KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Erscheint täglich. aufiei Donnerstag und Sonntag Redaktion, Ver- lagsabteilung. Vertrieb und Druck Karlsruhe Waidstraße 28 Telefon 022/923 (Dringend Presse.) Anzeigenannahme Karlsruhe Kaiserstr 69, Telefon 6649» Duilach. Pfinrtalstraß^ 43. Ett'ingen. leopoldstraße 5, Telefon 36. Kein Ersatzanspruch bei Störung durch höhere Gewalt. Bezugspreis monatlich DM 2 40 einschließlich Trägergeböhr, Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr - Anzeigenpreise: Die sechsgespaltene 46 mm breite Millimeterzeile Millimeter-Grundpreis DM —.80. Im übrigen siehe zui Zeit qültige Preisliste Nr. 4 . — Postscheckkonto Postscheckamt Karlsruhe Nr 80 S35. 3. Jahrgang Nummer 92 Karlsruhe, Freitag, 13. Mai 1949 Einzelpreis 20 Pfennig Nach 322 Tagen: Freie Fahrt! Jubelnder Empfang der ersten Westzonenwagen in der Viersektoren-Stadt — Ostzonen-Lokomotiven für Interzonenzüge ab Zonengrenze Sonderbericht unseres nach Berlin entsandten R e dak t i o n s mi t g li e d e s Han n, Mohn BERLIN, 12. Mai. Nach vielen Monaten der Blockade gingen in der Nacht zum Donnerstag 00.01 Uhr auf der Autobahn bei Helmstedt die Schlagbäume hoch. Wie ein Vogelschwarm waren die Korrespondenten in- und ausländischer Zeitungen und Nachrichten-Agenturen, die Film- und Funkmänner in das alte Städtchen an der Zonengrenze eingefallen, das für einige Stunden internationalen Charakter trug. Am Bahnhof und an der Autobahn hatten sich schon vor Mitternacht britische und amerikanische Kraftfahrzeuge zu dem Rennen nach Berlin startklar gemacht. Die Autokolonnen und unzählige Journalisten setzten sich in Richtung auf den russischen Schlagbaum in Bewegung, als auf der westlichen Seite die Schranke fiel. Ununterbrochen zuckten die'Vacu- Blitze auf, während die Kameraleute der Wochenschauen und der Zeitungen ihre Arbeit begannen. Ein russischer Offizier ließ die Schranke hoch und gab nach 322 Tagen zum erstenmal die Fahrt nach Berlin frei. Während wir von der westlichen Seite von der ehrlichen Freude und Hoffnung getragen waren, endlich einmal einen Anfang gefunden zu haben, tat man hinter der Zonengrenze so, als sei es immer eine Selbstverständlichkeit gewesen, daß tagtäglich Fernlastzüge und Eisenbahnen Berlin mit Lebensmitteln versorgen. Die Sowjets überprüften unsere Papiere nur kurz und die Fahrt von Helmstedt nach Berlin verlief ziemlich schnell. Auch hier hatte sich bei unserer Ankunft eine große Menschenmenge eingefunden, die uns bei unserer Ankunft jubelnd begrüßte. In den Westsektoren Berlins, die monatelang im Zeichen der Dunkelheit, Kämpfe, mangelnder Nahrang und der Spannung eines drohenden Konfliktes gestanden hatten, waren zur gleichen Zeit, als die Blockade aufgehoben wurde, die Lichter wieder aufgeflarnmt. Die U- und S-Bahnen fahren wieder bis Mitternacht, aber der Berliner kann es immer noch nicht recht fassen, daß seine Stadt keine Insel mehr, sondern auf dem Landwege mit Westdeutschland wieder verbunden ist. Allgemein ist eine Entspannung zu fühlen, die sich über die „Spree-Athener“ gelegt hat. Sie können wieder ruhiger schlafen, doch die Rosinenbomber donnern nach wie vor fahrplanmäßig über die schwergeprüfte Stadt — für alle Fälle. Vor unserer Abfahrt aus Helmstedt erklärte auf einer nächtlichen Pressekonferenz der Direktor des bizonalen Verkehrswesen, Prof. Frohne, daß die jetzige Situation einem Status quo ante gleichkomme. Kurz danach gab er die Strecke frei und der erste alliierte Zug seit 12 Monaten rollte um 1.23 Uhr über die verrosteten Schienen Richtung Berlin, das er jetzt erst in sechs Stunden Fahrzeit erreicht. Allerdings mußten wir zu unserem Erstaunen feststellen, daß für sämtliche aus den Westzonen kommend n Züge Ostzonen-Lokomotiven und Personal bereitgestellt wurden, welche die Züge an der Grenze übernehmen sollen. Die Sowjets hatten hier ihre Sonderwünsche, die sie bei Verhandlungen mit britischen Beamten auch durchsetzten. Anläßlich der Blockadeaufhebung fand ein Fernlaster-Wettrennen nach Berlin statt, an dem unser Redaktionsmit- , glied teilnehmen konnte. Ueber den Verlauf dieses Rennens sowie über die Lage in Berlin wird er noch ausführlich berichten. Kundgebungen in Berlin BERLIN, 12. Mai (DENA) Der Berliner Stadtverordnetenvorsteher, Dr. Otto Sühr, eröffnete am Dorifferstag- nachmittäg die Kundgebung anläßlich der Aufhebung der Blockade auf dem Festsitzung des Stadtparlamentes General Clay: „Berlin hat sich ein Recht auf Freiheit erwirkt“ BERLIN, 12. Mai. (DENA) In Anwesenheit der drei westlichen Militärgouverneure Clay, Robertson und Noiret in Vertretung Königs eröffnete am Donnerstag morgen der Berliner Stadtverordnetenvorsteher Dr. Suhr die anläßlich der Blockadeaufhebung anberaumte Festsitzung des Berliner Stadtparlamentes im Schöneberger Rathaus. An der Sitzung nahmen außerdem die westlichen Stadtkommandanten von Berlin, die Delegation des Parlamentarischen Rates unter Führung von Dr. Adenauer sowie zahlreiche Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens teil. In seiner Eröffnungsansprache erklärte Dr. Suhr, die Aufhebung der Blockade sei keine Berliner Angelegenheit, sondern ein Schritt zur Neuordnung Deutschlands, ein Sieg der Politik des Rechts und des Friedens über die Politik der Gewalt. Mit dem heutigen Tage sei eine neue Phase der politischen Entwicklung angebrochen. Oberbürgermeister Prof- Reuter dankte besonders der Berliner Bevölkerung für ihre bewundernswerte standhafte Haltung, die alle Versuche, Berlin in die Knie zu zwingen, zum Scheitern gebracht habe. Reuter versicherte dem in Kürze in seine Heimat zurückkehrenden amerikanischen Militärgouverneur General Clay unter anhaltendem Beifall, daß die Stadt nie vergessen werde, was sie ihm zu verdanken habe. Die Berliner würden auch .niemals die Piloten der Luftbrücke vergessen, die ihr Leben lassen mußten. Im weiteren Verlaufe der Sitzung ergriff der Militärgouverneur, General Clay, mit anhaltendem Beifall begrüßt, das Wort. Er sei außerordentlich stolz, an diesem Tage mit den Vertretern Berlins zusammen zu Welt-Rundschau LONDON (UP). Thomas Mann ist hier eingetroffen. Er wird in einigen Tagen seine Reise nach Deutschland fortsetzen. — LISSABON (UP). In Südportugal wurde ein geheimes Propaganda-Amt des Kominform ausgehoben. — ROM. In der süditalienischen Provinz Lucania begingen in der vergangenen Woche 20 Personen Selbstmord. — WIEN. Bei Demonstrationen von österreichischen Angestellten der sowjetischen USIA-Werke gegen das Lohn- und Preisabkommen wurden 35 Polizeibeamte verletzt. — BANGKOK (UP). Der Name des Landes Siam wurde in „Thailand“ ura- geändert. — MANILA (UP). Eine Bands überfiel ein im Norden Manilas gelegenes Kurbad und tötete mindestens 1B Personen. {Alls nicht gezeichneten Nachrichten: DENA) sein. Die Luftbrücke sei ein Gemeinschaftswerk der drei westlichen Alliierten und der Vertreter Berlins, und damit sei ihr Erfolg zu allen Zeiten gesichert gewesen. Vom Flugplatzarbeiter bis zu den Organisatoren gebühre allen der gleiche Dank. Berlin möge stark zerstört sein, die Luftbrücke habe ihm jedoch die Möglichkeit zu einem wahren Neuaufbau gegeben, rief Clay sodann unter lebhaftem Beifall aus. Die Aufhebung der Blockade habe die tiefere Bedeutung, daß Berlin sich ein Recht auf, Freiheit erwirkt habe. Rudolf-Wilde-Platz vor dem Schöneberger Rathaus, auf der auch Dr. Adenauer und Prof- Carlo Schmid vor rund 250 000 Personen sprachen. Dr. Suhr forderte die Vereinigung aller 17 deutschen Länder in der deutschen Bundesrepublik. — Oberbürgermeister Prof. Ernst Reuter sagte, diesem Sieg müßten noch weitere folgen. Berlin wolle nicht länger von Almosen leben, sondern wieder vom Ertrag der eigenen Arbe.t. Prof. Reuter drückte die Hoffnung aus, daß einmal „wieder auf zwei Gleisen“ Züge nach Köln, München,, Breslau und Stettin fahren werden. Reuter forderte die Bevölkerung auf, sich keine weitere Unterdrückung gefallen zu lassen, da die Unterdrücker bald abziehen würden. Zur gleichen Zeit sprach der Berliner SED-Vorsitzende Ifans Jendretzky auf einer im Ostsektor veranstalteten Kundgebung. Er forderte noch einmal zu Gesamt-Berliner Beratungen auf. Die Berliner Bevölkerung werde sich mit dem „Nein eines Reuter und Suhr“ nicht zufrieden geben. Sektorenkontrollen aufgehoben BERLIN, 12. Mai (DENA) Die Posten des Berliner Polizeipräsidiums, die seit Januar zur Kontrolle der Warenausfuhr aus den Westsektoren an den Grenzen zum Sowjetsektor und zur sowjetischen Zone postiert waren, wurden am Donnerstag kurz nach Mitternacht zurückgezogen. Weitere Interzonenstrecke? EICHENBERG, 12. Mai (DENA) In den frühen Morgenstunden des Donnerstag ging bei dem Dreizoneneck- Bahnhof Eichenberg ein Telegramm aus der sowjetischen Zone ein, demzufolge der auf der sowjetischen Seite Eichenberg gegenüberliegende Bahnhof Arns- hausen zur Aufnahme des Interzonenverkehrs nach Heiligenstadt—Nordhausen—Halle bereit sei. Briten fordern mehr Züge BERLIN, 12. Mai (DENA) Die britischen Behörden in Deutschland können sich mit der sowjetischen Bedingung, nur insgesamt 16 Eisenbahnzüge täglich zwischen Westdeutschland und Berlin verkehren zu lassen, nicht einverstanden erklären, verlautete aus zuständigen Kreisen der britischen Militärregierung. Nach internen Besprechungen, die gegenwärtig bei der britischen Militärregierung stattfinden, sei in Kürze mit einer Stellungnahme zu rechnen, die den sowjetischen Behörden übergeben werden wird. Ulbricht für KZ’s BERLIN, 12. Mai- (DENA) Der stellvertretende Vorsitzende der SED, Walter Ulbricht, sprach sich, einem Bericht des „Sozialdemokrat" zufolge, für die Einrichtung der Konzentrationslager in der Sowjetzone aus Konzentrationslager seien „geeignete Aufenthaltsorte für Kriegshetzer“. Ulbricht soll erklärt haben, daß er auch „alle an westlich lizenzierten Zeitungen arbeitenden Journalisten“ zu den Kriegshetzern rechne. „Wenn wir sie kriegen, werden wir sie einsperren. Ihr Verbleib interessiert mich dann nicht mehr.“ Britischer Berater ermordet BERLIN, 12. Mai. (UP) Die britische Militärpolizei gibt bekannt, daß Sir John Sheely, der Finanzberater des britischen Militärgouvemeurs in Deutschland, in den frühen Morgenstunden des Mittwoch in seinem Wohnsitz in der Nähe von Herford ermordet worden ist. Sir John wurde von zwei Dieben erschossen, die er dabei überraschte, als sie versuchten, in sein Haus einzubrechen. Die ihm zugefügten Schußwunden töteten ihn auf v der Stelle. Festnahme von Geiseln untersagt GENF, 12. Mai. (DENA-AFP) Die internationale Rote - Kreuz - Kommission, die über den Schutz von Zivilisten im Kriegsfall berät, hat einen Artikel in ihre Konvention aufgenommen, der die Festnahme von Geiseln verbietet. Nach der Ankündigung der Blockade- Aufhebung bereitete sich auch die Reichsbahn auf die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs zwischen Berlin und den Westzonen vor. Unser Bild zeigt einen Bahnbeamten, der auf dem im russischen Sektor Berlins gelegenen Bahnhof Friedrichstraße eine Abfahrtstafel für den Interzonenzug befestigt. (Aufn. DENA-Bild) Ost“West-Einigung von den Sowjets abhängig" Acheson tritt für garantierte Grundrechte aller Deutschen ein WASHINGTON, 12. Mai. (UP) Außenminister Dean Acheson erklärte auf einer Pressekonferenz, daß eine Einigung zwischen Ost und West auf der kommenden Deutschland - Konferenz von der Bereitschaft der Sowjetunion abhängen werde, die Westmächte m ihren Bestrebungen zu unterstützen, Deutschland so weitgehend als möglich in die friedliche europäische Völkergemeinschaft zurückzubringen. Die Aufhebung der Blockade sei allein den Bemühungen der Männer der Luftbrücke zu verdanken, da dieses die Russen veranlaßt habe, die Blockade Berlins aufzuheben. Zugleich wies Acheson darauf hin, die Aufhebung der Blockade bedeute nur die Beseitigung eines Hindernisses. Man dürfe darin nicht die Lösung des deutschen Problems sehen. Die Lösung des Problems Deutschland auf der Pariser Außenministerkonferenz hänge nur von der Bereitwilligkeit der Sowjetunion ab. Vorschläge zu machen oder anzunehmen, die die Bemühungen der Westmächte, Deutschland in die friedliche und aufbauende Gemeinschaft der freien Völker aufzunehmen. nicht behindern. Acheson betonte besonders, die amerikanische Politik trete für ein geeintes Deutschland ein, in , dem die Grundrechte aller Deutschen garantiert seien. Er erklärte ausdrücklich, die USA würden keinerlei Vorschlägen für einen Zusammenschluß Deutschlands zustimmen, wenn die Grundrechte nicht garantiert seien. Deutschland-Besuch Achesons? NEW YORK, 12. Mai. (DENA-Reuter) Der amerikanische Kommentator Drew Pearson glaubt zu wissen, daß US- Außenminister Dean Acheson im Anschluß an die Pariser Außenminister- konferenz Deutschland einen Besuch abstatten wird. Acheson beabsichtige, ebenso wie Außenminister Byrnes irp Jahre 1946 Stuttgart oder auch Frankfurt zu besuchen- Grundgesetz wurde gebilligt Vier Einwände des französischen Militärgouverneurs — Wahl Bonns noch nicht endgültig? FRANKFURT, 12. Mai. (DENA) Am Donnerstagabend fand hier eine interne Konferenz der drei westlichen Militärgouverneure über das Grundgesetz statt, eine der bedeutendsten Sitzungen, die seit der Kapitulation im Frankfurter IG-Hochhaus stattfanden. Während sich die Ministerpräsidenten der Länder der drei Westzonen inzwis’.ien in Frankfurt versammelt hatten, waren die Mitelieder der Bonner Delegation, die an der feierlichen Stadtverordnetensitzung in Berlin teilgenommen haben, zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingetroffen. Von französischer Seite verlautete nach der internen Konferenz der Gouverneure, daß das Bonner Grundgesetz nach der fast zweistündigen Beratung, ohne Aenderungen von den Gouverneuren genehmigt worden sei. Der französische Militärgouverneur habe jedoch vier Einwände zu Protokoll gegeben. Es handelt sich dabei * um 1. die beratende Funktion der Berliner Vertretung im westdeutschen Ein historischer Augenblick Am 8■ Mai wurde vom Parlamentarischen Rat das westdeutsche Grundgesetz verabschiedet. Unser Bild zeigt die CDU-Fraktion bei der Abstimmung. Recht»! Dr, Theophil Kaufmann, Ettlingen, (Aufn. DENA-Bild) Bund, 2. um den Ueberleitungsaus- schuß, dessen Aufgaben hauptsächlich von den Ministerpräsidenten wahrgenommen werden sollen unter nur beratender Teilnahme von Vertretern des Parlamentarischen Rates, 3. soll der Bund keine Anforderungsrechte für Polizeikräfte aus den Ländern besitzen und 4. betreffen die französischen Einwände den Artikel 72, der im Bereich der konkurrierenden Gesetzgebung die Rechte des Bundes und der Länder festlegt. Wie ferner aus anderen alliierten Konferenzteilnehmerkreisen verla atet. haben sich alle drei Gouverneure gegen die „unglückliche Wahl“ Bonns als Bundessitz ausgesprochen. Sie wollten jedoch an dem Prinzip, daß dies eine rein deutsche Angelegenheit sei, festhalten. Sie äußerten jedoch ihre Zweifel, daß genügend Raum in Bonn beschafft werden könne. Wie DENA weiter meldet, haben nach Mitteilung des Generalsekretärs des Länderrates, Dr. Heinrich Troger, die Länderratsmitglieder selbstverständlich keine Entscheidung über die vorgesehene Uebersiedlung nach Bonn getroffen. Weltbürgerkomitee Deutschland BONN, 12. Mai (DENA) In der Pädagogischen Akademie in Bonn, dem Sitz des Parlamentarischen Rates, fand zur gleichen Zeit, als Bonn zur Bundeshauptstadt gewählt wurde, der Zusammenschluß des Weltbürgertums Deutschlands mit der Weltstaatliga zum „Welt- bürgerkomitee Deutschland“ statt. Auf der ersten Arbeitstagung des Komitees, dessen ständiger Sitz Hamburg sein soll, wurde auf Vorschlag des NRW- Innenministers Dr. Walter Menzel beschlossen, anläßlich der deutschen Bundeswahl eine Vorwahl für eine föderative Weltregierung durchzuführen. Grundgesetz vor dem Landtag STUTTGART, 12. Mai. (SAZ-Eig.-Ber.) Wie wir vom Staatsministerium erfahren, bessert sich der Gesundheitszustand des seit einigen Wochen .an einer langwierigen Grippe erkrankten Ministerpräsidenten weiter. Vermutlich wird Dr. Reinhold Maier am kommenden Montag seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen und an den Beratungen des Landtags über Zustimmung oder Ablehnung des Grundgesetzes am Mitwoch, den 18- Mai, teilnehmen. , Huebener wird Nachfolger Clays WASHINGTON, 12. Mai. (UP) Generalleutnant Clarence Huebener wird am 15- Mai als Nachfolger General Clays die Posten des amtierenden amerikanischen Militärgouvemeurs in Deutschland und des amtierenden Oberkommandierenden der amerikanir sehen Streitkräfte in Europa übernehmen, gab das Staatssekretariat für die Armee bekannt. Huebener war bisher Stellvertreter General Clays und gleichzeitig sein Stabschef. Der amerikanische Hohe'Kommissar für Deutschland soll um den 1. Juli ernannt werden. Deutsche Gefangene in Albanien ATHEN, 12. Mai. (UP) Aus gewöhnlich zuverlässigen griechischen Quellen verlautet, daß etwa 300 deutsche Kriegsgefangene in Valona (Albanien) mit dem Bau von großangelegten Kaianlagen beschäftigt sind. Verschiedene Munitionsschiffe hätten bereits dort ihre Ladung gelöscht. Keine Einebnung von Gräbern KOPENHAGEN, 12. Mai. (DENA) Der dänische Kirchenminister FredeNielden dementierte am Donnerstag kategorisch Meldungen der dänischen Presse über eine bevorstehende Einebnung deutscher Soldaten- und Flüchtlingsgräber in Dänemark. Bereits am 1- April, erklärte Nielden, habe das dänische Kirchenministerium alle deutschen Soldatengräber in Dänemark für die Dauer von 20 Jahren unter seinen Schutz genommen. Seite 3 / Nummer 92 S AZ Freitag, 1*. Mai 194# 5öDDc^t|^3fiflcmcme Nummer 92 / Freitag, den 13. Mal 1949 Bundessitz Bonn It. W. Der Parlamentarische Rat ha! sich mit einer knappen Mehrheit (33:29, bei zwei Enthaltungen und einer ungültigen Stimme) für Bonn als Bundessitz entschieden. Von vielen Politikern, vor allem aus den Kreisen der Sozialdemokratie, aber auch in Süd* deutschland, ist diese Entscheidung deshalb als falsch und unklug bezeichnet worden, weil Bonn nicht in der Lage sein wird, den Verwaitungsapparat der westdeutschen Regierung aufzunehmen. Frankfurt, das ln langwieriger Arbeit die Voraussetzungen für die Unterbringung und das Funktionieren der zweizonalen Verwaltungsämter geschaffen hat, wäre viel geeigneter gewesen. Frankfurt wird daher der Verwaltungstitz des neuen westdeutschen Staates sein und in Bonn werden nur Regierung und Parlament Platz haben. Durch diese „Ge- waitentrennung" wird die parlamentarische Kontrolle der Verwaltung leider sehr gelockert sein. Was mag die Mehrheit des Parlamentarischen Rats dazu bewogen haben, dennoch Bonn zu wählen? Als nach dem ersten Weltkrieg das deutsche Volk sich eine Verfassung gab, war Weimar der Platz, wo in Ruhe und Abgeschiedenheit das Verfassungswerk ausgearbeitet werden konnte — aber als Regierungssitz des neuen Staates wählte man doch Berlin. Ich bin überzeugt, daß sich der Parlamentarische Rat auch mit großer Mehrheit für Berlin entschieden hätte, wenn nicht einem solchen Beschluß das Nein der Alliierten im Wege gestanden hätte. So ist Bonn ein Notbehelf geworden, ein Notbehelf, der den Charakter des Provisoriums trägt, weil jedermann hofft, daß Berlin doch eines Tages wieder die Hauptstadt Deutschlands werden möge. Eine Entscheidung für Frankfurt hätte allerdings nicht ein Provisorium geschaffen, sondern wäre wahrscheinlich eine für immer gültige Lösung gewordöq. Frankfurt, als bedeutendes Handels-, Finanz- und Industriezentrum, stets im Wettbewerb mit Berlin stehend, hätte auf diese Weise Berlin den Rang abgelaufen, zumal nach diesem Kriege viele Menschen, vornehmlich in Süd- und Westdeutschland der Auffassung sind, daß wir lange genug von Berlin aus schlecht regiert worden sind. Ein Beschluß des Parlamentarischen Rotes, Frankfurt als Bundessitz zu wählen, wäre mit einem Abschreiben Berlins gleichbedeutend gewesen. Westdeutschland hätte sich damit von Ostdeutschland getrennt und das Ist etwas, was wir alle ja niemals wünschen. So ist die Wahl 8onns in Wirklichkeit eine Entscheidung für Berlin — eine Entscheidung für ganz Deutschland. Die Schranken fallen OPP. Seit über 24 Stunden rollen wieder Elsenbahnzüge und Autos aus Westdeutschland in Richtung Osten. uq$* Berlin und umgekehrt. Inmitten des (^et/jebes der Werktage, an denen wir unserer Arbeit nachgehen, hebt sich der 12. Mal symbolhaft aus einer schweren Zeit hervor, die jetzt hoffentlich einer friedlicheren Aera Platz macht. Man Ist In diesen Stunden der Freude über die Aufhebung der Blök- kade geneigt, die Zukunft rosiger zu sehen, denn in dem kalten Krieg zwischen Ost und West hat die Vernunft die Oberhand behalten. Von einem restlosen Sieg der Einsicht zu sprechen, ist jedoch verfrüht, denn das Kapitel Uber Frieden oder Unfrieden Ist noch nicht zu Ende gelesen. Es wurde bisher nur ein Anfang gemacht. Wir wissen heut? noch nicht, welche Ergebnisse die weiteren Schritte zeitigen werden, die man zur Befriedigung der Welt auf der kommenden Außenministerkonferenz in Paris unternehmen wird. Die Erfüllung unseres Wunsches nach einer Wiedervereinigung Deutschlands und dessen gleichberechtigte Eingliederung In die europäische Völkerfqmitie scheint jedoch mit der Aufhebung der Blockade und der bevorstehenden Wiederaufnahme von Viermächteverhandlungen nähergerückt zu sein. Zwangssparen einmal anders Eine Handelskammer hat 3 Milliarden D-Mark „geradezu auf der Hand liegen“ Von unserem ständigen erk-Korrsipondtnten „Kredit“ heißt heute in Westdeutschland das Zauberwort angesichts ständig zunehmender Konkurse und Wechselproteste, die selbst an alten, angesehenen Firmen nicht vorübergehen. Wie beschaffen wir Kredite? — dies ist auch die Frage, welche die Industrie- und Handelskammer Bonn sich vorgelegt hat und mit einem interessanten Vorschlag beantwortet, der im Folgenden auszugsweise wiedergegeben ist. Zwangssparen und Zwangsanleihen erschüttern das Vertrauen, so lehren es uns Wissenschaft und Praxis. Ist dieser Lehrsatz ein unumstößliches Dogma? Wir sagen nein, weil wir an die Absolutheit wirtschaftlicher Regeln nicht glauben, da zu behaupten und zu beweisen ist, daß das, was gestern richtig war, heute ein Vorurteil sein kann. Eine kapitalistische Wirtschaft braucht Kapital. Der Kredit ist, wenn man will, die genialste Spielform des Kapitals. Ueberdenken wir unsere Vermögenslage mit natürlichen Sinnen, dann sollten wir wissen, was zu tun ist. s Ein armer Mann wird nur dann für kreditwürdig erkannt, wenn er fleißig Erläuterungen zum STUTTGART, 12. Mai. (DENA) Zur Richtigstellung irreführender Informationen über das vom süddeutschen Länderrat ausgearbeitete Aender lrigs- gesetz zum KB-Leistungsgesetz hat das Württemberg - badische Arbeitsministerium die nachfolgende Erläuterung über die für das Land Württemberg- Baden zutreffende Regelung veröffentlicht: Nach dem Gesetz zur Aenderung des Gesetzes über Leistungen an Körperbeschädigte sollen mit Wirkung vom 1. März 1949 an auch rentenberechtigt werden: 1. Witwen, die a) Die Hälfte (bisher zwei Drittel) ihrer Erwerbsfähigkeit nicht nur vorübergehend verloren haben, b) das 50. (bis das 60.) Lebensjahr vollendet haben, c) ein waisenrentenberechtigtgs Kind, d. h. ein solches unter 18 Jahren (bisher eines unter drei oder zwei, unter acht Jahren) versorgen. 2. Bedürftige Eltern, zu deren Unterhalt ein Verstorbener, der sie noch nicht unterstützt hatte, im Erlebensfall jetzt wesentlich beitragen würde. Diese Voraussetzung soll auch als erfüllt angesehen werden, wenn nach den früheren versorgungsrechtlichen Vorschriften Elternrente bezogen worden ist- Das Aenderungsgesetz Ist am 15. 2. 1949 vom süddeutschen Länderrat verabschiedet, aber von der Militärregierung noch nicht genehmigt werden. Das Arbeitsministerium Württemberg- Baden hat jedoch auf Grund eines Ministerialbeschlusses die Landesversicherungsanstalten beauftragt, einstweilen die Durchführung des Aende- rungsgesetzes derart vorzubereiten, daß mit dem nächsterreichbaren Zahlungstermin (Ende Juni) wenigstens eine vorläufige Zahlung in möglichst vielen Fällen mit Wirkung vom 1. Mai 1949 an beginnen kann, wenn das Gesetz bis dahin noch nicht genehmigt sein sollte. Dazu wird weiterhin mitgeteilt, daß Witwen und Eltern, die im jetzigen Bereich von Württemberg-Baden Renten nach den früheren versorgungsrechtlichen Vorschriften bis zur allgemeinen Zahlungseinstellung (Mai 1945) bezogen oder eine Rente nach dem KB-Leistungsgesetz beantragt haben, im allgemeinen damit rechnen können, daß die ihnen nach dem Aenderungsgesetz zustehende Rente von amtsund sparsam ist. Den Fleiß bestreitet uns niemand, aber von sparsamer Haushaltung, öffentlich und privat, kann nicht gesprochen werden. Ein freiwilliges Sparen wird durch die derzeitige Steuerunmäßigkeit nahezu unmöglich gemacht. Also senken wir die Steuern. Wenn wir das tun, müssen bedeutsame Ursachen der Steuerhöhe, nämlich die Kosten deutscher Verwaltung und der Besatzung, gesenkt werden. Ist solches nicht unvorstellbar und auch nicht unbillig, so müssen wir uns fragen, ob eine generelle Steuersenkung den notwendig schnellen Erfolg sicherstem. Wir sagen nein, da die Summe der Einzelsteuerersparnisse sich in der Konsumtion verlieren muß, während es doch dringend geboten ist, die produktiven Ausgangspunkte wie Bergbau, Grundstoff- und Engpaßindustrien, weil am kreditbedürftigstem, primär konzentriert zu versorgen. Wenn wir also ersparte Steuern nicht planlos herumgeistern lassen wollen, muß die von uns vorgesehene Steuersenkung in ein System, in eine Planung gebracht werden. Das bedeutet, daß die Demokratie sich für kurze Zeit einen Schuß KB -Leislungsgesetz wegen flüssig gemacht wird. Dies gilt insbesondere für Witwen, die eine Erklärung über ihre wirtschaftlichen Verhältnisse in der KB-Rentenjahres- bescheinigung über die laufende Waisenrente abgegeben haben. Soweit eine solche Erklärung . nicht abgegeben wurde, wird sie von der Landesversicherungsanstalt demnächst fallweise einverlangt werden. Witwen, die das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und geltend machen wollen, daß sie wenigstens die Hälfte ihrer Erwerbsbeschränktheit nicht nur vorübergehend verloren haben, sollen dieserhalb vorstellig werden, auch wenn sie nach den früheren versor- gungsrechtlsichen Vorschriften Rente bereits bezogen haben. Witwen und Eltern, die nach den früheren versorgungsrechtlichen Vorschriften noch keine Rente bezogen und auch nach dem KB-Leistungsgesetz noch keinen Antrag gestellt haben, aber jetzt die Voraussetzungen dieses Gesetzes erfüllen, müssen einen Antrag stellen und zwar in Stuttgart und Ulm bei der Landesversiche- rungsanstält Württemberg unmittelbar, sonst bei der allgemeinen Ortskrankenkasse. der Ortsbehörde für die Arbeitsversicherung oder der Kreisfürsorgestelle. Es wird ihnen aber empfohlen, damit zuzuwarten, bis nach Verkündung des Aenderungsgesetzes eine entsprechende Verlautbarung ergeht, wobei auch weitere Einzelheiten über das Gesetz mitgeteilt werden. CDTJ-Abgeordneter Leonhard appelliert an Staatsregierung STUTTGART, 12. Mai. (SAZ-Eig.- Ber.) Der Pforzl>eimer CDU-Abgeord- nete Leonhard richtete in diesen Tagen an die Staatsregierung die Anfrage, was sie zu tun' gedenke, um dafür zu sorgen, daß die Kriegerwitwen endlich die ihnen nach menschlichem und sozialem Empfinden zustehende Witwenrente erhalten. Im Hinblick auf die besondere Wichtigkeit dieses weiteste Kreise der Bevölkerung direkt betreffenden Problems wird sich der Landtag schon in einer seiner nächsten Sitzungen mit dieser Frage beschäftigen. Die Not der Frauen, die durch den Krieg ihre Männer f verloren hätten, werde immer größer, heißt es in der Anfrage. Es wäre jetzt wirklich an der Zeit, daß jede dieser Frauen eine entsprechende Rente gewährt würde. Diktatur, soll heißen, einen Zwang auferlegen und mit Verstand und psychologischer Einfühlung sparen muß. Wir unterstellen, daß das gesamte Steueraufkommen der drei Zonen im Jahr 15 Milliarden betragen wird. Diese Steuerhöhe ist um 20 Proz. — 3 Milliarden, zu senken mit der Maßgabe, daß zwar 15 Milliarden steuerlich weiter erhöben werden, aber nur 12 Milliarden den öffentlichen Haushalten zufließen, während 3 Milliarden in die Banken und Sparkassen wandern. Diese gewiß harte Manipulation, auf ein Jahr durchgeführt, kann starke Impulse und Vorwärtsstöße auslösen, die aus der Starre und Kapitalverengung herausführen und alle Vorurteile gegen ein Zwangssparen aufheben. Als Begründung für diese These werden folgende Punkte genannt: 1. ein reines Sparkapital von 3 Milliarden gestattet eine Kreditexpansion, die um ein Vielfaches die 3 Milliarden überschreitet; 2. die unbedingte Notwendigkeit der schwer kontrollierbaren Selbstfinanzierung wird aufhören. Das nun verfügbare Fremdkapital kann billigst hergegeben werden, weil di? Sparsumme von 3 Milliarden für etwa drei Jahre dem Steuerzahler keine Zinsen einbringen darf. 3. Die öffentliche Verwaltung kommt unter den Zwang des sofortigen Abbaues (Erfüllung des § 27 des Umstellungsgesetzes). 4. Nach Ablauf eines Jahres wird die Steuersenkung effektiv werden. Jeder Steuerzahler muß die Gewißheit haben, daß die nach Jahresablauf ersparte Steuersumme sein Sparkapital ist, das allerdings drei Jahre unverzinslich und erst nach 5 Jahren aufkündbar ist. Auch muß der Bürger in jedem Falle damit rechnen dürfen, daß, nachdem das Jahr des Zwangssparens abgelaufen ist, er um die 20prozentige Steuersenkung kaufkräftiger ist. Ist der Steuersenkungsprozeß einmal angelaufen, darf er durch keine versteckte Steueroder Gebührenerhöhung gestört werden. 5. Steuerzahler und Wirtschaft sollen die Hoffnung haben, daß durch ein großes, hartes und vielleicht einmaliges Opfer die Freiheit des Handelns erkauft wird. Verbesserter STUTTGART, 12. Mai. (SAZ-Eig.- Ber.) Der am 15. Mai in Kraft tretend« Sommerfahrplan der Reichsbahn überrascht durch einige wesentliche Verbesserungen. Durch Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit, durch Kürzung und Ausfall von Aufenthalten ist es dem Fahrgast möglich, in kürzester Zeit an sein Reiseziel zu gelangen. Einige neu eingefügte Fernverbindungen erschließen der Bevölkerung gute Resemöglichkeiten bis in die Schweiz und Holland. So ist in den Fahrplan der Schnellzug D 175 neu aufgenommen, der zwischen Basel — Karlsruhe — Mannheim und Frankfurt verkehrt- Diese Verbindung soll in kurzer Zeit nach Bremerhaven weitergeleitet werden. In umgekehrter Richtung fährt D 176 Bremerhaven — Mannheim — Karlsruhe — Basel. Auch die seitherige Verbindung FD 163 Basel—Karlsruhe—Mannheim führt weiter über Köln nach Holland. In umgekehrter Richtung reist man mit FD 164 von Holland über Mannheim— Karlsruhe nach Basel ohne größeren Aufenthalt. Die Strecke zwischen Karlsruhe und Basel wird in vier Stunden bewältigt. Post nach Ostdeutschland FRANKFURT, 12. Mai. (DENA) Di* Beschränkungen im Postverkehr nach Großberlin Und der Sowjetzone endeten nach Mitteilung der Hauptverwaltung Post- und Fernmeldewesen mit Ablauf des 11. Mai. Ab 12. Mal sind folgende Sendungen zugelassen: Nach Groß-Berlin gewöhnliche und eingeschriebene Postkarten, Briefe bi* 1000 g, Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben und Mischsendungen bis 500 g, Blindenschriften bis 7 kg, Päckchen bis 2 kg, ferner Wertbriefe bi» 1000 g und 500 DM Wertangabe, Zeitungsdrucksachen bis IOOjO g. Postwurfsendungen, gewöhnliche Paket« bis 7 kg und 500 DM deutsche Wertangabe. Das Einlegen von Banknoten, Edelmetallen usw- ist nach wie vor verboten. Postanweisungen, Nachnahmen und Postaufträge sind nicht zulässig. Nach der sowjetischen Besatzungszone: Gewöhnliche und eingeschriebene Postkarten, Briefe bis 1000 g, Drudesachen, Geschäftspapiere, Warenproben und Mischsendungen bis 500 g, Blindenschriften bis 7 kg, ferner Wertbriefe bis 1000 g und 500 DM Wertangabe. Zeitungsdrucksachen bis 1000 g. Postwurfsendungen von Banknoten, Edelmetallen usw. sind nach wie vor verboten. Keine Postanweisungen, Nachnahmen und Postaufträge. Im ^Luftpostdienst nach Groß-Berlin und Sowjetzone bleibt die Beschränkung auf gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen bis 100 g vorläufig weiter in Kraft. Das Notopfer Berlin bleibt für abgabepflichtige Sendungen innerhalb des Vereinigten Wirtschaftsgebietes bestehen. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß «ffene Zeitungssendungen nach der Ostzone und Berlin Gefahr laufen, von der Ostzonenpost nicht befördert zu werden. Deutschla n d - Run dsch au VEREINTE WESTZONEN: Hamburg (UP). Sämtliche Hamburger Bäcker wollen in den Streik treten. —- Essen. Insgesamt 5®0 Arbeiter der Krupp* Lokomotivfabrik. wurden wegen Arbeitsmangel gekündigt. — Frankfurt. Der britische Arbeitsminister G. A. Isaacs traf zu Einern kurzen Besuch ln Frankfurt ein. — MUnchen. Bürgermeister Dr. h. c. Karl Scharnagel hat um seine Versetzung in den Ruhestand gebeten. SOWJETZONE: Berlin' (UP). Zu Ehren der alliierten Luftbrücken-Flieger wird ein Platz in der Nähe des Tempelhofer Feldes die Bezeichnung .Platz der Luftbrücke" tragen. (Alle nicht gezeichneten Nachrichten: DENA) Zugverkehr Die bisher im Verkehr befindliche Route zwischen Karlsruhe—Mannheim —Frankfurt und Hamburg mit D 85 wird ab 15. Mai in umgekehrter Richtung bis Basel verlängert. Diese Fernverbindung wurde außerdem an das Schweizer Verkehrsnetz angeschlossen und es besteht sogar die Möglichkeit einer raschen Weiterfahrt nach Italien. Nach Aussage der Reichsbahndirektion Stuttgart weisen die im engeren Verkehrsnetz befindlichen Personenzüge gleichfalls große Verbesserungen auf, so daß durch den neuen Fahrplan auch für di« im Lande Reisenden ein Fortschritt erzielt wurde. Lizenx-Nr. US-WB 122. Herausgeber und Chef- redaicteure Felix Richter und Karl Wisselindc. Redaktiensmitgliedei - Max Geisenheynei, Helmut Haag.Wilh Hagenmeyer. Rud. Jehn, Hanns Mohn, Br.W Oberkampf, Ott« P. Paeffgen, Hildegard Pieritz Ad. Rohririrscb, Jos. Werner. — Mit vollem Verfassemamen gezeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar Nachdruck von Originalbeiträgen nur mit Genehmigung gestattet, das Zitierungs- recht bleibt unberührt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte keine Gewähr. — Verlag: Süddeutsche Allgemeine, Zeitungsverlag GmbH. Verlagsdirekto r Dipl - Ing. Herben Lohmeyer. S)eri $rük en ut Hermanns ROMAN VON GEORG (föu$e Schluß (Nachdruck »erboten) Schwer und schleppenden Schrittes ging er weiter. Durch den wohlbekannten Garten, in dem Astern blühten und der in verträumter herbstlicher Müdigkeit trauerte, kam er in den Hof des Anwesens. Nun stand er vor der Treppe. Da ist die wein- umrankte Mauer. An diesen alten Stämmen war er in einer längst vergangenen Nacht emporgeklettert —, dort das Fenster-er starrte hinauf — dort — dort das Fenster — sein Herz stand still —, dort sieht er sie plötzlich stehen! Ja, ja, sie ist es wirklich, sie lebt, sie lebt, sie ist nicht tot! Dort steht sie an der Brüstung, jung, mädchenhaft wie einst. Im schwarzen Kleid lehnt sie am Fenster, jetzt erblickt sie ihn und sieht ihn gleichgültig an; 6ie erkennt ihn nicht. Er trägt ja überm linken Auge eine schwarze Tuchklappe. Er tritt näher, nimmt zitternd vor Freude den Hut vom Kopf und grüßt. Jetzt verwandelt sich ihre Miene, nun erkennt sie ihn, lächelt und nickt kaum vernehmbar. Er steigt die steinernen Stufen zur Haustür hinauf, geht durch die Diele, die Holztreppe empor in den ersten Stock. Niemand ist im Haus. Kühle umfängt ihn. Geruch von Kräutern. Die Bretter knarren, obwohl er versucht, leise aufzutreten. Die Türe nach ihrem Zimmer ist offen, er tritt ein. — Noch steht sie am Fenster, zart, schlank, und rührt sich nicht. „Guten Tag, Frau Dressei,“ sagt er leise. „Guten Tag, Herr Vries,“ antwortet sie ebenso, „ich hatte Sie nicht gleich erkannt. Wie geht es Ihnen?“ „Ich —, ich danke. Ich, oh, Ich freue mich so sehr, Sie wiederzusehen. Vorhin, ich kam von der Heide her und sah den schwarzen Wagen vor dem Tor stehen-, da bin ich furchtbar erschrocken, — ich glaubte schon-.“ „Man hätte mich geholt? Nein, sie holten ihn. Mein Mann ist gestorben.“ Sie schwieg, dann sagte sie, kaum hörbar, „es war eine Erlösung für den Aerrrtfeten.“ Die Uhr die er noch kannte, tickte in der Stille. Das volle Weiniaub an der Mauer draußen raschelte leise im Wind. Er stand ihr gegenüber und betrachtete ihre Gestalt, ihr blasses Gesicht und die schmalen Hände. Wie krank mußte sie gewesen sein, und wie sehr mußte sie jetzt leiden. „Ich durfte nicht mitfahren,“ sagte sie erklärend. Ihr Blick ruhte traurig auf ihm. „Haben Sie Ihr Auge verletzt?“ „Nein, es ist — ich habe es eingebüßt —.“ „Oh.“ der Ton ihrer Stimme war voll Mitleid. Sie schwiegen. Beide sahen sich mit ernster, verhaltener Neugier an. Sie fühlte seine Verlegenheit. Morgen beginnt der neue, humorvolle und spannungsreiche Roman von Ewger Seeliger PETER VOSS DER MILLIONENDIEB der in seiner Neubearbeitung von uns erworben worden ist. Der originelle Roman ist mehrmals verfilmt worden. Unsere Leserinnen und Leser werden seinem humorvollen und fesselnden Ablauf mit großer Spannung folgen. „Sie haben eine schwere Zeit hinter sich.“ brach eie die Stille. „Ja. Und ich danke Ihnen noch für Ihren Brief.“ Nach einer Pause fragte sie ihn: »Hatten Sie hier in E. zu tun?“ „Ich muß mir meine Sachen aus der Farm holen.“ „Und dann?“ „Fortgehen. Arbeit suchen.“ Sie erwiderte nichts. Er kam sich plötzlich so überflüssig vor, machte einen Schritt zu ihr hin und reichte ihr die Hand. Er fühlte, er war am Ende. „Ich danke Ihnen.“ murmelte er, „und, — leben Sie wohl.“ Ihre Augen wurden plötzlich groß. Wie erschreckt sah sie ihn an. Neues vom Eva Caskel: Marguerite Valmore. Roman. Hamburg. Maria-Honeit-Verl. 1948. 331 S. DM 10.50. Das Lebensschicksal der jungen Französin Marguerite Valmore erfüllt sich in der Napoleonischen Zeit, in die der Geist der französischen Revolution noch hineingewittert und die mit dem russischen Winterfeldzuge ihr Ende findet. Um die zarte, verschlossene, von innerer Leidenschaft durchglühte Frau, der nur ein Wurf des Herzens im Leben gelingt, entsteht eine Fülle von Figur, in der die politisch, gesellschaftlich und geistig nervöse Zelt sich fängt, von der lebensvollen Gestalt des Abbäe und seiner Gegenspielerin, der Klosterfrau Gabriele (beide die ungleich stärksten Figuren des Buches) bis zum Rankenwerk der vielen anderen. Mit dem Winterfeldzug in Rußland, den Marguerite erlebt und der ihr den Mann nimmt, erlischt auch das Licht dieser Frau. Was danach kommt, gehört nicht mehr zu ihr, es geschieht ohne Notwendigkeit, man vergißt es. „Möchten Sie, — mir vielleicht helfen, — hier auf dem Hof?“ fragte sie schüchtern. Seine mühsam bewahrte Kraft zerbrach. Er spürte wie Lachen und Weinen ihm gleichzeitig in die Kehle stieg. Etwas zwang ihn nieder vor ihr, er ergriff ihre schmalen, blassen Hände und preßte seine stammelnden Lippen darauf —-. — ENDE — Büchermarkt Das Thema, an das sich dl« Autorin gewagt hat, ist zu gewaltig, als daß es ganz hätte erfüllt werden können; und wenn über Kindheit und Jugend der Marguerite Valmore die Zeit wie ein Duft eingefangen ist, ein Unaussprechliches, das den Leser anweht, so verliert sich das später ganz, als der Rußland-Film abläuft. — So müssen wir, bei aller Sympathie für das Buch sagen, daß die Gestaltung des großen Vorwurfs noch nicht ganz gelungen ist. Bei der unzweifelhaften Begabung für das Atmosphärische einer geschichtlichen oder gesellschaftlichen Situation, wie sie zu Anfang stark zu spüren ist, sind wir interessiert daran, was nach diesem Buch aus der Feder der Autorin kommen wird. P i e r i t z. Ernst Wledjert wurde von einer kalifornischen Universität eingeladen, Vorlesungen über deutsche Sprache und Literatur zu halten. Der Dichter, der gegenwärtig in Basel lebt, soll den Auftrag angenommen haben. (SZ) Vreitag. 13 Mai 1949 S AZ Nummer 92 / Seite 3 3 <15 'JWomeiet treit . . , ... flog einer der 130 Luftballone, die am Sonntag anläßlich des Sommertagszuges vom Stadtgarten aus aufstiegen So weit ist es nämlich, wenn man mit der Bahn nach Füssen im Allgäu fährt, wo man „auf einer blühenden Wiese“ das bunte Gebilde fand. Man entdeckte den Ballon am Montagvormittag 11 Uhr, also kaum 20 Stunden, nachdem er seine Reise angetreten hatte. Wobei einem rein von selbst der Wunsch ankommt, man könnte sich selbst einmal an Stelle jenes papierenen Anhängers des Verkehrsvereins an einen solch roten oder grünen Luftballon hängen und dann — nach dieser Fahrt ins Blaue — unvermittelt und sachte auf eine blühende Wiese im Allgäu herunler- schweben. War’ das nicht fein? So abends im Stadtgarten starten, immer höher schweben und höher, bei Nacht dann die Sterne über sich und die dumme Erde weit weit weg, nichts mehr hören und sehen auch von Karlsruhe und dann plötzlich zwischen schwarz-weiß-gescheckten Kühen auf eine Alm heruntergleiten ... Nun, der Verkehrsverein weiß ja nun Bescheid, wie er die Sache im kommenden Jahr anzupacken hat. Aber Spaß beiseite: 345 km sind für so ein kleines Ballönchen auch kein Pappenstiel. Starter war der Verkehrsverein selbst. Der Ballon von Hanne Jokaesch, Luisenstr. 52, landete in Rottenburg am Neckar, der von Georg Michael Gerstner, Leb- rechtstr. 74, in der Nähe von Oeschel- bronn bei Pforzheim und der vierte bis jetzt aufgefundene Ballon — er gehörte zum „Aufgebot“ des Verkehrsvereins — bei Ittersbach-Spielberg. Man yird noch einige Tage zuwarten müssen, um zu erfahren, ob der Füssen-Ballon nun wirklich Rekordinhaber bleibt. Die Karlsruher Buben aber werden sich demnächst fragen: Sag mir. wie weit dein Ballon gfloge isch, un ich sag dir, ob du en Kerl bisch! jw. Heute fällt Schokolade vom Himmel! Original-„Rosinenbomber“ über Karlsruhe — Film über die Berliner Luftbrücke läuft an Noch nicht 36 Stunden sind seit der Aufhebung der Berliner Blockade vergangen, und die Freude und Erleichterung hierüber wird in diesen Stunden und Tagen viele Deutsche und ganz besonders die Bevölkerung der Berliner Westsektoren veranlassen, noch einmal mit Bewunderung dieses gewaltigen Unternehmens zu gedenken. So ist es denn ein günstiger Zufall, daß gerade heute im Programm von sechs Karlsruher Lichtspieltheatern — Schauburg, Gloria, Pali, Atlantik, Rheingold und Skala — der Film „Die Brücke 1 * anläuft. Er erzählt vom Einsatz der „Rosinenbomber 11 — eine Bezeichnung, die der Berliner Humor geprägt hat —, von den ungeheueren Schwierigkeiten, die überwunden, und den Opfern, die gebracht werden mußten. Darüber hinaus zeigt er in einer kleinen Handlung, wie die Luftbrücke auch dazu beigetragen hat, eine Brücke von Mensch zü Mensch, von „Siegern“ zu „Besiegten“ zu schlagen. Und diese menschliche Seite des Unternehmens ist mindestens ebenso hoch zu bewerten wie der in Zahlen zu erfassende Erfolg. Eine dieser erfreulichen Begebenheiten am Rande der Luftbrückenoperation war die „Erfindung“ des amerikanischen Piloten Ltn. Hal- v e r s o n , der mit seinen Flügen nach Berlin nicht nur seine Pflicht tun, sondern auch persönlich der notleidenden Bevölkerung helfen und Freude bereiten wollte. Er kam auf die Idee, aus Taschentüchern kleine Fallschirme zu konstruieren und an ihnen Schokolade und Süßigkeiten für die Berliner Kinder abzuwerfen. Andere Piloten folgten seinem Beispiel, und so hatten nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder Berlins allen Grund, erwartungsvoll zu jedem einzelnen „Rosinenbomber“ aufzublicken. Zur Erinnerung an dieses schöne Zeugnis echter Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit und zugleich als Werbung für den Film wird heute gegen 12 Uhr ein Original-„Rosinen- bomber“, eine zweimotorige C 47, vom Frankfurter Rhein/Main-Flughafen, 300 dieser Miniatur-Fallschir- mit Schoknlcrip ? ; ir die TSarl<;_ -- , . m, Als weitere Überraschung werden die beiden „Hauptdarsteller“ des Films, der amerikanische Luftbrük- kenpilot Oblt. D r o 11 und der deutsche Vorarbeiter Josef Müller vom Flughafen Tempelhof, in den Vorstellungen anwesend sein, wobei Josef Müller als symbolischen Gruß Berlins einige kleine Teddybären — das Berliner Wappentier spielt auch im Film eine Rolle — verteilen wird (am Freitag und Samstag im Pali, Gloria und der Schauburg, am Sonntag im Atlantik, Rheingold und in der Scala). )( Eigentumsdelikte stark zürückgegangen Der Tätigkeitsbericht der Karlsruher Polizei weist im Monat April erfreulicherweise auf verschiedenen Gebieten einen Rückgang der Zahl der zu bearbeitenden Fälle auf. So wurden im April nur 61 schwere und 150 einfache Diebstähle angezeigt, gegenüber 83 schweren und 297 einfachen Diebstählen im Vormonat. Auf dem Gebiet des Schwarzhandels wurden 277 Fälle (371 im März) festgestellt. Auch die Zahl der als geschlechtskxank verdächtigen Frauen hat sich etwas verringert Die Verkehrsunfälle im April hielten sich zahlenmäßig auf der gleichen Höhe wie im März, obwohl die Zahl der Verkehrssünder ebenfalls zurückgegangen ist Unter den insgesamt 98 festgenommenen Personen war der größte Teil von auswärts. ;) Einbrecherbande unschädlich gemacht Drei Polen machten Karlsruher Vororte und nördliche Hardt unsicher Ein Luftbrückenpilot malt die Rekord- tonnaoe auf die Bordwand 3einer Maschine. (DENA-Bild) ruher Jugend (zwischen 2 und 60 Jahren) ab werfen. Diese Aktion wird gleichzeitig in Heidelberg und Mannheim durchgeführt, doch wird betont, daß ihr Schwerpunkt in Karlsruhe liegt. Hofstandsarbeiten der AAK Nach langen Vorbesprechungen ist am gestrigen Donnerstag der Plan gutgeheißen worden, zur Herabsetzung der hohen Arbeitslosenziffer in Karlsruhe bei der AAK Notstandsarbeiten durchzuführen. Diese Arbeiten beginnen am Montag kommender Woche. Wer sich an den Notstandsarbeiten beteiligen will, wird ange- halten, sich umgehend beim Arbeitsamt Karlsruhe zu meiden. Insgesamt werden im Rahmen dieser Notstandsarbeiten 300 Arbeiter Beschäftigung finden. Die gleiche Zahl an Arbeitern war bis Ende März d. J. auf Grund eines Stadtratsbeschlusses entlassen worden. :) Zwei 16jährige Mädchen vermißt Seit dem 16. 4. bzw. 3. 5. 1949 werden ln Karlsruhe zwei 16jährige Mädchen vermißt. Es' handelt sich bei den Vermißten um die am 18. 6. 1932 in Usedom geborene Eleonore Stein und die am 2. 7. 1932 in Karlsruhe geborene Sonja Engel. Eleonore Stein ist ca. 1,65 m groß, schlank, hat langes, dunkelbraunes, geweiltes Haar mit Mittelscheitel und trägt eine braune Jacke, ein buntgeblümtes Kleid und goldene, ringförmige Ohrringe. Sonja Engel ist ca. 1,55 m groß, untersetzt, hat mittelblondes, langes, linksgescheiteltes Haar und eine frische Gesichtsfarbe. Sie trägt einen blauen Mantel mit weißen Nadelstreifen, ein lila Seidenkleid mit silbergrauer Stickerei, evtl, einen grauen Rock, eine weiße Bluse und einen goldenen Siegelring mit Zeichen O. E. Auskünfte über den Verbleib der beiden Mädchen werden erbeten an die weibliche Polizei, Karlsruhe, Hebelstraße 3, Telefon 6090, oder an die jeweils nächstgelegene Polizeidienststelle. :) Sonderzug nach Konstanz Die Eisenbahndirektion Karlsruhe läßt in Zusammenarbeit mit einem Freiburger Reisebüro am kommenden Sonntag einen Gesellschaftssonderzug nach Konstanz verkehren. Der Zug verläßt Karlsruhe um 4.16 Uhr ab Hauptbahnhof und kommt 10.10 Uhr in Konstanz an. Dort bietet sich Gelegenheit zu zwei Bodenseedampferfahrten mit Konzert und Tanz, zwischen 12.30 Uhr und 16.30 Uhr und von 16.30 Uhr bis 20.30 Uhr. Die Rückfahrt des Sonderzugs erfolgt 20.45 Uhr. Ankunft in Karlsruhe 2.18 Uhr. Der Fahrpreis betragt 16.70 DM. :) Ab morgen Baumusterschau Die wiederholt angekündigte ständige Baumusterschau der Stadtverwaltung wird nun endgültig morgen vormittag 11 Uhr in der Ausstellungshalle eröffnet. Anläßlich der Eröffnung kann die Schau ausnahmsweise am Samstag von 11—18 Uhr und am Sonntag von 11—13 Uhr besichtigt werden. Danach ist die Ausstellung nur werktags, jeweils von 9—13 Uhr, geöffnet. Ueber das Zustandekommen, das Wesen und die Ziele der Baumusterschau werden wir in unserer morgigen Ausgabe ausführlich berichten. >) Uhrmachertagung in Karlsruhe Am 15. Mai findet in Karlsruhe der diesjährige Verbandstag des Landesinnungsverbandes Württemberg-Baden statt, zu dem 700 Uhrmachermeister aus den Westzonen und Berlin erwartet werden. Die Wahl fiel deshalb auf Karlsruhe, weil man in größerem Rahmen gleichzeitig die 50jährige Wiederkehr der Gründung der Uhrmacherinnung Karlsruhe und des Landesverbandes Badischer Uhrmacher begehen willi Die Tagung soll den Uhrmachern in einer Reihe von Vorträgen Hinweise zur Leistungssteigerung geben. Eine Ausstellung wird neuartige Werkzeuge, Apparate, Ersatzteile und einschlägige Waren zeigen. :) Abendkonzert im Stadtgarten Morgen, Samstagabend, findet von 19.30 bis 21.30 Uhr im Stadtgarten das erste Abendkonzert statt. Es wird vom Musikverein Durlach ausgeführt. Am Sonntag, von 11—12.30 Uhr und von 16—18 Uhr, wird das Blasorchester der Philharmonischen Gesellschaft konzertieren, das dann auch am Mittwoch, den 18. 5., ein Konzert bestreiten wird (16—18 Uhr). Wie man sieht, geschieht allerlei, um den Karlsruhern den Besuch des Stadtgartens wieder so angenehm wie möglich zu machen. Zollbeamter wird Maurer Im Gelände der AAK in der Vorholzstraße legten gestern nach einjähriger Umschulung 60 Männer zwischen 19 und 55 Jahren ihre Gesellenprüfung im Maurerhandwerk ab. Unter ihnen befinden sich ein Zollbeamter, sowie Landwirte und Metallarbeiter, in der Mehrzahl Flüchtlinge. Als Lehraufgabe wird ein Innungs- und Lehrlingsheim gebaut. An verschiedenen »Baustellen" mußte jeder der Umschüler seine Fertigkeiten im Mauern beweisen, wobei die Prüfungsarbeit durch das Los zugeteilt wurde. Die Besichtigung dieser Arbeiten gab einen überzeugenden Beweis davon, daß diese Umschüler, die sich rechtzeitig auf einen neuen Beruf umzustellen verstanden, als vollwertige Facharbeiter angesehen werden dürfen. Es bleibt nur zu hoffen, daß der Wiederaufbau unserer Stadt bald in dem wünschenswerten Tempo beginnen kann, damit diese neugebackenen Maurergesellen nun nicht auch in diesem Beruf arbeitslos werden. Die theoretische Prüfung wird heute in der Gewerbeschule durchgeführt. ze. Anfangs April wurden durch die Kriminalpolizei Karlsruhe drei Polen festgenommen die sich zu einer Diebesbande zusammengeschlossen hatten und gemeinsam seit längerer Zeit nächtliche Einbrüche in Schweineställe. Geflügel- und Kleinticr- ställe begangen haben Durch umfangreiche und langwierige Ermitt- lungsarbeit konnten die Täter überführt werden, in Karlsruhe, Durlach- Aue, Hagsfeld, Eggenstein, Blankenloch, Hochstetten, Friedrichstal, Neureut, Leopoldshafen und Graben insgesamt 15 Schlachtschweine aus verschlossenen Ställen heraus gestohlen und an Ort und Stelle abgeschlachtet zu haben. Die Schweine wurden dann von ihnen in ein besonders hergerichtetes Versteck im Hardtwald verbracht, dort zerlegt und weitertransportiert. Bei ihren nächtlichen Streifzügen haben die Einbrecher auch aus zwei Kellern die Hausschlachtware gestohlen und dabei über 200 Büchsen Wurst und Fett erbeutet. Daneben nahmen sie bei ihren Streifzügen aber auch wahllos Kleintiere mit, wo sie solche leicht erbeuten konnten. So wurde ihnen der Diebstahl von 17 Gänsen und Enten, 9 Stallhasen und 11 Hühnern nachgewiesen. Außerdem haben sie 5 Herren- und 3 Damenfahrräder, sowie Bett- und Leibwäsche gestohlen. Die gestohlenen Schlachtschweine und das gestohlene Geflügel setzten die gerissenen Diebe größtenteils an einen Schuhmachermeister in Karlsruhe ab, der als Hehler für die Weiterveräußerung sorgte. Da allein bei diesem Hehler zwei gefüllte Säcke mit Federn von Geflügel gefunden wurden, muß die Diebesbeute an Geflügel entsprechend groß gewesen sein. Insgesamt sind den Tätern bis jetzt 35 Einbruchsfälle nachgewiesen, ohne daß die Ermittlungen abgeschlossen sind. Durch die Festnahme dieser Diebesbande sind die nördlichen Vororte von Karlsruhe und die Orte der nördlichen Hardt von einer seit Monaten herrschenden Plage befreit worden. Die, Aburteilung durch das Militärgericht wird bald erfolgen. Soweit noch Diebesgut sicher- gestellt werden konnte, ist es den Geschädigten zurückerstattet worden. pn. Nach Aufhebung der Blockade: Erleichterungen im Poslverkehr Zahlreiche Anträge auf Interzonenpässe beim Paßamt Wie die Oberpostdirektion Karlsruhe mitteilt, ergeben sich aus der Aufhebung der Berliner Blockade eine Reihe von Erleichterungen im Postverkehr auf dem Schienenweg nach Groß-Berlin und nach der sowjetischen Besatzungszone. Beim Paß- und Meldeamt Karlsruhe sind seit Ende letzter Woche in täglich wachsender Zahl Anträge auf Ausstellung von Interzonenpässen nach Berlin hauptsächlich von Ge- Charles P. Gross besuchte Karlsruhe Der Militärgouverneur besichtigte im Motorboot den Rheinhafen Aus dem Tagebuch der Facherstadt Brennstoffkarten 1949/50. Das Städtische Wirtschaftsamt macht darauf aufmerksam, daß die neuen Brennstoffkarten umgehend beim selbstgewählten Kohlenhändler zum Eintrag in die Kundenliste vorzulegen sind. Eine Verpflichtung zur sofortigen Abnahme der aufgerufenen Brennstoffmengen entsteht dadurch nicht. Letzter Termin ist der 20. Mai 1949. Vom Trittbrett abgeglltten. An der Haltestelle Schillerstraße glitt eine Frau beim Einsteigen in die Straßenbahn vom Trittbrett ab und stürzte zu Boden. Die Frau erlitt bei dem Sturz eine Gehirnerschütterung, die ihre Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich machte. Radfahrer fuhr gegen Straßenbahn, Auf der Durlacher Allee fuhr ein Radfahrer beim Kreuzen der Gleise auf eine Straßenbahn auf, deren Annäherung er nicht beachtet hatte. Er mußte mit einer Kopfverletzung und Prellungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zusammenstoß. Auf der Kaiserstraße Stieß ein Kraftradfahrer mit einem Radfahrer zusammen, der vor ihm hergefahren und, ohne seine Richtungsänderung an- tuzeigen. plötzlich nach links abgebogen war. Beide stürzten und zogen sich Verletzungen am Kopf und Schürfwunden zu. Der Presseclub Karlsruhe veranstaltet am Samstag, den 14. 5„ im Nebenzimmer des Künstlerhauses seine monatliche Club- Versammlung. August Winnig in Karlsruhe. Der bekannte Dichter und Schriftsteller August Winnig wird am Sonntag, den 15. Mai, in Karlsruhe aus eigenen Werken lesen. Die Veranstaltung findet um 20 Uhr im Saal des Diakonissenhauses Bethlehem, Blücher- Straße 20, statt. Der Ski-Club Karlsruhe wird am morgigen Samstag, 20.00 Uhr, im .Kühlen Krug' langjährige verdiente Mitglieder und die Sieger der Winterwettkämpfe 1948/49 ehren. Die Karlsruher Berufsfeuerwehr wurde in der vergangenen Woche bei einem Mittelfeuer, einem Kleinfeuer, fünf Hilfeleistungen und einer Sanitätshilfe eingesetzt. Einmal wurde sie durch Unfug alarmiert. Die SAZ gratuliert. Adolf W e n n e r, Schmiedemeister i. R., Karlsruhe, Hardstr. lt, konnte am 12. Mai seinen 90i Geburtstag feiern. Der Oberbürgermeister ließ dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche sowie eine Ehrengabe der Stadtverwaltung übermitteln. Als Gast des Oberbürgermeisters und der Stadtverwaltung machte gestern der Chef der Militärregier rung von Württemberg-Baden, General Charles P. Gross, der Sta’dt Karlsruhe einen Besuch. General Gross und Mrs. Gross sowie einige Herren der Militärregierung wurden an der Autobahn von Oberbürgermeister Töpper und dem Stadtkommandanten, Mt. West, begrüßt. Im Anschluß daran besichtigten die Gäste die Fa. Wolff & Sohn, diese weit über Karlsruhe und Deutschland hinaus bekannte Parfümerie- und Toiletteseifenfabrik. Nach einer Besichtigung des Stadtgartens wurden dem Militärgouverneur im Rathaus Bürgermeister Fridolin Heurich und die Beigeordneten Dr. Ball und Dr. Gutenkunst vorgestellt. General Gross, dem vom Oberbürgermeister als Erinnerung an diesen Besuch ein Geschenk überreicht wurde, trug sich in das Goldene Buch der Stadt Karlsruhe ein. Den eindrucksvollen Höhepunkt des Tages bildete eine Rundfahrt durch den Karlsruher Rheinhafen unter Führung von Hafendirektor Langfritz. Hierbei brachte das Motorschiff die Gäste in die verschiedenen Hafenbecken, so daß sie einen lebendigen Eindruck von der Wiederaufbauarbeit im Karlsruher Hafen erhielten. Auch zur neuen Brücke bei Maxau wurde ein Abstecher gemacht. Vor ihrer Rückreise nach Stuttgart nahmen die Die VVN Karlsruhe veranstaltet am 14. 5., 20.00 Uhr, im .Bernhardushof" für die Stadtbezirke Ost, Innen-Ost, Rintheim und Hagsfeld ihre Monatsversammlung. Tagesordnung: Berichterstattung über die Landeskonferenz in Stuttgart. Das Diakonissenmutterhaus Rüppurr feiert am Sonntag, den 22. Mai, nachmittags 14 Uhr, in der evangelischen Kirche in Rüppurr, sein 98. Jahresfest. Staatliche Kunsthalle Karlsrahe. Oeffent- liehe Führung am Sonntag, 15. Mai, 10.00 Uhr: .Das holländische Sittenbild des 17. Jahrhunderts", Es spricht Dr. Lauts, amerikanischen Gäste in der bekannten Künstlerkneipe in Daxlanden eine Mahlzeit ein. General Gross äußerte sich bei seinem Besuch besonders anerkennend über die vorbildlichen Auf- räumungearbeiten der Stadt und bekundete — besonders im Zusammenhang mit der Rheinschiffahrt im Karlsruher Hafen — lebhaftes Interesse für die wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Probleme der ehemaligen Landeshauptstadt. Dr.Kl. schäftsleuten eingegangen. Da bis jetzt noch keine neuen Direktiven der Militärregierung vorliegen, können Anträge, die über den Rahmen der bisherigen Anweisungen hinausgehen, vorläufig noch nicht bearbeitet werden. Die örtliche Militärregierung teilt hierzu mit, daß für die Ausstellung von Interzonenpässen die alten Bestimmungen Gültigkeit haben. Danach können Pässe nur nach der sowjetischen Besatzungszone, nicht aber nach Berlin ausgestellt werden. Neue Direktiven aus Stuttgart sind frühestens Anfang nächster Woche zu erwarten. Genauere Angaben hierzu finden Sie auf Seite 2 unserer heutigen Ausgabe. :) Der Bumerang/ Es war kein alltäglicher Fall, mit dem sieh die Strafkammer am Mittwoch zu befassen hatte. Karl W., zwei Jahre lang stellvertretender Bezirksstellenleiter ln Grünwinkel, hatte sich im vergangenen Jahr in einem zehn Seiten langen Schriftstück an das Justizministerium gewandt und darin gegen seinen früheren Chef, den Be- zirksstellenlelter und jetzigen Gemeindesekretär Sch. in Grünwinkel schwerste Vorwürfe erhoben. Unterschlagung im Amt, Diebstahl, Raub, Bestechung, das sind einige der in diesem Schreiben erhobenen Beschuldigungen. Das Justizministerium übergab den Fall der Staatsanwaltschaft. Die drehte nun den Spieß um und zitierte den Verfasser der recht massiven Anklageschrift wegen falscher Anschuldigung vor Gericht. Nun sollte W. den Wahrheitsbeweis für seine Behauptungen antreten. Es war ein für das Gericht strapazenreiches Unterfangen, weil nun Punkt für Punkt der Anschuldigungen durchgesprochen und dazu jeweils eine ganze Skala von Zeugen vernommen werden mußte. Viele Zeugen erschienen fünf-, acht-, zehnmal. Ueber zwei Dutzend angebliche Mitwisser der behaupteten Vergehen marschierten auf. Ergebnis? Nun, man hatte den Eindruck, daß sich W. nicht alles aus den Fingern gesogen hatte. Eine Unkorrektheit konnte Sch. ohne weiteres nachgewiesen werden. Für die vielen anderen Anschuldigungen aber wurde der Wahrheitsbeweis nicht erbracht Sei es, daß die von dem Angeklagten genannten Zeugen die betreffenden Vorgänge glatt bestritten, sei es, daß Musikpavillon wieder mit Dach Die Musikmuschel im Stadtgarten ist bekanntlich ein Opfer des Krieges geworden. Sie wurde nachher wieder soweit «ufge- baut, daß wenigstens konzertiert werden kann. Nun soll auch wieder ein Dach errichtet werden zum Schutze der Musizierenden und zur Verbesserung der Schall- Wirkung. na. Die Folgen eines Briefes an das Justizministerium sie sich — und das geschah in der Mehrzahl — nicht mehr erinnern konnten. Anderseits wurde dem jetzigen Gemeindesekretär durch zahlreiche Leute bestätigt, daß er stets versucht hat, Gerechtigkeit walten zu lassen, daß er den Armen nach besten Kräften geholfen hat, daß er insbesondere einer großen Zahl entlassener Kriegsgefangenen jede denkbare Unterstützung zuteil werden ließ. Warum hat nun W. überhaupt sein ominöses Schriftstück an das Justizministerium geschickt? Er war 1947 entlassen worden und glaubte, dies W. verdanken zu müssen. Erst nach seiner Entlassung rückte er mit allen seinen Anschuldigungen heraus. Ein Racheakt? Es scheint so. Das Gericht zog unter die seltsame Affäre, die im Schwurgerichtssaal die bewegte Zeit kurz nach der Kapitulation und der Jahre 1945—47 noch einmal in unzähligen Details lebendig werden ließ, einen dicken Strich: Karl W. wurde wegen „teils wider bessere» Wissen, teils wegen vorsätzlich begangener Anschuldigung“ zu drei Monaten Gefängnis verurteilt Der beabsichtigte Kolbenschlag war zu einem Bumerang geworden. W. Wärmer Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Samstagfrüh: Wechselnd wolkig, im allgemeinen trocken. Nachmittags und nachts mehr aufklarend. Höchsttemperaturen 16 bis 18 Grad, Tiefstwerte der Nacht 6 bis 8 Grad. Nordöstlich» Winde. i Seite 4 / Nummer 92 S AZ Freitag, 13 Mai 1949 Das Sport-Programm am Wotkenewde Im Staatstheater .,. .. . findet heute im Großen Haus um 19.30 Uhr eine geschlossene Vorstellung von Shaw's Komödie „Pygmalion" für die Karlsruher Kunstgemeinde statt; im Kleinen Haus geht um 19.30 Uhr das Lustspiel „Familienleben" von Paul Osborn in Szene. Die Aufführung von Verdis „Troubadour" am morgigen Samstag verspricht zu einem besonderen Ereignis zu werden, da neben Paula Baumann als „Azucena“ — eine ihrer früheren Glanzpartien — drei auswärtige Gäste mitwirken werden: Die Titelpartie singt Christoph Reuland, der erste Operntenor der Stadt. Bühnen Düsseldorf, als Leonore gastiert Elisabeth Rosenkranz von den Stadt. Bühnen Mannheim, und Friedrich Läuther vom Opernhaus Graz singt die Partie des Luna. Am Dienstag, 17. Mai, gastiert im Großen Haus ein ungarisches Zigeunerknaben- Orchester unter der Leitung von Zigeuner- Primas Gaber Radies. In diesem Konzert wird auch die ungarische Sängerin Irene Patay mitwirken. Das erste Auftreten des Orchesters in Hamburg wurde zu einem Sensationserfolg, so daß dort vier ausverkauften Veranstaltungen noch zwei weitere folgen mußten. Der Männergesangverein „Silcherbund'* veranstaltet am Samstag, 14. Mai, um 19.30 Uhr im Bonifatiussaal ein Frühjahrskonzert, das von Lore Paul vom Badischen Staatstheater, einem Streichquartett und dem Männerchor des Vereins bestritten wird; musikalische Leitung und am Flügel: Erich Werner. Den Abschluß der Veranstaltung bildet eine Familienunterhaltung mit Tanz. Im Badischen Kunstverein, Waldstr. 3, führt am Samstag, den 14. Mai, 15 Uhr, Dr. Gertz durch die Ausstellung „Kollektionen Karlsruher Künstler“. Kirchenrat Walther 80 Jahre alt Kirchenrat Wilhelm Walther, z. Z. im Friedrichsstift, Otto-Sachs-Straße 3, kann am Montag, den LG. Mai, seinen 80. Geburtstag begehen. Ueber 25 Jahre war Kirchenrat Walther Pfarrer in Weingarten und Dekan des Kirchenbezirks Durlach. Nach seiner im Jahre 1934 erfolgten Pensionierung hat er noch längere Zeit den Dienst des Krankenhausgeistlichen im Städtischen Krankenhaus in Karlsruhe versehen. epd Aus den Rundfunkprogrammen Freitag, 13. Mai Stuttgart: 14.00 Schulfunk: Geschichte; 14.30 IRO-Suchdienst; 15.45 Börsenkurse; 16.45 Neue Bücher; 17.00 Tanzmusik; 18.00 Aus d. Wirtschaft; 18.15 Jugendfunk; 18.30 Volkstüml. Weisen; 20.00 „Familie Staudenmaier", heitere Chronik einer Jeder- mannsfamilie; 20.30 Symph.-Konz.: Violin- konz. v. Mendelssohn-Bartholdy, I. Symph. v. Brahms; 22.00 Tanzmusik; 22.50 Bad. Theaterbericht; 23.00 Sonate f. Violine u. Klav. v. J. I. v. Biber, Streichquartett op. 76 Nr. 4 B-dur v. Haydn, Sonate A-dur f. Violine u. Kl^v. von Mozart. — Studio Karlsruhe: 6.05 Frühmusik (Karlsruher Volksmusik u. Ltg. v. L. Egler, H. Rieth- Quintett); 13.00 Echo aus Baden; 13.10 Musik nach Tisch (H. Rieth-Quintett, E. Stein- bacher-Sax., W. Christ-Quintett). — Süd^ westfunk: 20.00 „Goethe, der Liebende“, Hörfolge v. H. J. Weitz; 20.45 Kammermusik v. Brahms. — München: 20.20 Oper: „Schwester Angelika“ v. Puccini u. „Die spanische Stunde" von Ravel. Fußball Oberliga: Sa.: VfB Mühlburg — Kickers Offenbach (0:5, 1:1, 0:5), 1. FC Rödelheim — 1. FC Nürnberg (2:3, —, —), BC Augsburg — TSG Ulm (0:3, —, —). So.: VfR Mannheim — Bayern München (0:7, 3:1, 0:2), Schwaben Augsburg — SV Waldhof (1:1, 1:1, 2:3), FSV Frankfurt — VfB Stuttgart (2:4, 3:1, 2:4), 60 München — Kickers Stuttgart (2:2, 2:1, 0:4). In Klammern zuerst die Vorspielergebnisse, dahinter die Resultate der Spielzeit 1947/48. Aufstiegsspiele zur Oberliga: Gruppe I: Hessen Kassel — VfL Neckarau, SG Untertürkheim — Jahn Regensburg; Gruppe II: 1. FC Pforzheim — SC 03 Kassel, SpVgg Fürth — FV Zuffenhausen. Bezirksklasse: Mühlburg II. — Wiesental. Kreisklasse A, St. 2: Mörsch — Malsch, Spöck — FC Karlsruhe-West (Wiederholungsspiele). Kreisklasse B r St. 2: Palmbach — Etzenrot, Grünwettersbach — Hohenwettersbach (Wiederholung). Um die badische Jugendmeisterschaft Am 15. 5. 49 findet im Phönix-Stadion (Wildpark) die Zwischenrunde um die Bad. Jugendmeisterschaft statt. Es spielen: 13 Uhr: B-Jgd. Südstern — Weinheim; 14 Uhr : C-Jgd. SC Pforzheim — SV Waldhof; 1 5 U h r : A-Jgd. FV Daxlanden — SV Waldhof. Handball Süddeutsche Meisterschaft: 1. FC Nürnberg — SV Darmstadt 98 (7:6), FA Göppingen — VfL Neckarau (6:3). Aufstiegsspiele zur Verbandsliga: Sek- kenheim 99 — SG Leutershausen. Qualifikationsspiele, St. 3: Pforzheim — Ettlingenweier, Friedrichstal — Ispringen; St. 4: Büchenau — Hochstetten, Oberhausen — Oestringen. Tennis Die Medenmannschaft des Karlsruhei Eislauf- und Tennisvereins greift am Sonntag, den 15. Mai auf den Plätzen am „Kühlen Krug“ in die Medenspiele ein und empfängt die spielstarke Mannschaft des Tennisclubs Pforzheim-Wolfsberg. Gespielt werden Herreneinzel und -Doppel, sowie Dameneinzel und -Doppel. Wertung der Spiele erfolgt für Damen und Herren getrennt. Beginn der Kämpfe um 9 Uhr, Dauer etwa 3 Stunden. Pferderennen Am Sonntag, 15. Mai, 14.30 Uhr, veranstaltet der Verein für Pferdezucht und Rennen seinen 3. Renntag. Zur Austragung gelangen auf der Rennbahn am Rheinhafen Trab-, Flach- und Hindernisrennen. Den Besuchern steht der öffentliche Totalisator zur Verfügung. Leichtathletik Eröffnungskämpfe des Kreises Karlsruhe im Turmberg-Stadion in Durlach (Sa. 16 Uhr für Jugend; So. 9 Uhr für Senioren). Boxen In der Sporthalle Jost findet am 14. 5., 20 Uhr, ein Boxabend statt, wobei alle namhaften Karlsruher Boxer im Ring sein werden. In den Hauptkämpfen stehen sich gegenüber: Ruschker (Germania) — van der Ehe (Pforzh.), Feuchter (Germania) — Michaelis (Pforzheim), Zendt (Durlach) — Dittler II (Pforzheim). Ringen Südd. Meisterschaft: ASV Feudenheim — KSV Bamberg, SG Eckenheim — ASV Schifferstadt, KV 95 Stuttgart — München-Ost. In Dortmund-Hörde findet ein „Nordisches Turnier" der deutschen Kernmannschaft der Fliegen- und Weltergewichts- klasse statt. Im Weltergewicht kämpfen: Nettesheim, Paar, Hertling, Perbandt, Mackowiack und Wittmann und in der Fliegengewichtskiasse Euler, Meerscheid, Ortmann, Möchel und Schwalm. Deutsche Schachmeisterschaft In der 9. Runde wurde Dr. Troeger, der bisher ohne Niederlage war, von Kienniger geschlagen; Bogoljubow gewann gegen Eisinger, Niephans schlug Rantenberg und Mochate Heinrich. Unentschieden spielten: Unzicher — Czaya, Sännisch — P. Schmidt, Siegel — Carls, Gilg — Dr. Roedl. Stand nach der 9. Runde: Bogoljubow 7^1, Lothar Schmidt 7, Kienniger 6‘/* P. L. KFV — Phönix 1:1 Ein leistungsmäßig überaus schwaches Spiel lieferten sich am Mittwochabend vor rund 1500 Zuschauern die beiden alten Lo- kalrivalen. Nach torloser erster Halbzeit ging Phönix durch Mittelstürmer Sänger in Führung. Ehrmann verwandelte kurz darauf einen Handelfmeter zum Ausgleich. * Beim 32. Fußball-Toto sind mit Ausnahme des Spieles Eintracht Frankfurt — Schwein- furt (das bereits stattgefunden hat) all# anderen Spiele zu tippen. Heute Freitag, den 13. Mai 1949 gegen 12 Uhr „Jlosinenßom&ec” ü&ec JCadscuhe Fallschirmabwürfe mit Schokolade für die Karlsruher Bevölkerung Die Geschichte der „Rosinenbomber" sehen Sie in dem h o c h a k t u e 11 e n B e i f i I m m* DIE BRÜCKE persönlich anweserd mit Oberleutn. Droll und Jos. Müller vom 13. — 19. Mai in den führenden Karlsruher Lichtspieltheatern*. GLORIA SCHAUBURG PALI <5* RHEINGOLD ATLANTIK SKALA Ab heute 20.30 %üf/966 Der Film, auf den bereits ganz Karlsruhe wartet:. „D-R WEG NACH MAROKKO“ mit Bing Crosby, Bob Hope Dorothy Lamour Ein n e ü e s Kapitel aus 1001 Nacht, eine köstliche Parodie. _ Ein witziger, spritziger Film, der sich selbst nicht ernst nimmt. Auf jeden Fall ein Sorgenbrecher erster Ordnung, bei dem Sie sich köstlich unterhalten werden. Dazu: //DIE BRÜCKE" Der Kurzfilm des Tages Samstag und Sonntag um 13.00 Uhr halbe Preise für Jugendliche. Vorverkauf für die ganze Woche im Voraus heute ab 10 Uhr vorm. pü husoUL RN EIN STR-77 RUF 6283 Ab heute bis einsdil. Montagl Hans Mo- er in; „Der Millionär" Ein einfallsreiches Lustspiel mit Gabriele Reismüller, Hans Holt, Oskar Sima. Dazu: „Die Brücke", Der aktuellste Film unserer Zeit. Wo.: 15.30, 18.00. 20.30. So.: 13.15, 16.00, 18.15, 20.30. teils. KNC.-DUR LACH RUF 180 Ein ungewöhnlich packender Filtm „Dos verlorene Gesicht" Die dramatische Lebensgeschichte eines jungen Mädchens, mit Marianne Hoppe, Gustav Fröhlich, Richard Häußler, Paul Dahlke. Dazu: „Die Brücke". Der aktuellste Film des Tages! Wo.: 15.30, 18.00, 20.30. So.: 13.15. 15.30, 17.45, 20.15 Uhr. GLGRIR LaM R0NDEIIPIAT2 * RUf 892 \J Nach kurzer, schwerer Krankheit erlöste der Tod am 12. 5. meinen lb. Mann, unseren guten Vater Karl Friedr. Huber Glasermeister nach einem schaffensreichen Leben von seinen Schmerzen. In tiefem Leid: Berta Huber, geb. Wiebelt und Verwandte. Die Beerdigung findet Samstag, den 14. 5., um 11.30, auf dem Karlsruher Hauptfriedhof' statt. Unsere liebe Mutter, Großmutter und Schwiegermutter ANNA SILBERNAGEL, geb. Weiß ist nach langer, schw. Krankheit am 11. 5. verschieden. Die Beerd. findet am 14. 5., um 11 Uhr, v. der Friedhofskapelle statt. In tiefer Trauer: Lieselotte Dörr geb. Silbernagel, Franz Philipp und Verwandte. r^KURBEL Tögl. 13, 15, 17, 19 (D1/8), -21 (D U/«) Sa. und So. auch 2J Uhr „Wir spielen verrückt!" Hans Moser, Paul Hörbiger, Hans Richter, Trude Marlen, Paul Henkels in „SCHABERNACK' Sonntag, 15. Mai, 10.30 Matinee „DAS GROSSE TREIBEN" Telefonische Vorbestellungen: 824. ATLANTIK LICHTSPIELE (DURLA.C tER TOR; Der deutsche Lustspielfilm „DAS HOCHZEITS HOTEL" R. Deltgen, Karin Hardt, E. Waldow. 2 Stunden Lachen und frohe Laune. Außerdem i. Programm „Die Brücke". Tägl.: 13, 15, 17, i9, 21 Uhr. Amtliche Bekanntmachungen Allgemeine Ortskrankenkasse des Stadt- u. Landkreises Karlsruhe. Öffentl. Zahlungsaufforderung! Zur Vermeidung der Zwangsbeitreibung werden die Arbeitgeber darauf hingewiesen, die Ges^mtbeiträge zur Sozialversicherung für Monat März 1949 spätestens innerhalb ein. Woche nach dieser Bekanntgabe an die, Kasse einzuzahlen. Gleichzeitig werden die freiwilligen Mitglieder daran erinnert die monatlich im. voraus fä'ligen Beiträge an den aus der Beitragskarte ersichtlichen Zahltagen zu entrichten, um den Ausschluß aus der Kasse zu vermeiden. Der Vollstreckungsbeamte. Städt. Haushaltung»- und Frauenfad»- sdiule und Kinderpflegerinnenklasse, Graf-Rhena-Str. 18, Südendschule: Mittwoch, den 18. 5. 1949, vorm. 9—12 Uhr und nachmittags 14—17 Uhr ist die Anmeldung für alle Abteilungen. Letzte Schulzeugnisse mitbringen! Die Schulleitung. Stetten-Angebote Hoher Verdienst für Herren u. Damen durch Reisetätigkeit. Vorstellg. 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I Ab heute VtRMHMjm Wmüm Ab heute der große Kriminalfilm um eine sensationelle Bil d f ä I $ c h e f • A f f ä re mit Aibr. Schönhais Viktor Staat Karin Himboid Im Programm BriiCkö Der aktuellste Film unserer Zeit Fretag und Samstag Darsteller persönlich anwesend Täglich: 13.0ü, 15.00, 17.00, 19.00 und 21.00 Uhr bamstag Spätvorstellung 23 00 Uhr Beachten Sie bitte unsere neuen Eintrittspreise (Jugendliche halbe Preise) Aut vielseitigen Wunsch Sonntag, den 15. Mai, vorm. 10.30 Uhr Ku'turfilmmatinees „Kampf dem Krebs“ i Stadtgartenkonzerte. Samstag, 14. 5. 49, 19.30—21.30 Uhr, Musikverein Durlach. Sonntag, 15. 5. 49, 11—12.30 u. 16—18 Uhr Philharmonische Gesellsch. Mittwoch, 18. 5. 49 16—18 Uhr, Blasorchester Karlsiuhe. Konzerte finden nur bei günstiger Witterung statt. Hinweise Karlsruher Turnverein 1846. Am 28. 5., 20 Uhr „Bavaria", Ecke Hirsch- und Amalienstr., Generalversammlung. Tagesordnung liegt auf der Geschäftsstelle auf- Anträge bw U, |. Wiedereröffnung! Am Samstag, den 14. Mai d. J«. eröffnen wir wieder die bekannte Gaststätte zum Kronenfels Karlsruhe, Kronenstraße 44 Durch Wiederaufbau und gediegene Ausstattung der neu hergerichteten Räume, verbunden mit 20Ö Personen fassendem Saal, bieten wir neben bekannt erstklassiger Küche, gepflegten Weinen und ff. Felsbier, allen Gästen einen angenehmen Aufenthalt. Freunde und Gönner sind herzlich eingeladen. Theodor Ruf und Frau Kücken * Aufzucht ohne Verluste durch Beifütterung von Calcltln-G Rote Kückenruhr bekämpft sicher Dr. Paul Seck’» AK - Anti - Kokztn EIMERAN desinfiziert Stall und Auslauf Erhältlich in Apotheken und Drogerien Bezugsnachweis: H. Singer, Stuttgart-Vaihingen, Po>tfcidi73 DIE FRAU MUSS WIRTSCHAFTEN! SIE WEISS QUALITÄT UND PREIS BEIM KAUF EINtS KLEIDUNGS-STOCKES BESSER EINZUSCHÄTZEN.. 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