Nal⸗ ahr⸗ drei auf ach⸗ un⸗ ienen jegen ſetzen dieſe yn ſo allge⸗ Er vurde nliche Zeit en in 55 ungs⸗ r, daß 8,458 1838, zt auf noch id Ab⸗ ch auf .3.⸗0 — el. Die Oberdeutſche Zettung er⸗ ſcheint täglich, und wird in Karlsruhe als Abendblatt aus gegeben. Der jährli ibe 10 n⸗ nirungspreis beträg — ozu bei dem B Poſt noch die Svedit —— komm nirt in K Erpedition des Braunſche Hofbuchh für auswaärts fenden Poſt Karlsruhe. Belgiſche Verhältniſſe. (Aus den„Gränzboten.“) So poetiſch und Intereſſe erregend der Name Niederland dem Deutſchen klingt, ſo fremdartig und unſicher ſcheint ihm der Name Belgien. An das Wort Riederland knüpfen ſich gar theure Erinnerungen der deutſchen Geſchichte. Der deutſche Religions— zwieſpalt hat da ſeine heißeſten Kämpfer gefunden, die deutſch Wiſſenſchaft hat da ihre Grundſtützen(Erasmus, Juſtus Lipſius, Grotius, Spinoza, Veſal u. ſ. w.) gewonnen, die deutſche Kunſt hat da ihre kräftigſte Ammenmilch geſogen, und die deutſche Poeſie hat daher auch dieſen Namen zu ihrem Lieblingsfeld erhoben, und Schiller und Göthe haben ihn ins Herz der begeiſterten Jugend gelegt, die für Egmont und Poſa ſchwärmt. Der Name Bel⸗ gien aber, ſo uralt das Wort auch iſt, ſteht doch andererſeits zu jung und zu fremdartig dem Deutſchen gegenüber, um ihm popu⸗ lär zu ſeyn. Wir brauchen nicht erſt auf die Ereigniſſe von 1830 hinzuweiſen. Es iſt leicht begreiflich, daß Deutſchland die Trennung der füdlichen Niederlande von den nördlichen mit Unmuth betrachtete, daß ſes den Kopf ſchüttelte, da es die germaniſchen Elemente den galliſchen weichen ſah. Sein Intereſſe wendete ſich ſeitdem mit ziemlicher Kälte von Belgien weg, und wenn die po— litiſchen Ereigniſſe es nicht zur nöthigten, da blieb es mißmuthig mit dem Rücken ihm zugekel Und wahrlich, es 5 nicht gut, daß es ſo gekommen iſt. Belgien hat in dieſen zehn Jahren einen rieſenhaften Fortſchritt gethan, und Deutſchland pölte mit mehr Aufmerkſamkeit auf die Entwicklung dieſes Landes in Kunſt und Gewerbe, in ſozialer und ſogar in politiſcher Be— ziehung, manche ſchöne Erfahrung erwerben können. Es iſt ein gewöhnlicher Fehler, daß man die franzöſlſche Re⸗ volution von 1830 mit der gleichzeitigen belgiſchen zuſammenkettet, ohne zu betrachten, wie die Folgen beider ganz verſchieden ſind. Frankreich zielte im Jahr 1830 nach einer Republik, und gelangte uur bis zu einer Veränderung der Dynaſtie. Sein Wille erfüllte ſich nur halb, und die andere nicht erfüllte Häͤlfte blieb als ein klaffender Riß, als eine eiternde Wunde, welche an dem geſunden Theile des Staates zehrt und ihn nie zur Ruhe und geſunden Entwicklung kommen läßt. Dies iſt keineswegs mit Belgien der Fall; die Revolution von 1830 zielte hier nur nach einer Loslö— ſung von dem holländiſchen Mitſtaate; ſobald Dieſes geglückt war, und die Aufregung, die einer ſo gewaltſamen Operation folgen mußte, Zeit hatte, ſich auszutoben, da trat wieder die Ordnung in ihr monarchiſches Gleis, und keiner Oppoſition kommt es in den Sinn, dem Königthume den Krieg machen zu wollen Ueber dem Haupte Frankreichs hängt das Schwert der Anar— chie wie an einem Haare; ein Luftzug, ein unbewachter Augen— blick und Alles iſt geſchehen. Dieſe anarchiſchen Elemente ſind Belgien fremd. Die belgiſche Revolution und der Geiſt ſeiner Parteikämpfe muß ſcharf geſchieden werden von Dem, was in Frankreich vorgeht. Dieſe Kämpfe athmen keine Anarchie. Frank⸗ reich war durch Jahrhunderte ein Sklave; Ludwig der Eilfte, Franz der Erſte, Richelieu, und der vierzehnte Ludwig haben dem Volke wenig Raum gelaſſen, über ſeine Rechte nachzudenken. Die erſte franzöſiſche Revolution eröffnete für Frankreich eine ganz neue Geſchichte, eine neue Welt, ein unbekanntes Amerika, und raſend, wie die Spanier in dem neuen Welttheile, ſtürzte es ſich über die ehemaligen Beſitzer, und tränkte mit ihrem Blute den ge⸗ fundenen Reichthum. Gewiß, die Entdeckung von Amerika und die franzöſiſche Revolution haben der Welt eine ganz andere Ge— ſtalt gegeben; aber ihren Urhebern ſind ſie die Quelle großen Uebels geworden. Die Revolution in Frankreich war eine durchaus mo⸗ 5 Oberdentſche Zeitung. „„50. Oktober § 1 300 Die großherzogliche Ober⸗ 8— voſtamts⸗Zeitungs ditio Karlsrube hat die Hauptſpe⸗ dition übernommen. Für Frankreich abonnirt man bei Herrn Alerander, Brand⸗ gaſſe Nr. 28., in Straßburg. ſer aller Art werden nommen und der Raum utigen Petitzeile bei dem zweiten und jebem folgenden Abdruck mit 2 kr.) berechyet. 1841. derne Erſcheinung, ein tiefer Strich, der ſeine neuere Geſchichte von ſeiner ältern abſchnitt; unerfahren auf dem eroberten Gebiete, hat ſelbſt eine wiederholte Umwälzung es noch nicht zum ruhigen, fruchtbringenden Genuſſe geführt. Die belgiſche Revolution hin⸗ gegen iſt keine moderne Erſcheinung: ſie iſt nur die Fortſetzung der alten Landesgeſchichte, eine Fortſetzung jener uralten Kraft—⸗ äußerung, wie ſie die auf ihre Freiheit ſtolzen, eiferſüchtigen Städte und Adelsgeſchlechter unter den burgundiſchen Herzogen, unter den Lütticher Biſchöffen, unter Kaiſer Max, unter Karl dem Fünften, unter Spanien und Oeſterreich ausübten. Dieſer Geiſt datirt ſich wahrlich nicht erſt von 1789 oder von 1830, es iſt nicht die plötzliche Wuth eines langgepeinigten, aus⸗ geſogenen, Volkes;— fragt die alten Städte: Gent, Brügge, Lüttich, Antwerpen, ob ſie ihre Freiheitsluſt erſt von dem modernen Frankreich lernen mußten? Es iſt dies der Geiſt der alten Kommunalverfaſſung und Kommunalfreiheit, der im Mittelalter alle germaniſchen Städte beſeelte, der die Hanſa die ſchwäbiſchen Reichsſtädte ſo mächtig werden ließ. Nur daß in Deutſchland der Adel unkluger Weiſe gegen die Städte ſich wandte ſie ſchwächte, und ihre Macht zerſtören half, während der nieder⸗ ländiſche Adel meiſt Hand in Hand mit dem Volke ging, von der glorreichen Sporenſchlacht bis auf den Geuſenbund, bis auf den Tod Friedrich's 8 von Merode Und hier ſind wir wieder bei einem unterſcheidenden Charakterzuge der franzöſiſchen und belgiſchen Re— volut Belgien hat der Adel ſeine Pri⸗ vilegien verloren, aber in Frankreich hat er mit ſeinem politiſchen Einfluſſe auch ſeinen irnee n eingebüßt, während er in Bel⸗ gien noch immer von dem Volke als ſein erſter Bürger betrachtet wird. Die die Ligne, die Beaufort, die Merode 20 ſind hier noch immer populäre, beliebte Geſtalten,— eben weil die Revolution nicht die Geſchichte auseinandergeſchnitten hat. Man ſpricht in Deutſchland ſtets von den franzöſiſchen Sym— pathien Belgiens, und ſchlägt die germaniſchen Elemente in dem⸗ ſelben nur ſehr wenig oder gar nicht an. Allerdings hat ſich Frankreich mehr Mühe gegeben, als Ihr. Seit Jahrhunderten buhlt es um den Beſitz dieſes Landes; lange noch vor der Zeit, ehe die ſchöne Maria von Burgund ihr reiches Erbe dem ſchlanken deutſchen Kaiſerſohne zugebracht, ſpann die fre zöſiſche Eroberungsluſt ihre Fäden um daſſelbe, und dieſes Geſpinnſt ſetzte ſie fort von r, von Geſchlecht zu Geſ hleckt. von ei⸗ nem Reger nan den vielhundertjähri gen Aufwand u zur ung dieſes Landes in—— ſet Krieg und Ver⸗ führung, Glanz und Schrecken, ſo fragt man ſich erſtaunt: wie iſt es möglich, daß dieſes kleine Belgien noch ſelbſtändig daſteht? Wie iſt es möglich, daß in den flandriſchen Provinzen, in Ant⸗ rerpen und Brabant dieſer eigenthümliche Geiſt, dieſe unbeug⸗ ſame Liebe für die alte ſächſiſche Sprache und Sitte nicht längſt erloſchen und ausgegangen iſt? Wie iſt es möglich, daß Lüttich, Namur, und das Hennegau nicht längſt von dem mächtigen ſprach⸗ verwandten Nachbar aufgeſogen wurde? Wie iſt es möglich, daß, nachdem dieſes Land durch ein Viertel-Jahrhundert ſogar ſchon ein Beſitz von Frankreich geweſen iſt, in welchem Nichts geſpart wurde um ſeine nationale Selbf tändigkeit in Sprache, Sitte, und Geſetz zu demoliren, dieſe Nationalität doch wieder auflebte? Dieſe Nationalität muß alſo doch tiefer liegen, als man glaubt; dieſe Farben, die trotz aller Mühe, die man ſeit Jahrhunderten ſich gibt, ſie zu übertünchen, immer wieder von neuem hervorbrechen müſſen alſo doch ſtärker ſeyn, als die neu aufgetragenen; dieſe germaniſchen Elemente müſſen alſo doch nicht ſo unbedeutend d ohnmächtig ſeyn! Aber in Lüttich, im Hennegau, in den walloniſchen Provinzen ———ůůů ů—ů — — — wo nie ein deutſcher Laut erklang, wie ließe ſich da ein germani⸗ ſches Atom als Urſache angeben? Ja, wenn man germaniſches Leben nur auf Sprache und ein⸗ zelne Gewohnheiten bezieht; aber der Stamm und die Sprache iſt es nicht allein, was die Völker trennt und verbindet; die Ge— ſchichte iſt die Hauptperſon, welche den verbindenden Kitt miſcht, oder das trennende Schwert wetzt. Was Frankreich von Deutſch⸗ land ſcheidet, das iſt ſeine Zentraliſation. Die meiſten glück⸗ lichen und unglücklichen Gänge der franzöſiſchen und deutſchen Ge— ſchichte, des franzöſiſchen und deutſchen Geiſtes, haben darin ihren Hauptgrund, daß dort, in Frankreich, die theuerſten Erinnerungen, Freiheiten, Geſetze, und Ueberlieferungen der einzelnen Länder und Gebiete dem Ganzen weichen mußten; daß eine einzige Stadt monarchiſch alle übrigen beherrſcht, während in Deutſchland, ſelbſt bei den kleineren Kommunen, die heiße Anhänglichkeit für das alte Herkommen, für das von Geſchlecht zu Geſchlecht überlieferte Geſetz, keiner Rückſicht und ſelbſt keinem Vortheile weichen wollte Dieſe patriarchaliſche Treue für ihre provinzielle Geſittung, für ihre angeerbten Lokalrechte, war zu allen Zeiten ein germaniſcher Charakterzug; er hat viel Unglück über Deutſchland gebracht, aber er hat auch all das Große geſchaffen, was man an dieſer Nation bewundert In dieſer Beziehung aber ſtehen auch die walloniſchen Provinzen weit näher zu Deutſchland, als zu Frankreich. Dieſe Anhänglich keit für ihre alte Kommunaleinrichtung dieſe unbeugſame Liebe für ihre provinzielle Verfaſſung und Ehre, haben Lüttich und Gent oft genug mit ihrem Blute bezahlen müſſen. Und iſt dies nicht das Hauptmotiv, das gemeinſchaftlich Nationale, was Flamänder und Wallonen an einander kettet? Die Stämme, die Sprachen haben nichts Gemeinſchaftliches, aber die Geſchichte, die Liebe zu ihrem Glauben, zu ihren Sitten, verbindet ſie, und wie oft auch die Wellen der Verhältniſſe über ſie zuſammenſchlugen, immer tauchten ſie Hand in Hand wieder auf. Der große Mißgriff der holländiſcen Regierung beſtund eben in nichts Anderem, als darin daß ſie das germaniſche Weſen einzig und allein an Wort und Sprache gebunden glaubte, und ein Zentraliſationsſoſtem einführte, gegen welches der innerſte Sinn des Volkes ſich ſträubte. Hätte jene Regierung der provinziellen Sitte, Mundart, und Ei genthüm⸗ lichkeitt der belgiſchen Provinzen mehr Geltung zugeſtanden, wäre ſie dem Beiſpiele gefolgt, welches das ſtaatskluge Oeſterreich in früheren Zeiten hier gegeben, dann hätten die Niederlande aller inneren Verſchiedenheit, ein feſtes äußerliches Be wie dies ja eben bei dem mächtigen öſterreichiſchen Staatskörper der Fall iſt. Aber jene Regierung wollte einen zentraliſirten Staat ſich ſchaffen, ſie wollte Eine Sprache, Einen Charakter allen ſeinen Theilen aufprägen, ſie wollte einen franzöſiſchen Staats Grundſatz auf einem Boden einführen, der in ſeiner langen Ver— bindung mit dem deutſchen Reich ſeine Selbſtändigkeit geſchont zu ſehen gewohnt war,— und das war die Klippe, an welcher ſie ſtrandete Deutſchland. (Hamburger Neue Zeitung.) Die„Börſenhalle“ enthält eine Abhandlung über die Handelsbeziehungen Deutſchlands zum Auslande, nebſt Gutachten über den Anſchluß der Hanſeſtädte an den Zollverband, woraus demonſtrirt wird, daß die kommerzielle Stellung Deutſchlands ſo iſt, wie ſie ſeyn müſſe, und daß es vor— theilhafter für beide Theile wäre, wenn die Häfen von dem Binnen— lande durch die Zolllinie getrennt blieben. Da beſagte Abhand— lung ſich mit unſern materiellen Intereſſen beſchäftigt, ſo verdient ſie unſere Aufmerkſamkeit; auch enthält ſie Punkte, die bei der wichtigen Frat velche vorliegt, große Schwierigkeiten darbieten, wenn gleich der Grundton des Autors augenſcheinlich nicht patrio⸗ tiſch iſt, und unwillkührlich auf die Vermuthung leitet, daß das unterſchriebene J. wohl Myn heer Jantje angehören könne. Nur ein ſolcher kann die Worte der Wiener Kongreßakte: jusqu' à la mer, ſo auslegen, daß der Rhein frei ſeyn müſſe das Recht habe, ihn an ſeiner Ausmündung zu beſteuern, indem es ſonſt hätte heißen müſſen: jusque dans la mer. Es will uns wahrlich bedünken, daß es ei großen Nation unwürdig ſer ſich auf ſolche Spitzfindigkeiten einzulaſſen, und daß es ihr wohl ſtehe, im Gefühl des Rechts den Machtſpruch zu thun:„So ſoll es ſeyn!“ Noch ſtärker leitet auf die Vermuthung einer aus Holland aber 1198 ländiſchen Feder die Unmündigkeitserklärung elche gerade⸗ zu gegen uns gegeben wird, an dem Welthandel Theil zu nehmer in folgenden Worten:„Seitdem der deutſche Handel eine nie ge— kannte Proſperität erlangt hat, meinen Einige, Deutſchland 305 ſchon jetzt ſtark genug, andern Nationen, die den Welthandel ha⸗ ben, ihn im echt kaufmänniſchen Geiſte mit der ihnen eigenen Ge⸗ wandtheit im Großen führen(hem!), Geſetze vorzuſchreiben, und einen eigenen überſeeiſchen Handel mit eigenen Schiffen betreiben zu können, bedenken aber nicht, daß Elbe und ‚ und Plata ſind, und daß ſie nicht Waſſertiefe genug haben, ein ordentliches Schiff von einiger Größe flott zu halten*. Wahr⸗ lich, dieſe Entſtellung unſerer natürlichen Vortl brauchen wir nur mit Hinweiſung auf die Schiffsrhederei der Hanſa beant⸗ worten, und auf die geringeren Schiffsungelder in ihren H Vergleich mit Holland; ja, wir würden ihnen ſehr bald die prak⸗ tiſche Antwort geben, daß unſere Schiffe die Produkte aus Oſtin⸗ dien holen würden, wenn es zu gleichen Zöllen geſchehen könnte mit den Beſitzern jener Kolonien. Darin, mein Hr. Au⸗ tor, beſteht gerade der Vortheil, welchen die Hanſa durch den Zollverband erhalten kann, ntweder unſere Schifffahrt der Ihrigen gleich ſtellen müſſen, oder daß ſie gleichgeſtellt wird durch einen Zoll auf Ihre Prod Aber Ihren Koſſe und Zucker, Weſer kein Miſſiſſipp daß Sie womit Sie Deutſchland verſorgen! Alle Theile des Zollverbandes werden es einſehen, daß durck wir Villt 1 0 E dan ich Belie eſteuern kö id daß das B land kein ſichereres Mittel hat, Produkte zu billigen Preiſen zu erhalten, als die deutſche Schiffsrhederei zu begünſtigen Zwar werden Rheinland und der Süden fortfahren, die Produkte fremder Welt⸗ theile durch die Häfen Hollands zu beziehen, allein ihr Intereſſ erfordert es, ſich nicht abhängig von Holland zu machen, daß ſie im Nothfall durch deutſche Häfen beziehen können, und daß unſere Schiffsrhederei eine völlige Gleichſtellung mit der Stellung der Rhedereien anderer Nationen erlange. Es iſt wahrlich kein uner— freuliches Zeichen, daß bei der Zollverband Frage die engliſchen, franzöſiſchen, und holländiſchen Preſſen in Bewegung gerath hen Der Name des konſolidirten Deutſchlands ſchreckt inſtinktartig Die— jenigen, Welche ſo lange aus dem getheilten Vortheile gezogen haben. N 1 übergeht der Autor es auch, die Gründe für den Zollanſ chluß zu berühren i Heiſt d nennt ie 1 5 tſpringer wer alle zum vbra allein es iſt doch ein großes, ſchönes Ziel ſelbſtändig und kräftig als Nation gegen das Jedoch ſind die weſentlichſten hinrei chend erwie Intereſſe und Ehre gebieten es! Dieſes Zi große Schwierigkeiten, und der Autor hat ganz Recht, wenn im modus operandi hervorhebt; ſie bilden aber ſämmtlich die ſe— kundäre Frage des Wie, und wir beſchäftigen uns noch mit dem Er übergeht auch die hauptſächlichſte Schwierigkeit, welche in dem Fiskus der Hanſeſtadt liegt. Darauf einzugehen, würde uns zu weit führen, es gehört auch nicht vor das Forum des größeren deutſchen Publikums, welchem dieſe Erörterungen mit ewi gewidmet ſind, und als ein Beitrag zu der Beleuchtung der grof des Tages gelten mögen Berlin, 25. Oktober. Se. Maj önig wird, 1 man vernimmt, am 3. November die Reiſe nach München antre ten; auf den 6. würde ſodann die Ankunft daſelbſt fallen Mit den holländiſchen Angelegenheiten beginnt es hier mißlich zu gehen. Die Holländer werden ſich überzeugen, daß auch mit den „Gewappneten in der Truhe“, wie es in Schiller's Wallenſtein heißt, in utſchland Nichts auszurichten iſt.— Pertz in Har nover 1 nun definitiv als hieſiger k. Oberbibliothekar genannt. Aus Weſt phalen, 20. Oktober. Die Ausſichten auf Be förderung und Erweiterung des Handels und des Verkehrs ſich für unſere Provinz, die beſonders in ihrem nördlich liegt, aufs neue günf R iegierun ganz abgeſchloſſen nſtiger N Srtober and liche Fröffnunc f der neuerbauten Schleuſe ſtatt, die durch verhältnißmäßig ſehr kurze iſt. So wir uns der f Ho Preußen nunmehr in der Förderung Ems⸗Se tigteit in ben eile 15. ier⸗ und haͤ⸗ men zuruͤckbleiben wird, nachdem Hannover ſeine Verpflichtung, für das abgetretene Oſtfriesland die Ems bis zur preußiſchen Gränze ſchiffbar zu machen, mit großen Koſten und Ueberwindung zahl⸗ loſer Schwierigkeiten erfüllt hat. Ein guter Anfang iſt gemacht; ungehindert können die Schiffe aus dem Königreiche Hannover jetzt ins Preußiſche fahren, und vielleicht wird ſchon nach einigen Jahren die Schwierigkeit des großen Gefälles bei Rheina über das Kalkgebirge beſeitigt ſeyn, da oberhalb Rheina ſchon wichtige Vorarbeiten getroffen ſind. Die Schifffahrt würde dann bei zehn Meilen ins Herz von Weſtphalen ausgedehnt ſeyn. Große, nicht blos für unſere Provinz, vielleicht für ganz Deutſchland wichtige Folgen knüpfen ſich an die Ausführung dieſes Planes. (Leipz. Allg. Zeit.) X Trier, 18. Oktober. Die Geburtstage der Könige werden gewöhnlich auf eine ſo herz- und geiſtloſe Weiſe gefeiert, daß es einem vernünftigen Menſchen ſchwer fällt, über eine ſolche Feier zu reden, noch ſchwerer aber, Etwas darüber zu ſchreiben. Eine Kirchenparade, ausſtaffirt mit einer Anzahl gold- und ſilbergeſtickter Ziviluniformen, eine Predigt, welche faſt jeder Zuhörer im Laufe der Zeit auswendig gelernt hat, ein Mittagsmahl, welches die Magen und die Köpfe der Zelebrirenden auf die Probe ſtellt, und einige Reden, die gewöhnlich die Stelle des an dieſem Tage mangelnden Mittagsſchläfchens erſetzen: das ſind ſo die gewöhn⸗ lichen Momente eines ſolchen Feſttages. Wäre bei uns der 15. Oktober, der Geburtstag Friedrich Wilhelm's V., auch nur ſo gefeiert worden, dann würde gewiß von mir Nichts darüber geſchrieben worden ſeyn. Zum Glück war es jedoch anders. Zwar fehlten auch die Uniformen, die Predigt, und die Tafelreden bei uns nicht, aber der geſunde Sinn des Volkes befreite uns Alle von dem widerwärtigen Gefühle, welches die ofſtziellen Feierlichke erregen mußten. Dieſer geſunde Sinn gab dem Feſte ſeinen Schwung und unſerm Könige eine wahre Feier ſein Ci 8 n ſchlichter, in Trier geborner und erzogener junger Mann, Namens Gumsheimer, deſſen ganze künſtleriſche Ausbildung unter der einzigen Anleitung ſeines Vater eines hieſigen Zim mermahl ſtattgefunden hatte, unternahm es, durch ein Produk XN. 1 Nolkswiflen ner 18 ſeines 2 n Voltswille einen Impuls zu gebe fertigte aus Gyps eine lebensgroße Statüe des Königs, denſelben im Augenblick der Eidesleiſtung in Berlin darſtellend. Die Ar— beit ſelbſt kann ausgezeichnet genannt werden: eine künſtleriſche Erörterung iſt jedoch nicht Zweck dieſer Zeilen, darum übergehe ich dieſe Seite der Sache. Die Statüe wurde auf dem hieſigen Marktplatze aufgerichtet auf einem zweckmäßigen, mit Adlerbildern verſehenen Untergeſtell; ſie wurde umgeben von Fahnenbäumen mit Laub⸗ und Blumengewinden. Alles Dieſes geſchah ohne den geringſten Impuls und ohne die geringſte Mitwirkung der Be— hörde. Und Das gerade war es, was das Volk ſo lebhaft er— regte. Das Werk war von einem der Seinigen ausgegangen; es war vielleicht der erſte volksthümliche Akt, welcher ſeit vielen Jahren hier ſtattgefunden hatte. Das begriff das Volk, und wi richtig es die Sache zu würdigen das wurde durch 2 jenige bewieſen, was es nun An dem Abend des 1 15. und 17. Oktobers verſammelten ſich zahlreiche Bürgerſchaaren (und daß Dieſes ohne die geringſte Veranlaſſung, ſelbſt ohne die Wiſſenſchaft der Behörden geſchah, kann ich Ihnen verſichern,) zogen mit Fackeln und Muſik vor das königliche Standbild, und ſenkten die Fahnen ihrer Gewerke unter tauſendſtimmigem Lebe— hoch. Sie zogen vor die Wohnung des Regierungspräſidenten, wiederholten, dieſen als den Repräſentanten ihres Königs erker ihren Jubelruf. Das war keine aus dem Treibhauſe der Polizei und Servilismus hervorgegangene Feier: es war die Handlung eines freien Volkswillens, einer freien Volksliebe und darum hat dieſelbe ſo hohe Bedeutung. Sie beweist, daß es eine Lüge iſt, wenn behauptet wird, daß in dem Volke eine Gleichgültigkeit gegen das Vaterland, eine Liebe zu dem Fran⸗ zoſenthum ſich eingeniſtet habe. Nein, wahrlich nicht! Im Volke, im rheinländiſchen Volke liegt noch der Kern eines echten deutſchen Lebens, und es bedarf nur einer leiſen Anregung, um aus dieſem Kerne einen ſchönen, kräftigen Baum erſtehen zu ſehen Vohl iſt es wahr, daß der ſogenannten höhern Stände ſich ei unſelige Gallomanie bemächtigt! d wohl 1 es auch wahr ſeyn, daß dieſe Gallomanie ſich 1 och bemüht, durch Gleie gültigkeit gegen alles Volksthümliche ſt durch Spott, die Regung jedes beſſern Gefühls 1199 dieſes durchaus Nichts zu bedeuten; alle dieſe Menſchen find wirk⸗ lich zu traurige Geſchöpfe, als daß ihr Thun von großer Wirk⸗ ſamkeit ſeyn könnte. Sind ſie doch wirklich nur darum ſo große Franzoſenfreunde, weil ſie nicht hinter Schloß und Riegel ſitzen, und die franzöſiſche Gränze nur 6 Stunden von hier entfernt iſt; — weil ſie fürchten, daß die Franzoſen einmal hierher kommen und ihnen das bischen Ehrgefühl übelnehmen könnten, das ſie zeigen ſollen. Im Augenblick der Entſcheidung wird dieſe Partei alſo in ihr Nichts zurückſinken; dieſer Spreuhaufen wird kein Hinderniß ſeyn für die Entwicklung des geſunden Sinnes des rheinländiſchen Volkes. Aber gut iſt es doch, daß dieſer Sinn ſich zuweilen ſo äußert, wie Dies bei uns geſchehen iſt; gut wäre es auch, wenn die Regierung die Wurzeln ihrer Kraft nicht in den geſtickten Uniformen und den Feſttags-Reden, ſondern in dem kernigten Volke ſuchte, und wenn ſie den Sinn dieſes Volkes üebrall zu heben ſich bemühte, wo eine Gelegenheit ſich bietet * München, 27. Oktober. Die kritiſchen Verhältniſſe des Zollvereins, herbeigeführt durch die angekündigte Vernich⸗ tung eines ſo bedeutenden Induſtriezweiges, wie die deutſche Zuckerfabrikation, fangen an, Aufmerkſamkeit zu erregen. Wenn dem Bankerotte dieſer Induſtrie, wie zu befürchten, die Banke⸗ rotte anderer Etabliſſements, zunächſt der Maſchinenfabriken, und, wegen gleicher Verwahrloſung von Seiten des Zollſyſtems, der Baumwoll-Spinnereien folgen, ſo ſteht eine Reaktion der Inter⸗ eſſen zu beſorgen, welche das Fortbeſtehen des Zollvereins ſelbſt bedrohen würde.— Der Gedanke eines allgemein⸗deutſchen Land⸗ wehr⸗Weſens, nach dem Muſter des preußiſchen, jedoch mit Modi⸗ S fikationen, und in gleicher Weiſe das Streben nach größerer Gleich— förmigkeit in den Einrichtungen der deutſchen Bundes⸗Armeekorps wo möglich mit einem Abzeichen, welches allen deutſchen Trup⸗ pen gemeinſchaftlich und für ſie charakteriſtiſch wäre, hat ſowohl hier als in Berlin mächtige Proſelyten gemacht.— Nachrichten aus Petersburg zufolge iſt die Herzogin von Leuchtenberg(Groß⸗ fürſtin von Rußland) von einer Prinzeſſin entbunden worden. Vom Oberrhein, 21. Oktober. So lange die deutſchen Staaten vereinzelt ſtunden, konnte von einem ng der Induſtrie überhaupt keine Rede ſeyn 8 großartigen Au 1 Sie hat aber, trotz mancher Hemmniſſe und ungünſtiger Konjunkturen, während der letzten Jahre ſo bedeutend an Ausdehnung gewonnen, daß ſie dem Auslande bereits die größten Beſorgniſſe einflößt. Die Eng⸗ länder wiſſen gar wohl, daß ſie das Uebergewicht, welches ihre Fabrikate bisher auf den Weltmärkten hatten, verlieren müſſen, ſobald ſich in Deutſchland alle Regierungen zu der Anſicht erhe⸗ ben, daß der Zollverein jetzt mehr ſeyn muß, als eine bloſe Ein⸗ richtung, um die Staatskaſſen zu füllen, und ſobald man einſieht, daß in unſern Tagen Wohlſtand, Macht, und Einfluß Deutſchlands weſentlich von dem Gedeihen unſerer Induſtrie abhängen. Dieſe aber iſt noch in ihrer erſten Entwicklung, und bedarf daher we nigſtens für einige Zeit des Schutzes, damit ſie nicht in verderb⸗ liche Kriſen geſtürzt werde, vielmehr auf normalem Wege ſo weit + daß ſie im Stande iſt, die Konkurrenz mit der weit älteren Induſtrie ands und Frankreichs zu halten, die bekanntlich von ihren gen auf eine Weiſe beſchützt wird, vereins nur wenige Gewerbszweige wie die Tarifſätze oll berückſichtigen. Gegenwärtig droht nun einer Art der Induſtrie der Untergang, welche, weil ſie eine ganz natürliche iſt, ſchon binnen wenig Jahren eine große Verbreitung gewonnen hat; wir meinen die einheimiſchen Zuckerfabriken. Es iſt bekannt, wie nachtheilig der holländiſche Vertrag auf dieſelben eingewirkt at, und wie deßhalb der Zollverein dieſen in jeder Hinſicht ſchäd⸗ ichen Vertrag kündigte. Nun aber iſt der Rübenzucker beſteuert worden, und die Einfuhr holländiſchen Zuckers hat ſich fortwäh⸗ außerordentlich geſteigert. Es war klar, daß die deutſchen Zuckerfabriken ihre Arbeiten einſtellen mußten, wenn ſie nicht durch 1,Zollanſatz auf den Kolonialzucker gegen deſſen erdrückende Konkurrenz und die bekannten holländiſchen Manöver geſchützt wurden. Die meiſten Kabinette der Zollvereins⸗Staaten begriffen auch eine ſolche Nothwendigkeit, und deßhalb wurde von Preußen die Erhöhung des Zolls für Lompen auf zehn, und für weiße Zucker auf acht und einen halben Thaler beantragt. Bayern, Heſſen-Darmſtadt, und Baden unterſtützten dieſen Antrag, welcher für die deutſche Zuckerinduſtrie und den Wohlſtand überhaupt von ſegensreichen Folgen hätte ſeyn müſſen, wenn er zum Beſchluſſe erhoben worden wäre. Leider aber hat derſell eiten Sack C —— ———ůů ů— ſens, Kurheſſens, Frankfurts, und, auffallender Weiſe, auch Wuͤr⸗ tembergs Widerſpruch erfahren; dieſe haben auf die Einfuhr von Lompen einen Zollanſatz von nur 6½ Thaler vorgeſchlagen. Be⸗ harren dieſe vier Vereinsſtaaten bei ihrer Anſicht, und ſollte keine Uebereinſtimmung für den Vorſchlag Preußens zu erzielen ſeyn, ſo iſt die Zuckerinduſtrie Deutſchlands vernichtet, tauſende von Familien werden brodlos, es gehen Millionen von Kapitalien verloren, viele kleine Rentner, welche, aufgemuntert durch frühere Maßregeln der Regierungen, ihr Vermögen dieſer Induſtrie zu⸗ wandten, verarmen, die härteſten Schläge müſſen den Bauer tref⸗ fen, und die Holländer werden, wenn Deutſchland keinen Zucker mehr produzirt, die Preiſe wieder bedeutend hinauftreiben, um Das wieder beizubringen, was ſie ſeither durch Schleudereien ein⸗ gebüßt haben. Noch aber wollen wir nicht glauben, daß der Ent⸗ ſchluß der letztgenannten Staaten feſtſtehe, ſondern nehmen gerne an, daß ſie ſich bedenken werden, auf die Durchführung einer Maß⸗ regel zu dringen, die von unberechenbaren Nachtheilen begleitet ſeyn muß. Jedenfalls wird wohl die wichtige Sache noch einmal gründlich von den Kommiſſären in Erwägung gezogen werden. iss Nendsburg, 24. Oktober. Däniſche Blätter enthielten vor nicht gar langer Zeit einen Aufſatz„aus dem Holſteiniſchen“, in welchem die von Kopenhagen aus gelieferten Requiſiten zur Aus⸗ rüſtung unſeres Bundeskontingents als großentheils ſehr mangel⸗ haft getadelt wurden. Nachdem es ſich nun ergeben, daß der Einſender dieſes Aufſatzes ein Offizier der hieſigen Garniſon(ein wohlunterrichteter Mann) iſt, ſo iſt derſelbe auf k. Befehl einſt⸗ weilen vom Dienſte ſuſpendirt und eine Unterſuchung gegen ihn eingeleitet worden, auf deren Reſultat man hier ſehr geſpannt iſt. So viel verlautet, hat es ſich mit den von ihm gerügten Mängeln allerdings ſo verhalten, wie von ihm in jenem Aufſatze angegeben, allein ein hohes Kollegium in Kopenhagen ſoll ſich durch die Art und Weiſe der Darſtellung ſehr gravirt erachten und deßhalb auf eine Unterſuchung bei dem Könige angetragen haben. (Hamb. N. Zeit.) Siebenbürgen. Nachſtehendes iſt der Inhalt des Reſkrivts, welches Se. k. k. Maj. an das ſiebenbürgiſche Gubernium unterm 26. September I. J. in lateiniſcher Sprache erlaſſen hat, und welches eben jetzt um ſo höhere Bedeutung gewinnt, als die Wahlen für den nahen Landtag noch nicht beendigt ſind:„Wir, von Gottes Gnaden Ferdinand I., dem gnädigen Antrieb Unſers väterlichen Herzens folgend, heben hiermit die Anklageprozeſſe, die durch Unſern ge— wöhnlichen Fiskus, als den Verweſer Unſerer Rechte in dieſem Großfürſtenthume, vor Unſerer königl. Tafel gegen Baron Paul Kemeng, Graf Johann Bethlen jun., Georg Incze, Johann Ereſei, Johann Eſejdi, Michael Barabas, Martin Koronka, Steph. Jakob, Johann Nagy, Martin Orban, Alexander Simon, Joſ. Kutaſchi, Steph. Kakaſchi, Johann Incze, Daniel Peterfi, Steph. Janoſi, Anton Nagy, Peter Kovats, und Baron Nikolaus Weſſelenyi eingeleitet wurden, auf, und annulliren dieſelben aus der Fülle Unſerer königlichen Gnade. Welches Wir euch, Unſerm Gubernium, gnädigſt zu wiſſen thun. Gegeben in Unſerm Schloſſe zu Schön⸗ brunn, 27 September 1841.“ Niederlande. Haag, 23. Oktober. Die Täuſchung der Hoffnungen, welche die Ausſicht auf den Anſchluß Luxemburgs an den deutſchen Zoll—⸗ verein genährt hatte, droht eine Spannung des hieſigen Handels⸗ ſtandes mit dem Kabinette herbeizuführen. In der That hat unſer Handel durch die Kündigung des Traktats mit Preußen und die Nichtgenehmigung des luxemburgiſchen Vertrags harte Schläge erhalten. Für eine Handelsverbindung mit Frankreich iſt man hier wenig geſtimmt; man fühlt zu gut, daß Holland bei dem Anſchluſſe an Deutſchland am beſten ſich ſtehen würde.— Es heißt, daß der Graf von Naſſau nicht, wie er früher beabſichtigte, den Winter auf Loo bleiben, ſondern uns ſchon zu Anfang des künftigen Monats wieder verlaſſen werde.(Rh. u. M. 3.) Frankreich. O Paris, 25. Oktober. Das belgiſche Blatt„Emantipa⸗ tion“ enthält heute über den deutſchen Zollverein einen grimmigen Artikel, worin es die holländiſche Nichtratifikation lebhaft in Schutz nimmt, und ſeine trübſelige Diatribe mit einer Ergießung Verantwortlicher Redakteur: Dr. Friedrich Giehne * über die„preußiſchen Pfiffe“ ſchließt. Die weiſe und volksthüm⸗ liche Politik, welche den großen Zollverband deutſcher Intereſſen zu Stande gebracht, ein preußiſcher Pfiff! Wir wünſchten, das preußiſche Kabinett machte Deutſchland recht oft ſolche Geſchenke, und ginge in jeder Hinſicht Deutſchland mit einer ähnlichen guten Initiative voran. Der Aerger des belgiſchen Blattes erklärt ſich übrigens durch die Inſpirationen, aus welchen ſolche Artikel her⸗ vorgehn. Man wünſcht nämlich, daß Holland mit Belgien we⸗ gen Luxemburg unterhandle, und ein franzöſiſches Blatt geht heute ſo weit, eine ſolche Unterhandlung bereits als eine beſtimmte That⸗ ſache zu behaupten.— Das heutige Commerce irrt, wenn es anführt, die Unterhandlungen wegen eines Handelstraktats zwiſchen Belgien und Frankreich ſeyen abgebrochen. Im Gegentheil⸗ der hieſige belgiſche Geſandte, der deßhalb offiziell beauftragt iſt, ſucht die Hinderniſſe, welche einem Traktat im Wege ſtehn, hin⸗ wegzuräumen. Ob ihm Das gelingen wird, iſt eine andere Frage⸗ — Der Abmarſch Eſpartero's von Madrid, das inzwiſchen allein von der Nationalmiliz, ohne andere Truppen, beſetzt iſt, beweist, daß der Regent ſich auf die Hauptſtadt verlaſſen kann. Wenn man auch nur einen Tag Paris ohne ſeine 50 bis 60,000 Mann (Beſatzung und Truppen in der Umgebung) ließe, die Regierung würde einen ſchweren Stand haben.— Heute verbreitet ſich das Gerücht, England habe den Antrag des franzöſiſchen Kabinetts, die Vermittlung mit den Vereinigten Staaten zu übernehmen, of⸗ fiziell angenommen Die France muſicale zeigt heute die Rückkehr der Fanny Elsler aus Amerika an.— Hr. v. Hum⸗ boldt kehrt noch dieſe Woche nach Berlin zurück. Seine neue Arbeit in 3 Bänden iſt hier vollendet worden. Er hat hier auch mehrere Kurioſitäten für den König von Preußen angekauft; einen chineſiſchen Tam-Tam durch Vermittlung des gelehrten Stanislas Julien, und andere Dinge. Der Bildhauer David machte Hum⸗ boldt ein intereſſantes Geſchenk.— Die Madonna, welche Ingres für den Großfürſten⸗Thronfolger von Rußland vollendet, geht nun endlich nach Petersburg ab.— Der hieſigen Akademie liegt jetzt zur Prüfung die intereſſante Erfindung eines jungen Handwerkers vor: ein Inſtrument in der Art einer Aeolsharfe, die aber allt möglichen Melodien ſpielen kann. Der Gedanke dieſer Erfindung iſt im höchſten Grade ſinnreich. Unter jeder Saite befindet ſich eine Oeffnung, wohindurch die Luft die Saiten berührt und ver⸗ ſchiedene Töne anregt. Man rühmt den Wohllaut dieſes neuen muſikaliſchen Inſtrumentes, das binnen kurzem öffentli werden wird Sgeſtellt . Baden. Das Staats- und Regierungsblatt Nr. 32, vom 28. Oktober, enthält unter Anderm folgende Dienſtnachrichten: Se kön. Hoh. der Großherzog hat geruht, den Handlungsinhaber Nikolaus Heinrich Klingelhöfer in Liſſabon zum großherzoglichen Konſul daſelbſt zu ernennen; ferner der auf Kränklichkeit geſtützten Bitte des Ober⸗Forſtmeiſters v. Truchſeß in Neckargemünd um Verſetzung in den Ruheſtand, unter Bezeugung der Zufriedenheit mit deſſen vieljährigen und ausgezeichneten Dienſtleiſtungen, zu willfahren; den Ober⸗Hofgerichts⸗Rath Minet, ſeiner Bitte gemäß, bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit, mit Vorbehalt ſeiner Anciennität den Kanzleirath Krieger in Mannheim, ſeiner Bitte gemäß, wegen andauernder Kränklichkeit, in den Ruheſtand zu verſetzen; den Pro⸗ feſſor Hofrath Welcker in Freiburg wieder in den Penſionsſtand zu verſetzen; ſodann den Ober-⸗Amtmann Häfelin zu Schwetzingen als erſten Beamten an das Bezirksamt Oberkirch, und den Ober⸗ Amtmann Dr. Fauth zu Mosbach als erſten Beamten an das Bezirksamt Schwetzingen zu verſetzen; den Amtmann v. Reichlin⸗ Meldegg in Lörrach zum Vorſtand des Bezirksamts Bonndorf, und den Amtmann Stigler zu Oberkirch zum Vorſtand des Be⸗ zirksamts Breiſach zu ernennen; dem Stadtamts⸗Aſſeſſor Herrmann Ruth dahier, unter Ernennung deſſelben zum Amtmann, die zweite Beamtenſtelle bei dem Bezirksamte Bühl zu übertragen; an deſſen Stelle dahier den Rechtspraktikanten Franz Faller von Neuſatz zum Stadtamts⸗Aſſeſſor zu ernennen ꝛc. — Großh. Hoftheater in Karlsruhe. Samſtag, den 30. Oktober. Mit allgemein aufgehobenem Abonnement. Zum Vortheil des Hrn. Schaͤffer. Neu einſtudirt: Das Donauweibchen. I. Theil. Romantiſch⸗komiſches Volksmährchen mit Geſang in 3 Akten, Muſik von Kauer. Dem. Scheurich vom Stadttheater in Frankfurt, Hulda, als Gaſt Drucker und Verleger: A Knittel.