KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Erscheint tÄglil(h IrSgeigebühr, Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebübi — Anzeigen- preise: Die sechsgespaltene 46 cnro breite Miiliraeterzeile Milli» meter-Grundprels DM —.80, Im übrigen siehe zu» Zeit gültiqe Preis» liste Nr. 4. — Postscheckkonto' Postscheckamt Karls*uhe Nr 80 535. 3. JahrgangNummer 142 Karlsruhe, Montag, 25. Juli 1949 Einzelpreis 15 Pfennig Sowjet-Note an Jugoslawien Moskau will von jugoslawisch-britischen Geheimverhandlungen wissen MOSKAU, 24. Juli (DENA-Reuter). Die Sowjetunion beschuldigte in einer am Sonntag von TASS veröffentlichten Note Jugoslawien, mit Großbritannien ein Geheimabkommen über die Einstellung der territorialen Forderungen an Oesterreich getroffen zu haben. In der sowjetischen Note wird behauptet, daß im Sommer 1947 zwischen einem Vertreter Jugoslawiens und dem britischen Botschafter in Belgrad, Philip Noel Baker, sowie dem jugoslawischen Botschafter in London, Leontic, und Staatsminister Hector McNeil diesbezügliche Geheimbesprechungen geführt wurden Die Sowjet-Regierung instruierte dann ihren Botschafter in Belgrad, so heißt es in der Note. Nachforschungen in dieser Angelegenheit bei der jugoslawischen Regierung durchzuführen. Die jugoslawische Regierung „mußte zugeben“, daß tatsächlich Verhandlungen mit Großbritan- Trygve Lie unter Erklärungen eines geheimnisvollen Zeugen in den USA WASHINGTON, 24. Juli (DENA- Reuter). Ein Rechtsunterausschuß des amerikanischen Senats veröffentlichte am Samstag die Aussage eines geheimnisvollen Zeugen, der behauptete, das Generalsekretariat der Vereinten Nationen unter Trygve Lie werde von kommunistischen Agenten terrorisiert. Der Zeuge verlangte, daß die Senatoren Schritte unternehmen, um Trygve Lie durch einen geeigneten Nachfolger ersetzen zu lassen. Der Zeuge, der seine Aussagen in gebrochenem Englisch hinter ver- schlosseneir*Türen machte, erklärte, der kommunistische Druck „von oben“, der auf die Mitglieder des Sekretariats ausgeübt werde, sei so Frankfurt weiterhin gegen Bonn Eine NRW-Delegation mußte unverrichteter Dinge zurückkehren nien stattgefunden hätten und sie während dieser Besprechungen ihre Einstellung so radikal änderte, daß sie ihre territorialen Forderungen gegenüber Oesterreich aufgab. Die sowjetische Note ist, wie TASS weiter berichtet, dem jugoslawischen Außenministerium am 19. Juli als Antwort auf einen jugoslawischen Protest übermittelt worden. In der jugoslawischen Protestnote, die der sowjetischen Botschaft in Belgrad am 22. Juni übergeben wurde, hieß es, der Außenministerrat in Paris habe ohne eine Begründung und ohne Rücksprache mit der jugoslawischen Regierung die gerechtfertigten Forderungen an Oesterreich abgelehnt. in der Note bestand Jugoslawien auf einer Revision der Pariser Beschlüsse Die sowjetische Antwort betonte, daß die jugoslawischen Behauptungen nicht mit den Tatsachen übereinstimmten und eine Beleidigung Druck der KP? groß, daß selbst hohe Beamte aus demokratischen Ländern nicht in der Lage sind, ihm Widerstand zu leisten. Die Kommunisten versuchten, das Sekretariat für sowjetische Zwecke zu benutzen. Der interimistische Generalsekretär der UN, Byron Price. bezeichnete dagegen diese Veröffentlichung als eine „vollkommen irrsinnige Geschichte“. Price erklärte, die gegen Trygve Lie vorgebrachten Beschuldigungen seien vollkommen unwahr. Er #*»nsicher. daß niemaud-Rtiesen Erklärungen des geheimnisvollen Zeugen auch nur irgendeine Bedeutung beimessen werde. der Sowjetunion darstellten. Die jugoslawischen Erklärungen seien offensichtlich dazu bestimmt, vor dem jugoslawischen Volk den Mißerfolg der Geheimverhandlungen mit den britischen Vertretern zu verbergen, die von der jugoslawischen Regierung hinter dem Rücken Sowjetrußlands über die Frage des österreichischen Staatsvertrages geführt wurden. Geheim - Besprechungen zwischen Großbritannien und Jugoslawien wurden zum ersten Male am 30. Juni in einer jn den sowjetischen Zeitungen „Prawda“ und „Iswestija“ veröffentlichten Erklärung des sowjetischen Außenministers Andrej Wy- schinski erwähnt. Am darauffolgenden Tage dementierte der jugoslawische Botschafter in London, Obrad Cicmil kategorisch, daß ohne Wissen der Sowjetunion Besprechungen stattgefunden hätten. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums veröffentlichte am gleichen Tage ein Dementi ähnlichen Inhalts. Eine neue Streikgefahr LONDON, 24. Juli (UP). Nur wenige Stunden nach Beilegung des Londoner Hafenarbeiterstreiks taucht eine neue Streikgefahr auf. Die britischen Eisenbahner drohen mit dem Beginn eines Verlangsamungsstreiks, da das neue Lohnangebot des staatlichen Schlichtungsausschusses von den Eisenbahnern abgelehnt wurde. Scharfe Worte in England Eröffnung der Wahlkampagne durch Churchill WOLVERHAMPTON, 24. Juli (UP) Winston Churchill, eröffnete am Samstag in Wolverhampton die Wahlkampagne der konservativen Partei für die Parlamentswahlen im Jahre 1950 mit einem scharfen Angriff gegen die Labourregierung und den Sozialismus, die, wie er erklärte, nicht nur Großbritannien, sondern auch andere Länder in „Chaos und Kommunismus“ stürzten. Der ehemalige Ministerpräsident betonte immer wieder im Verlauf seiner Rede die Wichtigkeit der Entscheidung, welche das britische Volk bei den kommenden Wahlen zu treffen hat. Jede Stimme für eine neue Labourregierung sei eine Stimme für eine zukünftige Herrschaft des Kommunismus in Großbritannien, die unweigerlich auf eine weitere Sozialisierung des Landes folgen müsse. Churchill verglich in seiner Rede die gegenwärtigen Lebensbedingungen in den Ländern auf dem europäischen Kontinent mit denen Großbritanniens und wies darauf hin, daß sie in allen Ländern westlich des „Eisernen Vorhangs“, sogar in Westdeutschland, besser seien, als in Großbritannien. Dies beweise, daß die sozialistischen Tendenzen, die in den letzten Jahren in Groß- Instruktionen an die Ostpresse Sowjets geben Anweisung für Propaganda gegen den Westen Stalin prophezeit Europas Ruin LONDON, 24. Juli. (DENA-Al'V). „Es ist unnötig, gegen Europa Krieg zu führen, denn Europa wird sich selbst zerstören“, erklärte Marschall Stalin auf die Frage der britischen Journalistin Rosita Forbes, ob die Sowjetunion einen neuen Krieg in Europa führen würde. Die Journalistin gab dies auf einer Versammlung der Konservativen Partei in Aldington bekannt und fügte hinzu, daß sie Stalin bei ihrer letzten Reise in die Sowjetunion interviewt habe. Union der Atlantikpaktmächte? WASHINGTON. 24. Juli (UP). Am Dienstag wird in den beiden Häusern des amerikanischen Kongresses e'ine Resolution eingebracht werden, welche den Präsidenten auffordert, eine Konferenz der Signatarmächte des Atlantikpaktes einzuberufen, um ihren Zusammenschluß in einem einzigen Staatenbund zu erwägen. Der Plan wurde von zehn Senatoren beider Parteien unter Mitwirkung von einflußreichen Mitgliedern des Repräsentantenhauses ausgearbeitet. Bildung von Rot-Kreuz-Zonen GENF, 24. Juli (DENA-Reuter). Die Schaffung von Hospital-Zonen, zum Schutze von Kranken und Verwundeten in Kriegszeiten wurde am Samstag auf der Genfer Rot-Kreuz- Konferenz von allen Delegierten bei Stimmenthaltung Großbritanniens und der Sowjetunion beschlossen. Diese Hospitalzone soll fern von allen militärischen Zielen und abseits von allen Gebieten, die zu kriegswichtiger Bedeutung kommen könnten, errichtet werden. britannien vorherrschten, dem Lande nur Schaden gebracht hätten. Am Ende seiner Rede erklärte Churchill, es gebe eigentlich keinen wesentlichen Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus, es bestehe nur ein Unterschied der Methoden. Die Kommunisten seien die Lakeien und Werkzeuge einer ausländischen Macht und erstrebten den Ruin Großbritanniens, um "es dann der „Oligarchie Möskaus“ unterstellen zu können. Es gebe kein Verbrechen und keine Grausamkeit, vor der sie zurückschreckten, um die „absolute, despotische Macht“ an sich' zu reißen. Attlee bleibt nichts schuldig DURHAM, 24. Juli. (UP). Ministerpräsident Clement Attlee verurteilte am Sonnabend vor einem Auditorium von Bergarbeitern das am Freitag veröffentlichte Wahl - Programm der Konservativen Partei ■ mit äußerst scharfen Worten. „Diese elenden Zwerge“, rief Attlee, „wollten ihr Wahlprogramm nicht veröffentlichen, bevor sie nicht unseres gesehen hatten. Das Programm sieht ein wenig nach Abschreiberei aus, und einige seiner Punkte erwecken den Anschein billiger Imitation.“ Um die Angliederung der Saar LONDON, 24. Juli (DENA-Reuter). Die Frage der völligen und ständigen Angliederung des Saarlandes an Frankreich soll, wie der Pariser Korrespondent der „Sunday Times“ berichtet, Gegenstand der Besprechungen zwischen Außenminister Bevin und Außenminister Schuman am Samstag gewesen sein. Diese Frage habe zwischen den beiden Außenministern einen gewissen Konflikt hervorgerufen, erklärt der Korrespondent. Britische Beamte seien der Ansicht, daß die Franzosen einen festgelegt eh Operationsplan über die Angliederung des Saarlandes an Frankreich vorbereiten. Tumult gegen Kommunisten STUTTGART, 24. Juli. (SAZ-Ber.) Auf einer Protestkundgebung des Zentralverbandes der Rußlandheimkehrer auf dem Karlsplatz in Stuttgart kam es am Sonntagmorgen zu tumultarischen Zwischenfällen, die sich nach Ende der Kundgebung auf der Straße fortsetzten. Bei der Unterzeichnung einer Resolution ist die sofortige Entlassung der Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion gefordert worden. Durch die Vertreter der Parteien ergaben sich laute Pfuirufe, als ein angeblicher Rußlandheimkehrer im Namen der Kommunisten unterzeichnen wollte. Wiederholt wurden die Kommunisten in Sprechchören aufgefordert, nach Rußland zu gehen und dort die kriegsgefangenen Männer und Frauen abzulösen. Erst nachdem die Streichung der Unterschrift des Kommunisten auf der Resolution vorgenommen worden war, wurde sie unter lauten Bravorufen von der Masse gebilligt. Der Vorsitzende des Zentralverbandes, Karl Supper, erklärte dann, der Zentralverband erkenne die KPD nicht als demokratische Partei an. Sowjetische Schmuggler BERLIN, 24. Juli (UP). 14sowjetische Soldaten, darunter fünf Offiziere, und eine ganze Einheit deutscher Ostzonen-Grenzpolizei wurden wegen Schmuggelei festgenommen, berichtete der britisch lizenzierte „Sozialdemokrat“. Die Verhaftungen fanden dem Blatt zufolge in Bautzen, Bernstadt und Ebersbach statt, von wo die Beschuldigten angeblich ganze Wagenladungen an Zigaretten und Nahrungsmitteln nach Berlin, Leipzig und Dresden gebracht haben sollen. Thomas Mann in Frankfurt FRANKFURT, 24. Juli (DENA). Thomas Mann traf am Sonntagmorgen mit dem Schnellzug aus Basel auf dem Frankfurter Hauptbahnhof ein. Mann, der von seiner Gattin begleitet war, wurde von Oberbürgermeister Dr. Kolb empfangen. FRANKFURT, 24. Juli (DENA). Kurz vor Beginn des Dortmunder Prozesses gegen sechs Arbeiter, die sich geweigert hatten, die ihnen aufgetragene. Demontagearbeit zu verrichten, veröffentlichte die „Lüneburger Landeszeitung“ einen Aufsatz des* früheren Chefredakteurs des „Vorwärts“, Friedrich Stampfer, mit dem Welt-Rundschau LAKE SUCCES. Norwegen hinterlegte als drittes Land die Ratifikationsurkunde der Konvention über den Völkermord. — REYKJAVIK. Island ratifizierte den Atlantikpakt. — LONDON. Der Londoner Dockarbeiterstreik hat einen Schaden von rund fünfeinhalb Millionen Pfund Sterling verursacht. — BRÜSSEL (UP). Prinzregent Charles beauftragte den Christl.-Sozia- len Gaston Eyskens, bisheriger stellvertretender Ministerpräsident, mit d -1 - Bildung einer neuen belgischen ''erung. — PARIS. Die französische onalversammlung wird am Mon- die Atlantikpaktdebatte fortsetzen. BELGRAD. Zwei rumänische Offize e sind aus ihrem Heimatland ge- ..•-hen und mit einem Flugzeug in J -oslawien gelandet. — SOFIA (UP), r ;r jugoslawische Militärattache in Bulgarien, Oberstleutnant Iwan Bacun wurde in Sofia auf offener Straße angegriffen. — SMYRNA. Bei mehreren heftigen Erdstößen, die am Wochenende die Gegend von Smyrna hermsuchten. kamen 8 Personen ums Leben. — NANKING, Die chinesischen Kommunisten haben die Schließung des amerikanischen Informationsbüros in Nanking angeordnet. (Alle oiebt gezeichneten Nachrichten: DÜNA) BONN, 24. Juli (DENA). Eine vier- köpfige Delegation des technischen Ausschusses des Bundeshauptstadtbüros, die sich nach Frankfurt begeben hatte,, um Unterlagen für den abschließenden Bericht des technischen Ausschusses der Ministerpräsidenten über di? in Bonn und Frankfurt getätigten Investitionen für Bundes- oder bizonale Bauten zu beschaffen, mußte unverrichteter Dinge zurückkehren. Wie Emil Neujean, ein Mitglied der Abprdnung hier am Samstäg vor Titel: „Hut ab vor den Sechs“, der auch von anderen Blättern gebracht wurde. In dem Aufsatz nahm Stampfer zu dem Prozeß in kritischer Weise Stellung und erklärte unter anderem: „Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, daß es sich bei den Demontagen nicht um Vorkehrungen zur militärischen Sicherheit handelt, sondern vielmehr um Maßnahmen eines nicht mehr lauteren wirtschaftlichen Wettbewerbs, die mit militärischer Gewalt durchgesetzt werden.“ Weiter hieß es in dem Artikel: „Es ist eine währe Tragikomödie der Irrungen. Man predigt dem deutschen Volk das Evangelium der Freiheit und verhängt Zwangsarbeit. Man treibt ihm den militärischen Kadavergehorsam gegenüber inländischen Vorgesetzten mit Prügeln aus und treibt ihm denselben Kadavergehorsam gegenüber ausländischen Vorgesetzten mit Prügeln ein. Und die das tun. sind Engländer, und die politische Verantwortung dafür trägt eine englische Arbeiterregierung.“ Wie der in Kronberg im Taunus lebende Verfasser des Artikels der DENA mitteilt, habe der Artikel bei den englischen Militärbehörden Anstoß erregt, und es sei die Eröffnung eines Verfahrens gegen die Redaktion der „Lüneburger Landeszeitung“ angekündigt worden. Stampfer erklärte hierzu der DENA. er sei gern bereit, die volle Verantwortung für seine Ausführungen zu übernehmen und sehe einem eventuellen Verfahren mit ruhiger Zuversicht entgegen. Pressevertretern erklärte, hat der Frankfurter Stadtrat Fritz Fay, _n den man die Delegation verwies, die Aushändigung der gewünschten Unterlagen verweigert und die von NRW-Ministerpräsidenten Karl Arnold ausgestellte Legitimation im Namen Frankfurts und des Landes Hessen angezweifelt. Der Chef der NRW-Kanzlei, Dr. Hermann Wandersieb, gab in diesem Zusammenhang bekannt, daß der hessische Finanzminister Dr. Werner Hilpert eine Denkschrift an alle Mitglieder des technischen Ausschusses versandt habe, in der nochmals die Möglichkeit Frankfurts für die Unterbringung der Bundesorgane dargestellt worden sei. Wandersieb bezeichnete die Denkschrift als eine „rein polemische“ Angelegenheit. Unter anderem sei darin die als irreführende bekannte Summe von 32 Millionen Mark für den Ausbau der fernmeldetechnischen Einrichtungen in Bonn und eine bereits widerlegte Behauptung über den in Bonn auf Monate hinaus erschwerten Privatfernsprechverkehr enthalten. Dagegen teilte die Pressestelle der Stadt Frankfurt mit, daß eine Abordnung der technischen Kommission der Ministerpräsidenten am Samstag nicht in Frankfurt vorgesprochen habe. Von Frankfurt wird hierzu erklärt, daß lediglich drei Beauftragte des NRW-Ministerpräsidenten Karl Arnold erschienen seien, um Erkundigungen einzuziehen. Man habe ihnen gesagt, „daß das Land Hessen und die Stadt Frankfurt am Dienstag auf der Sitzung des Unterausschusses der technischen Kommission der Ministerpräsidenten jede gewünschte Auskunft erteilen werden.“ Kinderlähmung in Coburg COBURG. 24. Juli (DENA). In Co bürg ist nach Mitteilung der Gesun Jieitsbehörde spinale Kinderlähmun 'aufgetreten. Bis zum Samstag wui • den 18 Personen, davon 14 Kind' > und vier Erwachsene, von der Krank heit ergriffen. Vier der Fälle verliefen tödlich. Auf Grund dieser Entwicklung hat der Oberbürgermeister von Coburg sämtliche Massenveranstaltungen verboten. Politische Veranstaltungen und Leibesübungen sind von dem Verbot nicht betroffen. BERLIN, 24. Juli (DENA). Die sowjetischen Kontrolloffiziere aller ostberliner Zeitungen und der Rundfunkstationen der Ostzone haben, wie aus Kreisen der ostberliner Presse verlautet, in den letzten Tagen neue Instruktionen für die Propagandatätigkeit der nächsten drei Monate erhalten. Nach den neuen Instruktionen, die die Unterschriften von zwei leitenden Offizieren der Informationsabteilung der SMV. Oberst Coltipin und Oberst Neshdanajew tragen, sollen besonders „die Spaltungsabsichten Westdeutschlands sinnfällig illustriert“ werden, um die Durchführung eines sowjetischen Planes zu garantieren. Besondere Betonung soll in der Ost- Presse auf „Schwierigkeiten der "’^st- deutschen und westberliner Wirt- chaft“ gelegt werden. Es soll heraus- estellt werden, daß „ausländisches Kapital“ daran interessiert ist. der westdeutschen Industrie die Märkte es Ostens und Südostens zu verbieten und einen ausgeglichenen Interzonenhandel unmöglich zu machen“. Mit einem günstigen Verlauf der interzonalen Handelsbesprechungen ist. den Instruktionen zufolge, nicht mehr su rechnen. Oberdirektor Dr. Hermann Pünder soll „mangelndes Einigungsinteresse“ vorgeworfen werden, während andererseits betont werden soll, daß die Sowjetunion sich nur „zur Aufhebung der Verkehrsbeschränkungen bereit erklärt hat. um den Einheitsgedanken zu fördern. Kwaschnin schweigt BERLIN. 24. Juli (DENA). Der Chef der Transportabteilung bei der SMV, General Kwaschnin hat, wie von amtlicher britischer Seite verlautet, bisher das Schreiben der Kommandanten der Berliner Westsektoren unbeantwortet gelassen, in dem diese den sowjetischen Transportgeneral aufforderten, für die Erfü !, ung der Versprechungen der Eisenbahnbehör- den zu sorgen, die Westmarkzahlung an alle westberliner Eisenbahner zugesagt haben. Kwaschnin hatte die Einhaltung der Zusage der Eise-.- bahnbehörden garantiert. Trotzdem wurden bisher alle westberliner Eisenbahner, die im Ostsektor arbeiten. in Os'geld ent'ohnt. Auch der Kommandant des sowiptis'-hen Sektors n o>-Un. Gen' l, n 1 Koti'-nw. an d'n ein gleichlautendes Schreiben ge ich- tet war, hat noch nicht geantwortet. Ein Zeitungsartikel erregt Anstoß Früherer Chefredakteur des „Vorwärts“ kritisiert Briten # SAZ Montag, den 23. Juli 1949 ■eJSe.2 7 Nummer 142 *■»- • ♦ --ri?7.. Offenbachs Theater wird demontiert Ein unüberbietbares Stück Frechheit — Politische Parteien protestieren vergeblich Bericht un s er er Frankfurter Redaktion Nummer 142 / Montag, den 25. Juli 1949 Marshall-Hilfe und westliche Einheit PRD. Die amerikanischen Sorgen, ob Europa die Marshallplan-Hilfe richtig anwendet und anzuwenden bereit idt, finden ihren Niederschlag besonders augenfällig in dem Aufeinanderprallen der amerikanischen und englischen Handelspolitik während der letzten Wodien. Mit der Bekanntgabe, daß Großbritannien und Argentinien einen fünfjährigen doppelseitigen Handelsvertrag abgeschlossen haben, kam der seit langem schwelende Konflikt offen zum Vorschein. Die Marshall - Hilfe soll England wie IS anderen Staaten vier Jahre hindurch die nötigen Dollars geben, die zu einer Normalisierung ihrer durch die Einwirkungen der Kriegsjahre zersetzten innerstaatlichen Strukturen erforderlich und angemessen sind. Wenn nun diese Länder, wie zum Beispiel England, mit den Marshall-Geldern Ölraffinerien bauen, Stahlwerke erweitern, bilaterale Handelsabkommen treffen und so zu schärfsten Konkurrenten amerikanischer Handelsfirmen auf dem afrikanischen und südamerikanischen Kontinent werden, so verliert die Marshall-Hilfe zweifellos den ihr nun einmal vorgezeichneten Charakter. Das US-Staatsdepartement will allen derartigen, bilateralen Paktabschlüssen in Zukunft energisch entgegentreten. Die Verdrängung amerikanischer Handelsfirmen von den äußerst wichtigen Märkten wie Aegypten und Argentinien vermag dieser Entschluß freilich nicht mehr zu verhindern. Das war eine Runde für England. Eine energische Stellungnahme gegen derartige Pakte scheint Amerika aber um so dringlicher, fils ein ähnlicher bilateraler Pakt zwischen England und der Sowjetunion bereits in Vorbereitung sein soll. Die entscheidende Kraft in dem Bestreben am die Erhaltung und Sicherung amerikanischer Schlüsselstellungen auf den Weltmärkten sind die riesigen Oeltrusts. Solange das Erdöl noch eine viel begehrte Mangelware war, die auf der ganzen Welt ohne Schwierigkeiten abgesetzt werden konnte, stießen sich die scharf, aber trotzdem friedlich miteinander konkurrierenden Oeltrusts nicht. Erst seit kurzer Zeit übersteigt das Angebot die Nachfrage, und seit dieser Zeit hat sich das Verhältnis zwischen ihnen völlig gewandelt. Das Abkommen der Engländer mit Aegypten, in dem sie sich’verpflichten, Erdöl im Werte von fünf Millionen Pfund zu liefern, und mit Argentinien, das für 16 Millionen Pfund Oellieferungen erhält, erregte bei den amerikanischen Oelgesellschaf- ten alles andere als Wohlwollen. Einem Vorschlag englischer Oel- trustmagnaten, ein Weltkartell zu gründen, das die Preise festlegen und die Märkte verteilen soll, waren die Amerikaner unzugänglich. Sie lehnten diesen Vorschlag mit der Begründung ab, daß ihre Antitrustgesetzgebung ein solches Abkommen nicht zulasse. Es wird in Zukunft Aufgabe der beiden Regierungen sein, sich mit diesem Problem zu befassen, bevor es die gemeinsame Außenpolitik des Westens bedroht. FRANKFURT. — Lange Zeit schien es, als stände die Geschichte jener Rosenhaimer Hundevilla einzigartig in Deutschland da, in der bekanntlich statt der wartenden Flüchtlinge salonfähige Hundezwinger untergebracht waren, ohne daß es der Polizei und den Behörden gelang, kraft der Kaltschnäuzigkeit der Villenbe- sitizerin dort wieder Menschen einzuquartieren. Nun hat sich in 'Offenbach vor den Toren Frankfurts ein ähnliches Stück ereignet. Seit vierzehn Tagen nämlich ist ein richtiger Demontagetrupp an der Arbeit, das einzige im ganzen Rhein- Mam-Raum noch bestehende komfortabel eingerichtete Theater, nämlich das Offenbacher „Nationaltheater“ buchstäblich bis zur letzten Schraube abzubauen. Bis 1938 war das Jetzige Offenbacher Nationaltheater nämlich eine jüdische Synagoge, die nach dem Judenpogrom von der Stadt Offenbach für ein Trinkgeld von 31000 Reichsmark käuflich erworben wurde. Der Offenbacher Kinobesitzer und Aufkäufer von sechs jüdischen Häusern, Ruttmann, nahm darin dieses Objekt für 35 000 Reichsmark bald in eigene Regie und baute es als Theater um. Einige Jahre später trafen die Bomben das Gebäude schwer. Der Besitzer kam im Bambenkrieg um. Der neuen Stadtverwaltung gelang es kurz nach Kriegsende, mit Hilfe von 90 000 Reichsmark, das Theater wieder zu renovieren und spielfähig zu machen. Die jüdische Nachfolgeorganisation und die neue, aus 17 Köpfen bestehende jüdische Gemeinde in Offenbach verzichteten großzügig auf die Wiederinbesitznahme, verzögerten jedoch unerklärlicherweise die Qitschädigungsverhandlungen solange, bis die Witwe des verstorbenen Besitzers 1948 plötzlich wieder auf der Bildfläche erschien und durch einen pfiffigen Rechtsanwalt ihre Eigentumsansprüche an dem Theater BERLIN. (UP.) Ein amerikanischer Soldat, der seit dem 24. Februar ds. Js. spurlos verschwunden war, traf vor kurzem wieder bei seiner Einheit in Berlin ein und sagte aus, daß er fast fünf Monate sowjetische Haft hinter sich habe. Rangraves, der im sowjetischen Sektor Berlins verschwand, wurde von sowjetischen Stellen der Spionage beschuldigt, weil er bei seiner Festnahme durch eine Patrouille der deutschen Ostsektorenpolizei einen Zivilanzug trug. Rangraves, berichtete, daß er sich bei seiner Festnahme durch die deutsche Polizei „taub und stumm“ gestellt habe. Erst als er sowjetischen Behörden übergeben worden war, habe er gesagt, daß er Amerikaner sei. Er sei bei den Vernehmungen durch sowjetische Offiziere und Beamte geschlagen und getreten worden. Man habe ihn auch oftmals „amerikanisches Schwein“ genannt. Rangraves ist ein physisches Wrack geworden. Er konnte in den 142 Hafttagen nicht ein einziges Mal seihe geltend machte. Sie brachte auch gleich eine Tante aus Amerika mit, mit deren Hüfe es offenbar gelang, den Treuhänder des Theaters dazu zu überreden, daß er einen Pachtvertrag nicht etwa mit der Stadt Offenbach sondern mit einem von Frau Ruttmann vorgeschickten „Strohmann“ abschloß. Dieser Pachtvertrag sollte für alle Zeit eine erhebliche Gewinnbeteiligung der Witwe Ruttmann am Offenbacher Theater gewährleisten. Als die Stadt Offenbach dagegen protestierte und selbst als Pächter auftrat, verlangte der Treuhänder im Namen der Ruttmann mindestens 50 000 DM Entschädigung und obendrein einen jährlichen Pachtpreis von 53 000 DM. Nun aber ereignet sich das beinahe . Unfaßbare. Mit Genehmigung der hessischen Militärregierung und des Treuhänders des eigentlich jüdischen Dummenfang Nachdem die Behörde dem seither üblichen und zur Genüge bekannten Unsinn der „Selbsthilfe- Kettenbriefe" mit rauher Hand ein Ende bereitet hat, hat sich das Unternehmen in einigem gewandelt und nennt sich nunmehr „Kreditbeschaffung“. Es fängt ganz harmlos an mit einer bescheidenen Zeitungsanzeige, die in letzter Zeit in mehreren Blättern erschien: „Motorräder, alle Marken, 3—6 DM wöchentl. Raten. (Anschrift)“. Der Interessent, der schon lange von einer Maschine träumt, läßt sich von der angegebenen Anschrift Näheres mitteilen. Er erfährt, daß ihm tatsächlich zu Wochenraten von DM —.55 für jeweils Einhundert DM Kaufpreis, d. h. bei Wochenraten von DM 5.50 beim Kauf einer Maschine für DM 1000.—, ein Kraftrad verkauft werden kann. Zwecks Auswahl unter den verfügbaren Marken und Typen sei jedoch zu- Kleidung wechseln und hat in dieser Zeit nie einen Sonnenstrahl gesehen. Ueber seine Haft berichtet er, daß er regelmäßig vernommen wordeft" sei. Er sollte die Stärke der amerikanischen Truppen in Berlin angeben und sollte mitteilen, „welche Waffen“ über die Luftbrücke nach Berlin gebracht werden. Er sei gezwungen worden, drei Tage lang völlig nackt dauernd zu stehen, wobei er einer ununterbrochen einströmenden eisigen Luft ausgesetzt gewesen sei. Eine andere Strafe für ihn, weil er die Aussage verweigert habe, sei es gewesen, in einem engen Raum mit verschränkten Armen zu sitzen, ohne dabei die Möglichkeit zu haben, auch nur eine Muskel zu bewegen. Sobald er sich bewegt habe, sei ein Posten herbeigeeilt und habe ihn geschlagen. Rangraves wurde freigelassen, nachdem amerikanische Stellen und schließlich sogar der stellvertretende amerikanische Militärgouverneur mehrere Male gegen seine Festhaltung protestiert hatten. Vermögens darf die Ruttmann das gesamte Inventar des Theaters auch heute noch als ihr Eigentum betrachten und darüber nach Herzenslust verfügen. Was sie dann auch mit aller Gründlichkeit den Offenbachem unter die Nase rieb, indem sie kurzerhand die Demontage des Theaters beschloß. Die Stadt müßte einige 10 000 Mark ausgeben, um den Saal wieder einigermaßen spielfähig zu machen. Die Parteien protestieren in öffentlichen Versammlungen gegen diese Unverschämtheit, aber es scheint alles nichts zu helfen. Seltsamerweise wurden in diesem Falle Vermögenswerte, die unter Treuhänderschaft stehen, entgegen dem Gesetz vermindert. Desgleichen hat die Spruchkammer „vergessen“, neben der Beschlagnahme des Ruttmann’- schen Bankkontos auch das übrige Vermögen des Nutznießers zu kassieren. el. — neu Irisiert nächst Erwerb eines Kataloge« nebst der Kreditbedingungen sowie eines Antragsformulares erforderlich, was zusammen DM 2.— koste. Der Betrag werde auf Wunsch rücküberwiesen, falls kein Geschäft zustandekomme oder andernfalls in Anrechnung gebracht. Schon aus wissenschaftlichem Interesse trennt man sich von ‘ den DM 2.— und erhält nun vier Blätter vervielfältigte technische Angaben zahlreicher .Motorradfirmen. Die meisten Daten haben nur noch historische Bedeutung, da die Fabrikation dieser Marken längst eingestellt ist. Außerdem erhält man ein Merkblatt, dessen Text dem Leser schon zu Beginn irgendwie vertraut vorkommt. „Sie senden mittels beiliegender Zahlkarte den Betrag von DM 5.— für einen Anteilschein. Der Betrag wird spätestens nach fünf Jahren mit 3 °/« verzinst zurückgezahlt. Sie übersenden fernerhin den ebenfalls beigelegten unterschriebenen Antrag auf Kreditgewährung sowie DM1.— (na endlich!) für Schreibgebühren. Sie erhalten darauf Ihren Anteilschein und werden in die Liste der Kreditsucher eingetragen; jedoch kann ein Zeitpunkt für. die Kreditgewährung nicht angegeben werden.“ Man denkt: da fehlt doch noch etwas! Und im nächsten Abschnitt kommen sie, die drei Bekannten, die man jetzt finden muß, „zwecks Veranlassung, sich gleichfalls je einen Anteilschein für DM 5.— zu beschaffen“, den sie dann zugesandt erhalten, nicht ohne Beifügung von je drei weiteren Zahlkarten, mit denen wiederum je ein Anteilschein von DM 5.— Wert erlangt werden soll. — Man muß sagen: das System ist Fortschritten nicht abgeneigt; denn während es sich bei der von früher bekannten „Milchmädchenrechnung“ um Eine- Mark-Betröge handelte, die angefordert worden waren, konzentriert sich nunmehr ein Regen von Fünfmarkscheinen ausschließlich auf das Haupt des geistigen Vaters dieser Neuschöpfung, zumindest theoretisch. Quod erat demonstrandum. Rastatt gedachte der badischen Revolution RASTATT, 24. Juli. (SAZ.-Ber.) Vor hundert Jahren, am 23. und 24. Juli 1949, stand Rastatt vorübergehend im Mittelpunkt des Interesses im politischen Geschehen Deutschlands und in der Welt. Die Festung Rastatt, das letzte Bollwerk der badischen Freiheitsbewegung, mußte sich der Uebermacht der von der großherzoglichen Regierurtg zu Hilfe gerufenen preußischen Truppen ergeben. Damit endete ein Freiheitskampf, der trotz seiner Bedeutung für die Geschichte Badens und Deutschlands nicht seinem Werte und der daraus zu folgernden Erkenntnisse entsprechend den späteren Generationen überliefert wurde. Diese Tatsache drückte sich auch auf die am Samstag und Sonntag durch das Bürgermeisteramt in Rastatt veranstalteten Gedenkstunden aus. Am Samstagabend fanden sich nur wenige Besucher im Museumssaal ein, wo Chefredakteur Christian Koelbach (Landshut) eine Festrede hielt, in der er über die Bedeutung der badischen Revolution 1948/49 sprach. Koelbach stellte besonders das, Wirken des Freiheitskämpfers Carl Schurz heraus. Seine menschlichen Werte hätte man in Amerika besser zu schätzen gewußt als in seinem eigenen Vaterlande. In der Feierstunde, die am Sonntagvormittag an dem mit Blumen geschmückten Grabmal der standrechtlich erschossenen 19 Freiheitskämpfer auf dem alten Friedhof stattfand, sprach Oberbürgermeister Max Jäger über den Freiheitskampf in der badischen Revolution und im nachfolgenden Jahrhundert. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß alle Nationen dem paneuropäischen Gedanken nähergebracht würden und das Grabmal der nach dem Freiheitskampf Erschossenen ein Mahnmal für den Frieden sein werde. Bevor der Oberbürgermeister einen Kranz an dem im vergangenen Jahr neu hergerichteten Denkmal niederlegte, forderte er die Einstellung aller Maßnahmen, die geeignet sein könnten, die im Werden begriffene neue Demokratie in Deutschland zu unterminieren, thk. Deutschland-Rundschau VEREINTE WESTZONEN! Hamburg (UP). Rechtsanwalt Dr. P. Leverkuehn teilt mit, daß der Prozeß gegen seinen Klienten, den ehemaligen Generalfeldmarschall Erich v. Manstein, auf den 23. August verschoben worden ist. — München. Ein Prozeß gegen den WAV-Vorsitzenden Alfred Loritz wegen Beleidigung der Stadelheimer Gefängnisverwaltung findet am 26. Juli vor dem Landgericht München statt. VIER-SEKTORENSTADT BERLIN: Berlin. Der Chef der Schweizer Repatriierungskommission in Berlin, Major Biesbach r ist bei einer Fahrt auf dem Wannsee aus einem Segelboot gefallen und ertrunken. (Alle nicht Gezeichneten Nachrichten! DENA) Lizenz-Nr. US-WB 125. Heraasgeber und Chefredakteure Felix Richter und K. Wisselinde (verreist). Redaktionsmitglleder: Max Geisen- heyner, Helmut Haag, Wilhelm Hagenmeyer, Rudoli John, Rolf Kroseherg, Dr. Walter Ober- kampt, Otto P. Paeffgen, Hildegard Pieritz, Ad. Rohrhirsch, Josef Werner. — Mit vollem Verfassernamen gezeichneten Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck von Originalbeiträgen nur mit Genehmigung gestattet, das Zitierungsredit bleibt unberührt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte keine Gewähr. — Verlag: Süddeutsche Allgemeine, Zeitungsverlag GmbH. Verlagsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Lohmeyer, Fünf Monate in sowjetischer Haft Vermißter Amerikaner zurückgekehrt PETER VOSS »ER Roman von Ewger Seeliger 49. Fortsetzung Nachdruck verboten! Copyright by E. G. Seeliger Unterdessen war Dodd bei seinen imkerischen Studien bis zur Behandlung der- Honigvöglein vorgedrun- gen. Für den praktischen Bienenzüchter las er zwischen Sagan und Liegnitz, sind Ruhe und .Besonnenheit die Voraussetzungen für den Erfolg. Jede rasche Bewegung versetzt die Bienen in Aufregung und reizt sie zur Verteidigung, die zuweilen höchst bedenkliche Formen annehmen kann. Besondere Vorsicht ist bei der Herausnahme der Waben erforderlich. Man bedient sich dabei einer Wabenzange. Hier machte sich Dodd einen Knoten ins Gedächtnis. Zwei Stunden später erreichte er Strienau, wo es noch immer schneite, fuhr ins Hotel „Zum Goldenen Stern“ ließ sich hier vom Nachtportier ein Zimmer geben und erfuhr von ihm, daß Polly auf die Feldstraße zum Gerichtsrat Pätsch umgezogen war. Okeh! dachte Dodd, als er im Bett lag. Sie hat ihn schon völlig umgarnt und hält ihn unter Beobachtung! Um fünf Uhr fuhr Peter Voß, ohne Polly zu wecken, aus Onkels Federn, kleidete eich an. brachte die Zentralheizung in Schwuhg, schloß die Haustür auf und legte sich dahinter auf die Lauer. Gleich darauf spie das Zuchthausportal eine aus achtundzwanzig mit Wurfschaufeln und Schneeschiebern ausgerüsteten Sträflingen bestehende und von drei mit Seiten- und Schießgewehr bewaffneten Aufsehern gelenkte Schlange aus. An ihrer Spitze marschierte der Jagdfrevler Tiel- schowsky, den Beschluß bildete kein anderer als der doppelt falsche Wechselfälscher , Emil Popel, neben ' dem in Tuchfühlung, als Leiter der ganzen Expedition, der mit allen Wassern gewaschene Inspektor Franzelt durch den fußtiefen Schnee stapfte. So kamen, diese zweiunddreißig Zuchthausinsassen noch vor Sonnenaufgang die Feldstraße herab, an deren Ende es Franzelt für richtig fand, sich als Vorletzter in die Schlange einzufügen, die nun schon dabei war, in die Promenade einzubiegen. Es schneite noch immer, die Sicht war schlecht, die Straßenlaternen gingen trotzdem ganz pünktlich aus, und die ganze Feldstraße, bis auf Peter Voß, lag noch im tiefen Schlummer, als der doppelt falsche Emil Popel hinter Franzelts Rücken über Stag ging und wie ein dunkler Blitz verschwand. „Gott sei Dank!“ atmete der Onkel auf, als hinter ihm die von Peter Voß gesteuerte Haustür ins Schloß schnappte. Eine Viertelstunde später lag der Onkel in Pyjama und Schlafrock auf dem Sofa, während Peter Voß längst dabei war, sämtliche Spuren zu beseitigen. Die Sträflingsuniform einschließlich Mantel, Mütze und Stiefeln, dazu die hölzerne Wurfschaufel, verschlang der feurige Ofen. Einige wohlgezielte Besenschwünge brachten sodann die sechs zur Haustür führenden Fußstapfen zum völligen Verschwinden. • Als Polly erwachte, dampfte schon die Kaffeekanne auf dem Tisch, und Onkel und Neffe hatten bereits Ihre Erlebnisse ausgetauscht. „Mach, daß du fortkommst!“ drängte der Onkel. „Wozu die Eile!“ winkte Peter Voß ab. „Der Zug geht ja erst in zwei Stunden!“ „In zwei Stunden kann vieles passieren!“ meinte der Onkel. „Nicht ohne Franzelts Zulassung!“ entgegnete Peter Voß. „Der Kerl hätte Filmregisseur werden sollen. Aber diesen Beruf gab es damals noch nicht.“ „Ich bitte mir aus,“ seufzte der Onkel, „daß du verduftest!“ Die Lebhaftigkeit, mit der Polly ihm beipflichtete, bewog Peter Voß, sich reisefertig zu machen. Der Onkel opferte ihm nicht nur den alten Nerzpelz, sondern auch das volle Portemonnaie, die goldene Brille, den Schlapphut, ja sagar die Aktenmappe und wünschte ihm alles Gute. „Nächstes Rendezvous in Berlin!“ flüsterte Peter Voß, als er im Hausflur von Polly Abschied nahm, der ihm schwer genug fiel. Da schrillte das Telefon. Und als Polly den Hörer hob, meldete sich Bobby Dodd. „Guten Morgen, Mister Dodd!“ rief Polly geradezu begeistert und lauschte gespannt. Ach, du lieber Dodd! dachte Peter Voß, während er Onkels Spazierstock aus der Garderobe angelte. „Um zwei Uhr holt er mich ab!“ tuschelte Polly nach Beendigung des kurzen Gesprächs. „Wir fahren nach Pograu!“ „Alle Achtung!“ .nickte Peter Voß anerkennend, gab ihr schnell noch einen herzhaften Kuß und kurste darauf würdevoll durch den tiefen Schnee zum nahen Bahnhof hinüber. Seit neun Uhr, der Tag hatte inzwischen die erste Order erhalten, schneite es nicht mehr. Der Wind war nach Süden umgesprungen, die Dachrinnen begaben schon zu tröpfeln. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er um die ganze Welt! summte Peter Voß zum Takte der Schienenschläge vor sich hin, als er im Schnellzug saß, der ihn binnen einer guten halben Stunde pünktlich, unangefochten und unversehrt nach Breslau bringen sollte. In demselben Augenblick, nur sieben Stunden früher, gelang es Emil Popel, das Sanatorium Rare- drench unbeobachtet hinter eich zu bringen, um drei Tage später als Herbert Newman und Tellerwäscher der Brooklyner Gambrinus-Bier- halle im Schmelztigel der Vereinigten Staaten verschwinden zu können. 13 Die Abwesenheit des achtundzwanzigsten Schneeschauflers wurde erst bemerkt, als die Sträflingskolonne um die Mittagszeit ins Zuchthaus zurüokkehrte. „Der Popel fehlt!“ schnaubte Franzelt wie edn Berserker, und Töser hielt daraufhin den überaus verdutzten drei Aufsehern eine kreuzhim- meldonnerwetterliche Standpauke. Kräusel und Milzier wurden sofort alarmiert, doch ihre Bemühungen, den Flüchtling einzufangen, blieben ergebnislos. Sogar die Polizeihündin Diana stand vor einem Rätsel, zumal sie läufig war und infolgedessen viel Wichtigeres zu tun hatte, als sich noch einmal mit diesem rechtskräftig verurteilten Wechselfälscher Emil Popel abzugeben. „Was sagen Sie dazu?“ befragte der Vorgesetzte Kräusel seinen Untergebenen Milzier, als er ihm die Ergebnislosigkeit der Suchaktion gemeldet hatte. „Dieser Schweinehund,“ knirschte Milzier, „muß hier in der Stadt Komplizen haben, anders ist das gar nicht zu erklären!“ Worauf Kräusel diese plausible Vermutung an Franzelt telefonierte. Fortsetzung folgt. fSon&A dga Juli 1949. *to?..*m* ** «»■*«- Jfmtmier Mß # Sette. • . . . ii Saager gewann die,IRA' - Coppi die Jour 1 Süd-Obertiga tagte in Fellback ... Bedeutsame Resolution der 16 Spitzenvereine — Spielbeginn am 4. September .. und der Bad. Fußballverband in Durlack TM Teilnehmer beim 4. Verbandstoff — W. Kuhfeld wiedergewählt verbesserte und auch mit 117,1 di« schnellste Runde fuhr. In der Klasse bis 350 ccm siegt« Siegfried Wünsche, der bekannte ehemalige DKW-Fabrikfahrer mit einem Durchschnitt von 105,7 km/std. In der Viertelliterklasse kam der Stuttgarter Deiker mit 104,1 als Erster ins Ziel. Das Beiwagenrennen der 600 ccm- Klasse sicherten sich die Neuwieder Ziemer/Ldschke auf NSU, während in der großen Klasse Stoll, Vater und Tochter, den ersten Platz belegten. Das Debüt des Condor-Kleinstwagens unter von Hanstein gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. Von Hanstein siegte in dieser Klasse überlegen. Das Schlußrennen der Sportwagenklasse, in dem sich der schwere Unfall ereignete, gewann, wie im Vor-J jahr, Petermax Müller, der mit seinem VW seine vorjährige Bestzeit von 92,9 auf 97,9 erhöhen konnte. Bü, Großer Preis vom Nürburgring Zum dritten und letzten Meisterschaftslauf für Wagen, dem „Großen Preis vom Nürburgiing“ am 7. August, hat auch der bekannte frühere Auto-Union-Rennfahrer Hans Stuck gemeldet. Stuck wird mit der AFM-Konstruktion von Alex von Falkenhausen an den Start gehen. — Am Nürburgring-Handicap-Rennen, das für alle Motorradklassen ausgeschrieben worden ist, wird zum ersten Mal nach seinem schweren Sturz auf dem Schottenring auch wieder Kurt Mansfeld in der 350 ccm- Klasse teilnehmen. Außerdem werden die erfolgreichsten deutschen Motorradrennfahrer am Start erscheinen. Die Verhandlungen mit einigen ausländischen Fahrern sind noch nicht abgeschlossen, Im weiteren Verlauf der Tagung standen einige Anträge zur Debatte. Der von Bayern München einge- brachte Antrag, bei einem Entscheidungsspiel keine Verlängerung durchzuführen, sondern das Spiel am darauffolgenden Sonntag neu anzusetzen, wurde einstimmig angenommen. Dagegen wurde der von Rödelheim eingebrachte Vorschlag, der eine Erhöhung der Oberliga auf 18 Vereine vorsah, mit 12:4 Stimmen abgelehnt (dafür stimmten: Offenbach, Eintracht und FSV Frankfurt sowie die SpVgg Fürth). Ein Antrag von Curt Müller für einen Schiedsrichterlehrgang Geld bereit zu stellen, wurde einstimmig genehmigt. Die neue Spielzeit beginnt am 4. September mit 7 Begegnungen. (Spielfrei sind an diesem Tag die beiden Kickersmannschaften aus Offenbach und Stuttgart). 15000 Münchner um jubeln die Harry Saager, Bad Reichenhall, wurde am Samstag in München Sieger der Radrundfahrt „Quer durch Deutschland“. Ihm folgten Erich Bautz, Dortmund, und Reinhold Steinhilb, Stuttgart. Saager konnte erwartungsgemäß ln der Schlußetappe von Bad Reichenhall nach München seinen Vorsprung von 5‘/> Minuten gegenüber Bautz halten. Sieger der Schlußetappe wurde Sepp Berger, Rosenheim, vor Grigat, Berlin, und Richter, Chemnitz. Die Zeit dieser ersten Drei in der letzten Etappe betrug 7:15:0 Std. Saager kam mit dem übrigen etwa 20 Mann starken Feld 2,44 Minuten später an. Die letzte Etappe der „Quer durch Deutschland“-Fahrt, Bad Reichenhall — München, war durch eine Umleitung auf 223 km verlängert worden und führte zum Teil durch sehr schwieriges Gelände mit schlechten Straßen. Ueber Traunstein und Wasserburg am Inn fuhr das Feld geschlossen nach Marktgrafing, wo eine Verpflegungspause eingelegt wurde. Bei wolkenbruchartigen Gewitterregen und Hagelschauern wurde die Fahrt fortgesetzt. Feldwege mit starken Steigungen und kurvenreichen Abfahrten stellten hohe Anforderungen an die Fahrer und bewirkten, daß das Feld mehrmals auseinanderfiel. Nach Überwinden des Dorfener Berges bei Wolfratshausen fanden die Nachzügler auf guten Straßen jedoch wieder Anschluß an die Hauptgruppen, die geschlossen dem Endziel München zustrebte. Lediglich Berger, Grigat und Richter konnten sich hinter Starnberg von der 28köp- figen Spitzengruppe absondern und einen Vorsprung von über 2,44 Minuten gegen die starke Verfolgergruppe herausholen. Etwa 15 000 Zuschauer, die trotz Regens seit Stunden auf das Eintreffen der Fahrer gewartet hatten, jubelten den drei Spitzenreitern in München zu. Der Rosenheimer Sepp Berger setzte trotz einer stark blutenden Armverletzung (er war 2 km vor München gestürzt) zu einem scharfen Endspurt an und beendete die letzte Etappe mit eineinhalb Radlängen Vorsprung vor Grigat und Richter. Das 23 Mann starke Hauptfeld mit Saager, Bautz und Steinhilb kam geschlossen ins Ziel. Da Weimer infolge Kugellagerschadens das Rennen in der letzten Etappe aufgab, erreichten nur noch 37 Fahrer das Endziel. Außer Berger, der sich kurz vor München bei einem Sturz auf der regennassen Straße den rechten Arm verletzte, war auch der Vorjahressieger Hilbert schwer zu Fall gekommen, setzte jedoch das Rennen fort, nachdem er ursprünglich aufgeben wollte. Den Deutschlandfahrern wurde auf der letzten Etappe ein überaus begeisterter Empfang zuteil. Trotz teilweise strömenden Regens ließ es sich die Bevölkerung nicht nehmen, die Vorüberfahrenden, die mit ihren lehmverschmutzten Gesichtern fast unkenntlich waren, zu begrüßen. Von Starnberg bis München standen beiderseits der Straße immer wieder Mit der 21. Etappe von Nancy nach Paris über 340 km endete die diesjährige „Tour de France.“ Dem favorisierten Fausto Coppi, der zum ersten Mal an diesem Rennen teilnahm, gelang dabei der große Wurf, seinen großen Rivalen Gino Bartali genau wie bei der diesjährigen „Giro dTtalia“ auf den zweiten Platz zu verweisen. In der ersten Etappe siegte der Belgier Rik van Steenberger. Es ergibt sich daher folgende« Gesamtklassement: 1. Fausto Coppi, Italien, 140:40,49 Std. 2. Gino Bartali, Italien, 149:51,44 Std. 3. Jaques Marinelli, Frankreich, 150:06,02 Std. 4. Jean Robic, Frankreich 150:50,17 Std. 5. Marcel Du- pont, Belgien 150:19,48 Std. 6. Fioren- zo Ma'gni, Italien, 150:52,59 Std. 7. Stan Ookers, Belgien, 150:25,54 Std 8. Jean Goldschmitt, Luxemburg, 150:28,13 Std. 9. Apo Lazarides, Frankreich, 150:33,17 Std. 10. Pierre Cogan, Frankreich, 150:49,44 Std. Weiter folgen: Lambrecht (Belgien), Südd. Wasserballmeisterschaft Die Spiele um die Südd. Wasserbail-Meisterschaft begannen am Sonnabend vor einigen hundert Zuschauern in Jugenheim an der Bergstraße. Im ersten Treffen trennten sich der Titelverteidiger Bayern 07 Nürnberg und der SV München 99 1 : 1 . Überaus spannend verlief das zweite Spiel, das Nikar-Heidelberg gegen den SV Ludwigsburg knapp mit 4:3 Toren gewann. „Ritter“ der Pedale große Gruppen von Radsportbegeisterten, die mit Regenschirmen und Umhängen ausgerüstet waren und die Fahrer mit Zurufen anfeuerten. Saager ein würdiger Sieger Der 30jährige Harry Saager, Bad Reichenhall, hat durch seinen Sieg bewiesen, daß er der derzeit beste deutsche Berufsstraßenfahrer ist. Seit Köln war er im Besitz des weißen Trikots und gab dieses bis zum Einlaufen in die Münchner Amorbahn nicht mehr ab. Der „blonde Harry“ fuhr ein taktisch kluges Rennen. Zusammen mit dem Stuttgarter Steinhilb glückte ihm auf der unrühmlich bekanntgeworde- nen Etappe Dortmund—Köln der entscheidende Vorsprung vor dem übrigen Feld und vor allem vor dem zweiten Favoriten dieser gewaltigen Radsportfrüfung, seinem großen Rivalen Erich Bautz. Dieser Vorsprung wurde durch gute Fahrweise und mit Hilfe seiner „Stall“-gefährten Etappe für Etappe gehalten. Selbst eine Strafminute konnte Saager nicht entmutigen. Mit umso größerem Eifer war er danach dabei, diese wieder aufzuholen. Sein hartnäckiger Bewacher Bautz ließ dies jedoch nicht zu. Harry Saager steht heute im dritten Jahr seiner Berufsfahrerlaufbahn. Er machte sich im Radsport einen Namen durch seine Erfolge als Amateurstraßenfahrer. In einem Jahre gewann er von 17 Straßenrennen allein 12. 1946 schloß er seine langjährige erfolgreiche Amateurtätigkeit als deutscher Straßenmeister ab. Auch bei den Berufsfahrern zählte Saager bald zur Spitzenklasse. 1948 stand er an vierter Stelle der Erfolgsliste der deutschen Straßenfahrer. In der vorjährigen Radfernfahrt Stuttgart—Hamburg übernahm Saager in Gießen das weiße Trikot des Spitzenreiters, mußte es jedoch im Etappenziel Köln dem späteren Sieger Hilbert übergeben, da er während dieser Etappe aufgegeben hatte. Im Kampf um die „Goldene Torpedoschärpe“ belegte der Exberliner vor zwei Monaten mit nur einer halben Sekunde Abstand hinter Pfannenmüller den zweiten Platz. Viele Freunde erwarb sich Saager beim ersten deutschen Nachkriegssechstagerennen in München, das er mit seinem Partner Sehoepflin, bis zum Ende dürchhielt. Saager erfreut sich dank seiner vorbildlichen Kameradschaft und einer sportlichen Fairneß sowie seiner Bescheidenheit überall großer Beliebtheit. Hermann Schwartz ist zufrieden Der Initiator der Deutschlandfahrt, Hermann Schwartz, äußerte in einem Interview seine Ansicht über die große Radsportprüfung mit folgenden Worten: „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, nun wollen wir versuchen, dem Ausland klar zu machen, daß auch deutsche Straßenfahrer wieder internationale Klasse sind. Besonders überraschte mich die Jugend, die ohne vorherige Prüfungen mit wenigen Ausnahmen alle Etappen gut durchstand. Erfreut bin ich auch über die große Begeisterung SciardU (Italien), Kirchen (Luxemburg) und Teisseire (Frankreich). Auf der letzten Strecke zeigten die im Rennen verbliebenen 55 „Giganten der Landstraße“ wenig Unternehmungsgeist und zogen in dichtem Rudel in die Prinzenparkbahn in Paris ein, wo sie von 38 000 Zuschauern begeistert begrüßt wurden. Wußten Sie schon . . . . . ., daß Mannheims Firmen ganz optimistisch an den Fußballsieg des VfR Mannheim in Stuttgart glaubten? Denn bereits am Montag kurz nach dem Finale überreichte man jedem Spieler eine Füllhaltergami- tur mit der schon in der vergangenen Woche eingravierten Widmung: „Dem Deutschen Fußballmeister 1949, VfR Mannheim.“ * . . „ daß beim Harvestehuder Tennis- und Hockeyclub wirklich nur die Prominenz mit kapitalkräftiger Brieftasche Mitglied werden kann? Noch immer sind 200 DM Beiträge und 300 DM Aufnahmegebühren Hürden, über die ein gewöhnlicher Sterblicher kaum gehen kann, wenn er es nicht vonzieht, sich einem „billigeren“ Klub anzuschließen. * . . „ daß der letzte Präsident des D«*techen Ruderverb andes, Regie- ruhgsjpräsident au D. Heinrich Pauli am 17. Juli seinen 75. Geburtsteig feierte? Er leitet den DRV, der 1883 als ältester deutscher Sportverijapd gegründet wurde, (KSK) Etappensieg vor allem in West- und Süddeutschland. Dadurch werden dem deutschen Radsport zahlreiche neue Freunde zugeführt.“ „Preis der Deutschlandfahrt 1949“ Im bisher kampfreichsten Steherrennen auf der Münchner Amorbahn siegte Exweltmeister Walter Lohmann, Bochum, am Samstagabend im „Preis der Deutschlandfahrt 1949“, einem Einstundenreimen, mit 72,331 Kilometer (neuer Bahnrekord). Zweiter wurde Jacques Besson, Schweiz (200 Meter zurück) vor Karl Kittsteiner, Nürnberg (350 Meter zurück), Gustav Kilian, Luxemburg (400 Meter zurück) und Jahn Bakker, Holland (500 Meter zurück). Kilian, der von der Spitze abfuhr, konnte die erste Viertelstunde dominieren, hatte aber Mühe, die heftigen Angriffe Bessons abzuwehren. Walter Lohmann fuhr während dieser Phase des Rennens sehr verhalten. Nach etwa 20 Minuten setzte er dann zu seinem bekannten Spurt an und erkämpfte sich fast mühelos, wie es schien, die Spitze. Als er in der 35. Minute zur Ueberrundung des Feldes ansetzen wollte, fiel er von der Rolle und mußte wiederum Kilian die Führung überlassen. Auch Besson konnte noch vorbeiziehen und zehn Minuten vor Schluß die Führung erringen. Mit einer ungeheuren Energieleistung erkämpfte sich dann Lohmann, vom Publikum stark angefeuert, in einem mehrere Runden währenden Rad an Rad- Kampf mit Besson die erneute Führung und damit den Sieg. Im „Krone“-Saal in Stuttgart- Fellbach fand auch in diesem Jahr die Tagung der Süddeutschen Oberliga statt. Zunächst beglückwünschte Dr. Walter den Süddeutschen Meister Kickers Offenbach und den Deutschen Meister VfR Mannheim, sowie die SpVgg Fürth und Jäten Regensburg, die in diesem Jahre zur Oberliga aufgestiegen sind. Darm erstattete der Vorstand Bericht über das vergangene Spiel jahr, der u. a. folgende Zahlen enthielt: An 34 Spieltagen wurden insgesamt 241 Spiele (einschließlich des Entscheidungsspieles BC Augsburg — Ulm) ausgetragen, die von rund 3 000 000 Zuschauern besucht wurden. Die Einnahmen betrugen rund 3 000 000 DM. An Steuern, für Reklame und an die Landes-Fußball-Verbände wurden rund 900 000 DM abgeführt. Die Zahl der Feldverweise betrug in diesem Jahr 17 (gegenüber 24 im Vorjahr). Spielabbrüche gab es keine dagegen wurde in 2 Fällen die Platzdisziplin von Seiten der Zuschauer verletzt. Einschließlich der Handball-, Hockey-, Baskettball- usw. Abteilungen haben die 16 Oberligavereine Insgesamt 212 Senioren- und 318 Juniorenmannschaften. Nach der Entlastung des Gesamtvorstandes wurden Dr. Walter als erster, Rechtsanwalt Franz als zweiter Vorstand, Decker, Schweinfurt als Spielleiter (Beisitzer: Weig, Augsburg; Benne, Stuttgart; Bech- told, Frankfurt und Berg, Waldhof), Curt Müller als Schiedsrichterreferent und als Vorsitzender der Spruchkamer (Beisitzer Dr. Schmitz, München und Dr. Kulzinger, Mannheim) ohne Debatten in ihre seitherigen Aemter wiedergewählt. Die Berufungsinstanz setzt sich aus dem 1. und 2. Vorstand sowie den vier Vorsitzenden der Landesfußballverbände Kuhfeld (Baden), Huber (Bayern), Linneberg (Hessen) und Strobel (Württemberg) zusammen. Dann kam Dr. Walter auf den Süddeutschen Fußballverband zu sprechen und sagte u. a., daß der Süd-Oberliga der alte SFV als Vorbild dient, in dem der einzelne Verein eine Rolle spielte. Augenblicklich sei es jedoch so, daß die Vereine durch Delegierte vertreten würden, was eine Ausschaltung der Oberligavereine bedeutet. Die Oberliga könne daher dem SFV nur dann zustimmen, wenn sie gleichberechtigtes Mitglied des Verbandes wird. Dr. Walter ging dann auf die Gründung des DFB ein, in dessen Vorstand kein Vertreter der Oberliga gewählt wurde, obwohl der DFB bei größeren Spielen auf Kräfte der Spitzenvereine zurückgreifen müsse. Zum Schluß meinte Dr. Walter, daß sich in 2—3 Jahren aus den Vertragsspielervereinen Berufsspielermannschaften bilden werden. Vor 30 000 Zuschauern brachte die Motorsport - Vereinigung Grenzland auf der im Vorjahr eingeweihten 3,61 km -langen Rundstrecke in nächster Nähe der belgischen Grenze ihr „2. Aachener Waldrennen“ zum Austrag. Dabei gab es in sämtlichen Konkurrenzen neue Bestzeiten, leider aber auch einen schweren Unfall. In der Schlußkonkurrenz geriet Teddy Vor- ster auf seinem AFM von der Strecke ab und raste in die Zuschauer, wobei eine Person getötet und drei schwer verletzt wurden. Der Held des Tages war erneut Georg Meier, München, der das Hauptrennen der Halblitermaschinen wie im Vorjahr gewann, wobei er seinen Streckenrekord von 109,6 auf 114,0 km/std Neue Jahresbestleistung Die deutsche Fünfkampfmeisterin Lena Stumpf, Werder-Bremen, stellte anläßlich des zweiten Durchgangs zur deutschen Mannschaftsmeisterschaft mit der ausgezeichneten Weite von 5,91 Meter eine neue deutsche Jahresbestleistung im Weitsprung auf. Sch wimm-Weltrekord Der Japaner Konoshin Furuhashi stellte am Sonntag mit 4:34,6 Minuten über 400 Meter Freistil bei den japanischen Schwimm-Meisterschaf- ten in Tokio einen neuen Weltrekord auf. Der alte Rekord wurde seit 1947 mit 4:35,2 Minuten von dem Franzosen Jany gehalten. Dynamo Moskau geschlagen Der Spitzenreiter in der sowjetischen Fußball-Meisterschaft Dynamo Moskau unterlag im Rückspiel der Elf des Central-Clubs der Armee vor 80 000 Zuschauern mit 1:2 Twen. Anschließend verlas Kurt Landauer (München) folgende Resolutibra: Die in Fellbach am 23. 7. 1949 versammelten Vertreter der 16 Süddeutschen Oberligavereine erklären einstimmig, daß sie gewillt sind, ihre in 4 Jahren bewährte Selbstständigkeit aufrecht zu erhalten, und gemäß ihren bisherigen Bestimmungen in verwaltungsmäßiger, spielerischer und finanzieller Hinsicht ihre Runde weiterzuführen. Sie erklären aber, daß sie nach wie vor bereit sind, mit den Landes - FußballverJ»änden zusammen zu arbeiten. Einen Beitritt zu einem zu bildenden SFV sowie zu dem „de jure" noch nicht bestehenden DFB können die Vereine der Süddeutschen Oberliga nur erwägen, wenn die obigen Grundsätze der Selbständigkeit der Oberliga satzungsgemäß gewahrt werden. Am gestrigen Sonntag fanden sich die Vertreter des nordbadischen Fußballverbandes in der Durlacher Festhalle zu ihrem 4. Verbandstag zusammen. Erster Vorsitzender Kuhfeld und Sportkam. Terbrak (ASV Durlach) hießen die Teilnehmer, unter denen sich auch Gäste aus Südbaden befanden, willkommen. Oberbürgermeister Töpper überbrachte den Delegierten die Grüße der Stadt und versicherte den Sportkameraden „südlich von Malsch“, daß man sie in Nordbaden keineswegs abgeschrieben habe. Dann erstattete der erste Vorsitzende Kuhfeld den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Der große Erfolg des VfR Mannheim sei für den badischen Verband das erfreulichste Ereignis der Spielzeit 1948/49. Der Verbandsvorsitzende beglückwünschte den deutschen Meister 1949 nochmals auf das herzlichste. Auf die Zusammenarbeit mit der süddeutschen Oberliga eingehend betonte er, daß diese bislang annehmbar gewesen sei. Nach der jüngsten Tagung, die am Samstag in Fellbach stattfand, könne man dies allerdings nicht mehr behaupten. Der deutsche Fußballsport sei gegenwärtig im Umbruch begriffen und jeder Verein müsse an der Entwicklung interessiert sein. Der Redner kam dann auf die Stuttgarter Tagung des DFA anläßlich des Endspieles zu sprechen, in deren Verlauf bekanntlich der DFB ausgerufen wurde. „Dieser Schritt war verfrüht“, so führte Kuhfeld wörtlich aus, und er konnte dabei auf die jüngsten Entscheidungen der Militärgouvemeure verweisen. Alles in allem sei die ganze Stuttgarter Angelegenheit eine Pleite gewesen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen forderte Kuhfeld eine reinliche Scheidung zwischen Vertragsspieler und Amateur. Jeder Verein habe ab nächstes Jahr das Recht Vertragsspieler zu halten, wenn er diese bezahlen könne (Mindestsatz 160 DM, Mindestalter 21 Jahre). In jedem Falle müsse.aber der Profi-Verband unter Kontrolle der Amateurverbände bleiben. Im Anschluß daran gab Dr. Zimmermann einen Bericht über die Oberliga-Tagung. Er schloß mit den Worten: „Die Oberliga soll ihre Rechte haben, aber keine Vorrechte.“ Von der gebotenen Gelegenheit zur Diskussion wurde nach den Referaten und Berichten reger Gebrauch gemacht und der gleichfalls anwesende „Toto-Vater“, Finanzpräsident Dr. Amend, nahm zu vorgebrachten Toto-Fragen Stellung. Bei den Neuwahlen wurde der seitherige 1. Vorsitzende W. Kuhfeld mit 683 Stimmen wiedergewählt, während der zweite Kandidat, Linnenbach, 289 Stimmen erhielt. Zum 2. Vorsitzenden wurde Sportkam. Walter (Buchen) an Stelle des verstorbenen Sportkam. Nau (Neckarau) gewählt. Schiedsrichter - Obmann Schmetzer und Jugend-Obmann Maibaum wurden einstimmig bestätigt, Sportkam. Fischer (Rüppurr) zum Schatzmeister und die Kam. Ullrich, Leonhard und Alfter zu Kassenprü- fem bestellt. Den Antrag, im Laufe der Diskussion den Punkt „Spielsystem“ zu behandeln, lehnte die Versammlung ab. Die Punktespiele beginnen voraussichtlich Mitte September. Die nächste Tagung findet in Weinheim/Bergstraße statt. Sollte jedoch Südbaden in der Zwischenzeit hinzukommen, behält sich der Ver- bandsvorstand eine endgültige Entscheidung vor. lt Nur 55 „Giganten" kamen ans Ziel Sepp Berger holte den letzten Soft* 4.4 SAU-Sport am Montag Spamende Kämpfe der Freistil-Ringer Sturm, Bischoff, Henze und Leichter die neuen süddeutschen Meister „Rund um den Hardlwald“ Ein Renntag mit vielen Ueberraschungen Die Süddeutschen Freistilringer- meisterschaften, die am Samstag und Sonntag auf dem Germania- Sportplatz in Karlsruhe stattfanden, hatten ihre Zugkraft nicht verfehlt. Die Karlsruher Kraftsportinteressenten waren vollzählig erschienen und erlebten an beiden Tagen interessante Kämpfe. Schon bei den Vorkämpfen am Samstagabend überraschten einige junge Ringer, denen nur die Routine im Freistilkampf fehlt, der nun einmal in Baden weniger gepflegt wird, als der Kampf im griechisch-römischen Stil. Den Kämpfen im Federgewicht wurde am Samstag das größte Interesse entgegengebracht, waren doch mit Bischoff - Göppingen, Böck-Neuau- bing und Jenne-Urloffen, ehemals Karlsruhe, wirklich deutsche Spitzenringer am Start. Die badischen Vertreter schnitten in dieser Klasse schlecht ab, denn nur Jenne konnte sich bis in die Endkämpfe durchringen. Er war zusammen mit Böck- Neuaubing der beste Freistilringer der Konkurrenz. Bischof-Göppingen, Süddeutschlands bester Ringer im klassischen Stil, konnte aber über die Freistilspezialisten jeweils knapp die Oberhand behalten und gewann mit 6 Siegen über Volz-Grötzingen, Fabry - Weingarten, Schumacher- Grötzingen, Jenne-Urloffen, Knoch- Bruchsal und Böck-Neuaubing die süddeutsche Meisterschaft im Federgewicht. In der Bantamgewichteklasse lieferten sich die drei Favoriten Klink-Karlsruhe, Sturm-Schifferstadt und Schmidt-Bruchsal temperamentvolle Kämpfe. Sturm schulterte nacheinander Klink- Karlsruhe, Weinacht-Schifferstadt, Schmidt-Bruchsal sowie Schäfer- Karlsruhe und wurde damit' süddeutscher Meister im Bantamgewicht. Klink-Karlsruhe kam über Schäfer-Karlsruhe, Schmidt-Bruchsal und Weinacht-Schifferstadt zu Erfolgen und wurde dadurch 2. Sieger. Schmidt-Bruchsal gewann über Weinacht und Schäfer entscheidend, was ihm den 3. Platz einbrachte. Erstmalig konnte die Karlsruher Bevölkerung den deutschen Meister der Halbschwergewichtsklasse, Max Leichter-Frankfurt-Eckenheim, bewundern. Leichter war auch hier eine Klasse für sich und wurde mit 3 Schultersiegen süddeutscher Meister der Halbschwergewichtsklasse. Ferber-Schifferstadt, ein Ringer der große Zukunft hat, gewann über Groß-Kirrlach und Broß-Brötzingen, womit er sich den2. Platz erkämpfte. In der Mittelgewichtsklasse war Henze-Frankfurt, der deutsche Meister 1944 im Freistilringen, nicht zu schlagen. Mit 4 Siegen und 0 Fehlpunkten wurde er überlegener Meister 1949. Auf den 2. Platz kam der Karlsruher Hagendorn, mit 3 Siegen, vor Kaiser-Karlsruhe und Fränkle-Karlsruhe. Henze hat sich damit die zweite süddeutsche Meisterschaft in diesem Jahr errungen, denn vor 14 Tagen gewann er auch die „Süddeutsche“ im griechisch- römischen Stil gegen schärfste Konkurrenz in Freiburg. Bantamgewicht: 1. Sturm Schifferstadt) 4 Siege 0 Fehlpunkte; 2. Klink (Germania Karlsruhe) 3 Siege 4 Fehlpunkte; 3. Schmidt (Bruchsal), 4. Weinacht (Schifferstadt); 5. Schäfer (Germania Karlsruhe). Federgewicht: 1. Bischof (Göppingen) 6 . Siege, 3 Fehlpunkte; 2. Böck (Neuaubing) 5 Siege 3 Fehlpunkte; 3. Jenne (Ürloffen); 4. Knoch (Bruchsal); 5. Funk (Gröt- zingen). Mittelgewicht: 1. Henze (86 Frankfurt) 4 Siege 0 Fehlpunkte; 2. Hagendorn (Germania Karlsruhe) 3 Siege 4 Fehlpunkte; 3. Kaiser (Germania Karlsruhe); 4. Fränkle (Germania Karlsruhe); 5. Schiehle (Germania Karlsruhe). Halbschwergewicht: 1. Leichter (Eckenheim) 3 Siege 0 Fehlpunkte; 2. Ferber (Schifferstadt) 2 Siege 4 Fehlpunkte). 3. Broß (Brötzingen); 4. Groß (Kirrlach). T.K. Im .Großen Preis von Blankenloch“, dem alljährlichen Radrennen „Rund um den Hardwald“ gab es teilweise recht gute Leistungen, aber auch viele Versager. Letztere aus Eigensinn und Unverständnis einzelner Fahrer, die sich einfach nicht zusammenfinden konnten und so dem gut aufeinander eingespielten Gegner die Trümpfe in die Hand gaben. Wäre es nicht so, würden die Resultate anders lauten. Leider fielen verschiedene gute Fahrer durch Materialschaden und körperliche Unpäßlichkeit aus, wie z. B. der diesjährige Straßenmeister Ullrich, der Vorjahrsmeister Brendle, Walter Raupp und Marx-Mannheim. Was dann noch im Rennen war, konnte den Schweinfurter Fahrern keinen Widerstand entgegensetzen. Dieser eindeutige Sieg konnte nur aus dem taktisch, klugen Fahren und der gegenseitigen Unterstützung hergeleitet werden. An diesen Fahrern soll- Deutsche Leichtathleten an dritter Stelle Wittekindt, Hupperts und Ulzheimer in der Zehnbestenlist« Die LelchtafMetiksaleon Ist etwa an „Halbzeit“ angelangt und es ist darum nötig, die bisherigen Ergebnisse etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die in Deutschland bisher erzielten Saison-Bestleistungen nehmen sich im europäischen Rahmen nicht schlecht aus. Insgesamt ist Deutschland 23-Mal in der Europa- Zehnbestenliste vertreten und zwölf unserer besten Athleten befinden sich sogar unter den besten Fünf. Wittekindt. Hüppertz und Ulzheimer führen in ihren besten Spezialstrek- ken über 100, 400 und 800 Meter. In einer Punktwertung belegt Deutschland den höchst ehrenvollen dritten Platz hinter Schweden und Frankreich. 100 m: 1.—2. Bailey-Bngl. und WITTEKINDT- Deutschi, je 10,4 Sek., 3.—7. Sanadse-UdSSR, Souk- hariev-UdSSR, Penna-Italien, LIK- KES und KREMER-Deutschl. je 10,5 8.—12. Clausen-Island, Strawczyk- Polen, Thorwaldsson- Island, Dag- man-UdSSR, FISCHER-Deutschl. ja 10.6 Sek. 200 m: 1. Bailey-Engl. 21,3, 2.—3. LUTHER und SCHREIBER- Deutschl. je 21,6, 4.—7. Moretti und Gelungenes Ispringer Kreisturnfest Bereit* der Samstagnachmittag brachte mit dem Eintreffen der Wettkämpfer und Schlachtenbummler reges Leben in Ispringen. Das prächtige Wetter hatte eine große Anzahl Festgäste aus allen Orten des Pforzheimer Tumkreises angelockt, so daß schon bei Beginn der Kämpfe am Samstagnachmittag Feststimmung im wahrsten Sinne des Wortes herrschte. Nach vorangegangener Kampfrichtersitzung begann das volkstümliche Turnen der Männer und Frauen zugleich auf zwölf Bahnen. Beachtliche Leistungen in allen Konkurrenzen legten Zeugnis ab von dem turnerischen Können der Teilnehmer. Der Sonntag rief die Aktiven bereits früh um 7 Uhr auf den Plan. Herrlicher Sonnenschein und mustergültige Disziplin begleiteten die einzelnen Wettbewerbe. Freiübungen der Männer, Keulenübungen der Turnerinnen, sowie Tänze der Frauen, zu denen sich turnerische Spiele und Staffelläufe gesellten, wechselten in flotter Folge: Die Ergebnisse: Dreikampf (Jahrg. 1889 und älter): 1. Forelt Fritz (TG Pfzhm.); 2. Haug Eugen (TV Dillweißenstein); 3. Weinbrecht Rudolf (TG Pfzhm.). Dreikampf (Jahrg. 1891): 1. Gilsdorf Bruno (TV 34 Pfhm.); 2. Kunzmann Karl (TG Pfhm); 3. Bossert Albert (TG Pforzheim). Dreikampf (40—50 Jahre): 1. Wenz Erich (TV 34 Pfhm); 2. Aupperle Wilhelm (TV 34 Pfhm); 3. Bille Hans (TV Niefern). Dreikampf (32—40 Jahre): 1. Enghofer Ewald (TV Eutingen); 2. Goldmann Hans (TV 34 Pfhm); 3. Seemann Wilhelm (TV Nöttingen). Sechskampf (Oberstufe): 1. Boger Arno (TV 34 Pfhm); 2. Wenz Werner (TV 34 Pfhm); 3. Kistner Hermann (TV 34 Pforzheim). Dreikampf (Oberstufe): 1. Hufnagel Heinz (TG Pfhm); 2. Bischoff Ewald (TG Dietlingen); 3. Brand Günter (TV 34 Pforzheim). Dreikampf (Unterstufe): 1. Groenbeck Günter (TB Weißenstein); 2. Blessing Wilhelm (TB Weißenstein); 3 Schenk Dieter (TG Pforzheim). Dreikampf (A-Jugend): 1. Kieselmann Heinz (TV Eutingen); 2. Brilinger Herbert (TV Dill weißenstein); 3. Happel Rolf (TV 34 Pforzheim). Dreikampf (B-Jugend): 1. Kußmaul Günter (TV Söllingen); 2. Grün Gerhard (TV 34 Pfhm); 3. Kraus Fred (TV 34 Pforzheim). Turnerinnen (Vierkampf): 1. Kaelber Anneliese (TV Eutingen); 2. Kuehn Elfriede (TV Brötzingen). Turnerinnen (Jahrg. 1930 und älter): 1. Kröhl Doris (TV Würm); 2. Klittich Lore (TV Brötzingen); 3. Schweigert Meta (TV Ispringen). Turnerinnen (Jahrg. 1931/32): 1. Wol- finger Gretel (TV Oberhausen); 2. Bischoff Anneliese (TV Dietlingen); 3. Eisler Elfriede (TV Brötzingen). Turnerinnen (Jahrg. 1933/35): 1. Reich Gerda (TV Oeschelbronn); 2. Hofsäß Inge (TuS Niefern); 3. Dihlmann T. (TV Oeschelbronn). Zwölfkampf (Oberstufe): 1. Böckle Werner (SpV Huchenfeld); 2. Roßwag Gerhard (TV Söllingen); 3. Reiling Otto (TV Ersingen). Zehnkampf (Oberstufe): 1. Bretzung Richard (TV Ersingen); 2. Müller Rudolf (TB Wilferdingen); 3. Voegele Bernhard (TV Ersingen). Zehnkampf (Jugend - Oberstufe): 1. Dennig Günter (TV Söllingen); 2. Reichenbacher K. (TV Söllingen). Zehnkampf (Altersklasse): 1. Samsel Emil (TV Niefern); 2. Bossert Erwin (TV Eutingen); 3. Wolf K. (TV Nief.). Neunkampf (Unterstufe): 1. Keppler Kurt (TV Büchenbronn); 2. Kunzmann Ernst (TV Ispringen); 3. Speck Richard (TV Würm). Siebenkampf (Mittelstufe): 1. Bayer Otto (SpV Huchenfeld); 2. Burghardt Erwin (TV Würm); 3. Riester Eugen (SpV Huchenfeld). Siebenkampf (Altersklasse): 1. Weik August (SpV Birkenfeld); 2. Heilemann Emil (TV Huchenfeld); 3. Kumm Eugen (TV Söllingen). Sechskampf (Jugend): 1. Kußmaul Günter (TV Söllingen); 2. Heinkel Erwin (TV Würm); 3. Koehler Walter (TV Dietlingen). Sechskampf (weibl. Jugend): 1. Kaer- cher Inge (TV Eutingen); 2. Willems Ursula (TV 34 Pfhm); 3. Straub Eme (TV Eutingen). Achtkampf (Allgemein-Klasse Turnerinnen): 1. Walter Lotte (TV 34 Pfhm); 2. Gehring Irma (TV 34 Pfhm); 3. Dahn Elfie (TV 34 Pforzheim). Achtkampf (weibl. Jugend): 1. Schoen Gretel (TV 34 Pfhm); 2. Hugentobler Christel (TV 34 Pfhm); 3. Scheydt Gisela (TV 34 Pforzheim). Dreikampf (Turnerinnen 1920 und jünger): 1. Hoffmann Elli (TV Niefern); 2. Heinkel Marta (TV Würm); 3. Wenz Irma (TV Söllingen). Dreikampf (Turnerinnen 1920 und älter): 1. Hochmuth Maria (TV Brötzingen); 2. Ott Irma (TV Würrtl); 3. Schneider Irene (TV Niefern). Vereinsturnen der Männner (Stärkeklasse 1): TV Söllingen, 55,5 Punkte; Stärkeklasse 2: SpV Huchenfeld, 52 P.; Stärkeklasse 3: TV Büchenbronn, 54 P. Vereinsturnen der Frauen (Stärke: klasse 1): TB Wilferdingen, 50 Pkte.; Stärkeklasse 2: TV 34 Pfhm., 58,2 P.; Stärkekl. 3: TG Dietlingen, 57 P. -HZ- Siddi-Italien, Stacey-Engl., LIK- KES-Deutschl. je 21.8. (Mit weiteren 6 Läufern steht Iffland-Deutschl. mit 22,0 auf Platz 10—16.) 400 m: 1. HUPPERTZ-Deutechl. 48,0, 2. Komarow. UdSSR 48.6, 3. La- moureux-Frankr. 48,7, 4.—5. Siddi- Italien und ULZHEIMER-Deutschl. je 48,8, 6. RÜCKEBELL-Deutschl. 48,9 Sek. 800 m: 1. ULZHEIMER-Deutechl. 1:50.8, 2. Aberg-Schweden 1:52,1, 3. Clare-Frankr. 1:52,2, 4.—5. Banni- 6ter und Scott-Engl. 1:52,7. 6. ARENDT-Deutschl. 1:52,8. (Steines- Deutschl. steht mit 1:53,7 an 11. Stelle). 1500 m: 1. Hansenne-Frankr. 3:47,4’ 2. Reiff-Belg. 3:48,2, 3. Vernier- Fränkr. 3:48.6, 4. El Mabrouk- Frankr. 3:50,2, 5. Strand-Schwed. 3:53. (Petzet-Deutschl. steht mit 3:54,4, an 11. Stelle). 3000 m: 1. Reiff-Belg. 8:05,0, 2. Barry-Irl. 8:17,0, 3. Vernier-Frankr. 8:19,6, 4. Zatopek-CSR 8:23,4, 5.Mae- kelae-Finnl. 8:25,4. (Kaindl-Deutschl. steht mit 8:31,2 an 10. Stelle). 5000 m: 1. Zatopek-CSR 14:10,8, 2. Koskela-Finnl. 14:24,0, 3. Maeke- lae-Finnl. 14:27, 4. Heino-Finnl. 14:27,2, 5. Popov-UdSSR 14:33,8. (Eitel und Bolzhauser-Deutechl. kommen mit 14:48,2, nicht mehr unter die Besten Europas). 10 000 m: 1. Zatopek-CSR 20:28,2, 2. Stokken-Norw. 30:33,2, 3. Kjer- mes-Norw. 30:51,6, 4. Rapp-Schwed. 30:59,2, 5. Bahm-Schwed. 31:05,8. 110 m Hürden: 1. Marie-Frankr. 14,4, 2. Boulantchik-UdSSR 14,5, 3. Finlay-Ehgl. 14,8, 4.—5. Tosnar-CSR und Braekman-Belg. je 14,9, 6.—8. Albanese-Italien, Heinrich-Frankr. und ZEPERNIK-Deutschl. je 15,0 (Becker und Troßbach-Deutschl. folgen mit 15,3 an 12. Stelle). 400 m Hürden: 1. Cros-Frankr. 53.2, 2. Missoni-Italien 53.5, 3 Filiput- Italien 53,6, 4. Whittle-Engl. 53,7, 5. Elloy-Frankr. 54,0. (Kohlhoff- Deutschl. kann sich mit 55,4 nicht placieren). Stabhochsprung eine deutsche Schwäche In den Sprüngen sind wir im Weit- und Hochsprung auf guten Plätzen ' vertreten und auch im Dreisprung konnte sich der Wolfenbütteier Bodenhagen unter die zehn Besten Europas schieben. Dagegen ist der Stabhochsprung nach wir vor eine deutsche Schwäche. Die Sprung-Disziplinen werden von folgenden Spitzenkönnern angeführt: Hochsprung: 1. Patterson-Engl. 2.006 m, 2.—3. Thiam-Frankr. und LANGHOFF-Deutschl. je 1,97 m, 4. Adedoyn-Engl. 1,968 m, 5. NACKE- Deutschl. 1,963 m, 6. Damitio-Frankr. l, 96 m. Weitsprung: 1. Adamczyk-Pol. 7.44 m, 2 Williarms-Engl. 7,36 m, 3. Foj- cher-Fjrankr. 7,33 m, 4. Askew- Engl. 7,29 m, 5 Contin-Ital. 7,25 m, 6. STEGER-Deutschl. 7,23 m, 7. WIERSDORF-Deutschl. 7.22 m, 8. KREULICH-Deutschl. 7.20 m. Stabhochsprung: 1. IAmidberg- Schwed. 4,25 m, 2. Kataja-Finnl. 4.20 m, 3. Kaas-Norw. 4,16 m, 4. Ho- monnay-Ung. 4,14 m, 5.—7. Denisen- ko, Osolin-UdSSR, Olonius-Finnl. je 4.10 m. (Stührk-Deutschl. 3,92 m, nicht placiert). Hanimerwerfer wollen wieder an die Spitze In den Wurf- und Stoßübungen sieht die Bilanz für Deutschland nur im Hammerwerfen befriedigend aus. Hier sind Wolf und Storch dabei, die einst führende Stellung allmählich wieder zurückzuholen. Im Kugelstoßen und Speerwerfen ist dagegen seit den Glanzzeiten eines Woellke und eines Stock eine Flaute zu verzeichnen und auch im Diskus haben wir seit Schroeders Weltrekord nicht mehr viel zu bestellen. Die Bestenlisten lauten: Hammerwerfen: 1. Nemeth-Ung. 58,06 m, 2. Kanaki-üdSSR 56.13 m, 3. WOLF-Deutschl. 55,89 m, 4. STORCH-Deutechl. 54,47 m , 5. Tad- di-Ital. 54,14 m. Kugelstoßen: 1. Husefoy-Island 15,92 m, 2. Lipp-UdSSR 15,63 m, 3. K. Nilsson-Schwed. 15,61 m, 4. Lo- mowsky-Pol. 15,59 m, 5. Gorianov- UdSSR 15,56 m, (Bongen-Deutschl. steht mit 15,12 m an 12. Stelle). Diskus: 1. Tosi-Italien 54.02 m, 2. Consolini-Ital. 53,55 m, 3. Zerjal- Juigosl. 51.61 m, 4. Klics-Ung. 49,15 m, 5. Raica-Rum. 48,88 m, 6. Nilsson- Schwed. 48.63 m, 7. Johnsen-Norw. 48.12 m, 8. MARKTANNER-Deutschl. 48.10 m. Speerwerfen: 1. Hyytiainen-Finnl. 71,42 m, 2. Erikson-Schwed. 71,42 m, Daleflod-Schwed. 69,82 m, 4. Rauta- varra-Finnl. 69.50 m, 5. Leppanen- Finnl. 69,18 m. (Loose-Deutschl. liegt mit 62.14 m weit zurück). 13jähriger siegte im Selfenkisten- Rennen Bei dem von der GYA veranstalteten Seifenkistenrennen um den „Großen Preis von Deutschland“ siegte der 13jährige Regensburger Schüler Eckehard Kornmesser. Er wird in Begleitung seines Vaters eine 14tägige Reise nach den Vereinigten Staaten antreten. Den zweiten Preis in Höhe von 1500 Mark, die für ein Studium angelegt werden sollen, gewann der 13jährige Stuttgarter Han* Irion. Dritter wurde der 13jährige Münchner Waldemar Klotz, der eine vierwöchige Reise durch Deutschland per Auto, Bahn und Flugzeug im V/erte von 1000 DM unternehmen darf. Der „Große Preis von Deutschland" wurde auf einer eigens erbauten 400 Meter langen Rennbahn ausgetragen, deren kombinierte Holzstahlkonstruktion einschließlich der Zuschauerbühne 150 000 DM gekostet hatte. Die jugendlichen Rennfahrer erreichten Durchschnittsgeschwindigkeiten von 45 km/Std. ten sich die anderen Teilnehmer des Hauptrennens über 7 Runden “ 140 km ein Beispiel nehmen. Im Jugendfahren über 2 Runden “ 40 km kamen ganz neue Namen auf die Siegerliste, die man sich merken muß. Otterbein ist der Sieger des „1. Schritt 1949“. Er fuhr sein 3. Rennen. Der sieggewohnte Walter Oehlke kam erst auf dem 7. Platz ein und mußte sogar seinem Bruder noch den 5. und dem jungen Lerch aus Baden-Baden den 6. Platz überlas- sen. In der Altersklasse tauchte nach langen Jahren in Carl Lerch (Baden-Baden) ein vor Jahrzehnten schon bekannter und guter Fahrer wieder auf und sicherte sich in 2 Runden = 40 km einen schönen Sieg vor dem weit jüngeren Kucher (Pforzheim), Wasmer (Mannheim) und dem 63jährigen Holzer (Bruch- 63a). Resultate: Hauptrennen 7 Runden - 140 km: 1. Wunderlich (Schwein- furt) 4.06; 2. Popp (Schweinfurt) und 3. Ziegler (Schweinfurt). Mit Abstand von 2.50 Min. 4. Nagel I; 5. Nagel II; 6. Trittler (alle Eggenetein). Jugendfahren 2 Runden — 40 km: 1. Otterbein (Karlsruhe) 1:14:30 Std.; 2. Schlenker (Mühlburg); 3. Essig (Forchheim); 4. Augenstein (Ellmendingen); 5. Oehlke (Karlsruhe); 6. Lerch jr. (B.-Baden); 7. Oehlke (Karlsruhe). Altersfahren 2 Runden «* 40 km: 1. Lerch (B.-Baden) 1.12,15; 2. Kucher (Pforzheim); 3. Waßmer (Mannheim). H.M.-C. Hockey: Ludwigsburg schlägt Pforzheim 4:0 Mit der Verpflichtung des 2. Würt- tembergischen Meisters, HC Ludwigsburg, hatte sich die aufstrebende Elf der Hockey-Abteilung des 1. Tennis- Club Pforzheim etwas zuviel vorgenommen. Die Gäste stellten eine ausgeglichene Mannschaft ins Feld, die in allen Punkten den Pforzheimern klar überlegen war. Vom Anpfiff weg drängten die Ludwigsburger Ihren Gastgeber in die eigene Hälfte. Pforzheim konnte sich nur' durch gelegentliche Einzelaktionen Luft verschaffen und mußte sich im großen und ganzen auf die Verteidigung und Zerstörung der gegnerischen Angriffe einstellen. Bis zur Pause erzielte Ludwigsburg aus schönen Spielmomenten heraus 2 Treffer. Nach Halbzeit fand sich Pforzheim besser zusammen, doch blieb ein Erfolg versagt. Mit zwei weiteren schön eingeleiteten Toren konnte Ludwigsburg das Endergebnis sicherstellen. Zt. Boxen: Dillstein beelegt Knleltagen 9:7 Am Samstagabend standen sich in der Turnhalle in Dillstein die Mannschaften des Sportvereins 01 Dillstein und des Boxrings Knielingen in einem Vergleichskampf gegenüber. Da in der Mannschaftswertung verschiedene Gewichtsklassen nicht besetzt werden konnten, wurden drei Jugendkämpfe mit einbezogen. Henn- höfer (D)—Wälde II. (Kn) lieferten sich einen schönen schnellen Kampf. In der dritten Runde setze sich Henn- höfers größeres Stehvermögen durch und verhalf ihm zum gerechten Punktsieg. Boidrin (D) wird von Kampf zu Kampf besser. Sein Gegner Steinkönig (Kn) konnte nur die zweite Runde offen gestalten, während die erste und dritte Runde überlegen an Boidrin ging. Sieger nach Punkten wurde Boidrin. Im Jugend - Weltergewicht konnte sich Dietz (D) nicht mit der Rechtsauslage seines Gegners Rink (Kn) abfinden und verlor knapp nach Punkten. In der Senioren - Fliegengewichtsbegegnung kreuzten zwei „alte Bekannte“ die Handschuhe. Das Unentschieden entsprach dem Kampfverlauf. Die Bantam-Gewichtsbegegnung sah Linder (D) und den körperlich überlegenen Mainzer (Kn) im Ring. Sieger durch k.o. wurde Linder in der ersten Runde. Dem gewaltigen Schlagrepor- toir von Wälde I (Kn) konnte v. d. Ehe (D) nichts Gleichwertiges entgegensetzen und verlor nach Punkten. Im Weltergewicht sah man von dem harten Rechtshandschläger König (Kn) nicht viel. Sein Gegner Nagel (D) machte ihm zu schaffen und gab sich erst nach der dritten Runde geschlagen. Im letzten Kampf ließ Hoffmann (D) seinen Gegner Mazin (Kn) zwei Runden lang „in Ruhe“ um ihn in der dritten Runde mit einer Rechten für die Zeit auf die Bretter zu legen. Ringrichter Engel leitete die Kämpf« korrekt. F. D. Abele wurde Punktsieger 1200 sportbegeisterte Zuschauer hatten sich am Samstagabend in der Karlsruher Sporthalle Jost eingefunden. Schon die erste Begegnung zwischen Schopp-Speyer und Bürger- Heidelberg brachte die Besucher in Stimmung. Vier Runden lieferten sich die beiden einen harten Schlagwechsel, wobei Schopp etwas besser wegkam. In der 4. Runde landete er einen rechten Haken, der Bürger auf die Bretter warf. Obwohl der Heidelberger bei 9 wieder auf den Beinen war, zählte der Ringrichter das „Aus“, was mit einem wilden Pfeifkonzert quittiert wurde. Zachmann-Mannheim, der gegen Rotganz-Holland kämpfte, hatte in der ersten Runde nicht viel zu bestellen. Rotganz traf einige Male gut. In der 2. Runde wendete sich das Blatt. Zachmann schlug genaue rechte und linke Haken, die den Holländer mürbe machten. Noch in der 2. Runde wurde Rotganz ausgezählt. Der Mittelgewichtskampf zwischen Salzmann- Karlsruhe und Henrichs-Mainz war etwas farblos. Salzmann konnte gegen die überlegene Reichweite des Mainzers nichts ausrichten und wurde durch linke und rechte Gerade gestoppt. Dazu kam. daß beide Boxer etwas unsauber kämpften. Obwohl Henrichs in allen sechs Runden leichte Vorteile hatte. verkündete das Kampfgericht „Unentschieden“, was erneut ein wildes Pfeifkonzert hervorrief. Der Hauptkampf zwischen Abele-Mannheim und Luhrmann- Mainz war der schönste. Luhrmann konnte die ersten 2 Runden offen gestalten und traf Abele sogar einige Male gut. Ab der 3. Runde war aber der Mannheimer klar der Bessere und kam zu einem sicheren Punktsieg. Germania-Boxer unterliegen In Lahr Ersatzgeschwächt trat die Box- Staffel der Karlsruher Germania in Lahr zu einem Mannschaftskampf an, den die Gastgeber knapp mit 9:7 Punkten zu ihren Gunsten entscheiden konnten. T.K. t Mönfag, den 25. Juli 1949 SÄ Z Nummer 142 / Seite f Sommer-Schlupverkauf Es dürfte eigentlich nicht wunder nehmen, wenn uns der Sommer schnurstraks den Rücken zukehren würde. Was dem einen als Aufforderung dienen soll, muß vom anderen schließlich ebenso empfunden werden. Und wenn die Geschäftswelt sich auf den Schluß des Sommers beruft, um durch niedrigere Preise eine größere Kundenschar anzulocken, könnte man es dem, Sommer nicht verdenken, wenn er seinerseits die Konsequenzen zöge und schleunigst abdankte. Nun aber ist der Sommer ein viel zu vernünftiger Geselle, als daß er den vielen Damen, die sich endlich ein neues Kleidchen, ein n,eues Hütchen oder ein Paar funkelnagelneue Kreppschuhe leisten wollen, den Spaß am Tragen verderben würde. Er wird weiter dableiben und hoffentlich noch mit manchem freundlichen Blick das bunte, im Zeichen des Sommerschlußverkaufs noch bunter werdende Bild auf der Erde bedenken. Sommerschlußverkauf heißt das große Zauberwort, das über Nacht den Weg in alle Schaufenster, in alle Inserate und in die Gedanken so vieler kauflustiger Damen und Herren gefunden hat. Ein Zauberwort, das nicht nur den Reichen seinen Segen zuteil werden läßt, sondern vor allem den Armen, und Bedürftigen zu ihrem Recht verhelfen will. Mancher eheliche Disput wird sich um diesen Sommerschlußverkauf ranken. Manches Argument wird ungehört verhallen. (Männer sind ja so unbelehrbar in solchen Dingen, sagen die Frauen.) Und manches glückliche Lächeln wird manchen Ehegatten für seinen geschröpften Geldbeutel reichlich entschädigen. Aber auch für die, die heute noch nicht die Mittel für neue Anschaffungen haben, ist der Sommerschlußverkauf ein erfreuliches Ereignis. Er zeigt ihnen an Hand der ausgestellten und ausgeschriebenen Preise und Waren, daß der Weg zum Besitz eines wünschenswerten Gegenstandes längst nicht mehr so weit ist, wie er es vor einem halben Jahr noch war. Es ist nicht immer die Erfüllung eines Wunsches, was glücklich macht. Manchmal liegt das große Glück doch im Bewußtsein, der Erfüllung näher, ein klein wenig näher gekommen zu sein. iwe. Heimkehrer vom Sonntag Am Sonntagmorgen traf ein weiterer Transport mit 59 Rußlandheimkehrern in Ulm ein. Die Männer kamen ausschließlich aus dem Lager Gorki. Der nächste Transport wird am Montag erwartet. Gestern kehrten zurück: Stadt Karlsruhe: Hofmann, Bernhard (22. 2. 20), Lg. 7117/8, Gerwigstr. 46; Schönlaub, Willi (12. 1. 16), Lg'. 7117/4, Ankerstr. 1. . Landkreis Karlsruhe: Schöllbronn: Lauinger, Florian (17. 9. 21), Lg. 7117/4; Söllingen: Reichenbacher, Fritz (24. 2. 23), Lg. 7117/4; Sulzfeld: Steiger, Otto (9. 7. 13), Lg. 7114/4, Hauptstr. 68. Ein Sonderzug nach Konstanz Wie wir erfahren, läßt die Reichsbahn bei genügender Beteiligung, aus Anlaß des internationalen Treffens der Naturfreunde, vom 27. auf 28. August einen Verwaltungssonderzug mit 50 Prozent Ermäßigung nach Konstanz fahren. Abfahrt in Karlsruhe am Sams- 'tag, den 27. 8., zwischen 12 und 13 Uhr, Rückfahrt ab Konstanz am 28. 8., gegen 18 Uhr. Anmeldungen beim Rei- 17000 bei der Geburtstagsfeier des Rheinstrandbades Sonnenfanatiker und Sportenthusiasten kamen voll auf ihre Kosten § Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die letzte Woche stand im Zeichen der Werbung. Von Plakatsäulen und aus Lautsprecherwagen tönte das Lob Rappenwörts. Am Samstagabend setzte Regen ein. Der Pegel des Rheins stieg um einige Zentimeter. Trotz dieser besorgniserregenden Vorzeichen lag strahlender Sonnenschein über Karlsruhe, als sich die ersten Badefreudigen am frühen Morgen des Sonntags in Richtung Westen in Bewegung setzten. Am Vormittag waren es bereits neuneinhalbtausend Besucher. 17 000 nannte am Nachmittag der Lautsprecher als Zahl der erschienenen Gäste. Rappenwört war zum Familienbad geworden. Neben der schreienden und quikenden Kinderschar war die Jugend zwischen 15 und 40 Jahren naturgemäß am stärksten vertreten. Aber auch die reifende Jugend, so ab 50, hatte es sich nicht nehmen lassen, an Ort und Stelle des 20. Geburtstages Rappenwörts zu gedenken. Man bedauerte es manchmal fast, daß hinter Sonnenbrillen, unter großen Stohhüten und in bunten, zweigeteilten Badeanzügen so viel Persönliches verschwand. Vielleicht war es auch gut so. Ein wenig inkognito erhöht bisweilen die Lebensfreude. Bei tag wenigstens. Die Badverwaltung zeigte sich bei dieser Gelegenheit wieder einmal von ihrer besten Seite. Alles war da. Alles klappte. Die Veranstaltungen liefen fast auf die Minute an. Für leibliche Genüsse war ausreichend gesorgt worden. Von lukullischen Mittagsmahl bis zur eisgekühlten Buttermilch reichte die Skala der freundlichen Angebote. Schoko! gab es in Massen," Eis zerrann in Strömen auf den Zungen der sonnenerhitzten Festgäste, Früchte wurden kredenzt und Zigaretten in allen Preislagen und Sorten angeboten. (Chesterfield mit deutsch. Banderole zu 1234, Chesterfield ohne deutsche Banderole zu 14 Pfennigen das Stück). Auch an Musik fehlte es nicht. Leid tat uns nur der Mann am sebüro Helmel & Zimmermann oder bei den Ortsgruppen der Naturfreunde möglichst bis 10. August. ASTA-Wahlen Dieser Tage fanden bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent die Wahlen zum ASTA für das kommende Semester statt. Gewählt wurden als 1. Vorsitzender: cand. ing. Werner Jähne, 2. Vorsitzender: stud. el. Heinz Aberger, 3. Vorsitzender: cand. chem. Werner Zeil. Die hohe Wahlbeteiligung hat gezeigt, daß die Studentenschaft die Bedeutung der studentischen Selbstverwaltung erkannt nat. Sir gibt dem Allgemeinen Studentenausschuß die Möglichkeit, die Interessen der Studentenschaft mit dem nötigen Gewicht in der Oeöentlichkeit zu vertreten. :) Die SAZ gratuliert! Die Eheleute Emil Weiland, Marienstraße 10, konnten am 22. Juli 1949 das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Der Oberbürgermeister ließ dem Jubelpaar die herzlichsten Glückwünsche sowie eine Ehrengabe der Stadtverwaltung übermitteln. — Obering. Georg _ Stein- w a r z feierte am 23. Juli in körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Beschaulich In einer kleinen Sonderschau des Badischen Kunstvereins werden von zwei bekannten Karlsruher Malern eine Auswahl amüsanter und humoristischer Kunstblätter gezeigt: von Hans Bächle „Schwarz-Weiß-Kari- katuren“ und von Leo Faller eine Art „märchenhafter Illustrationen“. Der eine blickt gleichsam von oben nach unten in das Untergründige, der andere von unten nach oben in das Ordnende. Bächle zeigt die Welt im Zerrspiegel des Menschen, Faller dagegen vom Blickpunkt der Natur aus. Genau wie die Bilder, stehen sich die verschiedenen Betrachtungsweisen gegenüber, die technisch und kompositorisch noch um die Perspektiven verschoben sind, die den Künstlern bei ihren Ideen Pate standen. Bächle ist hier zu einem feinen Spötter der Gesellschaft geworden, der das „Menschlich-Allzumenschliche“ mit Humor betrachtet und auf seine Weise persifliert. Seine Pointen sind unmißverständlich und mitunter sehr originell. Alten Männern setzt er einen Flicken in den Bart und tyrannischen Weibern einen Haarschopf auf das Haupt, der einer wilhelminischen Krone gleicht. Hier glossiert er einen Spießet mit Stachelbeerbeinen, der sich im Alpjraum seiner Büroschemelsorgen wälzt und dort ein zünftiges bajuwarisches Duell, das mit Sense und Mistgabel ausgefochten wird. In seinen Versen und Zeichnungen zu „Emil der Maler“ rückt er sogar ziemlich weit in die Nähe Wilhelm Büschs: Leute seht, der Spiegel splittert, hin ist er, das gute Stück, Emil ist verbeult, verbittert, Scherben bringen selten Glück. Die Brille des Humors gleicht einer Mattscheibe, auf der alle Dinge so- heiiere Kunst lange auf den Kopf gestellt erscheinen, bis man sich — laut Forschungen eines Amerikaners — an die verkehrte Welt gewöhnt hat, und das Umgekehrte wieder als normal empfindet. Deswegen nimmt man die Tatsache, daß der „Paris des 20. Jahrhunderts“ den Apfel nicht verteilt, sondern behaglich schmunzelnd selber ißt, als gegeben hin. Besinnlich macht nur, wie sich die Zeiten ändern und mit ihnen die Gesetze, denen wir einmal so und dann wieder so unterworfen sind. Bächle ist in der Art seiner Darstellung dramatisch, Faller dagegen lyrisch. Abgesehen von der außerordentlich feinen, fast zeichnerisch sorgsamen Malweise kleiner Käfer, Schnaken, Fliegen, Grillen und Wespen reizt vor allem die Art der Bezogenheit, mit der er diesen Tieren ein eigenes Reich zwischen Grashalmen und Blättern schafft. Man spürt da so etwas wie das ordnungswaltende Prinzip eines Ameisenstatuts, das jedem Tierchen sein Pläsierchen lizenziert. Virtuoses Können und schon beinahe einsiedlerische Liebe zu allem, was da „kreucht und fleucht“ verraten seine Bilder, die die Fantasie des Betrachtenden immer wieder, aufs Neue anregen und solche allgemein umgängliche Unterschriften wie „Der Hahn im Korbe“, „Die Versammlung“ und „Die Aufführung“ tragen. Rö. Prof. Hermann Göhler 75 Jahre alt In unversiegter Schaffensfreude begeht am 26. Juli Professor Hermann Göhler seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar ist besonders als Maler der Landschaft bekannt geworden, in der er auch seinen Stil am deutlichsten entwickelt hat Vor allem waren es Lautsprecher. Er versah, inclusive Suchdienst, wirklich ein Mammutpensum. Daß nicht nur die Sonnenfanatiker sondern auch die Sportenthusiasten auf ihre Kosten kamen, dafür sorgten zehn Karlsruher Sportvereine, die mit Schwimmvorführungen, Paddeln, Bodenturnen, 100-m-Läufen, Boxen, Tischtennis- und Ringtenniskämpfen ein bewegtes - und zum Teil sehr interessantes Programm bestritten. Viel Beachtung fanden neben den recht harte und zeitweilig dramatische Formen annehmenden Boxkämpfen zwischen KTV und Sportverein Ettlingen die Vorführungen im Jiu-Jitsu durch Mitglieder des Polizeisportvereins. Die Lebensrettungsgesellschaft gab mit allerlei originellen Ertrinkungs- und Rettungsszenen einen bei, aller Hei- Mit einer zweitägigen Verhandlung gegen den 62 Jahre alten Gastwirt Gustav V. aus Freiburg, in deren Verlauf der Beschuldigte von der Anklage wegen Meineids mangels Beweises freigesprochen wurde, beschloß das Schwurgericht Karlsruhe unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Dr. Emst seine erste Sitzungsperiode. V. war angeklagt, am 31. Oktober 1947 in einem Arbeitsgerichtsprozeß wahrheitswidrig beschworen zu haben, daß zwischen seinem Sohn und einem Karlsruher Kaufmann imRah- men bestimmter geschäftlicher Abmachungen kein Umsatzbonus von 3% vereinbart worden sei. Der Angeklagte bestritt eineEidesverletzung. Die ausgedehnte Beweisaufnahme vor dem Schwurgericht brachte keine zweifelsfreie Klarheit über die strit- In der Nacht vom Samstag auf Sonntag trafen mit dem Orientexpreß 19 junge französische und spanische Eisenbahngewerkschaftler zu einem kurzen Aufenthalt im Karlsruher Hauptbahnhof ein. Zum Empfang der ausländischen Gäste, die sich nach Teilnahme an einem Zeltlager jünger Eisenbahngewerkschaftler aus allen europäischen Ländern von Mittenwald auf der Reise nach Paris befanden," war am Zug eine Abordnung Karlsruher Berufskollegen erschienen. Schon die Begrüßung bewies, daß der eigentliche Zweck dieses Besuches, nämlich die Anknüpfung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Ausländem und Deutschen während des Lagers aufs Beste erfüllt worden war. Reichsbahnoberinspektor Weiß und der Leiter des Jugendparlaments, Lange, die im Auftrag der Ortsverwaltung Karlsruhe der Eisenbahnergewerkschaft die Durchreisenden begrüßten, gaben im Verlauf ihrer kurzen Ansprachen der Hoffnung Ausdruck, daß die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen allen europäischen Eisenbahnern, die mit diesem Gartenarchitekturen und Parkanlagen, deren Motive — Terrassen, Wasserspiele und Alleen — ihn immer wieder zu seinen, in malerischer Lichtführung gehaltenen Bildern anregten. Später hat Prof. Göhler, der an den Akademien München und Karlsruhe studierte und schon früh als Meisterschüler von Ferdinand Keller eine Professur für dekorative Kunst an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe erhielt. sich ernster und sinnfälliger mit der Natur auseinandergesetzt. Es beweisen dies Studien, die an den Ufern der bayerischen Seen und des Bodensees entstanden, ferner seine stimmungsvollen Herbstbilder, in denen er das Zierliche des Rokoko und die Gemessenheit der Biedermeierzeit abgestreift hat. Prof. ‘Göhler, der sich schon in jungen Jahren eines großen Ansehens erfreuen konnte, hat seit der Jahrhundertwende alle bedeutsamen deutschen Gemäldeaussteilangen beschickt. -ö- Aus den Rundfunkprogrammen Montag, 25. Juli Südd. Rundfunk: 14.00 Schulfunk" Naturgesch.; 14.30 IRO-Suchd.; 15.31 Börsenkurse; 15.45 Kinderfunk; 16.' 1 Wir sprechen über neue Bücher; 17.3" Zeitfunk; 18.00 Sport; 18.15 Für die Frau; 18.30 Weltliche A-capella-Chöre der Renaissance; 20.00 Flotte Sachen; 70.30 Sendg. d. Mil.-Reg.; 21.00 Kling. Wochenpost; 22.00 Zeit u. Leben; 22.30 Opernmelod.; 28.00 Diskussion über „Macht u. Gewalt“. — Studio Karlsruhe: 13.00 Echo aus Baden; 17.00 Sonate d-moll op. 14 f. Klav. v. Proko- fieff, Cellosonate v. K. Hessenberger. — Südwestfunk: 21.00 Aus d. Welt d. Oper. — Frankfurt: 20.00 Die bunte Folge. — Bayr. Rund f unk: 21.30 Said- jah u. Adinda. Erzählung von Multa- tuli. — Nordwestd. Rundfunk: 20.00 Symphoniekonzert. terkeit doch sehr ernsten Einblick in das Wesen ihrer Arbeit. Ein Geburtstag ohne Geburtstagsrede wäre ein halber Geburtstag gewesen. Bürgermeister Ball gedachte der Gründung Rappenwörts in herzlichen Worten. Sein Dank galt all denen, die an der Gestaltung des Sommerfestes beteiligt waren. Er galt nicht zuletzt auch dem Stadtrat, der trotz der Nachwirkungen des Krieges und trotz erheblicher finanzieller Schwierigkeiten alles getan habe, um Rappenwört als Erholungszentrum vieler tausender Karlsruher wieder in alter Schönheit erstehen zu lassen. Tanz, Bier und Wein, dezente Lampionbeleuchtung und an Venedig erinnernde Lampionkorso auf dem Badebecken, sorgten für einen stimmungsvollen Ausklang des großen Sommerfestes in Rappenwört. iwe. tige Frage der besagte* 3prozentigen Umsatzbeteiligung. Obwohl die Beweisführung des Angeklagten außerordentliche Schwächen aufwies und ein Zeuge mit Bestimmtheit erklärte, daß ein Umsatzbonus vereinbart worden sei — während der an sich beteiligte Kaufmann sich selbst unklar und unsicher äußerte — konnte das Gericht V. nicht als .des Meineids überführt betrachten, zumal die Aussagen weiterer Zeugen teilweise unsicher waren und sich widersprachen. Der Freispruch wurde im Zuhörerraum mit Beifallskundgebungen aufgenommen, was den Vorsitzenden zu der rügenden Bemerkung veranlaßte, das Schwurgericht sei kein Variete. Nach Abschluß dieser Verhandlung dankte der Vorsitzende des Gerichts den Geschworenen für ihre Mitarbeit. kleinen Werk so vielversprechend begann, in Zukunft von einem großen Erfolg gekrönt sein möge. Die Freude der Gäste über den herzlichen Empfang in allen Städten, die sie auf ihrer Fahrt berührten, war so groß, .daß sie versprachen, in französischen Zeitungen über ihre Reise ausführlich zu berichten. Vor Abfahrt des Zuges nahmen die jungen Franzosen und Spanier freudestrahlend verschiedene Erinnerungsgeschenke ihrer Karlsruher Kollegen, darunter auch einen Majolikateller mit einer Gedenkinschrift entgegen. Gleichwie manches eheliche Gewohnheitstier die, Reize der eigenen Gattin erst dann überrascht wieder gewahr wird, wenn ein Außenstehender erfolgreiches Verständnis dafür bewiesen hat, so geht es uns manchmal, nur nicht so unbehaglich in den Konsequenzen mit unserer Heimatstadt. Oft sind es Fremde, in unserem Falle meist Leute aus dem Norden, welche die südlichen Anklänge Karlsruhe stärker spüren als der Eingesessene. Dies trotz des strengen Klassizismus im einzelnen, den manche von uns umgekehrt für eine „preußische“ Einrichtung halten. Der Rathausturm bestimmt stark diesen südlichen Eindruck mit. Obwohl oder gerade weil er wie ein, Campanile von dem mit klassizistischen Elementen umgebenen, in Wirklichkeit barock empfundenen Platze abgerückt ist, beherrscht er ihn doch, unterstützt durch seinen Bruder von der Stadtkirche. Ein echter Stadtturm, wie sie die alten Italiener inmitten ihrer Städte errichteten. Für die Heutigen bleibt allerdings nur noch durch einen Blick vom Innenraum der Stadtkirche durch deren zerklüfteten Säulenportikus nach dem Rathausturm die grausame Impression einer beinahe antiken Ruinenstadt. Auch dem Maler Anselm Feuer- b?.ch hat einst der südliche Reiz des Marktplatzes die fein reagierenden '"Terven beeinflußt, ihm, den seine 'putsche Seele den Geist des Südens, ler Antike suchen hieß. Und er entfachte das Erstaunen der biederen Karlsruher dadurch, daß er seine Modelle auf dem schlichten Wochenmarkt zusammensuchte, wie wenn die Staffeln der Stadtkirche die Treppen unter St. Trinita in Monte wären, wo die römischen Künstler sich , ihre pittoresken Vorbilder zu holen pflegten. Derber greifbar, allerdings mehr ' aus deutschem Wesen entspringend, war Feuerbachs Berührung mit dem Rathausturm. Er hielt inmitten sei- OFPEN GESAGT... „Toleranz und Interesse für die Jugend“ Die Jugendgruppen der katholischen Jugend der Pfarrei St. Elisabeth haben hier in Karlsruhe Ecke Südend- und Hirschstraße einen Schaukasten. Im Augenblick hängt darin ein Plakat mit dem Thema „Kampf gegen Schmutz und Schund“. Damit verbunden ist die Bitte, uns in diesem Kampf für eine anständige Jugend unterstützen zu wollen. Am 13. Juli morgens war die Glasscheibe des Schaukastens mit einem Wahlplakat der SPD überklebt. Wir fragen: Gibt es keine anderen Möglichkeiten, um ein Parteiplakat anzubringen? Wo ist die vielgerühmte „Toleranz“ der SPD? Allein schon • der menschliche Anstand müßte eine solche Handlungsweise, die bedenklich an vergangen* Zeiten erinnert, verbieten. Oder sollte es gar SPD-Kreise geben, die den Kampf gegen Schmutz und Schund ablehnen? Die katholische Jugend and ihre Eltern wünschen darüber eindeutige Klarheit. Gustav Lutz, Nokkstr. 14. Josef Schäfer, Hohenzollernstr. 24 . „Notgemeinsdiaft" bereitet sidi vor Die von Vertriebenen, Fliegergeschädigten und Heimkehrern gebildete Wählergemeinschaft „Notgemeinschaft“ hielt in Durlach einen Versammlungsabend ab, in dessen Verlauf der frühere Kreisvorsitzend* der „IDAD“, Dr. B u c h t-a, als Vertreter der Flüchtlinge, und Han* Pflaümer, als Vertreter der Fliegergeschädigten, über die Vorbereitungen und die Aufgaben im Hinblick auf die bevorstehenden Bundestagswahlen sprachen. Dr. Buchta be- zeichnete den kommenden Wahlkampf als ungerecht und undemokratisch. Rein prozentual müßten den Vertriebenen 90 Sitze im Bundestag zukommen. Man unterbinde dies aber, da man eine zu starke Opposition befürchte. Wenn schon eine Flüchtlingspartei nicht geduldet werde, erklärte Dr. Buchta, so hätte wenigstens die Bildung eigener Wahlkreise genehmigt werden müssen. Dieses Verbot sabotiere das im Grundgesetz verankerte Recht der Koalitionsfreiheit. Die letzte Möglichkeit zur Vertretung der Interessen aller Geschädigten, und den einzigen Weg zur Mitbestimmung im Bundestag könne man somit nur in der Aufstellung der Wahlgemein- schaft sehen. Die Gründung der Partei, deren alleinige Ziele ein menschenwürdiges Wohnen, ein Recht auf Arbeit, Gewährung von Kredithilfe, und ein gerechter Ausgleich der Kriegslasten seien, könne wohl verzögert, aber niemals verhindert werden. Bei den Bundestagswahlen, so schloß der Redner, würde die erste Bresche in eine Phalanx geschlagen werden, die bei nächster Gelegenheit völlig zersplittert werden würde. Fr. ner Freunde im Hotel Große am Marktplatz allabendlich fröhliche Tafelrunde. Eines Abends geschah sein Heimweg in Begleitung zweier Heidelberger Studenten nicht in der gewünschten bürgerlichen Ruhe. Die Stadtwache trat in Aktion. Einer der Studenten äußerte Mißbilligung darüber durch eine „landesübliche Bemerkung“, von der der Chronist gewunden berichtet, sie sei nicht zur Wiedergabe geeignet. (Was hat er wohl gesagt?) Die Stadtwache verstand trotz der Landesüblichkeit keinen Spaß, sie nahm die Sünder fest. Da die Studenten anderntags ins Staatsexamen steigen sollten, nahm Feuerbach die Schuld auf sich und brummte einen Tag Haft im Rathausturm ab. Er verhalf so dem strengen Turm zu seinem wohl berühmtesten Gast, denn im allgemeinen diente das Bauwerk, vom mantelschwingenden Merkurius, nebenamtlichen Gott der Spitzbuben, sinnig geschirmt als Polizeigewahrsam für Vagabunden. Feuerbachs Ritterlichkeit hatte, nur idealen, keinen realen Erfolg. Die beiden Studenten fielen im Staatsexamen durch. WMK. 600 bis 800 Elektrotechniker kommen nadi Karlsruhe Der Verband Deutsche Elektrotechniker (D. V. E.), Sitz Wuppertal-Elberfeld, hat für seinen diesjährigen Verbandstag Karlsruhe als Tagungsort gewählt. Die Delegierten der Elektro- wissenschaft und -technik werden vom 13. bis 16. September in Karlsruhe Weilen. Insgesamt wird mit einer Beteiligung von 600—800 Personen gerechnet. Neben internen Beratungen werden eine Reihe allgemein interessierender und fachwissenschaftlicher Vorträge in den Hörsälen der Technischen Hochschule stattfinden. Exkursionen zu den Kraftwerken und technischen Instituten in Nord- und Südbaden sollen die Eindrücke dieser Tagung abrunden. Dia Vorbereitungen der Tagung liegt in Händen des Elektrotechnischen Vereins Mittelbaden (Karlsruhe). Die von ihn» vorbereitete Tagungsschrift wird demnächst allen V. D. E.-Mitgliedern durch ihre Bezirksvereipe zugehen. j) Schwurgericht beendet erste Sitzungsperiode Die letzte Verhandlung brachte einen Freispruch Tm Zeichen europäischer Freundschaft Kurzer Aufenthalt französischer und spanischer Junggewerkschaftler A. Feuerbach „brummte" im Rathausturm Als die Karlsruher Stadtwache noch in Aktion trat 4 Seipfa 6 f Nummer MS sxi Montag, cten 25. Jute 18A9 * 50 Jahre Wasserleitung Spielberg In Presse und Rundfunk spricht man jetzt sehr oft über die Wassernot. Sie trat in den letzten Jahren öfters in ein kritisches Stadium. Da unsere gemeindeeigene Wasserleitung in diesem Jahr 50 Jahre besteht, erinnern wir uns der Zeit, als der Ruf nach Trinkwasser und somit zum Bau einer Wasserleitung Erfüllung fand. Die Wasserversorgung der Gemeinde lag bis zu den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sehr dm Argen. Nur wenige Brunnen lagen innerhalb des kleinen Dorfes. Sie versiegten bei Trockenheit sehr schnell und das Trinkwasser mußte dann in Fässern von dem zwei Kilometer entfernten „Tränkbrunnen“ in den Diebswiesen herbeigeholt werden. Die Ergiebigkeit dieses Brunnens ist wohl bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben, aber die Menge reichte nicht aus, um den Wasserbedarf zu befriedigen. Ein großer Wasserbehälter hätte vielleicht Abhilfe geschaffen, die Quelle liefert je Minute zirka sechs Liter Wasser, aber zur Verwirklichung ist es nie gekommen. Im Jahre 1893 wurde mit Hilfe der Kulturinspektion Durlach — Spielberg gehörte damals zum Amtsbezirk Durlach — eine gemeindeeigene Wasserleitung erstellt. In der näheren Umgebung ging man jetzt auf die Suche nach Quellen. Die Verhandlungen mit Ittersbach zogen sich bis zum März 1894 hin. Obwohl man glauben müßte, daß niemand gegen den Bau der Leitung sein konnte, gab es doch viele Gegner des Projektes, wie es in den vielen Schreiben der Kulturbauinspektion an den Spielberger Gemeinderat zum Ausdruck kommt. Ein Jahr später, im März 1895 versuchte man durch Bau eines Pumpwerkes die heimischen Quellen nutzbar zu machen, zerschlugen sich aber bald, da ein anderer Plan gleichzeitig auftauchte, der die Quellen im Maisenbachtal erfassen sollte. Mit Hilfe der Wasserkraft des Maisenbachs — das Dorf Dobel besitzt heute noch eine solche Anlage im Eyachtal — sollte das Trinkwasser über Berg und Tal in das auf gleicher Höhe, zirka acht Kilometer entfernte Dorf gepumpt werden. Im gleichen Zeitraum schlug sich die Gemeinde Pfaffenrot mit den gleichen Problemen und Schwierigkeiten herum. Da Pfaffenrot genau in der Mitte der geplanten Leitung jag, einigte man sich, in dieser Richtung die gleichen Wege zu gehen. Das gemeinsame Vorgehen hatte baldigen Erfolg. Man konnte endgültig die im Domänenwald liegenden Quellen oberhalb der Feld- rennacher Sägemühle ankaufen. Der Vertrag kam zwischen der Großherzoglichen Oberförster v. Waenker in Ettlingen, als Vertreter des Großh. Domänenamtes einerseits und dem Bürgermeister Glaser in Pfaffenrot als Vertreter der Gemeinde Pfaffenrot und dem Bürgermeister Karcher in Spielberg als Vertreter der Gemeinde Spielberg andererseits im August 1896 zustande. Der Vertrag setzte genau die Linie fest, die die Leitung zu nehmen hatte und die jährlich auf Martini zu zahlende AnerkennungSgebühr von 10 Goldmark. Außerdem verpflichteten sich die beiden Gemeinden, für den durch die Grabarbeiten durch Feld und Wald verursachten- Schaden Vergütung zu leisten. Ebenso verlangten die 4 Sägewerksbesitzer, daß sie in keiner Weise in der Holzabfuhr beeinträchtigt werden dürfen. Im Oktober 1896 schaltete sich die Gemeinde Etzenrot als dritter Nutznießer an der geplanten Leitung ein. Aus allen Schreiben des Großherzoglichen Bezirksamtes ist zu entnehmen, daß die treibende Kraft bei diesem Bauvorhaben der damalige Bürgermeister von Pfaffenrot, Glaser, war. Mehr als einmal mußte er mahnen, nun endlich in dieser und jener Sache zu beschließen und zu berichten. Anfang 1897 — alle Abschnitte zogen sich immer ein Jahr hin — befaßte man sich mit dem Problem der Finanzierung. Die zu übernehmenden Kostenanteile wurden durch Zählung der Einwohnerzahl und des Viehbestandes festgelegt. Spielberg zahlte damals 696 Seelen. Der Viehbestand war folgender: Pferde 11, Rindvieh 294, Schweine 300 und Ziegen und Schafe 13. Sie bildeten die Grundlage für die festzusetzenden Anteile. Darnach hatte die Gemeinde Pfaffenrot 66 Teile, Spielberg 63 Teile und Etzenrot 25 Teile zu übernehmen. Die Submission fand 31. Juli 1897, vormittags 11 Uhr, im Rathaus zu Spielberg statt. Den Zuschlag erhielt die Firma Benckiser aus Pforzheim. Die Firma hatte die niedrigste Angebotssumme im Betrag von 117 289,40 Mark. DeT Bauauftrag umfaßte die gesamte Leitungslängie mit allen Hausleitungen. Die zu erstellenden drei Hochbehälter wurden an die Maurermeister Jakob Göhring und Karl Rittmann in Langenalb zum Bau übergeben. Das Problem zur Deckung der Kosten löste man in Spielberg dadurch, daß man im Gemeindewald einen außerordentlichen Holzhieb von 1500 Festmeter vor-« nahm, der den Reinerlös von 20 000 Goldmark erbrachte. Da der gesamte Anteil der Kosten aber 56 500 Mark betrug, beantragte man einen Staatszuschuß von 6500 Mark und ein Darlehen von 30 000 Mark bei der Versicherungsanstalt Baden in Karlsruhe. Die Gemeinde verpflichtete sich, die Schuld innerhalb von 40 Jahren zu tilgen. Es ist nicht uninteressant zu wissen, daß während dieses Zeitraumes 28 380 Mark Zins bezahlt wurden. Im Frühjahr 1898 begann man mit dem Wasserleitungsbau unter Leitung des Kulturmeisters Kräßig. Alle hiesigen Hauseigentümer ließen für ihre Wohnungen Hausanschlüsse legen. Nur ein Bürger konnte sich mit dieser Neuerung nicht gleich vertraut machen. Derselbe richtete aber 1899 dann doch ein Gesuch an den Bürgermeister mit der Bitte um Ausführung der Arbeiten. Nun vergaß man sehr schnell die Mühe des Wasserholens. Die früher so sorgsam gepflegten Trinkquellen versumpften. Der Tränkbrunnen, der Hauptlieferant in allen Notzeiten, ist ganz in Vergessenheit geraten. Wer denkt noch daran, daß unsere Verfahren bei Wassernot um Menschen und Vieh bangten. Obwohl der Wasservorrat durch die Erschließung neuer Quellen vermehrt wurde, konnte der Mangel nie ganz behoben werden. E. D. Wildschäden vor der Ernte anmelden Söllingen (H. K.). Bei der letzten Gemeinderatssitzung gab der Rechner einen Kassenbericht für die Zeit bis 30. 6. 1949, aus der zu entnehmen war, daß die Einnahmen im ersten Halbjahr 113 000.— DM und die Ausgaben .883 000.— DM betragen. In diesem Monat sind für den Far- renetall ein Jungfarren und ziwei Ziegenböcke erstanden worden. — Auf Veranlassung der IDAD Ortsgruppe Solingen, die an der Verteilung der kürzlich ausgeworfenen Darlehen vom Bauverein Kritik übte, wird demnächst eine Versammlung der Mitglieder des Bauvereins stattfinden, bei der die Vorstandschaft gewählt werden soll. — Die schadhafte Pfinzbrücke bei der neuen Turnhalle wird instandge- eetzt. — Ebenso werden in einer Wohnung des gemeindeeigenen Hauses, Hauptstraße 42, dringend notwendige Reparaturarbeiten vorgenommen. — Die Einschätzung der Getreideäcker, bei denen Mindererträge gemeldet wurden, hat stattgefunden. Wildschäden sind kurz vor der Ernte nochmals im Rathaus anzumelden. — Feldhüter Franz Wenz, der 30 Jahre im Dienste der Gemeinde stand, ist am 22. 7. im Krankenhaus verstorben. Von der oberen Hardt Erneute Notstandsarbeit Malsch (r) Am Dienstag wird das Jugendparlament zu einer Sitzung zusammentreten. Ein Vortrag wird die Jugendlichen über das Haushalts- und Finanzwesen der Gemeinde aufklären. Die Sitzung ist öffentlich und kann auch von anderen, an dem Thema interessierten Personen, besucht werden. — Am Mittwoch findet in öffentlicher Gemeinderatssitzung die Beratung des Haushaltsplanes und der Haushaltssatzungen statt. — Die Steuerordnung über die Erhebung der Feuerschutzabgabe wurde durch den Präsidenten des Landesbezirks Baden genehmigt und ist vom 23. bis 31. Juli an der Verkündigungstafel des Rathauses angeschlagen. — Die Gasfernversorgung Karlsruhe-Süd teilt mit, daß die zur Gasversorgung geltenden Bestimmungen Beim Betriebsbüro in Malsch oder bei den Gemeindeverwaltungen in Malsch und Durmersheim zur Einsichtnahme aufliegen. — Am Sonntag gab die SPD Malsch mit der ersten Wahlversammlung den Auftakt zur Wahl des Bundestages. Wieder Wochenmarkt Durmersheim (F-k) Auf der Hauptstraße, beim Gasthaus „Blume“, fuhr ein französischer Personenwagen einen Radfahrer an, der zu Boden geschleudert wurde und leichtere Verletzungen davontrug. — Die Wählerkartei für die am 14. August stattfindende Wahl zum Bundestag ist in der Zeit vom 25. bis 30. Juli im Rathaus öffentlich aufgelegt. Reklamationen sind nur schriftlich an den Gemeindewahlausschuß zu richten. In den nächsten Tagen werden den Wahlberechtigten die Wahlkarten zugestellt, die bei der Wahl vorgelegt werden müssen. — Am vergangenen Samstag fand wieder der Wochenmarkt erstmals statt. In diesem Zusammenhang weist das Bürgermeisteramt darauf hin, daß Verkäufe von Obst und Gemüse an anderen Plätzen des Ortes verboten sind. — Der Musik verein 1868 veranstaltet am 31. Juli am Rankrain erstmals wieder ein Sommerfest, an dem sich zahlreiche Musikvereine der ganzen Umgebung beteiligen. Kissel - Kaffee Groß- Rösterei KisscI-rKaffce täglich frisch gercsfef? Annahme von Lohnröstungen Kaiserttr. 150, Autoeinf. Akademiestr. 51 Gott der Allmächtige hat am 22. Juli 194-9 unsere liebe, gute Mutter und Großmutter Barbara Debold geb. Willhauck ' im Alter von 84 1 /s Jahren, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, sru sich in die Ewigkeit genommen. Karlsruhe, Kais er Straße 8. In tiefer Trauert Franz Debold, Verw.-Direktor Fritz Debold, Hauptlehrer Hermann Debold, Hauptlehrer Beerdigung: Montag, 25. Juli 1949, 10.30 Uhr, Hauptfriedhof. Ihre Rufnummer für Anzeigen 6649 = GLORIA = Heute Programmwechsel Dearma Durbin Pal # O'Brion, Fianchot Tone ( T)ieJiubenfee _ li * Ein KJmlustspiel voll sprühendem Witz und humorvoller Handlung Täglich: 13, 15, 17, 19, 31 Uhr KURBE VON HE UTE Heute 13.00, 16.00, 18.30, 21.00 Uhr Jade Londons Meisternovelle im Film RUF „DER SEEWOLF“ mit Edward G. Robinson und Ida Luplno. Auf dem 824 Teufelsschiff „Ghost* ist die Hölie los. Stellen-Angebofe Heiraten Bezirksvertreter zum Besuch des Einzel handeis gesucht. H P. Münzer, Ffm.- Höcfast., )( BUroang., 44 J., eig. Wohng. u. Garten, tücht. Hausfr., s. Lebensgef., d. behagl. u. sch. Heim liebt. ESI 70203 SAZ JChe. Aus Dankbarkeit u. Überzeugung muß ich Klosterfrau-Aktiv-Puder aufrichtig loben; dank ihm hat unser kleiner Rene immer eine glatte und gesunde Haut. Selbst Beikost von Zitronen* und Apfelsinen aalt führte zu keinem Wundsein, was doch sonst in solchen Fällen unvermeidlich ist". Frau G. Mottä, Köln- Müngersdorf. 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