KARLSRUHER NEUE ZEITUNG frsdbalQt tÄgllA, außer Donnerstag und Sonntag. Redaktion, Ver- lagsabteünag, Vertrieb and Druck Karlsruhe, Waldstraße 28. Telefon 822/923. (Dringend Presse.) Anzeigenannahme Karlsruhe, Kaiserstr. 69, Telefon 6649) Duilach, Pfinztalstraßa 43 ( Ett‘Ingen, Leopoldstraße 5, Telefon 36. Kein Ersatzansprud bei Störung durdb höhere Gewalt Bezugspreis monatlidi DM 2-40 einschließlich TrägergebOhr, Postzusteilnng DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr. — Anzeigen« preiset Die sechsgespaltene 46 mm breite Millimeterzeile Millimeter-Grundpreis DM —.80, im übrigen siehe zur Zeit gültige Preis« liste Nr. 4. — Postscheckkonto! Postscheckamt Karlstube Nr 80 535. 3. Jahrgang / Nummer 140 Karlsruhe, Freitag, 22. Juli 1949 Einzelpreis 15 Pfennig USA ratifizieren den Atlantik-Pakt Billigung auch in Italien und Frankreich — Sowjetprotest gegen Italien WASHINGTON, 21. Jul! (UP.) Der amerikanische Senat ratifizierte am Donnerstag den Nordatlantikpakt mit 82 gegen 13 Stimmen. Radio Stuttgart in deutsche Hände STUTTGART, 21. Juli (SAZ-Eig.- Ber.). Radio Stuttgart wird heute als letzter Sender der amerikanischen Zone in deutsche Hände übergeben. Damit wird die amerikanische Kontrolle, die bisher noch durch einen Kontrolloffizier ausgeübt wurde, vollständig aufgehoben. Radio Stuttgart wird künftig die Bezeichnung „Süddeutscher Rundfunk“ führen. (Siehe auch unseren Bericht auf Seite zwei.) 20 Jahre für Abetz beantragt PARIS, 21. Juli (DENAi In der Donnerstagverhandlung gegen den früheren deutschen Botschafter bei der Vichy-Regierung, Otto Abetz, beantragte Hauptmann Flicoteaux, laut AFP, als Ankläger für Abetz 20 Jahre Zwangsarbeit. Man nimmt in US-Regierungskrei- sen an, daß Präsident Truman dem Kongreß eine Botschaft übersenden wird, in der er auf die schnelle Annahme des Gesetzentwurfes für die westeuropäische Waffenhilfe drängen wird. Dieser Gesetzentwurf sieht die Anweisung von 1,4 Milliarden Dollar vor, wovon 1.1 Milliarden Dollar an die Atlantikpaktstaaten gehen sollen. Auch die italienische Abgeordnetenkammer ratifizierte am Donnerstagabend mit 323 gegen 160 Stimmen den Nordatlantikpakt. HEIDELBERG, 21. Juli. (SAZ-Eig. Ber.) Im Heidelberger Schloß eröffnet« am Donnerstag die CDU/ CSU ihren Wahlkampf zum Bundestag. Während sich in dem historischen Saal fast alle führenden Politiker der Partei aus der gesamten Westzone versammelt hatten, hörte auf dem Schloßhof eine nach Tausenden zählende Menschenmenge die durch Lautsprecher übertragenen Reden. Als erster Redner sprach der Vorsitzende der CDU der britischen Zone, Dr Konrad Adenauer. Er wies darauf hin, daß sich heute die ersten Regungen eines kommenden erbitterten Wahlkampfes abzeichnen. bei dem es in erster,-Linie um die Person des Bundeskanzlers gehe. Dieser werde über die Fortführung der Wirtschaft zu entscheiden haben, den Eintritt Westdeutschlands in die Europäische Union vorbereiten müssen, wahrscheinlich sich auch mit der Frage des Friedensvertrages zu befassen haben und vor allem die Frage des Verhältnisses des deutschen Westens zum deutschen Osten klären müssen. Als die wichtigsten Aufgaben der deutschen Bundesregierung bezeichnet« Dr. Adenauer den Wohnungsbau, eine äußerste Sparsamkeit in der Verwaltung, den Abbau der Steuern, die Schaffung eines sauberen Beamten- Ebenso hat laut DENA-AFP der Außenpolitische Ausschuß des Rates der Republik Frankreich am Mittwoch mit 16 Stimmen gegen eine Stimme bei einer Enthaltung im Prinzip die Ratifizierung des Atlantikpaktes gebüligt. Laut DENA-REUTER hat die Sowjetunion, wie Radio Moskau am Mittwoch meldete, in Noten Großbritannien, die USA und Frankreich beschuldigt, Italien veranlaßt zu haben, die Bestimmungen des Friedens Vertrages zu verletzen. Eine weitere Note wurde der italienischen Regierung übersandt, Wenn man in einem verbissenen Kampf mit einem Feind um sein Leben ringe, sagte Churchill, habe man ihm gegenüber eine ganz andere Einstellung als nach seiner Niederlage, wenn er am Boden liege und um Gnade bitte. Heute könne er nur sagen, daß er nicht mit dem Morgen- thau-Plan einverstanden sei und daß er bedaure, damals seine Unterschrift darunter gesetzt zu haben. DÜSSELDORF, 21. Juli (UP) Die britische Militärregierung hat eine Erklärung herausgegeben, in der es heißt, daß über eine Million deutscher Kriegsgefangener in sowjetischen ZwüngSarbeitslagem. leben! Anlaß zu dieser Erklärung war eine Feier der SED in Schwerin, in deren Verlauf die Verdienste der Internationalen Brigade während des spanischen Bürgerkrieges gefeiert wurde. In der britischen Erklärung, die der deutschen und alliierten Presse übergeben wurde, wird festgestellt, daß sich in sowjetischen Zwangsarbeitslagem auch Spanier befänden, die in den Jahren 1937 und 1938 in die UdSSR geflüchtet waren. Wie DENA weiter berichtet, erklärten ehemalige Angehörige der deutschen Rumänienarmee, die am Dienstag und Mittwoch mit einem Rußlandheimkehrertransport im hessischen Heimkehrerlager Waldschenke eintrafen, daß am Donez bei Charkow und bei Dnjepope- trowsk ehemalige deutsche Wehrmachtsangehörige der Rumänienarmee in riesigen „Schweigelagern“ festgehalten würden. Keiner der Insassen dieser Lager habe bisher schreiben dürfen. Die Lager würden durch die Sowjets auf besonderen Listen geführt. Schätzungsweise vier Millionen seit Kriegsende verschol- sprachen in Heidelberg tums, die Zurückführung der Kriegsgefangenen und die Errichtung eines besonderen Ministeriums, dem die Aufgabe gestellt werden soll, dafür zu sorgen, daß die Teilung Deutschlands in West und Ost nicht eine ewige sein werde. Bei heftigen Angriffen gegen die SPD, die er im Hinblick auf die Wahl als dem Hauptgegner der CDU bezeichnete, stellte Dr. Adenauer die Behauptung auf, es sei die historische Schuld dieser Partei, in der Ostzone den Widerstand gegen den Kommunismus und den russischen Bolschewismus versprochen zu haben. Das Ziel der CDU sei, bei der Wahl die Geburtsstunde einer sozialistischen Wirtschaft zu verhindern. Es gehe um die Entscheidung, ob Deutschland künftig christlich oder sozialistisch regiert werde. Es sei eine neue Staatsidee notwendig, die auf die Einigung Europas hinziele, erklärte der erste Vorsitzende der CSU Bayern. Ministerpräsident Dr. Ehard. Deutschland könne zwar heute keine äußeren Machtmittel bieten, es könne aber einen Geist des Friedens entwickeln der mehr Kraft habe als alle militärische Macht und Rüstungsprogramme. Die christliche Internationale müsse künftig zum wirkenden Paktor in Europa werden. in der im einzelnen aufgeführt wird, welche Artikel des Friedensvertrages Italien nach Ansicht der UdSSR gebrochen hat In der Note an Italien, die von Radio Moskau verbreitet wurde, heißt es: „In Verbindung mit Italiens Beitritt zum Nordatlantikpakt und dem Ersuchen der italienischen Regierung an die US-Regie- rung, sie bei der Verstärkung der italienischen Streitkräfte und der Vergrößerung der italienischen Kriegsindustrie zu unterstützen, erachtet es die Sowjetregierung für notwendig, folgendes zu erklären: Im Friedensvertrag mit Italien wird betont, daß dieser Vertrag als Grundlage für freundschaftliche Beziehungen zwischen Italien und den Staaten gelten soll, die diesen Vertrag mit ihm abgeschlossen haben. Durch die Unterzeichnung des Friedensvertrages hat sich Italien verpflichtet, von jeglichen Maßnahmen abzusehen, die gegen die anderen Unterzeichnermächte gerichtet sein können und daher keinen Bündnissen oder anderen Mächtegruppen beizutreten, die aggressive Ziele verfolgen. Durch den Beitritt zum Nordatlantikpakt hat sich Italien einer militärischen Mächtegruppierung angeschlossen. die gegen die Sowiet- union und gegen die Volksdemokratien gerichtet ist.“ lene Deutsche, neben Kriegsgefangenen, hauptsächlich Zivilisten mit Frauen und Kindern aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, werden den Berichten der Heimkehrer Vu.t&ge. re-: in üer Sowjetunion zurückgehalten. Kolarow Nachfolger Dimitroffs SOFIA, 21. Juli (UP) Der amtierende bulgarische Ministerpräsident Wasil Kolarow wurde vom Parlament einstimmig zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Kolarow wird damit Nachfolger des kürzlich in der Sowjetunion verstorbenen Ministerpräsidenten Georga Dimi- troff. Kolarow ist 72 Jahre alt STUTTGART, 21. Juli. Die 134. Landtagssitzung, in deren Mittelpunkt eine Reihe von Anfragen der Abgeordneten und Antworten der Minister stand, ließ schon eine leicht nervöse Atmosphäre des bevorstehenden Wahlkampfes deutlich werden. In den teils lebhaften Debatten fehlte es jedenfalls nicht an diesbezüglichen gegenseitigen Vorwürfen. So löste ein SPD-Antrag, in dem die Staatsregierung ersucht wird, die von der Militärregierung seinerzeit suspendierten Artikel des Betriebsrätegesetzes mit sofortiger Wirkung in Kraft zu setzen, eine heftige Diskussion aus. In der Begründung dieses Antrages wies Abgeordneter Fischer (Mannheim) darauf hin, daß, nachdem diese Frage im Bonner Grundgesetz nicht geregelt worden sei, die Zuständigkeit bei den Ländern liege. Ein Jahr Wartezeit sei verstrichen und Betriebsräte und Arbeiter verlangten nunmehr energisch sofortiges Handeln. Ministerpräsident Dr. Maier verwies in seiner Entgegnung auf die klaren Absagen der Militärregierung bei allen bisherigen Vorstellungen. Es erhebe sich die Frage, ob man heute einen derartigen Antrag stellen solle oder ob es nicht vielmehr zu empfehlen sei. die Regelung der Bundesgesetzgebung zu überlassen. Abgeordneter Kohl (KPD) widersprach dieser Auffassung und bat das Haus, den Antrag zu unterstützen. Abgeordneter Kuhn, Mannheim (CDU), erklärte dann, seine Fraktion habe sich seinerzeit nachdrücklich für dieses Gesetz eingesetzt und die Suspendierung einzelner Artikel durch die Militärregierung bedauert. Mit überwältigender Mehrheit stimmte der Landtag schließlich dem Anträge zu. Neue Streikgefahr in Berlin BERLIN, 21. . Juli (UP). Die verantwortlichen Gewerkschaftler der Westberliner Eisenbahner haben angekündigt, daß sie entschlossen seien, einen neuen Eisenbahnerstreik auszurufen, falls die ostzonale Eisenbahnverwaltung nicht bereit sein würde, ihre Verpflichtung auf Bezahlung von 60 Prozent der Löhne in Westmark nachzukommen. Ein Sprecher der Gewerkschaften betonte dabei, daß jedoch vor einer eventuellen neuen Streikausrufung Konferenzen mit den westlichen Militärregierungen stattfinden würden. Dr. Pünder rehabilitiert FRANKFURT, 21. Juli. (DENA) Der Untersuchungsausschuß des Wirtschaftsrates gegen Oberdirektor Dr. Pünder hat dem Plenum am Mittwoch das Ergebnis seiner Untersuchungen in einem Bericht vorgelegt. Der Ausschuß ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß Dr. Pünder nicht den Versuch gemacht hat. Haushaltsmittel der Bizone nach Bonn zu leiten. Trauerfeierlichkeiten in Prüm PRUEM, 21. Juli (DENA). Die offiziellen Trauerfeierlichkeiten für Onfer des Explosionsunslückes. das sich am vergangenen Freitag in Prüm ereignete, wurden am Mittwoch unter großer Beteiligung der Bevölkerung abgehalten. Außer dem Ministerpräsidenten von Rheinland- P'alz. Peter Altme ; er. und dem französischen Generaldelegierten, Gouverneur de Boislambert, nahmen die Kabinettsmitglieder des Landes teil. Ferner waren der F.rzb’schof von Trier, Dr. Bomewasser. der .evangelische Ki”ohenrat Sachse und zahlreiche Würdenträger beider Konfessionen anwesend. Max Reimann wieder frei DÜSSELDORF. 21. Juli (DEN M. Der Vorsitzende der Westzonen-KPD, ?.tux Reimann. v/urde am morgen aus dem Gefängnis Düss'' 1 - dorf-Derendorf entlassen. Auf seinen Wunsch wurde er in einem Auto der britischen Militärregierung zum Landes vor st and der KPD in Düsseldorf gefahren Reimann, der am 1. Februar von einem britischen Müi- tärgericht wegen Diskriminierung deutscher Politiker zu 1 drei Monaten Haft verurteilt worden war, ist damit 28 Tage' vor Beendigung , semer Strafverbüßung entlassen worden. Der Rest der Strafe, die erst am 17. August abgelaufen wäre, wurde ihm wegen guter Führung erlassen. Auch eine SPD-Anfrage, in der erklärt wurde, nach Pressemeldungen beabsichtigten die Unternehmer der drei Westzonen aus Anlaß der bevorstehenden Bundestagswahl für die bürgerlichen Parteien einen Wahlfonds von vier Millionen DM zu bilden, hatte in Anbetracht der bevorstehenden Wahl einen stark politischen Hintergrund. Abgeordneter Lausen (SPD) fragte in diesem Zusammenhang den Finanzminister, ob er bereit sei, die Finanzämter in Württemberg-Baden anzuweisen, solche als Sonderbeiträge gebuchte Ausgaben nicht als Betriebsunkosten anzuerkennen. Der Vertreter des Finanzministeriums beantwortete diese Frage eindeutig mit Ja. Die weitere Frage, ob durch irgendwelche Stellen bereits Anträge gestellt worden seien, nach denen Sonderbeiträge an Unternehmerverbände als Betriebs- Unkosten anerkannt werden sollten, beantwortete er genau so eindeutig mit Nein. Abgeordneter Wiedemaier bezeichnete diese Anfrage als einen ungeheuren Angriff auf die CDU In der Donnerstagsitzung, der letzten vor den mehrwöchigen Pnr'a- mentsferien. behandelte der Landtag dann eine Reihe dringlicher Anträge und Gesetzentwürfe. So stimmte er einem Antrag des Pforzheimer Oberbürgermeisters. Abg. Brandenburg (DVP) zu durch den das Innenministerium beauftragt wird, für die unverzügliche Durchführung d^s Aufbaugesetzes und des Gesetzes über die Finanzierung der Trümmerbeseitigung Sorge zu tragen. Außerdem sollen an die zerstörten St ; dte und Gebäude sofort Abschlagszahlungen auf die Trümme'-b‘>seiti«i'ng für die zurückliegende ^eit und f"r das laufende Rechnungsjahr geleistet werden. „Ich wünsche Deutschland im Europa-Rat" Erklärung Bevins — Bemerkenswerte Deutschland-Debatte im Unterhaus LONDON, 21. Juli (DENA-Reuter). Außenminister Bevin bezeichnete am Donnerstag in der außenpolitischen Debatte des britischen Unterhauses eine Regelung des britisch-amerikanisch-französisch-deutschen Problems als den Schlüssel zum europäischen Frieden. Der konservative Abgeordnete Harold McMillan hatte die britische Deutschlandpolitik als zum Teil „naiv“ bezeichnet. McMillan äußerte Befürchtungen, daß, falls Deutschland nicht auf irgendeine Weise fest an den Westen angeschlossen werden kann, nicht verhindert werden könne, daß Deutschland unter die Kontrolle des Ostens gerät. Im weiteren Verlauf der Debatte erklärte Bevin, er hätte sich 1945, falls man ihn damals um eine Stellungnahme ersucht hätte, niemals mit der Forderung auf bedingungslose Kapitulation einverstanden erklärt. Churchill warf ein, daß diese Entscheidung damals von Präsident Roosevelt ohne vorherige Beratung mit ihm (Churchill) getroffen worden sei. Er habe damals schnell entschei- Demontage Massenentlassungen im Chemischen Werk Hüls DÜSSELDORF, 21. Juli (DENA), Bei vier der elf zum Abbau vorgesehenen Werke der deutschen Kohlechemie ist nunmehr von der britischen Militärregierung der Demontageumfang festgelegt In Kürze werden die gesamten Demontagevorhaben in der deutschen Kohleveredelungsindustrie abgegrenzt sein. Der Abbautermin für die Chemischen Werke Hüls ist auf 1. September festgesetzt worden. Es ist noch nicht abzusehen, ob das Werk Hüls, das als das modernste deutsche Chemiewerk anzusprechen ist, nach Durchführung der Demontagevorhaben noch konkurrenzfähig bleiben wird. Bereits vor wenigen Tagen mußten schon 1200 Arbeitskräfte wegen Absatzschwierigkeiten für die Erzeugnisse der noch laufenden Produktion entlassen werden. Prozeß gegen Abbauverweigerer DORTMUND, 21. Juli (DENA). Vor dem Unteren britischen Militärgericht in Dortmund wurde am Mittwoch ein Prozeß gegen sechs Demontagearbeiter der Fa. Müller eröffnet, die sich geweigert hatten, die Demontage bei den Dortmunder Paraffinwerken durchzuführen. Den Angeklagten wird vorgeworfen, einen schriftlichen Befehl der Militärregierung sowohl am 13. als auch am 14. Juni nicht befolgt zu haben. Der Prozeß wurde auch am Donnerstag fortgesetzt. Der als Zeuge geladene WeltrRuridschau PARIS. Der französische Außenminister Schuman gab bekannt, daß er mit dem britischen Außenminister E. Bevin der im Verlaufe seines vierzehntägigen Erholungsurlaubes am Samstag in Paris eintreffen werde, eine Unterredung führen werde. / Der frühere Kanzler des Präsidenten Benesch in der Tschechoslowakei, Jaromir Smutny, hat nach einer Mitteilung des Sekretariats der tschechoslowakischen Exilregierung in Paris die Tschechoslowakei verlassen. — SEATTLE (UP). Bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe der nordamerikanischen Stadt Seattle wurden neun Personen getötet. (Alle nicht gezeichneten NscbildHeni DENA) den müssen, ob es mit dem britischen Prestige vereinbar gewesen wäre, diesen Beschluß nicht zu unterstützen. Er habe dann seine Zustimmung erteilt, aber es sei nicht die Lösung gewesen, die er geplant hatte. „Als Partner eines großen Bündnisses und mit dem Blick auf die treuen und mächtigen Freunde jenseits des Ozeans haben wir uns damit ab- finden müssen.“ Bevin sagte weiter: „Ich wünsche Deutschland im Europarat zu sehen“, und fügte im Hinblick auf Frankreich hinzu, man müsse mit größter Sorgfalt bei der Einführung Deutschlands Vorgehen. „Aber wenn wir in Straßburg den alten Streit zwischen Deutschland und Frankreich beilegen können, wird ein großes Werk vollbracht sein“. Churchill bedauert Morgenthau-Plan Churchill kam dann als Sprecher der Konservativen auf den Morgen- thau-Plan zu sprechen, der vorsah, daß Deutschland seine gesamte Industrie verlieren und zu einem Agrarstaat gemacht werden sollte. auf Touren Demontageuntemehmer Erwin Müller, Dortmund, erschien am Donnerstagnachmittag schwer angeschlagen in völlig zerrissener Kleidung vor dem Militärgericht. Er war nicht vernehmungsfähig. Nach Mitteilung des Polizeipräsidiums Dortmund ist er vor dem Dortmunder Stadthaus von einer größeren Menschenmenge schwer verprügelt worden. Sämtliche 107 Demontagearbeiter der Abbruchfirma Müller, die in verschiedenen Werken tätig ist, erhielten am Donnerstag anonyme Briefe mit Warnungen und Drohungen, die sie von weiteren Demontagearbeiten abhalten sollen. CDU eröffnet den Wahlkampf Führende CDU-Politiker Deutsche in Zwangsarbeitslagem Riesige „Schweigelager“ bei Charkow und Dnjepopetrowsk? Um das Mitbestimmungsrecht Der Ministerpräsident für Regelung durch den Bund Bericht innerer Stuttgarter Redaktion Seite 8 / Nummer 140 «AI t Freitag, M. JuH »4* Radio Sftuftftgari jetzt „Süddeutscher Rundfunk" Radiogesetz soll freien und unabhängigen Rundfunk gewährleisten JSüöDcÜ^KBoimin'ne Nummer 148 / Freitag, 22. Juli 1949 Vf ege zur Sozialordnung Von Werner Ko e p Seit Kriegsende, vor allem aber seit der Währungsreform, bemühen sich zahlreiche Institutionen und Einzelpersonen in Deutschland darum, die Wege zu einer neuen Sozialordnung zu finden. Die deutschen Anstrengungen um ein neues Sozialgefüge gehen von vielen Seiten aus: von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, von konfessionellen Gruppen und von Männern aus den Reihen der Wirtschaft und der Parteien. Die Kirche wird in ihrem Hirtenwort zur Bundeswahl die Forderung nach einer neuen Sozialordnung an erster Stelle erheben. Die katholische Arbeiterbewegung (KAB) wendet sich scharf ab vom Liberalismus, der die Gemeinschaft ausschließe, und strebt die Bindung aller an das Gemeinwohl an. Als Partner der KAB bezeichnet sich der Bund katholischer Unternehmer (BKU). In der gleichen Richtung laufen die Gedanken, die „vor einigen Tagen auf einer Zusammenkunft wirtschaftlich und politisch interessierter Kreise in Westdeutschland erörtert wurden. Man ging hierbei von dem künftigen Verhältnis zwischen Staat und Unternehmen aus. Von allen möglichen politischen Besitzveränderungen abgesehen, sollte es Aufgabe des Staates sein, besondere Leistungen der Betriebe durch Steuervergünstigungen zu prämiieren. Für den Staat könnte der Steuerausfall durch höhere Produktion und daraus resultierend gesteigerte Kaufkraft und Vermehrung des Sozialproduktes ausgeglichen werden. Als Voraussetzung für die steuerlichen Vorteile zugunsten des Unternehmens wird eine höhere soziale Leistung des Betriebes in Form des Leistungslohnes angesehen. Es ergäbe sich dadurch auf längere Sicht in der gesamten Wirtschaft eine Betriebsverfassung, wie sie bis Kriegsende bei der Zeiß- Stiftung, Jena, galt und heute mit bestem Erfolg bei der Kupferhütte, Duisburg, angewandt 'wird. Für den Arbeiter bedeutet der Leistungslohn, daß er ohne den Zwang des Akkords seine wirtschaftliche Lage verbessern kann und damit ein erster Schritt zur sozialen Entspannung getan wäre. Ein Blick nach den USA zeigt weitere Möglichkeiten, um ein gutes Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu schaffen. Bezeichnend ist, daß die amerikanischen Gewerkschaften ernstlich an dem System der Unternehmerwirtschaft nichts zu ändern wünschen. Daß die echten Interessengegensätze dadurch nicht aufgehoben werden, beweisen die stetig sich wiederholenden Lohnkämpfe und Streiks, die aber nur um der Arbeitsbedingungen willen, nicht aber um wirtschaftspolitischer, politischer oder gar weltanschaulicher Ziele willen ausgefochten werden. Manches kann der deutsche Unternehmer von seinem amerikanischen Kollegen lernen, der sich um einen guten Kontakt tu seinen Mitarbeitern bemüht. Auch in Deutschland könnte eine weitgehende Wandlung des Unternehmers in diesen Fragen, sowie das ehrliche Streben nach einer Vertrauensbasis zwischen Betriebsführung und Belegschaft nur zur Gesundung der Wirtschaft und einer Besserung der sozialen Ordnung führen. Wenn heute „Radio Stuttgart“ als letzter Sender der US- Zone unter der Bezeichnung „Süddeutscher Rundfunk“ in deutsche Hände übergehen wird, dann bedeutet dies zugleich das Ende eines schwierigen Kapitels gesetzgeberischer Tätigkeit des württembergbadischen Landtages. Denn die rechtliche Grundlage der Umgestaltung des Senders Stuttgart bildet das „Radiogesetz“, das innerhalb von zwei Jahren dreimal verabschiedet werden mußte, damit endlich in seiner letzten Fassung die Billigung der Militärregierung erfolgen konnte. Es war ein schweres Stück Arbeit für den Gesetzgeber, sich von der traditionsgebundenen Idee, Rundfunk sei eine Angelegenheit des Staates oder wenigstens eine vom Staat kontrollierte Einrichtung laszumachen und ein Gesetz für einen unabhängigen, d. h. auch vom Staate unabhängigen, Rundfunk zu entwerfen. Erst jetzt läßt sich die zukünftige Organisationsforim von „Radio Stuttgart“ in ihren Einzelheiten erkennen. Bisher war die Station ein Sender der Militär-Regierung, die nach dem Zusammenbruch 1945 die treuhänderische Verwaltung des Stuttgarter Senders übernahm, bis die für eine Rückübertragung in die Hände deutscher Organe notwen- FRANKFURT, 21. Juli (DENA). Der Zweizonen-Wirtschaftsrat verabschiedete in einer längeren Sitzung, die von Mittwochfrüh bis Donnerstagmorgen andauerte, im Eiltempo, mehrere Gesetze, darunter ein Gesetz über den Betrieb von Hochfrequenzgeräten, wonach Geräte mit einer Frequenz von zehn kHz bis drei Millionen kHz nur mit Genehmigung der Hauptverwaltung für Post- und Fernmeldewesen betrieben werden dürfen. Hochfrequenzgeräte, die der Fernmeldetechnik dienen, fallen nicht unter diese Bestimmung. Nach einem weiteren angenommenen Gesetz wird im Zusammenhang mit dem Lastenausgleich bei Grundstücken, die auf Grund des Krieges und Kriegsfolgeschäden an Wert eingebüßt haben, auf »Antrag auf .eine» Bezahlung der Grundschuld teilweise oder ganz verzichtet. Eine zweite Aenderung zum Gesetz zur Sicherung von Forderungen für den Lastenausgleich, die vom Wirtschaftsrat angenommen wurde, sieht vor, daß aus Umstellungsgrundschulden von Eigentümern solcher Geldinstitute, die nach dem Umstellungsgesetz und seinen Durchführungsverordnungen auf Grund unausgeglichener Bilanzen Ansprüche auf Zuteilung von Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand haben, Leistungen bis auf weiteres nicht erhoben werden. Mit Mehrheit nahm der Wirtschaftsrat in zweiter und dritter Lesung das Gesetz über Grundsätze der Lohnregelung an. In dem Gesetz wird festgelegt, daß Löhne und Gehälter zwischen den Tarifvertragsparteien in freier Vereinbarung nach den Bestimmungen des Tarifvertragsgesetzes festgelegt werden sollen. Das Gesetz bindet die Vertragsparteien an das Leistungsprin- digen Voraussetzungen geschaffen sein würden. Das Radiogesetz gehört mit zu diesen Voraussetzungen, als deren Folge „Radio Stuttgart“ zu einer sich selbst verwaltenden Anstalt des öffentlichen Rechts mit der Bezeichnung „Süddeutscher Rundfunk“ umgestaltet wird. Die in der Satzung aufgestellten Richtlinien kennzeichnen den Sender als einen unabhängigen, „in freier, gleicher, offener und furchtloser Weise dem ganzen Volke dienend“. Die Organe des „Süddeutschen Rundfunks“ sind der Rundfunkrat, der Verwaltungsrat und der Intendant. Der Rundfunkrat vertritt die Öffentlichkeit und setzt sich aus dreißig Delegierten derjenigen Körperschaften zusammen die auf Grund ihrer religiösen, kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Aufgaben einen berechtigten Anspruch an der Gestaltung und Überwachung des Rundfunkprogramms haben. Seine Mitglieder werden durch die beteiligten Organisationen selbst gewählt und nicht durch den Landtag berufen, wie im Gesetz von 1948 vorgesehen war. Das eigentliche Kontrollorgan ist der Verwaltung6rat, der sich um Organisation- und Verwaltungsfragen zu kümmern und die Geschäftsführung zu überwachen hat. In ihm zip: Es dürfen in Tarifverträgen keine geringeren Löhne auf Grund des Geschlechts oder des Alters vorgesehen sein. Die Gewährung von sozialen Zulagen sowie eine angemessene Berücksichtigung von Berufsund Arbeitserfahrungen soll davon jedoch ausgeschlossen sein. Bei Streitigkeiten kann die Vertragspartei, die sich benachteiligt fühlt, bei der obersten Landesbehörde oder bei dem Direktor der Verwaltung für Arbeit die Einleitung eines Ueber- prüfungsverfahrens beantragen. Nach heftigen Diskussionen wurde das Kriegsbeschädigten - Leistungsgesetz vom Wirtschaftsrat einstimmig angenommen. Das Gesetz sieht für Kriegsbeschädigte Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent zur bisher gewährten Rente vor, soweit das sonstige Ein- korftmen die halbe Rente nicht übersteigt. Ein KPD-Antrag, eine Bruttorente von monatlich 160 DM festzulegen, wurde abgelehnt. Vor Beginn der Nachtsitzung forderte Präsident Köhler die Abgeordneten auf, trotz höchster psychischer und physischer Erschöpfung die Sitzung durchzuhalten, um eine Verabschiedung der Gesetze noch in der Aera des Wirtschaftsrates möglich zu machen. Die Zahl der Abgeordneten hatte sich nach der Abendpause auf 52 vermindert, so daß der Wirtschaftsrat damit gerade noch beschlußfähig war. Zunächst nahm die Vollversammlung gegen die Stimmen der SPD und KPD den Nachtragshaushalt der Doppelzone für das Rechnungsjahr 1949/50 an. Der Nachtragshaushalt schließt mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 285,7 Millionen DM und erhöht damit den Gesamtetat der Bizone für das Rechnungsjahr auf mehr als eine Milliarde DM. sitzen fünf vom Rundfunkrat und zwei vom Landtag zu wählende Vertreter, die im Interesse der Unabhängigkeit und Objektivität weder der Regierung angehören, noch beim Rundfunk angestellt sein dürfen. Das Exekutivorgan der Anstalt ist der Intendant, der vom Rundfunk- rat nach Anhörung des Verwaltungsrats gewählt wird. Er allein ist der Öffentlichkeit gegenüber für die politische und kulturelle Gesamthaltung des Senders verantworlich. Zur Mithilfe bei der Wirtschaftsführung bestellt der Intendant im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat den Geschäftsführer. Zu seinen weiteren Aufgaben gehört die Aufstellung eines Haushaltsplans, die Fertigstellung des Jahresbericht« und Jahresabschlusses. Die finanziellen Aufwendungen des „Süddeutschen Rundfunks“ werden aus der Rundfunkgebühr bestritten, die jeder Hörer im Bereich des Stuttgarter Senders entrichten muß. Dieser Überblick über die zukünftige Gestaltung des „Süddeutschen Rundfunks“ mag Anlaß sein, einen jeden Rundfunkhörer an der Entwicklung seiner Rundfunkstation zu interessieren, ihn anzuregen zur Mitarbeit an einer Einrichtung, die, von allen getragen, auch wiedemm allen zugute kommen soll. E. Z. Gegen die Stimmen der SPD und KPD wurde das Gesetz über den Wegfall der Kürzung der Dienst- und Versorgungsbezüge nach der Brü- ningschen Notverordnung für die bi- zonalen Dienststellen einschließlich Reichsbahn und Post angenommen. Stigmata bei einem Hamburger HAMBURG, 21. Juli (DENA). Bei einem 47 jährigen protestantischen Hamburger Kaufmann zeigen sich seit längerer Zeit Stigmata nach der Art der Therese Neumann aus Kon- nersreuth. Vor dem Aufbrechen der Wundmale hat der Kaufmann, der an sich wenig religiös ist, regelmäßig religiöse Visionen. Danach zeigen sich an Händen und Füßen die Nagelmale, am Kopf die Dornenkranzwunde und unter dem Herzen eine Lanzenwunde. Der Fall dieses Stigmatisierten, der seit dem 1. Juli arbeitsunfähig ist, wird von dem wissenschaftlichen Leiter der „Freien Forschungsgesellschaft für Psychologie und Grenzgebiete der Wissenschaft“, Prof. Gg. Anschütz, untersucht.. Heilungsversuche blieben bisher erfolglos. Schülerarrest im Gefängnis MÜNCHEN, 21. Juli (DENA). Der bayerische Justizminister Dr. Josef Müller hat eine sofortige Ueberprü- fung der in einer Leserzuschrift an die Münchener „Abendzeitung“ gemachten Angaben angeordnet, wonach eine 15jährige Schülerin einer Fortbildungsschule zwei Tage „Freizeitarrest“ im Gefängnis Stadelheim verbüßen mußte, da sie mehrere Male unentschuldigt der Schule ferngeblieben war. Die Untersuchungen des Justizministeriums haben die Richtigkeit dieser Angaben ergeben. Folgen der Exkommunikation STUTTGART, 21. Juli (SAZ-Eig.- Ber.). Das Mitteilungsblatt der KPD, Bezirk Württemberg, veröffentlicht« folgende Meldung: „Der Landesvorstand der KPD Württemberg-Baden hatte einen größeren Druckauftrag von Wahlflugblättern an die Firma Karl Dreh in Winnenden vergeben. Trotz der Zusage der Firma, den Auftrag auszuführen, brach sie am Montag die Abmachung mit der Begründung, sie müsse ihn wegen des päpstlichen anti - kommunistischen Dekrets ablehnen. Sie berief sich dabei darauf, daß ihrer Belegschaft nur zwei Protestanten angehören, die allein nicht in der Lage seien, die Flugblätter herzustellen.“ FOGGIA, 21. Juli (UP). Im Zusammenhang mit dem anti-kommunistischen Exkommunikationsdekret kam es in einem italienischen Ort zu Zwischenfällen, in deren Verlauf drei Personen wegen Verunglimpfung der Religion verhaftet wurden. In der kleinen Stadt Orta Nova erklärte der örtliche Pfarrer Don Michele di Paole sich erst dann bereit die Be- erdigungszeremonien an der Leiche einer Verstorbenen vorzunehmen, nachdem er sich vergewissert hatte, daß sie nicht auch, wie ihre Familie, Kommunistin gewesen war. Als er in das Haus eintrat, fand er, daß der Sarg mit einer roten Fahne bedeckt war. Auch auf dem Hause weht« eine rote Fahne. Da die Verwandten der Verstorbenen es ablehnten, die Fahnen zu entfernen, verließ der Pfarrer das Haus. Der Trauerzug mit der Leiche erschien sodann vor der Kirche. Dort wurde der Pfarrer mit Gewalt aus der Sakristei geholt und gezwungen, die Beerdigungszeremonien vorzunehmen. Er tat dieses jedoch erst dann, als die rote Fahne vom Sarg entfernt wurde. Nach der Beendigung der Zeremonie wurde der Pfarrer von den Angehörigen mit den Worten vertrieben: „Wir brauchen dich nicht mehr“. Vor der Kirche sammelte sich eine Menschenmenge, die den Pfarrer beschimpfte. Die Polizei griff sodann ein und verhaftete die Organisatoren der Demonstration wegen „Verunglimpfung der Religion“. Deutschland-Rundschau Hamburg. Der Prozeß gegen den Seniorchef der Hamburger Werft „Blohm & Voß“ und fünf leitende Angestellte der Firma beginnt am 4. Oktober vor einem Obergericht der britischen Kontrollkommission. — Lüneburg. Auf der britischen Seite der Zonengrenze wurde ein 79jähriger Bauer aus Groß-Blitze von einem sowjetischen Grenzposten erschossen. — Wiesbaden. Am 22. Juli tritt für das Land Hessen die Generallizenz Nr. 3 (Pressefreiheit) in Kraft. — Frankfurt. Die Stadt Frankfurt hat _die gesamte deutsche Presse für den kommenden Mittwoch zu einer Konferenz eingeladen, die mit einer Besichtigung der bizonalen Bauten verbunden werden soll (Alle nicht gezeichneten Nachrichten» DENA) Lizenz-Ni US-WB 122. Herausgeber und Chefredakteur« Felix Richter und K. Wisselindc (verreist) Redaktionsmitglieder; Max Geisen- heyner Helmut Haag, Wilhelm Hagenmeyer, Rudolt John, Rolf Kroseberg, Dr. Walter Oberkampf, Otto P Paeffgen, Hildegard Pieritz, Ad. Rohrhirsch Josef Werner — Mit vollem Verfassernamen gezeichneten Beitrüge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck von Origmalbeiträgen nur mit Genehmigung qestattet. das Zitierungsrecht bleibt unberührt Für unverlangt eingesandte Manuskripte keine Gewähr. — Verlag' Süddeutsche Allgemeine Zeitunqsverlag GmbH. Verlaqedirektor Dipl -Ing Herbert Lohmeyer, Rekordsitzung des WirSschaftsrales Gesetz über Grundsätze der Lohnregelung in dritter Lesung angenommen PETER VOSS “er M nU° MENl> 'EB Roman von Ewgir Seeliger 47. Fortsetzung Nachdruck verboten! Copyright by E. G. Seeliger „Zweifelsfrei!“ bestätigte der Onkel. ' „Es ist Gefahr im Verzüge!“ Hier spürte Töser eine solche Schwäche in den Knien, daß er in den Sessel sackte, worauf er, um seine wie ein Lämmerschwanz wak- kelnde Autorität zu befestigen, mit der Hand auf den Schreibtisch schlug und zischte: „Wie heißen Sie?“ „Peter Voß!“ lautete die vergnügliche Antwort. Auf dieses Alarmsignal hin stürzte eich Franzelt mit seinen zehn zu Adlerkrallen gekrümmten Fingern auf das am Aktenregal hängende Bündel der letzten Fahndungsblätter, wühlte in dieser seiner täglichen Morgen-, Mittags- und Abendlektüre herum, daß es nur so rauschte, fand den Steckbrief und rief triumphierend: „Peter Voß! Millionemdieb! Zehntausend Dollar Belohnung! Sachdienliche Mitteilungen an Detektiv Bobby Dodd, Berlin.“ „Das ist die Höhe!“ schnaubte Tö- ser wie ein brünstiger Dschungeltiger. „Darum also haben Sie sich einsperren lassen! Wieviel Millionen haben Sie gestohlen?“ „Nur zwei Stück!“ erklärte Peter Voß ganz bescheiden. „Und wo “ inquirierte ihn Töser weiter in der wunschträumerischen Hoffnung auf die zehntausend Belohnungsdollar, „haben Sie das Geld versteckt?“ „Bei meinem lieben Onkel!“ bekannte Peter Voß seelenruhig. „Und dieser Onkel bin ich!“ meldete sich Pätech und erzielte mit diesem überraschenden Geständnis das Töser wie Franzelt zu Salzsäulen erstarren ließ, einen durchschlagenden Erfolg. Der Krampf dieser beiden eingefleischten und nun bis ins Knochenmark hinein verblüfften Ordnungshüter löste sich erst, als ihnen das Geheimnis der noch gar- nicht vorhandenen und trotz alledem schon entwendeten Millionen vermittelt worden war. Und es dauerte eine gute Viertelstunde, bis sie dieses schier unglaubliche Glaubens- absurdum der überseeischen Profitmathematik begriffen, erfaßt und sich zu Gemüte geführt hatten. „Es geschehe Recht, mag die Welt auch darüber verderben!“ sentenzte der Onkel auf lateinisch. „Meiner Ueberzeugung nach kann nur die Freilassung das Interesse Dodds an diesem vorbildlichen Strafvollstrek- kungsinstittit zum Erlöschen bringen. Daß er den richtigen Emil Popel gleich mitbringt halte ich für höchst unwahrscheinlich. Schließlich gibt es da drüben auch so etwas wie eine Einwanderungsbehörde, mit der er sich erst einmal auseinanderzusetzen hätte. Und weshalb sollte er sich, ganz abgesehen von dem Zeitverlust, auf seiner Jagd nach den beiden Millionen mit diesem Ballast beladen? Denn für den Nichtidentitätsnachweis genügt doch schon die Konfrontierung mit dem Amtsvorsteher von Konradswaldau!“ „Oder mit dem Inspektor des In- quisitoriats!“ ließ sich Franzelt vernehmen, worauf Töser auch dieser Mühlstein vom Herzen herunterrutschte. „Ja, das ist Amerika, das Land der unbegrenzten Friktionen!“ , schloß der Onkel seine geradezu bestecherischen Ausführungen, nachdem sich vor Tösers Pupillen die zehntausend Steckbrieftaler in eitel Schall und Rauch aufgelöst hatten. „Hundert Jahre und mehr haben wir unsere besten Köpfe hinübergeschickt, und deshalb dürfen wir uns nicht zu sehr wundern, wenn sie nun herüberkommen, um uns, ihren alleinigen Urhebern, den zukünftigen Mores beimbringen!“ Worauf Peter Voß als Inhaber der derzeitigen Autorität und hervorrufender Gestalter der kommenden Dinge das Kommando übernahm, um seinen atemlos lauschenden Zuhörern mit der von ihm meisterhaft geschmiedeten Geschehniskette dieser nicht länger aufschiebbaren Enthaftungsaktion bekannt zu machen und ihnen solcherart das mit Humor benamste, aus dem Freiheitsberaubungszirkus herausführende .Allrettungsloch zu weisen. „Vollinhaltlich einverstanden!“ schmunzelte der Onkel grimmig- lichßt. „Ich gehe noch heute für dich ins Prison und reiche spätestens übermorgen mein Pensionsgesuch ein!“ „Sie tragen die Schuld!“ grollte Töser seinen getreuen Inspektor an. „Sie müssen die Sache wieder in Ordnung bringen!“ „Kleinigkeit!“ grinste Franzelt und warf sich in die blankbeknopfte Rechtswahrerbrust. „Ich werde das Ding schon deifchseln!“ Womit der störungsfreie, uhrpräzise Ablauf der folgenden Ereignisse hinreichend gesichert worden war. Während Franzelt den Landgerichtsrat mit Hilfe des Portiers auf die lange Straße hinausschleuste, zauberte Töser aus seinem Schreibtisch eine halbangebrochene Kognakflasche heraus und sprach, auf den Lehnstuhl deutend, zu Peter Voß: „Bitte, nehmen Sie Platz! Eine kleine Stärkung tut not!“ Und es geschah also unter munteren Gesprächen. „ Indessen hatte Franzelt den Jagdfrevler Tielschowsky aus dem zweiten Stock des hinteren Seitenflügels in die Popelzelle umquartiert, und Pätsch hatte auf der Piastenstraße bei seinem ZigarrenHeferanten Kilian Roske ein Pfund Rauchtabak für lange Pfeife, Marke. O alte Burschenherrlichkeit erstanden. Mit diesem fingierten Geburtstagsgeschenk mußte die unverehelichte Zippel eine Stunde später nach Breslau fahren um das Paket mit einem wohlversiegelten Begleitschreiben am folgenden Morgen zwischen zehn und elf Uhr dem Justizrat Gerlach persönlich überreichen zu können, eine Reise, die ihr sehr gelegen kam, da sie schon lange einen Zirkusbe.such vorhatte. „Ich bin gleich wieder da!“ sprach der Onkel zu Polly die eben den Abendbrottisch deckte, und fuhr dann mit einer inzwischen herantelefonierten Autodroschke dui ch das Schneegestöber zum Zuchthaus zurück. „Warten Sie!“ gebot er beim Aussteigen dem Schofför. Es dauerte noch nicht eine halbe Stunde, dann öffnete sich das Portal wieder, und Peter Voß erschien als sein eigener Onkel. „Scheußliches Wetter!“ knurrte er, nachdem er eich die goldene Brille zurechtgerückt, den breiten Schlapphut tiefer in die Stirn gezogen, den Nerzpelzkragen hochgeschlagen und das Gesicht in geradezu strafkam- mergerichtliche Falten gelegt hatte. Der Schofför riß den Schlag auf und fragte dienstbeflissen. „Wohin, Herr Landgerichtsrat?“ „Feldstraße V'enindzwanzig!“ kommandierte Peter Voß, während er einstieg. Fortsetzung folgt M * K Freitag, 22. Juli 1949 S AZ Nummer 140 / Seite 3 Schwein yeluiblf Kollegen sind gute Menschen. Aus Prinzip und überhaupt. Wie käme sonst der in Urlaub befindliche Feuilletomst dazu, in der Meinung, während der Saure-Gurkenzeit und in seiner Abwesenheit fiele uns nichts mehr ein, den Urlaub kurzfristig abzubrechen, zur Redaktion zu eilen und uns folgendes Ge- schichtchen' zu erzählen?: Es begab sich unlängst auf dem Dobel, daß ein Mann in den Wald ging, sich auf ein Reisigbüschel setzte und zu vespern beginnen wollte. Aber es blieb bei der Absicht. Denn kaum daß er saß, rutschte er samt Reisig einige Dezimeter in die Tiefe, um dann fast im gleichen Augenblick von einer ungestümen unterirdischen Gewalt wieder in die Höhe geworfen zu werden. Es gab ein Schnauben und Getrampel, und wie sich der Mann umsah, bemerkte er einen leibhaftigen und ausgewachsenen Schwarzkittel auf der Flucht. Der Mann hatte allen Grund, nach einem so aufregenden Erlebnis Erholung und Ruhe anzustreben. Setzte sich also erneut auf das Reisig. Und es gelang ihm nun wirklich, einige Bissen des wohlverdienten Butterbrotes zu sich zu nehmen. Aber da kam die zweite Ueber- raschung: unter ihm fing es mit dünnen Stimmchen plötzlich an zu quietschen. Der Lokaltermin ergab — fünf muntere Frischlinge! Die trug der gute Mann, der ein solches Utensil praktischerweise gleich mit sich führte, in einem Sack nach Hause. Nicht ohne zwischendurch verlegen nach der geflohenen Muttersau Ausschau zu halten. Das Ende der Geschichte: die dieses Terrain okkupierenden Franzosen sahen nach diesem Vorfall einen willkommenen Anlaß, alle Wildschwein-Schießgewehre wieder einzuziehen. Die Jäger rücken seitdem mit stabilen Säcken in die Fluren und Wälder. (Wenn das der gute Kollege liest, wird er nun freilich furchtbar schimpfen. Aber er hat recht. Der letzte Absatz entstammt nämlich der redaktionellen Phantasie.) jw. Das Jubiläum in Rappenwörf Zum 20jährigen Bestehen des Rheinstrandbades veranstaltet die städische Badeverwaltung unter Mitwirkung zahlreicher Sportvereine am Sonntag in Rappenwört ein großes Sommerfest. Das reichhaltige Programm enthält außer vielen sportlichen Vorführungen wie Bodenturnen, Gymnastik. Rettungsschwimmen, Paddeln, Ringtennis-, Tischtennis- und Boxturnieren, eine Reihe von unterhaltsamen und humoristischen Darbietungen. Bei der Tombola und beim japanischen Fadenziehen gibt es wertvolle Preise zu gewinnen. Auch an die Kleinen ist gedacht. Sie können sich beim Kasperltheater, mit Shetland-Ponnv- Kutschfahren und Reiten die Zeit vertreiben. Mit Eintritt der Dunkelheit beginnt auf dem Badebecken eine große Lampion-Korsofahrt. Zwei Kapellen spielen zum Tanz und eine Lautsprecheranlage sorgt für die Übertragung der Musik zu den an verschiedenen Stellen errichteten Tanzflächen. Die Straßenbahn fährt bis 23 Uhr im 10-Minutenverkehr, später verkehrt bis zum Schluß der Veranstaltung alle 15 Minuten ein Sonderwagen. Auf die normalen Eintrittspreise wird keinerlei Zuschlag erhoben. Für die sportlichen Wettkämpfe haben zahlreiche Karlsruher Firmen wertvolle Ehrenpreise gestiftet, die zur Zeit in einem Schaufenster des Sporthauses Freundlieb bei der Hauptpost ausgestellt sind. :) Ein Forum für Neubürger Unter dem Motto „Die Neubürger fragen — die Stadtverwaltung, die Flüchtlingsstadträte, die Flüchtlings- vertrauenesleute antworten“, findet am Montag, den 25. Juli, 20.30 Uhr, :m Ziegler-Saal, Baumeisterstraße 18, ein Forum für die Neubürger statt. Die Neubürger der Stadt Karlsruhe sind hierzu eingeladen. na. Heimkehrerausschuß und Parteien Der Heimkehrerausschuß Karlsruhe teilt mit: In der am 15. 7. im „Elefanten“ stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde eingehend die Haltung der organisierten Heimkehrer zur kommenden Bundestagswahl besprochen. Die überwiegende Mehrheit der Versammlung vertrat den Standpunkt, daß es darauf ankommt, die ehemaligen Kriegsgefangenen auf dem schnellsten Weg in den Arbeitsprozeß einzugliedern. Die Beseitigung der bürokratischen Hemmnisse kann nicht durch Aufstellung überspizter Forderungen geschehen. Der sozialpolitische Kampf der Heimkehrer ist nur ein Teil des Kampfes, den das deutsche Volk um seine Freiheit und sein Leben zu führen hat. Mit Einstimmigkeit wurden die Satzungen der Organisation angenommen, deren § 3 lautet: Religiöse oder parteipolitische Bestrebungen sind ausgeschlossen. Damit ist die Haltung der Organisation zu den Parteien bzw. zu den sogenannten Wählergemeinschaften (z. B. „Notgemeinschaft“) genügend klargestellt. RL. Verkehrsunfälle Auf der Straße „Am Stadtgarten“ stieß ein Personenkraftwagen mit einem in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer zusammen, als dieser angeblich vor ihm nach links abbiegen wollte. Der Radfahrer erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Beinverletzung, die seine Einlieferung ins Krankenhaus erforderlich machten. — Auf Kommt es zu einem zweiten Prozeb Dehrn? Die Verteidigung beantragt eine neue Verhandlung vor einem anderen Gericht Der Verteidiger des im Jöhlinger Mordprozeß zum Tode verurteilten Gustav Dehrn, Rechtsanwalt Hoff- mann, hat vor drei Tagen beim Landgericht Karlsruhe den Antrag gestellt, das Urteil vom 13. 4. 1949 aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an ein vom Revisionsgericht zu bestimmenden anderes Landgericht zurückzuverweisen. Der seit vielen Jahren größte Mordprozeß in Karlsruhe, der Jöhlinger Mordprozeß, ist noch in aller Erinnerung. Er endete mit der Verurteilung Gustav Dehms, den nicht nur das Gericht, sondern auch die öffentliche Meinung in ihrer überwiegenden Mehrheit für den Mörder hielt. Dehm wurde zum Tode verurteilt. Seitdem ist es still geworden um den Fall. Man wußte, daß die Verteidigung Revision einlegen würde. Doch dies konnte erst geschehen, nachdem das schriftliche Urteil vorlag. Wenn man weiß, daß diese Urteilsbegründung beinahe ein kleines Buch geworden ist, eine Schrift von nicht weniger als 170, maschinengeschriebenen Seiten nämlich, so nimmt es nicht wunder, daß die Sache so lange gedauert hat. Acht Tage nach Zustellung des Urteils hatte die Verteidigung den Revisionsantrag einzureichen. Der Verteidiger beantragte nun die Aufhebung des von der Großen Strafkammer ausgesprochenen Urteils und Neuansetzung der Verhandlung vor einem neu zu bestimmenden Landgericht. Der Schwerpunkt der Begründung liegt überraschenderweise auf der Behauptung, daß über die Hauptverhandlung kein Protokoll im Rechtssinne geführt wurde. Dies wird an Hand zahlreicher handschriftlicher Änderungen des Protokolltextes nachzuweisen versucht, für die kein detaillierter Genehmigungsvermerk der nördlichen Fahrbähn der Durlacher Allee fuhr ein Sanitätskraftwagen einen Radfahrer an, als er vor diesem nach rechts in den Weinweg einbog. Der Radfahrer erlitt Schürfwunden am Knie und Ellenbogen, während sein Fahrrad stark beschädigt wurde. — Beim Einbiegen aus der Kußmaulstr. in die Moltkestraße stieß ein in seinem Krankenstuhl fahrender Invalide mit der Straßenbahn zusammen und zog sich eine Gesichts- und Handverletzung zu. Auch sein Fahrstuhl wurde beschädigt. Habilitierung an der TH Karlsruhe Dr.-Ing. Theodor Emil Schmidt wurde die venia legepdi für das Fach „Wärme- und Kältetechnik“ in der Fakultät für Maschinenwesen erteilt. T. H. Neue Reise- und Umzugs-Abmeldebestätigungen Ab 1. Juli 1949 werden bei der Ausstellung von Reise- und Umzugsabmel- debestätigungen durch das Ernährungsamt neue Vordrucke verwendet. Die bisherigen Umzugsabmeldebestätigun- gen verlieren am 31. 7. 1949 ihre Gültigkeit, die alten Reiseabmeldebestäti- gungen am 30. 9. 1949. Nähere Einzelheiten sind aus dem Amtsblatt der Stadt Karlsruhe ersichtlich. ea. „Opel-Blitz“ in allen Variationen In einer Sonderschau zeigten die Opel-Werke am Mittwoch in den neu hergerichteten Ausstellungsräumen des Opelhauses in der Ritterstraße die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten ihres bewährten 1,5 to Schnell-Last- wagens. Auf dem Chassis des mit einem „Kapitän“-Motor ausgerüsteten Wagens können Sonder-Aufbauten zu allen Zwecken angebracht werden. So begegnet einem der „Opel-Blitz“ als Feuerwehrauto, 15sitziger Omnibus, Krankenwagen, Vermessungs-, Kasten- und Pritschenwagen. Kurzum, eine Schau, die jedem Interessenten reichlich Gelegenheit gab, sich von den Fortschritten im Kfz-Bau zu überzeugen. lt. vorliegt. Die Verteidigung führt ?us, die allgemeine Tendenz aller vorgenommenen Korrekturen sei diese: „Die ursprünglich protokollierten Zeugenattssagen wurden abgeändert im Sinne einer stärkeren Belastung des Angeklagten“. Bekanntlich hat die Verteidigung gleich zu Beginn der Verhandlung den Antrag gestellt, den Wieslocher Anstaltsarzt und psychiatrischen Sachverständigen, Medizinalrat Dr. Schwenninger, wegen Befangenheit abzulehnen. (Dr. Schwenninger hatte bekanntlich an Dehm die vieldiskutiertem Eunarkon-Einspritzungen vornehmen lassen, eine Handlung, deretwegen Rechtsanwalt Hoffmann schon vor Beginn des Prozesses Strafantrag gegen Dr. Schwenninger gestellt hat). Der Antrag der Verteidigung, im Laufe der Verhandlung erneut eingebracht, wurde jedoch seitens des Gerichtes abgelehnt. Die Verteidigung erblickt in diesem Vorgang einen sogenannten „absoluten Revisionsgrund“. Der Revisionsantrag im Falle Dehm führt noch zahlreiche weitere Gründe an, doch scheinen uns die hier genannten die bedeutungsvollsten zu sein. Erfahrungsgemäß dürfte mit einer Entscheidung des Revisionsgerichtes nicht vor einigen Monaten zu rechnen sein. Wird jedoch dem Antrag stattgegeben, so muß der gesamte Prozeß noch einmal von vom aufgerollt werden. Wie aber auch die Entscheidung fallen mag: Feststeht, daß das Todesurteil der Großen Strafkammer an Gustav Dehm nicht vollstreckt werden wird. Selbst dann nicht, wenn das im April ds. Js. gesprochene Urteil die Billigung des Revisionsgerichtes findet. Denn in der Zwischenzeit ist das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten, das die Todesstrafe verbietet. Auch ein vor Inkrafttreten des Grundgesetzes ausgesprochenes Todesurteil kann jetzt nicht mehr vollstreckt werden. W. Der Raubüberfall bei Wiesental vor Gericht Der Räuber fand nur 50 Pfennige —13 Monate Gefängnis wegen Meineids Am dritten Verhandlungstag der am Montag begonnenen Sitzungsperiode hatte sich vor dem Schwurgericht der zuletzt in Hockenheim wohnhaft gewesene 18jährige Wagnerlehrling Hermann Adolf Brauch wegen Raubes zu verantworten. Der Angeklagte hatte im April im Gemeindewald in Wiesental auf dem Weg zwischen Bahnhof Kirrlach und Wiesental die ihm auf dem Fahrrad entgegenkommende Fabrikantentochter Roswita S. angehalten, zu Boden geworfen und in drohender Haltung die Herausgabe ihres Geldbeutels gefordert. Da der Geldbeutel jedoch lediglich 50 Pfennige enthielt, gab er diesen zurück, nahm mit der einen Hand das Rad auf und zog die Ueberfallene ein Stück des Weges mit sich fort. Kurz bevor er in den Wald einbiegen wollte, riß sie sich los und eilte laut um Hilfe rufend auf die ersten Häuser von Wiesental zu. Brauch ergriff auf dem Fahrrad die Flucht. Bereits zwei Tage später gelang es der Polizei, das von der Ueberfalle- nen genau beschriebene Fahrrad ausfindig zu machen und den Täter festzunehmen. Dieser gab seine Tat zu. Um zu Geld zu kommen, hatte er diesen Dummenjungenstreich begangen, der ihn jetzt vor das Schwurgericht brachte. Das Gericht erkannte gegen den Angeklagten wegen räuberischer Erpressung, Nötigung und Diebstahl Parten werben auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Verurteilte nahm die Strafe an. * Am vierten Verhandlungstag verurteilte das Schwurgericht den 43- jährigen Optiker Friedrich R e h m aus Niefern wegen Meineids zu 13 Monaten Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust. Der verurteilte ist dauernd unfähig als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden. Rehm, der von seiner Frau getrennt lebte, war zu einer Frau Sch., deren Mann noch in Gefangenschaft war, in intime Beziehungen getreten. Der im März 1948 aus der Gefangenschaft zurückgekommene Ehemann Sch. reichte in Kenntnis der Untreue seiner Frau dje Scheidungsklage ein. Im Verlaufe dieses Scheidungsprozesses wurde Rehm vor dem Landgericht Karlsruhe unter Eid als Zeuge vernommen. Trotz Belehrung über sein Zeugnisverweigerungsrecht gab er dabei wahrheitswidrig an, er habe niemals zu Frau Sch. in intimen Beziehungen gestanden und auch nie einen Liebesbrief von ihr erhalten. Das Schwurgericht berücksichtigte bei der Verurteilung wegen Meineids mildernd, daß der bisher unbestrafte Angeklagte den falschen Eid nicht zum eigenen Nutzen geleistet hat, sondern um die Ehe der Frau Sch. zu schützen. ht. um die Frauen Eine Veranstaltung der überparteilichen Frauengruppe Karlsruhe Der zahlreiche Besuch der von der überparteilichen Frauengruppe am Mittwochnachmittag durchgeführten Versammlung zur Vorbereitung der Bundestagswahl durch Frauen jeden Alters und Berufs, einschließlich der Hausfrauen, war ein deutlicher Beweis, daß auch die Frauen gewillt sind, am Neuaufbau des kommenden Staates mitzuwirken. Unter der geschickten Leitung von Hauptlehrerin L. Riegger wurde die Veranstaltung, die je einer Vertreterin der vier Parteien Gelegenheit gab, die Ziele ihrer Partei darzulegen, zu einem beachtlichen Erfolg. Für die CDU rief Stadträtin A. Walch die Frauen auf, ihre Stimme abzugeben für die Gesunderhaltung der Familie, für den Frieden und für die Pflege alles Lebens, ein Appell,' den Stadträtin K. Fischer von der SPD aufnahm unter gleichzeitigem Hinweis auf die großen fürsorgerischen, erzieherischer} und wirtschaftlichen Aufgaben, die der Mitarbeit der Frauen dringend bedürfen. Als Vertreterin der KPD sprach Frau G. Strohbach, Stuttgart, deren Forderungen vor allem auf die Wiedervereinigung Deutschlands, die Sicherung des Arbeitsplatzes und ausreichende Verdienstmöglichkeiten gingen, während Frau H ü 11 e r, Stuttgart, ein ausführliches Programm der FDP vortrug, in dem u. a. die Sorgen um die Kriegsgefangenen, Heimkehrer und Flüchtlinge sowie die Frage der Neugestaltung des Schulwesens als besondere Aufgabengebiete für die weibliche Mitarbeit hervorgehoben seien. Die Vorsitzende verwies in ihrem Schlußwort auf die Verantwortung der Frauen auch für die Gestaltung des öffentlichen Lebens und auf die Wichtigkeit ihrer vermittelnden Rolle in aller Politik aus den großen, einigenden allgemein menschlichen Gesichtspunkten heraus. Ca. Aus Karlsruher Vortragsälen Amerikanisches Berufsleben Im Amerikahaus sprach Montagabend der Professor für Geschichte und Hochschulbibliothekar Mr. Felix E. Hirsch darüber, „Wie die amerikanische Jugend das Berufsleben anpackt“. Die höchst interessanten Ausführungen bezeichneten als ausschlaggebend für Stellungsuche und Berufseintritt in den Vereinigten Staaten: Begabung, belegt durch gute Zeugnisse, Wendigkeit und Anpassungsfähigkeit und schließlich den Gesamteindruck einer umgänglichen Persönlichkeit. Eine handwerkliche Ausbildung in unserem Sinne mit Lehrvertrag gibt es nicht. Ueberwiegend werden die erforderlichen Kenntnisse auf Lehranstalten erworben. Sofern die Berufsausbildung in der Praxis erfolgt, wird mit einfachsten Tätigkeiten begonnen, ohne daß dies als sozial geringwertiger gilt. Die Persönlichkeit behält in jeder Arbeit ihren menschlichen Wert. Viel häufiger als bei uns ist der Berufswechsel, auch noch in höherem Lebensalter, zumal die Möglichkeit gegeben ist, in Sommer- oder Abendschulen neue Kenntnisse auf anderen als dem bisherigen Tätigkeitsgebiet zu gewinnen. — Dem Vortrag folgte eine lebhafte Aussprache. Ca. Der Mund — ein Spiegel der Seele Vor der Studiengesellschaft für praktische Menschenkenntnis hielt Maria K n i r r (Frankfurt) ein Einleitungsreferat zum Abschlußthema der Sommervortragsreihe : „Psy cho-Phy siogno- mische Studien über den Mund“. Weit genauer als Augen oder andere, jedem Menschen eigene Ausdrucksorgane spiegelt die Form und das Leben des Mundes das Wesen eines Menschen und dessen seelische Verfassung wieder. Die Vortragende erklärte, daß nicht allein das Seelenleben und das Denken, das einen bestimmten Gedanken begleitende Gefühl, sondern auch die Wahrheit oder Unwahrheit des gesprochenen Wortes an der Stellung der Unter- und Oberlippe klar abzulesen sei. Bemerkenswert ist, daß sich die Eigenheiten des Naturells, d. h. des Typs, ebenfalls mit größter Genauigkeit am Munde abzeichnen. Der Vortrag, der von einer großen Anzahl praktischer Beispiele sehr anschaulich ergänzt wurde, fand lebhaftes Interesse. Das Thema wird von Richard Glaser am kommenden Montag, um 20 Uhr, in der Fichteschule weiterbehandelt. Fr. Eros und Mensch In der Veranstaltung der Philosophischen Gesellschaft am Mittwoch sprach Dr. Fuhrmann über das Thema „Eros, Wirklichkeit und Vision“. Der Wert des Vortrags lag darin, daß der Redner auf feine Art besinnliche und heitere Gedanken miteinander zu verbinden und in klar und wohlgekleideten Ausführungen den interessiert folgenden Zuhörern zu vermitteln verstand. An Hand gut gewählter Beispiele aus dem Leben der Menschen und Tiere, des Geistigen und Triebhaften, Schönen und Dämonischen wurde das geheimnisvolle Spiel des in uns wirkenden Eros in einer fast lyrisch geordneten dichterischen Schau lebendig. „Eros ist konstant und immer der gleiche Gott der Liebe. Nur die Menschen sind wandelbar und damit ihre Auffassung über Eros. Zunächst sind wir zur größten Opferbereitschaft bereit. Nichts, das uns um Eros willen zuviel wäre. Dann fühlen wir uns tyrannisiert, in seinem Paradies betrogen und suchen Zuflucht in einer eigenen Welt, in der der Mann zum Kinde wird. Meister der Welt wollen wir sein. Die Wesenheit der Dinge an sich ergründen. Der Verstand ist das Primäre. Eros schlagen wir tot, abstrahieren ihn seiner jugendlichen Frische und seines Zaubers und kalagoisieren ihn gleich einem Akten- Tagebuch der Fächerstadt Erfassung des Güterkraftverkehrs. Alle Unternehmer, die gewerblichen Güterfernverkehr, Möbelfernverkehr oder gewerblichen Werkfernverkehr betreiben wollen, müssen umgehend die nach den geltenden Bestimmungen erforderliche Genehmigung beantragen. Die Anträge sind beim Stadt. Gewerbeamt einzureichen. Nähere Einzelheiten sind aus dem nädisten Amtsblatt zu ersehen. Stadtgartenkonzerte. Das Badische Blasorchester Karlsruhe gibt am Samstag, den 23. 7., 20—22 Uhr, ein Abendkonzert. Unter Leitung von F. Mächler kommen beliebte Stücke von Suppe, Ziehrer, Schaffner, Bizet und Lincke zur Aufführung. Am Sonntag, den 24. 7., spielt von 11—12.30 und 16—18 Uhr der Musikverein Durlach. Die Leitung hat Oskar Münchgesang. Das Gastspiel Wanya Yoga‘s im Passage-Palast wird auf vielseitigen Wunsch des Karlsruher Publikums letztmalig bis einschließlich Freitag, den 29. Juli verlängert. Die SAZ gratuliert. Frau Julie Bretschger, Amalienstr. 85, Ehefrau von Musiklehrer Herrn. Bretschger, feiert am 22. Juli 1949 ihren 78. Geburtstag. Karlsruher Marktbericht . Kleinverkaufspreise am 20. Juli 1949 in Pfg. je 500 g: Speisekartoffeln 10 (5 kg 95), Blumenkohl 30—45, Rotkraut 25—40, Weißkraut 10—20, Wirsing 15— 20, Spinat 20—25, Stangenbohnen grüne 45, Buschbohnen grüne 35—50, gelbe 35, Karotten Bund 12—15, Gelberüben 20 —30, rote Rüben Bund 8—15, Kohlrabi Stück 4—10, Erbsen grüne 15—25, Rhabarber 6—10, Kopfsalat Stück 5—15, Sellerie Stück 10—15, Rettiche Stück 6—8, Bund 10, Salatgurken 50—60 (Treibhaus Stück 70), Zwiebeln 20, Tafeläpfel 25—50, Tafelbirnen 30—50, Kirschen 50—60, Sauerkirschen 60, Pflaumen 20—30, Zwetschgen 25—40, Pfirsiche inl. 30—50, ausl. 80—120, Aprikosen ausl. 80—95, Stachelbeeren 30—50, Johannisbeeren 30—40, Heidelbeeren 80 —85, Zitronen Stück 35, Eier Stück 32 —46, Tomaten 90—120. ea. Heimkehrer vom Mittwoch Am Mittwoch traf ein Transport mit 75 Rußland-Heimkehrern in Ulm ein, die aus den Lagern Dnjepropetrowsk und Saporoshje kamen. Der nächste Transport wird voraussichtlich am Freitagmorgen erwartet. Am Mittwoch kehrten zurück: Karlsruhe-Stadt: Binder Willy (3. 1. 15), Lg. 7215 / 1, Durlach, Kelterstr. 2; Dieffenbacher Oskar (5. 8. 13), . Lg. 7315/1, Durlacher Allee 38; Feld Horst (7. 9. 21). Lg. 7315/1, Eisenlohrstraße 4; Hesse Georg (1. 10. 15), Lg. 7315/1, Kai- serstr. 61; Hoffmann Willy (12. 8. 17), Lg. 7315/3, Schützenstr. 49; Kienzle Rudolf (22. 5. 13 ), Lg. 7315/6, Lessing- str. 36; Mehr Gustav (13. 11. 12), Lg. 7414/6, Khe.-Rintheim, Ernststraße 31; Schopp Hans (20. 11. 26), Lg. 73151, Luisenstr. 45; Stumpf Karl (8. 7. 18), Lg. 7144/8, Daxlanden; Weißer Erwin (26. 10. 11), Lg. 7315/1, Veilchenstr. 35. Landkreis Karlsruhe: Berghausen: Ringwald Wilhelm (15. 9. 19), Lg. 7315/1; Gölshausen: Goll Albert (18. 7. 02), Lg. 8149; Spöck: Hartmann Karl (2. 2. 25) Lg. 7424 5. Saager behält „Weißes Trikot“ Die 11. Etappe der Deutschlandfahrt von Wangen nach Garmisch-Partenkirchen über 192,2 km endete am Donnerstag mit einem Sieg von Guenther Pankoko, Bielefeld, der gemeinsam mit Gerhard Stubbe, Ansbach, und Reinhold Steinhilb, Stuttgart, nach 5:06:29 Std. Fahrzeit die Ziellinie passierte. Etwa acht Minuten zurück folgten Matthias Pfannenmüller, Nürnberg, und die beiden großen Widersacher Erich Bautz, Dortmund, und Harry Saager, Reichenhall, mit der gleichen Zeit von 5:14:27 Std. Mit weiteren sieben Minuten Abstand erreichte Weimer das Etappenziel vor Weisch- edel. Das 22 Mann starke Hauptfeld folgte mit einem Abstand von einigen Minuten. Harry Saager, Reichenhall, der das „Weiße Trikot“ des Spitzenreiters bisher in sieben Etappen trug, liegt mit einer Gesamtfahrzeit von 70:30:01 Std. weiterhin an der Spitze der Gesamtwertung vor seinem hartnäckigen Verfolger Erich Bautz, Dortmund. „Tour de France“ Der Italiener Vincenzo Rossello gewann am Donnerstag die 18. Etappe der Tour de France von Aosta/Italien nach LausannetSchweiz. c bündel. Doch Eros ist unbesiegbar und läßt sich nicht zum Schema unterord- nfn. In tausend Verwandlungen kehrt er wieder. Und wer glaubt, daß Liebe keine Erfüllung findet, den straft die Welt selbst Lüge, m der sie täglich hundertfältig geboren und gegeben wird. 1 Der Dichter Andre Malraux Andre Malraux, einer der in Deutschland noch fast unbekannten zeitgenössischen Autoren Frankreichs, war das Thema eines französischen Vortrags von Herrn E. Grangier vom Institut Francais in Speyer. Der Redner ordnete das umfangreiche Werk des 1902 in Paris geborenen Dichters vor allem ideengeschichtlich ein und rückte ihn in die Nähe von .1. P. Sartre. Das Streben des Künstlers geht vor allem dahin, seine Weltansicht durch die Tat zu bekunden und von dieser Anschauung und diesen Taten, etwa der Teilnahme an den Kämpfen in China und in Spanien, gibt er dann wieder Kunde in seinen Büchern, die letzten Endes ein ständiger Dialog mit dem Du sind, dem Nebenmenschen, den Malraux finden, und dem er dienen will. Dem Redner gelang sein Vorhaben aufs beste mit seinen temperamentvollen, philosophisch unterbauten Ausführungen zur Lektüre der von ihm behandelten Werke anzuregen. Ca. Seite 4 / Nummer 140 S AZ • Freitag, 22. Juli 1949 Entlassungsfeier der Knabenschule Ettlingen Auch Forchheim baut Wohnungen für Neubürger OFFEN GESAGT... Die Feier stand in ihrem ersten Teil im Zeichen des Goethejahres. Gedichte und Lieder des Dichters umrahmten die Veranstaltung und die Gedächtnisrede hielt Hauptlehrer Brenner. „Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt, dem Turme geschworen, gefällt mir die Welt. Ich blick in die Ferne, ich seh in der Näh’ den Mond und die Sterne, den Wald und das Reh.“ Goethe vor noch nicht ausgereiften Menschen in einem Kurzvortrag zu würdigen, ist nicht leicht. Herr Brenner aber löste die Aufgabe mit seinen Ausführungen. Im 2. Teil der Veranstaltung gab Schulleiter B o p p einen kurzen Ueberblick auf den Verlauf der Schuljahre. Er wies auf die Fortschritte hin, die infolge der Währungsreform erzielt werden konnten, anerkannte die Unterstützung seitens der Stadt in der Ausstattung der Schule mit Lernmitteln, würdigte die Elternversammlungen und Elternbeiräte und stellte mit Befriedigung fest, daß durch die Zuweisung weiterer Lehrkräfte die Unterrichtszeit im neuen Schuljahr erweitert werden kann. Die Entlaßschüler ermahnte er, ihrer Pflicht in der Lehre nachzukommen, die Arbeit, bei der nicht Grobes Schau- und Werbeturnen in Ettlingenweier Das hohe Lied der deutschen Turner ist heute vielerorts verklungen. Durch die Ereignisse des furchtbaren Krieges und die Wirren der Nachkriegszeit haben besonders unsere Turnvereine erheblich gelitten. Konnte doch z. B. im Rasensport gleich nach Kriegsende wieder ein Aufschwung verzeichnet werden, so muß man heute noch in zahlreichen Vereinen feststellen, daß gerade unser schöner Turnsport enorm ins Hintertreffen geraten ist. Vielfach mangelt es an Geräten. Aber nicht allein hieran fehlt es, es fehlt — wenn man ehrlich sein will — vor allem auch am Interesse und an der Energie unserer Jugend. Dem Turnverein Ettlingenweier schien daher nichts geeigneter, als ein Schau- und Werbeturnen, das am Sonntag, den 24. Juli, im Schulgarten abgehalten wird. Nach lOjähriger Unterbrechung bedeutet. dies wieder die erste turnerische Veranstaltung in unserem Dorfe. Es werden erstklassige Turner aus dem Stadt- und Landkreis vertreten sein. Zum 50jährigen Bestehen, das der Verein im nächsten Jahre begehen kann, hoffen wir, wieder mit einer eigenen, jungen Riege an die Öffentlichkeit treten zu können. Kp das „Was“, sondern das „Wie“ eine Rolle spiele, als Segen zu betrachten. Im gleichen Sinne sprach auch Bürgermeister Rimmelspacher. Frei von Haß und Neid, hilfsbereit gegen den Mitmenschen, solle jeder seinen Platz ausfüllen. Nur so sei das Leben wert, gelebt zu werden. Den Lehrern zollte er Anerkennung für ihren Einsatz in der Jugenderziehung und den Schülern wünschte er Glück. V. Die Sportvereinigung Ettlingen hält heute, Freitag, 20.30 Uhr, im Gasthaus „Sonne“ eine Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht der Sportplatz-Neubau. Alle Mitglieder werden um pünktliches Erscheinen gebeten. :) Bei der letzten Sitzung des Gemeinderats wurden die Maurer- und Zimmererarbeiten für den Bau von 10 Wohnungen im „Silberstreifen“ vergeben. Mit dem Bau der Einfamilienhäuser wird sofort begonnen, so- daß dieselben bis Ende Oktober bezugsfähig sein werden. Seit Kriegsende hat die Gemeinde 61 Wohnungen geschaffen und ein großer Teil wurde mit D-Mark finanziert. In diesen Wohnungen wurden .insgesamt 270 Personen, in der Hauptsache Neubürger, untergebracht. Der Gemeinderat befaßte sich mit der Festlegung einer neuen Steuerordnung für die Feuerschutzabgabe. Von der Erhebung der bisher einheitlichen Abgabe soll abgegangen werden. Es wurden verschiedene Vorschläge eingebracht, so zu. B. die Staffelung der Abgabe nach Alter und Einkommen. Diese Vorschläge wurden vom Bürgermeister an die Fraktionen zur Einzelberatung weitergegeben. eh. Steinabadkinder kehren zurück Die im Kindererholungsheim Steinabad bei Bonndorf/Schw. untergebrachten Kinder aus dem Landkreis Karlsruhe kehren nach 5-wöchent- licher Erholung am Dienstag, dem 26. Juli, mit Zug D-171, Ankunft Karlsruhe Hbf. 15,45 Uhr, zurück. Gölshausen. (WN) Am 24. Juli feiert der Landwirt Wilhelm Kugele seinen 75. Geburtstag. Wir gratulieren Kreuz und quer durch die Landgemeinden Eisenbahndirektoren tagten Herrenalb. (OR) Unter dem Vorsitz von Oberbaurat F. Reckei, Vorstand der DEBG-A.-G. Berlin (jetziger Sitz Duingen i. Hann.) tagten die Eisenbahndirektoren der Westzonen am 14. und 15. Juli in Herrenalb. Unter den Teilnehmern befand sich auch der Besitzer einer größeren Anzahl Nebenbahnen in Norddeutschland, Dr. Bernhard Bachstein. Vor Beginn der Sitzung begrüßte Kurdirektor Mönch die Teilnehmer und wünschte ihnen recht angenehme Stunden in dem Kurstädtchen. Spannende Schwimmwettkämpfe Flehingen. (li) Mit einer gelungenen Wassersportveranstaltung warteten am Sonntag die hiesigen Sportvereine auf. Zum Austrag kamen die Einzelschwimmeisterschaften, wobei Franz Kolb dreifacher Sieger wurde. Aus einem spannenden Mannschaftskampf ging der Fußballverein als knapper Sieger hervor. Die Schwimmwettkämpfe wurden durch Darbietungen des Tischtennisclubs und des Turnvereins umrahmt. Der Bürgermeister und der Vorstand des Turnvereins brachten in Ansprachen die Bedeutung derartiger Veranstaltungen zum Ausdruck. Ein Vertreter der D. L. R. G. konnte 16 Grundscheine mit den Ehrennadeln überreichen. Bademeister Edelmann trug wesentlich zum Gelingen des Festes bei. Feierliche Grundsteinlegung Pfaffenrot. (bi.) Am vergangenen Sonntag wurde das Fest der Grundsteinlegung der neuen Kirche gefeiert. Die Bevölkerung und zahlreiche Gäste fanden sich um 14 Uhr auf Interessante Neuigkeiten aus Bretten Abiturienten verabschiedet. Am Dienstag fand die Abschlußfeier des Realgymnasiums statt. Die Abiturientenansprache hielt Horst H a n- n i ch. Anschließend nahm der Schulleiter, Studienrat Noe die Verabschiedung der 11 Abiturienten vor, wobei an Otto Müller, Flehingen, der Scheffelpreis verliehen wurde. — Die Handelslehranstalten begingen ebenfalls ihre Schlußfeier. Schulleiter und Studienrat Willemann betonte in seinem Rückblick, daß dank der Unterstützung der Stadtverwaltung und durch die Landkreisverwaltung für die hiesige Kaufmannschaft der Lehrbetrieb erweitert werden konnte. Diebespech. In einer Buch- und Schreibwarenhandlung in der Weißhoferstraße verübte ein Dieb einen Einbruch und ließ dabei seinen Ausweis liegen. Eine Schreibmaschine, mehrere Füllhalter und Farbbänder waren seine Beute. Für die Polizei wird es ein Leichtes sein, den Täter zu überführen. — Ebenfalls Pech hatte ein 17jähriger, als er sich in der Pforzheimer Straße einer Ladenkasse näherte. Einem Mann, der sich im Nebenraum befand, konnte der freche Bursche gerade noch entwischen. Er wurde jedoch von einigen beherzten Händen vom Fahrrad, das er zur Flucht benützte, gezogen und der Polizei übergeben. Der Junge gestand dort, bereits zwei derartige Besuche in Ladengeschäften gemacht zu haben. Wahlversammlungen. Am Samstag, dem 23. Juli, veranstaltet die KPD eine Versammlung im „Bad. Hof“, wobei Landtagsabgeordneter S ch o e 111 e über die Bundestagswahlen sprechen wird. Am Sonntag stellt sich der Kandidat des Wahlkreises Bruchsal, Dr. Neuburger (CDU),ebenfalls im „Bad. Hof“ vor. dem festlich geschmückten Kirchenplatz ein. Nach der Ansprache von Professor Schachtele, Rastatt, weihte Pfarrer Hall den Grundstein, der in die Nordwestecke des Turmes eingemauert wurde. An der Ausgestaltung der Feier wirkten der Kirchenchor, sowie der Musik- und Gesangr verein mit. Der Feier schloß sich ein Bazar zugunsten des Kirchenbaues an. Die große Begeisterung und tätige Mitarbeit der Bevölkerung an diesem Gemeinschaftswerk läßt einen guten Fortschritt erwarten. Gelungenes Gartenfest Wöschbach. (G. R.) Am Sonntag hielt der Musikverein „Frohsinn“ unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft ein gutorganisiertes Gartenfest ab. Für Abwechslung und Unterhaltung war bestens gesorgt. Die Brudervereine Söllingen und Berghausen zeigten zusammen mit dem einheimischen Verein durch Musikvorträge, welche durchweg auf beachtlicher Höhe standen, ihr Können. — Am 22. Juli feiern Altfeldhüter Wilhelm Wächter und seine Ehefrau Augusta, geb. Semann, im Kreise ihrer Söhne und Töchter sowie zahlreicher Enkelkinder das Fest der Goldenen Hochzeit. Wir gratulieren! 66 Knaben und Mädchen entlassen Wössingen. Der Gesangverein „Sängerbund-Vorwärts“ konnte beim Wertungssingen in Weingarten mit „gut—sehrgut“ ■ abschneiden. — Die Schulentlassungsfeier der Volksschule fand im Rahmen eines würdig gestalteten Programms statt. Es wurden 66 Knaben und Mädchen entlassen. — Die älteste Einwohnerin Wössingens, Frau Wilhelmine Kunzmann, geb. Scheurer, Schloßstraße 6, feierte dieser Tage ihren 91. Geburtstag. — Die Eheleute Wilhelm Deu- scher und Frau Sofie, geb. Stöckle, begehen daf Fest der Goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaare und dem Geburtstagskind unsere herzlichsten Glückwünsche! (-R-) Kirchenkonzert Leopoldshafen. Am kommenden Sonntag findet um 20.30 Uhr in der Kirche ein Chorkonzert des Kirchenchors Neureut-Süd unter der Leitung von Gerhard Krapf.Leopoldshafen, statt. Der Eintritt ist frei, doch wird um freiwillige Spenden Ortsteil Neumalsch elektrifiziert Erster Spatenstich der „Neuen Heimat“ Seit einigen Tagen ist der Ortsteil Neumalsch an die Stromversorgung angeschlossen. Damit sind die Bemühungen der Gemeindeverwaltung um die Durchführung dieses viel umstrittenen Projektes erfolgreich abgeschlossen. Seit 1946 wurden in dieser Angelegenheit die Verhandlungen mit dem Badenwerk geführt! Das Siedlungswerk „Neue Heimat“ wird am kommenden Sonntag um 19 Uhr in dem zugewiesenen Baugelände den ersten Spatenstich zur geplanten Siedlung vornehmen. Eine Linkenhelm zum „Volksfest" gerüstet Sämtliche Vereine und Ortsverbände wirken mit Am Sonntag findet in Linkenheim ein „Volksfest“ statt. Der Reinerlös dieser Wohltätigkeitsveranstaltung wird dem Roten Kreuz, der Arbeiterwohlfahrt sowie dem Verband der Körperbeschädigten und Hinterbliebenen zugute kommen. AuS diesem Anlaß trafen sich unter dem Vorsitz von Ortskartellvorstand Albert Hes- selschwerdt die Verwaltungsmitglieder einiger Vereine, zwecks Vorbesprechung des Veranstaltungsprogramms. Ein Festzug wird um 13.30 Uhr in der Bahnhofstraße Aufstellung nehmen und sich von dort aus über die Haupt- durch die Rheinstraße zum Festplatz in der „Sandgrube“ bewegen. Die Spitze übernehmen der Radfahr- und der Reiterverein. Auf dem Festplatz sorgt der Musikverein „Harmonie“ sowie der Handharmonika-Klub für die musikalische Ausgestaltung, wie auch der Gesangverein „Sängerbund“. Die Frauenriege des Turnvereins mit ihren Vorführungen, die Handballabteilung und der Fußballverein werden mit ihren kombinierten Hand- und Fußballspielen die Besucher erfreuen. Außerdem ist für Tanzunterhaltung im Freien, sowie für das leibliche Wohl in reichem Maße gesorgt, sodaß jeder Besucher ein paar schöne Stunden verbringen kann. Heg. gebeten, da der Reinerlös für die Instandsetzungsarbeiten an der hiesigen Kirche bestimmt ist. — Adolf May, Friedrichstr. 4, feiert seinen 78. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! St Jöhlingen schnitt gut ab Bei dem in Weingarten stattgefundenen Wertungssingen der Pfinztalgruppe beteiligte sich auch der Männergesangverein „Frohsinn“. Die Bewertung des Chores wurde mit „sehr gut bis hervorragend“ bezeichnet. — Infolge der Trockenheit und der damit zunehmenden Wassernot werden alle Gartenbesitzer ersucht, die Sprengung der Gärten bis auf weiteres zu unterlassen ch Feuerlöschgeräte werden angeschafft Neuburgweier, (aw) Der Gemeinderat hat sich dn seiner letzten Sitzung mit der Neuausrüstung der Feuerwehr befaßt. Es ist beabsichtigt, Feuerlöschgeräte im Werte von etwa 3500 DM anzukaufen. Zur teil- weisen Deckung dieser Ausgaben wurde die Feuerschutzahgabe in der Gemeinde für 1949 so festgesetzt, daß die Abgabepflichtigen im Alter von 17 bis 20 und 36 bis 65 Jahren 3 DM und von 21 bis 35 Jahren 6 DM an die Gemeindekasse zu entrichten haben. Körperbeschädigte ab 50% Erwerbsunfähigkeit sind von der Abgabe befreit. — Durch die Vernichtung eines Schulsaales hat die Gemeinde mit 4 Volksschullehrem nur 2 Schulsäle. Diesen Notstand kann «die Gemeinde erst beheben, wenn das Rathaus gebaut ist, da dann die Wohnungen im 2. Stock des Schulhauses geräumt werden können. — Diq Bad. Landeskreditanstalt für Wohnungsbau hat der Gemeinde zur Fertigstellung des Rathausbaues einen Kredit zugesagt, der nach dem Beschluß des Gemeinderates in der zugesagten Höhe in Anspruch genommen wird, sodaß vorläufig an private Bauherren von dieser Seite kein Kredit gegeben werden kann. In letzter Zeit wurden aus Kreisen privater Omnibusunternehmer wiederholt Klagen gegen die Reichsbahn laut, die mit Hilfe behördlicher Stellen parallel der Bahnlinien geführte Omnibuslinien ausschalten wolle. Wir veröffentlichen deshalb nachstehend eine Leserzuschrift und stellen damit das Thema zur Diskussion. D. Red. Herr R. M. aus Karlsruhe-Rüppurr schreibt: „Am 21. März 1949 eröffnete ich mit meinem Autobus die Verkehrslinie Bretten—Karlsruhe. Die Bahnverbindung auf der genannten Strecke war außerordentlich schlecht. Trotz eindringlicher Bitten und vieler Beschwerden von Seiten der Behörden und der Bevölkerung, wurden keine Züge eingelegt. Durch die von mir eingeführte neue Verkehrslinie, wurde also einem allgemeinen Not- und Uebelstand abgeholfen. Die Behörden und die Bevölkerung begrüßten die neue Einrichtung auf das Wärmste. Daraufhin fühlte sich die Reichsbahndirektion bewogen zwei Züge und am 15. Mai drei weitere Zugpaare, wohlgemerkt auf Abruf, einzusetzen. Seit dem Augenblick, da ich die Strecke Bretten—Karlsruhe befahre, habe ich mit sehr großen Schwierigkeiten mit den außerordentlich unfairen Bestrebungen der Reichsbahndirektion zu kämpfen. Bei* dem Verkehrsministerium fand ich mit meinen Beschwerden keine Unterstützung. Im Gegenteil. Obwohl ich alle erforderlichen Papiere besitze und die Erlaubnis zur Ausführung von Autobusfahrten, hat man mir, obwohl kein Grund zur Klage besteht und ich die Linie gewissenhaft und pünktlich befahre, durch ein Verbot das Fahren meines Verkehrsautobusses untersagt. — Nur weil ich die Reichsbahn indirekt gezwungen habe, weitere Züge einzulegen. Welche Konsequenzen dieses in jeder Weise ungerechtfertigte Verbot nach sich zieht, daran denken die Herren des Verkehrsministeriums nicht. Ich kann also meinen Wagen anzünden, stempeln gehen oder meine Familie zur Fürsorge schicken. Zu Ungunsten des Rechts, wird auch weiterhin versucht mit Hilfe des Verkehrsministeriums die Monopolstellung der Reichsbahn, wie sie im Dritten Reich bestand, wieder aufzubauen. Tatsache bleibt, daß der Bedarf für die Autobuslinie Bretten-Karls- ruhe weiterhin besteht. Tatsache ist, daß der Gemeinderat Bretten wie die Bevölkerung für die' Aufrechterhaltung der Linie gestimmt haben. Tatsache ist, daß durch ein durch nichts zu rechtfertigendes Verbot meine Existenz gefährdet ist und das Recht mit Füßen getreten scheint." Amerikaner besuchte Kleinsleinbach Feierstunde, zu der auch die Vertreter der Gemeindeverwaltung eingeladen sind, wird die Mitglieder des Siedlungswerkes und die überörtliche Bauleitung vereinigen. Seit Gründung der Genossenschaft sind 90 Bauinteressenten dem Siedlungswerk beigetreten. Die formellen Vorarbeiten für den Baubeginn sind erledigt, sodaß jetzt die praktische Arbeit begonnen werden kann. Inzwischen haben aber die Siedler schon in eigener Arbeit 6000 Hohlblocksteine hergestellt werden. Zur Zeit arbeiten an ist bereits von der Gemeinde gekauft und mit dem Sägewerk die erforderlichen Abmachungen über die Lieferung des Schnittholzes getroffen worden. Geplant sind 10 Doppelhäuser zu je 4 Wohnungen. In diesem Jahr sollen mindestens noch vier Doppelhäuser begonnen und hievon wenn irgend möglich zwei fertiggestellt werden. Zur Zeit atbeiten an den Bauvorbereitungen täglich 10 Siedler. Diese Zahl wirc^ sich mit dem Baubeginn erheblich vermehren. Die geleisteten Arbeitsstunden werden den Siedlern gutgeschrieben, sodaß die geleistete Eigenarbeit an der Bausumme des einzelnen Bauinteressenten in Abzug gebracht wird. _r- Wieder warm Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Samstagfrüh: Bei meist schwacher Luftbewegung heiter bis wolkig und trocken. Höchsttemperaturen 25 bis 27 Grad, Tiefsttemperaturen 11 bis 13 Grad. Mr. Wilbur C. Kriebel, Generalsekretär der kirchlichen Hilfsorganisationen aus Chester/Penneylvania, USA, weilt zur Zeit in Deutschland, um die Notlage der Flüchtlinge zu studieren. Zusammen mit dem aus Kleinsteinbach gebürtigen Franz Arnold, welcher die Anregung zu dieser Reise gab, reiste er kreuz und quer durch Deutschland und besuchte die einzelnen Leiter der Hilfe- und Flüchtlingsorganisationen. Über seine Eindrücke befragt, betonte er immer wieder die Freundlichkeit und Sauberkeit der Deutschen. Trotz der großen Zerstörungen sei tatkräftig gearbeitet und aufgebaut worden. Er pries die landschaftliche Schönheit und gab dem Wunsche Ausdruck, die Fremdenwerbung in Amerika baldigst besser durchführen zu können. Bedauerlicherweise habe der Amerikaner, der Deutschland besuchen will, noch mit großefo Schwierigkeiten zu kämpfen und nur zu Besuchen von Angehörigen oder Verwandten sei es möglich, schneller Einreisepapiere zu erhalten. Vor allen Dingen wäre es erforderlich, daß die D-Mark an den ausländischen Banken wieder offiziell gehandelt werden könne. Den Nagel auf den Kopf traf der Amerikaner mit der Feststellung, daß die herrlichsten Auslagen in den Geschäften, die Eleganz der Bäder und Kurorte usw. nicht über die Not weitester Bevölkerungskreise hinwegtäuschen körmten. Wenn sich auch die allgemeine Situation gebessert hat, so will er trotzdem versuchen, die Hilfe noch weiter auszubauen und, nachdem er nun die Nöte und Sorgen der Ausgewiesenen kennt, für diese speziell sich einsetzen. Am Schlüsse der Unterredung versicherte er, im nächsten Jahre mit seiner Familie wiederzukommen. Das dürfte ein Beweis sein, daß ihm Deutschland gefallen hat und ein Schritt weiter auf dem Wege der Völkerverständigung getan ist. wb. Landwirtschaftliche Kleinigkeiten Der gestreute Stalldung bei der Frühjahrsbestellung verliert fast seinen ganzen Wert, wenn er nicht möglichst rasch untergepflügt wird. Felder, auf denen der Dung tagelang lagert, bevor erweiterver- arbeitet wird, verraten eine Gedankenlosigkeit des Besitzers, die sich bei der Ernte auswirken muß. Der Mist soll auf dem Misthaufen verrotten, nicht aber auf dem Feld. Am besten ist es, wenn der Pflug dem Ausstreuen des Dunges unmittelbar folgt. Daß der Dung weder auf dem Felde verregnen sollte, noch in zu feuchtem Zustand gestreut werden darf, versteht sich von selbst. Es ist außerdem auch betriebswirtschaftlich praktisch, die notwendigen Arbeitsgänge möglichst zusammenzufassen. mpfo Aus den Rundfunkprogrammen Freitag, 22. Juli Stuttgart: 14.00 Schulfunk: Heimatgeschichte; 14.30 Festakt der Ueber- gabe Radio Stuttgarts; 16.45 Wir sprechen über neue Bücher; 17.00 Froh u. heiter; 17.50 Presseschau; 18.00 Aus d. Wirtschaft; 18.15 Jugendfunk; 18.30 Volkstüml. Weisen; 20.00 Wiederholg. d. Uebertrag. v. 14.30; 22.00 Tanzmusik; 22.50 Bad. Theaterbericht; 23.00 Musik zur Nacht (Zeitgenöss. Schweizer Komponisten). — Studio Karlsruhe: 6.05 Frühmusik: Karlsruher Volksmusik, Ltg L. Egler; 13.00 Echo aus Baden. — Südwestfunk: 21.15 Trio für Klav., Violine u. Bratsche in C-dur v. Haydn, 3 Etüd. aus op. 8 f. Klav. von Scria- bine, Quint, f. Bläser v. Francaix. Freitag, 22. Juli 1849 Helfen utib 333 attö etn Nummer 140 / Seite I ©lotfen über fjeföelbetcj Es ist Sonntagmargen. Ich gehe vom Bahnhof her das Neokarufer entlang, der alten Brücke zu. Die Motorschiffchen an ihren Einsteighütten liegen noch still und warten auf Fahrt. Ein Ruderboot zieht über die Flußmitte. Lange, schräge Wellensträhnen folgen ihm zu beiden Seiten gleich langen gerippten Flügeln —■ bis zu den Uferrändern hin. Die grünen, in der Frühsonne be- glänzten feindunstigen Berge sind greifbar nah. Man meint, über ihre dichten Wälder mit der Hand hinstreichen zu können. Nicht weit von der alten Brücke, drüben am Hause, Neckarstaden 62, ist eine Tafel eingelassen. Auf ihr ist zu lesen, daß da Gottfried Keller ein Jahr gewohnt habe. Von April zu April. Man guckt zu dem einen offenen Fenster des hübschen zweistöckigen Hauses und meint, daß er wohl da einst hinaus- geschaut haben mag, auf Fluß, Brücke und Philosophenweg. Vielleicht ist er an einem solchen Sonn- taamorgen mit der Droschke nach Neokarsteinach gefahren und Mitternacht in einem „Wolkenschiff, beladen hoch mit Griechenwein“, wieder bei seinem Fenster gelandet. Da guckt aus diesem ein Mann heraus. Er lehnt sein Bäuchlein auf das Fenstersims, stramm sitzende Hosenträger über dem grünen Hemd. Er schneuzt sich unter der Nickelbrille trompeterisch mit einem mächtigen Taschentuch die Nase. Ich rufe ihm ein Prost zu, er nickt zurück — obwohl ich eigentlich mehr an den Griechenwein gedacht habe. Ich wende mich nun lieber der Brücke zu, dieser himmlischen, schmalen, rötlich schimmernden Fußbank für Auroras Zehen am Morgen. Ich taste aus schrägem Blickwinkel die offenen Bögen der Brücke entlang; die drei großen mittleren und die immer kleiner werdenden anderen drei nach jeder Seite. So gleitet der Steg darüber, von der Mitte her, in sanften Rutschbahnen zu beiden Ufern hin. Von den Leuten, die da gehen, sieht man nur die hellen Gesichtsscheiben; sie gleiten, leise schaukelnd, über dem steinernen Geländer dahin. Eine sehr heftige tückische Faust hat einst in das allzu üppige Schloßgebilde dort drüben am Berghang hineingehauen. Ein paar Türme fielen, Fronten brachen, Dächer purzelten, aber es ist, als hätte dieser Faustschlag das eigentlich Schöne erst enthüllt, weil das Schöne, wenn es einmal da ist, nie ganz zu vernichten ist. Nun glüht es um die Trümmer. Eine vergangene Zeit fand ihr anlockendes Grabmal. Ich klettere empor, reihe mich ein in eine kleine Prozession von Fußgängern, steige mit ihnen hinauf und weiß eigentlich gar nicht, was es ist, das uns so bezaubert. Ist es das katzenbucklige Pflaster auf dem sich immer wieder von neuem aufwärts schwingenden Bergpfad, sind es die Blumen an den alten Häusern, die hohen Mauern, die Brunnen, der Fluß in der Tiefe, drüben die Berge? Es ist wohl alles zusammen, und dieser Menschenzug den Berg hinan, soweit das Auge zurückreicht, ist eine Wallfahrt zum Gott der Berge, Schlösser, Ströme, Wälder. Die, welche wir gemeinsam wandern, Volk aller Schichten, bringen ihm ein fröhliches Gebetlein dar. ohne viel Worte, im Hand-in-Hand- Dahinziehen, im Glücklichsein, im stillen Staunen, in Scherzworten, im Versunkensein, in einem Blick, einem Seufzer, einem Jauchzer. Wir sind oben. Ich schwenke hinter dem Schloßtor links in den gewohnten Weg ab, zu der niederen Mauer, die Stadt und Neckar freigibt. Lese, wie jedesmal, die Strophen der Marianne von Willemer an der Tafel für ihren großen Freund Goethe: Auf der Terrasse hochgewölbtem Bogen war eine Zeit sein Kommen und sein Gehn. Die Chiffre, von der lieben Hand gezogen ich fand sie nicht. Sie ist nicht mehr zu sehn. Kaum einer sieht auf die Verse. Das ist auch gut so. Sie waren für keine Gedenktafel bestimmt. Sind Geheimzeichen der Liebe. Wer den Sch’üssel dam in sich hat wird sich gleich auf diesem „Liebesberg von Donner, Blitz und so viel Süße“ nach der in Stein gefaßten Kanonenkugel umgucken, die eines Fürsten Brust treffen sollte, aber sie war schon vorher getroffen worden, vom Lie- besipfeil einer Frau, die einst in diesem Parkgarten umherging, unter dem leuchtenden, mit Blumengirlanden bahangenen steinernen Triumphbogen, den er ihr errichtete und der nun verlassen dasteht vor der grünschwarzen Zypresse. Doch es ist gescheiter, über de Mauerrand zu gucken, da, wo der Weg im rechten Winkel abbiegt. Zwei Bäume stehen dicht hinter der Mauer. Zwischen ihren Ästen hindurch schwebt tief unter mir das Bild der Stadt. Es ist, als stände man auf einem Felsenstücsk in e'nem ungeheuren Aquarium. Ja, als sei der blaue, dunstige Himmel die Meeresoberfläche, und man sähe in eine versunkene Stadt hinab. Die tausend braunen, grauen bemoosten Ziegeldächer schwimmen wie schuppige Karpfen und Hechte gegeneinander und durcheinander. Die helleren Hauswände mit den winzigen Fensteröffnungen sind wie Korallenriffe. halbverdeckt von den Fischleibern. Der lange Fluß ist a’s schmal geschnittene Glasscheibe daneben gelegt. Ein Paddler krabbelt als Fliege darüber hin. Alles ist p~- duckt. Nur die Kirchtürme st''"gen kerzenhoch empor, a’s « ; e alleine hinaus in ewige Weiten. Nun fangen ihre Glocken an zu läuten. Ich denke daran, daß nun bald d'e Pastoren und Pfarrer auf den Kanzeln zu reden besannen und daß ke : o Wort durch die Kirchendächer zu uns heraufdringen wird Aber d’e Glok- ken werden weder verkünden, daß es etwas Köstliches. Göttliches in der Welt gibt: die unlöschba e Fähigkeit zu Illusionen, d’e aus der Wirklichkeit aufsteigen, damit es sieh zu leben verlohne. mg. Xtoti3en für bk Stxkn Die deutsche Ferienreiselotterie hat kürzlich mit dem Losverkauf begonnen. Nach den bisherigen Beobachtungen zu schließen, konnte sie bereits in den ersten Tagen einen regen Zuspruch seitens des Publikums verzeichnen. Die erste Serie wird zunächst in Nordbaden und Bayern abgesetzt. Jeder Loskäufer sieht sich im Geiste schon als glücklicher Gewinner einer der zahlreichen großen Ferienreisen. Im übrigen soll die Lotterie zu einer ständigen Einrichtung ausgebaut werden. Die kommenden Serien sollen Zwecken der Arbeiterwohlfahrt zugute kommen. * Die früher so beliebten sogen. „Hotelscheine“ sind jetzt wieder auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Reisebüros „DER“ eingeführt worden. Diese Hotelschedne sind in jedem „DER“-Reisebüro erhältlich. * Wie die Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft mitteilt, verkehren wieder die sogenannten „Weißen Schiffe“ — 17 an der Zahl — auf dem Rhein bis nach Mainz. Teilweise werden sie bis Frankfurt verlängert. Neu bei diesen Fahrten ist vor allen Dingen, daß auf mehreren Schiffen Ruhe- und Ubemach- tungskabinen für die Gäste zur Verfügung stehen, so daß „quartierlose“ Gäste die Möglichkeit haben, auf dem Schiff zu übernachten. * Von vielen herbeigesehnt, ist nunmehr, wie wir aus Berchtesga- d e n erfahren, der sommerliche Hüttenbetrieb keinerlei Einschränkungen mehr unterworfen. Das Watzmann- haus sowie das Stöhrhaus auf dem Unt rsberg stehen ebenfalls mit voller Bewirtschaftung alten und neuen Gästen wieder zur Verfügung. * Von dem Freiburger Vorort Günterstal führt neben einer Schwebebahn auch eine Straße auf den 1284 Meter hohen „Hausberg" Frei- burgs, den Schauinsland. Auf dieser Straße, die jetzt neu hergerichtet und mit einer völlig neuen Oberflächendecke versehen wurde, wird am Sonntag, 31. Juli, der „Große Bergpreis Freiburg — Schauinsland“ ausgetragen. * Erstmalig seit 1939 konnte jetzt wieder der Hotelführer veröffentlicht werden. Er bringt die bekannten Hotels und Gaststätten der vier Zonen mit Preisangaben für Übernachtung und Mahlzeiten, soweit diese bereits erhältlich waren. Zerstörte, beschlagnahmte oder zweckentfremdete Betriebe sind kenntlich gemacht. Auch ist der Internationale Hotel-Telegrafenschlüs- sel in der Neufassung wieder veröffentlicht. * Erfreulicherweise hat die Eisenbahnverwaltung eine Qmnibuslinie zwischen Rastatt und Forbach eingerichtet, die diese Strecke in der Zeit von einer Stunde und 20 Minuten zurücklegt. ©cfjttwtsumlö — 23oöcnJee — Dbettfjem Es ist schon so: Für den deutschen, wie nicht minder für den ausländischen Gast, verknüpfen sich mit den Worten Schwarzwald und Bodensee fest umrissene Bilder, die immer dann besonders kräftig ins Bewußtsein treten, wenn er ans Ausspanen und ans Urlaubnehmen denken kann. Er denkt dabei an Pforzheim „als Pforte zum Schwarzwald“, an Karlsruhe als Ausgangspunkt zum malerisch-herrlichen Albtal mit den Schwarzwald- vorbergen und dem ganzen Kranz schöner Orte, die sich in der Rheinebene entlang des Schienennetzes hinziehen. Gerade der Verkehr hat hier ungemein günstige Voraussetzungen. Das Land verfügt nicht nur über ein ausgezeichnetes Netz wohlgepflegter Straßen, sondern es ist auch in seinen Eisenbahnlinien unmittelbar mit den großen europä- schen Routen verbunden. Das gilt vor allem für die bedeutendste europäische Nord-Süd-Ver- bindung: Kopenhagen (mit Anschlüssen aus Norwegen und Schweden) — Hamburg — Frankfurt — Basel — Mailand — Rom, die auf der Strecke Frankfurt — Basel das Rückgrat des badischen Reiseverkehrs darstellt. Von da aus führen mehrere Seitenlinien mitten in den Schwarzwald hinein. Die wichtigste dieser Abzweigungen ist die von Offen'burg an den See führende Schwarzwaldbahn. Was den See angeht, so erwartet der Gast begreiflicherweise die Fahrten an Bord von bequemen Dampfschiffen und Motorbooten. Auch in diesem Wunsche wird er nicht enttäuscht. Nicht nur daß die Bodenseeschiffe von dem häßlichen Tarnanstrich befreit wurden und wieder in hellen, strahlenden Farben über den See ziehen, auch der Schiffsverkehr selbst ist wieder so rege geworden, daß keines der malerischen Städtchen ausgelassen wird. Da sind als wichtige Ziele neben Konstanz selbst zu nennen: Radolfzell und die Reichenau, Uberlingen, Bodman, die Mainau und Unteruhldingen am Überlinger See, Meersburg, Immenstaad, Friedrichshafen und Lindau. Aber auch die Bodenseegürtelbahn widmet sich erneut ihren Aufgaben mit den Anschlüssen nach Friedrichshafen und Ulm über das alte Ravensburg und von Lindau nach Augsburg und nach München. Im Reise- und Ferienland am Oberrhein stehen zwar noch nicht wieder alle Bäder, Kurorte, Hotels und Gaststätten im Vorkriegsumfange zur Verfügung, doch der bis jetzt erreichte Stand nähert sich durchaus wieder Friedenszahlen, von einigen besonderen Ausnahmen abgesehen. lür den Gast ist alles getan, um ihn wieder im wahrsten Sinne des Wortes als' Gast aufzunehmen. Sie erwarten ihn aus nah und fern. SWK 6d)öne 37tä6^cn Der Landesverkehrsverband Württemberg hat sich entschlossen, eine neuartige Werbemethode zu versuchen. So wurden ein halbes Dutzend hübscher Mädchen in charakteristische Trachten von der schwäbischen Alb und dem Schwarzwald gesteckt und in Fernzüge verfrachtet, die das schöne Schwabenländle passieren. Die Mädchen sind in einem Kurs eigens für ihre Aufgabe ausgebildet worden. So haben sie Unterricht in schwäbischer Geschichte erhalten, sie mußten sich mit der wirtschaftlichen Struktur Württembergs vertraut machen und sich die Orte einprägen, deren Besuch den Fremden besonders empfohlen werden kann. Dieser Tage wurden nun die Mädchen zum ersten Mal auf die Reise geschickt. Sie steigen jeweils in Bruchsal und Ulm in die Fernzüge, um dort für den Fremdenverkehr zu werben. Da sie natürlich nicht einfach in ein Abteil eindringen und dort den staunenden Reisenden einen Vortrag über die Vorzüge eines längeren Aufenthaltes in Württemberg halten können, wird ihnen ein Prospekt mitgegeben, den sie an die Reisenden verteilen. Will ein Reisender nähere Auskunft über Land und Leute, über Urlaubsmöglichkeiten usw. haben, dann wendet er sich an eines der Trachtenmädchen, das dann in der liebenswürdigsten schwäbischen Form Auskunft gibt. Da die Mädchen wirklich hübsch sind, wird es an Fragern nicht fehlen. Sollte der immerhin ins Auge zu fassende Fall eintreten, daß die Mädchen so nach und nach aus den Zügen weggeheiratet werden, dann steht bereits eine Reserve bereit, d.e die Lücken füllen kann. Sie hä. S gilt . . . Fotcr E. E-'uei, Khs. ■ - f j 8* ppp! Jetzt steigt einem ln die Knochen Draußen in den Badeteichen langsam doch die Badelust; sieht man manches schlanke Kind Männer unter Westen kochen. durch die kühlen Wellen streichen Frauen gehen diskret ,durchbrochen‘, und möcht seinerseits desgleichen ihrer Anmut sich bewußt. sein, wo solche Nixen sind. w. Lindner. (Et babet nie mit Dieser Typ ist beileibe nicht aus- gestorben. Er war nur jahrelang unsichtbar. Nicht aus freiem Willen. Jetzt ist er aber wieder da. Sowohl am Badestrand als auch im Kurgarten. Er ist grundsätzlich Opponent, vor allen Dingen gegenüber althergebrachten und bewährten Regeln. Ärztliche Ratschläge hält er grundsätzlich für falsch. Jedenfalls für sich und wendet sie nur genau gegenteilig an. Schließlich ist er ja Gast und „souverän“ in seinen Handlungen. Beispielsweise badet er nie mit leerem Magen. Im Gegenteil ißt er sich unmittelbar vorher rundherum bumsdick satt. Als besondere Verstärkung für die Badestrapazen hält er Gurkensalat und mehrere Glas achtprozentiges Bier für richtig. Selbstverständlich Münchner oder Dortmunder Helles. Wenn ihm dann beides wie Blei im Magen liegt, fühlt er sich erst so richtig wohl. Davon zeugt dann auch der kühne Salto ins kühle Naß. Je erhitzter, um so herrlicher springt sich’s ins kalte Wasser, meint „Kurgast Stur“. Für Herzleidende hält er das für besonders ratsam! In treuherziger Offenheit empfiehlt er diese Methode auch seinen Freunden. Deine Frau wird sich sehr freuen, dich endlich los zu haben und an deiner Stelle von der Lebensversicherung einen Haufen Geld zu bekommen. Du selbst hast leider nichts mehr davon, aber vielleicht steht ein netter Nachruf in der Zeitung!!! Das erste Bräunen in der prallen Sonne tut er nicht unter drei Stunden. Mindestens. Erst dann ist der Sprung ins Wasser ein voller Genuß. Die Sonne muß ihn jeweils trocknen. Ein Abtrocknen mit dem Frottiertuch 3)TeIjt ale 100 6ftanbbä6et im Die Kurorte und Sommerfrischen des Schwarzwaldes haben alle Anstrengungen gemacht, um die Erholungsuchenden gastlich aufzunehmen. In fast allen Kurorten, selbst bis in die hohen Lagen des Berglandes hinauf, wurden die Strandbäder, wieder ir.standgesetzt. Nicht nur die Seen haben wieder ihre Strandbäder, auch verträumt gelegene Hotels wie die Kurhäuser Sand und Hundseck an der Schwarzwald- Hochstraße haben Bademöglichkeiten in Seen und Waldstrandbädern geschaffen. * Für den Fremdenverkehr des B a - .den-Baden — Bühlerhöhengebiet es, der seit Wiedereröffnung leetem HIagen ... hält er für weiblich-weichlich. Wenn -er dann Glück hat, kann er dann abends seine Haut wie eine Pelle von der Wurst abziehen. Schilder und Wamtafeln mit „Baden verboten“ existieren prinzipiell nicht für ihn. Für ihn ist es klar, daß man aus reiner Schikane und nicht etwa aus Fürsorglichkeit die Leute daran hindern will, an besonders herrlichen Stellen zu baden. Gegen Schlingpflanzen und Unterwasserströmungen fühlt er sich immun. Sollte es dennoch wider Erwarten einmal schief gehen — schließlich haben sich ja in der Nähe Mitbadegäste aufzuhallen und ihre Pflicht, ihn herauszufischen, erscheint ihm selbstverständlich. Butterbrotpapier wirft er ungeniert ins Wasser. Weshalb es erst vergraben oder gar dem meterweit entfernt angebrachten Papierkorb anzuvertrauen? Es siebt doch so nett aus, wenn ungezählte Papierfetzen auf den Wellen schaukeln! Und nicht nur er, sondern auch alle anderen Badegäste freuen sich über diesen Anblick. Er hält sich selbst für den beliebtesten Badegast. Zimmermädchen wie überhaupt Bedienungs- und Wartepersonal hält er grundsätzlich für Freiwild. Leutseligkeit ist da» mindeste, was er selbst glaubt vergeben zu können. 99 v. H. aller Kur- und Badegäste kennen diesen Typus nur zu genau. Sie wünschen nichts sehnlicher, als daß er so schnell wie möglich ausstirbt. Es ist fraglich, ob er ihnen und uns diesen Gefallen tun wird. Er ist ebenso hartnäckig wie langlebig. Leider! Aber, wir möchten ihn doch noch einmal warnen — denn plötzlich geht es doch schief! SK, 6rijn)fltjtDalö triebet in Betrieb der Kurhäuser an der Schwarzwaldhochstraße von dem Ausbau der Verkehrsverbindungen wesentlich abhängig ist, rechnet die Oberpostdirektion Freiburg mit dem baldigen Eintreffen ihrer Omnibusse modernster Bauart, die im Gaggenauer Werk der Firma Daimler-Benz in Arbeit sind. Der Kraftomnibusverkehr der Stadtwerke Baden-Baden berührt die Höhenkurorte mit zwei täglichen Fahrten ab Bahnhof Baden-Baden um 9.00 Uhr und 15.00 Uhr nach Bühlerhöhe, Plättig, Sand, Hundseck, Unterstmatt, Herrenwies und zurück, ferner verkehrt ein Wagen mittwochs, samstags und sonntags ab Bahnhof Baden-Baden nach dem Höhenhotel Rote Lache. J » Ruf 8921 „046 ANDERE LEBEN" mit Siegfried Breuer u. Ag!a>a Scfamid. Ein Film der neuen’ österreichischen Produktion. Ergreifend — spannend — lebensnah. Beginn 13, 15, 17, 19, 21 Uhr Wiederaufführung beliebter Filme am Wochenend! Heute Freitag, Samstag, Sonntag Spätvorstellung 22.45 Uhr, außerdem Sonatag-Matinöe 10.30 Uhr „ T 0 N E L LI " Bin spannender Zirkusfilan mit Ferdinand Marian u. Winnie Markus Atlantik Nur von Freitag bis Montag „ORIENT-EXPRESS" Ein packender Kriminalfilm mit S. Breuer und Paul Dnhlke. TÄglidi: 13.00, 15,00, 17.00, 19.00, 21.00. Ab heute gleichzeitig in beiden Theatern SCHAUBURG ued PALI MARIENSTR. 16, Telefon 7986 HERRfcNSTR. 11, Telefon 2502 Der größte Filmerfolg des Jahres! Ein Richard* Eiehberg.Film t.. »I'YRIGH f Hl ll" l‘ mm Fortsetzung folgt 'ENDLICH EIN HCtM : ' Fortsetzung folgt von den Dächern: bietet den Beweis für Qualität bei kleinstem Preis! RlP KÖRßY HÖRT PER FORTSETZUNG DES BERICHTES OBER PIE FINGER ABDRÜCKE AUF DOLLV MALONE'S AKTEN ZU' HIER SIND WEITERE k ABDRÜCKE EINER MRS. Iunheim.. fünfzehnmal WEGEN DIEBSTAHL VERHAP TEX. ABER NUR EINMAL b, verurteilt.' > IGHT BUULS PaZSSyxST UNP HIER IST EINE ETWAS) PAS IST finstere pame...ihr ^ mein NEUSTER DECKNAME TAUSCHEN./, BLEA M K S * S ap*»« i- SGSfil “AUS &UTER FAMILIE.. ABER SCHON JUNG ENTGLEIST. ANSCHEINEND GELDGIER LADENDIEBSTAHL.. ERPRESSUNG-. FÄLSCHUNGEN... EINE HÜBSCHE LANGE LISTE! 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