheim wird den abweichenden Verhältnissen entsprechend die Aufgabe weiter gefaßt, indem dort in dem Lehrlingsheim den von auswärts kommenden und bei ihrem Meister nicht unterkommenden Lehrlingen zugleich völlige Unterkunft durch Gewährung von Kost und Wohnung geboten werden soll; wenn hier auch die Schwierigkeiten größer sind, so ist doch nach den getroffenen Einleitungen deren Ueberwindung mit Sicherheit zu erwarten. Jedenfalls bildet die in Frage stehende Einrichtung ein wichtiges Glied in dem weiten Kreise der Mittel zur Förderung des Lehrlingswesens und es ist daher auch zuversichtlich zu erwarten, daß die Gewerbevereine an einer gedeihlichen Lösung dieser Aufgabe freudig Mitwirken werden. Berechnung von Bucheinbänden IV. (Fortsetzung.) Das Heften. In der Arbeit für Heften von Druckbogen ist einzubegreifen: das Auseinanderuehmen des zum Einbinden übergebenen broschirten Buchs, das Kollatiouiren, d. h. Vergleichen, ob alles vollständig vorhanden und richtig gefalzt ist (es kommt vor, daß Bogen falsch zusammengelegt 55 sind, oder fehlen, oder durch beigelegten verbesserten Neudruck zu ersetzen sind); ferner das Durchziehen der Bogen mit Faden (Zwirn), das Rückenleimen und das Beschneiden des gehefteten Buchs, sowie das Färben des Schnitts. Das Heften von Tafeln und Tafelwerken erheischt noch eine besondere Behandlung. Es ist zu bemerken, daß das Zusammennähen der gefalzten Bogen mittelst fortlaufendem Faden erfolgt, mit abwechselnder Umschlingung zweier benachbarten Bogen, die nur oben und unten aneinander hängen; reißt der Faden an einer Stelle, so werden die Einlagen auch benachbarter Bogen leicht gelockert, die äußeren Blätter bleiben durch die Leimung verbunden. Die Arbeit des Heftens wächst unzweifelhaft gleichmäßig mit der Zahl der Bogen. Es kommt nun noch das Format in Betracht; hat dasselbe ebenfalls Einfluß auf den Zeitaufwand? Unzweifelhaft! Ein kleiner Bogen handhabt sich leichter oder rascher, als ein großer, er läßt sich schneller beschneiden und färben, dann aber wird auch ein hoher Falz öfter durchstochen als ein niedriger, theils um die Bogen an einander fester anzuschließen, theils um sie dauerhafter mit den Deckeln verbinden zu können; diese Verbindung erfolgt durch die von dem Faden beim Heften umschlungenen Bünde. Solcher Bünde gibt es bei den mittelgroßen Formaten immer mindestens drei. Bei Buchhöhen unter 10 em genügen zwei. Ihre Zahl kann man in der Weise bestimmen, daß sie nicht weiter als 10 cm von einander und 5 ein von dem Schnitt (den Bogenenden) entfernt sein sollen. Ein Buch zwischen 30 und 40 cm Höhe wird somit mindestens vier, zwischen 40 und 50 ein fünf Bünde rc. erhalten. Die beiden äußeren Bünde sollten dem Schnitt möglichst nahe gerückt sein, bis etwa 3 cm, jedenfalls nicht über 5 em, da sonst der Anschluß der Bogen aneinander und an die Deckel weniger dauerhaft ist. Die Bünde sind bei der altüblichen Handarbeit in der Regel Schnüre, in besonderen Fällen Bänder (Riemen). Ursprünglich befand sich die Schnur stets erhaben auf den Falzrücken der Bogen, sie bildeten dann Wülste auf dem Lederrücken der Decke; das Heften mit Umschlingung der Schnüre war eine ziemlich zeitraubende Operation. In hohem Grad vereinfacht wurde die Arbeit, seit man die Falzrücken der Bogen einsägte und die Schnur in den so gebildeten Einschnitt vollkommen hineinlegte; der Rücken der Decke wurde jetzt glatt. Das Heften mit Schnur erfolgt heutzutage fast allgemein in dieser Weise; bei besseren Lederbänden findet man die Wülste zwar immer noch mehr oder weniger stark angedeutet; sie dienen aber lediglich als Verzierung; kaum wird noch irgendwo gelegentlich bei größeren Büchern auf erhabene Schnüre geheftet. Die Schnürenden werden an die Deckel angepappt, nachdem man sie ganz aufgeschabt, d. h. in die einzelnen, 56 nach verschiedenen Richtungen sich verzweigenden Fasern aufgelöst, damit sie weniger stark auftragen und sich fester mit dem Deckel verbinden. Das Anpappen erfolgt in der Regel auf der inneren Deckelfläche und kann man bei den meisten Einbänden die Lage der Schnürenden deutlich erkennen. Bei feineren Lederbänden, wo man die innere Deckelfläche elegant und ganz glatt Herstellen will, pappt man die Schnürenden (nach französischer Manier) auch an der äußeren Deckelfläche an, wo dann die Verdeckung durch das dickere Leder erfolgt. Starke Bände schlagen sich weniger gut aus, wenn die Schnüre in die eingesägte Rinne gelegt sind; man wendet in solchen Fällen breite Bänder an, welche direkt auf die Falzrücken aufgeheftet werden, ihrer geringen Dicke halber aber nicht austragen. An der inneren Deckelfläche kann man sofort erkennen, ob die Befestigung des Buches mittelst Band erfolgte. Das geübte Auge kann den Unterschied auch beim Aufschlagen des Buches an den Falzen wahrnehmen. — Tafelwerke sollten eigentlich immer mit Band geheftet werden. Das Verfahren ist etwas mehr zeitraubend als das Schnurheften in Sägeschnitte, und darum theurer. Zur Verstärkung der Verbindung des Buches mit den Deckeln werden als sogenanntes „Vorsatz" mit dem ersten und mit dem letzten Bogen einige Blatt Papier eingeheftet, von denen je eins auf die Deckel gepappt wird, während das andere vor dem Titelblatt freisteht. Unter dem Deckelpapier befindet sich ein miteingehefteter, nur einige Centimeter breiter, als Falz bezeichnter Streifen von stärkerem Papier oder Kaliko, seltener Leder. Bei den einfacheren Einbänden besteht der Falz aus Papier, die besseren stärkeren Einbände sollten immer Kaliko haben, nur bei den schwersten, stark benutzten Einbänden benutzt man Leder. Den Falz erkennt man an der inneren Deckelfläche stets durch seinen Auftrag, durch die Erhöhung des übergeklebten Papiers an der betreffenden Stelle. Beim Broschiren werden die Bogen ganz leicht mit 2 Stichen zu- sammengeuäht und am Rücken mit dem Umschlag verklebt; mitunter werden auch kleine gebundene Bücher mit biegsamen Deckeln so hergestellt, nur daß das Heften in gewöhnlicher Weise mit eingelegten Bünden erfolgt. Als Decke wird dann ganz Kaliko oder Leder auf Papier verwendet, die Verbindung erfolgt durch Leim, die Bünde sind kurz abgeschnitten, nicht mit den Deckeln verbunden. Die Deckel hängen in diesem Falle an dem Rücken. Wenn der Leim im Laufe der Zeit durch Austrocknen sehr hart wird, so reißt die Decke leicht ab. (Beispiel solchen Einbands bildet Schnars' kleiner Schwarzwaldführer.) Seit etwa zwanzig Jahren ist eine Methode des Heftens mittelst Maschinen bekannt geworden, welche das übliche Handverfahren beim Binden zahlreicher 57 Exemplare desselben Buches, insbesondere von Verlagswerken, fast ganz verdrängt hat. Zum Heften wird statt Zwirn verzinnter dünner Eisendraht verwendet, welcher in kleinen Klammern (an den Enden rechtwinklig umgebogene Stücke) in mehrfacher Zahl gleichzeitig in den Falz des Bogens eingestochen und auf der Rückseite umgebogen wird, wobei er zugleich ein Stück starker Gaze fest umklammert, dessen überstehende Enden dann an die innere Seite des Deckels aufgepappt werden. (Gaze, und nicht das bei gleicher Fadendicke stärkere Kaliko, wird hier darum angewendet, weil nach dem Heften der Buchrücken immer geleimt wird, um die Bogenfalze auch seitlich an einander zu kitten; das dichtgewebte Kaliko würde nun den Leim nicht durchlassen.) Es gibt dies einen äußerst soliden Einband, die Bücher schlagen sich sehr schön auf und der Zeitaufwand des Heftens ist nur ein kleiner, fast verschwindender Bruchtheil desjenigen bei der Handarbeit. Der allgemeinen Einführung des Verfahrens steht einmal der sehr hohe Preis der Heftmaschine entgegen (über 2000 M.), dann aber auch der Umstand, daß für jedes Format die Maschine besonders gerichtet werden muß, was einen so hohen Zeitaufwand erfordert, daß für ein einzelnes Buch die Arbeit sich nicht lohnt. Bei stark in Benutzung befindlichen Werken, wie Schulbüchern, die meist schon gebunden ausgegeben werden, sollte jedoch kein anderes Heftverfahren mehr in Anwendung kommen. Hier findet man es häufig beim Handheften. daß die Fäden reißen und die einzelnen Bogen herausfallen, ja daß die Bogen auch von dem Faden zerschnitten werden und sich verschieben, ferner daß die Deckel vom Buch abreißen. Diese Mängel machen sich beim Drahtheften selbst nach längerem Gebrauch der Bücher kaum bemerklich, insbesondere ist die Verbindung des Buchs mit den Deckeln durch die große Gazefläche eine äußerst innige und dauerhafte. Uebrigens können auch die drahtgehefteten Bücher im Hinblick auf ihre Verbindung mit den Deckeln einen mehr oder weniger guten Einband bilden. Um billigste Arbeit liefern zu können, wird dünnste Gaze genommen, die dann nach kurzem Gebrauch der Bücher reißt, auch wird in der Regel das Vorsatz gespart, so daß die Deckel bald abfallen. Die besseren Bände sollten auch hier einen miteingehefteten Kalikofalz erhalten. Ob letzterer fehlt, erkennt man an der Beschaffenheit des Auftrags des überklebten Deckels sofort; bei nicht mit Kaliko überdeckter Gaze erscheint ein weitmaschiges Gewebe. (Als Beispiel hierfür: Kiesewetter's Fremdwörterbuch 7. Auff. 1888, ganz leinene Decke.) Da der Zeitaufwand beim Heften nicht von der Zahl der Bünde abhängt, wie beim Handheften, was dort auf deren möglichste Verringerung hindrängt, so kann man durch viele Drahtklammern die Solidität der Verbindung der Bogen sehr fördern. 58 Ein Beispiel von vorzüglichem Drahteinband bildet die im Jahre 1887 erschienene zweite Auflage von Andrees' allgemeinem Handatlas, hier finden sich auf 42 ein Buchhöhe 7 Heftklammern, während beim Handheften ähnlicher Bücher kaum mehr als 4 Bünde gebildet werden; ferner die bereits in 30 Bänden vorliegende, noch nicht vollendete Allgemeine Geschichte, herausgegeben von Oncken, das kritische Wörterbuch der englischen und deutschen Sprache von Thieme-Preußer-Wessely, 1883 ; hier finden sich auf 23 und 24 em Buchhöhe 4 Heftklammern. Mit der Heftmaschine kann der Buchbindermeister durch Handheften nicht konkurriren; übernimmt er gleichwohl größere Aufträge, so kann er bei geringem Verdienst nur mangelhafte Arbeit liefern, und gerade bei Schulbüchern hat man bis heute Gelegenheit, dies zu beobachten. _ (Forts, folgt.) Unsere Musterzeichnung. Die dieser Nummer beiliegende Tafel Nr. 4 gibt die Abbildung eines schmiedeeisernen Gitterwerks (etwa */, nat. Größe) nach einer Aufnahme von Gg. Zimmer in Kassel. Das Original befindet sich in der Sammlung der Gewerbehalle in Kassel. Brief- und Fragekasten. An H. B. in F. (Rauchrückschlag beim Feueranmachen.) Wenn Sie beim Feueranmachen im Herd häufig durch Rauchaustritt in die Küche belästigt werden, so dürfte der Grund lediglich in der Kaminausführung zu suchen sein. Um Feuer in einem Heizapparate anmachen zu können, muß schon von vornherein Zug, d. h eine aufwärts gerichtete Luftströmung, in dem Kamin vorhanden sein. Bedingung hierfür ist eine auch nur um ganz geringes höhere Temperatur im Innern des Kamins, als außen in der freien Luft. Bei Gleichheit der Temperaturen fehlt der Zug, bei außen höherer Temperatur sinkt die Luft im Kamin nieder, es ist Rückzug vorhanden; in beiden Fällen ist es unmöglich, Feuer anzumachen, der Rauch schlägt aus dem Heizapparat heraus. Unter gewöhnlichen Umständen ist nun immer der richtige aufwärts gerichtete Zug vorhanden, da die Kaminwände von der vorhergehenden Heizperiode noch etwas warm sind und die von ihnen eingeschlossene Lust etwas wärmen. Selten sind die meteorologischen Bedingungen der Art, daß durch sehr rasches Steigen der äußeren Temperatur die Zugbedingungen sich umkehren. Bei einem Steinkamin wird mangelnder Zug oder Rückzug viel seltener Vorkommen, als bei einem Metallkamin, da letzteres keine Wärme aufzuspeichern vermag. Bei Ihrer Feuerung strömt der Rauch in ein Gußeisenrohr, welches sich inmitten eines etwas weiteren gemauerten Kamins befindet, der Zwischenraum zwischen beiden soll für Ventilation dienen, die Dünste der Küche über Dach abführen. Bei dieser Anordnung wird sich selbstverständlich das Mauerwerk nur sehr wenig erwärnien können; das Eisenrohr wird sich nach Erlöschen des Feuers rasch abkühlen und bei der nächsten Heizperiode nur so viel Wärme noch halten, als ihm von den Steinwänden zugestrahlt wird. Es bedarf nun nur einer geringen Steigung der äußeren Lufttemperatur, um den Zug zu vernichten oder selbst Rückzug zu machen. Wir halten die Anordnung für verwerflich, Tafel 4. T Beilage zur Badischen Gewerbezeiiung Nr. Jahrgang I8SS. 59 sie ist auch für den beabsichtigten Zweck, den Küchendünsten einen Abzug zu verschaffen, durchaus nicht nothwendig; sie ist sogar weniger wirksam, als das einfache Kamin ohne mittleres Eisenrohr, lediglich mit einer Klappe nach der Küche. Die Anordnung hat noch den Mangel, daß nach einer Reihe von Jahren das Eisen durchgerostet sein wird (ganz wie bei den Blechrohren der Oefen) und die Entfernung des Materials dann besondere Um- stände und Kosten verursachen wird. Wir müssen vor der Anordnung geradezu warnen. In unserer Ueberzeugung von der Nutzlosigkeit und Schädlichkeit derselben können wir nicht durch den Hinweis auf andere Orte, wo sie sich bewährt haben soll, erschüttert werden. Die Mängel werden sich weniger bei tieferen als bei höheren Stockwerken geltend machen, fehlende Klagen sind noch kein Beweis für positiven Nutzen. In Ihrem Falle können wir nun empfehlen, eine Einrichtung zu treffen, um das Kamin rasch zu erwärmen. Vermögen Sie nicht oberhalb des Herds durch eine verschließbare Oeffnung Zutritt zu dem Innern des Kamins sich zu verschaffen, um hier eine rasche Lohe durch Hobelspäne, Stroh oder Papier zu erzeugen, womit Sie in einem Augenblick den richtigen Zug nach oben Herstellen können, so versuchen Sie in dem Rauchrohr Feuer zu machen; unter Umständen genügt eine Gasflamme, welche Sie einige Minuten in dem Rohr brennen lassen. — Eine Kaminhaube, einen sogenannten Rauch- und Luftsauger unter solchen Umständen als Heilmittel anwenden zu wollen hieße Geld wegwersen. Solche Vorrichtungen können blos gegen das Eindringen starken Windes in das Innere des Kamins und dadurch hervorgerufenem Rauchrückschlag schützen; mit einer einfachen richtigen Deckplatte kann man aber das gleiche erreichen (s. Bad. Eew.-Ztg. 1878 S. 1 Anleitung zu Versuchen mit dem Zugapparat). Bei richtiger Kaminausmündung wirkt Wind nur Zug erzeugend; deßhalb wird auch der Rauchrückschlag beim Feueranmachen nur bei Windstille beobachtet. Nckr. Submissionen. Karlsruhe. Königl. Garnisonlazareth. Verbandmittel für die Garnisonlazarethe des 14. Armeekorps. Termin 14. Februar. Bedingungen gegen Vergütung von da. Freiburg i. Br. Garnisonverwaltung. 166 Haarbesen mit Stiel, 150 desgl. ohne Stiel und 60 Piassavabesen mit Stiel. Termin 9. Februar. Bedingungen daselbst. Waldshut. Großh. Bahnbau-Jnspektor. Bauarbeiten zur Verlegung des Güterschuppens auf Station Säckingen. 11168 M. Termin 6. Februar. Pläne re. bei genanntem Inspektor. Zell i. W. Mechanische Weberei. Verschiedene Bauarbeiten. 90887 M. Termin 15. Februar. Pläne re. daselbst. Schopfheim i. W. Joh. Siegele. Bauarbeiten zur Erweiterung der Färberei für F. Jutzler in Schopfheim. 19668 M. Termin 15. Februar. Pläne re. bei Siegele einzusehen, auch gegen Vergütung von demselben zu beziehen. Metz. Kaiser!. Garnisonverwaltung. 106S0 Eßnäpfe, 10508 Waschbecken aus Sanitätsgut, 2655 verschiedene Geschirre aus weißem Steingut, 4694 Wasserkrüge aus grauem Steingut, 3330 Trinkgläser, 583 Wasserflaschen, 496 Haarbesen, 4000 Piassavabesen, 851 Reiserbesen, 1900 Besenstiele rc. Termin 9. Februar. Bedingungen daselbst und im Bureau der Kaiser!. Garnisonverwaltung in Straßburg. Colmar i. Elf. Kaiser!. Garnisonverwaltung. 686 eiserne Bettstellen und 12 Hofbänke mit schmiedeeisernen Füßen. Termin 7. Februar. Bedingungen daselbst. Mainz. Königl. Earnisonverwaltung. 901 Haarbescn, 440 Piassavabesen, 65 Handfeger rc. Termin 5 Februar. Bedingungen und Proben daselbst. «s» 60 > > kksinrivli I.snr, üOannksim, NaseliweitMrjL imä Lessvlsodmieüv ewxüstilt l^ocoinoNütii mit stskeuäsu uuck lisxsuclsv Lssselu kür alle 6 evesrde. kür geriogstsu Xokleuverdrauolr, beste Ooustruotiou uuck vorrügl. Natorials. . (Oataloxs uoä XsuZuisee gratis umk kraneo.) OroßH. Wad. SLaaLs-Kisenbahnen. Vergebung von Bauarbeiten. Höherem Aufträge zufolge soll die Erbauung eines Güterdienst- und Wohngebäudes auf dem Bahnhofe zu Freiburg im Wege öffentlichen Verdings vergeben werden. Die Arbeiten sind wie folgt veranschlagt: I. u. II. Grab- und Maurerarbeiten zu . . 27 183 M. 73 Pf. III. Steinhauerarbeiten.16 815 „ 6b „ IV. Verputzarbeiten ....... 5009 „ 77 „ V. Zimmerarbeiten. 6 766 „ 93 „ VI. Schreinerarbeiten.7157 „ 55 „ VII. Glaserarbeiten. 3549 „ 76 „ VIII. Schlosserarbeiten. 2037 „ 10 „ IX. Blechnerarbeiten. 2 492 „ 96 „ X. Dachdeckerarbeiten: a. Schieferbedachung. 326 „ 80 , b. Lieferung von glas. Doppelfalzziegeln 1 465 „ 80 . XI. Anstreicherarbeiten. 1 935 , 48 „ XII. Entwässerung. 767 „ 50 „ Die bezüglichen Angebote sind schriftlich und nach Einzelpreisen gestellt, bis längstens Samstag, den S. Februar d. I., Vormittags S Uhr, um welche Zeit die Eröffnung der eingelausenen Angebote stattfindet, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bei dem Unterzeichneten einzureichen. Pläne, Bedingungen, sowie die Submissionsvorschristen liegen von heute ab auf diesseitigen Hochbaubureau zur Einsicht auf, woselbst auch die Auszüge aus dem Voranschlag zum Einsetzen der Einzelpreise in Empfang genommen werden können. Freiburg, den 25. Januar 1889. Der Grotzh. Bahnbauinspeetor. C arbolinenm, bestes Jmprägnir- und Anstrichsöl, liefert in vorzüglicher Qualität billigst Carbolineum-Fabrik Theodor Korn, Frankfurt a. M. Agenten gesucht. Sämmtliche angezeigten oder besprochenen Bücher sind bei uns zu haben. H. Wraun'sche Hosbuchhandlung in Karlsruhe. Glaserdiamanten nur vorzügl. schneidende, auch sogen. Hobel- diamanten für schwere Hand, empfiehlt Karlsruhe. Hofglaser Lindner. Druck und Kommissionsverlag der G. Braun'schen Hofbuchhandlung in Karlsruhe.