Samstag, 18. Oktober 1952 Nummer 128 Wird Donnelly gründlich Ordnung schaffen? Berner „Bund“: Vertrauensschwund nicht verwunderlich Bern. Zu der „Partisanenaffäre“ in der Bundesrepublik schreibt der Berner „Bund“: „Die amerikanische Besatzungsmacht organisiert und finanziert deutsche ,Partisanen“, ohne die Bundesregierung zu unterrichten. Damit ist der Beweis erbracht, daß die Bundesregierung, Generalvertrag hin oder her, eine Institution ist, die nicht gefragt, ja nicht einmal höflicher- und loyalerweise unterrichtet zu werden braucht. Die Tatsache, daß von amerikanischer Seite deutsche .Partisanen“ ausgebildet werden, beweist, daß die amerikanischen Generalstabspläne von vornherein mit der Preisgabe ganz Westdeutschlands an die Rote Armee rechnen“. Abschließend schreibt der „Bund“: „Natürlich weiß jedermann, daß die Amerikaner nichts von den Liquidierungslisten wußten, aber daß sie es nicht wußten, stellt ihrem Lüth war KPD-Mitglied Frankfurt (Main). Der bisherige erste Vorsitzende des BDJ, Paul Lüth, gab am Donnerstag in Frankfurt zu den Enthüllungen über seine Zugehörigkeit zur KPD zu, 194J dieser Partei beigetreten zu sein. 1947 habe ei jedoch sein Mitgliedsbuch mit einer Austritts] erklärung zurückgeschickt. Lüth hat sich jahre] lang unberechtigterweise als Dr. med. ausc gegeben. Das deshalb gegen ihn angestrengt? Verfahren wurde lediglich wegen Amnestierung eingestellt. Große Aufgaben fü Ernstes Ringen auf dei Berlin. Der Berliner Kongreß des Deutschei Gewerkschaftsbundes stand am Mittwoch in Zeichen einer lebhaften Diskussion über die Hak tung des DGB-Vorstandes zum Betriebsverfasj sungsgesetz und zum Wehrbeitrag sowie einet großen wirtschaftlichen Referats vom Hoffs. Et bekannte sich am Donnerstag einmütig zu dei vier Grundsätzen der Wirtschaftspolitik, die be dem Gründungskongreß 1949 in München aufge stellt wurden. Sie enthalten die Forderung nad Mitbestimmung auf personellem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet, nach Uber nähme der Schlüsselindustrien in Gemeineigentum, nach Vollbeschäftigunj und nach angemessener Beteiligung aller Schaffenden am Gesamtertrag der Volkswirtschaft. In einem Willensbekenntnis gelobte de: Bundeskongreß, für die Wiedervereinigung Deutschlands in Freiheit zu kämpfen und all, gewerkschaftlichen Maßnahmen für den Tag de: Wiedervereinigung vorzubereiten. Albin Karl, der über den organisatorisch«! Stand der Gewerkschaftsbewegung sprach stellte fest, daß alle Versuche, die gewerkschaftliche Organisation zu zersetzen, erfolglos geblieben seien. Er ging dabei auch auf die Stellung des DGB zur Deutschen Angestelltengewerkschaft ein. Karl erklärte, der sowjetzonale FDGI sei weder frei nach dem Willen seiner Mitglied« aufgebaut, noch unabhängig von Staat und Partei. Er habe nur Aufgaben des Staates zu erfüllen. Der'2. DGB-Vorsitzende Georg Reuter gal bekannt, daß die Opposition im FDGB dei Delegierten in West-Berlin Grüße übermittel habe. Der Bundesvorstand wurde beauftragt, ein, Studienkommission einzusetzen, die all, Vorarbeiten leisten soll, um den Zusammenschluß der Arbeitnehmer des sowjetischen Besatzungsgebietes mit denen der Bundesrepublik I ~öle sleinezne GsllfilltG Roman von Otto Lut* Copyright by D*. Paal Hartog, Täbingaa 26 „Weil ich stets nur kurze Zeit dort war und immer Wert darauf legte, mit Mutter allein zv sein. Strogies kam meinen Wünsche immer sehr entgegen. Heute weiß ich allerdings, da£ es ihm nur sehr willkommen war, wenn ich mi den andern Gästen nicht zusammen sein wollte.* „Unter diesen Umständen war es selbstverständlich richtig, deine Mutter mit nach Hause zu bringen. Ich verstehe das vollkommen. Abei ich muß dich auch bitten, mich zu verstehen Nachdem ich erfahren hatte, daß Kelterborr sich in dem fragwürdigen Sanatorium aufgehalten hatte, habe ich das größte Interesse daran ihn bei uns wohnen zu lassen. Wenn sich auct meine Besorgnisse inzwischen als hinfällig er. wiesen haben, wenigstens .was Kelterborne Persönlichkeit betrifft. Aber es steht noch zu vie auf dem Spiel, als daß ich umdisponierer könnte. Ich muß dich also bitten. Charlotte wenigstens für die nächste Zeit deine ganze Kraft dem Hause zu widmen. Könnten wir für deine Mutter nicht eine Pflegerin engagieren?“ „Sie will im Augenblick keine fremd«» Menschen um sich haben.“ Marolt verschluckte gerade noch eine gereizte Entgegnung. Charlotte war zurückgekommen, und schon begannen die Schwierigkeiten Da kam ihm ein Einfall. „Ich wüßte einen Ausweg. Wie wäre es, wenn wir Fräulein Droop bitten würden, noch einige Zeit im Hause zu bleiben, um dich zu unterstützen?“ Charlotte zögerte. „Meinst du, daß sie den Anforderungen gewachsen lat ... “, sagte sie schließlich. Nachrichtendienst und ihrer Menschenkenntnis ein so miserables Zeugnis aus, daß sie sich nach dieser scheußlichen Affäre nicht mehr über den Vertrauensschwund wundem dürfen. Glücklicherweise ist der Hohe Kommissar Donnelly von diesen Dingen unberührt, und man traut ihm zu, daß er im Stande ist, Kraftvoll durchzugreifen,* um die verantwortlichen > Offiziere und Beamten jener Strafe zuzuführen, die einer so hochgradigen Dummheit und Nichtachtung primitivster Vorsichtsmaßnahmen gegenüber den eifrigen Antibolschewiken (und Hitlerianem) entspricht.“ Der stellvertretende SPD-Vorsitzeade Wilhelm Mellies forderte kn bayerischen Rundfunk eine Überprüfung der Tätigkeit aller Organisationen, denen von amtlichen Stellen Gelder zur Verfügung gestellt werden. Soll sich das alles wiederholen ? Fast 7 Millionen Gefallene und Vermißte —Die schaurige Bilanz des 2. Weltkrieges Bonn. Durch den letzten Krieg hat das deutsche Volk 6 698 000 gefallene und vermißte Wehrmachtangehörige und Zivilisten zu beklagen. Zur Kriegsgefangenen-Gedenkwoche gab der Verband der Heimkehrer Deutschlands in Bonn folgende Bilanz des totalen Zusammenbruchs des „Dritten Reiches“ bekannt: 3 250 000 Soldaten sind gefallen oder vermißt. Das gleiche Schicksal erlitten 2 033 000 Zivlli- ltonen in den Ostblockstaaten. Bisher sind 99 856 bekannte deutsche Kriegsgefangene noch nicht zurückgekehrt. Von ihnen wurden allein 85 405 in der Sowjetunion erkundet. 1250 000 Menschen sind biiher mm den kom- An der Frauenkirche "rl Imlnnianl BRATWURST u ^ GLOCKLE EssenTrinhen und Raudien-das half Leib und Seele zusammen/ 1 """ /-Ämfor Wenn man Bayern je nach der Gunst, welche die Würste in diesem Lande genießen, in heiße, gemäßigte und kalte Zonen einteilt, verläuft der Äquator quer durch die Landeshauptstadt München. Das Spitzenerzeugnis aller Wurstmacherei dort ist die Weißwurst, von der man sagt: sie darf das Mittagsläuten nicht überleben. Man ißt sie am besten um 10 Uhr beim Spöckmeier in der Rosengasse, in der realen Bierwirtschaft Zum Bayerischen Donisl am Marienplatz oder einer der anderen klassischen Stätten, wo der Münchner mit Ernst und Behagen die „Brotzeit" macht. Die richtige Beikost ist das „Riemischweckerl", das „Maurer-Loabi" oder die Laugenbreze, die der echte Münchner persönlich beim Bäcker aussucht und in der Rocktasche mitbringt. Zur Weißwurst gehört - morgen wie gestern und heute - die Maß im zünftigen Steinkrug, der einen Liter Bier faßt und aus der Tonerde von Keferloh, der ältesten bajuwarischen Siedlung, hergestellt ist und sich auch zum Wurfgeschoß qignet. Liebespaare halten die Maß gemeinsam am Henkel, und es gehört zur Kavaliersort des Bayern, daß er seine Liebste die frische Maß antrinken läßt. Hingegen gilt in München nicht der Satz, daß man schöne Köpfe nicht anrauchen soll. Nirgendwo sind die Tabakwolken so dicht wie in den „Kellern", wo der Münchner unter „Ziehgarn" in erster Linie die geliebte Virginia versteht, die infolge ihrer Länge den Vorteil gewährt, daß man sie auf dem Maßkrug oblegen kann. Sie und die Zuban gehören wie Radi und Breze zum Bier und jener Gemütlichkeit, die die „Bierruhe" auslöst. Nr.1 >mniiHlll!lllti< Wer diese Blätter sammelt, gewinnt eine weite Übersicht über die bunte Speisekarte unserer schönen Heimat! wu r bMMWUVAawiu «VM« UM ftam » fsue gelang. Kelterborn beugte «ich tief über ihre Hand. Er umschloß ihre Finger mit festem, gleichsam beruhigendem Druck. Charlotte nahm lächelnd die Blumen und reichte sie an Barbara weiter, mit einer Gebärde betonter Achtlosigkeit, die aber außer Kelterborn niemandem auffiel. Bis zu diesem Augenblick hatte Kelterborn noch nicht gewußt, ob Charlotte Marolt ihn wiedererkennen wollte. Jetzt sah er klar, sie wollte die Bekanntschaft mit ihm verleugnen. Er nahm es zur Kenntnis und reagierte auf ihre höflich kühle Art in der entsprechend«! Form. Idee sofort aufgriff. „Ein sehr guter Gedanke, Erika. Was halten Sie davon, Herr Professor?“ Kelterborn lächelte Erike zu, die ihn schwärmerisch und bittend zugleich ansah. „Ich fürchte nur“, wandte er «ich dann an Charlotte, „Ihnen zu viel Umstände damit zu bereiten, gnädige Frau, so «ehr mir auch der Gedanke gefällt, die Büste gerade in Ihrem Hause auszustellen.* „O nein“, wehrte Charlotte leichthin ab, „bestimmen Sie nur den geeigneten Raum, ich werde dann veranlassen, daß alle« nach Viren Wünschen vorbereitet wird.“ Sie sprach roll- Minister- Üiung der pflseben ^gebenden em 15. Ok- tgeordnete Dr. Fried - mp/ gegen Kommu- gegen die de'? und Bun- Anteil der in den ge- ien Anteil 2 r wesent- Anteil der inungen in zusammen fe zwischen laltluft und .Meeresluft. täten, doch ien atlantt- einer Wet- Em ganzen doch wird fl, wolkige« er verhält- . Ara Sonn- Unbestän- e aus Südine Beilage l, den wir empfehlen. ig GmbH, ’ernruf 2818 smruf 2381. A. Höcklin. Ortmann, en 1. Schw. td, wenn trzlichkeit längliches Ablehnung laube, Sie l, gnädige lhaftesten laben, mir et es so- Gelegen- von dem 2 llen, sehr ■nung sei- mken. d in wel- veranlas- ille. Zehn i und Krl- tindet die nnte man etwas da- Möglich- ... Frau Künstlerin lärend an nz wischen durch ihre Platte bekannt geworden. Vielleicht wäre Ihnen Fräulein Erika sehr dankbar, wenn sie auf diese Weise .Senta“ persönlich kennenlernen würde“, sagte er lächelnd. Erika sah ihn dankbar an. Für sie stand es jetzt schon fest, daß mit „S«ita“ auch zugleich Helmut Scholz eingeladen werden mußte, und sie nahm sich vor, sofort nach Tisch ihre Mutter genau über Senta zu unterrichten und ihr die Platte vorzuspielen. „Aber woher wissen Sie denn, Herr Doktor“, fragte sie, „ob sich Senta überhaupt für die Büste interessiert?“ (Fortsetzung folgt) w J I Hummer 198 Samstag, M. Oktober 19(9 Blitzlichter ans aller Welt Lagos (Nigeria). Bei einem schweren Eisenbahnunglück in Nigeria wurden am Mittwoch vierzig Personen getötet und mehrere verletzt. Ein Zug, der von Lagos nach Offa fuhr, stieß auf offener Strecke mit einem Kran zusammen, der auf einem Eisenbahnwaggon montiert war. Ashland (Wisconsin). In der Chemiefabrik der Firma Dupont in Barksdale bei Ashland (W 5 ““" sin) ereignete sich in der Nitroglycerin anlage eine starke Explosion. Acht M« werden vermißt. Es wird vermutet, daß dem Unglück ums Leben gekommen sin Sachschaden in der Fabrik wird auf 75 0 lar (über 300 000 DM) geschätzt. Rio de Janeiro. Beim Absturz eines V« flugzeuges in der südbrasilianischen Rio de grande de sul sind vierzehn M ums Leben gekommen. Vier Personen verletzt. Helsinki. Das 287 Tonnen große deutsc torschiff „Jut’n Feldtmann“ ist am M etwa zehn Kilometer vor dem Leuchtta Helsinki in einem schweren Sturm ge Die sieden Besatzungsmitglieder wurd einem finnischen Rettungsboot an Bord men und nach Helsinki gebracht. Quetta (Nord-Pakistan). Bei einem baihnunglück in dfer Nähe von Jacobs Nord-Pakistan kamen sieben Personc Leben. Achtzehn Personen wurden verle meisten der Opfer waren Frauen und da einer der verunglückten Waggons für reserviert gewesen war. Dresden. Die erste „weibliche Schlachtt in der Sowjetzonenrepublik ist seit kui Dresdener Schlachthof tätig. Sie steht tu Leitung einer ehemaligen Schneiderin Kälber soll jede der neun Frauen schlachten. Stuttgart. Die etwa fünfzig persischen j ten, die im Gebäude der persischen G Schaft in Stuttgart einen Sitzstreik bj hatten, müssen die Gesandtschaft räumi persische Gesandte in Deutschland, K3i fandiary Bakhtiary, teilte mit, daß die ten auf Anordnung seiner Regierung territorialgebiet der Gesandtschaft v müssen. Dortmund. Die etwa neun Meter hohe wand einer Hausruine stürzte in Dortmi Sie erschlug zwei Bauarbeiter und verle) andere schwer. Der Einsturz erfolgte, Bauarbeiter versuchten, in die Wand für stützen eines daneben errichteten ] Löcher zu stemmen. Philadelphia. Ein sechs Meter hohe türm soll über dem Grab von Williar in Hannahstown (Pennsylvanien) errieft den. Smith hat als erster in den USA ec nach Erdöl gebohrt. Als Schmied fei seine ersten Bohrgeräte selbst Spä1 wickelte er bei seinen Bohrungen eine die jahrzehntelang angewandt wurde. ' völlig verarmt im Jahre 1890. Washington. Ein 77jähriger Aanerifc stellte bei der Washingtoner „Gesellst interplanetarische Flüge“ eine Plateha dem Mond, jedoch nur für die Hinreise dort oben seinen Lebensabend verbrin sterben. Für den Fall seines Todes e Anspruch auf ein Erbbegräbnis in eine schaftlich reizvollen Mondkrater“. Ankara. Die Eltern der Anfang Oh einem Dorf bei Ankara geborenen drei siamesischen Zwillinge haben, obgleic größter Armut leben, das Angebot ein national bekannten Zirkus, der die 2 kaufen wollte, abgelehnt. Es wurde trächtliche Summe geboten. Die Ärzte neten die am Unterleib zusammengew Zwillinge zwar als lebensfähig. Sie bi aber, daß sich das Paar gehend fori kann. Eine Trennung der siamesischen! durch eine Operation wird als unmö zeichnet. Wonne. Während es in einigen Ti Bundesrepublik bereits geschneit hai Altrheingebiet nördlich Worms zur ! zweite Obstbaumblüte zu beobachten. I zahlreich blühen die Zwetschgenbäuir Brüssel. Die letzten Destruktionen d Verkehrs zwischen Belgien und der < Bundesrepublik sind jetzt gefallen. ! 1. Oktober ist das Startverbot deutsch« athleten in Belgien aufgehoben. Wiesbaden. Eine rote Mauritius Post Officie aus deutschem Privatbesitz wurde am Donnerstag bei der 136. Auktion der Briefmarkenhandlung Heinrich Köhler in Wiesbaden von einem deutschen Sammler für 26 000 DM erworben. Ankara. Eine Maus verursachte am Montagabend einen Kurzschluß im Kraftwerk von Ankara und damit eine halbstündige totale Verdunkelung der Stadt, die gerade den 29. Jahrestag ihrer Erhebung zur' Hauptstadt feierte. Da gleichzeitig zum Abschluß der Feier Kanonenschüsse donnerten, vermutete die Bevölkerung zuerst schwere Explosionen, bis der Fall aufgeklärt wurde. Sc&oü&okd-hnttefl ü&etfitUt Halt esi g n oi Untersuchung der Eisenbahnkatastrophe von Hamm noch in Gange London. Aussagen in der Untersuchung über die Eisenbahnkatastrophe von Harrow haben ergeben, daß der Sehottlandexpreß ein Haltesignal überfuhr. Der Signalmann Armitage, der an dem Unglücks tag in der Signalstelle Harrow Toten- und Verletzt^nzahlen bekanntgegeben. Insgesamt sind 111 Personen, darunter 108 Reisende und drei Eisenbahner, ums Leben gekommen. Im Krankenhaus liegen noch 74 Verletzte. Im Unterhaus ist Aufklärung darüber gefor- Fleifchernes ein gebratenes Hendl oder, wenn es schon später im Jahr ist, ein Gansviertel oder, wenn man es billiger geben muß, ein geräuchertes Ripperl. Vielerlei Würpe Nirgendwo in der Welt gedeihen die Würste so üppig wie in dem „Wurstdreieck" München, Regensburg, Nürnberg. Aus Nürnberg kommen die Rostbratwürste!, aus Regensburg die Regensburger, die der Münchner mit Zwiebelringen, Essig und 01 vornehmlich kalt als Salat ißt. In München selbst aber gedeiht neben der Weißwurst ein ganzes Dutzend eingefleischter und bodenständiger Würste-. Geschwollene, G’selchte und Dicke, Milzwurst (aus der Milz, den Netzen und Briesen des Kolbes) und „Stockwürst", so benannt nach dem Fleischstock, dem altertümlichen Amboß, auf dem einst der Metzger das „Brut" für die Bratwurst herstellte. Typisdi-münchnerisdi ist auch die milde mit Keineswegs empfindet es der Münchner als Schande, daß er ein Fleischesser ist. Eine Sachverständige, Maria Wenzel, die Wirtin der Hoftaferne von Neuburg, behauptet, daß es im Fleischvertilgen nur noch der bengalische Königstiger mit ihm auf nehmen könne. Das ist leicht übertrieben wie das Gemälde, das August Lewald 183S in seinem „Panorama von München" entwarf, wonach der Münchner die Arbeit den Gesellen überläßt, um selber nur kauend und trinkend von einer Brotzeit zur anderen zu schreiten. Das allerheiligste Leibgericht ist die Kalbshaxe, welche die Kellnerin täglich zuallererst auf der Speis’karte streicht. Daneben: der Schweinsbraten - besonders „resch",weil die Münchnerin ihm einen mehrmaligen Bieranstrich gibt - und das „Kronfleisch", das man besonders gut in den alten Kronfleischküdien antrifft, wo einst die Metzgergesellen, wenn sie vom Schlachthaus kamen, für einen Kreuzer ihr mitgebrachtes Fleisch an einem Spagatschnürl’ in den Siedekessel hineinhängen durften - und schließlich das „Sur- fleisch" vom Schwein, das mit Salz, Salpeter, Wacholderbeeren und Zwiebeln acht Tage gebeizt worden ist. „Auf dem Keller", in den schattigen Gärten der Bräus, wo man den Abendtrunk einnimmt, „ehe der Bergwind aufkommt", ißt der Münchner, was ihm die Gattin, die ihn zum Zweck der Verpflegung begleitet, in der großen Tasche mitgebracht hat: Der. ist weder ein Käs noch aus Leber. Er wird aus warm ausgeschlachtetem Rindfleisch gemocht. Zwei- oder dreimal durch die Maschine getrieben, mit Salz und Pfeffer gewürzt, allenfalls mit Stücken ungeräucherten Specks untermischt, wird er ohne irgendwelche Bindemittel in die Form eines langgestreckten Bauernbrotes gebracht und in der Pfanne gebraten. Der Münchner liebt es, ihn bratenwarm direkt beim Metzger an einem kleinen Solo-Tischchen zu essen, bevor er den wichtigen Gang zum Bräukeller ontritt. Kartoffeln sind nicht sehr beliebt, wie schon die Redensart sagt: „Erdäpfel san am besten, wenn’s durch d'Sau trieb» wem". Lieber ißt man Knödel: Grieß-, Mehl-, Semmel- und Kartoffelknödel, die letzten auch „Reiber" genannt. „Germknödel" sind Hefeknüdef, „Zwetschgenknödel" in Teig geschlagene Zwetschgen, „Knödelzöhler" aber sind Geizhülse, welche den Dienstboten die Knödel in den Mund zählen. An einer Leberknödelsuppe „fehlt nix". Nach Joseph Maria Lutz läßt man zur Bereitung dieser zu den baye- T0T rischen Hauptleibgerichten zählenden Suppe zwölf alt- badceneSemmelnbeimBäckeraufschneiden,weicht sie in Milch auf, schabt ein halbes Kilo Rindsleber, wiegt vier handgroße Stücke rohes Rindsfett, vierSträußdien Petersii, zwei Zwiebeln, ein Stück Zitronenschale dazu und vermengt dies alles mit vier Eiern, einem Löffel Salz und zwei Händen Mehl, um sie zu Knödeln zu formen. Man kocht sie in Salzwasser, nicht in der Rindsbrühe, in der man sie ißt. Safran gefärbte Leoni, von der die Münchner selbstbewußt glauben, sie stamme aus Leoni am Starnberger See.lnWirklid)keitistsieeinegebareneFranzösin,eine „Saucisson de Lyon", die vom Herzog Karl Theodor, dem ersten Wittelsbacher der pfälzischen Linie, an die Isar gebracht worden ist. Großer Gunst erfreuen sich zuzeiten die „Ablaßwürste", eine glückliche Kreuzung von Schweinswürstel und Thüringer Bratwurst, deren Duft die Wallfahrtsorte Thalkirchen, Ramersdorf und Harlaching an den Ablaßtagen in so verlockender Weise erfüllt, daß viel Volk in diese Vororte strömt. Die" widerlegt die Behauptung, daß der Bayer Süßes nicht möge. Zugleich aber ist sie, wie Lewald festgestellt hat, die älteste und nützlichste Anwendung der Kraft des Wasserdampfes in Europa. Elly Petersen, die Herrin der Moosschwaige im Dachauer Moos, die sie köstlich zu kochen versteht, hält es für das Wichtigste, daß man eine Stunde, bevor man den Teig rührt, im Mehl aus Hefe und Milch ein Hefestück, das sogenannte „Dampfl", ansetzt und daß man sie (in Milch!) im fest verschließbaren Dampfnudeltopf, ohne den Deckel zu lüften, so lange kocht, bis sie „pumpern". Als 1783 eine bayerische Köchin zu Schiff nach Wien die ersten Dampfnudeln brachte, war in der Zeitung zu lesen: „Es ist traurig! Die Entdeckung des Planeten Uranus vor vier Jahren und der Luftballon Mont- golfiers vor drei Jahren haben die Wiener nicht so in Aufregung versetzt wie die bayerische Dampfnudel!" Die„Dopfen-Nudel" wird aus Dopten (Quark) gemacht. Rosamunde, „die Köchin ohne Fehl und Tadel", empfiehlt in ihrem „vorzüglich den Frauen und Tächtern des deutschen Bürgerstandes" gewidmeten Kochbuch den Teig „so über die gebogene Kniee zu ziehen, daß die Mitte dünn wird, der Rand etwas dicker bleibt." Was man anderen Orts als „Nudeln" bezeichnet, heißt — wohlgemerkt! — in München „G’schnittne." Die Zuban Dank der guten Beziehungen zur Pfalz, wohin zurZeit des „Winterkönigs", der ein Schwiegersohn Jakobs von England war, englische Grenadiere die neue Mode des Rauchens aus Virginia brachten, hat das Rauchen in Bayern schon früh in Blüte gestanden. Einer der ersten großen Cigarettenraucher Münchens scheint der Prinz Arnulf gewesen zu sein, der seine geliebten „Papyros" von dem berühmten Cigarettendreher Georgji Zuban aus Saloniki bezog und diesen tüchtigen Fachmann schließlich auch ermutigte, die„Hofcigarettenfabrik G. Zuban" in München zu errichten - draußen in der Plin- ganser Straße, wo heute wieder täglich viele Millionen Päckchen „Zuban", die mit dem Doppelporträt des bayerischen Löwen geschmückt sind, hergestellt und versandt werden - weit über die blau-weißen Grenzen hinaus, in alle Länder des Bundesgebietes! ehens verurteilt lannffihrer und > (unser Bild), [ober von einem ißvergehens und laten Gefängnis in Spanien lebt, Ischen Paß nach ingab, wollte er ineben besuchen -wandten reisen. Br Verhandlung, nazista“ heraus- olizei vermutet, aann Skorzenys Je in die Bunde?» ist. nk komHtl ühlschränke da- efertigt werden jffen, wie Kork, Diese Blechteile lig, zumal sie ja n. Die Anschaf- kes war und ist lener kaum mög- toffindustrie ge- aus dem Isolier- zu konstruieren, Ef besitzt gleich- t und garantiert güte des Kühl- Konstruktionen stoffen, die ohne den Markt kom- Hglich mit einer i —, sind außer- B Hausfrau, denn der guten Isoliergering. det ichnet, daß die >ver-Tauchübung der das Boot jegehindert haben fce wahrscheinlich ifzutauchen, weil refahr eines Zu- ■schiffen bestand, anden. Gerüchte, Katastrophe Schären sich bei einitlos. mos damit begnügt, Verbrecher und Piraten nach Alaska zu schicken, die Einwohner zu dezimieren und die aufblühende Industrie zugrunde zu richten. Unausgesprochene Folgerung dieser Darlegung ist, daß es für Alaska besser wäre, in den Schoß Rußlands zurückzukehren. Der Angriff der „Literaturnaja Gazetta" blieb nicht der einzige russische auf die amerikanische Position in Alaska. Radio und Tagespresse greifen das Thema betont häufig auf. Nach sowjetischen Gepflogenheiten bedeutet dies, da der Kreml seine Ansprüche auf den nordwestlichen Teil des amerikanischen Kontinents inoffiziell anmeldet. Er läßt es aber | zei icuie mit, cs seien im — —- viele Hirten, verhört, jedoch nur zwei Verhaftungen vorgenommen worden. Die Bevölkerung macht aus Furcht vor Vergeltung der Banditen keine Angaben. Den Bauern und Hirten, die früher der Polizei Informationen lieferten, wurde nachts das Vieh abgeschlachtet oder die Pflanzung zerstört. General Luca, der Besieger der Giuliano-Bande auf Sizilien, erklärte vor Pressevertretern, bei dem letzten Überfall seien vor vier Banditen 150 Menschen angetreten und hätten sich in aller Ruhe durchsuchen lassen. Sechs Banditen hielten Wache. General Luca wies darauf hin, daß man es in Sizilien mit einem straff organisier- 08 t geleiteten Ban- Die sardinischen Einzelänger“, und einer der Haupt- •wandter“ Giulia- leddus „Reirrver- _ _ andstreich betrug etwa eine Million Lire (rund 6 800 DM). Die Kopfprämie auf Tandeddu wurde von einer auf zwei Millionen Lire erhöht. Deutsche Touristen ausgeraubt Catanzaro. Drei deutsche Touristen — Theo Daas, Josef Pinger und Kaul E. Müller — wurden auf der Straße bei Nocera Terinese (Kalabrien) von fünf bewaffneten und maskierten Banditen gezwungen, ihr Auto vor einer künstlichen Straßensperre anzuhalten. Nach dem Polizeibericht ergriffen die Touristen schleunigst die Flucht. Ihr Wagen wurde völlig ausgeplündert. Erhallen Sie immer O S R A M -Lampen,, wenn Sie OSRAM verlangen? müßien Sie achten, der Qualität wegen. i OSRAM «nra’i TM