KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Erscheint täglich, außer Donnerstag and Sonntag. Redaktion, Ver* lagsabteilung, Vertrieb und Druck Karlsruhe, Waldstraße 26. Telefon 922/923 (Dringend Presse.) Anzeigenannahme Karlsruhe, Kaiserstr. 69, Telefon 6649) Durlach. Pfinztalstraßa 43» Ett'ingen, teopoldstraße 5, Telefon 36. Kein Ersatzanspruch her Störung durch höhere Gewalt« £Ü9D emcme Bezugspreis monatlich DM 2.40 einschließlich Trägergebühr, Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr. — Anzeigen* preise: Die sechsgespaltene 46 mm breite Millimeterzeile Milli* meter-Grundpreis DM *-.80. im übrigen siehe zur Zeit gültige Preisliste Nr. 4. — Postscheckkonto: Postscheckamt Karlsruhe Nr. 80 535« 3. Jahrgang / Nummer 131 Karlsruhe, Samstag, 9. Juli 1949 Einzelpreis 15 Pfennig Dr. Maier gegen Schlangenbader Beschluß Der Ministerpräsident von Württemberg-Baden hofft immer noch auf eine Entscheidung der Militärgouverneure zum Bundessitz Bericht unserer Stuttgarter Redaktion i -. ::: Togliatti-Attentäter verurteilt Der 24jährige sizilianische Student Antonio Pallante, der am 14. Juli 194S ein Attentat auf den Generalsekretär der italienischen kommunistischen Partei, Palmiro Togliatti, verübte , wurde jetzt in Rom zu 13 Jahren und 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Auf unserem Bild wird Pallante in den Gerichtssaal geführt. (DENA-INP-Bild) Zwei Karlsruher Knaben durch Spiel mit Granaten getötet KARLSRUHE, 8. Juli. (SAZ-Ber.) Durch unvorsichtiges Spielen mit Granaten wurden am Freitagabend gegen 19 Uhr im Durlacher Wald bei Karlsruhe zwei Karlsruher Jungen im Alter von 15 Jahren getötet und drei weitere schwer bezw. leicht verletzt. Das folgenschwere Unglück ereignete sich dadurch, daß die Jungen in einem Bagger- s‘ee, dessen Wasserspiegel durch die Hitze in den letzten Tagen sich etwas gesenkt hatte, mehrere 3,7-cm- Pak-Granaten gefunden hatten und nun versuchten, aus denselben Pulverstäbe zur Herstellung von Feuersteinen herauszunehmen. Beim Spielen mit den Geschossen explodierten diese. -xe Ausführlicher Bericht im innern des Blattes Ein erneuter Versuch Strassers REGINA, Kanada, 8. Juli (UP). Dr. Otto Strasser, der ehemalige Führer der nationalistischen „Schwarzen Front“, erklärte am Donnerstag, daß er sich erneut um einen Paß bemühen werde, um nach Deutschland zurückkehren zu können. Sollte ihm von kanadischen Stellen der Paß erneut verweigert werden, sei er entschlossen, seinen „Fall“ vor die Vereinten Nationen zu bringen. PARIS, 8. Juli (UP). Der amerikanische Finanzminister John Snyder, der sich am Freitag nach London begeben hat, Erklärte hier auf einer Pressekonferenz, er glaube, daß Großbritannien die Exporte in die USA in der nächsten Zeit stark steigern werde. Der Rückgang der britischen Einfuhren in die USA sei durch die gesunde Preisveränderung in der amerikanischen Wirtschaft bedingt gewesen. Sobald die Preisangleichung vorbei sei, werde Großbritannien ebensoviel nach den USA verkaufen können, wie im Januar. Zur Frage des britischen Beitrages zur wirtschaftlichen Wiederholung der anderen Marshallplan-Staaten, sagte Snyder, er werde sich bemühen, bei seinen Unterredungen mit Sir Stafford Cripps dahinzuwirken, daß der mehrseitige Handelsverkehr wiederhergestellt wird. Snyder bestritt Welt-Rundschau ROM. Etwa drei Millionen ausländischer Pilger und Touristen werden im Heiligen Jahr 1950 in Rom erwartet. I Sämtliche italienischen Bauarbeiter traten am Freitag wegen Lohnforderungen in einen 24- stündigen Streik. Vom Samstag an werden sie aus Protest gegen die „Verschleppungspolitik' der Arbeitgeber jeden Tag die Arbeit für zwgi Stunden niederlegen. — PRAG. Der tschechoslowakische Geistliche AbbÄ Louis Sorzlik, der seit drei Jahren als Sekretär bei der Nunziatur in Prag tätig ist, wurde in Prag verhaftet. — HAVANNA. Soldaten der kubanischen Armee übernahmen am Donnerstag die städtischen Omnibusse und betätigten sich als Fahrer und Schaffner, weil die Angestellten der Verkehrsmittel in einen Streik getreten waren. (Alle nicht gezeichneten Nachrichten! DENA) STUTTGART, 8. Juli. Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier berichtete der Presse in der Villa Reitzenstein über die letzte Sitzung des Ueber- Ieitungsausschusses in Schlangenbad und betonte zunächst, dieses Gremium habe sich in der Frage der Bundeshauptstadt leider nicht an die ihm vorgeschriebenen Zuständigkeiten gehalten. Die Abgrenzungen hätten sich verwischt, da die beratenden ehemaligen Mitglieder des Parlamentarischen Rates mit abgestimmt hätten. Seiner Meinung nach sei aber der Schlangenbader Beschluß keinesfalls endgültig, und er habe berechtigte Hoffnung, daß die Militärgouverneure, die kategorisch eine klare Entscheidung wollten, gegen ihn Stellung nehmen würden. Mit der Formulierung, Bonn und Frankfurt sollten ihre Vorbereitungen auf das Notwendigste einschränken, sei nichts Endgültiges gesagt. Der deutsche Steuerzahler sei 'nach wie vor in keiner Weise vor einer ESSEN, 8. Juli (DENA). Der künftige amerikanische Hohe Kommissar für Deutschland, John J. McCloy, versicherte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Essen, daß er die Möglichkeiten für die Investition amerikanischen Kapitals im Ruhrgebiet sorgfältig prüfen werde. Er wies darauf hin, daß die trotz der allgemeinen Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft immer wieder auftretenden neuen Hindernisse kein Grund zur Verzweiflung seien, sondern vielmehr mit neuen Anstrengungen überwunden werden könnten. McCloy betonte, daß Kapitalinvestitionen eingehend vorbereitet werden müßten, wie sie überhaupt weitgehend von der Stimmung der Kapitalgeber und von. den allgemeinen Produktionsaussichten abhingen. Eine baldmögliche Herstellung wirtschaftlichen Vertrauens werde jedenfalls von Vorteil für alle Beteiligten sein. Seine Fahrt nach Bonn, so sagte McCloy, und die dortige Unterredung mit General Robertson und einem Vertreter der französischen Militärregierung bedeute keinesfalls, daß er in seiner Eigenschaft als Hoher Kommissar Bonn als Bundeshauptstadt irgendeiner anderen Stadt vorziehe. Er selbst habe seinen ständigen energisch, daß er nach London fahre, um die Frage der Abwertung des britischen Pfund Sterling zu besprechen. Der ECA-Administrator Paul Hoffman erklärte,, auf einer Pressekonferenz in Washington, Großbritannien werde im Hinblick auf die Finanzkrise im laufenden Jahr die Einkäufe in den USA um etwa 250 Millionen Dollar herabsetzen. Hoffman erklärte, der Umschwung vom „Verkäufermarkt“ zum „Käufermarkt“ habe viel zu Großbritanniens finanziellen Schwierigkeiten beigetragen, „aber nur Großbritannien kann Großbritannien helfen“. Er fügte hinzu: „Wir werden alles tun was wir können, um Großbritannien zu helfen, die Ausfuhren zu steigern.“ Hoffman sagte, er werde seine Genehmigung zur Abwertung des britischen Pfundes Sterling nicht geben. „Ich weiß nicht, ob diese Maßnahme Großbritanniens Schwierigkeiten beheben wird“, meinte er. Ausnahmezustand für Großbritannien vorgeschlagen LONDON, 8. Juli (DENA-Reuter). König Georg VI. ist aufgefordert worden, den Ausnahmezustand über Großbritannien zu verhängen, wenn der Londoner Dockarbeiterstreik bis zum kommenden Montagmorgen nicht beendet ist, gab der britische Innenminister James Chuter Ede am Freitag bekannt. Wie UP weiter meldet, sind aus Protest gegen die Verwendung von Truppen zur Entladung von Schiffen weitere 2000 Londoner Hafenarbeiter in den Streik getreten. Die Zahl der Streikenden beläuft sich jetzt auf zirka 10 000. Weiterführung des Wettbauens beider Städte geschützt. Bonn errichte seinen Beethovensaal und Frankfurt seinen Goethesaal. Die Situation sei also durchaus nicht entlastet. Man müsse sogar mit weiteren Komplikationen rechnen, da bei Annahme der Resolution versucht worden sei, nicht nur den Bundestag, sondern auch den Bundesrat in den Kompetenzbereich einzubeziehen. Schließlich werde aber doch die Stadt das Rennen machen, die dem Bundestag klarmachen könnte, daß sich seine Vertreter in ihr am wohlsten fühlen würden. Seinem Vorschlag, mit dem er beabsichtigt habe, dem kostspieligen Wettbauen ein Ende zu setzen und den demokratischen Weg der Landtagsbefragung einzuschlagen, sei man leider nicht gefolgt. Er habe aber — und das betonte der Ministerpräsident mehrere Male — Gründe, daß die Militärgouvemeure doch noch darauf zurückkommen würden. Im übrigen handele es sich bei dem Be- Wohnsitz in Frankfurt, wo er auch seine Familie erwarte, und in Berlin, und sei daher in dieser Frage vollkommen neutral. Seine Besprechung mit General Robertson müsse lediglich als Höflichkeitsbesuch angesehen werden. Er werde auch mit General König in Baden-Baden Zusammenkommen. Die amerikanische Deutschlandpolitik, so unterstrich McCloy erneut, werde vom Geiste konsti uk-tiver Anstrengung und vom guten Willen für das deutsche Volk getragen sein. Mit gutem Willen auf beiden Seiten gäbe es keinen Grund zur Verzweiflung in irgendeiner Hinsicht. FRANKFURT, 8. Juli (DENA). Der Untersuchungsausschuß des Wirtschaftsrates gegen Dr. Pünder begann am Freitag in einer ersten öffentlichen Sitzung mit der Zeugenvernehmung. Er wird untersuchen, ob Dr. Pünder versucht hat, einen Teil der im Zweizonenhaushalt für die Zweizonenbauaktion vorgesehenen 33 Millionen DM nach Bonn abzuzwei-/ gen und welche Besprechungen er hierüber geführt hat. Als Zeugen waren u. a. Dr. Adenauer, Oberdirektor Dr. Pünder, die Direktoren Prof. Erhard, Dr. Hartmann und Dr. Schlange-Schöningen geladen. Dr. Pünder, der als erster Zeuge vernommen wurde, erklärte auf die Frage des Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses, Walter Seuf- fert (SPD), zunächst, daß zum erstenmal am 25. Mai vom Verwaltungsrat die weitere Verwendung der im Haushalt für die Zweizonen-Bau- aktion vorgesehenen 33 Millionen besprochen worden sei. Dr. Pünder betonte, daß man hierbei mit keinem Wort eine mögliche Abzweigung eines Teils dieser Mittel nach Bonn er- STUTTGART, 8. Juli. Der vor über einem Jahr in die Westzonen geflüchtete ehemalige Vizepräsident des Landtages von Sachsen-Anhalt, Dr. Hennemann, gab vor dem Stuttgarter Bund aktiver Demokraten einen erschütternden Ueberblick über die politische Entwicklung der Ostzone. Als die auffälligsten Marksteine der rigorosen Sowjetisierungspolitik bezeichnete er die zwangsweise Durchführung der Bodenreform, die Art der politischen Säuberung und die kalte Sozialisierung unter dem Vorwand der Bestrafung und Enteignung von Kriegsverbrechern und Nazi-Aktivisten. Alle diese Maßnahmen seien heute noch nicht abgeschlossen. Von einer freien parlamentarischen Tätigkeit könne keine Rede sein, da nicht nur in den Landtagssitzungen, sondern auch bei den einzelnen Fraktionen ständig sowjetische Offiziere zugegen seien. Schluß des früheren Parlamentarischen Rates, die leitenden Ministerien nach Bonn einzuberufen, lediglich um eine „hinkende Entschließung“, die noch der Genehmigung durch die Ministerpräsidenten bedürfe. Seiner Ansicht nach würden mehrere Länder ihre Zustimmung zum Grundgesetz versagt haben, wenn die genannte Bonner Bestimmung im Grundgesetz enthalten gewesen wäre. „Man hatte in Schlangenbad nicht das Gefühl, daß die finanziellen Folgen des Wettbauens genügend berücksichtigt würden“, erklärte Dr. Maier weiter. „Wir in Württemberg- Baden sind bemüht, auf das Aeußer- ste zu sparen. Landtag und Ministerrat schlagen sich oft stundenlang um Beträge von einigen tausend Mark herum. Wir wachen eifersüchtig darüber, daß der Staatshaushalt in Ordnung bleibt. Von diesem Bestreben hat man in den Sitzungen, die man außerhalb unseres Landes mitmacht, nicht den Eindruck, daß sie in der gleichen Stärke vorhanden sind. Wir wissen, daß wir vor schweren finanziellen Sorgen stehen. Durch den Uebergang vieler Landessteuern auf den Bund wird auch Württemberg- Baden, ähnlich wie Nordrhein-Westr falen, zu einem armen Land werden. Wir nehmen an, daß wir in Württemberg-Baden 200 Millionen DM weniger Einnahmen haben werden. Was bis jetzt für Frankfurt ausgegeben wurde, ist enorm und was für Bonn ausgegeben werden muß, kann man sich an diesen Zahlen errechnen. Jetzt wird es so dai-geslc-lll, als ob die Bundeshauptstadt Bonn mit nichts auf die Beine gestellt werden könne. Das wird doch aber mindestens ebensoviel kosten, wie in Frankfurt.“ wähnt habe. Er habe sich darauf beschränkt, wie er glaube, „pflichtgemäß“ darauf hinzuweisen, daß nach Artikel 133 der Bundesverfassung die künftige Bundesrepublik in die Rechte und Pflichten der Zweizonenwirtschaftsverwaltung einzutreten habe. Energisch dementierte Dr. Pünder auf eine weitere Frage des Vorsitzenden, daß die übrigen Direktoren sich gegen seine Vorschläge gestellt hätten. Auf den Hinweis des Vorsitzenden auf anderslautende Pressemeldungen antwortete Dr. Pünder erregt: „Ich wäre dem Ausschuß sehr dankbar, wenn er feststellen würde, wie es kommt, daß ein anständiger Beamter, der nichts als seine Pflicht tut, wochenlang in der Presse durch den Kakao gezogen wird.“ In der weiteren Vernehmung erklärte Dr. Pünder, daß seit dem 25. Mai im Verwaltungsrat auch in kollegialen Gesprächen die Frage der weiteren Verwendung von Mitteln für die Zweizonenbauten überhaupt nicht mehr berührt worden sei. Hennemann charakterisierte dann eine Reihe SED-Spitzenfunktionäre, die, wie Walter Ulbricht, ausnahmslos sowjetische Staatsbürger seien. Als die bedenklichsten Zeichen der fortschreitenden Sowjetisierung der Ostzone, die man schon heute als östliches Land bezeichnen müsse, nannte er die Einführung der sogenannten Volkspolizei, bei der man nicht wisse, ob damit nicht der Grundstein für eine spätere Bürgerkriegstruppe gelegt werden solle* und den Neuaufbau einer Geheimen Staatspolizei. Er glaube nicht zu übertreiben, wenn er sage, daß in der Ostzone jeder Vierte freiwillig oder gezwungen als Spitzel für die SED und damit für die Sowjets arbeite. Er sei jedoch überzeugt, so schloß Hennemann, daß alle diese Symptome wie ein Spuk verschwänden, wenn das Gewaltsystem ein Ende haben würde. Die politischen Bedenken, die vor allem die Berliner Vertreter für die Wahl Boiihs plädieren ließen, teilt Ministerpräsident Dr. Maier nur bedingt, er steht auf dem Standpunkt, daß Bonn und Frankfurt gleichermaßen provisorischen Charakter haben würden. Wenn eine Situation zustande komme, die die Einigung Deutschlands ermögliche, werde man Berlin selbstverständlich die Chance einräumen, wieder Hauptstadt zu sein. Es sei eine politische Konsequenz, daß man dann möglichst weit nach Osten und nicht nach Westen gehe. Interzonen-Status für künftige Bundeshauptstadt * BERLIN, 8. Juli (DENA). Ein Sprecher der amerikanischen Militärregierung für Deutschland kündigte an, daß die künftige Hauptstadt der westdeutschen Bundesregierung einen „internationalen Status“ erhalten wird. Die Stadt werde als Sondergebiet — ähnlich wie Berlin — zu keiner Besatzungszone gehören, sondern direkt der alliierten Hohen Kommission unterstehen. Allerdings sei keine Trennung in Sektoren vorgesehen. Die Stadt solle vielmehr einheitlich vom Rat der Hohen Kommission verwaltet werden. Dabei werden die Alliierten nur solche Ver- waltungs- und Regierungsrechtc ausüben, die ihnen auch in den anderen Städten ihrer Besatzungszonen verblieben sind. Die praktische Verwaltung solle nach wie vor in den Händen der zuständigen deutschen Behörden liegen. Der Sprecher unterstrich, daß keinerlei j'ruppeneirihei- ten in der Bundeshauptstadt stationiert werden sollen. Ruhe um die Südweststaatfrage STUTTGART, 8. Juli (SAZ-Ber.). Der Ministerrat kam in Ueberein- stimmung mit der Regierung von Südwürttemberg - Hohenzollern in seiner letzten Sitzung zu dem Entschluß, das Thema Südweststaat bis zur Bundestagswahl nicht mehr zu behandeln. Man will auf Grund des Artikels 118 des Grundgesetzes erst dann eine weitere Entscheidung treffen, wenn die Stellung Südbadens klar Umrissen ist. Durch erneute unübersehbare Verhandlungen glaubt man, den Gedanken an den Zusammenschluß in der Oeffentlichkeit zu gefährden. Neue Kommandantensitzung BERLIN, 8. Juli (DENA). Die vier Berliner Kommandanten werden voraussichtlich am kommenden Dienstag im Gebäude des Alliierten Kontrollrates zu Besprechungen über die gemeinsame Verwaltung Berlins gemäß den Beschlüssen der Pariser Außenministerkonferenz zusammentreten. Der Kommandant des französischen Sektors, General Ganeval, der den Vorsitz führen wird, hat seinen Kollegen die Einladungsschreiben bereits zugehen lassen. Röchling-Arbeiter abgeurteilt RASTATT, 8. Juli (DENA). Das französische Gericht erster Instanz zur Aburteilung von Kriegsverbrechern verurteilte am Donnerstag laut SÜDENA fünf Angestellte und Vorarbeiter der Röchlingwerke in Völklingen (Saar) sowie einen ehemaligen Kriminalbeamten zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren Gefängnis bis zu fünf Jahren Zuchthaus. Sie waren der Mißhandlung von Zwangsarbei- tem und Kriegsgefangenen schuldig befunden worden. Verbilligte Urlaubsfahrten FRANKFURT, 8. Juli (DENA). Die Reichsbahn wird ab 15. Juli für Reisen über mindestens 100 km verbilligte Urlaubskarten für die zweite und dritte Wagenklasse mit zweimonatiger Gültigkeitsdauer ausgeben. Die Ermäßigung beträgt bei einer Entfernuhg bis zu 200 km 10 Prozent und darüber hinaus 30 Prozent. Die H f nreise muß am Lösungstage angetreten werden und am vierten Tage beendet sein. Sie darf nach 100 km einmal unterbrochen werden. Bei der Rückreise sind vier Fahrtunterbrechungen möglich. Finanzkrise bedroht England Amerikanische Wirtschaftler gegen Abwertung des Pfundes „Kein Grund zur Verzweiflung" McCloy über amerikanische Kredit-Investitionen Dr. Pünder bestreitet Vorwürfe Untersuchungsausschuß des Wirtschaftsrates tagt „Ostzone wird sowjetisiert" Geflüchteter Ostzoneppolitiker prangert Methoden der SED an Bericht unserer Stuttgarter Redaktion Seite 2 1 Nummer 131' S AZ Samstag, 9. Juli 1949 Eindrücke einer Amerika-Reise JSuflDtp^ äBgt ma'ne Nummer 131 / Samstag, den 9. Juli 1949 Rätselraten um Jugoslawien OPP. Dis Spannungen zwischen dem sowjetischen Ostblock und Jugoslawien rücken immer mehr in den Vordergrund der weltpolitischen Ereignisse. Zn einer — so will es «ns scheinen — unmißverständlichen Form erteilen die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten dem Diktator des Balkans, Marschall Tito, eine Abfuhr nach der anderen, ohne daß derselbe zum Start einer wirkungsvollen Gegenaktion in der Lage ist. Moskau hatnhn allem Anschein nach völlig abgeschrieben, das beweisen einerseits die kürzlich durch Polen erfolgte Kündigung des Handelsvertrags mit Jugoslawien und andererseits auch die verschiedenen Zurückweisungen jugoslawischer Ansprüche an Oesterreich nicht nur durch die westlichen Vertreter, sondern auch durch die sowjetische Delegation, die sich an der Ausarbeitung des österreichischen Friedensvertrags mitbeteiligt. Eine westliche Schwenkung Titos wäre also demnach begründet, wenn nicht letzten Endes doch die Möglichkeit eines politischen Schachzuges Moskaus vorliegen würde. Sowjetrußland benötigt unbedingt Rohstoffe, die ihm seit längerer Zeit vom Westen versagt werden. Würden die westlichen Nationen dem jugoslawischen Staat wirtschaftliche Hilfe angedeihen lassen, so wüßte niemand genau, wohin diese' Hilfeleistung fließen wird. Es ist für alle Teile ein Vabanquespiel, denn keine von den am jugoslawischen Problem interessierten Mächten kann heute sagen, daß es das Richtige ist, was sie in dieser Frage zu tun beabsichtigt. Wendepunkt der US-Politik R. K. Der Senat der Vereinigten Staaten hat am Dienstag die Debatte über den Nordatlantik-Pakt begonnen. Das Ergebnis ist zwar nicht ungetui/I, jedoch wird die Annahme des Paktes durch eine überwältigende Mehrheit als überholt angesehen. Die nötige Zweidrittel-Mehrheit wird zwar erreicht werden, ob sie aber wesentlich überschritten wird, mag dahingestellt sein. Man muß wissen, daß der Pakt für die USA eine vollständige Abwendung von der vor dem Kriege üblichen traditionellen amerikanischen Friedenspolitik bedeutet, denn die Amerikaner haben früher in Friedenszeiten niemals Verträge abgeschlossen, die den USA so weitgehende und ernste Verpflichtungen auferlegen, wie es der Atlantikpakt tut. Eine notwendige Folge des Paktes ist ferner das militärische Hilfsprogramm der USA für Europa, das dem amerikanischen Budget, das ohnehin schon ein Defizit aufweist, eine weitere Dollarmilliarde aufbürdet. Zudem werden die Mißerfolge der amerikanischen Unterstützungspolitik in China und vor allem die gegenwärtig drohende Wirtschaftskrise in der westlichen Welt die Senatoren weniger als bisher geneigt machen, für Europa die Kastanien aus hem Feuer zu holen. Die Debatte und die Abstimmung werdet zeigen, ob und wie sehr die Ereignisse der jüngsten Zeit dazu beigetragen haben, den amerikanischen Isolationismus erneut zu stärken. Professor Harold Laski, der bekannte englische Politiker und ehemalige Vorsitzende des Exekutivkomitees der britischen Arbeiterpartei, ist kürzlich von einem Besuch in den USA nach London zurückgekehrt. Laski, der dem linksgerichteten Flügel der Labour-Par- tei angehört und zu deren sogenannten „Rebellen“ zählt, gibt hier seine Meinung über amerikanische Verhältnisse wieder. LONDON. (ONA) Die Eindrücke, die man nach einem fünfwöchigen Besuch in den Vereinigten Staaten gewinnt, sind so widerspruchsvoll, daß es schwierig ist, ein einheitliches geschlossenes Bild davon zu geben. Ich bin mit der Ueberzeugung zurückgekehrt. daß die Zahl der Amerikaner, die einen dritten Weltkrieg wünschen, erfreulicherweise klein ist. Noch wird das amerikanische Volk durch Vertreter des „big business“, verschiedene hohe Militärs, in ihrem Einfluß verhängnisvolle Kreise der römisch-katholischen Kirche und stimmstarke und manchmal wirklich bösartige Publizisten zu einer leidenschaftlichen Hysterie und einem wilden Haß auf den Kommunismus aufgehetzt. Eine Verfolgungsmanie, die an die widerwärtigen Hexenverfolgungen des Mittelalters erinnerten. Sie wirkt sich auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens aus. Schon durch die Aufforderung zur Toleranz bringt man sich ln den Verdacht, mit dem Kommunismus zu sympathisieren. Dennoch würde die überwältigende Masse des amerikanischen Volkes in vernünftigen Grenzen alles darum geben, zu einer Verständigung mit Rußland zu gelangen. Präsident Tru- man hat jedoch nur zeitweise Impulse und hält keine beständige Richtung ein. Außenminister Dean Ache- son war bisher zu zaghaft, um schöpferisch zu sein. Und wie töricht die amerikanischen Kommunisten sind, zeigte sich, als sie die amerikanische Korrespondentin Anna L. Strong, deren Artikel sie noch einen Tag vorher gebracht hatten, in dem Augenblack faleln ließen, als Moskau sie unter dei; Beschuldigung, Spionin zu sein, auswies. In der Anwendung unsauberer Mittel sind die amerikanischen Kommunisten ebenso skrupellos wie ihre schlimmsten Feinde. Der Präsident hat den Kongreß noch nicht geschlossen hinter sich, obgleich er über eine große Mehrheit in beiden Häusern verfügt. Beide Häuser vergeuden jedoch noch immer ihre Zeit. Die Innenpolitik verfolgt keine einheitliche Linie. Es wurden weder in bezug auf das Taft-Hartley- Gesetz, noch auf die Herabsetzung der Wohnungskosten, oder das öffentliche Gesundheitswesen, oder den vordringlichen Ausbau großer Kraftanlagen wirksame Schritte unternommen. Die Arbeiterschaft ist viel zu sehr damit beschäftigt, die Kommunisten in den Gewerkschaften zu bekämpfen, um an die ungleich wichtigere Aufgabe heranzugehen, das New Deal wieder neu zu beleben. Sie bringt ihre Zeit damit zu, den Gerüchten über politische Ketzerei nachzujagen, anstatt sich fest an die beiden Forderungen zu halten, die ihr eine Führerstellung in der Nation verleihen würden'— nämlich Frieden und sozialer Fortschritt. Es besteht wirklich die Gefahr, daß die Begeisterung und die Hoffnnug, die durch den bemerkenswerten Sieg des Präsidenten im November letzten Jahres hervorgerufen wurde, jetzt verzettelt werden. Es gibt verhängnisvolle Zeichen, die darauf hindeuten, daß sich die Arbeiterschaft von der politischen Bühne in die Winterquartiere zurückzieht. Es ist die weitverbreitete Meinung in Amerika, daß der Marshallplan klug und gerechtfertigt ist. Je weiter man in den USA von Ost nach West vordringt, um so mehr findet man, daß diese Meinung mit Ablehnung gemischt ist, aber der Plan wird eben als unvermeidbar hingenommen. Die Amerikaner sind im allgemeinen von dem Atlantikpakt nicht sehr begeistert, sie sind der Auffassung, wir (die Engländer) hätten nicht viel dazu getan, die UN zu einem brauchbaren Instrument zu machen. DaWin- ston Churchill, der bei weitem am meisten geschätzte, wenn nicht (der überhaupt am höchsten geschätzte Engländer in der amerikanischen Geschichte ist. wird die englische Politik zum großen Teil so beurteilt, wie e r sie beurteilt. Ueberdies empfindet das amerikanische Volk, bei all seiner Großzügigkeit, die überall bemerkenswert hervortritt, seiner Freundlichkeit und seiner Bereitwilligkeit, Freundschaften zu schließen, nicht leicht Sympathie für eine Regierung, in der sich Gewerkschaftler und der Intellektuelle zusammentun, um den Vertretern des „big business" die Macht zu entwinden. Die Amerikaner haben die Labour-Partei noch immer im Verdacht, keine wirkliche nationale KÖLN. Die Forstverwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes hat beim Zweimächtekontrollamt beantragt, den bisher sehr hohen Holzeinschlag einzuschränken und zwar soll die ursprünglich vorgesehene Einschlagsmenge von 26,6 Millionen Festmetem schon im laufenden Wirtschaftsjahr um 2,5 Millionen Festmeter gekürzt werden, während 1952/53 nur noch 18,5 Millionen Festmeter und in den darauffolgenden Jahren nur der Jahreszuwachs von 14 Millionen Festmetem abgeholzt werden sollen. Dieser deutsche Vorstoß bei den alliierten Stellen ist für jeäeii, der die weiten Kahlflächen im Schwatzwald, ln der Eifel und im Harz gesehen hat, und um die Gefahren für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft durch Austrocknen und Verkarstung des Bodens weiß, eine Hoffnung. Ist doch Deutschland heute das größte Holzexportland der Welt, wogegen es vor dem Kriege das zweitgrößte Einfuhrland war. Eile tut not, denn die heute schon ansteigenden Sturmschäden an den Kahlschlagflächen des Harzes sind bedrohliche Zeichen. Berücksicht man, daß die hautpsächlichen Nutzholzarten eine Entwicklungszeit von 60—80 Jahren benötigen, dann erscheint es ratsam, Baumsorten mit kurzfristiger Ertragsfäliigkeit zur Aufforstung zu verwenden. In erster Linie kommt hierfür die Pappel mit einer durchschnittlichen Wachszeit von 25 Jahren in Frage, was auch ein Blick nach den USA bestätigt. Die amerikanische Regierung fördert nämlich den Pappelanbau nach Kräften, um die gegenwärtige Zellstoff- Partei zu sein. Sie haben noch immer das Gefühl, ihr Sozialismus sei nichts weiter als ein erster Schritt zum Kommunismus und sie würde sich früher oder später von einer Demokratie zu einer Diktatur verwandeln. Aus Leitartikeln, Radiokommentaren und Handelsblättem- entnehmen sie, daß diese Entwicklung unvermeidbar sei. Sogar die meisten Gewerkschaftsführer sind nicht ganz sicher, daß dies nicht der Fall sein wird. Dahinzu kommt noch, daß die Amerikaner gewissermaßen verärgert und enttäuscht sind über Europas Unfähigkeit. seine eigenen Probleme selbst zu lösen, außerdem noch eine gewisse Arroganz, wenn sie feststellen müssen, daß in Europa wenig Entscheidendes geschieht, es sei denn unter amerikanischer Anleitung, und sie vermerken es übel, wenn Europäer diese oder jene Eigenart der amerikanischen Lebensweise kritisieren. Im allgemeinen kommt es den Amerikanern vor. als benehme sich der Europäer, der sie kritisiert, wie der arme Verwandte, der die Hand, die ihn füttert, beißt. Zum Teil ist diese Ablehnung aber Selbstschutz. Sie ist gekoppelt mit einem gewissen Schuldgefühl, das das unzerstörte Amerika gegenüber den Ruinen Europas und Asiens empfindet und teilweise mit der Furcht, daß in einem neuen Krieg Amerika auch nicht unverwüstet davonkommen und zweifellos die heutige amerikanische Lebensart ihr Ende finden würde. erzeugung von 20 Millionen Tonnen — vor dem Kriege waren es nur 10 Mill. t — zu halten und möglichst zu steigern. Die amerikanische Holzindustrie hat in Florida und South Carolina riesige Pflanzungen angelegt, wo die Bauern für jeden abgeholzten Baum zwei Pappelsetzlinge kostenlos erhalten. Wenn man in Deutschland trotz Kenntnis der Situation bisher noch nicht in dieser Richtung geschritten ist, dann liegt dies nach Ansicht der deutschen Holzwirtschaft im wesentlichen an dem bürokratischen Denken und der konservativen Haltung der Forstcßehststellen. Dies war ailch die Ansicht der maßgeblichen Vertreter des Deutschen Pappelvereins, der in diesen Tagen in Bonn eine Zusammenkunft hatte. In diesem Jahr will die Gesellschaft 600 000 Pappelsteddinge zur Aufforstung zur Verfügung stellen, im kommenden Jahr bereits eine Million und schon in wenigen Jahren will die Pappelanbau-GmbH jährlich sechs Millionen Stecklinge liefern. Für den Landwirt ist dabei besonders wichtig, daß die Anpflanzung von Pappeln sich finanziell lohnt. Absatzschwierigkeiten sind angesichts des ungeheuren Holzbedarfs und der vielfältigen Verwendungsmöglichkeit der Pappel nicht zu befürchten, die nicht nur Herstellung von Streichhölzern, Spielwaren, Holzschuhen und Prothesen, sondern auch von Balken, Fußböden, Furnieren, Blindholz, Tischlerplatten und vor allem von Verpackungsmaterial zu gebrauchen ist ch Mord am Geschaffenen Demontage heißt heute das populärste Schreckwort der Zeit. Es dringt in die burlesken wie in die intimsten Bezirke des deutschen Daseins, toi« die Made in den Apfel. Die Nivellierung der Erotik heißt dann Demontage der Liebe. Der Abstieg der Gelehrsamkeit zum Spezialistentum wird dann in den Kabaretts Demontage der Wissenschaft genannt. Gegenwärtig geistert die Demontage in der Arena der Tagespolitik. Sie droht, Krisen zu entzünden: Vertrauenskrisen, Streiks und Demonstrationen, Regierungskrisen und Warnungen der Militärregierung. Demontieren ist ein böses, «seit ein destruktives Wort. Seit der homo sapiens sich einbildet, ein konstruktives Wesen zu sein, widerstrebt es seiner Natur, seine Konstruktionen abzumontieren. Die Demontage wird zu etwas wie Mord am Geschaffenen, Dies ist sicher der psychologische Kern des Unbehagens, das jeden befällt, wenn heile Mauern stürzen, Hochöfen auseinandergebastelt werden und Dynamit Maschinenleiber zerreißt. Mit einer Ausnahme: Maschinenstürmer sind populär, wenn sie Mordinstrumente zerschlagen, Panzer, Stukas und Atombomben. Weil die Demontage aber mehr zerschlagen soll, nämlich jegliche überschüssige industrielle Kapazität findet sie so viele GegneT. Ein Plan kann reformiert werden, eine Demontage ist endgültig. Weil der Industrieplan abänderlich ist — und er wurde schon einmal geändert —, dürfte er keine unabänderlichen Folgen haben. Das komplizierte Räderwerk einer modernen Industriewirtschaft ist ein harmonisches Ganzes. Es gibt den Rat, erst einmal so viel zu produzieren, wie der Plan zuläßt, und dann abzumontieren, was nun erwiesenermaßen entbehrlich ist. Vorher herausoperieren, ist dasselbe, wie mit den unzulänglichen Mitteln menschlicher Voraussicht eine Entwicklung vorwegnehmen, die organisch reifen muß. Dies erkennen, heißt beinahe soviel, wie die Demontage der Demontageliste fordern. rrr. Deutsch la nd-Rundschau Westerland. Der erste von insgesamt vier Flüchtlings - Umsiedlungstransporten von der Insel Sylt nach Württemberg-Ho- henzollern verließ am Freitagabend mit insgesamt 318 Flüchtlingen aus den Elends- gebieten Rantum und Hoernum den westerländer Bahnhof. — Köln. Die . Kölner Metzger sind wegen der hohen Fleischpreise in den Streik getreten. Sie weigern sich, das Fleisch zu überhöhten Preisen aufzukaufen und führen in ihren Läden nur noch Pferdefleisch in Dosen. — Braunschweig (UP)! Der Polizeipräsident voft Braunschweig gab bekannt, daß der Schauspielerin Kristina Söderbaum, der Gattin des „Jud Süß “-Regisseurs Veit Harlan, das öffentliche Auftreten in Braunschweig untersagt ist. Die VVN hatte gegen da» Auftreten der Schauspielerin protestiert. Berlin. Der Wirtschaftsberater der amerikanischen Militärregierung für Deutschland, Lawrence Wilkinson und sein Stellvertreter Philip Hawkins, haben ihren Rücktritt zum 1. August bekanntgegeben. (Alle nicht gezeichneten Nachrichten: DENA) Lizenz-Nr. US*WB i22 He -.asgeber und Chef4 redakteure Felix Richter und Karl WisseHnckj Redaktlonsmitgliede, Max Gelsenheyner, Helmut Haag. Wilh Hagenmeyer. Rud. John, Rolf Kroseberg. Dr. W. Oberfr.ampf. Otto P. Paeff- gen, Hildegard Pieiitz, Ad. RohthlTSch. Jos. Werner. — Mit voUwn Verfassernamen gezeichnete Beiträge stellen nich’ unbedingt die Meinung der Redaktion dar Nachdruck von Originaibeiträgen nur mW Genehmigung gestattet das Zitierungsrechi bleibt unberührt. Für unverlangt eingeeandte Manuskripte ke'ne Gewähr. — Verlagt Süddeutsche Allgemeine, Zeitungsverlag GmbH VerlagsdiTektor Dipl.- Ing. Herbert Lohmever Aufforstung durch Pappelanbau USA als Beispiel — Anpflanzung der Pappel, ein lohnendes Geschäft Bericht unserer Klilntr Redilction PETER UOSS »t* Roman von Ewgir Stetiger 38. Forteatzung Nachdruck verbotenI Copyright by E. G. Seeliger Und dann begann es zu schneien, nicht nur in Pagrau und Strienau, sondern auch auf Berlin und Hamburg, ja sogar auf St Malo und Southampton, aber noch nicht auf Triest, von wo Emil Popel unter dem Decknamen Peter Voß als Zwischendecksteward mit der zwei- schlotigen Roccola bereits in See gegangen war, um in New York aus- piöken zu können. 10 Dodd und Polly aber waren um diese Zeit noch in Hamburg und warteten hier solange auf den Erfolg des im Fahndungsblatte veröffentlichten Steckbriefes, bis sie merkten, daß er verpufft war. Worauf ihnen, da sie die Spur vollkommen verloren hatten, nichts anderes übrig blieb, als diese typographische Suchaktion zu wiederholen, diesmal aber von Berlin aus und mit erhöhtem Nachdruck. Vom Exzelsiorhotel aus kabelte Dodd zuerst mit Stokes, der aber nicht mehr als zehntausend Dollar herausrücken wollte, und dann mit Patton, der sich nur unter den beiden Bedingungen, die Belohnung auf eehntausend Dollar zu erhöhen und den neuen Steckbrief nicht nur in Hamburg und Berlin, sondern auch in New York zu plakatieren, zu weiteren Zahlungen bereit erklärte. Dodd stimmte zu und ging an die Arbeit. Unterdessen quälte sich Polly auf ein dringendes Ersuchen damit ab, in ihrem für geographische Belange wenig geeigneten Gedächtnis den Namen der Stadt zu finden, in der Peter Voß bei seinem Onkel, dem Gerichtsrat, gewohnt und das Gymnasium besucht hatte. Tag für Tag fuhr sie mit ihren hübschen Fingern auf der Karte von Deutschland herum, die ihr Dodd zu diesem Zwecke besorgt hatte und auf der, der heimtückische Zufall wollte es nicht anders, die Stadt Strienau nicht das kleinste Plätzchen gefunden hatte. Nun aber griff Dodd ein, brachte alle mit höheren Schulen und Gerichten gesegneten deutschen Städte von Aachen bis Zwickau zu Papier und mußte ihr diese ellenlange Liste zweimal vorlesen, ehe das Experiment einigermaßen gelang. „Strienau?“ unterbrach sie ihn. „Wo liegt das?“ „In Schlesien an der Oder!" antwortete er, nachdem er das Lexikon zu Rate gezogen hatte. „Zwanzigtausend Einwohner.“ „Schlesien?“ fragte sie unsicher. „Vielleicht!“ „Versuchen wir es!“ schlug er vor, und sie widersprach nicht. Noch am selben Abend trafen sie in Strienau ein, wo sie in dem am Ring gelegenen Hotel Zum Goldenen Stern ab- stiegen. Und schon am nächsten Morgen unternahm Dodd im Torbogen des Gymnasiums einen Großangriff auf die Gehirnfalten des Pedells, der Adolf Schwitalla hieß und sich des würdevollen Spitznamens Rauschebart erfreuen durfte. „Können Sie sich,“, fragte Dodd, nachdem er ihm unauffällig ein Markstück auf dem Handaltar dargebracht hatte, „an einen Schüler erinnern namens Peter Voß?“ Schwitalla ließ zunächst die Opfer- g&be blitzschnell in seiner rechten Hosentasche verschwinden, zog dann die Stirne kraus, strich sich den zwei Spannen langen Bart, räusperte sich herablassend und knurrte darauf:,, Peter Voß? Welcher Jahrgang?“ „Ungefähr neunzehnhundert.“ „Das ist vor meiner Zeit!“ lehnte Schwitalla ab, ließ sich aber herbei, den Fremdling bei Direktor Plimpel anzumelden. An dieser Unterredung, die während der Frühstückspause stattfand, nahm auch Professor Zuntermann teil. „Um welche Angelegenheit handelt es sich?“ fragte der Direktor. „Um-die Klärung eines Besitzverhältnisses,“ umschrieb Dodd, mit Rücksicht auf Polly, das der Firma Stokes & Yarfcer zugefügte Verschwinden einer doppelten Dollar- mdllioti. „Ein Peter Voß,“ erklärte nun der Direktor, wobei er auf die alte Schülerliste deutete, ln der er herumgeblättert hatte, „hat unser Gym- pasium tatsächlich besucht:“ „Und zwar bis zur Untersekunda!“ fuhr der Professor fort. „Dann ist er desertiert! Wie es heißt, nach Hamburg.“ „Er soll,“ bemerkte Dodd, „hier bei seinem Onkel gewohnt haben.“ „Stimmt!“ nickte der Professor. „Und ich habe diesen Onkel, den Landgerichtsrat Päfcsch. nicht im Unklaren darüber gelassen, wie wenig dieser Neffe geeignet war, das ihm gesteckte Ziel zu erreichen. Denn er war ein disziplinwidriger Kopf und frönte einer ausschweifenden Phantasie. Kein Wunder, daß seine mathematischen Arbeiten, an die ich mich .noch sehr genau erinnere, unter aller Kritik waren! Meine Prognose ist auch vollinhaltlich eing. .. jffen! Solche Charaktere entgleisen immer! Denn nur auf den autoritativen Grundlagen der exakten Mathematik erwächst die wahre menschliche Gesittung!“ „So ist es in der Tat!“ pflichtete ihm der Direktor bei. Darauf begab sich Dodd ins Rathausgebäude, wo er im Einwohnermeldeamt ohne die geringsten Schwierigkeiten die Adresse des Landgerichterats Pätsch feststellte und dann den Polizeiinspektor Kräusel heimsuchte, um sich bei ihm unter Hinweis auf den im Fahn- dungsblatt veröffentlichten Steckbrief nach dem doppelten Mülionen- dieb Peter Voß zu erkundigen. „Hier in Strienau?“ rief Kräusel wie elektrisiert. „Und fünftausend Dollar Belohnung?“ „Jetzt zehntausend!“ korrigierte ihn Dodd. „Donnerwetter 1 “ schnaufte Kräusel begierig und drückte dreimal auf den Klingelknopf. Worauf der Kriminalwachtmeister Milder erschien, aber ohne seine getreue Diana. Er hörte sich an, um was und um wen es sich handelte, studierte das auf den Kapitän Siems passende Signalement, durchkramte seine letztmonatlichen Erinnerungsvorräte, faltete die Stirn und brockte schließlich: „Warum nicht“ Kann schon sein! Ein Seemann oder so was ähnliches! Vor einigen Wochen ist mir ein verdächtiges Individuum unter die Augen gekommen. Hier mitten auf dem Ringe! Mit dem Pograuer Lehrer! Minkwitz heißt er!“ „Danke bestens!“ nickte Dodd und notierte sich die beiden Namen. „Wenn er wieder auftaucht,“ befahl Kräusel mit napoleonischer Geste, „wird er sofort verhaftet und vorgeführt! Der Millionendieb natürlich, nicht der Pograuer Lehrer!“ „Jawohl, Herr Inspektor'“ versicherte Milzier und zog sich zurück, wobei er dachte: Fünftausend Dollar? Das sind über zwanzigtausend Mark! Dafür fange ich, wenn es sein meuß, ein halbes Dutzend Millionendiebe! Eine Stunde später zog Polly auf der Feldstraße klopfenden Herzens die Klingel, während Dodd den Schofför bezahlte. Fortsetzung folgt Sggutag, 9. Tüll UM# »AZ Nummer 131 / Seite t UNSERE KRIEGSGEFANGENEN IN RUSSLAND Was Rußland versprach und was es gehalten hat Nach der Kapitulation von Stalin- grad gerieten zum ersten Mal große Einheiten der deutschen Wehrmacht in sowjetische Gefangenschaft. Etwa 100 000 Männer streckten die Waffen — ausgehungert, abgekämpft, zum großen Teil krank. Sie erhielten von sowjetischer Seite das Versprechen der sofortigen Rückkehr in die Heimat nach Beendigung deg Krieges. Nur 10 000 von ihnen blieben am Leben, viele trugen den Todeskeim schon in sich, als sie in Gefangenschaft gerieten, der Flecktyphus raffte Tausende hinweg. Von diesen 10 000 Übriggebliebenen wartet heute noch ein großer Teil auf die Heimkehr. Im Sommer 1943 wurde in Moskau das „Nationalkomitee Freies Deutschland“ gegründet. Sein Organ „Freies Deutschland“, das hinter den deutschen Linien abgeworfen wurde, und seine „Frontbevollmächtigten“ am Lautsprecher verbreiteten die Versicheiung Stalins, alle deutschen Kriegsgefangenen „sofort nach Beendigung des Krieges in ein freies, demokratisches Deutschland“ zu- rückzuführen. Moskauer Heeresbericht meldet 1945: 3,7 Mill. deutsche Kriegsgefangene Als bei der Kapitulation die deutsche Ostfront die Waffen streckte, befanden sich nach den Moskauer Heeresberichten 3 730 995 ehemalige deutsche Soldaten in sowjetischer Gefangenschaft. Werden hiervon etwa 500 000 als Volksdeutsche und Österreicher abgerechnet, so verbleibt immer noch die Zahl von über 3 Millionen Märihern und Frauen. Trotz anzuerkennender gemeinsamer Anstrengungen des sowjetischen und deutschen Sanitätspersonals fand in den Wintern 1944/45 und 1945 ; 46 ein hoher Prozentsatz den Tod. Die genaue Zahl der Opfer zu bestimmen, ist l^aum noch möglich. Der frühere Präsident des „Nationalkomitees Freies Deutschland“. Erich Weinert, bezifferte nach seiner Rückkehr aus der Sowjetunion im Herbst 1945 die Zahl der deutschen Kriegsgefangenen in sowjetischen Lagern mit zwei bis drei Millionen. Molotow 1947: 892 000 Gefangene Im April 1947 war es der russische Außenminister Molotow, der auf der Moskauer Außenministerkonferenz vorschlug, sämtliche deutschen Kriegsgefangenen bis zum 31. Dezember 1948 zu entlassen. Er gab die Zahl der sich noch in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befindlichen Deutschen mit 892 000 an. Noch am 30. September 1947 bestätigte der stellvertretende russische Militärgouverneur, General Dratwin, erneut, daß sämtliche deutschen Kriegsgefangenen termingerecht entlassen werden sollten. Schließlich veröffentlichte im Sommer 1948 das sowjetische Innenministerium (MWD) in den „Nachrichten über deutsche Kriegsgefangene“ folgende Erklärung: „Die Sowjetunion wird alle Kriegsgefangenen, einschließlich Offiziere und Generäle bis zum 31. Dezember 1948 ent- * lassen.“ Grotewohl 1948: nur noch 300 000 Ende November 1948 ließ das sowjetische Innenministerium in den Gefangenenlagern jedoch eine Erklärung verlesen, nach der sich die Sowjetunion an den Moskauer Vertrag der vier Außenminister nicht anehr'gebunden fühlte, da 'die Westmächte sich gleichfalls nicht an die Abmachungen von Jalta und Potsdam gehalten hätten, ferner bestünden Transportschwierigkeiten, die eine Rückführung bis zum 31. Dezember 1948 nicht möglich machten. Eine ähnliche Erklärung gab der Vorsitzender der SED, Otto Grotewohl, am 26. November 1948 ab und bezifferte dabei die Zahl der deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion auf 300 000. Anfang Januar 1949 erklärte er, die SED könne nichts tun, um die Heimführung der Kriegsgefangenen aus dem Osten zu beschleunigen, bis Ende 1949 würden aber sicher alle entlassen sein. Nachdem die Westmächte ihren Verpflichtungen i,n der Kriegsgefangenenfrage nachgekommen waren, fand im Januar 1949 ein Notenwechsel mit der Sowjetunion statt Diese erklärte in ihrer Antwort: „Die sowjetische Regierung hat bereits den giößten Teil der deutschen Kriegsgefangenen repatriiert und führt die Heimschaffung der restlichen Kriegsgefangenen planmäßig durch. Sie wird im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden.“ Als Entgegnung auf die Vorschläge der Westmächte vom 15. März 1949, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen in Großbritannien und Frankreich und der noch in der Sowjetunion zurückgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen durch eine internationale Körperschaft zu überprüfen, lehnte die Sowjetunion jede weitere Erörte,ung des Kriegsgefangenenproblems ab. Angesichts der niedrigen Heimkehrerziffern — im Mai waren es nur 17 000 — ist es unwahrscheinlich, daß Ende dieses Jahres alle Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion zurückgekehrt sein werden. Eine deutsche Zentrale, die alle sich noch in Gefangenschaft befindlichen Deutschen einheitlich erfaßt, gibt es nicht. Die kommende Bundesregierung sollte auch hier Abhilfe schaffen und zumindest diejenigen registrieren, von denen durch Post oder Heimkehrer Nachricht vorliegt. Denn auch Angehörige der vom Heim- tiansport bisher gesperrten Einheiten (Polizei, Waffen-SS usw.) stehen — selbst wenn sie sich in Sonderlagern befinden — teilweise mit ihren Angehörigen in Verbindung. Es darf von deutscher Seite nichts unversucht gelassen werden, was die Rückkehr jener Hunderttausende hinter Stacheldraht beschleunigen kann. lP- „ . . geht’s jetzt schnellet vorwärts, Onkel?“ Karikatur: Helmut Beyer Eine schwere Entscheidung für die Frau | Nach den im „Verschollenheitsgesetz“ vom 4. Juli 1939 verankerten Bestimmungen konnten bisher nur vermißte ehemalige Wehrmachtsangehörige für tot erklärt werden, bei denen unter Anlegung eines strengen Maßstabes, z. B. auf Grund von Zeugenaussagen, mit hoher Todeswahrscheinlichkeit gerechnet werden mußte. Lag diese Voraussetzung nicht vor — und das ist bei der übergroßen Mehrzahl aller Kriegsvermißten der Fall — dann mußten Anträge auf Todeserklärung trotz etwaiger damit verbundener Härten von den Gerichten abgelehnt werden. Vom 1. Juli 1949 an können jedoch auf Grund von in der letzten Zeit erlassenen Verordnungen auch alle anderen ehemaligen Wehrmachtsangehörigen auf Afltrag für tot erklärt werden, die bis zum Kriegsende verrpißt wurden und seitdem verschollen sind, d. h. von denen keine Nachrichten vorliegen, ob sie noch leben oder inzwischen gestorben sind. Den Wehrmachtsangehörigen stehen Personengruppen gleich, die sich bei der Wehrmacht aufgehalten haben, z. B. Angehörige der ehemaligen Organisation Todt, Oel fließt in allen Ländern / Verschiebungen der internationalen OelsiMiaMon Der Nahe Osten — das Oelgebiet der Zukunft Seit den Tagen, da der Kanadier William Knot d’Arcy zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die ungeheuren Oelfelder Südpersiens entdeckte, der'englische Missionar Har- wood die ebenso reichen Quellen Mesopotamiens fand und es den Amerikanern durch die Initiative des Admirals Chester gelang, an den Oelfeldem der Türkei Fuß zu fassen, spricht man von dem Kampf um das Oel. Es zeigt sich, daß die großen Konkurrenten £)el und Kohle sehr wohl nebeneinander bestehen können. Dies kommt am besten in den USA zum Ausdruck, wo das Oel heute schon zu 5(P/o des gesamten Energiebedarfs deckt und trotzdem die Kohleförderung sich gegenüber der Vorkriegszeit um 60°/o auf 590 Millionen Tonnen im Jahre 1948 erhöht hat. Der hohe Anteil des Oels am Energieverbrauch ist bedingt durch das rasche Ansteigen des Straßenverkehrs sowie die zunehmende Motorisierung des Eisenbahnverkehrs und der Schiffahrt in den Vereinigten Staaten. Bei diesen Ueberlegungen werden immer wieder .die Prophezeiungen laüt, die von einem baldigen Versiegen der Weltölquellen sprechen. Solche pessimistischen Voraussagen Am Rande der Zeit . .. ... und der Zeitung Die Bürgermeister von Orleans in Frankreich und Wichita in den USA haben für die Dauer von zwei Wochen ihre Arbeitsplätze vertauscht, damit jeder einmal an sich selbst verspürt, was der andere für Sorgen hat. — Man sollte einmal Stalin und Truman „versetzen". Das Hauptquartier der US-Army in Deutschland hat jetzt zweiwöchige Schlankheitskurse für US-Offiziere eingerichtet, die bei sitzender Betätigung zuviel zugenommen haben. — Manche ' Herren sitzen eben sehr dick drin. Zwischen dem 83jährigen amerikanischen Abgeordneten Adolph Sabath aus Illinois und dem 69jährigen Abgeordneten E. Cox aus Georgia kam es im amerikanischen Repräsentantenhaus zu einer Schläaerei. — Sie sind nun eben die schlagfertigen Politiker vom alten „Schlug", sind so alt wie das Oel selbst. Sie haben ihren Grund einmal in zeitweiligen Mangelerscheinungen, wie etwa die vorübergehende Heizölknappheit im Osten der USA im vergangenen Jahr, die meist übertrieben dargestellt werden, zum andern aber in dem unklaren Unterscheidungsvermögen der Oeffent- lichkeit zwischen den festgestellten und den vermuteten Oelreserven. Bei Betrachtung nur der festgestellten Reserven kann man rechnerisch den Zeitpunkt bestimmen, an dem diese Quellen kein Oel mehr geben werden. Von den Oelgesellschaften aller Länder aber werden ständig neu Versuchsbohrungen an zahlreichen Stellen der Erde durchgeführt und auch immer wieder neue, reiche Oelfelder entdeckt. Dabei schreckt man auch nicht vor Experimenten zurück. So erstrecken sich beispielsweise im Golf von Mexiko Bohranlagen bis zu 20 km in die See, um das unter dem Meeresboden liegende Oel zu fördern. An anderen Versuchsbohrstellen wurden schon Tiefen bis zu 56Ö0 Meter erreicht. Ein langsamer, aber unaufhaltsamer Prozeß in der internationalen Oelsituation ist seit eindr Reihe von Jahren im Gange: die Verlagerung des Schwergewichts der Erdölförderung von Mittel- und Nordamerika nach dem Nahen Osten. Zwar beträgt der Anteil des Nahen Ostens an der Weltölförderung gegenwärtig nur 12,5°/o gegenüber 56°/o der USA, doch senkt sich die Waage im Laufe der Jahre stetig zugunsten der reichen Quellen Persiens, Mesopotamiens und Arabiens. Als Beispiel sei erwähnt, daß die amerikanischen Bohrstellen im Durchschnitt 1,6—1,7 Tonnen Erdöl pro Tag fördern, während es im Nahen Osten eine Reihe von Quellen mit einer Tagesförderung von 1400 t Erdöl gibt. Das hauptsächliche Hindernis für die intensive Ausnutzung der orientalischen Oelquellen ist die schwierige Transportfrage, bei der die Verteuerung durch den Suez- Kanal ein besonderes Problem darstellt. Hohe Bedeutung wird daher der „Transarabian Pipeline“ (Transarabische Oelleitung) beigemessen, die nach amerikanischer Ansicht in zwei Jahren in Betrieb genommen werden soll. Ein weiteres Zeichen für die Verschiebung der internationalen Oellage ist die Tatsache, daß die USA im vergangenen Jahr erstmalig einen Einfuhrüberschuß an Erdöl hatten. Die deutsche Erdölförderung Die deutsche Erdölförderung spielt mit einem Anteil von 0,15°/« der Weltgewinnung auf dem internationalen Markt keine Rolle, ist jedoch für die einheimische Versorgung, vor allem im Hinblick auf die knappen Devisen, von Wichtigkeit. Aus rund 1 200 Bohrtürmen in Deutschland werden zur Zeit im Jahre 700 000 Tonnen Erdöl gefördert. Trotz günstiger Produktionsaussichten werden jedoch auch in den nächsten drei bis vier Jahren etwa zwei Drittel des deutschen Oelkonsums aus Importen gedeckt werden müssen. In diesem Zusammenhang spielt die Frage der Konkurrenzfähigkeit der deutschen Erdölindustrie gegenüber den Importölen eine bedeutsame ■ Rolle, werden doch heute bereits ausländische Rohöle für 98 DM pro Tonne nach Deutschland eingeführt, während der durch die hohen Produktionskosten teilweise veralteter Betriebe bedingte Rohölpreis aus der heimischen Gewinnung bei 180 DM liegt. Auch in Deutschland zeigt sich eine Verlagerung des Förderschwerpunktes und zwar von hannoverschen Oelfeldem nach dem Emsland. Noch 'im Vorjahr erbrachten die Felder zwischen Hannover und Celle 58, 3PU der deutschen Erdölförderung, aber es macht sich doch eine zunehmende Erschöpfung dieser Quellen bemerkbar. In den Vordergrund treten deshalb die Emsland- felder, die nach den heutigen Bohrversuchen Reserven von 20 Millionen Tonnen Erdöl beherbergen sollen. Allerdings sind auch diese Zukunftsaussichten durch politische Imponderabilien getrübt, denn die sogenannte „große Liste“ der holländischen Gebietsforderungen, die bei Abschluß des Friedensvertrags erneut zur Sprache kommen sollen, umfaßt gerade dieses ölreiche Gebiet an der deutsch-niederländischen Grenze, wo sich 30 deutsche und 50 holländische Bohrtürme auf 200 Meter gegenüberslehen. Flakhelfer, Wehrmachtshelferinhen, Krankenschwestern usw. Der Todeserklärung geht ein Aufgebotsverfahren voran, das bei dem Amtsgericht gestellt werden muß, in dessen Bezirk der Verschollene seinen letzten Wohnsitz gehabt hat. Die Aufgebotsfrist muß sechs Wochen betragen und soll regelmäßig nicht länger als ein Jahr dauern. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Todeserklärung durch Gerichtsbeschluß, der in einer Tageszeitung öffentlich bekannt gemacht werden muß. Die Todeserklärung findet grundsätzlich nur auf Antrag statt, der vom Staatsanwalt, dem gesetzlichen Vertreter, dem Ehegatten, den Kindern oder Eltern des Verschollenen sowie von anderen Personen, die ein rechtliches Interesse (z. B. aus Erbschaftsgründen) an ihr haben, eingereicht werden kann. Soll nun ein Antrag auf Todeserklärung gestellt werden? Hierüber müssen sich die antragsberechtigten Angehörigen nach sorgfältiger Abwägung des „Für und Wider“ schlüssig werden. Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß eine solche schwerwiegende Entscheidung nur nach genauer Prüfung der Gesamtumstände erfolgen soll und oft mit großen seelischen Kämpfen verbunden ist. Für die Ehefrau des Kriegsvermißten ist dieser Entschluß häufig die schwerste Entscheidung ihres Lebens und bedeutet in vielen Fällen nach jahrelangem zermürbendem Warten die Aufgabe der letzten Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dem Gatten und Vater ihrer Kinder. Oft mögen es harte Notwendigkeiten sein, welche bei dieser Entscheidung ausschlaggebend sind; so kann z. B. die Sorge für unmündige Kinder oder die Weiterführung des' Geschäfts eine Wiederverheiratung, für Neue Bestimmungen über die Todeserklärung Kriegsvermißter welche die Todeserklärung unerläßlich ist, geboten erscheinen lassen. Bisweilen werden auch erhebliche Auseinandersetzungen ein weiteres Aufschieben der Todeserklärung verbieten. Was auch immer die Gründe sein mögen: Niemand kann der Frau oder den Angehörigen diese Entscheidung abnehmen. Besteht jedoch keine besondere Notwendigkeit für eine baldige Todeserklärung, dann kann allgemein der Rat erteilt werden, den Antrag noch hinauszuschieben, da hierdurch nichts versäumt wird und wahrscheinlich noch längere Zeit mit der unvermuteten Rückkehr von Kriegsgefangenen aus dem Osten gerechnet werden muß, von denen bis jetzt jedes Lebenszeichen gefehlt hat. Ehe- und Erbrechtliche Folgen Zwar wird der Verschollene durch die Todeserklärung „rechtlich tot“, doch kann er für den Fall, daß die Todeserklärung überlebt wurde, jederzeit ihre Aufhebung beantragen. Seine inzwischen etwa wiederverheiratete Ehefrau hat nach Rückkehr des Totgeglaubten das Recht, ihre neue Ehe aufheben zu lassen und mit ihrem früheren Ehemann die Ehe wieder einzugehen. Diese Regelung des Gesetzgebers ist zweifellos wohl durchdacht und darf bei der schweren Frage „Soll die Todeserklärung beantragt werden?“ nicht außer acht gelassen werden. In erbrechtlicher Beziehung gilt, daß für tot erklärten Personen, die den Zeitpunkt ihres Todes überlebt haben, der Erbschaftsanspruch selbst zusteht, d. h. daß sie die Herausgabe etwaiger Erbschaften, die infolge der Todeserklärung anderen Personen zugeflossen sind, verlangen können. F. St. Georgi Dimitroff / Rebell mit Staatsbegräbnis In der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist jetzt die Leiche des am 2. Juli bei Moskau verstorbenen Ministerpräsidenten Georgi Dimitro ff feierlich, aufgebahrt worden. Stalin persönlich stand als Totenwache am' offenen Sarge, den eine Lafette dann in großem Trauerkondukt zum Moskauer Bahnhof brachte. Seit Lenin ist keinem Kommunistenführer eine solche Totenehrung zuteil geworden wie jetzt dem am 2. Juli im Sanatorium Bordhika verstorbenen Bulgaren Georgi Dimitroff. Vier Tage lang wird seine einbalsamierte Leiche im Sofioter Parlament zur Schau gestellt sein. Dann wird sie in das steinerne Grabmal auf dem Platz des 9. September mitten in er Hauptstadt überführt werden, und aufmerksam wird man verfolgen, wer bei diesem letzten Zeremoniell den ersten Platz am Sarg einnehmen wird, ob der alte amtierende Ministerpräsident Kolaroff oder einer der übrigen Rivalen um den freigewordenen Plata: die Minister Jagoff, Tschankoff oder Dimitroffs Schwager Tscherwenkoff. Und wo wird Kostoff dann sein, der erst kürzlich aus diesem Kreis des Politbüros gestürzte „Verräter“? Dimitroff, Handwerkersohn aus dem bulgarischen Ort Radomir wurde mit 13 Jahren Druckerlehrling, verfaßte mit 16 Jahren seine erste politische Broschüre. Gewerkschaftsführer, Kommunist. Abgeordneter, Stammgast der Gefängnisse, kam Dimitroff schon 1921 in das Exekutivkomitee der Komintern und nach Deutschland. Dimitroff hatte aus dem Schicksal seiner drei Brüder gelernt. Der eine hatte 1917 in sibirischerVer- bannung. ein zweiter als Verschwörer im Balkankrieg und der dritte unter den Waffen der Polizei den Tod gefunden. In seiner Heimat zum Tode verurteilt, lebte Georgi Dimitroff in Deutschland unter Decknamen von den Erträgen seiner Feder, in Wirklichkeit für die rote Revolution. Die Verhaftung nach dem Reichstagsbrand von 1933 brachte ihn vor das Reichsgericht. Als der Held von Leipzig kehrte der Freigesprochene, der einen Göring im Rededuell vor dem höchsten deutschen Gericht und den Augen aller Welt so vernichtend schlug, nach Moskau zurück, von nun än Generalsekretär der Komintern bis zu deren Auflösung 1943. Dann schwieg Dimitroff. Die alte Garde seiner Generation wurde durch Prozesse dezimiert. Er aber wurde Sowjetbürger, Vorsitzender des Obersten Gerichtshofes' der U,dSSR. Als in Bulgarien die Rote Armee einmarschiert war, kehrte er im Flugzeug zurück, etwas grau geworden, äußerlich mehr ein Typ zwischen Bonvivant und Bohemien. aber noch immer aktiv und gefürchtet. Er stürzte an der S’ 9 seiner Partei die Monarchie, w Ministerpräsident der Volksrepub <. Seine Reisen nach Moskau, ein Treffen mit Tito wurden umwittert von Gerüchten hochpolitischer Art. Diini- troff sprach einmal offen von einer Balkanföderation. Tito verfolgte diese nationale Linie weiter. Sein Partner in Sofia dagegen korrigierte sich beim ersten Stirnrunzeln aus dem Kreml. Sein Stellvertreter Kostoff. der den gleichen Kurs verfolgte, wurde entmachtet. Eine zwölfsttindige Rede in der Sprache Moskaus war Dimitroffs letztes Auftreten. Dann trat er die letzte Reise nach Oäten an, von der er, ein unheilbarer Kranker, erst jetzt als Toter wieder zurückgekehrt lat. (i. p.) Sette 4 / Nummer 131 2ua baMfcften unb ujürttembergifdjen lattben Samstag, 9. Juli 1949 Eine Spieluhr für den Harem Ums Jahr 1780 wurden im Schwarzwald die ersten Spieluhren gebaut. Musikwerke mit zierlichen Stimmen und Gehäuse mit tanzenden Figuren waren damals eine Sensation, die alle Herzen erfreute. Dem unternehmungslustigen Matthias Faller aus einem Schwarzwalddorf kam es in den Sinn, mit einem Korb voll der schönsten Spieluhren nach der Türkei zu reisen, um dort seine Wunderwerke anzubieten. Tatsächlich hat er sein Glück damit gemacht. Denn der Sultnn Abdul Hamid I. soll so begeistert gewesen sein, daß er dem Faller den ganzen Vorrat für hohe Preise abkaufte und jeder seiner Lieblingsfrauen des Harems eine schöne Spieluhr schenkte. Zugleich sicherte er dem tüchtigen Faller das Monopol für den Uhrenverkauf in. der Türkei. So kam es, daß einer aus dem Schwarzwald über Nacht zu einem reichen Mann wurde. Mag die Geschichte wahr sein oder nicht, Tatsache ist, daß es Schwarzwälder Uhrmacher waren, die die Spieluhr erfanden und die Immer neue Ideen aufbrachten, um guten Absatz zu Anden. Als Vater der Spieluhrenindustrie gilt Martin Blessing aus UnterkirnachNbei Vil- lingen. der im Jahre 1791 mit seinen Werken nach Rußland zog, um sie dort für gutes Geld abzusetzen. Er soll auch das mechanische Musikinstrument, das Orchestrion, erfunden haben. Die Familie Welte aus Böhrenbach baute die ersten selbstspielenden Klaviere und Orgeln und begründete damit einen sehr gewinnbringenden Erwerbszweig im Schwarzwald. Diese drei Abarten der Uhrenfabrikation, Musikwerke, Spieluhren und mechanische, Figuren, haben vielen Familien Brot und Lohn gebracht, sie haben den Schwarzwald weltberühmt gemacht und zahlreiche Exportaufträge eingeholt. Zwar ist die Fabrikation heute stark zurückgegangen und im Vergleich gegen ihre Blütezeit zahlenmäßig gering, aber sie ist noch immer am Werk Erst kürzlich ist wieder ein größerer Exportauftrag für Amerika hereingebracht worden der im Zusammenhang mit der ersten deutschen Industrieausstellung nach dem Krie ffo in New York vermittelt wurde. Außerdem sind durch die Export- messen in den verschiedenen Städten mancherlei Verbindungen ange- knüoft worden, die zu weiteren Aufträgen führten. Der gleiche besinnliche Fa"?, der die Schwarzwaldbauern zur Fertigung der bekannten Kuckucksuhren führte, veranlaßte sie auch, Spielwerke und bewegliche Figuren herzustellen. Dazu gehört ebensoviel Fertigkeit der Hand wie geistige Regsamkeit, um immer neue Modelle zu eründen. Damals entstanden die reizenden Spieldosen, die zierliche Rokokomenuette erklingen ließen und zärtliche Gavotten. Allerlei Figuren wurden erdacht, Tänzerinnen, Reiter oder Tiere, die mit ihren Bewegungen das Spiel begleiteten. Angeregt wurde die Spieluhren fabrikation von den großen Werken der Kunstuhren, deren Konstruktion etwa mit der Zeit um 1600 begann. Bekannt ist die astronomische Uhr am Alten Rathaus in Prag, nicht weniger berühmt sind die Figuren der Uhr am Straßburger Münster Im Frankfurter Römer erfreute eine Uhr mit Glockenspielen die Hörer auch Heilbronn besaß ein ähnliches Kunstwerk. In Nek- karelz ist eine Spieluhr mit zwei sich bewegenden Geißböcken erst kürzlich wieder in» Gang gesetzt worden. Die Freude an diesen Werken ist also nicht verloren gegangen. Es ist darum zu hoffen, daß auch dieser Zweig der mechanischen Industrie, der soviel Handfertigkeit und Eründungsgabe erfordert, nicht ausstirbt, sondern als Eigenart des Schwarzwaldkr^iio S erhalten blpibt. F. Wiedermann. „Schwarzwaldfanne mif Wolfsangel” Der Geheime Raf Goethe in Sfuffgarf Im Spätsommer 1797 berührte Goethe auf seiner Schweizerreise auch Stuttgart und hielt sich hier neun Tage auf. Nachdem er das Bild der Stadt in sich aufgenommen hatte, lenkte er seine Schritte einem Hause zu, das ihm ganz besonders empfohlen war und für dessen Wirt er ein Empfehlungsschreiben von Schillers Hand in der Tasche hatte. Es war dies das Gebäude der später Lindemannschen Buchhandlung, Stiftstraße 7. Hier wohnte damals der kunstsinnige und künstlerfreundliche Kaufmann G. H. Rapp. Goethe traf den Kaufherrn im Kontor, überreichte Schillers Brief und „präsentierte eich als Geheimrat Goethe“. Schon das erste Beisammensein mit diesem hochgebildeten Manne befriedigte ihn so sehr, daß er noch am nämlichen Tage an Schiller schrieb, er habe an Herrn Rapp einen sehr gefälligen Mann und schätzbaren Kunstliebhaber gefunden, der ein recht hübsches Talent zur Landschaftskomposition, auch gute Kenntnisse und Übung habe. Rapp begleitete seinen berühmten Gast auch zu seinem Schwager, dem Bildhauer Dannecker, der wohl damals dem Rappschen Haus gegenüber wohnte. Sieben Tage verlebte Goethe in Stuttgart mit Rapp und Dannecker in regem Austausch der Meinungen und Ideen. „Sie kennen seine ungeheure Kunstkenntnis, seine Liebe zum Großen, Vollendeten, Charakteristischen, Schönen“, schreibt Dannecker an einen Bekannten. „O, ich bin äußerst glücklich, einige schöne Meinungen, die mir nun Gesetz bleiben, von ihm gelernt zu haben, ja. was er mir sagtet war in mir wie ein Nebel, schon ehe er nur zu mir kam, aber so, daß ich‘s nicht aus- drücken konnte. Nun wußte ich‘s gleich zu Tausenden anzuwenden. Das ist gewiß, daß ich in meinem Leben nichts mehr ausführen werde, das nicht sozusagen in sich eine Welt ausmachte. Täglich waren wir beisammen, und er machte mir ein Kompliment, das ich für groß halte, indem er mir sagte: Nun habe ich Tage hier verlebt, wie ich sie in Rom lebte. Unsere gelehrten Männer spitzten die Nase, da sie ihn nur mit einem Bildhauer und einem Kaufmann gehen sahen und sie nicht einmal Besuch von ihm erhielten. Für mich waren die Tage, die id\ mit ihm verbrachte, Feste, und sie bleiben mir unvergeßlich.“ Aber auch Goethe hatte sich nicht getäuscht, wenn er von der schwäbischen Luft einen geistigen Gewinn und „Ergiebigkeit“’ für seine Muse hoffte. Hier in Stuttgart entstanden seine herrlichen Müllerlieder, und er bekennt in einem Briefe an Schiller: „Was mich besonders erfreut und eigentlich mir einen längeren Aufenthalt angenehm macht, ist, daß ich in kurzer Zeit mit den Personen, die ich öfter gesehen habe, durch Mitteilupg der Ideen wirklich weiter komme, so daß der Umgang für beide Teile fruchtbar ist.“ Über Dannecker schreibt Goethe: „Professor Dannecker ist als Künstler und Mensch eine herrliche Natur und würde in einem reicheren Kunstelement noch mehr leisten als hier, wo er zuviel aus sich selbst nehmen muß. Was mich besonders frappiert, war die Büste Schillers, die eine solche Wahrheit und Ausführlichkeit hat. daß sie wirklich Erstaunen erregte.“ Das Stuttgarter Theater gewann Goethes Lob nicht. Er hörte dort den Don Carlos von Schiller. Er sagt über die Vorstellung: „Ich habe nicht leicht ein Ganzes gesehen, das sich so sehr dem Marionettentheater nähert, als dieses. Ein Mangel an richtiger Sprache und Deklamation, in jeder Art Ausdruck eines Gefühls oder höheren Gedankens, daß man sich eben 20 Jahre und länger zurückversetzt fühlt.“ Unter den Musikern Stuttgarts erhielt der Kapellmeister Zumsteeg die Ehre eines Besuches des Dichterfürsten. So bevorzugte Goethe bei seinem Aufenthalt in Stuttgart fast nur die Künstler und Kunstfreunde. Auf allen diesen Gängen leuchtete den Begleitern des Dichters dessen lichte Sonne einer klaren, heiteren, unmittelbaren, natürlichen Weltanschauung und -Auffassung. Den Höhepunkt dieser kurzen Zeit genußvoller, geistiger Geselligkeit stellt aber Goethes Vorlesung seines Manuskripts Hermann und Dorothea dar, ein Zeichen, daß Goethe sich unter den gemütlichen Schwaben wohlfühlte. Er schrieb von Tübingen aus an Schiller nach Jena: „Als ich bemerken konnte, daß mein Verhältniss zu Rapp und Dannecker im Wachsen war und beide manchen Grundsatz, an dem mir so viel gelegen ist, aufzufassen nicht abgeneigt waren, auch von ihrer Seite sie mir manches Gute, Angenehme und Brauchbare mitteilten, so entschloß ich mich, ihnen den Hermann vorzulesen. Ich hatte alle Ursache, mich des Effekts zu erfreuen, den er hervorbrachte, und es sind uns allen diese Stunden fruchtbar geworden.“ Gewiß hatte Goethe einen dankbaren Zuhörerkreis für seine neue Dichtung in den wenigen lieben Menschen, die sich abends in dem Hause Rapps zusammengefunden hatten. Das fünfjährige Töchterchen des Hauswirts, Lottchen, hatte auf die Fürbitte Goethes zugegen sein dürfen und zu Füßen der Mutter lautlos zugehört. Da bereitete es nun dem Dichter eine herzliche Freude, als das Kind nach BeÄdigung der Vorlesung in drolligem Schwäbisch bat: „Der Ma soll no rpeh l4sa!“ Welchen Eindruck der Vortrag aber auf die Erwachsenen machte, bezeugt Dannecker, wenn er schreibt: „Meinem Schwager (Rapp) und seiner Frau, meinem lieben Weibchen und mir las er eines Abends „Hermann und Dorothea“ vor. Ach Gott, wie schön, wie groß, wie voll Gefühl ist dieses Werk! Das heiß“ ich zeichnen, malen, bilden; kurz ich war entzückt. Es ergriff mich auch so, daß ich den andern Tag zu nichts taugte“. R. Gäckle. Dieses neue Firmenzeichen wird bald im Handel auftauchen und sich Freunde erwerben Es kündet an, daß die alte Glasmacherei aus dem Schwarzwald wiedererweckt worden ist ..und die Arbeit aufgenommen hat. Es zeugt aber auch davon, daß hier in glücklicher Weise eine Seß- haftmachung von Ausgewiesenen aus dem Osten erfolgt ist, die dem Lande einen großen Nutzen bringen wird. Denn die Vertriebenen sind zwar arm, aber nicht als Bettler gekommen Sie haben ein altererbtes Handwerk mitgebracht, das sich seit Jahrhunderten bewährte und einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor darstellt. Auch im Schwarzwald gab es früher eine blühende Glasindustrie; in der Zeit von 1700 bis 1900 wurde ein lebhafter Handel mit Weiß- und Grünglas getrieben. Bekannt waren im Badener- und im Württemberger Lande die Händler aus dem Schwarzwald, die neben Gläsern und Schüsseln vor allem die damals vielbegehrten Lampenzylinder verkauften. Aber mit der hochgezüchteten Glasindustrie anderer Länder konnten die Schwarzwälder Hütten nicht konkurrieren; die versäumten es auch, sich auf die moderne kunstgewerbliche Fertigung umzustellen, so kamen sie um die Jahrhundertwende zum Erliegen. Im Murgtal, bei Buhlbach, Schönmün- zach und Gaggenau stehen heute noch alte Hüttengebäude; und in der Erinnerung der Alten sind die Zeiten der Glasbläser noch lebendig geblieben. Manches „Souvenir“ mit eingraviertem Namenszug ist noch in schwäbischem Familienbesitz und zeugt von alter Volkskunst, die inzwischen erloschen ist. Die „Dorotheenhütte Wolfach“ ist ein Kind der heutigen Zeit, also aus dem Nichts entstanden. In langwieriger Arbeit mußten die ersten Maschinen und die erforderlichen Handwerkszeuge beschafft werden. Die Unterbringung erfolgte vorläufig in Baracken, um die Produktion aufnehmen zu können. Aber daneben streben bereits die Neubauten empor. Eine große Werkhalle ist im Bau, um die Oefen aufzunehmen, außerdem sind Werkstätten für die Glasschleifer und -Schneider im Entstehen. Auch einige Wohnhäuser sind bereits unter Dach, weitere werden in der nächsten Zeit folgen. Vorgesehen ist die Fertigung von Wirtschafts- und Haushaltsgläsern, Tellern, Schüsseln und Vasen: außerdem sollen auch Kristallschliff- und Luxuswaren hergestellt werden, die für den Export vorgesehen sind. Rohstoffe der Glasindustrie liegen vor der Tür, Sand ist überall im Schwarzwald zu finden, Pottasche ist leicht zu beschaffen, und was an chemischen Zusätzen für die Glasfritte erforderlich ist, liefert die benachbarte Industrie. Somit sind alle Voraussetzungen für eine gute Entwicklung gegeben. Es fehlt auch nicht an kunstverständigen Menschen, die durch vorzügliche Fachschulen gegangen sind und die Gewähr geben, daß man hier beste Qualitätserzeugnisse schaffen wird. Wienn. Pforzheimer Ausflug nach Schwefyingen Die Volkshochschule und die „Freunde der Schloßkirche“ hatten einen herrlichen Sonntag für ihren Ausflug nach Schwetzingen, der wieder unter der künstlerischen Leitung des Landeskonservators Dr. L a c r o i x stattfand. Der große, barock angelegte und später nach englischem Muster ins Weite und Naturhafte gestaltete Park mit seinen alten, schön gewachsenen Buchen- und Lindengängen und der großen Durchsicht der Achsen löste wieder die besondere Beglückung aus, die wir empfinden, wenn es dem Menschen gelungen ist, die so seltene Einheit von Natur und Kultur zu schaffen. Während das Schloß den Blickpunkt' und Ausgang des Auges bildet, ist der Park hier alles mit seiner Weite, die durch die Hauptachse, von Fontäne und Das K ruz Heute bist du fast vergessen, Meister von Leien, und nur wenige wissen, daß dein reifstes, würdigstes Werk, „Der sterbende Heiland“, auf dem ältesten Baden-Badener Friedhof steht. Dein „Bärbele von Ottenheim“, die Mona Lisa des Nordens, wie man-sie nennt, hat das Geheimnis des Lebens, weise und überlegen lächelnd, gefunden Du aber gossest den Schmerz und das gütevolle Entsagen deines Lebens über die Züge des sterbenden Erlösers aus. Wenig ist uns über dein Leben bekannt. Dein Name ist Nikolaus Gerhaeidt. und die Bezeichnung Leyen oder Leien deutet auf deine Herkunft aus „Leyden“ hin. Vielleicht sahst du in deiner Jugend die Höfe von Dijon, Bourges, Burgund oder weiltest du in der Gegend um Trier oder Brüssel. Zum erstenmal übtest du dich in der Führung des Meißels in Trier, wo wir deine frühen Werke bewundern dürfen. Jm Jahre 1463 kamst du nach Straßburg, und du schufest das liebliche Antlitz des Bärbele, der Geliebten des Grafen Hanau—Lichtenberg. Im Jahre 1467 war das Baden-Badener Kruzifix vollendet, dann berief man dich nach Wien, um die Grabstätte Friedrich III. von dir schmücken zu lassen, per Kaiser war der Schwager des Markgrafen Karl I. von Baden, und da dieser die Kunst des Meisters förderte, dürfen wir annehmen, daß die Berufung nach Wien auf Vermittlung des Markgrafen geschah. Andere mögen die Kunst des Mathias Grünewald, der 50 Jahre später lebte, höher preisen, ihm wurde der Tod des Heilandes zur menschlich gewordenen Qual, und sein Naturalismus hat die Not des Sterbens in fast nicht zu ertragender Wahrheit dargestellt. Auch du, Nikolaus von Leien, hast dich in diesem Kruzifix zum Naturalismus bekannt durch den anatomisch nachgebildeten Köiper. die angespannten Muskeln und Sehnen und durch Wasserspielen belebt, sich dehnt mit dem Ausblick bis auf das pflälzische Gebirge und auf den Odenwald. Dieser berühmte Park mit seinen Zirkelbauten, den Laubengängen und der Orangerie schließt manche bauliche und figurale Kuriosität ein. zeigt eie und läßt eie über seiner eigenen Großräumigkeit wieder vergessen. Im südlichen Zirkelbau wurde die Ausstellung besichtigt, die Anlage- und Baupläne zeigt, Gemälde, Gobelins (darunter einige Stücke aus der Alexanderserie), kunstvolle Möbel und Porzellane. Es war ein freundliches Zusammentreffen für die Pforzheimer, daß ihr eigenes Stadttheater, zusammen mit Heidelberger und Karlsruher Kräften und Wolfg Windgassen vom Staatstheater Stuttgart als Gast, die festliche Gestaltung des Tages im Rahmen der Schwetzinger Spiele übernommen hatte. Die musikalische Belebung des Parkes, seines Naturtheaters, der Tempel, Teiche und des Sees aus dem Geist des Barock und des Rokoko, fand mit einem Mozartkonzert am Abend unter dem hohen Halbmond seinen festlichen Abschluß. Pier. das müde Abschiednehmen des Hauptes Das Hüfttuch schwingt weit hinaus, als triebe es im Wind von dieser Erde fort in den Himmel. Aber noch hält alles Irdische den entfliehenden Geist zurück, doch diese Sein und Vergehen wird ausgeiösch. durch ein mildes Hinübergleiten in das ewige Licht Renate Singer. Dre ; Dinge qaben zu denken Ueber das ’ Schwabenland hatte man früher recht eigentümliche Meinungen, die uns heute sehr lustig Vorkommen. So steht zum Beispiel in einer alten Chronik, einer Handschrift, die um 1600 unter dem Titel „Trias wirtenbergica“ erschien, eine Aufzählung all der Dinge, die dem Verfasser als schädlich oder nützlich erschienen: „Drei Ding loben Wür- temberg: Ungefälschter Wein, gutes Korn, sichere Landstraßen. Drei Ding zieren Würtemberg: Gute Schulen, gute Ordnungen, der Fürsten Fürsichtigkeit Drei Ding verderben Würtemberg: köstliche Herr- . schäften, köstliche Unterthanen, Verrichtung .fremder Geschäfte und dabei die ihrigen vergessen. Drei Ding betrügen Würtemberg: Weiber- zimgen. schäbig Geschwätz, Daut- brüder. Drei Ding sind zuviel in Würtemberg: Allerlei Bettler und Landröcke. Supplikationen in der Kanzlei, wälsche Sawoier und Krämer. Drei Ding werden geliebt in Würtemberg: Schöne Hunde, seltsame Kleider ausländische Leute. Drei Ding hätten die Bauern gern in Würtemberg' Große Wemmaß, kein Umgeld und Sitzen bis Mitternacht. Drei Ding sind beschwerlich in Würtemberg: Viel Wildbret, viel Frohnen, viel Rechnungen. Drei Ding werden Würtemberg schirmen: Fromme Fürsten, treue Unterthanen, Gottes Segen Drei Ding sind in Würtemberg eine große Ehre: Die wahre Religion, keine Gutthat lassen unbelohnt, den Armen rathen und helfen.“ (hpd) Samstag, 9. Juli 1949 SAZ Nummer 131 / Seite 8 Karlsruhe am Woc heuende Sturmzeichen der Not Es ist Freitagabend einbalbelf Uhr. Während Sie, verehrte Leser, sich nun anschicken, ihre sicherlich verdiente Ruhe zu suchen oder während Sie diese vielleicht schon gefunden haben, herrscht hier auf der Redaktion Hochbetrieb. Wenn Sie am Samstagfrüh die Zeitung aufschla- gen, merken Sie davon sicherlich keine Spur. Sie werden Ihr Blatt kritisch, mißvergnügt oder auch neugierig und wohlgelaunt zur Hand nehmen, um sich die neuesten Begebenheiten berichten zu lassen. Gerade im gleichen Augenblick, in dem diese Zeilen geschrieben werden, ruft der Kollege vom Staatstheater an und schildert die seit Jahren nicht dagewesene Ovation für die uns jetzt verlassenden Kräfte der Operette. Auch darüber wollen Sie natürlich am Samstag etwas lesen. Sie werden also begreifen, daß Journalist zu sein. Tag- und Nachtarbeit zugleich bedeutet. Sie werden, liebe Leser, diese Interieurs gewiß entschuldigen, sie kamen dem Chronisten eigentlich nur darum, weil er daran- dachte, daß nun zur selben Stunde noch Leute in der Kaiserstraße flanieren und daß dabei auch sicherlich einige, gewollt oder ungewollt, dem mysteriösen Lichträtsel der Firma Hett- lage begegnen. Jener Firma also, die es fertiggbracht hat, daß ihre Schaufenster automatisch aufleuchten, wenn man sich den Fenstern auf 40 cm Entfernung nähert. Geht man zurück, verlöscht das Licht. Die Studenten und Professoren der TH. haben schon voller Wißbegier de über den nicht alltäglichen Vorgang debattiert. Sie bekamen es natürlich heraus, die Herren, das versteht sich. Es ist nichts als eine Frage der Induktion. Aber was ist dieses Ereignis gegen das um vieles mysteriösere Geschehen beim Blumen- und Rosenfest heute vor acht Tagen! Etwa 13 000 Karten verkaufte damals aas Staatstheater, zwischen 25 und 30 000 Personen jedoch befanden sich im Stadtgarten. Ein tolles Betrugsmanöver, wenn es gelingt nachzuweisen — und das ist die Vermutung c er Fachleute —, daß. eine Druckerei, ob aus eigener Initiative oder im ■Auftrag anderer, 'zusätzlich Karten gedruckt und vertrieben hat. Der Zweck der Veranstaltung, nämlich dem Staatstheater einen erheblichen Zuschußbetrag zu verschaffen, wurde also leider nicht erreicht. Wird man die Täter fassen können? Vielleicht, wenn die Bevölkerung tatkräftig mithilft. Haben Sie übrigens schon bemerkt — die Damen sind jetzt angesprochen —, daß die Preise zur Verschönerung Ihrer Haare in verschiedenen Friseurgeschfiften erheblich zurückgegangen sind? Wir berichten das nur am Rande, aber wir halten d ; ese Kunde doch für bedeutsam genug, um sie der Damenwelt, soweit sie es noch nicht wissen sollte, schnellstens mitzuteden. Eine gute Nachricht fürwahr. Wie schön wäre es. wenn man über solche Dinge täglich schreiben könnte! Carolus. Ein mysteriöser Vorfall Beim Rosen- und Blumenfest am vergangenen Samstag sind» wie nachträglich festgestellt wurde, erheblich mehr Personen im Stadtgarten gewesen, als Eintrittskarten ausgegeben wurden. Man nimmt an, daß Tausende ohne Lösung von Karten bzw. mit falschen Karten das Stadtgartengelände betreten haben. Die Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters hat einen Betrag von 300 DM als Belohnung fUr denjenigen ausgesetzt, der einwandfrei nachwelsen kann, auf welche - Welse beim Rosen- und Blumenfest Personen ohne ordnungsgemäße Eintrittskarten in erheblicher Zahl in den Stadtgarten kamen. Zuschriften sind zu richten an die Geschäftsstelle, Karlsruhe, Helmholtzstr. 1. Die Entscheidung über die Auszahlung der Belohnung trifft der Vorstand der Gesellschaft unter Ausschaltung des Rechtsweges. :) 12 000 DM Gebäudeschäden Zwei Feuerwehrleute schwer verletzt In Ergänzung unseres Berichtes vom Mittwoch über das Schadenfeuer in Rüppurr teilt uns die Berufsfeuerwehr mit: Beim Eintreffen der Berufsfeuerwehr auf dem Brandplatz war die Freiwillige Feuerwehr Rüppurr bereits dabei, ihren Löschangriff zu entwickeln. Es brannte in den Anwesen Allmendstraße der, Stall und eine Scheune, im Anwesen Langestraße ein Holzschuppen in voller Ausdehnung. Das Feuer griff auf das Wohnhaus und zwei anliegende Scheunen über. Diese wurden durch den raschen Einsatz der beiden Feuerwehren bis auf geringfügige Schäden gerettet. Der gesamte Gebäudeschaden beträgt ca. 10—12 000 DM. Bei den Löscharbeiien erlitten zwei Angehörige der Berufsfeuerwehr schwere Verletzungen. 0 Verkehrsunfälle Auf der südlichen Fahrbahn der Kaiser- straße lief eine lt jährige Schülerin, die vor einem parkenden Kr-ftwagen die Frhrbahn überschreiten wollte, gegen einen vorüberfahrenden Radfahrer, wobei Hoffnungslosigkeit bei Tausenden von Arbeitslosen Verzweiflung und Tränen in vielen Karlsruher Familien — Ein Beitrag zur Illustrierung der Notlage unserer Stadt Das hellgraue Verwaltungsgebäude fn der Kapellenstraße, das mit seinem flachen Dach aussieht wie eine große Zigarrenkiste, ist für Tausende von Menschen wieder Inbegriff all ihrer Sorge und Hoffnung geworden. Wer sich an einem Donnerstag oder Freitag, wenn „gestempelt“ wird, die Mühe macht, dieses Haus aufzusuchen, und wer nicht nur aus bloßer Neugierde, sondern in der Absicht kommt, an den Sorgen der hier in endloser Schlange Stehenden oder doch wenigstens eines ganz geringen Teils unter ihnen, teilzunehmen, der wird betroffen sein von der wie in einem Brennspiegel eingefangenen vielfachen Not. Da steht der 23jährige.... aus der ..... Straße. An sich Landwirt von Beruf, ließ er sich als Bergarbeiter ins Ruhrgebiet änwerben. Berguntauglich wegen eines Herzleidens, kam er zurück. „Ich habe nie viel von meinen Eltern gehabt“, berichtet er; „seit meinem 8. Lebensjahr bin ich von zu Hause weg. So kam ich naen Karlsruhe und arbeitete hier. Als Maurer-Umschüler Die Zuzugsgenehmigung habe ich jetzt bekommen. Aber da ich noch nicht zum Arbeitsamt Karlsruhe überwiesen bin, habe ich seit Beginn meiner Arbeitslosigkeit — Anfang Mai — noch keine Unterstützung.“ „Ja, und wovon leben Sie denn nun?“ „Ich wohne bei einer Kriegerwitwe, die' drei Kinder hat. Ich will sie heiraten. Wir standen schon im März im Aufgebot. Aber dann kam die Arbeitslosigkeit. Meine künftige Frau verdient mit Nachtarbeit 6—8 Mark. Was sie arbeitet? Ich weiß es selbst nicht genau. Sie spricht mit mir nicht darüber. Nebenbei verdiene ich aber selbst etwas. Ich suche Gußeisen aus Trümmern und verkaufe das. Aber man kann damit keine Sprünge machen. Was ich hier auf dem Leib trage, die Sandalen, die Hose und Jacke, sind meine einzigen Kleidungsstücke. Zu irgendwelchen Anschaffungen reicht es nicht.“ (Da uns die Polizei keine Gewähr dafür geben konnte, daß der junge Mann wegen des Gußeisen-Diebstahls nicht verfolgt wird, verzichteten wir auf die Nennung der Anfangsbuchstaben seines Namens und der Straße.) * Im Zimmer 2 des Arbeitsamtes werden die Heimkehrer in einer erfreulich persönlichen Form beraten. „Ueberall steht .man vor verschlossenen Türen“, . fängt ein soeben aus Gefangenschaft zurückkehrender Kaufmann an, sein Herz auszuschütten. „Das dauert ja Wochen, bis man alle Stellen durch hat. Von Pontius bis Pilatus bin ich gelaufen, und nun bin ich hier, um von Ihnen eine Bescheinigung zu holen, daß ich nur einmal in der Woche herzukommen brauche.“ Er erhält die Bescheinigung. Dazu in einer sehr wohlwollenden Weise die Beratung in seiner speziellen Situation. Heimkehrer haben bekanntlich Anspruch auf ihren früheren Arbeitsplatz. Aber der Verlag, in dem dieser zurückgekehrte Kriegsgefangene arbeitete, besteht nicht mehr. Da bleibt nichts, als eine offene Stelle abzuwarten, Aber der junge Mann, frisch, trotz allem noch nicht enttäuscht und voller Unternehmungslust, will sehen, daß er es selber schafft. beide zu Fall kamen. Die Schülerin erlitt* Schürfwunden, während der Radfahrer mit einer Verletzung am Knie und Schürfwunden anl Arm ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. — Ein Personenkraftwagenführer, der mit zu hoher Geschwindigkeit durch die für Kraftfahrzeuge gesperrte Alemannenstraße fuhr, stieß auf die Kreuzung Alemannen- und Weifenstraße mit einer Radfahrerin zusammen. Die Radfahrerin erlitt Schürfwunden und eine Gehirnerschütterung. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt, pm. Generaldirektor Möller erkrankt Der Generaldirektor der Karlsruher Lebensversicherung, Landtagsabgeordneter Alex Möller; mußte am gestrigen Freitag mit einer Stirnhöhlenvereiterung das Krankenhaus aufsuchen. Der behandelnde Arzt im Alten Diakonissenhaus, Dr. med. Böhne, bezeichnete den Zustand des Patienten als nicht gefährlich. Er hofft, daß Generaldirektor Möller das Krankenhaus in einigen Tagen wieder wird verlassen können. :) Zeltlager auf der Mainau Prinz Lennart Bemadotte von Schweden hat dem evangelischen Jungmännerwerk/ CV.JM Baden den Aufbau eines Zeltlagers auf dem Gelände der Insel Mainau erlaubt. Durch die Genehmigung des Zeltlagers haben hunderte von badischen Jungen, im Atter von 14—18 Jahren, die Möglichkeit, ihre Ferien auf diesem paradiesisch schönen Fleckchen Erde unseres Heimatlandes zu verbringen. Anmeldungen nimmt bis zum 18. Juli das Evang. jungmännerwerk/CVJM Baden, Karlsruhe, Blumenstraße 1, entgegen. Wieder Gartenbau-Verein Karlsruhe Die vor dem Kriege lange Jahre hindurch übliche Prämiierung der den schönsten Blumenschmuck tragenden Fenster, Batkone und Vorgärten im Stadtbereich Karlsruhe durch den Verkehrsverein in Verbindung- mit den Karlsruher Gartenbaubetrieben und der Städt. Gartenver- waltung soll vom nächsten Frühjahr an wieder zu einer ständigen Gepflogenheit werden. Der Karlsruher Gartenbau-Verein wird zu diesem Zweck seine durch den Krieg unterbrochene Tätigkeit wieder auf- Wie keine andere Stadt in Württemberg-Baden leidet Karlsruhe unter den Folgen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Minister Dr. Veit hat am Montag zugesagt, bei der Regierung der „Anwalt“ unserer Stadt sein zu wollen. Er hat bereits am Tag darauf dem Kabinett über die Karlsruher Notlage und über die geplante Sonderhilfsaktion berichtet. — Zur Verdeutlichung der teilweise erschreckenden sozialen Verhältnisse veröffentlicht die „Karlsruher Neue Zeitung“, beginnend mit der nachfolgendem Reportage, in loser Folge eine Artikelserie. Sie und die unmittelbare Begegnung mit den von der gegenwärtigen Notlage am härtesten betroffenen Mitbürgern sollen mithelfen, alle Stellen und Personen, die durch geeignete Maßnahmen diese Not zu lindern in der Lage sind, zu schnellstem Handeln zu veranlassen. Die Redaktion Dabet ist die Lage für die kaufmännischen Berufe denkbar schlecht. Die Statistik gibt darüber Auskunft: In der Gruppe der kaufmännischen, Büro- und Verwaltungsberufe gibt es beim Arbeitsamt Karlsruhe 1122 männ- Isiche und 465 weibliche Arbeitslose. * Mit eing Folge der Tatsache, daß Karlsruhe seine Behörden größtenteils an Stuttgart abgegeben hat. Wobei die Aussichten für ältere kaufmän- ITTner der wenigen, der wiener hojj- nung hat: zum — vorerst — letztenmal hat dieser Zeitungskaufmann die Arbeitslosenunterstützung empfangen. Ab nächster Woche wird er wieder arbeiten; als Dachdeckergehilfe! Foto: Dürr-Firmen ich. nische Angestellte gleich Null sind. Daher auch der Wunsch der Stadtverwaltung, sogenannte Mittelzentralstellen in die ehemalige Landeshauptstadt zu verlegen. * In der buntgewürfelten, nach Hunderten zählenden Schlange derer, die zum Stempeln und zum Empfang der Arbeitslosenunterstützung in einem dunklen Gang im zweiten Stock anstehen, braucht man nicht lange zu suchen, um auf kaufmännische Angestellte zu stoßen. Fast in jeder Reihe steht einer. Viele jung, noch mehr ältere. In guten Anzügen einige, andere — und das ist die Mehrheit — in mehr und mehr sich abtragenden Sachen. Zwei Fälle: der 47jähr. G. M. nehmen. Die Vereinsleitung, der durch Fliegerangriff die Mitgliederkartei verlorengegangen ist, bittet alle früheren Mitglieder, dem derzeitigen) Vorstand, Albert Reber, Gerwigstraße 38, i mitzuteilen, ob sie auch weiterhin dem Verein angehören wollen. :) Flüchtlinge als erfahrene Kleingärtner Wenn man seit Jahren wieder einmal bei einem Spaziergang am Klosterweg vorbeikommt, so ist man überrascht, was aus dem verwilderten dort angrenzenden Stüde Land geworden ist. Anstelle von Disteln und einem Meer von tausenderlei Unkraut winken heute dem Spaziergänger prächtige Blumen- und Gemüsebeete, Erdbeerstauden und eine Menge Rosen- und Beerensträucher aus gepflegten Kleingärten entgegen. Es ist erstaunlich, mit welcher Intensität der Kleingärtnerverein „Reserveacker“, dem ausschließlich Flüchtlinge angehören, dieses Gebiet kultiviert und fruchtbar gemacht hat. Viel Mühe mußte aufgewandt werden, bis dieser magere Boden auch nur das Geringste herzugeben vermochte. Sehr geschmackvoll ausgestattete Gartenhäuschen verschönern das Gesamtbild, das zugleidi ein beredtes Zeugnis vom Eifer und Aufbauwillen der •Flüchtlinge ablegt. Ein Glanzstüdc vollbrachte der Flüchtling Janisch (Brünn) im Garten Nr. 128. Es lohnt sich wirklich — auch für Einheimische — dieses Stückchen Erde einmal anzusehen. Fr. Notgemeinschaft der Flüchtlinge und Fliegergeschädigten Die im Juni gemeinsam von Vertretern, der Flüchtlinge und der Fliegfergeschä- digten in Stuttgart gebildete Notgemeinschaft hielt im Gasthaus zum ,.Salinen" ihre Gründungsversammiung für den Kreisverband Karlsruhe Stadt ab. Dabei wurde ein siebenköpfiger, vorläufiger Kreisvorstand gewählt. Die Versammlung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der die Zulassung dieser zum Kampf um eine gerechte Verteilung der Kriegslasten und zur Erneuerung des politischen Le&ens geschaffenen Bewegung als selbständige Wahlgemeinschaft gefordert wird. Die Entschließung wurde der Militärregierung Karlsr. zur Kenntnis gebracht. :) aus der Gerwigstraße war früher Angestellter der Reichskulturkammer. Er hat sich schon frühzeitig umgestellt, um seine fünfköpflge Familie ernähren zu können. Seit Januar 1946 arbeitete er als Maurer., Vor einigen Monaten wurde er, mit 271 DM Lohnrückstand, arbeitslos. 70—75 DM war vorher sein wöchentlicher Brutto-Ver- dienst. Seine Unterstützung beträgt jetzt 28—2» DM. „Ich war ein Volksverbrecher“, erklärte der 43jährige ehemalige Postsekretär F. B. aus der Luisenstraße mit bitterem Spott. Er war schon früh in der Partei und verlor darum seine Stellung. Obwohl amnestiert, nützten alle Gesuche ufn Wiedereinstellung — vier an der Zahl — nichts. Die ganzen Jahre über arbeitete er als Bauhilfsarbeiter. Seit Mittwoch dieser Woche, da eine Bauflrma mit über hundert Beschäftigten Konkurs gemacht hat, ist er arbeitslos. Von der Arbeitslosenunterstützung werden ihm nach Abzug der Miete monatlich 76.50 DM verbleiben. Davon soll er seine Frau und drei minderjährige Kinder ernähren. * Die Kehrseite: ein arbeitsloser politisch Verfolgter. H. B. aus der Steinstraße, 48 Jahre alt, zeigt mir seinen Ausweis. „Aber was nützt das“, meint er. „Wenn ich ein NSDAP-Parteibuch von 1933 oder noch früher vorzeigen kann, kriege ich überall Arbeit. Das ist in hohen und niederen Stellen so. Zum erstenmal im Leben gehe ich stempeln. Ich kenne viele, denen nichts übrig bleibt, als sich auf unehrliche Weise durchzuschlagen. Aber lieber krepiere ich, als daß ich stehle. Dabei ist es für die Jungen noch schwerer als für uns. Sehen Sie sich an, wie diese früher so anständigen Kerle — ich kenne viele unter ihnen — heruntergekommen sind. Ich habe keinen Funken Hoffnung mehr. Ich bin tatsächlich soweit, daß ich midi bald aufhänge.“ * 9ehen wir uns die Arbeitslosenstatistik von Ende Juni .an. 10 698 Arbeitslose im Arbeitsamtsbezirk Karlsruhe. Sie gliedern sich in folgende Berufsgruppen: männl. weibl. Land- u. Forstwirtschaft 400 54 Metallarbeiter 1374 70 Textilarbeiter 23 84 Holzarbeiter 319 6 Nahrungs- und Genußmittel- arbeiter 219 96 Bekleidungsarbeiter 290 190 Bauarbeiter usw. 519 _ V erkehrsarbeiter 528 87 Hausgehilfen u. ä. 17 197 Hilfsarbeiter 2303 1023 Kaufm - Büro- u. verw. Ber. 1122 465 Ingenieure, Techniker usw. 245 13 Sonst. Berufe (Lehrer, Künstler usw.) 164 99 •Uebrige Berufe 447 344 Insgesamt. 7970 2728 * Im Erdgeschoß des Ostflügels sind die Vermittlungsschalter für Frauen. Arme, alte Frauen, die sich um irgendeine Putzarbeit bewerben, neben eleganten, aber entlassenen Sekretärinnen. Es fällt nicht schwer, diejenigen herauszufinden, die die Sorge buchstäblich zu Boden drückt. In der Ecke sitzt, blaß und kränklich, die 26jährige G. P. aus der Amalienstraße. Sie ist Ostflüchtling und wohnt Schwerer Unfall beim Zwei Jungen fanden den Tod — Gestern abend, gegen 19 Uhr ereignete sich durch Explosion einer 3,7-cm-Pak-Granate beim Baggersee im Durlacher Wald ein folgenschweres Unglück, bei dem zwei Jungen ums Leben kamen und drei weitere schwer bezw. leicht verletzt wurden. Bei den Toten handelt es sich um den 15jährigen Eduard Lenz, wohnhaft in Karlsruhe, Werderstr. 74, und um den 14jähri- gen Eugen Müller, ebenfalls Werderstraße 74. Schwerverletzt wurden und in Lebensgefahr befinden sich Fritz Müller, der 12jährige Bruder des Getöteten, und der 15- iährige Bernhard Brenner, Werderstraße 67. Die beiden wurden in das Diakonissenkrankenhaus eingeliefert, während der leichter verletzte Manfred C r o c o 11, Werderstraße 67, in das Städt. Krankenhaus verbracht wurde. Wie die Polizei mitteilt, kam der Unfall auf folgende Welse zustande: Die Jungen hatten beim Ba* T en im Baggersee, dessen Wasserspiegel sich infolge der Trockenheit gesenkt mit ihrer arbeitsunfähigen, kranken Mutter und ihrem vierjährigen Töch- terchen in einem kleinen Zimmer. Die Arbeitslosenfürsorge beträgt 23 DM die Woche. „Ich kann mit dem besten Willen nicht die Lebensmittel kaufen, die man auf die Karten kriegt.“ Tränen stehen ihr in den Augen, als sie davon berichtet, daß sie ihrem Töchterchen, das an Herzasthma leidet, so gerne hin und wieder etwas Besonderes bieten möchte. „Ich tue alles'für'das Kind“, sagt sie, „aber nach Abzug von 25 DM Miete bleiben nicht mehr als 67 DM zum Leben für meine Mutter, mein Kind und mich. Irgendeine andere Unterstützung bekommen wir nicht.“ Es ist nicht so, als ob das Arbeitsamt nichts täte. Man weiß, daß sich das Karlsruher .Amt in wirklich aner- Das Taxi wiedergefunden Die drei Täter wurden verhaftet Wie wir erfahren, ist es am Donnerstagnachmittag gelungen, den Wagen des Karlsruher Taxifahrers Fritz Vogel, der dieser Tage im Aib- tal von seinen Fahrgästen überfallen, beraubt und an einen Baum gebunden worden war, ln Günzburg bei Ulm abzufangen. Gleichzeitig wurden zwei der Insassen, die Täter jenes Wildwest-Streiches, verhaftet. Einige Stunden später gelang es, auch den. dritten Täter festzunehmen, und zwar in Stuttgart. Die Gangster — es handelt sich unv Ausländer — hatten das Nummerschild des Wagens etwas verändert und glaubten, ihre Reise nach dem Süden auf solche Weis'e unbehelligt antreten zu können. Fr. kennenswerter und erfolgreicher Weise um die Genehmigung von Notstandsarbeiten bemüht hat. Aber um eine freie Stelle bei Notstandsarbeiten bewerben sich Hunderte von Arbeitslosen, woraus zugleich ersichtlich wird, daß durchweg eine überaus große Arbeitswilligkeit vorhanden ist. Auch bei Vermittlungen regulärer Arbeitsplätze tut das Arbeitsamt das Möglichste. So konnten im Juni 2257 Arbeitsplätze vermittelt werden. Aber ■was Ist das für so viele? Auch das Arbeitsamt kann keine Arbeit aus dem Boden stampfen. Mit sorgenvollem Gesicht sitzt da die 34jährige Frau E. B. aus der Glü- merstraße vor der Tür. Ihr Mann, ein Kaufmann, war im Juli 1948 aus Gefangenschaft zurückgekommen. Es war ihm noch nicht gelungen, Arbeit zu finden. Bei Bekannten hat das Ehepaar, das völlig mittellos und ohne jede Unterstützung dasteht, eine Schlafstelle gefunden. „Diese Bekannten helfen uns, so gut sie können. Später bezahlen wir natürlich alles zurück. Aber zur Fürsorge kann ich nicht. Ich schäme mich. Nun will ich versuchen, daß ich Arbeit finde. Es ist ganz gleich, welche. Ich werde Putzfrau oder helfe im Haushalt. Aber so kann es nicht weiter gehen.“ Und als wir diese Frau, die sicher schon bessere Zeiten gesehen hat, fragen, was ihr arbeitsloser Mann den Tag über tut, da bricht sie in Weinen aus und stammelt: „Das ist es ja eben . . * Vom Arbeitsamt weg bewegen sich in Gruppen oder einzeln die Arbeitslosen. Arbeitslose fahren nicht mit der Straßenbahn, weil jeder Pfennig eine Kostbarkeit ist. Menschen, die arbeiten wollen und nicht arbeiten dürfen. Menschen wie du und ich. Ein paar hundert Meter weiter sitzen, am Vormittag, elegante junge Damen im Kaffee und essen Eis. Und keine von ihnen weiß, was das ist: arbeitslos! W. Spielen mit- Granaten 21jähriger beim Baden ertrunken hatte, Brisanzgranaten gefunden. Sie nahmen die Munition herauf und versuchten, die Pulverstäbe, die sich zur Herstellung von Feuersteinen eignen, zu entfernen. Beim Aufschlagen auf einen Stein explodierte dann eines der Geschosse. * Im Rheinstrandbad Rappenwört ertrank gestern der 21jährige Bäk- kergeselle Fritz Mathis, wohnhaft Friedrich-Wolff-Straße 62. Beim Schwimmen im Bassin versank Mathis plötzlich, ohne daß es ihm noch gelungen war. um Hilfe zu rufen. Als Ursache wird Herzlähmung angenommen. -xe. Brennender Lastkraftwagen Aus noch unbekannten Gründen geriet ein Lastkraftwagen auf der Kreuzung Tulpen- und Göhrenstraße in Brand, der durch die herbeiqerufene Feuerwehr gelöscht werden konnte. Der Lastkraftwagen wurde schwer beschädigt, während ein Teil der Ladung vernichtet wurde. pm. Seite 6 / Nummer 131 S AZ Samstag, 9: Juli 1949 Das Für und Wider im „Fall Stich" Stadtratsabteilung kV wird sich mit dem bisherigen Chef einer hiesigen Frauenklinik beschäftigen Die Affäre „Dr. Stich“, die vor einigen Tagen in Karlsruhe berechtigtes Aufsehen erregt Hat, wird am kommenden Mittwoch, 15 Uhr, Gegenstand einer öffentlichen Beratung der Stadtratsabteilung IV im großen Sitzungssaal des neuen Rathauses sein. Damit wird eine Angelegenheit von nicht alltäglicher Bedeutung vor das Forum der Oef- fentlichkeit getragen. Zu den Vorgängen im „Fall Stich“, in dem wir bis jetzt absichtlich Zurückhaltung geübt haben, um der Entwicklung der Dinge nicht vorzugreifen und kein zu frühzeitiges Urteil zu fällen, erfahren wir die nachstehenden Einzelheiten, die durch den Standpunkt des bevollmächtigten Prozeßvertreters Dr. Stichs ergänzt werden. Tagebuch der Fächerstadt Umzug bei der Wohlfahrtsverwaltung. Die Fürsorgeabteilung für Angehörige von Kriegsgefangenen, bisher • Amalien- straße. 33, wurde nach der Ettlinger Str. 1 verlegt und die Flüchtlingsabteilung, bisher in der Stadtgartenwirtschaft, nach Amalienstraße 33. Die Ziehung der Schülerlottdrie findet, wie uns das Stadtschulamt mitteilt, am 15. Juli statt. Die Namen der Gewinner werden in den Schulen und in den Tageszeitungen bekanntgegeben. Der Kreisverein vom Roten Kreuz führt am Sonntag, den 10. Juli, 11 Uhr, im Speisesaal seiner Volks- und Werkküche, Sdieffelstraße 37, seine diesjährige Mitgliederversammlung verbunden mit Vor- standswahl durch. Alle Mitglieder und Freunde des Roten Kreuzes sind hierzu eingeladen. Die IDAD, Ortsgruppe West, veranstaltet am Dienstag, den 12. 7., 20 Uhr r in der Bavariä, Amalienstraße, eine öffentliche Flüchtlingsversammlung. Es spricht Senator Scholz. Goetheschule Karlsruhe. Die Goetheschule führt am Samstag, den 9. Juli, um 19.30 Uhr, im Bonifatiussaal Goethes „Ur- faust" auf. Kirchenrat Otto Schmidt 80 Jahre alt. Am morgigen Sonntag feiert Kirchenrat Otto Schmidt, Bismarckstraße 1, seinen 80. Geburtstag. Kirchenrat Schmidt war von 1901 bis 1932 Pfarrer am St. Reinhold- Dom in Dortmund. Seit seiner Emeritierung versieht er die Seelsorge der hiesigen selbständigen Evangelisch - Lutherischen Gemeinde. Die SAZ gratuliert! Am heutigen Samstag begeht der Gürtlermeister Friedrich Wilh. Schneider seinen 80. Geburtstag. — Frau Luise Söhnlein, Wolfartsweirer Str. 5 (Haus 10), kann morgen ihr$n 85. Geburtstag feiern. Goldene Hochzeit. Die Eheleute Adolf K 1 o h e, Wilhelmstraße 36, und Wilhelm Müller, Marienstraße 95, und die Eheleute Friedrich Mayer, Weltzienstr. 19, feierten am 8. Juni 1949 das Goldene Ehejubiläum. Der Oberbürgermeister übermittelte seine Glückwünsche sowie eine Ehrengabe der Stadtverwaltung. A-capella-Musik Unter Leitung von Paul Wehrte brachte der Karlsruher Kammerchor in der Christuskirche neue und alte a-capella-Musik zu Gehör. Schon der rege Besuch bewies das Interesse, das dieser ausgezeichneten Chorvereinigung hier zuteil wird. Der gestrige Abend unterstrich das hohe künstlerische Format von Neuem. Hervorragend die Ausgeglichenheit der Stimmen, die Präzision jeden Einsatzes, die feine und beherrschte Klanglichkeit jeder Nuance. Vom leichten Ansingen eines Tones an bis zum Forte-Einsatz eines Akkordes war die gleiche bestechende intonatorische Sauberkeit und Klarheit augenfällig. Neben der Wiedergabe von vier-, fünf- und sechsstimmigen a-capella-Chorwerken aus dem 15. und 16. Jahrhundert hatte es Paul Wehrle unternommen, den *90. Psalm für sechsstimmigen Chor von Ernst Pepping für Karlsruhe erstaufzuführen. Ein packendes Stück Chormusik, reich an farblichen Kontrasten, an feinen harmonischen Effekten. Offensichtlich die enge Verbindung, die sich zwischen diesem Werk und den Renaissance-Schöpfungen eines Orlando di Lasso, eines Jakob Handl, eines Johannes Eccard und dem zeitgenössischen Pepping ergab. Für den Chor war das Werk Pep- pings ohne Zweifel eine qroße und anspruchsvolle Aufgabe. Wie sie gelöst wurde, kann nicht hoch genug anerkannt werden. Vor allem der Sopran vollbrachte eine beachtenswerte Leistung. Dankenswert, daß sich die Ausführenden entschlossen, das Pepping-Werk am Schluß der Veranstaltung zu wiederholen. „Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich" eindrucksvoller Beschluß eines eindrucks- und stimmungsvollen Abends. ck. Dr. Stich wurde gemäß einer Verfügung der Inneren Verwaltung am 21. 6. 1949 mit sofortiger Wirkung die Ausübung seiner ärztlichen Praxis in der Eisen!ohrstraße untersagt. Er darf ferner den Doktortitel nicht mehr führen. Die Stadtverwaltung wurde angewiesen, die am 23. 12. 1947 erteilte Kpnzession zur Inbetriebnahme einer Frauenklinik rückgängig zu machen. Eine Strafanzeige wegen unberechtigter Führung des Doktor-Titels bleibt Vorbehalten. Schließlich wird in diesem Erlaß noch eine verwaltungsrechtliche sofortige Verfügung getroffen, die Dr. Stich jegliche ärztliche Betätigung verbietet. Wie wir von Medizinalrat Dr. Hammacher. dem Medizinalreferenten bei. der Inneren Verwaltung, anläßlich einer Unterredung erfahren konnten, will Dr. Stich an der Es- cola Chirurgica m Porto Allegre (Brasilien) Medizin studiert haben. Er besitzt tatsächlich ein Diplom dieser Schule. Auf Grund dieser Urkunde erhielt Dr. Stich 1939 bei seiner Rückkehr ' nach Deutschland vom Reichsinnenministerium eine befristete Genehmigung zur Ausübung einer ärztlichen Praxis. Ferner wurde ihm die Führung eines im Ausland erworbenen Doktorgra- Aus den Rundfunkprogrammen Samstag, 9. Juli 1946 8.00 Frühmusik (Bayerischer Rundfunk), 7.00 Südwestdeutsche Heimatpost; 7.15 Morgenstund hat Gold im Mund; 9.50 Kleine Klaviermusik, Wolfgang Ger; 12.00 Landfunk; 12.15 Draußen in Sievering; 13.00 Echo aus Baden; 13.10 Musik nach Tisch: 13 45 Der Sport am Wodienende; 14.00 Zeit und Leben 15.00 Unsere Volksmusik mit Albert Hofei«; 15.30 Wege Naturwissenschaftlicher Forschung; 16.00 Mal so — Mal so, Buntes Allerlei zum Samstagnachmittag; 17.00 Zn Tee und Tanz; 18.00 Mensch und Arbeit: 18.15 Im Namen des Gesetze«. Hermann Mostar spricht zu Prozessen von heute; 18.30 Bekannte Solisten mit Hubert Giesen; 20.00 Italienische Nacht; Ein buntes musikalisches SommerfesU 22.00 Tanz in den Sonntag. * Sonntag, den 10. Juli 1949 Stuttgart: 8.45 Orgelmusik, Fantas- u. Fuge, d-moll, v. M. Rege', 9.00 Kath. Andacht; 9.30 Aus d. Sdiatzkästlein deutscher Musik u. Dichtung; 10.20 Barnabas von Geczy spielt; 11.00 „Die neuere Entwicklung d. Naturwissenschaft in Amerika* (Prof. Dr. Nordheim); 11 20 „Pandora", Kantate nach Goethes Dichtung; 13.30 „Streiflichter — auch einma'. Sonntags", Kurzszenen v. K. Vetter- 14.15 Kinderfunk; 15.00 Stunde d. Chorgesanqs; 15.30 lanzmusik; 16.00 Fußball-Endspiel: 17.00 „Die Glasmenagerie", Spiel von T Williams;. 18.15 Streichquintett g-moll, K. V 516, v Mozart, Lieder fü: Alt, v. Beethoven; 20.05 Großes Opernkonzert; 22.00 Geza Anda spielt Chopin; -.2.30 Dichter lesen aus ihrem Werk IW v. Schote) 23.00 Tanzmusik. Südwestfunk 20.15 Ouvert. zu d. Oper „Die weiße Dame* von Boie.dieu, Sinfonie Nr. 2, von Clement!, Wassermusik v. Händel des erlaubt. Von der Wehrmacht wurde er als Arzt übernommen. Nach der Kapitulation erteilte ihm das Innenministerium eine neuerliche widerrufliche Lizenz, die bis zum Jahre 1950 befristet war. Trotz ausdrücklicher Bedenken, die Dr. Hammacher bei einer damaligen Rückfrage seitens der Stadtverwaltung gegen Dr. Stich geäußert hatte, erteilte der Stadtrat diesem wenige Wochen später, am 23. 12. 1947, die Konzession zur Führung einer Frauenklinik. Nachfolgende Ueberprüfungen der Klinik Dr. Stichs durch das Gesundheitsamt ergaben Mißstände in hygienischer Hinsicht und Unkorrektheiten in der Klinikleitung, die im Verlauf des vergangenen Jahres zu einer vorübergehenden Festnahme Dr. Stichs geführt hatten. Das Material zu einer evtl. Verurteilung war jedoch nicht ausreichend, so daß bis in die jüngste Vergangenheit hinein in dieser Angelegenheit nichts unternommen werden konnte. Nunmehr wurde über die brasilianische Militärmission bei den zuständigen Behörden in Rio de Janeiro ermittelt. daß die Escoia Chirurgica in Porto Allegre keine Diplome ausstellen darf und daß ein Dr. Stich. dort nicht registriert ist. Rechtsanwalt Dr. Schiele, der bevollmächtigte Prozeßvertreter Dr. Stichs, nimmt zu der Verfügung der Inneren Verwaltung im wesentlichen in nachfolgender Weise Stellung: Die Verfügung vom 21. 6. 49 stellt einen anfechtbaren Verwaltungsakt dar, gegen den bereits unter folgenden Gesichtspunken Anfechtungsklage erhoben wurde: 1. Dr. Stich verfügt über sämtliche Studien- und Examensnachweise der Escoia Chirurgica in Porto Allegre, die im Jahre 1938, als Dr. Stich examinierte, berechtigt war, Diplome auszustellen. Diese berechtigten den Inhaber, nach Registrierung den Beruf, eines Arztes in Brasilien auszuüben und den Doktor-Titel zu führen. 2. Eine Registrierung bei der zentralen Landesbehörde des Gesundheitswesens in Rio de Janeiro konnte im Jahre 1938 deshalb nicht erfolgen, weil eine solche Behörde zu jener Zeit noch nicht bestand. Sie war auch gar nicht beantragt worden, weil Dr. Stich kein brasilianischer Staatsangehöriger war. , 3. Es ist richtig, daß die Escoia Chirurgica in Porto Allegre heute keine Diplome mehr ausstellen darf. Dies ist auf eine Organisations-Ver- Erna Woerz gibt auf Grund ihres großen Erfolges beim letzten Symphoniekonzert heute, 19.30 Uhr, Im Munzsaal einen eigenen Klavierabend mit Werken von Bach, Mozart, Beethoven, Schumann und Chopin. änderung des brasilianischen Schulwesens zurückzuführen. Der Bescheid der brasilianischen Militärmission beruht daher wahrscheinlich auf einem Mißverständnis. Das ergibt sich auch aus einem Schreiben dieser Militärmission an die US- Militärregierung vom 1. 7. 1949. Weitere Aufklärung wurde von Dr. Stich veranlaßt. 4. Von einer Strafbarkeit kann keine Rede sein, da Dr. Stich im Jahre 1939 von den zuständigen deutschen Ministerien die Ausübung des Arztberufes und die Führung des Doktor-Titels erlaubt wurde. Man darf gespannt sein, welche Entscheidung die Stadtratsabteilung IV am kommenden Mittwoch fällen wird. lt. Von einer mit pädagogischem Fingerspitzengefühl in praktische Bahnen gelenkten Fantasie, einem sinnvoll geschulten Geschmack und vom emsigen Fleiß vieler geschickter Mädchenhände zeugt eine kleine, anläßlich der diesjährigen Abschlußprüfungen veranstaltete Ausstellung der Städtischen Frauenfachschule Karlsruhe in der Graf-Rhena-Straße Mit einem bunten Repertoire — das vom Flügelhemdchen für Säuglinge über allerlei lustiges, aus primitiven Mitteln gebasteltes Spielzeug bis zum .vollendetsten Damenkleid von alldem etwas enthält, was die 18 Mädchen der Kinderpflegerinnenklasse und die 47 Prüflinge der beiden Frauenfachschulklassen geschaffen haben, — gibt die kleine Schau einen aufschlußreichen Querschnitt durch die im vergangenen Jahr unter der vorbildlichen Leitung von Fräulein B a d e r an 'dieser Anstalt geleisteten Ausbildungsarbeit. Was man mit Geschick und Fantasie auch nach einer nur einjährigen gründlichen praktischen und theoretischen Ausbildung Unter dem Titel „Reife- und Differenzierungsprobleme in der Grundschule“ behandelte Studienrat Kern (Heidelberg) bei einer Veranstaltung der Pädagogischen Arbeitsstelle die Frage . der Sitzenbleiber*, ein Problem, dessen erhebliche Bedeutung aus Zahlenfeststellungen in verschiedenen Teilen Deutschlands hervorgeht. So kamen in einem extremen Fall nur 56 Prozent der Kinder bis in das 8. Schuljahr. In Baden erreichen durchschnittlich 25 Prozent der Schüler nicht das Klassenziel. Diese Tatsache ist zumeist Anlaß zur Entstehung erheblicher Minderwertigkeitsgefühle, die mitunter späterhin ein Abgleiten ins Asoziale zur Folge haben können. In Weinheim ist nun seit dem jahre 1946 mit bestem Erfolg ein neuartiger Weg beschritten worden, um diesem Uebel- stand abzuhelfen. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß die mangelhaften Leistungen der Kinder größtenteils auf die fehlende Schulreife zurückgehen, also auf die noch nicht entwickelte Möglichkeit zur Einpassung in eine Gemeinschaft. Mit Hilfe von Stürmische Ovationen im Staatstheater 74 Vorhänge für die scheidenden Künstler und Künstlerinnen Bei der gestrigen Aufführung der „Försterchristi“, zugleich der Abschiedsvorstellung für Hildegard Thieß, Margrit Bollmann, Ruth Löser, Arthur Chwalek, Kurt Wolfgang Schoenewolf, Karl Arnold, Ernst August Waltz und Rolf Schickle bereitete das Karlsruher Theaterpublikum den scheidenden Künstlerinnen und Künstlern stürmische Ovationen. Das nahezu bis auf den letzten Platz besetzte Haus spendete den Darstellern auf offener Szene immer wieder Beifall. Am Schluß der Vorstellung nahmen die Ovationen kein Ende: Es gab nicht weniger alä 74 Vorhänge! Ein überzeugender Beweis für die Beliebtheit der scheidenden Künstler bei den Karlsruher Theaterfreunden. lt. leisten kann, zeigen die einzelnen Prüfungsarbeiten, für die allgemein nicht mehr als eine vierstündige Arbeitszeit zur Verfügung gestellt wurde. Und in diesen vier Stunden entstanden dann, um nur ein Beispiel zu nennen, entzückende Kinderkleidchen mit reizenden, von den Schülerinnen im Zeichenunterricht selbst entworfenen Stickereien. Daß Oberbürgermeister T ö p p e r und die Herren der städtischen und staatlichen Verwaltung, die sich gestern auf der Ausstellung ein völlig unvorhergesehenes Stelldichein gaben, mit den gezeigten Arbeiten sehr zufrieden waren, überrascht nach dem, was wir dort gesehen haben, keineswegs. Uebrigens waren die Herren recht kritisch: das Stadtoberhaupt beispielsweise wollte wissen, ob die Manschetten an den ausgestellten Hemden auch weit genug gearbeitet seien. Männer sind nun mal so! — Die Ausstellung ist noch heute geöffnet und für jedermann frei zugänglich. -d- sehr einfach gestalteten Reifetests (nicht den sonst üblichen Intelligenztests) werden die Kinder in 3 Gruppen geteilt. Der Vollreifen Gruppe gehören 50 Prozent an, je .25 Prozent der mittelreifen und der schwachreifen. Die in der Regel gleichermaßen geistig wie körperlich noch allzu wenig in der Entwicklung Fortgeschrittenen wurden im Einvernehmen mit den Eltern noch für ein Jahr von der Aufnahme in die Schule zurückgestellt, die übrigen den drei Gruppen entsprechend in gesonderte Klassen eingewiesen und unter Berücksichtigung ihres Reifegrades unterrichtet. Durch Charakterleistung gelingt es den Kindern bei dieser Methode, die ihr Selbstvertrauen stärkt, in vielen Fällen, einen Begabungsmangel auszugleichen. Die Zahl der „Sitzenbleiber“ hat sich dabei auf 1 Prozent vermindert. Es ist ein Fernziel, diese neu gewonnenen pädagogischen Erkenntnisse allmählich zum Allgemeingut werden zu lassep. Ca. Vom Flügelhemdchen bis zum Damenkleid Oberbürgermeister prüfte bei der Frauenfachschule die Manschettenwelte Jedes vierte Kind bleibt sitzen Mangelnde Schulreife der Hauptgrund — Gute Erfolge mit Reifetests Mittelalterliche Kunst in Baden Heute Eröffnung der Ausstellung durch Min.-Rat Dr. Thoma und Dr. Martin Einem vollendeten Kunstwerk soll man nicht mit der vergleichenden Betrachtung des technisch und konstruktiv abwägenden Kunsthistorikers begegnen. Erfüllt es den Sinn seiner Aufgabe, so wirkt es sich selbst und damit gleich stark auf jeden, der zur Bildenden Kunst — und sei es auch nur empfindungsgemäß — Beziehung hat. Die neue,, bis zum 1. Oktober vorgesehene Ausstellung der Staatlichen Kunsthalle zeigt solche* Werke, Plastiken, Gemälde und Altarbilder. Sie lassen den Geist einer Zeit lebendig werden, in der Demut und Glauben Richtschnur des denkenden Menschen waren. An dem Zustandekommen der Ausstellung haben s»ch sämtliche Karlsruher Kulturinstitute,* angefangen von der Landes- bibliothek über das ’ Landesmuseum bis zur Akademie der Bildenden Künste, beteiligt. Was sie zeigt, ist nicht nur Besitz des Landes Baden, sondern zumeist auch innerhalb dieses Raumes entstanden. Die Ausstellung dient einem Wohltätigkeitszweck, nämlich dem Wiederaufbau der beiden bedeutendsten Karlsruher Kirchen von Weinbrenner: St. Stephan- und Ev. Stadtkirche. Sie will, nach den Worten Dr. Martin, »einen kleinen Beitrag zur Ueberwindung der Gleichgültigkeit leisten, die die Menschen heute gegenüber der Ruinenlandschaft einnehmen". Wer sich über das rein Optische hinaus einen tiefen Einblick in das Wesen der «mittelalterlichen Kunst Badens“ nehmen will, tut gut, den reich bebilderten, 32 Seiten umfassenden Katalog der Kunst- halle zu Rate zu ziehen, der ausführlich und wissenswert über die Entstehung der einzelnen Werke und ihre Bedeutung für die damalige Zeit Aufschluß gibt. Weniger nach historischen als vi elmehr schön- Im Staatstheater ... .. . geht heute um 19.00 Uhr Verdis „Ri- goletto“ in Szene. In dieser Aufführung wird sich Werner Schupp vom Karlsruher Publikum verabschieden. Die Titelpartie singt an diesem Abend Kammersänger Toni Weiler. heitsmäßigen Gesichtspunkten sind die einzelnen Kunstgegenstände geschmackvoll vor und auf den mittleren Wandflächen verteilt. Keines der Werke überschneidet sich in seiner ausstrahlenden Wirkung mit einem anderen. In der Raummitte befinden sich vereinzelt stehende Vitrinen mit kostbaren kirchlichen Reliquien, alten Handschriften und Urkunden, die das Inhalt und Wert des Schriftstückes dokumentierende Siegel tragen. Die päpstliche Heiligsprechungsurkunde des Bischofs Konrad (1123), eine der wenigen Goldbullcn Karls IV. (1357) und Friedrich II. sind zu sehen, ferner eine große Anzahl von Holzplastiken, die inzwischen manchen Witterungssdiaden durchstanden haben und trotzdem noch immer von tiefer Ausdrucksintensität sind. Der Abstand, der sie von der Zeit ihrer Enstehung bis zum heutigen Tag trennt, läßt sich teilweise schon an der Farbe des Holzes erkennen, die oftmals der Tönung vergilbten Pergamentpapiers gleicht. Aus klimatischen Gründen mußten die beiden Grünewaldbilder im Mittelsaal untergebracht werden. Stattdessen schmük- ken den sich nach der Tiefe anschließenden kleineren Raum feine Elfenbein- Miniaturen (Dyptichon 14. Jahrhundert), Tafelstickereien nach Entwürfen von Hans Baidung Grien und sogenannte Drachenteppiche, die einstmals dem Chorgestühl gotischer Dome als Behang dienten. Zwei der wertvollsten Ausstellungsstücke sind die berühmte Tiefenbronner Monstranz, ein Meisterstück alter Goldschmiedearbeit, und das Kreuz von St. Stephan, das W. Jörg Schongauer zugeschrieben wird. Wie aus der Tiefe eines Kifchenschiffes empfängt den Besucher in einem anderen Raum der gesamte Altar von Weisweil (Kaiserstuhl), vielfarbig umflutet von geheimnisvollem Licht, das durch bunte Kirchenfenster hereinfällt. Holzplastiken, die aus der Werkstatt Tillmann Riemenschneiders stammen, geben dem andächtig stimmenden Raum noch eine letzte weihevolle Betonung. Einen endgültigen Eindruck von der Fülle der Werke zu vermitteln ist unmöglich, Tagelange Besichtigungen wären dazu erforderlich. Was gezeigt wird, steht außerhalb jeder kritischen Betrachtung. Die Werke gehören der Geschichte an und zeugen für „$ich selbst. Der Standpunkt des einzelnen zu ihnen wird freilich immer verschieden sein. Unsere Aufgabe kann es nur sein, einen kurzen Üeberblick des Geschehenen und Erlebten zu geben. W. Rose Die Kurbel: „Der Ruf« Drehbuchautor und Hauptdarsteller: Fritz Kortner. Ein Hemgekehrter, ein Vorstehender, ein Verzeihender. Einer, dem Heimat nicht nur Begriff, sondern Verpflichtung ist. Verpflichtung im höchsten, Verpflichtung im edelsten Sinne. Ein Gesicht, das Unbeugsamkeit spiegelt. Ein Gesicht aber auch, in dem ein Lächeln, der lei- Ieste Zug einer Bewegung so unerhört viel sagen kann. Indem Ünausgesprochenes Klang wird, Unverständliches feste Begründung findet. Ein Film ohne Tendenz. Gibt es Zeitfilme ohne Tendenz? Wenn tiefe menschliche Erlebniskraft um ihrer selbst willen sie formt, ja. Wohl werden Fragen aufgeworfen. Das Problem Schuld klingt auf. Daß es beantwortet wird, und zwar von einer alles begreifenden Warte heraus, ist das Verdienst Kortners, der den „Ruf“ damit zu einem, man möchte fast sagen, einmaligen Dokument der Freundschaft und des Friedenswillens gestaltet hat. »Es gibt keinen Staat von Verbrechern und es gibt keinen Staat von Helden", sagt er. Und „Kriege erzeugen stets neue Kriege“, ein Mahnwort an die Jugend Deutschlands, an die Jugend der Welt. ®b der Film Kortners Diskussionen aus- lösen wird? Man möchte es wünschen. Obwohl: was hier gesagt wird und w i e es gesagt wird, läßt jedes Gegenwort ohne Berechtigung. Wohl erheben sich auch im Ruf Gegenstimmen. Aber man spürt die Armut an geistiger Substanz, die dahinter- Opernsängerin Liselotte Dietl, die Gattin Edmund Eichingers, hat, wie wir erfahren, nach wiederholten Gastspielen an der Staatsoper München in »Tiefland" (Marta), „Freischütz" (Agathe) und „Cavalleria ru- sticana" (Santuzza) von Staatsintendant Dr. Hartmann eine ehrenvolle Einladung erhalten, an • den dies jährigen Musikfestspielen des europäischen Barock in Bayreuth innerhalb des Münchener Staatsopernensembles mitzuwirken. steckt, man vermißt da^ Bewußtsein der Verantwortung, man durchschaut die Enge des diktierenden Horizonts. Es geschieht nicht im Sinne einer belehrenden Tendenz, wir wiederholen es. Die Echtheit und Wahrhaftigkeit, die wunderbare Lauterheit, die in jedem Wort, in jeder Geste steckt, weißen jeden solchen Vorwurf zurück. Der Horizont, die Sichtweite, die Spannkraft einer universellen Persönlichkeit, ei; ner Persönlichkeit, die trotz der Bitterkeit des ihr Zugefügten, Kraft und Glaube genug besitzt, um zu verstehen, zu verzeihen, ein ergreifendes Selbstbekenntnis, das dieser Film offenbar werden läßt. Es ist nicht allein die geistige Atmosphäre, die diesen Streifen prägt. Es ist sein tiefer menschlicher Gehalt. Es ist die über schön und häßlich erhabene Reife der Darstellung. Johanna Hofer — eine voll-' endet frauliche Mimin, voll herber Verhaltenheit und Schwere. Rosemarie Murphy schön in ihrer weichen Zurückhaltung. Danebfen Ernst Schröder, Walter Hoffmann, Harald Mannl u. a. Regie Josef v. Baky. Für die hervorragende Aufnahmeleistung zeichnet R. Fichtner verantwortlich. Georg Haentschel schrieb die Musik. Palast-Lichtspiele: „Cirkus Bamey" Ein Streifen französischer Herkunft. Er unterstreicht zusammenfassend ungefähr all das, was uns an französischen Filmen in der Regel gefällt bzw. nicht gefällt. Er besticht. Er täuscht durch wunderbare Szeneneffekte über die Spärlichkeit der Handlung hinweg. Das Publikumswirksame, die Tiefgründigkeit der Charaktere, das Symbolische einer treffsicheren Bildwirkung und die dramatische Substanz einzelner Dialoge lassen den Eindruck des Bedeutsamen entstehen. Daß dieser Eindruck mit seiner Unmittelbarkeit auch an Wesentlichkeit verliert, liegt an' den mannigfachen Inkonsequenzen des Drehbuchs. Die Handlung ist — wie gesagt — dünn, ohne jede psychologische Voraussetzung, ohne inneren Zusammenhang, ohne Klarheit in der Durchführung angeschnittener Themen. Die Motive sind nirgends klar ersichtlich. Sie sind angedeutet, ohne indessen jemals ein fest umrissenes Bild hinterlassen zu können. Charme, Gewandtheit und Logik, drei Faktoren, die in diesem Streifen, soweit es sich um die Belange der Handlung handelt, abgehen. Um so erstaunlicher, daß es der Regie trotz dieser offensichtlichen Mängel gelungen ist, etwas wie einen „Reißer", wirksam, zum Teil dramatisch und mit ein paar unerhört starken und packenden Szenen, zu konstruieren. Der optische Gesamteindruck versöhnt mit mancher stofflichen Diskrepanz. Schauburg: „Nichts als Zufälle" Einer jener Rühmann-Streifen, die mehr durch Situationskomik als durch originellen Persönlichkeitswert gefallen. Heinz Rüh- mann: tollpatschig, vergeßlich, nervös wie immer. Komiker in jeder Nuance. Nicht gerade neu, aber zum Lachen anregend. Man wundert sich erneut, wie wenig es bedarf, um das Publikum zu unterhalten. Gut zu unterhalten. Nur eines turbulenten Kellersturzes, eines unfreiwilligen Zusammenpralls mit der Schwiegermama in spe und eines Stirnkusses bedarf es. Dazu und obendrein einiger burlesker Verwicklungs- szeneri' und des wieder einmal unvermeidlichen happy ends. Rühmann-Filme sind Geschmackssache, Freunde biederen Klamauks und anspruchsloser Remidemis werden auf ihre Kosten kommen. Ansonsten schrieb Franz Grothe die Musik dazu, E. W. Emo führte Regie. Darsteller wie Sonja Ziemann, Josef Meinrad, Grete Weiser und Fritz Kampers bürgen ihrerseits für Erfolg. -de Karlsruher Filmnotizen Samstag, 9. Juli 1949 S AZ.. Nummer 131 / Seite 7 Prozesse der Woche — kurz belichtet Geburtstagsfeier mit Nachspiel — Nachtwandler mit schwerem Gepäck — Eine teure Spritztour V ersammlungs-Termine der Parteien SPD. Rüppurr: Mitgliedervers,, 7. 7., 20.00, „Krone": Daxlanden: Offentl. Vers,, 9. 7., 20.00, „Sonne", Ref. Dr. Gutenkunst; Grünwinkel: Mitgliedervers., 9. 7., 20.00, „Rößle", Ref. Busch; Vertreter-Vers., 11. 7., 19.00, „Salinen", Ref. Möller; Weststadt: Oeffentl. Flüchtlings- vers., 11. 7., 20.00, „Felsenedc", Ref. Matzner u. Dr. Gutenkunst; Oststadt: Mitgliedervers., 14. 7., 20.00,, „Bemhardus- hof ; Südstadt u. Südweststadt: Oeffentl. Flüchtlingsvers., 14. 7., 20.00, „Ziegler", Ref. Matzner. CDU. Kreis d. Aktiven: 8. 7., 19.45, „Nowack"; Durlach: Wahlkreiskonferenz Khe.-Land-Pforzheim: 9. 7., 15.00, „Blume"; Gemütl. Beisammensein: 9. 7., 20.00, Kolpinghaus; Daxlanden: Mitgliedervers., 9. 7., 20.00, Ref. Dr. Laule; Ettlingen: Versamml., 9. 7., 20.00, „Hirsch"; Daxlanden: Frauenvers., 10. 7., 15.00, Gemeindehaus, Ref. Scherer (Mannheim); Mühlburg: Mitgliedervers., 15. 7., 20.00, „Stadt Karlsruhe". DVP. Wahlkreiskonferenz: 11. 7., 20.00, „Weißer Berg”; Ausschuß f. freie Wirtschaft: 12a 7., 20.00, Geschäftsstelle; Treffpunkt d. Demokraten: 14. 7., 20.00, „Weißer Berg"; Kulturausschuß: 15. 7., 20.00, Geschäftsstelle. KPD. Funktionärvers. 11. 7., 19.00, „Württ. Hof", Ecke Uhland- und Goethestraße; Daxlanden: Mitgliedervers., 14. 7., 20.30, „Sonne"; Innen-West: Mitgliedervers., 14. 7., 20.00, Parteibüro; Innen-Ost: Mitgliedervers., 15. 7., 20.00, „Nußbaum"; Durlach: Oeffentl. Wahlvers., 15. 7., 20.00, „Lamm", Ref. Riedinger. Karlsruhe-Land SPD. Berghausen: Mitgliedervers., 9. 7., - 20.30, „Kanne"; Bruchsal: Kreiskonferenz, 10. 7., 8.00, „Prinz Max", Ref. Möller u. Busch; Helmsheim: Oeffentl. Flüchtlings- versammlg., 10. 7., 15.00, „Rappen", Ref. Matzner. KPD. Rußheim: Oeffentl. Wahlvers., 16. 7., 21.00, Rathaus, Ref. Betz; Linkenheim: Oeffentl. Wahlvers., 16. 7., 20.00, „Grüner Baum", Ref. Schick. Sonntagsdienst der Aerzte und Apotheken Aerzte: Karlsruhe-Stadt: Dr. Neef, Me- lanchthonstr. 2, Tel. 3858; Dr. MutscheUer, Prax.: Marienstr. 53, Tel. 9141, Privat: Damaschkestr. 46, Tel. 3686; Dr. Braun, Leopoldstr. 49, Tel. 2907; Dr. Czerwenka, Kriegsstr. 155, Tel. 2758. — Durlach: Dr, Heinz, Reichenbachstr. 17, Tel. 91681. — Rüppurr: Dr. Brauns, Breisgaustraße 2, Telefon 7062. Apotheken: Löwen-Apotheke, Kaiser- str. 99, Tel. 1460; Karl-Apotheke, Karl- str. 18b, Telefon 6717; Adler-Apotheke, Augartenstr, 37, Tel. 8251; Sonnen-Apo- theke, Gebhardstr. 35, Tel. 1758; Stern- Apotheke, Hardtstr. 38, Tel. 2039. Ein Gutedelquartett, der 18jährige Wolfgang D., der 23jährige Hermann P., der 20jährige Fritz B. und der 18- jährige Winfried M. kletterte ln einer Mainacht mit dem jugendlichen Heinz Sch., der mit der Oertlichkeit vertraut war, in den Hofraum einer Feinkosthandlung. Nach Entfernung eines Eisenrostes tauchten sie in einen Schacht und gelangten nach gewaltsamer Oeffnung einer Luftschutztür an die Weinvorräte des Geschäfts. Nach zweimaligem Besuch hatten sie 30 Flaschen „sichergestellt“. Daraufhin stieg in der Küche von Frau M. mit deren Töchter eine Geburtstagsfeier, die mit schweren Köpfen endete. Mit einigen aus dem Gelage geretteten Flaschen wackelten Hermann, Fritz und Wolfgang durch die Amalienstraße. Dabei kamen sie mit einer Scheibe in unsanfte Berührung Ein Schutzmann erschien auf dem Plan. Er glaubte den angeheiterten Jünglingen das Märchen von der „versilberten“ Uhr und dem dafür gekauften Wein nicht. Auf der Wache wurde der Kausalzusammenhang zwischen dem Einbruch in dem Feinkostgeschäft und der vorgerückten Stimmung der splendiden Geburtstagsgäste festgestellt, die sich durch fleißige Lektüre von Kriminalromanen die nötigen Fachkenntnisse erworben hatten. Wegen des nächtlichen Diebesabenteuers standen sie vor dem Amtsgericht, das Gefängnisstrafen von 3 bis 6 Monaten aussprach. Als gefährlicher Nachtwandler entpuppte sich der 43jährige Karl P. aus Mingolsheim, ein langjähriger Insasse * diverser Strafanstalten. In einer Aprilnacht radelte er von Bruchsal in Richtung Bretten und Bauschlott. Sein Weg führte entlang der Bahnlinie bis zur Rinklinger Brücke. Dort legte er sein Rad ab und ging querfeldein zur Die- delsheimer Mühle. Ueberraschend wurde er von einer Polizeistreife gestellt, die erstaunt war, von ihm zu hören, er habe sich ausruhen wollen. Er führte einen Rucksack mit Meißel und Beißzange sowie einen weiteren Sack bei sich und spielte den Harmlosen. Hühnerfutter habe er holen wollen. Das Gericht erblickte in der Mitnahme der verdächtigen Werkzeuge einen Hinweis dafür, daß Karls nächtliches Ziel Hasen- oder Hühnerställe gewesen sind. Wie die Polizisten bekundeten, haben die bis dahin zahlreichen Kleintierdiebstähle in jener Gegend aufgehört, seit Karl nicht mehr nachtwandelt. Wegen des Besitzes von Diebeswerkzeugen, die eingezogen wurden, verdonnerte das Gericht den verstockten Sünder zu einem Semester bei Vater Philipp. Aus der Pfalz kam der 22jährige vorbestrafte Karl M. aus Annweiler über den Rhein zum Besuch der Karlsruher Messe. Er fand dort zwei gleiche Seelen, beteiligte sich am Diebstahl eines Jeep und machte eine nächtliche Schwarzfahrt nach Baden-Baden und Rastatt mit. Aus einem Garten beim Schmiederplatz stahl das saubere Trio zwei Stallhasen, um die Fahrt mit einem schmackhaften Hasenessen abzuschließen Mit erfreulicher Offenheit im waschechten Pfälzer Dialekt gab Karl vor dem Richter seine Beteiligung am Hasenmausen zu. Wegen des Jeep hat er bereits 2 Monate vom amerikanischen Gericht abbekommen und seine Bunte Kurznachrichten Lebhafte „Polterei“ BAD NÄUHEIM. Als der Inspirator der nach dem Kriege in Ober-Mörlen wieder aufgelebten Polterabende heiratete, zeigte sich die Dorfjugend als sehr gelehrig. Sie zerwarfen in der Nacht vor der Hochzeit vor seinem Hause soviel altes Gerümpel, wie Töpfe, Kannen, Eimer, Schüsseln u. a., daß der Hochzeiter am nächsten Vormittag nicht weniger als fünf Wagen Schutt abfahren lassen mußte. Ueberfall auf Geldbriefträger BAD HOMBURG (SWK). Auf einen Geldbriefträger wurde in Bad Homburg ein schwerer Raubüberfall verübt. Nachdem er von einem Unbekannten von hinten mit Hieben auf den Kopf niedergeschlagen worden war, raubte ihm der Täter ca. 1200 DM und ergriff die Flucht. Sturz aus 25 Meter Höhe MANNHEIM. Bei Abbrucharbeiten an einem Lagerhaus im Hafengebiet stürzte ein Bauarbeiter aus 25 Meter Höhe ab und erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport ins Krankenhaus verstarb. Ein übler Scherz WEINHEIM (MK). Ein hier wohnhafter Studienrat, der an einer Fachschule in Mainz tätig ist, unternahm mit seinen Schülern einen Ausflug. In fröhlicher Runde erlaubten sich die Schüler den Scherz, ihrem Lehrer ein Medikament in den Wein zu schütten. Spießgesellen 8 und 4 Monate. Nun gabs noch als weitere saure Nachspeise 5 Monate. In einer Aprilnacht stiegen der 45- jährige Hugo J. und der 25jährige Ludwig O. in einen Hausruinenkeller, der als Lager einer Drogerie diente. Dort füllten sie etwa 50 Liter Leinöl in drei Kanister ab. Auf dem Rückweg liefen die beiden Oelinteressenten einem Hüter des Gesetzes in die Arme. Sie hatten das Leinöl verkaufen wollen, damit der arbeitslose Ludwig etwas Geld auf die Hand bekäme. Dieser kleine Gangsterölfilm war gedreht nach der Idee von Hugo, der beim Strafrichter ebenso wie sein Assistent zwei Monate Gefängnis bezog. Ein Gnadengesuch der beiden -bisher Unbestraften dürfte Erfolg haben. aus Südwestdeutschland Der Lehrer mußte mit schweren gesundheitlichen Störungen in das Krankenhaus eingeliefert werden und es dauerte einige Tage, bis die Gefahr beseitigt war. Für den leichtsinnigen Täter wird es ein böses Nachspiel haben. Kain und Abel HEILBRONN. Ein Zwanzigjähriger verletzte seinen um 16 Jahre älteren Bruder durch Messerstiche so schwer, daß dieser in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Verhängnisvoller Kinnhaken LAHR. Ein 16jähriger und ein 17jäh- riger Bursche gerieten in der Gemeinde Hugsweier in Streit, wobei der eine mit einem Kinnhaken zu Boden gestreckt wurde. Dieser schlug mit dem Kopf so unglücklich auf, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt und im Krankenhaus verstarb. Angeklagte Eisenbahner TÜBINGEN (SWK). 22 ehemalige Eisenbahner werden sich in diesen Tagen vor der Großen Strafkammer in Tübingen wegen schweren Diebstahls, Amtsunterschlagung u. a. verantworten müssen. Unter Sandmassen erstickt LEINRODEN. In einem Sandbruch bei Leinroden wurde ein Arbeiter von Sandmassen verschüttet. Bevor er geborgen werden konnte, war er bereits erstickt. ht. OFFEN GESAGT.., Um die „Bauchläden“ Auf die am 6. Juli an dieser Stelle veröffentlichte Zuschrift „Auswüchse der Gewerbefreiheit“ erhielten wir folgende Entgegnung: „Ihr Artikel unter „Offen gesagt“ ist offen gesagt eine grobe und einseitige Beleidigung. Ich möchte für meinen Betrieb speziell behaupten, daß cs glatt unmöglich ist, bei 11 Mitarbeitern seine „Abgaben“ nicht pünktlich zu entrichten. Im Gegenteil behaupte ich, daß ein Einzelkaufmann, der sein Geschäft alleine betreibt, viel eher die Möglichkeit hätte, seine „Abgaben“ nicht pünktlich zu entrichten. Ferner dürfte es eine allgemein bekannte Tatsache sein, daß es doch gerade der Einzelhandel selbst ist, der dazu beitrug, daß die Bauchläden überhandnahmen. Die aus Konkurrenzgründen eingesetzten gelben Kästen des Tabakeinzelhandels betragen ein Mehrfaches der Kästen des Karlsruher Raucherdienstes. Es ist daher um so unverständlicher, wenn gerade aus Kreisen des gleichen Einzelhandels, der sich doch mit überwiegender Mehrheit an diesem Geschäft beteiligt, derartig gehässige und die Situation vollkommen entstellende Artikel veröffentlicht werden.“ Horst Böntgen (Karlsruher Raucherdienst) Pferd gegen Motor Zu der Lokalspitze „Pferdeverstand" in der SAZ vom 4. Juli, die von allen ehr- lidien Sportlern beider Sportarten mit großer Spannung aufgenommen wurde, möchte ich als Pferdefreund und alter Motorsportler noch ergänzend Stellung nehmen. Was sich hier ein Verein für Pferdezucht und Rennen mit der Veranstaltung „Pferd gegen Motor" auf der Rheinhafenbahn geleistet hat, ist nicht nur bedauerlich, sondern geradezu beschämend. Daß diese, im wahrsten Sinne des Wortes, billigste Attraktion nichts mehr mit Sport zu tun hatte und jeden Pferdezüditer in Wallung bringen mußte, bedarf wohl keiner besonderen Betonung. Der Verein für Pferdezucht und Rennen hat damit dem Pferdesport den schlechtesten Dienst erwiesen. Es ist nur schade, daß an diesem Tag der Pferdeverstand nicht über den Menschenunverstand den Sieg davontragen konnte, sonst wäre sicherlich den unverantwortlichen Veranstaltern und den beteiligten Matadoren des Gashebels und des Reitsattels mancher Pferdehuf gegen die Rippen gekeilt worden, daß ihnen für immer die Lust zu derartigen Entgleisungen auf pferdesportlichem Gebiet vergangen wäre. Die oberste Pferdesportbehörde wird in dieser Angelegenheit noch ein Wort zu reden haben. K. H. Fine Stadt im Fußballtaumel Schlafzimmer-Einrichtung gegen Eintrittskarte — Völkerwanderung um einen lgteiiigen Ball STUTTGART, 8. Juli (Eig.-Ber.). Nur wenige Stunden trennen von dem größten deutschen Fußball-Ereignis des Jahres: dem Kampf um die deutsche Meisterschaft im Stuttgarter Neckar-Stadion. Nicht nur aus Mannheim und Dortmund, deren Mannschaften einander auf dem grünen Rasen gegenüberstehen, sondern aus allen - Gegenden Trizoniens werden zahlreiche Sonderzüge erwartet. Finanzkräftigere Fußball-Enthusiasten aus dem Rheinland und der benachbarten Schweiz haben sich sogar Sonderflugzeuge für diesen Zweck gechartert. Insgesamt rechnet man mit weit über 100 000 Gästen, obwohl das Stadion trotz fieberhaften Ausbaus höchstens 90 000 Menschen fassen kann. Ein Run sondergleichen setzte bereits am Sonntagnachmittag auf die Eintrittskarten ein, die von den Veranstaltern in weiser Voraussicht erst eine Woche vor dem großen Ereignis ausgegeben wurden, um Fälschungen usw. weitgehend zu unterbinden. Zahlreiche Unverwüstliche belagerten schon 17 Stunden vorher die wenigen Vorverkaufsstellen und der darniederliegende Schwarzmarkt, der seine Mit- „Quer durch 60 Radrennfahrer kämpfen um Das größte Berufsfahrer-Straßenrennen führt am 9.—23. Juli von Hamburg über 2700 km (in 13 Etappen) bis zum Zielort München. Am Start sind 60 Fahrer, die für folgende Firmen fahren: Bauer (6), Bismarck (7), Dürkopp (9), Expreß (7), Goldberg (6), Heidemann (6), Meister (5), Patria (8), Rabeneick (6). 14 Mechaniker, 9 Masseure, 8 Hilfskräfte für Verpflegung, 30 Chauffeure der Begleitfahrzeuge, 30 Firmenvertreter, je 1 Firmenmanager, 1 Chefmanager, ferner Or- ganisations- und Sportleitung begleiten sie. Von Hamburg geht die Fahrt über Hannover, Bremen, Bielefeld, Dortmund, Köln, Frankfurt/M., Mannheim, Freiburg, Waldshut, Singen, Garmisch, Bad Reichenhall nach München. Zweck und Sinn der Fahrt ist eine' Zerreißprobe des Materials und selbstverständlich eine harte Schulung unserer Fahrer, speziell in den bergigen Etappen der zweiten Hälfte der Fahrt. Bereits 1927 wurde die erste Langstreckenfahrt dieser Art gestartet. Es war die Opel-Deutschlandrundfahrt für Amateure. Es wurde alle 8 Tage eine Etappe gefahren, so daß beinahe die ganze Rennsaison besetzt war. 1930 folgte eine Deutschlandrundfahrt mit 10 Etappen und 11 Ruhetagen (!), und da die Verpflegung besonders reichhaltig war, kamen die Fahrer fast mit mehr Körpergewicht in Berlin an, als sie beim Start hatten. Sieger wurde Hermann Buse (Berlin). — Die Opelwerke Rüsselsheim brachten 1931 eine Opelrundfahrt mit internationaler Betelsmänner dahin beordert hatte, erlebte noch einmal eine Hausse: Sitzplatzkarten, die 10.— DM gekostet hatten, stiegen innerhalb weniger Stunden auf 50.—, 100.—, -ja 300.— DM. Ein ganz fanatischer Fußball-Jünger soll sogar eine komplette Schlafzimmer- Einrichtung für einen Tribünen-Platz geboten haben! Die Stuttgarter Stadtväter witterten rechtzeitig - die große Chance, die sich der Neckar - Metropole mit diesem Meisterschafts-Spiel darbietet. Mit einer bewundernswerten Rührigkeit wurde beraten, geplant, gebaut und alles nur Erdenkliche vorbereitet, um all den Tausenden Stuttgart als Stadt der Gastlichkeit und des pulsierenden Lebens von ihrer besten Seite zu zeigen. Keine geringen Kopfschmerzen bereitete allein das Problem, wie man in der zusammengeschlagenen Halb- millionen-Stadt noch Zehntausende zusätzlicher Schlafgänger unterbringen solle, denn günstigstenfalls stehen etwa 5000 „Fremdenbetten“ zur Verfügung. Aber auch diese Frage wird in genialer und verblüffender Weise gelöst werden: Samstag-Sonntag wird in Stuttgart die Nacht ausfallen! Keine Deutschland“ das „Grüne Band der IRA“ Setzung zustande. Erich Metze gewann sicher vor Oskar Thierbach und dem zweifachen „Tour de France“-Sieger Nikolaus Frantz. Erst 1937 gab es wieder eine Rundfahrt über 3000 km mit 12 Etappen, bei der sich Otto Weckerling den Sieg sicherte. Unvergeßlich ist allen Radsportfreunden die Siegesfahrt von Hermann Schild im Jahre 1938, bei der die 63 Fahrer aus 7 Nationen 3777 km zurücklegen mußten. Die „Großdeutschlandfahrt“ genannte Rundfahrt 1939 sah Umben- hauer (Nürnberg) mit einem klaren 10-Minuten-Vorsprung über 5013 km (in 20 Etappen) als Sieger. Das 1947 gestartete „Grüne Band vom Rhein“ war ein 6-Etappen-Rund- streckenrennen, das Bautz (Dortmund) gewann. Die erste Fernfahrt nach dem Kriege kam 1948 mit dem „Grünen Band der IRA“ über 1500 knj in fünf Etappen und 5 Rundstrecken-Rennen in Stuttgart, Wiesbaden, Gießen, Köln, Bielefeld und Hamburg zur Austragung und wurde von dem Frankenthaler Hilbert gewonnen. H. M. Erster Etappensieg Coppi's Der Italiener Fausto Coppi beendete die 6. Etappe der „Tour de France“, die von Les Sables nach La Rochelle (92 km) führte, als Sieger vor dem Schweizer Kübler. Der letztjährige „Tour“-Gewinner Cino Bartali kam mit 4,31 Minuten hinter Coppi als Sechster durchs Ziel. Sieger der 8. Etappe von La Rochelle nach Bordeaux (262 km} wurde Le- pebie (Frankreich), Polizeistunde, kein Ladenschluß in der City, keine Stromeinschränkungen, sondern Festbeleuchtung mit allen Lichtreklamen, Scheinwerfern, Beleuchtung der öffentlichen Gebäude, Tanz in Hotels und Schenken, ja sogar auf den Straßen und Plätzen. Auch die Kinos werden die ganze Nacht hindurch spielen und auf der Königsstraße, der sonst so soliden schwäbischen Hauptstadt wird sich ein Nachtleben abspielen, das dem St. Paulis in den besten Friedensjahren in nichts nachstehen dürfte. Auch die Straßenbahnen sind für einen Massenansturm vorbereitet: In den Stunden vor dem Spiel werden die Bahnen im 45-Sekunden-Verkehr die Menschenmengen vor dem Stadion ausspeien. Ein Heer von Limonade- und Eisverkäufern, von Sanitätern md Polizisten stehen bereit, um den Gästen in allen Lebenslagen helfen zu können. Auch für die Millionen, denen die Reise nach Stuttgart unmöglich ist, ist alles getan, um sie an dem großen Ereignis teilhaben zu lassen: Zahlreiche Kabinen für die Radio-Reporter und Sport-Journalisten, die direkte Telefonverbindung mit ihren Redaktionen haben werden, sind bereitgestellt. Rings um das Spielfeld sind Löcher für die Kamera-Männer der Wochenschauen und der Lloyd-Filmgesellschaft ausgehoben, deren 12 Film- Reporter alles daransetzen werden, um auf einem 350 m langen Filmstreifen die packendsten Szenen des großen Spiels schwarz auf weiß festzuhalten. Die Amerikaner haben sogar einen Hubschrauber zur Verfügung gestellt, um auch noch aus der dritten Dimension filmen zu können. Bereits drei Tage nach dem Spiel sollen, so hofft diese Film-Gesellschaft, die ersten Kopien dieses Filmes in den westdeutschen Kinos anlaufen. lieber 100 Nachwuchs Das mit einiger Spannung erwartete erste Karlsruher Seifenkisten-Rennen beginnt am Sonntagvormittag um 10.00 Uhr auf der 1,2 km langen Strecke der Rittnertstraße am 'Turmberg. Zu dem Rennen haben über 100 Jungen aus Karlsruhe und Umgebung im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren ihre Nennung abgegeben. Einige von ihnen bringen ganz beachtliche Eigen- bau-„Rennwagen“ an den Start. Das Rennen selbst gilt als Vorlauf zu dem am 24. Juli in München stattfindenden Endlauf um die US-Zonen-Meister- schaft. Nach den bei den Probefahrten erzielten km/std, die erheblich über denen von Stuttgart und Heilbronn liegen — wo jeweils rund 20 000 Zuschauer einen imposanten äußeren Rahmen bildeten — gehen die Sieger von Karlsruhe nicht aussichtslos ln diesen Endlauf. Dr. Bauwens, 1. Vorsitzender des DFB . Gestern , nachmittag wurde in Stuttgart-Bad Cannstatt, am Gründungstag des Deutschen Fußballbundes, Dr. Pecco Bauwens (Köln) mit 107 gegen 7 Stimmen bei 11 Stimmenthaltungen zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Fußballbundes gewählt. Entgegen der Ansicht, die vor der Tagung herrschte, wurde nicht der Chef der Süddeutschen Oberliga, Dr. Walter (Stuttgart), zum 2. Vorsitzenden gewählt, sondern der 1. Vorsitzende des Bayerischen Fußballverbandes, Huber (München). Diese Wahl geschah einstimmig durch Zuruf von den versammelten Delegierten aus ganz Fußball-Deutschland. Die Versammlung genehmigte ferner einige geringfügige Satzungen. Im Laufe der Verhandlungen wurde Scharlemann (Kiel) die Berechtigung abgesprochen, zu dem Jugendausschuß zu kandidieren, da sein Verhalten in der berühmt gewordenen Affäre Hamann als nicht einwandfrei festgestellt wurde. An seiner Stelle wurde der Stuttgarter Wied gewählt. Weiterhin wurde Arpe (Schleswig-Holstein) zum Schatzmeister gewählt, Rechtsauschußvorsitzender wurde Dr. Eckart (Worms), Spiel&usschuß Vorsitzender Weber (Solingen), der somit seine Position zu halten wußte, Jugendausschuß-Vorsitzender Dr. Zimmermann (Karlsruhe) und Schiedsrichterausschuß-Vorsitzender Kurt Müller (Stuttgart). Im Rechtsausschuß befinden sich folgende Beisitzer: Dr. Rük- kert (Westfalen), Klippel (Niedersachsen), Dr. Lorey (Hessen) und Zins (Bayern). Ersatz-Beisitzer sind: Jans- sen (Bremen) und Dr. Heynen (Hamburg). Beisitzer des Jugendausschusses wurden: Schapalai (Niedersachsen), Kollenbach (Westfalen), Feldmc.nn (Hamburg) und Wied (Stuttgart-Münster). Beisitzer des Spielausschusses sind: Stock (Hamburg), Decker Schweinfurt), Burmeister (Hannover) und Schmedeshagen (Gälsenkirchen). Nach den Wahlen wurde die Tagesordnung abgebrochen. Heute vormittag stehen zwei heikle Themen auf der Tagesordnung: Das Profi- und das Amateur-Statut. Sport-Vorschau Fußball Endspiel um die deutsche Meisterschaft: VfR Mannheim—Borussia Dortmund in Stuttgart (So. 16 Uhr). Unter Leitung des Berliner Schiedsrichters Zacher — Linienrichter sind die bekannten Stuttgarter Schiedsrichter Hirsch und Reinhardt — werden die Mannschaften voraussichtlich in folgender Besetzung antreten: Mannheim: Jockei (29); Rößling (32), Henninger (32); Müller (32), Keuer- leber (25), Maier (27); Bolleyer (26), Langlotz (29), Löttke (30), Stiefvater (26) , de la Vigne (29). Dortmund: Rau (20); Rumhofer (27) , Halfen (24); Buddenberg (22), Ko- schmieder (27). Schanko (29); Erdmann I (28), Mikallek (26), Kasperski (24), Preißler (27), Ihbel (25). In Klammern das Alter der Spieler. „Rennfahrer" am Start Außer dem Start der bekannten Karlsruher Rennfahrer Gabienz, Polenski. Schnell und Weidemann (auf schauer einen interessanten Kampf ihren Renn-Fahrzeugen) erleben die Zuschauer einen interessanten Kampf der „Seifenkistenwagen“, die von diesen Rennfahrern einerseits und von Presse- und Rundfunkleuten andererseits gesteuert werden. Die Besucher der Rennen haben darüber hinaus Gelegenheit, ab 16 Uhr die Rundfunk- Uebertragung des Endspiels um die deutsche Fußballmeisterschaft zu hören. Während der Veranstaltung findet ein Losverkauf der „ADAC-Lotterie zur Hebung des Motorsportes“ statt. Das Los kostet 1 DM. Als Preise sind ein Volkswagen (1. Preis), Motorräder, Fahrräder, Rex-Motoren, sowie 2500 weitere Gewinne vorgesehen. Um den dritten Platz: Kik- kers Offenbach — 1. FC Kaiserslautern in Koblenz (Sa.). Handball Der Verbandstag findet morgen 9.30 Uhr im Gasthaus zum „Elefanten“ statt. Hierzu sind auch die Schiedsrichter eingeladen. Tennis Am Sonntag empfängt der KETV die spielstarke Herrenmannschaft des TC Freiburg zum Vorschlußrundentreffen der „Kleinen Medehspiele“ auf seinem Platz am „Kühlen Krug“. Spielzeit von 10—12 und 15—17 Uhr. Hochschulstadion Sa. 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr Vergleichskampf TH Karlsruhe — Uni Heidelberg. Boxen Boxring Knielingen und Langensteinbach stehen sich am Sonntag, 20 Uhr, im Schulhof in Knielingen zu einem Mannschaftskampf gegenüber. Ringen Die süddeutschen Einzelmeisterschaften finden in diesem Jahre fast ausschließlich in Baden statt. Die ersten beiden Klassen — Leicht- und Mittelgewicht, kämpfen am kommenden Samstag und Sonntag in Freiburg- St. Georgen um die Titel. Schwimmen Werbeveranstaltungen in Graben mit dem KSN 99 Neptun Karlsruhe und Weingarten mit KTV 46. Süddeutsche Meisterschaften der Kunst- und Turmspringer in Heilbronn. Pferderennen Internationale Pferderennen in Iffezheim (So. 14 Uhr). Samstag, 9. Juli 1949 Nummer 131 1 Seit« f 3ÄZ Kommunalpolitische Schule im Ettlinger Schloh Vertreter der Kreise und Gemeinden werden in fünftägigen Kursen für ihre Aufgaben geschult Landwirte fuhren in die Pfalz JSrste Versuchs-Ringfahrt der Landwirtschaftsschule Graben Wir haben nicht zu viel gesagt, als wir kürzlich behaupteten, daß die Ettlinger ein äußerst rühriges Völkchen sind, das sich laufend bemüht, die Stadt in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken. In diesem Fall gebührt das Lob wohl hauptsächlich der Stadtverwaltung, die es verstand, eine nach dem Krieg erstmalig geschaffene Institution in ihren Mauern aufzunehmen. Bereits seit einigen Wochen spricht man davon, daß im Ettlinger Schloß eine kommunalpolitische Schule für ehrenamtliche Gemeinde- und Stadträte, sowie Kreistagsabgeordnete eingerichtet werden soll, eine Schule, der die 26 Landkreise und die sieben kreisfreien Städte des Landes Württemberg-Baden angehören, die sich die Aufgabe gestellt hat, den genannten Volksvertretern eine umfassende Ausbildung für ihre Aufgabengebiete zu vermitteln. Leiter dieser Institution wird Beigeordneter Dr. Dr. Hagen vom Würt- temberg-Badiachen Städteverband sein, der gleichzeitig auch Dozent für kommunale Wirtschaftslehre an der technischen Hochschule Karlsruhe ist. Die Lehrgänge werden in der Regel eine Dauer von 5 Tagen haben und jeweils 36 Teilnehmer aus allen Mitgliederkreisen und Städten zählen. Die Einweihung erfolgt nach den Bundesratswahlen. , Wie notwendig gerade in der heutigen Zeit ein derartige Schule ist, geht aus der Tatsache hervor, daß es nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches und durch die in der nachfolgenden Zeit herrschenden Zustände notwendig war, die Stadt- und Gemeindeverwaltungen schnellstmöglichst neu aufzubauen um wieder einigermaßen geordnete Verhältnisse zu schaffen. Dabei blieb es nicht aus, daß in die Stadt- und Gemeinderäte Abgeordnete gewählt wurden, die infolge ihrer Jugend das erste Mal mit der kommunalen Arbeit in Berührung ksm«» und daher logischerweise nicht die Erfahrungen mitbrachten, die für derartige Aufgaben nun einmal erforderlich sind, zumal auch eine ganze Reihe von wesensmäßdg vollkommen neuen Problemen auftauchten, wie z. B. der Wiederaufbau, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Eingliederung der Flüchtlinge, die ohne Vorbild in der kommunalpolitischen Geschichte der deutschen Länder sind. Dazu kamen eine Reihe für die staatliche Neuordnung notwendige Aufgaben, wie sie etwa im Finanzhaushalt in Aus dem Weingartener Gemeinderat Finanzierung der Siedlung gesichert— Kulturarbeiten werden eingestellt Zu Beginn der letzten Gemeinderatssitzung erläuterte Herr Eiermann von der Bad. Landesbausparkasse die Vertragsentwürfe für die Siedlung bei der Waldbrticke. Hiernach wird für jedes Haus (2 Wohnungen) ein Bausparvertrag über 7000 DM abgeschlossen. Die Gemeinde stellt, da die Siedler hierzu nicht in der Lage sind, ein zinsloses Grundkapital in Höhe von 3500 DM, das. sobald die Siedler von der Landeskreditanstalt den Baukostenzuschuß von 3000 DM erhalten haben, an die Gemeinde zurückgezahlt wird. Durch diese Methode seitens der Gemeindeverwaltung wird es Familien mit geringem Eigenkapital möglich sein, sich an der Siedlung zu beteiligen. Die Bad. Landesbausparkasse hat sich großzügig bereit erklärt, die Finanzierung sofort durchzuführen, besorgt darüber hinaus die erste Hypothek über 5000 DM gegen 5 % Zins und gibt selbst 3000 DM als zweite Hypothek, die mit 6,5 % verzinst werden muß. Wenn eine vollständige Tilgung nach 8 Yi Jahren erfolgt sein soll, beträgt der monatliche Zins für ein 2-Fami- lienhaus- etwa 68 DM. Das Baugelände wurde von der Gemeinde zum Preise von 0.75 DM pro qm in Erbpacht vergeben. Vorläufig wird jedoch kein Erbbauzins erhoben. — Aus dem Monatsbericht des Revier- företers ging'hervor, daß die Kulturarbeiten im Walde über die Som- imermonate eingestellt werden. Die gegenwärtige Witterung wirke .sich nachteilig aus. Der Fronmeister berichtete, daß der Ertrag der Heuernte von den gemeindeeigenen Wiesen zufriedenstellend sei und für den Farrenstall ausreichen würde. 600 Ztr. Heu seien geerntet worden. Die Arbeiten seien durch Gemeindearbeiter vorgenommen worden, sodaß die Kosten pro Ztr. frei Stall 3 DM nicht überschritten hätten. — Die Herrichtung des Saumweges zur Bohrstelle der Fa. Dailmann sei beendet, z. Zt. würden 10 Mann zur Tesrung von Ortsstraßen herangezogen werden. Mit den Bewässerungsarbeiten sei ebenfalls begonnen worden. — Die tiefbautechnische Planung für das Gelände Hinterdorf —Bruch -wurde vorgelegt und wird in der nächsten Sitzung Gegenstand einer Beratung sein. — Der Forstwart August Rüssel wird vom 8. August bis 10. Dezember an einem Forstwart-Lehrgang teilnehmen. — Die Verlegung der Wasserleitung im Angebotsverf ähren wurde den Firmen Lotsch und Singer gemeinsam übertragen. — Der vorgeschlagene Ausbau von Wohnungen im alten Krankenhaus (1 Zimmer, 1 Küche), in der alten Brauerei Nagel (1 Küche, 3 Zimmer) und im Hinterhaus (1 Küche, 2 Zimmer) wurde genehmigt. — Dem Vorschlag des Bürgermeisters, dem Fremdenverkehrsverband beizutreten, wurde zugestimmt. — Am Sonntagnachmittag führt der KTV Karlsruhe im hiesigen Schwimmbad eine Werbe - Veranstaltung für den Schwimmsport durch, wozu die Einwohnerschaft eingeladen wird. O. H. Immer noch Morscher Rathausneubau Gemeinderäte diskutierten Ort des Neubaues an Hand von Modellen In 4er letzten Gemeinderatssitzung standen den Gemeinderäten neben einer Anzahl Entwürfen Modelle des Rathausneubaues aus Gips und Holz zur Verfügung. Der Bahnhofsplatz in Miniaturgestalt mit den kleinen Modellen soll den Gemeinderäten ihre verantwortungsvolle Aufgabe bezüglich der richtigen Position des zu erstellenden Neubaues erleichtern helfen. — Ein Antrag des noch außer Dienst befindlichen Hauptlehrers Ludwig Wander -zwecks Wiedereinsetzung irq hiesigen Schuldienst wurde von allen Fraktionen befürwortet. In der Hauptsache wurde angeführt, daß der Antragsteller sofort nach seiner Rückkehr mit der Picke in der Hand intensiv mitarbeitete und damit zu erkennen gab, daß er seinen politischen Irrtum einsah. Nach Revidierung des damals gefaßten Beschlusses wurde dem Antrag bedenkenlos dahingehend stattgegeben, daß gegen eine Wiederverwendung des Ludwig Wander im Morscher Schuldienst nichts einzuwenden ist. — Ein ausführliche Friedhofsordnung wurde im Entwurf verlesen und vom Gemeinderat einstimmig genehmigt. Die Satzung ist inzwischen der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorgelegt worden. — Akut geworden ist auch die Frage nach einem neuen Rummelplatz, da der Bahnhofsplatz durch den Rathausneubau dafür nicht mehr in Frage kommt. Ebenso muß ein Festplatz zur Abhaltung von Vereinsfesten geschaffen werden. — Das im Gefallenenfriedhof aufzustellende Ehrenmal wird die sinnvolle Aufschrift „Treue um Treue“ tragen. — Am letzten Samstag fand im Schwur, gerichtssaal des Landgerichts die Vereidigung der Friedensrichter statt An diesem feierlichen Akt nahmen auch die für die Gemeinde Mörsch bestellten Friedensrichter teil. — Nachdem auf der Strecke Karlsruhe- Duimersheim-Rastatt seit neuester Zeit Omnibusse eingesetzt sind, deren Kurse mit den Fahrplänen der Reichsbahn parallel laufen, wäre für Mörsch die Gelegenheit eines indirekten Anschlusses zur Reichsbahn gegeben. Wir hoffen, daß die Kraftwagenlinie Mörsch einschaltet. — Am kommenden Sonntag findet hier ein örtlicher Katholikentag, verbunden mit einer Festversammiung im Volkshaus statt H. W. Erscheinung treten (Finanz- und Lastenausgleich, kommunale Kredite oder die Wahnbaufinanzierung). Also alles Aufgaben, die iim Brennpunkt des öffentlichen Interesses stehen, in früheren Zeiten aber kaum vorkamen oder zumindest, solange geordnete Verhältnisse herrsch, ten, nur von untergeordneter Bedeutung waren. Was lag also näher, als hier einzugreifen und den Männern, die als gewählte Vertreter des Volkes über eine Unzahl von Vorlagen und andere Probleme zu entscheiden haben, eine gründliche Schulung zu vermitteln und sie sowohl mit der Theorie als auch mit der Praxis vertraut zu machen. Darüber hinaus geht es bei diesen Lehrgängen auch darum, die Abgeordneten über das grundsätzliche Verhältnis der Gemeinde zum Staat, — also die Erläuterung des Begriffes Selbstverwaltung — zu belehren. Auch die Einführung in das Ge-, meinde-, Kreis- und kommunale Fi- nanzrecht soll eine gewisse theoretische Grundlage der Schularbeit bilden, auf welcher sich dann die praktische Arbeit aufbauen wird. Letzt- endlich werden auch Unterweisungen auf dem Gebiet des Wohnungswesens und der Flüchtlingsbetreuung erfolgen. Wenn auch von verschiedenen Seiten den geplanten Kursen noch einiges Mißtrauen entgegengebracht wird, so sollte doch die Zukunft beweisen, daß sich diese Institution durchaus zum Nutzen aller auswirken kann, da sie den Abgeordneten ein besser fundiertes Wissen vermittelt und Fehlentscheidungen, wie sie des öfteren Vorkommen, wenn auch nicht ausschaltet, so aber doch wesentlich verringert. Jo Lehr- und Versuchs-Ringfahrten waren vor dem Kriege bei der bäuerlichen Bevölkerung immer sehr beliebt, brachten sie doch jeweils neue Erlebnisse, neue Eindrücke und praktische Anregungen für den eigenen Betrieb. Nicht zuletzt kamen auf diese Art und Weise an einem besonderen Feiertag die Bewohner der einzelnen Dörfer einander näher. Als die unter Leitung von Landwirtschaftsrat Hampe stehende Landwirtschaftsschule Graben zu ihrer ersten Lehrfahrt nach dem Kriege einlud, war es deshalb vorauszu- sehfen, daß sich trotz der akuten Geldknappheit vor der Ernte ein großer Teil der ehemaligen Winterschüler, sowie auch die älteren Jahrgänge, an dieser Fahrt beteiligen würden. Mit mehreren Omnibussen wurde dann auch diese Reise gestartet. Zunächst durch die Sandböden und Spargelfelder der Schwet- zinger Gegend kamen die Teilnehmer über Mannheim-Ludwigshafen in die Pfalz. Dort wurde der dem früheren IG-Farbenkonzern gehörende „Limburgerhof“ eingehend besichtigt. Dieser Hof hat eine Versuchsanstalt angeschlossen, die seit 1914 arbeitet, über 100 ha umfaßt und die größte bezw. einzigste Anlage dieser Art im restlichen Deutschland ist. Einzelne Versuche über Fruchtfolge und Düngung schienen den Besuchern besonders wichtig; sehr bestaunt wurde auch die mit modernsten Mitteln und Methoden arbeitende Gemüseabteilung, vor allem die riesigen • Glashäuser und die sogenannte „Wanderkastentreiberei“. Vor allem aber interessierten die Erfolge mit dem bisher in der Praxis noch wenig bekannten Unkrautvertilgungsmittel „U 46“, das vielleicht in der Lage ist, in Zukunft die’Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft doch etwas einfacher, billiger und für die menschlichen Arbeitskräfte leichter zu gestalten. Vom Limburgerhof ging die Fahrt ■weiter nach „Meckenheim“. Dort konnten die Besucher in praxi sehen, wozu eine leistungsfähige Genossenschaft in der Lage ist, und was für Vorteile das einzelne Mitglied davon hat, wenn es einer Genossenschaft beitritt. besonders fiel dort eine Gemeinschafts-Anlage ins Auge, in der alle Arten von Spritzbrühen zur Schädlingsbekämpfung hergestellt werden und den Genossenschaftern zu jeder Tageszeit äußerst billig zur Verfügung stehen. Auch die dortigen Obstanlagen und die ebenfalls von der Obst- und Gemüsebau-Genossenschaft Meckenheim gebaute und unterhaltene Großmarkthalle zeigte, daß auch in unserer Landwirtschaft auf der Hardt noch vieles getan werden kann. . Schließlich kam man nach einer herrlichen Fahrt durch das Weinland im Herzen des deutschen Qualitätswein-Gebietes an, wo eine Besichtigung des größten Weingutes in Wachenheim den Abschluß bildete. Tafeltrauben-Treiberei und neuzeitliche Rebveredlung, äußerst rationelle Gartenbauwirtschaft und nebenbei höchste Ausnutzung der Glashäuser durch Blumenanzucht in Leerlaufzeiten zeigten den Besuchern, daß auch ein Großbetrieb nur bei bester Kalkulation die gegenwärtige Krisenzeit in .der Landwirtschaft überstehen kann. er. Aus der Kurstadt Herrenalb Dem total Fliegergeschädigten, früher in Dresden beheimateten Apotheker Ghr. Roser hat Bürgermeister Langenstein, bei Ueberrei- chung der Verlei'hungsurkunde zur Weiterführung der Apotheke die Glückwünsche der Stadtgemeinde ausgesprochen. Die' Erstellung der Dreschhalle auf dem Werkgelände der Firma Gebr. Theurer hier, wurde dem Zimmermanh Wilhelm Frey übertragen. — Die Erneuerung des Anstrichs am Gemeindehaus, im Rathaussaal und in zwei Dienst- zimmem, sowie die Tapezierarbeiten im Rathaussaal wurden zu den nied- Sdiulentlassung 1949 Mit Rücksicht auf den Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft wird der Zeitpunkt der Entlassung aus den Volksschulen für das Jahr- 1949 in den Städten ohne höhere Schulen und den Landgemeinden auf den letzten Schultag vor den Ernteferien festgesetzt. Mit dem gleichen Zeitpunkt endet auch für die Volksschulen dieser Orte das Schuljahr 1948/49. Das Schuljahr 1949/50 beginnt mit dem ersten Schultag nach den Ferien. Gartenfest in Staffort Staffort. (nn) Am kommenden Sonntag, dem 10. Juli, hält der hiesige Gesangverein bei gutem Wetter ein Gartenfest ab, wozu auch Vereine aus der Nachbarschaft eingelä- den wurden. — Der Postomnibus nach Karlsruhe fährt seit kurzem nicht mehr durch den Hardtwald über Eggenstein usw., sondern jetzt wieder auf seiner alten Route über Blankenloch. — Unter großer Beteiligung wurde unsere im hochbetagten Alter von über 80 Jahren verstorbene Mitbürgerin Mina Hauth, Büchenauerstr. 30, zu Grabe getragen. rigsten Angebotspreisen an die hiesigen Handwerksmeister vereeben. — Der Vorsitzende des Kur verein« Kurdirektor Mönch stellte den Antrag, die Kurkapelle für die Monate Juli-August 1949 um zwei Musiker zu verstärken. In der Sitzung wurde beschlossen, dem Antrag zu entsprechen. — Der Vorsitzende legte die Haushaltsatzung und den Haushaltplan für das Rechnungsjalhr 1949 im Entwurf zur Beratung vor. Nach Vornahme einiger Aenderungen wurde der Plan genehmigt. O. R. Liedolfheimer Nachrichten Die Hitzewelle .am vergangenen. Wochenende brachte dem Rhein- Strandbad Dettenheim gleich am ersten offiziellen Badesonntag einen Rekordbesuch von vielen hundert Bsdelustigen. Niedriger Wasserstand und die trockenliegende mehrere Hektar große Kiesbank lassen ein ausgesprochenes Strandleben zu. — Die Schüler der 4. Klassen machten kürzlich einen Schulausflug auf den Turmberg. Viele Kinder sind bei dieser Gelegenheit das erste Mal mit der Eisenbahn gefahren oder auf einem Berg gestanden. Von seiten der Schule wird den Fuhrleuten, die die Kinder zur Bahn brachten, herzlich gedankt. — Um einem langgehegten Wunsch seiner aktiven und passiven Mitglieder Rechnung zu tragen, hat der hiesige Fußballverein mit dem früheren Phönix-Spieler Putscher aus Karlsruhe einen Trainer verpflichtet. Kreuz und quer durch den Kreis Berghausen baut auf Wenn man heute durch die Straßen von Berghausen wandert, so kann man feststellen, daß in diesem Ort, der durch einen Fliegerangriff am 24. April 1944 weit über 30 Prozent zerstört wurde, eine rege Bautätigkeit herrscht. Aus vielen Ruinen entstanden schon wieder neue Häuser, die teilweise mit ihren schmucken Giebeln einen freundlichen Anblick bieten. Auch im Gewann Katzenberg hat die Wohnbaugenossenschaft mit der Erstellung von Kleinwohnungen begonnen, sodaß man alles in allem die Feststellung treffen kann, daß in Berg- hausen durch eine zähe Arbeit und mit weitgehendster Unterstützung der Gemeindeverwaltung von den Geschädigten zum Segen der Gemeinde manches wieder errichtet werden konnte. — Samstagabend, 20.00 Uhr findet im Gasthaus zur „Kanne“ eine Mitgliederversammlung der Ortsvereins der SPD statt — In körperlicher und geistiger Frische feiert am Sonntag Frau Luise Walter Witwe, ihren 80. Geburtstag, ebenso kann am Montag der Rentner Hermann Vogel seinen 74. Geburtstag feiern. Wir gratulieren! Wössingen. (-R-) Die Freiw. Feuerwehr behandelte in ihrer letzten außerordentlichen Versammlung vor allem Fragen der Neubesehatffung von Uniformen. — Der Kleintierzuchtverein hält eine Ausstellung für Jungtiere ab. — Das Standesamt verzeichnet im Juni 2 Geburten, eine Hochzeit und 2 Todesfälle. Ettlingenweier. (AH) Eine öffent- , liehe Versammlung der Landwirtschaft). Einkaufsgenossenschaft und der Milchgenossenschaft fand am Sonntag in der „Krone“ statt. Referent der Versammlung war Herr Göbelbecker yon der Z. E. G. in Karlsruhe. Nachdem er einen kurzen Bilanzbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr gegeben hatte, behandelte er als weiteren Punkt der Tagesordnung die Verschmelzung der Einkaufsgenossenschaft und der Milchgenossenschaft unter Herausstellung der Vorteile und Vereinfachung, die diese Zusammenlegung der beiden Genossenschaften zu einer Einheitsgenossenschaft für den Geschäftsbetrieb bringen würden. Die Ansichten der anwesenden Mitglieder über die Zusammenlegung beider Genossenschaften zu einer Einheitsgemeinschaft waren geteilter Art. Da ein großer Teil der Mitglieder bei der Versammlung fehlte, wurde die Behandlung der angeschnittenen Frage zurückgestellt. Malsch, (r) Die Eisenbahnkraftomnibus-Linie Karlsruhe — Rastatt — Baden-Baden — Offenburg wird mit einem Teil der eingesetzten Wagen über Neumalsch geführt. Der Fahrplan für diese Strecke ist im Rathaus angeschlagen. — Die Schlachtvieh-Abgabe wurde für das Jahr 1949/50 auf insgesamt 72 475 kg Lebendgewicht festgesetzt. Demnach müssen monatlich von der Gemeinde 6000 kg Schlachtvieh aufgebracht werden. — Am Dienstag wurde durch den Leiter des Landwirt- schaftsamtes KaVlsruhe die Einschätzung der diesjährigen Getreideernte vorgenommen. Der Ernteertrag wird auch in diesem Jahr nicht besonders gut ausfailen, da die Feldmäuse in den Beständen vernichtend gewütet haben. — Am Mittwoch fand die Religionsprüfung der kath. Schüler in der Volksschule statt. — Das Standesamt verzeichnet im Monat Juni 7 Eheschließungen, 8 Geburten und 3 Sterbefälle. — Die anhaltende Trockenheit läßt, wie dies auch im Jahre 1947 der Fall war, Wald- und Flurbrände befürchten. Die Bevölkerung wird gebeten, bei Feststellung derlei Brände sofort das Bürgermeisteramt oder die Landespoll- zei zu verständigen. Im letzten Gemeinderatsbericht ist dem Berichterstatter ein Fehler unterlaufen. Von der Bad. Landeskreditanstalt wurden keine 200.000 DM, sondern 20 000 DM als Darlehen zur Verfügung gestellt. Linkenheim. (Heg.) Der Gesangverein „Sängerbund“ wird sich am kommenden Sonntag beim Freundschaftssingen in Graben beteiligen. Die Sänger treffen sich um 13 Uhr am nördl. Ortsausgang zur Abfahrt. Söllingen. (H. K) Der Kaninchenzuchtverein veranstaltet am Sonntag im Schwanengarten eine Jungtierschau, die, mit über hundert Tieren aller Rassen beschickt, einen Einblick in die züchterische Arbeit aes Vereins vermitteln wird. Es kommen wertvolle Jungtiere und-Gegenstände zur Verlosung. — Günter Kußmaul, ein Jungturner des Turnvereins 1892, errang bei den leichtathletischen Wettkämpfen in Heidelberg den Titel eines badischen Jugend meisters. Büchig. (st) Die Einschreibung der Schulanfänger findet am Mittwoch, 13. Juli, in der Zeit von 13—?4 Uhr in der Volksschule statt. — Dem neugebildeten Friedenseericht gehören* Bürgermeister Josef Schneider," Landwirt Josef Janzer und Zigarrenfabrikant Anton Hipp an. Jöhlingen. (Ch.) Das Wasserwirtschaftsamt gibt bekannt, daß das hiesige Trinkwasser nur in gekochtem Zustand genießbar ist. — In der vorigen Woche fand eine Begehung durch Insp. Weiß vom Augustenberg statt. Diese diente zur Aufklärung der Schädlingsbekämpfung. — In der Gemeinde bemüht man sich, durch Neubauten die Wohnungsnot zu lindern. Alt- und Neubürger schaffen von früh bis spät, um recht bald die Häuser zu erstellen. — Der Kartoffelkäfer vermehrt sich infolge der Trockenheit in erschreckendem Maße. Besonders nimmt die Larven- entwicklung zu. Es wird alles zu . deren Bekämpfung getan. Samstag, 9. Juli 1949 <1 AZ Nummer 131 / Sek« 9 l (ZPtiStieciiiepi \ Wenn die Bauernregel recht hat, daß, wie es am Siebenschläfer sich zeigt, das Wetter über sieben Wochen anhält, so haben wir noch viel Hitze zu erwarten. Es ist Juli, der Monat, in dem die Beeren im Wald und in den Gärten, in dem Kirschen, Birnen, Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche glühen und reifen im Schmelztiegel der Sonne, — der Monat, in dem der Hausfrau das junge Gemüse im Garten überreich zuwächst und die Marktstände leuchten in Bfeeren von allen Farben. Rot, goldgelb, grün und blau liegen sie zu Bergen geschichtet. Prüfend, wählend, und mit geteiltem Herzen steht die Hausfrau zwischen der Versuchung, zu kaufen, und der Leistungsfähigkeit ihres Geldbeutels. In den heißen Tagen können die verderblichen Vorräte nicht lange aufbewahrt werden. Darum wird sie jetzt besonders gut prüfen und Wählen, ehe sie kauft. Denn klare Ueberlegung, gutes Einteilen und Sorgfältigkeit in Einkauf und Küche sind die besten Voraussetzungen, um das für den noch immer hohen Preis Erstandene frisch und unverdorben zu verwenden. Und doch kann alles Gekaufte nicht sogleich verbraucht werden, und Reste gibt es immer, auch bei bester Einteilung. Da sehnt sich manche Hausfrau nach dem Kühlschrank, der ihr alles Sorgen und Ueberlegen mit einem Griff abnimmt wie ein guter Geist. Aber für wie Viele wird der Kühlschrank, und sogar der Eisschrank, der früher in keinem bürgerlichen Haushalt fehlte, ein Wunschtraum bleiben! Die Mehrzahl der Frauen wird sich einfacher und weniger mühelos helfen müssen. Für sie gilt das Rezent: Eiskalt ohne Eisschrank. Wir wisd'in, daß feuchte Tücher über die in Wasser gestellten Töpfe gehängt, bei Sommerhitze dazu herhalten müssen, Getränke und Speisen zu kühlen, wenn weder Eis noch Eisschrank vorhanden sind. Aber die Chemie kennt ein besseres Mittel, das billig und einfach herzustellen ist. Ein Quantum Chlorkalium, aus der Drogerie besorgt, mit vier Teilen Wasser vermischt, erzeugt eine Temperatur von 12 Grad unter Null. Man macht die Kältemischung in einem großen Topf zurecht. Die Flüssigkeit oder Speise, die gekühlt werden soll, kommt in einer verkorkten Flasche oder einem gut schließbaren Gefäß so tief in die Kältemischung hinein, daß sie von allen Seiten umschlossen wird. Auf den- Tonf kommt ein Deckel. Auf diese Weise wären besonders empfindliche Speisen aufzubewahren. Will man die Speisen nur von einem Tag zum anderen halten, so genügt in der Regel das feuchte Tuch über Topf oder Schüssel. Auch an die Thermosflasche soll hier gedacht sein, die nicht nur die Wärme, sondern auch die Kälte hält. Die Butter wird ab und zu unter kaltes Salzwasser gesetzt. Hier empfiehlt sich die poröse Keramikglocke, die mit Wasser gefüllt werden oder unmittelbar unter den feinen Strahl der Wasserleitung gestellt werden kann. Will man Fleisch für ein bis zwei Tage frischhalten, ehe man es brät, so wird man es immerhin anbraten, einsalzen oder in einen Essiglappen wickeln, wobei gesagt werden muß, daß Rinderbraten, gut geklopft und feuchtgehalten im Essigtuch, oder in Essigwasser gelegt, besonders mürbe wird. Den Fisch wird man am liebsten beim Händler noch schwimmen sehen oder doch unmittelbar vom Eise kaufen und am gleichen Tage verwenden. Hierbei soll Altbekanntes noch einmal gesagt werden: Nicht alles, was einen „Stich“ hat oder nicht mehr ganz frisch riecht, kommt zum Abfall. Fleisch und Fisch wird durch Waschen in einer Lösung von übermangansaurem Kali wieder frisch und verliert den Neben eerurh. Die Wursthaut, besonders die .der Leberwurst, wird öfter abgewischt, im Notfälle abgezogen, ehe sich die Zersetzung der Wurstfülle mitteilt. Auch gekochte, geronnene Milch braucht nicht fortgegossen zu werden, wenn sie nicht schon ganz dick geworden ist. Mit etwas Natron unter ständigem Quirlen rasch auf gekocht, mit eingestreutem Grieß gedickt und gesüßt, ergibt sie noch eine wohlschmeckende Speise. Die „Messerspitze Natron“ rettet vieles. Gedünstetes Obst und Gemüse damit aufgekocht, wird wieder genußfähiT, weil das Natron die entstandene Säure neutralisiert. Geschick und Nase der Hausfrau muß in solchen Fällen entscheiden. Bei Hitze, Fliegen und stehender Luft (Durchzug, soviel wie möglich) wirkt ein kleiner transnortabler Ventilator Wunder. Die Fliegen! Auch an sie muß gedacht werden. Am besten hält sie noch immer die Drahtglocke ab, wenn Fliegenfänger, Durcbzug oder die berühmte Tomatenpflanze in der Küche nicht helfen, und für Käse und Fleisch ist die Drahtglocke fast unentbehrlich. Wer so glücklich ist, eine Stieisekammer zu haben, kann sie durch ein Drahtfenster schützen. Wer mit seinen Vorräten auf die Küche angewiesen ist. wird vorteilhaft ein Draht Schränkchen kaufen. Man achte darauf, amerikanischen Trans-World-Flug- gesellschaft, erklärte, daß in 25 Jahren der letzte Eisenbahnzug fahren werde. Den Langstreckenverkehr werde das Flugzeug übernehmen, den Kurzstreckenverkehr der Autobus. ... auf der holländischen Insel Schiermonnikog ist als erster Sommergast ein ausgewachsener Hirsch eingetroffen. Man kann sich nicht erklären, wie das Tier auf die Insel kam. c ...im Eisenbahnnetz der Vereinigten Staaten gibt es fünfzig Strek- ken, die über 80 und mehr Kilometer in schnurgerader Linie verlaufen. Die längste dieser Strecken mißt 126 Kilometer. • ... ein amerikanischer Konstrukteur hat ein Kleinflugzeug gebaut, das nur 20 Stundenkilometer Geschwindigkeit erreicht und ohne weiteres auf einem Tennisplatz landen kann. • ... Charles Skouras, Direktor einer amerikanischen Filmgesellschaft, und im Jahre 1948 die bestbezahlte Arbeitskraft der Vereinigten Staaten, bezieht ein Jahresgehalt von 2 Millionen Dollar. * ... als im Londoner Zoo einige Neger aus Nigeria, die für die Löwen großes Interesse zeigten, gefragt wurden, ob sie in ihrer Heimat nicht oft genug Löwen zu Gesicht bekämen, antworteten sie: „Nein, die Löwen leben nur in abgelegenen Urwäldern und werden dort nur von Fremden gesucht. Wir gehen ihnen aus dem Wege.“ ... die New Yorker Rundfunksprecherin Jane Jordans trug unlängst als letzten Modeschrei Augenwimpern in der Farbe ihres Kleides: lila. pf. der Symbolisierung des Sonnenrades dar. Im übrigen gibt es Staaten, die trotz ihrer Zugehörigkeit zum Islam das Rote Kreuz führen, z. B. Irak und Tr ans j or danien. Der junge Staat Israel hat jetzt bei der Zentrale des Roten Kreuzes in Genf ebenfalls ein eigenes Zeichen beantragt, nämlich den Roten Davidstern, der dem sowjetrussischen Staatssymbol gleichkommt. Der Antrag wurde jedoch abgewiesen. Dasselbe Schicksal hatte ein holländischer Antrag, der den verschiedenen Beziehungen ein Ende setzen sollte und ein völlig neues Symbol vorschlug, nämlich ein rotes Herz auf weißem Grund. Die Mehrheit der dem Roten Kreuz angeschlossenen Staaten bezeichnete es als unerwünscht, ein Symbol abzuschaffen, das seit 85 Jahren in der Welt ein Begriff ist. Sie hofft, daß die Sonne, der Mond und der Löwe früher oder später einmal verschwinden und dem Kreuz Platz machen werden. pf. Habt acht auf die Sterne Astrologischer Wegweiser für die Zeit vom 10. 7. bis 16. 7. 49 Der Himmelskörper, der am sinnfälligsten den Einfluß des Kosmos auf das irdische Geschehen zeigt, ist der Mond. Er ruft nicht nur die Ebbe und Flut der Weltmeere hervor, sondern ist auch verantwortlich für das monatliche Auf und Ab im Leben der Frauen. Der Rhythmus des Mondes ist von den Lichtgestalten abhängig. Am 10. haben wir Vollmond, die anschließende'abnehmende Phase läßt es angebracht erscheinen, allgemein Zurückhaltung zu empfehlen. Und nun das Horoskop für die Woche, die vor uns liegt. Krebs (22. 6.-22. 7.): Recht günstige Tage in beruflicher und privater Hinsicht. Sie sind in allem was Sie tun bei der Sache, im Beruf, bei der Liebe und auch bei der Erholung. Versuchen Sie, Ihre Augenblickschancen zu dauernden zu gestalten. Löwe (23/7.—23.8.): Ihre Schaffensfreude ist so groß, daß Sie immer das Gefühl haben, alles muß Ihnen gelingen. Der Erfolg wird Sie nicht enttäuschen, sondern veranlassen, größere Pläne durchzuführen. Ihrem Drang mit dem anderen Geschlecht zusammen zu sein, können Sie ruhig folgen. Auch im Familienleben werden Sie glücklich sein. Jungfrau (24. 8.—23. 9.): Die Krisis dürfte jetzt endgültig überwunden sein. Eifer, Pflichtgefühl und Treue sind schöne Charaktereigenschaften, aber sie Veranlassen auch dazu, alles nüchtern und vorsichtig zu prüfen. Wenn Sie etwas unbedenklicher an alles herangehen, werden Sie viel mehr vom Leben haben. Glücklich werden Sie in Ihren Liebesbeziehungen sein. Für die Anfang September Geborenen ist es gesundheitlich eine etwas ungünstige Woche. „ Waage (24. 9.—23. 10.): Vorsicht in gesundheitlicher Hinsicht. Sie haben bei den außergewöhnlichen Fähigkeiten, die Sie besitzen, keine Ursache, unentschlossen zu sein. Klammern Sie sich nicht an Hoffnungen, sonst werden Sie melancholisch. Da Sie großes Einfühlungsvermögen besitzen, können Sie erfolgreiche neue Beziehungen aufnehmen. Günstig in finanzieller Hinsicht. Weniger gut für Liebe und Ehe. Skorpion (24. 10. — 22. 11.): Sie können Ihre Ideen und Pläne mit dem nötigen Schwung zur Durchführung bringen. Aber üben Sie Zurückhaltung und erörtern Sie nicht mit jedermann Ihre Absichten. Wenn es geglückt ist, können Sie sich immer noch rühmen und herausstreichen. In Ihren Liebesbeziehungen werden Sie heftig und vielleicht sogar etwas rücksichtslos sein. Trotzdem werden Sie Erfolg haben. Geistig werden Sie sehr aufgeschlossen sein. Schütze (23. ll.—22. 12.): Sie werden leicht beeinflußbar sein. Da Sie liebe- und verständnisvoll sind, können Sie eine glückliche Woche verleben. Grübeln ist meistens sinnlos. Für die Erledigung schriftlicher Angelegenheiten ist diese Woche nicht geeignet. Enttäuschungen durch Briefe. Steinbock (23. 12. — 21. 1.): Innerhalb Ihrer Familie können Sie glückliche Stunden verleben. Gehorsam läßt sich eher durch Liebe als durch Zwang erreichen. Kümmern Sie sich nicht tun die Streitigkeiten anderer Leute, selbst dann nicht, wenn Sie genau wissen, wer recht oder uprecht hat. In dieser Beziehung können Sie sich sonst langwierige Unannehmlichkeiten aufladen. Vorsicht ist Leuten zu empfehlen, die am 1., 4., 8. oder 15. Januar geboren sind. Besonders günstig ist diese Woche für die am 2., 6., 10. und 13. Januar Geborenen. Wassermann (22. 1. — 19. 2.): Ihr praktischer Sinn wird bald feststellen, daß Ihre Chancen sich bessern. Da Sie nicht alles als selbstverständlich hinnehmen, werden Sie drohenden Verlusten bestimmt entgehen. Sie sind einer tiefen, dauernden Liebe fähig. Deuten Sie ein Entgegenkommen nicht falsch, schätzen Sie Offenherzigkeit. Liebes- und Ehefragen werden eine entscheidende Rolle spielen. Die gesundheitliche Krisis ist immer noch nicht ganz vorüber. Günstig ist die Woche besonders für die am 2., 6., 11. und 15. 2. Geborenen. Fische (20. 2. — 19. 3.): Höchstwahrscheinlich werden Sie beruflich und auch in der Familie Aerger haben» Zum Teil wird das eine Folge Ihrer eigenen Ruhelosigkeit sein. Prüfen Sie sich selbst. Halten Sie sich etwas zurück. Jede Krisis wird einmal überwunden. Wenn Sie unvorsichtig in Reden oder schriftlichen Aeußerungen sind, werden Sie finanziellen Schaden erleiden. Günstig ist diese Woche für alle am 6., 11. und 13. 3. Geborenen. Widder (20. 3. — 20. 4.): Ihre Leidenschaftlichkeit kann zu ernsten Auseinandersetzungen führen. Sie fühlen sich zu oft angesprochen, man soll nicht alles ernst nehmen. Auch Schmeicheleien nicht, die Sie gern hören. Neue Pläne jetzt durchzuführen, kann Ihnen Schaden bringen. Auch in Ihrem Liebesieben sind Sie leicht gereizt. Günstig ist diese Woche für alle am 17. und 19. 4. Geborenen. Besonders ungünstig für die, die in dar ersten Hälfte dieses Tierkreiszeichens geboren wurden. Stier (21. 4. — 20. 5.): Die Beharrlichkeit der Stiermenschen »ist gewissermaßen ein Ausgleich für mangelndes Glück. Obwohl diese Woche etwas ungünstig ist, wird sich das kaum auswirken. Weder beruflich noch in der Liebe. In der Liebe werden Sie sogar Erfolge erringen. Vorausgesetzt, daß Sie nicht nervös werden. Wer innerlich sensibel ist, wird nach Erfolgen auf geistigem Gebiet streben müssen. Wenn Sie in Liebesangelegenheiten eine neue Bindung eingehen wollen, denken Sie daran, daß Sie nur dann wirklich glücklich werden, wenn Sie eine große Liebe erleben. Zwillinge (21. 5. — 21. 6.): An einzelnen Tagen dieser Woche werden Schwierigkeiten auftreten, die sich jedoch nur auf das Leben innerhalb der Familie beziehen. Freundschaftliche Beziehungen, die Sie zum anderen Geschlecht anknüpfen, können sehr eng werden. Beruflich werden Sie Erfolg haben, wenn Sie felsenfest vertrauen, daß das, was Sie anpacken, richtig ist. Gesundheitliche Schwierigkeiten sind zu erwarten, werden jedoch nicht allzu groß werden, wenn Sie sich energisch dagegen wehren. Günstig sind die Tage für die am 6. und 7. 6. Geborenen. L. K. RATE - DENKE - LACHE Kreuzworträtsel 16 17 Waagerecht: 2. Verwandter, 7. Blütensaft, 8. Hafen in Kurland, 9. Teil der Gezeiten, 11. griechischer Gott, 13. Flächenmaß, 15. Mißerfolg, 16. Kletterpflanze, 18. Schließe, 20. Zufluß der Elbe, 22. Auszeichnung, 24. frz. Artikel, 25. Mädchenname, 27. Getränk, 29. Luftsprung, 30. Verfasser, 32. alte Stadt in Mesopotamien. Senkrecht: 1. runder Berggipfel, 2. Nahrungsmittel, 3. Insektenfresser, 4. Hochweide, 5. ostpreußische Dichterin, 6. Geliebte des Zeus, 10. Wissenschaft, 11. Monat, 12. Rindvieh, 14. eßbare Wurzel, 17, Haarkleid, 19. Mädchenname, 21. Mischspeise, 23. Musikhalle, 26. Abdämmung, 28. Morgenröte, 31. biblische Stadt. Silbenrätsel Aus den Silben l — a — bei — bei — bro — da — de — de — de — dd — der — de» dreh — e — e — ei — es — tri — ga — ge — ge’ — gel — in — ka — klei — kun — kus — lan — le — lun — mas — na — na — ni — nie — nier — no — no — o — or — reit — ri — rie — rung — satz — schlan — schna — schrank —• sen — si — sieb — sig — storch — stoß — tät — thos — tri — tut — tur — u — um — um — ve — ver — vist — wan — weiß — zahn — zenz — zig sind 24 Wörter zu bilden, deren erste und dritte Buchstaben, von oben nach unten gelesen, einen Spruch ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. tropische Pflanze, 2. kaufm. Begriff, 3. Fleischpreise, 4. syrische Stadt, 5.- sittliche Gesinnung, 6. sportliche Veranstaltung, 7. Wiesenblume, 8. Männername, 9. Reptil, 10. ehern. Grundstoff, 11. Fluß in Spanien, 12. Möbelstück, 13. germ. Heerführer, 14. Erfinder, 15. Wissenschaft, 16. tierische Waffe, 17. Musikinstrument, 18. Bildungsstätte, 19. inneres Organ, 20. Nährstoff, 21. Zahl, 22. Würze, 23. europäisches Land, 24. Fußreise. (st = 1 Buchstabe) Kriminell Schon von „Wort" (verstellt, geteilt) War geplant die Sache, Doch sie glückte nicht — ereilt Alle bat die Rache. „Wort" bei diesem Einbruch war, Ach, des Hauses Wächter. (Bode als Gärtner offenbar!) — Groß war das Gelächter. Geschätzt und verachtet Ein „t" hilft Bodenschätze zu erwerben, Ein „w" hingegen bringt dem Holz ^Verderben. Und würdest diesem du den Kopf (abschlagen, Bringt or sogar dem Menschen Unbehagen. Jagd (Wortteile) Zwei je mit Geduld und List, Lauschend auf den ersten Schrei, Einen Auerhahn eins-drei, Weiß, wie eins-zwei-drei das ist. Rätsel - Auflösungen unserer Ausgabe vom 2. Juli Silbenrätsel 1. Bamberg, 2. Eva, 3. Radio, 4. Larve, 5. Ibis, 6. Nadel, 7. Parlament, 8. Adonis, 9. Romeo, 10. Islam, 11. Seide, 12. Lasso, 13. Orsova, 14. Neapel, 15. Debet, 16. Opossum, .17. Nansen. =" Berlin, Paris, London, Madrid, Rom, Lissabon. Tauschrätsel Jagd, Okuli, Herde, Anlauf, Nebel, Norne, Sand, Tanne, Ringer, Alarm, Urania, Sorau, Sixtus. = Johann Strauß, die Fledermaus. Fuß ab — Kopf an Paul, Rat, Egel, Iran, Seide, Eros, Lahn, Bode, Eber, Elan, Raub, Iris. — Preiselbeere. Vögel aus Städten Eule, Lerche, Star, Taube, Ente, Reiher. “ Elster. Witziges In der Kürze fliegt die Würze. Ein amerikanischer '«Journalist schoß den Vogel ab mit seiner Meldung: „Jonny Smith wollte nadisehen, ob noch Benzin im Tank war. Er knipste sein Feuerzeug an. Es war Benzin im Tank. Alter 30 Jahre * * Die kleine Ella hörte bei der Tante Radio. Man spielte Schlager aus vergangener Zeit. Ein Sänger ließ sich hören: „Es war einmal ein Musikus, der spielte im Cafö" t Da 6agte die kleine Ella nach einigem Nachdenken: „Tante, wie kann er denn im Kaffee spielen? Wird er denn da nicht furchtbar naß?" Kuriosa Die „lachenden” Erben Ein bejahrter Junggeselle hinterließ nach seinem Tod sein ganzes Vermögen drei ältlichen Fräulein, denen er einstens Heiratsanträge gemacht, die ihn aber abgewiesen hatten. „Ihrer damaligen Weigerung“ — so schrieb er in seinem Testament — „verdank© ich all mein irdisches Glück* . . . Der letzte Wille eines kürzlich verstorbenen, wohlhabenden amerikanischen Geschäftsmanns lautet folgendermaßen: 4 % „Meiner Frau hinterlasse ich ihren Liebhaber und das Bewußtsein, daß ich doch nicht der Narr war, für den sie mich immer hielt. Mein Sohn soll das Vergnügen „erben", sich selbst einen Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Meine Tochter bekommt 100 000 Dollar: sie wird sie dringend benötigen, denn das einzige gute Geschäft, das ihr Gatte jemals tätigte, war, daß er sie heiratete. Meinem Diener gehören die Kleidungsstücke, die er mir während der letzten zehn Jahre regelmäßig stahl und meinem Chauffeur verschreibe ich meine Wagen: er hat sie beinahe zugrunde gerichtet und ich will ihm nun die Genugtuung geben, dieses „Geschäft“ zu vollenden. UNSER BRIEFKASTEN (Auskunft ohne Gewähr) E. M., Neureut: Wie unterscheidet sich ein Dom von einem Münster? Die Worte Dom und Münster decken die gleichen Begriffe. Während in Norddeutschland die Bezeichnung Dom gebräuchlicher ist, wird in Süddeutschland oft die Bezeichnung Münster verwendet, doch überschneidet sich auch der Gebrauch. Beide Worte stammen aus dem Lateinischen, das eine leitet sich her von domus = Haus, das andere von mona- sterium = Kloster. H. K., Dietenhausen: Ist es zulässig, daß gesetzlich festgelegte Feiertage den Arbeitern als bezahlte Urlaubstage angerechnet werden? Da der Urlaub nach Arbeitstagen berechnet wird, geht es nicht an, gesetzliche Feiertage in Anrechnung zu bringen. Die Tatsache, daß an diesen Tagen eine Lohnzahlungspflicht besteht, nimmt ihnen nicht den Charakter des Feiertages. Kennwort „Demokratie* 1 : Da Ihre Zuschrift keine Anfrage an unseren „Briefkasten" ist, sondern mehr oder weniger eine Kritik an bestehenden Zuständen bedeutet, bitten wir, Ihre Einsendung in entsprechender Formulierung an die Redaktion der Zeitung zu senden. Helena: Bitte um Auskunft, ob Kugelschreiber im Verkehr mit der Postverwaltung gebraucht werden dürfen. Laut einer generellen Verfügung dürfen Postanweisungen, Zahlkarten usw. mit Kugelschreibern nicht ausgefüllt werden, da die Schrift nach Jahren nicht mehr leserlich sein soll. F. T., B. 1. An welche Stelle muß ich mich wenden, um eine Einwanderungs- genehmigung nach Südamerika zu beantragen. — 2. Welches Land sucht Facharbeiter in der Metall-Branche? 1. Wenden Sie sich an die Militärregierung, die für Ihr Wohngebiet zuständig ist. — 2. Zur Beantwortung dieser Frage ist die genaue Bezeichnung des Faches notwendig, in dem Sie arbeiten. M. R. r Pforzheim: Wann finden die Salzburger Festspiele statt? Sie beginnen am 27. Juli und enden am 30. August. Samstag, 9. Juli 1949 SAZ Nummer 131 / Seite 11 HANDEL UND WIRTSCHAFT Deutsche Produktion für ausländische Firmen STUTTGART (SAZ). . Der Besuch der „Esso Atlas Sky Merchant“ wirft eine Reihe Fragen für die deutsche Industrie auf, die im folgenden kurz gestreift werden sollen.- Sie berühren eines der heikelsten Kapitel der Wirtschaft, nämlich die Aufgabe einer gewissen Eigenständigkeit im Interesse einer wirtschaftlichen Verflechtung deutscher und amerikanischer Firmen Der Besuch der „Esso Atlas Sky Merchant“ stellt insofern ein Positivum dar, als dadurch das Interesse bekundet wird, das die amerikanische Wirtschaft nach und nach auch wieder dem deutschen Markt entgegenbringt. Wenn wir in diesem Zusammenhang däs Überangebot an Treibstoff in der Welt betrachten, so gewinnt der Vorstoß der „Esso“ besondere Bedeutung, wenn auch nach Lage der Dinge nicht mit einer umgehenden Lockerung der Treibstoffbewirtschaftung gerechnet werden kann. ’ Die „Standard Oil Corporation“ als Dachorganisation verfügt einmal über die „Esso“, zum anderen über die „Atlas-Gesellschaft“ als Tochtergesellschaft. Der „Atlas-Gesellschaft“ einer reinen Verkaufsorganisation liegt es ob, durch einen ausgeprägten Kundendienst mit Kraftfahrzeug-Zubehörteilen den Abnehmer zu den „Esso-Tankstellen“ zu ziehen, um so den Treibstoff-Konsum zu erhöhen. Die Pläne der „Atlas“ laufen nun darauf hinaus, bei einschlägigen deutschen Firmen Waren herzustellen zu lassen und diese dann unter dem Namen „Atlas“ über die Verkaufs-Organisationen der „Esso“ in den Handel zu bringen. Das letzte Ziel der Atlas wäre also z. B. Bosch- Zündkerzen hersteilen zu lassen und sie unter dem Namen „Atlas“ zu verkaufen. Das gleiche gilt für, sagen wir, Continental- oder Dun- lop-Reifen, Scheibenwischer, Lichtanlagen Batterien und ähnliches. Die deutschen Firmen werden an diesen Angeboten nicht vorüber gehen können, wenn sie „im Markt“ bleiben wollen und nicht Gefahr laufen müssen, durch die finanzkräftige „Standard Oil“ in Verbindung mit der „Atlas“ erdrückt zu werden denn diesen Organisationen dürfte es ein leichtes sein, Konkurrenz-Artikel zu importieren und über ihre „Esso- Organisationen“ zu verteilen. Wie wir von der Firma Robert- Bosch-G.m.b.H. erfahren, sjnd mit ihr bereits Verhandlungen aufgenommen worden, die sich durch den Besuch des europäischen Verkaufsleiters der „Atlas“ konkretisieren werden. In diesem Fall will man auf einen Kompromiß zukommen, der bei Zündkerzen, einem Haupt-Erzeugnis der Firma Bosch, z. B vorsieht, die Zündkerzen mit dem Namen „Bosch“ in Verpackungen mit dem Namen „Atlas“ zu verkaufen, oder auf den Zündkerzen selbst sowohl den Namen „Bosch“ als auch den Namen „Atlas“ in Erscheinung treten zu lassen. Man wird dieser Entwicklung mit Aufmerksamkeit folgen müssen. Sie bringt insbesondere auch durch die beabsichtigte Ausschaltung der Kraftfahrzeug-Re- paratur-Werkstätten und des Kraft- fahrzeug-Zubehör-Handels weitere Konsequenzen mft sich, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann. p. Bizonale Getreidereseive bleibt bestehen FRANKFURT (SAZ) Das Zwei- mächtekontrollamt hat an den Verwaltungsrat über die Zwischenregelung für die Verteilung von Importgetreide und Futtermitteln nach dem 1. Juli 1949 ein Schreiben gerichtet, worin grundsätzlich die bisherige Regelung der Getreideverteilung auch für das neue Wirtschaftsjahr bestätigt wird. Die bizonale Getreidereserve bleibt wie bisher bestehen. Von der deutschen Verwaltung ist eine Zahlung für Getreide- und Futtermittel, die als Reserve eingelagert sind, erst nach der Freigabe zu leisten. Allerdings müssen ab 1. Juli von der deutschen Verwaltung aus Bizonenmitteln die Lager- und Versicherungskosten für die Getreidereserve bezahlt werden. Es handelt sich um Weizen, Roggen, Mais, Milo-Mais, Ölkuchen und Fischmehl. Die Militärregierung wird sich auch weiterhin eine Kon- Wieder Konsignationslager im Ausland FRANKFURT. (SAZ) Um einem dringenden Bedürfnis der deutschen Exportwirtschaft abzuhelfen, hat die JEIA jetzt auf Vorschlag der Verwaltung für Wirtschaft den Abschluß von Lagerhaltung®- und Konsignationslager-Verträgen von deutschen Firmen mit dem Ausland genehmigt. trolle über d e Zuteilung des Importgetreides Vorbehalten. Bestimmte Verteilerpläne müssen von der Ernährungsverwaltung aufgestellt werden. Allerdings erfolgen die Zuteilungen und Freigaben seitens der Militärregierung einheitlich für die Bizone "Lediglich die Getreidemengen für Berlin und für die Kinderspeisung werden gesondert behandelt. Schließlich muß die deutsche Verwaltung puch für das kommende Wirtschaftsjahr im voraus dfe Brot- und Nährmittelrationen für die Bevölkerung festsetzen. el. Gemüseanbaufläche um 25 Proient zurückgegangen FRANKFURT. (SAZ) Gegenüber 1948 ging die westdeutsche Gemüseanbaufläche um rund 25 Prozent zurück. Infolge der niedrigen Vor- j&hrspreise haben zahlreiche Gartenbaubetriebe und vor allem Kleingärtner, auf den Anbau von Grobgemüse verzichtet. Dazu macht sich immer stärker die ausländische Konkurrenz bemerkbar, insbesondere die holländischen, belgischen, französischer! und italienischen Importe. Diese Staaten bemühen sich im Augenblick fieberhaft, bei der JEIA in Frankfurt neue Devisenzuteilungen zu erwirken. Die Holländer haben ohne Genehmigung der deutschen und amerikanischen Stellen Das Kündigungsschutz FRANKFURT, (SAZ). Das neue Kündigungsschutzgesetz, das vom Wirtschaftsrat noch im Juli 1949 verabschiedet werden soll, sieht nach dem vorliegenden Entwurf der Verwaltung für Arbeit einen erhöhten Schutz vor kurzfristigen Massenentlassungen und ungerechtfertigten Kündigungen vor. Danach liegt der Begriff einer Massenentlassung dann vor, wenn innerhalb von vier Wochen in Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten neun Arbeitnehmer und in Betrieben mit mehr als 100 Arbeitnehmern mindestens 10 Prozent der Belegschaft oder mehr als 25 Arbeitnehmer entlassen werden sollen. Der Arbeitgeber wird zu einer vorherigen Meldung beim Arbeitsamt verpflichtet. Das zuständige Landesarbeitsamt kann im Einzelfalle eine Entlassungsperre bis zu drei Monaten verhängen.- Den Arbeitnehmern können darüber hinaus Abfindungen bis zu einerh .Monatsverdienst gewährt werden. Die Bestimmungen werden nicht nur für die Privatwirtschaft, sondern erstmals auch für Staatsbetriebe und Verwaltungen Gültigkeit haben. Saisonbetriebe sind dagegen ausgenommen. Das neue Kündigungsschutz-Gesetz prägt ebenfalls zum erstenmal den Begriff der „sozial ungerechtfertigten Kündigung“. Der Arbeitnehmer kann gegen eine Entlassung, die er als so- in den letzten Wochen ihr Gemüee- im port-Kontingent nach Westdeutschland von 3 Mill. Dollar um 1 Mill. Dollar überzogen und damit eine vollzogene Tatsache geschaffen. Nach längeren Verhandlungen hat die JEIA auch tatsächlich weitere 1,2 Mill. Dollar für holländisches Gemüse freigegeben, ‘ das bis zum 31. Juli angeliefert sein muß. Bei der Verwaltung für Ernährung und Landwirtschaft liegen Importankündigungen von weiteren 3 Mill. Dollar Obst und Gemüse aus Italien, Frankreich, der Schweiz und Ungarn vor. Aus diesefti Grunde ist auf dem innerdeutschen Markt mit weiteren Preissenkungen und sogar mit gewissen Absatzstockungen im Laufe der nächsten Woche zu rechnen. el. Gesetz wird erweitert zial ungerechtfertigt empfindet, Einspruch beim Betriebsrat erheben. Kommt es zu keiner Einigung, kann der Arbeitgeber innerhalb von drei Wochen das Arbeitsgericht anrufen. Gibt das Gericht der Klage statt, hat der Arbeitgeber flicht wie bisher nur die Wahl zwischen Weiterbeschäftigung oder Zahlung einer Entschädigung; er muß vielmehr das Arbeitsverhältnis für fortbestehend anerkennen. Nur wenn beiden Parteien nicht zugemutet werden kann, daß das -Arbeitsverhältnis fortbesteht, kann auf Antrag einer Partei das Arbeitsverhältnis aufgelöst und der Arbeitgeber zur Zahlung einer Entschädigung verurteilt werden. el Erfolgreiche erste Import- Export-Börse FRANKFURT. (SAZ) Am Montag wurde in Frankfurt die erste Import—Export-Börse abgehalten, die außergewöhnlich gut von ausländischen Gästen besucht war. Die einzelnen Industriegruppen und die Industrie- und Handelskammern hatten eigene Informationsstände errichtet, während aus allen Teilen Westdeutschlands Vertreter der großen Importfirmen anwesend .waren. Durch Ausrufen wurden Offerten und Wünsche der Erschienenen bekanntgegeben. Darunter befandensich u. a. Ecxporxwünsche schweizer Firmen nach Schreibmaschinen mit arabischen Lettern oder spanischer Handelshäuser, die Kasein und Nickel anboten. Hauptsächlich wollten die Ausländer jedoch Textilien, Baumwolle und Lohneredlungsaufträge in Deutschland unterbringen. Der erste Börsentag bewies bereits die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges, so daß die Frankfurter Import—Export-Börse recht bald zu einem wichtigen Instrument zur Förderung des Außenhandels werden dürfte. el. Belgien plant verstärkten Export nach USA. Der belgische Außenhandelsminister,. Moens de Femig, führte Besprechungen mit dem Marshallplan-Beauftragten für Belgien, Blaine, über eine Verstärkung der belgischen Ausfuhrtiach USA. (VWD) Vas Jagesgespräch ist noch immer die enorme Preissenkung bei Trefzger. Audi Sie können sich jetzt Qualitätsmöbel für wenig Geld kaufen. - Große Auswahl in kompl. Zimmern und Küchen, aber auch in Polster- und Einzelmöbeln Möbelfabrik und Einrichtungshau; Gebrüder TREFZGER GmbH. KARLSRUHE, Kaiserstraße 97 MÖBEL Stellenangebot« /■" ■■ 1 ■ ■ ■ ' ■■ BEZIRKSVERTRETUNG oietet seriöeen Herren durch den Direktverkauf unseies vollkommen aeudn, konkurrenzlosen, leicht ver- cäutlidien Haushaltsartikels, D-RP ing., hervorragende Verdienstmög- ichkeit und Dauerexistenz durch Alleinvertriebsrecbt. Ang. an Bei.» Leitung Rackwitz, Stuttgart-Degerloch. Hoffeldstraße Nr 80. _ Tücht. Kühlraumbauer I mit allen vorkommenden Arbeiten I vertraut, sofort gesucht. 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Zum Verkauf kommen ca. 135 Bullen und 2S Kalbinnen aus bewährten und leistungsfähigen Zuchten beider Verbände. Die Veranstaltung bietet günstige Gelegenheit zum Erwerb guten männlichen und weiblichen Zuchtviehs zu niederen Preisen. Zum Abtransport stehen Lastwagen und Eisenbahnwaggons zu ermäßigten Frachtpreisen zur Verfügung. Personen aus Schutz-, Sperr- und Beobachtungs- lebieten ist dar Zutritt verboten. Verband oberschwäb. Fleckvieh- uchtvereine. Ulm/D., Söflinger- traße 1. Fleckviehzuchtverband des Württ. Unterlandes, Ludwigsburg, Myliusstraße 6. Zuchtvieh-Absatzveranstaltung ln Blaufelden, am Donnerstag den 21. Juli 1949. Zeiteinteilung: Mittwoch, den 20. Juli 1949: Beginn der Sonderkörung um 12.30 Uhr. Donnerstag, den 21. Juli 1949: Beginn des Verkaufs um 10.00 Uhr. Angemeldet sind 230 Bullen und 90 trächtige Kalbinnen. Für die Gemeinden und Bullenhalter, die Bedarf an gekörten Zuchtbullen haben, sowie für die Käufer von trächtigen Kalbinnen, besteht beste Einkaufsmögllchkeit. Für den Abtransport stehen Eisenbahnwaggons (Frachtermäßigung) und Viehtransportwagen zur Verfügung. Personen aus Sperr-, Beobachtungs- und Schutzgebieten ist der Zutritt verböte». Tierzuchtamt Schwäb. Hall. [ tfcUeniex\ G.m.txH. FRANKFURT AM MARSCHNERSTB IO Niederlagen in Apotheken und Drogerien Sport-Fr eundlieb „Gelang mir mit NEXiT zum ersten Mal Kohlweißlinge abzuhalten und an Eiab- j läge zu hindern. Wo bereits Raupen, — {in kurzer Zeit vernichtet. Glückwunsch zu j NEXITI" I.K m R. jCELA G.m.b.H. Ingelheim/Rhein .„ömuoÄ flauxixJpcrt A/iyt Otou<^eJ. Q @ © Q ® Q ©Jl © S itnbe's i > i Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme u, die schönen Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Herta tsrdschow sagen wir auf diesem Wege unse* Ten herzlichsten Dank. Professor Vollrat Griischow Frau Marie Ohe, Mutter. Karlsruhe, den 7 Juni 1449. Gartenstraße 3. Veranstaltungen Konzertdirektion Kurt Neuleldt. Heute Klavierabend Erna Marie W o e r z. Samstag, 9. Juli, 19 30 Uhr Munzsaal. Bad. Hochschule für Musik. Dienstag, den 12. Juli, 19.30 im stä'dt. Konzerthaus Konzert d. Studierenden Beethoven: Violinkonzert: Tschaikowsky: Klavierkonzert; Bruckner: Te Deum. ,Frech und verliebt' ■ m Joh.Heesters, 6aby ReismUller R Anfang: Wo.16 00,18,00,20 00, ab 14 00 u. S . aurh 22.00 I Gotte,diantlanzelgei Evangelische Gottesdienste. Samstag, 9. Juli: Matthäuskirchensaal: 20.00 Uhr: Wochenschlußfeier. Sonntag, 10. Juli (4. S. n. Trin.): Alb- pfarrel: 9 und 9.45 Uhr, Wenzel. Geibelstr. 5: 8.30 und 10 Uhr: Landesbischof D. Bender. Markuskirche: 9.30 Uhr: Köhnlein. Christuskirche: 10 Uhr, Löffler. Matthäuskirche (in St. Elisabeth): 9.30 Uhr, Stupp; 18 Uhr: Hl. Abendm. im Kirchensaal. Weiherfeld: 8 und 9.30 Uhr, Schulz. Wilhelmstr. 14: 8 und 9.30 Uhr, Biedermann. Luisenstraße 53: 8 Uhr, Hauß; 9.30 Uhr, Mondon. Lutherkirche: 9.30 Uhr: Feßler. Rintheim: 10.30 Uhr, Glatt. Hagsfeld: 9.30 Uhr, Haug. Knielingen: 9.30 Uhr, Hahn. Rüppurr: 9.30 Uhr, Horch. Diakonissenhaus: 10 Uhr, Hammann. Stadt. Krankenhaus: Art.-Kas. 9 und 10 Uhr, Kapelle Wieland. Evang.-lutherisdie Gemeinde Karlsruhe. 10 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl; 16 Uhr Gemeindeversammlung mit Ehrung, Kirdienrat Schmidt Erste Kirche Christi Wlssensdiaftei, Karlsruhe, Richard-Wagner-otraße tl Gottesdienst: So . tO Uh: Mi r Uhr Heut u. morgen jeweils 13.00, 15.00, 17.00, 10.00 , 21.00 D II C ~~ TNER . ni der RUF 824 ) Schaub uri Sichern Sie sich Ihren Platz durch unseren Vorverkauf! Theo Lingen in seiner neuesten Glanzrolle „NICHTS A LS ZUFÄLLE" Wo.: 15.30, 18.00, 20.30 Uhr. So.: 13.45, 16.00, 18.15 u. 20.30 Uhr. Auf vielseitigen Wunsch zeigen wir letztmals Hans Albers in seiner Bomlbenolle als ' „Sergeant BERRY “ Hans Albers als Polizeisergeant u. „Gangsterschreck* von Chikago. Spannend — packend — abenteuerlich! Täglich: 13, 15, 17, 19 und 21 Uhr. Heute Spätvorstellung 23 Uhr. 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Höhere Schulen für Knaben: Gymnasium, Bismarckstr. 8; Goetheschule, Realgymnasium im Hause der Helm- holtzsdiule, Kaiserallee 6; Helmholtz- schule, Realgymnasium, Kaiserallee 6; Kantschule, Realgymnasium, Engler- str. 10; Realgymnasium Durtadi, Gyro- häsiümstr. 3; Realgymnasium Ettlingen, Pforzlheimer Straße B. Höhere Schulen für Mädchen: Fich- teadiule, Realgymnasium, Sofiendr. 14? Lessingschule, Realgymnasium, So- fienstr. 147. Die Leiter der Höheren Schulen. Organisiere* die JdhrenSchretötbAck Sb&l Uänge-riuteieh- ®ofa>ven"machti/tn zumOrganiöatiaruSgerät/ Qttv Karlsruhe Waldstraße 47 Telefon 6993 Versteigerungen Unterricht v/. kg ** 5 ’ 3 kg T*® 5 9.90 Privat-Melskurse „MERKUR“ Karlsruhe. Im Sept. beg. geschlossene Handelskiassen zur vollst kaufmännischen Ausbildung, sowie Abendlehrgänge. Auskunft durch das Sekretariat Bismarckstraße 49 Telefon 2018 Blausiegel Edel und .andere hygienische Gummiartikel, Dtz. 3.20 DM u 4.— DM pl. Porto. Diskrete Auswahlsendung. Nachn. 10 DM. 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