Jahrgang Nr. 16 Sonntag MisericordiaS Domini 19. April I95Z McheundSMeinde Sterne U r Natur, wenn es verdorrt ne alte Er' e aus weiß schoij mgierig n mit da >e findest, nnoch ist s- du dam: LV^l^SUISci-tE ö S077^7-^c,ä 87^77 8^V7IX! // Halt im Sedäcktnis ^ekum Lkristum I // da, nur«: :von übrig. reugierig Bloß „im Gedächtnis"? Wir denken: Das , du denkst ausnahmsweise einmal keine schwere For- bezweiselcung. Der werden wir schon Nachkommen, mit uns. in der Gedächtnisschublade, wo so mancher ehen wird.rlm, so mancher Liedvers ruht, da liegt rr oft zwei auch wohlverwahrt das Bild Jesu Christi. >: von m; r werden schon aufpassen, daß es uns nicht auch nichyanden kommt. Häuflein MrMch? Denken wir da nicht etwas zu ; dennoch «rmlos vom Gedächtnis, vom Erinnern? einem veMejchi weißt du doch auch von dem oder Zflanze m:em Augenblick deines Lebens, wo dir sein ager magiH leider gerade nicht eingefallen ist. Und ken. Das:ade da wäre es so entscheidend wichtig deine Arpesen! Damals, als dein Mann tödlich versenken. DMckte und sich der Stahlpanzer um dein Herzen gücz schloß, der es heute noch einschließt. Jesu Chiüer damals, als jene dir gefährliche Frau eutigen i>r erstenmal deinen Weg kreuzte? War es gerade bei: die „Tücke des Objekts", daß dir sein Herrliches gerade damals nicht einfiel? O nein, Trost, zu i war viel eher die „Tücke des Subjekts", s aus ist nlich deines eigenen bösen Herzens! modern, d:;jeh, das gehört zur Herablassung Gottes, das so « Menschwerdung des Sohnes, daß er für entlich? ^ ein Bild geworden ist, ein Erinnerungsallem bei,. Ein stilles Bild! Still steht er im Hinbesser, ilzrund und — wartet. Wartet eben darauf, boren mi, wir im entscheidenden Augenblick ihn chter Mmehen! Als der Apostel dem Timotheus Gott ltz schrieb, da sollte er sich fertig machen, m gar «ihm nach Rom zu kommen, in die Höhle ein gewolii Löwen. Er sollte sich bereit machen, mit öen nur r zu leiden und vielleicht zu sterben. Anist haben,: genug, in einem solchen Augenblick das >llen. Jch rd Christi fragend und Antwort heischend genug dmusehen! nmal veWarum haben wir in unseren evangelischen viel dran rserir so wenig Kruzifixe? Das „Halt im Stelle dii,ächtnis Jesum Christum" muß auch ein- , in die Atzt werden. Warum verschmähen wir dazu auszudeiü Hilfe der bildlichen Darstellung? Wo aß dann ogs Christus doch ein Eedächtnisbild ge- . Wie denderi ist! Schon darum ist es immer wieder Gott Uber wertvollsten, wenn unsere Konfirmanden r aufgehe« ihrem Denkschein ein Bild Jesu bekom- d gereicht — und wenn es dann auch wirklich an e soll als« Wand gehängt wird! egen" und Her, so wendest du mir ein, das alles ehung wwi uns ja in den wirklich „entscheidenden , dazu ebe^enblicken" gar nichts. So einfach und ommen, ""lissermaßen harmlos ist es ja nur in iten, daniNjen Lebenslagen, die selber noch einfach ms auf d> harmlos sind! Wie aber, wenn die An- en. KraBtung das Bild Jesu selbst uns verzerrt lng". ,c umreißt? Wenn alles wankt und fällt? ^ ^ d""n- »Halt im Gedächtnis Jesum irChru jsiuw!" So wie die Emmausjünger im i' ""6 ihres Weges. Wenn auch verzagt und ^'terzeu ^lrig, wenn auch mit fast erloschenem 1 . - Ban»"' ;«preis vi!i^ Aus der Epistel des Sonntags: 2. Tim. 2, 8a Glauben. Du darfst, du sollst um ihn kämpfen. um deinen Gott — wie Hiob — nur nie: gegenihn! Nur nie sein Bild sich selber aus dem Herzen reißen. Das hieße: Verleugnen. Nein, auch dann: Halt im Gedächtnis Jesum Christum! Es wird sich an dir bald erweisen, daß du damit gerade nicht ein bloßes Erinnerungsbild vergegenwärtigst, sondern einen lebendigen Herrn herbeigerufen hast. „Der auferstanden ist von den Toten!" Dem um ihn leidenden und ringenden Unglauben bleibt er treu. Dort ist er gewiß zur Stelle, wo ein Angefochtener um sein Bild ringt — der gute Hirte. Er kann sich selbst nie verleugnen. Nicht unser Aufsehen zu seinem Bild machts, nicht unser Kämpfen um ihn — er selbst, der Auferstandene, macht alles. Aus der Vergangenheit tritt er in die Gegenwart herein, aus dem Erinnerungsraum in dein Leben. Freilich, er redet zu dir, ohne dich sehen zu lassen. Nur am Wort entlang führt er dich — wie die zwei Jünger. Aber das Herz brennt, brennt, weil E r uns die Schrift öffnet. Bis doch auch unser Auge geöffnet wird und wir ihn erkennen. Wiedererkennen! Er ist gestern und heute und in Ewigkeit derselbe! Halt im Gedächtnis Jesum Christum — gerade du Angefochtener, — bis in alle letzte Not und Einsamkeit etwas von diesem warmen, goldenen Licht hereinbricht, das Rembrandts Bild durchflutet, und du in der Gemeinschaft mit ihm am Herzen Gottes ruhst. Heinz Schmitt 113 McÄMmriÄM MMbstIcsusmiM ERlMdWlK- «»»lllMMlitNIlll! Monatsspruch für April vberkirchenrat V. vr. M trat in den NulichW Vorbereitung bes Hamburger Kirchentags Der Publizistische Arbeitskreis des Deutschen Evangelischen Kirchentages wird am 2. und 3. Mai seine nächste Sitzung im Evangelischen Pressehaus Bethel abhalten. Im Mittelpunkt der Beratungen, die der Vorbereitung des diesjährigen Kirchentages in Hamburg dienen, steht ein Vortrag von Präsident O. Or. v. Thadden. Neben den Generalsekretären Ehlers und Giesen halten weitere Referate Or. Jmhosf und Or. Huhne aus Hamburg sowie Pfarrer Stammler (Stuttgart). Vorsitzender des Arbeitskreises ist Or. v. Grote (Düsseldorf). — Or. Gerhard Bittner (Hamburg) übernahm die Geschäftsführung eines neugebildeten Presseausschußes, der der Vorbereitung des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Hamburg dienen soll. Den Vorsitz führt Or. Hühne. Die erste Auflage des Vorbereitungsheftes zum diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg in Höhe von 50 000 Exemplaren ist vier Wochen nach der Auslieferung bereits vollständig vergriffen. Eine zweite Auflage in gleicher Höhe wird gegenwärtig vorbereitet. Auch in diesem Jahr Sendsahrten der Jugend Der Jugendausschuß des Kirchentages wird auch in diesem Jahr zusammen mit der Mittelstelle für Werk und Feier der Jugendkammer der EKD Sendfahrten zum Hamburger Kirchentag vorbereiten. Die Sendgruppen haben die Aufgabe, auf ihrer Fahrt nach Hamburg die Losung des Kirchentages in die Gemeinden zu tragen und dabei vor allem die Diaspora- und Flüchtlingsgemeinden zu berücksichtigen. Neben offenen Dorfabenden, Kurzevangelisationen und Krankenhausbesuchen sind Jugendstunden und Ee- meindeabende vorgesehen. Am Nachmittag des 14. August, dem „Nachmittag der Boten", werden die Sendgruppen Krankenhäuser, Kinderspielplätze, sowie DP- und Flüchtlingslager in Hamburg besuchen. ver Not der (KV ;u Vradour Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland beschäftigte sich auf seiner letzten Sitzung in Berlin auch mit den Vorkommnissen in Oradour und dem Prozeß in Bordeaux. Wie der Evangelische Pressedienst erfährt, richtete der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof O. Or. Dibelius, an den Präsidenten des Protestantischen Kirchenbundes von Frankreich, Pastor Or. Marc Boegner in Paris, ein Schreiben, das sich auf die Entschließung des Protestantischen Kirchenbundes vom 24. Februar bezieht. In dem Schreiben heißt es: „Das französische Militärgericht von Bordeaux hat kürzlich wegen der Vorgänge in Oradour verhandelt und geurteilt. In Scham und Abscheu waren wir Zeuge, wie eine Untat, die Männer unseres Volkes begangen haben und die durch keine militärische Notwendigkeit entschuldigt werden kann, abgeurteilt werden mußte. Das Wort des Zeugnisses, das der Vorstand der Federation Pro- testante zu diesem Geschehen gefunden uno das uns tief bewegt hat, ist uns eine Hilfe, uns mit aller Kraft dafür einzusetzen, daß in unserem Lande nie eine Herrschaft wiederkehrt, die solche Untaten befiehlt und zu rechtfertigen sucht. Ihnen dieses zum Ausdruck zu bringen, ist uns ein tiefes Bedürfnis. Die Barmherzigkeit Gottes, die Sein Gericht und alles menschliche Richten überstrahlt, gibt Seinen Kindern die Vollmacht, für erkannte Schuld um Vergebung zu bitten und den Schuldnern Vergebung zu gewähren. In diesen Tagen, da wir unter dem Kreuz Christi stehen, grüße ich Sie im Namen des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland in aufrichtiger Verbundenheit des Glaubens." — Der Protestantische Kirchenbund von Frankreich hatte in seiner Entschließung nach dem Ausdruck des Abscheus vor dem Verbrechen in Oradour und des Gedenkens an die Todesopfer die Genugtuung darüber betont, daß man von der Anwendung des Prinzips der Kollektivschuld endlich Abstand genommen habe. „In Erwägung besten", so hieß es dann in der Entschließung weiter, „daß verschiedene deutsche Verurteilte unter physischem und moralischem Zwang stehen konnten, verweist er auf den grundlegenden Satz, daß die Härte der Sühne nicht von dem Datum, an dem das Urteil gefällt wurde, abhängig sein darf und daß für alle, ohne Unterschied der Nationalität, die gleiche Gerechtigkeit gelten muß. Er fordert, daß fortan alle Kriegsverbrechen vor einem internationalen Gerichtshof verhandelt werden, der von Siegern und Besiegten in gleicher Weise unabhängig ist." Am 1. April dieses Jahres ist A rat O. Or. Friedrich in den Ruh« ^ ^ treten, nachdem er der Evangelische, kirche in Baden 28 Jahre als Rech, Luthe im Evang. Oberkirchenrat gedient Vorsitz großes Stück badischer KirchengeW konnte ihm vorübergezogen. Oberkircheniat Au n aber war nicht bloß Beobachter. Di, AAn Jahre 1933—1945 haben ihn immen erkennen gelehrt, daß die Kirche, di B Namen trägt, nicht fremden Herrei dener setzen folgen kann, wenn sie wickle befreu bleiben will. Dieser Erkenntnis m derer rung zugleich hatte Oberkircheniat l WA rich in der Zeit nach 1945, als viel, WGst Kirche neuzuordnen war, auf dem S liläien kirchlichen Gesetzgebung einen kl«, druck verliehen. An der Ausarbeiie evang Gesetze, in denen die wesentlichen Amehr all kirchlichen Eesamtordnung der badichte bega, deskirche gegeben sind: das Wahlzren zu 1946, Pfarrbesetzungsgesetz 1949 «-reiche de, setz über die Bestellung der Dekane «mach Nor stellvertreter von 1951 sowie das iisten unt gesetz, das die kommende Synode gen Umg verabschieden soll, war er maßgebend n, wurd, Alle diese kirchlichen Ordnungen von aus, daß Christus selbst und , d "" Herr der Kirche ist und alle vonAl "^m zu verwaltenden Ämter und Funlt^ undm der Kirche Dienste sind. Die .A" heit dieser Dienste erfordert EinoE^'G- ^ Unterordnung, hebt aber die Veik"^ f der Dienstleute unter ihrem Herrn- Oberkirchenrat Or. Friedrich hat in. Attesvi einen Juristen seltenen Weise jurip theologisches Denken zu vereinen Recht aus seiner göttlichen WuitzAst ^ greifen gesucht. rm ! Pfarrei Der Dienst Or. Friedrichs war st l die Mitarbeit an der kirchlichen ^solcher a beschränkt. Nur wer selber im Amt, Or chenleitung steht und um die Beisl«, ersten von Kirche und umgebender Welt »zgebäude ermessen, welches Maß von Arbeit d«,ren. Ab, referent in 28 Jahren zu meistern tz aus Op Es gibt ja kaum einen Vorganjestantisn Kirche, der nicht einer rechtliche«eshauses bedarf, ob es sich um die Besetz'Herrscht Pfarrei oder um die Anstellung e Savoyei meindehelferin oder eines Jugendmiösen Di delt. Die Arbeit, die weithin für d» sich bein liche Aufgabe des Kirchenjuristen cnkungen wird: die Behandlung der DisziplDeutschen ist dem Umfang nach die geringste krieges n schwerste und beschwörendste. Das acte die ne für Oberkirchenrat Or. Friedrich.,weiht n» wohl wie alle Juristen in einer Nber 40 , tung, erfahren müssen, daß für das lengeläuti beugsam einzutreten nicht populär rden Fra, in der Kirche eine besonders schwÄ worden rung. Aber er hat als Christ und i!le evange Recht mit ganzem Ernst zu dienoen Well als einer, der sich der Grenzen ni«e 1939 wo Rechtsfindung nur zu wohl bewußt che in R> So kann die badische Landeskiici ist die Justitiar. Oberkirchenrat O. Or. A "" S nicht ohne aufrichtigen Dank aus dtA der G scheiden sehen, dem er sich mit all schAn .all seinen Gaben und seiner Zeit verpch "A, A wußt hat. Seine Mitarbeiter, di^. Glaube langjähriger Zusammenarbeit kenckA von d, haben, bezeugen ihm: er hat geta« oen konnte. Gott erhalte unserer Landesk^A.A'ua lange den Rat Or. Friedrichs, umkAAGen auch in seinem Ruhestand bittet. örde, die 114 Die evanselttcke 6emelnde ln kom Bischof o. Meiser führte den neuen Pfarrer in sein Amt ein Bischof O. Meiser besichtigte am Tag vor der Amtseinführung auch die neue deutsche Schule in Rom, die von der deutschen evangelischen und der deutschen katholischen Kirchengemeinde gegründet ist und von beiden Am Palmsonntag führte der bayerische sind, darunter Schweizer, Österreicher, Skaw ... Landesbischof v. Meiser als Leitender dinavier, Deutschamerikaner usw. Die Ee- gemeinsam getragen wird. Ein Kindergarten, meinde hat dadurch einen durchaus über- eine Volksschule und ein Realgymnasium, das Vorsitzende? de^De?tsche? National- nationalen Charakter gewonnen. jetzt bis zur Untersekunda weitergeführt wer- komitees des Lutherischen Weltbundes Ern besonderer Mrttelpunkt im Gemeinde- den soll, bilden die verschiedenen Zweige den neuen Seelsorger an der evange- leben ist auch das seit 1909 bestehende Diako- dieser christlichen Gemeinschaftsschule. Bei lischen Gemeinde in Rom, Pastor Erich nissenheim, in dem acht Kaiserswerther etwa 130 Schülern sind sieben hauptamtliche Hessing, in sein neues Amt ein. Der Schwestern arbeiten. Sie betreiben ein Alters- und acht nebenamtliche Lehrkräfte beschäftigt. Feier wohnten der deutsche Botschafter h^m, eine mit Gästen aus aller Herren Der bayerische Staat übernahm vor einigen Länder ständig überfüllte Pension und unter- Monaten das Protektorat über diese Schule, befreundeter Kirchen Italiens und an- ha^en im obersten Stockwerk eine Klinik, die die durch wesentliche Zuschüsse von der Kul- derer Länder mit zahlreichen Angehö- auch unter den Italienern großes Ansehen turabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes rigen der römischen Gemeinde bei. genießt. unterstützt wird. Nachstehend geben wir einen Uber- "" „lallet uns nickt lieben mit Worten .. Redlicher Finder fand eine Anstellung Auf dem Weg zur Stempelstelle fand der 50jährige arbeitslose Bruno Gramm auf dem >. Vr. M llUlftstM ihres ist A l den Ruhe wangelische, re als Retz cat gedient IrchengeW erkirchenia, bachter. Di, ihn immeit ie Kirche, sj iden Herr« n sie wickle kenntnis L ckirchenrat c 45, als viel, , auf dem S einen kl», r Ausarbesie evangelische Gemeinde in Rom besteht Bei einer Besprechung zwischen dem Herrn stockigen Häusern. Betagte Heimatvertriebene entlichen Amehr als 130 Jahren. Ihre bewegte Ee- Landesbischof und Vertretern der Tagespresse sollen nach dem Willen des Erblassers dort lg der badiiyte begann, als nach den napoleonischen wurde unter anderem bemängelt, daß die ein Heim finden. Er machte zur Bedingung, das Wahren zu Beginn des 19. Jahrhunderts Tageszeitungen oft in einer auffallend großen daß sein Name der Öffentlichkeit nicht ge- rtz 1949 müreiche deutsche Künstler und Wissenschaft- Aufmachung von Verbrechen und Greueln nannt werde. >.r Dekane »mach Rom kamen. Um den evangelischen berichten, um die Sensationslust der Leser sowie das listen unter ihnen inmitten der fremd- zu befriedigen. Von Seiten der Redakteure >e Synode gen Umgebung eine geistliche Heimat zu wurde behauptet, daß man zwar gern solche maßgebetzn, wurde in der damaligen preußischen Meldungen zurückstellen würde, wenn Be- ^ , , . . ^ . . ., drdnunaen r"dtschaft eine kleine Kapelle eingerichtet, richte über gute Taten zur Verfügung stän- Hamburg einen aufgewerch- ielbit und »stand an einem einzigartigen Ort, näm- den, aber eben davon bekämen die Schrift- ten Brie,Umschlag mit 2o8 DM. Obwohl er, > alle „o» auf dem Kapitolshllgel unmittelbar über leiter der Zeitungen nur selten zu hören. d*^ enw*n und -guck, Grundmauern des Jupitertempels, des Das ist verständlich, die guten Taten geschehen Behelfsheim haust und schon seit 1948 ohne nd Die N.ten heidnischen Heiligtums im alten vielfach im Verborgenen, und kaum einer Stellung war, das Geld recht gut hatte brau- >eet ls!nor!>?"^tch. Obwohl der Papst damals noch macht damit Propaganda. Aber es wäre Aen können, gab es für ihn Nicht einen die Nerl«ktcher Herrscher über den Kirchenstaat schon gut, wenn man auch einmal in diese Augenblick der Überlegung, was er zu tun NOM kern, verwehrte er die Abhaltung evangeli- Verborgenheit eindringen und die Öffentlich- brachte den Fund zu der ln dem rild doi in Gottesdienste in dieser Kapelle nicht, da keil darauf aufmerksam machen würde. Es verzeichneten Adresse unb freute 7 r»ik?i,,n!!,i Personal der ausländischen diploma- würde dann vielleicht mancher Verzweifelte DM Fmderlohn. Das war 1s ^ rn Vertretungen freie Religionsausübung wieder neuen Mut fassen und merken, daß indes nicht alles. Durch eine kurze Notiz in yn„,,.nd. Aus völkerrechtlichen Gründen hatte die Güte in der Welt noch nicht ausgestorben einer Hamburger Zeitung wurde eine dortige ^ ^ erste, im Jahre 1819 berufene evange- ist, und mancher würde vielleicht auch neu Versicherungsgesellichaft auf den redlichen ! Pfarrer wie auch seine Nachfolger den hören auf die Mahnung der heiligen Schrift: Mann aufmerksam und bot ihm, der seine richs war ^ eines Gesandtschaftsattachäs und hatte „Lasset uns nicht lieben mit Worten, sondern überzeugend ^bewle- chlichen Macher am päpstlichen Hof seinen Platz mit der Tat und mit der Wahrheit!" ." m "!,r Ordensgenerälen. Hier ein paar Beispiele: i die Beisls ersten Weltkrieg ging mit dem Bot- der Welt Rzgebäude auch die evangelische Kapelle Malerinnung gibt ein gutes Beispiel m Arbeit di,re«. Aber bereits seit dem Jahre 1911 Anerkennung und Nachahmung verdient 250 eingeschriebenen Mitgliedern in der Nähe messtern g» aus Opfergaben des ganzen deutschen der menschenfreundliche Entschluß der Min- von Spring City geschah, wie Pfarrer Or. " 'Borganjestantismus mit dem Bau eines neuen dener Malerinnung, die Gesellenprüfung mit Krimm vom Stuttgarter Zentralbüro des rechtuchmeshauses begonnen worden. Da die weit- einer guten Tat zu verbinden. Künftig werden Evangelischen Hilfswerks in einem Brief von die Besetz Herrschaft über Nom 1870 vom Königs- nämlich die Prüfungsarbeiten in Wohnungen drüben berichtet, an einem Sonntag im März nstellung » Savoyen übernommen war, das sich in yon bedürftigen Einwohnern und Flücht- d. I. folgendes: Wegen eines heftigen Schnee- ; Jugenomiösen Dingen neutral verhielt, brauchte lingen ausgeführt, die keine Mittel haben, fturms kamen an diesem Sonntag von den 250 ithin für d» sich beim Vau der Kirche an keine Be- um die Erneuerungs- und Reparaturarbeiten weit verstreut wohnenden Eemeindemitglie- enjuristen cnkungen mehr zu halten. Jedoch erst als bezahlen zu können. Eine ganze Anzahl von dern 125 zum Hauptgottesdienst. Es war ge- 1 er DiszitzDeutschen nach Beendigung des ersten Wohnungen wurde bereits auf diese Art rade jener Sonntag, an dem alle amerika- , wieder neu hergerichtet. nischen Kirchengemeinden ihre „große Stunde des Spendens" feiern. Darin wird im Gottes- Die Kündigung wurde zurückgenommen dienst für die Notstandsgebiete in aller Welt ..... In einem Bekleidungswerk in Herne sollte gesammelt, wobei fede Gemeinde ein beiß für das.engeläute von ganz Rom das seinerzeit ein Flüchtlingsmädchen entlassen werden, das, stimmtes, vorher festqelegtes „Soll" zu er- t populär wen Frauengruppen in Wittenberg ge- geschwächt durch die in sowjetischer Gefangen- füllen hat. Und diese kleine Landgemeinde ders schwlit worden war. schaft erlittenen körperlichen und seelischen hatte 430 Dollar aufzubringen. Der amerika- hrist und ^ evangelische Gemeinde ist durch den Schäden, der Arbeit am Fließband nicht ge- nische Pfarrer war ein wenig in Sorge, ob t zu diewen Weltkrieg kleiner geworden. Im wachsen war. Einmütig trat die ganze Be- diesesZielbeider„qeringenZahlderKottes- örenzen E 1939 waren noch mindestens 2000 Evan- legschaft für das Mädchen ein, sammelte dienstbesucher" erreicht würde. Aber es ergab hl bewußt rhe in Rom, heute sind cs an die 700, einen Geldbetrag zur Anschasfung von Klei- sich, daß 510 Dollar zusammengekommen Landest ist die Zahl durch neue Zuwanderer dern und erklärte sich bereit, auf monatlich waren. Das waren über vier Dollar pro O. Or. iw Steigen. 2n wachsendem Maße je 50 Pfennig des Lohnes zu verzichten, wenn Kopf der erschienenen Eemeindemitglieder, ank aus dt^v der Gemeinde auch evangelische Chri- dem Mädchen der Arbeitsplatz erhalten bliebe, also nach deutschem Geld umgerechnet 16,80 mit all italienischer Staatsbürgerschaft an, Die Werksleitung nahm daraufhin die Klln- DM für jeden einzelnen. Or. Krimm ver- Zeit verB ^ , verheiratete Frauen, die digung zurück. weift in seinem Bericht darauf, es sei an sich beiter, dßi auben treu bleiben, und ihre Kin- t nichts besonderes, daß die gestellte Quote rbeit ken«'"e von den Muttern evangelisch erzoaen Das Testament eines Ungenannten überschritten werde. Hier aber geschah es hat getan, den Gottesdiensten kommen nicht Ein 70jähriger Rentner in Bremen, der durch einen tapferen kleinen Gemeindekreis, er Landesl^°u?!w'tawmige. sondern alle dieieniqen im Januar starb, vermachte in seinem Testa- der sich vom Schneegestöber nicht abschrecken ichs, unE"'wen Ghnsien aus vielen Völkern ment dem Landesverband der vertriebenen ließ, seinen Weg zum Gottesdienst von weit bittet. die der deutschen Sprache mächtig Deutschen ein Grundstück mit zwei mehr- her zu gehen und sein Opfer zu bringen sen hatte, eine gutbezahlte Stellung im Innendienst an. Trotz des Schneesturms In einer amerikanischen Landgemeinde von ; geringste, krieges „ach Italien zurückgekehrt waren sie. Das mte die neue Kirche in der Via Toscana Friedrich, nveiht werden. Der schlanke weiße Turm in einer tzllber 40 m Höhe hat eines der stärksten 115 >? ch-- 5 - Die Neckarbisch Nl X, 1 . -X-A X »L «» n ,» tl »! j elten hat eine Kirche unserer Heimat ein so kostbares Ausstattungsstück aus der Vergangenheit bewahrt, wie die Evangelische Stadtkirche in Neckarbischofsheim, die in ihrer reich skulpierten Kanzel ein bedeutendes Kunstwerk aus der Übergangszeit vom Renaissancestil zum Frühbarock besitzt. Im Beginn des 17. Jahrhunderts, wenige Jahre vor Ausbruch des dreißigjährigen Krieges, erhielt die Neckarbi- schofsheimer Pfarrkirche ihre heutige Gestalt. Der Außenbau des Gotteshauses ist schlicht — ein Putzbau unter Verzicht auf jegliche architektonische Gliederung. Gemessen an dem kurzen gedrungenen Langhaus wirkt der wehrhafte, wohl noch aus der zweiten Hälfte des 15. Jährig Hunderts stammende Chorturm IM schwerfällig und übergroß. Einige reizvolle architektonische Einzelheiten aus dem beginnenden 17. Jahrhundert geben dem Bauwerk eine eigene künstlerische Note, so der dreigeschoßige Volutengiebel der Haupteingangsseite, dessen bewegte Formen die Mächtigkeit des Kirchengebäudes wohltuend mildern und die drei schönen Eingangsportale aus dem Jahre 1612. Besonders schön sind die beiden allegorischen Frauengestalten — sie stellen die christlichen Tugenden Glaube und Liebe dar — die das Türgebälk des Westeingangs stützen, durch das der Gläubige den Kirchenraum betritt, der in seiner Schmucklosigkeit dem architektonisch schlichten Außenbau entspricht. Das einzige bedeutende Kunstwerk des Kirchenraumes ist die Kanzel, die an der Südwand vor dem Triumphbogen angebracht ist und auf einem reich ornamentierten Sandsteinfuß ruht. Ihre aus dem marmorartigen Alabaster gehauene Brüstung wu^ die Betrc von einem mit Namen nicht ler (es ist vermutlich der schönen Eingangsportale gestalte-- - „je b Aufträge der Maria Magdalena ^ statt, der Gattin des Erundhem^ bischofsherm ausgefuhrt. Dres tu,, T Brüstung angebrachte, von einen"" Scknnuck haltene Jnschrifttafel kund. ^ Die prächtige Kanzelbrüstung m^programm Zierarchitektursystem in insgch die Relief der aufgeteilt, Pilaster mit vorgeie zwanglos e atiden (das sind Tragefiguren), ltzr Evangeli vorspringende Abschlußgesims Übungsstück - die seitliche Rahmung dieser '^uranden, d> denen fünf mit Halbsiguren der v^ch uur etwa listen und des Apostels Pauk-Ech ist dage sind, während die beiden übrigens Buch uni der Stifterin und ihres Ee«ünder der Jedem der Evangelisten ist das^ten gleichst ältersher charakteristische Attributübliche Zusc dem Matthäus der Engel, dem .-r besondere Löwe, dem Lukas der Stier und: Apostel inr nes der Adler. Sie sind dargkihat. zeitgenössischen Tracht des begirrend die Ev Jahrhunderts nach Art Protesten!; historische licher. Nur Johannes trägt eim>err Fraueng Eewandschließe zusammengehaltm und als ähnlich wie wir ihn von mit» allegorisch> Skulpturen her kennen; sicherlißnten Begi Künstler ihn durch diese idealiforstellungsw aus der Evangelistenreihe Wllegorien al vorheben. Die künstlerische Aurlbildlichen ! Gestalten ist sehr beachtlich, - Gerecht zweifellos das Werk eines schi'kmut unt deutenden Meisters vor uns. m Altertum ?4>-^ ' r».- u 7- / i Z N6 ch Alabasterkanzel ng tzie Betrachtung der Kanzel unter ht Gesichtspunkten erschließt ^ ^'^ch nicht das Wesen dieser Schöpfung, gestalt,^sen bei allen Werken religiöser ^ " E ^ auch hier dem Sinn, nach dem mdheir«ungsgehalt des Dargestellten fragen. kennen dann bald, daß dem gesamten " e"""fen Schmuck der Steckarbischofsheimer ein durchdachtes und genau festgeleg- s^ungNsdprogramm zugrunde liegt, dem sich insgch, tzje Reliefs wie auch die Frauen- t vorgW zwanglos einordnen. Die Darstellung sren), dhr Evangelisten an einem kirchlichen ims vikku^gsstück — hier an einer Kanzel — dieser jemanden, der mit der christlichen Bild- n der i^ch nur etwas vertraut ist, überraschen. Paulr-^lich ist dagegen, daß der Apostel Pau- ibrigeiuit Buch und Schwert) hier die Reihe Ee«ünder der neutestamentlichen Heilsist bas sten gleichsam erweitert. Diese sonst !lttribu!l,bliche Zusammenstellung ergibt sich l, deiner besonderen Bedeutung, die gerade er und! Apostel innerhalb der evangelischen dargs hat. s begiirend die Evangelisten und der Apostel rotestai»; historische Persönlichkeiten sind, sind igt ein»>en Frauengestalten, die die Bildfelder gehaltnr und als Karyatiden das Gesims >n mit!, allegorische Figuren, sie verleihen icherlitnten Begriffen faßbare Gestalt, idealiiorstellungswelt des 17. Jahrh. waren he Wllegorien allgemein geläufig, denn sie se Ausibildlichen die vier weltlichen Tu- htlich, :: Gerechtigkeit, Mäßigung, >es Mkmut und Klugheit. Diese be- uns. m Altertum gebräuchlichen Personifikationen ethischer Begriffe, die das Seelenleben des Menschen in sittlicher Hinsicht ordnen, wurden vom Christentum übernommen. Neu und nur. dem Christentum eigen sind die drei weiteren Allegorien, die die antike Vierzahl auf die christliche Siebenzahl erhöhten, Glaube, Liebe, Hoffnung. Sie werden als die göttlichen oder übernatürlichen Tugenden bezeichnet, und sie sind in Rang und Bedeutung ihren „weltlichen" Schwestern übergeordnet, mit denen sie gemeinsam die Neckarbischofs- heimer Kanzelbrllstung umziehen. Die Liebe, Eottesliebe und Nächstenliebe umfassend, wird dargestellt durch eine, ihre Kinder mütterlich umsorgende Frau. Der Glaube wird personifiziert von einer Frauengestalt, die stolz den Abendmahlskelch emporhält, das vornehmste Sinnbild für das Opfer des Heilands am Kreuz. Im Glauben, durch den die Verheißung fest in uns begründet ist, wurzelt die Hoffnung, die dritte der göttlichen Tugenden. Der Neckarbischossheimer Künstler hat sie als betende Frau dargestellt, die ihr Haupt andächtig-scheu erhoben hat und über deren Antlitz der Ausdruck himmlischer Verklärung liegt. Ihr Attribut, der Anker, findet sich auf dem skulpiertem Architekturteil unterhalb der Gestalt. Damit schließt der Darstellungszyklus der für den Gläubigen mehr ist als eine köstliche Zier, indem die hier dargestellten Gestalten gleichsam durch ihre „steinerne Gegenwart" die Bedeutung der Kanzel bekunden, von der die größte Verkündigung unseres Glaubens geschieht in der Gestalt des lebendigen Wortes Gottes. E. E. (Ausnahmen: Landesdenkmalsamt Baden 1, W. Beusch S> 0^^ Erzählung von Helena Christaller Köpfe^hoben Es war vor hundert Jahren, im Frühjahr die- flachen blauen Hügel des Odenwaldes, ders die Schürzen leuchteten; bald^den a^er^ und an einem Sonntag. Draußen blühte der und in nächster Nähe sah man die hellgrünen lenden Blau der Kornblume und K niemand Raps; in gelben Streifen, die wie Gold in Buchenwälder des Malchen und die Ruinen farbigen Gelb des Löwenzahns, Hen auf der der Sonne leuchteten, schob er sich zwischen des Frankensteins, die grau und verwittert giftigen Ton des Grünspans und i, Kinderstimi die jungen grünen Kornfelder und erfüllte aus dem wogenden Seidenkleide des Früh- Rot der Klatschrose; dazu die zieMrmt!" rief' das schmale Odenwaldtal weithin mit star- lings auftauchten. derhäubchen, deren Boden mit farkuf. Und na, ken, süßen Duftwellen. Plötzlich verschwand der Ausdruck sonn- len gar kunstreich bestickt war. DeVaterche, ko. Auf einem niederen Hügel am Ende des täglichen Behagens von seinem gutmütigen freute sich, daß er heute nicht über arme." Ortes lag die Kirche mit ihrem stumpfen Gesicht; er hatte einen dumpfen brummenden derpracht der Frauen zu schelten^ Pfarrfrau Turm; starke Mauern gleich denen einer Ton wie von einem aufgeregten Bienenvolk eigentlich gefiel das lustige Vl«,„ ;m Pfar, Festung unterbauten sie nach Westen zu. gehört. Er wandte sich zu dem letzten Korb, unten seinen Augen gar wohl. H^n hjx ^ Unter der offenen Tür des Glockenturms lun- der dicht an der blühenden Hecke stand. Die Orgel war verstummt, din. gelten die Schulknaben und warteten, bis der „Du willst doch nicht etwa schon schwärmen?" hatten die weißen Tüchlein auf i-iterdessen h> Zeiger der alten Turmuhr auf zehn zeigte, fragte er strafend. Ein verstärktes Brummen gebreitet und andächtig die gefalteten alle in um sich dann an die baumelnden Seile zu war die Antwort, die sehr nach Aufruhr darauf gelegt; der Prediger wars minengefügt hängen, die die Glocken oben im Turmgiebel klang. Im selben Augenblick schlug die Kir- Blick zum Pfarrstuhl, in dem seine Uten Tanne, in Bewegung setzen sollten. chenuhr zehn, und kaum war der letzte Schlag samt den sieben Töchtern und vie, tief beugte „Alleh, jetzt laite mer z'samme!" meinte verhallt, da setzten auch die drei Glocken ein Platz hatte. Die Mägdlein gliche» Bienen fl> ein kurzer Dicksack mit strohgelbem, gewässer- und übertönten das Summen des zum Aus- wie ein Ei dem andern. Alle hvie kompakte tem Haar. zug rüstenden Volkes. Der Pfarrer schwankte, rote Backen, straffe blonde Zöpse t hatten, l „Koste denn kaa Aache im Kopp, du Aure- aber die Glocken gewannen den Sieg und zo- schiedener Länge oder über den Ohr dauern u> wäller Hutzelbock, 's is jo no siewe Minute gen den Zaudernden schließlich wieder durch Schneckennudeln; sie sahen wie Gesandten Sp bis Ganz." das hohe Wiesengras zu seinen verlassenen aturausgabe der Mutter aus, di« vielleicht h Die Hellen Augen der Buben hingen am Büchern hin und leiteten ihn auf den Weg lebhaften braunen Augen ihre zappen hohlen V Zeiger, der unendlich langsam vorrückte. der Pflicht durch das Kirchenpförtchen nach überwachte. Sie hatte trotz derenstand; dei „Heit werds wormche", sagte der Dicke und seiner Sakristei. Unterwegs begegnete ihm Tages ihren prächtigen, buntgewiin schon zu wischte sich mit dem Ärmel übers Gesicht, der Schulmeister, schön sauber rasiert, mit fischen Schal an, das Prunkstück ihnninderatsstu! „Mache mer am Mittag in die Maiekäfer?" dem steifen Vatermörder und dem langen schrankes, und auf dem Kopf emspannt bljA „Hm", der Angeredete guckte vorsichtig über kaffeebraunen Sonntagsrock. Spitzenhaube, deren maigrüne Seit zu flüstern den Zaun, der den Kirchhof vom Pfarrgarten „Meine Bienen wollen schwärmen", sagte unter dem runden Kinn geknüpft »EMg jn l schied. „Unner der Kinnerlehr?" der Pfarrer besorgt, „sie werden sich doch Noch einmal schneuzte sich der Wrer zielbew „Die lasse mer de Mäderche, mer muß net wohl so lange halten, bis die Kirche aus ist?" ^ ^ne ein Trompetenstoß durch i, näckiten , älles hawe wolle." Sie lachten. „Wohl, wohl, Herr Pfarrer", tröstete der ^iig dann begann er -rrenen Ges Drüben im Pfarrhaus ging die Tür, und Lehrer, „sintemal sie doch meist nicht vor elf aufmerksam Er I,Verwickeln I durch die blühende Weißdornhecke sah man auszuschwärmen pflegen, und wenn Hoch- ^tyte aufmerksam Er j eine schwarze stämmige Gestalt im flattern- würden vielleicht seine Predigt dementspre- S°at und Ernte, von der Arbe't ^ den Rock. chend kürzen wollten..." manns -undvom Segen Eotte^llig aussck „Der Parr kimmt!" Die Buben stoben in Der Pfarrer nickte eifrig und zupfte sich horten dre Bauern öern mV die Kirche, wie wenn der Mann da drüben die hohe weiße Halsbinde zurecht, die bei der und da der Pfarrer eme landwrrtsch« ihnen ihre Nachmittagspläne von der Stirn Vieneninspektion etwas in Unordnung ge- las, wußte er auch rmmer etc lesen könnte. raten war. „Ich werde nicht ermangeln, und l'ches zuber'chten.Dabelkonni-u sagen. Der Pfarrer hatte schon den Kirchenrock wenn Er das Vorspiel nicht in die Länge und E^bö!e'1>ei ^en^Obre^nÄme»'' der seine an und unter dem Arm die schwarzen Gebet- den Choral nicht mit Trauermarschtempo Hant bücher mit abgenutztem Goldschnitt. Sein nehmen wollte... graublondes Haar war glatt aus der Stirne Der Schulmeister lächelte süß-säuerlich, gekämmt und hing hinten auf dem Rock- »Nicht anders, als es Meister Vach angibt kraren. Er legte die Bücher vorsichtig auf und wie ich die Traktierung der Orgel er- ^ ^ ^ ... eine wackelige Vretterbank, raffte wie eine lernt habe", betonte er mit bescheidener chenden dre he,tze Stirn. Ein ein, Frau den schleppenden Rock, der vor ehrwür- Korrektur und verschwand im Innern der stand gerade in der Fensteröffm'^e^ ^ ^ digem Alter ins Grüne spielte, und trat in Kirche. den Himmel, der wolkenlos und i» wonach : die Wiese, die bunt von Frühlingsblumen Nun begann drinnen der Gesang; die ersten dustere Kirche hinelnschlen. gegen den , war. Mit stelzenden Storchschritten kam er Verse des Eerhardtschen Liedes waren an des Nun war er so recht im Zuge Kedigt zu daher, und auf seinem bartlosen, vollwan- Pfarrers Ohr vorübergerauscht, wacker von schon dreimal auf das gepolsterte L^t gigen Gesicht mit dem energischen Kinn lag dem rasch spielenden Lehrer aus ihrem schlep- geschlagen, daß der Staub in eiU-onzeltrepp« ein schuldbewußtes Lächeln, weil ihm das pendem Tempo gerissen. Nun waren sie am Wolke aufstieg; an seine Bienen „ die Org Gras und die Blumen leid taten, die sein sechsten Vers; da dachte der Wartende, daß nicht mehr. Plötzlich kam etwas Me durch da Fuß zertrat. Nun war er am Ende des Gar- es für diesmal genug sein könnte; denn alle Fenster herein, schwirrte mit leis»,altsamen ! tens bei den Bienenstöcken. Wie ein Vater, vierzehn Verse singen zu lassen, das ging um den Kopf des Pfarrers und Die Ps der an die Betten seiner schlafenden Kinder unter den obwaltenden Umständen nicht an. wieder. Er stutzte und drosch einigen Zöpfen tritt, so ging er hier von Stock zu Stock. Die unverdroß'ne Bienenschar leeres Stroh, bis er sich wieder g«; Geräte: d Mit wohlgefälligem Nicken betrachtete er Fleugt hin und her, sucht hier und da Aber kaum war er aufs neue bei -en Kehrwis eine mit Honig und Blütenstaub beladene Sich edle Honigspeise; und wollte gerade ein viertes kaach wenij Biene, die eben in das Flugloch schlüpfen so klang es ihm entgegen, als er etwas Rede mit einem Schlag bekräftig!! Odenwäl! wollte. hastiger,' als es seine Art'sonst war, die Kan- schienen statt der einen vier Viene»mdsärmeln „Brav", sagte er belobigend, wie wenn er zeltreppe Hinaufstieg. Während die Gemeinde kreisten sein gerötetes Gesicht, da'en Stamm in seiner Schule wäre, und streckte den Finger noch die letzten Zeilen des Verses sang, be- leisen Flllgelschlag an seiner feuwin ältester! gegen das brummende Insekt aus. Dann hob trachtete der Pfarrer seine Bauern. Beinah spürte; zugleich hörte er draußen vmchtig den er das Gesicht in die Höhe und schnupperte hätte er wirklich wohlgefällig genickt, wie bäum her ein Brummen und SErm hielt, l in die Luft. beim Anblick des honigtragenden Bienchens, von einer fernen Orgel, die in t» sich nicht e „Das ist der Raps", sagte er laut zu sich Die Kirche war wohlgefüllt; rechts saßen die tönen gespielt wird. llligen Gei selbst, „dieses Jahr wird ihn der Hagel wohl Burschen und Männer in den blauen langen Unwillkürlich drehte er den Kops zu ihrer nicht verderben wie im letzten. Röcken mit den talergroßen Silberknöpfen, wohlbekannten Geräusch; da sah er an Güte lc Von dem hochgelegenen Garten konnte er Links neigten sich die andächtigen, mit der Himmel draußen sich verfinstert wand errei das Tal überschauen; die wogenden Felder, Schweineschmalz glattgekämmten Scheitel der tausend summenden, schwirrende»^ wenn er dazwischen weißgekalkte Fachwerkhäuser, deren Frauen und Mädchen. Hier sah es so bunt Immer mehr kamen zum Fenster h.jner der L filzige Strohdächer sich in den Wiesen duckten aus wie auf einer blumigen Wiese; denn der flogen wieder hinaus oder verfing«^ ^ wie Bettelleute; in der Ferne streckten sich Odenwälder liebt die grellen Farben. Veson- den geschlossenen Scheiben der ander«' nachher ihr Hund schämte, ihnen en ^ aus der Hand zu fressen. »"! -mzufa Durch das offene Fenster wehte Frühlingswind herein und kühlte ich 118 , wurde auch die Gemeinde aufmerksam; Köpfe hoben sich, die Buben an der Orgel selten. Dem Pfarrer war noch heißer n; bald^rden, aber er redete tapfer weiter, wenn e und K niemand recht aufpaßte. Da erscholl nzahns, chen auf dem Kirchhof ein seines silber- s und j, Kinderstimmchen. „Vaterche, der Bien ie zieMrmt!" rief's zum hohen Kirchenfenster mit faiiuf. Und nach einer Weile noch einmal: var. DiPaterche, komm doch schnell, deine Biene cht übeisirme." gelten h, e Pfarrfrau wurde purpurrot, und alle e im Pfarrstuhl kicherten. Das war das chen, die Kleinste, die das Haus hüten nmt, di,;. n auf diterdessen hatten sich die schwärmenden gefalteten alle in eine große schwarze Traube r warf rnmengefügt und hingen so an einem Ast m seine tlten Tanne, der sich unter der lebendigen und vin tief beugte und zu brechen drohte; ein- : gliche» Bienen flogen immer noch brummend Alle hoie kompakte Masse, bis auch sie sich fest- r Zöpse t hatten. Nun konnte es nicht mehr den Ohr dauern und der Schwarm folgte den wie eiesandten Spurbienen zum neuen Wohn- aus, die vielleicht hinüber in den Wald nach jrezapM hohlen Baum oder in des Hofbauern cotz derenstand; der Pfarrer meinte den dicken untgewim schon zu sehen, wie er da unten im äück ihuninderatsstuhl heimlich schmunzelte, opf emspannt blickte die Gemeinde, keiner wagte üne Seil zu flüstern. knüpft r^lixbte in dem Herrn", begann da der i der Wrer zielbewußt mit kräftiger Stimme durch ii nächsten Satz, der nach einem etwas menen Gefüge kam, das niemand aus- m. Er hderwickeln konnte, „wie nennt ihr einen Arbeit^- der seinen Wein, so er gekeltert hat, Gottes. 'Eg ausschüttet? Wie nennt ihr ein ern in k das nach dem Melken ihres Eimers >wirtsch«achtet und die köstliche Eottesgabe ver- mmer elr ^ daß der Segen Gottes, mit Erlaubkonnte im Stallmist herumläuft? Und bleckte j^ettebte in dem Herrn, nennet ihr einen neknie?' seine Bienen schwärmen sieht und ibnen eii ^ue Hantierung unterbricht, um den ^ rrm einzufangen und an einem sicheren >u versorgen? Wir aber wollen nicht l pichen törichten Manne gleichen; da- kehue «fordere ich euch auf, mit mir diesen ^dienst eine kleine Weile auszusetzen, ^ereWweil meinen Schwarm einfangen s und wonach Mr dann mit geziemendem gegen den Geber aller Guten Gabe un- n Zuge predigt zu Ende hören wollen. Amen." lsterte Luit schritt er mit würdigem Gebaren > in eiA;auzeltreppe hinab, der Lehrer etwas Bienen-r die Orgeltreppe, und die Gemeinde >twas Me durch das breite Tor, um sich der it leis»saltsamen Unterbrechung nicht zu be- :s und «u. Die Pfarrtöchter mit den sieben h einigem Zöpfen rannten ins Haus, um des ieder ge>s Geräte: die Wasserpfeife, den Vienen- leue bei'en Kehrwisch und die Maske zu holen, nertes ünach wenigen Minuten konnten die lekrästissi Odenwälder ihren geschickten Pfarrer r Viene»indsärmeln bewundern, wie er an dem ssicht, ds'en Stamm in die Höhe kletterte, hinter rer feuLin ältester Junge, indes der Schullehrer mßenvBchtig den schwarzen Kirchenrock über and SuMrm hielt. Eine neugierige Bauersfrau ,ie in >>> sich nicht enthalten, heimlich den Stoff riligen Gewandes zu prüfen, und sie ,en Kops zu ihrer Genugtuung konstatieren, >a sah ei an Güte lange nicht ihr eigenes Sonn- rrfinstert wand erreichte. ,irrende» wenn er jetzt erunnerfalle tät", flü- Fenster Kiner der Läutebuben. : verfinS'nn wär heit mittag kei Kinnerlehr", er anden erwiderte der andere gleichmütig und starrte hinauf. Aus dem Tannenbaum kamen blaue Rauchwollen eines üblen Tabaks, der mehr aus einheimischen Zuckerrübenblättern bestehen mochte als aus dem ausländischen teuren Kraut, aber dennoch die Bienen so betäubte, daß sie ihren Stachel vergaßen. Unten stand die andächtige Gemeinde und wagte sich nur im Flüsterton Bemerkungen zuzuraunen. Aber nun! Der Pfarrer reckte die umwickelte Hand mit dem Kehrwisch aus, der Junge hielt den Sack unter, ein lebhaftes Brummen ertönte, einige Bienen lösten sich von der Traube und flogen um den Imker. Alles stellte sich drunten auf die Zehen und lauerte. „Er Hot en", sagte befriedigt der Läutebub. „Un heit mittag is doch Kinnerlehr", meinte enttäuscht der zweite. Gleich darauf stand der Pfarrer wieder unter seinen Bauern. „Do hett ich beinah e gut Geschäft gemacht", lachte der Hosbauer. „Den Hab ich heut morgen schon brummen hör'n", sagte der Pfarrer vergnügt. „Jo, jo", sagte der reiche Bauer friedlich, „er is Euch vergunnt. Eure Bienen schwärme ehnder als die mei, sie Howe mehnder Sunne- schei." Die Pfarrfrau kam herbei und klopfte Tannennadeln und Moos von ihres Eheherrn Sonntagshose, die sie mit trübem Blick betrachtete, denn sie hatte sehr gelitten. Der Pfarrer aber hielt wie ein Triumphator seinen Sack fest und wandte sich nach der Sakristei, wohin er ihn einstweilen legen wollte. „So en Parr, wie unser Parr", sagte anerkennend ein altes Bäuerlein. „Jo, der verstoht sei Sach", pflichtete ihm sein Nachbar bei und schob sich seufzend aus dem warmen Sonnenschein wieder in die dunkle Kirche. „Ich muß haam, Eret", flüsterte ein junges Weib dem andern zu, „die Kerch goht heit jo gor net meh aus. Mei Klaaner will trinke." „No, so geh, ich bet aach eins vor dich", versprach die Gret. Endlich waren alle Bänke drinnen wieder besetzt, der Lehrer hatte mit strengem Blick die ausgelassenen Schulkinder gezügelt und ihnen ein furchtbares Strafgericht verheißen, wenn... Worauf die Läutebuben sich Vornahmen, lieber am Nachmittag die Kinderlehre nicht zu schwänzen und erst später in die Maikäfer zu gehen. Der Pfarrer aber hielt eine höchst erbauliche lange Predigt, mit donnernder Stimme, und in den Falten seines behaglichen Gesichtes glänzte noch die Freude über den eingefangenen Segen. „Des is en rechter Vaurcparr, der Hot Ver- stann", flüsterte der Hofbauer seinem Nachbarn zu, „do woaß mer doch, wie un wo." „Jo, älles was wahr ist, der schmeißt eim's Evangelium so recht an Kopp." Und sie beschlossen jeder für sich, immerhin das nächstemal zu versuchen, ob sie ihm nicht doch an Schlauheit über seien, und ihn beim Erheben des Zehnten recht kräftig übers Ohr zu hauen. Ob es ihnen gelungen ist, weiß ich nicht. tDiese feine Geschichte haben wir dem Büchlein „Der Bien schwärmt" entnommen mit freundlicher Genehmigung der Christlichen Verlagsanstalt Konstanz. Bei der gleichen Verlagsanstalt sind von Helene Christaller auch die köstlichen Erzählungen „Von grohen und kleinen Leuten" erschienen. Wir weisen auf beide Bücher auch an dieser Stelle gerne hin.) für unsere kranken Halt im Gedächtnis Jesum Christ! 2. Tim. 2 V. 8. Wenn wir krank sind, haben wir viel Zeit zum Nachdenken. Nicht in den ersten Tagen. Da peinigt uns unsere Krankheit noch viel zu sehr. Da hat der Arzt mit uns zu tun, und unsere Ungeduld läßt uns gar nicht zur Ruhe kommen. Aber bald plagt uns dann die Langeweile. Zeitunglesen kann man doch auch nicht immerzu, zumal uns alles Geschehen „draußen" sehr schnell gleichgültig wird. Da läßt man dann ganz gern die Gedanken ein wenig wandern. Merkwürdig, an was alles wir dann denken müssen. Längst vergangene, vergessen geglaubte Dinge tauchen wieder auf. liebe schöne Erinnerungen, oft auch sehr unliebsame. Und Menschen stehen vor unserem Auge, mit denen wir zusammen waren, an die wir eigentlich gar nicht mehr gedacht haben. Aber sie müssen früher wohl einmal Eindruck auf uns gemacht haben, daß sie sich nun plötzlich wieder melden. Da ist des Vaters Gesicht. Was der doch eigentlich oft an mir auszusetzen gehabt hat! Leise lächelnd aber sagst du heute: „Hast schon recht gehabt, lieber Vater". Da sind die Augen der Mutter, die manchmal traurig fragten: „Kannst du das nicht lassen, mein Kind?" Liebe gute Mutter, wenn du doch heute noch lebtest! Da war der Freund, der manchmal sagte: „Schäme dich doch! Ist das deiner würdig?" Ja, lieber Freund, das hättest du mir ruhig öfters sagen sollen! Und da steht plötzlich in deinen Gedanken Jesus Christus vor dir. Den kanntest du doch auch. Gut sogar. Du bist einmal sein Freund geworden, damals bei der Konfirmation. Weißt du noch, wie du mit den anderen gesungen hattest: „Bei dir, Jesu, will ich bleiben"? Aber dann kam das Leben, da hast du auf ihn nicht mehr viel geachtet. Ganz vergessen hast du ihn nicht. Das kann nämlich niemand. Und nun, jetzt beim Kranksein, steht er plötzlich vor dir. Auch nur wie eine liebe Erinnerung? Etwa so: „Ach ja, Herr, du hattest es wirklich gut mit mir gemeint"? Ludwig Uhland erzählt einmal von einer tief im Wald verlorenen Kirche. Niemand kennt sie mehr. Aber manchmal hört ein Wanderer ihren Elockenton, und es packt ihn ein Erinnern an eine verlorene Heimat der Seele. Ist dir Jesus Christus auch nur solch ein Glockenton vergangener Gläubigkeit? Nur eine Erinnerung? Halt im Gedächtnis Jesum Christ! Das will heißen: halt ihn fest, ganz fest! Er will deine zweite Natur sein. Nein, mehr: er möchte dich ganz und gar erfüllen. Du sollst in ihm aufgehen, damit dein Leben noch einmal lebenswert würde. Jetzt sehnst du dich nach dem Eesundwerden. Glaubst du, du hättest wirklich etwas davon, wenn deine Seele nicht auch und zuerst gesund wird? Der Heiland aller Menschen, auferstanden von den Toten, steht mit der ganzen Lichtfülle neuen Lebens an deinem Bett. Greif zu! Und du wirst merken, daß Jesus Christus nicht ein altes Liedlein von einer Geschichte, die sich vor 1900 Jahren zugetragen hat, ist, sondern Gottes Gabe und Geschenk an uns arme, kranke, verlorene Menschen. Gottes Ostergeschenk! Pe.-H. 119 Me frauensreijeiten Diese 10 Tage im Mai, Juni, im September, Oktober, Advent oder Februar sind dazu geschaffen, daß sich die Mütter einmal wirklich ausruhen können, und -aß einsame Menschen in fröhlicher Gemeinschaft Ferien haben. Eine Freizeit ist kein Schulungskurs, sondern Entspannung — Schlafen — Wandern. Der Geldbeutel ist kein Hinderungsgrund. Frau F. hat eine Freizeitsparkasse und liefert da regelmäßig ab, was sie erübrigen kann. Aber Frau E. war nicht darauf vorbereitet, daß man plötzlich so müde werden kann. Die kirchliche Fürsorgerin war's, die ihr gut zugeredet hat, doch mal fortzufahren und ihr den nötigen Zuschuß in die Hand gedrückt hat. Sie ist heimatvertrieben — 60 Jahre alt — Witwe; diesmal sorgen andere dafür, daß sie die Tage haben kann: die Gemeinde, das Frauenwerk. Manchmal will auch einfach jemand einem anderen Menschen eine Freude machen und stiftet etwas. Nun werden die Bankdirektorsfrau und die kleine Mutter aus Ostpreußen (sie hat 0 Kinder!) und die Ärztin aus L. miteinander um einen Tisch sitzen — bunt zusammengewürfelt und doch nach drei Tagen wie eine Familie. „Wie ist das nur möglich — vor 5 Tagen kannten wir uns alle noch nicht und heute sind wir uns schon ganz vertraut." Ja, wie ist das möglich? „Vielleicht liegt es daran, daß jeder den anderen sein läßt, wie er ist!" Natürlich, Freiheit gehört zu einer Freizeit. „Es wird mir niemand übelnehmen, wenn ich mal ganz für mich allein sein will. Man hat doch manches zu überlegen, wozu man zu Hause nie richtig Zeit hat." Manchem sind Ferien einfach fade, wenn er nicht etwas kräftiges für seinen innersten Menschen mitnimmt. Fast jeden Morgen sammelt sich ein Kreis um die Bibel, um miteinander zu studieren. Die Bibel ist doch unglaublich gegenwartsnah. Ach. wie tut das gut, einmal i n R u h e sich damit zu befassen, lesen, denken zu können. Morgens braucht kein Küchenzettel geplant werden, und Strümpfe stopfen wir auch nicht (nur die eigenen). 10 Tage lang Freizeit! Daheim ist eine Mutter selbst Sonntags in Alarmbereitschaft. Hier bringt es die Hausmutter fertig, daß der gute Nachmittagskaffee rechtzeitig auf dem Tisch steht. Es ist eigentlich jeden Tag Sonne. Wie mühselig schlägt man manchmal in den Hotels die Regentage tot! Auf der Freizeit ist eigentlich jeder Tag hell. „Und die Tischgespräche mit den netten Menschen, die ich hier kennengelernt habe, vergesse ich nicht" sagen sie. „Warum hat man mir das nicht schon früher gesagt, daß es so was gibt?" fragen sie dann. Ja, warum? Haben wir doch nicht genug Sorge getragen, daß in jedem Frauenkreis eine Vertrauensfrau sitzt, die die Termine abkündigt? Das ist ein Versäumnis, verzeiht. Es soll in Zukunft auch in den Kirchenblättern besser bekanntgemacht werden. Und in manchem Gemeinderaum und an einigen Kirchentüren ist ab Ostern der Plan angeschlagen, so daß auch die übrige Familie merken kann, daß man Mutter mal ein ganz großes Geburtstagsgeschenk machen kann: eine Freizeit. Nur keine Angst, auch droben werden Geburtstage gefeiert. Merkwürdig, wie tief die Stille dann ist am letzten Abend des Beisammenseins, wenn das hl. Abendmahl gefeiert wird. Auch wer nicht daran teilnimmt, spürt diese gesegnete Stille. Ach, ihr Mütter und ihr Einsamen, ihr Müden und ihr nach Stille Verlangenden, wir möchten so gern euch Mut machen und euch einladen auf den Feldberg, zum Dobel, nach Gaiberg, nach Herrenalb oder zum Vierwaldstätter See. Kommt und kommt wieder! Gertrud Harsch Freizeiten des Evangelischen Frauenwerks Baden 1983 2—12. Mai Falkau — Ferienheim, Vikarin G. Harsch. 5.—18. Mai Gaiberg — Ferienheim, Vikärin E. Barth. 8.—15. Mai Neusatz — Eichenkreuzheim, E. Uhrig. 13. —20. Mai Eeroldseck bei Lahr (für Dekanatsbezirk Offenburg), Vikarin E. Harsch, I. Rupprecht. 1.—11. Juni Falkau — Ferienheim, vr, G. Eillet. 12.—22. Juni Falkau — Ferienheim (für Verufstät. u. Schwestern), vr. G. Gillet. 14. —20. Juni Vitznau/Vierwaldstätter See, Vikarin E. Harsch, H. Wolf. 20.—30. Juni Neusatz — Eichenkreuzheim Vikarin E. Harsch. 3.—13. Juli Neusatz — Eichenkreuzheim (für Bezirk Rastatt), Vikarin G. Harsch, M. Wieder. 1. Hälfte Juli Todtnauberg — Pension Bader — Kaiser, Vikarin E. Barth. 1.—15. Aug. Neusatz — Eichenkreuzheim (für Mütter schulpfl. Kinder), G. Uhrig. 15. —31. Aug. Vitznau/Vierwaldstätter See (für Akademikerinnen, veranstaltet vom Bund christl. Akademikerinnen). Vikarin K. Sendner, Vikarin E. Harsch. 1.—11. Sept. Neusatz — Eichenkreuzheim, E. Uhrig. 1.—12. Sept. Herrenalb — „Haus der Kirche", Vikarin G. Barth. 15.—25. Sept. Falkau — Ferienheim, Vikarin G. Harsch, G. Hagner. 15—25. Okt. Falkau — Ferienheim, Vikarin G. Harsch. Anmeldungen und nähere Auskunft über das Pfarramt oder die Geschäftsstelle des Evangelischen Frauenwerks Baden, Karlsruhe, Vlumenstraße 1. Pros. 0. vartning 70 Mre oit Der bekannte Kirchenbaumeister Prof. O. vr. Otto Bartning wurde am 12. April 70 Jahre alt. Der Name des aus Karlsruhe stammenden Architekten ist aus der zeitgenössischen Kirchenbaukunst nicht mehr fortzudenken. Prof. Bartning ging nach Abschluß seines Studiums zunächst nach Florenz und Rom, wo er von den frühchristlichen Kirchen und den Bauten der Frührenaissance Anregungen erhielt. Aus der intensiven Beschäftigung mit den Raumproblemen des evangelischen Gottesdienstes ergab sich 1922 das Modell der „Sternkirche", dem 1928 die „Stahlkirche" folgte. Damit hatte Prof. Bartning Wege zur Gestaltung einer eigenen Raumoorstellung gefunden, die international stark beachtet wurde. Von 1926 bis 1930 war Bartning in Weimar Direktor der Staatlichen Bauhochschule, der Fortsetzung des Bauhauses. 1934 zog er von Berlin nach Neckarsteinach. Der zweite Weltkrieg zerstörte fast alle seine Bauten: Wohnhäuser, Siedlungen, Krankenhäuser, Geschäfts- und Industriebauten. Jedoch trat Prof. Vartning nach 1945 besonders durch die „Bartningsche Notkirche" hervor. Weit über 100 Notkirchen dieser Art wurden in Deutschland und im Ausland errichtet. «MIM in M Nabt Sonntag, de» Id. April sMiseric«rd!a,j Kollekte stir den Eoang. Kirch» Holzsicdlung: 8.30 Uhr: Tchmitthcmier. Atbsicdlmig: 0.45 Uhr: Tchmitthcnncr: li: Karl-Fricdr.-Gcdiichtniskirche: 0.30 Ulm z 10.30 Uhr: Uhristciilehre: 11.15 Ul,i:, Marknskirche: 0.30 Uhr: Lenscrt: 10.1.', )stt lehre der Marknspfarrci: 11.15 Uhr:Ä dienst: 18.00 Mir: Abendgottcsdicnst,'I -Iliichcrftr. 2«: 0.30 Uhr: Tchäscr. Matthäuskirche: Tamstag: 20. Ol) Uhr: - gottesdicnst: Tonntag: 0.80 Uhr: Tt»-k Christenlehre: II.tö Uhr: Kindergmios Beiertheim: 8.0» Uhr: Ttupp. Ehriftnskirchc: 8.00 Uhr: ,Frendenberg: ust lcr: 11.00 Uhr: Ishristenl. der Ludch 11.10 Uhr: Kindcrgottcsdicnst. griedenskirchc: 8.30 Uhr: Ltci»: 10.3t) ist lehre: 11.00 Uhr: Kindcrgottcsdicmi. Kleine Kirche: 8.00 und 0.80 Uhr: Btc!>:.h Uhr: Christenlehre. Biedermann: u,:I Iohanniskirche: 8.00 und 0.80 Uhr: Tli, Christenlehre: 11.15 Uhr: IngcndMitz Luthcrkirche: 0.30 Uhr: » Forcll: lO.R IMS Tbema lehre der Gvttcsanerpsarrci, Tiegeln ^ 11.1-' Uhr: Ktndcrgottcsdicnst. nlmre, stoOt Rintheim: 0.30 Uhr: «lall: 10.80 Uhi: ll.lö Uhr: Kindcrgottcsdicnst. NnnNo-rkire Hagsseld: 0.80 Uhr: Frischmann: 10.1.', U --Utlvevll 1l lehre: lt.15 Uhr: Kindergottcsdienst. , io Knielingcn: 0.80 Uhr: Hahn: 10.45 Uhr: U klNveiS st für Jungen: 11.15 Uhr: Kindcrgot««' , . Rüppurr: 9.30 Uhr: Schul,: 10.45 Uhr: stnd gerade (Eröffnung des I. Jahrgangs): li.Ui kirchc; 20.00 Uhr: Eröffnung der MstiNgi „W e I Kirche: „Bon der Auferstehung der) (10.-24. 4. jeweils 20.00 Uhr). cht weg, Diakonisscnhaus: 10.00 Uhr: Becker. Städt. Krankenhaus: 0.00 Uhr: 2. Mcd.lt: ( 0 k> N U 1t < 10.00 Uhr: Kapelle, Schulz. ^ * neinde in Vom 10.-20. April findet jeweils « Uhr in der Iohanniskirche eine Kii,bn«er Inline IN Pfarrer llr. tdeol. Frcderick I. Forel " der Generalsekretär des „.Hilfskomitees: r. schcn Protestantismus" in den UTA. dkl 4dljtl)0se st drei Monate in Deutschland, um die lir_^_, hältnisse in Deutschland und Berlin 4Ng. Jugeilt Pfarrer Forest wird auch zu uns koin« .... > badische Einrichtungen der Inneren kel, klagt, t tigen. Er predigt am 10. 4. 1058 in i« und wird am 20. 4. nachmittags 1S.M TeNNüdei, st arbeitein und Persönlichkeiten aus dc Leben das Thema behandeln: „Was kimstu Bekenn konischen non den deutschen Kirchen mit von den amerikanischen lernen?" der 5 Lcsestoss sur die Karlsruher Flüchtli ... ^ Im Flüchtlingslager in der „Gottes^^^bU Ist. I sind zur Zeit etwa 1000 QstzonensliW:--, , ^ bracht, auhcrdem ist die „Appcnmühle" >F"nueit. c, Unterbringung von 2000 Flüchtlingen l-, , . nommcn worden. Die meisten dieser Fliitveie ein. >2 nur kurzfristig in diesen Unterkünften. . . nordbadischc» Kreise in Lager oder LiNlag Mit e teilt sind. — Wir sind von diesen in »( Nissen zusammcngedrängtcn Menschen »»c Unseren 1 Lesestoff, Illustrierten, Monatsschrift» worden und bitten herzlich, das; laostoche Brande stoss im Gemeindedienst, Erbprinzeasü '"'rd- Unsere Juc kirchliche Sendungen im ^Rtrauen! n sie es weis v!e«d unserer Stand des Sonntägliche Morgenseiern 10. April: 7.30 Uhr, Pfarrer Or. (Hess. Nundsunk 2. Progl.j 8.30 Uhr, Pfarrer Gauer, (Tüdwestfnnkj lg. Das kar Eoangclische Morgena»dachten g 20.-23. April: 6.05 und 7.05 Uhr, PM Stuttgart (Südd. Rundsunh Ein Ries: 20., 22. und 24. April: 0.50 Uhr, PfarM - . Kaiserslautern (Stidwcstsu»h O a Evangelischer Krankengottcsdicnst 22. April: 0.45 Uhr, auS dem DiakonM bürg, Ansprache: Psr. Drchn inte. Ihre iing beansf Geistliche Musik 10. April: 0.15 Uhr, Werke von M! Scherzcr, I. N. David uni ^Südd. Rundfunks iechtzufindc andergefal d jugendli In der Evangelischen Ansprache im E tzig Halbhi des Südwestsunk am 10. April um U, Oberkirchcnrat vr. Heidland über dat' Orwklchsei Christ und die Kosmetik". tz Geschäft „Zur Gegenivartsbedcntnng der Beist Thema eines Vortrags von Professtt "^Heiken e Bornkamm, Heidelberg, tn der Sendui»^^ verui und Gegenwart" des Süddeutschen ist)»' Äpril um 17.06 Uhr. eb ebenso Z Schriftleitung: Helmuth Meerwein, Pfarrer, Karlsruhe, Blumenstr. 1 — Verlag: Evang. Preßverband für Baden beim Evang. Oberkirchenrat Karlsruhe, Blumenstr. 1. , konto 1811 und Stadt. Sparkasse Karlsruhe, Girokonto 24140. — Druck: Gebr. Tron KG., Korssruhe-Durlach. — Das Sonntagsblatt erscheint wöchentl. — Bezugspreis vir« Abbestellungen find nur zum Schluß eines Kalendervierteljahres möglich. — Nachdruck verboten. — Unverlangt eingesandie Manuskripte können nur zurückgesandt werden, wenn-" 120