KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Erscheint täglich, außer Donnerstag and Sonntag. Redaktion, Verlagsabteilung, Vertrieb und Drude Karlsruhe, Waldstraße 28. Telefon 922/923. (Dringend Presse.) Anzeigenannahme Karlsruhe. Kaiserstr 69, Telefon 6649} Durlach. Pfinztalstraßj 43 ( Ett'inqen. leopoldstraße 5, Telefon 36. Kein Ersatzansprud bet Störung durch höhere Gewalt. Bezugspreis monatlich DM 2.40 einschließlich Trägergebühr, Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr. — Anzeigenpreise: Die sechsgespaltene 46 mm breite Millimeterzeile Millimeter-Grundpreis DM —.80, im übrigen siehe zur Zeit gültige Preisliste Nr. 4. — Postscheckkonto* Postscheckamt Karlsruhe Nr. 80 535. 3. Jahrgang / Nummer 97 Karlsruhe, Freitag, 20. Mai 1949 Einzelpreis 20 Pfennig Francois-Poncet französischer Hoher Kommissar PARIS, 19. Mai. (UP) Andre Francois- Poncet wurde, wie UP nach Redaktionsschluß aus Baris berichtet, am Donnerstagabend zum Hohen Kommissar, für die französische Besatzungszone Deutschlands ernannt. McCloy wird Hoher Kommissar WASHINGTON, 19. Mai (UP). Präsident Harry Truman ernannte am Mittwoch den Präsidenten der Weltbank, John J. McCloy, zum Hohen Kommissar für Deutschland. Von zuständiger Seite verlautete, daß McCloy seinen neuen Posten bereits innerhalb der nächsten Zeit übernehmen werde. UN-Voliversammlung vertagt FLUSHING, 19. Mai (UP). Die UN- Vollversammlung hat ihre Sitzungsperiode beendet und sich bis zum Herbst vertagt. Zuvor hatte die Voll- versamlung beschlossen, das Problem der italienischen Kolonien ebenfalls bis zu ihrem Wiederzusammentreten zu vertagen, nachdem der Bevin- Sforza-Plan abgelehnt worden war. Belgisches Parlament aufgelöst BRÜSSEL, 19. Mai (UP). Der belgische Regent, Prinz Charles, gab heute die Auflösung des belgischen Parlaments und die gleichzeitige Abhaltung von allgemeinen und Provin- zial-Wahlen am 26. Juni bekannt. Ein entsprechendes Dekret des Regenten wurde in beiden Häusern des belgischen Parlaments' durch den Innenminister Pierre Vermeylen, verlesen. Es tritt jedoch erst mit seiner Veröffentlichung im „Moniteur“, dem Amtsblatt der belgischen Regierung, in Kraft. Deutsche Ost-West-Gespräche FRANKFURT, 19. Mai (UP). Deutsche Politiker der Ostzone, darunter Otto Grotewohl (SED) und Otto Nuschke (CDU), werden sich morgen in Hannover mit politischen Persönlichkeiten der Westzonen, darunter August Hausleiter (CSU) und Prof. Wilhelm Noack (..Nauheimer Kreis“) zu einer Aussprache über. die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung treffen. Aus deutschen politischen Kreisen in Frankfurt verlautet, daß die als „absolut inoffiziell" bezeichnete Konferenz die Beilegung der Schwierigkeiten zum Ziele hat, die der Durchführung von Wahlen in ganz Deutschland für eine einheitliche Regierung im Wege stehen. Von den beiden großen Parteien Westdeutschlands, der CDU und der SPD, wird die „offizielle“ Teilnahme an,dieser Aussprache bestritten. Es wird damit gerechnet, daß die Konferenz in Hannover sowohl dem Parlamentarischen Rat als auch dem am 29. Mai zusammentretenden „Deutschen Volkskongreß“ detaillierte Vorschläge übermitteln dürfte. Nationale Front in der Ostzone? BERLIN, 19. Mai (DENA). Der dritte Volkskongreß wird, unterrichteten Kreisen zufolge, am 29. Mai nach Berlin einberufen werden. Wie verlautet, soll auf dem Volkskongreß die Bildung einer „Nationalen Front“, ähnlich der „Volksfront“ in anderen europäischen Ländern beschlossen und verkündet werden. Neue Schikanen der Sowjets Blockierung des Lastwagenverkehrs Helmstedt—Berlin — Offizielle britische Protestnote BERLIN, 19. Mai. (UP) Die britische Militärregierung hat dem sowjetischen Militärgouverneur General Tschuikow eine offizielle Protestnote wegen der Blockierung des Lastwagenverkehrs nach Berlin zugesandt. Die Note ist von dem britischen Chef des Stabes Major General Westropp unterzeichnet. Die Protestnote soll in energischem Tone gehalten sein. Die amerikanische und die französische Militärregierung sollen ähnliche Protestnoten vorbereiten. vor dem 1. März 1948 für deutsche Läsi- In einer offiziellen britischen Erklärung zu der Behinderung der Lastwagentransporte vom Westen nach Berlin heißt es u. a.: „Die Verwirrung, welche durch die sich mehrenden Schwierigkeiten hervorgerufen wird .denen deutsche Firmen und Organisationen im Westen begegnen, läßt starke Zweifel an der Zweckmäßigkeit der Weiterführung dieses (Lastwagen-)Verkehrs aufkommen. Es könnte sich als nötig erweisen, den Straßenverkehr aufzugeben.“ Die Erklärung nimmt dabei auf die Restriktionen Bezug, denen der Lastwagenverkehr an dem Kontrollpunkt Helmstedt von seiten der sowjetischen Behörden begegnet. Aus Berlin meldet UP, daß eine Anzahl deutscher Lastzüge, die den Kontrollpunkt Herrenberg in Richtung Berlin zunächst hatten passieren dürfen, in der Ostzone von den sowjetischen Behörden beschlagnahmt wurden. Der sowjetisch lizenzierte Berliner Rundfunk gab bekannt, daß die Grenzübergangsstelle Helmstedt für den Lastwagenverkehr nach Berlin geschlossen bleibe. Der Berliner Rundfunk erklärte, General V. I. Tschuikow, der sowjetische Oberkommandierende in Deutschland, habe angeordnet, daß die Autobahn Helmstedt—Berlin für alliierte Fahrzeuge zu reservieren sei. Deutsche Lastautos müßten andere Verkehrswege nach Berlin benutzen. In der Rundfunk-Sendung wird bestritten, daß das Verbot des Lastwagen-Verkehrs über die Helmstedter Autobahn das New Yorker Abkommen über die Beendigung aller seit dem 1. März 1948 verhängten Verkehrsbeschränkungen verletzte. (C. A. Dix, der amerikanische Transportchef in Berlin, hatte gestern diese Beschuldigung vorgebracht. (Die Red.) Radio Berlin erklärt hierzu, daß die Autobahn Helmstedt—Berlin schon wagen geschlossen gewesen sei. Auf Befehl der SMV dürfen, wie DENA meldet, seit Dienstagabend nur noch solche Lkws oder Pkws durch die sowjetische Zone transportieren, die eine entsprechende Bescheinigung der DWK der Sowjetzone vorweisen können. Demzufolge können nur noch Lkws und Pkws ohne Waren und, Omnibusse für den Personentransport die Zonengrenze bei Helmstedt nach Berlin passieren. Bisher genügte es, wenn die Fahrer Warenbegleitschein, Interzonenpaß und eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Straßenverkehrsdirektion mit Erlaubnis zum Verlassen der Bizone vorlegten. Die Sowjets verlangen außerdem, daß die Warenbegleitpapiere handschriftlich unterzeichnet werden müssen. Faksimiles werden nicht anerkannt. Als Folge der sowjetischen Maßnahme stauten sich die Fahrzeuge auf der Autobahn und den Zufahrtststraßen. Um den seit Mittwoch an der Grenzübergangsstelle Helmstedt bestehenden Schwierigkeiten zum Uebertritt in die sowjetische Besatzungszone zu umgehen, haben einer polizeilichen Mitteilung zufolge zahlreiche Kraftfahrer den Entschluß gefaßt, nicht mehr nach Helmstedt zu fahren, sondern etwa 30 Kilometer nördlich von Helmstedt bei Oebisfelde die Zonengrenze zu überqueren. Diese Kraftwagen kamen alle unbehindert in Berlin an. Der Güter- und Personenverkehr per Eisenbahn geht unbehindert weiter. Kurz nach Mitternacht änderte sich am Donnerstag die Situation in Helmstedt dadurch, daß ein sowjetischer Grenzsoldat einem Kraftfahrer gegenüber erklärte, er könne in die Ostzone einrei- sen, wenn er seine Fahrtroute ändere und zuerst nach Oebisfelde fahre. Fünfzehn Kraftwagen leisteten diesem Vorschlag Folge und kamen tatsächlich unbehindert in die Ostzone. Sowjets verbieten deutschen Autobahn-Lastwagenverkehr BERLIN, 19. Mal. (DENA) Die Sowjets haben einer Mitteilung der Ost- Zonen-DWK ab 19. Mai den Verkehr deutscher Lastwagen auf der Autobahn Berlin—Helmstedt unterbunden. Seit Beginn der Blockadeaufhebung wickelte sich auf der Autobahn fast der gesamte Lastwagenverkehr aus den Westzonen nach Berlin ab. Clay glaubt nicht an erneute Blockade Der ehemalige Militärgouverneur gegen Rückzug der Besatzungstruppen WASHINGTON, 19. Mai (UP). Nach seinem feierlichen Empfang im Weißen Haus und im Kongreß hielt General Clay im Gebäude des Armee- Ministeriums eine kurze Pressekonferenz ab, bei der er über seine Eindrücke von Deutschland berichtete. Er glaube nicht, so erklärte er unter anderem, daß die Sowjetunion den „ungünstigen Eindruck auf die westliche Welt“ riskieren würde, den eine Wiederaufnahme der Blockade hervor- rufen würde Landtag sagt Ja zu Bonn Nur die Kommunisten lehnen die Annahme der Bonner Verfassung ab Eigenbericht unserer Stuttgarter Redaktion STUTTGART, 19. Mai. Die Landtage von Württemberg-Baden, Südbaden, von Rheinland-Pfalz und die Hamburger Büigerschaft haben am Mittwoch mit großer Stimmenmehrheit das „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ ratifiziert. Das Parlament von Württemberg-Baden hat das Bonner Verfassungswerk mit 80 Ja- gegen 10 Nein-Stimmen der Kommunisten angenommen. In Südbaden wurde das Gesetz mit 49 gegen 2 Stimmen der Kommunisten gebilligt, während sich die Abgeordneten des Landtages in Rheinland-Pfalz in namentlicher Abstimmung mit 91 gegen 8 Stimmen der Kommunisten für die Annahme des Grundgesetzes aussprachen. Im Namen der Regierung empfahl der stellvertretende Ministerpräsident Dr. Beyerle, den Abgeordneten, zu dem Grundgesetz Ja zu sagen. Er gab eine Uebersicht über Vorgeschichte und wesentlichen Inhalt der Bonner Verhandlungen und der wechselvollen Arbeit des Parlamentarischen Rates und legte dann dar, warum von deutscher Seite der Vorschlag gemacht worden sei, die Adenauer für Verständigung mit Frankreich Der Bonner Präsident warnt vor den Einheitsbestrebungen der Ostzone HEIDELBERG, 19. Mai. (SAZ-Eig.- Ber.) Der Präsident des Parlamentarischen Rates, Dr. Konrad Adenauer, nahm in einer Rede vor der Heidelberger Studentenschaft über das Grundgesetz und die Arbeit des Parlamentarischen Rates auch zu der bevorstehenden Pariser Außenminister-Konferenz und der europäischen Situation Stellung. Dr. Adenauer wies unter anderem auf die schwerwiegende Bedeutung dieses Treffens in Paris hin, das die Ent- Welt-Rundschau FORT WORTH. (Texas). Die durch den Bruch der Uferdämme des Trinity-Flusses verursachte Uebersdiwemmung forderte neben 13 200 Obdachlosen weitere Todesopfer. Die von Hochwasser angerichteten Sachschäden werden auf etwa 25 Millionen Dollar geschätzt. — LONDON. Nach mehrstündiger Debatte billigte das britische Oberhaus am Mittwoch einstimmig den Atlantikpakt. / Die Anfang dieses Jahres auf Beschluß der drei westlichen Besatzungsmächte und der Benelux-Länder gebildete internationale Ruhrbehörde wird am Freitag zum ersten Mal in London zusammentreten. / Der britische Außenminister Ernest Bevin erstattete am Donnerstagvormittag laut BBC dem Kabinett Bericht über die Pariser Besprechungen der Deutschland-Sachverständigen. — PARIS. Eine internationale Telegraphen- und Telefon-Konferenz wird am Freitag vom französischen Ministerpräsidenten Henri Queuille in Paris eröffnet. An der Konferenz nehmen fast vierhundert Delegierte aus den 77 Mitgliedsstaaten des Weltpostvereins teil. (Alle nick} gezeichneten Nachrichten! DENA) Scheidung über das Schicksal Deutschlands bringen würde. Aus diesem Grunde müsse das deutsche Volk zu der bevorstehenden Vierer-Konferenz Stellung nehmen. Der Präsident warnte vor den Einheitsbestrebungen der Ostzone, die dort von Leuten betrieben würden, die ein Deutschland wie die Tschechoslowakei, Ungarn und Polen als Satellitenstaat der Sowjetunion anstrebten. Der Gegensatz zwischen Ost und West spiegele sich im Wirtschaftsleben wider, das im Osten bis zur Versteppung Ostpreußens geführt habe. Ebenso sei Vorsicht zu den Vorschlägen geboten, die Besatzungsmächte aus Deutschland herausziehen, erklärte Dr. Adenauer und fuhr fort, mit der modern ausgebildeten Ostpolizei habe Sowjetrußland sich eine eigene Waffe geschaffen. Die Freiheit sei in einem Deutschland unter sowjetischem Einfluß nicht mehr garantiert. Zur Frage der Ostgrenze bemerkte der Präsident unter lebhaftem Beifall seiner Zuhörer, daß kein Deutscher die Oder- Neisse-Linie anerkennen könne, dieses Land drüben sei deutsches Land. Aus diesem Grunde wäre es notwendig, daß auch deutsche Stimmen in der Pariser Konferenz gehört und von den Alliierten anerkannt werden. Abschließend ging Dr. Adenauer auf das kommende Europa ein, wobei er hervorhob, daß der Gegensatz „Deutschland—Frankreich“ endgültig der Geschichte angehören müsse. In einer Welt, in der die Entfernung durch die Verkehrsmittel keine Rolle mehr spiele und Waffen über Tausende von Kilometern ihre Wirkung ausübten, sei es ein Unsinn, von kriegerischen Gegensätzen zwischen Deutschland und Frankreich zu sprechen, ehh. Ratifizierung durch die Landtage als die demokratisch legitimierten Vertreter der Bevölkerung vornehmen zu lassen. Insbesondere sei hierbei der Gedanke maßgebend gewesen, daß das Gewicht eines Volksentscheides erst einer endgültigen Verfassung zukommen solle, die geschaffen werden solle, wenn das gesamte deutsche Volk die Möglichkeit besitze, sich in freier Selbstbestimmung zu konstituieren. Auf Grund des Artikels 144 des Grundgesetzes habe der Landtag nunmehr das Recht und die Pflicht, das ihm unterbreitete Werk, im ganzen anzunehmen oder abzulehnen. Nach Hinweisen auf den Inhalt des Grundgesetzes und einem Dank der Regierung an den scheidenden General Clay und die württemberg-badischen Mitglieder des Parlamentarischen Rates sprach Dr. Beyerle die Hoffnung aus, daß die Handhabung des Besatzungsstatuts durch die Besatzungsmächte in keiner Weise geschehe, die der Verwirklichung des Grundgesetzes und der deutschen. Selbstverwaltung und Eigenverantwortung die größtmögliche Freiheit gewähre. „Der Weg der staatlichen Neuordnung“, so schloß der Minister, „der mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes beginnen soll, wird nicht leicht sein.“ Clay erklärte weiter, es würde ihn ernstlich beunruhigen, wenn die amerikanischen Besatzungstruppen schon jetzt aus Deutschland zurückgezogen würden. Er fügte hinzu, es sei seiner Ansicht nach nicht unbedingt notwendig, daß sie in gleicher Stärke und an denselben Orten wie bisher gehalten werden. Das Verbleiben von Besatzungstruppen sei jedoch für die Erreichung der Ziele der amerikanischen Politik in Deutschland von ausschlaggebender Wichtigkeit. Wenn es jemals zu einem Bündnis zwischen Deutschland und der Sowjetunion kommen sollte, so erklärte Clay, so sei dies nur möglich, wenn die Westmächte nicht bereit seien, Deutschland wieder in die Gemeinschaft der Nationen aufzunehmen. Diese Bereitschaft müsse nicht unbedingt sofort gezeigt werden, meinte er, man müsse Deutschland jedoch gestatten, sich den Weg in die Gemeinschaft der Nationen „zurückzuverdienen" und zwar entweder als geeintes Ganzes oder Westdeutschland allein. Nach Ansicht Clays würde sich die westliche Welt eher bereit finden, Westdeutschland allein willkommen zu heißen, als ein geeintes Deutschland mit sechzig Millionen Einwohnern. „Neues Verfahren“ auf der Autobahn Wie DENA nach Redaktionsschluß meldet, ist die britische Militärregierung von der sowjetischen Militärregierung in Kenntnis gesetzt worden, daß den Lastkraftwagen, die an der Zonengrenze aufgehalten worden waren, die Weiterfahrt auf der Autobahn durch die Sowjetzone genehmigt worden ist. Die sowjetischen Behörden, heißt es weiter in der britischen Verlautbarung, haben ferner darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Durchfahrt dieser Lastzüge das „neue Verfahren“ in Kraft treten soll. Diesem Verfahren zufolge dürfen deutsche Lastzüge künftig bei Fahrten zwischen Berlin und den Westzonen nicht mehr die Autobahn über Helmstedt benutzen, es sei denn, daß eine Sonder-Genehmigung der Wirtschaftskommission in der Ostzone vorliegt. Rentenzahlungen ab 1. Juli 1949 STUTTGART, 19. Mai (SAZ-Eig.- Ber.). Der kommissarische Arbeits- minister David Stetter antwortete vor dem Landtag dem Pforzheimer Abgeordneten Leonhard' (CDU), der in seiner Anfrage auf die wachsende Not der Kriegerwitwen hingewiesen hatte. Es sei jetzt wirklich an der Zeit, jeder dieser Frauen eine entsprechende Rente zu gewähren (siehe SAZ vom 13. Mai 1949). — Nachdem der Landtag, erklärte Ministerialrat Stetter, einem Antrag stattgegeben habe, demzufolge Witwen und Eltern durch die vom Länderrat der US-Zone beschlossene Gesetzesänderung Anspruch auf Hinterblie- benen-Rente hätten, habe der Ministerrat am 2. Mai beschlossen, die vorgesehenen Witwen- und Eltern- Renten mit Wirkung vom 1. Mai dieses Jahres zur Auszahlung zu bringen, ohne die Genehmigung der Militärregierung zum Aenderungsgesetz abzuwarten. Das Arbeitsministerium habe daher die Landesversicherungsanstalten angewiesen, sofort mit der Vorbereitung dieser Rentenzahlung zu beginnen. Da die beiden Landesversicherungsanstalten in Stuttgart und Karlsruhe mit rund 50 000 Renten zu rechnen hätten. . dürfte erstmals am 1. Juli 1949 mit Rentenauszahlungen gerechnet werden. fz Berlin bekennt sich zu Bonn BERLIN, 19. Mai. Das Berliner Stadtparlament nahm auf einer Sondersitzung am Donnerstag einstimmig eine Erklärung an, in der es sich zu den Prinzipien und Zielen des Grundgesetzes bekennt. „Volkskongreß“ einberufen BERLIN, 19. Mai. (DENA) Der dritte „Volkskongreß“ wurde auf Beschluß des Präsidiums des „Volksrats" für den 29. und 30. Mai nach Berlin einberufen. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Neuwahl des „Volksrats“, Wahl einer Delegation zur Pariser Außenministerkonferenz und Bestätigung der auf der sechsten Tagung des „Volksrats“ angenommenen Verfassung. Debatte um die Landesbeamtenstelle Forschungsgemeinschaft für Bauen und Wohnen wird unterstützt Eigenbericht unserer Stuttgarter Redaktion STUTTGART, 19. Mat. Nach sechswöchigen Beratungen des Staatshaushaltplanes 1949 durch den Finanzausschuß begann der Landtag in seiner 122. Sitzung mit den Einzelplan-Beratungen, in Kapitel II (Staatsministerium) wird die Stelle eines Regierungsrates aus Ersparnisgründen gestrichen werden, weil — wie Abgeordneter Kling als Berichterstatter sagte — „der Inhaber nur wenig beschäftigt war“. Einem Antrag des Finanzausschusses folgend, sagte Dr. Maier, falls sich im Laufe des Jahres heraussteilen sollte, daß die Forschungsgemeinschaft für Bauen und Wohnen mehr Mittel für der Allgemeinheit dienende Arbeit benötige als im Etat vorgesehen, werde ihr ein weiterer Betrag von 100 000 bis 150 000 DM zur Verfügung gestellt werden. — Bei der Beratung des Etats der Landesbeamtenstelle wurde die Beschäftigung von belasteten Personen wiederholt kritisiert. Abgeordneter Churchills angebliches Versprechen an Franco Das Foreign Office antwortet dem spanischen Staatschef LONDON, 19. Mai (UP). Ein Sprecher des Foreign Office erklärte, es sei bis jetzt noch nicht möglich gewesen, irgendwelche Berichte über eine Zusammenkunft in der Kriegszeit „auszugraben“, auf welcher der damalige Premierminister Winston Churchill versprochen haben soll, Spanien dabei zu helfen, eine starke Mittelmeer-Macht zu werden. Dieses angebliche Versprechen Churchills war von General Franco in einer Rede bei der Eröffnung der Cortes in Madrid erwähnt worden. Der spanische Staatschef erklärte in seiner Rede, Churchill habe dem spanischen Botschafter, dem Herzog von Alba, im Jahre 1941 gesagt, wenn England den Krieg gewinne, werde es Spaniens territoriale Aspirationen in Afrika unterstützen. Der Sprecher des britischen Außenministeriums meinte heute, es habe sich bei der erwähnten Zusammenkunft um eine private Dinner-Gesellschaft gehandelt und möglicherweise existiere kein Bericht darüber, was damals gesagt worden sei. Der Sprecher fügte hinzu, man dürfe Francos Behauptungen nicht „zu ernst“ nehmen. „Auf den ersten Blick erscheinen sie absurd.“ Der Beamte betonte später nochmals, daß man die spanische Feststellung mit einem „guten Teil Skepsis“ aufnehmen müsse. Er bezeichnete es als fraglich, ob das Foreign Office eine amtliche Erklärung zu dieser £Ä g Äw- a ? gebe S , we r de ’ ließ Chef der Staatskanzlei von Brentano; jedoch durchblicken, daß die Frage» von Landtagspräsident Dr. Person und Klausmann (KPD) wies darauf hin, daß diese Stelle gegen den Willen der Parteien geschaffen worden sei. Er kritisierte, daß zum Teil langjährige Nazi nicht belastete Personen prüfen durften und forderte eine Veränderung der Personalpolitik dieses Amtes. Die eingesetzten Mittel für die Vertretung des Landes Württemberg-Baden bei der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes in Frankfurt in Höhe von 203 000 DM pro Jahr werden unter dem Vorbehalt bewilligt, daß eine Aufstellung über die Höhe der Dienstaufwandsentschädigung an den Finanzausschuß geleitet wird (19 400 DM). Die KPD lehnte diese Frankfurter Landesvertretung als völlig überflüssig ab. Ministerpräsident Dr. Maier und Abgeordneter Möller (SPD) gelang es jedoch, das Haus davon zu überzeugen, wie notwendig gerade diese Instanz für die Vertretung der Interessen Württemberg- Badens in Frankfurt ist, da z. B. die gesamte Finanz- und Wirtschaftspolitik der Bizone von dort aus geleitet wird und dieses Land auch im Interesse seiner Bevölkerung doch eine Einflußmöglichkeit haben müsse. Den Vorwurf des Abgeordneten Klausmann, in dieser Dienststelle sei kein Badener beschäftigt, wies der Ministerpräsident mit dem Hinweis darauf zurück, daß die Vertreter beim Länderrat beide Badener seien. Finanzminister Dr. Kaufmann und Wirtschaftsminister Dr. Veit haben absichtlich Fachminister nach dort geschickt, und das habe sich sehr gelohnt. Die Etat-Beratungen werden am Dienstag, den 24. Mai, fortgesetzt. Wohieb nach Paris FREIBURG, 19. Mai (SAZ-Eig.-Ber.). Der südbadische Staatspräsident Leo Wohieb fuhr am 19. Mai auf Einladung des französischen Außenministers nach Paris. Er wurde von dem möglicherweise im Parlament angeschnitten werden könnte. dem Landesvorsitzenden der CDU Badens, Anton Dichtei, begleitet. Bett« l 7 Nummer VI S AZ Freitag, den 20. Mal 194# Hauptstädtische Perspektiven Bonn rüstet zur Aufnahme des westdeutschen Bundessitzes Von unserer Die alte Universitätsstadt ist erwacht Redaktion JSüDDefiBtfttSBgirmcine Nummer 97 / Freitag, den 20. Mal 1949 Ja zum Provisorium HM. Schnecken können rennen. Der Parlamentarische Rat habe es gezeigt, meinen die Basler Nachrichten, als er nach peinlichen Verschleppungen plötzlich zu laufen begann, um doch noch vor der Pariser Außenministerkonferenz ans Ziel zu gelangen. Aber auch unser württem- bergisch-badischer Landtag hält mit dem Bonner Schlußtempo Schritt. Ais erste Volksvertretung der drei westlichen Besatzungszonen hat das Parlament von Württemberg-Baden mit 80 Stimmen der CDU, SPD und FDP gegen 10 KPD-Stimmen das westdeutsche Grundgesetz angenommen. Auch in Freiburg, Koblenz und Hamburg hat man sich an die schnellere Gangart gewöhnt und sagte mit überwiegender Mehrheit 1a zum Bonner Werk. Das Grundgesetz kann nicht — wie wir an dieser Stelle immer wieder betonten — den Anspruch erheben. In all seinen Artikeln und Paragraphen endgültig und vollständig zu sein. So manches, was in dieser vorläufigen Verfassung steht und vieles, was darin fehlt, fordert berechtigte Kritik. ,,Es ist nicht leicht, eine Hausordnung aufzustellen, wenn man nicht Herr im eigenen Haus ist" meint der FDP-Abgeord- nete Haußmann und er skizziert damit unsere Situation. Es geht jetzt aber nicht um Einzelheiten, es geht um das Größere, um das Ganze. Noch bringt uns das Verfassungswerk nicht die volle Freiheit. Es gibt uns aber die Chance, auf dem Weg Uber das Provisorium das Ziel zu erreichen: Gesamtdeutschland. Wenn sich in diesen Tagen die westdeutschen Landtage mit Ihrem Votum für eine Staatsform entscheiden, die aus dem Grundgesetz erwachsen soll, so wird dadurch dem Westen ein Trumpf in die Hand gespielt, der in Paris die Karte des Kreml aussticht. Durch die Aufhebung der Berliner Blockade versucht nämlich Stalin genau das zu erzwingen, was er bisher nicht erreicht hat: den Aufschub des Weststaates, der sich Immer rhehr zum politischen und wirtschaftlichen Kraftfeld gegenüber der Ostzone ausbildet. Wir können nicht eindringlich genug auf den provisorischen Charakter des westdeutschen Grundgesetzes hlnweisen, um den Menschen, die heute durch eine Zonengrenze, durch einen „eisernen Vorhang" von uns getrennt sind, eindeutig zu demonstrieren, daß wir Im Westen ebenso wie sie im Osten unter einer Verfassung in einem gesamtdeutschen Bundesstaat zusammengehören. Bonn wird zweifellos der Grundstein dieser künftigen Bundesregierung sein, in der dann das Volk Uber seine endgültige Verfassung entscheiden wird. Im Gegensatz zu der jetzt erfolgten Abstimmung in den Länderparlamenten, die viele Kreise als undemokratisch ablehnen. Widerspricht es aber'denn wirklich der Auffassung von Demokratie, wenn die demokratisch gewählte Volksvertretung Uber das Grundgesetz seine Entscheidung trifft? Gewiß wäre eine Volksbefragung der unbedingt rechte Weg, während man nun den nur bedingt richtigen gewählt hat, ja wählen mußte Im Hinblick auf das Provisorium. Die Auswirkungen durch die Annahme des Bundesgesetzes werden sich In den einzelnen Ländern nicht gerade angenehm bemerkbar machen. Erhebliche Summen der Steuereinnahmen Württemberg-Badens werden z. B. dem Bund zufließen, andererseits auch bisher den Etat belastende Ausgaben dem Bundesfiskus übertragen. Diese Wandlung in der Steuerstruktur könnte In SUdbaden zu einer größeren Aufgeschlossenheit für den Gedanken des Südweststaates führen. Von den bevorstehenden Besprechungen der Länderchefs wird es abhängen, ob und zu welchem Zeitpunkt die Verhandlungen Uber den vielzitierten Karlsruher Staatsvertrag wieder aufgenommen werden. Was bisher dem Südwesten versagt blieb, läßt sich vielleicht jetzt auf dem Umweg Uber die I „Bundesrepublk Deutschland" erreichen, — vielleicht sogar im „Schneckentempo". I BONN. Die Entscheidung über den vorläufigen Bundessitz ist gefallen. Es mag sich ein jeder seine eigenen Gedanken darüber machen, ob die beste Lösung erreicht wurde. Inzwischen geschieht in Bonh, wo einstweilen noch die schwarz-rot-gejben Flaggen der Belgier anstatt der schwarz-rot-goldenen des Bundes wehen, das einzige, was angesichts einer solchen Situation ratsam erscheint: Man baut und richtet die provisorische Bundeshauptstadt her, wobei der I0-Millionen- DM-Kredit des Landes Nordrhein- Westfalen eine solide Grundlage darstellt. Die vordem so ruhige, ein wenig verträumte, am Rande der Dinge liegende Beethovenstadt ist nun vollends erwacht. Man spürt ein überraschend starkes Pulsieren in den Straßen dieser Stadt, die eigentlich doch so gar nichts von einer Hauptstadt in sich trägt, die aber die ihr aufgetragene Rolle doch nicht schlechter spielen wird als eine andere Stadt. Bonn ist heute eine einzige Werkstatt. Auf Schritt und Tritt begegnet man Baugerüsten und hört man Hämmern und das Schütteln der Baumaschinen. Die alte Universität wird mit dem gleichen Eifer wiederaufgebaut wie das ehemalige Rathaus mit seinen goldverzierten Barockfenstern und das berühmte Münster. Durch die völlig zertrümmerte Altstadt werden Durchfahrtsstraßen getrieben und unweit davon ragen die beiden rotlackierten Stümpfe der Bonn-Beueler Brücke an den Rheinufem empor, die bis zum November fertiggestellt sein soll. Aus der Pädagogischen Akademie, dem bisherigen Tagungsort des Parlamentarischen Rates und späteren Sitz des Bundesparlamentes, klingen Hammerschläge, die dem Stahlgerüst des neuen Plenarsaales und des großen Restaurants gelten, von dem aus der Blick über den Rhein zu den vertrauten Kuppen des Siebengebirges und „Obersalzberg“ geht, wie das Domizil Dr. Adenauers auf der anderen Rheinseite scherzhaft genannt wird. Auch die übrigen großen Gebäude, die in wenigen Monaten die Bundesinstitutionen aufnehmen sol- ESSEN. Seit Aufhebung der Blok- kade rollen täglich wieder zehn lange Güterzüge nach Berlin, die insgesamt 8000 Tonnen Steinkohle befördern. Dies aber ist nicht die einzige Kohle, die Berlin aus den Westzonen erhält, denn auch über die Luftbrücke werden noch jeden Tag rund 6000 t in die Viermillionenstadt gebracht. Dies bedeutet, daß Berlin genau wie vor dem Beginn der Blockade monatlich etwa soviel Kohle aus den drei Westzonen erhalten wird wie eine Tagesförderung an der Ruhr beträgt, die am 12. Mai mit 335 989 Tonnen einen neuen Nachkriegsrekord erreicht hat. In der westdeutschen Industrie war das Wiederanläufen der Kohlelieferungen nach Berlin Anlaß zu Befürchtungen, daß die Industrie mm wieder in eine Kohlenklemme geraten würde. Vor allem in der Eisen- und Stahlindustrie ist man besorgt, daß die günstige Produktionsentwicklung gehemmt werden könnte. Berücksichtigt man jedoch, daß die der westdeutschen Industrie fehlenden Kohlenmengen insgesamt nur Vs der bisher verfügbaren Kohle ausmachen, dann erscheinen diese Bedenken der Industrie wenig begründet. Hinzu kommt, daß die Währungsverhältnisse möglicherweise ein beachtliches Handicap für die Ostzonenindustrie zum Bezug von Ruhrkohle sind und auch westdeut sehen len, rüsten sich für ihre neue Aufgabe. Das Palais Schaumburg, ehemals von dem Ehepaar Zubkoff bewohnt, soll die Präsidialkanzlei, das Stadthaus, die Bundeskanzlei aufnehmen. Die Duisdorfer Kasernen stehen für die Bundesoberbehörden und die Ministerien für Wirtschaft, Finanzen, Soziales, Ernährung und Landwirtschaft bereit, die Polizeischule für das Arbeits-, Justiz- und Innenministerium. Im Gebäude der Landwirtschaftskammer sollen die Ministerien für Verkehr, Eisenbahn und Post untergebracht werden. Mit den belgischen Besatzungsbehörden sind Verhandlungen über, die Verlegung der belgischen Truppen aus Bonn in den Raum Euskirchen aufgenommen worden und der Befehlshaber, General Piron, ist zu einer entsprechenden Entscheidung nach Brüssel gereist. Repräsentieren werden Bundespräsident und Regierung in dem zwischen Bonn und Köln gelegenen Brühler Schloß, einst die Residenz der kölnischen Kurfürsten. Hier werden die Prachträume für die künftigen Empfänge vorbereitet und für die Diplomaten, Pressevertreter und das Schloßpersonal 80 Nebenräume des Schlosses freigemacht. Auch Köln als Verkehrsknotenpunkt wird durch die nahe Bundeshauptstadt einen spürbaren Auftrieb erhalten und Sitz zahlreicher Wirtschaftsinstitutionen werden. Den Anfang machten die westdeutschen Mietervereinigungen, die Köln zu ihrem Bundessitz bestimmten. Auch die Hauptverwaltung Eisenbahn sowie Post und Fernmeldewesen wollen sich in der Domstadt niederlassen, die bereits 5 Mill. DM für den zusätzlichen Wohnungsbau ausgeworfen hat. Trotz allem Aufbau ist man in Bonn, ohne sich jedoch dadurch behindern zu lassen, hellhörig für alle im Bereich des Möglichen liegenden politischen Entwicklungen. So diskutiert man auch in weiteren Kreisen der Bevölkerung ebenso leidenschaftslos wie skeptisch die Frage, ob die Außenminister es schaffen werden, sich über eine Bundesrepublik Deutschland mit der Hauptstadt Berlin zu noch nicht bekannt ist, Inwieweit die Industrie der russischen Zone sich während der Blockade auf die Verwendung anderer Heizstofte umgestellt hat. Als krasses Beispiel ist bekannt, daß bislang mitteldeutsche Braunkohle in den Steinkohlelokomotiven der Ostzone verfeuert wurde. Schließlich muß auch noch bedacht werden, daß die polnischen Bemühungen um den Absatz oberschlesischer Kohle außerordentlich stark sind und aus naheliegenden Gründen in der russischen Zone am ersten zum Tragen kommen. Politische Rücksichten der SMA dürften auch eine Rolle spielen und der oberschlesischen Kohle in Ostdeutschland neue Türen öffnen. Vom Wirtschaftlichen her gesehen ist es bemerkenswert, daß polnische Exportkohle in den Ostseehäfen billiger ist als Ruhrkohle ab Zeche. Auch aus Oesterreich sind bereits Klagen laut geworden, daß die Preise für Ruhrkohle höher liegen als die der polnischen, also oberschlesischen Kohle. Im übrigen rechnet man auch in der westdeutschen Wirtschaft damit, daß irj nicht ferner Zeit wieder gewisse Sorten der oberschlesischen Kohle in das Ruhgebiet fließen, da ja auch vor dem Kriege ein bestimmter Sortenaustausch zwischen dem oberschlesischen und dem Ruhrgebiet üblich war. einigen. Und auch die in den letzten Tagen in den Wandelgängen der Pädagogischen Akademie geführten Gespräche einiger politischer Beobachter und Mitglieder des Parlamentarischen Rates werden beachtet. Hier wurde gesagt, die Westmächte hätten bereits eine neue Verfassung griffbereit liegen, eine Kombination des Bonner Grundgesetzes mit einem Entwurf des Volksrates. Dem Bonner Grundgesetz komme also lediglich die Rolle eines Trumpfes in westlicher Hand zu. Auch über die künftige internationale Kontrolle wollte man schon erfahren haben, daß nicht mehr vier, sondern nur noch zwei Mächte in einer Spitzenorganisation die Oberaufsicht in Deutschland ausführen sollen — eine westliche und eine östliche Interessenvertretung. Schließlich wurde davon gesprochen, daß die Besatzungstruppen einschließlich aller Hilfsorganisationen auf insgesamt 300 000 Mann beschränkt werden sollen. Was auch immer an diesen Gerüchten und Kombinationen sein mag, das Eine klingt dem objektiven Betrachter der Dinge aus allen Gesprächen entgegen: auch in Bonn gibt es, von einigen egoistischen Geschäftemachern abgesehen, kaum jemanden, der um Hauptstadtehren trauern würde, wenn es gelingen sollte, über Bonn nach Berlin einen großen Schritt weiter zu einer echten Eigenstaatlichkeit ganz Deutschlands zu tun. Die in Aussicht stehenden russischen Vorschläge auf Räumung Deutschlands von den Besatzungstruppen und auf Schaffung einer deutschen Zentralregierung in Berlin haben, schon ehe sie amtlich ausgesprochen wurden, Verwirrung in das Lager der westlichen Alliierten getragen. Wähjmnd die Vereinigten Staaten den von den Russen zu erwartenden Vorschlägen unter ganz bestimmten Voraussetzungen ihre Zustimmung geben würden, verhält man sich in britischen Kreisen zurückhaltend, in französischen dagegen völlig ablehnend. Der Quai d’Orsay wünscht keine Räumung Deutschlands und auch keine Zentralregierung in Berlin. Am Vorabend der Pariser Viermächtekonferenz steht die französische Diplomatie vor der Notwendigkeit, ihr traditionelles Sicherheitsbedürfnis gegenüber Deutschland mit einem neuen Sicherheitsbedürfnis, nämlich dem gegenüber Rußland zu vereinbaren. Solange man die französische „securitö“ nur vom Standpunkt einer Gefahr von Deutschland her zu betrachten sich veranlaßt sah, war das Problem verhältnismäßig einfach. Zersplitterung, also Schwächung des deutschen Machtfaktors: auf politischem Gebiet, daher der extreme Föderalismus — auf wirtschaftlichem Gebiet, daher die Ruhrkontrolle und die Demontagen. Seitdem jedoch die russische Gefahr in das Bewußtsein der französischen Politik hineingetragen wurde entstand die Forderung nach einer Revision der französischen Deutschlandpolitik. Der Quai d’Orsay hat sich bisher nicht zu einer solchen Revision entschließen können. Das ergibt sich zunächst aus den Bedenken, die die französische Regierung gegen das westdeutsche Grundgesetz erhob und die in den Einschränkungen der Besatzungsmächte ihren Niederschlag gefunden haben. Das ergibt sich aber auch aus den Ueberlegungen, die in diesen Tagen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Außenministerkonferenz in Paris angestellt werden. Man hat sich dabei nochmals zu einer Deutschland-Rundschau VEREINTE WESTZONEN: Stuttgart. Der „Weltbürger Nr. 1", Garry Davis, wurde dieser Tage von der Weltbürgerzentrale Württemberg-Baden und anderen Weltorganisationen nach Stuttgart eingeladen. Eine Antwort von Davis liegt zur Zeit noch nicht vor. — München. Auf Wunsch Kronprinz Ruprechts wurden anläßlich seines achtzigsten Geburtstages am Mittwoch in Bayern nur sehr wenig geflaggt. Nur in einigen ländlichen Gebieten waren weiß-blaue Flaggen zu sehen. — Hannover. Der ehemalige Präsident der Reichskulturkammer und Präsident der Akademie der bildenden Künste, Professor Adolf Ziegler, wurde vom Hauptentnazifizierungsausschuß für Kulturschaffende in Niedersachsen in die Gruppe IV der Mitläufer ohne Berufsbeschränkung eingestuft. — Hamburg. Die Anklageschrift gegen den ehemaligen General von Manstem, soll, wie sein Verteidiger Dr. Paul Leverkühn mittailte, seinen Mandaten am kommenden Dienstag überreicht werden. SOWJETZONE: Leipzig. Der Dresdener Polizeipräsident Max Opitz (SED) wurde, laut Radio Leipzig, als Nachfolger für den kürzlich verstorbenen Professor Erich Zeigner gewählt. — Bad Harzburg. Die Einheiten der Ostzonenpolizei in den Grenzorten Ilsenburg, Stapelburg und Ahbenrode an der britisch-sowjetischen Zonengrenze sind nach Aufhebung der Blockade am Sonntag erheblich verstärkt worden. Zur Unterbringung der neuen Einheiten sind in diesen Orten innerhalb weniger Stunden zahlreiche Bauernhöfe beschlagnahmt worden. (Alls nicht gezeichneten Nachrichten: DENA) negativen Deutschlandpolitik ent» schlossen. In politischen Kreisen der französischen Hauptstadt glaubt man selbst, daß diese Politik mit erheblichen Gefahren verbunden ist. Ein vom Westen enttäuschtes Deutschland könnte, so heißt es hier, sehr wohl in die Arme der Sowjetunion getrieben werden. Man hat in Paris keinerlei klare Vorstellung der Fehler der sowjetischen Besatzungspolitik in Deutschland und erkennt nicht die unüberbrückbare Abneigung, die seit 1945 dem sowjetischen Osten gegenüber nicht nur in Westdeutschland, sondern auch in Ostdeutschland entstanden ist. Die Gefahr eines enttäuschten Deutschlands wird daher in Paris groß in Rechnung gestellt. Das Gespenst des Vertrages von Rapollo geistert in den schon seit jeher etwas verstaubten Amtsräumen des Quai d’Orsay. Wenn die französische Delegation bei der Viermächtekonferenz alles unternehmen wird, um eine Wiederherstellung der deutschen Einheit zu vermeiden, so steht es doch im Bereich des Möglichen, daß dafür dem westdeutschen Staatenbund eine offene Tür nach Westeuropa versprochen wird. Das scheint nämlich die neue Grundidee der französischen Diplomatie zu werden: die derzeitige Spaltung Deutschlands auszunützen und den deutschen Westen mit allen möglichen Mitteln an Westeuropa zu binden. Man hofft auf diese Welse, die deutsche Teilung zu verewigen, die deutsche Gefahr zu halbieren, um auf jeden Fall zu vermeiden, daß ein geeintes Deutschland sich auf die Seite der Sowjetunion schlägt. F. S. Lizenz-Nr. US-WB 122. Herausgeber und Chefredakteure Felix Richter und Karl Wisselinck. Redaktionsmitgliedert Mai Geisenheyner, Helmut Haag.Wilh Hagenmeyer. Rud. John, Hanns Mohn, Dr. W. Oberkampf, Otto P. Paeffgen, Hildegard Pieritz. Ad. Rob-hirsch, Jos. Werner. — Mit vollem Verfassemamen gezeichnete Beitrags stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck von Originalbeiträgen nur mit Genehmigung gestattet, das Zitierung«- recht bleibt unberührt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte keine Gewähr. — Verlag: Süddeutsche Allgemeine, Zeitungsverlag GmbH. Verlagsdirektor Dipl - fng. Herbert Lohmeyer, Kohlenzüge rollen nach Berlin Keine Kohlenklemme für die westdeutsche Industrie zu erwarten Von unserem ständigen wk-Korrespondenten Paris will die „deutsche Gefahr 1 ' halbieren Die Forderung nach einer Revision der französischen Deutschlandpolitik PETER UOSS °ER Ma\.'° MEN0 'EB Roman von Ewgtr Seetiger 4 , Fortsetzung Nachdruck verboten! Copyright by E. G. Seeliger Die beiden Polizeikommissare begrüßten ihren berühmten Kollegen mit vorzüglicher Hochachtung. Br prüfte das Protokoll selir flüchtig, schaute' etwas länger in die Bücher hinein, ohne Peter Vossens raffinierte Fälschungen zu entdecken, und prüfte die Löschblätter vergeblich nach Fingerabdrücken. Dem Geldschrank schenkte er kaum einen Blick. JMr. Stockes, Sie haben mich rufen lassen“, sagte er dann kurz und verbindlich. „Ich habe seit einigen Tagen mein Verhältnis zu der Behörde gelöst. Das heißt, wenn ich die Sache in die Hand nehme, wird sich die Behörde damit begnügen, mich zu unterstützen. Ueber die Höhe des Honorars werden wir uns verständigen, wenn ich den Dieb abliefere.“ „Es ist mir weniger um den Dieo, ate um das Geld zu tun“, warf Jim Stockes ein. „Er wird das Geld nicht gestohlen haben, um es in den Mississippi zu werfen!“ lächelte Dodd verbindlich. „Ich bringe Ihnen natürlich den Dieb und das Geld.“ „Und Sie werden ihn erwischen?“ fragte Stockes schwer atmend. „Well, ich hoffe e^!“ sagte Dodd «irtfadi. „Er müßte denn auf den Mond auskneifen. Hat dieser Voß Verwandte?“ „Eine junge Frau!“ erwiderte der zweite Kassier, seinem Chef zuvorkommend. „Sie hat uns soeben nach dem Verbleib ihres Mannes an telefoniert.“ „Sehr gut!“ sagte Dodd und zog sich die Handschuhe aus. „Ich bitte um ihre Adresse.“ Er notierte eich die Wohnung, wandte sich an den Wächter und ließ sich von ihm die Vorgänge der vergangenen Nacht ganz genau erzählen. Dann verlangte er einen Zirkel. Mit diesem schritt er zu der Karte der Vereinigten Staaten von Nordamerika, die an der Wand hing, maß eine bestimmte Entfernung in Kilometern ab und schlug einen Kreis, mit St. Louis als Mittelpunkt. „Diese Linie hat das gelbe Auto bei Tagesanbruch erreicht“, belehrte er die beiden Polizeibeamten. „Telegraphieren Sie sofort an alle Stationen, die dicht bei diesem Strich liegen. Daß der Defraudant die St. Louis Bridge als Ziel angegeben hat, ist nur ein Trick von Ihm, um uns „welszumachen, er wäre nach New York durchgebrannt Die Polizeibeamten schrieben Sich eiMsst die Ngmen der betreffenden Städte auf. Bobby Dodd verfaßte inzwischen eine Notiz, die er den Polizisten überreichte. „Vervielfältigungen und an die Zeitungen geben!“ befahl er kurz. „Sobald sich etwas meldet, benachrichtigen Sie mich nach dieser Adresse.“ Damit wies er ihnen das Blatt, auf dem Polly Vossens Adresse stand, die sie gleichfalls notierten. Während die beiden Polizeibeamten davoneilten und Dodd selbst mit der höchsten Geschwindigkeit seiner Maschine nach dem kleinen Landhaus hinter dem Carondelet- Park sauste, wo Polly, noch immer in Tränen aufgelöst, auf die Heimkehr ihres Mannes wartete, trat Jim Stockes in das Privatkontor Dick Pattons. „Stockes, Stockes!“ empfing ihn, der dicke Baumwollkönig und wankte mit wuchtigen Schritten auf ihn zu. „Das ist ja eine gottverdammte Geschichte. Was machen wir nun?“ „Ich mäche Bankrott!“ sagte Stok- kes gebrochen. Da faßte ihn Dick Patton am obersten Westenknopf und schrie ihn an: „Und meine zwei Millionen? Ich brauche sie. Ich habe damit gerechnet.“ „Es tut mir leid“, seufzte Stockes ergeben. „Gegen durchgehende Kassiere gibt es keine Versicherung.“ „Well, setzen wir uns!“ stöhnte Dick Patton auf. „Sie werden nicht Bankrott machen. Ich werde Ihnen die Zahlung stunden, bis der Schurke erwischt ist. Ich stelle aber die Bedingung, daß Sie ihm Bobby Dodd nachschicken.“ „Ist bereits geschehen.“ „Sehr gut! Er wird ihn kriegen, und Sie werden mir dann zahlen.“ „Und wenn er ihn nicht kriegt?“ „Ausgeschlossen! Aber gut, setzen wir den Fall, Dahn zahlen Sie, wann Sie können.“ „Ich werde nicht zahlen können, Mr. Patton. Ich werde meine Office zumachen müssen. Ich habe mich an Kupferaktien überkauft; diese Papiere sind die einzige Sicherheit, die ich bieten kann.“ „Danke sehr! Ich nehme sie nicht geschenkt.“ „Sie werden wieder in die Höhe klettern, sonst geht die ganze Industrie zum Teufel.“ „Mag sie!“ „Also werde ich Konkurs anmelden.“ „Der Teufel soll Sie holen!“ schrie Dick Patton, erbost über diese Hartnäckigkeit. „Meinen Sie, ich will meine zwei Millionen verlieren? So wahr ich Dick Patton heiße, ich lasse Sie nicht fallen! Sie sitzen mit mir an einem Klubtisch. Sie werden sich durchbeißen. Wieviel brauchen Sie?“ „Ich will es versuchenl“ erwiderte Stockes bekümmert. Dann machten sie einen Vertrag, wodurch Dick Patton zu einem Drittel in die Firma Stockes & Yarker zu sitzen kam, ohne daß es jemand erfuhr. Jim Stockes empfahl sich, kaum daß er dankte. „Etas Schlimmste ist überstanden!“ seufzte er erleichtert auf, als er wieder in seinem Wagen saß, um nach dem kleinen Landhaus hinter dem Carondelet-Park zu fahren. „Jetzt muß ich nur noch Mrs. Voß aufklären.“ Aber Bobby Dodd war längst bei ihr. Unter strömenden Tränen hatte sie ihn empfangen. Dodd war von ihrer großen Schönheit überrascht. Er erkannte sofort, sie hatte keinen Anteil an dem Verbrechen ihres Mannes. Und da Dodd ein Gentleman war, empfand er es als eine Notwendigkeit, ihr die furchtbare Sache so schonend wie möglich mit- zu teilen. „Mrs. Voß!“ begann er. „Meine Zeit ist kostbar. Sie werden begreifen, daß ich keine Umschweife mache. Mr. Voß steht in dem Verdacht, heute nacht der Firma Stok- kes & Yarker zwei Millionen Dollar gestohlen und damit das Weite gesucht zu haben.“ Wie geistesabwesend starrte sie ihn an, dann schrie sie auf: „Nein, nein! Das ist unmöglich. Mein Mann hat das nicht getan. Niemals!“ „Well!“ sagte Dodd mitleidig. „Ich bin derselben Ansicht. Er hat es sicher nur in einem Anfall von Geistesstörung getan. Er war in letzter Zeit sehr nervös, wie in der Office festgestellt worden ist. Sie werden mir das gewiß bestätigen können." Polly nickte unter fortwährendem Schluchzen. „Mir ist der Auftrag geworden, das Geld wieder herbeizuschaffen. Nur darum ist es mir zu tun, nicht um die Bestrafung Ihres Mannes.“ tForteeUuog folgt«) Freitag, den SO. Mal 1948 SAZ Nummer 97 / Seite 8 'Wildtvesl in Karlsruhe Meldet uns doch da die Polizei einen vollendeten und verwegenen Bubenstreich, wie er besser nicht von jugendlichen Amateur-Gangstem hätte inszeniert werden können, eine Lausbuberei freilich, die recht unangenehm hätte ausgehen können. Es war schon Dämmerung, als in der Schwarzwaldstraße eine Horde Jugendlicher sich in die schwer zugängliche Mansarde einer Hausruine einnistete. Das wäre nun weiter nicht schlimm gewesen, wenn die Kerle, kaum in so luftiger Höhe angelangt, nicht sofort begonnen hätten, von dem schwer erreichbaren Platz aus die Passanten und Anwohner, die sich in benachbarten Gärten aufhielten, mit Steinen zu bewerfen. Was Wunder, wenn sich daraufhin bald eine erregte Menschenmenge zu Füßen der Bürschchen versammelte und mit Mahnungen, Versprechungen und Drohungen ein Ende des Stein-Bombardements zu erreichen versuchte. Es war umsonst. Einige nahmen sich daraufhin ein Herz: Sie kletterten die Trümmer empor und versuchten die Mansarde zu erreichen, um den übermütigen Kerlen auf handgreiflichere Art Benehmen beizubringen. „Diese Versuche“, so meldete die Polizei kurz und sachlich — und es klingt beinahe wie der Auszug aus einem Kriegsbericht —, „wurden erfolgreich aber lebensgefährlich durch Werfen mit Backsteinen abgewehrt“. Was blieb übrig? Die Polizei mußte geholt werden. Und auch jetfct noch dauerte es lange Zeit, bis die Burschen endlich dazu zu bewegen waren,- ihr Ruinennest zu verlassen. Bei dem Versuch, durch die angrenzenden Gärten zu entkommen, wurden die Mansarden-Raubritter von der Polizei gestellt. Woraufhin dann die Polizei alle Hände: voll zu tun hatte, um die Bürschchen vor den Züchtigungen der erregten Menge zu schützen. So geschehen an einem der Abende dieser Woche. Ist’s nicht interessant in unserem Städtchen? jw. w ——,— . Links: Von „Bimbo“, dem größten Europäer, begleitet — er ist 2,38 m groß! — bewegen sich Krones neun Elefanten durch die Straßen der Stadt. Rechts: Ausschnitt aus einer brillanten Nummer: Ein Tiger springt durchs Feuerrad. Aufnahmen: Dürr-Firmenich und Brigitte Wex. ßtotte bleibt ßtone! Glanzvolles erstes Nachkriegsgastspiel des welibekanten Zirkus-Unternehmens in Karlsruhe Ein neuer Müllwagen Der Stadtrat hat zum Kauf eines neuen Müllwagens mit 9 cbm Fassungsvermögen 36 000 DM bewilligt. Die Anschaffung dieses Wagens war notwendig, weil die größtenteils seit 20 Jahren laufenden Wagen hur mit großem Reparaturaufwand betriebfähig gehalten werden können und ihre Zahl zur normal zweimaligen Müllabholung ergänzt werden muß. na. Karlsruher Marktbericht Kleinverkaufspreise am 18. Mai 1949 in Pfennigen je 500 gr. Speisekartoffel 6, Blumenkohl Stück 120—250, Wirsing 20—25, Spinat 15—25, Gelberüben 15—25, rote Rüben 15, Kohlrabi Stück 15—30, Rhabarber 7—10, Lauch 15—25, Kopfsalat Stück inl. i2—25, ausl. 30—35, Rettiche Stück 10—25, Bund 12—25, Radieschen Bund 8—10, Salatgurken Stück 80—150, Spargel 1. Sorte, 170—180, II. Sorte 120—150, III. Sorte 90—100, Eier Stück 43—51. na. Nein, es kann kein Zweifel bestehen: der gute alte Zirkus Carl Krone, zusammen mit Sarassanni einst Deutschlands und der Weit bedeutendstes Zirkus-Unternehmen, hat durch den Krieg und die schweren Nachkriegsjahre nichts von seinem erregenden Zauber eingebüßt. Es ist, als wären jäh die Zeiten wiedererstanden, da man als Kind — damals am Meßplatz — Krones Wasserspiele und seine Löwen und Elefanten bestaunte. Die Elefanten! Mit Elefanten, denen des im Jahre 1942 verstorbenen Carl Krones ganze Liebe gehörte, sichert sich das Unternehmen auch heute wieder einen großen Teil seines Erfolgs. Die Tochter Carl Krones, Frau Frieda Sembach-Krone, führt säe täglich in die Arena: wie sie, mit wenigen Zeichen und Kommandos, die neun mächtigen Tierkolosse ihrem Willen unterordnet, das ist hohe circensische Kunst. Und die Familie tritt auch wiederholt mit erstklassigen Pferdedressuren in die • Arena: Frieda Sembach-Krone, ihr Gatte Carl Semibach und die 12jährige Tochter Christel. Ist es überhaupt möglich, jede der durchweg erstklassigen Programm-Nummern zu würdigen? Woran wir so große Freude haben, das ist, daß ein Zirkus endlich mal wieder Zirkus bringt! Jene Schauspiele also, die vor allem in hervorragenden Tierdressuren ihren Höhepunkt haben. Und da ist, neben den Elefanten und Pferden — diesen wohlgepflegten, prächtigen Pferden! — insbesondere noch die Tigergruppe zu nennen. Seit 15 Jahren ist „Cilly, die Tigerbraut“, die Chefin dieser gefährlichen Raubtiere. Täglich steht sie in der gitter- geschützten Arena und läßt die herrlichen Königstiger Männchen machen oder sie durch einen Feuerkreis springen. Dieser ursprünglichen circensischen Kunst ist ein geradezu bestechendes artistisches Programm beigesellt. Man muß das gesehen und erlebt haben, wie Johns das Trampolin und die Lachmuskeln strapaziert, wie die 5 Talos (Italiener) Artistik vor 50 Jahren karikieren, wie die Mellvills unter der Zirkuskuppel Ueberkreuzflüge und die beiden Matrosen Zahnkraftakte am schwingenden Segelschiff ausführen. Noch viel anderes wäre zu nennen, aber wir wollen es mit zwei Höhepunkten bewenden lassen: mit dem Jongleurakt des 16jährigen Rudy Horn aus Nürnberg, der acht Tassen und acht Unterteilen, ein Stück Zucker und einen Kaffeelöffel übereinander auf den Kopf jongliert — ein deutscher Rastelli! Und dann die Familie Furree, die so sympathischen Rheinländer, die mit acht Küchenstühlen einen einfach unmöglich scheinende^. Balance-Akt starten und — vollenden. Eine Nummer, deren Erfolg mehr noch als an dem rauschenden Beifall an der atemlosen Stille und Spannung abzulesen ist, mit denen die Zuschauer dem Auf- und Abbau folgen. Manches, was uns seit Kriegsende geboten wurde, hat uns die rechte Freude am Zirkus genommen. Hier aber ist wieder Zirkus in brillanter Vollendung. Jede Nummer — man verzeihe uns die Superlative! — ein Schlager! Die freudige Gewißheit aber aus diesem glanzvollen ersten Karlsruher Gastspiel, nach dem Kriege: Krone blieb Krone! W- Autodiebe stahlen 38 Kraftwagen Neunköpfige trizonesische Diebesbande — Verkauft wurde in Karlsruhe Der Stadfrat hat keine Geschäftsordnung Kommunalpolitisches Forum der KPD in Durlach Das zweite kommunalpolitische Forum der KPD am Mittwochabend in Durlach unterschied sich von der ersten Veranstaltung dieser Art, die kürzlich im Zieglersaal stattgefunden hatte, insofern nach der vorteilhaften Seite hin, als diesmal tatsächlich eine Reihe kommunalpolitischer Probleme angeschnitten wurde. So stellte Stadtrat Riedinger auf eine entsprechende Anfrage hin fest, er habe von zuständiger Seite die Zusage erhalten, daß Fürsorgeempfänger, die im vergangenen Herbst einen Vorschuß zum Einkauf von Kartoffeln und Kohlen erhalten haben, diesen nicht wieder zurückzahlen müßten, wenn sie erklären, von den damals gekauften Kartoffeln keine mehr zu besitzen. Im Zusammenhang mit einer Erklärung zur Haltung der kommunistischen Stadtratsfraktion bei der Frage des Wiederaufbaus der Ausstellungshalle und eines Zuschusses zur Instandsetzung der Stefanskirche erklärte Stadtrat Dietz, die damals geforderte namentliche Abstimmung habe nicht erfolgen können, da der Stadtrat bis heute noch keine Geschäftsordnung habe. Interessant, aber keineswegs befriedigend war die Auskunft, die ein Angehöriger des Wohnungsausschusses Durlach • zur Vergebung einer Vierzimmerwohnung an eine Familie mit drei Köpfen und einer Zweizimmerwohnung mit Küche an zwei ältere Damen gab. Um die Zweizimmer-. wohnung hatte sich der Fragesteller, dessen Familie heute noch mit 5 Personen in einem Zimmer schläft, beworben. Ein zweiter Angehöriger des Wohnungsausschusses Durlach erklärte hierzu, der Ausschuß sei über die wahren Verhältnisse nicht genügend unterrichtet gewesen. Stadtrat Heid gab einige Zahlen über die Höhe der Zuwendungen für Durlach aus dem Bausonderprogramm der Stadt bekannt. Die Gewerbeschule Durlach erhält zunächst 2000 DM, das Altersheim Durlach 500 DM, das Altersheim Pestalozzischüle 8000 DM. Zur Arbeitslosenfrage meinte Stadt- destens schon 13 000 Arbeitslose, und beim Arbeitsamt lägen zur Zeit noch 2000 Lösungsanträge vor. Als letztes kommunalpolitisches Problem wurde das Thema der Räumung der Forstner- kaserne erörtert. Hierzu erklärte Stadtrat Dietz, daß nach allerdings noch nicht ganz sicheren Verlaut- Das Amt für öffentliche Ordnung und Sicherheit gibt bekannt: Gegen Jahresende 1948 konnten Autodiebe festgenommen werden, als sie zwei in Baden-Baden gestohlene Personenkraftwagen in Karlsruhe vorübergehend abgestellt hatten. Im Zusammenhang damit sind jetzt nach langwierigen und umfangreichen Ermittlungen insgesamt 9 Personen festgestellt und überführt, daß sie gemeinsam bis zum Jahresende 38 Kraftwagen gestohlen und weiterveräußert hatten. Hiervon konnten 35 inzwischen wieder beigebracht und den rechtmäßigen Eigentümern ausgehändigt werden. Haupttäter ist ein Bauingenieur aus dem Rheinland, der allein 22 Personenkraftwagen und 3 Lastkraftwagen in den Städten Rosenheim, München, Neustadt a. H., Oberhausen, Baden-Baden u. Karlsruhe gestohlen hat. Er hatte sich beim Besuch von Dienststellen französische und amerikanische Dienststempel angeeignet und sie dazu benützt, falsche Urkunden herzustellen, die er für den Eigentumsnachweis beim Weiterverkauf der gestohlenen Wagen verwendete. Ein ebenfalls aus dem Rheinland stammender Diplom - Kaufmann aus Karlsruhe, der selbst bei 7 Autodiebstählen beteiligt war, und in 4 Fällen der Hehlerei überführt ist, hatte Stellt. Bei ihm waren auch die gefälschten Kaufverträge hergestellt worden. Ein weiteres Mitglied der Diebesbande hat 5 der gestohlenen Kraftwagen an Karlsruher Geschäftsleute vermittelt bzw. verkauft. Die weiteren Mittäter stammen aus München. Abgestürzt. Ein 46jähriger Packer stürzte bei Aufräumungsarbeitep in der Karl- Wilhelnj-Schule beim Loslösen eines Balkens etwa 4 m tief ab und erlitt hierbei einen beiderseitigen Knöchelbruch. Zusammenstöße. Infolge Außerachtlassens der Vorfahrt stieß auf der Kreuzung der Adlerstraße und Kaiserstraße ein Radfahrer mit einem Personenkraftwagen zusammen. Er wurde verletzt, sein Fahrrad wurde beschädigt. — Zwei weitere Zusammenstöße von Radfahrern, die ebenfalls auf unvorsichtige Fahrweise zurückzuführen waren, verliefen’ ohne Körperverletzungen. Einbruch. In der Nacht wurden aus einem Lebensmittelgeschäft in der Erbprinzenstraße nach Herausstoßen eines Fensterteils 20 Konservendosen und Honig gestohlen. Einsätze der Berufsfeuerwehr vom Mai. Die Karlsruher Berufsfeuerwehr v.erzeich- nete in der Woche vom 10. bis 16. Mai folgenden Einsätze: 6 Hilfeleistungen, 2 Sanitätshilfen, 1 Kleinfeuer. OFFEN GESAGT... Der Tierschutzverein Karlsruhe bittet uns um Veröffentlichung nachstehender Zeilen: „Auf einem Teiche bei Daxlanden“, so schreibt dem Tierschutzverein ein Tierfreund, „habe ich ein Haubentaucherpaar gesehen. Ich habe mich sehr gefreut, daß diese selten schönen Tiere wieder den Weg zu uns gefunden haben. Ich bemerkte, wie vom anderen Ufer ein junger Mann mit einer Schleuder auf die Tiere loszielte. Ich stellte ihn zur Rede, aber ein Fischer, der neben ihm saß, meinte, das mache nichts, denn die Tiere fressen so wie so nur eine Menge Fische weg.“ — Wenn die Bevölkerung gegen den Unfug und die Tierquälerei, die durch das Schleudern entstehen kann, einschreitet und die Polizei darauf aufmerksam macht, lassen sich manche Roheiten ul*d ihre Folgen vermeiden. Ebenso ist es erforderlich, daß die Kleintierhaltung in zu engen Stälen, auf Baikonen usw. unterbleibt Viele Personen sind nicht imstande, ihre Stallhasen vor dem Schlachten genügend zu betäuben. Das Schreien der unbetäubten Tiere, die beim Töten oder Abziehen noch gequält werden, ist weithin zu hören. Das wieder auftauchende Schuttmassengebirge am Schmiederplatz gibt wie vordem Anlaß zu Roheiten bei den Pferdegespannen. Auch hier bitten wir die Bevölkerung zusammen mit der Polizei und Aufsichtspersonal dagegen einzuschreiten. Abt. Tierhilfe des Tiersphutzverelns Karlsruhe e. V. Tagebuch der Fächerstadf Es gibt Seife! Die Sonderabsdmitte der Seifenkarte Januar bis Juni 1949 werden mit je vier Seifeneinheiten freigegeben. Die Abschnitte sind bis einschließlich 30. 6. 49 gültig. Umzug der Wache des 6. Pol.-Reviers. Die Wache des 6. Pol.-Reviers, Kaiser- Alle 13, wird am 23. Mai in das Gebäude Amalienstraße 85 verlegt. Stadtgartenkonzerte. Bei günstiger Witterung findet am Samstag, den 21. 5. 49 von 19.30 bis 21.30 Uhr ein Abendkonzert statt, das vom Musikverein Durlach ausgeführt wird. Am Sonntag, den 22. 5., hat das Blasorchester Karlsruhe zwei Konzerte übernommen und zwar von 11 bis 12.30 und von 16 bis 18 Uhr. Frühlingsfest des Stenografenvereins. Der Stenografenverein Karlsruhe veranstaltet am Samstag, den 21. Mai, 20 Uhr, auf der Waldterrasse Durlach ein Frühlingsfest unter Mitwirkung des Karlsruher Akkordeonorchesters (Leitung Hans Scheer). Das Käser’sdie Männerquartett 1924 Karlsruhe veranstaltet am Samstag, den 21. Mai, 20 Uhr, im Gasthaus zur .Bavaria" anläßlich seines 25jährigen Bestehens ein Konzert. Jubiläums-Märchenstnnde. Am Mittwoch, den 15. Mai, 15 Uhr, findet im Jugendlesezimmer der städtischen Volksbücherei (Alter Bahnhof) eine Märchen- und <8e- schichtenstunde für die Jugend von 10—14 Jahren statt. Elfriede Hasenkamp bringt ein ganz auf das Jubiläum der Märchenstunden und die Maienzeit abgestelltes Programm. Eintritt frei. Karten in der Jugendausleihe. Diakonissen-Jubiläum. Das 98. Jahresfest der evangelischen Diakonissenanstalt Karlsruhe-Rüppurr, das am Sonntag, den 22. Mai, gefeiert wird, ist mit einem Schwesternjubiläum verbunden. Zwei Diakonissen können auf sechzig Dienstjahre zurückblicken, zehn Diakonissen standen fünfzig Jahre und 15 Diakonissen 25 Jahre im Dienst. Die Feier findet um 14 Uhr in der Rüppurrer evangelischen Kirche statt. „Wir sind keine Staatsbürger zweiter Klasse" Versammlung der Interessengemeinschaft der Besatzungsgeschädigten barungen die Forstnerkaserne bis zum . ... _ TT , ... ,, „ Frühjahr geräumt und dort dann das ^ seine hiesige Wohnung für die Ver- städtische Altersheim untergebracht käufe der von der Bande gestoh- werden solle. D. lenen Kraftwagen zur Verfügung geil „Verkehrt bis auf weiteres nicht .. / Um die gestrichenen Eiltriebwagen auf der Strecke Karlsruhe—Stuttgart Wie eine herrliche Luftspiegelung sind im Sommerfahrplan 1949 drei neue Eiltriebwagenpaare Karlsruhe— Stuttgart und zurück erschienen. Leider verschwanden sie im entscheidenden Augenblick hinter der dunklen Wolkenwand des gefürchteten „Negä- tivzeichens“ („verkehrt bis auf weiteres nicht“). Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe hat schon vor dem allgemeinen Bekanntwerden dieses Ausfalls in einem Telegramm am 7. Mai und in einem Brief am 10. Mai deswegen bei der Hauptverwaltung der Eisenbahnen in Offenbach interveniert. In beiden Schreiben wird vor allem auf die mit dem Ausfall verbundene Beeinträchtigung des Geschäftsverkehrs hingewiesen und betont, daß damit im Sommerfahrplan keine für den Geschäftsmann brauchbare Morgenverbindung zwischen Karlsruhe und Stuttgart mehr vorhanden sei, da die verkehrenden Züge entweder zu spät ankommen oder wegen des hohen Zuschlags (Expreßzug Karlsruhe—Nürnberg) im Geschäftsverkehr nicht benützt werden können. Auch für die Bevölkerung des Stadtteils Durlach, der durch die Triebwagen an den direkten Verkehr nach Stuttgart angeschlossen würde, bedeute deren vorläufige Streichung aus rat Dietz, Karlsruhe habe heute min- '”3em Fahrplan eipe Soweit die Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe. Neben diesen vor allem für Karlsruhe wichtigen Gesichtspunkten könnten die drei Triebwagenpaare auch im Fernverkehr manche noch vorhandene Lücke füllen. Allerdings müßten zu diesem Zweck die vorgesehenen Abfahrtszeiten einer nochmaligen Prüfung unterzogen werden. Der erste Eiltriebwagen aus Karlsruhe käme nämlich um 8.20 Uhr in Stuttgart rund 40 Minuten zu spät, um den wichtigen Anschluß an den Schnellzug D 33 nach München zu erreichen, der 7.46 Uhr in Stuttgart abfährt. Just die gleiche Zeitspanne liegt in der Gegenrichtung zwischen der Abfahrt des letzten Karlsruher Triebwagens und der Ankunft des Münchener Schnellzugs D 34 in Stuttgart. Etwa l'ü Stunden beträgt der Abstand des letzten Triebwagenpaares von den „hervorragend beschleunigten“ D-Zügen 461/462 München—Frankfurt, dem ersten Früh- schnellzug aus München und der letzten Abendverbindung dorthin. Vielleicht könnte auch in dieser Hinsicht etwas getan werden, falls sich die Reichsbahn entschließen sollte, die Triebwagen einem dringenden Bedürfnis. insbesondere der Karlsruher und Pforzheimer Geschäftswelt entsprechend, doch noch nachträglich in den Sommerfahrplan eiozustellen, :) Die Mitglieder der unlängst ins Leben gerufenen Interessengemeinschaft der Besatzungsgeschädigten trafen sich am Mittwoch zu ihrer ersten Versammlung. Man spürte aus der überaus lebhaften Anteilnahme beinahe jedes Einzelnen, wie sehr diese Gruppe von Menschen darum kämpft, wieder in ihre Wohnungen zurückkehren zu können. Zu Beginn erörterte der provisorische Vorsitzende, Studienrat Müller, noch einmal die traurige Geschichte der Beschlagnahme nach dem Einzug der Besatzungstruppen. Er erklärte, diese Maßnahme verstoße in jedem Falle gegen das Völkerrecht und gegen die Satzungen der Haager Konvention, da nur Staatsbesitz, nicht aber Privateigentum der Beschlagnahme unterliege. Scharf kritisierte er eine Reihe deutscher Stellen, so die Regierung, das Wohnungsamt und den Haus- und Grundbesitzer- Verein. Ihr Verhalten habe wiederholt den Eindruck entstehen lassen, als würden die Besatzungsgeschädigten als Staatsbürger zweiter Klasse angesehen. Eine heftige Debatte entstand insbesondere um die Mieten für beschlagnahmte Häuser. Die Frage eines der Versammlungsteilnehmer „Wo bleiben die 100 Dollars, die eine amerikanische Familie für mein Haus an Miete bezahlt, wenn ich 88 DM erhalte und der Dollar mit 3,30 DM umgerechnet wird?“ konnte selbst der Vertreter des Besatzungskostenamtes nicht erschöpfend beantworten. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden zehn Damen und Herren in einen Arbeitsausschuß gewählt. Zum Schluß wurde eine Entschließung angenommen, in der unter anderem gefordert wird: „1. Das Land hat die Pflicht, die ihm zur Last bleibenden Aufwendungen dem von der Beschlagnahme Betroffenen abzunehmen und durch Gesetz die Rechtsansprüche der Besatzungsbetroffenen zu regeln. 2. Das Land hat die Pflicht, dem durch die totale Beschlagnahme vorausbelasteten Teil der Bevölkerung eine gerechte und ausreichende Entschädigung zu gewähren und die außergewöhnliche Sonderbelastung zu berücksichtigen. Sachschäden sind als solche wieder gutzumachen. 3. Das Land hat die Pflicht, zum Schutz der Landesbewohner die völkerrechtswidrige Beschlagnahme des Privateigentums und die Verletzung der Grundrechte der Familie, als Eingriff in die Menschenrechte abzulehnen und den Rechtsanspruch auf Beseitigung ihrer Verletzung auf Grund des Völkerrechts und des Grund-Gesetzes geltend zu machen.“ Diese Resolution wird an alle städtischen und staatlichen Stellen geschieht, die mit dem Besatzungswesen zu tun haben, vor allem an die Landesverwaltung und an den Parlamentarischen Rat. -xe. Heimkehrer aus Ruhland Am 18. und 19. Mai trafen in Ulm wieder drei Heimkehrertransporte für die amerikanische Zone ein. Insgesamt waren es 148 Rußland- Heimkehrer, die aus Lagern in Reval, Athme, Kostla-Jerve, Ryasan und Leningrad kamen. Unter den Heimkehrern befand sich auch wieder eine Frau, die aus einem Lager in Polen entlassen wurde. Ueber die Ankunft der nächsten Transporte liegt noch keine Meldung vor. Stadt Karlsruhe: Unfried, Friedrich (1903) Lg.- Nr. 7718, Hardtslr. 20; Krauth, Richard (19210 Lg.-Nr. 7454, Forchheimer Str. 30; Sutter, Willy (1908) Lg.-Nr. 7454, Kellerstr. 31; Ungeheuer, Theodor (1923) Nr. 7289/3, Belchenstr. 22. Seite 4 / Nummer 97 S AZ Freitag, den 20. Mai 1949 „Heiße" Musik im Staatstheater Gastspiel eines ungarischen Zigeuner knaben-Orchesters Der Sport am Sonntag „Heiß" ist ein Begriff, der konkret und abstrakt sein kann. Ein glühendes Eisen zum Beispiel könnte man schon anfassen, man tut es aber nicht, um sich nicht zu verbrennen. Auch Musik kann heiß sein. Dann wird sie aber nicht von uns, sondern wir werden von ihr erfaßt. Was versteht man eigentlich unter heißer Musik? Ein physikalisches Gesetz Sagt: „Reibung erzeugt Wärme". Diesen Satz kann man fortführen: „Wärme schafft Energie und Energie Spannung". Das ganze Leben beruht auf Spannung und Entspannung, Ein- und Ausatmen, Wachsein und Ausruhen. So auch die Musik, die das im Verhältnis einer Kadenz, Tonika, Dominante und Subdominante ausdrückt. Alle Werke der klassischen Komponisten sind weiter nichts als solche erweiterten Kadenzen, musikalische Ausdrucksform unserer Lebensfunktion. Das, was in uns ist, lebt darin. Doch die Einflüsse, denen der Mensch ausgesetzt ist, sind verschieden. Der Neger zum Beispiel muß anders empfinden und leben als der Eskimo, weil ihn eine andere räumliche und klimatische Beschaffenheit umgibt. Ist heiße Musik von der Temperatur abhängig? Ja, aber nicht von der äußeren, sondern von der inneren; und da nur insoweit, als man in ihr noch das Verwachsensein mit naturhaften Elementen verspürt. Eng aneinander gebundene Geigenstimmen, die mit großer Spannung zu einem spiegelbildlich verlaufenden Kontrabaß geführt werden, eine Musik mit reibenden Sekunden, rhythmisch straff, impulsiv und virtuos erscheint uns heiß. Jazz ist heiß und Zigeunermusik ebenfalls, vorausgesetzt, daß beide rassig, schwungvoll und nervig sind, vorausgesetzt auch, daß Gebende wie Empfangende noch begeisterungsfähig sind, denn wer gar zu fang in der Hitze brodelt, wird bald «chlaff und müde. Am Dienstag gastierten im Staatstheater tingarische Zigeunerknaben, junge Bur- Aus den Rundfunkprogrammen Freitag, 20. Mai: Stuttgart: 14.00 Schulfunk: Geschichte; t4.30 IRO-Suchdienst; 15.30 Börsenkurse; 16.45 Neue Bücher; 17.00 Tanzmusik; 18.00 Aus d. Wirtschaft; 18.15 Jugendfunk; 18.30 Volkstüml. Weisen; 20.00 „Mach’ mit und lach' mit", heitere Hörfolge; 20.30 Symph.- Konz.: Ouv. „Die unbewohnte Insel" v. Haydn, Konz. f. Klav. u. Orch. c-moll KV. 491 v. Mozart, I. Symph. v. Beethoven; 22.00 Tanzmusik; 22.50 Bad. Theaterbericht; J3.00 Klaviertrio op. 87 in C-dur v. Brahms, 3 Sonette op. 41 f. Bariton u. Klav. v. Pfitzner, 3 Romanzen op. 28 f. Klav. v. Schumann. — Studio Karlsruhe: 13.00 Echo aus Baden; 13.10 Musik nach Tisch (H. Rieth-Quintett). — Frankfurt: 20.05 Slawische Weisen; 20.40 Hörspiel: „Der Marquis von Keith“ v. F. Wede- kind. — Nordwestdeutscher Rundfunk: 19.30 Oper: „Madame Butterfly" von Puccini. Oeffentliche Vorlesungen an der TH Prof. Dr. Dr. W. He 11p ach (Heidelberg) liest im Sommersemester 1949, jeweils Donnerstags um 17 Uhr, im Hörsaal 29 (Aulabau). „Goethe als Mensch und Mitmensch". • Der Staatliche Baurat am Staatstechnikum Karlsruhe, Dr.-Ing. Helmut Bode- müller, hat sich in der Fakultät für Bauwesen für das Fach „Geodäsie" habilitiert. Der Präsident des Landesbezirks Baden — Abteilung Kultus und Unterricht —- gab unterm 5. Mai 1949 die Zustimmung zur Erteilung der venia legendi. sehen, die auf der Geige zuhause sind wie Tartaren auf ihren Pferden. Sie springen förmlich in ihre Instrumente hinein, mit Schwung und Elan wie Artisten in die Seile. „Wilhelm-Tell-Ouverture" und „Wiener-Walzer-Potpourri" konnten uns nicht gefallen, weil darin anderes liegt als Paprika und Puszta, wohl aber die ungarische „Romanze h-moll", die „Balaton- Weisen" und die „Tänze aus Transsylvanien". Hier wurden unsere Erwartungen von einer Zigeunerkapelle erfüllt, von dunkeläugigen, schwarzhaarigen Menschen, in denen das träumerisch leidenschaftliche und wild aufgeregte Feuer eines Czardas lodert. Und dann der Primas! Inmitten des bunt bewegten Trachten- und Klangbildes Symbol der Johann- Strauß-Arie vom „idealen Lebenszweck". Mit kleinen, runden Fingern entzauberte er der Geige reich ausgezierte Melodien, Pralltriller und geschliffene Töne, deren exzentrische Rhythmik in seinen verschmitzten Aeuglein und zitternden Frackschößen fortlebte. Sein genießerisch verzückter Mund schmeckte und schnalzte förmlich die rumänische „Hora" mit, angefacht von Cimbal und Guitarren, die ihn in seinen persönlichen Visionen begleiteten. Es war alles da in dieser Kapelle, angefangen vom kleinsten Milchfiaschen- primas, der wie ein Alter Bogenbewegungen vorgaukelte, bis zum ausgewachsenen Tokayerprimas, in dessen Adern die Auslese edler Jahrgänge pulsierte. So Zigeu- Ein Beweis setzt eine Behauptung voraus und eine logische Schlußfolgerung. Ist man ein Astrologe und zieht durchs Land, um die bösen Astronomen anzuprangern, die der Astrologie immer noch den wissenschaftlichen Hintergrund streitig machen, dann kann man sehr schnell zu Ansehen kommen. Man braucht nur eine möglichst simple und verblüffende Zeitdeutung aufzumachen und mit*biederer Herzlichkeit unter die Zuhörer zu verbreiten. Etwa so: fn diesem Jahre werden zwei Finsternisse am Himmel zu beobachten sein, die nur 50 Tage auseinanderliegen. Nimmt man davon die Mitte — warum nicht, man nimmt sie eben — so hat man den Juli, und das- wird ein Höhepunkt der politischen Spannungen in Europa sein. Da werden weltweite Gedanken die politischen Köpfe und die Cfeffentlichkeit beschäftigen. Hughl — Auf dieser Linie bewegte sich der Vortrag von Kurt Hagen aus Hannover, stammend aus Dresden, zu Hause überall dort, wo ein Zuhörerkreis nicht sieht, wie er von einem eiteln Wirrkopf begaukelt wird. Kein, einziger Gedanke wurde zu Ende gedacht. „Darauf komme ich noch später zq sprechen'* — und weg war er. Wissenschaftliche Probleme anschlagen, etwa die Willensfreiheit aufgreifen, die Stellungnahme dazu ankündigen und dann ins Allgemeine und Persönliche abbiegen, ein wenig plätschern und in der Vergangenheit herumkitzeln — das nennt der „Privatgelehrte für Ausdruckspsychologie" eine populäre Art wissenschaftlicher Darstellung. Von den elektromagnetischen Strömungen der „kranken Sonne" mit ihren Protuberanzen in den Jahren 1870, 1914 und 1939/49 -(wer weiß, ob’s stimmt?) und damals ebenso „kranken Erde" zum Gründungshoroskop des Reiches und demjenigen des 20. Jahrhunderts im Aspekt von Neptun und Pluto, den Sternen der „Täuschung" und der „Massensuggestion" Her schaffen sich doch mit ihrer Musik eine Heimat, die sie überallhin begleitet und an keinen Ort bindet. Rö. Im Staatstheater ... . .. kommt heute im Großen Haus um 19.30 Uhr eine Neuinszenierung von Verdis „Rigoletto" heraus; die musikalische Leitung hat Walter Born, die Inszenierung lag in Händen von Georg Philipp, für die Tänze zeichnet Alfredo Bortoluzzi und für Bühnenbild und Kostüme Heinz-Gerhard Zircher verantwortlich; die Titelpartie singt Eugen Ramponi, die „Gilda" Olga Moll vom Württembergischen Staatstheater Stuttgart a. G. ( den Herzog Werner Schupp. — Im Kleinen Haus geht um 19.30 Uhr die Komödie „Wenn der Hahn kräht" von August Hinrichs in Szene. Die Pianistin Edith Henrici spielt morgen, .21. Mai, 19.30 Uhr, im Munz-Saai, Werke von Prokofieff, Schumann und Reger. Bad. Hochschule für Musik. Am Sonntag, 22. Mai, 11.30 Uhr, findet im Konzertsaal der Musikhochschule, Jahnstraße 18, ein Kammerkonzert statt, in dem die vor kurzem aufgestellte Kleinorgel durch das Orgelkonzert F-dur von G. Fr. Händel erstmals in einer öffentlichen Veranstaltung gespielt wird. Weiterhin umfaßt das Programm eine Partita d-moll für Streichorchester und Orgel von Wilhelm Kumpf und ein Concerto da chiesa von E. F. dall’Abaco. Ausführende sind das Collegium der Musikhochschule und Ruth Schellenberg (Orgel). Die Leitung Hat Direktor Wilhelm Rumpf. und weiter zur unvorteilhaften Männerkleidung im Lichte eben jener Ausdruckspsychologie ist es für Herrn Hagen immer nur ein kurzer Hupfer. Wenn er sich aber zum Schlüsse durch Zuruf bestätigen läßt, ob er in die Gruppe „Erde-Wasser" oder „Luft-Feuer" gehöre — „Entscheiden Sie selbst, Sie haben midi ja nun beobachten können in Haltung, Sprache und Gestik" — und die Geprellten entzückt und brav antworten: „Nur Luft und Feuer!", dann schämt man sich seiner Umgebung. Doch der Humor bleibt, und die lustige Bosheit geht nicht aus. Zwei Interessierte legen in der Pause Zettel aufs Rednerpult, der eine mit einer nüchternen Frage über Politiker, über die der kluge Herr hinwegwitzelt, und der zweite mit der Bemerkung, was es mit den dummen Fragen an den Plakatsäulen auf sich habe — ob die Russen einmarschierten und wann die Ostflüchtlinge heimkehrten und dergleichen mehr und auf die der Abend Antwort bringen sollte. „Es gibt überhaupt keine dummen Fragen", orakelt darauf der somnambule Retter der Astrologie, „sondern nür dumme Antworten" und spürt nicht den Pfeil, den er sich selbst in den Bauch geschossen hat. Das saß! Bravo! Laßt uns die Hoffnung daran aufrichten! R. V. Etwas wärmer Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Samstag früh: Ueberwiegend wolkiges Wetter, nachmittags noch örtliche Schauerneigung. Höchsttemperaturen 16—19 Grad, Tiefsttemperaturen in der Nacht zum Samstag 8—11 Grad. Winde aus nördlichen Richtungen. Rheinwasserstände vom 19. Mai 1949 Konstanz 330, —2; Breisach 177, —1; Straßburg 243, —2; Maxau 400, —3; Mannheim 272, unv.; Caub 196, +2. Fußball Oberliga: Eintracht Frankfurt — 1. FC Nürnberg (1:1, 0:2, 3:1); Ulm 46 — Bayern München (3:1, 2:1, 0:0); Kickers Stuttgart — Schw. Augsburg (—, 0:0, 5:0); BC Augsburg — VfB Stuttgart (3:4, —, —); 05 Schweinfurt — SV Waldhof (0:0, 1:3, 0:3). Laqdesliga: Germ. Brötzingen — ASV Durlach (1:2). Aufstiegspiel zur Badischen Ländesliga: FC Eutingen—FV Daxlanden (2:2). Kreisklasse A, St. 1: Beiertheim — Frankonia. St. 2: Spfr Forchheim — Rußheim; Friedrichstal—Khe.-West (Wiederh.). Kreisklasse B: Schöllbronn — Sulzbach; Grünwettersbach Hohenwettersbach (Wiederholung). Kreismeisterschaft der Klasse B: Langenalb — Leopoldshafen; Bruchhausen — Wöschbach. Freundschaftsspiel. 1. SV Mörsch — FC Karlsruhe 21. Handball Südd. Meisterschaft. VfL Neckarau — 1. FC Nürnberg (11:6); SV 98 Darmstadt — FA Göppingen (5:11). j Aufstiegsspiele zur Verbandsliga: 98 Seckenheim — TSV Rintheim. Der Reichsbahnsportplatz ist am Sonntag Schauplatz der für den Aufstieg zur Verbandsliga wichtigen Begegnung zwischen dem TSV Rintheim und 98 Seckenheim. Die Gästemannschaft überraschte vor 8 Tagen durch einen sicheren Sieg über Leutershausen. Rintheim weiß was auf dem Spiel steht und sollte im ersten Heimspiel auch zu einem vollen Erfolg kommen. Qualifikationsspiele, St. 3: Ettlingenweier — VfB Mühlburg, Tges Pforzheim — Ispringen. St. 4: Oestringen — Büchenau, Oberhausen — Hochstetten. Um die Badische Jugendmeisterschaft: .Ketsch — Kronau. Südd. Frauenmeisterschaft in Stuttgart: Sa. VfL München—Neulußheim, Kickers Stuttgart—Eintracht Frankfurt. So. Entscheidungsspiele der siegreichen Mannschaften um den Titel, der unterlegenen Vereine um den dritten Platz. Hockey Süddeutsche Meisterschaft: HC Heidelberg — Wacker München; SSV Ulm — Sachsenhausen. Am Sonntag, 10 Uhr, empfängt der KTV 46 die Sportgemeinde Neustadt zu einem Freundschaftsspiel. Anschließend 2. Mannschaften. Sch. Ringen Sftdd. Meisterschaft: KSV Bamberg — München-Ost (Entscheidungskampf); ASV Schifferstadt — KV 95 Stuttgart; SG Eckenheim — ASV Feudenheim. Der Kampf KV 95 Stuttgart — SG Eckenheim am 7. 5. 1949, der 4:4 unentschieden endete, wurde von der Spruchbehörde der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Schwerathleten in einem 8:0-Sieg für Eckenheim umgewandelt, weil Stuttgart es unterlassen hat, neutrale Kampfrichter zu bestellen. Kreisklasse: Germ. Bruchsal II. — Spv Brötzingen II. (Sa.); KSV Wiesental II. — FC Ispringen (Sa.); KSV Kirrlach II. — Spv Dillstein (Sa.); KSV Kirrlach II. — FC Ispringen; Eiche Oestringen — Spv Dillstein. In Oestringen finden am Sonntag die mittelbadischen Jugendmeisterschaften im Ringen und Gewichtheben statt. Für die Kämpfe, die um 9.00 Uhr beginnen, sind die Jugendlichen der Kreise Karlsruh«, Bruchsal und Pforzheim startberechtigt. Tennis Nachwuchs- und Jugendwettkämpfe 1949 Der Badische Tennisverband hat zur Förderung des Nachwuchses Nachwuchs- und Jugendwettkämpfe angesetzt, an denen SG Heidelberg, TC Heidelberg TSG Heidelberg, TC Mannheim, 1. TC Pforzheim, TC Pforzheim-Wolfsberg und der Karlsruher Eislauf- und Tennis-Verein teilnehmen werden. Der K.E.u.T.V. empfängt am Sonntag, 22. Mai auf seinen Plätzen am „Kühlen Krug“ zum ersten Kampf den von den deutschen Ranglistenspielem Walch und Wetzel betreuten Nachwuchs des 1. TC Pforzheim. Gespielt wird von 9.30—12 und 15 —Vf Uhr. Tischtennis Kreismeisterschaften 1949: Am Sonntag werden im Gebäude des Karlsruher Hauptbahnhofes die diesjährigen Kreismeisterschaften für Damen und Herren ausgetragen. Mit über 120 Teilnehmern sind die aktiven Spielerinnen und Spieler unseres Kreises fast geschlossen am Start und werden in -sechs Konkurrenzen ihre Kreismeister ermitteln. Beginn der Vorkämpfe: 9 Uhr, Beginn der Entscheidungskämpfe 16 Uhr. Herxheimer Sandbahnrennen glänzend besetzt! 60 Fahrer gehen am Himmelfahrtstag an den Start Am 26. Mai wird den südwestdeutschen Motorsportfreunden, erstmals seit Kriegsende, -in der Südpfalz ein besonderes Ereignis geboten: die neu ins Leben gerufene „Motorsportvereinigung Herxheim“ bringt unter der bewährten Regie von Rennleiter Otto Deutsch auf der vollkommen neuhergerichteten 760-Meter-Bahn des Herxheimer Stadions (unweit Landau) ihr von früher her bekanntes Motorrad-Sandbahnrennen zur Durchführung. Unter den 60 Gemeldeten figurieren Gunzenhauser- Neidlingen, Buttkir-Erkelenz, Marxreiter- Plattling, die Münchner Buchberger und Naneder sowie viele andere bekannt« Dirttrack-Spezialisten. Es wird also in den 9 Konkurrenzen für Solo-Ausweis- und Lizenzfahrer durchweg spannende Rennen geben, zumal im Sonderlauf um die Verbesserung des Bahnrekords, den heute noch Gunzenhauser mit 91,07 km/Std. hält, gekämpft wird. Da das Sonntagsfahrvexbot für alle Inhaber von Eintrittskarten in Rheinland-Pfalz am 26. Mai aufgehoben wurde, außerdem von Mannheim über Speyer und von Rastatt über Karlsruhe Sonderzüge — mit Zusteigemöglichkeit auf allen Stationen — laufen, kann man dem Veranstalter für seine Herxheimer Nadi- kriegs-Premiöre ein volles Haus Voraussagen! Fußball-Länderspiel Holland — England B 0:4 60 000 Zuschauer sahen im Amsterdamer Olympiastadion zum Teil enttäuschend schwache Leistungen der holländischen Auswahl. Nach torloser erster Halbzeit hätte der Sieg der Engländer leicht höher ausfallen können. Diese verstanden es jedoch nicht, ihre Chancen im holländischen Strafraum entschlossen auszuwerten. BSV 92 Berliner Fußballmeister Vor 12 000 Zuschauern konnte der BSV 92 durch einen klaren 5:2-Sieg über Viktoria 89 den noch fehlenden Punkt zur Berliner Fußballmeisterschaft erringen. Man sollte es nicht für möglich halten! Bemerkungen zum astrologischen Abend eines H Ausdruckspsychologen“ Isi ttSPSS! Für die Tausende, die in der ersten Woche keinen Einlaß mehr finden konnten 2. lustige Woche Der Weg nach Marokko Bin witzige:, spritziger Film, der nichts, aber auch gar nichts ernst nimmt Täglich um 15.30, 18.00 und 20.30 Uhr. Sa., So. und Donn., außerdem um 13.00 Uhr, Sa. Späitvorstellung um 23.00 Uhr. Sichern Sie sich Ihre Plätze im Vorverkauf! Tägl. ab 11.00 a. d. Kasse • i7e£e/ÖH 7986 • • 16 • RHEIN STR-77 RUF6283 KJK.-DOfUACH ^ RUF 180 Q) er 9te$ rai Geiger „Mariandl" mit Paul Hörbiger, Hans Moser, Maria Andergast Wo.: 15.30, 18.00, 20.30 Uhr. So.: 13.45, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr. Freitag bis einschl. Montag! James Mason in: Abgründe Ein Film %oll packender Konflikte und mitreißender Geschehnisse. Wo.: 15.30, 18.00, 20.30 Uhr. So.: 13.15, 15.30, 17.45, 20.15 Uhr. Tägl.: 13.00, 15.00. 17.00, 19.00 (Dl/9), 21.00 (D 11/9), Sa. u. So. MANN GEGEN PANTHER Atemberaubende Verbr ech e r ja g d HARRY PIEL auch 23.00 Uhr 90 Minuten Aufenthalt Der Film der Sensationen Tel. Vorbe-' Stellungen r^XURBEL 824 Dem verehrten Publikum nur gell. Kenntnis, daß am Montag, den 23. 5. und Montag, den 30. 5. (Pttngstwoche) die Friseurgesdiäfte den ganzen Tag geöffnet sind. Friseur-Innung Karlsruhe ATLANTIK LICHTSPIELE (DURLACtJER TOR ( Nur 4 Tage, Freitag bis Montag „DI6 SACHE MIT STYX Eine lustige Krimdnalaffäre. Ttoftch: 1-3, ft, tf, ft, » Hfe Regle: I.W. Emo Musik: Robert Stolx fi PAUL HÖRBIGER 1/ttÄPIA ÄNDERGAST 1 , Eine musikalische Komödie Die reizende Schwester des „Wachauer Mariandl" (Hofrat Geiger) Liedert ,3kleineHeinzelmännchen' ,Veilchenblau’ und .Kleine Melodie aus Wien'. Täglich 13,15,17,19 und 21 Uhr SÄmstag Spätvorstellung 23 Uhr =GL0RIA= AM RONDELLPLATZ — RUF 8921 Zu vermieten Leeres Zimmer, neu hergerichtet, Nähe TH, an äH. Dame zu verm. Angeb. u. 33260 an SAZ Karlsruhe. Zu mieten gesucht Junge Dame sucht möbl. 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Kinder nachmittags halbe Preise Vorverkauf im Reisebüro Kaiserstr. 190 (gegenüber der Hauptpost) sowie an den ab 9 Uhr durchgehend geöffneten Circus - Kassen (Telefon 20) Zu kaufen gesucht Fußbödenholz, ca. 3.50 qm, evtl, auch gebraucht, gegen Kasse zu kaufen gesucht. Angebote u. 70054 an SAZ Karlsruhe. Tiermarkt I. Tterh. am Flugpl. Tel. 4654, bef. s. folg. Fundhunde: 2 Schäferhunde, 1 Drahthaarfox, i Dalmatiner u. einige Bastarde. Versch. Hunde s. in gute Hände abzug. Zugel. 1 Kater. Zu erfrag. Tel. 7362 (Tierhilfe). Tierschutz- veredn Karleruhe e.V. Heiraten Vornehme diskrete Slteanlaknung Frau Wilma Bruder, Karlsruhe Gluckstr . 10 / Sprechzeit 15-18 Uhr Telefon 2565 24jähr., blondes, schlankes Mädel sucht entsprechenden Partner. Verschiedenes Sckeue^iUuei LULMi^ ■pütztpotuM, macht Juin! Gußeiserne Dachlegfenster für Falzziegel eingetroffen. Preis DM 14.— je Stüde A. Reibel, Baugroßhandel Werftstraße l«b. Telefon 5335. 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