KAR1SRUHER NEUE ZEITUNG Irsehatatmgiweisai TI glich, außer DonnarsAfe and Sonntag. ReddX'tion, Verlagsabteilung und Drudcs Karlsruh# Waldstraße 28. Telefon Nt. 922/923 (Dringend Presse) Anzeigenannahme und Vertrieb: Karlsruhe. Kaiserstiaße 69, Telefon 6649j Durlacfa, Pfinztal- •traße 49. Ettlingen. Leopoldstraße 5. Telefon 36, Buchhandlung Löhner. Bezugspreis monatlich DM 2.40 einschließlich Trägergebühf» Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr. — Anzeigen« preiset Die sechsgespaltene, 46 mir breite Millimeterzeile Milli« meter-Grundpreis DM —.80, im übrigen siehe zur Zeit gültige Preisliste Nr. 3e. — Postscheckkonto: Postscheckamt Karlsruhe Nr. 80 53l* 3. Jahrgang Nr. 41 Karlsruhe, Samstag, 26. Februar 1949 Einzelpreis 20 Pfennig Bonn wünscht Aufklärung Der Parlamentarische Rat für baldige Mitteilung des Besatzungsstatuts USA-Botschafter aus Ungarn ausgewiesen Unser Bild zeigt den amerikanischen Botschafter in Ungarn, Mr. Seiden Chapin (links), der auf dem Wiener Flughafen von Journalisten interviewt wurde. Chapin wurde von der ungarischen Regierung ausgewiesen und befindet sich unterwegs nach Washington. (Aufn.: DEN A-NYT-B1LD) Churchill erölinet Europa-Konferenz Maßgebliche Exilpolitiker der osteuropäischen Staaten anwesend FRANKFURT, 25. Febr. (DENA) Der Präsident des Parlamentarischen Rates, Dr. Konrad Adenauer, erklärte in einer Ansprache über Radio Frankfurt, der Parlamentarische Rat sei in seiner Arbeit so weit fortgeschritten, daß es nunmehr ausschließlich auf die Alliierten ankomme, ob seine Tätigkeit bereits in kürzester Frist zum Abschluß gebracht werden könije oder nicht. Adenauer bezeichnete es als „sehr wünschenswert“, daß die Militärregierungen ,dem Parlamentarischen Rat nunmehr genau mitteilen, in welchen Artikeln der Grundgesetzentwurf ihrer \ Meinung nach nicht mit den von ihnen erteilten Richtlinien übereinstimmt. Der Rat müßte weiter wissen, sagte der Präsident, was geschieht, wenn er et-, waige Beanstandungen der Militär- gouyerneure nicht akzeptieren kann. Vor allem aber müsse klargestellt werden, ob der Verfassungsentwurf auch dann zur Abstimmung gestellt werden soll, wenn die Militärgouver- reure ihn eventuell durch eigene Ver- Die Mehrheit gegen Thorez PARIS, • 25. Febr. (UP) Die französische Nationalversammlung verurteilte in den frühen Morgenstunden des Freitag die Aeußerungen des Kommunistenführers Maurice Thorez als „Beleidigung der französischen Patrioten“ und verlangte von der Regierung die »Anwendung der Gesetze zum Schutz der nationalen Unabhängigkeit“. Diese Entschließung wurde mit 386 gegen 182 Stimmen angenommen. Nur die Kommunisten stimmten dagegen. Razzien auf KP-Verlage in Paris PARIS, 25. Febr. (DENA-REUTER) Die Pariser Polizei führte am Freitag Razzien in den Büros von drei kommunistischen Zeitschriften-Verlagshäu- sern und in der Wohnung eines kommunistischen COT - Gewerkschaftlers durch. Bei den durchsuchten Büros handelt es sich um die Illustrierte „Records“, die Wochenschrift „France d Abord“ und das Verlagshaus „Edi- tions Sociales“, das zumeist Flugblätter und Druckschriften für linksgerichtete Organisatiopen herausgibt. Die Abendzeitung „Le Monde“ berichtet dazu, daß die Razzien, die von einer Sonderabteilung des Landessicherheitsdienstes durchgeführt wurden, am Donnerstagabend begannen. Der Chefredakteur des „Records®, Pierre Juin, »ei zum Verhör zum Polizeipräsidium beordert worden. Neues Aufnahmegesuch Israels LAKE SUCCESS, 25. Febr. (UP) Die israelische Regierung hat das Gesuch um Aufnahme Israels in die UN erneut eingereicht. In Kreisen der israelischen Delegation weist man darauf hin, daß neun Mitglieder des Sicherheitsrates von insgesamt elf Israel amtlich anerkannt hätten. Ferner sei Israel von 39 der 58 Mitgliedsstaaten der Vollversammlung anerkannt. Verhandlung mit Mao Tse Tung SCHANGHAI, 25. Febr. (UP) Der kommunistische chinesische Rundfunk berichtet, daß die vier Friedensdelegierten aus Schanghai — unter ihnen Schao Li Tse — von den kommunistischen Führern Mao Tse Tung und Schouen Lai empfangen wurden. Auch der frühere Regierungskommandeur in Nordehina, Fu Tso Yi, und sein Berater Tung Pao San flogen zu dem kommunistischen Hauptquartier. Die nationalistischen Delegierten kehrten inzwischen nach Peiping zurück. Nach dem Bericht des kommunistischen Rundfunks wurden die Einleitung von Friedensverhandlungen und die Wiederherstellung des Schiffahrts- und Postverkehrs zwischen den beiden Gebieten besprochen. Welt-Rundschan WASHINGTON. (UP). Diplomatische Kreise erwarten hier demnächst ein Gesuch der italienischen Regierung, in dem um eine Beteiligung an den Nordatlantikpakt-Verhandlungen ersucht wird. — TAKE SUCCESS. Der Ausschuß des Sicherheitsrates für die Aufnahme neuer Mitglieder billigte den Antrag Südkoreas auf UN- Mitgliedschaft. Die Sowjetunion und die Ukraine stimmten dagegen. — LONDON. Der Vorstand der britischen Labour-Partei will eine erneute Kandidatur des linksgerichteten Abgeordneten Konny Zilliacus für die nächsten Wahlen ablehnen. — STOCKHOLM. (UP). Die Erdbebenwarte der Universität Lund in Südschweden registrierte am Donnerstag ein schweres Erdbeben, das nahezu zwei Stunden andauerte. Man nimmt an, daß das Epizentrum des Bebens im Mittleren Osten zu suchen ist. — METZ. (UP). Der ehemalige Gestapobeamte Georg Bruckle wurde von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt. Bruckle hatte während der deutschen Besetzung Frankreichs die Hinrichtung mehrerer Franzosen angeordnet. VUla nicht gezeichneten Nachrichteni DENA) fügung abäpdern, und ob der ganze Versuch, die Westzonen politisch neu zu gliedern, als erledigt zu betrachten ist, wenn der Parlamentarische Rat den alliierten Wünschen möglicherweise glaubt, nicht Folge leisten zu können. Adenauer hält eine baldige Aufklärung der deutschen Oeffentlichkeit über all diese Fragen durch die Alliierten für um so wünschenswerter, als der Abschluß der Arbeiten des Rates nicht nur im Interesse Westdeutschlands, sondern zum Wohle Europas dringend notwendig sei. Das Besätzungsstatut, fuhr der Präsident fort, habe Erklärungen der Militärgouverneure zufolge dem Parlamentarischen Rat noch vor der Verabschiedung des Grundgesetzes wenigstens in seinen Prinzipien mitgeteilt werden sollen. Darüber, ob das Statut fertig ist oder nicht, bringe die internationale Presse jedoch ständig andere Nachrichten. Auf jeden Fall scheine es so, als ob das Statut bereits in seinen wichtigsten Teilen fertiggestellt sei. Zweifellos werde es manche Enttäuschung für das deutsche Volk bringen, doch könne es letzten Endes nur eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem gegenwärtigen Zustand bedeuten. Adenauer vertrat' die Auffassung, daß man gegenüber den Einschränkungen der vollen Freiheit, die das Besatzungsstatut bringen werde, das Positive nicht unterschätzen dürfe, nämlich die Möglichkeiten für eine Bundesregierung und einen Bundesrat. Der Parlamentarische Rat habe den dringenden Wunsch, daß ihm das Statut möglichst bald mitgeteilt wird. Überprüfung Grundgesetz beendet FRANKFURT, 25. Febr. (DENA). Die politischen Berater der drei westlichen Militärgouverneure schlossen hier am Donnerstag, laut einem Sprecher des , Zweimächtekontrollamtes, ihr* BERLIN, 25. Febr. (DENA) Der stellvertretende Ministerpräsident der Tschechoslowakei, Zdenek Fierlinger, der im Januar als Ehrengast an der SED-Pressekonferenz in Berlin teilnahm, hat nach seiner Rückkehr nach Prag in einem Interview über eine Reihe interessanter Fragen berichtet, die von SED-Führern in vertraulichen Besprechungen erörtert worden sind, erklärten unterrichtete Kreise der britischen Militärregierung. Die SED sei fest entschlossen, heißt es in dem In- teryjew, alle Hemmnisse, die der Verwirklichung der Volksdemokratie in der Sowjetzone entgegenstehen, zu überwinden: Die beste Garantie für die Sicherheit der Tschechoslowakei sei der volle Sieg der neuen Volksdemokratie. — Nach Fierlinger steht die Sowjetzonenwirtschaft vor erheblichen Schwierigkeiten, da sie zum großen Teil von der Elsen- und Stahleinfuhr aus dem Ruhrgebiet abhängig sei. Die Sowjetzone habe mit Lieferungen von insgesamt drei Millionen Tonnen Eisen und Stahl gerechnet, die nun durch die Gegenblockade gesperrt sind. Von einer wirtschaftlichen Hilfe, die die Tschechoslowakei nach Angaben der DWK der Sowjetzone gewährt, um die Gegenblockade zu brechen, habe Fierlinger nicht ein einziges Wort erwähnt, stellen die britischen Kreise weiter fest. Demgegenüber seien von den führenden Vertretern der SED auf dem Parteitag drei Punkte unterstrichen' worden: 1. Die SED beanspruche nicht HAMBURG, 25. Febr. (DENA). Zum Abschluß seiner Flüchtlingskonferenz veröffentlichte der Oekumenische Rat der Kirchen am Freitag eine Entschließung, in der nachdrücklichst der Internationale Aspekt der deutschen Flüchtlingsfrage hervorgehoben wird. In der Entschließung wird die Verwaltung für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECA) gebeten, im Rahmen des europäischen Wiederaufbauprogramms durch Gewährung eines angemessenen Prozentsatzes der Dollarhilfe das deutsche Flüchtlingsprogramm als sofortiges Notprogramm voranzutreiben. Auch die Flüchtlingsabteilung des Oekumenischen Rates wird ersucht, ihre Arbeit zu verstärken und die praktischen Vorschläge dieser Konferenz im Hinblick auf den Grundsatz deutscher Selbsthilfe und deutscher Verantwortlichkeit in enger Zusammenarbeit aller verantwortlichen Organisationen auszuwerten. Als Begründung wird ln der Entschließung an die ECA in einer Präambel auf die internationale Bedeutung und Verflochtenheit des deutschen Flüchtlingsproblems und die Ueberprüfung der Unterschiede zwischen den Londoner Empfehlungen und dem Bonner Grundgesetz ab und stellten einen Bericht für die Militärgouverneure zusammen. Der Bericht wird am 1. März anläßlich der Konferenz der Generale Clay, Robertson und König in Frankfurt zur Sprache kommen. Bonner Delegation nach Frankfurt BONN, 25. Febr. (DENA). Die drei westlichen Militärgouverneure werden, wie von gutunterrichteter Seite verlautet, voraussichtlich Anfang nächster Woche eine Delegation des Parlamentarischen Rates in Frankfurt empfangen. Der genaue Zeitpunkt liegt noch nicht fest, da, wie hier erklärt wurde, die Initiative für das neuerliche Treffen von den Militärgouverneuren ausgehe. Besprechungsgegenstand wird vermutlich der Entwurf des Grundgesetzes sein. Rußland als „Beschützer“ BERLIN, 25. Febr. (DENA) Um die Welt vor einer erneuten Aggression durch Deutschland zu schützen, habe die Sowjetregierung die Oder-Neisse- Linie als endgültige deutsche Ostgrenze anerkannt, verkündete der Kulturoffizier des Informationsdienstes der SMV, Major Rutnik, auf einer Versammlung des Köpeniker Treuhandbetriebes „Kodak“. Deutsche Reaktionäre, erklärte Rutnik, hätten zusammen mit den „anglo-amerikanlschen Imperialisten“ einen Gefahrenherd in Westdeutschland geschaffen. Erst dadurch sei die Sowjetunion gezwungen worden, Deutschland die lebenswichtigen Ostgebiete zu nehmen. Ostpreußen sei ohnehin Imme? schon „die Pistole auf der Brust Rußlands“ gewesen, die man nun jedoch zerschmettert habe. die alleinige Macht in der Scwjatzone, 2. die Sowjetzone sei keine Volksdemokratie, da dies die alleinige Macht der SED bedeuten würde, und 3. die Ostzone werde von der Gegenblockade der Westmächte dank der großzügigen wirtschaftlichen Hilfe der Tschechoslowakei, Polens und der UdSSR nicht betroffen. HEIDELBERG, 25. Febr. „Bis jetzt bat Deutschland den französischen Chaucfmisten Recht gegeben. Es liegt an Deutschland, die verständigungsbereite Gruppe in Frankreich zu recht- fertigen“, sagte Mr. Alain Cltment, Deutschland-Korrespondent der Pariser Zeitung „Le Monde“. Mr. Cläment sprach als Gast des „Internationalen Presseklubs Heidelberg“ über seine Erfahrungen und Eindrücke in Deutschland. Der französische Journalist betonte eingangs, daß er seine persönliche Meinung wiedergebe. Bel einer Charakterisierung der verständigungsbereiten Kräfte in Frankreich, zu denen Außenminister Schuman, Botschafter Francois-Poncet und die Zeitung“ „Le Monde“ zu rechnen seien, müsse beachtet werden, daß ein betontes Interesse für das deutsche Problem der einzige gemeinsame Nenner sei, daraus erwachsende Beunruhigung der ganzen Welt hingewiesen. In der Entschließung erinnert der Rat weiter an die aus den Potsdamer Beschlüssen resultierende Verpflichtung, daß die deutsche Friedensindustrie zuerst den eigenen Bedarf decken soll und Reparationen und Export erst an zweiter Stelle rangieren. In einer Botschaft an die Kirchen wird darauf hingewiesen, daß das deutsche Volk die Last des Flücht- lingsproblemes nicht allein tragen und ihre Aufgaben nicht allein lösen könne. Obwohl die Kirchen nicht die politische Macht und die materiellen Mittel besäßen, das Flüchtlingsproblem zu lösen, seien sie doch entschlossen, bei allen Inhabern öffentlicher Gewalt für eine tätige Hilfe einzutreten. Die Kirchen werden sich nicht nur für eine Anerkennung der von den Vereinten Nationen proklamierten Menschenrechte, sondern sich insbesondere auch für Ihre praktische Anwendung im Rahmen einer international geplanten Lösung der Flüchtlingsnot einsetmx BRÜSSEL, 25. Febr. (UP). Winston Churchill hielt am Freitag die Eröffnungsansprache auf der ersten Plenarsitzung der Europäischen Bewegung. Der ehemalige britische Ministerpräsident ist bekanntlich Ehrenpräsident dieser Organisation. Bulgarien, die CSR, Ungarn, Polen, Rumänien und Jugoslawien sind auf der Tagung durch maßgebende Exilpolitiker vertreten. In seiner Ansprache betonte Churchill, daß die gegenwärtige Tagung in Brüssel zum mindesten ebenso erfolgreich sein müsse, wie der Kongreß der Europäischen Bewegung, der im Mal des vergangenen Jahres in Den Haag ahgshalte" w:-*“dan '.vzr. Dieser Kongreß legte damals den Grundstein für die Schaffung einer beratenden europäischen Körperschaft Die heutige Tagung stelle, wie Churchill sagte, einen Beweis für die Kraft des europäischen Gedankens dar, der "über die stärksten Leidenschaften von Menschen und Nationen triumphiert habe und darauf hinauslaufe, die Gedanken von der Vergangenheit abzuwenden und aikf die Zukunft zu lenken. (Eigener Bericht der S A Z) während hinsichtlich des einzuschlagenden Weges fühlbare Unterschiede bestünden. In der französischen Oeffentlichkeit sei ein „antideutscher Komplex“ vorherrschend, dessen Beseitigung nur schrittweise möglich sei, erklärte Mr. Clement. Wenn auch festzustellen sei, daß die Atmosphäre etwas entspannt is^rso müsse man doch den Mut ha- ■mK, auszusprechen, daß diese Entspannung sich noch nicht in politische Taten umgesetzt habe und die Masse des französischen Volkes noch nicht davon ergriffen worden sei. Dennoch seien die Anstrengungen der noth dünnen Schicht in Frankreich, welche eine Verständigung anstrebe, nicht vergeblich gewesen. Es sei zumindest das Terrain vorbereitet, um in Zukunft einen Bau darauf zu errichten. Deutscherseits sei man hinsichtlich der Zukunft zu ungeduldig, erklärte der französische Gast seinen deutschen Kollegen. Die Annahme, die Vergangenheit sei endgültig liquidiert, gehe zu weit, in Wahrheit werde die Politik der Alliierten in Deutschland von der Vergangenheit bestimmt. In einer lebhaften Diskussion, die den Ausführungen des französischen Journalisten folgte, kamen die Fehler beider Völker in der Vergangenheit und Gegenwart offen zur Sprache. Die in allen Fragen sehr weitgehende Uebereinstimmung der Auffassungen unterstützte, die von Mr. Clement vertretene Meinung, daß allmählich das Vergangene von neuen und besseren Kräften zurückgedrängt werde. Ausschlaggebend für die weitere Entwicklung sei die deutsche Einstellung gegenüber Frankreich, aus welcher eine aufrichtige Verständigungsbereitschaft überzeugend deutlich werden müsse. Bei dem herzlichen Willkommensgruß, den der Vorsitzende des „Internationalen Presseklubs Heidelberg", Karl Vetter, dem französischen Gast im Namen der deutschen Kollegen entbot, kam der Wille der in diesem Klub vereinigten deutschen Presseleute zum Ausdruck, jeden gangbaren Weg zu suchen und zu gehen, ein neues Europa und eine dauerhafte Ordnung in der Welt zu schaffen. Eine tiefgehende und weitreichend* Verständl- Bevor Churchill seine Rede begann, hatte der belgische Ministerpräsident und Außenminister Paul Henri Spaak die Delegierten begrüßt. Schacht-Beschluß aufgehoben STUTTGART, 25. Febr. (DENA) Der amtierende Minister für politische Befreiung Württemberg^Badens, Ministerialdirektor Walther Koransky, hat den Beschluß der Zentralberufungskammer für Nordwürttemberg in Ludwigsburg vom 14. Februar, Schacht durch Aufhebung der Berufung in'erster Instanz in die Gruppe der Hauptschuldigen einzüstufen, aufgehoben. Priesterprozeß in Sofia SOFIA, 25. Febr. (UP) Am Freitag begann hier der Hochverratsprozeß gegen 15 protestantische Geistliche, aie beschuldigt werden, Spionagedienst* geleistet zu haben. Unter den Zuschauern befanden sich 25 Vertreter der ausländischen Presse und Beobachter von der britischen und der amerikanischen Gesandtschaft in Sofia. gung zwischen Deutschland und Frankreich sei dabei unerläßlich. Der für alle Beteiligten außerordentlich yertvolle Gedankenaustausch, den dieser Abend mit dem französischen Gast Mr. Clement vermittelte, stellt sowohl einen wertvollen Beitrag zur deutsch-französischenVerständigungdar, wie auch einen eindrucksvollen Beweis für die Absichten und die Bedeutung des jungen „Internationalen Presseklubs Heidelberg“. In Memorian Kurt Wildhagen HEIDELBERG, 25. Febr. (SAZ/Elg. Ber.) In einem würdigen Nachruf und einer Minute stillen Bedenkens ehrt* der „Internationale Presseklub Heidelberg“ das Leben und Wirken des kürzlich verstorbenen Kollegen Kurt Wildhagen. Desgleichen wurde das Andenken de» verstorbenen Finanzministers Dr. h. & Heinrich Köhler geehrt Auf die dem Trauerhaus Köhler zum Ausdruck gebrachte warme Teilnahme des „Internationalen Presseklubs Heidelberg* hatte Intendant Köhler-Helffrich im Namen der Familie mit einem herzlich gehaltenen Schreiben geantwortet, da» zur Verlesung gelangte. Eliert gegen britische Behörden BERLIN, 25. Febr. (UP) Der Oberbürgermeister des sowjetischen Sektors von Berlin, Friedrich Ebert, erklärte auf einer Versammlung der SED, die britische Unterstützung der Vorführung des Films „Oliver Twist“ in Berlin sei ein Mittel zur Aufhetzung der Bevölkerung gegen df* Juden gewesen. „Es sei kein Zufall", sagte Ebert, „daß im Moment der Währungspanik weitere Unruhen angezettelt wurden.“ Dazu bemerken Presse-Korrespondenten, die Augenzeugen der Unruhen in Berlin waren, daß diese Darstellung der Ereignisse nicht der Wahrheit entspricht. Die Juden seien nicht die Angegriffenen, sondern die Angreifer gewesen und hätten gegen die Darstellung des Juden Fagtn protestiert, Ostzcmen-lVirtsch&it vor Schwierigkeiten Der stellvertretende Ministerpräsident der CSR Aber die SED-Politik ERP-Hilfe für deutsche Flüchtlinge erbeten Deutsches Volk kann Last des Flü chtlingsproblems nicht allein tragen Für deutsch-französische Verst ändigung Französischer Journalist als Gast beim Internationalen Presseklub Heidelberg gelt« * / Nummer 41 S AZ Samstag, den 2« Februar 194t £üÖ&cPc$3ttJenmnc Kummer 41 / Samstag, 26. Februar 1940 Das richtige Verhältnis HAD. Am Donnerstag verabschiedete der Parlamentarische Rat in Bonn das Gesetz fOr die Wahlen zum ersten Volkstag. Mit Ausnahme der CDU/CSU Und der KPD — letztere wahrscheinlich aus grundsätzlicher Opposition gegen die Arbeit des Rates überhaupt — stimmten alle Parteien für das modifizierte Verhältniswahlsystem, also für eine Listenwahl. Damit wurde die Frage, ob die künftige Entwicklung der deutschen Demokratie durch vom Volke gewählte Persönlichkeiten wesentlich mitbestimmt wird, oder ob anonyme, weil dem Volke kaum direkt verantwortliche und nicht sei» ten nach taktischen Gesichtspunkten ausgesuchte Parteivertreter dem Parlamentarismus erneut den gleichen Stempel auf- drücken, der schon die Weimarer Demokratie kennzeichnete, zu Gunsten der Parteifunktionäre entschieden. Et geht hier nicht etwa um das Alter der Wahlberechtigten oder gar um die Zahl der Volkstagsabgeordneten, sondern vielmehr klar und unmißverständlich darum, wie dieses wichtigste demokratische Bundesorgan, der Volkstag, gewählt wird. Kurz gesagt müssen wir zwei Richtungen unterscheiden: das Personenwahlrecht und das Verhältniswahlrecht. t>le Anhänger des Per- tonenwahlrechts nehmen für sich in Anspruch, daß Ihr System die volle Gewähr dafür bietet, daß nur Kandidaten ln den Volkstag gewählt werden können, die den Wählern als Persönlichkeiten bekannt und ihnen auch verantwortlich sind. Jede spätere Wahl würde nämlich durch Wiederwahl oder Ablehnung den sicheren Beweis erbringen, ob ein Abgeordneter In der vor- angegangenen Wahlperiode die Wünsche •einer Wähler richtig vertreten hot oder nicht. Außerdem würde die Personenwahl — auch Mehrheitswahl genannt — stets einwandfreie, arbeitsfähige Parlamentsmehrheiten schaffen und damit das leidige Koalltlonsprlnzlp beseitigen, das stets zu jenem unrühmlichen . Kuhhandeln" up> Parteiprogrammpunkte führte. Allerdings, und das kann nicht bestritten werden, ergäbe dieses Mehrheitswahlsystem kein unverfälschtes ,,Spektrum der öffentlichen politischen Meinung", well eine größere Anzahl von Stimmen, nämlich alle diejenigen, die ln den einzelnen Wahlkreisen für d<# «lurchgefallenen Kandidaten abgegeben wurden, bei der Zusammensetzung des Parlamentes unberücksichtigt bleiben müßten. Das Verhältniswahlsystem würde dagegen •In zuverlässiges Spiegelbitd der politischen Ansichten des gesamten Volkes sein. Wer kennt Jedoch nicht die Möglichkeit der politischen Zersplitterung, die gerade in der Zeit von 1919—1933 zu Jener politischen Interesselosigkeit geführt hat, die dann der Keim für das Anwachsen der radikalistischen Tendenzen werden sollte, weil schließlich das dauernde Feilschen um die Gunst selbst der kleineren Parteien zur Konstruierung dürftiger Regierungsmehrheiten jede praktische Arbeit in dem früheren Reichstag zunichte machte. Vergessen wir nicht, daß das deutsche Volk damals In knappen vierzehn Jahren nicht weniger als einundzwanzig Regierungen über sich ergehen lassen mußte. Zersplitterung kann niemals Gesundung bringen, sondern immer nur Aufzehrung der anderweitig dringend benötigten Kräfte. Auch die Anonymität einer Parteinste, hinter der sich jeder Abgeordnete nach Belieben verschanzen kann, trägt kaum dazu bei, das politische Verantwortungsgefühl zu stärken. Würden diese Argumente nicht genügen, um die geschilderten Mängel des Personenwohirechtes aufzuwiegen? Wir halten dafür. Es sei denn, gewisse Kräfte fürchten die damit verbundene Minderung der Macht Ihrer Parteiapparate. Doch sollte dies das deutsche Volk nicht daran hindern, sich die Frage des Wahlsystems mit besonderer Aufmerksamkeit zu durchdenken, wenn es zur Abstimmung über die künftige Bundesverfassung an die Urne gehen wird. Der Südweststaat — eine deutsche Frage Ministerpräsident Dr. Maier: Die nordbadische Bevölkerung entscheidet — Keine Trennung auf militärischen Befehl {Eigenbericht unterer Stuttgarter Redaktion) STUTTGART, 25. Febr. Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier äußerte sich unserem Stuttgarter Korrespondenten gegenüber in einem Interview eingehend über das Problem des Südweststaates. Die Entscheidung der Militärgouverneure, so sagte er, werde in absehbarer Zeit gefällt«werden und damit die Frage der Staatsgestaltung im südwestdeutschen Raum in den Mittelpunkt des allgemeinen politischen Interesses rücken. Im einzelnen beantwortete Dr. Maier folgende Fragen: Fraget In welcher Situation befinden wir uns in bezug auf die Bildung des Südweststaates? Antwort: Vor etwa drei Wochen waren steh die Amerikaner und Franzosen darüber einig, daß nur eine Lösung in Frage kommen könne, nämlich die einer Volksabstimmung über das Gesamtland Württemberg und Baden. Damals haben die Franzosfen die Bedingung gestellt, daß bei einem Mißlingen dieser Volksabstimmung nicht mehr über die Schaffung von Baden einerseits und Württemberg andererseits abgestimmt werde, Sondern daß dann die alte Grenzregelung, also die Wiederherstellung des Landes Baden einerseits und des Landes Württemberg andererseits automatisch in Kraft treten seile, und zwar auf militärischen Befehl. In diesem Falle sollte ganz Baden von den Franzosen besetzt werden. Die Amerikaner dagegen haben diesem Automatismus nicht zugestimmt, weil sie die Frage, ob Nordbaden weiter von ihnen besetzt bleiben solle, nicht von dem Mißlingen einer solchen, mit unabwägbaren Risiken verbundenen Volksabstimmung abhängig machen wollen. Der französische Militär- gouverneur, General König, hat nun vor acht Tagen dem Staatspräsidenten Dr. Müller mitgeteilt, er rechne in wenigen Wochen mit einer Lösung der Frage des Südweststaates. Die Amerikaner hätten die französischen Vorschläge mißverstanden. Es sei aber möglich, daß beide Teile sich auf dem Wege über das Besatzungsstatut einigen würden. General König rechne mit einer Entscheidung noch vor dem Abschluß der Verfassungsberatungen in Bonn. Frage: Warum schweigt die Stuttgarter Regierung sich seit längerer Zeit zu diesem ganzen Problem aus, anstatt eine ähnliche Aktivität wie Südbaden oder Bayern bezüglich der Rheinpfalz zu entwickeln? Antwort: Es wird verlangt, daß von Stuttgart aus gegenüber der gegenwärtigen Aktivität in Südbaden eine Initiative entwickelt wird. Wir haben das im August und September 1948 getan, weil das Problem damals im Verfolg der Londoner Empfehlungen aktuell war. Als wir aber sahen, daß bis zur Verwirklichung des geplanten Südweststaates längere Zeit vergehen würde, haben wir Zurückhaltung geübt, denn es bestand die Gefahr, daß die tragenden Gedanken durch die Veröffentlichung von Meldungen, über einzelne Teilaktionen in den HintergruncL-gerückt und sogar zerredet würden. Da es nicht die Deutschen sind, die über die Zulassung der Volksabstimmung entscheiden, bestand die Gefahr, daß die Kräfte, die eine solche Aktion auszulösen und sie erfolgreich zu gestalten vermögen, im Leeren verpuffen. Frage: Ist es nicht angesichts der Haltung Südbadens nunmehr an der Zeit, aus der Reserve herauszutreten? Antwort: Stuttgart wird erst in dem Augenblick sehr aktiv werden, in dem die Volksabstimmung zu einer Realität wird. Frage: Welche Argumente wird Ihre Regierung zur Erreichung des größeren Südweststaates ln die Waagschale werfen? Antwort: Unser Hauptargument wird sein, daß es sich nicht um eine badische oder württembergische Frage handelt, sondern um eine deutsche Frage, nämlich die des Aufbaues Deutschlands und vorläufig Westdeutschlands durch gleichberechtigte, Ist Baden allein existenzfähig? Unter dieser Ueberschrift veröffentlichte die „Süddeutsche Allgemeine“ am 19. Februar einen Artikel von Herrn F. Hugen- schmidt, Karlsruhe-Rüppurr. Nachstehend bringen wir eine Entgegnung auf diesen Bericht, die uns Herr Dr. S., Karlsruhe, zugesandt hat. Die Redaktion. Wenn im politischen Leben eines Volkes gerechnet werden muß, — und die Frage des Zusammenschlusses der vier auseinandergerissenen Landesteile in Südwestdeutschland hat ein eminent politisches Gesicht —, genügt es nicht, daß die Rechnung schlecht und recht aufgeht, sondern wie sie aufgeht. Verantwortungsbewußte Politiker werden einmalige historische Chancen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensaussichten eines Staates und seiner Bevölkerung gutheißen und bei aller Achtung etwaiger Traditionen doch dem gesunden Fortschritt ihre Stimme geben, denn Kleinstaaterei begünstigen, hieße die Zeichen der Zeit gründlich verkennen. Ein Gesamtbaden von heute läßt sich nicht mehr mit dem Baden bis 1945 vergleichen: es ist jetzt in Badens eigenem Interesse klug gehandelt, wenn sich dieses Land mit dem wirtschaftlich stärkeren Württemberg vereint, um auf breiterer Basis die Nachkriegslasten zu tragen und gemeinsam die Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Daß dieser Weg richtig ist, kann neben allgemein wirtschaftspolitischen, Erwägungen auch durch die Betrach-' tung der finanziellen Seite beider Länder überzeugend bewiesen werden, wie es in dem in der „Wirtschaftszeitung“ veröffentlichten Aufsatz geschehen ist. Abgesehen davon, daß durch ein drucktechnisches Versehen, dem auch der Verfasser obengenannten Artikel* zum Opfer gefallen ist, die Steuereinkünfte in Nordbaden im Aufsatz der „Wirtschaftszeitung“ im Monat September mit 76 Mill. DM anstatt nur wie im Monat August mit 26 Mill, DM ausgewiesen wurden, ist entscheidend, daß tn den nord- und südbadischen Zahlen die Tabaksteuer enthalten ist. Diese seit Oktober 1948 wieder fließende Tabaksteuer erbrachte ln Nordbaden etwa 22*/» und in Südbaden etwa 2V\ während im Durchschnitt derBizone nur mit einem Ertrag von etwa 12,1*1» der gesamten Steuereinnahmen gerechnet werden konnte. Aber selbst bei Einrechnung der Tabaksteuer ergibt sich, daß das Steueraufkommen beider nördlichen Landesteile erheblich über dem der südlichen Landestelle liegt. „ Das Steueraufkommen Gesamtbadens ist pro Kopf bei Einrechnung der Tabaksteuer um 14,9 DM und ohne Tabaksteuer um 30,7 DM geringer gewesen als das von Nordwürttemberg.. Gesamtbaden liegt allerdings bei Einrechnung der Tabaksteuer um 1,7 DM pro Kopf der Bevölkerung höher als Gesamtwürttemberg, hingegen ohne Tabaksteuer um 13,9 dahinter zurück (wie die Tabelle im einzelnen klar nachweist). m i t Tabaksteuer ohne Tabaksteuer Steueraufkommen je Kopf Steueraufkommen je Kopf Landesteil in Mill. DM DM in Mill. DM DM Nordbaden 194 134,8 152 105,6 Südbaden 122 97,8 94 75.3 Nordwürttemberg 212 132,5 288 122,3 Südwürttemberg »0 80,9 / 78 70,1 Gesamtbaden 316 117,8 1 248 91,6 Gesamtwürttemberg 402 115,9 366 105,5 Damit Ist erwiesen, daß die Steuerkraft, die sich auf den. immer fließenden Einkommen-, Lohn-, Körperschaft- und Vermögehsteuern aufbaut, in Württemberg und auch in Nordbaden wesentlich besser fundiert ist* was die Kopfbeträge ohne Tabaksteuer zahlenmäßig bestätigen. Ebenso wie Bremen und Hamburg als Importländer müßte steh auch da* Haupterzeugungs- und, Verarbeitungsland Baden dazu verstehen, die von den Verbrauchern aller westdeutschen Länder ungefähr gleichmäßig aufgebrachten Tabaksteuern dem zukünftigen Gesamtstaat (Bund) zur Deckung der allen zugute kommenden Bundesausgaben zu überlassen. Deutschland-Rundschau VEREINT! WESTZONENt Manchen. Der Metallarbeiterstreik in Bayern wird am 28. Februar beendet. — Nürnberg. (SWK). Ein unbekannter Täter erschoß die Inhaberin eines Juweliergeschäftes und raubte erhebliche Mengen Bargeld und Schmuck. Der Fall ist umso tragischer, als der Juwelier im Jahre 1941 ebenfalls das Opfer eines Raubmordes geworden war. — Frankfurt. Ein amerikanisches Düsen-Flugzeug stürzte In der Nähe von Heidelberg ab, wobei der Pilot den Tod fand. — Düsseldorf. Auf Beschluß der Düsseldorfer internationalen Gewerkschaftskonferenz wurden die französischen, österreichischen und deutschen Berg- arbeiiergewerkschaften in den internationalen Verband aufgenommen. — Braun- »chwelg. Bel einer Messerstecherei zwischen Deutschen und Polen wurde ein Deutscher tödlich verletzt. / Ein mit 30 britischen Soldaten besetzter LKW stürzte -eine Böschung hinunter. Mehrere Soldaten erlitten dabei erhebliche Verletzungen. — Bremen. Durch Zusammenstoß mit einem anderen Auto wurde der Anhänger eines Lastzuges losgerissen. Er rollte auf den Gehsteig und verletzte zwei Personen so schwer, daß sie kurze Zelt später versterben. VIERZONENSTADI BERLIN! Berlin. Bei einer Sdiwarzmarktrazzta der Ostsektoren-Polizei auf dem Potsdamer Platz wurden etwa 200 Personen verhaftet. (Alle eicht gezeichneten Nechrlchtent DENAI möglichst gleich große Länder. D! • Entscheidung überda* Kommen des Südweststaates haben im Grunde genommen die Wähler in Nordbaden. Die württembergische Bevölkerung wird sich aus zwei Gründen für die Gesamtstaat-Lösung einsetzen: 1. weil darin die einzige Möglichkeit erblickt wird, die Landesteile Nord- und Südwürttemberg wieder zusammenzuführen, 2. weil die württembergische Bevölkerung die Bedeutung eine* starken Südweststaates für den deutschen Gesamtstaat erkennen wird. Frage: Wirkt steh die so rührige südbadische Aktivität für die Zusammenschlußbestrebungen nicht störend aus? s Antwort: Die Meldungen über eine sogenannte badische Aktion, über „Geheimkonferenzen“ und eine autonome Badenpartei Werden in Stuttgart mit großer Ruhe aufgenommen. Den in Frage stehenden Kreisen bleibt es völlig unbenommen, sich tn diesem Sinne zu betätigen. Von gewisser Seife werden sie dabei auch Zustimmung finden. Unser Eindruck ist der,' daß die Ablehnungen, die 'diese Bemühungen in der Bevölkerung finden, überwiegen. Im Endeffekt geben sie dem Zusammenschlußgedanken Auftrieb. In der Zwischenzeit aber wachsen Nordwürttemberg und Nordbaden trotz aller Schwierigkeiten sichtbar und in natürlicher Weise weiter zusammen. Die Personalveränderungen 1 anläßlich des Todes von Minister Dr. Köhler führen zu einem weiteren Ausbau und Ineinandergreifen der gemeinsamen staatlichen Organisation. So werden Nordwürtlemberg und Nordbaden immer mehr zu der Klammer für den zukünftigen Südweststaat. Wie notwendig das Zusammenwachsen und Zusammenbleiben der beiden nördlichen Staaten ist, zeigt die jüngste Entwicklung, die dazu beiträgt, die wirtschaftlichen, ernährungs- und arbeitsmäßigen Substanzen zu verflechten. Verwahrloste Schüler STUTTGART, 25. Febr. (DENA). Eine „erschreckende sittliche Verwahrlosung“ der Schüler hat di« württembergische Landespolizei in Unterweissach im Krgis Waiblingen festgestellt. Die Ermittlungen, die von weiblicher Kriminalpolizei durch geführt werden, haben bisher ergeben, daß Schüler und Schülerinnen der siebenten und achten Volksschulklasse untereinander laufend Geschlechtsverkehr pflegten. Dabei soll auch ein Fall von Blutschande festgestellt worden «ein. STEG-Textilien punkt frei FRANKFURT, 25. Februar. (DENA) Spinnstoffwaren aus überschüssigen alliierten Heeresbeständen (STEG-Wa- ren) sind nach einer vom 22. Februar datierten Anordnung der VfW nicht mehr punktpflichtig. U 2 en 2 -Nummet US-WB 116 Herausgebet und Chefredakteur Felix Richter Stellvertretender Chefredaktetft Heinz A Dechant Redaktion»- mitglieder Max Gelsenheynet. Helmut Haag, Wilh Hagenmeyei. Rudoll John. Hanns Mohn, Dr W Oberkamp!. Otto P Paeüqen. Hildegard Pierltz. Adoll Rohrhirsch. Josel Wernei — Mit vollem Vertassernamen gezeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar Nachdruck von OriginalbeiträgeQ Mur mit Genehmigung qestattet. das Zitierungsrecht bleibt unberührt Für unverlangt eingesandte Manuskripte keine Gewähr — Verlegt Süddeutsche Allgemeine. Zeitungsverlag GmbH!. Verfagsdnekto'r Dipl Ing Herbert Lohmever* en in : " 6 , venmanns (ßJ: ROMAN VON GEORG RYDBERG 4 . Fortsetzung Plötzlich flammen Scheinwerfer auf, Kommandos ertönen, eine Stimme ruft befehlend: „Halt, Grenzbeamte!“ Gewehrläufe blitzen und ehe Jupp noch recht begreifen kann, was eigentlich geschieht, ist er mit den anderen von einer Kette uniformierter Zollbeamter eingeschlossen. „Einheimische hierher!“ ruft ein Kommissar, der d'e Gruppe vorläufig aufgehalten hat. Zwei, drei Gestalten lösen sich aus der Menge, gehen nach vorn, legen im Schein der Blendlaterne die Hand an den Hut und passieren die Po- aten. „Hat Jemand von Ihnen im Dorfe zu tun?“ fragt dann der Kommissar. Ein kleiner, verwegener Kerl tritt vor. „Ja, ich. Ich muß meinen Onkel besuchen, van der Kamp, oben, neben der Kirche.“ „Du? Deinen Onkel? So siehst du aus! Das glaubt dir ke'n Mensch. In zwei Stunden bist du von E. über d'e Grenze, nicht wahr?“ Der Kommissar schiebt den Kleinen energisch zurück. Jupp versteht Immer noch nicht, was Mer eigentlich vorgeht. Er drängt sich durch die erregt murmelnde Menschengruppe nach vom. „Entschuldigen Sie, bitte,“ sagt er zu den Umstehenden, „aber ich muß Ins Dorf, und ich 'weiß nicht, wieso —“ „Laßt nur,“ mischt sich einer aus der Gruppe der Eingeschlossenen ein, „heute kommst du doch nicht mehr rüber, das Ist Pech, aber uns geht es ja auch nicht besser.“ „Aber Ich muß unbedingt noch heute ins Dorf! Ich komme von Köln hierher, mein Bruder ist gestorben. Vries ist mein Name.“ Einer der Grenzer hatte den Namen gehört und kommt näher. „So? Sie sind der Bruder vom Vries? Können Sie sich auswelsen?“ Jup$ nestelt seinen Paß aus der Tasche. Flüchtig beleuchtet der Komin'ssar das Papier mit seiner Blendlaterne. „In Ordnung,“ sagt er, „kommen Sie!“ Und dann, als Jupp sich durch die Absperrung gezwängt hat: „Es tut mir leid um Ihren Bruder. Wir schießen nicht gern, und wenn es »o ausgeht, dann geht es auch an un- sere ; nen nicht so ohne weiteres vorüber.“ “Was hat er denn verbrochen, daß mar. ihn gleich erschossen hat?“ Jupp ist im Innersten empört. „Ma'sschmuggel — ein unglücklicher Schuß — es hätte auch glimpflicher abgehen können. Aber was will man machen? Dienst ist Dienst,“ Der Beamte will noch ein paar Worte der Teilnahme hinzu fügen, aber er wird abgerufen; ein Grenzer tritt auf ihn zu, salutiert und macht eine Meldung. „Den halben Weg zurück bis Gladbach!“ befiehlt der Kommissar kurz und wendet sich dann dem Immer noch wortlos dastehenden Jupp zu. „Weiß denn die Frau Ihres Bruders Bescheid oder sonst jemand? Kommt niemand, um Sie abzuholen? Es ist dunkel in der Heide, und richtige Wege führen auch nicht raus zur Farm. Sie werden allein nicht hinfinden. Wenn Sie wollen, begleite ich Sie.“ Jupp nickt, und schweigend folgt er dem Kommissar. Sie schreiten durch die kühle Novembernacht. „Glauben Sie mir," sagt der Zollbeamte und se’ne Stimme klingt ehrlich und aufrichtig, „es war ein rechtes Unglück mit Ihrem Bruder! Immer trifft es den Falschen.“ „Aber warum hat er denn geschmuggelt?“ fragt Jupp. * „Weil er Mais holen wollte für seme Hühner. Maise!nfuhr Ist verboten.“ „Deshalb erschießt man doch keinen Menschen.“ Nein, gewiß n'cht, meint der gutmütige Beamte, aber man wisse natürlich nachts nie, mit wem man es zu tun habe. Die Berutsschmuggler nähmen jetzt überhand. D'e Regierung hat ganz strenge Maßnahmen angeordnet. Die Grenzer geben drei Haltrufe ab, und wer nicht stehen bliebe,, auf den müsse geschossen werden. Und so sei auch dieses Unglück geschehen. Man versuche natürlich, das Schießen zu/vermeiden. Am besten sei es, die Leute schon vor der Grenze abzufangen, so wie zum Beispiel heute abend, aber das könne man natürlich nur mit den Berufsschmugglern tun, die nachts mit dem Spätomnibus in die Grenzdörfer kämen. Wenn man die auf dem halben Wege zurücktranspor- tierte, dann könne man sie ruhig laufen lassen, denn nochmals unj- kehren, dazu würde es zu spät werden. „Laufen lassen?“ Jupp versteht das nicht. Wenn man weiß, daß sie schmuggeln? „Ja, so e'nfach ist das nicht mit dem Verhaften.“ „Aber schießen, das ist wohl rinfacher?“ fragt Jupp. Der Kommissar antwortet nicht. So gehen sie denn schweigend weiter durch die Finsternis, die hier so dick ist, daß man kaum zwei Schritte weit sehen kann. Allein hätte Jupp den Weg niemals gefunden. Es geht durch Wald, durch Wiesen und Gestrüpp. Eine unheimliche Stille ist ringsum, n'chts ist zu hören als das leise Knirschen des Sandes unter den Schuhen der beiden Männer. Mit e'nem Male sagte der Kommissar: „Wir sind da! H'er ist das Gatter, das d : e Farm umschließt!“ Und ist dann, ehe Jupp ein Wort de* Dankes sagen kann, in der Dunkelheit untergetaucht. Vorsichtig tastet Jupp nach der Klinke des Gatters, da hört er auch schon tappende Schritte auf sich zukommen. Eine Frauenstimme fragt flüsternd: „Hinrichs — bist du es?" „Nein, hier Ist Jupp Vries." „Schwager, du?“ Das Gatter öffnet sich, eine Hand greift suchend nach Jupp und führt ihn über einen holprigen Hof in dis niedrige Wohnbaracke der Farm. „Wir dürfen kein Licht machen," flüstert die Frauenstimme, „das Ist das Zeichen für Hinrichs, wenn hier Gefahr ist. Er ist über die Grenze, um Mais zu holen.“ „Mais holen?“ staunt Jupp entsetzt, „Mais holen? Ist denn mein' Bruder n'cht be'm Maisholen erschossen worden?“ Die Frau schluchzt auf. „Das Vieh kann doch nicht verhungern,“ sagt sie unter Tränen. „Ach, Jupp, es ist so schwer —“ Plötzlich schlingen s'ch zwei Arme um Jupps Nacken, ein Beben durchschüttelt den Körper der Frau, fcie legt ihren Kopf an seine Brust und weint leise. . Beide stehen unbeweglich im kleinen Zimmer. Er kann in der Dunkelheit nichts sehen, fühlt nur ;den Duft ilve’’ Haare und snü-t den warmen Körper des jungen Weibes. „Ruh'g, ruhig,“ flüstert er selbst erregt und verw ! rrt, „nun we’ne nicht mehr! Wenn ich dir helfen kann, so helfe ich gern, nun we ne doch nicht mehr.“ (Fortsetzung folgt) * Stmitaj, len M. Februar IM S AZ Wummer 41 / Sette I AM RANDE DER ZBT.... .UND DER ZEITUNG In Pasadena wurde die 24jährige Gloria Miller vor das Gericht geladen. Sie hatte versucht, ihr brennendes Sofa selbst zu löschen. Das Gericht erklärte Ihr, daß sie die Pflicht gehabt hätte, sofort die Feuerwehr zu rufen. Dazu bemerkte ein Beamter der Feuerwehr: „Zu viele Leute bekämpfen, ausbrechende Feuer selbst. Das kann nicht länger geduldet werden, denn es ist gegen das Gesetz." — Selbst die Götter kämpfen gegen ... Sturheit vergeblich ... Im nordamerikanischen Staat Iowa wurde •in Gesetzesvorschlag eingebracht, wonach alio Spirituosen ein Etikett mit der Aufschrift „Gift" tragen müssen, um die Jugendlichen vör dem Genuß geistiger Getränke abzuhaiten. — Die Zahl der „Selbstmordkandidaten" wird dann höchstens zu- und nicht abnehmen... Eine russische Bauersfrau aus der Gegend des kaspischen Meeres hat kürzlich Vierlinge zur Weit gebracht. Sie soll von der Regierung eine große Wohnung und ein Geldgeschenk erhalten. — Das „Dritte Reich" scheint Im Osten Schule zu machen, auch wird Kinderreichtum prämiiert ... Der 75jährige König der Abeokuta-Neger fn Britisch-Westafrika beschloß, um die Finanzen seines Staates wieder aufzubessern, eine „Frauensteuer" zu erlassen. Jeder Neger sollte entsprechend der Zahl seiner Frauen eine Abgabe an den Staat leisten. Die Neger waren jedoch damit nicht einverstanden, stürzten ihren König und wählten einen neuen, der zuvor schwören mußte, daß Frauen auch in Zukunft steuerfrei bleiben. — Oh, wären wir doch Abeokuta-Neger. ... Bel einem Hamburger Tätowiermeister erschien ein ehemaliger SA-Führer und verlangte die Beseitigung einer eingestoche- nen Saaischlacht aus der „Kampfzeit der SA", die er auf beiden Oberschenkeln trug. — Das waren die Leute, die einstmals die „entartete Kunst" verdammten ... Die südbadischen Ministerien haben eine Dienstanweisung erlassen, derzufolge von keinem Beamten des Landes, in weicher Stellung er sich auch befinden möge, Mitteilungen an die Presse fierausgegeben werden dürfen. Alle Informationen bedürfen zur Freigabe des ministeriellen Handzeichens. — Bei den peinlichen Einfäiten die man in Sübaden in letzter Zeit erlebte, kein Wunder. Von Pressefreiheit scheint man aber dort noch nichts gehört zu haben... Nach Meldungen von DENA, UP and sonstigen Korrespondenten zusammenge- stellt von OPA. DER UNTERGANG DER DEUTSCHEN GROSS-STÄDTE Etwa BO Großstädte wies Deutschland vor dem Kriege auf, ungefähr ebenso viele wie Großbritannien und mehr als die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Die Fülle der politischen, geistigen und wirtschaftlichen Kräfte der Nation war in ihnen zusammengefaßt; kein Wunder also, daß sich lähmende Lethargie im Volke ausbreitete, als diese Kraftzentren zerstört und ihre Bewohner über das flache Land zerstreut wurden. Jeder von uns denkt mit Entsetzen an das Schicksal seiner Heimatstadt zurück, dessen Zeuge er war, aber wie es den andern Städten erging, wann das Unheil über sie hereinbrach und welchen Umfang die Zerstörungen hatten, davon wissen die wenigsten. Beginnen wir mit Berlin, dessen schwerer Kampf heute Symbol unseres Gesamtschicksals ist. Es erlebte seit dem Herbst 1941 zunächst eine Reihe von Nachtangriffen, die verhältnismäßig geringfügigen Schaden anrichteten. Der erste Großangriff ereignete sich erst am 1. März 1943; dafür war er dann aber auch von um so verheerenderer Wirkung und ließ zum ersten Male eine Ahnung davon aufdämmern, welches Schicksal der deutschen Städte harrte. Noch viel furchtbarer waren dann die Luftangriffe in den Wintermonaten 1943/44, die am 22. November begannen und sich mit geringfügiger Unterbrechung bis in den März des nächsten Jahres fortsetzten; derselbe Monat brachte dann den Beginn der amerikanischen Tagesangriffe, die, mit britischen Nachtangriffen kombiniert, das Zerstörungswerk vollendeten. Die Folge war eine restlose Vernichtung der Innenstadt und die Zerstörung weiter Außenbezirke, die von amtlichen Stellen auf 60*/» des Wohnraums geschätzt wird, v Erheblich früher als Berlin wurden die Städte Westdeutschlands in die Angriffstätigkeit der feindli&en Luftwaffen einbezogen. Das Rheinland, aber auch Wiesbaden, Darmstadt, Augsburg, Mannheim, Stuttgart, Hamburg, Münster und Hannover erlebten schon im Jahre 1940 die ersten Bombenangriffe; für Karlsruhe und Kiel begann der Bombenkrieg im Jahre 1941, während Koblenz, Lübeck, Düsseldorf erst im Jahre 1942 oder gar 1943, wie Frankfurt am Main, Bekanntschaft damit machen mußten. Den Ernst der Lage spürten aber auch diese Städte erst vom Jahre 1943 ab, nachdem die britische Luftwaffe in Berlin gewissermaßen das Probestück des eigentlichen Bombenkrieges geliefert hatte. Duisburg erlebte 299 Angriffe, 60 '/. der Wohnbauten wurden erstört, 5500 Menschen getötet, 5900 verwundet. Dortmund erlebte 152 Luftangriffe, die festgestellte Totenziffer beträgt hier 6341. Koblenz erlitt 23 Großangriffe. Amtliche Stellen bemessen, vielleicht etwas hoch, die Zerstörungsziffer auf 80 ’/., die Zahl der Toten war mit 899 verhältnismäßig gering. Düsseldorf mußte 243 Angriffe über sich ergehen lassen; der Umfang der Zerstörung beträgt 42,5’/», die Zahl der Toten 5858. Frankfurt am Main wurde 3 mal angegriffen; insgesamt sind 43,3’/« des Wohnraums zerstört und 5354 Zivilpersonen getötet worden. Zu den am schwersten betroffenen Großstädten gehört das zu 75•/• zerstörte Mannheim, das durch 151 Angriffe heimgesucht wurde und 2115 Tote sowie 6500 Verwundete zu beklagen hatte. Karlsruhe erlitt 11 Großangriffe; die Zerstörun- iuswa nd ern immer no ch ein Probl em Immer wieder stellen Interessenten die Frage nach Möglichkeiten und Gelegenheiten zur Auswanderung. Das Hauptkontingent der Auswanderungswilligen wird offensichtlich von den „Volksdeutschen“ gestellt. Viele Umgesiedelte, Flüchtlinge und Vertriebene sehen in der Auswanderung ihre Rettung aus der derzeitigen Notlage. Es ist schwer, bereits jetzt empfehlenswerte Wege zur Auswanderung aufzuzeigen, nachdem die Vorarbeiten überall noch im Fluß sind. Außer den USA hat noch kein anderes Land ein* geregelte Einwanderung Deutscher zugelassen. In Chile wurde durch Ausnahmeregelung kürzlich ein Siedlungsobjekt für 87 Familien mit 352 Personen, die aus Salzburg auswanderten, geschaffen. Es standen für dieses Projekt 5700 ha Land mit viel Waldbestand zur Verfügung. Die Siedlerstellen gehen nach einer über 28 Jahre verteilten Amortisation in den Besitz der Siedler über. Dieses und andere Beispiele Bonn — Kurorf oder Bundeshauptstadt? Schafft man ln Bonn vollendete Tatsachen? Dl* PBdagogische Akademie, Sitz des Parlamentarischen Rates für die Schaffung des Grundgesetzes, heißt im Volksmund „Tel Aviv“. Vermutlich, weil das schneeweiß getünchte würfelförmig-moderne Gebäude mit seinem Flachdach beziehungslos zur lieblich-romantischen Landschaft am Rhein ganz einfach „in der Gegend“ steht. *Wie eine palästinensische Karawanserei. „Tel Aviv“ wird zur Zeit vergrößert. Das Land Nordrhein-Westfalen hat dem Handwerksmeister von Bonn, Herrn Heinrich Schäfer, den Auftrag erteilt, für 250 000.— DM Innerhalb 4 Wochen an die Turnhalle des vorhandenen Gebäudekomplexes im Mannesmann-Stahlbau einen Saal anzuflicken, der für musische „Belange“ der Beethoven-Geburtsstadt kaum bestimmt sein dürfte. Jedenfalls Ist keine Bühn* vorgesehen, auf der — vielleicht unter Furtwängler — ein Großes Symphonie-Orchester die „Fi- delio“-Ouvertüre zu Gehör bringen oder Zuckmayers „Fröhlicher Weinberg“ (für eine Stadt am Rhein besonders geeignet) dargestellt werden könnte. , Nein — eine Bühne will und braucht man nicht. Denn das, was hier gespielt werden soll, geht die hohe — oder besser: die kleine — Politik an, die uns nach dem Zusammenbruch geblieben ist. Heinrich Schäfer ist beauftragt worden, einen Plenarsaal zu schaffen! Nicht für den Parlamentarischen Rat, der mit den bisher vorhandenen Räumlichkeiten schlecht und recht auskommen mußte. Also für die Bundesorgane — sagen die Eingeweihten, nachdem sie gehört haben, was der Handwerksmeister des Kreises Bonn, plötzlich mitten in das politische Geschehen der Gegenwart gestellt, leisten soll: 450 Sitze, 180 Plätze für Presse und Zuschauer (wobei die allein zur Zeit in Frankfurt tätigen Journalisten rund 106 Plätze beanspruchen würden). Und das alles innnerhalb 4 Wochen, für eine Viertelmillion DM — •in billiges, man möchte fast sagen, „unbilliges“ Verlangen! Meister Schäfer hat mit der Arbeit sofort begonnen, so sofort, daß das Gestühl bei ihm bereits fertig „auf Lager“ steht. Neben der Turnhalle hat man mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen. Dabei stieß man nicht etwa auf alte Urnen aus der Zeit des römischen Castra Bonnensis oder auf Kleinodien aus jenen glanzvollen Jahren, in denen Bonn Residenz der Kurfürsten von Köln (1273—1794) gewesen ist. Mit nichten — der Bohrer von Heinrich Schäfer erbohrte eine heiße Quelle, keine Seltenheit im westlichen Deutschland, wo Wiesbaden, Nauheim, Ems, Mainz u. a. zum Teil schon seit Jahrhunderten Weltruf genießen. Eilfertig kamen namhafte Vertreter der medizinisc’ ■ Fakui'ät der Alma Mater herbei, prüften den bereits seit 4 Stunden aus der Erd* sprühenden Geysir und fanden ihn „eisenhaltig“. Bonns Zukunft, wenn nicht als Bundeshauptstadt, so immerhin als Kurort schien gesichert. Mit den Wissenschaftlern eilte die öffentliche Meinung herbei — der stellvertretende Bürgermeister von Bonn, Schulze- Helmholz, zugleich Reporter für den Nordwestdeutschen Rundfunk, sprach • voller Lokalstolz und Berichterstattergeschicklichkeit Worte von Ewigkeitswert auf das Aufnahmeband. Da meldete sich der Hauswart der Pädagogischen Akademie. Obwohl er seit mehreren Stunden schaufelweise den Koks in die Heizung werfe, beschwerten sich die Geronten, die Ältesten im Rat, über die ständig zunehmende Kälte in ihren Besprechungsräumen. Meister Schäfer, mitten in das politische Geschehen hineingestellt, blieb nichts übrig als die „eisenhaltige“ Bonner Heißquelle — das Heizungsrohr der Bonner Pädagogischen Akademie — in Eile verlöten zu lassen. Nun hat Bonn nur noch den Ausweg, Bundeshauptstadt zu werden. Zum Kurort — mit warmer Quelle — eignet es sich nur dann, wenn die in ihm möglicherweise zum Sitz kommenden Bundesorgane gleichzeitig zu frieren bereit sind. Und das wollen sie ja nicht . . . W*. Prag entthront Märchenkönig* (NP) Selbst Märchenprinzessinnen und -könige wird es in der tschechischen Volksdemokratie bald nicht mehr geben. Das Blatt der Jugendorganisationen „Mlada Fronta“ hat eine scharfe Offensive gegen diese Ueberbleibsel einer monarchistischen Vergangenheit gestartet und schreibt u. a.: „Unser* Kinder sind weit fortgeschrittener als wir es in ihrem Alter waren. Sie wollen keine Geschichten von Königen, Prinzen und dummen Bauern mehr hören. Sie ziehen Tanks, Flugzeug* und Geschichten über Kollektive vor!“ fWEST-EUROPA- UNION zeigen wohl, daß schon jetzt Erfolge hinsichtlich der Auswanderung erzielt werden können. Leider bauen viele Volksdeutsche auf diese Einzelergebnisse ihre ganzen Hoffnungen Und unterlassen überhaupt jeden Versuch, eine Arbeitsmöglichkeit zu ergreifen, die sich ihnen in Deutschland bietet. Das ist ein folgenschwerer Fehler gerade für den Auswanderungswilligen, weil fast alle Aufnahmeländer solche Einwanderer ablehnen, : die in Aus- gangsländem arbeitslos waren- Andererseits stehen gerade Volksdeutsche im Ausland im allgemeinen heute noch im günstigeren Ansehen als Reichsdeutsche oder gar Staatenlose. Es ist daher den Volksdeutschen — sofern sie auswandern möchten — zu empfehlen, sich in ihren Dokumenten als „Volksdeutsche“ zu bekennen. Die geltenden Einwanderungsbestimmungen nach dem USA-Gesetz vom 30. 6. 48 erlauben für die Dauer von zwei Jahren (bis 30. 6. 1950), daß jährlich rund 28 000 Antragsteller aus Deutschland und Oesterreich nach den USA einwandem dürfen. Die Hälfte dieser Quote soll Volksdeutschen Vorbehalten bleiben, die in Polen, CSR, Ungarn, Rumänien oder Jugoslawien geboren sind. Volksdeutsche aus den Gebieten der Sowjetunion sind noch nicht zugelassen. Eine schwierige Voraussetzung der Antragstellung ist allerdings der geforderte Nachweis eiries Bürgen In den USA, der dort ein Affidavit ausstellen lassen muß, in welchem dem Einwanderer Reisekosten, Existenz und Wohnung verbürgt werden. Die Auswanderung in di* Länder des britischen Empire wird vorerst nur in Ausnahmefällen gestattet. Die Auswanderung nach Irland ist auf eine kleine Aktion beschränkt, für die nur weibliche katholische Hausangestellte im Alter von 20—30 Jahren vorgesehen sind.Nach Kanada ist eine beschränkte Auswanderung Volksdeutscher, die Verwandte oder Bekannte in Kanada haben, bereits möglich. Die Einreisegenehmigung muß in Kanada durch Bekannte oder Verwandte beantragt werden. Der Auswanderer muß daher vorher eingehende Berichte über seine Lage und seinen Gesundheitszustand geben, damit für den Antrag wahrheitsgetreue Angaben vorliegen. Manche Antragsteller, deren Angehörige in Kanada die Einreisegenehmigung erwirkt haben, wissen nicht, daß si* bereit* auswandern dürfen. Die IRO, bei deren Hauptstellen die Einwanderungs-Genehmigungen ein- gehen, benhchricbtigt nämlich nicht die Volksdeutschen Antragsteller, weil sie nicht zum Mandat der IRO gehören. Den Antragstellern ist daher dringend zu empfehlen, sich mit einer staatlich anerkannten Auswanderer- beratungsstelle (für Nordwürttemberg und Nordbaden; Caritasverband Stuttgart, Weißenburger Str. 13) in Verbindung zu setzen, denen es gestattet ist, Einsicht in die Einwanderungslisten zu nehmen. Jeder Auswanderungswillige tut gut daran, sich in allen Fällen zuvor durch eine Beratungstelle Informationen geben zu lassen. Für die südafrikanische Union hatte die Regierung unter General Smuts eine großzügige Einwanderung vorbereitet. Die neue Regierung Dr- Malan ließ aber sofort alle Vorbereitungen mit dem Hinweis unterbrechen, daß vorerst die sehr drückende Wohnungsnot im eigenen Lande behoben werden soll. Lediglich Spezialisten haben auch jetzt Aussicht auf eine Ausnahmeregelung, insbesondere erstklassige Bautechniker, die eine ausgesprochene Lücke im Wirtschaftsleben der Union ausfüllen dürfen. Die schwach besiedelten Staaten Südamerikas ziehen besonders die Zukunftshoffnungen vieler Deutscher auf sich. Der Schwerpunkt der Auswanderung zielt nach Argentinien, wo zweifellos Arbeitsmöglichkeiten in genügendem Umfang vorhanden sind. Allerdings sind die bisherigen Berichte von dort nicht ermutigend. Bei Auswanderungsplänen auch nach anderen südamerikanischen Staaten muß vor Illusionen gewarnt werden. Die großzügige Auswanderung aus Deutschland ist natürlich eine Angelegenheit, die nur aVif internationaler Vereinbarung gelöst werden kann. Von deutscher Seite kann vorerst nicht viel mehr getan werden, als die Auswanderungswilligen über den Stand der Dinge zu informieren. Mögen die Aktionen in den einzelnen Aufnahmeländern auch nur langsam anlaufen, so brauchen die hoffnungsfrohen Interessenten doch nicht mutlos zu werden. Wenn heute bereits alle auswandern dürften, so würde es ein unvorstellbares Elend in den unvorbereiteten Zielländern geben. Jedem sei vielmehr empfohlen, die Wartezeit zu nützen für eine gründliche Vorbereitung auf das Land seiner Träume. * Kurt Griguscheit* gen betragen 40'/«, 1629 Personen wurden getötet, 3475 verwundet. Von den 53 Angriffen auf Stuttgart sind sech* als Großangriffe zu bezeichnen; insgesamt verloren 4731 Menschen das Leben, während 8908 verwundet wurden. Die 102 Angriffe auf Münster begannen schon am 16. Mai 1940; das Stadtzentrum wurde zu 90’/*, das Gesamtgebiet zu 60’/« zerstört, die Zahl der Toten betrug 1180, der Verwundeten 3500. Kiel hat 32’/» Zerstörungen und 2600 Tote sowie 5180 Verwundete zu beklagen; Hannover erlebte etwa 100 Luftangriffe, nur 6*/• des Wohnraums blieb unzerstört. Der Gesamtschaden wird auf 3,5 Milliarden RM geschätzt, die Einwohnerzahl sank von 472 000 auf 217 000. Eine Reihe von Städten erlitt ein Schicksal, das dem düsteren Bilde dieser Tragödie eine besondere dramatische Note verleiht. Da ist zunächst Hamburg zu nennen, das 213 Luftangriffe sah, dessen eigentliche Katastrophe sich aber auf drei verhängnisvollen Tage vom 24., 27. und 29. Juli 1943 zusammendrängt. Die Stadt ver- zeichnete in diesen Tagen die unvorstellbar hohe Totenziffer von mindestens 55 000 Menschen und Zerstörung gen im Umfange von 50'/« des Wohnraums. Besonders tragisch mutet auch das Schicksal von Würzburg, Hildesheim und Dresden an, weil es sich in ein oder zwei Tagen vollzog und dabei Kulturschätze zerstört wurden, die der ganzen Welt gehörten. Würzburg wurde am 16. und 31. März 1945 zu 85’/» vernichtet und hatte 5000 Tote, Hildesheim fiel dem einzigen Angriff vom 22. März 1945 zum Opfer und verlor dabei alle seine unersetzlichen Baudenkmäler, 80'/» seiner öffentlichen Gebäude und 50'/« seines Wohnraums. In Dresden ereignete sich kurz vor Abschluß des Krieges jene Katastrophe, die die stolzesten Zeugen des deutschen Barock ausgetilgt und nie gezählten Zehntausenden von Flüchtlingen aus dem Osten das Leben gekostet hat; leider hat die jetzig® Stadtverwaltung Angaben darüber nicht gemacht. Auch Nürnberg existiert nur noch auf Bildern; durch wenige Angriffe wurden 49,3V« der Stadt, vor allem die gesamte Altstadt, zerstört und 5585 Menschen getötet sowie 13 281 verwundet. Aehnlich schwer wie Würzburg hat mit einem Zerstörunggsatz von 76'/« auch Darmstadt gelitten, das im wesentlichen an nur zwei Angriffstagen, nämlich am 12. September und 12. Dezember 1944, an gezählten Toten 6747 verlor, wozu noch 5596 Vermißte kommen, die also wahrscheinlich ebenfalls tot sind; di® Zahl der Verletzten betrug 3497. Verhältnismäßig glimpflich sind Wiesbaden mit 30’'», Augsburg mit 24’<« und Lübeck mit 6,9’« (Altstadt: 20’/«) Zerstörung davon gekommen; in Wiesbaden fielen 1793, in Augsburg 1499 und in Lübeck 451 Menschen den Angriffen zum Opfer. In Bielefeld wurden bei 6 Großangriffen 1349 Menschen getötet und ebenfalls schwere Zerstörungen angerichtet. Ueber eine ganze Reihe von deutschen Großstädten fehlen noch di® einschlägigen Angaben, entweder weil sie in den gegenwärtig abgetrennten Teilen Deutschlands oder in der Ostzone liegen, von wo Informationen nicht zu erhalten sind. In anderen Fällen sind auch sämtliche Unterlagen verloren gegangen, wie in Köln und in Aachen, das während des Krieges evakuiert war. Mainz hat sich als einzige Stadt Westdeutschlands geweigert, Angaben über den Umfang seiner Zerstörungen und die Wirkungen des Bombenkrieges zu machen, wofür der Grund nicht recht einzusehen ist, und Kassel sowie Braunschweig und München scheinen mit den erforderlichen Erhebungen noch im Rüdestand zu sein. (Nachdruck auch auszugsweis® verboten.) Dr. Rathk«. Um die Mitarbeit deutscher Tropenpflanzer Von Alfred Lücken haus (Bad Liebenzell) „Wenn du wieder in einer anständigen Verfassung bist, darfst du raufkommen I" In »einer kflrzlldien Jahresbotschaft an den amerikanischen Kongreß erwähnte Präsident Truman einen großzügigen Plan zur Entwicklung unerschlossener Gebiete, für dessen Durchführung er später eine Milliarde Dollar anfordern will. Wie inzwischen verlautet, denkt man in Washington hierbei an eine gemeinsame Aktion der amerikanischen Regierung, der Weltbank, des betreffenden hilfsbedürftigen Landes und des amerikanischen Privatkapitals. Zu den rückständigen Gebieten rechnet man in erster Linie Teile Asiens und Afrikas. Im Zusammenhang mit dem Plan des Präsidenten Truman verdient der nachstehend erörterte Vorschlag der deutschen Tropenwirtschaftler und Pflanzer besondere Beachtung. Noch bevor die Welt von dem Tru- man’schen Plan erfuhr, hatten die nach dem Kriege repatriierten deutschen Tropenwirtschaftler und Pflanzer einen Vorschlag ausgearbeitet, der genau auf der Linie der Gedankengänge des amerikanischen Präsidenten liegt. Dieser Vorschlag dürfte ih- zwischen maßgebenden alliierten Stellen zur Begutachtung vorgelegt worden sein. Er verfolgt den doppelten Zweck, den in Deutschland zur Untätigkeit gezwungenen Tropenfachleuten wieder ein Arbeitsfeld zu verschaffen und gleichzeitig einen Beitrag zur Erschließung sogenannter rückständiger Gebiete zu leisten. Es handelt sich um eine sehr große Anzahl von Sachverständigen aus fast allen tropischen Ländern der Erde, und ihre Fähigkeiten und Erfahrungen sollten auch nach Ansicht mancher amerikanischen Kreise nicht länger unausgenutzt bleiben. — Im wesentlichen läuft der deutsche Vorschlag auf die Bildung einer „Chartered Company of Tropical Production“ auf übernationaler Grundlage hinaus. Die deutschen Fachleute wollen nicht nur ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, sondern nach Möglichkeit auch ihren Anteil an dem Arbeitskapital der zu gründenden Gesellschaft tragen. Da jedoch die Realisierung der Entschädigungsansprüche aus der Enteignung ihres früheren Ueberseebesitzes kaum in absehbarer Zeit zu erwarten ist, hat dieser Teil des Vorschlags im Augenblick keine praktische Bedeutung. Aber gerade aus diesem Grunde bietet der Gesamtvorschlag für die amerikanische Regierung eine umso bessere Diskussionsgrundlage. Der Mangel an Sachverständigen ist nach Meldungen aus Washington einer der Gründe, warum das Truman’sehe Erschließungsprogramm noch keine feste Gestalt angenommen hat. Es ist in diesem Zusammenhang nicht ohnö Interesse, daß ein ähnliches amerikanisches Programm, allerdings auf privater Grundlage, schon seit über einem Jahr durchgeführt wird. E» hat die Entwicklung der afrikanischen Republik zum Ziel. Zu diesem Zweck ist eine Gesellschaft ins Leben gerufen worden, deren Aktienkapital hundert Millionen Dollar beträgt und die sich unter dem Namen „The Liberia Company" die Aufgabe gestellt hat, „mit Hilfe amerikanischer Technik und amerikanischen Kapitals die natürlichen Hilfsquellen Liberias zu entwickeln und den Wohlstand der afrikanischen Republik zu heben“. Das Unternehmen hat die Zustimmung des amerikanischen Außenministeriums erhalten. An einer Stelle des Prospekts spricht die .Gesellschaft die „feste Erwartung“ aus, daß „Menschen aller Rassen und Nationen, die entweder Fähigkeiten oder finanzielle Mittel einzusetzen haben, an diesem bahnbrechenden Experiment teilnehmen werden“. Die große Bedeutung der „Liberia Company“ ist dadurch gekennzeichnet, daß an der Spitze der amerikanischen Gruppe kein geringerer als der frühere Außenminister Edward R. Stettinius steht. Hier wie auch im Rahmen des Tru- manplanes liegen Ansatzmöglichkeiten für die in Deutschland gestrandeten Tropenwirtschaftler und Pflanzer. Nach den Worten eines Amerikaners ist es widersinnig, wenn im Zeitalter des Marschailplanes zwar die deutschen Rüstungsexperten, nicht aber die dem friedlichen Wiederaufbau dienenden Tropenfachleute ins Ausland verpflichtet weide*. I Seite 4 / Nummer 41 S AZ Samstag, den 26. Februar 194® botitfdjen und mürttembergtfcbcn lanben Reuchlin-Plakette Nach einem Holzschnitt »on 1521, der einzig erhaltenen Wiedergabe seiner Erscheinung. ausgeführt von B. H. Mayer-Pforzheim. Im Jahre 1455, am 22. Februar vermutlich, wurde In der altbadlachen Stadt Pforzheim, welche damals wiederum einige Jahre mark- gräfliche Residenz war, dem Verwalter des Kioetergute« der Dominikaner zu Pforzheim, Georg Reuch- lin und seiner Ehefrau Elisea ein Sohn Johannes geboren. Uber das Datum streiten sich di« Gelehrten, und es gibt Meinungen, die den Dezember als Geburtsmonat annehmen. Dieser Johannes Reuch- lln wurde in seinem 07jährigen Leben ein Stern erster Grüße am Gelehrtenhlmmel de« Abendlandes und der größte Geist, den seine Vaterstadt bis heute hervorgebracht hat. In Basel hielt der junge Reuch- lin schon Vorlesungen über die griechische Sprache, er veertrat damit jene neue Geisteshaltung, die, von Italien ausgehend, bald die ganze abendländische Weit Über- flammen sollt«: den Humanismus. Es war die große geistige Bewegung des 15. und 16. Jahrhunderts, welche die mittelalterlichen Fesseln sprengte und ein freieres Menschentum anstrebte. Die Quelle dazu wurde ln der klassischen griechisch-römischen Kultur gesucht und gefunden, die Schriften und Sprachen der Antike wurden dabei da das wesentliche Bildungsmittel benützt. Reuchlin trieb nach 1478 auch juristische Studien, so daß er 1481 außerdem als Lizentiat des Rechts hi seine Heimat zurückkehrte. Nun begann für den Gelehrten der Aufstieg zur überragenden Stellung Um Geistesleben seiner Zeit Anfangs dozierte er in Tübingen an der Universität und erwarb sich den Doktorhut der juristischen Fakultät Bald wurde er Geheimschreiber, geheimer Rat und täglicher Gesellschafter des Herzogs von Württemberg, 1484 Assessor beim Hofgericht tn Stuttgart und ein Jahr später wurde er zum Anwalt des Dominikanerordens für ganz Deutschland gewählt 1492 wurde Reuchlin anläßlich seiner Reise mit dem Herzog nach Linz vom Kaiser samt seinem Bruder geadelt und zugleich kaiserlicher Pfalzgraf. Von 1496 ab lebte Johannes Reuchlin einige Zeit beim Kurfürsten von der Pfalz ln Heidelberg. Nach Stuttgart zurück- gekehrt, wurde er 1502 auch noch Bundesrichter des schwäbischen vl %L erg o Hexen und Zauberern, die auf der Höhe Ihr Wesen trieben, zeigte man wohl auch auf jenes kleine alte Häuschen am Gipfel, in dem die alt« Cordula mit einer Kuh und zwei Ziegen ihr Leben fristete. Woher sollte sie sonst jene* stille zufriedene Gesicht haben, das sie so sehr von den kantigen Bauemgesichtem unterschied? Doch dann haben auch Menschen aus der Tiefe den Berg und sein Geheimnis entdeckt. Da und dort wuchs eine Hütte am Waldrand mit Ausblicken ln die Ferne. Ihre Bewohner wollten nur das, was ihnen der Berg freiwillig bot. Si« suchten ihm nicht Dinge aufzuzwingen, die er nicht gebfen konnte. Und die uneingeschneben« „Sohlberggemeinde“ wuchs, Jahr um Jahr. Konnte man sagen, daß der Berg Frieden in dnar friedlosen Welt vermittelte? Konnte einer au« dem Dunstmeer der Tiefe verstehen, was reine Höhenluft bedeutete? Es war ja nicht zu errechnen und nicht m wägen, konnte nicht in Münze oder Buchstaben ausgedrückt werden. Die Geister des Sohlbergs waren mächtig. Wen sie «inmal ln ihren Bann geschlagen, den ließen sie nicht mehr los. In den zwanziger Jahren war es, daß einig« Männer, die auch das heimliche Leuchten in den Augen hatten, der alten Cordei das Häuschen abkauften. Ein eifriges Leben begann im alten „Hexenhaus“. Und bald prangte das Dreieck mit DJH an der Türe. Frische Jugend zog auf den Berg, füllte Augen, Lunge und Seele mit reinster Natur, kehrte Immer und Immer wieder. Das Hexenhaus war bald zu klein — ein großer, schöner Bau erhob sich daneben, das Sohlberg- haius, die größte Jugendherberge des mittleren Schwarzwaldes. Sie wurde das Landschulheim der Karlsruher Schulen Was soll man darüber sagen? Fragt die Jugend, die einige Tag« oben verlebt, und Sh» spürt aus ihren teils begeisterten, teils unbeholfenen Wortgn, wie auch sie dem Zauber de» Höhe verfallen, wie auch sie ln den Bann der „Hexe“ geraten ist Und auch in Ihren Augen glimmt das stille Leuchten wie bei der alten CordeL wenn aie von „ihrem“ Sohlberg spricht! Hans Held. Der spöttische Physiker von Göttingen Von Siglriod von Woihor Mut zu eigener Meinung Aphorismen von Q. Chr. Llchtonborg Am 24. Februar 1799 schloß in Göttin- jfen Georg Christoph Lichtenberg, ein geistreicher Publizist und Physiker, die Augen für immer. Er war das 18. und letzte Kind eines Predigers aus der Umgebung von Darmstadt. In früher Jugend wurde er durch einen Unfall buckelig, so daB er sich nicht wie andere Kinder im Spiel frei bewegen konnte. Mit besonderem Interesse widmete er sich statt dessen dem Rechnen, der Mathematik. 1763 bezog er als Student die Universität Göttingen, deren Lehrkörper er später als Physikprofessor angehörte. Seine Vorlesungen waren jeweils durch ausgezeichnete Apparate und Experimente unterstützt und daher gut besucht. Dem Experimentalphysiker sind die „Lichl.enbergsdien Figuren", die durch elektrische Entladung in den Staub gezeichnet werden, ein Begriff. Ferner führte er 1778 die Bezeichnung .Plus- und Minus-Elektrizität" eini vordem kannte man hierfür nur die Begriffe .Glas- und Harz-Elektrizität". Lichtenberg hat eigentlich nie längere Abhandlungen oder gar Bücher geschrieben, wenngleich er publizistisch im damaligen Deutschland wohlbekannt war. Seine einzigartige Klarheit und Natürlichkeit in der Darstellung zeichneten seine Schriften aus und er zählte zu den besten deutschen Stilisten. Seine geistreichen, mitunter originellen .Aphorismen" beispielsweise, gehören noch heute zum wertvollsten Besitz dieser Literaturgattung. Philosoph, Schriftsteller und .., Satiriker war Lichtenberg eigentlich nur .nebenberuflich“ I Seine Tätigkeit als Physikprofessor gab ihm aber auch als Wissen- sAaftler oftmals Gelegenheit zum Lästern. 1772/73 war er lm Königreich Hannover mit Landvermessungen beschäftigt. Bei seinem Sinn für geometrische Figuren und bei der Suche nach geometrischen Punkten äußerte der Spötter .Kirchtürme sind umgekehrte Trichter, das Gebet in den Himmel zu leiten". In dem kulturhistorisch wertvollen .Göttinger Taschenkalender', den Lichtenberg seit 1778 redigierte, veröffentlichte er als interessierter Dozent der Elektrizitätslehre folgenden ironischen Bericht: .In England verfertigt man bereits (1788) Taschen-Elektrophone, die nicht viel größer sind als eine große runde Taba- tiere. Man nimmt und gibt schon in Gesellschaft Prisen von Elektrizität. Wer weiß, ob nicht dereinst diese stechenden Funken, die man an die Nase applizieren kann, endlich den Schnupftabak verdrängen werden?" Die physikalische Wissenschaft kam bei Llditenbergs dichterischem Schaffen immer wieder irgendwie zu Worte. .Es ist sonderbar, daß nur außerordentliche Menschen die Entdeckungen machen, die nachher so leicht und simpel erscheinen”. In geistreichen, witzigen und satirischen Aufsätzen wirkte Lichtenberg auf seine Art als schonungsloser Gegner der sentimentalen Phantastik der Sturm- und Drangperiode. Wunderglauben und Mystizismus waren ihm, dem Verstandesmenschen, verhaßt. In seinem Inneren wirkte ein ordnender, nüchterner Geist, der Schein und Sein zu trennen verstand und der seine Umwelt in sorgfältiger Beobachtung klar erkannte. Diese geistige Ueberlegenheit spricht aus jeder Zeile Lichtenbergscher Publikationen, die auch dem Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts noch viel Gültiges zu sagen haben. Vom Büchermarkt Karl Jakobs. Lachendes Flandern. Flämische Voikssdiwänke, gesammelt und nachetz., mit Textzeichn, von Felix Tim- mermans, 179 S. Münster: George und Strauf, 1948. Für viele Leute, die den Ernst Belgiens nicht sehen können oder wollen, ist Flandern in der Tat ein „lachendes" Land, weil dort der niederdeutsche Humor gelegentlich sich behäbig und derb breit macht» aus solchen Stimmungen erwachsen dann kluge und scharfe Bemerkungen, auch Lebensweisheit und mancherlei Nachdenkliches. Was aber als Einschränkung zu sagen ist: allzu breit sollte man das nicht machen; der Nachtrab von de Co- sters Roman vom Ulenspiegel tut Belgien Unrecht und den Flamen ebenfalls. Die Seligkeit Flanderns liegt nicht da, wo die in Deutschland eifrig gepflegte flämische Literatur sie gern hinjongüeren möchte, Maeterlink weiß das besser als de Coster. Zu sehen ist es ln den burgundischen Miniaturen, in Memling und Rubens, in Wiertz, nicht zu viel lachen!l Heinz Stolz, Sieben Malerpoeten, Düsseldorf; Schwann 1948, 184 S. Chodowiecki, Runge, Friedreh. Richter hei Schwind, Schwind bei Mörike, Spitzweg und Hans Thoma sind diev sieben * Malerpoeten, die mit Geschmack und Kenntnis Stolz in diesem lesenswerten Buche zusammenführt; zunächst gibt Stolz eine kurze Einführung, dann kommen die Malerpoeten seihst 2 u Wort, es findet sich auch wohl ein Gedicht über sie mit her- ange/ogen, wodurch das Ganze einen sehr ansprechenden, erfreulichen Blick auf die genannten Doppelbegabungen erlaubt. Hoffmann, Gottfried Keller, Stifter hätte man sich auch noch hinzudenken können, indessen ist das Vorliegende so erfreulich und auch lehrreich, daß e« großes Luj verdient. A. v. Ciroiman Es gibt Leute, die so wenig Herz haben, etwas zu behaupten, daß sie sich nicht getrauen zu sagen, es wehe ein kalter Wind, so sehr sie ihn auch fühlen mögen, wenn sie nicht vorher gehört haben, daß es andere Leute gesagt haben. Wenn mau die Kinder dahin erziehen könnte, daß ihnen alles Undeutliche völlig unverständlich wäre! Es ist eine goldene Regel, daß man die Menschen nicht nach ihren Meinungen beurteilen müsse, sondern nach dem, was diese Meinungen aus ihnen machen. Es ist sehr gut, die von anderen hundertmal gelesenen Bücher immer noch einmal zu lesen, denn obgleich das Objekt einerlei bleibt, so. Ist doch das Subjekt verschieden. Man muß nie den Menschen nach dem beurteilen, was er geschrieben hat, sondern nach dem, was er in Gesellschaft von Männern, die ihm gewachsen sind, spricht. Die Leute, die keine Denker sind und bloß schreiben, um zu schreiben und um im Katalog zu stehen, verstehen oft vierzehn Tage nachher weniger von dem, was sie geschrieben, als der erbärmlichste ihrer Leser. Gott bewahre alle Menschen vor dieser 4rt von SchriftsteUerei! Populärer Vertrag heißt heutzutage nur zu oft der, wodurch die Menge in den Stand gesetzt wird, von etwas zu spre- cnen, ohne es zu verstehen. Unter die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in den neuesten Zeiten gefallen ist, gehört meiner Meinung nach wohl die Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben. Ich habe es sehr deutlich bemerkt, daß ich oft eine aridere Meinung habe, wenn ich licije und eine andere, wenn ich st^he; zumal wenn ich wenig gegessen habt uni matt bin. Eine Regel beim Lesen isti Die 'Absicht des Verfassers und den Hauptgedanken auf wenige Worte zu bringen und sich unter dieser Gestalt EU eigen tu manchen. Wer so liest, der Ut beschäftigt und gewinnt. Es gibt eine Art von wobei der Geist gar nichts gewinnt und vielmehr verliert; es ist das Lesen ohne Vergleichung mit seinem eigenen Vorrat und ohne Vergleichung mit seinem Met» nungssystem. Es gibt wirklich sehr viele Menschen,, die bloß lesen, damit sie nicht zu den« ken brauchen. Harald Kreutzberg In der Schwell ZÜRICH (IPK). Zu einem beispiellosen Erfolg gestaltet sich zur Zelt ein« Gastspielreise des berühmten Tänzers Harald Kreutzberg durch die Schweiz, ln Zürich brachte er vor ausverkauftem Haus ein« Fülle von neuen Tänzen und Gestalten und erntete nicht endenwollenden Bei fall Professor Albert Einsteins Leben und Wirken wird in einem Film schaubar sein, der unter Norman Taurogs Regle ln der amerikanischen Filmmetropole entsteht. FJ Gottfried Reinhardt, Max Reinhardts Sohn ist mit der Verfilmung des Lebens Dostojewskiji beschäftigt. FJ LONDON (IPK). In London wurde ein englisch-österreichisches Kulturabkommen geschlossen, das im Herbst 1949 in Kraft tritt und eine Laufzeit von einem Jahr ■besitzt. Im Rahmen dieses Abkommens werden zehn österreichische Professoren in Großbritannien über Sprache und Literatur ihres Landes lesen. Seite 6 / Nummer 41 S AZ Samstag, den 26. Februar 1948 i Wie sieht der Stadtplaner das Waldring-Projekt? Positive Beurteilung, falls Zufuhr frischer Waldluft in die Stadt gewährleistet ist Fortführung unserer Diskussion um das Waldringprojekt geben wir nachstehend den Ausführungen Qberb aurats a. D. Dr.-Ing. Erich Molden- vL?. “ e J Maurin. Auf Grund langjähriger Erfahrungen als praktischer Städtebauer hat sich der Verfasser im letzten Jahrzehnt besonders mit der. Erforschung der natürlichen Grundlagen von Siedlungs- und Raumplanungen beschäftigt. Dr. Moldenhauer hat schon seit 1923 ein Verfahren en wie alt, wonach sich mittels Linien gleicher Zeitentfernung (Isochronen) die wirtschaftlichen Verkehrsbeziehungen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte darstellen lassen. Die Isochronen in der Städteplanung waren Gegen- stana seines Habihtationsvortrages an der TH, über den die SAZ am 20. 12. 1948 berichtet hat. Durch den vom^Stadtrat in Aussicht genommenen Erwerb eines Teiles des Geländes zwischen Waldring und Innenstadt wird die Frage ausgelöst: Muß die Stadtplanung das Gebiet innerhalb des Waldringes mit in ihre Gestaltungsvorschläge einbeziehen und ist eine solche Maßnahme insbesondere für eine zukünftige Erweiterung der Wohngebiete in der Nähe des Stadtzentrums notwendig? Nicht mehr in diesem Jahr! Uebereinstimmung dürfte darüber herrschen, daß das genannte Gebiet für die sofort einzuleitendeft Wohnungsbauvorhaben dieses Jahres nicht in Frage kommt. Der von Arbeitsamtsdirektor Konz in Nr. 38 der SAZ vorgeschlagene Weg einer Aussprache zwischen Stadtverwaltung und Wohnungsbaugenossenschaften usw. scheint mir von Nutzen, besonders da sich offne eine Uebersicht über die z. Zt. vorhandenen, bereits aufgeschlossenen oder leicht erschließbaren Bauflächen und etwaige Bauplanungen keinerlei begründete Vorschläge machen lassen. Wohl aber bedarf die oben gestellte Frage zunächst einer eingehenden Untersuchung, zu der hier vom Standpunkt des Raumplaners einige Gesichtspunkte beigesteuert werden sollen. — Die Kaiserstraße zieht sich als Hauptverkehrsachse ganz einseitig am Nordrande des Siedlungsgebietes Karlsruhe entlang. Wegen ihrer günstigen Lage im Verkehrsnetz der Landschaft läßt sich das nicht ändern. Sie muß aber möglichst bald vom' Durchgangsverkehr, besonders der Lastkraftwagen, durch Schaffung günstiger Abzweigpunkte im Westen und Osten zum Anschluß parallel laufender Verkehrsbänder (etwa der Kriegsstraße und später auch der Ebertstraße) entlastet werden. Für den Personenverkehr bleibt die Kaiserstraße unbedingt das Hauptverkehrsband, da die von der Bevölkerung im wesentlichen für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle benutzten Straßenbahnlinien auf ihr einen großen Teil der Arbeitsstätten berühren. Die Red. den, verhältnismäßig schmalen Grünbänder zusammen mit der an ihnen aufgelockerten Bebauung. Die Windverhältnisse Nach den Windbeobachtungen für Karlsruhe von 1883—1933 sind von je 100 Tagen rd. 10 Tage Windstille. Von den 90 Tagen mit Wind herrschen an rd. 37 Tagen Südwest- und an 25 Tagen Nordostwinde und nur etwa je 7 Tage West- und Ostwinde. Der Rest verteilt sich ziemlich gleichmäßig auf die anderen Richtungen. 62 von 90, d. h. rd. 69 v. H. aller auf tretenden Winde liegen also in der Hauptrichtung Südwest-Nordost. Dieser natürliche Umstand muß daher bei allen Planungen berücksichtigt werden, wenn man eine gute Durchlüftung der Stadt erreichen oder aber die Wohngebiete frei von Rauch und Gerüchen der Industrie halten will. Bei einer etwaigen Umgestaltung des Waldringgebietes ist es daher unbedingt notwendig, möglichst breite Grünzüge in Richtung der häufigsten Winde in die Stadt hineinzuführen und mit ihren Plätzen und Grünflächen zu verbinden. Neue Grünverbindungen erforderlich Im Westen der Stadtmitte laufen Wald- und Herrenstraße etwa in den Hauptwindrichtungen. Der im Kaiserstraßenwettbewerb u. a. aufgestellte Plan einer Grünverbindung vom Hardtwald über den Schloßplatz zu der Platz- und Grünflächengruppe zwischen Stefanskirche — Friedrichsplatz und der Kriegsstraße ist daher wohlbegründet. Man sollte diesen Otto H. und Ferdinand R. brachten in mehrwöchiger Diebesjagd neun Stahlrösser zur Strecke und standen deswegen, sowie wegen Betrugs und Unterschlagung, vor Gericht. H. erhielt 2‘/s Jahre Zuchthaus, der Mitangeklagte R. ein Jahr Gefängnis. Vorschlag noch erweitern und einen Grünzug von der Südecke der Lammstraße etwa auf die Achse des Konzerthauses schaffen, um so eine Verbindung zum Stadtgarten herzustellen. Auch die m. W. geplante Verbreiterung der Lammstraße kann eine Durchlüftung der Innenstadt in diesem Sinne nur fördern. Im Osten verlaufen Karl-Wilhelm- und Kapellenstraße in der Hauptwindrichtung. Eine Durchlüftung vom Wald her über Hochschulgebiet und Kinderkrankenhaus zum alten Friedhof, dessen Wert als Grünanlage damit für das engbebaute „Dörfchen“ besonders hoch zu veranschlagen ist, muß bei der baulichen Neugestaltung der Ostseite der Kapellenstraße mit allen Mitteln sichergestellt werden. Nur einzelne Sektoren bebauen! Man sieht also, daß eine Umgestaltung der Parkringfläche sich auf die ganze Stadt auswirken würde und daher nur im Zusammenhang mit Planungen für die Innenstadt befriedigend zu lösen ist. Damit aber ergibt sich die Forderung, daß eine Bebauung des Waldgebietes innerhalb des Parkringes nur erfolgen sollte, wenn sie die Zufuhr frischer Waldluft in das Stadtgebiet in keinem Fall hindert. Deshalb dürften nur einzelne Sektoren bebaut werden, und auch diese nur in einer so lockeren Form, daß der Eindruck überwiegenden Grüns, ja des Waldes selbst, erhalten bleibt. Das könnte vielleicht durch die Errichtung von Hochhäusern in großen Abständen erzielt werden. Welche Waldabschnitte freizuhalten wären und welche für eine derartige Bebauung in Aussicht genommen werden könnten, ist Aufgabe einer genauen Prüfung und Flächenplanung. Erst wenn diese Fragen grundlegend geklärt sind, hat der Baukünstler das Wort zu Vorschlägen für die architektonische Gestaltung des Ganzen. Dr. Ing. Erich Moldenhauer. Hilda Sch. kaulte von zwei Polen gestohlene Hühner, Hasen, Enten und Gänse. Die Polen erhielten vom Militärgericht vier Jahre Zuchthaus, die Hehlerin durch das deutsche Gericht 6 Monate Gefängnis. Prozesse der Woche — kurz belichtet Fahrradmarder — Der Tod auf der Autobahn — Wasser in der MUdi Wenn der Vater mit dem Sohne Hasenstehlen geht ... Waldring liegt günstig Untersucht man nun mit Hilfe des Raum-Zeit-Systems, darstellbar durch Isofchronen, in welchen Gebieten beispielsweise Arbeiter des westlichen Industrie- oder auch des Rheinhafengebietes wohnen können, wenn der tägliche Weg zur Arbeit nicht länger als 30 Minuten sein soll, so liegt die ganze vom Waldring umzogene Fläche bei Benutzung der Straßenbahn innerhalb dieser Reichweite von 30 Minuten. Insoweit ist sie also ohne weiteres eine der selbst für die westlichen Industriegebiete in Frage kommenden Wohnflächen. Diese Ueberlegung spricht für das Projekt. Andererseits ist der Hardtwald unbestritten die Hauptquelle frischer Luft für die Stadtmitte. Wem ist nicht die Erscheinung bekannt, daß man auf dem Wege aus dem Stadtzentrum nach Westen Im Sommer bereits am Kaiserplatz, mehr noch an der Christuskirche, einen erfrischenden Temperaturwechsel empfindet? — Das ist bereits die Folge der aus dem Wald sich entwickeln- Fritz N. muß für den Diebstahl von 2 Zentner Raps und einem Zentner Roggen 5 Monate sitzen. Adam H. aus Hambrücken überquerte höchst leichtsinnig auf dem Rad die Autobahn in der Nähe von Forst, als ein Personenwagen mit 80 km/std. aus Richtung Karlsruhe heranbrauste. Der Kraftfahrer konnte einen Zusammenstoß zwar vermeiden, der Wagen geriet jedoch auf den Grünstreifen und überschlug sich, wobei der Fahrer zu Tode kam. Das Berufungsgericht erhöhte die Strafe des Schöffengerichtes ffruchsal wegen fahrlässiger Tötung von sechs Wochen auf 4 Monate. , Die Berufung des 13mal vorbestraften Josef K., der in 14 Fällen Frauen auf Friedhöfe bestohlen hatte, wurde verworfen. Es blieb bei IV« Jahren Gefängnis. Wegen umfangreicher Schwarzhandelsgeschäfte sprach die Strafkammer gegen Richard W. eine Gefängnisstrafe von 16 Monaten, sowie 150 DM Geldstrafe aus. Neben einem Wassergehalt von 14°'« wies die von einer Landwirtin in Mörsch abgeiieferte Milch einen Gehalt von Ziegenmilch auf. Die Milchfälschung wurde durch das Amtsgericht mit 30 DM Geldstrafe geahndet. Der verheiratete Friedrich N. aus Mannheim unternahm mehrere Fahrten mit gefälschten Arbeiterrückfahrkarten, bis er auf dem Karlsruher Bahnhof geschnappt wurde. Das Urteil lautete auf 2 1 /* Monate. Rudolf K. und Heinz B. lernten sich in der Strafanstalt in Bruchsal kennen und arbeiteten nach ihrer . Entlassung bei der gleichen Firma. Sie waren auch beisammen, als aus einer Karlsruher Garage ein Personenkraftwagen gestohlen wurde. Dieses Diebesabenteuer führte sie auf der Anklagebank zusammen und bringt sie wiederum gemeinsam ins Gefängnis: Rudolf für 14 Monate und den rückfälligen Heinz für 20 Monate. Von seinem 15jährigen Sohn angestiftet — wie er das Gericht glauben machen wollten — hat der 48jährige Otto R. mit seinem Filius aus drei Ställen neun Hasen entwendet, um die frugalen, häuslichen Mahlzeiten zu bereichern. Mit einer Strafe von 15 Monaten, die er zur Zeit verbüßt, erhielt der folgsame Vater nun wegen ersdvwerten Rückfallsdiebstahls eine Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis, ht. Bis lOO OOO DM Strafe für Luxusfahrten Zu der neuen Kraftfahrzeugbemitzungs- verordnung teilt der Polizeipräsident mit, daß zur Verhinderung volkswirtschaftlich nicht vertretbaren ' Treibstoff Verbrauchs Kraftfahrzeuge aller Art für Ausflugs-, Erholungs- und Vergnügungsfahrten sowie für Fahrten von Veranstaltungsbesuchern nicht verwendet werden dürfen. Darüber hinaus dürfen an Sonn- und Feiertagen Kraftfahrzeuge aller Art auch nicht für irgendwelche Personen-, und soweit die Tragfähigkeit des Fahrzeugs einschl. An^ hänger unter 1,6 t liegt, zur Güterbeförderung benutzt werden. Die Verbotszeit beginnt um 20 Uhr des vorhergehenden und endet um 4 Uhr des nachfolgenden Tages. Unter dieses Verbot fallen Fahrten mit Omnibussen zum Besuch von Sportveranstaltungen, politischen, religiösen, kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Veranstaltungen. Fahrten mit Personenkraftwagen, Krafträdern, Kraftdroschken und Mietwagen zu Theatern, Kinos,' Clubs oder Vergnügungslokalen, sportlichen oder gesellschaftlichen Veranstaltungen sind ebenfalls verboten. Erlaubt sind Personenwagen- und Kraftradbenützung von Schwerbeschädigten, Omnibusfahrten, die dem genehmigten Linien- oder Arbeiterberufsverkehr sowie der Beförderung von Mitgliedern von Theatern, Orchestern zur Durchführung auswärtiger Gastspiele von aktiven Sportmannschaften, zur Austragung auswärtiger Wettkämpfe und von Studierenden und Schülern zu Lehrzwecken dienen. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden mit Ordnungsstrafen bis zu 100 000 DM belegt. AUS DEM RUNDFUNKPKOGRAMM Samstag, 26. Februar Stuttgart: 12.00 Landfunk: 14.00 Sporti 14.15 Volksmusik: 15.00 „In eigener Sache"; 15.15 Fantasie in C-dur v. Schubert; 15.45 H. Mostar spricht zu Prozessen y. heute; 16.00 „Frohes Wochenende": 18.00 Sendg. aus England; 18.15 „Mensch u. Arbeit"; 18.30 Balladen V. C. Loewe; 19.30 Zur Politik d. Woche; 20.00 „20:3", siebtes öffentl. Preisraten: 22.00 „Schöne Stimmen", Arien u. Duette v. Meyerbeer, Catalini, Giordano, Puccini u. Verdi: 22.30 Tanzmusik. — Südwestfunk: 20.00 Narreteien v. rhein. Kalneval u. d. alemann. Fastnacht in Wort u. Ton. — Frankfurt: 20.15 Bewährtes u, Neues aus d. Fa- schings-Almanach; 21.00 „Raten Sie mit!", ein Quiz zwischen London u. Frankfurt. — Leipzig: 20.00 Tanzmusik. — Bremen: 20.15 „Verzeih" daß ich Dich lieb“, musi- kal. Schwank v, E. Farkas u. Dr. L. Harzer, Musik v. M. Krazsnay-Krausz. Sonntag, 27. Februar Stuttgart: 8.00 Landfunk; 8.30 Andacht d. „Christi. Wissenschaft"; 8.40 Aus d. Welt d. Glaubens; 9.00 Ev. Morgenfeier, 9.30 Aus d. Schatzkästlein deutscher Musik u. Dichtung; 11.00 Universitätsstunde: „Aus d. Frühzeit d. Insel-Verlags" v, Prof. Dr. R. Buchwald; 11.20 „Cameval“ v. Schumann; 13.30 „Ja, isch denn älles narret?", heitere Fasnet-Sendg. v. W. Kutter u. O. Lautenschlager; 14.15 Kinderfunk; 17.00 Hörspiel: „Das Buch u. d. Pfiff" v. E. Wickert; 18.30 Walter dirigiert; Symph. Nr. 86 D-dur v. Haydn, Deutsche Tänze v. Mozart; 19.30 Sport; 20.05 Allerlei lustige Gestalten aus Oper u. Operette treten vor d. Mikrophon; 22.00 „L—wie Liebe, W—wie Wein"; 22.30 „Pegasus mit d. Narrenkappe", lite- rar. Faschingsscherz v„ H. Sattler; 23.00 Tanzmusik; 23.55 Sportdurchsagen. — Karlsruher Standesamtnachrichten Sterbefälle vom 15.—21. Februar 1949 Schuch, Sophia geh. Klein, 77 J.; Krö- ner, Manfred Friedrich, 3 J.; Herrmann, Friedrich, 54 J.; Gräßer, Paulina geb. Sdielling, 73 J.; Kistner, Katharina geb. Schöchlin, 83 J.; Lorenz, Atrus, 70 J.; Ermel, Luise geb. Vollmer, 74 J.; Schmitt- henner, Maria Luise geb. Born, 53 J.; Hauck, Johann, 60 J.; Schaubhut, Peter, 6 J.; Bender, Margaretha Sophie geb. Fritz, 88 J.; Grießer, Elise Karoline geb. Kögele, 76 J.; Lutz Josef, 42 J.; Isele, Maria geb. Bock, 84 J.; Vlachos, Christas, 81 J.; Lang, Emilie geb. Kunz, 54 J.; Kempi, Heinrich, 67 J.; SchöningeT, Karo- line geb. Kohl, 84 J.; Bertsche, Wendelin, 80 J.; Seel, Katharina, 79 J.; Huhn, Bruno, 71 J.; Mader, Karoline geb. Rieger, 77 J.; Keppler, Karl Friedrich, 74 J.; Steimle, Julius, 61 J.; Geist, Anna geb. Müller, 50 J.; Haselwander, Ludwig, 83 J.; Schoch, Berta geb. Daum, 66 J.; Mattem, Marie geb. Krieg, 77 J.; Müller, Luise Elise Rosine geb. Seemann, 85 J.; Brenneisen, Jakob, 61 J.; Harnisch, Ida Franziska, 83 J.; Taus, Philipp, 52 J.; Werhun, Sofie geb. Chomyn, 65 J.; Nies, Stefan, 76 J.; Schneider, Josepha geb. Ihle, 71 J.i Reinmuth, Karoline geb. Reis, 58 J.; Durand, Katharina geb. Reinle, 69 J.; Lang, Barbara geb. Zoller, 88 J.; Konczak, Katharina geb. Hummel, 87 J.; Gural, Maria, 4 J.; Krüger, Amalie Luzia geb. Müller, 44 J.| Mössinger, Emma geb. Augenstein, 96 J.; Moos, Wendelin, Gustav, 75 J.; Cesinger, Johann Adam, 83 J.; Stamm, Hilda geb. Bodchorn, 36 J.; Gruschwitz, Hermann, 20 J.; Dahn, Wilhelm, 40 J.; Illig, Rosa geb. Emst, 77 J.i Häuf, August Karl, 78 J.; Farr, Katharina geb. Langenstein, 64 J.; Schmidt, Ida Lina geb. Glaßner, 72 J.; Müller, Johann, 53 J.; Horwedel, Marie, 46 J.; ^raun, Magdalena geb. Sommer, 87 J.; Burgext, Luise geb. Delabar, 76 J.; Kiefer, Theresia geb. Hauer, 83 j.; Kro- nenwett, Julia geb. Wintzer, 65 J.; Bönning, Maria Katharina geb. Ehreiser, 77 J.; Kraft, Frieda, 64 J.; Grimm, Ferdinande Julie geb. Frey, 92 J.; May, Lisette geb. Legier, 74 J.; Mausolff, Marie Luise Susanne geb. Scheffel, 70 J.; Scholl, Marie Elisabeth geb. Schlehlein, 72 J.; Abend, Rosalia geb. Schiffhauer, 61 J.; Salm, Karl Emib 77 J.; Kertesz, Angelika Ka- milla,' 1 Mt.; Abend, Edeltraud, 4 Mt,; EU, Reinhard, t ML; Boch, Rolf Dieter, 3 Mt.; Schmidt Rolf Dieter, 11 Mt.i Frei für Deutsche BUHL (lz). Das Sanatorium und das Kurhaus Bühlerhöhe sind von der französischen Militärregierung für deutsche Gäste nun auch wieder freigegeben worden. Das Kurhaus Wiedenfelsen soll nicht, wie ursprünglich vorgesehen, als Lungenheilstätte eingerichtet werden, an seiner Stelle ist das Renchtaler Bad Antogast vorgesehen. Ein unfreiwilliger Fahrradlieferant OBERKIRCH (sch). In Oberkirch fuhr dieser Tage ein kaufmännischer Angestellter aus Hamburg mit einem Lastkraftwagen auf dem Kirchplatz vor, wo er seinen Wagen entlud und versuchte, die Ware, 90 Fahrräder, zu verkaufen. Da er jedoch nicht im Besitz eines Wandergewerbescheines war, beschlagnahmte die Gendarmerie die Waren. So wurde er sein Importgut aus der Blzone auf schnellste und billigste Weise los: allerdings anders, als er es sich vorher gedacht hatte. Alter Turner mit jungem Herz HEIDELBERG, (wü) Fritz Kuchenbeißer, ein alter Heidelberger Turner, vollendete sein 80. Lebensjahr. Er steht über 60 Jahre aktiv im Dienst der Turnerschaft. Als 75jähriger errang er den dritten Platz bei den badischen leichtathletischen Meisterschaften, die 1944 in Karlsruhe ausgetragen wurden und als 66jähriger erwarb er 1935 das Goldene Reichssportabzeichen mit den gleichen Uebungen, die für die zwanzigjährigen Bewerber vorgeschrieben waren. Er hatte schon um die Jahrhundertwende als junger Postbeamter in Tientsin eine Tumerabteilung gegründet. „ZUR PFLEGE ZEITGENÖSSISCHER KU MST" In der 22. Vortragsreihe dieses Zy- klusses der Bad. Hochschule für Musik hörten wir Dr. jur. Josef Haub'rich, Köln, den Schöpfer der größten Privatsammlung moderner Kunstwerke, über das Thema „Hitlers Kampf gegen die entartete Kunst" sprechen. Der Redner meinte eingangs, er hätte den Vortrag auch „verdrängte Komplexe" nennen können. Gewiß, das hätte er, indessen wäre sich das, dem Gehörten nach zu urteilen, ganz egal geblieben, insofern nämlich, als weder der eine noch der andere Titel voll und ganz befriedigendem seinen Ausführungen getroffen wurde. In dem mit Spannung erwartetem Vortrag kam es zu keinen geistigen Auseinandersetzungen. Es mangelte ihm an Tiefe und Ueberzeu- gungskraft, jenen Dingen also, mit denen allein man die auch heute noch vorhandenen Skeptiker und Nihilisten am zeitgenössischen Kunstschaffen von ihren vor- urteilsvollen Einstellungen v überzeugen sollte. Dr. Haubrich verstand wohl, dem Hörer einiges Wissenswerte und Interessante über so manches verlorengegangene Kunstwerk, so manchen Corinth, Kokoschka, Beckmann, Liebermann etc. mitzuteilen, vermochte dabei aber im allgemeinen über einige längst bekannte, Tatsachen nicht hinauszukommen. „Hitlers Kampf gegen die entartete Kunst"! Darüber sollte man nicht nur einige Wor-W so beiläufig aus dem Aer- mel schütteln, sondern sollte das, was es darüber zu sagen gibt und was man sagen will, vorher genau klarlegen, durchdenken und vor allem gestalten, damit die Gründe, die zu diesem sinnlosen, weltanschaulich beeinflußten Kampf geführt haben, auch einwandfrei und überzeugend erkenntlich werden. Das ist besonders für den jüngeren Menschen, dem unter Hitlers Ära aufgewachsenen, wichtig, ferner aber auch deswegen, damit der Irrtum der vergangenen Kunsterziehung wirklich deutlich und für jeden unmißverständlich aufgezeigt wird. Von solchen Dingen, dem inneren roten Faden, der den Hörer an die Wurzel des vergangenen Uebels herangeführt hätte, der geistigen Auseinandersetzung mit dem Thema, die die von der schwarzen Liste betroffenen Künstler genügend hätte rehabilitieren können, einer interessanten, fesselnden Anschaulichkeit der Worte und Gedanken war aber leider in dem von zahlreichen Lichtbildern begleiteten Vortrag nicht viel zu spüren. Rö. KARLSRUHER „FREGOLA“ Von der Handlung eines Revue-Films kann im allgemeinen aus leicht begreiflichen Gründen nicht allzu viel erwartet werden. So primitiv wie die dieses in der „Kurbel" angelaufenen Styria - Films braucht sie indessen durchaus nicht zu sein. (Da ist es dann schon besser, von vornherein betont „auf Klamauk" zu machen.) Doch davon abgesehen ist alles da, was den Freunden des Revue-Films das Herz höher schlagen läßt und Marika Rökk Gelegenheit gibt, nicht nur alle Register ihres immer wieder ansprechenden gesanglichen und tänzerischen Könnens zu ziehen, sondern auch ein knappes halbes Hundert Roben und auch sonst noch allerhand Reizvolles zu ^zeigen. Dabei ist die Fülle und Ausdehnung der Revue-Szenen mitunter ermüdend. Daß die übrigen Hauptdarsteller (Rudolf Prack, Siegfried Breuer, Josef Meinrad u. a.) insgesamt etwas blaß wirken, kann ihnen in diesem Fall nicht zur Last gelegt werden. Regisseur Harald Röbbhling holte heraus, was herauszuholen war: einen unbestreitbaren Publikumserfolg. —g. „BRAVO, GEORGE** Es mag bessere Film-Schwänke geben als diesen, der zur Zeit im „Pali" gezeigt wird. Bestimmt aber auch schlechtere. IM STAATSTHEATER ... . . . wird heute im Großen Haus um 19.30 Uhr das Fastnachtskabarett „Himmeldonnerwetter" v. A. Chwalek, G. Sdiwenn u. H. Gaze gestartet? morgen, Sonntag, geht im Großen Haus um T4.30 Uhr Sme- tanas „Die verkaufte Braut" und um 19.30 Uhr „Der Vogelhändler" von Carl Zeller in Szene. Im Kleinen Haus steht heute und morgen,, jeweils um 14.30 Uhr, das Märchenspiel „König Drosselbart" von Glaser u. Caninenberg, jeweils um 19.30 Uhr der Schwank „Der wahre Jakob" von Arnold und Bach auf dem Spielplan. 1 FILM-NOTIZEN „Bravo George" erinnert etwas an die seinerzeitige Quax-Geschichte Rühmanns. Etwas unwahrscheinlich, mit jenen tollen Kapriolen zu Pferd, per Auto, Eisenbahn und zu Fuß gewürzt, wie sie eben der Komik eines Rühmann und — wie in diesem Falle — der Darstellung eines George Fromby zu durchschlagendstem Erfolg verhelfen können. Ein paar nette Songs, eine Kleinigkeit Liebe, ein Schuß Intrige und das unvermeidliche happy-end bilden den Rahmen. Wie gesagt, es mag bessere Film-Schwanke geben. Viel besser wird man sich wohl bei keinem von ihnen amüsiert haben. -ck. „mÜeIN SCHATZ IST EIN MATROSE“ . ,. und was für ein Matrose, ein BO Millionen Dollar schwerer Junge, der als J Mister Columbus die sehnlichsten Wünsche seiner stillen Angebeteten den beiden reizenden singenden und tanzenden „Deyo- Sisters", zu entdecken und zu erfüllen sucht. Aber die magische Kraft eines Heinzelmännchens übt er nur solange aus. wie sein Inkognito gewahrt bleibt. Sobald sich der Schleier oR Geheimnisses lüftet, geraten die hübschen Sisters in den vorauszusehenden Herzenskonflikt, aus dem sie dann aber schnell — so wie es sich für ein ordentliches happy-end gehört, und das Publikum es zu sehen wünscht — wieder herausgelöst werden. Soweit die Handlung, die hinter dem zurücktritt, um was es diesem im Gloria laufenden Film geht, nämlich um die Vorstellung der beiden berühmten Orchester Harry James und Xavier Cugat. Freunde einer echten Jazzmusik, einer Musik mit Improvisationen, Rhythmus und Könnern von Format an ihrem Werk werden hier auf ihre Kosten kommen. In Harry James vernehmen wir einen technisch ungemein versierten Trompeter, der seinem Instrument einen seidenweichen Glanz abzugewinnen versteht, während Xavier Cugat eine feinnervige, sich auf cubanischen Rhythmen und Klängen aufbauende Musik hervorzaubert. Aus der Gegensätzlichkeit dieser beiden, von verschiedenen Empfindungen getragenen Musik earhält der Film seine Spannungen, die stark genug sind, ihn über seine inhaltlichen Längen hinwegzuretten. Rö. „LACHEN AUS DEM ALTERTUM " Man ist gemeinhin gewöhnt, aus dem Altertum viel Ernstes und viel Weises zu vernehmen. Viel Würdiges vor allem. Um so erfreuter durfte man sein, nun auch einmal dem lachenden, dem zwar nicht homerisch, aber immerhin ausgiebig lachenden Altertum zu begegnen. Zunächst allerdings, in der Gerichtsszene des Menander, schmunzelte es nur. Mit ihm die zahlreichen Besucher, die den Bonifatius- saal bis auf den letzten Platz füllten (und denen man, um die Illusion vollständig zu machen, auch hinsichtlich der Temperatur ordentlich eingeheizt hatte). Die Schulszene, frei nach Herondas, mit allerlei turbulenten Details und manch diskreter Anspielung gespickt, tat das ihre, dem Wohlbehagen zu einem weiteren Steigerungsgrad zu verhelfen, der schließlich in den Aristophanesischen „Wolken" seinen Höhepunkt und — leider auch — seinen Abschluß fand. Oberstudiendirektor Blank sprach in seinen humorig-liebenswürdigen Begrü- sungsworten von einer Revolution unter den Schülern des Gymnasiums. Eine beglückende Revolution! Eine Revolution, deren Grundton so viel Aufgeschlossenheit und lebendige Klugheit verrät, daß man sie von ganzem Herzen gerne akzeptiert. Ein Lob den Gymnasiasten-Schau- spielern. Und ein Sonderlob dem redekundigen Oberprimaner, dessen launige Begrüßung vom ersten Augenblick an jene gelockerte und frische Atmosphäre schuf, die bei einem Abend wie diesem nicht fehlen darf. -de. RUTH LÖSER ALS LISA Man sollte Ruth Löser, die am Donnerstagabend in „Land des Lächelns" die Rolle der Lisa sang und spielte, mehr Möglichkeiten geben, sich zu bewähren. Was die talentierte Sängerin (und Schauspielerin) zeigte, verdient volle Anerkennung. Die auf Grund früherer Erfahrungen möglicherweise vorhanden gewesene Befürchtung, die Stimme Ruth Lösers würde nicht ausreichen, den Konzerthaussaal auszufüllen, erwies sich als völlig unbegründet: die Löser sang frisch und unbekümmert und fand sich — von Kleinigkeiten abgesehen — in allen Lagen sehr gut zurecht. Der starke Applaus während und am Ende des Stücks war nicht zuletzt ihr zugedacht. Wie gesagt, man wünschte Ruth Löser eigentlich öfter auf der Bühne zu sehen. Jw. * Heinrich Wildberg vom Bad. Staatstheater gastierte am vergangenen Mittwoch auf Einladung der Generalintendanz der Württembergischen Staatstheater Stuttgart mit großem Erfolg als Harras in Zuckmayers „Des Teufels General" in Stuttgart Samstag, den 26. Februar 1949 S A Z Nummer 41 / Seite S Karlsruhe am Wochenende Der dies schreibt, war diese Wo- «he unfreiwilliger Zeuge des schweren Unfalles an der Hauptpost, der einem Menschen das Leben gekostet hat. Darum hält er es für seine Pflicht, an dieser Stelle einmal auch den Finger zu erheben zu einer Mahnung. Wer miterieben muß, wie ein Mensch in den besten Jahren durch eine kurze leichtsinnige Handlung innerhalb weniger Minuten vom Leben in den Tod geschickt wird, der wird nachdenklich. Denn man erinnert sich daran, wie oft man selbst schon ebenso wie der, der nun den Seinen entrissen wurde, in der Eile auf die fahrende Straßenbahn aufsprang und es hätte manchmal nicht viel gefehlt, daß einem das gleiche Schicksal zuteil geworden wäre wie diesem Unglücklichen. Daß ein Tag später wieder jemand auf solche Weise zu Fall kam und sich dabei eine schwere Kopfverletzung zuzog. ist nur ein Beweis dafür, daß verschiedentlich selbst die furchtbarsten Beispiele nichts nützen. Vielleicht würde es nichts schaden, wenn alle, die es Immer so eilig haben und um Minuten geizen, einmal mit eigenen Augen mitansehen müßten, wohin solche Eile führen kann. Möglicherweise wäre das eine Medizin — eine «ehr bittere und schreckliche übrigens — die für alle Zeiten helfen würde. Wie sehr es nottut, im Verkehr der Stadt auf der Hut zu sein, wird auch durch ein anderes Geschehen illustriert, das am Donnerstag, gleichfalls an der Hauptpost, passierte. Eine Frau in den mittleren Jahren war bei dem Bemühen, beim Umsteigen den Anschluß nicht zu verfehlen, eilig über die Straße gelaufen und mit dem Absatz ihres Schuhs ausgerechnet vor einer auf sie zufahrenden Straßenbahn in der Schiene hängen geblieben. Sie fiel langgestreckt über das Schienenpaar und war, wohl vor Schreck, nicht mehr in der Lage, sich zu erheben. Die Frau schrie um Hilfe, wiel es nur ein Mensch tun kann, der dem Tod wachen- Auges entgegensieht. In der Tat war es nur der Geistesgegenwart des Straßenbahnführers zu danken, daß das Schlimmste verhütet wurde: Nicht mehr als einen halben Meter vor der quer über den Schienen Liegenden kam der Wagen zum Stehen. — Muß angesichts solcher Beispiele der, mahnende Finger überhaupt noch erho- . ben werden? Solche Tatsachen sprechen doch wohl für sich. Und vielleicht könnte doch mancher dies oder jenes daraus für sich gewinnen. Dies wäre die kleine verkehrserzieherische Lektion. Ihr darf, um mit einem anderen Thema zu schließen, angefügt werden, welches Aufsehen es erregte, als diese Woche der ganze Pferdepark des hier schon mehrfach erwähnten Zirkus Holzmüller in Karlsruhe eintraf. Es war nicht nur für Pferdekenner, sondern auch für die anderen ein Genuß, die rassigen Tiere bei ihrem Einzug in die Stadt zu bewundern. Wobei' es für die Bevölkerung nicht ohne Interesse sein wird, zu hören, daß Holzmüller seine Antrittsvorstellung nun schon wesentlich früher starten will, als es ursprünglich vorgesehen war: Sie soll schon Anfang März stattfinden! Man ist gespannt! Auch darauf, ob hier soviele Zirkusfreunde zu Anden sein werden, daß die Sache Erfolg haben wird. Den zahlreichen Artisten und Arbeitern wäre es zu wünschen. (Den braven Pferdchen übrigens aul) Carolus. Monatlich nur noch fünfzehn Heimkehrer! Hilfe für die rückkehrenden Kriegsgefangenen durch die städtische Betreuungssteile „Die Zahl der aus Rußland heimkehrenden Kriegsgefangenen ist nach wie vor sehr gering.“ Daß diese Tatsache, die General Clay in seinem Monatsbericht für die gesamte amerikanische Zone feststellte, auch in Karlsruhe ihre Bestätigung findet, erfuhren wir vom Leiter der Heimkehrer-Betreuungsstelle beim hiesigen Wohlfahrtsamt. Während in den letzten Monaten des vergangenen Jahres, als bekanntlich noch Kriegsgefangene aus Jugoslawien und Frankreich zurückkamen, im Büro am Bahnhof monatlich bis zu 100 Fahrscheinheftchen an Heimkehrer ausgegeben werden konnten, ist diese Zahl im Januar und Februar zusammen auf weniger als 30 gesunken. Verschiedene Anfragen und Klagen vor kurzem erst heimgekehrter ehemaliger Kriegsgefangenen geben Veranlassung, in diesem Zusammenhang das Thema der Heimkehrerbetreuung nochmals kurz zu streifen. In Karlsruhe ist zu diesem Zweck schon vor län erer Zeit die bereits oben erwähnte Heimkehrerbetreuungsstelle beim städtischen Wohlfahrtsamt geschaffen worden, die jedem Heimkehrer im Rahmen des Möglichen mit Rat und Tat zur Soke steht. Jeder Rückkehrer erhält von der Betreuungsstelle zunächst einen Behördenwegweiser, der ihm das Zurechtfinden in dem für einen Unkundigen noch immer recht ausweglos erscheinenden Labyrinth von Dienststellen und Behörden erleichtern soll. Sowohl in seinem eigenen Interesse als auch im Interesse der Allgemeinheit muß sich jeder entlassene Kriegsgefangene zunächst beim Gesundheitsamt melden, wo er nach erfolgter Untersuchung auf körperliche Schäden hingewiesen wird, die ihm einen Anspruch auf Körperbe- schädizten-Rente sichern. Da die meisten Heimkehrer in dfen Jahren des Krieges und der Gefangenschaft irg n dunen dauernden oder vorübergehenden körperlichen Schaden erlitten haben, -spielt für sie die Arbeit der Landesversicherungsanstalt eine besonders wichtige Rolle. Auch hier, wie übrigens bei allen anderen Behörden, genießen die erst jetzt aus der Gefangenschaft entlassenen Männer eine bevorzugte Behandlung. Es gehört nicht zu den Seltenheiten, daß gerade ihre Rentenverfahren bereits nach wenigen Wochen abgeschlossen sind. Auf dem Arbeitsamt werden Heimkehrer in den Karten besonders gekennzeichnet und finden bei der Arbeitsvermittlung in erster Linie Berücksichtigung. Auch das Wohnungsamt ist bestrebt, vornehmlich in solchen Fällen, in denen unverheiratete Heimkehrer in ihr Elternhaus zurückkommen und dort ihr Zimmer von anderen Personen bewohnt vorfinden, so rasch als möglich klare Verhältnisse zu schaffen. Der Leiter der hiesigen Betreuungsstelle hat bei seinem Amtsantritt unerkannt alle Behörden, die ein, Heimkehrer zu passieren hat. aufgeeucht, sich als entlassene Kriegsgefangener ausgegeben und dabei überall ein erfreuliches Entgegenkommen und Verständnis vorgefunden. Die Tatsache, daß man sich ihnen gegenüber bei den Behörden sehr freundlich und hilfsbereit erweist, wurde auch von Heimkehrern selbst schon verschiedentlich anerkennend bestätigt. Anlaß zur Klage und Unzufriedenheit bildet jedoch immer wieder der Mangel an ausreichenden Mitteln für eine wirkliche tatkräftige Hilfe und Unterstützung. Nach den für Württemberg-Baden und die übrigen Länder der amerikanischen Besatzungszone gültigen gesetzlichen Bestimmungen ist eine besondere Unterstützung, wie sie den Heimkehrern in den Ländern der britischen Zone in Form einer einmaligen Beihilfe von 200 bis 300 DM zuteil wird, nicht möglich. Nur in ganz besonderen Härtefällen können die Richtsätze der allgemeinen Wohlfahrtsfürsorge um einige Prozent überschritten werden. Es wäre zu wünschen, daß sich zur Erleichterung des harten Loses der jetzt erst heimkehrenden Kriegsgefangenen den erfreulichen Bestrebungen der städtischen Betreuungsstelle möglichst bald umfassende Maßnahmen auch auf der staatlichen Ebene anschließen. -d- rr Karlsruhe ist reich an Hunden und Katzen ... stellten die „Hilf-Fix“-Studenden bei der ersten Kartenzustellung fest— Zufriedenheit auf beiden Seiten quittiert Mi Nächtelang hatten fleißige Hände Listen geschrieben, Karteien vom alphabetischen System auf die Einteilung nach Straßen umgestellt und zahlreiche Neubestellungen nachgetragen und dann war es endlich so weit: Die Studenten von „Hilf- Fix“ durften auf dem Ernährungsamt erstmalig für eine große Zahl von Haushaltungen, die sich mit der Hauszustellung einverstanden erklärt hatten, die Lebensmittelkarten in Empfang nehmen. Doch ehe mit dem eigentlichen Austragen begonnen werden konnte, mußten die Listen noch einmal verglichen, die Umschläge mit Karten gefüllt und alles genau geprüft werden, denn Lebensmittelkarten sind Wertobjekte, von deren Besitz die materielle Existenz jedes Einzelnen auch heute noch in hohem Grade abhängig ist. Nicht alles ist erfreulich, was die Studenten bei ihren Gängen von Haustür zu Haustür, von Glasabschluß zu Glasabschluß, treppauf, treppab zu sehen bekommen. Sie werden bei dieser Arbeit mit so manchem harten Schicksal vertraut, und aus vielen Ecken und Winkeln schaut ihnen Armut und bittere Not entgegen. Man merkt, daß die Leute wieder begonnen haben, mit dem Pfennig zu rechnen, denn nur selten kann jemand auf das nicht 'w gjeich greifbare Herausgeld verzichten. Dafür gibt es bei Händlern oder Gastwirten hier mal eine Tüte Obst und dort ein Mittagessen gratis, was von einem nicht selten '•'ungrigen Studentenmagen mit gebührender Dankbarkeit wird. Eine« schein^ es nach den Erfäh- rungen der „Hilf-Fix“-Studenten auch in Karlsruhe noch ln ausreichender Weise zu haben: Haustiere aller Arten und Gattungen. Die Zahl der Hunde und Katzen übertrifft dabei die kühnsten Erwartungen, ja man könnte fast den Eindruck gewinnen, daß bei annähernd termingerechter Bezahlung der Hundesteuer das Steuersäckel eine recht ansehnliche Rundung auf- we'sen müßte. Bin munteres Hühnervolk auf dem Balkon einer im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung darf allerdings doch schon als eine kleine Kuriosität vermerkt werden. Wie man siqht, ist die Arbeit des Kartenaustragens keineswegs uninteressant; man kann dabei manches sehen und vielleicht auch lernen. Die Studenten sind jedenfalls mit dem Erfolg ihrer ersten Kartenzustellungsaktion vollauf zufrieden und auch ihre Auftraggeber sind es, was man den Studenten wiederholt versichert hat. Vielleicht trägt diese Zufriedenheit mit dazu bei, daß bei der nächsten Kartenaiüsgabe ein noch größerer Kreis von Haushaltungen sich für die Hauszustellung entscheidet. he. Keine Antwort Ist auch eine Antwort I Wir beschließen mit diesen Zeilen ein unerfreuliches Kapitel. Unsere Leser werden sich erinnern, daß wir vor einigen Wochen auf Vorgänge um den Wiederaufbau des Hauses „Schloßbezirk lld“ hingewiesen haben, die unseres Erachtens nicht in. Ordnung waren. Die uns bereitwillig eingeräumte Möglichkeit, uns bei allen fraglichen Stellen zu informieren, hat bekanntlich den Beweis erbracht, daß das Hochbaureferat von der untergeordneten Behörde gebeten worden war, das Projekt nicht in Angriff zu nehmen. Als der Aufbau des Hauses mit staatlichen Mitteln für einen Privatmann dann doch begonnen und dafür, allein in neuer Währung, nahezu 10 000 DM aufgewendet waren, wurde das Hochbaureferat vom Bezirksbauamt schriftlich darüber in Kenntnis gesetzt, daß 48 000 DM Kredit erforderlich wären, wenn das Bauvorhaben ganz ausgeführt werden soll. Gleichzeitig wurde vorgeschlagen, die Arbeiten auslau- fen zu lassen, da „bei der Erregung der Anwohner, denen dringende Bauunterhaltungswünsche aus Mangel an Geld abgelehnt werden müssen, eventl. mit Angriffe^ der Presse gerechnet werden muß.“ Wir haben bis zum heutigen Tag vergeblich auf eine Stellungnahme des Hochbaureferats gewartet. Länger zuzuwarten, ist uns nicht möglich. Man kann es uns wohl kaum übel nehmen, wenn wir dieses begreifliche Schweigen, über das wir schon vor einiger Zeit unsere Verwunderung zum Ausdruck brachten, als das Eingeständnis dafür werten, daß man nicht in der Lage ist, die von uns erhobenen Vorwürfe zu widerlegen. Nach der Weisheit, wonach keine Antwort auch eine Antwort ist, dürfte es'der Öffentlichkeit nicht zu schwierig sein, sich auf die gesamte, in den Hintergründen leider ziemlich mysteriös gebliebene Angelegenheit einen Reim zu machen. W. Sonntagsdienst der Aerzte und Apotheken Aerzte: Karlsruhe-Stadt: Dr. Detert, Kaiserstr. 5, Tel. 3060: Dr. v. Strassar, Beiertheimer Allee 9, Tel. 5845; Dr. Q. Schmidt, Sofienstr. 120, Tel. 4884: Dr. Werner, Wendtstr. 9, Tel. 3030; Durlach! Dr. Helwing, Hengstplatz 7, Tel. 261 1 Rüppurr: Dr. Brauns, Breisgaustr.2, Tel.7062. Apotheken (Sonntags-, Mittwochs- und Nachtdienst ab heute): Löwen-Apotheke, Kaiserstr. 99, Tel. 1460) Karl-Apotheke, Karlstr. 18b, Tel. 6717; AdlenApotheke, Augartenstr. 37, Tel. 8254; Sonnen-Apo- theke, Gebhardstr. 35, Tel, 1758: Stern- Apotheke, Hardtstr. 38, Tel. 2039. Landesfagtmg des Hilfswerks eröffnet „Es gibt eine organisierende, aber keine organisierte triebe 04 Ein Student bringt die Karten Foto: Heyn« Am 6. März: * Auftakt der Rennsahon Am Sonntag, den 6. März, 14.30 Uhr, veranstaltet der Pferdezucht- und Rennverein Karlsruhe auf dem Rennplatz am Rheinhafen (längs der Alb) mit einem öffentlichen Totalisator verbundene Galoppflach- und Hindernisrennen sowie Trabfahren, bei denen heste »Vollblüter des In- und Auslandes am Start sind. Im Laufe des Jahres sind weitere derartige Rennen geplant. ^ Schaufenster-Einbrüche In den Mittagsstunden wurde der Auslagekasten eines Textilgeschäfts in der Klauprechtstraße erbrochen und die ausgestellten Waren entwendet. — Die Fensterscheibe eines Lebensmittelgeschäfts in dfcr Goethestraße wurde bei Nacht mit einem Pflasterstein eingeschlagen. Die Einbrecher nahmen von den ausgestellten Waren mehrere Flaschen Spirituosen sowie größere Mengen Käse und Butter mit. pb. Kraftwagen gegen Radfahrer Auf der Kaiserallee erlitt ein Radfahrer beim Zusammenstoß mit einem aus der Grashofstraße kommenden Personenkraftwagen einen Schlüsselbeinbruch. — Auf der Karlstraße wurde ein Radfahrer, der einen ikleinen Leiterwagen mitführte, von einem Personenkraftwagen angefahren und vom Rad geschleudert. Er mußte mit Prellungen am Becken und an den Beinen ins Krankenhaus eingeliefert werden. pb. Weitere Verkehrsunfälle Angefahren und erheblich verletzt wurde auf der Neureuter Straße der Führer eines dort haltenden Kraftwagens, als er eben im Begriffe war, in seinen Wagen einzusteigen. Der schuldige Kraftwagenführer setzte unerkannt seine Fahrt fort, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. — Von einem Radfahrer angefahren und am Bein verletzt wurde auf der Kreuzung der Hirsch- und Südendstraße ein 8jähriges Mädchen. Pb. Außenreklame im Stadtbild Die in Karlsruhe geltenden Bauvorschriften verlangen, daß die Bauherren, Architekten und Handwerker vor der Ausführung von Außenreklamen aller Art (Schilder, Schaukasten, Beschriftungen, Bemalungen usw.) eine entsprechende Skizze bei der Bauaufsichtsbehörde zur Genehmigung vorlegen. Im Zuwiderhandlungs- falle können Strafen ausgesprochen werden. na. Ein neuer Kindergarten Die Arbeiterwohlfahrt eröffnet »m Dienstag, den 1. März, im Hause Kronenstraße 15, einen neuzeitlich eingerichteten Kindergarten. Besichtigung und Anmeldung von Kindern jederzeit möglich. Im gleichen Hause befindet sich die Nähstube der Arbeiterwohlfahrt, die täglich von 14—22 Uhr geöffnet ist. :) Wie lebt ein Pfadfinderstamm? Die Christliche Pfadfinderschaft in der evangelischen Jugend veranstaltet morgen um 16 Uhr in der Gustav-Jakob-Hütte (Linkenheimer Allee) einen G.P.rNachmit- tag, der den Besuchern einen Einblick in das Leben und Treiben eines christlichen Pfadfinderstammes vermitteln soll. Vom Schloßturm und der Kunsthochschule aus ist ein Wegführungsdienst eingerichtet. :) Seltenes Doppeljubiläum Wie uns der Industrieverband Metall der Gewerkschaften mitteilt, kann das Mitglied dieses Verbandes, Robert Hutter, Moltkestraßa 145, am 28. 2. 49 das Fest der goldenen Hochzeit begehen. In diesen Tagen gehört Hütter außerdem 60 Jahre der Gewerkschaftsbewegung an. :) Karlsruher Marktbericht Kleinverkaufspreise am 23. Februar 1949 in Pfennigen je 500 g: Rosenkohl 140—150, Winterkohl 25, Weißkraut 10—12, Wirsing 25—35, Spinat 33—40, Butterrüben 10—12, Gelberüben 8—10, rote Rüben 10—15, weiße Rüben 8, Bodenkohlraben 10, Schwarzwurzeln 80—120, Lauch 30—45, Kressesalat 160 bis 180, Feldsalat 140—160. Sellerie 60 bis 85, Rettich 10—15, Zwiebeln 18—25, Sauerkraut 25, Tafeläpfel 65—85, Kochäpfel 50—60. * Jugoslawische Kriegsgefangenei Alle Familien, deren Angehörige sich noch in jugoslawischer Kriegsgefangenschaft befinden, werden gebeten, sich zwecks Angaben der Personalien ihrer Kriegsgefangenen, umgehend beim Roten Kreuz, Karlsruhe, Herrenstraße 9^9, vormittags zwischen 8—12 Uhr zu melden. Eine wichtige öffentliche Aufforderung hinsichtlich der Veranlagung zur Einkommen-, Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer finden unsere Leser im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe. Die Naturfreunde Karlsruhe veranstalten am Rosenmontag, abends 20 Uhr, Im Eichhornsaal in Rüppurr für ihre Mitglieder eine b un t e Fastnachtsunterhaltung. Der Befrieberatsvorsitzende der Bosch- Werke Stuttgart, Eugen Eberle, spricht am Donnerstag, den 3. März 1949, um 20 Uhr, im Zieglersaal, Baumeisterstraße 18, in einer öffentlichen Versammlung der KPD zum Thema: „Das Ruhrstatult bedfobt die Existenz Deutschlands'’. DJ« Frühjahrslandestagung des Evang. Hilfswerks in Baden wurde am Freitagnachmitlag durch Landesbischof D. Bender eröffnet. Die Eröffnungsfeier, an der auch Oberbürgermeister Töpper teilnahm, fand in der Kapelle des Diakonissenhau- ses Rüppurr statt. Der Landesbischof legte anhand des Bibelwortes. „Er hat sich selber für uns gegeben“ in fein abgewogenen und zu Herzen gehenden Worten den Unterschied zwischen Hingabe und Selbsthingabe dar und zeigte von dieser Sicht her die Grundlagen der Arbeit des Hilfswerks auf. Vor Beginn der anschließenden Arbeitstagung im Evang. Gemeindehaus in Rüppurr, begrüßte der Leiter des Hauptbüros Karlsruhe, Pfarrer Schmidt, die Vertreter der Behörden und die übrigen Gäste, darunter den Landesbeauftragten für das Flüchtlingswesen, Oberregierungsrat Geppert, und dankte dem Landesbischof für die Teilnahme an dieser Tagung. Darauf hielt der Generalsekretär des Hilfswerks, Pfarrer Berg- Stuttgart, einen Vortrag über dag Thema „Um die Gestaltung des Diakonats der Kirche". Er zeichnete einige Konturen nach, wie §ie sich aus dem Blickfeld des Gesamtwerks ergeben, gab einen Rückblick auf die jetzt rund dreieinhal’bjährige Arbeit des Hilfswerks und steckte den Platz ab, der dem Hilfswerk in der Kirche, in Gemeinde, Landeskirche und EKD zukommt. Er betonte be- < sonders, daß mit . dem von der Synode in Bethel beschlossenen Hilfswerkgesetz die Kirche sich zu ih'rem jüngsten Kinde bekannt habe. Bei der Erörterung der Gegenwartsaufgaben des Hilfswerks stellte Pfarrer Berg fest, daß unter den Sachproblemen die Hilfe für den Osten absolut voranstehe. Bedeutende Aufgaben erwarten das Hilfswerk weiter im Flüchtlingsproblem und im Siedlungsproblem. Richtungweisend für die Arbeit des Hilfswerks dürften die Worte von Pfarrer Berg sein, daß es wohl eine organisierende Liebe, aber keine organisierte Liebe gebe. Zum Abschluß dieser ersten Arbeitssitzung der Frühjahrstagung des Hilfswerks, richtete Landesbischof D. Bender ein Wort des Dankes an alle, die im Hilfswerk mitarbeiteo. Wfe entstand der Rheintalgraben? Interessante Ergebnisse geologischer Forschungen um Karlsruhe In Verbindung mit der am Donnerstag im Bunte-Hörsaal veranstalteten Jahresschlußsitzung und dem Bericht der Vorstandsmitglieder über die Arbeit in den letzten zwei Jahren, brachte der Naturwissenschaftliche Verein einen Vortrag von Dr. L. Hirsch über das Thema: ,,Neue geologische Forschungsergebnisse in und um Karlsruhe". Eine Darstellung des Standes der bisherigen Erkenntnisse über die Art der Entstehung des Rheintalgrabens leitete den Vortrag ein. Mehrere Theorien hätten sich bereits als falsch erwiesen, nachdem durch zahlreiche Bohrungen Teile eingesunken geglaubter 'Schichten nicht festgesteilt worden seien. Somit könne man schließen, daß das Rheintal nicht durch Druck, sondern durch einen beiderseitigen Zug entstanden ist. Für die Richtigkeit dieser Behauptung würden auch die Verwerfungsfalten sprechen, die durch eine überaus langsame Bildung des Grabens entstanden sein müßten und deren Verlauf mit Hilfe von ca. 500 Bohrungen in der Umgebung von Karlsruhe erforscht worden sei. Gerade das Aufsteigen des Grundwassers längs dieser Linien deute darauf hin, daß diese Stellen nicht jene Dichte haben, wie sie durch einen Druck hätte entstehen müssen. Auch quer durch Karlsruhe selbst hätten sich derartige Linien gebildet. So z. B. eine durch den Grund der Brauerei Sdirempp in Richtung Stadtgarten, eine andere vom Güterbahnhof durch den Grund der Seifenfabrik Wolff & Sohn in Richtung Hagsfeld. , Es sei. nicht ausgeschlossen, daß diese eigenartigen Verwerfungsfalten die Auswirkungen von Erderschütterurigen sehr stark beeinflussen. Die große Zahl der alljährlich registrierten Beben lasse die Feststellung zu, daß die -Erdkruste auch heute noch als sehr labil betrachtet werden muß, Fr. Der VfB Mühlburg wird gegen 1860 München voraussichtlich mit folgender Elf antreten: Scheib 2 — Fritscher, Held — Hauer, Gärtner, E. Fischer —Bechtel, Seeburger, Rastetter, Lehmann, Roth. Da in diesem Spiel mit einem Massenbesuch zu rechnen ist, empfiehlt "es sich, die Karten im Vorverkauf zu lösen. Samstag, den 28. Februar 1949 S AZ Nummer 41 / Seit« V Unser Kalorienkalender / Leben-smlttelraöonen für die 124. Zuteilungsperiode (März) Brot Für Verbraucher über 6 Jahre (Karten lt, 21, 31) erfolgt der Brotaufruf dekadenweise. In der 1. Dekade ist Brot auf folgende Abschnitte der Karten 11, 21, 31 •bzugeben: a) die Brotabschnitte 25 und 27 der Lebensmittelkarten der 122./123, Zuteilungsperiode (Januar/Februar 1949) je 50 g . R-Brot Die Gültigkeit der Brotabschnitte 25 und 27 wird gleichzeitig bis 31. März 1949 verlängert: b) nachstehende Brotabschnitte der 124./ 125. Zuleilungsperiode: 10 Kleinabschnitte über je 50 g R-Brot. 20 Kleinabsdmitte über je 50 g W-Brot. Brot eins “ 1000 g R-Brot. Die Brotabschnitte für Verbraucher bis 8 Jahre sowie die der Zulage- und Sonderkarten sind ohne Bindung an Dekadenaufrufe entsprechend ihren Periodenbezeichnungen und Mengenaufdrucken zum Warenbezug gültig. Verbraucher von 1—6 Jahren erhalten außerdem auf den Brot- abschrAt A ohne Mengenaufdruck 1000 q R-Brot. Weißbrot, das unter Verwendung von Beimischmehlen herzustellen ist, kann auf folgende Brotabschnitte abgegeben werden. Verbrauchergruppe Abschnitt Wert Zus. über 6 Jahre g g (11, 21, 31) W-Brot Kleinabschnitte 1000 1—6 Jahre Brot 9 500 (14, 24 , 34) Brot B 1000 1500 SV-Bi»tkarte Brot 9 124./12S. ‘ 1000 47 Brot 19 124./125. 500 1500 SV-Brotkarte Brot 3 124./125. 1000 48 Brot 7 124./125. 500 1500 Mütter (70) Der Abschnitt über 500 500 R-Brot, das unter Verwendung von Bei- mischungsmehlen herzustellen ist, kann auf alle vorstehend nicht genannten Brotabschnitte — soweit sie aufgerufen sind — bezogen werden. Mehl kann auf sämtliche aufgerufenen Brotabschnitte wahlweise im Verhältnis 4 (Brot) zu 3 (Mehl) bezogen werden, jedoch sind bei der Abgabe von Mehl 20 */» des Mehlwertes in Form von Mais-, Soja- oder Kartoffelwalzmehl abzugeben, d. h. an Stelle von 1000 g Brot sind 600 g Brotmehl bzw. bei W-Brotmarken Kochmehl und 150 g Mais-, Soja- oder Kartoffelwalzmehl abzugeben. Die mit „ZW“ überdruckten Brotabschnitte der Lebensmittelkarten 14, 16, 24 und 34 und der Karte 70 berechtigen zum Bezug von Zwieback bzw. Dauergebäck (aus Importmehl oder Kochmehl) im üblichen Umrechnungsverhältnis. Soweit die Verbraucher auf die ZW-Ab- schnitte statt Dauergebäck Weißbrot bzw. Kochmehl beziehen wollen, sind die Abschnitte durch die Kartenausgabestelle abstempeln zu lassen. Nährmittel Nährmittel T (also Tetgwar^n, Weizengrieß, Haferflocken und alle übrigen Ha- fernihrmittel, wie Hafermehl und Hafergrütze, sowie olle dem Puddingpulver ln der Verwendung ähnlichen Erzeugnisse, die aus Weizen, Hafer oder Reis herge- V erbrauchergruppe Ueber 6 Jahre (11, 21, 31) 1—6 Jahre (14, 24, 34) Säuglinge (16) Vollselbstversorger (41, 44) Teilschwerarbeiter (61) Schwerarbeiter (62) Schwerstarbeiter (63) Mittelschwerarbeiter (64) Mütter (70) Krankenzulagekarten 72—78 stellt sind) sind je nach Vorratslage nnd Wahl des Verbrauchers auf folgende Nährmittelabschnitte abzugeben: Wert je 250 Insgesamt 500 g 1500 g 2000 g 250 g 250 g 1500 g 3000 g 750 g 2750 g Ferner können Nährmittel der Gruppe „T" auf alle Nährmittel-Reisemarken und Nährmittelabschnitte der Tageskarten bezogen werden. Ausgenommen sind die über 25 g lautenden Nährmittel-Reisemar- ken mit dem Aufdruck „122/24" (Streifenmarken). Nährmittel S (also alle unter „Nährmittel T" nicht genannten Nährmittel — mit Ausnahme von Puddingpulver, Kinderstärkemehlen, Kinder-Getreide- und Kin- der-Milchnährmltteln — einschließlich der koch- und tafelfertigen Suppen und Soßen, sowie Kaffee-Ersatz) sind auf alle vor- . stehend nicht genannten Nährmittelabschnitte abzugeben. Malzextrakt kann auf alle zum Bezüge von Nährmitteln S berechtigten Abschnitte bezogen werden, wobei statt 275 g Nährmittel 500 g Malzextrakt abzugeben sind. Die Abgabe von Malzextrakt auf Brotabschnitte im Verhältnis 1:1 bleibt hiervon unberührt. Klnder-Getreldenährmlttel können auf die besonders für den Bezug von Kinder- Getreidenöhrmitteln bezeichneten Nährmittelabschnitte der Lebensmittelkarten 14, 24, 34 und 16 wahlweise abgegeben werden. Fleisch Die Ausgabe hat von Dekade zu Dekade nach folgendem Plan zu erfolgen: 1. Dekade: Ueber 6 Jahre (11, 21) Kl.-A. „A", „B" 100 g : Abschn. 5 100 g: 1—6 Jahre (14, 24) Abschn. 4 100 g, Abschn. 5 100 g. 2. Dekade: Ueber 6 Jahre (11, 21) Abschnitt 6 100 gi 1—6 J. (14, 24) Abschn. 6 100 g. 3. Dekade: Ueber 6 Jahre ‘(11, 21) Abschnitt 7 100 g; 1—6 Jahre (14, 24), Abschnitt 7 100 g. Zulagekarten für werdende und stillende Mütter, Krankenzulagekarten sowie Pflege- und Gefährdetenzulagekarten. Die „f“-Abschnitte der Zulagekarten 70, 71, 74, 75, 76 und 78 berechtigen zum Bezüge von je 125 g Fleisch. Fleischkarte für Selbstversorger (Karte 49). Jeder Fleischabschnitt dieser Karte berechtigt zum Bezüge von 100 g Fleisch. Fett Die Fettabschnitte aller Lebensmittel-, Zulage-- und Sonderkarten sind entsprechend ihren Periodenbezeichnungen und Abschnitt Nährmittel eins, drei sämtliche N ährmittelabschnitte sämtliche N ährmittelabschnitte Nährmittel eins 250 der Abschnitt über 250 g alle Abschnitte über 250 g Nährmittel alle Abschnitte über 250 g Nährmittel alle Abschnitte über 250 g Nährmittel sämtliche N ährmittelabschnitte jeweils sämtliche Nährmittelabschnitte Mengenaufdrucken zum Warenbezug phne Bindung_an Dekadenaufrufe gültig. Für Verbraucher über 6 Jahre (11) ist die Fettausgabe von Dekade zu Dekade nach folgendem Plan durchzuführen: 1. Dekade Abschn. Kl.A 125 g Ma.j Abschn. K 125 Bu. 2. Dekade: Abschn. J u. M je 125 Ma. 3. Dekade: Abschn. N 100 g Oel; Abschnitt Z 404 125 g Ma. Karten 14 und 16. Die Fettabschnitte dieser Karten berechtigen in Höhe ihrer Mengenaufdrucke zum Bezüge von Butter. Kinder von 1—6 Jahren (14) erhalten auf Abschnitt Z 404 “ 125 g Margarine, Säuglinge (16) “ 125 g Butter. Karten 31 und 34. Die Abschnitte „Fett Sch" und Z 404 berechtigen zum Bezüge von je 125 g Margarine. Karte 49 (Fleischkarte für Selbstversorger). Die Bewertung der Fettabschnitte dieser Karte bleibt zunächst noch Vorbehalten. Karten 61 bis 64. Die Fettabschnitte sind in Höhe ihrer Mengenaufdrucke mit Margarine zu beliefern. Karten 70 bis 78. Die Fett- bzw. Butterabschnitte dieser Karten berechtigen zum Bezüge von Butter in Höhe ihrer Mengenaufdrucke. Käse Auf die mit Mengenaufdruck versehenen Käseabschnitte ist Käse in Höhe des Aufdruckes abzugeben. Die „KL—1"-Ab- schnitte der Karten 11, 14, 21, 24, 31, 34, 41 und 44 berechtigen zum Bezüge von je 62,5 g Schmelzkäse. Die Käseabschnitte der Zulagekarten 61 bis 64 haben ebenfalls einen Wert von 62,5 g. Der Wert der Käseabschnitte der Mütterkaite (70) und der Krankenzulagekarte 71 ergibt sich aus dem Mengen- aufdrudc. Soweit Kräuter-' und Sauermilchkäse zur Ausgabe kommen, können die Käseabschnitte mit der doppelten Menge beliefert werden, d. h. 125 g. Milch Die Ausgabe erfolgt nach Vorratslage. Personen über 70 Jahre erhalten täglich V« Liter E-Milch auf Abschnitt 13 der Altersmilchkarte. Dig Lebensmittelkarten 11, 14, 16, 31 Und'34 der 124J125. Zutellungsperiode sind mit zwei Milchbestellabschnitten ausgestattet, von denen der eine für die 124. Zuteilungsperiode, der andere für die 125. Zuteilungsperlode gültig und entsprechend gekennzeichnet ist Für den Monat März gelten die Bestellscheine mit dem Eindruck „124". Klndermllchnährmlttel Da mm wieder wie früher Vollmilch- bestellscheine für die einzelnen Monate geschaffen wurden, sind ab 1. 3. 1949 — wie bis Dezember 1948 — die Monatsmengen auszugeben. Zucker Rohzucker ist auf folgende Abschnitte abzugeben: den Zuckerabschnitt 2 über 500 g der Karten 11, 21 und 31 und die 125 g Zuckerabschnitte der Tageskarten. Weißzucker ist auf alle vorstehend nicht genannten Zuckerabschnitte, also auch auf die Zucker-Reisemarken und die Zuckerkleinabschnitte der Tageskarten, jedoch nicht auf die über 125 g lautenden Zuckerabschnitte der Tageskarten abzugeben. Auf alle zum Bezüge von Zucker berechtigenden Abschnitte können wahlweise und je nach Vorratslage bezogen werden: Statt 100 g Zucker 180 g Marmelade (oder Rübensaft) oder 125 g Kunsthonig oder 125 g Zuckersirup oder 200 g Mischsirup oder 150 g Obstsirup oder mindestens 100 g Zuckerwaren. Fische Ab 1. 3. 1949 werden die Kinder von 1—3 Jahren in die Zuteilung von Fischen einbezogen. Diese Kinder erhalten — so- Badischer Schneeberidif Kaum noch Sportmöglichkeiten Nach dem neuesten Badischen Schneebericht des Arnte^ für Wetterdienst Karlsruhe, bestehen im nördlichen Schwarzwald höchstens noch an einzelnen bevorzugten Nordhängen sehr beschränkte Sportmöglichkeiten. Die Gipfel im Mittel- und Südschwarzwald haben bei Nebel 25 cm Pappschnee und nur der Feldberg meldet noch 55 cm-mit 2 cm nassem Neuschnee. Die Temperatur liegt mit Ausnahme des Feldberggipfels, wo gerade 0 Grad herrschen, überall einige Grad über dem Gefrierpunkt. — Wenn auch in den nächsten Tagen die Frostgrenze vorübergehend bis etwa 800 m herabgehen und dadurch die Schneedecke vereisen wird, so sind wesentliche Schneefälle nicht zu erhoffen, so daß mit Ausnahme des südlichen Hochschwarzwaldes die Sportmögllchkeiten nur sehr gering sein werden. Zum Wochenende freundlich Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Montagfrühi Heiter bis wolkig und trocken, stellenweise Frühnebel.' Tageshöchsttemperaturen am Samstag 6 bis 8, am Sonntag 10 bis 12 Grad. Nachts gebietsweise leichte Fröste. Meist schwache Winde aus West bis Südwest. weit sie Empfänger der Lebensmittelkarte« 14, 24, 14 B und 24 B sind, zusammen mit den Lebensmittelkarten eine Fischkarte ausgehändigt. Es berechtigen die Abschnitte „Fisch 9" bis „Fisch 12" zum Warenbezug, wobei jeder Abschnitt einen Grundwert von 250 g hat. Ebenso haben die Fischreisemarken, die Fischabschnitte der 7 Tageskarten und der Krankenzusatzkarten 71, 74 und 75 einen Grundwert von 250 g. Das Ausgabeverhältnis für einen Fischabschnitt ist dabei folgendes: a) 250 g Salzheringe, geräucherte Heringe (Bücklinge), geräucherte Salzheringe (Lachsheringe), geräucherte Makrelen, geräucherte Sprotten, qeräucherter Stücken- flsch oder b) 200 g Marinaden aller Art (Kalt-, Koch- und Bratmarinaden), Filet (frisch und gefroren), Anchosen, Fischvollkonserven, Seelachs in Scheiben und Schnitzeln oder , c) 350 g Frischfisch ohne Kopf oder d) 375 g Frischhering (auch gefroren) mit Kopf und ausgenommen, geräucherter Magerfisch, soweit nicht unter a) genannt, oder e) 500 g Frischfisch mit Kopf, Plattfische (frisch und gefroren). Trockenfrüchte Im Monat März 1949 erhalten alle über 1 Jahr alten Versorgungsbereehtigten — mit Ausnahme der Vollselbstversorger —• 200 g importierte Trockenfrüchte. Die Ausgabe erfolgt nach Eintreffen der Ware auf den Abschnitt „TR 1” der Karten 11, 14, 21, 24, 31 und 34. ea. n —— » Versammlungsfennine der Parteien Im Stadtkreis Karlsruhe . CDU. Gemütl. Beisammensein: 26. L, 20 00, Kolpinghaus: Mühlburg: Jahres- hauptv., 3. 3., 20.00, „Stadt Karlsruhe"! Kreisvorstandssitzung: 4. 3., 18.00, „Trompeter von Säckingen": Gemütl. Beisammensein: 5. 3., 20.00, Kolpinghausi Durlach: Jahreshauptv., 6. 3., 19.30, „Traube", KPD. Ortsgruppenpolleitersitzung: 28. 2„ 18.00, Parteibüro: Südstadt: Schulungsabend d. Jugend: 1. 3„ 19.30, „Auerhahn": Grünwinkel: Mitgliedervers., 1. 3„ 19.30, „Lokalbahn": Rüppurr: Mitgllederv., 2.3„ 20.00, „Kaiser Friedrich": Knielingen» Mitgliedervers., 2. 3., 20.00, „Rose"» Bulach: Mitgllederv., 2. 3., 20.00, „Krone"» Weststadt: Mitgliedervers., 3. 3., 20.00, „Grals Weinstube": öffentl. Vers., 3. S„ 20.00, „Ziegler", Baumeisters». 18, Ref. Eberle: Mühlburg: Mitgllederv., 4. 3., 20.00, „Brunnenstube": Daxlanden: Bunt. Abend» 5. 3., 20.00, „Sonne". ... nnd lm Landkreis SPD. Bruchsal: Kreiskonferenz, 27. 8.00, „Prinz Max". KPD Söllingen: Mitgliedervers„ 5. 3„ 20.00, Rathaussaal: Ettlingen: Mitgllederv^ 5. 3„ 20.00, „Engel". Herr Schneider persönlich erklärt Ihnen mit Hilft seiner mihroahop. Haarunter- auchungen und wissenschaftlichen Unter suchungsmethoden die Ursachen und Maßnahmen bei Haarausfall, Jucken der Kopfhaut, bahle Stellen » Brechen der Haare,, frühzeitiges Ergrauen. Sprechstunden ln Pforzheim t Montag, den 28. Februar, von 8.80—18.90 Uhr bei Friseur Lohrer . Bayerstraße 1 Sprechstunden in Karlsruher f Dienstag, den t März, 8.30—1880 Uhr in unserer Niederlage: Karlsruhe, Ebertstraße t8 I.Württembergische» Haarbehandlungs-lnstitut Gg, Schneider & Sohn Stammhaue in Stuttgart, Qymnasiumstraße 21 Wohnungssuchende! können Sla durch Abschluß «Inn Zwecksparvertrags rum Ausbau einer Wohnung tusch Erfüllung einer angemessenen Wartezeit erhalten. Auskünfte wefden an unseren Schaltern oder schriftlich erteilt Bankgeschäft für Hypotheken» Richard Bau« Komm.-Ges. Stuttgart N, Friedrichstraße 4 (Europa-Haus)» Tlormarkt Zwei Mastgänse zu verkaufen. G3 2675 an Anzeigen-Bekir. Khe.» Karlstr. 14. Zochtkaninfheu jeder Rasse» Mlldiziegen, ?*add5*3iügel zu verkauf Off. u- LZ Bavaria München 2. Postfach 90.)( Immobilien Haus Nfihe Stadtgarten» mit 9 Wohnungen, Einfahrt, zum Pr. v 35 000 DM, bei ca, 10 000 DM Anzahlung, zu verkaufen, Wilhelm Walch, Immobilien, Karlsruhe, Amaiienstraße 67. 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Neuland-Bund Mann- heim-Neuostheim P, Böchlinstr. $8. )( .Sk 1 altbewährterQycriilcil! j Schwarz I / {hanrntf *1 S AZ Samstag, den 16. Februar IS$} BUNTES AUS ALLER WELT Die reichste Frau der Welt Die Frau, die das Recht für sich in Anspruch nehmen kann, als reichste Vertreterin des weiblichen Geschlechts auf dieser Welt zu gelten, ist natürlich Amerikanerin. Aber ihr Name leuchtet nicht in flammenden Neonbuchstaben von den Filmplakaten der amerikanischen Städte. Er ist fast gänzlich unbekannt und nur wenige Menschen haben seine Trägerin schon von Angesicht zu Angesicht gesehen. Sylvia Green-Wilks ist eine hochgewachsene, weißhaarige Dame von 75 Jahren, die Tochter von Hatty Green, dem größten weiblichen Bankier des vorigen Jahrhunderts. Sie besitzt Petroleumvorkommen, Anteile an den verschiedensten Industrien und große Ländereien in fünf verschiedenen Staaten der nordamerikanischen Union. Mrs. Green-Wilks versteuert ein Jahreseinkommen von 52 Millionen Dollar und ihr Schmuck wird auf zweieinhalb Milliarden geschätzt. Aber nur selten hatte die Mitwelt Gelegenheit, diesen märchenhaften Schmuck zu' bewundern, denn seine Besitzerin lebt sehr zurückgezogen und außerordentlich sparsam. Den größten Teil des Tages verbringt sie in ihrem Büro im Bankviertel von New York. Dessen Einrichtung ist altväterlich schlicht. Nicht einmal eine Rechenmaschine gibt es darin. Und doch wird hier mit Zahlen gerechnet, die astronomische Höhen erreichen. Mrs. Green-Wilks läßt sich über jede, auch die kleinste geschäftliche Transaktion berichten und trifft alle Entscheidungen selbst. Diesen Zug erbte sie von ihrer Mutter. In strenger Einfachheit und Abgeschlossenheit erzog Hatty Green ihre Tochter. Selten nur besuchte die reiche Erbin Feste oder empfing selbst Gäste. Erst mit 37 Jahren verließ sie das Elternhaus und heiratete den 64 Jahre alten Millionär Asto Wiiks. Als sie 1915, nach dem Tode ihrer Mutter, deren Riesenvermögen und Geschäft erbte, nahm sie den Mädchennamen Green wieder an. Jetzt ist sie Witwe und verbringt ihr Leben wie bisher mit Arbeit. Was nach ihrem Tode mit den unermeßlichen Vermögenswerten geschehen wird, weiß man noch nicht. Sie hat durchblicken lassen, daß sie ihr Schloß in Vermont der Gemeinde vermachen will, damit diese ein Krankenhaus darin einrichtet. Vielleicht bedenkt sie noch einige Personen aus ihrer Umgebung. Der Haupterbe aber wird jedenfalls der Staat sein. (IPK) Junge Schönheiten erobern Hollywood König Zufall vergibt Filmrollen — Visitenkarten, Reisen und Magazine spielen Schicksal Noch kennt man Beatrice Pearson nicht. Noch ist der Name Betsy Drake in der Welt kein Begriff. Doch hinter den Kulissen von Hollywood wird ihr Name schon genannt. Neun junge Darstellerinnen gelten heute in Kalifornien als Sterne der Zukunft, nachdem sie gestern noch irgendwo in der Masse der Anfängerinnen untertauchten. Wie gelang der Sprung nach Hollywood, wie wurde man gerade auf diese jungen Mädchen aufmerksam? Zufall, Glück, Talent, das ist die Mischung für Erfolgscocktail des amerikanischen Films. Das ist Betsy Drake, 24 Jahre alt, eine schwermütige Schönheit mit blondem Haar. Sie ist Amerikanerin und hat als kleine Anfängerin eine Gastspielrolle in London gegeben. Um sich das Geld für die Rückreise zu verdienen, stand Betsy in London Modell. Als sie endlich von Southampton abreiste, wollte es der Zufall, daß eine Gruppe von Hollywood-Experten an Bord war. Im Speisesaal lernte Betsy Gary Grant kennen. Man fand Gefallen aneinander. Gary Grant stellte Betsy dem allgewaltigen Filmregisseur Selznick vor. Sie bekam ihre erste Filmrolle. Auch Nancy Olson gehört zu den jungen Talenten, denen König Zufall half. Eines Tages spielte in einem kleinen Ort in Kalifornien eine Amateurtruppe Theater. Zwei „Ehe auf Zeit Ein Vorschlag und eine Erwiderung Filmregisseure von Hollywood waren zufällig im Saal. Sie langweilten sich sträflich. Plötzlich trat eine junge dunkle Schauspielerin auf. Sie spielte im Nu ihr kleines Ensemble an die Wand. Einen Monat später war sie die Partnerin von Randolph Scott in dem Film „Canadian Pacific“. Dabei ist Nancy, eine gebürtige Schwedin, noch nicht einmal zwanzig Jahre. Vor vier Jahren gab ein Wandertheater in Denver (USA) eine* Gastrolle. Man hatte nur etwa ein Dutzend Schauspieler mitgebracht und mußte die Nebenrollen mit Amateuren besetzen, die sich ohne Gage zur Verfügung stellen mußten. Einem Agenten der United Artists fiel dabei ein junges Mädchen auf, das aus einer winzigen Rolle geradezu ein kleines Kabinettstück machte. Wie heißt sie? Man nannte ihm Barbara Bates, Sie ist ein Hayworth^Typ und 23 Jahre alt. Der Agent gab ihr beiläufig eine Visitenkarte. „Wenn Sie mal durch Hollywood kommen“, meinte er kaltschnäuzig, „dann sehen Sie mal bei mir vor!“ Eines Tages stand Barbara vor ihm. Vier Wochen später war sie glücklich mit Coan verheiratet. Ihre erste große Rolle wird sie in „Adventures of Don Juan“ spielen. Betty Lynn gehörte in den letzten Kriegsjahren zu einer Truppe, die ii „Belastet“! 50 Schülerinnen einer Schule in Schwabach legten einen Proteststreik von einer Woche ein, weil sie sich mit einem Lehrerwechsel nicht einverstanden erklärten. Sie wollen ihren alten Lehrer zurückhaben. An der neuen Lehrerin haben sie auszusetzen, daß sie bei einer Spruchkammer tätig gewesen ist, ihre Fingernägel rot lackiert und Zigaretten raucht. (PRD). In den letzten Tagen ist die Nachricht durch die deutsche Presse gegangen, daß die 52jährige Lehrerin Dr. Dorothea Klage aus Kiel ein 14- Punkte-Programm für die „Ehe auf Zeit“ ausgearbeitet und den Mitgliedern des Parlamentarischen Rates in Bonn zugeleitet hat. Die energische Dame ließ es jedoch nicht damit bewenden; in Rundfunksendungen und P resse i nterviews tritt sie für ihr Programm ein. Dieses Programm sieht befristete Ehen vor. Da 7 Millionen Frauen keine Aussicht auf eine dauernd# Ehe hätten, solle man es ihnen gestatten, eine befristete Ehe einzugehen, damit sie Kinder haben und so „die deutsche Kultur retten“ könnten. Nach Ansicht von Frau Dr. Klage ist die Rolle des Vaters in der Familie ganz unwichtig. Deshalb sollen die Ehefrauen auch in der Ehe ihren Mädchennamen beibehalten können, ferner sollen die ältesten Mädchen, nicht die ältesten Söhne, an erster Stelle erbberechtigt sein. Die Auflösung einer befristeten Ehe, deren gesetzliche Anerkennung Frau Dr. Klage fordert, soll durch einen Antrag beim Standesamt sofort vorgenommen werden können. Diese Vereinfachung würde in Zukunft Scheidungsprozesse überflüssig machen. Man könnte über den Vorschlag von Frau Dr. Klage zur Tagesord- Mit Veronal gegen Pelztiere Schlafmittel als moderne Jagdwaffe Der Verbrauch von Veronal, einem starken, rezeptpflichtigen Schlafmittel, hat in den letzten Wochen in Norwegen eine sensationelle Höhe erreicht, für die zunächst keine Erklärung zu finden war. Auch in einigen Gegenden Deutschlands hat der Veronalbe- darf aus „besonderen Gründen“ eine sensationelle Steigerung erfahren. Besonders in der Gegend von Narvik erzielen die Pelzjäger auf der Jagd nach Silberfüchsen jährlich große Verdienste. In diesem Jahr sind erstmalig Felle von wilden Silberfüchsen auf den Markt gekommen, die nicht durch Schüsse beschädigt waren. Diese Beschädigungen bedeuten die größte Geldeinbuße für die Pelztierjäger, die während des ganzen Winters in einer selbstgewählten Einsamkeit auf Jagd sind. Ihre während des Sommers erbaute Hütte pflegt meist völlig einzuschneien. Mühsam muß sich fen Winter der Jäger in jeder Woche neu einen Ausgang schaufeln. Mühsam ißt die Jagd nach den scheuen, schnellen Tieren. Jahrelang hat man versucht, durch ausgelegte Gi/tköder die Pelztiere zu töten. Diese sind aber mißtrauisch und meiden mit sicherem Instinkt die ausgelegten Brocken, so daß das Gewehr weiter das einzige Mittel blieb uic die Tiere zu jagen, Vor wenigen Monaten glückte- es zum ersten Mal einem Pelztierjäger, einen aus Fischdärmen und Fleisch hergestellten Köder trotz Beifügung von Veronal für die Tiere anziehend zu machen. Der Köder lodet durch seinen Geruch auf viele Kilometer Entfernung die Füchse herbei. Sie verschlingen ihn mit größtem Appetit. Eine starke Dosis Veronal beginnt bald danach ihre Wirkung und zum größten Teil findet der Pelztierjäger die Tiere in einem Umkreis von nur wenigen hundert Metern um die Köderstelle in einem tiefen Schlaf. Die für die Zucht wertvollen Tiere finden sich bei ihrem Erwachen in einem Zwinger wieder, die anderen werden während ihres Schlafes bereits kunstgerecht abgestochen, ohne daß das wertvolle Fell an den wichtigsten Stellen beschädigt wird. Die neue Fangmethode erfreut sich zur Zeit einer steigenden Beliebtheit. Auch in Deutschland werden ähnliche Versuche gemacht, und zwar will man Wildschweinfutter mit einer starken Dosis Veronal anreichern. um auf diese Weise den Wildschweinen beizukommen. Schußwaffen dürfen zur Jagd ja nicht mehr verwendet werden. Über die Erfolge dieser Methode bei Wildschweinen hüllen sich die Erfinder in Schweigen, vielleicht, weil ihnen schon mancher gute Fang geglückt ab. nung übergehen, wenn sie üm nicht so verteufelt ernst nehmen und wenn es kein Problem des Frauenüberschusses geben würde. Da zudem in vielen jungen Köpfen sehr bald der Gedanke an eine „Ehe auf Zeit“ herumspuken dürfte, sei auf das 14-Punkte-Programm von Frau Dr. Klage eine kurze Erwiderung gegeben. Frau Dr. Klage spricht davon, daß die „Ehe, auf Zeit“ vielen Frauen, die keine Aussicht auf eine dauernde Ehe hätten, die Möglichkeit geben würde, Kinder zu bekommen und so „die deutsche Kultur zu retten“. Zugunsten von Frau Dr. Klage nehmen wir an, daß es ihr mit dieser „Kulturrettung“ wohl , selber nicht ganz ernst ist. Zwischen der deutschen Kultur und dem Kinderkriegen läßt sich wohl kaum ein Zusammenhang entdek- ken, es sei denn, Frau Dr. Klage möchte sich auch heute noch auf die nationalsozialistische Bevölkerungspolitik stützen, in der auf diese Weise „in Kultur“ gemacht wurde. Doch auch ihre anderen Thesen sind mehr als anfechtbar. Wenn sie zum Beispiel behauptet, die Rolle des Vaters sei in der Familie ganz unwichtig, so mag das seine Richtigkeit vom rein biologischen Standpunkt aus haben. Wie steht es aber mit der Erziehung der Kinder? Und wie mit der wirtschaftlichen Sicherung der Familie? Es ist doch kaum anzunehmen, daß viele Frauen sich bereit erklären werden, ein Jahr Ehefrau zu spielen und dann mit ihrem Kind ohne Unterhaltsanspruch „ins feindliche Leben“ zurückzukehren. Und wenn Frau Klage für Unterhaltsanspruch der „Ehefrau auf Zeit“ eintritt, dann dürfte sie wohl kaum Männer finden, die es sich leisten können, nach zehn oder zwanzig Jahren für vier oder fünf Familien finanziell aufzukommen. Doch die wirtschaftliche Seite der „Ehe auf Zeit“ ist nicht einmal so ausschlaggebend wie die moralische. Was Frau Klage vorschlägt, läuft praktisch auf die Auflösung der Ehe als gesellschaftlicher und sittlicher Einrichtung hinaus. Wenn für eine Scheidung nur noch eine Postkarte ans Standesamt genügen würde, dann würden wir in wenigen Jahren Verhältnisse haben, wie sie das bolschewistische Rußland der zwanziger Jahre kannte. Die Verwirklichung ihres Vorschlages würde nicht etwa die Frau befreien, wie sie sich das wohl einbildet, sondern -sie der Willkür des Mannes ausliefem. Nein, verehrte Frau Klage, so geht es nicht! Nun besteht allerdings nicht die geringste Gefahr für die Verwirklichung ihres Programmes und das ist gut so, doch es wird wohl hin und wieder diskutiert werden. Und als kleiner Diskussionsbeitrag sollen auch diesen Zeilen aufgefaßt sein. PÄD im Fernen Osten „Truppenbetreu- ung‘‘. machte. Sie war am Fronttheater, nachdem sie vorher in den verschiedensten kleinen Kabaretts gespielt hatte. Groß vyar der Verdienst auf der Tournee nicht, aber man sah die Welt. So kam man auch nach Kalkutta, wo gerade die Wahl von „Miß Kalkutta“ angesetzt war. Mit großer Mehrheit wählte sie die Jury von etwa 30 Bewerberinnen aus. Der Sprung ins Glück war damit allerdings noch nicht geschafft. Betty kam nach den USA zurück und erreichte immerhin, daß man sie ,,Double“-Rollen spielen ließ. Als zufällig eines Abends der Star Martha Stewart krank wurde, mußte Betty drei Tage die Hauptrolle übernehmen. Der Star gesundete, Betty trat ab. Doch die Kritik ließ nicht locker, bis man sie wieder einsetzte. Ihr Bild erschien. Drei Filmgesellschaften fragten an. Heute wohnt Betty mit ihrer Mutter bereits in den Beverly Hills. Man hatte in Hollywood schon das kleine Mädchen vergessen, das etwa 1943 die Tochter von Ingrid -Bergman in „Gaslicht“ spielte. Sie hieß Terry Moore. Ihre Bilder lagen irgendwo in den Archiven. Inzwischen war Terry älter geworden. Ein netter frischer Backfisch mit einem Einschlag von Shirley Temp- le. Zufällig entdeckte Ivaü Kahn, der Produzent der XXthe Century Fox ihr Bild auf der Titelseite eines Magazins. Man suchte das junge Mädchen und fand es in der Universität von Salt Lake City. Als sie nach Hollywood eingeladen wurde, hatte sie nicht das Fahrgeld. Man streckte es vor, und heute spielt Terry Moore bereits in „The Return of October“ die Hauptrolle. Beatrice Pearson entdeckte man auf dem Broadway, Patricia Neal auf der Hochschule von Chicago, Colleen Townsend war Modell für Magazine. König Zufall gab ihnen eine einzige Chance und sie griffen zu. Morgen kennt sie ganz Amerika und vielleicht gar die Welt. et. Worüber man lacht Keinen Geschmack abgewonnen '■ Ein Pilot der Pan-Amerika-Flug- linien entdeckte eines Tages, daß ein, farbiger Mechaniker noch nie in einem Flugzeug gewesen war, wenigstens nicht in der Luft. Er nahm ihn deshalb eines Nachmittags zu einem Versuchsflug über die Miami- Bay mit, bei dem nun allerdings das Flugzeug in allen Flugarten ausprobiert wurde. Nachdem sie wieder gelandet waren, kletterte der Mechaniker vorsichtig aus dem Apparat heraus und sagte: „Ich sähr sähr sein ihm bedankt for dem swai Flieger.“ „Zwei?“ fragte der Pilot erstaunt. „Es war doch nur einer.“ „Ich zählen swai“, korrigierte der Schwarze. „Mai ärschten un mal letschten.“ Besänftigung. „Ich werde Ihr Haus niemals mehr betreten!“ begehrte eine Dame anläßlich eines großen Diners dem Gastgeber gegenüber auf. „Ihre Frau hat mich soeben schwer beleidigt.“ „Ich bin sicher“, bemerkte der Hausherr, „daß hier ein Mißverständnis vorliegt. Was hat sie denn gesagt?“ „Sie sagte, Ich sei ein Straßenmädchen!“ kreischte die Dame. „Ach, das ist nur so ihre Art“, suchte der Gastgeber zu tröstep. „Ich zum Beispiel bin seit zwanzig Jahren von der Armee weg, und doch nennt sie mich immer noch Oberst.“ Der diskrete Butler. Wie anderswo besteht auch in Hollywood ein chronischer Mangel an Hauspersonal, und Hedy Lamarr, die bekannte Filmschauspielerin, pries sich glücklich, als es ihr gelungen war, einen Hausmeister von echt englischer Provenienz, einen von der unfehlbaren Sorte, in ihre Dienste zu verpflichten. Er hatte nur den kleinen Fehler, des öfteren in ihr Boudoir einzutreten ohne sich anzukündigen. Miß Lamarr riß endlich die Geduld. „Grosvenor“, erklärte sie ihm eines Tages, „ich erkläre Ihnen jetzt zum letzten Mal, daß Sie nicht ohne anzuklopfen in mein Ankleidezimmer eintreten sollen!“ „Beherrschen Sie sich, Madame", Sagte der unerschütterliche Grosvenor mit sanftem Tadel. „Ich bin diskret. Ich gucke immer erst durch’s Schlüsselloch; und , wenn Sie nichts anhaben, komme ich nicht herein.“ H.R. UNO-Kleid kostet 1200000 Francs Rirfne Basterreix hilft zwei armen Musikstudenten Längst schloß die UNO in Paris ihre Pforten. Wisehinskys Veto, Bramuglias Vermittlungsvorschläge: alles das bildet nicht mehr das Tagesgespräch der Welt. Wenn man so will, blieb von der UNO im Palais Chaillot nichts als ein — Kleid. Ein Frauenkleid natürlich. Die Idee eines jungen Mädchens aus dem Baskenland wird heute noch in Paris besprochen, während die Reden der Politiker längst Vergessen sind. Ririne Basterreix heißt die junge Dame, die eines Tages in den Zeitungen von der UNO-Tagung in Paris las. Sie besorgte sich die Farben aller Länder,' die den Vereinten Nationen angehören. Auch diejenigen Staaten, die vielleicht später einmal dazu gehören werden, wurden nicht vergessen. Und nun machte sich die junge Baskin ans Werk. Sie bemalte in rund 2000 Arbeitsstunden etwa 21 Meter Seide mit den Farben der UNO-Staaten. Natürlich sollte das Werk nicht in dem kleinen Städtchen Aroue bleiben, in dem es entstand. Ririne fuhr damit nach Paris und präsentierte ihr Kleid den Delegierten,, die es sogar schön fanden. Die vielen Meter Seide sind nach der Art eines spanischen Nationalkostüms verarbeitet. Im reichen Faltenwurf des Rocks bilden die unzähligen Farben der einzelnen Länder schöne Kompositionen. Kein Wunder, daß sehr bald Angebote eingingen, das Kleid zu erwerben. Reiche Amerikaner boten die Summe von 1 200 000 Francs. Selbst bei der heutigen Entwertung des Franc noch ein Vermögen. Doch Ririne will das Kleid der UNO merkwürdigerweise nicht nach den USA verkaufen. Es soll in Frankreich bleiben. Die Stadt Paris hat sich inzwischen bereit erklärt, den gleichen Preis zu zahlen. Durch 'die UNO kam viel Geld ins Land. Gut — so wird man nicht knausern, wenn man eine gute Sache unterstützen kann. Ririne Basterreix ging es nämlich nicht nur darum, durch dLe Bemalung von 21 Meter Seide von sich reden zu machen. Sie wollte vielmehr durch den Verkauf des Kleides zwei jungen unbemittelten Studenten helfen. Die beiden Schützlinge von Ririne wollen Musiker werden, doch, sie haben bis jetzt nicht die Mittel gehabt, ihre Heimatstadt Toulouse zu verlassen. Das UNO-Kleid soll ihnen den Weg ans Pariser Konservatorium ebnen, im übrigen hat Ririne Basterreix schon einmal mit einem handgemalten Kleid großen Erfolg gehabt. Als man in Nizza den Wettbewerb der französischen Provinzen durchführte, brachte die junge Baskin eine Robe in den Farben aller Landschaften heraus. Rita Hayworth erstand das Kleid mit einem respektablen Dollarscheck. Doch nicht genug damit: Ririne erdachte sich etwas Neues. Sie malte auf schwarze Seide die goldenen Noten der berühmten Toccata von Faure und schenkte das Kleid der jungen Pianistin Marie- Madeleine Petit für ihr Debüt in der Pariser Konzertsaison. Li-Ka Pyramide als Grab gewünscht In einem Spital in Westchester in den Vereinigten Staaten starb kürzlich eine alte Jungfer an Unterernährung. Sie war die Tochter eines Archeologen und beherrschte 36 Sprachen. Die sonderbare Frau lebte in einem halbfertigen, selbst gebauten Haus und trug stets einen Turban. Nach ihrem Tode stellte sich heraus, daß sie über ein Vermögen von- etwa 30 000 Dollar verfügt hatte. In ihrem Testament bestimmte sie, daß aus diesen Mitteln ihr eigener Leichnam, sowie derjenige ihres Vaters und ihres Bruders auf einen Friedhof in Ohio überführt und über der Begräbnisstätte eine Pyramide mit einer Grundfläche von 30 qm errichtet werden soll. Da sich keine Erben meldeten, müssen die öffentlichen Behörden diesen seltsamen Wunsch erfüllen, (ipkj. Bamstag, den 2«. Februar 19« S AZ Nummer 41 / Sette I UNTERHALTUNG UND Dorfbub und Schloß WISSEN Samson und Dalila Mein Elternhaus Ist mir unvergeßlich. Anno 1900 erbaute es mein Vater, der nicht lange darin wohnte, denn er starb, die Mütter auch. Un- *er Haus besaß sieben Zimmer, einen geräumigen, etwas dämmerigen Keller, viele schöne, sonnige Kammern und einen Hausboden, der köstliche Dinge barg: Flaschenberge, spinn- webüberzogene Spinnräder, verschlissene Theaterkleider, Truhen, Schränke, Kisten und alte Bücher. Wunderhübsch weiß war es außen gestrichen, eine Zierde jenes Dorfwinkels. Meine kleineren Geschwister verirrten sich selten nach oben, denn sie behaupteten, auf dem Hausboden klirrten Flaschen, auch höre man nachts schleichende Schritte. Mochte unser Hauskater die Flaschen bpWih-t. Her I,uft’UT einen ^o" 1 ' ü^e* - den Boden geweht haben, sie biteben unten, wenn ich nach oben stieg. Unser Elternhaus war ein schönes Haus. Ich betone es, weil im Dorf ein Haus stand, das mich stärker fesselte: Das Schloß derer von Waldenfels, das seit unvordenklichen Zeiten Bestand hatte und später Wohnsitz der verwitweten Frau Baronin war. Zu dem alten Bau pflegte Ich eine immerwährende Neigung. Je Blter ich wurde, desto öfter schlich Ich mich auf den Hof, um die Fensterfluchten, den klobigen Pulverturm, das gewaltige Ziegeldach zu betrachten Ich las damals Historien und Rittergeschichten, die mich leider bewogen, kleine Pflichten zu versäumen, um streunend um das Schloß zu kreisen. Schwester Babette kam dieses Tun bedenklich vor. „Daß du nicht wieder zum Schloß läufst!“, warnte sie und schickte mich zum Holzlesen in den Wald. Ich aber machte Umwege und saß bald Wieder im Schloßhof. Zeigte sich die Schloßherrin, die In meinen Rittergeschichten weibliche Hauptrollen innehatte, war ich froh, begegnete sie mir im Hof, grüßte ich artig, denn sie war eine feine, gütige Frau, deren Liebe zur Dorfjugend jedermann rühmte. ,. 1! 'r sc'tnt im Srhloßhof. weh er holn Ketten um Kap Horn.« Abenteuer auf ein.Teufelssehiff vif t durlach AhAAAlAKUE 91675 — Nur vom 25. bis 28. Februar — „GEHEIMNISSE IM HINTERHAUS“ Täglich: 15.30, 18.00 und- 20.15 Uhr. KONZERT-KAFFEE MUSEUM Samstag, den 26. Februar 1949 Faschingsrummel In sämtlichen Räumen Sonntag, den 27. Februar 1949 Witwenball in sämtlichen Räumen Rosenmontag, 28. Februar 1949, nachmittags 16 Uhr IM KONZERT-KAFFEB FASCHINGS-TREIBEN anschließend ab 20 Uhr in sämtlichen Räumen Großer Rosenmoniagsball in Abendtoilette oder Kostüm. . IM WINTERGARTEN Letztes Kindermaskenfest mit Prämiierung der schönsten Kostüme. Dienstag, den 1. März, ab 16 Uhr KEHRAUS Zu allen Veranstaltungen reditzeitige Tischbestellung erbeten! Ruf 6600. ^1 i i KiX ig gnnnn^p k WALDTJERRASSE DURLACH Heute Faschingsball des MTV in s&mtl. wieder neu dekorierten Räumen Sonntag, 27. Februar, 15 Uhr, KLnderball mit Überraschungen. Eintritt 0.50 DM Ab 20.00 Uhi „Nächte im Harem" Eintritt 3.— DM Zu allen Veranstaltungen Pendelverkehr von 19 bis 21 Uhr, ab Haltestelle Karl-Weysser-Str. bis Waldterrasse. Nachts Rüdefahrt sichergestellt. E n d e 7 ? Fastnacht im P •assage-Pa/ast Samstag Sonntag Montag Dienstag Faschingstreiben von 20.00 bis 5.00 Uhr Sonntag 1 Dienstag / Kindermaskenfest Cabaret ROLAND 20.00 Uhr GROSSET MASKENBALL Sonntag: 15.30 Uhr Großer Inder - Maskenball Dur la Begleitung Er wa chsener Sonntag: 20.00 Uhr GROSSER MASKENBALL Achtung! Rosenmontag Karneval in Köln am Rhein Tischbestellung rechtzeitig erbeten. Sämtliche Veranstaltungen bei freiem Eintritt und bei billigsten Verzehrpreisen. Cafe am Zoo KARLSRUHE, ETTUNGER3TR.SS Telefon 8099 und 3199 Auf zur Arche Noah und ins Aquarium zum großen Faschingsrurrfmel »b Samstag, den 26. Februar 1949, bis einschließlich Dienstag, l.März, Täglich bis 5.00 Uhr geöffnet bei freiem Eintritt. Preiswerte Weine und eine reichhaltige kalte Küche sorgen für Ihr leibliches Wohl. Domachschwasmit am Samstag Sonntag Montag Dienstag bi« 5 Uhr früh beim Faschingstreiben ln der Maxim-Bar Das Abendlokal, das immer hält, was es verspricht 1 Eigener bewachter Parkplatz 1 Telefon 3320 PALAIS Haus der prominenten Tanzkapellen z. Zt. Henry Baldower das dezent - moderne Sextett verpflichtet. m*uv" Kostümball Sonntag Faschingstreiben Alle KFVier Freunde und Gönner treffen sich am Rosenmontag bei Tante Frieda im .Zeppelin* Kostümierung erwünscht! Anfang 20.11 Uhr. Samstag gr. Käppenabend, Rosenmontag, f. alle Freunde, Bekannte u. alte Kameraden in Schloß Friedrichskrone, groß. Rümmel. Es laden ein: Rieh. Baldauf u. Frau, Ecke Rüppurrer und Schützenstr, Hinweise Bestellungen für Junghennen nimmt gegen Futterabgabe entgegen: Maria Ho- ser, Hühnerfarm, Forchheim bei Khe. Arzte / Dentisten Am 1. März 1949, werde ich aus der städt. Hautklinik Stuttgart (Dir. Sevin) kommend, meine Facharzt-Praxis für Haut- n. Geschlechtskrankheiten hier eröffnen. Dr. J. Sondermann Klauprechtsr. 38. Telefon 2369. Sprechstunden: Dienstag bis Samstag, 8--11 u. 15—17 u. nach Vereinbarung. Zu mieten gesucht Studentin sucht nett., möbl. Zimmer, möglichst Weststadt. ES) 31 509 an SAZ Khe. B V A neueste UM UI W Modelle Blaupunkt, Saba, Philips usw. Kleinempfänger DM 105.— Rnhrpn vcl11 ' vci.cbli, 25L6, nuill eil Al 4, AF3, AP7, 354,1054, AZ 1, 134, 904 Bequeme Teilzahlung Reparaturen kurzfristig. Versand nadi auswärts IBS _ 1-S SchOtzenstf.17 IriaSeCKl Telefon S5S2 Amtliche Bekanntmachungen Treibstoüausgabe f. d. Monat März 1949. Die Ausgabe für d. Landkreis Karlsruhe erfolgt: in Karlsruhe: Benzin: Mittwoch, 2. 3. 49, v. 8—12 Uhrj Donnerst., 3. 3. 49, 8—12 Uhr. Diesel: Freitag, 4. 3. 49, v. 8—12 Uhr, Samstag, $. 3. 49, voll 8—12 Uhr. in Ettlingen: Benzin: Mittw., 2. 3. 49, v. 15—17 U., Donnerstag, 3. 3. 49, v. 15—17 Uhr. in Bretten: (für PKW u. Kräder) Rathaus Benzin: Mittw., 2. 3. 49, v. 8—12 Uhr, Donnerstag, 3. 3. 49, v. 8—12 Uhr, (für LKW u. stat. Motoren) Benzin, Diesel, Traktoren: Donnerstag, 3. 3. 49, v. 14.30—16.30. Die Ausgabezeiten sind unbedingt einzuhalten. Ueber Treibstoffmengen* die bis zum 15. d. Mts. nicht in Empfang genommen sind, wird anderweitig verfügt. Der Landrat — Wirtschaftsamt, Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärungen für die Zeit v. 1. Januar bis 20. Juni 1948. Die Erklärungen für die Einkommens- Steuer, Gewinnfeststellung, Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer für die Zeit vom 1. Januar bis 20. Juni 1948 sind in der Zeit v. 1, MäTZ bis 31. März 1949 bei den Finanzämtern abzugeben. A. Einkommensteuererklärungen haben abzugeben: 1. Unbeschränkt Steuerpflichtige, a) wenn ihr Einkommen in der Zeit v. 1. Januar bis 20. Juni 1948 mehr als 600 RM betragen hat und darin weder lohnsteuerpflichtige Einkünfte noch Einkünfte aus einem nicht buchführenden land- oder forstwirtschaftlich. Betrieb enthalten sind, b) wenn ihr Einkommen in der Zeit vom 1. Januar bis 20. Juni 1948 ganz oder teilweise aus lohnsteuerpflichtigen Einkünften bestanden hat und entweder aa) die Einkünfte aus nicht- selbständiger Arbeit 12 000 RM oder mehr betragen haben oder bb) die Einkünfte, von denen der Steuerabzug vom Arbeitslohn nicht vorgenommen worden ist (sonstige Einkünfte), mehr als 600 RM betragen haben, c) wenn ihr Einkommen ir der Zeit v. 1. Januar bis 20. Juni 1948 ganz od. teilweise aus Einkünften aus einem nichtbuchführenden land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb bestanden hat und die sonstigen Einkünfte mehr als 600 RM betragen haben. 2. Beschränkt Steuerpflichtige über die inländischen Einkünfte in der Zeit v. 1. 1. bis 20. 6. 1948: a) wenn diese Einkünfte ganz oder teilweise aus Einkünften der Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb od. aus freier Berufstätigkeit oder anderer selbständiger Arbeit bestanden haben oder b) wenn diese Einkünfte nach Abzug der Einkünfte, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist oder die nach der Verordnung über die Aufstellung von Durchschnittsätzen vom 31. 12. 1936 zu berechnen sind, mehr als 600 RM betragen haben. B. Eine Umsatzsteuererklärung für die Zelt vom 1. Januar bis 20. Juni 1948 ist von allen Unternehmern abzugeben, deren umsatzsteuerlicher Umsatz in der Zeit vom 1. Januar Ws 20. Juni 1948 mehr als 500 Reichsmark betragen hat. Land- und Forstwirte, deren Umsätze nach Richtsätzen ermittelt werden, und Straßenhändler, die ein besonderes Straßensteuerheft führen, brauchen eine Umsatzsteuererklärung nur abzugeben, wenn sie vom Finanzamt dazu aufgefordert werden. C. Eine Steuererklärung hat außerdem abzugeben, wer vom Finanzamt dazu besonders aufgefordert wird. Die Zusendung eines SteuereTklärungs-Vor- „ drucks gilt als besondere Aufforde- f rung. Für die Steuererklärungen sind die amtlichen Vordrucke zu verwenden. Diese sind bei den Finanzämtern erhältlich. Wer später erkennt, daß eine abgegebene Erklärung unrichtig oder unvollständig ist, hat dies dem Finanzamt unverzüglich anzuzeigen« Karlsruhe, den 15. Februar !j)49. Landesfinanzamt Baden. Wo Sie dieses Bild Im Schaufensfer sehen, sind Bobina- S ^ jrme in reicher Auswahl wirklich vorrätig. Der blgjp* »Svbina« garantier! gute SteffgualifH ~ 4 m Montag i mehr flactwvl mtfrß u »ein! HUUl tAeneogul »ein aaXL teeteUo* Sie I*» ledtn^ott mff tiotmet;u id leid wfi tdu u ntenlträtM'eeUtllUk te ApoH»)Ma*o00rtsn Seit 'tt&Ja’hfew HOC BAU6ERÄÜUNQ FELDBAHNEN Bauwerkzeuge für Hoch-, Tief- u. 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