TAGESZEITUNG DER DEMOKRATISCHEN PART EI FÜR BADEN Diensiag, Donneislag, Samstag / Monalsbezugs DM 1.80 brsctiemungslage. p 8 )slbemq DM Sl6 , Anzeigen nach Preisliste 3 Unveriangt 4 eingegaW«ne Manuskripte können nicht znrückgesandl werden^ Breisgau Markgräflerland Kaiserstuhl Telefons Verlag n. Redaktion Lahr 2565 /Postscheckkonto» Freibnrgi. Br. 4400 and Karlsruhe 2046 t Bankkontos Oberrheinische Bank, Zweigstelle Lahr Keine Ersatsanspr. bei Störung durch höh« Gewalt / Telegramme t Neubaden NR. 89 / 2. JAHRG. SAMSTAG, DEN 9. OKTOBER 1948 PREIS 20 PFENNIG „Privatsitzungen“ des Sicherheitsrats Unterausschuß soll Schritte für Atomenergiekontrolle festlegen — Keine Gewähr für eine sowjetische Abrüstung Evatt schlägt einen dreimonatigen „Waffenstillstand“ in Berlin vor Paris. Nachdem der Sicherheitsrat sich am Mittwoch auf unbestimmte Zeit vertagt hatte, gehen die Gespräche und Fühlungnahmen hinter den Kulissen vor sich. Die neutralen Staaten, die als nichtständige Mitglieder im Rat vertreten sind, stehen in dauerndem Kontakt miteinander, um über eine Lösung der Berliner Frage zu beraten. Wie Dena erfährt, sind sich die Staaten einig, daß die sowjetische Blockade um Berlin aufgehoben werden muß. Die Besprechungen werden laufend fortgesetzt, ohne daß jedoch offizielle Bekanntmachungen erfolgen. In Kreisen der amerikanischen Delegation wird mit einer Einberufung des Sicherheitsrates für heute oder Montag gerechnet. Die UN-Delegierten von Argentinien, Kolumbien, Kanada, Syrien und China, alle Mitglieder des Sicherheitsrates, traten am Donnerstagnachmittag zu einer weiteren Privatsitzung zusammen, um die Berliner Frage zu erörtern. Die Delegierten der sechs Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrats, die in dem Berliner Streitfall als „neutral“ angesehen werden, sind damit zum drittenmal innerhalb Frage des Atombombenverbotes und der Errichtung einer internationalen Kontrolle ein Mangel an gutem Willen bestehe. Wyschinski, erklärte anschließend der britische Delegierte McNeil, kennt bis zum letzten Mann die britischen Streitkräfte, ihre militärische Formation und den genauen Stand der britischen Rüstung. Wie steht es aber mit den sowjetischen Rüstungen? McNeil fuhr fort, er könne die sowjetischen Abrüstungsvorschläge nicht unter stützen. Er sei aber sicher, daß ein genauer Plan, der eine durchgreifende Abrüstung und Kontrolle sicherstelle, vom politischen Ausschuß mit einer überwältigenden Mehrheit angenommen werde. Der belgische Senator -R o 11 i n lehnte die sowjetischen Abrüstungsvorschläge als unannehmbar ab und erklärte, Sicherheit, Abrüstung und Kontrolle seien die Grundbedingungen für die Gewährleistung einer durchgreifenden Abrüstung. „Kann man die Abrüstung auf dem Papier sicherstellen?“, fragte Rollin und beschwor die Sowjetunion, nicht immer diejenigen zu hintergehen, die mit ihr Zusammenarbeiten wollen. — Auf Ersuchen des ukrainischen Delegierten Matt u i 1 s k i wurde die Sitzung dann auf heute vertagt. Der Vorschlag Evatts London. Der Vorsitzende der UN-Vollver- sammlung, Dr. Herbert Evatt, schlägt, wie die Londoner Zeitung „Evening Standard“ Donnerstagabend berichtet, einen dreimonatigen Waffenstillstand in Berlin vor. Dieser Plan, an dem zurzeit die sechs an dem Berliner Konflikt nicht direkt interessierten Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates arbeiten, sieht nach der Zeitungsmeldung vor, daß die Sowjetunion die Blockade für drei Monate aufhebt und die drei Westmächte gleichzeitig der Einberufung des Außenministerrates zur Prüfung des gesamtdeutschen Problems zustimmen. Frankreich soll dem Plan, wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, positiv gegenüberstehen, während er in britischen Kreisen zurückhaltend aufgenommen wird. von zwei Tagen zu einer Sondersitzung zusammengetreten. Um die Atomenergiekontrolle Der politische Ausschuß wählte am Donnerstagnachmittag mit 34 Stimmen bei 3 Enthaltungen einen Unterausschuß, der die dem politischen Ausschuß bisher vorgelegten Vorschläge erörtern und versuchen soll, in einer Resolution die nächsten zu ergreifenden Schritte für eine Atomenergiekontrolle fest- »ulegen. Nach der Wahl eröffnete der sowjetische Delegierte Wyschinski die Debatte über seinen Abrüstungsvorscblag. Nachdem er die „kapitalistischen Staaten“ beschuldigte schon vor dem Kriege wenig an einer echten Abrüstung interessiert gewesen zu sein, erklärte er zum Problem der Atomenergiekontrolle, daß seitens einer Reihe Delegierter in der Fluchtversuche deutscher Kriegsgefangener die für Sowjetzonenpolizei verpflichtet wurden Berlin. Ueber vierhundert neue Polizisten, die in Speziallehrgängen in den Kriegsgefangenenlagern der UdSSR für den Polizeidienst in der Sowjetzone ausgebildet wurden, trafen gestern und vorgestern in Brandenburg ein. Wie bekannt wird, haben viele der Neuaus- gebildeten die Reise vom Auffanglager Fürstenwalde nach Brandenburg zur Flucht benutzt. Die Lagerleitung des Auffanglagers Fürstenwalde hat, wie Dena erfährt, Anweisung erhalten, verstärkte Postenketten um das Lager zu legen. Trotzdem werden weiterhin Fluchtversuche deutscher Kriegsgefangener, die für den Polizeidienst verpflichtet wurden, gemeldet. 206 Tote, 3800 Verletzte Endgültige Zahlen der Ludwigshafener Explosionskatastrophe Mannheim. Das Ludwigshafener Explosionsunglück forderte nach nunmehr vorliegenden endgültigen Zahlen 206 Todesopfer. Etwa 3800 Personen wurden verletzt. Die Kosten für Instandsetzungsarbeiten an Gebäuden in Ludw'igshafen und Mannheim werden auf sieben bis acht Millionen DM geschätzt. Die Sachschäden an Mobiliar, Kleidung und Hausrat belaufen sich auf etwa 1 650 000 DM bei Neuwert-Ersatz. An Geld- speitd« gingen nach einer Mitteilung des Beauftragten für das Hilfswerk in Ludwigshafen bisher insgesamt 1 415 133 DM ein. Aeußerste Anstrengungen um den Frieden Saltzmann: Möglichkeiten eines Krieges mit UdSSR sollen nicht unterschätzt werden New Hampshire. Charles Saltzmann, einer der Hauptberater Außenminister Marshalls in Fragen der amerikanischen Politik in Deutschland, besonders im Hinblick auf die Koordinierung der Aufgaben zwischen den bewaffneten Streitkräften und dem Außenministerium, wies die amerikanische Bevölkerung am Donnerstag darauf . hin, die Möglichkeit eines Krieges mit der Sowjetunion über den Berliner Streitfall nicht zu unterschätzen. Wir machen die äußersten Anstrengungen, um einen Krieg zu vermeiden, erklärte er in einer Rede vor der Universität von New Hampshire, und hoffen, den Konflikt durch Geduld, Ruhe und geistige Stärke beizulegen. Vielleicht wird dies jedoch nicht möglich sein. Alles was die Regierungen der USA und der befreundeten Länder tun könnten, bestehe darin, der Oeffentlichkeit zu versichern, daß die äußersten Anstrengungen gemacht würden, um den Frieden zu erhalten, soweit es mit Gerechtigkeit und Ehre vereinbar sei. Es sei nun vollkommen klar, betonte Saltzmann, daß die Politik der Sowjetunion nicht auf einem Geist der Gegenseitigkeit und der Zusammenarbeit basiere, sondern auf der dogmatischen Doktrin, wonach ein Konflikt zwischen Kommunismus und dem Rest der Welt unvermeidlich sei und solange fortgeletztwerdenmüsse, bis eines der rivalisierenden Systeme vollkommen vernichtet ist. Antikommunistische MiliiäraUianz? Washington. Die maßgebenden militärischen Persönlichkeiten der USA sollen, wie die „New York Times“ am Donnerstag erfährt, einen Vorschlag für eine Militärallianz mit den meisten antikommunistischen Ländern einschließlich Spaniens erhalten haben. ' . Zuständige Washingtoner Kreise schätzen die militärische Stärke der Sowjetunion und ihrer Satelliten auf über 5,2 Millionen Mann. Rußland könne allein 4 Millionen reguläre Truppen stellen, während die nichtkommunistischen Länder einschließlich Spanien, Griechenland und der USA gegenwärtig nur über wenig mehr als 4,4 Millionen reguläre Truppen verfügen. Die Stärkeverhältnisse bei den See- und Luftstreitkräften sind in der Schätzung nicht enthalten. Verschärfte Streiklage in Frankreich Arbeitsniederlegungen in Ost- und Nordfrankreich . ? le stl ’eiklage in Frankreich ver- Slch v °n Stunde zu Stunde. Laut AFPhaben außer den 300 000 Bergarbeitern 100 000 Metallarbeiter in Ost- y?, le „ auch die Arbeiter in einer nWWa- TT französischer Häfen die Arbeit S , Auch bei den Eisenbahnen in No df ankre^h greift der Konflikt immer l^a nl T Qf , We . lterhi n scheint die Bei- cfsw^f ® tr ® lkes ,n de n Elektrizitäts- und öttenÄ m n . Fra f e gestellt und auch in den öffentlichen Diensten, im Post- und Fern- *nÄT U T in del ' ® auw irtschaft ginnt die Lase kritisch zu werden. hoy-.Ai am ^^woch aufgenommenen Ver- Sh-flH'Thv-.pn 1 ’ Be T? ung des Bergarbeiter- “ haoen zu keinem Ergebnis geführt. be- General Clay zu aktuellen Fragen Teilweise Demontage-Aussetzung in britischer und französischer Zone — Militärregierung wünscht Grundgesetz vor Besatzungsstatut Fabriken werde einen günstigen Einfluß auf die Erholung der deutschen Industrie haben. Der General gab dann bekannt, daß in etwa 30 Tagen mit einem Uebereinkommen der drei westlichen Militärregierungen über den Entwurf eines Besatzungsstatuts für Westdeutschland gerechnet werden kann. Die Argumente des Parlamentarischen Rates, daß eine Bekanntgabe des Statuts noch vor der Verabschiedung des Grundgesetzes notwendig sei, sagte Clay, gälten mit umgekehrten Vorzeichen auch für die Militärgouverneure in bezug auf die Bekanntgabe des Grundgesetzes. Er wies besonders darauf hin, daß die Besatzungsmächte großen Wert auf die Garantie der Grundrechte legten. Gerade aus diesem Grunde sei es notwendig, daß die Besatzungsmächte noch vor der endgültigen Formulierung des Besatzungsstatuts Kenntnis vom Inhalt des Grundgesetzes haben. Zu den Kosten der Luftbrücke erklärte Clay, daß die Versorgungsgüter für Berlin, die bisher von der Anleihe der Länder der Bizone an den Berliner Magistrat bezahlt werden, in Zukunft aus dem Fonds der Kategorie A- Importe bezahlt werden sollen. Eine Steuererhöhung komme — entgegen anderslautenden Gerüchten — für den Steuerzahler in den Westzonen nicht in Frage. Der General bezeichnete dann die in wenigen Tagen zu erwartende Unterstellung des Ein- und Ausfuhrhandels der drei westlichen Besatzungszonen unter die Jeia als einen bedeutenden Schritt auf dem Wege zur Vereinigung dieser Zonen. Die bisherige Außenhandelspolitik der Jeia werde durch den Beitritt der französischen Zone keine Aende- rung erfahren. Eine Fortsetzung der Viermächtebesprechungen in Berlin sei gegenwärtig nicht zu erwarten, sagte Clay Er werde sich im übrigen erst dann wieder nach Paris begeben, wenn die Berliner Frage sein Erscheinen vor den UN erfordere. Berlin. Der amerikanische Militärgouverneur für Deutschland, General Clay, erklärte hier am Donnerstag auf einer Pressekonferenz, daß in Zukunft jedes zur Verstärkung der Luftbrücke eingesetzte Flugzeug zur Verwirklichung des Hausbrand-Ver- ' sorgungsprogrammes für die Berliner beitragen wird. Die westlichen Militärregierungen bemühten sich, soviel Kohle wie möglich für die Berliner Haushalte herbeizuschaffen. Zur Empfehlung’ der amerikanischen Regierung, das Demontageprogramm zu ändern, teilte Clay mit, bei 300 zum Abbau vorgesehenen Fabriken in der britischen und französischen Zone habe man die Demontage vorläufig ausgesetzt. Nach Feststellung ihrer Bedeutung und Notwendigkeit für die deutsche Wirtschaft werde eine Entscheidung über ihre zukünftige Verwendung von den zuständigen Regierungen getroffen. Eine Erhaltung dieser Am Donnerstag fand im Innenministerium eine Konferenz der militärischen .Oberbefehlshaber, Offizieren der Nationalgarde und der Präfekten der betroffenen Departements statt, in der die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung besprochen wurde. Frankfurt. Das französische Kabinett trat am Donnerstagabend, laut BBC, zu Beratungen über den Bergarbeiterstreik zusammen. Wie verlautet, erwägt die Regierung eine von ihr überwachte geheime Streikabstimmung der Bergleute sowie die Dienstverpflichtung der Arbeitei’, die für die Inbetriebhaltung der Koksbatterien und Hochöfen erforderlich sind. Falls diese erlöschen, würde es Wochen dauern, bevor sie wieder in Betrieb genommen werden können. Gegenstück Japan Wie im besiegten Deutschland gibt es auch im besiegten Japan einen Kontrollrat der Siegermächte. Uebergeordnet ist ihm die in Washington sitzende Fernost-Kommission. Sie besteht bisher aus den elf Staaten, die an der Niederwerfung Japans beteiligt waren, kann sich aber auf ein volles Dutzend Staaten erweitern, falls das nach der Teilung Indiens entstandene Dominium Pakistan hinzutritt. Ein zweiter Unterschied: In Japan gibt es keine Militärgouverneure wie in Deutschland, sondern einen einzigen alliierten Oberbefehlshaber in der Person des eigentlichen Siegers über Japan, des USA-Ge- nerals Mac Arthur. Aehnlich wie in Deutschland verliefen die Verhandlungen im Alliierten Kontrollrat in Tokio in den ersten Monaten verhältnismäßig friedlich. Nur eine entscheidende Frage fand sofort ein gewisses Echo, als die Frage des Friedensvertrages mit Japan akut wurde. Die Angelsachsen unter Führung von Amerika stellten sich auf den Standpunkt, daß bei den Verhandlungen über den Friedensvertrag sämtliche elf Staaten der Fernostkommission vertreten sein sollten. Außerdem wurde auf einer Vorkonferenz des britischen Empire in Canberra beschlossen, das Vetorecht auf der Friedenskonferenz auszuschließen und nur Majoritätsbeschlüsse zuzulassen. Rußland berief sich sofort auf die Potsdamer Beschlüsse und will den Friedensvertrag mit Japan nur durch die Konferenz der Außenminister festsetzen lassen, und zwar unter Aufrechterhaltung des viel umstrittenen Vetorechtes. Bei diesen scharfen gegensätzlichen Auffassungen ist auch die Frage des japanischen Friedensvertrages in eine Sackgasse geraten, obwohl von Australien auf einen baldigen Friedensschluß mit Japan gedrängt wird. China hat sich in dieser Frage für den angelsächsischen Vorschlag ausgesprochen. Die im übrigen aber aufrechterhaltene Uebereinstimmung unter den Mächten des Tokioter Kontrollrates wurde im Verlauf des Jahres 1947 jedoch mehr und mehr unterhöhlt, als nach der Zerschlagung der großen japanischen Konzerne General Mac Arthur im Auftrag seiner Regierung daran ging, die Wirtschaft Japans wieder aufzubauen. Der Standard der Jahre 1930 bis 1934 ist Ausgangsbasis. Japan soll in wirtschaftlicher Beziehung ein sich selbst erhaltender Staat werden. Die erheblichen Besatzungskosten mögen dabei mitgesprochen haben, wenn sie auch zum größeren Teil zu Japans Lasten gehen. Die Lockerung der Absperrung Japans von der Außenwelt begann 1947. Man brachte Japans Teeausfuhr wieder in Gang. Später folgten Textilien und Seide als Ausfuhrartikel. Größeres Aufsehen erregte es, als Mac Arthur die Aufstellung und Ausfahrt der ersten japanischen Walfangflotte in die Antarktis gestattete, der 1947 eine zweite folgte. Im November dieses Jahres wird die dritte auf Fahrt gehen. Auch daß Japan erlaubt wurde, die pazifische Insel Angaur zur Gewinnung von Düngemitteln auszubeuten, wurde unliebsam, diesmal von den Engländern, vermerkt. Den entscheidenden Einbruch in das Absperrungssystem brachte aber der 15. August 1947, an dem 400 ausländischen Geschäftsleuten gestattet wurde, zu Geschäftsabschlüssen nach Japan zu kommen. Gegen dieses schrittweise Vorgehen der Amerikaner protestierte der russische Vertreter im Kontrollrat, General Derewjanko, in immer schärferer Form. Der erste massive Angriff kam am 14. Mai 1947, als Derewjanko der amerikanischen Verwaltung vorwarf, Japan zum „Kaufhaus des Fernen Ostens“ zu machen. Diese Vorstöße im Tokioter Kontrollrat haben sich in der Folgezeit wiederholt, ohne an Schärfe nachzulassen, so daß die Befürchtung bestand, es kannte wie in Deutschland zu einem Auszug der Russen aus dem Kontrollrat kommen. Ueberraschenderweise trat in Tokio das Gegenteil ein, richtiger gesagt, in Washington wo der russische Botschafter Panjuschkin Ende September mit einer offiziellen Erklärung seiner Regierung hervortrat, in der die Sowjetregierung den uneingeschränkten Wiederaufbau der japanischen Friedensindustne unter gemeinsamer Kontrolle der interessierten Mächte vorschlug Die Erklärung ging an die Adresse der Fernost-Kommission. Als Begründung wird gesagt, daß es die russische Regierung nicht für angebracht halte, die Entwicklung der japanischen Industrie zu beschränken, da nicht die Industrie, sondern „verbrecherische Militaristen“ für die japanische Aggression verantwortlich gewesen seien. Ein Industrieaufbau, wie ihn die So- wietregierung vorschlage, schaffe günstige Möglichkeiten für den japanischen Export und trage zur Stärkung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit JaDans bei. Interessierte Kreise haben sofort nach einer Erklärung dieses russischen Gesinnungswechsels gesucht, der sich plötzlich die amerikanische Auffassung fast wörtlich zu eigen machte. Da der Zusammentritt der UN in Paris bevorstand, nahmen einige an, daß Rußland für gutes Wetter sorgen wolle. Die Rede Wyschinskir mit ihren Angriffen auf die anderen Siegermächte brachte diese Erklärung sehr rasch zu Fall. Glaubhafter erscheint eine andere Deutung, wonach die japanischen Kommunisten mit Rußlands Widerstand gegen die japanische industrielle Wiederaufrüstung sehr wenig zufrieden waren. Die Sympathien jener Kreise für Rußland waren auf eine harte Probe gestellt worden. Jedenfalls zeigte sich sofort, daß die japanischen Kommunisten den unerwarteten Vorstoß Moskaus lebhaft begrüßten. Alliierte Beobachter ,in Tokio bezeichneten das Vorgehen Moskaus als eine „weitere Phase des kalten Krieges im Fernen Osten“. Eine andere Deutung sucht die Erklärung darin, daß die Sowjetregierung in Japan alle Möglichkeiten ihrer bisherigen Politik erschöpft habe, also an die unangreifbare Stellung der USA jetzt auf neuen Wegen herankommen wolle, fn einer derartigen Elastizität sieht der ehemalige amerikanische Außenminister Byrnes zum Beispiel einen charakteristischen Zug der sowjetischen Politik. Er schrieb darüber in seinen Erinnerungen: „In einer wichtigen Hinsicht ist Molotow typisch für alle sowjetischen Vertreter. Wenn sie zu dem Schluß gekommen sind, daß sie alle ihre Verhandlungsb.emühungen erschöpft haben, daß ein weiteres Hinauszögern keine weiteren Konzessionen bringen wird, dann kommen sie zu der Auffassung, daß es den Russen keinen Schaden bringen könnte, wenn sie ihre Position wechseln, selbst, wenn damit ein vollkommener Wechsel ihres Standpunktes verbunden ist, den sie stundenlang aufrechterhalten hatten. In der Regel teilt Molotow dann lächelnd mit, daß die Sowjetdelegation ein Abkommen zustande zu bringen, einen Vorschlag zu machen wünscht. Er bringt dann seinen Vorschlag vor, über den seit Wochen hin und her geredet worden ist, mit nur wenigen unwichtigen Abänderungen.“ Landtag lehnt Ermächtigungsgesetz ab Neue Sitzungsperiode eröffnet Landwirtschaftskammergesetz gegen DP-Stimmen hinausgeschoben Freiburg (Eigener Bericht). Am Mittwoch wurde nach Gottesdiensten beider Konfessionen die Sitzungsperiode 1948/49 des Badischen Landtags eröffnet. Landtagspräsident Dr. Person begrüßte zu Beginn der Sitzung den im Saale anwesenden früheren Reichskanzler Dr. Wirth. Als erster Punkt der Tagesordnung stand ein von der Regierung vorgelegtes Gesetz über den Erlaß von Rechtsverordnungen zur Debatte. Danach sollen die Ermächtigungen zum Erlaß von Rechtsverordnung auf Grund von Gesetzen aus der Zeit vor 1945 noch weitergelten, auch wenn diese Gesetze auf das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 zurückgehen. Ferner bestimmt das Gesetz, daß auch die in der Zeit nach dem Inkrafttreten der Verfassung verkündigten Rechtsverordnungen weitergelten. Die Landesregierung verpflichte sich, innerhalb einer Frist von drei Monaten ein Verzeichnis derjenigen Rechtsverordnungen zu publizieren, die in Kraft bleiben sollen. Abg. V o r t i s c h (DP) gab als Berichterstatter des Rechtspflegeausschusses seiner Verwunderung Ausdruck, daß es kein einziger Regierungsvertreter für nötig gehalten habe, an der Ausschußsitzung über dieses neue Ermächtigungsgesetz teilzunehmen (Bezeichnend für die Achtung, die vonseiten der die Verordnung formulierenden Regierungsstellen den demokratischen Einrichtungen entgegengebracht wird! D. Red.). Der Rechtspflegeausschuß sei der Meinung, daß die Regierungsvorlage Nr. 2 nach den Bestimmungen der Verfassung und nach dem Grund- .Satz der Gewaltenteilung verfassungswidrig wäre, und stelle daher den Antrag, den Regierungsentwurf abzulehnen. Ein demokratischer Sprecher habe im Ausschuß darauf hingewiesen. daß die neueste Verordnung des Staatskommissariats für politische Säuberung hinsichtlich der Gemeindewahlen beweise, welchen Gebrauch die Amtsstellen von ihren tatsächlichen oder vermeintlichen Befugnissen zu machen gewillt seien. Der Rechtsausschuß fordere die Regierung in seinem Entschließungsentwurf auf, das Verzeichnis der Rechtsverordnungen im Zeitraum von zwei Monaten dem Landtag bekanntzugeben. Staatspräsident W o h 1 e b bat darauf, hinsichtlich der Bekanntgabe des Verzeichnisses von einer zeitlichen Bindung abzusehen, woraus deutlich hervorging, was von dem irn Gesetzentwurf abgegebenen Versprechen der Regierung der Vorlage innerhalb dreier Monate zu halten ist. Der Landtag sprach sich sodann gegen die Stimmen der Opposition für das Ersuchen des Staatspräsidenten aus. Vor der Abstimmung über den Antrag des Rechtspflegausschusses erklärte der Abg. Haas (SP), daß es für die Regierung bezeichnend sei, eine Regierungvorlage einzubringen, der keiner der Abgeordneten zustimmen könne. Danach wurde das Landesgesetz im Rahmen der Abstimmung über den Antrag des Ausschusses einstimmig zurückgewiesen. Als zweiter Punkt der Tagesordnung berichterstattete Abg'. Vielhauer (DP) über den Entwurf eines Landesgesetzes zur Bildung der Badischen Landwirtschaftskammer. Wie der Referent ausführte, habe sich der Wirtschaftsausschuß gegen die Beratung des Gesetzes erklärt, doch stehe die DP auf dem Standpunkt, daß man die landwirtschaftliche Bevölkerung nicht länger warten lassen dürfe und das Gesetz unter allen Umständen verabschieden müsse. Auch im Staatsvertrag zwischen Baden und Württemberg .sei' die Bestimmung enthalten, daß zuvor das Landwirtschaftskammergesetz zu erlassen sei. Trotz dieser berechtigten Einwände der DP stimmten alle übrigen Parteien für eine Hinausschiebung der Gesetzesverabschiedung, worauf Abg. Burger (CDU) erklärte, daß inzwischen der Landwirtschaftliche Hauptverband und das Landwirtschaftsministerium die fachlichen Interessen der. Landwirtschaft wahrnehmen würden. Dem CDU-Antrag über die Wiederinbetriebnahme der Autolinie Achern-Memprechtshofen wurde zugestimmt. Auf die förmliche Anfrage der DP hinsichtlich des Besuches der Basler Mustermesse durch einige Staatsvertreter erfolgte von Regierungsseite eine befriedigende Antwort. Anschließend bemerkte Landwirtschaftsminister Kirchgäßner, daß er sich bisher vergeblich um die Freigabe der Kartoffeln bemüht habe. Von einer Herausnahme des Fleisches aus der gelenkten Wirtschaft könne noch nicht die Rede sein. Der Landwirtschaftsminister erwähnte in diesem Zusammenhang' die von ihm verordnete Schließung zweier Gaststätten, wobei er — wenn auch in etwas schwächerer Form — seine kürzlich geäußerte Geringschätzung des Fremdenverkehrswesens wiederholte. Nach der Rede des Landwirtschaftsministers verlas Abg. Vortisch im Namen des Aeltestenausschusses folgende Erklärung des Landtags: „Fraktionen und Gruppe des Badischen Landtags fragen die Regierung,, ob sie bereit ist, die Bekanntmachung des Staatskommissariats für politische Säuberung hinsichtlich der Kommunalwahlen 1948 sofort aufzuheben und durch, eine Bekanntmachung etwa folgenden Inhalts zu ersetzen: Der Gemeinderat oder der von ihm beauftragte beschließende Ausschuß entscheidet darüber, ob von einem neu in die Wählerlisten Aufzunehmenden ein Nachweis über seine polnische Säuberung oder »eine Bescheinigung des zuständigen Untersuchungssausschusses vor- zulegen ist. Aus diesem Nachweis muß hervorgehen. daß er nicht in die Gruppe der Hauptschuldigen oder Schuldigen fällt oder ihm auf Grund eines Spruchkammerentschei- des des Wahlrecht nicht entzogen ist. Die Wählbarkeit ist nur bei den Bewerbern von Amts wegen zu prüfen, die nicht schon bei den letzten Wahlen zum Landtag, zu Kreisversammlungen oder Gemeinderäten den Nachweis ihrer Wählbarkeit erbracht haben. Der Nachweis der Wählbarkeit ist von diesen Bewerbern zu führen durch Vorlegung einer rechtskräftigen Spruchkammerentscheidung oder einer Bescheinigung des Untersuchungsausschusses darüber, daß gegen ihre Wählbarkeit keine Bedenken bestehen.“ Der Staatspräsident entgegnete auf die Resolution des Landtags, daß diese die Unterstützung der Landesregierung finden werde. Sodann gelangte ein Gesetzentwurf der KP zur Beratung, der die Ehen legalisieren solle, die aus politischen und rassischen Gründen verboten waren und durch den Tod eine:? Partners während des Dritten Reiches nachträglich nicht mehr geschlossen werden konnten Abg. Vor tisch gab hierzu den Standpunkt des Rechtspflegeausschusses bekannt, der die Notwendigkeit des Antrages unterstreiche, jedoch keine Legalisierung, sondern — nach Möglichkeit in Gemeinschaft mit allen anderen deutschen Ländern — eine rechtliche Gleichstellung der betroffenen Personengruppe fordere, da eine Eheschließung mit Toten _ unserer derzeitigen Rechtsauffassung zuwiderlaufe- Der Landtag sprach sich gegen die kommunistischen Stimmen im Sinne des vom Eecbts- pflegeausschuß geäußerten Standpunktes ans. Abschließend erfolgten Resolutionen der CDU und DP, die Abwertung der Restkonten von 10' auf 3 Prozent im Hinblick auf sozial schwächere Volkskreise. zu mildern. Die Resolutionen fanden den Zuspruch des Hauses, bedürfen jedoch noch der Genehmigung der Militärregierung. wird nicht zugestimmt Ministerien in Baden und Württemberg haben sich von 9 vor dem Kriege auf 23 erhöht Bebenhausen. Der Staatspräsident von Süd- wurttemberg - Hohenzollern. Dr Gebhard Müller, sprach, am Donnerstag vor dem Landtag erstmalig über die Stellungnahme v.--r Westmächte zur südwestdeutschen Ländervex- einigung. Danach sollen der britische und der französischen Verbindungsoffizier den 11 westdeutschen Regierungschefs in Rudesheim nä. geteilt haben, daß im Falle eines negativ : n Ausgangs der Volksabstimmung' über den Zusammenschluß der beiden früheren Lander Württemberg und Baden bei einer weiteren Abstimmung einer Isolierung Südbadens nicht zugstimmt werden könne. Ein Zusammenschluß Südwestdeutschlands würde nach Ansicht Müllers den beteiligten Ländern den nötigen Rückhalt gegenüber dem m einem größeren deutschen föderalistischen Staat naturgegebenen Egoismus der übrigen Länder geben. Der Staatspräsident wies dann auf die finanzielle Notwendigkeit einer Vereinigung hin und gab bekannt, daß die Verwaltungsausgaben in Baden und Württemberg von 8 Millionen Mark im Jahve 1932/33 auf 21 Millionen im -Jahre 1946/47 gestiegen seien. Die Zahl der Ministerien habe sich von 9 vor dem Kriege auf 23 erhöht. Abschließend furderte Dr. Müller nachdrücklich die Einrichtung von Landesbezirken mit begrenzten Selbst,verwaltungsbefugnis.sen. da sich ein Staat von 6 Millionen Einwohnern nicht zentral regieren lasse. KZ’s in der Tschechoslowakei Prag. In der Tschechoslowakei werden auf Grund eines am Dienstag gebilligten Gesetzentwurfes „Zwangsarbeitslager“ eingerichtet werden. In diesen Lagern sollen diejenigen erzogen werden, die durch ihre Lebensweise, ihre Tätigkeit und ihre Einstellung gegenüber dem volksdemokratischen Staat gezeigt haben, daß sie sich einem der Hauptprinzipien der tschechoslowakischen Verfassung nicht unterordnen wollen, wonach nämlich jeder Bürger nicht nur das Recht, sondern vor allem auch die Pflicht hat, zum Nutzen, der Allgemeinheit zu arbeiten. %C(tyf6$cUcUeH - kurz berichtet „SontlerJehrgang“ für Angehörige der Kriegsmarine in der Ostzone? Seit etwa einer Woche werden alle Marine-Angehörigen der Wehrmacht, die erst vor kurzem von der Polizei in der Ostzone registriert wurden, zu einem „Sonderlehrgang“ einberufen, meldet die Berliner Ausgabe der „Welt“ aus Leipzig. Die Einberufenen, zu denen nicht nur ehemalige Marine-Offiziere, sondern auch Unteroffiziere und Mannschaften zählen, dienten zuletzt bei Marine-Sonderformationen, K- Verbänden und Sturmboot-Abteilungen. Obwohl die meisten der Betroffenen in einem festen Arbeitsverhältnis stehen, wurde die Einberufung, ' über deren Ort und Dauer nichts bekannt ist, durchgeführt. Noch 23 000 ehemalige Kriegsgefangene in England. Zur Zeit befinden sich noch 23 000 ehemalige deutsche Kriegsgefangene als landwirtschaftliche Arbeiter in England, von denen u. a. 12 000 bei Farmern unterbracht sind. 9 000 Kriegsgefangene leben noch im Lager, die Mehrzahl von ihnen wird jedoch bis Ende des Jahres nach Deutschland zurückkehren. Keine Rückkehr in die Oststaaten gewünscht. Wie Staatssekretär Dr. Philipp Auerbach bekanntgab. haben sich bis jetzt noch keine zehn Personen der ihm unterstehenden rassisch, religiös und politisch Verfolgten zur Rückkehr in. die Oststaaten angemeldet. Demgegenüber wandern wöchentlich 1200 bis 1500 Juden nach Palästina und einige Hundert pro Woche , nach Amerika, Kanada und Australien aus. Parteizeitungen in Bayern noch nicht zugelassen. Die am 1.. Oktober in Lauf bei Nü'rn.- , berg erschienene .„Freie deutsche Presse“, die unter der Lizenznummer der FDP gedruckt wurde, ist in ihrer in der ersten Nummer erschienenen Form durch Verfügung General Clays am gleichen Tage verboten worden. Wie Dena erfährt, besteht die amerikanische . Militärregierung darauf, daß die bisher von den Parteien herausgegebenen politischen Publikationen, weiter wie bisher im Rahmen eines Informationsblattes veröffentlicht werden. Vertrauen für finnische Regierung. Das 'finnische Parlament sprach der Regierung mit 147 gegen 35 Stimmen der Kommunisten und ihrer Anhänger das Vertrauen aus. -- ' — . — „D A S N P D E B A W E N“ Verantwortlicher Redakteur: Günter Aßmann Ansehr. der Redakt.: Lahr/Schw., Fpstf. 270. Tel. 2365. vj Verlag: Demokratische Verlagsges. mbH., LahrlSchw. ' Druck: Moritz Schauenburg, Lahr/Schw. — K. & H. , Greiser, Rastatt (Baden). — Südwestdruck K.-G-, Lörrach. — A. Reiff & Cie., Offenburg .(Baden), ff Fn ßball Oberliga ohne Unterbrechung Neben den ersten inoffiziellen internationalen Kraftproben unserer Fußballer gehen die Meisterschaftskämpfe in vollem Umfange weiter. Oberliga Süd: BC Augsburg —■ FC Nürnberg Kickers Offenbach — FC Schweinfurt FSV Frankfurt — SV Waldhof TSG Ulm 46 — Eintracht Frankfurt Bayern München — FC Rödelheim VfR Mannheim — TSV München 60 Der 1. FC Nürnberg macht zur Zeit den Eindruck eines müden alten Mannes. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Meisteren weit unter Form spielt. Die Art und Weise, wie der knappe erste Sieg gegen des FSV Frankfurt zustande kam, bestätigt nur diese Tatsache. So würde es gar nicht so sehr aus dem Rahmen fallen, wenn auch die Neulingself des BC Augsburg dem Meister einen Stein aus der Krone brechen würde. Der FC Schweinfurt wild am Bieberer Berg die Offenbacher Kickers kaum aus dem Sattel heben können. Oberliga West: Borussia Dortmund — SV Hamborn 07 Rotweiß Essen — Fortuna Düsseldorf Rhenania Würselen — Alemannia Aachen Rotweiß Oberhausen — Horst Emscher SV Vohwinkel 80 — Preußen Münster TSV Erkenschwick — Spfr. Katernberg Oberliga Nord: FC St. Pauli — SV Bremen TSV Braunschweig’ — Holstein Kiel TSV Eimsbüttel — Concordia Hamburg Werder Bremen — SV Bremerhaven 93 VfL Osnabrück — SV Göttingen 05 Arminia Hannover — VfB Lübeck Zonenliga (Gruppe Nord): Phönix Ludwigshalen — VfL Neustadt SG- Gonsenheim — Eintracht Trier Wormatia Worms — Spvgg. Andernach FK Pirmasens — Spvgg. Weisenau FC Kaiserslautern — ASV Oppau FSV Kürenz — Spvgg. Neuendorf (Gruppe Süd) VfL Schwenningen — SV Tübingen Eintracht Singen — SG Friedrichshafe.' Fortuna Freiburg — SV Offenburg SV Rastatt — VfL Freiburg VfL Konstanz — SV Biberach In der Gruppe Nord befindet sich das Feld in der Analysierung. An der Spitze Kaiserslautern, dann die dieses Jahr dreifache Verfolgergruppe Worms, Neuendorf, Pirmasens, nach einigem Abstand Mainz 05 und Ludwigshafen und dann mit Klassenabstand das übrige Feld. Der kommende , Sonntag bringt keine Abwechslung in die Langeweile dieser Liga. Die Favoriten werden gewinnen und die Gonsenheimer den Kollegen „Punktelieferant“ etwas rupfen. In der Gruppe Süd beginnen die Spiele interessant zu werden. Die Tage des Tabellenersten Tübingen sind gezählt. In Schwenningen wird die erste Niederlage fällig sein. In den vergangenen Jahren kamen die Rothosen auf dem Schwalbenrain in Rastatt meist zu glücklichen Siegen. Das dürfte sich heuer kaum wiederholen. Auch die andern drei Spiele werden Punkte für die Heimmannschaften bringen. Das Spiel der Villinger in Reutlingen ist verlegt worden. Landesliga Nord-Baden FC Pforzheim — VfL Neckarau In der Goldstadt findet am Samstagabend eine wichtige Vorentscheidung statt. Neckarau steigt beim FC Pforzheim ab und wird ihm tüchtig auf den Zahn fühlen. Das hat in den bisherigen Spielen dem Club doch noch keiner richtig getan. Landesliga Süd-Baden: Engen — Stöckach Gutaeh. — Baden-Baden \ St. Georgen — Lahr Emmendingen — Biauweiß Freiburg Schopfheini — Rheinfelden Kuppenheim -- Ottenau Die gvoße Tat dev Sdkweizev Fnßhallspovtlev Persönliche Hauptverdienste des amerik. Sportoffiziers Nielsen und des Präsidenten der Young Fellows Zürich — Wohltätigkeitsveranstaltungen zugunsten der deutschen Sportjugend Nach dem ersten Weltkrieg waren es Schweizer Fußballer, die als erste dem deutschen Sport die Ifand reichten. Auch diesmal sind es die Eidgenossen, die mit uns den sportlichen Verkehr wieder aufnehmen, obwohl bei den Internationalen Verbünden teilweise noch eine gewisse Abneigung besteht. Die amerikanische Militärregierung hat die erforderlichen Schritte unternommen, unsere Isolierung zu lockern. Mit diesen drei internationalen Städtespielen am 10. Oktober Stuttgart — Zürich Karlsruhe — Basel München — St. Gallen beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte des deutschen Fußballsportes. Im Hinblick auf die Wiederaufnahme des deutschschweizerischen Fußballverkehrs ist die Stimme der Züricher Zeitung ..Die Tat“ von Interesse: „Wenn wir uns für die Wiederaufnahme der sportlichen Beziehungen mit Deutschland einsetzen, so verfolgen wir damft den Zweck, die sporttreibende Ju- . gend wieder zusammenzuführen, damit man sich gegenseitig wieder kennen und schätzen lernt, daß aufgerissene Gräben zugedeckt werden.“ Dr. Becker schreibt in seinem „Sport-Magazin“ Nürnberg: ..Unsere Nachbarn in Europas schönstem Land demonstrieren wieder einmal die stolzen Fa- rolen von Menschlichkeit durch Taten. Sie beschämen damit alle, die Rache und Mißtrauen hinter formalen Schwierigkeiten tarnen.“ Der deutsche Fußballsport kehrt in die internationale Arena zurück. Daß es nur als Gast, daß es außerhalb des offiziellen internationalen Rahmens, sozusagen in „geschlossener Gesellschaft“ vor sich geht, tut der Begeisterung in süddeutschen Landen keinen Abbruch. In tiefer Dankbarkeit begrüßen wir unsere Schweizer Sportfreunde. Sie tun vor allem unseren jungen Seelen, die schon zu verbittern und zu verzagen drohen, einen Liebesdienst von unendlicher Tragweite. In Karlsruhe werden sich folgende Mannschaften gegenüberstehen: Basel: Müller (FC Basel): Rudolffi. Bopp (beide FC): Wenk, Schenker. Stöcklin (alle FC); Grether (Nordstern), Hügi I, Hügi it, Bader, Stäuble (alle FC). Karlsruhe: Scheib (Mühlburg); Hauer (Knielmgen), Fritscher (Mühlburg): Eaier (Du’dach). Bie- denbach (Durlach), Fischer (Mühlburg): Sommev- latt (Phönix), Seeburger (Mühlburg). Bechtel (Mühlburg), Wasko (Durlach), Wiegand (KFV); Schiedsrichter: Reinhardt (Stuttgart) Tm Rahmenprogramm findet ein Fußball-Wethoiel /.wischen den Jugendmannschaften Karlsruhe-Stadt gegen Karlsruhe-Land statt sowie ein F’auen-Hand- ballspiel zwischen Karlsruhe und Bruchsal. Die beiden wichtigsten Spiele finden in St. G^-' orgen und Kuppenheim statt. In beiden Fällen darf" man nicht unbedingt den Gästen die größeren Sie- i gesaussichten geben. Die besseren Hintermannschaf- ; ten werden die Punkte retten. In Gutaeh könnte, fast eine Ueberraschung zustande kommen, denn ' die bisherigen Niederlagen dürfen nicht über das ; Können der Heimmann.schaft hinwegtäuschen. In . 1 Emmendingen und Schopfheim sind die Begegnun-;.,:- gen ausgeglichen, während man den Rasenspielern aus Stöckach einen Sieg am Hohenhöwen Zutrauen sollte. - Handball ; Zonenliga (Staffel Baden): : . 1 . « Offenburg — Teningen Fqrtuna Freiburg — Lahr Zähringen — Brombach Hauingen. — Lörrach Der Torhüter der Freiburger Fortunen mußte bisher erst fünfmal das -Leder aus dem eigenen Netze holen. Das spricht für eine stabile Abwehr,r die durch den Lahrer Sturm wohl kaum erschüttert werden kann. Knappe Siege der Heimmannschaften sind in Zähringen und Offenburg zu erwarten, während die Rot-Weißen ihrem Nachbarn eine Lektion erteilen werden. Landesliga Nord-Baden: TSV Bulach — TSG Weinheim SG St. Leon — TUS Beiertheim SV Waldhof — SKG • Birkenau VfL Neckarau — TSV Rot Landesliga Süd-Baden (Staffel Nord): Baden-Baden — Niederbühl; Bühl — Schütter; Elgersweier — Gaggenau: Seelbach — Steinbach» Hofweier — Altenheim. (Staffel Ost): Donaue c chingen — Schiltach; Hornberg — Radolfzell; St. Georgen — Konstanz; Ueberlingen — Singen. Hockey Wieder um den Silberschild! Zum ersten Male nach dem Kriege kämpfen die Auswahlmannschaften der deutschen linder wieder um den „Silberschild“, den Berlin im Jahre 1939 zum letzten Male gewann. In der Vorrunde am 10. Oktober stehen sich gegenüber: in Frankfurt: Süddeu’tschland — Westfalen in Bad Kreuznach: Rheinland-Pfalz — Nordrhei» in Hamburg: Hamburg — Niedersachsen in Berlin: Berlin — Mitteldeutschland Vv 39 ' 9. 10 -43 1 " ' p A s NEUE BADEN" Seite 3 FEUILLETON * tü,- ■ Werk einer Sichel Von Heinrich Weis Als die beiden kleinen Knaben — keiner von Einer, war schon zehn Jahre alt — an einem Nachmittag die Kiesgruben vor der Stadt durchstreiften, rianden sie nur magere Beute. Hcinchen las einen Türgriff auf, Georg trug ein Stück zusammengerollten Fliegendraht unter dem Arm. Sie durchwühlten "ein Sehuüioch nach dem andern, stiegen über einen hohen Rain in eine andere Kies- giube hinein und sahen plötzlich am Abhang neben rostigem Gerümpel einen leeren Kinderwagen stehen. * . Dieser Kinderwagen. war uralt. Er wies Spuren eines weißen Anstrichs und im Innern einige Fetzen Wachstuch auf. Das Alter und die Schicksale hatten ihm eine deutliche Schlagseite nach Steuerbord verliehen. Er federte ganz fein im Wind, und das sah aus, als ob er nickte, nickte. Der Glanz einer großen Entdeckung überzog in diesem Augenblick die Gesichter der beiden Knaben. Sie duckten sich hinter einer Rampe rostiger Töpfe, sammelten umherliegende Flaschen und warfen sie dann in schweigender Übereinkunft nach dem Ungetüm. Von Flaschen getroffen, wogt$ der Kinderwagen hin und her, lüpfte- sogar einmal die beiden Räder einer Seite, als ob er hinüberstürzen wollte. Obwohl der Wagen niemand zu gehören schien und auch weit und breit niemand zu sehen war, duckten sich die beiden nach jedem Wurfe nieder und beobachteten die Wirkung ihrer Geschosse. „Wir müssen stürmen“, meinte endlich Heinchen, aber Georg hielt ihn zurück. „Erst kommen die Bomben“, und er las einige Backsteinstücke auf. Sie kamen überein, zu gleicher Zeit - und auf Kommando zu werfen. Ihre ersten Würfe zerfetzten den Rand des Weidenkorbes und die zweiten warfen das Vehikel um. Es fiel 'nach Steuerbord, nach jener Seite, die, von Schicksalen geschwächt, schon lange überhing. Es fiel und fiel, da es an einem Abhang stand, und blieb endlich mit den Rädern nach oben liegen. „Wie eine alte Geiß!“' kicherte Heinchen, und dann stürmten sie vor und stießen dem Ungeheuer ihre „Dolche“ in den Leib. Als sie annehmen konnten, daß der Feind erledigt sei, ließen sie von ihm ab, setzten sich auf einen Stein, und besahen sich ihr Werk. „Wir. müssen ihn skalpieren“, meinte' Heinchen. Aber der praktische Georg schlug vor, statt dessen die Räder herauszunehmen, das wäre wenigstens eine Beute, ja, das lohnte sich! Und so klopften sie;'vereint die Splinte aus den Achsen, zogen die Räder ab, wendend-den Korb-wieder-um und füllten . ihn zuletzt mit Steinen. Aus einem Weidert- ast und einer alten Suppenkelle fertigten sie ) ein Kreuz und steckten es darauf. Dann verließen sie, die Räder in den Händen, den Kampfplatz. -Die Witwe Rößel war schon*zweiundsiebzig Jahre alt und sichelte noch immer ihren Geißen das Futter. Jetzt kam sie mit einer Schürze voll harten, halbverd.örrten Grases durch die Kiesgruben geschritten. In der Rechten hielt sie die Sichel, mit der Linken den Zipfel ihrer Schürze. Sie sprach vernehmlich mit sich - selber. „Fünf Schürzen- machen ; mein Chaisehen voll“, sprach die Witwe Rößel. und l?lieb wie angewurzelt Stehen.. Vor. ihren Füßen, auf dem Grunde der Kiesgrube — lag ihr malträtierter Wagen. „Jesses Maria.!“ stammelte sie. Alsdann verhärtete sich ihr' Blick, ihre alten Augen, die die Wahl hatten, tückisch zu werden oder überzufließen, ihre alten, kahlen Augen wurden feucht, sie bewegte rasch und lautlos die Lippen und das * 1 Kinn. Sie hatte das Kreuz, den Steinhaufen und die Überreste ihres Wagens erblickt. Ihre Hand, die den Schürzenzipfel hielt,' sank mutlos' herab, ' Das mühsam gesichelte Geißenfutter rutschte zur Erde. Da tauchten aus einem anderen Kiesloch die beiden Knaben auf, in jeder Hand ein Kinderwagenrad. Sie drehten der alten Frau den Rücken zu und scblenderten ahnungslos dahin. Wütend tat die Witwe Rößel einige unglaublich schnelle Schritte, blieb dann plötzlich stehen, fuhr mit der Sichel in Richtung der Knaben durch die Luft, als ob sie grasen wollte, und schrie gellend: „Ihr Ban-, kert!“ Die Knaben wandten sich -erschrocken. „Her mit de Eädder!“ schrie die Witwe Rößel weiter: „Her mit de Rädder!“ und tat, die Sichel in der erhobenen Rechten, abermals einige jähe und heftige Schritte nach vorn. Die Knaben, von diesem Anblick und von der Verfolgung erschreckt, umkrampften fester ihre Beute und wandten sich zur Flucht. Das war der Witwe Rößel zu viel: Sie raffte mit der Linken die Schürze, beugte die Rechte mit der Sichel vor die welke Brust, und setzte ihnen nach. Als sie den Abhang hinunter in die Kiesgrube hinein mehr rutschte als lief, stülpte sich eine leere Konservendose über die zerschlissene Spitze ihres linken Schuhs. Der zurückgebogene, zackige Dosendeckel schlappte nach unten. Als die Alte den nächsten heftigen Schritt auf ebener Erde tat, blieb sie hängen, stolperte und stürzte vornüber. Sie hatte keine ihrer Arme frei, um sie schützend vorzuhalten, und so fiel sie denn auf das Gesicht. Die Sichel, die sie dabei an sich drückte — die Sichel, die sie Jahr für Jahr selbst schmalgewetzt und dünngeschliffen, drang bei diesem Sturz mit ihrer Spizte ein. Wer die Sichel kennt, weiß, daß sie dort am schärfsten ist. Zwischen zwei Rippen fuhr der gewetzte Stahl hindurch ... Mit einem Ruck warf sjch die alte Frau herum, so daß sie auf de'n Rücken zu liegen kam, riß mit entsetzter, heftiger Gebärde die Sichel aus der Brust und — legte sie neben sich. Ihre Augen sperrten schreckensweit. Der blaue Himmel stand darin. Gesicht und Kleider waren sandbedeckt. Mit der Rechten, als wollte sie sich reinigen, fuhr sie einige müde Male die Brust auf und ab, die Linke umkrampfte noch immer den Zipfel der Schürze. Nach einer kleinen Weile jedoch schien die Witwe Rößel trozt ihrer sperrweit wachen Augen einschlafen zu wollen. Nun war es nur noch ein mattes Streicheln auf der Brust, bis endlich die Hand ganz stille stand — vor Müdigkeit, und weil die Arbeit ihres Lebens getan war. Aus dem in Kürze im badischen Verlag erscheinenden gleichnamigen Erzählerband. Hollywoods Niederlage in Venedig Italienische und englische Filme an der Spitze enttäuschte Ü Auch die deutsche Produktion Auch die diesjährige Biennale in Venedig brachte, wie auch die des Vorjahres, keine sonderlichen Überraschungen. Zwar hat sich das Niveau der gezeigten Filme seit dem vergangenen Jahr gehoben, doch däs, große künstlerische Erlebnis blieb aus. Als besonderes . Charakteristikum der diesjährigen Filmwoche kann die Tatsache gelten, daß Hollywood die vor einem Jahr einsetzende Krise noch nicht überwinden konnte. Man hat in Erkenntnis der Tragweise dieser Krise in Hollywood das Steuer um 180 Grad herumgeworfen und sich vom glanzvollen Ausstattungsfilm, also der „Traumfabrik“, dem dokumentarischen Zeitfilm zugewandt. War der Hollywood-Film bisher meist der schönen Illusion verschrieben, so wird jetzt ein neuer Realismus ausprobiert. In den USA selbst haben diese Art Filme einen ungeahnten Erfolg gehabt, in Venedig jedoch konnten sich die Kritiker nur zum Teil dafür erwärmen. So sind von den. insgesamt 16 Prämien der Filmfestwoche nur fünf an Hollywood gegangen, einer davon sogar nur zur Hälfte, da Walt Disney den Preis für den besten Zeichefilm mit dem Franzosen Paul Grimault teilen mußte. Amerikanisches Filmzentrüm bedroht Da Hollywood zudem teilweise' nur die sogenannten „Trostpreise“, bekam, kann kein Zweifel darüber bestehen, daß das amerikanische Filmzentrum noch immer schwer bedroht ist. Noch verfügt natürlich Hollywood nach wie vor über unerhörte Könner und Routiniers, doch der Allgememeindruck war, daß die schöpferische Kraft von der Filmkonfektion erschlagen wurde. Die bekannte amerikanische Filmschauspielerin Mary Pickford sagte in einem vielbeachteten Interview: „Hollywood ist eine Sterilisierungsmaschine, von det sich nur wenige retten können. Es muß in die Enge getrieben werden — nur so kann der amerikanische Film sich neu die Welt erobern.“ Das mag ein sehr wahres Wort sein, denn es ist noch immer so gewesen, daß der Erfolg nachlässig und überheblich macht. „La terra trema“ preisgekrönt Von den französischen Filmen war ebenfalls mehr erwartet worden, nachdem es noch im vorigen Jahr den Anschein : hatte, als würde Frankreich einen neuert Filmstil ent-^ wickeln. Inzwischen, haben jedoch die italie-* nischen Regisseure aufgeholt und Frankreich sogar schon überflügelt. Der italienische Film, von dem noch vor wenigen Jahren gesagt wurde, er biete nur verfilmte Opern, ist auf dem Vormarsch. Der Film „La terra trema“,. der auf Sizilien spielt und das Thema der sozialen Gerechtigkeit anklingen läßt, erhielt einen internationalen Preis, „Sotti il sole di Roma“ wurde als bester nationaler Film ausgezeichnet, „Anni difficili“ (der Film behandelt die zwanzigjährige Tragödie des italienischen Volkes unter dem Faschismus, bedient sich jedoch weniger der Anklage als der Satire) erhielt die „Coppa Enic“. Der italienische Film zeigt fast durchweg den sogenannten Neorealismus, wobei sich jedoch jeder Regisseur eigener Stümittel bedient. In ihrer Gesamthaltung sind die italienischen Filme christlich und einer zeitnahen Menschlichkeit verschrieben.. Das Grauen des Krieges klingt noch an, doch nicht mehr im Geist der Rache, sondern der Versöhnung. „Hamlet“ filmischer bestseller Einen guten Eindruck haben auch die englischen Filme hinterlassen, die gleich nach den italienischen rangieren. Laurence Oliviers „Hamlet“-Film wurde als bestes Werk der Festwoche bezeichnet. Der Film unternimmt den heiklen Versuch, die Klassiker auf die Leinwand zu bringen. Einige Kritiker sprachen zwar von verfilmtem Theater (eine Schwäche, die die .englischen Regisseure, seit jeher haben), doch der künstlerische, Gesamteindruck, den dieser photographisch, tonlich und technisch ausgezeichnet gemachte Film hinterließ, war sehr stark. Die Engländer haben auch Dickens verfilmt, und zwar so, daß Dickens und seinem „Oliver Twist“ keine Gewalt angetan wurde. Gerade diese Tatsache wurde als besonders angenehm empfunden. Schweiz zeigt Kulturfilme Die schwedischen Filme bevorzugen noch psychoanalytische Themen, obwohl diese Aera des Films langsam abgeschlossen scheint. Die Schweiz hat vor allem mit einigen Kulturfilmen gut abgeschnitten. Die deutsche Nachkrieg'sproduktion hat trotz der Anerkennung der Schwierigkeiten, unter denen sie zu arbeiten hat, stark enttäuscht. Nach Ansicht der Kritiker und des Publikums kam nicht ein einziger deutscher Film über die Ebene der Mittelmäßigkeit hinaus. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen. Daß der deutsche Film fast nur in Trümmern schwelt und die gekonnte Milieuschilderung an Stelle schöpferischer Einfälle setzt, ist ja nicht nur den Besuchern der Filmfestwoche aufgefallen, sondern auch dem deutschen Publikum. Der deutsche Filnp wird noch hart zu arbeiten haben, ehe er wieder Anschluß an die Spitzenklasse findet. Dr. H. v. L. Abschied vom Leben Über Rodin’s „Bürger von Calais“ Wer zum erstenmal den ein wenig lebensgroßen Gestalten der „Bürger Calais“ von Rodin geg'enübersteht, wird eirem Erschrecken nicht wehren können. Aus Bronze .geformt wachsen sie auf steinigem Grund — pflanzenhaft dem Boden verbunden durch den Fall der schwerflüssigen Falten ihrer Gewänder. Den historischen Hintergrund, aus dem diese Gruppe durch den Bildhauer zum Üeben geboren wurde, brau- w i r kaum zu kennen. Es ist fast allen Werken Rodins zu eigen, daß sie im Letzten namenlos sind, gleichsam Symbole eines reichen und zugleich furchtbaren Lebens. Ein- i a ber verweilen sie, uns zum aehdenken zwingend, in der Ruhelosigkeit unsere;- Zeit. ri Z° n . d ™ »Bürgern von Calais“ weiß der nio Q< 1S ji + i ^; 0 , issarf ' hicht viel zu berichten. r\® „ la 5 t . < l a “ us > v °h Jen Heeren Eduard III. belagert, ist durch den Hunger zum Ver- handeln gezwungen. Der Engländer erklärt Sich bereit, von der Stadt zu lassen, wenn hf o -.-l 0rne j ms1 : en Bür § er sich in seine . w ®S a k e P> damit er mit ihnen nach seiden c'^h len i I ue ' Noctl am gleichen Tag fin- BRVn * SOl * * 1? e Manner zusammen. Nur das S der sch wangeren Gemahlin des Königs lc.riet sie vor dem sicheren Tod. Weiß - außer den Namen von Dem xr<- r ® ur f>® r nichts weiter zu berichten. , a ^ er S en ügten seine Angaben, Tnhon dle Vision Jener Männer zu er- 1®!? 6 J? aus dem Leb en gerissen, Er Schwelle zum Tode wiederfanden. frphmmf 6 ] 1 - lh J? zum Sinnbild all jener sich e willig für die Mitwelt Opfernden, die mit über- von wird offenen Augen dem Tod entgegenschreiten, obwohl sie noch immer das Leben lieben. Gewählt hat „Rodin -den Augenblick des Aufbruchs in das feindliche Lager, — gleichsam jene Minute, da auch äußerlich der Abschied vom einstigen Leben deutlich wird. Es gilt, sich zum ersten Schritt zu einem Gang aufzuraffen, an dessen Ende die schmerzende, dunkle Leere des Todes steht. Wie eine dumpfe Bedrohung liegt das Wissen um das furchtbare Schicksal über den Männern. Noch sind sie am Aufbruch, und doch haben sie sich bereits von der Umwelt gelöst und sind eingeschlossen in dem sie mit unsichtbaren Ketten bindenden Gesetz, unter dem sie haben handeln müssen. Ihr individuelles Leben ist bereits ausgelöscht. Alles was ihnen geblieben ist — Vergangenheit, Gegenwart und nicht gelebte Zukunft — fließt in Haltung und Gebärde der Einzelnen zusammen. So mächtig und anstürmend, daß in jedem einzelnen höchste Spannung zu vibrieren scheint. Mühsam lösen sich ihre dem Boden verwurzelten Glieder. Widerwillig ergreift die Bewegung den Körper. Ihre Gesichter sind durchglüht von der Summe des auf wenige Augenblicke zusammengedrängten Lebens. Sie alle wachsen zusammen zum Abschied vom Leben, ■— je nach Alter und Veranlagung unterschieden. Eben noch angesehene Bürger der Stadt, und jetzt armselige Opfer in Armsünderhemden und Stricke um den Hals gelegt. Ausgestoßen aus dem weiten zukunftsreichen Leben. Der kräftige Schlüsselträger, in dessen Hand deutlich das Schicksal der Stadt gelegt ist, verströmt sich in eiserner Überwindung. Die Hände hat er wie Tiere in das kalte Eisen verkrallt, den Mund fest zusammengebissen, damit kein Laut hervordringt. So bleibt er Sieger über sich selbst. Es folgt ihm mit müden Schritten ein Greis, dessen langes gelebtes Leben ihn' zu begleiten scheint. Ein anderer stürzt sich noch einmal in sein Schicksal, indem er seinen Kopf in seine Hände fallen läßt, die Augen deckt, um mit sich noch einmal allein zu sein. Unsagbar ergeben kommen mit abschiednehmenden Gebärden die beiden Jüngsten der Gruppe. Wir Späteren aber fragen uns, wie kam Auguste Rodin im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert zu der Macht jener schmerzerfüllten Gebärden angesichts des nahenden Todes? Wie konnte er in der konventionellen Stille seiner Zeit, die sich erschöpfte in Nachahmungen klassizistischer Vorbilder und manierierter Spielereien, zu seiner klaren kühnen Sprache kommen? Gefesselt im Fron eines harten Tagwerkes, das ihn in seiner frühsten Zeit fast erstickt, erwachte in ihm ein ungeheurer Reichtum an Bildern und Gesichtern und weckten sein Genie. Einem inneren Zwang folgend, schuf er, immer freier und kühner werdend, seine Zeit und Umwelt vergessenden Werke, in denen schon der Geist v des kommenden Jahrhunderts lebte. Als Rodin seine „Bürger von Calais“ vollendet hatte, als Verständnislosigkeit und billiger Ruhm ihm zuteil wurden, gleichzeitig aber das Auf stellen seines Werkes auf dem Marktplatz von Calais auf Ablehnung stieß, wußte der Künstler bereits sein kommendes Schicksal. Er zog sich in die Einsamkeit seines Schaffens' zurück und wurde — wie Rainer Maria Rilke es einmal verkündet hat — „ein Mann ohne Zeitgenossen“. Marieluise Franke. Freiburger Erstaufführung: Heinz Coubier.- „Aimee“ Komödie vom gesunden Menschenverstand Diese „Aimee“ Heinz Coubiers (der ursprünglich weniger elegant Heinz Kuhbier hieß) ist im komödiantischen Klima Curt Götgens beheimatet, wo man sich der Bonmots florettartig bedient und aus der Konversation eine Art Kunstwerk macht. Die Freiburger Kammerspiele haben sich dieses über die Grenzen Deutschlands hinaus zum Erfolg gewordenen Stückes angenommen, um ihrem Publikum eine kleine Delikatesse an Esprit zu servieren und ihm drei Akte lang di Frage zu stellen, wen nun eigentlich Aimee liebe: Gaston. den Aristokraten von 1792, oder Georges, den Sansculotte. Unentbehrliche Requisiten der Handlung sind zwei Pistolen sowie der Diener Jean, die „personifizierte Konvention“. Trotz des heiter pointierten Wortgefechts hören wir ernste Wahrheiten, die aus dem grollenden Hintergrund der großen Revolution gelegentlich in das lichte Schloßinterieur dieses Spiels zu dreien hineinkiingen. „Die Republik“, läßt der Autor den Diener Jean sprechen, „schreckt auch vor der Grausamkeit nicht zurück, Menschen zu Bequemlichkeiten zu zwingen, die sic unglücklich machen.“ Die beiden Liebhaber diskutieren ihre beiderseitige Position bis haarscharf an den Rand des Todes, doch, das Weibchen Aimee nimmt ihren männlichen Argumenten jeweils das letzte Gewicht. „Aimee hat keinen Sinn für Größe“, stellt Georges, der Jakobiner, resignierend fest. So siegt über das Pathos der Männer die anmutige Leichtigkeit eines Weibes, das trotz der ihm zugesprochenen Unlogik zum Anwalt des gesunden Menschenverstandes wird. Wir lassen uns durch die anspruchslose, doch liebenswürdige und graziöse Weisheit, die uns Coubier mit galantem Lächeln übermittelt, gerne unterhalten, wenn auch das Finale den Akzent eines verblüffenderen Effektes vertragen hätte. Peter Wackernagels Regie erzielte in klarer Linienführung den freundlichen Grundton des Stückes, allerdings nicht immer mit der notwendig leichten Hand. Auch wurde mancher aphoristisch prägnante Satz von aktuellem Reiz durch die mitunter etwas zu gleichfließende Wechselrede überspielt. Ursula Volkmar, für deren Naturell die vorliegende Aufgabe etwas zu gewichtlos erschien, bot eine mehr hoheitsvolle als leichtgeschürzte Aimee, verstand sich jedoch auch auf verspielte Koketterie, verlieh den liebenswerten, verführerischen Attributen dieser Eva im klassizistischen Gewand schillernde Farben, und beherrschte — trotz einiger ihre-Schwachheit dokumentierender Aufschreie — _ ihre Liebhaber wie an Fäden geleitete Marionetten. Ewald Allner gab dem Gaston ein männliches, deutlich konturiertes Profil; er ' war wendiger und gelöster als sonst, voll Wärme und dennoch aristokratischer Reser- vanz.- Gastons Gegenpart, der Revolutions- kommissar, fand in Hermann Fryes derberem, doch gleichfalls gefühlsbetontem Spiel eine treffende, die Kontraste zu jenem _ nie überspitzende Interpretation. Liebe und Eifersucht, die das charmant plänkelnde Spiel aufwogen ließ, wurden eingefangen durch die trocken meditierende Sachlichkeit des von Karl Vetter mit charakteristischen Zügen ausgestatteten Jean, auf dessen Schultern unsichtbar die Last einer langen Diener- Ahnenreihe lasten mochte. Bühnenbild (Adolf Hoppe) und Kostüme (Hedwig Pohl und Cosmas Schi ela) schufen die den Wandel vom Rokoko zum Empire kennzeichnende Atmosphäre. Das Publikum nahm das Feuerwerk der Gedankenblitze mit dankbarem Beifall auf. Dr. G. Faber. Kulfur-Notizen Adolf v. Groiman 60 Jahre alt. Am 6. Oktober vollendete dev in • Karlsruhe lebende Literarhistoriker Adolf v. Groiman sein 60. Lebensjahr. Neben seinen Untersuchungen über Hölderlin und Hauff sowie biographischen Arbeiten über .Eichendorff und Stifter hat v. Grol- mann der literarischen Produktion der engeren Heimat besonderes Augenmerk gewidmet und bemerkenswerte Beiträge zur geistesgeschichtlichen Analyse des oberrheinischen Schrifttums geliefert. Der feinsinnige Denker» dem zumal das formale Können Frankreichs stets als Muster diente, betätigte sich auch schriftstellerisch und erweckte durch die vor zwei Jahren bei Lambert Schneider in Heidelberg erschienenen , .Karlsruher Novellen.” die Aufmerksamkeit weiter Kreise. Oktoberprogramm der Freiburger Bühnen. Die Freiburger Bühnen werden im Monat Oktober ihr Publikum zunächst durch ein im Kammerspielhaus stättfindendes Tanzgastspiel Alexander v. Swaines (13. Oktober) und das im Casino gebotene II. Sinfonie-Konzert mit Udo Dämmert als Gast (14./15. Oktober) erfreuen. Nach der auf 23. Oktober festgelegten Neuinszenierung der Operette „Monica" von Nico Dostal ist am 30. Oktober die Erstaufführung von Calderons ,,Richter von Zalamea” zu erwarten, die besonderes Interesse wachrufen wird, da Generalintendant Everth die Titelrolle übernehmen wird. Hofer-Ausstellung am Montag in Berlin. Zum 70. Geburtstag von Professor Carl Hofer, dem Direktor der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, veranstaltet det' Magistrat eine Ausstellung seiner "Werke. Die Schau mit 50 Gemälden wird am li. Oktober eröffnet. Star-Aufgebot in München. Liga Carstens, Anna Dam- mann, Rudolf Fernau und Erich Ponto gehören in der neuen Spielzeit zum Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels, das Rehbergs „Heinrich VII." zur Uraufführung angenommen hat, Der neue Intendant Lippl glaubt, der gegenwärtigen Theaterkrise durch die Erfüllung von vier Forderungen begegnen zu können: Bedeutende Schauspieler, Weltoffenheil, christlich-abendländische Verpflichtung und Bodenständigkeit. Ein iieuer Priestley im deutschen Spielplan. An sieben deutschen Bühnen soll. Eriche November die neue Komödie ..Seit Adam und Eva"', des englischen. Sozial- kiiükers J. B. Priestley gleichzeitig uraufgeführt werden: Hamburg, München. Frankfurt, Essen, Lübeck, Nürnberg und Stuttgart. Mil der ,.Fremden Stadt" und ,,Ein Inspektor kommt." gehört Priestley zu den meistge- spielten englischen Autoren auf deutschen Bühnen. „Österreichisch" als offizielle Sprache. Hölderlin, Kcinl und Thomas Mann sollen jetzt ins österreichische i'b^rselzl werden, wie aus Wien bekannt wird. Durch das ör-levvoichische Unterrichtsministerium wurde nun eine r-Tizielle „österreichische Sprache" deklariert. Das Dekret dieser „offiziellen Sprache” bedient sich jedoch zweifellos der deutschen Sprache. HANDEL UND WIRTSCHAFT Wechselkurs und Weltmarkt Argumente und Gegenargumente — Das Ende der deutschen Preisinsel Die Einführung der Devisenzwangswirtschaft im Jahre 1931 und der künstlich niedrig gehaltenen Inlandsstoppreise im Jahre 1936 haben die deutsche Wirtschaft kurs- und wührungspolitisch vom Ausland losgelöst. Die amtlichen innerdeutschen Devisenkurse und Warenpreise entfernten sich im Laufe der Jahre immer mehr von den freien Kursen und Preisen des Weltmarktes. Erst in der Gegenwart werden die chinesischen Mauern der preispolitischen Isolierung Deutschlands wieder abgebaut. Ein Vergleich vieler Waren- und Rohstoffpreise im In- und Ausland ergibt dabei, daß Deutschland tatsächlich letzthin ein« Insel künstlich niedrig gehaltener Preise vieler Güter war. Die bisherigen innerdeutschen Preiserhöhungen haben bereits manche Preisdifferenzen zwischen Deutschland und der Welt teilweise oder ganz ausgeglichen oder sogar überschritten. Andere Preisdifferenzen bestehen dagegen weiter und deuten die Möglichkeit und die Grenzen zukünftiger Preissteigerungen in Deutschland an. Das Ausfuhrgut Kohle hatte Ende 1947 einen Weltmarktpreis von 15 Dollar, also umgerechnet von 50 Mark pro Tonne, während der innerdeutsche Kohlenpreis nur 15 Mark betrug. Inzwischen ist zwar der inländische Kohlenpreis bereits auf 32.50 DM erhöht worden, liegt aber auch damit immer noch erheblich unter dem Weltmarktpreis. Dabei ist auch zu beachten, daß die US-Kohlen- preise 1948 ebenfalls gestiegen sind. Das Einfuhrgut W ei z e n kostet in Hamburg 107 Dollar pro Tonne, umgerechnet also 356 DM., während der inländische Weizenpreis noch bei 206 DM liegt. Auch die noch diskutierten Preiserhöhungen für Weizen halten sich beträchtlich unter dem höheren Weltmarktpreis. In Anbetracht der höheren Weltmarktpreise für Roh- und Grundstoffe wenden sich darum Kreise der deutschen Industrie und inländische Importeure gegen eine (einheitliche) Senkung des 30-Centskurses der Deutschen Mark, wie sie von vielen Fachleuten gefordert wird. Sie weisen darauf hin, daß das ganze Volk in seiner Eigenschaft als Käufer, als Verbraucher und als Verarbeiter ausländischer Güter kein Interesse an einem niedrigeren Markkurs hat. Denn eine solche Abwertung der Mark bedeutet .ia eine (innerdeutsche) Aufwertung des (Umrechnungskurses) Dollar und die Verteuerung der Devisen und der Einfuhrgüter. Durch eine Senkung des Markkurses würde also der Lebensstandard des Volkes gesenkt, würden inflationistische Tendenzen gefördert. Es wird mit Recht auch darauf hingewiesen, daß die weitgehende Abschaffung der bisherigen Umrechungsfaktoren zwischen 30 und 80 Cepts und die Einführung des „einheitlichen“ niedrigeren 30-Centskurses im Außenhandel der Donpelzone eine Art Teilabwertung darstellte. Bis zum Mai 1948 wurden, bei Umrechnungskoeffizienten zwischen 80 und 30 Cents, als Gegenwert für 1 Dollar je nachdem 1.25 oder 2,00 oder etwa 3,00 Mark usw. berechnet. Gegenwärtig aber kommt bei der Ein- und Ausfuhr der Doppelzone grundsätzlich,, d. h. abgesehen von Ausnahmen, der höhere einheitliche Dollarkurs von 3,33 DM zur Anwendung. Allein schon diese Teilabwertung der Mark auf 30 Cents hat also zu Preiserhöhungen bis zu 167 Prozent geführt. Die Preiserhöhungen z. B. für eingeführte Wolle, für Baumwolle, Eisenerze und insbesondere für Häute und Felle sind ja' tatsächlich durch diese Senkung des Um- rechnungskoeffizienten verursacht. Sie haben bekanntlich zu den Preissteigerungen für Schuhe, für Textilien, für andere Güter und zu einer Erhöhung der Lebenshaltungskosten beigetragen. Es ist unter diesen Umständen verständlich, daß auf das Beispiel Frankreichs, Italiens und südamerikanischer Staaten hin- gcwiesen wird und gespaltene Kurse befürwortet werden. So wird die Anregung laut, daß z. B. bei Rohstoffeinfuhren ein besonderer und höherer Markkurs von etwa 60 Cents in Anwendung komme und daß der Dollar und die Importwaren nur mit 1,66 DM statt mit 3,33 DM pro Dollar bezahlt werde. Das starke Steigen der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt gibt das Motiv für diesen Wunsch. Es fehlt natürlich nicht an Gegnern solcher Subventionen, Auf der anderen Seite fordern Exportkreise eine Abwertung der Mark auf 25, ja auf 20 Cents und dementsprechend eine Erhöhung des Dollarkurses auf 4 oder 5 DM. Diese Exportkreise machen darauf aufmerksam, daß gegenwärtig nach zuverlässigen Schätzungen 40—50 Prozent des deutschen Exports infolge des zu hohen Markkurses von 30 Cents nicht mehr kon- kurrenz- und ausfuhrfähig sind. Es trifft auch zu, daß etwa 28 Prozent der Ausfuhr der Doppelzone Umrechnungsfaktoren unter 30 Cents hatten. Das heißt, daß gleiche Mengen der betr. Exportgüter in Deutschland einen Preis von 100 Mark, also von 30 Dollar, im Ausland aber einen Preis unter 30 Dollar hatten. Die betreffenden innerdeutschen Preise standen also schon vor den beträchtlichen Preissteigerungen der letzten Zeit über den Weltmarktpreisen. Schneidwaren benötigen sogar einen Kurs von 16 Cents! Der Wunsch nach einer Senkung des Markkurses wird mit den schon bisher stark gestiegenen Kosten, mit den noch weiter steigenden Kosten, mit den preispolitischen Spannungen und mit der Notwendigkeit der Anpassungen begründet. Mit Recht wird argumentiert, daß diese notwendigen Anpassungen der Preise durch deflatorische Maßnahmen gegen einzelne überhöhte Preise viel schwerer durchzuführen sind als durch das Hinaufziehen allzu niedriger Preise. Jede weitere Preis- und Lohnerhöhung aber senkt die inländische Kaufkraft der Mark, erhöht die Kosten und setzt dadurch den Wechselkurs von 30 Cents immer mehr ins Unrecht. Das Ausland hat durch die Entwicklung der NS-, der Kriegs- und der Nachkriegsjahre einen wirtschaftlichen Vorsprung gegenüber Deutschland. Die deutsche Ausfuhr bedarf darum der Verbilligung und der Förderung durch einen niedrigeren Kurs. Darüber hinaus liegt es auch im Interesse der ausländischen Gläubiger Deutschlands, durch einen niedrigeren Markkurs die deutsche Ausfuhr zu erleichtern und dadurch dem Schuldnerland Deutschland die Möglichkeit zu geben, seinen politischen und wirtschaftlichen Zahlungsverpflichtungen durch erhöhte Warenlieferungen nachzukommen. Endlich wird auch das Problem der passiven Handelsbilanz Deutschlands in die Debatte geworfen. Die Befürworter des gegenwärtigen bezw. eines hohen Markkurses weisen darauf hin, daß der Einfuhrüberschuß noch viele Jahre lang anhalten werde. Darum, so argumentieren sie, sei Deutschland an einem hohen Markkurs, der ihm billigere Einkäufe im Auslande gestatte, mehr interessiert als an einem niedrigeren Markkurs, der seine Einfuhren nur verteuere. Die Gegenseite aber betont, daß Deutschland seine Handelsbilanz bald ausgleichen müsse und daß gerade eine Senkung des Markkurses durch Verbilligung und Förderung der Ausfuhren und durch Verteuerung und Erschwerung der Einfuhren zu diesem notwendigen Handelsbilanzausgleich beitrage. Außerdem zeige auch der freie Kurs der D-Mark am Züricher freien Notenmarkt, der bei etwa 12 Mark für 1 Dollar liegt, in welcher Richtung eine Änderung des gegenwärtigen reinen Umrechnungskurses notwendig sei. So stehen sich Argumente und Gegenargumente gegenüber. Es wird keine leichte Aufgabe für die amtlichen Stellen, für die Alliierten und für die Sachverständigen sein, dieses Währungsproblem Nr. 2 so zu lösen, daß alle Interessenten relativ zufrieden sein werden. Ferdinand Rieck. Wieder Kakaoeinfuhr nach Deutschland Etwa 7 Prozent der Vorkriegseinfuhr Nachdem in den Westzonen die Kaffeebewirtschaftung aufgehoben und Kaffee, wenn auch noch zu sehr hohen Preisen (bedingt durch den überhöhten Einfuhrzoll) in beliebigen Mengen käuflich ist, wird demnächst auch die Kakaoeinfuhr wieder anlaufen. Der internationale Notstands-Ernährungsausschuß hat Westdeutschland für das am 30. September endende Kakaowirtschaftsjahr 1947/48 eine Menge von 5000 Tonnen Kakaobohnen bewilligt. Diese Zuweisung wurde ermöglicht durch verringerte Bezüge einzelner Abnahmeländer und erhöhte Ausfuhrmöglichkeiten verschiedener Erzeugerstaaten. Der nach Westdeutschland vorgesehene Import entspricht etwa 6—7 Prozent der Vorkriegseinfuhr, ist aber Immerhin ein Anfang, der sowohl von unserer Bevölkerung als auch von der deutschen Schokoladenindustrie begrüßt wird. Im Augenblick bestehen freilich noch Finanzierungsschwierigkeiten, da noch nicht geklärt ist, ob der Import über die JEIA oder im Rahmen der Marshallplanhilfe durchgeführt werden soll. Die Kakaopreise haben sich gegenüber der Vorkriegszeit vervielfacht. Der für Deutschland bestimmte Kakao wird etwa 44—45 Dollarcents je englisches Pfund betragen gegenüber einem Preis von 5—6 Cents vor dem Kriege. Die deutsche Schokoladenindustrie, die früher knapp 200 Betriebe umfaßte, hat über die Hälfte ihrer Leistungsfähigkeit durch Kriegsschäden und Demontagen verloren. Allein in der Ostzone sind 75 Prozent aller Anlagen, darunter die leistungsfähigsten Werke, demontiert worden. Die noch verbliebenen Betriebe sind größtenteils in Sowjet-Aktiengesellschaften oder volkseigene Unternehmen umgewandelt worden. In der Westzone blieb die Firma Gebrüder Stollwerk AG. in Köln fast unversehrt, und sie wird voraussichtlich in die Verarbeitung der demnächst zu importierenden 5000 Tonnen Kakao in starkem Maße eingeschaltet werden. Das Unternehmen, das sich zur Zeit mit der Herstellung Schwarzmarktpreise vor und nach der Währung Düsseldorf. Die Schwarzmarktpreise im rheinisch-westfälischen Industriegebiet zeigen nach Untersuchungen des statistischen Landesamtes von NRW recht unterschiedliche Relationen zur neuen Währung. Während sich die irregulären Preise für Mehl, Schokolade. Kern- und Toilettenseife, Kohlen und Benzin der Relation 10:1 der neuen Währung annaßten, war das Umstellungsverhältnis bei Fleisch, Fetten, Bohnenkaffee, Tee, Kakao, Schuhen und anderen Waren etwa 20:1. Der für den Käufer günstigere Umrechnungskurs der letztgenannten Gruppe sei auf das Bestreben der Verkäufer zurückzuführen gewesen, sich selbst unter Werteinbußen in den Besitz des neuen Geldes zu bringen. Nach Überwindung der äußersten Bargeldknappheit setzte im August und September für viele Waren ein gewisser Preisanstieg ein. Im eineinen betragen die Preise durchschnittlich (jeweils am 15. Mai, Juni, Juli, August in Reichsmark bezw. D-Mark) für 1 Pfund deutsches Weizenmehl: 13.—, 16.—■ UM, 1.30, 1.— DM. für Schokolade (100 gr) 40.—, 50— RM, 4.—, 5.— DM. Kernseife (Stück) 12.—, 15.— RM, 1.30, 1.40 DM, Toi- lotlenseifc 21—, 32.— RM, 3—, 2.60 DM, S1 einkohlen (1 Ztr.) 21.—, 32.— RM, 3.50, 3.70 DM, Benzin (1 Liter) 6.—, 10— RM, 0.90, 1. DM, Schweinefleisch (1 Pfd.) 53.—, 56.— RM. 4.—, 4.90 DM, Rindfleisch 43—, 45.-- RM, 3.—, 4.- DM. Speck 180.—. 186.— RM, 9. , 12.— DM, Butter 220.—, 230.— RM, 9.—, 11.50 DM. Bohnenkaffee 330.—, 390.— RM, 'S.—, 20.— DM, Tee 323.—, 355.— RM, 20.—, 24.70 DM, Kakao 352—, 366.— RM, 21.—, 22.30 DM, amerikanische Zigaretten (Stück) 6.50, 7.— RM, 0,30, 0,35 DM, Männerstraßenschuhe (Paar) 666.—, 800.— RM, 40.—, 65.— DM. Neue Reisemarken in Bizone Frankfurt. Bei den Reisemarken der Ausgabe November 1948 bis Februar 1949 werden nach Mitteilung der Verwaltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Marken über 50 gr Brot, 25 gr Nährmittel, 5 gr Fett und 10 gr Zucker durch sogenannte kurzfristige Reisemarken ersetzt, die aus Kleinabschnitten der normalen Lebensmittelkarten zusammengestellt sind. Ihre Gültigkeitsdauer beträgt zunächst zwei, ab 1. Januar voraussichtlich drei Monate. Die übrigen Reisemarken werden wie bisher als langfristige Marken hergestellt. — Die neuen Tageskarten setzen sich in Zukunft aus Einzelabschnitten zusammen, die in Wert und Aufmachung den Reisemarken entsprechen. Tabakwaren mit RM-Steuerzeichen anmelden. Das Bad. Ministerium der Finanzen — Abt. für Steuern und Zölle — erinnert daran, daß die Tabakwarengroßhändler und Kfeinhändler nach der in allen Tageszeitungen veröffentlichten amtlichen Bekanntmachung vom 4. September 1948 ihre Bestände an Tabakwaren, die noch mit RM- Steuerzeichen versehen sind, bei ihrer zuständigen Zollstelle anzumelden haben. von Süßwaren, Drops usw. befaßt, beschäftigt bereits wieder 500 Arbeitskräfte gegenüber 4000 vor dem Kriege. Die Trumpf- Werke in Aachen sind zerstört und fallen vorerst für die Schokoladenproduktion aus. Andere Firmen wie Kwatte, Köln, van Hou- ten in Krefeld, Gebr. Neugebauer & Lohmann, ferner Kaiser in Viersen, Tengelmann in Mülheim, befinden sich teils im Aufbau und haben teils auch schon wieder die Produktion aufgenommen. In der amerikanischen Zone blieben die Sarotti-Werke in Hattersheim und in der französischen Zone die Suchard-Betriebe in Lörrach unbeschädigt. Die Frankonia-Werke in Würzburg, die Firma Waldbaur in Stuttgart und eine Mannheimer Schokoladenfirma erlitten größere Kriegsschäden. Dr. A. B. Voraussichtliche Preise für Genußmittel in der Bizone Frankfurt. Nach den vom Wirtschaftsrat verabschiedeten neuen Steuersätzen für verschiedene Genußmittel werden sich vorbehaltlich der Zustimmung durch die Militärregierung nach den vorliegenden Informationen folgende Preise ergeben: Kaffee: Auf Grund der Steuerherabsetzung auf 10 D-Mark pro Kilogramm wird der Preis für ein Pfund Kaffee zwischen 11 und 12 D-Mark liegen. (Für eingeführten Röstkaffee soll die Steuer von 54 auf 13 D- Mark gesenkt werden). Branntwein: Der Steuersatz von 750 D-Mark pro Hektoliter Weingeist würde für eine Flasche Branntwein einen Preis von etwa 6.25 bis 6.65 ergeben. Tabak: Die neuen Preise werden sich wie folgt stellen: Zigarren von 10 Pfg. an, Zigaretten von 8 Pfg. an, Feinschnitt von 28.— D-Mark pro Kilo an, Grobschnitt von 14 pro Kilo an. Bier: Es sind drei Kategorien vorgesehen: Einfachbier mit einem Stammwürzegehalt von 2 %, Schankbier mit 4,5 bis 5,5 % und Lagerbier von 7—8 %. Das Lagerbier wird etwa 0,90 bis 1.— D-Mark pro Liter kosten, die änderen Sorten werden entsprechend billiger sein. Textilindustrie klagt über Rohstoffmangel Düsseldorf. In maßgebenden Kreisen der westdeutschen Bekleidungsindustrie wird die geplante Einfuhr von Textil-Fertigwaren kritisch beurteilt. Infolge des hohen Bedarfs an Textilien soll jetzt aus Belgien, England, Italien und der Schweiz Fertigkleidung eingeführt werden, während nach Angabe der Textilfachleute Deutschland früher eines der bedeutendsten Exportländer von Fertigkleidung war. Die Vertreter der westdeutschen Bekleidungsindustrie sind der Ansicht, daß bei höherer Rohstoffeinfuhr für die gleichen Devisenbeträge mindestens zwei- bis dreimal soviel Textilfertigwaren hergestellt werden können. Die Bekleidungsindustrie in den Westzonen verfügt über etwa 85 000 Näh- und Spezialmaschinen. Für 1948 ist eine Rohstoffeinfuhr von mindestens 238 000 Tonnen und höchstens 252 000 Tonnen vorgesehen, während die Kapazität der Textilindustrie in den Westzonen die Verarbeitung von 330 000 Tonnen zuließe. Die im Industrieplan zugebilligte Quote von 10 kg. Textilien pro Kopf ergibt eine Gesamtmenge von 420 000 Tonnen. In Kreisen der westdeutschen Wirtschaftsverwaltung ist man andererseits der Ansicht, daß die Einfuhr von Fertigkleidung die deutsche Textilindustrie zu einem gesunden Wettbewerb und zu einer Senkung der übersetzten inländischen Textilpreise veranlassen wird. Erfassung der Entnahmen in Südbaden Freiburg. Das Badische Ministerium Wirtschaft und Arbeit — Abt. Demontage — teilt mit, daß mit, Rücksicht auf den kommenden Lastenausgleich alle Entnahmen erfaßt werden. Die Erfassung erfolgt durch die Fachverbände bezw. Industrie- und Handelskammern und zwar erstmalig zum Stichtag des 30. 9. 1948 und soll laufend vierteljährlich ergänzt werden. Die Erfassung soll folgende Entnahme- Arten berücksichtigen: a) Abrüstung. Zum Beispiel Art und Wert der zerstörten Gebäude, entnommene Maschinen, Hilfsmaschinen, Werkzeuge und Vorräte; b) Beute (als Kriegsbeute mit und ohne Beleg entnommen); c) Einzelentnahmen. Auf Deblocagescheine, als Prelevement d’urgence ä titre des Reparation, als Strafmaßnahme wegen Vergehen gegen die Maschinenmeldepflicht; d) Restitutionen. Aus ehemals besetzten Gbieten stammend; e) Requisitionen; f) Demontagen. Die Unterteilung soll erfolgen: a) Maschinen, b) Hilfsmaschinen, Vorrichtungen und Werkzeuge, c) Vorräte, Roh-, Halb- und Fertigfabrikate, d) Sonstiges. Bei Maschinen ist anzugeben: a) Zahl, b) Anschaffungswert, c) Buchwert im Zeitpunkt der Entnahmen, d) Residual Restwert. Für den Fall des Verlustes von Patenten, Arbeitsverfahren u. a. soll der geistige Wert ebenfalls bei dieser Aufstellung angegeben werden. * Aufhebung der Warenbegleitscheine. Die im Güterverkehr zwischen der französischen Zone und der Bizone bisher vorgeschriebenen Warenbegleitscheine sind mit Wirkung vom 1. Oktober 1948 aufgehoben worden, wie die französische Militärregierung mitteilt. Programm des Südwesifunks vom 10. bis 12. Oktober Sonntag, 10. Oktober: 6.00 Nachrichten. 6.10 Morgen» konzert. 7.00 Nachrichten, Wetter, Programmvorschau. 7.15 Sing schon am Morgen. 8.00 Kurznachrichten, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.05 Eigenprogramm der Studios des SWF. 8,30 Nachrichten in französischer Sprache. 8.45 Eigenprogramm der Studios des SWF. 9.30 Das Unvergängliche. 10.15 Eigenprogramm der Studios des SWF. 11.00 Die Aula, die Stunde der Universitäten. 11.30 Musik zum Sonntagvormittag. 12.00 Nachrichten, Wetter, Pro* gxammvorschau. 12.10 Mittagskonzert mit Operettenmusik, 12.45 Eigenprogramm der Studios des SWF. 13.00 Nach* richten, Wetter, Programmvorschau, 13,15 Musik nach Tisch. 13.45 Paris: Französische Sendung in deutscher Sprache. 14.15 Frohe Melodien mit Dorle Rath und Willy Treffner; Gesang: Walter Lesdietitzky und seinem Ensemble und mit Carl Friedrich Homann am Flügel. 15.00 Kinderfunk: Reise in das Märchenland. 15.30 Kaisers* lautern: Stimme der Heimat. 16.15 Film-Revue. 16.45 Albrecht Schönhals spricht: Wedekind. 17.00 Aus dem Kurhaus in Baden*Baden: Konzert des Großen Orchesters des Südwestfunks. Leitung Paul Hindemith (New Häven, USA.)? Solist: Dennis Brain (Hornn). In der Pause: Sling: Das Bild eines Journalisten von H. H. Bormann. 19.00 Klaviermusik. Carl Seemann spielt die Sonate f-moll op. 2 Nr. 1 von Beethoven. 19.15 Eigenprogramm der Studios des SWF. 19.40 Die Tribüne der Zeit. 20.00 Le Magazine de France. 20.15 Frohsinn am laufenden Band. 21.15 Tanzmusik. Es spielen: Das Orchester Ernst Jäger und Pierre Spiers und sein Orchester. 22.00 Nachrichten, Wetter, Programmvorschau, 22.15 SpoTt am Sonntag. 22.30 ,.Jedem das Seine**, mit viel Musik und wenig Worten. 24.00 Spätnachrichten, Schlußmusik. Montag, 11. Oktober: 6.00 Nachrichten. 6,15 Koblenz; rgenkonzert, 1. Teil. 7.00 Nachrichten, Programmvor» au. 7.15 Koblenz: Morgenkonzert, II. Teil. 7.30 Fa» ienfunk: Der gute Rat. 7.40 Sing schon am Morgen. ) Kurznachrichten, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 5 Eigenprogramm der Studios des SWF. 8.30 Paris? diriditeti in französischer Sprache. 8.50 Sendepause. 15 Eigenprogramm der Studios des SWF. 12.00 Nadh- iten, Wetter, Programmvorschau. 12.10 Kaiserslautem: itagskonzert. 12.45 Eigenprogramm der Studios des r F. 13.00 Nachrichten, Wetter. 13.15 Koblenz: Musik h Tisch. 13.30 Paris: Französische Sendung in dent- er Sprache. 14.00 Melodische Rhythmen. 14.30 Sende* ise. 17.00 Solistenkonzert. Herbert Schäfer (Cello) und ria Bergmann (Klavier). 17.30 Für die Bäuerin. 17.45 ; Viertelstunde für den Rumbafreund. 18.00 Eigenpro* mm der Studios des SWF. 28.30 Kreuz und quer durch jtschland, Nachrichten aus allen Zonen. 18.45 Franzö* h im Südwestfunk (für Fortgeschrittene). 19.00 Musik 1 Sport. 19.15 Bücherschau. 19.30 Eigenprogramm der ,dios des SWF. 19.40 Die Tribüne der Zeit. 20.00 Le gazine de France. 20,15 Musik für Dich. 21.00 Aus der )lt der Oper; Werke slawischer Komponisten. 22.00 chrichten, Wetter, Programmvorschau. 22.15 Paris: mzösische Sendung in deutscher Sprache. 22.30 Ver- igtes Rätselraten mit Heinz Kohlhaas. 23.00 Herbert jinschmidt: Weltwirtschaftschronik. 23.15 Eigenpro* mm der Studios des SWF. 24.00 Spätnachrichten, tlußmusik. Dienstag, 12. Okt.: 6.00 Nachrichtenn. 6.10 Kaisers- tern: Morgenkonzert, I. Teil. 7.00 Nachrichten, Pro- immvorschau. 7.15 Kaiserslautern: Morgenkonzert, TT. il. 7.30 Familienfunk: Häusliche Gesundheitspflege. 0 Sing schon am Morgen. 8.00 Kurznachrichten, Wetter, ässerslandsmeldungen. 8.15 Eigenprogramm der Stu- is des SWF. 8.30 Paris: Nachrichten in französischer rache. 8.50 Sendepause. 11.45: Eigenprogramm der tdios des SWF. 12.00 Nachrichten, Wetter, Programm- rschau. 12.10 Koblenz: Mittaciskonzert. 12.45 Eigen- jcjramm der Studios des SWF. 13.00 Nachrichten, alter. 13.15 Kaiserslautern: Musik nach Tisch. 13,30 :s Paris: Französische Sendung in deutscher Sorache. 00 Unterhaltungsmusik. 14.30 Sendepause. 17.00 Sin- rie-Konzert. Strauß: Metamorphosen für Orchester, eoni: Divertimento für Flöte und Orchester op. 52 jiist: Kurt Redel). Mozart: Sinfonie in C-dur K.V. 338. 00 Eigenprogramm der Studios des SWF. 18.30 Kreuz d quer durch Deutschland, Nachrichten aus allen nen. 18.45 Französisch im Südwestfunk (Wiederho* iqskurs für Anfäncteri, 19.00 Kleine Abendmusik. 19.15 r Rechtsspieqel. 19.30 Eigenorogramm der Studios des VF. 19.^0 Die Tribüne der Zeit. 20.00 Le Magazine de -’re. 'iQ.f5 ..Konzert im Herbst” 'Unterhaltungsmusik), U H'rsnie): ,,Der Stvrm" von William Shakespeare. Die: Karl Peier Biltz. 22.00 Nachrichten, Wetter, Pro« ammvorschau. 22.15 Paris: Französische Sendung in utscher Sprache. 22.30 Musik der Welt? Werke von aurice Ravel; Sonatine für Klavier-, Sonate für Violine d Klavier. 23.00 Alfons Teuber: Aus seinem Erinne- Kings ums jpJltunpte^ Unser Schloßberg Für jeden Freiburger zählt der liebliche Blick auf das ragende Münster vor der landschaftlichen Folie des Schloßbergs zu den vertrautesten und schönsten Eindrücken seiner engeren Heimat, und von jeher ist der Schloß" borg, dieser sanftgeweltte Ausläufer des Roß- kopis, ein leicht erreichbares Lieblingsziel des Freiburger Bürgers gewesen, dessen Besuch ihn nicht einmal aus dem Blickfeld und Bannkreis der Stadt zu entlassen brauchte. Aber nicht allzu oft wird dem Freiburger bei solchem' Gang bewußt, wie sehr die geschichtlichen Wandlungen eines Jahrtausends unseren Schloßberg immer wieder in seiner Ruhe störten und seinen ehemals waldlosen Rücken durch Menschenwerk veränderten. Kein Wunder in einer Grenzstadt wie Freiburg, wo sich die kleine, bürgerliche Alltagsgeschichte nur zu oft mit der Weltgeschichte berührte! Die Kelten sah der Berg auf ihren Wanderungen vorüberziehen, die Heere und Streitkräfte aller Staaten beunruhigten ihn im Laufe der Jahrhunderte in stetigem Wechsel. Zähringen. Habsburg und Frankreich beherrschten ihn, und Bernhard von Clairvaux. Barbarossa, Maximilian und Erasmus von Rotterdam waren nicht die Geringsten, mit denen er Bekanntschaft schloß. Reben wurden auf seinem geduldigen Rücken gepflanzt, doch wurde er wegen seiner strategischen Lage auch zur gewaltigen Festung ausgebaut, bis. ihm deren Schleifung erst im Jahre 1745 die beschauliche Ruhe wiederschenkte. Aber auch friedliche Kapellen und Brunnen schmückten ihn; ihre Geschichte ist mit seiner ereignisreichen Vergangenheit unlöslich verbunden. Und heute? Nachdem der Schloßberg wieder einmal durch Kriegsgetöse in seiner Ruhe gestört worden war. möchten wir ihm die Erholung gönnen, die er nötig hat, um den von den Menschen arg gelichteten Pelz seines bejahrten Rückens wieder nachwachsen zu lassen und damit wieder zu dem grünumschatteten Lieblingsziel der Freiburger zu werden. .. ' ‘ ‘ ■ g. Verkehrsunglück an der Schauinslandstraße Vergangene Woche ereignete sich an der Schauinslandfahrstraße ein verhängnisvoller Verkehrsunfall. Eine Zugmaschine, an die zwei mit Holz beladene Wagen angekoppelt wären, geriet von der. Straße weg über einen Abhang hinunter. Auf den Holzwagen saßen neun Personen, von denen zwei bei dem Absturz ihr Leben einbüßten und zwei weitere erheblich verletzt wurden. Gleichfalls schwer verletzt ist der Lenker der Zugmaschine. -Zur ersten Hilfeleistung begab sich eine. Sonderabteilung der Feuerwehr an die Unfallstelle. Die Polizei berichtet Nach einem Streit mit Hausgenossen hat ■sich im Vorort Herdern eine 48 Jahre alte Ehefrau mit Gas vergiftet. — Die Zahl der Verhafteten, die aus den Bahnwagen am Güterbahnhof fortgesetzt Lebens- und Genußmittel stahlen, ist auf 18 gestiegen. — Aus einem Haus in der Eschholzstraße sind fünfzig verschiedene Schmuckstücke im Gesamtwert von 10 000 DM gestohlen worden. Sammlung der Bahnhofsmission Wie die Innere Mission mitteilt, findet am Wochenende am Freiburger Bahnhof eine Sammlung der Bahnhofsmission statt. Die Bevölkerung wird auf diese für gemeinnützige Zwecke bestimmte Sammlung aufmerksam gemacht. lim den Neubau der Straßenbahnlalle Die aiten Hallen sind zu klein geworden — Auch die Werkstätten erhalten neue Räume Oberbürgermeister Dr. Hoffmann lud den Stadtrat und die Vertreter der Presse ein, die Straßenfoahnhalle in der Komturstraße und in der Urachstraße zu besichtigen, um sie von der Notwendigkeit des im Stadtrat viel erörterten Projekts einer neuen Straßenbahnhalle zu überzeugen. Zuerst hatte man Gelegenheit, die Gebäude und das Gelände in der Komturstraße zu besuchen. Wie Direktor Bachert mitteilte, besitzt die dortige große Halle, die im Jahre 1929 errichtet wurde, ein Fassungsvermögen von 25 Wagen. Sie entspricht aber in keiner Weise mehr den Anforderungen des heutigen Straßenbahnverkehrs. da beim In- und Aus-der-Hal- le-Fahren die 1 Wagen in zeitraubender Weise mehrfach rangiert werden müssen. Eine kleine, nach der Seite hin offene Nebenhalle dient als Unterstellraum für die Fahrzeuge der Bahnmeisterei. Die Halle weist starke Schäden auf Die neu geplante Halle, die senkrecht zur alten in einer Länge von 90 Metern erstellt werden soll und bei 6 Gleisen für 46 Wagen Platz bietet, wird den erhöhten Anforderungen durch ihre neue Bauweise gerecht. Vor allem werden die Wagen ohne Wenden ein- und ausfahren können; dies ermöglicht eine große Kräfte- und Materialeinsparung, da die Halle an beiden Seiten eine Einfahrt besitzen wird. Außerdem ist geplant, das an der alten Halle vorbeiführende Gleis, über das gegenwärtig sämtliche Straßenbahnen fahren, in die Komturstraße zu verlegen, um so das Betriebsgleis im Betriebshof erheblich zu entlasten. Neben der neu geplanten Halle ist in einer Breite von 6 Metern in der vollen Länge eine Werkstatthalle als Anbau vorgesehen. Außerdem bestehen an dem Gelände an der Komturstraße noch Möglichkeiten für den eventuellen Aufbau weiterer Werkstätten. Anschließend wurden die Straßenbahnhalle und Reparaturwerkstätten in der Urachstraße besichtigt. Auch diese Halle entspricht nicht Blick in den mehr den heutigen Anforderungen, da sie für den erweiterten Wagenpark an Straßenbahnen und Omnibussen zu klein geworden ist. Die Werkstätten sind ebenfalls räumlich ziemlich eingeschränkt und außerdem in der technischen Einrichtung stark veraltet. Es ist daher dringend notwendig geworden, sie in größere und modern eingerichtete Räume zu verlegen, die in der Komturstraße oder in der dort bestehenden alten Halle geschaffen werden sollen. An Ort und Stelle trat das ■offensichtliche Bedürfnis für größere Räume zutage. Aus den .Gebäuden in der Urachstraße soll, wie bereits mehrfach erörtert, eine Großgarage entstehen, die, fast im Mittelpunkt der Stadt, zahlreiche Fahrzeuge aufnehmen kann. Ferner war Gelegenheit gegeben, das Gelände der Bahnmeisterei aufzusuchen, bei dem sich zeigte, daß ein sehr großer Mangel an neuen Schienen besteht. Gegenwärtig umfaßt der Vorrat an neuen Schienen 25 Meter; das bedeutet bei einem Netz von 32 Kilometer soviel wie gar nichts. Ende dieses Jahres soll nun aber doch mit der Lieferung von neuen Schienen gerechnet werden können. Alles in allem zeigte es sich bei der Besichtigung, daß der von demokratischer Seite im Stadtrat stark unterstützte Plan des Neubaus in der Komturstraße sobald als möglich durchgeführt werden muß. Neben der Vermeidung einer weiteren Schädigung der zum Teil wegen Platzmangels unter freiem Himmel untergebrachten Wagen wird besonders eine größere Kapazität der Reparaturwerkstätten erreicht. Dadurch besteht für die Zukunft die Möglichkeit einer schnelleren Ueberholung und Reparatur von beschädigten Wagen. Dies wird sich nicht unwesentlich auf die Betriebssicherheit und Fahrmöglichkeit der Städtischen Straßenbahnen auswirken. Wie der Oberbürgermeister abschließend mitteilte, besteht die Aussicht, da'ß in nächster Zeit mit dem Bau des geplanten Projekts in der Komturstraße begonnen wird. h. m l Bad Krozingen. Am letzten Samstag gab die „Südbadische Handpuppenbühne“ mit dem Märchenspiel „Das Geisterschloß“ ein erfolgreiches Gastspiel. — Am Sonntag hielt der Kaninchenzuchtverein nach Sjähriger Pause im Hof des Schloßcafes eine Ausstellung ab. Es wurde sehr gutes Tiermaterial gezeigt. Mit der Tierschau verbunden war auch 1 eine Pelzschau, bei der die Pelzfirma Zähringer, Staufen, und die Modistin Frau Hug, Bad Krozingen, mit den ausgestellten Stücken die vielfachen Verarbeitungs- und Verwendungsmöglichkeiten der Felle auf-, zeigten. — Aus französischer Kriegsgefangenschaft kehrte nach 9 jähriger Abwesenheit Oskar Lang zurück. — Unter Chormeister.. Kinds bewähi'ter Leitung trat am Sonntagnachmittag der Männergesangverein Bad Krozingen mit angegliedertem Frauenchor und dem neugegründeten, .durch die Schiatter Siriggilde verstärkten Knabenchor an die Oeffentlichkeit. Das ansprechende Volksliede'r- programm, das Männer-, Knaben- und gemischte Cbö-e brachte, wurde wertvoll bereichert durch Soiovorträg'e von Ernst Stoffel, Tenor, und Frau Leppert, Sopran. Der stürmische Beifall war verdient. — Am Dienstag, 12. Oktober, beginnt auf der Kro- zinger Gemarkung der Herbst. Die warmen Sonnentage kommen der Qualität des 1948ers noch sehr zugute. Badenweiler. Der demokratische Ortsverein hielt am Sonntag im „Wilden Mann“ unter dem Vorsitz von Kreisrat Gloeser eine Sitzung ab, in deren Verlauf die Bürgermeisterwahl besprochen wurde und die Kandidaten für die Gemeinderatswahlen aufgestellt wurden. — Kurparkdirektor F. 3ischoff ist nun in den Ruhestand getreten, nachdem er 48 Jahre im Staatsdienst als Gartenarchitekt gewirkt hat. Sein Nachfolger ist Gartenverwalter W. Seiop, bisher in. Remscheid als Gartenpfleger tätig. — Im Alter von fast 76 Jahren starb Dr. med. Steffen, der vier Jahrzehnte hier als Arzt und Lungeospazia- list tätig war und das Sanatorium Waldeck leitete. Seefelden. Als Anfangstag der Traubenernte in Buggingen und Seefelden ist der 12. Oktober festgesetzt. Schliengen, Am 5. Oktober beging Otto Senft in geistiger Frische den 74. Geburtstag. Am 6. Oktober wurde August Gottlieb 70 Jahre alt, und am gleichen Tage feierte Berta Braun, Wwe., den. 73. Geburtstag. Auf einem in Richtung Basel fahrenden, mit Rotwein beladenen Lkw. war, unbemerkt vom Fahrer, ein Faß undicht geworden. Jedenfalls hinterließ der Wagen auf der Straße eine duftende, rötlich leuchtende Spur. Zurufe Vorübergehender beachtete der Fahrer nicht, und so bleibt es fraglich, ob er den Defekt, bemerkte, bevor das Faß völlig ausgelaufen war. — Die Nußernte geht, auf hiesiger Gemarkung ihrem Ende entgegen. Hier und dort sieht man die Bauern beim Kartof- felausmachen. Schon stehen „Vorherbst“ und „Herbst“ mit ihrer Fülle von Arbeit vor der Tür. So reißt die bäuerliche Arbeit bis zum Anbruch der kalten Jahreszeit eigentlich niemals ab. Feuerbach. Dieser Tage kehrte Th. Greiner, Sohn des Landwirts Theophil Greiner, aus französischer Kriegsgefangenschaft zurück. Kandern. Aus russischer Kriegsgefangenschaft kehrte am vergangenen Sonntag Maler Hermann Schütze! in die Heimat zurück. — Der Handharmonikaklub Kandern veranstaltet am kommenden Sonntag einen Tanz, worauf auch an dieser Stelle hingewiesen wird. — Die Autolinie Kandern—Marzeil— Schliengen mußte bis auf weiteres s+UIgelegt werden, da dringende Reparaturen notwendig sind. Bis Ende dieser Woche hofft man. daß der Kurs wieder täglich fährt; gleichzeitig wird wiederum der erste Omnibus, der dieser Tage fertiggestellt ist, eingesetzt. Die Bewohner des hinteren Kandertals begrüßen diese Neuerung, hört doch dann der Transport mit dem unbebauten LKW auf. Es wäre zu wünschen, daß bald noch weitere Omnibusse nach Kandern kämen, damit die früheren Kurse nach Löirach auch wieder aufgenommen werden könnten. Aus dem Kulturleben Vorschlag zur Behebung des Fleischmangels Konzert des Stamitz-Quartetts Ausstellung Professor Engelmann Das Stamitz-Quartett, das schon oft Freiburg mit auserlesenem Programm vor Oeffentlichkeit getreten war, bot mit sein Konzert im Maria-Hilf-Saal wieder eine erstklassige Streichmusik. Schon Au-swi und Reihenfolge der dargebotenen Wei zeigten eine glückliche Hand. Gleich zu A fang_ ließ das feinfühlig interpertierte D-di Streichquartett von Mozart technische Vc kommenheit und gut abgestimmtes Zusai menspiel erkennen. Eine besonders eindrucl j eistun § vermittelte das Streichquart ,. , ur von Schumann, wobei die Cel p l le im Andante und das Crescendo im le herv orragend zur Geltung kann Tho™ ^.^ epunl?t bildete Beethovens reic Thematik _ und Problematik enthaltend L',: St u ( IC ^ qUart6tt opus 59- Nr. 3, eir Ti teJ S Unkt Beethovenscher Schaffer m P To!tL S l eh ^ den ^-.? ammermusikwerk e- r brpff , che und starke Ausdruck SDruch d ^ S ? uai ; t ® tts stap d röcht ; im Wide d Z l ede , echte Kammermusik au Musizierens n t Und d ersrtwl ? ie ,.. Ieider » { cht sehr zahlrei vor allem 6 pr ^ uhorer dankten dem Quarte ßer k,WT f S ° r Naubei ' ««' das in Gesell™:Llt Reffe harmonisch herzliche e !i t darf ? e ^>otem Konzert rr eine' Z ugate Jn folgte n ® nhaIfendem Belfal! de Heute wird, im Augustinermuseum die Ausstellung des Bildhauers Prof. Engelmann, ehemaligen Professors an der Staatlichen Kunsthochschule zu Weimar, aus Anlaß seines 80. Geburtstages eröffnet. Die Ausstellung ist im Oktober und November zugänglich. Der Schwarzwald in farbigen Bildern Eduard von Pagenhardt, Baden-Baden, zeigte in einem .Farbfilmvortrag in. der Universität Bilder aus dem Schwarzwald, die er mit seiner Farbfilmkamera eingefangen hat. Daneben plauderte -er anregend zu seinen Bildern. Der Vortrag wurde von der Arbeits- - gemeinschaft „Schwarzwälder , Volksleben“ veranstaltet, die es sich u. a. zur Aufgabe machte, die volkstümlichen Trachten des Schwarzwaldes zu erhalten. Sängertage im Breisgau Im letzten Vierteljahr sind drei Bezirkssängertage des Breisgausängerbundes in Aussicht genommen. Der erste findet am 10. Oktober in Heitefsheim statt. Am darauffolgenden Sonntag. 17. Oktober, treffen sich die Sangesfreunde des Breisgaues in Oberrott- weil am Kaiserstuhl. Als Ort des dritten Sängertreffens ist für den 7. November Denzlingen ausersehen wo an diesem ’v-w auch die Jahreshauptversammlung des Bneisgau- Sängerbundes abgehalten wird. In Auggen bei Müllheim fand kürzlich eine , Besprechung des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes statt,, wobei auch das Problem der Fleischversorgung berührt wurde. Ein Vorstandsmitglied des Verbandes trat dafür ein, daß man den Metzgern gestatten sollte, das Schlachtvieh beim Bauern selbst emzukaufen, wie es früher Brauch und Uebung war. Er führte weiter aus, zur Fleischaufbringung sei auch eine Steigerung der Schweinezucht vonnöten, die Voraussetzung hierfür wäre jedoch die Einfuhr von Mastfutterartikeln oder die Freigabe anderer geeigneter Futtermittel Landkreis Freiburg berichtet Bickensohl. Das inmitten des Kaiserstuhls in einer Talmulde hingebaute Dorf Bickensohl kann 1948 das Jubiläum seines 900jäh- rigen Bestehens feiern Wie alle Gemeinden des Kaiserstuhls hat Biekensohl einen beachtlichen Besitz an Weinbergen. Die Winzer des ungefähr 420 Einwohner zählenden Dorfes haben sich schon vor längerer Zeit zu einer Genossenschaft vereinigt. — t. Breisach. Am vergangenen Sonntag fand auf dem Münsterplatz anläßlich der Hausund Straßensammlung des Roten Kreuzes ein Konzert der Stadtmusikkapelle und des Gesangvereins Breisach statt — Der Märchenkasperle führte zur Freude der Juwnd zwei Spiele auf. Weiter gastiert“ auf dem Münsterplatz ein Berg-und-Tal-Karussell. Von Woche zu Wocfcc Es fing an im Damen-Hutsalon. Schokolade Da wurde mir eine Tafel Scho- im Hutsalon kolade angeboten. Letzter ..süßer“ New-Look-Schrei der Mode und „süße“ Schokolade, beide unter dem Motto „süß“ unter einen diesbezüglichen Hut zu bringen. Aber ich stutzte doch, wurde hellsichtig und besah mir daraufhin noch einige andere Geschäfte. Siehe da, der. Herr Zigarrenverkäufer pries eine Flasche Schnaps zum Verkauf an. Wohlduftende Rauchwölkchen zu einem aromatischen Schnäpschen. Nicht schlecht 1 Die Ideen-Assoziation war ohne Zweifel vorhanden. Mein Friseur fragte mich so nebenbei, ob ich eine Packung „Staffa- Spezial“ erstehen möchte. Wollte er mir mit seinem Angebot etwa die ewige Sitzung einer Dauerwelle vernebeln? Wir wollen es dahingestellt sein lassen. Im Kolonialwarenladen sah ich mit Vergnügen einige' nagelneu blitzende Kochtöpft einladend neben den Gemüseständen aufge- stapelt. Vom Regal mit den Kindernährmit- teln blitzten ein paar Saugfläschchen. Daß die Weinflaschen auch nicht weit von den Baby-Fläschchen wegstanden, sprach wohl für die Entwicklung des Menschen hinsichtlich seiner Trinkneigung in späteren Zeiten. Die biologischen Nervennahrungspillen mit Lecithingehalt nächst der Kasse liegend, schienen mir auch leicht bezüglich. Sollten damit die strapazierten Nerven der geplagten Hausfrauen wieder beruhigt werden, wenn sie durch die Preise in Aufruhr geraten waren? Fürwahr, sehr menschenfreundlich. Zum leider nicht, vorhandenen Pöckelrippchen bot mir mein freundlicher Herr Metzgermeister wenigstens schon mal das Sauerkraut an. Auch einen Kürbis als Beilage zum gekochten Rindfleisch und grüne Erbsen in Dosen zum Sonntagsbraten wußte er zu empfehlen. Immerhin, bei, diesen Fällen konnte ich die Bezüglichkeit, der Dinge mit ein wenig Fantasie herausfinden. Doch im Korsettgeschäft versagte ich kläglich, als ich schwarze Schnürsenkel und lederne Uhrarmbänder in der Nähe einiger Büstenhalter und Höschen erblickte. Auch der Füllhalter im Stilleben bei Kohlköpfen, Gummiband und Knöpfe bei Aepfeln und Gurken im Gemüseladen blieben mir in ihrer Ideenverbindung schleierhaft. Vielleicht fehlt eg mir eben an Phantasie, und die tüchtigen Geschäftsleute sind mir in dieser Beziehung überlegen. Ich kann ihnen aber in Beziehung der Ideeh-Assoziation doch noch kostenlos ein paar Tips geben: Wie wäre es z. B: mit dem Globus im Rundfunkgeschäft, dem Holzverkauf im Papierwarenladen und mit Klosettnapier im Geschäft für sanitäre Einrichtungen? Lo. Aus dem Kreis Emmendingen Waldkirch. Frau Euphrosine Schätzle, geb. Krieg, Lange Str. 105, feierte dieser Tage ihren 80. Geburtstag. — Rudolf Kiesel, der an der Freiburger Hochschule das Examen als Musiklehrer mit gutem Erfolg bestanden hat, erfreute durch einen wohlgelungenen Musikabend im Rathaussaal. Seine meisterhaften Klavierdarbietungen und Vorträge fanden den verdienten Beifall der Anwesenden. — Mit Beginn des Winterfahrplanes hat auf der Elztalstrecke erfreulicherweise auch der Mittagszug wieder seinen Betrieb aufgenommen. — Zu einem vollen Erfolg gestaltete sich ein von der Waldkireher Arbeiterwohlfahrt veranstalteter bunter Unterhaltungsabend. Neben den musikalischen Darbietungen der Kapelle Staatsmann erfreuten die Gesangsvorträge von Frl. Agathe Stöcker sowie die Tanzeinlagen von Frl. Walter und der „Naturfreunde“. Ein Glückstopf sorgte bei jung und alt für allerlei Ueberraschungen. und ein Tänzchen für einen harmonischen Abschluß. — Der vergangene Sonntag stand im Zeichen einer großangelegten Feuerwehr- Hauptübung. Die Waldkireher zeigten unter ihrem Kommandanten Stöcker mit der Gemeinde- und Fabrikfeuerwehr aus Konstanz ihre alte Einsatzfähigkeit und Schlagfertigkeit. — Die Stadtmusik gab unter der zielbewußten Leitung ihres Kapellmeisters Freybott in den städtischen Anlagen ein Platzkonzert, das allseitigen Anklang fand. —ach. Kenzingen. Die durch Ausgrabungen und Kriegseinwirkung beschädigten Rinnen, Bürgersteige usw. werden zur Zeit durch einen auswärtigen Pf lästerermeister instand gesetzt. Die erste Bauperiode im Wiederaufbau des durch Kriegseinwirkung schwerbeschädigten Krankenhauses wurde in Angriff genommen. Da es sich hier um ein Gebäude handelt, das den dringenden öffentlichen Bedürfnissen entspricht, ist der Wiederaufbau nicht nur im Interesse der Stadtgemeinde Kenzingen, sondern darüber hinaus in dem der ganzen Umgebung gelegen. Ueber das Bauvorhaben berichten wir noch im einzelnen. — Johann Burkhardt aus Sasbach a. K. beging im Kreis- altersbeim Kenzingen seinen 81. Geburtstag. Parteinachrichten Mitgliederversammlung in Freiburg Am 13. Oktober findet im Hotel „Hohen- zollern“, um 20 Uhr, eine Mitgliederversamnw lung statt. Auf der Tagesordnung stehen Vorbereitungen zur Gemeinde- und Kreiswahl und ein Bericht des Landtagsabgeordneten Menses. Anschließend findet eine allgemeine Aussprache statt. Für den 3. November ist ebenfalls im Hotel . Hohenzollern“, um 20 Uhr. eine Jugend Versammlung vorgesehen, s Arbeitstagung des Kreisvereins Emmendingen Am 7. Oktober hielt der Kreisverein Emmendingen in der Bahnhofswirtschaft in Riegel eine Artoritstaguno- ab Auf der Tagesordnung standen die Wahlvorbereitungen für die kommenden Gemeinde- und Kreiswahlen. Umschau in Sfädwestdeutschland Bingen. Bei einer an der Kreisgrenze Hingen durch geführten Sonderkontrolie der Wirt- scbaftspolizei wurde ein Lastzug an gehalten, der ohne ordnungsmäßige Papiere 7 900 Liter Wein und über 4 000 Kilogramm Aepfel in die Doppelzone ausführen wollte. Die I .adung wurde beschlagnahmt. Kaiserslautern. Auf dem schrankenlosen Bahnübergang bei Otterbach, der durch fine automatische Blinksignalanlage gesichert ist, wurde ein 39 Jahre alter Taubstummer aus Kaiserslautern, der sich in Begleitung seines ebenfalls taubstummen Bruders befand, vom Zuge erfaßt und auf der Stelle getötet. Sein Bruder kam mit einer geringfügigen Kopfverletzung davon, Kaiserslautern. Zur Meldung über eine Mordtat, in der Gemeinde Siegelbach erfahren wir, daß anläßlich der dortigen Kirchweih im Verlauf eines Raufhandels der 27jährige Autoschlosser Herbert Fritz aus Mannheim durch einen Messerstich ins Herz tödlich verwundet wurde. Seine 69jährige Schwiegermutter wurde durch einen Stich in die Brust schwer verletzt. Als Täter wurde ein 42 Jahre alter Schuster aus Siegelbach verhaftet Pirmasens. Von cLm hinter der Lokomotive mitgeführten, mit Schienen beladenen Flachwagen eines in den Hauptbahnhof Pirmasens einfahrenden Personenzuges löste sich eine Schiene, rammte sich im Boden fest und durchbohrte die beiden folgenden, mit Reisenden besetzten Personenwagen. Dabei wurden ein Reisender sofort getötet und acht schwer verletzt. Im Krankenhaus verstarb ein weiterer Schwerverletzter. Die Untersuchung über die Ursache und Schuldfrage ist im Gange. Rastatt. Vom Tribunal Generale in Rastatt wurde am Dienstag der zuletzt in Windschläg wohnhaft gewesene Erwin Kalfraß wegen Mordes zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Der Angeklagte gehörte zum leitenden Personal des Lagers Kronenwiese in Offenburg, in dem während des Krieges ausländische Arbeiter untergebracht waren. Gegen vier weitere Mitangeklagte wurde das Strafverfahren bereits im April d. J. durchgeführt. Kalfraß war beschuldigt, am 20. Dezember 1944 während eines Wortwechsels mit einem französischen Arbeiter diesen durch einen Schuß mH seinem "Revolver getötet zu haben. Oetigheim. Das Thedierciorf Octigheim wird mit der letzten Vorstellung am 10. Oktober seine diesjährige Spielzeit beenden. Im großen Rund der langsam ansteigenden Freilichtbühne sahen jeden Sonntag an die 4000 Zuschauer die Passion in Bearbeitung von Geistlichem Rat Saier. dem die Gesamtlei- tung des rührigen Oetigbeimer Theaterschaffens obliegt, Wegen großer Nachfrage ist dieses einen vol'eu Nachmitto" '■ Anspruch nehmende Stück auch für die nächste Spielzeit vorgesehen. Stuttgart. Die Stuttgarter Boschwerke beabsichtigen, die Versorgung ihrer Betriebsangehörigen mit Winter Vorräten durch Großeinkäufe und finanzielle Unterstützungen zu erleichtern. Jeder Betriebsangehörige soll ein Darlehen von 25 DM erhalten, Ehepaare bekommen 50 DM und jedes Kind 10 DM. Die Höchstgrenze der Darlehen liegt bei 80 DM. Mit diesen Vorschüssen sollen die Boscharbeiter ihre Wintervorräte an Kartoffeln, Kohlen usw. bezahlen Die Rückzahlung erfolgt in Einzelbeträgen von 10 DM bei jeder monatlichen Lohnausgabe. Außerdem hat die Betriebsleitung bereits 600 Zentner Kartoffeln für die Winterversorgung der Arbeiter eingekauft. Der Leiter der Ernährungs- und Landwirtschaftsabteilung der Militärregierung, Mr. Paul Taggart, empfahl auch anderen Firmen das Beispiel der Boschwerke. Stuttgart, Auf Grund eines Antrages des Berichterstatters Dr. Bernhard (DVP) entschloß . sich der Untersuchungsausschuß des württembergisch-badiseheh Landtages, die künftigen Verhandlungen gegen den Leiter der L&ndespolizei, Dr. Kienle. auf der Grundlage einer Stellungnahme des württembergbadischen Innenministeriums fortzuführen. Die Abgeordnete Dr. Friedmann erklärte zu der Einstellung des Verfahrens der Staatsanwaltschaft gegen Dr. Kienle. daß die Staatsanwaltschaft die Tatbestände juristisch nicht richtig ausgewertet habe und dadurch die Ein- Stellung des Verfahrens juristisch nicht haltbar sei. Der Abgeordnete Lausen wies darauf hin. daß man die verworrenen Zustände in den Jahren 1946 und 1947 bei der Beurteilung der Verfehlungen Dr. Kienles nicht außer acht lassen dürfe. Stuttgart. Wie die Kriminalpolizei Stuttgart, mitteilte, sind die Untersuchungen gegen die am 22. August verhafteten Postsparbuchfälscher Hubert und Fritz Waller abgeschlossen. Die Betrüger hatten vor der Währungsreform durch Urkundenfälschungen. Diebstähle und Unterschlagungen ihre angeblich gekauften Postsparbücher auf einen Stand von 80—90 000 Reichsmark gebracht und nach der Währungsreform zwanzig Postsparbücher mit ie 1000 bis 2275 DM belegt. Die Kriminalpolizei konnte noch 15 000 DM sicherstellen und der Post übergeben. Tübingen. Der Inhaber einer der größten Lederhandlungen in Südwestdeutschland, Heinrich Ammer in Metzingen, stand vor der Strafkammer Tübingen, weil er ein Warenlager im Wert von 90 000 DM gehortet hatte. Das Gericht verurteilte ihn nur wegen N : cht- anmeldung des Lagers zu 3 000 DM Geldstrafe. während der Staatsanwalt wegen dieses typischen Falles von Warenhortung 5 Monate Gefängnis und 10 000 DM Geldstrafe beantragt -hatte. Tübingen. Der Intendant des Städtetheaters Tübingen—Reutlingen, Paul Rose, konnte in diesen Tagen auf ein 30jähriges Bühnenjubiläum zurückblicken. Paul Roses schauspielerische Tätigkeit führte von 1918 an über Liegnitz, von 1919 bis 1920 unter Robert Volkner über Elberfeld-Barmen nach dem Nationaltheater in Mannheim, wo er von 1920 bis 1923 tätig war. Nach dem Dahinscheiden seines Vaters übernahm er 1927 die Leitung des Rose-Theaters und vorübergehend auch die Leitung des Lessing-Thea- ters in Berlin. Seit 1947 ist Paul Rose Intendant des Städtetheaters Tübingen—Reutlingen Freudenstadt. In Baiersbronn wurden am 1 Oktober zwei Doppelwohnhäuser durch Großfeuer eingeäschert. Ein drittes Anwesen konnte gerettet werden. 25 Personen sind obdachlos geworden. Das Mobilar verbrannte, nur das Vieh konnte gerettet werden. Sigmaringen. Der Sender Sigmaringen soll in den nächsten Wochen einen 120 Meter hohen „Rundstrahl-Sendemast“ erhalten. Es wird damit gerechnet, daß nach seiner Inbetriebnahme eine Verbesserung des Empfangs, vor allem im Gebiet der Schwäbischen Alb und des Unterlandes, eintritt. Im gesamten Bodenseegebiet sind die Empfangsverhältnisse schon jetzt als gut zu bezeichnen. Tettnang. Am letzten Sonntag der „Heimatwoche“, die anläßlich der 650. Wiederkehr der Stadterhebung von Tettnang veranstaltet wurde und am Mittwoch zu Ende geht, trafen erneut über zweitausend Gäste, aus der benachbarten Schweiz über den Bodensee kommend, hier ein. Damit haben insgesamt rund 12 000 Schweizer diese Gelegenheit zu einem kurzen Aufenthalt in Deutschland genutzt, von denen rund zweitausend in Friedrichshafen blieben. Friedrichshafen. In Erwiderung der zahlreichen Besuche von Schweizern während der Festwoche . in Lindau und Tettnang soll mit Genehmigung der französischen Militärregierung erstmals nach zehn Jahren ein Gegenbesuch von Deutschen in der Schweiz ermöglicht werden. Es besteht die Absicht, am 17. Oktober die erste Sonderfahrt eines deutschen Bodenseeschiffes von Friedrichshafen nach dem Schweizer Bodenseehafen Romanshorn zu veranstalten. Jeder Teilnehmer darf zehn DM mitnehmen, die auf dem Schiff oder am Landeplatz in Schweizer Franken umgewechselt werden. Lindau. In der,letzten Gemeinderatssitzpng gab der zuständige Stadtrat einen, vorläufigen Bericht über das finanzielle Ergebnis der am vergangenen Sonntag beendeten „Lindauer Herbstwoche 1 '. Danach halten sieh Einnahmen und Ausgaben die Waage. Einzelhandel, Gaststätten und Verkehrsunternehmen hatten eine erhebliche Umsatzsteigerung zu verzeichnen. Die kulturellen Veranstaltungen der Herbstwoche wiesen allerdings einen Fehlbetrag von rund 6000 DM auf. Mangel an Fernsprechverbindungen nach Südbaden Karlsruhe. Vom Karlsruher Fernsprechamt führen zur Zeit nur zwei Leitungen nach Baden-Baden, wohin früher 23 Kabelverbindungen bestanden. Ebenso führen heute nur zwei Leitungen nach Freiburg, während früher insgesamt 85 Kabelleitungen mehr als jetzt die nördlichen Teile der jetzigen Westzonen mit dem südbadischen Raum verbanden. Der Mangel an Fernverbindungen vom Karlsruher Fernsprechamt nach Südbaden ist zurückzuführen auf einen Mangel an Leitungswegen und Schaltungsanlagen in den einzelnen Aem- tern. Verbesserungen wurden jedoch von der Oberpostdirektion Karlsruhe in Aussicht gestellt. Man hoffe, verschiedene Kabelver- bindungen sowohl nach Baden-Baden als auch nach Freiburg in nächster Zeit reparieren zu können und zerstörte oder entwendete technische Anlagen in den einzelnen Aemtern durch neue ersetzen zu können. Statistik über die Hochschulen Südbadens Das statistische Landesamt Baden veröffentlicht die Auswertung einer Umfrage über die Studierenden der südbadischen Hochschulen im Wintersemester 1947/48. Danach ist die Gesamtzahl der Studierenden der Universität Freiburg von 1 226 im Winter 1945:46 und von 2 885 im Winter 1946/47 auf 3 394 gestiegen. Davon waren 72,9 Prozent männlich. Den stärksten Zulauf hatte die juristische Fakultät mit 990, dann die philosophische mit 912, die naturwissenschaftliche mit 732, die medizinische mit 560 und die theologische mit 200 Studierenden. 3 098 Studierende waren Deutsche. Von 296 Ausländem waren die Litauer mit 84 am stärksten vertreten. Es folgten die Letten mit 47 und die Polen mit 38. Die Mehrzahl — 1881 — waren zwischen 17 und 26 Jahren alt. Zwischen 31 und 36 Jahren standen 219 Studierende. Noch älter waren 79. 307 waren verheiratet. Bekenntnismäßig waren 1907 römisch-katholisch, 1300 protestantisch, 1111 hatten das Gvmna- sium, 1369 die deutsche Oberschule, 284 eine Oberrealschule und 275 ein Realgymnasium absolviert. Dem 1.—4. Semester gehörten 2111, dem 5.-6. 960. dem 9.—12. 317, dem 13. und höheren Semestern 6 Studierende an. ?J-B Studierende übten neben ihrem Studium eine andere Tätigkeit aus. Darunter waren 30 Werkstudeten. 1136 hatten infolge des Krieges ihr Studium unterbrechen müs'sen. 570 waren Versehrte. Der Lehrkörper der Universität zählte 178 Lehrer. Die Musikhochschule in Freiburg war von 207 Studierenden, und zwar fast gleichmäßig von Männern und Frauen besucht. Davon waren 196 ausübende Künstler, die nur stundenweise verpflichtet sind. Von den 12 Volkshochschulen Südbadens mit zusammen 5 758 Hörern hatte Freiburg mit 1351 den besten Besuch. AMTL. BEKANNTMACHUNGEN Nach der wioiumii.g ues oauischen Ministeriums des Innern in Freiburg i. Br. vom 3. September 1948 finden am 14. November j 948 die Wahlen zu den Ks 'i;.''e;sammlun"en und den Gemeinde- (Siadt-)räten statt. Die Wählerlisten für uie .».aur Freibu.g i. Br. liegen in den Diensträumen des Statistischen Amts — Wahlamts — Freiburg i. Br., Eisenbahnstraße 48, III, vom Samstag, 16.' Oktober 1948, bis Fiei- tag, 22. Oktober 1948, täglich von 8 bis 18 Uhr. öffentlich zu jedermanns Einsicht auf. Wahlberechtigt sind alle Männer und Frauen badischer Staatsangehörigkeit, welche am Wahltag (14. November 1948) das 21. Lebensjahr vollendet und seit mindestens 1 Jahr ihren Wohnsitz in Freiburg i. Br., bezl. der Kreiswahlen im Stadt- oder Landkreis Freiburg i. Br. haben. Wer das Wahlrecht infolge Wegzugs verloren hat, jedoch vor Ablauf von 3 Jahren zurückgekehrt Ist. erhält mit der Rückkehr das Wahlrecht wieder. Bei Bediensteten öffentlicher Körperschaften, welche im letzten Jahr vor der Wahl versetzt wurden, entfällt das Erfordernis des einjährigen Wohnsitzes. Wahlberechtigt ist nicht, wer von einem politischen oder sonstigen Wahiausschließungsgrund betroffen oder in der Ausübung des Wahlrechts behindert ist. Die Bestimmungen darüber, wer als badischer Staatsangehöriger anzusehen, von einem politischen oder sonstigen Wahiausschließungsgrund betroffen oder in der Ausübung des Wahlrechts behindert ist (88 3, 5 und 6 des Landeswahlgesetzes vom 7. Juli 1948), können auf dem Statistischen Amt — Wahlamt — eingesehen werden. Jeder Wahlberechtigte oder jeder, der sich für wahlberecht'gt hält, ferner jede politische Partei kann gegen die Richtigkeit der Wählerliste bis zum Ablauf der Auflegungsfrist beim Stadtrat schriftlich oder mündlich zur Niederschrift Einspruch einlegen. Dev Einspruch ist unter Beibringung der Beweismittel zu begründen. Nach Ablauf der Frist Ist ein Einspruch nicht mehr zulässig. Wählen kann nur, wer in de)' Wählerliste eingetragen ist oder durch schriftliche Bestätigung des Oberbürgermeisters dem Wahl- bezirksausschuß nachweist, daß sein Wahlrecht nach Abschluß der Liste durch höhere Entscheidung anerkannt worden ist. Wer nach dem IS. September 1948 vom Statistischen Am* — Wählamt — eine Benachrichtigung über den Eintrag in der Wahlkartei f ür den 14. November 1948 erhalten hat. steht ln der Wählerliste. Diese Benachrichtigung ist sorgfpute aufzubewahren. Die (alte) Wahierkarte mit dem Vermerk „Gültig für sämtlich» w»h'»r m« u. Dezember 1948" ist ungültig. « 'freiburg i. Br„ 1. Oktober 1948. (2-467) Das Bürgermeisteramt EIN FIAMMIR ERZEUGNIS ^oyfä scheuert V'TM>u©nütandsauf nähme Für die Ausschreibung dmr neuen Lohnsteuerkarten für 1949 erfolgt in der Stadt Freiburg i. Br. eine Personenstandsaufnahme. Zur Verteilung kommt nur eine Haushaltliste, die zwischen dem 11. bis 19. Oktober in jede Haushaltung gebracht und vom 21. bis 30. Oktober 1948 wieder abgeholt wird. , (2-464) Stichtag ist der 20. Oktober 1948. Freiburg, 9. Oktober 1948. Das Bürgermeisteramt HANOMAG Diesel-Schlepper 20 PS Kleinschlepper 40 PS Rodschlepper 100 PS Schnelltransporter Generalvertretung 2-474 a. Bauer, Freiburg Fritz-Geiges-Strafje 5 - Telefon 2549 STELLENGESUCHE Automechaniker sucht Stelle in Süd- oder Oberbaden. Für Zuzug müßte gesorgt werden. Wohnungstausch: 3 Räume, Küche, Garten und Stall in Hannover, gegen 3-Zimmer-Woh- nung am Arbeitsort. Zuschriften unter Nr. 2-474 W an ..Das Neue Baden“, Lahr. lfi.tähr. Mädchen sucht Stelle im Haushalt. Geschäftshaus bevorzugt. Schlafgelegenheit zu Hause. Zuschriften unter Nr, 4162 B an „Das Neue Baden*', Lahr. Aelterer, zuverl., gewähdter Kaufmann, niehrere Fremdsprachen, sucht Tätigkeitsfeld. Angebote unter Nr. 4158 P an ..Das Neue Baden“, Lahr. STELLENANGEBOTE Bczirksvertreter für sämtl. Han- delskammerbez. 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