rVerl I Post IS TAGESZEITUNG DER DEMOKRAT Verlas: Demokratisohe Verlagsgeseusohati mbH. Larir (Baden}; oanKKonioi uoerrneimsone Baus, riuaie Latu, rostscnec Postsäeckkonto Karlsrahe 2046, Girokonto Bazirkssparkasse Bestatt — Geschäftsstelle and Bezirksredaktion Offenbar redaktion Lörraoh, Telefon 2431 — Ersoheinongstage» Dienstag, Donnerstag, Samstag — Bezugspreis« DM 2.— einsch 1 Telefon 1339 — Geschäftsstelle and Bezirksredaktion Freibarg i. Br., Telefon 2763 — Geschäftsstelle und Bezirks- ich Trägerlohn, DM 2.20 bei Postbezug — Gültige Anzeigen- and Preisliste 4 — Telegramm-Adresse: fr Neubaden" NR. 19/3. JAHRG. A B DIENSTAG, DEN 15. FEBRUAR 1949 PREIS 20 PFENNIG Anschluß der FDP an Liberale Weltunion Gesamtvorstand der FDP erörterte in Bonn Parteisatzungen und organisatorische Probleme / Ende April Parteitag der Demokraten in Bremen Die Entschließungen der MinisterpräsidentensKon^erenz — Seit Währungsreform 400 Mill. DM Steuerhinterziehung in Bizone — Berlin kommt wieder vor den Sicherheitsrat — Norwegens Außenminister auf der Rückreise Bonn. Der Gesamtvorstand der Freien Demokratischen Partei erörterte hier am Sonntag d e Parteisatzungen und die vorbereitenden Maßnahmen für den Ende April in Bremen stattfindenden FDP-Parteitag. Entscheidende politische Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Die Konferenz hat in der Hauptsache der Regelung organisatorischer Probleme gedient, Wie der zweite Vize-Präsident des Parlamentarischen Rates, Dr. Schäfer, mitteilte, hat die FDP beschlossen, als Ganzes der 1947 in Oxford gegründeten Liberalen Weltunion beizutreten. Zu den Bonner Arbeiten erklärte der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Prof. Theodor H e u ß, die FDP erachte den zwischen den einzelnen Fraktionen im Parlamentarischen Rat zustandegekommenen Komprom ß für sich als bindend. Es sei ganz klar, daß alle Parteien vieles, was sie sich vom Grundgesetz erhofft hatten, auf geben mußten, um zu der Einigung zu kommen. Zur Erklärung der Bischöfe, an ihren Forderungen auf Verankerung des Elternrechts im kommenden Grundgesetz und Anerkennung des Reichskonkordats festhaiten zu wollen, sagte Heuß, er hoffe, daß die vom Hauptausschuß des Parlamentarischen Rats gefundene Lösung, daß die Eltern über die Teilnahme |hrer Kinder am Religionsunterricht bestimmen, als endgültig angesehen werde und daß sieh auch die CDU/CSU-Fraktion damit einverstanden erkläre. Heuß nimmt ein, »laß es über diese Frage im Plenum nochmals zu einer Debatte kommen wird. Clay zur Farteientwicklttng in Westdeutschland „Zusammenschluß der liberalen Partei in eine gemeinsame FDP historisches Ereignis“ Berlin. General Clay vertritt in seinem letzten Monatsbericht die Ansicht, daß Westdeutschland heute einem Zweiparteiensystem näher denn je sei. Zwei Parteien, die SPD und die CDU/CSU, stellten in der politischen Arena alle anderen Parteien weit in den Schatten. Sowohl in Bonn beim Parlamentarischen Rat, als auch bei den deutschen Behörden in Frankfurt kämpften diese beiden Parte'en seit Beginn des Wettrennens um die politische Führung in Westdeutschland um die einflußreichsten Positionen. Clay verweist in diesem Zusammenhang auf die scharfen Differenzen zwischen SPD und CDU/CSU Mitte Dezember in Bonn, als die SPD Adenauer nach den Besprechungen mit den Militärgouverneuren vorgeworfen hatte, über seine eigentlichen Aufgaben hinausgegangen zu sein. Den Zusammenschluß der liberalen deutschen Parteien in eine gemeinsame FDP am 11. und 12. Dezember in Heppenheim bezeichnet General Clay in seinem Bericht als ein historisches Ereignis, wodurch die seit 1866 bestehende Spaltung beendet worden sei. Als Ergebnis dieses Zusammenschlusses werde sich jetzt eine geeinte Front der Liberalen am Wahlkampf für das erste westdeutsche Parlament beteiligen. Diese Partei wird sieh nach Ansicht Clays mit der Zeit möglicherweise zu einer wirksamen dritten Partei entwickeln, die zwischen den beiden großen Parteien, die sich um eine Beherrschung des politischen Felds bemühen, die Waage hält. US-Kritik an Beschlüssen zum Grundgesetz Einige Entscheidungen des Parlamentarischen Rates sollen im Widerspruch zu alliierten Empfehlungen stehen Berlin. Ein Sprecher der amerikanischen Militärregierung für Deutschland kritis erte am Sonntag einige Beschlüsse des Parlamentarischen Rates zum Grundgesetz und drückte seine Bedenken aus, daß e ne Anzahl der Entscheidungen des Rates bereits im gegenwärtigen Stadium in krassem Widerspruch zu den alliierten Empfehlungen steht. Seit Wochen und Monaten, so versicherte der Sprecher, habe die US-Mil tärreg erung die Entwicklung d 21 ’ Arbeiten der Parlamentarier und die Gestaltung des Grundgesetzes mit größter Aufmerksamkeit verfolgt, Sie bedauere aufs äußerste, daß die Ansichten der überwiegenden Mehrheit des Rates in vielen Fällen nicht mit den alliierten Empfehlungen übereinstimmen. Der Sprecher betonte, die Abgeordneten des Rates seien eingehend darüber informiert worden, daß das Prinzip der Dezentralisierung und des Föderalismus dem westdeutschen Staatswesen zugrunde liegen müsse. Die entsprechenden Punkte seien sowohl den Ministerpräsidenten als auch dem Parlamentarischen Rat als Maßstab vorgelegt worden, nach dem die Militärgouverneure das Grundgesetz beurteilen werden. Von dieser Beurteilung, so Wohieb wahrscheinlich wieder Staatspräsident Neubildung des zurückgetretenen CDU Kablnetts In alter Besetzung zu erwarten Freiburg. Auf einer gemeinsamen Tagung des erweiterten Parteivorstandes und der Landtagsfraktion der CDU Baden wurde beschlossen, nach dem Scheitern der Verhandlungen zur Bildung einer Koalitionsregierung mit den Sozialdemokraten und Demokraten die Regierungsverantwortung wieder zu übernehmen und die Neubildung des zurückge-' tretenen Kabinetts in aller Kürze vorzuneh- Kien. In einer ergänzenden Südena-Meldung heist es u. a.: Die Angriffe auf den Staatspräsidenten dürften nicht darüber täuschen, daß dabei die Politik der CDU gemeint sei, da der Staatspräsident die Mehrheit der Partei hinter sich habe. Er habe seine Meinung nicht lauter vertreten, als Ministerpräsident Maier (Nordwürttemberg-Baden) das getan habe. Als badischer Staatspräsident könne er nur probadisch sein, und es sei ihm daher kein Vorwurf zu machen daß er eine badische Politik betreibe (! — Dr. Red.), zumal diese gleichzeitig eine föderalistische Politik sei. Unter diesen Umständen sei nicht zu erwarten, daß die neue Regierung anders besetzt werde als die alte war. Das Regierungsprogramm werde dem Landtag in Bälde vorgelegt werden. Hökere Tabakzuteilung Baden-Baden. Wie Südena von zuständiger Seite erfährt, wird ab 1. März für die französische Zone die monatliche Zuteilung an Zigaretten und Rauchtabak von bisher 60 au* 80 Gramm für Männer und von 20 auf 40 Dramm für Frauen erhöht. Tabakaustausch gescheitert Zwischen Bizone und französischer Zone ‘ Baden-Baden. Wie Südena von zuständiger Seite erfährt, fanden am 10. Februar in Baden-Baden zwischen Vertretern des Generalsekretariats Tabak bei der französischen Militärregierung und der Tabak-Industrie der Bizone Verhandlungen statt, die den Aus- teusch von amerikanischem in die Bizone im Rahmen des Marshall-Plans eingeführtem Tabak gegen inländischen Tabak aus der französischen Zone zum Gegenstand hatten. Diese Verhandlungen sind jedoch trotz großer Bemühungen der französischen Zone gescheitert, da die von den Vertretern der Bizone vorgeschlagene Umtauschquote von 40 Prozent Auslandstabak gegen 100 Prozent Inlandstabak untragbar war und für die französische Zone einen Verlust von 600 000 kg Tabak sowie eine entsprechende Herabsetzung der Zuteilung an Zigaretten- und Rauchtabak in den nächsten Monaten zur Folge gehabt hätte. Berlin erneut vor Sicherheitsrat Lake Success. Die Berliner Frage wird nunmehr erneut auf die Tagesordnung des Sicherheitsrat gesetzt. Wie in Kreisen der Vereinten Nationen verlautet, haben die Sachverständigen, die in Besprechungen in Genf versuchten, eine provisorische Lösung der Berliner Währungsfrage zu erreichen, beschlossen, ihre bisher erfolglose Arbeit vorläufig einzustellen und dem Sicherheitsrat über den Stand der Verhandlungen zu berichten. Sachsens Uranbergbau unbefriedigend Deutsche Arbeitslager nach Tschechoslowakei verlegt Berlin. Der sächsische Uranbergbau hat, wie aus Kreisen der Wirtschaftsabteilung der SMA verlautet, bisher keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt. Diese Feststellung soll von der kurz vor Weihnachten aus der Sowjetunion ins Erzgebirge entsandten Untersuchungskommission des sowjeti- chen Ministeriums für Boden- und Gesteinsforschung getroffen worden sein. Die Kommission, die das ganze Uranbergbaugebiet auch auf tchechoslowakischer Seite überprüfte, habe dort reichhaltigere Vorkommen festgestellt. Daraufhin ist, wie weiter verlautet, auf Anordnung der sowjetischen Bergbauverwaltung seit Anfang Januar eine Reihe deutscher Arbeitslager auf tschechoslowakisches Gebiet verlegt worden. erinnerte der Sprecher, könne Annahme bzw. Ablehnung des Grundgesetzes abhängen. Der Sprecher führte dann im einzelnen die vier Hauptpunkte an, in denen der Bonner Verfassungsentwurf in seiner jetzigen Form nicht mit den alliierten Empfehlungen übereinstimmt. Als ersten Punkt nannte er die Frage der Bundesfinanzen. In den alliierten Empfehlungen vom November vergangenen Jahres sei nachdrücklich darauf hingewiesen worden, daß die Bundesregierung nur sov el Gelder verwalten solle, wie sie unmittelbar für ihre Zwecke benötige. Demgegenüber werde dem Bund jedoch im Grundgesetzentwurf die ausschließliche Gesetzgebung über Zölle und Finanzmonopole zufrkannt. Außerdem sei vorgesehen, daß die Länder die Verwaltung der Landessteuer den Bundesfmanzbehörden übertragen können. Dies könne nach allierter Ansicht zu einer weitgehenden Zentralisierung von Machtbefugnissen führen. Der Sprecher äußerte ferner Bedenken gegen die Bestimmungen, die der Bundesregierung auf vielen Gebieten die Vorranggesetzgebung einräumen, so z. B. bei der Gesetzgebung über die öffentliche Fürsorge, über das Recht der Wirtschaft und über den Schutz des deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung ins Ausland Letzteres müsse nach alliierter Auffassung den Ländern überlassen bleiben. In der Frage der öffentlichen Fürsorge und des Rechtes der Wirtschaft bedürfe der entsprechende Artikel der Verfassung einer genaueren Definition. Beide Punkte müßten zum mindesten soweit eingeschränkt werden, daß der Bund die Vorranggesetzgebung nur bei den Angelegenheiten beanspruchen darf, die eine einheitl che Regelung im gesamten Bundesgebiet erfordern. Er wandte sich drittens entschieden gegen den Artikel 27 des Grundgesetzentwurfes über das Berufsbeamtentum, in dem es heißt, daß „den hergebrachten Grundsätzen über die Rechtsstellung der Berufsbeamten Rechnung getragen ist“. Gerade diese „hergebrachten Grundsätze“ bedürfen nach amerikanischer Auffassung dringend einer Reform, auf der die "amerikanische Militärregierung bestehen werde. Als letzten Punkt kritisierte der Sprecher die ungenaue Definierung des Statut^ der Länder, die eine zu dehnbare Auslegung durch die Bundesregierung zulasse. So besage Artikel 34, daß der Bund „nur regeln soll, was einheitlich geregelt werden muß. Nach alliierter Ansicht bedürfe dieser Punkt unbedingt einer klareren Auffassung, da sich sonst die Möglichkeit ergeben könnte, daß der Bund die Mehrzahl aller Angelegenheiten als „einer einheitlichen Regelung bedürfend“ ansehe. Der Passus, nach dem die Bundesregierung die „notwendigen Maßnahmen treffen kann, um das Land auf dem Wege des Bundeszwanges zur Erfüllung seiner Pflichten anzuhalten“, sei gleichfalls unklar. Bei dieser Formulierung bleibe offen, welche Mittel der Bundesregierung in solchen Fällen zur Verfügung stehen. Der Sprecher drückte abschließend die Hoffnung aus, daß die Kreise des Parlamentarischen Rates, die eine Aussprache mit den Militärregierungen vor Abschluß der Beratungen über das Grundgesetz für wünschenswert erachten, eine solche „vielleicht erfolgreiche“ Besprechung in die Wege leiten könnten. Dies sei jedoch nur eine persönliche Meinung. Zwei Welten Von Roger Massip • In diesen Tagen haben zwei große Prozesse die Aufmerksamkeit der Weltöffentl ch- keit auf sich gelenkt Der Krawtsehenko-Prn- zess, der sich vor einem französ sehen Gericht abspielte, und der Prozeß gegen den Kardinal Mindszenty, der in Budapest mit der Verurteilung des Kirchenfürsten zu lebenslänglichem Gefängnis zu Ende gegangen ist. Ein direkter Vergleich zwischen diesen beiden Prozessen ist nicht möglich. Der ehemalige Sowjetbeamte Krawtschenko hat sich die Aufgabe gestellt, die Grausamkeiten und den Totalitarismus des Regimes, dessen Diener er war, an den Pranger zu stellen. Der Kardinal Mindszenty ist das Opfer der D-ktatur, die m Ungarn aufgerichtet worden ist. Mit seinem Prozeß will man die Kirche treffen, die sich in Ungarn nicht als willfähriges Instrument zur Durchführung der Weisungen Moskaus erwiesen hat. Der Unterschied in der Prozeßführung läßt die Kluft hervortreten, welche in der Rechtsauffassung zweier völlig verschiedener Welten herrscht. In Paris machen die Richter keine Politik. Sie sind bei ihrer Rechtsfindung mcht den Einflüssen der Staatsgewalt unterworfen. Niemand kam bei ihnen intervenieren und den Versuch machen, ihre Entscheidungen zu beeinflussen, die sie einzig und alle n nach ihrem Gewissen treffen. Im Falle Krawtschenko haben sie nach Anhörung der von den beiden Parteien geladenen Zeugen einfach darüber zu entscheiden, ob das Pariser Wochenblatt „Les Lettres Franqaises“ mit ihrem gegen Krawtschenko erhobenen Vorwurf, ein Spion und der Abfassung eines Buches nicht fähig zu sein, sich der Verleumdung schuld g gemacht hat und ob in diesem Falle die Zeitung Schadenersatz leisten muß, so wie er von dem Verfasser des Buches „Ich habe die Fre heit gewählt“ verlangt worden ist. In Budapest haben sich die Ereignisse völlig anders abgespielt Das Verfahren ist von vornherein als politischer Prozeß aufgezogen worden; die Politik hat unmittelbar interveniert. Das Volksgericht, das den Kardinal Mindszenty zu richten hatte, war nichts weiter als ein Instrument der Regierung. Die Männer, aus denen es zusammengesetzt' war, sind Beamte, die bestimmte Aufträge der Staatsgewalt ausführen. Sie können nicht anders handeln, genau wie ein Polizist, der eine Verhaftung ausführt, ohne sich fragen zu müssen, ob der Verhaftete schuldig oder unschuldig ist. Der Vorsitzende des Volksgerichts war zwar ein Berufsrichter, aber vorher hatte er e nen Säuberungsausschuß passieren müssen, was seine Beisitzer angeht, so vertraten sie die politischen Parteien, aus denen sich die Regierungs-Koalition zusammensetzt. Der Begriff des Gerichtsverfahrens war also von vornherein verfälscht. Zeugen waren ja auch völlig überflüssig. Hatte der Kardinal Mindszenty nicht „gestanden“, so wie die Angeklagten der Schauprozesse von 1936 in Moskau „gestanden“ hatten? Und doch sind die beiden Prozesse in Paris und Budapest darum nicht weniger Parallelerscheinungen. Der Einsatz ist der gleicht. Es handelt sich darum, Anfang und Ende der menschlichen Freiheit zu bestimmen. Die Verhandlungen haben im Scheinwerferlicht der Oeffentlichkeit den ganzen Abstand hervortreten lassen, der diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs die Auffassungen abgrenzt von dem, was man sich unter Justiz vorstellt, im Licht dieser Prozesse tritt dieser Abstand mit einer bisher kaum erlebten Deutlichkeit zutage. Rücktritt Andre Maries aus Gesundheitsrücksichten Paris. Der französische Justizminister Andre Marie ist, wie am Sonntagabend amtlich bekanntgegeben wurde, von seinem Posten zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde Robert L e c o u r t (MRP) bestimmt Der Rücktritt Maries erfolgte aus Gesundheitsrücksichten, da er sich durch einen zweijährigen Aufenthalt in dem Konzentrationslager Buchenwald eine Lungenerkrankung zugezogen hatte. Seite 2 »DAS NEUE BADEN' Nf. 19 / 15, 8. 49 bu - '.suau^isiadt kein Beschluß gefaßt worden sei. Die Entscheidung hierüber solle dem Parlamentarismen Kat m Bonn überlassen bieiben. Die öffentliche Schlußsitzung leitete Senatspräsident Kaisen mit einem ‘ Referat über Kriegsgefangenenfragen ein. Im Anschluß daran wurden die in dem offiziellen Kommunique enthaltenen Entschließungen erläutert und gebilligt. Der bayerische Ministerpräsident Dr. Hans Ehard dankte als Schlußreduer dem Gastgeber und vermerkte, daß die allgemeine Tendenz in Westdeutschland nach zahlreichen Rückschlägen und Enttäuschungen nunmehr auf Fortschritt gerichtet sei. Die Tatsache, daß gerade ein bayerischer Ministerpräsident das Schlußwort ergreife, so sagte er, solle die tiefe Verbundenheit zwischen Süd- und Norddeutschland beweisen. Nach der Ansprache Ehards schloß der Hamburger Bürgermeister Max Brauer die Konferenz. Am Sonntag fand eine Pressekonferenz mit einigen der Regierungschefs statt. Entscheidung über Bundeshauptstadt in Bonn Entschließung der Ministerpräsidenten zum Ruhrstatut, Kriegsgefangenenproblem und zur t rage der westdeutschen Grenzveränder ungen Hamburg. Die Ministerpräsidenten der drei Wesizonen faßten auf- ihrer Tagung am Samstag einstimmig drei Entschließungen: zum Ruhrsiatut, zum Kriegsgefangenenproblem und zur Frage der westdeutschen Grenz- veränüerungen. In der Entschließung zum Ruhrstatut, über das Ministerpräsident Karl Arnold in der öffentlichen Schlußsitzung ausiührlich referierte, erklärten die Regierungschefs erneut, daß das Ruhrproblem eine gesamtdeutsche Frage ist und beauftragten bis auf weiteres den NRW-Ministerprä- sidenten, die mit dem Statut zusammenhängenden Fragen zu ^bearbeiten und die deutschen Interessen namens der ■ Minister- piusiü-ncen zu vertreten. Zu den Besprechungen des Sechsmächte- Ausschusses über Veränderungen an den deutschen Westgrenzen erklären die Ministerpräsidenten, daß einseitig verfügte Grenzveränderungen, gleichgültig, welchen Umfang sie haben, im Widerspruch zu dem wiederholt und -vor allem in der Atlantik-Charta feierlichst proklamierten Selbstbestimmungsrecht der Völker stehen würden. Gebietsabtrennungen könnten aucn durch Wiedergutmachungsansprüche von Nachbarstaaten nicht gerechtfertig werden. Etwaige Wirtschaftliche oder verkehrstechnische Grenzprobleme könnten durch Vereinbarungen zwischen den Beteiligten gelöst werden. Ministerpräsident Alt- meier erklärte hierzu, daß eine entgegengesetzte Methode den Rückfall in das nationalstaatliches Denken der Zeit nach dem ersten Weltkrieg bedeuten würde. In ihrer Entschließung zur Kriegsgefangenenfrage sprechen die Ministerpäsidenten den Regierungen derjenigen Mächte, die allen in ihren Händen gewesenen Kriegsgefangenen die Freiheit geschenkt haben, den Dank des deutschen Volkes aus, weisen jedoch andererseits ia tiefen Ernst darauf hin, daß noch eine große Anzahl deutscher Kriegsgefangener in Verletzung der von dem sowjetischen Außenminister Unterzeichneten Vereinbarung weiterhin in Kriegsgefangenschaft gehalten wird. Dieses mit den elementaren Grundsätzen -der Menschlichkeit in Widerspruch stehenden Verhaltens machten sich auch noch andere Länder außer der Sowjetunion schuldig. Ueber die im Programm deg, Konferenz ursprünglich vorgesehene Frage des Besatzungsstatuts wurde keine Entschließung veröffentlicht und das Thema des alliierten Sicher- heitsamtes nach kurzer Debatte zurückgestellt. Der Bremer Senatsnräsident.Wilhelm Kaisen gab nach Beendigung der Arbeitstagung bekannt, daß über den künftigen Sitz der Frankreich für geeintes Deutschland Paris. Der kurze Besuch des Berliner Oberbürgermeisters Prof. Reuter hat in der Pariser Presse ein vielfältiges Echo gefunden. Der „Populaire“ gibt ausführlich die Erklärungen wieder, mit denen Reuter vor der Presse das Projekt einer Einschaltung Berlins in den westdeutschen Staat begründete: „Wir wollen nicht, daß sich im Westen ein sozusagen gesättigter westdeutscher Staat bildet, der unter der Protektion des Dollars ein besseres Leben führt und sich sagt, daß das, was sich östlich der Elbe abspielt, ihn nichts angehe. W.r wollen an das Gesamtinteresse denken und nicht zulassen, daß sich die Kommunisten als die alleinigen Schrittmacher der deutschen Nation und der deutschen Einheit aufspielen.“ Außenminister Schuman habe ihm in Gegenwart von Botschafter Frangois- Poncet spontan erklärt, und zwar nicht nur in seinem eigenen Namen, sondern namens der französischen Reg'erung: „Wir wollen ein geeintes Deutschland.“ Außenminister Schuman habe Ihn gebeten, dies auch der Berliner Bevölkerung bekanntzu geben. I_ icdtyt&cUtUcH - kurz Berichtet Geheime Konferenz über Südweststaatnläne war geplant Einladungen kamen aus Freiburg Tüb ngen. Eine auf den 8. und 9. Februar nach Bühl in Baden ergangene Einladung ist, wie die „Schwarzwälder Post“ berichtest, ohne Angabe eines neuen Termins abgesagt worden. D e Einladung kam aus Freiburg und war vertraulich an politische Persönlichkeiten Badens, Hohenzollerns und der Pfalz gerichtet. Zur Konferenz wurde auch der inzwischen verstorbene F nanzminister Köhler erwartet. Wie es heßt, sollte über die Südweststaatpläne unter Ausschluß der württember- schen Politiker beraten werden. Die Angelegenheit gelangte dadurch an die Oeffentlich- keit, daß ein an den Bürgermeister und stellvertretenden Landeshauptmann von Hohen- zollern, Müller, gerichtetes Schreiben versehentlich dem südwürttembergischen Staatspräsidenten Dr. Gebhard Müller ausgehändigt wurde. Bildersuchdienst für Vermißte. Das Rote Kreuz in Deutschland, Zonenzentrale Hamburg, hat in Friedland-Leine einen Bildersuchdienst einger'ehtet, bei dem alle Angehörigen von Vermißten (in Rußland und im Südosten) einen Suchantrag stellen können. Der Antrag muß mit den üblichen Personal-Angaben und einem Soldatenbild des Vermißten versehen sein. Die Anschrift des Bildersuchdienstes lautet: Friedland-Leine über Göttingen (Hann.). Suchdienst für deutsche Frauen in den UdSSR. Der Suchdienst där Anstalt Bethel verfügt über die Unterlagen von rund 200 Frauenlagern in der Sowjetunion. In diesen Lagern sollen schätzungsweise 25 000 frühere Wehrmachtshelferinnen und weibliche Angehörige des Roten Kreuzes sowie rund 150 000 zwangsverschleppte Frauen festgehalten werden. Der Suchdienst der Anstalt Bethel erstreckt sich über alle drei Westzonen. Neuer Landespräsident für Baden ernannt. Der württemberg-badische Ministerpräsident Dr. Maier hat den bisherigen stellv. Landesdirektor Gustav Zimmermann mit der Leitung des badischen Landespräsidiums beauftragt. Versendung von Edelmetallen zulässig. Wie das Postzentralamt in Rastatt mitteilt, ist ab sofort die Versendung von Edelmetall,e.PiUnit Ausnahme von Gold und Platin, nach dem Vereinigten Wirtschaftsgebiet in Wertsendungen „zulässig.- . .""" Bevölkerungszahlen von Rheinland-Pfalz. Ueber die Bevölkerungsbewegung in Rheinland-Pfalz berichteteWohlfahrtsrainister Junglas im Rahmen einer Pressekonferenz. Rheinland-Pfalz zählt danach heute 2,8 Millionen Einwohner. Unterhaltsbeiträge für ehemalige Berufssoldaten in Südwürttemberg-Hohenzol- lern. Im südwürttembergischen Landtag wurde das Gesetz über die Gewährung von Unterhaltsbeiträgen für ehemal ge Berufssoldaten und Wehrmachtsbeamte angenommen. Südwürttembergischer Landtag nimmt Betriebsrätegesetz an. Der südwürttembergi- sche Landtag nahm in zweiter Lesung gegen die Stimmen der Kommunisten das Betriebsrätegesetz für Südwürttemberg an. 400 Millionen D-Mark Steuerhinterziehung seit der Währungsreform in Bizone. Auf mindestens 400 Millionen DM werden nach Ansich Frankfurter Finanzkreise die Steuerhinterziehungen seit der Währungsreform bis Ende des vergangenen Jahres in der Doppelzone geschätzt. Personalabbau bei der britischen Militärregierung. Das Personal der britischen Militärregierung in Deutschland, das zu Beginn der Besetzung einen Stand von 30 000 erreichte, wird laut AEP in diesem Jahr nur noch 10 650 betragen. Es beläuft sich gegenwärtig noch auf rund 13000, so daß, um die für das am 1. April beginnende Jahr vorgeschriebene Zahl zu verwirklichen, über 2 000 Angehörige der britischen Militärkommission aus Deutschland zurückgezogen werden müssen. Dr. Spiecker aus der Zentrumspartei ausgeschlossen. Der Ortsausschuß der Zentrumspartei in Essen-Bredenev hat einstimm g den Ausschluß Dr. Karl Spieckern aus der Zentrumspartei beschlossen. Dr.Spiecker hatte sich besonders eifrig für eine Verschmelzung mit der CDU eingesetzt. Französische MUtärregierung dementiert. Die französische Militärregierung in Berlin dementierte jetzt eine kürzlich verbreitete Dena-Meldung, in der es hieß, daß die ablehnende Haltung Washingtons zum Angebot Stalins, einen Friedenspakt zu erörtern,. von der französischen Militärregierung Berlins be- grüßt werde. Ln dem, Dementi wird gesagt, daß . eine solche‘ErkläLühg nicht abgegeben .worden” sei. Die Haltung der französischen Reg erung in dieser Angelegenheit sei von den zuständigen Stellen in Paris eindeutig dargelegt worden. Fall Triest wird wieder aktuell. Der Sicherheitsrat tritt heute zusammen, um u. a. das Problem der Ernennung eines Gouverneurs für das Gebiet von Triest zu erörtern. Die Frage wurde auf Antrag der UdSSR in die Tagesordnung aufgenommen. Zugunglück in Spanien fordert 50 Tote. Der Schnellzug Barcelona-Tarragona-Madrid ist am Samstagabend aus bisher noch ungeklärten Gründen während der Ueberfahrt über eine Ebro-Brücke entgle'st. Das Unglück forderte nach bisher vorliegenden Meldungen etwa 50 -Tote. Rund 100 Passagiere wurden verletzt. . Israel von 40 Staaten anerkannt. Nachdem auch Island den Staat Israel de facto anerkannt hat, wird der jüdische Staat von insgesamt 40 Ländern de facto oder de jure anerkannt. „Das Ende der Welt " Professor George G a m o w von der Universität Washington schrieb das Buch: „Die Biographie der. Erde". In einem Kapitel seines Werkes behandelte er das Thema „Das Ende der Welt“. Eine Zusammenfassung mag zeigen, welche wissenschaftlich fundierte Prognose eine anerkannte Kapazität auf dem Gebiet der Erdgeschichte und Physik heute zu dieser oft diskutierten Frage gibt. Wir leben mitten in einer revolutionären Epoche der Erdgeschichte. Ihre Kruste erzittert und zerbröckelt beim Zusammenschrumpfen, das durch die Abkühlung des Erdkörpers hervorgerufen wird. Zwei gigantische vulkanische Ausbrüche mit anschließender Gebirgsbildung sind in dieser Epoche zu verzeichnen gewesen: eine vor 40 Millionen Jahren, die andere vor 20 Millionen Jahren. Es ist unmöglich, das Datum des nächsten Ausbruches vorauszusagen oder auch nur eine „Sicherheitsperiode“ zu bestimmen, für die man die Garantie geben könnte, daß dergleichen nicht geschieht. Man kann auch nichts über die Symptome sagen, die' eine gleiche Katastrophe ankündigen würden. Jedenfalls würden sie sich als starke Erdbeben und vulkanische Ausbrüche äußern. Neue Eiszeit im Anmarsch Dagegen kann man die -zukünftigen klimatischen Verhältnisse auf der Erde, von denen ja auch jegliches Leben abhängig ist, Voraussagen. Nachdem es in den letzten 250 000 Jahren der Erdgeschichte Eiszeiten gegeben hat — die letzte war 25 000 Jahre vor Christus —, ist die nächste Vereisung der nördlichen Erdhälfte im Jahre 50 000 bis 90 000 zu erwarten. Es ist anzunehmen, daß in dieser Epoche ein großer Teil Nordamerikas und Europas mit einer dicken Schicht von Eis bedeckt sein wird. Städte wie Oslo, Kopenhagen, Stockholm und Leningrad werden unter den Eismassen verschwinden, während für London, Paris und Berlin die Möglichkeit besteht, daß sie von den Naturgewalten verschont bleiben, falls sie bis dahin noch bestehen. Die Zeit, die uns von der nächsten Eiszeit trennt, ist nämlich länger als die Zeit, die seit den Anfängen der alt-ägyptischen Zivilisation vergangen ist Es ist daher leicht möglich,, daß, wenn die gewaltigen Gletscher aus der Region des Polargebietes nahen, diese " Städte längst verschwunden sind. Tropische Wälder in Europa Bevor die nächste Eiszeit naht, wird das Klima auf der Erde viel milder werden, als es gegenwärtig ist. Das Maximum wird etwa im Jahre 20 000 erreicht sein. Tropische Wälder werden in Kanada und Norddeutschland zu finden sein, wie es in der Zwischeneiszeit der Vergangenheit der Fall war. Die Ausbreitung einer tropischen Vegetation wird begleitet sein von einer nördlichen Wandlung aller Lebewesen, d e es gegenwärtig in Afrika oder Südamerika gibt. Für die ferne Zukunft kann man Entwicklungen voraussehen, die das Bild unseres Planeten vollkommen verändern werden. Gebirge, \yie sie heute sind, werden durch Regen und Witterungseinflüsse verschwunden sein. Die Oberfläche der Kontinente wird flach und uninteressant sein. Große Gebiete, von Meerwasser überflutet, werden mit unzähligen flachen Seen eine trostlose Landschaft abgeben. Das Klima wird mild und ausgeglichen sein. Man wird von Florida nach Kanada reisen können, ohne die Kleider zu wechseln. Diese flachen Kontinente werden von Säugetieren bewohnt werden, «nur werden diese größer sein als" die heutigen. Alle Tierrassen, die in der einen oder anderen Epoche der Erdgeschichte gelebt haben, haben vor ihrem Aussterben den größten Wuchs gehabt, und es gesteht kein Grund anzunehmen, das Säugetier hätte diese Grenze bereits erreicht. Es mag sein, daß der Elefant, das größte Tier unserer Zeit, sich nicht weiterentwickeln und von der Erde verschwinden wird, aber alle anderen Lebewesen, einschließlich Menschen, scheinen durchaus fähig zu sein, weiterhin zu wachsen. Man kann sich leicht das Bild in einem Paläontologischen Institut des Jahres 80 000 000 vorstellen, wo Besucher von 3 bis 4 Meter Größe das versteinerte Skelett eines Milchwagenpferdes bestaunen, das ihnen nicht größer als ein Hund erscheint. Aber man sollte nicht zu weit auf dem Wege der Phantasie gehen, selbst wenn sie durch wissenschaftliche Fakten begründet ist. Das Aussterben der Menschenrasse kann auch ganz einfach in einer Degeneration der Zellen oder dem Rückgang der Geburtenziffer seine Ursache haben. Der Mond „wandert ab“ Von der Existenz der Erde ist auch die des Mondes, der ja ein Sprößüng der Erde ist, abhängig. Seit seiner Geburt hat er sich von 0 bis zu 239 000 Meilen von seiner „Mutter“ entfernt, während die Länge eines Tages auf der Erde sich von 4 bis auf 24 Stunden erweiterte. Die Gezeiten stauen wie von Anfang an weiterhin zweimal täglich das Wasser der Weltmeere, der Mond bewegt sich immer weiter von unserem Planeten fort und die Tage auf der Erde werden immer länger. In 20 bis 30 Milliarden Jahren wird der Mond seinen größten Abstand von der Erde (etwa um 20 Prozent weiter als heute) erreicht haben und zu dieser Zeit wird ein Tag so lang sein wie ein Mönd-Monal. das sind 47 Tage zu ie 24 Stunden. Die Sonne wird noch 10 Milliarden Jahre scheinen Wir wissen, daß die von der Sonne wie von den anderen Gestirnen ausgestrahlte Energie durch den Wechsel chemischer Elemente im glühenden Innern erzeugt wird. Dieser Brennstoff, der im Innern der Sonne Hitze erzeugt, ist Wasserstoff. Der gegenwärtige Briefe an die Redaktion: Bewirtschaftung um jeden Preis Seit Monaten haben die Hausfrauen keine Sorgen mehr um Nähmittel. Alle Läden liegen voll mit diesen Artikeln. Unsere Bewirtschaftungsstellen starten jedoch mit großem Aufwand an Energie und Arbeit einen neuen Nähmittelaufruf! Auf einen Abschnitt der Lebensmittelkarte kann dieser Tage Nähseide, Faden und Stopfgarn bezogen werden, Artikel, die jeder auch ohne diesen Abschnitt kaufen kann. Bringt uns nicht auch die Einführung der neuen Schuhpunktkarte auf den Gedanken, daß Bewirtschaftung zum Selbstzweck wurde und auch dann aufrechterhalten bleibt, wenn die Entwicklung schon lange darüber hinweggegangen ist? Inventurverkäufe, Sonderverkäufe und dergl. überstürzen sich beim Schuhhandel, ein Beweis dafür, daß das Angebot größer ist als die Nachfrage. Wir erhalten jedoch nun eine Schuhpunktkarte, auf der vorläufig sechs Punkte aufgerufen werden. Eine Einzelperson kann also ohne Mithilfe von selbstlosen Freunden keine Schuhe kaufen. Zum Kauf von einem Paar Skistiefeln müssen sogar sechs Personen ihre Karten Zusammenlegen. Dient eine derartige Bewirtschaftung noch der Gesamtheit? Man sage uns nicht, es handele sich um Vorschriften der Militärregierung. Die Militärregierung hat selbst den Anfang der freien Wirtschaft im Schuhhandel gemacht, indem sie Sportschuhwerk punktfrei über die Sportvereine verkauft. Müssen wir nun alle in einen Sportverein eintreten. wenn wir Schuhe haben wollen? Was macht der steuerzahlende Schuhhändler, wenn die gleichen Schuhe, für die er Punkte fordern muß,. wenn er sich nicht strafbar machen will, von den Sportvereinen punktfrei abgegeben werden können? H. W. W., Freiburg. Norwegens Antwort an UdSSR nicht vor Mittwoch London. Der norweg'sche Außenminister Lange traf am Sonntag, aus Washington kommend, in London ein und traf am Montag mit dem britischen Außenminister Bevin zusammen. Bei seiner Ankunft auf dem Flugplatz erklärte Lange, er besitze nach seinem Besuch in den Vereinigten Staaten „ein klares Bild der Lage und eine bessere Grundlage für weitere Besprechungen“. Auf die Aeußerung eine* Pressevertreters, daß sich die skandinavisch« Krise durch seinen Besuch in Amerika verschärft habe, erwiderte er, diese Auffassung sei bezeichnend für gewisse Reaktionen in Stockholm, die jedoch sehr wen'gmit den Tatsachen zu tun hätten. Ferner äü'ßferte Lange, - daß die norwegische Antwortnote'an die So- “WjeWhioh nicht vor seiner “Micfekehr nach Oslo am Mittwoch zu erwarten sei und matt sich damit Zeit lassen werde. Wie der Washingtoner Korrespondent der „New York Times“ berichtet, soll Staatssekretär A c h e s o n Halvard Lange zu verstehen, gegeben haben, daß die USA Norwegen während der Zeit der Verhandlungen um den At- lantlkpakt keine bestimmten Garantien für seine Sichexheit geben könnten. Trotzdem soll dem norwegischen Außenminister vers chert worden sein, die USA würden einen Angr ff auf ein Land, dessen Regierung in Verhandlungen mit den Mächten des Atlantikpaktes stehe, in keinem Fall gleichgültig gegenüberstehen. „DAS NEUE BADEN“ . Verantwortlicher Redakteur: Günter Aßmann Anschr. der Redakt.: Lahr/Schw., Postf. 270, Tel. 2365. Verlag: Demokratische Verlagsges. mbH. Lahr/Schw- Druck: Moritz Schauenburg Lahr/Schwarzwald A. Reifl und Cie., Offenburg (Baden) Vorrat an Wasserstoff, aus dem die Sonne zu 35 Prozent besteht, dürfte für 10 Milliarden Jahre reichen. Entgegen der bisherigen Annahme, die Sonne nähme an Wärmekraft ab, je mehr der Vorrat an Wasserstoff abnehme, wird die Sonne von Jahrhundert zu Jahr- - hundert wärmer werden. Die Zunahme dieser Aktivität ist sehr langsam und man hat. ausgerechnet, daß sich die Oberflächentempe- ratur der Erde in Millionen Jahren dadurch nur wenig erhöht hat. Wie es auch sein mag, während der nächsten 10 Milliarden Jahre, die uns vom Erlöschen der Sonne trennen, wird die Leucht- und Wärmekraft der Sonne ständig zunehmen. Gegen das Ende dieser Periode wird die Sonne hundertmal heller sein als heute. Auf der Oberfläche der Erde wird eine Temperatur herrschen, bei der das Wasser kocht, die Ozeane verdampfen und die Atmosphäre auf der Erde so heiß sein wird, daß ein großer Teil von ihr sich im Weltall verflüchtigen wird. Kein Leben wird länger auf der Erde möglich sein und alle Bewohner werden entweder durch die Hitze zugrunde geh°n oder gezwungen sein, auf einen anderen Planeten auszuwandem, vorausgesetzt. daß s ; e sie hochintelligente Wesen sind, die das Problem der interplanetischen Reise ge’«st haben. Wenn das letzte Gramm des Brennstoffes verbraucht sein wird, wird' die Sonne erlöschen. A’lerdings ist es nach den letzten Er«' forschungen von Prozessor Gamow auch möglich, daß die Sonne bei den letzten Meilen ihrer langen Reise noch einmal ihre Macht demonstrieren und ein grandioses Feuerwerk ihr Bnde sein wird. Wenn ibr e letzte „Stunde“ im Jahre 10 ono nnci noo kommen wird, wird sie durch ihr® Rtef.'-ion nicht, nur die Ri-de, sondern and! endm-« pT-n-edov, 5 ,„ m e:-b m et7en gebracht haben. v.inis e jahrtamande später, wenn sich der Ranch der Exrlo^ion verzogen haben wird, wird man hn Weltall eine tot» Soan* von kalten Planeten umgeben finden, „OAS NEUE BADEN* Seite S !365. hw. ■:o SV. Rastatt — SV Tübingen 4:1 Fortuna Freibure — Eintracht Singen 1® VfL Schwenningen — VfL Freiburg 2:2 (Gruppe Nord): Gonsenheim — Weisenau 1:4 wormatia Worms — Mainz OS’Oii Oppau — VfL Neustadt 1:3 Pirmasens — Andernach 3:2 Ludwigshafen — Neuendorf 2:3 Kürenz — Eintracht Trier 1:0 Södbadische Landesliga: • Stockach — st. Georgen 4:2 Gutach — Rheinfelden 1:1 Engen — Baden-Baden 1:3 / Nordbadische Landesliga: VfL Neckarau — FC Pforzheim 2:1 ASV Durlach — Phoenix Karlsruhe 7:1 VfR Pforzheim — Germania Brötzingen 2:2 Amicitia Viernheim — Spvgg. Sandhofen 4:1 ASV Feudenheim — SV Schwetzingen 4:1 TSG Bohrbach — Germähia Friedrichsfeld 2:1 Pokalspiel: Villingen — Emmendingen' 3:3 n. Vert. Freundschaftsspiel: Holstein Kiel — HSV 4:1 Hundball-Zonenliga: Fortuna — Brombach 18 ;o Schutterwald — Zähringen 3:§ Lörrach — Hauingen 4:4 . .Teningen— Ofienburg 2:4 . 'VfL Freiburg —• Lahr lut, den dritten Platz machen konnten, wieder auf ihre alte Position zurück. Der VfB Stuagart wiederholte seinen Vorrundenerfoig gegen den SV Waldhof und siegte mit 1:0. Der VfB Stuttgart liegt mit drei Punkten Abstand hinter dem VfR Mannheim an dritter Stelle, während der SV Waldhof vom siebten auf den zehnten Platz zurückfiel. in Ulra hatte man im allgemeinen mit einem Sieg gegen die Stuttgarter Kickers gerechnet. Deshalb kommt die 0:2-Niederlage der Gastgeber etwas überraschend und für viele Tipfreunde unvorhergesehen. 1860 München verbesserte seine Position durch einen überlegenen 4:1- Erfolg ta Augsburg über den BCA vom achten auf den fünften Platz. Auch Bayern München rückt nach dem 4:0-Sieg gegen die Frankfurter Eintracht drei Ränge höher. Die Situation für die Eintracht wird allmählich gefährlich, denn von dem Tabellenletzten trennt sie nur noch vier Punkte. In Frankfurt schlug der FSV den 1. FC Nürnberg, der nach seinem Kantersieg über Offenbach wieder neue Hoffnungen geschöpft hatte, mit 1:0 Toren und machte damit die im Vorspiel erlittene Niederlage wieder wett. Der VfB Mühlburg kam gegen den 1. FC Rödelheim zu einem hart erkämpften 2:l-Erfolg. Im letzten Tabellendrittel (il. — 16. Platz) traten nach den Spielen am Sonntag keine Veränderungen ein. FSV Frankfurt — FC Nürnberg 1:0 Vor 35 000 Zuschauern schlug der Fußball-Sportverein Frankfurt den Deutschen Meister 1:0. Die Entscheidung fiel kurz vor Halbzeit in der 42, Minute durch Hermann I mit einem Schuß aus 25 Metern Entfernung. Leider »ahm der Kampf zeitweise recht harte Formen an. Nürnbergs Mittelstürmer Pöschl beging hinter dem Rücken des Schiedsrichters eine Tätlichkeit gegen Schuchardt. Die Reihe der Unsportlichkeiten riß bis zur Pause nicht ab. Nach der Pause wurde zwar hart gespielt, aber nicht mehr so unfair. Bei Nürnberg überragten die beiden Verteidiger Schober und Wer leiht an Privat-Unterneh« men ca. 4-6000 DM gegen gute Sicherheit? Angebote unter Nr. 731 R an „Das Neue Baden”, Lahr. Kunstdärme, echt Pergament, für Hausschlachtungen und Metzgereien in den gangbaren Größen in jeder Menge abzügeben. Rudolf Sauer, vorm'. Max Huber, Papierwaren, Friedrich- • Straße 2. • (728) Gummi-Schutzmittel (Dtzd. 5.— DM) und alle hygienischen Artikel diskret - , per Nachnahme. Kronen-Versand, Weiden (Opf.) Prospekt gratis. BRIEFMARKEN Briefmarkensammlung zu verkaufen. Zuschriften unter Nr. 726 R an „Das Neue Baden“. Gut gepflegte Briefmarken-Samm- lungen, auch einzelne Länder ü. bessere Einzelmarken, zu kaufen gesucht. 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Der Sieg der Kickers ist in jeder Beziehung verdient. In den ersten 15 Minuten mußten die Offenbacher Anhänger allerdings bange Minuten überstehen. Dann kamen die Kickers in Fahrt. In der 17. Minute erzielte Wir- sching den ersten Treuer, in der 36. Minute Kauf- hold Nr. 2 und in der 40. Minute ergab ein Nachschuß von Buhtz Nr. 3. Der vierte Erfolg der Kickers war die Krönung eines prachtvollen Einzelspiels von Weber. Ein Nachschuß ergab in der 67. Minute das. 5:1. Glanzvolle SkfaMeisievschafien in Isny Toni Rnpp Langlaufmeister — Günter Meergans zum drittenmal Träger des Goldenen SUi — Staffel des Sch war zwald.es schärfster Gegner der Bayern — Den Spezialsprunglauf gewinnt überraschend Toni Bratscher Der 19. Spieltag der süddeutschen Oberliga, stand )«n ‘f-kX _ a_«c - r . . Der 18s4an* Langlauf Am Freitag begannen bei strahlender Sonne die Deutschen Skimeisterschaften 1949 mit dem 18-km-Langlauf. Nach frostklarer Nacht präsentierte sich die in mehreren Windungen verlaufende Meisterschaftspiste, die bei einem Höhenunterschied von 137 Metern fast durchweg über, freies Gelände führte, in einwandfreier Verfassung. Da der Schnee jedoch unter der Einwirkung der .Sonne. allmählich stumpf geworden war, stellte die Bewältigung der geländemäßig. nicht schwierigen. Strecke an die .Teilnehmer, unter denen sieh zwei-Veteranen mit 81 und 51 Jahren befanden, Zeit der Kombinationsläufer, so daß er mit der Note 249. die größten Aussichten hatte, wie schon vor zwölf Jahren den Meistertitel in der Kombination :ari sich zu bringen. ; Die Ergebnisse Deutscher Meis.tef (.Westzonen) 19 4 9 im Speziallanglaut: Toni Rupp (SC Sonthofen) 1:18:21 Stunden. Klasse I: 1. Johann Pent (Sonthofen) 1:20:31;. 2. SUchel Anderl (Bad Tölz) . 1:22:09; 3. Karl Vogl (Reit im Winkl) 1:22:19; 4. Oskar Burgbacher (Skiverband Schwarzwald) 1:23:39; 5. Anselm Helmer (Schwangftu) 1:23:39. _ _ . . , ,, . Klasse n: .1. Heinz Hauser (Altenau) 1:22:39 ; 2. . -.-—---— ■ Das Hennen entwickelte sich zu dem erwarteten »«ihholcl Karo rNewlwanm 3 Acii 'Lanrh. Gastgeber, Während nur zwefreisende Mannschat- erbitterten Zweikampf .zwischen den - Favoriten ' * fMg0 München! 1 - 23 - 41 - 4 Älberl Maier ria«0 ten zu Erfolgen kämen. Die Offenbarer Kickers Günter Meergans (München) und dem zur Zeit ner (18b0 “tunenen) *• Aioert- Mater, qwo warteten nach ihrer sensationellen Niederlage besten Larigläuier Deutschlands, Toni Rupp (Sont- mit einer überragenden - Leistung auf und fertigten hofen), beide Altersklasse I. Dem. Allgäuer gelang die Schwaben überlegen mit 5:1 Toren ab. Da es diesmal wieder, seinen Rivalen Meergäns an .auch der VfR Mannheim zu einem glatten 3:9-Er- Schnelligkeit zu übertrumpfen und sich so in der folg gegen Schweinfurt kam,. beträgt. der Abstand Tagesbestzeit von 1:18:21 stünden den ersehnten ■zCWlRChtDft fle»TT» TTal"JOlllSrt4 J iiVlV»OY* «owx n>{nhe4aA 'T’IT-oT Hoc T^Ot 1 <-e:/4i . . Zeichen” der. .Platzmannschaften, : Von den acht, hohe . körperliche Anforderungen. . :,Treffen a|s.Sormtags endeten «ecfts-mit: Siegen der: •• Das Rennen entwickelte sich'zu dem erwarteten Will- vumi 'ValecSRcIa älennenkel'-' 1:24:42; Peter Wiede (Rosenheim) zwischen dem Tabellenführer und dem nächsten Verfolger weiterhin acht Punkte, Durch' diese Niederlage .fielen die Schweinfurter, die am vergangenen Sonntag einen Sprung vom achten auf Titel des Deutschen Meisters 1949 im Spezial- Langiauf zu erwerben. Rupp hatte bereits bei Kilometer sieben gegenüber Meergans vier Sekunden Vorsprung. Meergans, der nicht in bester Kondition war, lief dagegen mit 1:18:56 die beste München) 1:25:17. Altersklasse. I: 1. Günter Meergans (1869 München) 1:18:56; 2- Hans Lochbiehler (Sonthofen) 1:23:31; 3. Hans Hieble (Oberstaufen) 1:25:01: 4. Matthias Benk (isny) 1:25:17; 5. Andreas Hechenberget (Oberaudorf) 1:25:34. • Altersklasse n: 1. Andreas Scherer (Schliersee) 1:27:43 ; 2, Paul Freyse (Neuhaus) 1:28:10; 3. Fritz Gaiser (Baiersbronn) 1:28:22. Südbaoener dürfen überall wetten l Eine hochaktuelle. Gerichtsentscheidung - .In einer amtlichen Bekanntmachung der Direktion des Staatlichen Sport-Totos des Landes Südbaden wurde bekanntlich die, Beteiligung an fremden Sport-Totalisatoren,. die hier im Lande nicht genehmigt sind, wegen Schädigung der finanziellen Interessen des eigenen Landes und des Sportes Unter Berufung a\if das ziemlich alte Rennwett- und Lotteriegesetz untersagt. Die Bestimmungen dieses Gesetzes verboten nicht nur jede Werbetätigkeit, sondern Such jeden Wettabschluß und Vermittlung von Wettabschlüssen. In einer in Freiburg stattgefundeneri Gerichtsverhandlung, die von der Direktion des Staatlichen Südbadischen Sport-Totos gegen den Herausgeber des „Illu- Sport-Expreß“ geführt wurde, wurde festgestelit, daß Wetten im Inland gestattet sind, wobei unter Inland das gesamte verbliebene frühere Reichsgebiet zu verstehen ist: Freispruch für den Herausgeber des „Illu-Sport-Expreß“ und die Folgerung für’ alle südbadischen Toto-Freunde, weiterhin dort ihre Wettabsichlüsse zu tätigen, wo es ihnen beliebt und es viele ungeachtet dieser oben angeführten Amtlichen Bekanntmachung unter Berufung auf ihre persönliche Freiheit als Bürger eines demokratischen Staates ohnehin Schon duröl „Briefwetten” taten. . Das Kombinationsspringen ' Der Schwarzwälder Erwin Schwer (Schönwald) auf dem zweiten Platz Man hätte gut getan, das Kombinationsspringen auf einer größeren Schanze durchzuführen, als : auf diesem „kleinen Eock”, erklärte Erich Windisch (Partenkirchen) nach seinem Sieg im Sprunglauf auf der Dinkelackerschanze. Es bestätigte sich nämlich, daß es den guten Springern unter den Kombinierten kaum möglich war, ihre Langlaufrfesultate dann beim Springen wesentlich zu verbessern.' Somit blieb für die Endplazierung in der Kombination das Vortagsresultat bei den meisten Teilnehmern bestehen. Man wollte mit der Heranziehung der Waldschanze dem Nachwuchs dienen. Da der kritische Punkt sich bei 40 Metern befindet, andererseits der. Schanzenrekord bei 47 Metern liegt, wurde der Absprungbügel verkürzt, um dadurch eine flachere Flugbahn zu erreichen. Im ersten Durchgang erzielten Günter Meergans, Erich Windisch und Ludwig Leuthner (Schliersee), mit jeweils 41 Metern die größte -gestandene Weite. Heini Pape (Neuastenburg), Altmeister Anderl Hechenberger (Oberaudorf), Sepp Wiedeck (Hof) und Erwin Schwer (Schönwald) kamen diesem Spitzentrio mit Weiten von 39 Metern am nächsten. Man merkte, daß es den Favoriten in erster Linie darauf ankam, durch sicher gestandene Sprünge ihre Spitzenposition weiterhin beizubehalten. Nach Beginn des zweiten Durchganges führte zunächst Hechenberger mit einem Sprung von ,43 Metern. Gespannt verfolgen die 5000 Zuschauer den Sprung von Erich Windisch, der nach gelungenem Anlauf weit ausholte und 46 Meter durch die Luft segelte: der weiteste Sprung des Tages.. Windisch war der einzige, der Meergans noch .gefährlich hätte werden können, zumal er auch im Langlauf einen der vorderen Plätze erringen konnte.. Nach ihm erschien Meergans auf dem Amlaufturm und wiederholte mit 41 Metern die Weite seines ersten Sprunges. Meergans war ausschließlich auf Sicherheit im Springen bedacht. Sehr gut - gefielen auch noch Robert Engel (1860 München), der 44, Meter, stand, sowie, der Schwarzwälder Erwin ‘ Schwer aus Schönwald mit einem 45-Meter-Sprung. Im letzten Durchgang wollte Meergans, im Gegensatz zu. seinen beiden voran- gegängenen Sprüngen, einmal ganz aus sich her- aüsgehen, kam auch auf 43 Meter, doch die Ausführung seines Sprunges war weit hinter der tadellosen Präzision seiner sonstigen Sprünge und brachte ihm eine noch geringere Wertungsnote als vorher. Windisch kam auf 45 Meter sicher gestanden. Das Ergebnis im Kombinationssprunglauf lautete dann: 1. Erich Windisch (Partenkirchen) 46, 45 Meter; 2. Erwin Schwei’ (Schönwald) 45, 45; 3. Robert Engel (1860 München) 44, 44; 4. Günter Meergans (1860 München) 41, 43; 5. Paul Wiede (Rosenhelm) 42, 43; 6. Andreas Hechenberger (Oberaudorf) 42, 43; 7. Reinhold Karg (Nesselwang) 41, 42. Der Riesengebirgler Günter Meergans, der 1837 und 1938 bereits zweimal den Titel eines Deutschen nordischen Meisters besaß, errang hiermit zum drittenmal die höchste Trophäe, die der deutsche Skisport zu vergeben hat: den Goldenen Ski. 4xl0*km Staffellauf Unsere Schwarzwälder waren die Sensation des Tages Ra stall weiterhin sehr bes tändig Nach Villingen ließ nun auch der zweite Neuling beide Punkte beim Meister. Die führende Position .fler Rastatter ist damit weiter gefestigt. Der 1:0- Erfolg Forturias gegen Singen. entspricht den gezeigten Leistungen. Der verzweifelte Kampf Of- fenburgs gegen den Abstieg brachte den Orten- •uein einen sehr beachtlichen Teilerfolg. Auch das Unentschieden des VfL Freiburg in Schwenningen spiegelt die Flucht aus der Abstiegszone wider. Daß die Freiburger auswärts zwei Tore schießen, äst sdion eine Leistung. Fortuna Freiburg — Eintracht singen 1:0 Zwei technisch zu den besten der Zonenliga Süd zählende Mannschaften lieferten sich vor etwa 3,000 Zuschauern einen ausgeglichenen Kampf, bei dem schneebedeckter Boden besonders die Techniker unter den Spielern begünstigte. Es war bei den Gästen einmal mehr Dr. Joachimsky, der mit verblüffender Spielübersicht den Ball beherrschte, Und bei den Fortunen zeichnete sich der fleißige Verteidiger Rösselmeier besonders aus, wie überhaupt der Fortuna-Abwehrblock wieder besser als ä» den letzten Heimspielen war. — Das Treffen wurde in der 30. Minute entschieden, als Flöhl eine Vorlage von Liechty geschickt aufnahm und aus sechs m Entfernung einschoß. Wohl deckten die Itn Feldspiel meist ebenbürtigen Gäste anschließend stark und hatten auch noch in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit mehr v?m Spiel, doch die Stürmer ließen vor dem Tor die nötige Schußkraft vermissen, und als dann die Fortunen wieder aufkamen, verdankten die Sin- Sfhm: es vor allem ihrem Torwart Fischer, daß nicht noch mehr Tore fielen, der kurz hintereinan- “f r einen gefährlichen Durchbruch und einen p.azierten Kopfball von Liechty tadellos abwehrte. SV Offenburg — VfL Konstanz 0:0 ®’ n Kampf auf Biegen und Brechen, der nun leider durch die katastrophalen Bodenvev* Nach dem ersten Wechsel hatte sich Bayern II mit seinem Anfangsläufer Pent an die Spitze gesetzt und erreichte mit einigen Metern Vorsprung vor. Bayern I mit Anfangsläufer Schlechter den . Wechsel. Mit ungefähr 200 Metern. Abstand folgte Südbaden I. Die Ueberraschung des Tages lieferte der junge Schwarzwälder - Grieshaber, der als zweiter , Läufer in dritter Position für Südbaden ins Rennen giflg.; Er vermochte in einem gigantischen Lauf seine bereits mit beachtlichem Vorsprung - an der Spitze liegenden Konkurrenten Lochbiehler (Bayern I) und Speicher (Bayern ID einzuholen und bei km 5 bereits die Spitze einzunehmen. Seinen Vorsprung konnte er bis zum zweiten Wechsel noch ständig vergrößern. Er beendete mit 40,31 Minuten als Schnellster der zweiten Runde sein großartiges Rennen. Pent (der schnellste Läufer der ersten Runde) benötigte 42,35 Minuten. Als dritter Läufer ■ der favorisierten Bayernstaffel I- startete Günter Meergans, der neue nordische Meister. Mit langen, weit ausholenden Schritten und kräftiger Stockarbeit kämpfte er sich an den führenden südbadischen Läufer . heran und konnte ihn bereits nach einem km pas- hältnisse sehr stark beeinträchtigt wurde. Die Gäste wußten sich von Anfang an taktisch gut einzustellen und kämpften in der ersten Halbzeit mit leichter Feldüberlegenheit, wobei besonders Glöckner I und II durch gutes Aufbauspiel herausragten. Bei Offenburg war man auf den Halbrechten Grigutsch gespannt, der ebenfalls ein technisch • einwandfreies Spiel zeigte. Beiderseits wurden die Tore vielfach bedrängt,, wobei es auch an Gelegenheiten nicht ■ fehlte. Nicht wesentlich besser gestaltete sich die zweite Halbzeit. Bei Of- “H?*® Mittelstürmer Hall, nachdem er Der Spezialsprunglauf vor fast 40 000 Zuschauern "„£!;£„-!, rsten T , Ha ,l bzei . t llart anseschlagen auf der Iberg-Schanze bildete am Sonntagnachmit- au ® s< * e . 1 j| en ; Uie Konstanzer, die nun Stär- tag den festlichen Abschluß der Skimeisterschaften, xer im Angriff lagen, wurden immer wieder , Tont Brutscher (Oberstdorf) ging mit Sprüngen sieren. Meergans gab die Spitze nicht mehr ab und erreichte mit 68 Sekunden Vorsprung vor Anderl. Michel (Bayern II) sowie Diemand (Südbaden), der weitere 118 Sekunden zurücklag, den Wechsel. Bayern I, das als Schlußmann Toni Rupp einsetzte, war damit der Sieg nicht mehr zu nehmen. Der neue deutsche Langlaufmeister wollte aber trotzdem nicht hinter den Leistungen seiner Vorläufer Zurückbleiben und lief mit 39,47 Minuten die schnellste Rundenzeit. Ergebnisse: 1. Bayern I (Schlechter, Lochbiehler, Meergans, Rupp) 2:46,22 Stunden, 2. Bayern II (Pent, Speichel', Anderl, Vogl) 2:49,48 stunden. 3. Südbadbn I (Hitz, Grieshaber, Diemand, Burgbacher) 2:52.12 Stunden. 4. Südwürttemberg I: 5. Bayern III; 6. Bayern IV; 7. Harzer Ski verband II; 8. Bayern V; 9. Westfalen; 10. Bayern VI. " Der Höhepunkt: Spezialsprunglauf vor 40000 Zuschauern Toni Bratscher Deutscher Meister — Schanzenkönig Sepp Weiler stürzte bei 8S und 87 Metern durch den rechten Verteidiger Merz abgefangen, und auch Schüli zeigte fabelhafte Paraden. Im Gegenzug kamen die Platzherren einige Male gefährlich vor das Tor der Gäste, konnten aber keine Erfolge erzielen. Pokalspiel ASV Villingen — SV Emmending'en 5:3 n., Verl. Nur etwa 1000 Zuschauer waren zu diesem Pokal-Wiederholungsspiel gekommen. Beide Mannschaften traten erneut mit Ersatz an. Die Gäste stellten eine junge, äußerst kampffreudige Mannschaft ins Feld. Der ASV konnte in der ersten Halbzeit nach gutem Spiel eine 3:0-Führung herausholen. Nach dem Wechsel war der ASV nicht wiederzuerkennen. Er spielte müde und zerfahren. Es konnten die Gäste unter dem Beifall der VII- linger Zuschauer bis zum Schluß der regulären Spielzeit ein 3:3 schaffen. In der Verlängerung verlor der ASV gleich zu Beginn zwei Spieler von 78 und 83 Metern und der Wertungsnote 218 überraschend als Sieger und damit als neuer Deutscher Meister hervor. Den zweiten Platz erreichte Julius Gastaldo (Ruhpolding) mit 77 und 83 Metern und der Note 215,5. Dritter wurde mit derselben Note und Sprüngen von 76 und 83 Metern der Ex-Weltrekordler Rudi Gehring (1360 München) vor Heini K ! °Pfer (Öberstdorf) mit 78 und 80 Metern und der Note 213. Der Favorit Sepp Weiler (Öberstdorf) erreichte zwar mit Sprüngen von 85 und 87 Metern die größten Welten, stürzte aber beide Male und endete dadurch im geschlagenen Feld. Um 15.30 Uhr begann das Wertungsspringen. Theo Steinmüller, der als achter Springer über die Schanze ging, erreichte -als erster 76 Meter, die dem vor vier Wochen aufgestellten Schanzenrekord Bratschers entsprechen. Auch Heini Klopfer (Oberstdorf), der ewige „Schatten" Sepp Weilers, durch Verletzung. Während die erste Verlängerung setzte gleichfalls an der 76-M=ter-Marke auf. Sein noch torlos verlief, konnte der 4SV ante oder Franzosen wie Racine. Oomeihe. Victor Hucro und andere, stehen heute auf dem un- eineestandenen Index der ,.nicht?P 1 esenen“ Autoren einer Jugend, deren ex ! s+entielle BedränOTr’s we'+ eher Offenbarung bei den dunklen Suchern und Besessenen findet, ob s*e nun Hölderlin oder T.autreamont he’’ßen, als bei den klassisch geklärten Architekten eines abgeschlossenen WeHb’ides und einer : n sich ruhenden Gesellschaftsform. Darüber darf jedoch nicht vergessen werden, daß als Ganzes genommen, Goethes Werk im Kulturgefüge des heu t: ffen Frank- -eich m’tschwingt. w ! e es Denis Saurat im fahre 1932 summarisch ausgedrückt hat: „Der Körner seines Werkes ist tot. Gestehen wir, daß abgesehen von der „Inhlgen’e“. die ebenso Sophokles, Eurinides und Racine angehört wie Goethe, kein Kunstwerk Goethes übrigbleibt Faust ist formlos und absurd. Werther ist albern . . . Aber die Seele dieses Werkes ist unsterblich ... In diesem ungeheuren verlassenen Steinbruch blühen und leben Tiere . . . Der Kultusminister verbietet ... Im vergangenen Jahr wurde die weitere Aufführung des an der Münchner Staatsoper uraufgeführten Faust-Balletts „Abraxas“ von Werner Egk nach fünfmaliger Wiederholung vor ausverkauften Häusern von dem bayerischen Kultusminister Dr. Hundhammer verboten. Dr. Hundhammer gab vor dem Landtag im Brustton der Ueberzeugung e ; ne Erklärung, in der er behauptete, das Verbot wegen des angeblich frivolen Inhalts und der finanziellen Belastung für die vom Staat aufzubringenden Mittel der Staatsoner erlassen zu haben. Die FDP hat sich infolge der ungenügenden Antwort des Kultüsnrnisters veranlaßt gesehen, d’ese Frage durch eine Interpellation einer hinreichenden Klärung zuzuführen. Der Vorgang in der Münchner Staatsoper ist nicht von entscheidendem Belang, aber in der Haltung, die sich in 'hm offenbart, liegt d'e größte, liegt Lebensgefahr für einen jeden von uns. Macht es einen Unterschied, ob ein Potentat früherer Zeiten oder Herr Hundhammer kraft' seiner oolitischen Macht ein Urte'l fällt und vollstreckt über d'e Lebensberechtigung eines Kunstwerkes? Nicht die Frage steht hier zur Diskussion, ob „Abraxas“ minderen Wertes ist, — von vielen wird das Gegenteil behauotet — sondern allein die Tatsache, daß der Staat in Person des Herrn Kultusministers d'e Kunst wieder zu kommandieren. den Geist wieder zu töten beginnt, wenn sie seiner Me'nung, se'nen Bestrebungen — denn hierauf kommt es letzten Endes wieder an — n'cht entsprechen. Werden wir wieder Kunstwerke mit den Prädikaten „künstlerisch wertvoll“. ..staatspoli tisch w : chtig“ erleben, wird es wieder Listen verbotener Bücher geben, w’rd w'eder die mit der herrschenden Lehre in Widerspruch stehende Erkenntnis des Forschers unterdrückt werden, wird vielleicht dann das KZ den Trägem solch „s'aatsfeindlichen Geistes“ wieder seine Pforten öffnen? bei dem Kaiser melden. Und wirklich: er wurde vorgelassen. Daumesnil strahlte: nicht vergessen! Di® Zusage, welche ihm vor mehr als einem Jahrzehnt auf ägyptischem Boden gemacht wurde, galt auf französischem Boden als zu Recht bestehend. Ein Satz, der sein Begehren aussprach, ein zustimmendes Nicken des kaiserlichen Kopfes — alles war in bester Ordnung. Und sie konnten von gemeinsamen Kriegstaten erzählen. , Mit militärischer Kürze brachte, als er «-* freilich gestützt auf einen Stock, aber in straffer Haltung — seinem ehemaligen General gegenüberstand,, Daumesnil di« Bitte vor: Eine Steuerstellei Und zwar in dem Bezirk Rotien, dessen bisheriger- Pächter verstarb! „Was berechtigt Sie zu dieser außer* ordentlichen Bitte?“ fragte Napoleon. „Jean d‘Acre!“ erwiderte voll Stolz Daumes* nil und glaubte, daß damit genug gesagt sei. Der Kaiser schwieg. „Das Versprechen, Sir, welches mir vor Jean d’Acre von dem todbedrohten General Bonaparte gegeben wurde!“ fügte — notgedrungen — Daumesnil hinzu. „Rouen ist die beste, die weitaus beste von allen Steuerstellen, die in meinem Lande zu vergeben sind*, stellte der Kaiser fest Jetzt schwieg Daumesnil. „Also“, fragte der Kaiser, „was vermögen Sie mir als Pfand zur Sicherung des richtigen. Einganges der Pachtsumme zu bieten, für die von anderer Seite ein Barren Gold hinterlegt werden kann?“ Daumesnil, ohne um Erlaubnis zu fragen, ob er sich in Gegenwart des Herrschers setzen dürfe, sank in einen Stuhl. Dort griff er mit beiden Händen nach seinem Holzban, Der Kaiser erwartete ohne Unmut di« Antwort auf seine entscheidende Frage: Denn er meinte, daß mit dem Ersatzbein des einstigen Soldaten etwas nicht in Ordnung sei. Daumesnil begann in der Tat, die Schnallen, welche das hölzerne Bein an dem fleischernen Stumpf seines Körpers festhielten, zu lockern. Weil aber die Schnallerei dem Kaiser dann doch, zu lange dauerte, denn sie konnte während seiner Abwesenheit zu Ende gebracht und die verlangte Zusicherung sehr wohl im Setzen gegeben oder, wahrscheinlich, versagt werden, so drängte er: „Antwort! Was bekomme ich für die Steuerstelle in Rouen als Pfand!“ „Das da!“ antwortete Daumesnil grimmig, hieb das losgeschnallte Holzbein auf den Tisch, daß der in allen Fasern erbebte, griff nach seinem Stock, stützte sich hoch und wollte mit dessen Hilfe einbeinig aus dem Zimmer eines Wortbrüchigen in die Armut hinaushumpeln. Aber schon hatte der Kaiser das hölzerne Bein des Soldaten, der ihm vor Jean d‘Acre das Leben rettete, ergriffen, diesen in den Stuhl niedergedrückt und ließ es sich nicht nehmen, ihm knieend bei dem Anschnallen des seltsamen Pfandstückes behilflich zu sein. • Als der Generalmajor außer Diensten — wieder zweibeinig geworden — erneut, nun vor Herzensbewegung, wankend, seinem Kaiser gegenüberstand, sagte Napoleon: „Das gebotene Pfand reicht aus. Es wiegt einen Goldbarren auf. Die Steuerstelle zu Rouen wird noch heute dem — General Daumesnil verliehen werden.“ Und zwei Hände, zwei dankesschuldige Hände streckten sich dem Bittsteller entgegen. Da, Daumesnil seine beiden Hände in die Hände Napoleons hineingelegt und sich über die Brücke der Händepaare hinweg zwei Augenpaare gefunden hatten, standen ich nicht Kaiser und General, nicht Her, - er und Pächter gegenüber, sondern — wie einst vor Jean d ! Acre — zwei Soldaten. iS Kr. 19 ! 15. 2. 49 „DAS NEUE BADEN” Seite D DER HEIMATSPIEGEL Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues in Villingen Amor schoß daneben Neulich bin ich durch den Stadtpark gebummelt. Um zu sehen, ob d e Bänke noch alle da sind. Falls es Sie interessiert: Bis jetzt haben sie alle gut überwintert und sehnen sich nach Mondensdiein und Liebespärchen. Meine Stammbank ist natürlich auch noch da. Mir hat das Herz in der Brust gepuckert, wie ich sie von weitem gesehen habe. Einesteils wegen der vielen schönen Erinnerungen, andernteils, weil dort jemand saß. Jemand ist schlecht ausgedrückt. Richtig müßte es heißen: Dort auf der Bank saß ein himmlisches Wesen. Ich schlich mich von hinten heran. Und als ich ganz nahe war, habe ich ganz einfach und schliefet gesagt: „Verzeihen Sie, mein Fräulein, mein Herz hat mich zu ihnen geführt!“ Da ließ das himmliche Wesen das Buch sinken, schaute mich verblüfft an, und sagte ebenso einfach und schlicht zu mir: „Idiot! Setz Dich hin!“ Es war meine Schwester! Freiburger Stadtnotizen Was der Freiburger Weinmarkt bietet Zu dem nach einer mehrjährigen Unterbrechung wieder erstmals abgehaltenen Weinmarkt in Freiburg, der am 17. Februar stattfindet, sind von 120 Erzeugern 294 Weine in einer' Gesamtmenge von 170 000 Litern zum Verkauf angemeldet. Dazu kommen noch etwa 100 000 auf Flaschen abgezogene Weine. Vertreten auf dem Markt sind sämtliche Weinbaugebiete Südbadens einschließlich der Ortenau, aber auch Gewächse aus Mittelbaden werden zu finden sein. Mit dem Weinmarkt verbindet der Badische Weinverband eine Auszeichnung der auf dem Markt angebotenen besten Erzeugnisse. -t. Sie hatte es auf Geldbeutel abgesehen Freiburg. Aus einem Eifeldorf unternahm die 22jährige Anneliese L. einen Sprung in die weite Welt. Sie landete als Hausgehilfin in Friedrichshafen, um hier eine Kollegin, mit der sie sich an gefreundet hatte, zu betrügen und zu bestehlen. Vom Bodensee startete die pausbäckige Evastochter nach Freiburg, wo sie sich ungesäumt auf Geldbeutelstähle in Ladengeschäften konzentrierte. Ein Geldbeutel nach dem andern verschwand aus den Einkaufstaschen der Ladenbesucherinnen; in den beutegierigen Händen der Anneliese blieben im ganzen 249 DM hängen. Endlich, als sie wieder den Geldbeutel aus einer Tasche ziehen wollte, wurde sie erwischt. Der Lohn für die betrügerische und diebische Betätigung beträgt sieben Monate Gefängnis. Der 23jährigen Pauline L. gewährte eine Familie in Konstanz aus Mitleid für eine Nacht Unterkunft. Sie vergalt das menschenfreundliche Entgegenkommen damit, daß sie ihren Wohltätern ein Paar Damenschuhe und eine Lebensmittelkarte entwendete. In einem Gasthof in' Freiburg hatte Pauline Anstellung als Zimmermädchen gefunden. Ihre diebischen Gelüste traten auch hier zum Vorschein; einem Uebernachtungsgast stahl sie den Foto- Apparat, einem andern Gast 250 DM. Die rückfällige Diebin, die offenbar in vernachlässigter Erziehung aufgewachsen ist, wurde zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Firma Emil Schwehr in den alten Räumen In diesen Tagen wird die Firma Emil Schwehr, Büromaschinen, in der Berthold- straße, Ecke Wilhelmstraße, wieder ihre alten Räume beziehen. Wenn das Haus auch rein äußerlich, der Not der Zeit Rechnung tragend, noch keine Schönheitsarbeit aufweist, so sind doch die Innenräume zweckmäßig und vor allem die Reparatur-Werkstatt modern und leistungsfähig eingerichtet. In einmütiger Zusammenarbeit haben Personal und Inhaber in tätiger Mithilfe sich wieder eine würdige Arbeitsstätte geschaffen, die notwendig ist, um den a'ändig steigenden Anforderungen ihres großen Kundenkreises gerecht zu werden. Die Firma Emil Schwehr kann im November ihr 50jähriges Bestehen feiern. Sie ist somit die älteste Firma der Branche in Freiburg und weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt und geachtet. Versuchsbeiwagen der Straßenbahn Freiburg. Die Städtische Straßenbahn hat einen Versucfesbeiwagen in Dienst gestellt, der bei Bewährung in größerer Anzahl in 'den Verkehr gebracht werden soll. Es handelt sich um einen der ältesten Motorwagen, der durch die Karosseiriefabrik Rathgeber- München einen modernen Oberbau erhielt. Freiburger Theaternotizen Die Stadt. Bühnen bringen im Casino am Dienstag, 15 . Februar, eine Aufführung von Joh. Strauß’ „Fledermaus“, am Mittwoch, 16. Februar, eine Wiederholung des bunten Programms „Lachender Clobus“ und am Donnerstag, 17 . Februar, eine der letzten „Carmen-Wiederholungen (8. Donnerstag-Miete In den Kammerspielen wird am Dienstag, 15. Februar, Bert Brechts Komödie „Herr Puntila und sein Knecht“ gegeben (8. Dienstag Miete A). Wegen der Schlußproben zu l^kespeares „Othello“, der am Freitag, 18. Februar, in einer neuen Inszenierung erst-, g e g e b en vvi^, (Regie: Franz Everth, Titelrolle: Claus Clausen) bleibt das Kammerspielhaus am Mittwoch, 16. und Donnerstag, 17. Febrsar, gesshlossen. Kammerkonzert verschoben Die Stadt. Bühnen weisen darauf hin, daß das ursprünglich für den 14. Februar vorgesehene Kammerkonzert des Oskar-Schrrddt- Quartetts auf Montag, 21. Februar, verschoben werden muß. Villingen. Die Stadtrafss-itzung vom Donnerstag begann mit einem Trauergedenkön für die Opfer des schweren Verkahrsunfalls bei Döggingen. Bürgermeister Nägele gab bekannt, daß er den Städten Singen und Radolfzell das Beileid der Stadtverwaltung Villingen übermittelt habe. Der Hauptpunkt der Tagesordnung, die Beratung der Wohnbauförderungsabgabe, mußte nochmals zurückgestellt werden, da verschiedene Erhebungen noch im Gange sind. Immerhin habe sich der Finanzausschuß des Stadtrates, wie Bürgermeister Nägele matteilte, über die den sozialen Gesichtspunkt weitgehend berücksichtigenden Erhebungsgrundsätze bereits geeinigt. Auch das Finanz- und Innenministerium habe das Vorgehen von Villingen in dieser Sache begrüßt, zumal auch der Staat eine ähnliche Abgabe in Erwägung ziehe. Nach mehrmaliger Beratung im 'Finanzausschuß werde die Vorlage dem Stadtrat zur Beschlußfassung zugehen. Ohne diese Abgabe, so betonte der Bürgermeister nachdrücklich, könnte bei den heutigen Baupreisen weder die Baugenossenschaft noch die Stadt oder ein Privatmann Wohnungen mit einem tragbaren. Mietpreis erstellen. Die vielen Wohnungsuchenden in Villingen hätten ohne die Abgab.; keine Aussicht, unterzukommen, und die Lage würde unhaltbar werden. Zur Beschaffung von Schotter und Straßenbaumaterial wurde ein Kredit von 10 000 DM bewilligt. Die Gleich- richte ran läge des Eltwerkes, die 1945 durch Bomben zerstört wurde, war 1946 durch eine von den &tadtwerken Freiburg gemietete ersetzt worden. Diese wird nun für 31 350 DM gekauft, zumal sie noch 25—30 Jahre in Betrieb sein kann. Die Umstellung der noch in einem Teil der Stadt vorhandenen Gleichstromanlage auf Drehström kommt doch noch lange nicht in Frage, da sie einen Kostenaufwand von nahezu einer Million erfordern' würde. Das Fischwasser der Brigach von der Brücke beim Sportplatz 08 bis Gemarkungsgrenze Marbach wurde wieder dem Angler- verein zum alten Pachtprais zugesprochen. Die Mitglieder der Marktkommission wurden neu bestellt. Außerdem wurden noch verschiedene Gesuche größtenteils in zustimmendem Sinne verabschiedet. Villingen. Der aus der Viilinger Fastnacht nicht wegzudenkende traditionelle „Altjung- fere-Obed“ findet, auch dieses Jahr arii „Schmotzige Dunschtig“ im Saal des Gasthauses „Zum Löwen“ statt. — Eine stark besuchte Versammlung der Saatgutvermehrer fand unter der Leitung der Zentralgenossenschaft Karlsruhe im Gasthaus „Zum Felsen“ statt. — Noch im Laufe des Monats Februar wird, wie das Straßenverkehrsamt Villingen mitteilt, von dem in Frage kommenden Transportunternehmer ein Omnibus anstelle eines Lastwagens auf der Strecke Villingen— Vöbrenbach für den Verkehr zum Einsatz kommen. — Die Gewerkschaft Bau, Steine und Erde Villingen hält im Nebenzimmer des „Löwen“ am Sonntag, 20. Februar, morgens 9.30 Uhr, ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. — An Kriegsversehrte der Stufen III und IV sowie an Schwerbeschädigte des ersten Weltkrieges mit 80°/o und mehr wird ein Zentner Kohle zugeteilt. Die Stadt. Kartenstelle, Zimmer 2, nimmt Meldungen gegen Vorlage des Rentenbescheides entgegen. — Das 70. Lebensjahr vollendete bei -gutem Befinden Oberzueführer a. D. Karl Storz, Ziegelweg' 6. — Im Waldhotel brach im Keller, wo Heu und Stroh sowie Gerümpel lagerte, Feuer aus. Der Feuerwehr gelang es, ein Uebergreifen auf den ersten Stock des Gebäudes zu verhüten, so daß der Gebäude- und Fahmisschaden in kleinerem Rahmen blieb. Die. Ursache des Feuers ist noch zu klären. Villingen. Als sich am Freitagnachmittag der 9jährige Erich Bayer auf dem Weg zur Schule befand, wollte er an der Kreuzung der Saarland- und Moratstraße Sich zu zwei auf der anderen Straßenseite befindlichen Kameraden begeben. Dabei rannte er in ein Lastauto, wurde überfahren und war sofort tot. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung. Was» bietet Freiburg ? öienstaf, dem w. Februar: Stadt. Bühnen. Casino: „Die .Fl*dermaus“, 20,00 Uhr, Ende 23.00 Uhr. — Kammerspiei,e: „Sen Puntila und sein Knecht,“, 20.00 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Mittwoch, den 10 . Februar: Stadt. Bühnen. Casino: „Lachender Globus“, 20 . 0 « Uhr, Ende 22.IS Uhr. T äg 1iah: Lichtspiele: Casino: „Heimatland“. — Friedrichsbau: „Die Abenteurerin“. — Kandelhot: „Die Abenteurerin“. — Harmonie: „Caesar und Cleopatra“. — Union: „Diener lassen bitten". Bunte Chronik ans Neustadt Neustadt. In einer Stadtratssitzung wurden einige personelle Fragen besprochen. Der Stadtrat stimmte weiter einer 15%igen Lohnerhöhung für die Stadt. Waldarbeiter zu. Die von den Gastwirten jährlich abzuführende Getränkesteuer wurde auf 3500 DM festgelegt, nachdem die gleiche Steuer vor dem Kriege 6000 Mark einbringen mußte. Mehrere Zuzugsgenehmigungen wurden besprochen, alle Anträge jedoch abgelehnt. Der Preisausschuß des Kreises hielt nach langer Pause wieder eine Sitzung ab, es wurde eine große Anzahl Verhängte? . Strafen Gemeinde übernommen. — Anträge auf Zuzugsgenehmigung wurden beraten und teilweise befürwortet. — Der Verfügung über Schülerspeisung wurde zugestimmt; und die hierfür der Gemeinde anfallenden Kosten bewilligt. In der nichtöffentlichen Sitzung wurde ein Vortrag dies Bürgermeisters über rückständige Zahlungsverpflichtigungen an die Gemeinde- ,ka®s-e -zur Kenntnis genommen. — Die gesetzliche Erhöhung der Gemeindeangestelltenvergütungen, . Weihnachtszuwendungen,. Vergütung der Gemeinderäte für Gemeinderatssit- bekantgegeben. ftlan appellierte an die Gef- z ung@n, Mietzahlung von Untermietern an in X, den Behörden bei: der swmeindoeieenen Wohnungen wohnende Per- fentlichkeit, daß Ueberwachung der Preise auch eine gewisse Unterstützung zuteil wird, denn nur mit Geschimpfe können Auswüchse nicht beseitigt werden. Einmal mehr wurde darauf hingewiesen, daß Kopplungsgeschäfte verboten sind, sowohl vom Großhändler zum Einzelhändler wie auch vom Einzelhändler zum Kunden. Landrat Dr. Ballweg wies in dieser Sitzung darauf hin, daß beim Vorhandensein großer bewirtschafteter Warenmengen diese frei verkauft werden können, wenn vom Großhandel zum normalen Preis diese Erzeugnisse angeboten werden. Man will die Kaufleute ermutigen, so. sagte er weiter, und sie nicht zu Behördenangestellten erziehen. Man hat im Krankenhaus neue Besuchszeiten festgelegt. Diese sind jetzt an Sonntagen von 10 bis 11 und 14 bis 17 Uhr. Dienstag und Donnerstag ist Besuchszeit von .14 bis 17 und 18 bis 19 Uhr. Wer diese Zeiten nicht einhalten will, muß zurückgewiesen werden. In seiner letzten Sitzung behandelte der Kreisversammlungsausschuß den Haushaltsvoranschlag für 1949/50. Die Aufwendungen haben erheblich zugenommen, sie betragen voraussichtlich 676 885.— DM bei einem Hundertsatz von 59,4 Prozent. Diesen Aufwendungsbetrag hatte man ursprünglich auf 807 000.— DM beziffert, doch konnte der Ausschuß eine Senkung herbeiführen. Bei der Beratung personeller Angelegenheiten wurde beschossen, Herrn Albert Wehrle, Kreis- kassenverwalter. in das BeamtenverhäHois zu übernehmen, Herrn Max Krebs zum Oberinspektor der Hauptverwaltung zu ernennen. Zwei Diebe versuchten kürzlich einen Einbruch im hiesigen Bahnhofsgebäude und in einer Schuppen einer Großhandlungsfirma, Der Einbruch mißlang jedoch, die beiden Diebe sind unerkannt entkommen. Gemeinderatssitzung in Grafenhausen Grafenhausen. In der letzten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats wurden zuerst allgemeine Fragen des Fremdenverkehrs in Erwägung gezogen und die Neugründung des Verfcehrsvereins als vordringliche Notwendigkeit zur Hebung des Fremdenverkehrs befürwortet mit einer Werbeversammlung unter Mitwirkung' des Musik Vereins. — Ein Bericht über die Tätigkeit der Krankenschwestern im letzten Jahr wurde entgegengenom- men. Dabei ist besonders hervorzuheben und anzuerkennen, daß Hunderte von Krankenbesuchen und viele Nachtwachen getätigt wurden. — Ein für die dringende Erweiterung des Friedhofs einverlang'fer Entwurf wurde eingehend besprochen und soll nach Ueber- prüfung an Ort und Stelle dann geplant und in Auftrag gegeben werden. — Für e’nen bedürftigen und wohnungsgesebädigten Bürger wurde für dessen Hau"bau die Ausfallbürgschaft für ein Drittel des von der Landeskreditanstalt gewährten Baudarlehens von der gemeindeeigenen Wohnungen wohnende Personen, ein vorgelegtes Gesuch auf Einstellung als Lehrling und Beendigung dessen Lehrver- hältmsses bei der Gemeindeverwaltung wurd* beraten und Entschlüsse gefaßt. Das Rundhinkprogramm Südwestfunk Tägliche Sendungen: 6.00, 7.00, 8.00, 12.00, 13.00, 22.00 und 24.00 Uhr Nachrichten, 6.10—7.00 Frühkonzert, 7.15 Familienfunk (außer So.), 7.30 Sing schon am Morgen, 8.15—8.30, 11.30—12.00, 12.45—13.00, 18.15— 19.00 Eigenprogramm der Studios des SWF, 8.30 Nachrichten in französischer Sprache. 8.50 Wiederholung des franz. Sprachunterrichts vom Vortag, 13.45, 22.15 Französische Sendung in deutscher Sprache, 17.15 Französisch im Südwestfunk, 18.00—18.15 Nachrichten aus allen Zonen, 19.30—20.00 Die Tribüne der Zeit. .15. 2.: 12.10: Mittagsiconzert aus Koblenz. 13.1S: Musik nach Tisch aus Freiburg. 14.15: Melodische Rhythmen. 16.00: Sinfoniekonzert. 17.00: Das Gesicht der englischen Presse. 17.30: Kapelle Erhardt Bauschke. 19.00: Der Rechtsspiegel 20 . 00 : Solistische Unterhaltungsmusik. 20.45: Hörspiel: „Der Mann. der den Kuchen holen wollte". 22.30: Wege zur neuen Musik. 23.15: Helmut Hauri: Die Prüfung. 23.30: „Unser Jazz-Cocktail“. 16. 2.: 12.10: Mittagskonzert aus Freiburg. 13.15: Musik nach Tisch aus Kaiserslautern. 16.00: Musik zur Teestunde. 17.30: Solistenkonzert. 19.00: Aus der Welt des Sports. 19.15: Kleine Abendmusik mit C. F. Homann. 20.00: Scheinwerfer auf! 20.45: Probleme der Zeit. 21.00: Das Prisma, Konzert des Südwestfunk-Örchesters. 22.30: Einkehr im Geist. 23.00: Tanzmusik zum Tagesausklang. Aas dem Kreis Donaueschingen Emmingen ab Egg. Der Gesangverein. „Harmonie“ hielt seine Generalversammlung ab. In den Vorstand neu gewählt wurden; Albin Heiß, Ernst Keller und Konrad Störk. — Unsere Dorfkirche soll wieder ein neues Geläute erhalten. — Die Eheleute Georg Kell- ler, Gemeindarat, feierten die Silberne Hochzeit. — Die Krankenschwestern machten 1948 über 2500 Krankenbesuche. — Die Bauhilfesammlung erbrachte 354 DM. — Vom Narren- verein wurde das Amt des Narrenvaters Johann Alber, Mechaniker, übertragen. Blumberg. Witwe Apollonia Hauser vollendete ihr 80. Lebensjahr. — Die Standesbücher verzeichnen im Januar 1949 sieben Geburten, drei Eheschließungen und keinen Todesfall. Die Lebensmittelrationen für Februar Wie das Badische Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung mitteilt, werden in der 46. Zuteilungsperiode für die Zeit (hm bis 28. Februar dieselben I,ebensmittelmengen wie im Januar ausgegeben. 'Auch die Fettration bleibt voll erhalten; die durch verspätete Anlieferung erfolgte Verzögerung in der Ausgabe der Januar-Ration beeinträchtigt nicht die für Februar vorgesehene Menge. Nachklang zum Omnibusunglück Oeffentliche Stadtratssitzung in Radolfzell Radolfzell. Der Stadtrat gedachte zu Beginn seiner Donnerstag-Sitzung nochmals der Toten des Dögginger Omnibusunglücks und erhob sich zur stillen Ehrung von den Sitzen. Mitgeteilt wurde, daß im Befinden der Schwerverletzten mit einer Ausnahme, bei der immer noch der Zustand, kritisch ist, Besorgnisse nicht mehr bestehen. Der Zustand der beiden verletzten Fahrer, die vom Löffinger Krankenhaus in das von Donaueschingen überführt- wurden, wird von den psychischen Einwirkungen beeindruckt. Der Stadtverwaltung -sind schon verschiedene größere geldliche Zuwendungen für, die Hinterbliebenen der Opfer zugegangen. Der Stadtrat beschloß daraufhin, eine Sammlung einzuleiten. Geldspenden werden angenommen über das Postscheckkonto Freiburg 395 -der Oeffentlichen Verbandsspai'kasse Radolfzell oder über das Girokonto 2605 des Bürgermeisteramtes Radolfzell, ebenfalls bei der Oeffentlichen Verbandssparkasse Radolfzell. Betont wurde aber, daß in einer zwischen Bürgermeister, Stadtratsmitgliedern und dem Präsidenten der Oberpostdirektion Freiburg im Anschluß an die Trauerfeierlichkeiten festgelegt wurde, daß die Post sich voll und ganz schadenersatzpflichtig hält, und zwar wird diese Pflicht nicht nur in Kapitalabfindungen ausgeübt, sondern in besonders gelagerten Fällen (hin- terlassenen Waisen) in Renten. Hinsichtlich der bevorstehenden Fastnacht beschloß der Stadtrat, von allen öffentlichen Fastnachtsveranstaltungen auf,Straßen und Plätzen abzusehen. Damit wird der Hemdglonkerumzug und das Aufstellen des Narrenbaumes unterbleiben. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sollen auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Berufsschule für Hotel- und Gaststätten- gewerbe Radolfzell. Im Strandhotel Mettnau wird demnächst eine Berufsschule für das Hotel- und Gastättengewerbe- Oberbadens eröffnet werden. Diese Fachschule nimmt nur junge Leute auf, die in einem Lehrverhältnis als Koch, Kellner oder Gaststättenkaufmann stehen. Es ist beabsichtigt, zunächst die Lehrlinge des 3. Lehrjahres, die Ostern 1949 ihre Gehiifenprüfung ablegen sollen, in einem Vorbereitungskurs von etwa sechs Wochen internatsmäßig zuammenfassen. Beginn des Kurses 21. Februar, Anmeldungen sind sofort an die Fachkommission Fremdenverkehr und Bäderwesen für das Land Baden. Freiburg, Eisenbahnstraße 43, zu richten. Radolfzell. Die älteste Einwohnerin der Stadt, Frau Dorothea Bächler. geb. Wetzel. konnte ihren 94. Geburtstag begehen. Die Jubilarin, die 12 Kindern das Leben geschenkt hat, ist noch sehr rüstig. — Vor wenigen Tagen erfolgte hier die Gründung des Bodensee- Hegau-Sängerbundes e. V. Hierbei wurde beschlossen, auf Einladung des Meßkireher Con- radin-Kreutzer-Chors das erste Bundesfest im Sommer d. J. in Meßkirch abzuhalten. Aus der Gemeinderatssitzung in Engen Engen. In der letzten Gemeinderatssitzung, stand eine umfangreiche Tagesordnung zur Beratung und Beschlußfassung. Zunächst wurde der Bürgermeister zum Standesbeamten der Stadt Engen bestimmt. Das Baugesuch des Bauingenieurs Josef Sigwart und des Baumaterialienhändlers Franz Müller wurde befürwortet. Das städtische Baugesuch zur Errichtung eines Wohnhauses beim Far- renstall wurde zurückgezogen, da die Baukosten zu hoch kommen und -die Stadt zur Zeit finanziell nicht in der Lage ist, den Bau auszuführen. Die Stundenlöhne der Angestellten und Arbeiter des städtischen Elektrizitätswerkes wurden für Privataufträge neu festgesetzt. Einem Antrag auf Ankauf eines städtischen Grundstückes konnte nicht stattgegeben werden, da sich die Stadt zur Zeit mit einem Bebauungsplan und Festlegung der Ortsstraßen befaßt. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen wurden die Pausehge- bühren der Vergnügungssteuer für die hiesigen Gastlokale neu festgelegt. Polizeibericht aus Singen Festgenommen wurden zwei Personen: eine Person zur Feststellung der Personalien und eine wegen Körperverletzung. — Zur Anzeige gelangten zwei Personen wegen Uebertretüng des Gaststättengesetzes, drei Personen wegen Uebertretüng der StVO., eine Person wegen unterlassener Beaufsichtigung ihres bissigen Hundes,' eine wegen Trunkenheit, eine wegen Verunreinigung von Straßen und Plätzen und eine wegen groben Unfugs. — Entwendet wurden- 1 Herrenfahrrad. Marke Wanderer, 1 Damenfahrrad, Marke unbekannt. — Zwei Kennkarten wurden verloren. Gefunden wurden 1 Luftpumpe, 1 Halskette, 1 Geldbeutel rpit Inhalt und ein Ftngerring.-Vermutlich vom Finder unterschlagen wurden 1 Paar Woll- handschuhe und ein silberner Fingerring. -vJlii Seile 6 „DAS NEUE BADEN“ JTr. 19 / 15. 2. « AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN Bekanntmachung Uber clie Wählbarkeit und Wahlberechtigung Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 10 über die Bestrafung von Personen, die sieh Kriegsverbrechern Verbrechen gegen den Frieden oder gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben vom 20. 12. 45 (Journal Ofilciel Nr. 12, S. 84) die Direktive Nr. 24 über die Entfernung von Nationalsozialisten und Personen, die den Bestrebungen der Alliierten feindlich gegenüberstehen, aus Aemtern und verantwortlichen Stellungen vom 12. 1. 46 (Joürnal Offtciel Nr. 28, S. 228) die Direktive Nr. 38 über die Verhaftung und Bestrafung von Kriegsverbrechern, Nationalsozialisten und Militaristen und Internierung. Kontrolle und Ueberwachuqg von möglicherweise gefährlichen Deutschen vom 12. 10. 46 (Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland Nr. 11 S. 184) die Verordnung Nr. 79 über die Durchführung der Direktive Nr. 38 des Kontrollrats vom 18. 2. 47 (Journal Ofliciel Nr. 56, S. 571) die badische Landesverordnung über die Befreiung vom Nationalsozialismus und Militarismus vom 29. ’ 3. -47 (Amtsblatt der Landesverwaltung Baden Nr. 14, S. 69) insbesondere des Artikels 44, die Verordnung Nr. 6 über die Wiederherstellung des Gewerkschaftsrechts im franz. Besetzungsgebiet vom io. 9. 45 (Journal Of- ficiel Nr. 2, S. 8) die Verordnung Nr. 22 über die Wiederherstellung des Vereinsrechts im franz. Besetzungsgebiet vom 12. 12. 45 (Journal offieiel Nr. 9, S. 53) die Verordnung Nr. 23 über die Gründung politischer Parteien demokratischer und antinationalsozialistischer Richtung im franz. Besetzungsgebiet vom 13. 12. 45 (Journal Offlciel Nr. 9, S. 54) die Verordnung Nr. 25 über die Genehmigung von Jugendvereinen im franz. Besetzungsgebiet vom 13. 12. 45 (Journal Offieiel Nr. 12, S. 87) die Verordnung Nr. 33 über die Genehmigung der Gründung von Sportvereinen im franz. Besetzungsgebiet vom 4. 2. 48 (Journal Offieiel Nr. 15, S. 103) das Gesetz Nr. 22 über die Betriebsräte vom 10. 4. 46 (Journal Offieiel Nr. 21, S. 154) die Verordnung Nr. 151 über die Ergänzung der Verordnung Nr. 33 vom 4. 2. 46 über die Genehmigung der Gründung von Sportvereinen im franz. Besetzungsgebiet vom 15. 3. 48 (Journal Offieiel Nr. 145-146, S. 1427) die Verordnung Nr. 179 über die Abänderung der Verordnung Nr. 22 über die Wiederherstellung des Vereinsrechtes im franz. Besetzungsgebiet, der Verordnung Nr. 25 über die Genehmigung von Jugendvereinen im franz. Besetzungsgebiet, sowie der Verordnung Nr. 33 über die Genehmigung der Gründung von Sportvereinen im franz. Besetzungsgebiet, vom 4. 10. 48 (Journal Of- ficiel Nr. 207, S. 1712) und den hierzu ergangenen Durchführungsbestimmungen wird angeordnet: Die Vorschriften über die Wählbarkeit und Wahlberechtigung für die Kommunaiwahlen 1948 bleiben ih Kraft. Sie sind nach Maßgabe der Anweisungen nachstehenden Merkblattes anwendbar für politische Wahlen, für Wahlen innerhalb von Betrieben (Betriebsräte), wirtschaftlichen und beruflichen Vereinigungen, Vereinen, Körperschaften des öffentlichen Rechtes, Parteien und Gewerkschaften. Freiburg j. Br., den 9. Februar 1949 (3-29) Bad. Staatskommissariat für pol, Säuberung, gez.: Dr. N u n i e r. Merkblatt zur Prüfung der Wählbarkeit 1. Entnazifizierte Personen: Nicht wählbar: Hauptschuldige, Schuldige, Minderhelastete, Mitläufer nach dem 29. 3. 47, sofern nicht Beg. d. VOen. 92, 133 und 165, Mitläufer vor dem 29. 3. 47, denen die Begünstigung ausdrücklich versagt wurde. Wählbar: Nicht vom Gesetz betroffen, Entlastete, Mitl.-Be- günstigte der VOen. 133 und 165, Begünstigte der VO 92 (Jugendamnestie), Mitläufer vor dem 29. 3. 47, da diese automatisch Begünstigte der VOen. 133-165 sind, sofern nicht ausdrücklich die Begünstigung versagt wurde. Vorzulegen sind: beglaubigte Abschrift der Säuberungsentscheidung mit Angabe von Datum, Nummer und Seite der Amtsblattveröffentlichung. Von: Wafilaussehtissen, öffentl. rechtl. Körperschaften, wirtschaftlichen oder beruflichen Vereinigungen, Vereinen, polit. Parteien, Gewerkschaften, Betrieben (Betriebsrätewahlen) A n: Untersuchungsausschuß, in Zweifelsfällen: an Staatskommissariat für politische Säuberung. 2. Nicht entnazifizierte Personen: Nicht wählbar bzw, wählbar: Die Wählbarkeit hängt ab von einer vom zuständigen UA. auszustellenden Bescheinigung, daß der - Betroffene auf Grund seiner Akten und seiner politischen Vergangenheit nicht zu folgenden Gruppen zu gehören scheint: Hauptschuldige — Schuldige — Minderbelastete Vorzulegen sind: Zur Feststellung der Wählbarkeit dient die Erklärung Anlage D zur Weisung Nr. 2, die 3 Rubriken enthält. Der Betroffene füllt die seiner politischen Vergangenheit entsprechende Rubrik aus: 1. Vom Gesetz nicht betroffen. 2. Begünstigter der VOen. 135-165. 3. Personen, die sich trotz ihrer Belastung für „vom Gesetz nicht betroffen" oder Begünstigte der VOen. 133-165 halten. Von: Der Bewerber reicht beim zuständigen UA. 4 Erklärungen Anlage D ein (s. oben). A n : Untersuchungsausschuß, in Zweifelsfällen: an Staatskommissariat für politische Säuberung. 3. Ueberprüft werden: Bewerber bei Wahlen: a) Politische Wahlen: (Landtags-, Kreis-, Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen) b) Wahlen innerhalb der politischen Parteien: (Direktionsausschüsse usw.) c) Innerhalb von Betrieben: (Betriebsrätewahlen), Körperschaften des öffentlichen Rechts, wirtschaftlichen oder beruflichen Vereinigungen mit öffentlichen Aufgaben, Vereinen einschließlich Jugend- und Sportvereinen, Gewerkschaften. sowie alle gewählten Personen, die nicht Bewerber waren. Insbesondere: Vereine: d. Mitgl. des Direktionsausschusses, d. gewählten Vorstandsmitglieder, alle gewählten Funktionäre (gern. VO. 22 und Vfg. 25, Art. 1—5 und 7—8). Sport- und Jugendvereine: die Vorstandsmitglieder, die Mitglieder des Direktionsausschusses, die örtl. Beauftragten, alle gewählten Funktionäre (gern. Vfg. 25, 28, 40, VO. 151). Politische Parteien: die Direktionsausschüsse, alle gewählten Ausschüsse, alle gewählten Funktionäre (gern. VO. 23, Vfg. 25 und 26). Gewerkschaften: Mitglieder des vorläufigen Vorstandes, Mitglieder des endgültigen Vorstandes, alle gewählten Funktionäre (gern. VO. 6, Vfg. 6 und Vfg. 91). Anmerkung: 1. die in den Wahllisten, eingetragenen Personen haben das Wahlrecht. 2. In den noch nicht geregelten Fällen ist das Verfahren anzuwenden, das für die Wahlen von 1948 vorgeschrieben war. 3. Die Entscheidungen nach den Anlagen E und D gelten für iede Kandidatur. Freiburg i. Br., den 9. Februar 1949. (3-30) Bad. Staatskommissariat für pol. Säuberung, gez.: Dr. N uni er. Zuchtviehversteigerung Nachdem die Maui- und Klauenseuche erloschen ist, findet die nächste Zuchtviehversteigerung in Mittelbaden am Donnerstag, dem 24. Februar 1949, um 11.00 Uhr in Ichenheim statt. Die Zuweisungen werden damit ab sofort eingestellt. Sonderkörung 23. 2. 49, 12 Uhr. Auftrieb: Etwa 90 Zuchtfarren und einige weibliche Tiere. Das große Angebot bietet beste Ankaufsgelegenheit für die Gemeinden. Für Verladegelegenheit ist gesorgt. (G3-19) Landesverband badischer Rinderzüchter e. V. Bei der Kreispflegeanstalt Hub, Ottersweier, ist alsbald die Stelle des Werkführers der Schubmacherei zu besetzen. Anstellung erfolgt zunächst probeweise im Arbeits- bzw. Angestelltenvei'hältnis, spätere Verbeamtung möglich. Bewerber mit abgelegter Meisterprüfung bewerben sich unter Vorlage eines- selbstgeschriebenen Lebenslaufes, der Schulzeugnisse, lückenloser Nachweise über die bisherige Tätigkeit, der Nachweise über die erfolgte politische Reinigung bei der Direktion der Kreispflegeanstalt Hub, Ottersiveier, Post Bühl Maul- und Klauenseuche in Merdingen Im Klauenviehbestand des Landwirts Karl -Friedrich Selinger jr. in Merdingen, Haus Nr. 273, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Zur Bekämpfung der Seuche werden auf Grund der §§ 18 ff. und der §§ 47 ff. des Reichsviehseuchengeset^es vom 26. 6. 1909 (RGBl. 1909, S. 519), der §§ 25 ff. und der §§ 154 ff. der Ausführungsvorschriften des Bundesrates zum Viehseuchengesetz, vom 7. 12. 1911 und d.er viehseuchenpolizeilichen Anordnung des RuPrMdJ vom 9. 2. 1938 in der abgeänderten Fassung vom 27. 3, 1940 folgende Schutzmaßregeln angeordnet: A. Seuchengehöft. 1. Gehöftsperre mit der Verschärfung, daß,' abgesehen von Notfällen, niemand das Seuchengehöft verlassen oder betreten darf und Gegenstände, die Träger des Ansteckungsstoffes sein können, nicht aus dem Gehöft entfernt werden dürfen. 2. Hunde, Geflügel, Tauben und Katzen sind so zu verfahren, öatf sie das Gehöft nicht verlassen können. 3. An den Haupteingängen des Seuchengehöftes sind Tafeln mit der deutlichen und naltbaren Aufschrift „Maul- und Klauenseuche“ leicht sichtbar anzubringen. 4. Vor den Haupteingängen des Seuchengehöftes sind Desinfeic- tionsmatten ahzulegen, die täglich mehrmals mit lprozentiger Natronlauge zu begießen sind. p. Die Staugänge der verseuchten Ställe, die Plätze vor den Türen dieser Ställe, die Hofräume sowie etwaige Abläufe aus der Dungstätte oder dem Jauchebehälter sind ebenfalls täglich mehrmals mit lprozentiger Natronlauge zu übergießen. 6 Die Dunghaufen sind mit Stroh und Erde abzudecken. jB. Sperrbezirk. Sperrbezirk im Sinne der §§ 161 ff. der Ausf.-Vorschr. zum Viehs.-Gesetz ist die ganze Gemarkung Merdingen. 1. In den nichtverseuchten Gehöften des Sperrbezirks ist cü* Schutzimpfung mit Maul- und Klauenseuche-Vaccine bei allen Rindern, Schafen und Ziegen durchzuführen. Die geimpften Tiere unterliegen mindestens 14 Tage vom Tage der Impfung an ge. rechnet der Ställsperre. Sie dürfen aus dem Gehöft nur in Notfällen mit Genehmigung der Ortspolizeibehörde zum Zwecke der sofortigen Schlachtung entfernt werden. 2. Vor der Milchsammelstelle ist eine Desinfektionsmatte anzulegen, die jeweils vor der Anlieferung der Milch mit lprozentiger Natronlauge zu begießen ist. Die gesammelte Milch wird von der Milchzöntrale Freiburg abgeholt. Dort ist sie vorschriftsmäßig zu erhitzen. Die Kannen müssen vor der Rückgabe desinfiziert werden. 3. Die in den Gehöften des Sperrbezirks lebenden oder beschäftigten Personen dürfen vor Aufhebung der Sperrmaßnahme.q fremde Ställe und Standorte von Klauentieren nicht betreten. Die Ställe dürfen, abgesehen von Notfällen, ohne polizeiliche Genehmigung nur vom Besitzer der Tiere und den mit der Beaufsichtigung, Wartung und Pflege der Tiere betrauten Personen und von Tierärzten betreten werden. 4. Die Pferde sind aus den Rinderställen herauszunehmen und in nichtbentitzten Stallungen unterzubringen. 5. Sämtliche Dunghaufen sind mit Stroh und Erde abzudecken. Die abfließende Jauche ist in Senkgruben bzw. in die verdeckte Kanalisation abzuleiten. Dünger und Jauche darf aus den gesperrten Gehöften nicht ausgeführt werden. '6. Hunde, Geflügel, Tauben und Katzen sind so zu verwahren, daß dieselben das Gehöft nicht verlassen können. 7. Der Personenverkehr im Sperrbezirk ist nach Möglichkeit • einzuschränken und polizeilich zu überwachen. An den Ortseln- und -ausgängen sind Tafeln mit deutlicher und haltbarer Aufschrift: Maul- und Klauenseuche — Sperrbezirk — Einfuhr und Durchfuhr von Klauenvieh sowie das Durchfahren von Wiederkäuergespannen verboten! leicht sichtbar • anzubringen. 8. Vor Häusern mit größerem Verkehr sowie an den Ortseingängen sind Desinfektionsmatten anzubringen, die täglich mehrmals mit lprozentiger Natronlauge zu begießen sind. 9. Das Abhalten von Versammlungen und Veranstaltungen jeglicher Art, die eine Ansammlung einer größeren Zahl von Personen im Gefolge haben, sind im Sperrbezirk bis auf weiteres verboten. 10. Die Schule ist für die Dauer von mindestens 6 Tagen zu schließen. C. Schutzzone. Die Schutzzone im Sinne des § 168 der Ausf.-Vorschr. zum Viehs.-Gesetz umfaßt die im Umkreis von etwa 15 km liegenden Gemeinden: Achkarren, Bickensohl, Biengen. Bischoffingen, Bötzingen, Breisach, Buchheim, Burkheim, Eichstetten, Feldkirch, Gottenheim, Gündlingen, Hartheim, Hausen, Hochdorf, Holzhausen, Hugstetten, Jechtingen, Ihringen, Kiechlinsbergen, Lehen. Leiselheim, Mengen, Munzingen, Neuershausen, Nieder- rimsingen, Norsingen, Oberbergen, Oberrimsingen, Oberrot- weil, Offnadingen, Opfingen, Schallstadt, Scherzingen, Schlatt, Sehelingen, Tiengen, Umkirch, Waltershofen, Wasenweiler, Wolfenweiler. 1. In der Schutzzone ist der Handel mit Vieh und die Abhaltung von Märkten und Versteigerungen verboten. 2. Das Weggeben von nicht ausreichend erhitzter Milch aus Sammelmolkereien an landwirtschaftliche Betriebe und die Entfernung der zur Anlieferung der Milch und zur Ablieferung der Milchrückstände benutzten Gefäße aus der Molkerei ist vor deren Desinfektion" verboten. 3. Ställe und Standorte von Klauentieren dürfen durch Schlächter, Händler, Viehkastrierer und . andere Personen, die gewerbsmäßig in Ställen verkehren sowie durch Hausierer nicht betreten werden. 4. Die Ausfuhr von Klauentieren aus der Schutzzone ist verboten. Freiburg i. Br., den 9. Februar 1949 *3-45) Landratsamt Freiburg i. Br. SP® Tief bewegt geben wir die schmerzliche Mitteilung, daß unser Ratschreiber Herr Oskar Kopp kurz vor Vollendung seines 4B. Lebensjahres nach schwerer Krankheit in sanftem Tod aus unserer Mitte genommen wurde. Der Verstorbene hat sein Amt als Ratschreiber der Stadt Meersburg seit 7 Jahren in treuester Pflichterfüllung und mit ausgezeichneten Fähigkeiten versehen. Wir verlieren in ihm einen allseits geachteten Menschen, aufrechten Mitarbeiter und tüchtigen Beamten, der sich durch vorbildliches Wirken um das Wohl unserer geliebten Heimatstadt bleibende Verdienste erworben hat. Für die Stadt Meersburg* Netscher, Bürgermeister (3-16) _t_ NACHRUF Tieferschüttert geben wir bekannt, daß uns unsere sebr geschätzten Mitarbeiter Herr Adalbert Thaler, Stadtbaumeister Herr Richard Ober, städt. Gärtner mitten aus erfolgreichem Wirken durch das furchtbare Autobusunglück bei Döggingen am 6. Februar 1948 jäh entrissen wurden. Wir werden ihnen ein ehrendes und dankbares Gedenken bewahren. Radolfzell (Bodensee), den 7. Februar 1949. Stadtverwaltung Radolfzell (Bodensee) G o h 1, Bürgermeister Die beklagenswerten Opfer des furchtbaren Autobus- unglücks am Sonntag, dem 6. Februar 1949, ruhen in ihren Gräbern. Wir alle aber stehen noch unter dem niederschmetternden Eindruck des Geschehens, das nicht nur unsere Stadt mit ihren Bewohnern, sondern weiteste Kreise unserer badischen Heimat mit tiefem Mitleid erfüllte. Die Anteilnahme an den Verlusten, die ihren sichtbaren Ausdruck in vielen Beileidstelegrammen und -brieten, in der überaus großen Beteiligung am Trauerzug und an den Bestattungsfeierlichkeiten fand, und die Hilfsbereitschaft, die sich bei der Bergung der Toten und der Verletzten, bei deren Heimschaffung und nicht zuletzt in der fachkundigen und sorgfältigen Betreuung' der Verletzten in den Krankenhäusern Donaueschingen, Löffingen und Radolfzell zeigte, machen es der Stadtverwaltung Radolfzell zur besonderen Pflicht, auch auf diesem Wege all diesen Personen und Stellen den herzlichsten Dank auszusprechen. Radolfzell (Bodensee), 10. Februar 1949 . Stadtverwaltung Radolfzell (Bodensee) G o h l, Bürgermeister STÄDTISCHE BEKANNTMACHUNGEN Freiburg i. Br. Oeffentliehe Zahlungsaufforderung An die Zahlung nachstehender Forderungen wird erinnert: 1 . 4. Rate der endgültigen Grundsteuer 1948, fällig am 15. 2. 1949 2. 1. Hälfte der Gebäudeversicherungsumlage 1947 und 1948 3. Schulgeld für die Monate Dezember 1948, Januar u. Rebr. 1949 > a) Höhere Lehranstalten: (Goethe-, Droste-Hiilshoff-, Rotteek-, Kepler- und Berthold-Gymnasium; Höhere Handelsschule und Wirtschafts-Oberschule), b) Städt. Haushaltungsschule und Berufsfachschule 4. Pachtzinsen für 1948, für Aecker, Wiesen und Plätze. Bei nichtrechtzeitiger . Zahlung müßten Säumniszuschlag und die Kosten der Beitreibung dem Schuldner zur Last fallen. Zahlungen können erfolgen: 1. bar: Kotteeksplatz 11, 2. über sämtliche * 1 2 Freiburger Banken, 3. durch Postscheckkonto Freiburg Nr. 1550. (8-13) Das Kassenamt der Stadt Freiburg Borkenkäfer im Obstbau Nach Feststellungen der Obstbaumwarte und der Feldpolizei wurden die im August 1948 vom Bürgermeisteramt Freiburg angeordneten Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers im Obstbau von den Obstbaumbesitzern kaum beachtet. Es wird deshalb nochmals daran erinnert, daß alle mit einem farbigen Ring oder Strich gekennzeichneten Bäume auszulichten sind. Dürre Aeste und Zweige müssen entfernt und sofort verbrannt werden. — Sämtliche mit einem Kreuz gekennzeichneten Bäume fünd zu entfernen. Die Obstbaumbesitzer sind verpflichtet, obige Maßnahmen bis spätestens 1. März 1949 durchzuführen. (3-14) Freiburg i. Br., Februar 1949 Das Bürgermeisteramt M.STROMEYER Kohlen und Betriebsstoffe - G. m. b. H. Freie Braunkohlenbriketts in Großformat (Naßpreßsteine) wieder eingetroffen! K ohlensGehry jetzt Beifortstraße 9 (beim Casino). Telefon Nr. 2154. Verkauf freier Brennstoffe. (*3-01) Kleinhäuser m. Finanzierung, Abzahlung 60—100 DM monatlich, 2Vi Zi., Kti., Di., Ba., zerlegt. Baupläne, Prosp., Kreditunter- lagen, Bedingungen usw. gegen Unk.-Nachn. durch Gewerkschaft Küppelstein, Mittenwald (Karwendel). Schraubstockbleibacken liefert pro Paar DM 6.50. (2-30) Fa, Köhler, Moritz, Altmetall, An- und Verkauf, (14 b) Horb a. N., Ihlinger Str. 10. Wir liefern billigst: Harz« und Nitrolacke offen und in Dosen, sowie Holzbeizen, flüssig. Prompter Versand. Bezirksvertretungen zu vergeben. Victor Micit, Farbenfabrik, Mannheim, L3,l—5. (*3-18) Emil Scbwehr Bütomaschinen u. Reparatui*Weikstätte ab 15. Febr. 1949 wieder Bertholdstraße 62 Freiburg i. Br. Ecke Wilhelmstraße Telefon 2914 TIERMARKT «ftalbinttett sind eingetroffen und stehen zum Verkauf bei A. Walter, Mietersheim b. Lahr. Telefon 2528 ( 3-33 Zwei weitere beweise für den vorteilhaften iinkauf in Hangen! Weiß" $«etle ^ köper-gewoben au feinfädtg, » 7.40 80 cm breit ' vve,c 5 Punkte bessere «m-m**** Wolle, f e' ,nr iPP ig ' h g ^ a im Tragen. ha « „nd cng».h» ” ^ 4 ._ 3 Punkte Bitte besuchen Sie uns! Si@ werden über unsere große Auswohl überrascht sein (Textil-Alanufaktur fjaagen Wilhelm Schöpilin /Haagen HARMONIE^ f Lichtspiele Freiburg i. Br. Grünwälderstraße 18 ■ Bis Donnerstag! Der Welterfolg des englischen Films! Ein monumentales Filmkunstwerk in Farben Cäsar und Cleopatra mit Vivien Leigh, Claude Rains, Stewart Granger in deutscher Sprache. — Jugendfrei! Täglich: 13.30, 16.00, 18.30 und 21.00 (außer Donnerstag) (2-72) Ab Freitag, den 18. 2.: Lil Dagover — Hans Stüwe — Inge Landgut in: Die Sühne des Herrn Gaspary Ein neuer deutscher Film mit herrlichen Landschaftsund Wintersportaufnahmen aus dem Walsertal von Albert Benitz. Täglich: 14.B, 16.30, 18.45, 21.00 Uhr. Vorverkauf tägl. v. 10—12 Uhr. _Union, P THEATER 1 Freiburg i. Br. Bis Donnerstag! Stürme der Heiterkeit, über Hans Söhnker — Rose Stradner — Fita Benkhoff ■— Joe Stöckel — Josef Eichheim — Ursula Deinert in Diener lassen bitten Nach der gleicht!. Komödie von. Toni Impekoven — Jugendfrei, Ab Freitag, den 18. 2. Ein Erlebnis für Millionen Hans Albers in Peer Gynf mit Maineluise Claudius, Olga Tschechowa, Lucie Höflich, Lizzi Waldmüller Jugendfrei! Täglich:’ 14.15, 16.30, 18.45 und 21.00 Uhr (außer Donnerstag). Vorverkauf täglich ab 13 Uhr, (2-74)