KARLSRUHER NEUE ZEITUNG KrsAelnungswelsa: T 8 g 11 c h . außei Donnerstag and Sonntag. Redaktion. Verlagsabteiluna und Diuck Karlsruhe Waldstraße 28. Telefon Ni 922/923 {Dringend Piesse) Anzeigenannahme und Ver» trieb. Karlsruhe. Kaiserstrafte 89. Telefon 6649? Durladh. Pftnztal. Straße 49. Ettlingen. Leopoidstraße 5. Telefon 36. Buchhandlung Le*fener« Besogspnli monatlich DM 2.40 einschließlich Trägergebühr» Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr — Anzeigen* preise Die sechsgespaltene. *6 mn breite Millimeterzeile Milli* meter-Grundpreis DM ».80, im übrigen siehe zur Zeit gültige Preis* liste Nr. 3«. — Postscheckkontos Postscheckamt Karlsruhe Nr. 80 53S. 3. Jahrgang / Nr. 49 Karlsruhe, Mittwoch, 9. März 1949 Einzelpreis 20 Pfennig ERP-Yerlängerung gebilligt WASHINGTON, 8. März. (UP) Der außenpolitische Ausschuß des amerikanischen Senats hat einstimmig die Verlängerung des amerikanischen Aus- landshilfprogramms ERP um weitere 15 Monate gutgeheißen und stimmte gleichzeitig einem für diesen Zweck bestimmten Geldaufwand von rund 5,6 Milliarden Dollar zu. Die Zuteilungen müssen erst vom Senat und Repräsentantenhaus genehmigt und von Präsident Truman unterzeichnet werden, bevor sie vom Kongreß als Gesetz verabschiedet werden können. Wieder Erbschaften aus USA WASHINGTON, 8. März (DENA). Einkünfte aus dem Nachlaß amerikanischer Staatsbürger und in den USA ansässiger Personen, die nach dem 1. 1. 1947 verstorben sind, können wieder an deutsche Erben ausgezahlt werden, wie aus einer offiziellen Bekanntmachung des amerikanischen Heeresministeriums hervorgeht. Dabei finden die Bestimmungen vom 1. 9. 1948 über Geldanweisungen an Familienangehörige und zu caritativen Zwecken Anwendung. Aufruhr in Burma LONDON, 8. März (UP). Berichten aus Burma zufolge hat die burmesische Regierung die Kontrolle über ihr Land, mit Ausnahme der nächsten Umgebung von Rangun völlig verloren. Die Macht 'soll ausschließlich in der Hand de- Karen un$ anderer Aufständischer liegen. Eine Anzahl britische! Gesellschaften hat Flugzeuge gechartert, um ihr englisches Personal nach Kalkutta zu br'ngen. Sun Fo zurückgetreten NANKING, 8. März (UP). Der chinesische Ministerpräsident Sun Fo ist zurückgetreten. Dieser Schritt kam selbst für die Kritiker der Politik Sun Fqs äußerst überraschend. Sun Fo gab seinen Rücktritt vor dem Kontroll- Yuan bekannt, als er diesem über seine bisherige Arbeit Rechenschaft ablegte. Gleichzeitig teilte er mit, daß Staatspräsident Li Tsung Jen seinen Rücktritt genehmigt habe. Die Urteile in Sofia SOFIA, 8. März (UP). Die vier Hauptangeklagten des bulgarischen Geistlichen-Prozesses, Zyapkow, Iwo- now, Naumow und Tschernew, wurden heute zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilt, während 11 weitere Angeklagte Freiheitsstrafen zwischen 6 Monaten und 15 Jahren erhielten. Die Urteilsbegründung wirft den Angeklagten Spionage, Hochverrat und illegale Währungsmanipulationen vor. Zwei der Verurteilten erhielten drei Jahre Bewährungsfrist und wurden sofort auf freien Fuß gesetzt. „Deutschland keine Schweiz“ INGOLSTADT, 8. März. (DENA) Der FC -Landesvorsitzende Bayerns, Dr. Thomas Dehler, erklärte Pressevertretern in Ingolstadt, Deutschland werde niemals die staatlichen Idylle der Schweiz erreichen können. Es sei das tragische Schicksal Deutschlands, sich nicht aus den Spannungen der Welt herausreißen zu können und immer wieder von den Strömungen der Zeit erfaßt zu werden. Zunächst biete sich für Deutschland eine Lebensmöglich- keit nur in Anlehnung an den Westen. „Wir würden aber unsere Aufgabe nicht erfüllen“, sagte Dehler, „wenn, wir nicht alle Möglichkeiten, die Fühlung mit dem Osten aufrecht zu erhalten, nützen würden.“ Welt-Rundschau OAK RIDGE. (UP). Die amerikantsdie Atomstadt versorgt augenblicklich neben den USA 10 Staaten mit Radio-Isotopen, die vor allem für die Behandlungen von Krebserkrankungen geeignet sind. — KOPENHAGEN. Das Oberste dänische Gericht verurteilte den ehemaligen deutschen Gestapomann Hans Julius gegen Terrorakten und Mißhandlung dänischer Staatsbürger während der deutschen Besatzungszeit, zum Tode. — PARIS. Der französische Staatspräsident Vincent Auriol und Exkaiser Bao Dai Unterzeichneten ein neues Übereinkommen zwischen Frankreich und Indochina, das die Einheit und Unabhängigkeit Vietnams im Rahmen der französischen Union vorsieht. — MADRID. Das spanische Kabinett auf persönliche Intervention des Papstes hin zwei Todesurteile in 30jährige Haftstrafen umgewandelt. Die Verurteilten waren für schuldig gefunden worden, die Reorganisation der verbotenen sozialistischen Gewerkschaft versucht zu haben. — TOKIO. In der japanischen Stadt Matsuzaka brach in einem überfüllten Arbeiterzug einer elektrischen Bahnlinie infolge Kurzschluß ein Brand aus. Acht Personen wurden getötet, zahlreiche verletzt und der Zug vollkommen zerstört. — BANGKOK. Nach Mitteilung eines siamesischen Polizeioffiziers sind bisher 38 Kommunisten wegen angeblicher Mittäterschaft in dem versuchten Regierungssturz vom 26. Februar verhaftet Worden. lAlia nicht gezeichneten Nachrichten! DENA) Alliierte Gegenvorschläge „unpraktisch" Besprechungen mit Vertretern der Militärregierungen — Hoffnung in Bonn auf größere Berücksichtigung des deutschen Standpunktes BONN, 8. März (DENA) In Kreisen des Parlamentarischen Rates betrachtet man nach eingehendem Studinm der alliierten Denkschrift die darin erhaltenen Gegenvorschläge zum Grundgesetzentwurf als „höchst unpraktisch“. Die interfraktionelle Sonderkommission hat inzwischen die Bedenken der einzelnen Fraktionen des Parlamentarischen Rates schriftlich niedergelegt. Die Mitglieder der Kommission trafen am Dienstagnachmittag mit den alliierten Verbindungsstäben zusammen, um alle im Zusammenhang mit dem Memorandum entstandenen Zweifelsfragen zu besprechen und möglichst aufzuklären. In der Zwischenzeit hatte der Fi' nanzsachverständige des interfraktionellen Ausschusses, der frühere preußische Finanzminister, Dr. Hermann Höpker-Aschoff, mit dem politischen Berater General Königs, Botschafter Francois-Poncet, eine Unterredung, in der er ihm deutsches Zahlenmaterial über das Steueraufkommen der einzelnen Länder vorlegte. Francois Poncet soll, wie aus Ratskreisen verlautet, erklärt haben, daß er von dieser Zusammenstellung „stark beeindruckt“ sei. Vor Pressevertretern erklärte Höpker-Aschoff, die Vorschläge der Gouverneure zur Regelung des Finanzwesens müsse er als unausführbar bezeichnen. Wenn der Bund außer den Einkünften aus den Zöllen und dem Finanzmonopol aus den übrigen Steueraufkommen nur soviel Mittel erhalte, wie er für seine Zwecke brauche, sei ein Finanzausgleich für das gesamte Bundesgebiet so gut wie unmöglich. Wie dringend notwendig jedoch ein solcher Ausgleich sei, ergebe sich klar aus der sehr unterschiedlichen Höhe des Steueraufkommens in den einzelnen Ländern. Bei einer Verteilung des Steueraufkommens nach den Vorschlägen des deutschen Grundgesetzentwurfes würde von einem errechneten Gesamtsteueraufkommen im vereinigten Wirtschaftsgebiet von 13,83 Milliarden DM die Summe von 8,68 Milliarden, also fast zwei Drittel, den Ländern zufallen und nur 5,35 Milliarden dem Bunde verbleiben, der rund 3,5 Milliarden für Besatzungskosten und sonstige Kriegsfolgelasten aufzubringen habe. Demgegenüber fielen zum Beispiel in den Vereinigten Staaten etwa neunzig Prozent des Steueraufkommens dem Bunde zu. Abschließend erklärte Höpker- Aschoff, er hoffe, daß sich die alliierten Stellen den deutschen Argumenten nicht verschließen würden. Nach Redaktionsschluß meldet DENA aus Bonn, daß die Besprechungen zwischen der siebenköpflgen interfraktionellen Kommission des Parlamentarischen Rates und den Leitern der alliierten Verbindungsstäbe in Bonn, die am Dienstagnachmittag begannen, am Mittwoch fortgesetzt werden. Mitglieder der Kommission äußerten sich über den Verlauf der bisherigen Besprechungen sehr befriedigt. Sie erklärten, es bestehe durchaus die Hoffnung, zu einer Einigung zu kommen. Während am Dienstag die Vorranggesetzgebung des Bundes erörtert wurde, sollen am Mittwoch die Finanzprobleme zur Sprache kommen. Der SPD-Abgeordnete Menzel sagte, die Deutschen hätten die alliierten Vertreter um nähere Einzelheiten zum Memorandum der Militärgouverneure gebeten und ihre Bedenken vorgebracht. Schon zu Beginn der Verhandlungen sei zutagegetreten, daß eine Reihe von Mißverständnissen durch ungenaue Uebersetzungen des Originaltextes ln die deutsche Sprache entstanden seien. Auf der anderen Seite habe man den Eindruck gewonnen, daß die drei alliierten Besatzungsmächte verschiedene Punkte des Grundgesetzentwurfes „ausschließlich von ihrem Gesichtswinkel aus beurteilt haben“. Die Aussprache mit den deutschen Vertretern hat nach Ansicht der Kommissionsmitglieder dazu beigetragen, daß jetzt auch der deutsche Standpunkt bei der Beurteilung verschiedener Probleme mit ln Betracht gezogen wird. Paris wünscht Abstimmung über Grundgesetz Verschiedene Auffassungen bei den Alliierten und im Parlamentarischen Rat Eine Million Arbeitslose in der Bizone Halbmonatsbericht General Clays — Finanzlage der Länder gefährdet BERLIN, 8. März. Der amerikanische Militärgouverneur General Lucius D Clay gibt in seinem neuesten Halbmonatsbericht bekannt, daß die Zahl der Arbeitslosen in der britischen und amerikanischen Besatzungszone am 15. Februar die Millionengrenze überstieg und 1019 000 erreichte. Dies ist die höchste Arbeitslosenziffer seit Beginn, der Besetzung Deutschlands. Seit Jahresbeginn 1949 hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 77 000 vermehrt. Clay betont, daß mehrere westdeutsche Länder in ernstliche finanzielle Schwierigkeiten geraten müßten, falls die Zahl der Arbeitslosen nicht wieder vermindert werden kann, da die für die Arbeitslosenfürsorge zur Verfügung stehenden Mittel vielfach bereits aufgebraucht seien. Clay berichtet weiter, daß die Industrieproduktion in der Bizone im Januar 80 Prozent des Standes von 1936 erreicht habe. Dies seien 30 Prozent mehr als zum Zeitpunkt der Währungsreform und 1,6 Prozent mehr als im Dezember 1948. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit führt die amerikanische Militärregierung auf eine Abnahme der Wiederaufbauarbeiten zurück, die vor allem in Süddeutschland durch fehlende Geldmittel und durch Strommangel verursacht worden sei. Außerdem macht sich die saisonbedingte Abnahme der Beschäftigungsziffer in der Landwirtschaft bemerkbar. Ferner gab Clay bekannt: 1. Die Vorarbeit für die Schaffung eines gewerkschaftlichen Zusammenschlusses auf trizonaler Basis. 2. daß Berlin gegenwärtig für 25 Tage Kohlen- und Lebensmittelvorräte besitze, 3. daß die Steinkohlenförderung im Januar mit 8 204 200 Tonnen einen Nachkriegsrekord erreichte und 4. daß insgesamt mehr als 9000 Berliner Kinder über die Luftbrücke zur Erholung nach Westdeutschland gebracht worden seien. Mehr Fleisch in Aussicht FRANKFURT, 8. März. (DENA) Auf Grund der außerordentlich günstigen Versorgungslage hält die Verwaltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im April eine weitere Erhöhung der Fleischrationen auf 600 g für möglich. Voraussetzung ist jedoch die Genehmigung durch die Militärregierungen. BERLIN, 8. März. (DENA)' Der politische Berater des französischen Militärgouverneurs in Deutschland, Gesandter M. de Saint-Hardouin, erklärte, Frankreich erkenne grundsätzlich die Notwendigkeit einer Volksabstimmung über das Grundgesetz in jedem Bundesland an, wie es von den Unterzeichnern der Londoner Empfehlungen vorgesehen worden ist.'Zuständige Beamte bei den alliierten Militärregierungen berichteten, daß sowohl bei den Abgeordneten Im Parlamentarischen Rat wie auch bei den Vertretern der Militärregierungen gegenwärtig noch verschiedene Auffassungen über die Form bestünden, in der das Grundgesetz als Verfassung angenommen werden soll. Während in den Londoner Empfehlungen vorgesehen wurde, daß die Verfassung nur durch eine Volksabstimmung angenommen werden kann, plädierten eine Anzahl deutscher Politiker für Annahme der Verfassung durch die gewählten Vertreter ln den Länderreglerungen. Wie DENA erfährt sollen amerikanische Kreise nach wie vor für die Annahme des Grundgesetzes durch Volksentscheid eintreten. Politische Kreise Atlantikpakt für 20 Jahre Der Londoner Korrespondent der „Sun Times“ berichtet über Einzelheiten CHICAGO, 8. März. (DENA-AFP) Der diplomatische Korrespondent der Chicagoer Zeitung „Sun Times“ will aus britischen Queller, erfahren haben, daß der vorgeschlagene Atlantikpakt für eine Dauer von zwanzig Jahren abgeschlossen werden soll. Die Unterzeichnermächte, schreibt der Korrespondent in der Dienstagausgabe des Blattes, verpflichten sich, jedem bewaffneten Angriff gegen eine der Signatarmächte - falls notwendig mit Waffengewalt - Widerstand zu leisten. Jeder Angriff auf eine oder mehrere der Unterzeichnermächte sowohl in Europa als auch in Nordamerika, soll als ein Angriff auf alle Unterzeichnermächte angesehen werden. Jeder bewaffnete Angriff auf ein Gebiet der Unterzeichnermächte in EuHindernisse auf Oesterreichs Friedensweg Sowjetische Reparationsansprüche und Gebietsforderungen Jugoslawiens Unsere Karte zeigt neben der gegenwärtigen Zoneneinteilung Oesterreichs den Umfang der jugoslawischen Gebiets ansprü che sowie einige wesentliche Züge der wirtschaftlichen Struktur, die für die derzeitigen Londoner Verhandlungen von Bedeutung sind. Zwischen Kla- genfurt und Zistersdorf liegt nicht nur das industrielle Schwergewicht Oesterreichs, sondern auch der Schlüssel für den österreichischen Friedensvertrag, den die Großmächte gegenwärtig wiederum in London zu finden versuchen. Die jugoslawischen Gebietsansprüche werden ebenso unverändert von der Sowjetunion vertreten, wie sie von dem Westmächten abgelehnt werden. Daneben befinden sich noch eine Reihe von Hindernissen auf Oesterreichs Friedensweg: Sowjetische Reparationsansprüche, die für die österreichische Industrie eine weitgehende Schwächung bedeuten würden; das Schicksal der Donauschifffahrt, für die östlich von Linz das kommunistische Donaustatut in Kraft ist; die Oelquellen von Zistersdorf — die zweitgrößten auf dem europäischen Festland —, auf denen gegenwärtig dl« Hand des sehr ölbedürfti- OSTEhRlICH Eisen uHenglndusme tltxril-uflalerindust. isttrir WIEN Salzburg **rr n VilUxh 1UC0SLAW. AHSPPVCM ropa, Nordamerika oder Algerien oder auf Streitkräfte der Unterzeichnermächte in Europa oder auf Gebiete, Inselbesitzungen, Schiffe oder Flugzeuge im Nordatlantik soll als ein bewaffneter Angriff auf alle Signatarstaaten angesehen werden. Der Entwurf für den Text des Atlantikpaktes wurde am Montag in Washington von den Vertretern der Signatarmächte zur sofortigen Uebersen- dung an die zuständigen Regierungen gebilligt, wie DENA nach Redaktionsschluß mitteilte. Der Entwurf wurde im Verlauf der Konferenz der Vertreter der Teilnehmerstaaten — Amerika, Großbritannien, Kanada, Frankreich und die Benelux-Staaten — unter dem Vorsitz des amerikanischen Außenministers Dean Acheson fertiggestellt. Auch der norwegische Botschafter in Washington hatte an den Verhandlungen teilgenommen. Der Entwurf kann erst dann als endgültiger Wortlaut des Vertrages angesehen werden, wenn die sieben Regierungen ihre Zustimmung erteilt haben. Da Großbritannien die Mächte des Commonwealth und die Vereinigten Staaten die Signatarmächte des Rio-de-Janeiro- Paktes informieren müssen, wird der Wortlaut wahrscheinlich erst zu Beginn der kommenden Woche veröffentlicht werden. der amerikanischen Militärregierung glauben, daß dem Volkswillen nur bei Annahme durch Volksentscheid im höchsten Maße entsprochen werden kann. Sie würden sich jedoch gegebenenfalls auch mit einer Abstimmung seitens der gewählten Volksvertreter begnügen, falls vorher der Bevölkerung Westdeutschlands Gelegenheit gegeben werde, vor Abstimmung über die Verfassung eine neue Volksvertretung zu wählen. Wichtig für Heimkehrer STUTTGART, 8. März (DENA). Die Einlösungsfrist für Kreditbescheini- gungen von Heimkehrern aus amerikanischem, britischem und französischem Gewahrsam, die in Württemberg-Baden beheimatet sind, ist bis zum 30. Juni 1949 verlängert worden. Nach diesem Zeitpunkt werden von der Abwicklungsstelle für Kriegsgefangenengelder in Stuttgart-S, Alex- anderste. 12, nur noch Kreditbescheinigungen von Heimkehrern eingelöst, die nach dem 15. Juni 1949 entlassen worden sind. In diesem Zusammenhang wird nochmals darauf hingewiesen, daß von französischen Dienststellen ausgestellte Atteststations nidit eingelöst werden können. ' Im Land Württemberg-Baden beheimatete Inhaber von Reichsmarkbescheinigungen, die für Landminenräumarbeiten in Norwegen ausgehändigt wurden, können diese umgehend bei der Abwicklungsstelle für Kriegsgefangenengelder ln Stuttgart - Süd, Alexanderstr. 112, registrieren lassen. Für die Einlösung ergehen näher« Anweisungen. Soweit abgenommene Wert- und Gebrauchsgegenstände bis jetzt noch nicht angemeldet sind, muß dies bis spätestens 30. April 1949 unter Vorlage der Originalquittung ebenfall* bei der Abwicklungsstelle für Kriegg- gefangenengelder ln Stuttgart-S, Alexanderstraße 112, geschehen. Die Anmeldung bei der genannten Stelle ist nur möglich für Heimkehrer, die in Württemberg-Baden beheimatet sind. 16 000 Ostjuden in Deutschland BERLIN, 8. 'März (UP). Seit Kriegsende sind etwa 16 000 Juden aus verschiedenen Staaten Osteuropas nach Deutschland gekommen. Aus einer Bekanntmachung, die aus Kreisen der amerikanischen Militärregierung kommt, geht hervor, daß also nur ein Fünftel der gegenwärtig in Deutschland lebenden 20 000 Juden schon vor dem Naziregime in Deutschland wohnten. Die übrigen sind Juden aus verschiedenen Teilen Osteuropas, die da* Leben in den verschiedenen Verschlepptenlagern aufgaben Benelux-Konferenz in Berlin Die Vertreter der Beneluxländer informieren sich über Westdeutschland gen Kreml liegt. Alles Fragen, die auf dem großen politischen Hintergrund eigentlich Bagatelle sind, zumal da Oesterreich selbst, in seinem wesentlichen Teile von den Ostblockstaaten umschlossen, keine Hauptrolle im Kalten Krieg spielen kann. Wie DENA aus London berichtet, wiederholten die Vertreter der Westmächte bei den Beratungen über den österreichischen Staatsvertrag • am Dienstag ihre Opposition gegen jede Abänderung der österreichischen Grenzen. Da die Sowjetunion die jugoslawischen Forderungen erneut unterstützte, wurde In dieser Frage keine Entscheidung getroffen. Die Frage der Reparationsleistungen Oesterreichs bleibt ebenfalls offen. Die Besprechungen werden am Mittwoch fortgesetzt. BERLIN, 8. März. (DENA) Die politischen Berater der westlichen Militärgouverneure für Deutschland traten am Montagnachmittag im Hauptquartier der französischen Militärregierung in Berlin mit Vertretern der Beneluxländer zu Besprechungen zusammen. An der Konferenz, die als Auftakt für weitere Besprechungen zwischen den Vertretern der sechs Länder zu werten ist, nahmen James Riddleberger (USA), C. E. Steel und de Saint Harddouin (Frankreich) sowie General Goethals (Belgien), Colonel Wehret (Luxemburg) und Admiral de Booy (Holland) teil. Die Besprechungen sollen ln nächster Zeit regelmäßig durchgeführt werden. Sie sind, wie von amtlicher britischer Seite verlautet, unmittelbar auf deutschlands informiert zu werden. Ein gemeinsames Kommunique wurde nach der Konferenz nicht herausgegeben. In einer französischen Verlautbarung wurde lediglich darauf hingewiesen, daß den Vertretern Hollands und Luxemburgs durch die politischen Berater der Militärgouverneure Informationen zugestellt worden sind, dl« deutsche Probleme betreffen und insbesondere die Interessen der drei betreffenden Länder berühren. Wieder achtprozentiges Bier FRANKFURT, 8. März. (DENA) Den deutschen Brauereien Ist es ab sofort wieder erlaubt, für den einheimischen die^ Londoner Empfehlungen vom Juni * Gebrauch achtprozentiges Bier zu j j brauen, sofern die Genehmigung der einzelnen Länder vorliegt, teilte da» Zjveimächtekontrollamt mit. Gleichzeitig erfolgte die zweite Freigabe von SO 000 Tonnen Gerste für Brauxwed». 1948 zurückzuführen, in denen den Benelux-Ländern das Recht eingeräumt worden war, an die Militärgouverneure heranzutreten, um Uber die politische und wutachal U ich« Entwicklung West. Sette 1 / Nummer 4* SAZ Mittwoch, den B. März 1849 erneute Nummer 49 / Mittwoch, den 9. März 1949 Der Falt Oesterreich p?d. Di© In London tagend© Konferenz Uber den Staatsvertrag mit Österreich entscheidet Ober mehr als Österreich allein. Ein Erfolg in London könnte erreichen, was selbst Stalin mit seiner aufsehenerregenden Einladung an Truman nicht vollbrachte, sie könnte einen Teil jenes Mißtrauens zwischen den Weitmächten abbauen, das zu der jetzigen furchtbaren Zerreißung der Welt und zu der Hysterie der Angst ln allen Ländern geführt hat. Oie Berichte aus London deuten allerdings an, daß sith die Verhandlungen schon wieder in jenem Gestrüpp von Argumenten verfangen, das von den russischen Diplomaten anscheinend mit klarer Absicht und großer Meisterschaft bei jgdöf bisherigen Konferenz gelegt worden ist. Die österreichischen Fragen sind dabei besonders geeignet zu politischen und 4 juristischen Haarspaltereien. Zwar wurden auf den früheren Konferenzen eine ganze Reihe von Nebenfragen erledigt, die wichtigsten blieben verständllcherweise übrig und fanden in dem Vermittlungsvorschiag des französischen Delegierten Cherrier lediglich eine konkrete Formulierung. Da ist zunächst die Verteilung der ,.deutschen Vermögenswerte", deren Definition allein schon zu einem jahrelangen Versteckspiel der Juristen geführt hat und den Russen praktisch als Vorwond diente, fast alte wesentlichen industriewerke Österreichs zu beansoruchen. Dem Vorschlag der westlichen Alliierten, diese Forderungen durch Zahlung von 100 Millionen Dollar cbzulösen, setzte Rußland einen Anspruch auf 2C0 Millionen entgegen. Noch verbissener ist das Feilschen um Österreichs Erdölindustrie, deren Wichtigkeit aus der Tatsache erhellt, daß Österreich das drittgrößte Erdölvorkommen in dem Ölarmen Europa besitzt. Die gleichen Differenzen bestehen In den Auffassungen über die Aufteilung der Donau-Dcmpfschiffahrts- geseilschaft. Schließlich gehen die Ansichten noch in der grundsätzlichen Frage über den Umfang des wirtschaftlichen und militärischen Wiederaufbaues des neuen Österreich weit auseinander. ^ Es charakterisiert die groteske Situation der europäischen Politik, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Österreichs Staatsmänner nur zeitweilig als Gäste in London gehört werden sollen. Es handelt sich, so muß betont werden, in London lediglich um den Versuch, den gemeinsamen Vorschlag der ehemaligen Alliierten für einen Friedensvertrag mit Österreich zu formulieren. Man Ist geneigt zu fragen, ob die russische Haltung noch mit den Zusagen zu vereinbaren ist, die dasselbe Rußland im Jahre 1943 für Österreich gegeben hat. Österreich wurde als befreites Land anerkannt, das in seinen Grenzen von 1937 wiederhergestellt und nicht für irgendwelche Handlungen Deutschlands verantwortlich gemacht werden sollte. Österreich wird mit Recht Irgendwelche Reparations- Verpflichtungen abiehnen. In den westlichen Demokratien Ist man sich offensicht’ lieh auch ganz klar darüber, daß Österreich mit allen Mitteln gestützt werden muß, wenn die seit dem Untergang der Monarchie datierende Problematik seiner Eigenstaatlichkeit nicht verewigt werden soll. Österreichs Wirtschaft taumelt zur Zeit am Rande des Abgrunds dahin. Nach dem Verlust seiner natürlichen Handelspartner im europäischen Südosten, die sich nach einer kurzen Zeit der Annäherung unmittelbar nach Kriegsschluß dem russischen Wirtschaftsblock anschließen mußten, kann es nur In einer engen Verbindung mit dem Westen leben. Bei dieser Situation Österreichs dürfte den Vertretern des Westens in den Londoner Verhandlungen klar werden, daß jeder Dollar, der jetzt noch der österreichischen Wirtschaft entzogen wird, aus dem Marshall-Plan oder anderen Hilfsquellen des Westens ersetzt werden muß, um Österreich nicht wieder zu einem Jener leerräume in Mitteleuropa zu machen, die auf die Diktatoren alter und neuer Prägung unwiderstehliche Anziehungskraft ausüben. Zusammenschluß gegen die Not Westdeutsche Flüchtlings Organisationen im Aufbau — Von unserem el-Mitarbeiter Am 9. Dezember 1948 hat ln Frankfurt am Main für die Entwicklung der Flüchtlingsorganisationen eine entscheidende Tagung der Länder der Doppelzone unter Vorsitz von Oberdirektor Dr. Pünder stattgefunden, auf der die Bildung des Deutschen Zentralamtes für Fragen der Heimatvertriebenen einstimmig beschlossen wurde. Am 15. Februar 1949 wurde der frühere Landespräsident des Memelgebietes, Dr. Ottomar Schreiber, zum Leiter dieses Zentralamtes offiziell ernannt. Vom gleichen Tage an hat seine Dienststelle mit der praktischen Arbeit begonnen. Noch steht die Zentralstelle aller Flüchtlinge in der Bizone ohne richtige Vollmachten und vor allem ohne eine entsprechende Untergliederung und Organisation in den Ländern da. Das Zentralamt der Heimatvertriebenen muß sich jetzt erst Befugnisse von jedem einzelnen Land der Doppelzone erbitten, ehe es mit der Lösung der tausendfältigen Probleme des Flüchtlingselends auf blzonaler Basis beginnen kann. Eine Zuständigkeit des W'rtschafts- oder Verwai- tungsrates für Flüchtlingsfragen besteht nämlich nicht. Trotzdem steht ohne Zweifel fest, daß kein Problem dringender einer zentralen Lösung bedarf als die Flüchtlingsfrage. Dreifache Organisatlnnsglicd-mng Das Zentralamt für Fragen der Heimatvertriebenen will weder ein Wasserkopf noch eine diktatorische Befehlsinstarz sein. Dr. Schreiber, ein erfahrener Politiker aus den Kämpfen um das Deutschtum im Memell.tnd nach dem ersten Weltkrieg, möchte deshalb, daß sich die Organisation der Flüchtlinge organisch von unten her entwickelt. Dabei denkt er an eine dreifache Gliederung. Die Bildung von Ortsgemeinschaften der Flüchtlinge bis ln das letzte Dorf hält Dr. Schreiber für die Grundlage aller Flüchtlingsbetreuung. Im Ortsverein müssen jeweils sämtliche Flüchtlinge aus allen Gebieten zwecks Regelung der praktischen Hilfe zusammengefaßt werden. Durch Urwahlen sollten sich hieraus Kreis- und Landesverbände der Heimaivertriebenen bilden, die ihrerseits die fähigsten Männer und Frauen an die Spitze stellen. Daneben müßte eine landsmannschaftliche Gliederung der Flüchtlinge stehen, die in erster Linie kulturelle Aufgaben zu lösen hätte. Ostpreußen, Schlesier, Sudetendeutsche oder Pommern sollen hier ihr Brauchtum und ihr kulturelles Erbe pflegen und möglichst auf die Kinder fortpflanzen. Kulturtagungen, Festwochen, Dichterlesungen und wissenschaftliche Arbeit, das alles wäre Im Rahmen der landsmannschaftlichen Vereinigungen zu lösen. In größeren Orten könnten hierbei ebenfalls Ortsvereinigungen gebildet werden. In der Hauptsache wird die) Jeweilige Landsmannschaft aber durch Zeitschriften und Tagungen zusammengehalten. Als dritte Gliederung sieht die Zentralstelle die berufsständische Zusammenfassung der Flüchtlinge vor. Schon jetzt gibt es einen Verband ostdeutscher Betriebe mit dem Sitz in Hamburg, eine Interessengruppe ver- d -ängter Beamter und ein Kuratorium der vertriebenen Landwirte. Diese Vereinigungen sollen in erster Linie in der praktischen Berufsarbeit fördernd eingreifen und sich ebenfalls aus Flüchtlingen aller verlorengegangenen Gebiete rekrutieren, Gefahr der Zersplitterung Was Ist praktisch bis zum heutigen Tage geschehen? Bis zum Herbst 1918 bestand ein striktes Verbot der Militärregierungen in der britischen und amerikanischen Zone zu jeglichem Zusammenschluß von Flüchtlingen. Seit dieser Zeit Ist zwar keine offizielle Aufhebung dieses Verbotes erfolgt, Jedoch haben sich seitdem stillschweigend die ersten Flüchtlingsverbände konstituiert. Die meisten sind auch bis heute nicht über den Kreisverband hinausgekommen. Dies gilt insbesondere für die amerikanische Zone. Statt einer straffen einheitlichen Organisation haben sich hier, besonders in Bayern, die Kräfte schon wieder teilweise zersplittert. In einzelnen Dörfern bestehen zwei oder noch mehr Flüchtlingsorganisationen nebeneinander, die zum Teil politisch beeinflußt werden oder einer bestimmten Konfession verpflichtet sind. Überspannte Erwartungen Der Briefträger, der tagtäglich das Zentralamt für Heimatvertriebene in Frankfurt besuchen muß, bringt seit dem 15. Februar nach Bekanntwerden dieser Dienststelle keinen Tag unter 250 Postsendungen in die Registratur des Amtes. Davon sind meist 100 Bewerbungen um eine Stellung innerhalb der Flüchtlingsverwaltung, die restlichen 150 Schreiben sind Bittbriefe zur Linderung der Not. Die Briefschreiber klammern sich mit letzter Hoffnung an die neugeschaffene zentrale Instanz. Erschütternde Beweise der Not, des Flüchtlingselendes ziehen sich durch alle Briefe. Alle hoffen sie, daß die zentrale Flüchtlingsstelle helfen kann. Tatsächlich — vermag sie gar nichts zu tun. Sie hat keine Exekutivgewalt gegenüber den Ländern. Sie kann die Schreiben, in Waschkörben sortiert, nur an die Länder weiterleiten und ln besonders krassen Fällen mal ein Anschreiben beifügen. Das ist alles. Noch steckt alles in den Kinderschuhen. Die Hoffnungen der Millionen sind zu hoch gespannt. Die Briefe aber sind der erschütternde Beweis dafür, daß nicht ungestraft länger gewartet werden darf. Es Ist höchste Zeit, daß das Flüchtlingsproblem an seinem Kern angepackt wird, ehe die Menschen gänzlich verzweifeln. OIE MEINUNG OER ANDEREN In der französischen und schweizerischen Presse finden sich immer häufiger Stimmen, die sich für eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland einsetzen: Die volksrepublikanische Zeitung, di* eis Sprachrohr Außenminister Schumanns gilt, veröffentlichte einen ausführlichen Auszug aus einem Bericht des „Internationalen Komitees zum Studium europäischer Fragen". Darin wird die deutsche Situation nicht als glänzend bezeichnet. Weiter beurteilt das Komitee den deutschen Antikommunismus nur als eine Tendenz der Orientierung auf ein neues totalitäres Rechtssystem hin. Die Londoner Abkommen könnten ln ihrer gegenwärtigen Form keine wirksame und dauerhaft« Kontrolle gewährleisten. 1* autse Das unabhän- gige französische Blatt nimmt zu dem Bericht des internationalen Komitees Stellung und führt u. a, aus: ,,Es ist notwendig, daß man Vorbehalte gegenüber den Ratschlägen macht, die in dem Bericht den Alliierten wegen der Schaffung einer deutschen Verfassung gegeben werden. Das ist der schwache Punkt der alliierten Besetzungspolitik, daß sie vorgibt, die Deutschen zur Demokratie zu erziehen, indem sie' sie einer Militärdiktatur unterwirft/’ St Jfiouh i f r j M®m$p hängige - eher Zeitu legt an die Arbeit der Ausschüsse i kritische Sonde an und meint: „ln d Ausschuß, der sein Hauptaugenmerk d Europäischen Rat widmet, setzt sich < europäische Geist nur sehr schwie durch. Befremdend wirkte es auf die deutsche Abordnung, daß das vom Londoner Vollzugsausschuß vorbereitete Beratungsprogramm noch immer einen Geist verrät, den man gerne als überwunden betrachten möchte. # Die toestlfche Presse kommentieft in den letzten Tagen den russsischen AujSenministerioechsel sehr febha/t: Yorker Zeitung vergleicht die gegenwärtige russische Kabinettsumbildung mit der von 1939, als Molotw Litwinow eblöste. Die Außenpolitik sei nunmehr, im Gegensatz zu 1939 „reinen Technikern anvertraut worden, die keine Vollmachten zur Führung einer eigenen Politik besitzen". Wenn 1939 in der Sowjetunion nach dem Außenministerwechsel Kriegsvorbereitun- gan getroffen worden seien, so könnten die ganz anderen Umstände des diesmaligen Wechsels darauf hindeuten, daß die Sowjetunion gegenwärtig keinen Krieg plane." ÄS* THE OBSERVER Da » kon,er - ••‘‘•’vative Londoner Blatt weist darauf hin, daß Stalin für Molotow und Mikoyan ?wei relativ farblose Techniker eingesetzt habe. Dies und die Tatsache, daß Molotow und Mikoyan iveht abserviert, sondern In bedeutenden Stellungen in Reserve gehalten werden, lasse den Schluß zu, daß Stalin mit Hilfe von Wyschinski und Menschikow andere Wege in der Außenpolitik erproben wilL OSSERVATORE ROMANO Das Organ des Vatikans meint: „Der Wechsel ist anscheinend vorgenommen worden, da wichtige Angelegenheiten in der letzten Zeit erfolglos für die Sowjetunion verlaufen alnd. Wie beispielsweise in Jugoslawien und in Norwegen, wo der Druck das genaue Gegenteil dessen bewirkte, was der Kreml sich wünschte. =K= Der Wechsel in der sowjetischen Regierung und seine möglichen Folgen beschäftigt auch die belgische Presse: DE NIEUWE GIDS Das flämische, katholische Blatt glaubt, ein Abzeichen für die Bedeutung des Ministerwechsels mag in der Tatsache zu erblicken sein, daß auch der Außenhandelsminister Mikoyan seines Postens enthoben wurde. Wyschinski, der eine ganze Zeit ln der Tschechoslowakei wai; und dort bemerkenswerte Besprechungen mit osteuropäischen Kommunistenführern führte, dürfte nach Ansicht des Blattes der „Deus ex machina" sein, der eine Formel bereit hat, um die Entwicklung wieder Ins rechte Gleis zu bringen. LA LIBRE BELGIQUE „General Clay hat Molotow besiegt” Überschreibt diese belgisdie Zeitung einen Kommentar, in dem es heißt; „Der Sieg der Politik des General Clay, des Staatsdepartements und des amerikanischen Verteidigungsministers ist kaum zu bestreiten. Molotow hat einmal mehr den Mythos zerstör^, daß Rußland bereit sei, mit allen in Frieden zusammenzuleben, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen und das Nebeneinander-Bestehen zweier gegensätzlicher Re- gierungsformerv zu erleichtern". Die Absetzung Molotows sei das Echo einer Aggressionspolitik, die aus rein materiellen Gründen nicht gelingen konnte. Die Urenkel Karls des 6ro8en Francois Poncet, der französisch* Patriot und Diplomat und zugleich ein ausgezeichneter Kenner de« deutschen Wesens, hat jüngst in einer Rede ein Wort geprägt, von dem wir nur hoffen möchten, daß es Epoche in der europäischen Geschichte macht. Er sprach von der Wichtigkeit einer deutsch-französischen Annäharung und begründet diese damit, daß es unabweisbar sei, ein wirklich verwandtschaftliches Verhältnis unter den Urenkeln Karls des Großen herzustellen. Aus dem Nebeneinander der von ihm begründeten europäischen Einheit, die sich auf dem beweglichen Rückgrat des ost- und westfränkischen Reiches aufbaute, ist jenes Gegeneinander geworden, das fast in jeder Generation einmal die europäisch* Gemeinschaft zersetzte. Es ist in diesem Jahrtausend so viel Blut geflossen und soviel Unrecht geschehe® — auf beiden Seiten! — daß es unmöglich ist, allein vom R echtste danken aus hier Abhilfe zu schaffen. Wir müssen zu einem gänzlich neuen Denken Vordringen und uns darüber klar sein, daß zwar so nahe Verwandte, wie es die Urenkel Karls de« Großen J6ind, ihre gegenseitigen Schwächen /und Fehler schärfer sehen und beobachten, als das zwischen wirklich fremden Völkern üblich ist, daß sie aber, zugleich auch die verwandtschaftliche Pflicht haben, auch ihre guten Seiten besser zu erkennen und sich auf dem Boden ihres gemeinsamen europäischen Erbes zu treffen. Es wird schon viel gewonnen sein, wenn beide Urenkel des großen Karls erkennen werden, daß es keine europäische Ordnung gibt, solange sie mißtrauisch und feindlich einander gegenüberstehen und den höchsten Platz im europäischen Rate für sich beanspruchen. Es wird ein Grundwandel in der europäischen Geschichte in lenem Jahre eintreten, in dem beide gemeinsam zu der Erkenntnis kommen, daß nicht die Schwäche und Krankheit des einen die Gesundheit des anderen verbürgt, sondern daß ein glückliches und? gesundes Europa nur dann möglich ist, wenn diese beiden Kernvölker des mitteleuropäischen Raumes selbst gesund sind und damit dem Pulsschlag des europäischen Lebens einen guten und regelmäßigen Rhythmus verleihen können, -mo- Deutschla nd- Rundschau VEREINTE WESTZON*H: Rottenburg. Der Bisdaof von Rottenburg, Dr. SproU, wurde am Dienstag in Anwesenheit von Erzbischof Dr. Ranch und Staatspräsident Dr. Gebhard Müller beigesetzt. — München. (UP). 36 amerikanische Farmersfrauen sind hier eingetroffen, um in Deutschland Bauernhöfe zu besichtigen sowie Land und Leute keimen zu lernen. FRANZÖSISCHE ZONEi Baden-Baden. Feldmarschall Bernard Montgomery traf laut SUDENA zu einem Besuch General Königs in Baden-Baden ein* VIERZONEN STADT BERLIN: Berlin. Hans Joachim Schwellin, der Chefredakteur des Berliner Dienstes im sowjetisch lizenzierten Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN), hat seine Stellung gekündigt und gleichzeitig seinen Austritt aus* der SED erklärt. (Alle nicht gezeichneten Nachrichten: DENA1 Lizenz-Nummer US-WB 116. Herausgeber und Chefredakteur: Felix Richter. Stellvertretender Chefredakteur Heine A. Dechant. Rodaktions« Mitglieder: Max Geisenheyner, Helmut Haag, Wüh. Hagenmeyer, Rudolf John, Hanns Mohn, Dr W Oberkampf. Otto P. Paeffgen, Hildegard Pieritz, Adolf Rohrhirsch, Josef Werner. — Mit vollem Verfassernamen gezeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck von Ortginalbeiträgen uui mit Genehmigung gestattet, das Zitierunqs- rerht bleibt unberührt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte keine Gewähr. — Verlag: Süddeutsche Allgemeine, Zeitungsverlag GmbH. Verlagsdirektor; Dipl Ing. Herbert Lohmeyer, eit in Hermanns ROMAN VON GEORG RYDBERG 12. Fortsetzung (Nachdruck verboten) Er kann kaum die müden Füße heben, die wie mit Bleigewichten behängt sind. Trotzdem schreitet er Schritt für Schritt weiter, durch die undurchdringliche Dunkelheit spähend. Da — ein leiser Pfiff. Sofort steht er wieder still und horcht. Jetzt nähern sich Schritte. Schnell läßt er eich abermals fallen. Wieder derselbe leise Pfiff, — dem niemand antwortet. Immer näher hört er schwerfällige Tritte, Jemand kommt keuchend ganz nahe, aber es Ist so finster, daß er die Gestalt nicht sieht. Stille. Ein schmerzliches Stöhnen. Plötzlich ein Geräusch, als ob jemand zusammenbräche und zu Bo- der stürzte. Dann wieder tietfe Stille. — Auf allen Vieren, vorsichtig wie ein Indianer, kriecht Jupp lautlos in die Richtung, aus der das Stöhnen kam. Beim Kriechen lastet und drückt der schwere Püngei auf dem.-Hinterkopf wie eine Riesenfaust. Plötzlich stößt er an einen menschlichen Körper, der sich jedoch nicht rührt. Einen Augenblick hättt er inne. Dann holt er seine Taschenlampe und beleuchtet sekundenlang die Gestalt. Der flüchtige Schimmer erhellt ein bleiches, blutüberströmtes Gesicht und Jupp weiß sofort, hier liegt mn Schmuggler, — Tot, — erschossen. Wahrscheinlich auf der Flucht, in der Helligkeit der Leuchtkugeln getroffen. Es müssen wohl einige Schmuggler entkommen sein, denn der Pfiff des Mannes galt seinem versprengten Kameraden, den er suchte. Flüchtig fährt es Ihm durch den Kopf, daß er es war, der den Zollbeamten den Weg der Schmuggler verraten, damit er selbst sicher sei. Den Mann da hatte er eigentlich auf dem Gewissen. Nicht« regte eich in ihm. Nur Aerger, weil der Regen Immer stärker und stärker wurde und schließlich in Strömen vom Nachthimmel goß. Unmöglich weiterzumarschieren. Er beschließt, in den Wald zu kriechen, wo etwas mehr Schutz ist. Eine Stunde verrinnt, der Regen läßt nach, aber die Morgendämmerung kommt schon. Was tun? In seinem Zustand, triefend vor Nässe, von oben bis unten mit Lehm beschmutzt, den schweren Packen am Rücken kann er nicht versuchen, die Farm zu erreichen, die noch zwei Stunden weit weg ist- Er lädt die Last von den Schultern, bedeckt •sie mit Laub und Fichtenzweigen, holt seine Schnapsflasche hervor und erwartet den Tag, der trüb und reTnerlsch anbricht. Die Wege sind grundlo« geworden. Niemand wird b«i diesem Wetter vorbeikommen, er kann hier ruhig bleiben. So bleibt er, ohne einen Bissen zu essen, in seinen nassen Kleidern bl* zum Abend und erwartet die völlige Dunkelheit. Dann nimmt er den Packen, der sein ganzes Vermögen enthält, wieder auf und schleppt sich durch Morast und durch glitschige Feldwege zur Farm, ohne unterwegs einem Menschen zu begegnen. Schon war das Gerücht verbreitet, daß vergangene Nacht ein Kampf zwischen Schmugglern und Zollbeamten stattgefunden habe. Zwei Schmuggler waren erschossen worden, die anderen konnten flüchten oder wurden gefangen genommen. Da Jupp nicht heimgekommen war, nahm Mia an, es sei Ihm etwas geschehen, und so stieß sie einen Jubelschrei aus, als seine über und über mit Schmutz bedeckte Gestalt im Türrahmen erschien. Jupp taumelte in die Stube, dann war er mit seiner Kraft am Ende — vor dem Tisch brach er zusammen. Mia war außer sich vor Glück, daß er wieder zu Hause war. S'e half Ihm aus den Kleidern, die Ihm am Körper klebten, streifte ihm die Schuhe herunter, brach.e iic.w-s Wasser, Tee, und steckte ihn Ins Bett. Sie konnte es nicht fassen, daß er allein achttausend Zigaretten über die Grenze geschafft hätte. Jupp schlief wie ein Toter bis zum nächsten Morgen, dann sprang er auf. als ob nichts geschehen sei, frühstückte in Hast und verstaute die großen, grauen Pakete mit den Zigaretten ln zwei Handkoffer. Er hatte seinen guten Anzug angezogen und stand breitspurig und triumphierend vor Mia. „Was willst du unternehmen?“ fragte sie erstaunt. ..Mit den Zigaretten nach Köln. Ich bleibe bis morgen, vielleicht kann ich einen Teil verkaufen.“ „Weißt du denn Bescheid in den Dingen? Gib acht, die Polizei ist scharf hinter den Zigarettenschmugglern, die von der Grenze nach Köln kommen.“ „Unbesorgt, ich bin Ja nicht mehr von gestern, Mia, — ich halte die Augen offen, — schlimmstenfalls deponiere ich den ganzen Vorrat in Köln am Bahnhof.“ Er riß Mia an sich, bedeckte ihr Gesicht mit Küssen und flüsterte ihr zärtliche Worte zu. So hielten sie sich umschlungen. Dann nahm er die beiden Koffer, sagte: „Auf morgen abend!“ und ging zur Abfahrtstelle des Omnibusses, wo er die Koffer als Gepäck nach Köln aufgab. In zwei Stunden war er am Kölner Hauptbahnhof. Die Frühlingssonne lag über der Stadt, und als er, die beiden Handkoffer tragend, die Straße betrat, fühlte er, welch anderer Mensch er geworden war. Eine unbändige Kraft, dem Leben zu begegnen, hatte sich seiner bemächtigt. Er fühlte sich sicher und stark. Er hatte eine Kammer zum Schlafen, hatte Arbeit, eine schöne Frau, die ihn liebte. Er war ein anderer Mensch geworden. Daß er schmuggelte, sein Vaterland betrüg, seine Komplicen verriet —da» alles schien Ihm nicht so schlimm —, ja selbstverständlich. Die Atmosphäre des Grenzlandea hatte ihn vergiftet. Der Schleichhandel, der längs der ganzen Grenze wie eine ansteckende Krankheit um sich gegriffen, hatte seine Moral vernichtet. Er war entgleist und immer unrettbarer raste er unbekannten Gefahren entgegen. Plötzlich erinnerte er sich de« Hotels zum „Roten Hahn“, wo er eine Nacht Portier gespielt hatte, und er beschloß, bevor er überhaupt etwas mit seinen achttausend Zigaretten unternahm, sich dort mit einem Mittagbrot zu stärken, Ob da» Hotel überhaupt noch geöffnet war? Die Straße war in nächster Nähe des Bahnhofs und in kurzer Zeit stand er vof dem kleinen Portal, das offen war. Er trat in den Flur ein. Ein Mensch mit einer Portiermütze fragte ihn nach seinen Wünschen, und Jupp wollte wissen, ob Herr Berg noch Hotelbesitzer sei. Ja, das sei er, und er wäre eben in seinem Privatbüro. „Schön,“ sagte Jupp, „dann nehmen S'e die Koffer hier und. führen Sie mich zu Herrn Berg.“ Der Portier nahm daß Gepäck, beide stiegen die -Treppe hoch und durchquerten die Diele. Jupp klopfte an die Bürotüre. Jemand sprang auf, «in Schlüssel wurde umgedreht, die Türe öffnete sich ein klein wenig und aus dem feisten Gesicht Bergs sahen zwei erschrockene Augen. Mit seiner dröhnenden Stimme fuhr er los: „Wer ist da? Ich will doch nicht gestört . . Jetzt erkannte er Jupp. (Fortsetzung folgt.) I Mittwoch, den 9. März 1949 S A Z Nummer 49 / Seite S DAS TAGESGESPRÄCH Hoch immer gib! es Raucherkarfen . . . Einer hatte eine Idee. Er sprach sie aus, und der Verlag fand sie gut. Dann gab es zwei, drei Wochen lang eine intensive Arbeit; zahllose Besprechungen mit Vertretern der Karlsruher Geschäftswelt, „Rüiselgruppen" »iau&n iUh o a oiit-'n Ecken Fotoi Dürr^Firmenidh Interne Planungen und Vorbereitungen, und dann war es soweit. Das Ergebnis kann auch der völlig Unbeteiligte seit vergangenen Samstag in den Straßen der Stadt Karlsruhe feststellen. Der Bevölke- Lenkrad und Alkohol Die Berichte über Verkehrsunfälle lassen erkennen, daß sehr viele Unfälle von Kraftfahrern verursacht werden, die unter dem Einfluß von Alkohol am Steuer ihres Wagens saßen und in diesem Zustand entweder keine ausreichende Kontrolle über ihr Fahrzeug hatten oder zu leichtsinnig gefahren waren. Die Stadtverwaltung weist in diesem Zusammenhang nochmals nachdrück -1 lieh darauf hin, daß jeder, der in angetrunkenem Zustand am Steuer eines Kraftfahrzeugs angetroffen wird oder unter solchen Umständen einen Unfall verursacht, neben der Führerscheinentziehung gegebenenfalls mit einer empfindlichen Strafe zu rechnen hat. Derartige Fälle werden der erhöhten Gefährdung des Straßerverkehrs wegen, mit besonderer Schärfe geahndet. na, Erfolgreicher Dozent der TH. Unter 2000 Bewerbern, die sich aus allen vier Besatzungszonen Deutschlands an einem Ideen Wettbewerb für Wohnbauten beteiligten, ging Architekt Dipl. Ing. Karl Selg- Freibürg, der als Dozent an der Technischen Hochschule Karlsruhe wirkt, als erster Preisträger siegreich hervor. SWK. Schulgeld-Erlaß für Berliner Kinder In einem Erlaß des Landesbezirkspräsidenten, Abteilung Kultus und Unterricht an die nordbadischen Schulen, wird darauf hingewiesen, daß die in Nordbaden untergebrachten Berliner Kinder von der Bezahlung der Schulgelder an den Höheren Schulen vorläufig für den Rest des laufenden Schuljahres befreit sind. :) Ostdeutscher Kulturabend Der Stadtkreis Karlsruhe der IDAD (Interessengemeinschaft der ausgesiedelten Deutschen) veranstal- rung scheint sich, trotz bisweilen schneidender Kälte, ein wirklicher Wandertrieb bemächtigt zu haben. In Scharen zieht man von Straße zu Straße, um die Adressen der gesuchten Inserenten festzustellen. Dabei stellt es sich heraus, daß das, bei etwas gutem Spürsinn, gar nicht so schwer ist, denn meist steht vor jedem in Frage kommenden Geschäft bereits eine ganze Gruppe von Menschen, Zeitungen und Bleistift in der Hand und die Erfahrungen und Ergebnisse an Ort und Stelle austauschend. Selbst in der Straßenbahn oder in der Albtalbahn wird fleißig geraten, die Kioske werden belagert, um einen der Nachdrucke der Samstagausgabe zu bekommen, und in der Anzeigenabteilung, im Vertrieb, in der Redaktion klingelt von früh bis spät das Telefon; Thema: Preisausschreiben. Man hatte gehofft, es würde e ! ne gute Sache werden. Daß aber unser Preisausschreiben s o einschlagen, daß es das Tagesgespräch in Stadt und Land werden würde, hatte sich niemand vorgestellt. Nun darf man gespannt sein, wieviele der Enthusiasten durchhalten und auch d ; e letzten Klippen umschiffen werden. Denn so ganz einfach, das haben inzwischen fast alle begriffen, ist das Preisausschreiben gar nicht. Vielleicht ist aber gerade das der Grund, weshalb man überall mit einem wahren Feuereifer an das Problem herangeht. jw. ... aber kein Mensch fragt mehr Die Zeiten, da man Zigaretten nur als Stammkunde oder, streng rationiert, lediglich mit Hilfe der ja eigens für diesen Zweck erdachten und gedruckten Raucherkarten kaufen konnte, sind vorbei. Der Silberstreif der Hoffnung, der sich am Horizont des Raucherhimmels zu Ende des vergangenen Jahres abgezeichnet hat, dann aber wieder jäh verschwand, ist seit kurzem ganz überraschend als leuchtendes breites Band wieder aufgetaucht. Nach nahezu zehnjährigen Sorgen um die tägliche Zigarette ist für die Raucher ein neues Zeitalter angebrochen. Ist das kein Fortschritt? Darf man sich darüber nicht ehrlich freuen? Wie die Pilze sind die neuen Zigarettenmarken aus dem Boden geschossen. Noch entspricht die Qualität der meisten Sorten nicht der vor dem Krieg gewohnten. Aber mit der Vermehrung der Importe wird gewiß auch das noch anders werden. Kummer machen uns allen natürlich die Preise. Ob auch das in absehbarer Zeit zu ändern sein wird, wissen freilich nicht e nmal die Frankfurter bizo- nesischen Väter mit Sicherheit Denn über ihnen sitzt ja auch noch wer. Schön ist es, wie gesagt, daß man heute keine Raucherkarten mehr braucht. Gewiß: Sie und ich und wir alle haben die kleinen Zettelchen noch irgendwo in der Brieftasche oder im Portemonnaie. Aber abgeben tut die Dinger kein Mensch mehr. Und im Emst gibt es auch kein einziges Geschäft, das pedantisch genug wäre, die früher einmal unerläßlichen Papierchen abzuschneiden. Dies ergab sich übrigens auch bei einer kleinen Rundfrage in einer Reihe von Tabakwarenhandlungen. Fast überall hielt man die noch immer bewerkstelligte Ausgabe dieser Marken und die gewünschte Abrechnung bei den Wirtschaftsämtem für einen überholten Zopf, den man schleunigst tet am Samstag, den 19. 3, 19 Uhr, im Bonifatius-Saal, Schillerstraßie, unter der künstlerischen Leitung von Heinz Hartmann einen Kulturabend. Die Vortragsfolge umfaßt Volkslieder, Volkstänze, Klavier-, Gesang- und Violinvorträge, Lyrik, Mundartdichtung und die Aufführung des Laienspieles „Die Vertriebenen“. Mitwirkende sind: Klavierpädago- gin Hildegard Matzka, Konzertsängerin Gisela Hinkel, Marianne Mat- jeka, Grete Türk, Karl Matjeka, M. Martin, Hans Gloser, Heinz Hartmann, Anton Grippner, eine Grötzinger Sing- und Spielschar und ein Mädchenchor. Chronik Karlsruher Unfälle Eine wenig erfreuliche Bilanz — Glück im Unglück Infolge von Unfällen mußten ins Krankenhaus elngeliefert werden: Ein 57jähriger Arbeiter mit einem Wirbelbruch, den er sich am Rhein- lafen zugezogen hatte, als beim Veröden eine Bohle auf ihn herabfiel; ?ih 30jährgar Hilfsarbeiter mit Quetschungen im Unterleib,, die er srlitt, als er beim Verladen von Stämmen unter einen einstürzenden Stapel geriet; ein 27jähriger Kauf- nann mit einer Auskugelung des Schultergelenkes durch Sturz beim Skilaufen; ein 45jähriger Hilfsarbei- ;er mit einer Oberschenkel-Quetschung, die er sich am Rheinhafen :uzog, als ihm beim Verladen eine Bohle ausglitt und auf seinen Oberschenkel fiel; eine 28jährige Kosmelkerin mit einer Gehirnerschütte- mng. die sie beim Sturz auf ih’-er Saustreppe erlitten hat; eine 21jäh- rige Haustochter mit einem Knöchel- Druch, den sie sich zuzog, als sie in hrer Wohnung ausglitt und zu Fall cam; eine 22jährige Angestellte mit :iner Rückenprellung, die sie erlitt, als ein Holzgeländer, auf das sie sich gesetzt hatte, unter ihr zusammenbrach; eine 45jährige Hausfrau mit einem Knöchelbruch, den sie sich zuzog, als sie auf einer Treppe ausglitt und stürzte. In der Fflnztalstraße wurde ein vierjähriger Knabe, der hinter einem Kraftwagen hervor über die Fahrbahn sprang, von einem Straßenbahnzug angefahren und zu Boden geworfen. Er wurde vom Schutzgitter einige Meter weit auf der vereisten Straße mitgeschoben und erlitt herbei Schürfwunden, ohne ernstlich verletzt zu werden. pb. Weiterhin Nachtfröste Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Freitagfrüh: Am Mittwoch und Donnerstag heiter bis wol* kig, Mittagstemperaturen etwa 3 bis 6 Grad Wärme. Nachts weiterhin Fröste zwischen minus 5 und minus 7 Grad, anfangs noch teils bis minus 10 Grad. Schwache bis mäßige östliche Winde. VIER VORTRÄGE ÜBER BllDENDE KUNST Die Leitung der Staatlichen Kunsthalle ist sich ihrer von einer modernen Empfindung getragenen Aufgabe, das ihr anvertraute Gut nicht als musealen Mumienbesitz verstauben zu lassen, vollauf bewußt. Sie verwaltet den Staatsbesitz nicht nur mit Umsicht, pflegerischer Gewissenhaftigkeit und einem feinen Gefühl für künstlerische Stiltreue und Vielseitigkeit, sondern bleibt ebenso um den Neuerwerb wertvoller Bilder, den Austausch bedeutender Ausstsellungen und lebendige Anschaulichkeit ihrer Kunstgegenstände bemüht^ Der Entschluß Direktor Martins, unter der unmittelbaren Einwirkung des Originals eine Vortragsreihe über Werk und Schaffen der in der Kunsthalle vertretenen Maler durchzuführen, verdient in diesem Zusammenhang ebenfalls Lob und Anerkennung. Andererseits liefert die reg© Teilnahme, mit der Kenner wie auch Laien diese in 14tägigem Wechsel wiederkehrenden Veranstaltungen aufsuchen, erfreulicherweise einen sdiönen Beweis dafür, wie groß das Interesse für die Bildende Kunst und der Wunsch auf besinnliche’ Einkehr bei den unvergänglichen Meisterwerken allenthalben vorhanden ist. Die ,,Kreuzigung'* von Matthias Grünewald bildete das einleitende Thema dieses Zykiusses. Dabei fesselten die spontan vorgetragenrn und scharf formulierten Ausführungen Direktor Martins ebenso, wie das in Aufbau, Komposition und Farbe so anschaulich erklärte und daher immer deutlicher und begreiflicher aus dem Rahmen tretende Bild. Da wurde einem klar, mit welch innerer Versenkung, Leidenschaft und Se.bitzucht der bis vor 50 Jahren noch beinahe unbekannt gebliebene Grünewald sich dieser Hinrichtungsszeno des Go les-Sohnes angenommen hat, erkannte m m p’öt/Lch die gehe'mnisvo 11 en Q lellen dnr A »sdrude ■' i’/n che in >1 •.> sein Bild so überreich vorhanden sind. Nicht minder interessant war auch der zweite Vortrag von Dr. Lauts, der aus einem sicheren Fundus kunsthistorischen Wissens schöpfend auf sehr geistvolle Art den Entwicklungsgang des Portraits von 1400—1550 schilderte. Dabei hob er besonders die Wandlung hervor, die in der Auffassung der Darstellungsweise des Menschen in dieser Periode vor sich gegangen ist. Eine Einführung in den Schaffensprozeß des kürzlich von uns besprochenen Malers Arthur Grimm vermittelte am vergangenen Samstag Dr. G e r t z im Badischen Kunstverein. Auch hier trat deutlich hervor, welchen persönlichen Gewinn der Betrachtende aus guten Anregungen zu ziehen vermag, die ihm als Brücke des Verständnisses einen viel schnelleren Zugang zum Kunstwerk verschaffen. So war es für die Anwesenden sicherlich sehr aufschlußreich, an zahlreichen Bildbeispielen einmal einen Blick in die Werkstatt des Trübner- Schülers zu werfen, der sich in seiner impressionistischen # Maiweise einer sehr mühevollen, difficilen Technik bedient hat, die darin bestand, lauter kurze, aber breit angesetzte Pinsetstriche mit jeweils verschiedenen Farbvaleurs aneinanderzusetzen. Im Redtenbadier-Hörsaal hatte Dr. Gerda Kircher als Gegenstand ihres Lichtbildervortrages „Die Malerei der Romantik" zum Tnema gewählt. Es gingen Dr. Kifüher dabei vornehmlich um die von starken unterirdischen Strömungen der niederländischen Landschaftsmaler beeinflußte Romantik in der badischen Malerei, deren hervorragende Vertreter, der zeitweise in Karlsruhe ansässig gewesene Moritz v. Schwind, dann aber vor. allem Frommei, Ellenrieder, Kobell, Schirmer etc. sind. Erwähnt, wenn auch aus thematischen Gründen nur gestreift, wurden ferner die geistesgeschlchtlichen Beziehungen dieser Ihre Ideale oft in die Welt des Schönen, märchenhaft Sinnigen verlegende Zeit, die ihr Programm von einem ihrer markantesten Vertreter, Novalis, empfangen hatte, der da sagt: „Indem ich dem Endlichen einen unendliche^ Schein gebe, so romantisiere ich es." Rö. IM STAATSTHEATER ... .. . geht heute um 19.30 Uhr im Großen Haus Puccinis „Madame Butterfly" in Szenei morgen, Donnerstag, kommt um 19.30 Uhr im Großen Haus die Neuinszenierung der komischen Oper „Der Waffenschmied" von Albert Lortzing heraus. # Die Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters ladet ihre Mitglieder und interessierte Gäste zu ihrer am Freitag, 11. März, 19,30 Uhr, im Saal der Karlsruher Lebensversicherung, Gartenstraße 71, stattfindenden Mitgliederversammlung ein. KARLSRUHER FILMVORSCHAU Die „Kurbel" zeigt ab kommenden Freitag das Filmlustspiel „Der Millionär" mit Hans Moser in der Titelrolle, sowie Annie Rosar, Hans Holt, Gabriele Reis- müller, Oskar Sima u. a. — In der Kulturfilm-Matinee am Sonntagvorraittag gelangen unter dem Sammeltitel „Spitzen des Kulturfilmschaffens" folgende Filme zur Vorführung: „Nur ein Blatt Papier", „Geschichte eines Fadens", „Lotsenstation", „Internationales Variete", „Kunst- seiden-Knigge", „Kunst in Florenz" und „Heilbehandlung von Kunstwerken", Der „G 1 o r i a - P a 1 a s t" hat die Laufzeit seines gegenwärtigen Programms „Das verlorene Gesicht" um eine Woche verlängert Die „Palast-Lichtspiele" bringen ab Freitag den deutschen Ahenteuerer- film „Wasser für Canitoga" mit Hans Albe», Hilde Sassak, Josef Sieber. danach — Von Zigaretten, Raueherfreuden und einem überflüssigen Zopf abschaffen müsse. Uebrigens vertrat der Geschäftsführer des württemberg-badischen Tabakwaren-Ein’el- handels genau die gleiche Ansicht Die Bewirtschaftung von Tabakwaren könne unbedenklich und sofort aufgehoben werden. Lediglich an Qualitätszigarren bestünde gegenwärtig noch ein gewisser Mangel. Warum in aller Welt, so fragten wir uns, wird das kle'ne Aergem's nicht beseitigt? Kleben ein naar Beamte und Angestellte der Wirtschaftsämter auf ihren Thronen? Auch das ist es nicht. Der zuständige Referent beim T andeswlrt- schaftsamt hielt die Beibehaltung der Raucherkarte überraschenderweise ebenso für völlig überflüssig wie alle anderen, mit denen wir uns unterhalten hatten. Schon Ende November vergangenen Jahres hätten e'ne Reihe von Ländern bei der Verwaltung für Wirtschaft die Abschaffung der Raucherkarten gefordert. Leider habe das Zwei- mächte-Kontrollamt den Wünschen der deutschen Verwaltungsorgane n'eht zugestimmt, so daß man an der auch dem LandeswTtschaftsamt i ,e. flüssig erscheinenden Ausgabe und Abrechnung der Raucherkarten fe' fv >a!ten müsse. Nun, überlassen wir es dem bürokratischen Ablauf, zu welchem Zeitpunkt auch der letzte Zeuge au3 der Zeit des Tabakwarenmangels, eben die Raucherkarte, verschwunden sein wird. Ihre Existenz schadet uns nicht unmittelbar; und mittelbar nur durch die für das Papier, den Diuck und die Verwaltungsarbeiten aufgewendeten Gelder. Be- d")„>amer ist aber die Freude darüber, daß wir die klemm Appar-" - - cher, wenn wir unse r e Zigaretten Keulen, nicht mehr brauchen. W. Neue Zugverbindimgen im Rhesn-al Vorschau auf den Sommerfahrplan der Reichsbahn Der Sommerfahrplan der Reichsbahn, der jetzt Im Entwurf vorliegt, .sieht für die Rheinstrecke einige wesentliche Verbesserungen vor. die sowohl im Fernverkehr wie im Verkehr nach Südbaden von besonderer Bedeutung sind. In dem Bemühen, den Reisezugverkehr weiter zu beschleunigen, werden die Schnellzüge nach Möglichkeit kürzere Fahrzeiten haben, und auch die Verlängerung der Zugwege wird neue günstige Verbindungen schaffen. Die Schnellzüge D 85/D 86 die bisher zwischen Hamburg und Karls-' ruhe verkehrten, sollen im Sommer bis Basel weitergeführt werden. Die Schnellzüge D 175/D 176, die bisher von Bremerhaven nach Frankfurt fuhren, werden ebenfalls bis Basel gefahren werden. Die Schnellzüge D 269/D 270 Dortmund—Köln—Mainz —Karlsruhe—Basel, die eine um zwei Stunden verkürzte Fahrzeit aufweisen, erhalten in Offenburg günstige Anschlußverbindungen über die Schwarzwaldbahn nach und von Konstanz und verbinden damit in einer Tagesfahrt das Ruhrgebiet mit dem Bodensee. Geplant, aber noch nicht endgültig genehmigt, ist weiterhin eine Nachtverbindung zwischen Basel und Dortmund und umgekehrt mit Anschluß in Offenburg von und nach Konstanz. Unverändert bleiben die Schnellzüge von Köln über Koblenz—Mainz — Speyer — Karlsruhe nach Lindau und zurück. Der Skandinavien-Schweiz-Exprefl wird im Sommer durchlaufende Wagen von Stockholm und Kopenhagen bis Rom erhalten und damit zu einem der wichtigsten internationalen Züge in Europa werden Er konnte bisher zwischen Frankfurt und Basel auch von deutschen Reisenden benutzt werden. Das wird im Sommer nicht mehr möglich sein, da bei diesem Zugpaar eine starke Verkehrssteigerung erwartet wird. Dagegen wird der zweite internationale Zug auf der Rheintalstrecke, der Fernschnellmg Hoek van Holland—Basel, zwischen Mannheim und Basel oder, wenn es sich ermöglichen läßt, zwischen Mainz ur.d Ba-el Wagen für deutsche Reisende führen. Auch diese Holland- Züge werden erheblich beschleunigt und erreichen künftig in einer Tagesfahrt ihr Ziel. -sch- DeuVMand in der Zwischenzone Pfarrer Kappes sprach bei der Frledensgesellschaft Auf Einladung der Karlsruher Ortsgruppe der Deutschen FriedensgeseUschaft sprach Pfarrer Kappes am Freitagabend über .Deutschland in der künftigen Weltfriedensorganisation". In den temperamentvollen, von leidenschaftlichem Friedenswillen getragenen Ausführungen des Redners, der erst vor 8 Monaten aus der Emigration zurückgekehrt ist, war deutlich der Atem der Welt spürbar, dessen Wehen wir in unserer nun schon ein Jahrzehnt währenden Abgeschnittenhelt nur höchst sehen zu empfinden Gelegenheit haben. Pfarrer Kappes setzte sich für eine in großzügiger Schau dargestellte, neutralisierte 7.w' sehen Zone zwischen den beiden großen politischen Gegensätzen in „Atlantien" und .Eurasien* ein. Diese Zwischenzone sollte nach seiner Meinung alle diejenigen Staaten umfassen, die nicht durch feste Bindungen an die eine oder andere Seite gefesselt seien. Zu ihnen gehöre auch Deutschland. Gäbe es schon jetzt eine Weltwirtschaft, einen Weltverkehr, Weltwissenschaft und Weltreligionen, die alle Landesgrenzen überwänden, so müsse AUS DEM RUNDFUNKPROGRAMM Mittwoch, 9. März Stuttgart: 14.00 Schulfunk: Himmelskunde; 14.30 I.R.O.-Suchdienst; 15.50 Börsenkurse; 16.30 Kinderfunk; 17.00 Blick in d. Welt; 17.15 Kompositionen v. J. Haas; 18,00 Zum Zeitgeschehen; 18.20 Sport; 18.35 „Altdeutsches Volksliederspiel" f. Sopran, Tenor u. Klav.; 19.30 Zur Innenpolitik d. Woche; 20.00 Hörspiel: „Das Wasser steigt" v. G. Ohllschlaeger; 21.00 Werke v. Tschaikowsky, Wieniawsky, Giordano u. Liszt; 22.00 „Alte Weisen" v. Pfitzner; 22.15 Schadifunk; 23.30 P. Altenberg z. 90. Geburtstag: „Weisheit aus Wiener Cafös" v. Dr. E. K. Fischer. — Studio Karlsruhe: 13.00 Echo aus Baden; 22.30 Tanzmusik (Orch J. K. Weber u. E. Steinbacher, W. Christ-Quintett u. K. Korten-Trio). — Frankfurt: 20.15 Oper; „Die Götterdämmerung" (Vorspiel u. 1. Akt) v. Wagner. Donnerstag, 10. März Stuttgart: 14.00 Schulfunk: Kindergeschichte; 14.30 Wirtschaftsfragen; 14.45 Engl. Sprachkurs; 15.00 Musik d. Rokoko: Ouvert. z. „Die heiml. Ehe“ v. Cimarosa, Streichquartett D-dur v. Dittersdorf, 2 Lieder v. Haydn, Ballettmusik a. „Les petits riens" v. Mozart; 15.45 Das Steckenpferd: „Der Blaubart auf Schloß Felsenstein" v. Dr. K. Fuß; 17.05 Fantasie f. Violine u. Harfe in A-dur v, Salnt-Saens, Divertimento f. Violine' u. Harfe v. G. A. Schlemm; 18.00 Mensch u. Arbeit; 18.15 Jugendfunk; 18.30 Klänge d. Heimat; 20.00 „Mach' mit u. lach' mit", heitere Hörfolge; 20.30 Sendg, d. Mtlitärreg.i 20.45 „Wieviel Schönheit liegt auf Erden unscheinbar zerstreut"; 22.00 Aus Operette u. Tonfilm; 22.45 „Cavalleria Rusticana", Novelle v. G. Verga; 23.00 I, Symph. in c-iholl v. Mendelssohm 23.30 Meister d. Jazz. — Studio Karlsruhe: 7.00 Kath. Mor- genandadit; 16.50 Das Podium; „Moderne Weg« d. Sprachenlernens” v. W. Friederich. es gelingen, auch auf politischem Gebiet eine Weltorganisation zu schaffen, in der alle Staaten auf einen Teil ihrer Souveränität zu Gunsten des Gesamtzusammenschlusses der Menschheit würden verzichten müssen. Der Staatengruppe der Zwisdhenzone falle dabei die Rolle des Mittlers im Ausgleich der Gegensätze zu. Die Verwirklichung dieser Möglichkeiten freilich sei nicht von heute auf morgen zu erreichen. Aber es gelte, darauf hinzuarbeiten. Dazu könne jeder Einzelne beitragen durch das Bestreben, zunächst in sich die Schranken fortzuräumen, die ihn von den Menschen anderen Volkstums noch immer trennen. Denn nach einem von dem Vorsitzenden .der Karlsruher Ortsgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft, Prof. J ö r g e r, in seinen Einleitungsworten zu der Veranstaltung angeführten Wort Spinozzas ist der Frieden nicht nur eine Negation des Krieges, sondern eine aktive Kraft, die aus einem starken Geist hervorgeht. Ca. Bei der Gewerkschaft Öffentlicher Dienste spricht am Donnerstag, den 10. März, 16 Uhr, im Rahmen einer allgemeinen Betriebs - Versammlung im Städtischen Konzerthaus Kollege Leichsenring vom Bezirksvorstand in Stuttgart über das Thema: ..Lohn- und Gehaltsverhandlungen für den öffentlichen Dienst“. „Eine amerikanische Schule“ betitelt sich ein Farbtonfilm, der heute nachmittag, 16.00 Uhr, in der pädagogischen Arbeitsstelle im Gebäude der Militärregierung, Karlstraße 11, aufgeführt wird. „Die Naturfreunde“, Bezirksgruppe Weiherfeld-Dammerstock, veranstalten am Freitag, den 11. März, 20 Uhr, in der Dammerstockwirtschaft einen Lichtbildervortrag über „Das Allgäu“. Internationaler Frauentag. Am 12. 3. findet um 18 Uhr im Kantinensaal der Fa. Haid & Neu, Karl-Wilhelm- Str. 44—48, anläßlich des Internationalen Frauentags eine öffentliche Versammlung statt. Frau Martha Schanzenbach spricht über „Die Aufgaben der Frau für den Frieden und die Freiheit“. Alle werktätigen und Hausfrauen sind eingeladen. Der Verband der Körperbeschädigten, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebenen, Ortsgruppe Süd-West, Karlsruhe, veranstaltet am Samstag, den 12. März, 19.30 Uhr, in der „Bavaria“ seine diesjährige Generalversammlung. Sonderzüge zum Besuch der Karlsruher Papstfeier am 13. März, 15 00 Uhr, in der Markthalle, verkehren ab Bruchsal 13.26 Uhr, ab Rastatt 12.53 r(hr. Seit« 4 / Nummer 49 S AZ Mittwoch, den 9. März 1949 HANDEL UND WIRTSCHAFT Keine Deflationsgefahr Vernunftgemäße Lohn- und Preispolitik FRANKFURT. (SAZ) Eine vernunftgemäße Lohn- und Preispolitik werde zu einer weiteren Konsolidierung der Verhältnisse führen, erklärte der Direktor der Verwaltung für Wirtschaft, Prof. Dr. Ludwig Erhard in Frankfurt vor der Presse. Für die nächste Zeit, sagte Prof. Erhard eine Zunahme der Lohnbewegung voraus, da eine Anahl Tarifverträge neu geschlossen werden müßten. Er glaube nicht, daß die Gewerkschaften bereits über die notwendigen Unterlagen verfügten, um zu einer alle Teile befriedigenden Lösung in der Neugestaltung der Löhne zu kommen. Er könne aber mit Befriedigung feststellen, daß Ton und Geist der bisherigen Verhandlungen auf die erforderliche Sachlichkeit abgestimmt seien. Den Unternehmern sei zu sagen, daß es grundfalsch wäre, die Aufwendungen für Gehälter und Löhne nur als „unbequeme Kosten“ in der Kalkulation anzusehen. Die jeweilige Höhe der Einkommen der Arbeiter und Angestellten repräsentiere nun einmal das „Kaufkraftreservoir, das das Produzieren erst sinnvoll macht“. Allerdings — so führte der Direktor der VfW weiter aus — schließe eine Lohnerhöhung, die das berechtigte Maß übersteigt, große Gefahren in sich. Auf den Export z. B. umgelegt, würden zu hohe Löhne die Möglichkeit ausschließen, auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Drei Wege gebe es, um ein günstiges Verhältnis zwischen Lohn und Preis herbeizuführen: einmal könne man die Löhne erhöhen und dadurch die Gewinne beschneiden. Zum Zweiten könne man einen Druck auf die Preise ausüben, um diese dem Lohn anzupassen. Drittens aber könne man bemüht sein, sich die Preissenkung nicht voll auswirken zu lassen, sondern die Löhne auf das derzeitige Preisglacis erhöhen. Man dürfe nicht sagen, daß dies oder jenes das allein richtige Rezept sei, um die Krankheiten, die unserer Wirtschaft durch die Verhältnisse der letzten 15 Jahre gebracht worden seien, mit einem Schlage zu heilen. Daher müse man verschiedene Wege gleichzeitig gehen, um einmal den Export nicht zu hindern, zum anderen aber den breiten Schichten des Volkes den Einkauf zu ermöglichen. Zu den überall erkennbaren Tendenzen, von den noch vor Weihnachten überhöhten Preisen herunterzu- Schmuckwaren auf der Frankfurter Messe FRANKFURT (DENA). Auf der kommenden Frankfurter Messe wird allein für die Aussteller von Schmuck- und Galanteriewaren eine Halle mit 1350 qm Bodenfläche zur' Verfügung stehen. Feinste Edelsteine aus Idar- Oberstein, Gold- und Silberschmuck aus Pforzheim, Tafelsilber der weltbekannten Hanauer Werkstätten, Odenwälder Elfenbeinschnitzereien, Bijouteriewaren aus Württemberg, Galanteriewaren, Gold- und Silberporzellan und auch Gablonzer Glaswaren werden zu sehen sein. kommen, meinte Prof. Erhard, daß dennoch kein Grund vorliege, alles grau in grau zu sehen. Die Zeit nach dem Tage X sei keine Zeit der Hochkonjunktur, sondern der wirtschaftlichen Störung gewesen. Demnach sei die Zeit jetzt auch keine mit deflationistischem Einschlag, sondern ein Angleichungsprozeß, der notwendig kommen mußte, nachdem die erste Käuferhysterie überwunden war. Im Augenblick fände auch eine Umsetzung der Arbeitskräfte statt, die mit einer Erhöhung der Arbeitslosenziffer nur vorübergehend etwas zu tun haben werde. Im Frühjahr werde ein weiterer Kräftebedarf bei der Produktion eintreten, so daß die Furcht, ein Heer von Erwerbslosen erwarten zu müssen, als unbegründet angesehen werden könne. Im übrigen sei das Vertrauen des Auslandes in die Kraft der deutschen Wirtschaft gestiegen. Wenn daher erst die Kapitalsperre für Geld von draußen aufgehoben sei, werde die Wirtschaft — auch ohne Aenderung der innerdeutschen Kreditpolitik — wieder flüssiger werden. We. Die Kunsistoffverarbeitende Industrie in Nordbaden Der moderne Industriezweig der Kunststoffverarbeitung ist in Nordbaden mit einer Reihe ansehnlicher Werke vertreten. Als größtes unter ihnen muß die Rheinische Gummi- und Celluloidfabrik in Mannheim (mit rund 2000 Beschäftigten) genannt werden; sie stellt Celluloidwaren (Kämme. Puppen, Bälle usw.) und auch Gummiwaren (Schläuche, Sohlenplatten, Ringe. Bälle usw.) her. Auch die Stadt Karlsruhe beherbergt einige Betriebe dieses Industriezweiges, in denen mehrere hundert Menschen tätig sind, nämlich die Knopffabrik Karlsruhe, die Knöpfe aus Kunstharz herstellt und zu den „Neuerwerbungen“ Karlsruhes zählt, dann die Kamm- und Haarbefestigungsmittelfabrik von Arthur Heder. Ein weiterer Großbetrieb sitzt in der Stadt Heidelberg (Gebr. Hein), der Erzeugnisse aus Kunstharzpreßstoff (Radiogehäuse usw.) verfertigt. Kunstharz ist auch meist der Ausgangsrohstoff der außerdem noch bestehenden kleineren Betriebe. Mit der kunststoffverarbeitenden Industrie verwandt ist die Gumml- und Asbestindustrie (beide sind ja Querschnitt durch die Leipziger Mustermesse Leipzig. (DENA). Die Zahl der geschäftlichen Messebesucher war in den Morgenstunden des Montags bereits auf siebzigtausend gestiegen. Davon entfallen 57 000 auf die sowjetische Besatzungszone, während rund 12 000 aus den westlichen Besatzungszonen gekommen sind. Ferner wurden 1137 ausländische Kaufleute aus fünf West- und vier osteuropäischen Ländern gezählt. Trotzdem ist es sowohl in der Innenstadt als auch auf dem Ausstellungsgelände noch verhältnismäßig ruhig. Entsprechend dem geringen Betrieb ist auch die Zahl der auf der Mustermesse getätigten Abschlüsse noch niedrig. Die wichtigsten Produkte, wie Lederwaren, Schuhe, Porzellan und Textilien sind fast ausschließlich für den Export bestimmt. Obwohl die Qualität der Textilien und Schuhe im Durchschnitt nicht als schlecht bezeichnet werden kann, entspricht sie doch noch nicht den ausländischen Ansprüchen. Auch alle anderen Dinge, wie Beleuchtungskörper, Hausrat, Korbwaren, Möbel und Glaswaren fallen unter die Bewirtschaftung der jeweiligen Landesregierung. Lediglich Drogen, Kosmetika, Galanterie- und Putzwaren, Musikinstrumente, Schmuckwaren und Uhren sind frei oder gegen eine leicht zu erlangende Freigabebescheinigung der Landesregierung dea Ausstellers erhältlich. auch bei der Rhein. Gummi- und Celluloidfabrik in einem Werk vereinigt). Sie ist zudem etwa gleich stark im nordbadischen Raum vertreten wie jene. Hier sind die beiden größten Werke die Gummiwarenfabrik Hutchinson in Mannheim und die Weisbrod & Seifert GmbH, in Weinheim. Beide stellen in der Hauptsache Fahrradschläuche und -decken her und beschäftigen je über 600 Personen. Die Erzeugnisse der mittleren und kleineren Werke sind Sohlenplatten, Gummisohlen, Manschetten, Dichtungsringe, Formartikel, Isoliermatten, Gummiläufer, chirurgische und technische Artikel, Gummilösung usw. Neben einigen kleineren Betrieben besitzt der Landkreis Karlsruhe in Frauenalb ein mittleres Werk dieser Art (die Gummi- und Asbestwarenfabrik Hans Joachim Hartig), während sich in der Stadt Karlsruhe nur einige Vulkanisieranstalten befinden. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß der Industriezweig mit zu den aufstrebendsten gehört, denn sein Produktionsindex (1936 “ 100) lautete Ende November 1948 bereits über 211. K. Die Lederwarenabteilung zeigt eine Vielzahl modischer Neuheiten in Damenhandtaschen und Reiseartikeln. Auch in der Bijouterieabteilung werden Ohrklips und Armbänder mit einer neuartigen rötlichen, besonders haltbaren Goldplattierung zu angemessenen Preisen von zehn bis dreißig Ostmark angeboten. Den Hauptanziehungspunkt in der Mustermesse bildet wieder der Petershof mit seiner vielfältigen Schau individueller, gediegener Spielzeuge aus Thüringen und dem Erzgebirge. Die Schau erfreut sich fegen ' Zuspruchs und Zahlreicher Abschlüsse. Mit einem großen Angebot wartet die sächsische Musikinstrumenten-Industrie auf. Hier treten keine Bewirtschaftungs- sondern Absatzschwierigkeiten auf. In der Möbelindustrie zeigen erstmalig zwei Thüringer Firmen aus Schwarzbach und Eilenburg neuartige Kleinmöbel, die zum Teil zerlegbar, ohne Verwendung von Leim, Nägeln oder Metallbeschlägen, hauptsächlich aus Abfallhöizem hergestellt sind. Bei den reichlich vertretenen Küchenmöbeln zeigt sich eine gewisse Abkehr vom Kombinations- oder Aufbaumöbel und Rückkehr zum breit ausladenden, handfest gearbeiteten Küchenbüfett. Bramschweiger Meisterschwimmer in Karlsruhe KSN gewann nur die 6X50 m Rückenstaffel und das Wasserballspiel Bei ihrem dritten Wettkampf innerhalb weniger Tage konnten die Braunschweiger Schwimmer ihren Siegeszug fortsetzen und mußten sich nur in der 6-mal-50-m-Rüdcen- staffel mit Handschlag geschlagen geben. Die Mannschaft Unterließ trotz mehrmaligem Start einen hervorragenden Eindruck und konnte durch ausgezeichneten Beinschlag und Armtechnik überzeugen. Mit Ausnahme von Lehmann, der wegen Urlaubsschwierigkeiten nach dem Stuttgarter Treffen sofort in die Heimatstadt zurück mußte, waren alle Asse der berühmten Schwimmstaffel des MTV Braunschweig am Start. Im vollbesetzten Städtischen Vierordtbad, siegten die Gäste gegen KSC 99 „Neptun" mit 20:18 Punkten. Der Rekordschwimmer Könninger und der Deutsche Meister im Kunstspringen, Aki Walter, zeigten in einer komischen Springeinlage, daß sie über ihr rein sportliches Können hinaus auch einen gesunden Humor aufzuweisen haben. Walter Klinge stellte über 200-m-Brust (Schmetterling) einen neuen Bahnrekord mit 2.49,5 Min. auf. 6X50-m-Brust, Herren: 1. MTV Braunschweig 3.24,7 Min. (Mannschaft: Griebel, Köhne, Niedergesäß, Ebersdorf, Könniger, Klinge): 2. KSN 99 3.29,2 Min. 6X50-m-Lagenstaffel: 1. MTV Braunschweig 3.16 Min. (Mannschaft: Heimlich, Klinge, Ebersdorf, Könninger, Köhne, Niedergesäß): 2. KSN 99 3.20 Min. 6X50-m-Rücken, Herren: 1. ,KSN 99 3.37 Min. (Mannschaft: Heiling, Sanwald, Koch, Münzing, Koch Saß, Gloggengießer); 2. MTV Braunschweig 3.37,6 Min. 6Xso-m-Kraulstaffel, Herren: 1. MTV Braunschweig. (Mannschaft: Niedergesäß, Webersdorf, Schräder, Heimlich, Könninger, Klinge); 2. KSN 99 3.00,2 Min. Wasserball: MTV Braunschweig — KSN 99 3:4 (2:2). Braunschweig: Müller: Schräder, Heimlich: Köninger, Griebel. Neptun: Seithel; Manninger, Studet Gloggengießer, Mersic. Einlage: 200-m-Brust (Schmetterling): lv Walter Klinge, 2.49,5 Min. (neuer Bahnrekord): 2. Eberhard Köhne, 2.58 Min. In dem Rückkampf der Frauen zwischen Nikar Heidelberg und KSN 99, bei dem bereits am Samstag die Karlsruherinnen siegreich sein konnten, gab es auch dieses Mal mit 14:10 Punkten einen Karlsruher Sieg. Genau wie im Vorkampf ging die 6 x 50-m-Bruststaffel an die Heidelberger- innen, während die Karlsruher Frauen die anderen Wettkämpfe zu ihren Gunsten entscheiden konnten. 6X50-m-Lacjenstaffel, Damen: 1. KSN 99 5.07 Min. (Mannschaft: Diehl, Burckhardt, Lieb, Fuchs, Blasy, Wamsler); 2. Heidelberg 5.07,6 Min. 6X50-m-Brust, Damen: 1. Nikar Heidelberg 4.26,6 Min.; 2. KSN 99 4.30,2 Min. 6X50-m-Kraul, Damen: 1. KSN 99 3.53 Min. (Mannschaft: Eckerle, Lieb Sonja, Lieb Margot, Bastian, Schäfer, Wamsler): 2. Nikar Heidelberg 4.02 Min. Dortmunder Borussen diesmal bescheiden Der Solotanz der Dortmunder Borussen im Westen ist nicht mehr so eindrucksvoll. Diesmal reichte es gerade noch zu einem 3:2 gegen Münster und dies noch auf der „Roten Erde" zu Dortmund. Der Zweite, Rotweiß Essen, ließ sich in Vohwinkel 2:1 schlagen und damit ist auch das Rennen um den zweiten Platz wieder völlig offen. Am Tabellenende bleibt Schalke, das gegen Alemannia Aachen nur 0:0 spielen konnte, während zu gleicher Zeit Fortuna Düsseldorf durch einen knappen 2:1-Sieg bei Rhenania Würselen sich etwas meht Luft verschaffte. Oberliga West Borussia Dortmund 18 69:19 30:6 Rotweiß Essen 18 24:17 20:16 Horst/Emscher 18 37:30 20:16 Hamborn 07 18 35:33 20:16 Rotweiß Oberhausen 18 27:19 19:17 Alemannia Aachen 19 29:30 19:19 Preußen Münster 19 28:34 19:19 Vohwinkel 80 19 31:35 18:20 Rhenania Würselen 19 29:38 18:20 Erkenschwick 19 38:44 17:21 SF Katernberg 19 33:42 16:18 Fortuna Düsseldorf 18 22:35 15:21 FC Schalk« 04 18 23:35 11:25 Osnabrücks Traum Ist ausgeträumt Viel« Hunde sitnd des Hasen Tod. Nachdem vor acht Tagen St. Pauli die Osna- brücker waidwund schoß, hetzte der HSV das edle Wild entgültfg zu Tode, das allen anderen seither um knappe Längen voraus war. Somit dürfte die norddeutsche Meisterschaft zwischen HSV und St Pauli ausgeknobelt werden. Der Großkampf in Osnabrück sah vor 30 000 zwei Mannschaften mit aller Anstrengung um den Sieg kämpfen. Dabei waren die Hanseaten die Glücklicheren. Woltkowiak erzwang tn der 58. Minute den einzigen Treffer gegen den langarmigen Flotho, der sich diesmal vergeblich streckte. So sehr die Osna- brücker die Hamburger bedrängten, ihr Schlußmann war einfach nicht kleinzukriegen und übertraf seinen Gegenüber an Wirkung. Allerdings war Flotho durch eine Verletzung etwas behindert und deshalb dürfte es weiterhin offen bleiben, ob Flotho oder Waming das Tor der norddeutschen Elf am kommenden Sonntag in Hannover hüten wird. Süddeutsche Auswahl-Stadtmannscfaaft Stuttgart Zu dem heute nachmittag um 17 Uhr im Stuttgarter Neckar-Stadion stattfindenden Spiel Süddeutschland — Städtemannschaft Stuttgart sind folgende Mannschaften aufgestellt worden: Süddeutschlandl Turek (Ulm) — Streitle (Bayern), Knoll (1. FCN.) —Hammerl (1860), Baumann (Kickers St.), Schmidt (Offenbach) — Hädelt (Bayern), Morlock (1. FC N.), Llpponer (Waldhof) oder Platzer (BC A.), Buhtz, Weber (b. Offenbach). Dis Stuttgarter Elf wurde nach dem Lokalkampf VfB — Kickers wie folgt nominiert: Matheis (Kickers) — Vetter, Fauser (Kickers) — Otterbach, Herberger, Langjahr — Läpple (alle VfB), Dreher (Kickers), Schlienz (VfB), S. Kronenbitter (Kickers), Blessing (VfB). Weiterhin gute Sportmöglichkeiten Badischer Schneebericht vom 8. März Die ausgezeichneten Sportmöglichkeiten des letzten Sonntags halten bei Frost zwischen — 5 und —12 Grad unvermindert an, wenn auch ausgesprochene Südhänge unter der Wirkung der schon kräftigen Sonnenstrahlung teilweise etwas zu verharschen beginnen. Hochlagen im Nordschwarzwald melden 40—70, im Südschwarzwald bis 100 cm Pulverschnee, auch das Dobelgebiet hat noch 25—30 cm Schneehöhe. — Die günstigen Sportmöglichkeiten halten an; bei vielfach heiterem bis wolkigem Wetter wird es in den Höhenlagen zwar etwas milder, doch dauert der Frost insbesondere in den Tälern noch fort Veranstaltungen auIHnRH 11.00,13.00,15.00 JHMCIiRBEL 17.00,10.00,21.08 ., F R E G O LA •• u. Wunsdrnacht 23.00 Oer letzte Schleier G f AB IB Tag!. 13.00, 15.00, hu n in 17.00, i9.oo, 21.00 Marianne Hoppe — Gicst. Fröhlich in .Das verlorene Gesicht*. P I I I Heute: 13.00, 15.00, 17.00 ** * 19.00 und 21.00 Uhr. „DIE ZEIT MIT DIR" Ein« Komödie aus dem Alltag am Rande einer großen Stadt. Unterricht Samba, Rumba in Kursen u. Stunden bei Tanzschule Eisele, Sofienstr. 35. Steilen* Angebote Hausgeh. o. KinderpQeg., in 3 Personen- haush. ges. Tel. 3070. Erzbergerstr. 75. Wir suchen zum baldmöglichsten Eintritt Ingenieure der HF und Fernmeldetechnik als technischer Sachbearbeiter. Nur schriftliche Unterlagen v. Bewerbern, die über langjährige j Berufspraxis in Labor, Konstruk- . tion und Betrieb verfügen, erb. an ' 6. Schaub, Apparatebauges. mbH. Pforzheim, Oestliche 132. Stellengesuche Handlungsgehilfe, mit sämtl. Büroarbeit, vertraut, Kurzsdir., Mäschinenschreib. auch gute Ausbildq. im Verkauf, sucht per sofort Stellung E3 31 807 SAZ Khe. Zu verkaufen Schenken Sie einen Plattenspieler! Sie können einem Rundfunkbesitzer keine größere Freude machen. Schallplatten in großer Auswahl Radio- Freytag Karlstr. 32 Zu kaufen gesucht Schreibmaschine ges. IS) 31 811 SAZ Khe. Weinflaschen laufend zu kaufen gesucht. ADAM DISSON, Weinkellerei Karlsruhe Karl-Wilhelm-Straße 40. Telef. 6876. Auf Wunsch auch Abholung. Kaufe alles, auch getrag. Kleidung. Geld sofort. Khe.. Winterstr. 4 Tel 5258- DKW, 1000, fahrb., gut bereift, billig zu verkaufen. 53 60 119 an SAZ Durlach. D.- u. H.-Rad u. Motorradbeiwagen, gut erb., zu verk. Mühlburg, Marktstr. 5. Gebrauchter, weißer Herd, zu verkaufen. Reichert, Durlach, Ernst-Friedr.-Str. 15. Kommunionkleid, Gasherd, 1 D - u. 2. H,- Fahrrader, Fahrradanhäng., starke Bau- stangen, Jauchefaß, 200 Ltr., Handpflug m. Hack u. Häufel, par. Schraubstock, Handstanze, 10 mm, Fräse für Hahnen,t Weiße Wiener. ES) 3t 815 an SAZ Khe. I t Bett mit Wollmatratze. 1 Küchentisch, 4 Zimmerstühle, 1 Feuerlöscher für Auto, Akkordeon, 120 B. mit Reg., neuwertig, M verkauf Strack, JMUhelmiUj Sb Ü* Heiraten Eheanbahnung Frau Hilde Karcher bietet Ihnen gute Erfolgsmöglichkeit in vornehmer diskret. Form. Sprechzeit täglich von 15.00 bis 19.00 Uhr. Karlsruhe, Dragonerstr. 5. Tel. 3226 (Haltestelle Yorckstraße). Ihre Rufnummer lür Anzeigen ««48 ‘j'U.blLö.untiS -QCeclcuif vom I. bis 15. Märs 1949 anläßlich des 140jähr. Bestehens Hammer & Helbling KARLSRUHE, Zähringerslraße 73/75, Fernruf 458 Geschäftliche Empfehlungen für Ihr llltgold und Hltsilber (Schmuck, Münzen, Zabngold) erhal ten Sie die höchst. Tagespreise bei der Badisch. Edelmetall-Verwertung o.H.G. Karlsruhe, Kaiserstraße 32. (Auch Mittwoch ganztägig geöffnet). Achtungl Exporteurei Dänische, schwedische, norwegische, englische, französische Übersetzungen durch Dolmetscher POHL, (14 b) Wildbad. SckuiJüipüAiHh X i 11 1 M fein putzt, pottürf, mömtÄUn! Alles geht schief weoo men eich nicht wohl fühlt 1 Oft ist mangelhafte Darmhinktkm die Ursache. Hier helfen mild, rasch und suverläesif die guten Buxcbarde-Perlen. jetzt wieder in Friedenogaalitit erhältlich: Drogerie Roth, Herrenstr. 26$ Drogerie Tscherning, Amalienstraße 13} Drogerie Ebert, Kaiserstr. 245; Drogerie Höferlin, Herweghstr. la; in Mühlburg: Drogerie Hofmeister; in Dammerstock: Drogerie qiöUe^ “ mig. ROHKAfKe gsveMd. nsbs f ea rf mla e* heehanAHdbeÜe Kaffeerösterei 5 HmcMsm «m YOO Gr. fcfc «0 /Oie PBS* IW. Kissef-Kaffee Gro&rösterei | Karlsruhe gg. Hauptpost ear .4 + m m • 52 HlSes® wm »Feer«» bu t&ne» aau to% JUWLÄUMSRABATT Jahrzehnt« lange Lieferantenbeziehungen tragen bei eum Erfolg meines SonderverkauA. Täglich treffen neu« vorteilhaft« Sendungen ein, auch für di« bevorstehend« Konfirmation und Kommunion Noch Rlefttehlifrate •• * B*ld wl«d«n Am Markfpleis Man geht zu KARISRUH 1919 * 30 ' JAHRE J % 1949 ADIKA Adam Disson, Karlsruhe W»in- und Wcnnullullmi Splriluoi.n-Groühindlung Kellerei, Ktrl-Wilhalmsir. 40, Tel. 6878 Büro: Rüppnrter Str. 70, Tel. 3167