KARLSRUHER NEUE ZEITUNG IrsAalnt tSglich, aufidi Donnerstag und Sonntag. RadakMon, Vtt- lagsabteilung, Vertrieb und Druck ktrlsrune, Waidslraße 28. Telefon 922/923. (Dringend Presse.) Anzeigenannahme Karlsruhe. Kaisarstr. 66. Telefon 6646; Durlach, Pfinztalstraße 49, Ettlingen, Leopoldatrafie 5, Telefon 36. Kein Ersatzanspruch bei Störung durch höhere Gewalt. Bezugspreis monatlich DM 2.46 einschließlich TrSgergebühr, Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr — Anzeigen preise: Die sechsgespakene 46 mm breite Millimeterzeile Milli* meter-Grun-dprei« DM —.80, im übrigen siehe zur Zeit gültige Preisliste Nr. 4 . — Postscheckkonto: Postscheckamt Karlsruhe Nr 80 535. 3. Jahrgang / Nummer 157 Karlsruhe, Montag, 15. August 1949 Einzelpreis 15 Pfennig CDU und SPD im Kampf um die Führung Ruhiger Wahlverlauf - Allgemein gute Wahlbeteiligung — 34 Abgeordnete Itir Württemberg-Baden (JijinbirlcM umtrir ttinciigen We- und wk-Mitarbeiter aus Wiesbaden und Köln) KlltltSiÜ Karlsruhe wählte Dr. Hermann Veit Wirtschaftsminister Dr. Hermann Veit (SPD) erreichte mit 33 837 Stimmen vor 25 044 Stimmen der CDU bei den Bundestagswahlen in Karlsruhe eine klare Mehrheit. (SAZ-Bild) Noch keine Deutschlanddebatte STRASSBURG, 14. Aug. (DENA- Reuter). Der Ministerausschuß des Europarates hat sich, wie am Sonntag bekannt wurde, in seiner Samstagabendsitzung auch mit dem deutschen Problem befaßt. Nach einem allgemeinen Meinungsaustausch über die Frage, wie sich der Ausschuß verhalten solle, falls die Beratende Versammlung die Deutschlandfrage auf werfe, beschlössen die Außenminister, die Angelegenheit -heran 1 - kommen' zu lassen und vorläufig abzuwarten, da eine Diskussion im gegenwärtigen Stadium nur rein theoretisch sein könne. Es wird angenommen, daß Winston Churchill das Deutschlandproblem zu einem ■ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkt anschneiden wird. OMGUS jetzt in Frankfurt BERLIN, 14. Aug. (DENA) Das Hauptquartier der amerikanischen Militärregierung für Deutschland wurde nach einer Mitteilung von OMGUS ab Sonntag in Frankfurt eingerichtet. Die in Berlin verbliebenen Stellen dienen unter der Bezeichnung • „OMGUS Berlin“ dem Hohen Kommissar für Deutschland, John J. McCloy, als Hauptquartier hei seinen Aufenthalten in Berlin. Bombenattentat auf Sowjets HAMBURG, 14. Aug. (UP) „Die Welt am Sonntag“ berichtet, am 25. Juli hätten Attentäter in Potsdam versucht, den Oberkommandierenden der sowjetischen Streitkräfte in Europa, Marschall Konstantin Ro- kossowski, durch eine im Potsdamer Hauptquartier zur Explosion gebrachte Höllenmaschine zu töten. Das Blatt will erfahren haben, daß bei der Explosion 20 hohe sowjetische Offiziere, unter ihnen der sowjetische Stadtkommandant von Potsdam, General Verginin. ums Leben gekommen seien. Der Oberkommandierende erlitt keine Verletzungen, weil er zur Zeit der Explosion nicht anwesend war. Welf-Rundschau , WASHINGTON (UP). Der Atlantikpakt wird voraussichtlich in der kommenden Woche in Kraft treten. — BOGOTA. Bei einem Flugzeugabsturz in Kolumbien kamen nach bisher vor liegenden Meldungen 29 Personen ums Leben. — BUENOS AIRES. H. J. Paz wurde zum Nachfolger des zurückgetretenen argentinischen Außenministers Dr. Bramuglia ernannt. — HONGKONG. Die chinesischen Kommunisten haben einen großangelegten Landungsangriff auf die Tschang-Schan-Pa-In- selgruppe im Golf von Tschili unternommen. Einige dieser Inseln befinden sich bereits in ihrem Besitz. — CANNES. Der Anführer der Bande, die die Juwelen der Gattin Aga Chans raubten, ist ermittelt worden. Es handelt sich um einen 38jährigen Mann der nach der Schweiz entkommen konnte. Die schweizerische Polizei hat die Fahndung aufgenommen. (AU* nicht flSNldmetsn Naduiditoi DBNtA) Wahlkreis Wahlbeteiligung •/. CDU SPD DVP KPD Notgemeinschaft und andere Mandate gewählt ist: Karlsruhe-Stadt 70,9 25 044 33 837 15118 3015 8542 Dr. Hermann Veit, SPD Pforzheim, Karlsruhe-Länd 73,8 34 663 28 706 13 090 8092 15 870 Gottfr. Leonhard, CDU Stuttgart-West 68,0 20 490 31 686 21 487 10 809 15 465 Clara Döhring, SPD Stuttgart-Ost 70,3 21 104 38 333 27 069 14 369 21 281 Erwin Schoettle, SPD Rastatt, Bühl, Baden-Baden 71,3 49 733 15 394 12 389 4158 1934 Frz. Morgenthaler, CDU Mannheim-Stadt 62,6 24 100 37 470 12 594 18 312 5411 Prof. Carlo Schmid, SPD Bruchsal 28 712 12 575 5532 2586 9514 August Neuburger, CDU Gesamtergebnis ▼ on Württemberg-Baden 71,8 542 208 441 094 318 424 129 239 317 030 Südbaden 60,9 277 274 128 608 34 601 22 754 19 481 WIESBADEN, 14. Aug. Die erste alle Wahlplakate : mit Hakenkreuzen wagen fuhren am Vormittag durch Wahlschlacht für die deutsche Bun- versehen und in Neustadt a. d. Hardt die Stadt und riefen die Bevölke- desrepublik ist geschlagen. Ihr Ver- forderten ehemalige Nazis die Wäh- rung zur Wahl auf. An verschiede- lauf war erfreulicherweise unblutig, 1er auf, ihre Wahlzettel durch die nen Stellen wurden s Raketen abge- die Teilnahme an ihr unterschiedlich. Die „hohe“- Politik kam nur dadurch zum Zuge, daß die Militärregierung in Hamburg einen Wahl- werbeballon von »einer Höhe herunterließ (wegen Gefährdung der Luftsicherheit), Während ein gleicher Ballon in Frankfurt ungehindert weiter oben schweben durfte. Außerdem hatten die Konsulate in Bremen in den Farben ihrer Länder geflaggt. Die Deutsche Partei durfte mit Genehmigung der Militärregierung in Wilhelmshaven schwarz-weiß-rot zeigen. Auf der Zugspitze war in der Nacht vor der Wahl 1 Meter Neuschnee gefallen. Unten in Gartnisch waren die Kurgäste nicht abgereist, um daheim ihrer Wahlpflicht zu genügen. In Bad Oldesloe hatte man in der Nacht vor der Wahl Unterschrift „Staatsbürger zweiter Klasse“ ungültig zu machen. Die Bundeswahlbehörde rechnete nach Angabe des bizonalen statistischen Amtes mit einer möglichen Stimmenzahl von 30 Millionen Wahlberechtigten, die in 242 Wahlkreisen an die Urne gehen konnten. * KÖLN, 14. Aug. Bei strahlendem Sonnenschein ging am Sönntag die große Mehrheit der acht Millionen in Nordrhein-Westfalen, dem Land nicht nur mit der größten Bevölkerungszahl, sondern auch mit der unterschiedlichsten sozialen. Schichtung aller deutschen Länder, zur Wahlurne. ; ~ Wohl die stärkste Wahlbeteiligung konnte in Bonn, der Geburtsstadt der künftigen Bundesrepublik, registriert werden. Lautsprecher- Heimkehrer gegen Kommunisten ' Erbitterte Rußlandheimkehrer stören Wahlversammlungen FRANKFURT, 14. Aug. (UP) Mit besten Gegenargumenten versehen, drangen am Samstag mehrere, gerade aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrte frühere deutsche Soldaten, in zwei kommunistische Wahlversammlungen ein und brachten die Redner zum Schweigen. — In Walsrode, britische Zone, griffen einige ehemalige Kriegsgefangene einen kommunistischen Parteifunktionär mitten in einer Rede an und wurden gegen ihn handgreiflich, so daß er auf einer Bahre aus der Versammlung getragen werden mußte. — In Bentheim, ebenfalls britische Zone, stieg ein ehemaliger Kriegsgefangener bei einer kommunistischen Wahlversammlung auf die Rednertribüne und schrie in die anwesende Menge, auf seine zerlumpte Uniform zeigend, die er bei seiner Entlassung aus so- Neuer Staatsstreich in Syrien Staatschef und Ministerpräsident wurden erschossen DAMASKUS, 14. August (DENAREUTER). Der syrische Staatspräsident Oberst Husni Zaim und Ministerpräsident Mohsen Barazi wurden, einem über Radio Damaskus verbreiteten Kommunique zufolge, in den frühen Morgenstunden des Sonntag von den Anführern einer gegenrevolutionären Bewegung gefangengesetzt und von einem sofort ins Leben gerufenen Kriegsrat zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde unverzüglich vollstreckt und beide Staatsmänner durch Erschießen hingerichtet. Oberst Sami Hinnawi, der als ein '-hemaliger Offizier Husni Zaims be- -eichnet wird, soll in Damaskus di« Gewalt an sich gerissen haben. Im Verlauf des Sonntagvormittags vurden mehrere Proklamationen erlassen. in denen Oberst Sami Hinnawi die Gründe für den neuen Staatsstreich därlegte. Zaim wird beschuldigt. seine Vollmachten mißbraucht, öffentliche Gelder verschwendet, Gesetze gefälscht und die persönliche Freiheit eingeschränkt zu haben. Die syrische Armee habe sich daher entschlossen, das Land „von dem Tyrannen zu befreien“. Die Militärs werden, wie es weiter heißt, die Staatsgewalt nur für kurze Zeit schossen. Schon um 10 Uhr bildeten sich Schlangen vor dem Wahllokal in der Nachbarschaft des schwarzrot - gold - beflaggten Parlamentsgebäudes, des sogenannten „Weißen Hauses“, wo auch am Sonntag Maurer und andere Arbeiter emsig beschäftigt waren. Köln hatte am Wahltag ein festliches Gewand angelegt. Messefahnen und Wimpel schmückten Brük- ken, Bahnhöfe und Straßenbahnen, und am Nachmittag zog als Auftakt der in den nächsten Tagen in Köln beginnenden Deutschen Blumenbinderausstellung ein farbenprächtiger Blumenkorso von 25 Kraftwagen und 25 Radfahrern durch die Stra- Karlsruhe-Land wählte Gottfried Leonhard Der Landtagsabgeordnete Gottfried Leonhard (CDU) wurde mit 34 663 Stimmen vor 28 706 Stimmen der SPD bei den Bundestagswahlen als Bundestagsabgeordneter gewählt. (SAZ-Bild) ßen. In einem Arbeiterviertel der Domstadt kam es in den ersten Morgenstunden zu Schlägereien zwischen Klebekolonnen der SPD und KPD, wogegen aus den anderen Großstädten des westfälischen Raumes keine Auseinandersetzungen gemeldet -Wuiden. wjetischer Kriegsgefangenschaft erhalten hatte, „es soll uns niemand etwas über die Sowjetunion erzählen, wir kennen die Lage dort nur zu gut“ — Ein andere Gruppe ehemaliger Kriegsgefangener warf in der letzten Woche in Niedersachsen einen kommunistischen Propaganda- Lastwagen um. Tumult um Ehard BAMBERG, 14. Aug. (DENA) Am Samstagabend kam es in Bamberg im Anschluß an eine CSU-Kund- gebung zu Tätlichkeiten gegen den bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Hans Ehard. Unter Steinwürfen und „Heil Loritz“-Rufen einer größeren Menschenmenge mußte er unter Polizeischutz zur Polizeiwache und von dort in .seine Wohnung gebracht werden. Wer macht das Rennen? KARLSRUHE, 15. Aug. (SAZ).Um 3,30 Uhr lagen laut UP die Endergebnisse au« 315 der 242 Wahlkreise vor. Es wurden gewählt: 104 Kandidaten der SPD (davon 13 von Er- gänzungsligten), 104 der CDU/CSU (davon sieben von Ergänzungs- listen) 5 der KPD (alle fünf von Ergänzungslisten), 23 der FDP (davon elf von Ergänzungslisten), 6 Deutsche Partei (davon einer von Ergänzungslisten), 8 der Bayern- Partei und 3 Unabhängige. Nach den letzten Berechnungen sind in Württemberg-Baden 12 Abgeordnete der CDU (davon 11 in direkter Wahl), 10 Abgeordnete der SPD (davon 5 in direkter Wahl), 7 Abgeordnete der DVP (davon 2 in direkter Wahl), zwei Abgeordnete der KPD (ln indirekte- Wahl), ein Abgeordneter der Notgemeinschaft und ein unabhängiger Abgeordneter gewählt worden. Bel einer Betrachtung der prozentualen Verteilung der Stimmen im Gesamtergebnis von Württemberg- Baden ergibt sich folgendes Bild (in Klammern die Vergleichszahlen aus den letzten Landtagswahlen): übernehmen und später „aufrichtigen und loyalen politischen Führern“ übertragen. Husni Zaim hatte die syrische Regierung am 30. März dieses Jahres nach einem unblutigen Staatsstreich übernommen. Aufgrund der Wahlen vom 25. Juni wurde er offiziell Staatspräsident. Er ernannte den ehemaligen syrischen Gesandten in Aegypten und Saudi-Arabien. Mohsen Barazi, zum Ministerpräsidenten. — Nach amtlichen Berichten ist die Lage in ganz Syrien ruhig. Auch in der Hauptstadt Damaskus geht das Leben wieder seinen normalen Gang. Attentatsversuch auf Tito ROM, 14. Aug. (UP) Mehrere italienische Blätter meldeten aus Triest, daß Agenten des Kominform Ende Juli versucht hätten, Marschall Tito zu ermorden. Aus den Berichten geht hervor, daß es den jugoslawischen Behörden rechtzeitig gelang, den Anschlag aufzudecken. Etwa 30 Personen seien im Zusammenhang mit dem geplanten Attentat verhaftet worden. Der , Anschlag sollte in Füa ausgeführt werden. W ahlbeteiligung 71,8»/. (71,7»/.) CDU 31,6°/» (38,3»/.) SPD 25,2»/. (31,8°/.) DVP 18,2°/o (19,4»/.) KPD 7,4»/o (10,5»/.) Notgemeinschaft 16,7»/. Unabhängige 1,4°/. In Südbaden ergeben sich für die vier Parteien folgende Prozentergebnisse: ■ CDU 51,l 8 /o (49,8»/.) SPD 23,Wo (25,6°/o) DVP 17,5»/o (19,l°/u) KPD 4,2°/o (6,0°/o) In sämtlichen sieben Wahlkreisen siegten CDU-Kandidaten. Aus der Landesergänzungsliste erhalten außerdem die SPD — 3 und die DVP — 2 Sitze. Berlin wählte seine Vertreter für den Bundestag BERLIN, 14. Aug. (DENA). Als Vertreter der Berliner Bevölkerung beim Bundestag der Bundesrepublik Deutschland wählte die Berliner Stadtverordneten - Versammlung in einer Sondersitzung die folgenden acht Persönlichkeiten: Willi Brandt (SPD), Paul Lobe (SPD), Dr. Heinrich Krone (CDU), Franz Neumann (SPD). Dr. Hans Reif (FDP), Louise Schröder (SPD), Dr. Otto Suhr (SPD) und Dr. Robert Tillmann (CDU). 62 Priester angeklagt PRAG. 14. Aug. (UP) Polnische Bezirksgerichte haben 62 Priester wegen Verstoß gegen die neue * Verordnung der Regierung „zum'Schutz des Gewissens und der Religion“ angeklagt, meldet Tanjug aus Warschau. Die neue — kürzlich von der polnischen Regierung erlassene — Verordnung ist als Gegenmaßnahme gegen die Exkommunizierungsorder des Vatikans gedacht. Keine Reparationen an die UdSSR? Sowjets kamen ihren Verpflichtungen nur unvollkommen nach LONDON, 14. Aug. (Von Karol C. Thaler. Korrespondent der United Press). Aus zuverlässige^ Quelle verlautete, daß die Westmächte sich mil dem Gedanken tragen, die Reparationsleistungen aus Westdeutschland an die Sowjetunion ganz einzustellen. Eine endgültige Entscheidung in dieser Angelegenheit werde wahrscheinlich im kommenden Monat gefällt werden, wenn die Außenminister der drei westlichen Großmächte in Washington Zusammentreffen. Zuverlässige Gewährsleute behaupten zu wissen, daß zwischen den drei westlichen Großmächten bereits Vorbesprechungen über dieses Thema aufgenommen worden seien Die Reparationsleistungen an die Sowjetunion wurden im vergangenen Jahr in der britischen und fran- zöischen Besatzungszona Deutschlands unmittelbar nach der Verhängung -der Berliner Blockade durch die sowjetischen Behörden, eingestellt. In der amerikanischen Zone war eine ähnfrehe Maßnahme bereits früher getroffen worden. Die drei Westmächte kamen anschließend überein, die fLieferungen an die Sowjetunion nur unter der Bedingung wieder aufzunehmen, laß die Blok- kade Berlins vollständig aufgehoben werde. Von informierter Seite wurde darauf hingewiesen, daß die UdSSR sich mit den Rohstoff- und Lebensmittel- iieferungen, mit denen die Reparationsleistungen zum Teil aufgewogen werden, stark im Rückstand befinde. Die Sowjetunion ist bisher den von' ihr übernommenen Verpflichtungen nur in einer sehr unvollkommenen Weise nachgekommen. Seite 3 I Nummer IST S AZ Sflbntag, W. August 194* Wiedergutmachungs-Ansprüche politisch Verfolgter Die wichtigsten Bestimmungen des Entschädigungsgesetzes — 150 DM für jeden Monat politischer Haft Verfolgten für jeden vollen Monat eine Entschädigungssumme von 150 DM gewährt. Entschädigung für Eigentum Das Gesetz sieht ferner eine Entschädigung an Eigentum vor. die jedoch die Höhe von 75 000 Mark nicht übersteigen darf und nur dann in Geld geleistet wird, wenn die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes nicht möglich, zweckmäßig oder zumutbar ist. Das betreffende Eigentum muß sich im Reichsgebiet nach dem Stande vorn 31. Dezember 1937 befinden. Auch gezahlte Reichsfluchtsteuer ist nach dem Entschädigungsgesetz zurückzuerstatten. D'e Rückgabe von Steuerbeträgen von über 50 000 Mark kann Summen- oder Quotenmäßig begrenzt und auf Jahresbeträge verteilt werden. Entschädigung für berufliche Nachteile Wurde ein Verfolgter in semer beruflichen Laufbahn behindert oder in seiner freiberuflichen, seiner land-, forstwirtschaftlichen oder gewerblichen Tätigkeit geschädigt, so hat er Anspruch auf Wiedergutmachung. Hierunter fallen besonders Benachteiligungen durch Anwendung von Ausnahmegesetzen, wie das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April' 1933, die Änderung der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich vom 6. Juli 1938, die Verordnung zur Ausschaltung der deutschen Juden aus dem Wirtschaftsleben vom 12. November 1938 und die Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens vom 2. Dezember 1938. Beamte haben Anspruch auf vorzugsweise Wieder- einstellung möglichst in der Rechtsstellung, die der Betreffende ohne seine Entlassung erreicht hätte. Dabei sollen unterbliebene Beförderungen nachgeholt werden. Zum Ausgleich des Verlustes an Dienstbezügen erhält der Beamte eine entsprechende Entschädigung. Personen, die aus einem freien Berufe verdrängt wurden, soll die Betätigung in ihrem früheren Berufe wieder ermöglicht werden. Sind hierzu Geldmittel erforderlich, soll das Land zinslos oder gering verzinsliche Darlehen zur Verfügung stellen, wenn die Gelder anderweitig nicht verschafft werden können. Wurde einem Verfolgten oder seinen Hinterbliebenen aus den im Gesetz vorgesehenen Gründen eine Versorgungsrente entzogen, weil er auswanderte oder in Haft genommen wurde, so ist dieselbe rückwirkend wieder zu gewähren. Schäden in der Sozialversicherung sind wiedergutzumachen. Zuständigkeit Die Wiedergutmachung wird von dem Land gewährt, in dem der Verfolgte am 1. Januar 1947 seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hatte, dem er zu einem späteren Zeitpunkt als Flüchtling zugewiesen wurde, in welchem er zu einem früheren Zeitpunkt gestorben oder aus dem er vor dem 1. Januar 1947 ausgewandert ist. Th. Manns Eindrücke Sn Deutschland Demokratische Kräfte in bedenklicher Minderheit ■ NEW YROK (DENA-Reuter). Thomas Mann forderte am Freitag in New York nach seiner Rückkehr aus Deutschland, daß die „wirklich demokratischen Kräfte (in Deutschland), die offensichtlich, allerdings in bedenklicher Minderheit, vorhanden sind, in ihrem Kampf gegen Nationalismus und Militarismus mehr und in jeder möglichen Weise von den westlichen Demokratien unterstützt werden.“ Er sei keinem anständigen und ehrlichen Deutschen begegnet, sagte Mann, der über den zunehmenden Nationalismus in seinem Lande nicht äußerst besorgt gewesen sei. An diesem Zustand sei zum großen Teil die eigenartige Tatsache schuld, daß Nachwirkungen der NS Propaganda Bericht eines amerikanischen Sachverständigen über Deutschland BERLIN, (UP). In einem für die amerikanische Militärregierung von einem amerikanischen Fachmann ausgeanbeiteten Bericht wird erklärt, daß Westdeutschland eiii „fruchtbarer Boden“ für nationalistische Propaganda sei. Die „Denazifizierung“ im öffentlichen Dienst Deutschlands habe bereits bedrohliche Ausmaße angenommen und der Nationalismus sei im zunehmen begriffen. Ea seien Beweise ( vothanden, daß die 12 Jahre lang r die deutsche Oef* fentlichkeit beeinflußende Goebbels- Propaganda tiefe Nachwirkungen im Geist der deutschen Bevölkerung hinterlassen habe, die selbst in den führenden Kreisen der deutschen Gewerkschaftler feststellbar seien. Der Verfasser dieses Berichtes ist Dr. Joseph Mire, Direktor der Wirtschafts-, Forschungs- und Erziehungsabteilung für amerikanische Gemeinde- und Bundesbeamte. Er ist Berater des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes AFL und kam nach Deutschland, um die Lage der öffentlichen Verwaltungen, sowie den Stand der Entnazifizierung und der Demokratisierung zu studieren. • Dr. Mire. erklärt, es sei schwer feststellbar, cfo die nationalistischen Tendenzen ln Deutschland tatsächlich zugenommen haben oder ob sie in Wirklichkeit niemals verschwunden gewesen seien. Vielleicht seien sie hur überdeckt gewesen und würden sich nunmehr langsam wieder hervorwagen. Er habe zahlreiche Deutsche gesprochen, die übereinstimmend erklärt hätten, der zweite Weltkrieg sei von den Westmächten verschuldet worden, weil sie Deutschlands industriellen und technischen Fortschritt nicht hätten billigen wollen. Diese Deutschen verwiesen außerdem auf die „Ungerechtigkeit“ des Versailler Friedensvertrages, durch 1 den Deutschland "seine Kolonien verloren habe und daher gezwungen worden sei, sich „neuen Lebensraum“ zu suchen. Zur Entnazifizierung sagt Dr. Mire, „Freunde und Feinde“ der Entnazifizierung, Besatzungsstellen sowie deutsche Behörden stimmten darin überein, daß die Entnazifizierung ein Fehlschlag gewesen sei. Es seien genügend Beweise dafür vorhanden, daß die öffentlichen Verwaltungsstellen weitgehend mit ehemaligen Nazis besetzt seien. Im Lande Hessen zum Beispiel seien 40 Prozent aller Angestellten und Beamten des öffentlichen Dienstes ehemalige Nazis. Dies sei eine sehr beunruhigende Entwicklung, die schwerwiegende Folgen haben könne, wenn nicht entweder die Militärregierung oder die deutschen Behörden in dieser Angelegenheit Abhilfe schaffen. die Deutschen die Ursachen ihrer gegenwärtigen Lebensbedingungen nicht einsehen und nicht einsehen wollten. Die meisten Deutschen behaupteten, daß es ihnen unter Hitler viel besser ergangen sei als heute. Er sei über diese Haltung besorgt, sagte Mann Mann ging dann auf die Entnazifizierungsfrage ein und meinte, daß die Art und Weise, in der dieses Problem behandelt werde, eines der beunruhigendsten Symptome sei. Seinen Besuch in der Ostzone be- zeichnete Mann als „unpolitisch“. Er vertrat die Ansicht, daß erst nach einer endgültigen Verständigung zwischen Ost und West der bittere Leidensweg des Deutschen Volkes ein Ende haben könne. In der Ostzone habe er, so betonte der Dichter, über den unzerstörbaren Wert der Freiheit und der Würde der Beziehungen der Menschen untereinander gesprochen. Dies habe bei dem Teil seiner Zuhörerschaft, der gegen das Regime eingestellt sei, großen Beifall ausgelöst. Die Bevölkerung der Ostzone sei geteilt, die jüngere Generation unterstütze das sowjetische Regime und dip älteren Leute lehnten es ab. „Goethe-Scheck“ gesperrt BERLIN, 14. Aug. (DENA). Der Präsident der Ostzonen-Verwaltung für Volksbildung, Paul Wandel, hat einer Meldung des amerikanischen lizenzierten „Abend“ zufolg.e, den Scheck über die, Geldprämie des an Thomas Mann verliehenen Goethe- Preises der Ostzone sperren lassen. Wie der „Abend“ am Samstag berichtete, hatte Thomas Mann den Schede in Höhe von 20 000 Ostmark dem Sekretär des 1 Goetheausschusses, Sobais, übergeben. Dieser sollte das Geld für den Wiederaufbau der Herderkirche in Jena verwenden und dem Dichter hierüber berichten. Nachdem Thomas Mann Weimar verlassen hatte, so geht aus dem Bericht des „Abend“ weiter hervor, sei der Schede von Wandel zurückgefordert worden, da er selbst den Wiederaufbau der Herderkirche leiten wolle. Als Sabais unter Berufung auf den persönlichen Auftrag Thomas Manns die Herausgabe des Schecks verweigere, habe Wandel die Sperrung verfügt. PETER VOSS »E» M1VV' oMEND '*B Roman von Ewger Seeliger 84. Fortsetzung Nachdrude verbotenl Copyright by E. G. Seeliger STUTTGART. (DENA) Das Ent- echädigungsgesetz des Süddeutschen Länderrats, mit dessen Inkrafttreten nach seiner Billigung durch die Militärregierung in Kürze gerechnet wird, enthält in 53 Paragraphen Beetimmungen über Wiedergutmachungsansprüche auf Grund politj- echer, rassischer und religiöser Verfolgung, über den Kreis der Wieder- gutmachungs-Berechtigten. über die Wiedergutmachungsfälle im Einzelnen, über Höhe und Art der Entschädigung sowie über Verfahrensfragen bei deren Entschädigung. Das Gesetz soll in der gesamten US- Zone Anwendung finden und wird rückwirkend mit dem 1. Januar 1949. rechtskräftig. k Kreis der Berechtigten -Nach dem Entschädigungsgesetz hat jeder ein Recht auf Wiedergutmachung, „der unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wegen seiner politischen Überzeugung, aus Gründen der Rasse, des Glaubens oder der Weltanschauung verfolgt wurde und hierdurch Schaden an Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit, Eigentum, Vermögen oder in seinem wirtschaftlichen Fortkommen erlitten hat“. Kein Recht auf Wiedergutmachung hat, „wer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft Vorschub geleistet hat, wem nach dem 8. Mai 1945 die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt wurden, oder wer nach dem 8. Mai 1945 rechtskräftig zu Zuchthausstrafen von mehr als drei Jahren.-verur- teilt wurde“. Ein Entschädigungsanspruch besteht, „wenn eine Person in unmittelbarem Zusammenhang mit der Verfolgung vorsätzlich oder leichtfertig getötet oder in den Tod getrieben wurde“. In diesem Falle erfolgt die Wiedergutmachung durch Gewährung einer Geldrente an die Witwe, an Kinder, sofern sie nach dem Beamtenbesoldungsrecht Kinderzuschläge erhalten können, an elternlose Enkel, die der Verfolgte zur Zeit seines Todes unentgeltlich unterhalten hatte, bis zur Vollendung dea 16. Lebensjahres und an Verwandte der aufsteigenden Linie, deren Lebensunterhalt ganz oder überwiegend durch den Verfolgten bestritten wurden, für die Dauer der Bedürftigkeit. Für die Zeit seit dem Tod« deS Verfolgten bis zur Gewährung der Geldrente wird eine Kapitalentschädigung gezahlt Für gesundheitliche Schäden Hat ein Verfolgter während der Nazizeit an seiner Gesundheit Schaden gelitten, so muß das betreffende Land die Kosten eines Heilverfahrens übernehmen. Bel einer Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von mindestens dreißig Prozent wird eine Geldrente gewährt. Für die Zeit bis zur Gewährung der Geldrente, wird eine Kapitalentschädigung und im Todesfall« eine Rente für die Hinterbliebenen gezahlt. Entschädigung für politische Haft Für politische Haft, militärische Inhaftierung — Untersuchung«-, Straf-Konzentrationslager und Qhet- tohaft sowie die Zuweisung zu einer Wehrmachtsstrafeinheit wird den „Und nun endlich, Exzellenz,“ hieb Dodd in dieselbe Ehtrüstungskerbe, „können Sie diesen Banditen einen entscheidenden Schlag versetzen! Bitte, lassen Sie diese günstige Gelegenheit, bei der Sie auf meine ebenso diskrete wie nachdrückliche Hilfe rechnen können, nicht ungenützt vorübergehen! Ich pflege, gegen zehn Prozent vom Umsatz, jeden Auftrag entgegenzunehmen, der nicht wider die guten Sitten verstößt. Was ja in diesem Falle vollkommen ausgeschlossen ißt!“ „Ich hätte,“ schnaubte Dimitrij To- lowyn augenrollend, „diesen Iwan Bassarow hängen lassen sollen!“ „Nicht zu empfehlen, Exzellenz!“ winkte Dodd ab. „Denn ein Gehängter kann nicht mehr erben! Er kann auch keinen Revers unterschreiben, worin er Ihnen einen angemessenen Teil der Summe rechtskräftig abtritt! Immer vorausgesetzt, daß es in Ihrer Macht steht, ihn ln Freiheit zu setzen.“ „Er ist ja schon nach Petrokows- Skij unterwegs!“ knirschte der Poli- zeimelßter. „Nach Sachalin!“ „Tut nicht«, Exzellenz!“ versetzte Dodd kaltblütig. „Ich werde ihn schon finden! Ein Federzug von Ihrer Hand genügt! Fünfzig zu fünfzig! Er verzichtet zu Ihren Gunsten auf eine Million, und Sie begnadigen ihn dafür. Ein glattes Geschäft, bei dem keiner benachteiligt wird!“ Auf dieser soliden Geschäftsbasis kam die Einigung rasch zustande. Dodd erhielt einen an Oleg Purisch- kewitsch, den Direktor des Strafbergwerks Petrokowskij, gerichteten Ganzgeheimbefehl, wonach der eich zur Zeit noch auf dem Transport befindliche und dortseitig wohlbekannte Strafgefangene Iwan Bassarow nach Unterzeichnung der beigefügt«! Erklärung ohne alles Aufsehen dem amerikanischen Detektiv Bobby Dodd übergeben werden sollte, und wurde in Gnaden entlassen. Aber bereits eine Stunde später kam Dimitrij Tolowyn, dafür war er ein in der Wolle gefärbter Stockrusse, auf den fabelhaft verschmitzten Gedanken, sich auch die andere der beiden 1} ollarmd llionen zu sichern, und brachte sofort einen zweiten an Oleg Purischkewitech gerichteten Ganzgeheimbefehl zu Pa-, pier, wonach der Strafgefangene Iwan Basarow nur dann in Freiheit gesetzt werden sollte, wenn er eich dazu verstände, die gesamte Erbschaftssumme abzutreten. Um dieVer- lockung dazu zu erhöhen, fügte Dimitrij Tolowyn außer dem mit einem frischen Ausreisevisum versehenen Paß auch die beschlagnahmte Brieftasche bei, deren auf etwa viertausend Dollar sich belaufener Inhalt von Ihm durch eine dem Geheimfonds entnommene Tausendrubelnote vergrößert wurde. Worauf noch an demselben Abend diese siebenfach versiegelte amtliche Einsendung der Post anvertraut werden konnte. Unterdessen verhandelte Dodd mit der verwitweten Pelagia Basarow die an der Brunzewbrücke mit ihrem dreijährigen Söhnchen in guten Verhältnissen bei ihren Schwiegereltern wohnte, und erfuhr von ihr, daß sie den Reisepaß für ihren in Berlin verstorbenen Gatten nach dessen Angaben im vergangenen Jahre von einem ihr namentlich nicht bekannten Beamten des Moskauer Magistrats gegen ein Schmiergeld von fünfhundert Rubel erhalten hatte. Uebefali ’ dieselben Parasiten! dachte Dodd achselzuckend. Armes Rußlandl Nachdem er Pelagia Basarow wegen der Erbschaft auf die Zukunft vertröstet hatte, kehrte er ins Hotel Metropol zurück. Um diese Zeit empfing Polly in der Hoteloffice außer eintausend Dollar in Rubelnoten dieses kummerdämp- fende Kabelgramm: Scheidung perfekt William au zweimalhunderttausend verurteilt. Sein neuer Film machte volle Häuser. Hat schon die Hälfte bezahlt. In Kupferpapieren, die idh behalte, da sie weiter steigen. Worüber er sich furchtbar ärgert. Laß Peter laufen. Millionendiebe sind nicht mehr modern. Es gibt schon vdelzuviele davon. Ich soll jetzt einen Vamp spielen. Halte den Daumen. Wenn du hierherkommst, besorge Ich dir sofort eine nette Rolle. Macht nicht die geringsten Schwierigkeiten. Denn dir allein verdanke ich mein ganzes Glück. Ich habe ihn nur genommen, weil du es gewollt hast. Zehntausend Küsse von Deiner überglücklichen Daisy. Sie hat es geschafft! seufzte Polly, als sie wieder auf ihrem Zimmer saß und die Rubelscheine überzählte. Und ich werde mich auch nicht unterkriegen lassen! Ach, es ist rein zum Verzweifeln! Wenn ich nur wüßte, wo er steckt! Sie erfuhr es wenige Minuten später durch Bobby Dodd, der sie nun, ohne ihr die geringsten Vorwürfe zu machen, in alles einweihte, was er inzwischen erreicht hatte. „Wieder verhaftet?" entsetzte sie sich. „Und schon nach Sachalin unterwegs!“ „Sachalin? Was ist das?“ „Eine langgestreckte Insel im Fernen Osten. Die nördliche Hälfte gehört Rußland, die südliche ist japanisch. Und wir müssen uns beeilen! Denn was wird dieser Oleg Purisch- kewitsch beginnen, wenn man ihm Ein tolles Gangsterstück BEERFELDEN, 14. Aug. (DENA) Etwa 15 maskierte Räuber überfielen in der Nacht zum Samstag das Schloß Krähberg bei Beerfelden im Odenwald und entwendeten dort Schmucksachen und Wertgegenstände im Werte von 100 000 DM. Die Banditen drangen in das Zimmer der 80jährigen Gräfin Erbach-Fürstenau, der Mutter des Besitzers, ein und rissen der im Bett liegenden Frau mehrere Brillantringe von den Fingern. Anschließend sprengten sie mit Brecheisen sämtliche Schränke und Truhen auf. Erst nach drei Stunden suchten sie mit reicher Beute in einem Kraftwagen das Weite. Der Ueberfall wurde von Komplizen. die rings um das Schloß verteilt waren, gesichert. Sämtliche Telefonleitungen in der Umgebung des Schlosses waren von den Banditen durchschnitten worden, so daß die Gendarmerie erst i,n den Morgenstunden alarmiert werden konnte. Die Landeskriminalstelle Süd in Darmstadt hat eine Großfahndungsaktion eingeleitet. Reichswerke protestieren BRAUNSCHWEIG, 14. Aug. (DENA) Der Oberbürgermeister von Watenstedt-Salzgitter, Dr. Wilhelm Hock, teilte am Freitag den drei künftigen Hohen Kommissaren und dem Mar- shallplan-Administrator für Deutschland in einem Telegramm mit, daß die Stadt auf einer außerordentlichen Sitzung am 18. August gegen die Demontage der Reichswerke protestieren will. Die interalliierte Reparationsagentur in Brüssel hatte am Freitag von den Demontageobjekten der Reichswerke Watenstedt-Salzgitter neun betriebsfähige und zwei im Bau befindliche Hochöfenteile als Reparationslieferungen Belgien, Frankreich, Großbritannien und Jugoslawien zugesprochen. Deutschland - Rundschau VEREINTE WESTZONENi München (UP). Die hiesige Spruchkammer stufte den ehemaligen Leibarzt Hitlers, Dr. Theodor Morell, in die Gruppe der Hauptschuldigen ein. — Frankfurt (UP). Die amerikanischen Luftstreitkräfte kündigten die Auflösung des anglo-amerikanisdien Hauptquartiers für die Luftbrücke zum 1, September an. — Bremen. Das einer Hamburger Rederei gehörende Spezialschiff „Spongia“ wird im September dieses Jahres zur Haifischjagd und zur Erforschung von Schwammvorkommen nach Westindien auslaufen. — Fulda (UP). Die alljährlich in Fulda stattfindende wichtigste Konferenz der katholischen Bischöfe Deutschlands, an der alle deutschen Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle teilnehmen, findet in diesem Jahre vom 23.—25. August statt. SOWJETZONE: Berlin. Gegen die Zeugen Jehovas hat in der Ostzone eine neue Verhal- tungswelle begonnen. Besonders in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind die Arbeiten der Bibelforscher-Gemeinden durch sowjetische Kontrolloffiziere unmöglich gemacht worden. (Alls nicht gezeichneten Nachrichten: DENA) Llzenz-Nr. US-W B 122. Herausgeber und Chefredakteure Felix Richter und Karl Wisselindc. Redaktionsmitgliede. Max Geisenheyner, Helmut Haag. Wilhelm Hauenueyer, Rudolf John, Rolf Kroseberg, Dr. Walter Oberkampf, Otto Peter Paeffgen, Hildegard Pleritz, Adolf Rohrhirsch. Josef Werner. — MH vollem Verfsi- ser-Nameu gezeichnete BeH'äge stellen nicht unbedingt die Meinung 1er Redaktion dar. Nachdruck von Origiru,l*BeUrfia°n nur mit Ge« nehmigung gestattet das Zitierurnsrecht bleibt unberührt. — Für uuveriengt eingeeandte Manuskripte keine Gewähr. — Verlag: Süddeutsche Allgemeine Zeitungsverlag GmbH. Verlagsdirektor Dip -mg Herbe 1 ' Lohmeyer. zumutet, über einen falschen Iwan Basarow zu quittieren? Ja, es besteht sogar die Gefahr, daß er die Annahme verweigert! Das leuchtete Polly ein und Bobby Dodd erwies sich sogleich, wie auch, in der Folge, als ein vorbildlicher Reisemarschall, zumal seine russischen Sprachkenntnisse den eisen- bahnlichen Anforderungen durchaus gewachsen waren. Schon drei Stunden später bestiegen sie den sehr bequemen, in dieser frühen Jahreszeit aber nur schwach besetzten Sibirien-Expreß, der gleich darauf, wie aufgeschreckt, davonzurollen begann, um eie, immer der Sonne entgegen, im Laufe der nächsten beiden Wochen durch den schmelzenden Schnee dieser weiträumigsten aller irdischen Tiefebenen bis ans Ufer des Stillen Ozeans zu befördern. Jetzt hatten sie Muße genug, alles in Ruhe zu besprechen, und sie waren auch entschlossen, davon den ausgiebigsten Gebrauch zu machen. In diesem Augenblick wurde Iwan Basarow, der sich längst in dem von einer bis an die Zähne bewaffneten Kosakenhorde bewachten Sammel- iager bei Ufa befand, mit zwei gleichfalls nach Petrokowsky verbannten Revolutionären zusammengekoppelt. Die dabei benutzte Fußkette war daumenstark; hatte eine Gesamtlänge von sieben Metern und eignete sich vortrefflich dazu, jeden Fluchtgedanken im Keime zu ersticken. Fortsetzung folgt. t Montag, 15. August 1943 S AZ Nummer 157 / Seite S Dr. Veit vertritt Karlsruhe im Bundestag Mit 8 800 Stimmen Vorsprung bleibt die SPD die stärkste Partei — Prozentuale Stimmenverluste der SPD und DVP zugunsten der Notgemeinschait — CDU behauptet ihre Stellung - Leichter Stimmenzuwachs der Kommunisten — Wahlbeteiligung: 70,95 Prozent Der Wahltag Als am Sonntagvvormittag 8 Uhr die 94 Wahlbezirke der Stadt Karlsruhe ihre Türen öffneten und eine Reihe von fliegenden Wahlkommissionen die Wahlzentrale in der Hans- Thoma-Straße verließen, hatte ein Wahlbezirk bereits vier Stunden Arbeit hinter sich: Es war das Wahlamt am Hauptbahnhof, wo alle Durchreisenden oder solche, die mit den Frühzügen verreisen wollten, mit Stimmscheinen wählen konnten. Von dieser Einrichtung wurde überraschend viel Gebrauch gemacht. Gegen Mittag schon hatten über 300 Wahlberechtigte dort ihre Stimmen abgegeben. „Hat ja doch keinen Sinn!“ Es hatte am Vormittag durchaus nicht den Anschein, als würde eine so hohe Wahlbeteiligung zustande kommen, wie sie dann nach Abschluß der Wahlzeit tatsächlich ermittelt wurde. Zunächst tröpfelten die Wähler nur vereinzelt in die Lokale, und der Radfahrerstrom, das herrliche Sommerwetter nutzend, setzte schon sehr ’früh ein. Wir unterhielten uns mit einigen der jungen Karlsruher, die schon vor Wahlbeginn auf den Stahlrössern die Stadt verließen. Sie schüttelten la- Endgültiges Ergebnis am Donnerstag Die Ermittlung des endgültigen Wahlergebnisses für den Wahlkreis Karlsruhe-Stadt wird am Donnerstag, den 18. August 1949, 8.30 Uhr, in einer öffentlichen Sitzung des Kreiswahlausschusses im Gebäude des Ernährungsamtes, Otto-Sachs- Str. 5, Zimmer 44, durchgeführt. Ho. chend den Kopf, als wir sie fragten, ob sie schon gewählt hätten oder Stimmscheine besäßen: „Das hat ja doch keinen Sinn, „wir gehen heute baden!“ Es war kein ermutigender Beginn. Erst als die 8 Uhr-Gottesdienste zu Ende gegangen waren, also gegen 9 Uhr, wurde, es lebendiger. Vor den Wahllokalen waren die üblichen Plakate aufgestellt, und einige Parteien verteilten die letzten Flugblätter. Ein Flugblatt der SPD, das v wohl noch in den allerletzten Stunden angefertigt worden war, beschäftigte sich mit dem Inhalt eines DVP-Flugblattes, das die geheime Stadtratssitzung am Freitag bzw. das Schicksal der 290 AAK-Arbeiter zum Gegenstand hatte. Es war die letzte spürbare Propaganda unmittelbar vor der Wahl. Aber es schien, als hätten die, die zur Wahl gingen, sich ihre klare Meinung schon gebildet. Die meisten schenkten den Flugblättern keine Beachtung mehr. Der Zweikampf Ueberall dominierten vor den Wahllokalen die Plakate der CDU und SPD. Ueberraschenderweise hielt sich die Propaganda der KLD in mäßigen Grenzen. Jedem Beobachter war wohl schon in den frühen Morgenstunden klar, daß es zwischen den Männern, deren Bilder in den letzten Tagen zu Tausenden die Stadt überschwemmt hatten, zwischen Dr. Veit nämlich und Wilhelm Baur, zu einem heißen Zweikampf kommen würde. Einer von beiden würde in Karlsruhe den Sieg davontragen, wobei die SPD und damit Dr. Veit, auf Grund der vorausgegangenen Wahlen als Favorit gelten konnte. Kurz nach 9 Uhr erschien einer der beiden Rivalen an der Urne: Wilhelm Baur, der im Studentenhaus — seltsam, wenn man darüber nachdenkt — sich selbst wählte. Aber die anderen Kandidaten taten selbstverständlich nichts anderes, so Dr. Veit, der kurz vor 14 Uhr in der Leopoldschule seine Stimme abgab. Besuch im Krankenhaus Um diese Zeit lagen übrigens schon die Ergebnisse aus den Krankenhäusern vor. Sie wurden zwar vom Wahlamt nicht bekantgegeben, aber der Berichterstatter, der Gelegenheit hatte, die Wahlkommission im Städt. Krankenhaus zu begleiten, wußte schon kurz nach 12 Uhr, daß dort Dr. Veit einen knappen Sieg erzieht hatte. Die Wahlen in den Krankenhäusern entsprachen übrigens nicht ganz dem erwarteten Ergebnis, weil viele Kranke, die gerne gwählt hätten, zwar über eine Wahlkarte, jedoch nicht über den erforderlichen Stimmschein verfügten. Im Städtischen Krankenhaus übrigens zeigte es sich, daß (he Frauen den Wahlen größeres Interesse entgegenbrachten als die Männer. Ein erheblich größerer Prozentsatz war bei ihnen mit Stimmscheinen versehen. Die Wahlkommissionen in den Kranken- Das voHäufige Endergebnis in Karlsruhe-Stadt (In Klammern die jeweiligen Pro zentanteile) Bundestagswahl Stadtratswahl Landtagswahl vom 7. 12. 47 vom 24. 11. 46 Wahlberechtigte 136 929 111 862 101 008 Abgegeb. Stimmen 97 845i (70,95) 63 533 (54,23) 67 944 (67,52) Ungült. Stimmen V 289 (6,43) 2 874 (4,74) 4 188 (6,16) Gültige Stimmen 91 556i (93,57) 60 659 (95,26) 63 756 (93,84) CDU (Baur) 25 044 I (27,35) 16 658 (28,84) 20 722 (32,50) SPD (Dr. Veit) 33 837 (36,96) 25 157 (43,67) 26 771 (41,99) DVP (Dr. Keßler) 15 118 i (16,51) 11 211 (19,17) 10 063 (15,78) KPD (Riedinger) 9 015 (9,85) 4 759 (8,32) 6 200 (9,73) Ngm. (Pflaumer) 8 542 (9,33) Dr. Veit führt in 73 Wahlbezirken Mit einem Vorsprung von rund 8800 Stimmen vor dem ihm folgenden Kandidaten der CDU, Wilhelm Baur, wurde bei der gestrigen Bundestagswahl in Karlsruhe Wirtschaftsminister Dr. Hermann Veit als Vertreter der SPD in den Bundestag gewählt. Die Sozialdemokratische Partei hat damit in der Stadt Karlsruhe auch weiterhin die Führung behalten. Bei einem Vergleich mit der Stadtratswahl im Dezember 1947 fällt jedoch auf, daß die SPD prozentual nicht unerhebliche Stimmen verloren hat. Auch die DVP, die bei der Stadtratswahl noch über 19 Prozent aller Stimmen auf sich vereinigen konnte, mußte Federn lassen. Der prozentuale Stimmverlust der CDU ist demgegenüber gering. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß der überraschend hohe Anteil der Notgemeinschaft an den Stimmen auf Kosten der SPD und DVP gegangen sind, zumal die KPD als einzige der vier Parteien einen geringen prozentualen Stimmengewinn verbuchen konnte. Die Wahlbeteiligung mit 70,95 Prozent ist, verglichen mit den beiden letzten Wahlen als gut anzusprechen. Eine kurze Analyse der Stimmver- schaftsminister Dr. Veit, in 73 Bezir- teilung in den einzelnen Wahlbezir- ken an erster Stelle liegt. In 26 Be- ken ergibt, daß die SPD, also Wirt- zirktn führt Wilhelm Baur, hier vor ' allem in der Südendschule. In drei Dfe Ergebnisse in den einzelnen Wahllokalen Bezirk Wahllokal Wahl- berecht. Abgegeb. Stimmen Ungült. Baur (CDU) Veit (SPD) Keßler (DVP) Riedinger (KPD) Pflaumer (Notgem.) 1— 5 Hans Thoma-Schule I. 7 332 5 037 348 921 1 835 608 953 372 6— 8 Fichteschule 4 167 2 922 173 769 856 588 224 312 9—10 Leopoldschule 3 224 2 199 136 536 652 494 179 202 11—14 Uhlandsehule 6 302 4 382 300 1 035 1 624 487 592 344 15—19 Nebeniusschule II 6 765 4 980 344 1 561 1 737 512 436 390 20—29 Südendschule I 16 921 11 538 586 3 443 3 034 2 554 .565 1 397 30—32 Helmholtzschule 4 794 3 290 178 891 935 780 186 332 33—42 Gutenbergschule I 16 033 11 210 687 2 886 3 193 2 333 676 1 315 43—44 Waisenhausschule 2 722 1 854 120 447 759 271 143 114 45—48 Hardtschule 6 033 4 091 255 1 048 1 483 573 367 360 49 Römerhof Wirtschaft 1 702 1 236 76 321 437 164 137 101 50—54 Studentenhaus 6 957 4 861 297 1 373 1 614 608 464 505 55—58 Tullaschule I 6 454 4 632 297 961 1 838 549 545 442 59—60 Neue Schule Grünwinkel 2 846 2 004 135 380 973 120 333 63 61—64 Schule Daxlanden 4 625 3 767 205 1 166 1431 181 646 138 65—67 Schule Knielingen 4 038 2 748 277 424 1 101 242 563 141 68—69 Schule Beiertheim 2 833 2 136 115 . 762 725 270 133 131 70—71 Bulach (Schäumende AH») 1 820 1 331 119 435 545 75 124 33 72—73 Nürnberger Straße 2 946 2 101 137 637 772 316 116 123 74—75 Schloßschule 2 755 2 029 137 609 745 342 102 94 76—79 Schule Rüppurr 4 819 3 546 245 897 1 332 657 161 257 80 Schule Rintheim 1 262 959 80 103 540 100 65 71 81—82 Schule Hagsfeld 1 778 1 341 149 118 703 96 228 4 n 83—87 Durlach, Friedrichsschule 6 845 5 259 332 1 103 2 153 679 487 505 88—89 Durlach, Gewerbeschule 3 193 2 295 160 503 735 475 184 238 90—92 Durlach, Handelsschule 3 973 2 966 189 664 956 672 196 289 93—94 Durlach-Aue, Neue Schule 2 459 1 69« 128 316 840 166 165 81 95 Städt. Krankenhaus 275 275 21 87 100 30 16 21 96 II. Med. und Hautklinik 144 144 9 43 63 11 7 11 97 Neues Vinzentiushaus 98 Altes Vinzentiushaus und 144 144 .. 6 70 41 14 3 10 Privatklinik Dr. Schönig 98 98 4 76 8 7 2 1 99 Neues Diakonissenhaus 100 Altes Diakonissenhaus und 154 154 6 104 21 22 — 1 Priv.-Klinik Wagner 101 Berckholzstift und Priv.-Klin. 117 117 17 34 23 34 5 4 Weinbrennerstraße 102 Landesfrauenklinik und Priv.- 82 82 1 55 9 12 — 5 Klinik Dr. Stich 31 30 1 16 12 — — 2 103 Hauptbahnhof 343 343 18 150 73 76 12 14 Insgesamt: 136 929 97 845 6 289 25 044 33 837 15 118 9 015 8 542 häusern führten große blaue Kreidestifte mit sich, deren sich die Kranken bedienen konnten. Wo jemand nicht in der Lage war, selbst das Kreuz auf den Wahlzettel zu machen war es möglich, daß ein Angehöriger oder auch der Leiter der Wahlkommission dem Willen des Kranken entsprechend, das Zeichen eintrug. Auf solche Weise wählten auch die Blinden der Stadt, denen es gestattet war, den Wahlakt durch eine Begleitperson vornehmen zu lassen. Um 17 Uhr: 70 Prozent! Um 13 Uhr wurde — auch über den Funk — die prozentuale Wahlbeteiligung des Vormittags bekannt. Sie betrug nicht ganz 30 Prozent. Es war nicht sonderlich viel. Würde der Nachmittag eine wesentliche Besserung bringen? Wir fuhren um 15. um 16, um 17 Uhr zu den Wahllokalen. In diesen Stunden setzte ein Zustrom ein, der bewies, daß Karlsruhe die Bedeutung der Bundestagswahl verstanden hatte. In einer Reihe von Wahlbezirken war schon um 17 Uhr eine Wahlbeteiliguing von 70 Prozent festzustelien. Was nach dieser Zeit kam, war bedeutungslos. In einigen Wahlbezirken fand sich schon ab 18 Uhr niemand mehr ein. Während draußen in Mühlburg Admira Wien den tapferen Mühlbur- gem unterlag, besann sich die Polizei, daß der Wahlsonntag in Karlsruhe nicht die geringsten Zwischenfälle gebracht hatte. In jedem Wahllokal befand sich ein Polizist, und Einheiten der städtischen und der Landespolizei lagen in Bereitschaft. A.ber es geschah nichts. Karlsruhe bewährte sich mal wieder ak ordnungsliebende Stadt. Schlag auf Schlag! Um 19 Uhr wurden die Wahllokale geschlossen. Innerhalb jedes einzelnen Wahlbezirks begann nun die intensive Arbeit des Zählens. Die Kuverts wurden den Urnen entnommen und geöffnet, und die Stwnnvzettel, nach Parteien getrennt, auf Häufchen gelegt und gezählt. Um 20.20 Uhr bereits hatte ats erster der Wahlbezirk 76 sein Ergebnis gemeldet. Im Statistischen Amt, oder bes- ser im Wirtschaftsamt mit seinem Leiter, Herrn Bercher, war inzwischen ein emsig arbeitendes Hauptquartier entstanden, bei dem alle Zahlen einliefen. Neun Beamte der Stadtverwaltung addierten unentwegt, um immer wieder Zwischenergebnisse ermitteln zu können. Um 20.45 Uhr lag-bereits das Ergebnis von 50 Wahlbezirken vor. Vorher schon hatte der Süddeutsche Rundfunk als erstes »Wahlergebnis überhaupt eine Teilzahl aus Karlsruhe bekanntgegeben. Und dann ging es im vierten und fünften Stock in der Hans-Sachs-Straße Schlag auf Schlag: Um 22.13 Uhr Endergebnis Das Ergebnis von 60, von 70, von 80, von 90. von 100 Wahlbezirken wurde in 10- bis 15minütiger Folge den Pressevertretern bekanntgegeben. Immer mehr stellte sich heraus, daß der schon in den Anfangszahlen spürbare Erfolg Dr. Veits von der CDU nicht mehr aufzuholen war. Um 21.50 Uhr lag bereits das Ergebnis von 100 Wahlbezirken vor, und um 22.13 Uhr wurde dann das vorläufige Endergebnis bekanntgegeben. Wie in den vergangenen Wahlen hat das Wahlamt Karlsruhe auch diesmal wieder den Rekord geschlagen: Von keiner süddeutschen Stadt gleicher Größe konnte schon zu dieser Zeit das Endergebnis gemeldet werden. Die ungültig wählten Während man auf dem Wahlamt Zahlen notierte und addierte, hatte man Gelegenheit, in einige Wahlzettel Einblick zu nehmen, die ungültig waren. Eine Reihe von Wählerinnen machten durch Aufschriften auf dem Wahlzettel ihrem Unmut darüber Luft, daß für die Frauen von Kriegsgefangenen urtd Vermißten nur unzureichende Unterstützungen gewährt werden. Und hier Texte einiger anderer ungültiger Stimmzettel: „Solange die Besatzungsmächte das Wort in Deutschland haben, und nur die Parteien zulassen, die ihnen genehm sind, gibt jede Wahl ein vollständig falsches Bild“. „Keine Stimme den alten Parteien!“ „Ich wählte Adolf Hitler!“ „Ich wähle Jesus Christus!“ „Immer die alten Gesichter!“ „Laßt Euch wählen von Spruchkammerknechten, Parteipostenjägern und Betschwestern!“ Dies eine kleine Auswahl dessen, was ungültige Stimmzettel zu bieten hatten. Daneben wurde noch bekannt, daß Frauen, die inzwischen geheiratet hatten, verschiedentlich zwei Wahlkarten erhielten: Eine auf ihren Mädchennamen, eine auf ihren jetzigen Namen. Sogar an Personen, die schon vor einem Jahr gestorben sind, sollen in einigen Fällen Wahlkarten verschickt worden sein. Doch dies nur nebenbei. Die gewaltige organisatorische Leistung des Wahlamtes, die in der frühen Ermittlung des Endergebnisses ihren sichtbarsten Ausdruck fand, wird dadurch in keiner Weise herabgemindert. Die Bundestagswahl ist zu Ende, und Wirtschaftsminister Dr. Veit wird Karlsruhe in Bonn vertreten. Wir glauben, daß er sich des Vertrauens, das ihm 35 Prozent aller Karlsruher Wähler geschenkt haben, würdig erweisen wird. jw Warm Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Dienstagfrüh: Ueberwiegend heiter. Erwärmung am Montag auf 25 bis 28 Grad, Abkühlung in der Nacht zum Dienstag auf 9 bis 12 Grad. Meist nur schwache Luftbewegung. Wahlbezirken (31, 37 und 92) war Prof. Keßler erfolgreich. Die KPD und Notgemeinschaft konnten sich nirgendwo den ersten Platz sichern, doch hat der Kandidat der KPD in acht Wahlbezirken (3, 4, 5, 65, 66, 67, 81, 82) und der Kandidat der DVP in sechs Bezirken (10, 24, 28, 39, 42, 79) jeweils den zweiten Platz belegen können. Die Notgemeinschaft hatte ihre stärksten Erfolge in den Bezirken, die in der Südendschule wählten. In den Wahlbezirken 37 und 86 kamen sie jeweils über 200 Stimmen hinaus. Die 8542 für die Notgemeinschaft abgegebenen Stimmen sind zwar ein beachtlicher Erfolg, können jedoch nicht über die bereits vorher klar gewesene Gewißheit hinwegtäuschen, daß diese Stimmen infolge des Fehlens einer Landesliste samt und sonders verloren sind. W. Viel Stimmung bei der „Humoristika" Gelungenes Sommerfest der Freunde des Humors Auch die Gesellschaft „Humoristika“ ließ es sich nicht nehmen, zu einem Sommernachtsfest einzuladen. Am frühen Abend schon wanderten ganze Scharen von Tanz- und Festesfreudigen die Rittnertstraße in Durlach hinauf, um — etliche mit hörbarem Erleichterungsseufzer — das Terrain der girlanden- und lampiongeschmückten Waldterrasse zu betreten. An Verschnaufen war nicht zu denken. Eine temperamentvolle Kapelle, ein blitzblankes Parkett und die Frage „wo gibts noch Platz?“ drängten zum Handeln. (Daß sämtliche Fragen zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst wurden, versteht sich.) Es wäre ein buntes Bild, das sich dem Beschauer bot. Von Anfang an herrschte Stimmung, Gemütlichkeit und Ausgelassenheit. Um 21.30 ungefähr begann das Programm. Es war abwechslungsreich' und vermittelte an Hand bzw. „an Fuß“ tänzerischer, gesanglicher, äqiuilibristilcher und akrobatischer Darbietungen beste Eindrücke. (Ausgezeichnet die Freiluft- Stuhl-Akrobatiknummer.) Die Mitwirkenden, inklusive Ansager und Kapelle. hatten sich über mangelnden Beifall nicht zu beklagen. Sogar ein Feuerzauber wurde inszeniert. Eine ernsthafte Konkurrenz des Stadtgartenfeuerwerkes stellte es indessen kaum dar. Wozu auch! Die vielen Besucher der nächtlichen Humorislikana kamen so oder so auf ihre Kosten. Sie amüsierten sich, tanzten, lachten und flirteten bis zum Morgengrauen. Keiner beschwerte sich über kalte Füße. Und dies — meinen wir — ist noch in jedem Fall das beste Zeichen für den Erfolg einer Sache gewesen. iwe. Maßnahmen gegen Falschgeld Die Zahl der gefälschten Banknoten hat sich in letzter Zeit stark vermehrt. Die Reichsbahndirektion Stuttgart hat daher zum Schutz ihrer Schalterbediensteten Abwehrmaßnahmen ergriffen. Da jeder Bedienstete bei ihm eingegangenes Falschgeld aus der eigenen Tasche ersetzen muß, hat die RBD Stuttgart jetzt ihre Schalter- bedienseten angewiesen. Namen und Wohnort jedes Reisenden nach der Kennkarte festzustellen, der einen 100-DMark-Schein in Zahlung gibt. Außerdem wird die Kontrollnummer des Geldscheines notiert. Diese gewiß unangenehme Anordung wird verständlich, wen man hört, daß gerade im Bereich der RBD Stuttgart bei weitem die meisten falschen Geldscheine auftauchen. Vergleichszahlen zeigen, daß zu gleicher Zeit, als in Essen für 185 DM, in Hannover für 270 DM und in München für 490 DD Falschgeld einging, der Betrag bei der RBD Stuttgart bei 730 DM lag. Kirchenblatt für evang. Schlesier Für die evangelischen Schlesier in den Westzonen wird von dem Flüchtlingsbeauftragten der Evangelischen Kirche von Schlesien ein monatlich erscheinendes Nachrichtenblatt unter der Bezeichnung „Kirchenblatt für die Evangelischen aus Schlesien“ herausgegeben. Anfragen sind zu richten an Pastor H a n s k e, (20a) Elze Han- nover. V Seite 4 7 Nummer 157 S AZ Montag. 15. August 1949 CDU führt im Landkreis Karlsruhe Leonhard wird die Interessen des Kreises Karlsruhe-Land — Pforzheim im Bundestag vertreten Auch Bruchsals CDU-Kandidat mit grober Hehrheit gewählt Vorläufiges Ergebnis des Wahlkreises Karlsruhe-Land—Pforzheim: Wahlberechtigte 150171, abgegebene Stimmen 110 856, ungültige Stimmen 10 435. Davon erhielten CDU 34 663, SPD 28 706, DVP 13 090, KPD 8 092, Notgemeinschaft 15 870. Vorläufiges Gesamtergebnis im Wahlkreis Bruchsal: Wahlberechtigte 83 492, abgegebene Stimmen 64 744, ungültige Stimmen 5 791. Davon entfallen auf CDU 28 712, SPD 12 575, DVP 5 532, KPD 2 586, Notgemeinschaft 9 514. Ort Auerbach Berghausen Blankenloch Bruchhausen Burbach Busenbach Eggenstein Ettlingen Ettlingenweier Etzenrot Forchheim Friedrichstal Graben Grötzingen Grünwettersbach Hochstetten Hohenwettersbach Jöhlingen Kleinsteinbach Langensteinbach Leopoldshafen Liedolsheim Linkenheim Malsch Mörsch Mutschelbach Neuburgweier Neureut Oberweier Palmbach Pfaffenrot Reichenbach Rußheim Schieiberg Schluttenbach Schöll bronn Söllingen Spessart Spielberg Spöck Staffort Stupferich Sulzbach Völkersbach Weingarten Wolfartsweier Wöschbach So wählte Bauerbach Bretten Büchig Diedelsheim Dürrenbüchig Flehingen Gölshausen Wahl- berecht. Abgegeb. Stimmen Ungült. (CDU) (SPD) (DVP) (KPD) (Notgem. 456 266 17 89 80 13 18 49 2 406 1 848 274 278 827 109 224 136 2 317 1492 205 343 442 207 80 215 854 616 115 259 124 . 38 21 59 508 358 13 226 17 22 1 79 1 324 1 125 70 794 200 36 9 16 2 382 1483 150 178 388 453 84 230 10 025 8 428 728 3 154 2 062 700 462 1 322 787 640 77 330 98 21 12 102 568 568 58 243 90 30 8 50 2 387 2 063 228 914 565 84 102 170 1436 686 74 290 138 87 13 84 2158 1487 140 416 501 347 59 24 3 411 2 972 425 495 1 435 323 147 147 1 163 856 91 63 308 219 44 131 992 527 • 20 295 107 35 43 27 623 440 75 131 102 14 24 94 2 077 1 767 297 692 385 164 105 127 996 828 97 254 211 21 163 82 2 031 1 319 154 502 329 116 55 163 781 464 62 128 142 40 6 86 1859 1 255 103 590 439 74 23 26 2109 1 314 138 335 307 149 172 213 4 266 3 670 578 1 710 787 135 163 297 2 787 2 013 229 794 447 317 172 54 649 338 36 179 43 14 21 46 750 513 47 281 78 40 13 54 3 979 3 074 334 665 665 844 218 348 399 267 44 114 47 5 5 52 341 234 21 77 66 14 9 47 731 487 19 310 47 33 3 75 1 184 1 013 52 607 186 27 37 104 1 212 640 70 145 112 55 138 120 551 532 22 354 34 70 19 33 197 155 15 74 39 1 2 24 901 668 62 398 62 29 20 97 2 720 2 232 389 526 636 126 208 347 777 598 45 356 75 17 10 95 783 490 45 94 175 73 27 76 1 833 1 211 74 472 297 64 52 252 579 351 i 6 206 49 31 14 35 866 659 ÖO 360 59 70 7 103 345 275 18 167 10 10 13 57 635 466 16 368 31 8 9 34 4 409 8 635 426 1 270 1168 567 117 87 633 553 53 186 238 29 29 18 1 053 777 106 282 192 36 31 130 76 230 57 622 6 442 20 994 14 840 6 917 3 212 6 217 Bezirk Bretten (Wahlkreis Bruchsal) 654 506 29 286 69 42 7 73 5 543 4 768 340 1 632 1 060 672 164 900 426 362 11 279 20 11 1 60 949 643 32 228 150 73 10 150 202 109 3 39 7 37 — 23 1451 1 099 94 529 97 99 24 256 600 409 54 99 144 32 11 69 13 104 10 103 735 3 746 2167 1 168 327 1960 Zweimal muhte der Möbelwagen fahren Alphorn und Schweizer Wimpel in Karlsruhe 170 junge Eidgenossen freuten sich über die Karlsruher Gastfreundschaft Wahlbeteiligung in Ettlingen betrug 83 Prozent Als in den frühen Morgenstunden des gestrigen Sonntags die Wahllokale in den 58 Gemeinden des Landkreises, die zum größten Teil dem Wahlkreis Karlsruhe-Land — Pforzheim, im Brettener Bezirk dem Wahlkreis Bruchsal angeschlossen waren, ihre Tore öffneten, setzte der Betrieb nur sehr zögernd ein. Scheinbar hatten auch die zahlreichen Wahlversammlungen der vergangenen Woche nicht dazu beitragen können, das Interesse der Bevölkerung nennenswert zu wecken. Erst in den frühen Nachmittagsstunden änderte sich das Bild. Vielleicht auch durch den Rundfunk, der laufend Reportagen und Stimmungsberichte brachte, neugierig geworden, strömten die Einwohner der einzelnen Orte in verstärktem Maße zur Wahlurne, um ihre Wahlpflicht als Staatsbürger zu erfüllen. In Ettlingen meldete man bereits um 15 Uhr eine Beteiligung von über 50 Prozent, die sich bis gegen Abend auf 83 Prozent erhöhte. Polizei, Rotes Kreuz und die politischen Parteien hatten zu tun, um Alte, Kranke und Gebrechliche mit Fahrzeugen an die Wahlurnen zu bringen. Auch in Bretten und anderen Gemeinden konnte man mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein, denn die Beteiligung lag allgemein bei rund 70 Prozent. Die CDU konnte im Bruchsaler und Pforzheimer Wahlbezirk einen beachtlichen Erfolg für sich verbuchen und ihre Kandidaten in der Persönlichkeitswahl mit großem Stimmen vorsprung durchbringen. Auch die Notgemeinschaft, von allen Parteien auf das entschiedenste abgelehnt, sicherte sich — in der Hauptsache auf Kosten der Linksparteien — eine beträchtliche Anzahl Stimmen, ohne jedoch zum Zuge zu kommen. Trotz des harten vorangegangenen Wahlkampfes kam es nirgends zu Ausschreitungen oder Störungen. Die Menschen wußten, worum es ging und handelten danach. Jo Aus dem Llnkenheimer Gemeindegeschehen In Anbetracht der starken Feldmausplage werden künftig für abgegebene tote Feldmäuse 2 Pfennig pro Stück vergütet. — Die Sperlingsund Kartoffelkäferprämien werden mit sofortiger Wirkung eingestellt. — Der Obst- und Gemüsebauverein beabsichtigt in den nächsten Tagen eine Begehung der Spargelfelder vorzunehmen. Die Begehung soll in erster Linie dazu führen, bisherige Mängel zu erkennen und auszumerzen, ebenso in der zukünftigen Entwicklung des Spargelbaues richtunggebende Anleitungen zu geben. — Die Tabakbauern beginnen mit dem Brechen der Grumpen. — Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden 25 Knaben und 19 Mädchen in die Volksschule aufgenommen. . . . um die 120 kalten Platten der Beim Fest der Köche im Stadtgarten konnte man am Samstagabend eine „ausgewachsene“, nicht abreißende Menschenschlange beobachten, wie man sie in den „besten“ R-Markzeiten gewohnt war. Tausende Schaulustige wurden des Anstellens nicht müde, um das kalte Büffet der Karlsruher Köche „genießen“ zu können, wenn auch nur mit den Augen. Der Genuß mit dem Gaumen blieb den etwa 120 glücklichen Losgewinnem Vorbehalten. Aber auch die anderen Besucher kamen auf ihre Kosten. Was da die Köche in dreitägiger, mühevoller Arbeit geschaffen hatten, war vollendete Kochkunst. Man konnte kaum glauben, daß diese Gerichte, deren Vielfalt und Reichhaltigkeit man nicht schildern kann, ohne ein Buch zu schreiben, nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Essen hergestellt worden waren. Ein Möbelwagen mußte viermal fahren, um die Platten aus den Küchen herbeizuschaffen. Die Tafel war ein sichtbarer Beweis dafür, was uns in den letzten Jahren an kulinarischen Genüssen versagt blieb. Oberbürgermeister Topper erklärte in seiner Eröffnungsansprache u. a., daß diese Leistungsschau ein Beispiel der Entwicklung in den letzten vier Jahren sei. Im vergangenen Jahr wäre eine solche Ausstellung nicht denkbar gewesen, und er hoffe, daß diese Leistungsschau der Auftakt für eine bessere Zukunft sein werde. Das Badische Konzertorchester unter der Leitung von Wolfgang Marzluff unterhielt am Nachmittag und Abend die Besucher mit drei Operettenkonzerten, die Johann Strauß, Franz Lehar und Paul Karlsruher Köche zu befördern. Linke gewidmet waren. Ruth Löser und Ernst August W a 11 z sangen bekannte Lieder der drei Operettenkönige und erhielten viel Beifall. Mit vier Liedern von Gerhard Winkler eroberte sich Magda Hain auch die Herzen der Karlsruher Zuhörer, besonders mit dem Lied, das sie vor 7 Jahren berühmt gemacht hatte: „Komm, Casanova, küß mich.“ Drei Tanzkapellen halfen den Tanzlustigen, sich bei der leichten Kühle des Abends mit Samba und Swing warmzutanzen. Das Wettrennen zum Stadtgartensee galt dem sehr lauten, aber auch abwechslungs- und farbenreichen Feuerwerk, dessen Prächtigkeit allgemein bewundert wurde. Im bunten Freilichtkabarett vor Mitternacht fiel besonders Erik van A r o auf, der mit den Teilen seines Schlagzeuges jonglierte, als ob er einige Pappringe in der Hand hätte. Die Karlsruher Köche hatten für ihr Jubiläumsfest ein so reichhaltiges Programm aufgestellt, daß die 8—10 000 Besucher zweifellos auf ihre Kosten kamen. Wir hoffen, auch die Köche waren zufrieden. Ho. Aus den Rundfunkprogrammen Montag, 15. August Siidd. Rtmdf.: 14.00 Schulfunk: Märchen; 14.30 IRO-Suchdienst; 15.30 Börsenkurse; 15.45 Kinderfunk; 16.45 Uber neue Bücher; 17.50 Zeitfunk; 18.00 Sport; 18.15 Fr d. Frau; 18.30 Alte Sommerlieder; 20.00 Virtuose Musik; 20.30 Sendg. d. Militärreg.; 21.00 Unterhaltungskonz.; 22.00 Zeit u. Leben; 22.30 Opernmelodien; 23.00 „Stimmen aus d. Tiefe, d. Gottesfrage in d. heut, deutschen Dichtung“ (H. Roßmann). Als am Sonntagmorgen die Bewohner der Ludwig-Marum-Straße die Jalousien hochzogen, bot sich ihnen ein überraschendes Bild. Vor dem Heim der Pfadfinder standen vier Reiseombnibusse und ein Sattelschlepper, Niederländische Wagen, aber mit roten Wimpeln mit dem weißen Kreuz im Feld, und auf dem Dach ein stilechtes Alphorn, also: Schweizer! Gleich 170 Eidgenossen auf einmal hatte das gastliche Haus in der Ma- rumstraße während der Nacht aufgenommen, übermüdete Fernfahrer, die — vom internationalen Rover-Treffen in Norwegen zurückkommend, hier in Karlsruhe ihre letzte Station machten, um nach 15tägiger Fernfahrt über Luxetnburg, Belgien, Holland, Dänemark, Norwegen und Deutschland wieder nach Basel zurückzukehren. Die braungebrannten Gestalten, die bunten Halstücher über der Wanderkluft, hier und dort eine Kochstelle, dort und hier ein kleiner Kreis um eine muntere Klampfe oder Blockflöte — die Morgensonne übergoldete ein bewegtes, farbenfrohes Bild. Volkstümliche Weisen klangen auf, eng- Nach einjähriger mühevoller Aufbauarbeit konnte die Neuapostolische Gemeinde ihre neue Kirche, die sie an Stelle der früheren an der Gartenstraße erbaut hat, eröffnen. Wenn man das große Trümmerfeld rund um das Gebäude der Ortskrankenkasse kannte, weiß man, was die Angehörigen dieser Gemeinde in den vergangenen zwölf Monaten geleistet haben, um ein so schönes Bauwerk in würdigem Rahmen zu erstellen. Die Kirche, oder besser gesagt, das Gemeindehaus — es sind nämlich noch mehrere Räume da. darunter auch ein zweihundert Personen fassender Saal — ist weit größer als das vorherige. Der Gottesdienstraum selbst, ein weiter, sehr geschmackvoll ausgestatteter Raum mit hohen Fenstern und einer gediegenen, aus einfach beschlagenen Läncgs- und Querbalken bestehenden Deckenverkleidung. Als befische — deutsche — französische, bis ein Trompetensignal plötzlich schnell und reibungslos Ordnung in das Kunterbunt brachte und in wirkungsvoller Szene die Führer der Schweizer Pfadfinder ihren hilfsbereiten Gastgebern in deutscher und französischer Sprache ihren Dank zum Ausdrude brachten. „Unsere schöne Fahrt geht zu Ende; wir haben dankbar erleben dürfen, wie gut es ist, in aller Welt Brüder zu haben, die einem weiterhelfen, wenn man übermüdet und hilfsbedürftig ist. Die meisten von uns betreten zum ersten Male nach dem Kriege wieder deutschen Boden, und was wir hier an Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft bei unseren Karlsruher Brüdern erleben durften, hat uns tief gerührt.“ — Ein Neues berührte die Zuschauer, die dem Schauspiel beiwohnten, ein Neues spannte einen weiten Bogen über Länder und Grenzen hinweg und stimmte noch gedankenvoll, als der Abschiedsruf der Pfadfinder sowie ihr deutsches und französisches Abschieds- üedchen längst verklungen waren und die Reihe der Busse schon wieder ihre letzte Strecke gen Basel rollte. H.D. sonderes Schmuckstück erhebt sich hinter dem von Bildhauer Hartmann mit einem Relief verschönerten Altar eine neue Orgel. Am gestrigen Vormittag fand nun die Einweihung des Hauses statt an der eine große Zahl von Mitgliedern aus der ganzen Stadt und der Umgebung teilnahmen. Nach feierlicher musikalischer Einleitung und der Uebergabe des Schlüssels durch Architekt Studinger hielt der Präsident der Neuapostolischen Kirche Badens, Apostel Karl Hartmann (Karlsruhe) eine Festpredigt, die u. a. ein klares Bild über die Entwicklung der apostolischen Gemeinde in Karlsruhe vermittelte. Demnach kam diesem Festtag doppelte Bedeutung zu. Mit ihm konnte nämlich zugleich das 50jährige Bestehen der Gemeinde in Karlsruhe gefeiert werden. Fr. Beschlüsse des Grötzinger Gemeinderates Zur Durchführung der Höherlegung und Kanalisation der Mühlstraße und zur Verbesserung des Viehweges ist die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 15 000 DM erforderlich. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, daß an Stelle des in § 4 der Haushaltssatzung vom 21. Juni 1949 festgesetzten Darlehensbetrages von 8280 DM ein Darlehen von 15 000 DM in Anspruch genommen wird. — Der Gemeinderat genehmigte den Urlaub des Bürgermeisters Arheit vom 15. bis 30. August 1949. Die Urlaubsvertretung während dieser Zeit übernimmt der stellv. Bürgermeister Siegrist. — Für die Rechnungsjahre 1945, 1946 und 1947 lag der Prüfungsbericht des badischen Gemeindeprüfungsamtes vom 16. Mai 1949 vor. Dieser wurde dem Gemeinderat in seinem ganzen Umfange bekanntgegeben und der Bürgermeister erläuterte die einzelnen Positionen. Zu den einzelnen Bescheidsanordnungen wird der Gemeinderat in einer späteren Sitzung nach Rückkehr des Bürgermeisters Arheit Stellung nehmen. In der anschließenden Aussprache brachten die Vertreter aller Parteien den Dank an die Gemeindeverwaltung und das Rathauspersonal zum Ausdruck. Bürgermeister Arheit wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß trotz der durch den Krieg und di« Kriegsfolgen bedingten Zunahme der Verwaltungsaufgaben (Flüchtlingsfürsorge, Wohnungsproblem und Kriegsschäden aller Art) diese mit einem Fersonalstand durchgeführt wurden, der unter demjenigen von 1939 liege. Dies sei nur möglich gewesen, weil jeder Bedienstete seine volle Arbeitskraft eingesetzt habe. Auch in Zukunft werde es das Bestreben der Verwaltung sein, ihre Auf* gaben zur Zufriedenheit der Gor meindebürger und der Aufsichtsbehörde zu erfüllen. Jr - Malsch beanstandet zu hohe Gaspreise Der Bürgermeisterstellvertreter gab zu Anfang der letzten öffentlichen Gemeinderatsitzung einen Bericht über die Sitzung des Verwaltungsrates der Gasfernversorgung Karlsruhe-Süd. Die Sitzung selbst hatte für die Gemeinde Malsch insofern Bedeutung, als dabei über die nicht mehr tragbar hohen Gaspreise verhandelt wurde. Insbesondere stellte der Bürgermeisterstellvertreter heraus, daß der Preisunterschied zwischen Malsch und Ettlingen dermaßen groß ist, daß hier eine Aen- derung baldigst eintreten muß. Es geht nicht an, daß Ettlingen den Kubikmeter Gas um 11 Pfennig billiger geliefert erhält als Malsch, obwohl es sich hier um dieselbe Lieferfirma handelt. Die Gemeinderäte stimmten den Ausführungen einstimmig zu und wünschen, daß sich die Gasfernversorgung Karlsruhe-Süd recht bald besinnt und die Gaspreise herabsetzt. — Der nächste Beratungspunkt „Feldbereinigung“ brachte wiederum erregte Debatten. Diesmal handelte es sich um den Industrieplan, der in das Umlegungsver-" fahren eingebaut werden soll. Mit nur geringer Stimmenmehrheit wurde dieser Plan genehmigt. Die innerhalb dieses Planes vorgesehene Begradigung des Bietigheimer Weges wurde jedoch abgelehnt. — Die Aufsichtsbehörde hat mit der Genehmigung des Bebauungsplanes im Gewann Fischweier die Auflage erteilt, daß das Gelände nunmehr in der Natur mit Vermarkungssteinen abgegrenzt werden soll. Dieser Auflage stimmte der Gemeinderat nicht zu, da diese Maßnahme als verfrüht erachtet wird. Es wird noch etliche Jahre dauern, bis das große Gelände restlos für die Bebauung erschlossen ist. Deshalb ist es auch jetzt noch nicht erforderlich, daß die Vermarkung durchgeführt wird. Die Gemeind® hätte dadurch zweimalig die Vermarkungskosten zu tragen. — Für einige Industriebetriebe beim Bahnhof soll die Gemeinde auf Vorschlag des Badenwerkes eine 'neue Trafostation errichten. Diesem Vorschlag wurde nicht zugestimmt. Das Badenwerk soll durch Verstärkung der beim Gaswerk stehenden Trafostation die Stromversorgung dieser Betriebe sicherstellen. — Für das nunmehr beziehbare Zwölffamilrenhaus wurden die Mieten für eine Wohneinheit im 1. und 2. Stock auf je 35 DM und im 3. Stock auf 30 DM festgesetzt. — Der Vertragsentwurf über einen mit dem Hüttenwerk Alb abzuschließenden Erbbaurechtsvertrag wurde mit einigen kleineren Aende- rungen als abschlußreif anerkannt. — Die Bestellung eines Gemeindevollziehers wurde vorgenommen, das Amt wurde dem Ratsdiener Bechler übertragen. Die Getränkesteuer wurde zur Beratung auf die nächste Sitzung zurückgestellt. Ebenso wurde die Aenderung des Almendgenusses zurückgestellt, da hier noch einige Verfahrensfragen zu klären sind. — Die Grundsteuerfällig- keitstermine wurden zusammengelegt und dadurch eine erhebliche Vereinfachung im Kassengeschäft erreicht. — Der Beitritt zum Waldbesitzerverband Nord Württemberg - Nordbaden wurde von den Gemeinderäten abgelehnt. — Dem derzeitigen Pächter der Gemeindesandgrube U. Burkart wurde gestattet, bei der Gemeinderatsitzung seine Wünsche zu äußern, pie Aussprache war wohl reichlich und oft auch heftig, doch konnte eine Einigung nicht erzielt werden. Die weiteren Verhandlungen soll nunmehr der Bürgermeister vornehmen, um das erzielte Ergebnis dem Gemeinderat später vorzutragen. -r- Marbach (Id). Die Herbstregatta des Bundes Württembg. Rudervereine findet hier am 11. September statt. Bei dSn rudersportlichen Wettkämpfen ist mit einer großen Beteiligung zu rechnen. Ein Festfag der apostolischen Gemeinde Neuapostolische Kirche an der Gartenstraße wurde wiedereröffnet Montag, 15. August 1949 SAZ-Sport am Montag Nummer 157 / Seite I r V / \ Ergebnisse Fußball VfB Mühlburg—Admira Wien 2:0 VfB Stuttgart—Admira Wien 1:3 FC Basel—Bayern München 4:1 Bor. Dortmund—Austria Wien 5:4 BC Augsburg—FC Grenchen 5:4 Hannover 96—Vienna Wien 2:2 Worm. Worms—SC Graz 2:2 Phön. Karlsruhe—Nords! Basel 6:3 1. FC Köln—Austria Wien 4:7 Schalke 04—VfR Mannheim 2:1 HSV—1860 München 3:2 St. Pauli—SpVgg Fürth 0:2 FSV Frankfurt—Kick. Offenbach 2:2 VfL Osnabrück—Kick. Stuttgart 3:2 Darmstadt—Schweinfurt 05 4:3 Weisenau—Eintr. Frankfurt 2:4 FV Zuffenhausen—Mühlacker 6:2 Horst-Emscher—Neuendorf 4:2 Hertha BSC—KFV 0:4 Hess. Kassel—FC Kaiserslautern 0:5 Aufstieg zur West-Oberliga Fort Düsseldorf—Dellbrück 1:2 VfL Benrath—Leverkusen 1:0 Witten—Duisburg 08 0:1 Haben Sie richtig getippt? Württemberg/Badischer Toto Schalke 04 — VfR Mannheim 2:1 1 Bor. Dortmund—Austria Wien 5:4 1 VfB Stuttg. —Admira Wien 1:3 2 VfL Osnabrück—Kick. Stuttg. 3:2 1 FSV Frankfurt — Offenbach 2:2 x HSV — 1860 München 3:2 1 St. Pauli — SpVgg Fürth 0:2 2 FC Basel — Bayern München 4:1 1 Mühlburg — Admira Wien 2:0 1 ASV Landau — Eintr. Frank! 1:3 SV Darmstadt — Schweinfurt 4:3 1 Straubing — Jahn Regensburg 1:1 x Wetzlar — FC Rödelheim — — Blumenthal — 1860 München 3:2 J. Bayerischer Toto VfL Witten—Duisburg 08 0:1 2 Dellbrück—Fort. Düsseldorf 2:1 1 Benrath—Leverkusen 1:0 1 Schalke 04—VfR Mannheim 2:1 1 St. Pauli—SpVgg Fürth 0:2 2 Bamberg—Oberschöneweide 0:0 x J. Regensburg—FC Grenchen 15. 8. Darmstadt—Schweinfurt 05 4:3 1 Osnabrück—Kickers Stuttg. 3:2 1 FSV Frkft.—Kick. Offenbach 2:2 x ASV Landau—Eintr. Frkft. 1:3 2 Wetzlar—Rödelheim ausgefallen Idar/Oberstein—Schweinfurt 1:2 2 Weisenau—Eintr. Frankfurt 2:4 2 Schottland Celtic—Rangers 3:2 Dundee—Clyde 1:1 Hibemian—Falkirk 1:0 Partick Thistle—Motherwell 2:0 Quen of the South—ThirdLanark 2:4 Raith Rovers—East Fife 0:3 Saint Mirren—Aberdeen 3:1 Stirling Albion—Hearts 1:5 Ringen Deutsche Mannschaftsmeisterschaft KSV Bambg.—„Heros“ Dortmund 4:4 Boxen Germ. Karlsruhe—Heidelberg 46 2:14 SV Hamborn—SpVg Neckarsulm 12:4 Handball HSV Mülheim—Pol. Hamburg 10:10 OL-Maixnsch. 1936—Oehnhausen 14:10 Deutsche Jugendmeisterschaft Flensburg—Charlottenburg 16:1 Lintfort—Haßloch 12:6 Dietzenbach—Holsterhausen 6:6 Ketsch—Bremen 8:3 Der deutsche Handballmeister RSV Mülheim wird noch in diesem Monat in Österreich einige Spiele austragen. Wußten Sie daß „Elte“ Rademacher insgesamt 60 deutsche Meistertitel errungen hat? Der Magdeburger holte sich 25 Titel in Einzelrennen, 28 Staffelmeisterschaften mit Hellas Magdeburg und stand sieben Mal in der Wasserball-Meister-Sieben. „Ete“ hat fünf Kinder, von denen insbesondere der 15jährige Peter und die 12jährige Dorothea gute Schwimmer zu werden versprechen. * .... daß sich ein Deutsch-Amerikaner aus Carlstadt in New Jersey «eine Badewanne in ein Motorboot umgebaut hat? Er stellte die Wanne auf eine hölzerne Plattform, unterbaute sie noch durch zwei Schwimmkörper aus Balsaholz und braust jetzt mit einem Außenbordmotor durch das Wasser nach der Devise: In meiner Badewanne bin ich Kapitän ... ..., daß der größte Pechvogel aller Kanalsehwimmer der heute noch als Langstreckentrainer bekannte Jabez Wolffe ist? Bei 21 Versuchen, die Kanalenge zwischen Dover und Calais zu überqueren, scheiterte u. a. an einem ihn angreifenden Tintenfisch, einem treibenden Wrack, das ihn in Lebensgefahr brachte und einem Begleitboot, das ihn bei hohem Seegang fast' überfahren hätte. Einmal mußte er 300 Meter vor dem Schalke 04 besiegte VfR Mannheim Bayern-München in Basel geschlagen— Dortmund gewann gegen Austria Vor 45 000 Zuschauern erlitt der deutsche Fußballmeister VfR Mannheim gegen Schalke 04 in der Gel- senkirchener Glückauf - Kampfbahn eine knappe 1:2-Niederlage. Die Mannheimer traten erstmalig mit dem früheren Essener Islacker als Halblinken an und hatten im übrigen ihre etatsmäßige Mannschaft zur Stelle. Sämtliche Tore des Spiels fielen bereits in den ersten 15 Minuten. Schalkes Führungstor in der 4. Minute durch den Rechtsaußen Mat- zek erzielt, machte Mannheims Sturmführer Loetke bereits im Gegenzug wieder wett. In der 11 Minute sicherte Linksaußen Grzella den Schalker einen erneuten Vorsprung, den sie bis zum Schluß hielten. Als Abschluß seines 50jährigen Vereinsjubiläums empfing der. FSV Frankfurt die Offenbacher Kickers. Der FSV spielte in der gleichen Aufstellung, in der er seine Erfolge gegen die Eintracht und den 1. FC Kaiserslautern erzielte, während die Offenbacher auf ihren bewährten Norddeutschlands- Fußballmeister HSV schlug am Samstag vor über 20 000 Zuschauern München 1860 verdient mit 3:2 Toren. Der KSV Hessen Kassel mußte auf eigenem Platz gegen den 1. FC Kaiserslautern eine empfindliche 0:5- Niederlage hinnehmen. Während 'die Walter-Elf in guter Spiellaune war, konnte der Hessenmeister diesmal nicht überzeugen. Kaiserslautern gefiel besonders durch trickreiches Spiel und begeisterte die rund 12 000 Besucher. Vor 20 000 Zuschauern schlug die Spielvereinigung Fürth im Waldstadion Harzburg St. Pauli 2:0. Die Fürther Kleeblätter bestimmten das Spiel von der ersten Minute an und gingen in der 12. Minute in Führung. Dies Spiel, VfL Osnabrück — Stuttgarter Kidcers 3:2, wurde sehr hart und unfair, was auf das völlige Versagen des unfähigen Schiedsrichters zurückzuführen war. Osnabrück siegte mit viel Glück. Die Kickers waren vor allem in der zweiten Halbzeit überlegen. Der SV Blumenthal siegte gegen 1860 München nach be.o gleichwertigen Leistungen verdient I mit 3:2. FC Basel — Bayern München 4:1 Bayern München mußte beim ersten Auslandsstart im Schützen-Matt- Stadion in Basel gegen die komplette Elf des FC Basel eine Niederlage hinnehmen. Bereits bis zur Pause hatten die Schweizer 4 Tore erzielt. Nach dem Wechsel konnte die Bayern-Elf die Angriffe der Baseler stoppen und durch Metz zum Ehrentor kommen. Die Deutschen wurden in der Schweiz freundschaftlich empfangen. Trotz der Niederlage waren die 3200 Zuschauer mit der Spielweise der Bayernelf zufrieden und spendeten mitunter auf offener Szene Beifall. VfB Stuttgart — Admira Wien 1:3 Nach Vienna und Austria gab am Samstag auch Admira Wien in Stuttgart seine Visitenkarte ab und besiegte den VfB vor 10 000 Zuschauer durch zweckmäßige und rationelle Spielweise, mit schnellen Steildurchbrüchen operierend, verdient. Die Platzelf wirkte zeitweilig zweitklassig und nahm das Spiel offensichtlich auf die leichte Schulter. Admira gefiel in der Hauptsache durch kern’ge Torschüsse von der Strafraumgrenze aus. Der Nationalspieler und Schützenkönig Habitzl war der treibende Mann seiner Elf. Er verstand cs meisterhaft, seinen Mittelstürmer Hansy geschickt in Szene zu setzen. Hansy war es auch, der durch seine prachtvollen Weitschüsse bis zur Halbzeit durch einen hat trick den 3:0-Stand erzielte. Nah der Pause setzten sih die Stuttgarter besser ein und verlegten ihre Angriffe auf die Flügel. Sie hatten jedoh in dieser Drangperiode großes Peh, so daß es lediglih bei zahlreihen Torchancen und einigen Latten- und Pfostenschüssen blieb. Erst ein Foulelfmeter konnte durch Barufka zum Ehrentor verwandelt werden. von Cramm Deutscher Tennismeister Spieler Buthz verzihten mußten. Mit Harper zusammen auch Doppel-Meister — Frau Weiss (ArgenbV'en)gewann den Titel im Damen-Ei.izel Bereits nah fünf Minuten gingen die Blau-Shwarzen durch Hermann in Führung, aber Baas shoß in der 38. Minute däs Ausgleihstor. Bei diesem Stand blieb es bis zur Pause. Drei Minuten nah Wiederbeginn verwandelte Shuhardt einen Elfmeter. Dann spielten die Kickers, angekurbelt von dem Außenläufer Shmidt und Wirshing, etwas überlegen, jedoh gelang ihnen erst in der 73. Minute durh Schreiner aus einem Gedränge heraus der Ausgleich. Am Samstagnahmittag fielen in Hamburg am Rothenbaum vor mehreren tausend Zuschauern die ersten Vorentsheid ungen. Im Herreneinzel shlug Buhholz den Argentinier Weiß 6:4, 4:6, 6:3, 6:4, und kam damit ins Endspiel. Weiß hatte Mühe, sih auf die harten und schnellen Drives des Gegners einzustellen. Die Entscheidung fiel, als Buhholz im vierten Satz beim Stand von 3:3 den Aufshlag des Argentiniers durhbrah, anschließend seinen eigenen Aufshlag gewann und. nahdem er dann noch ein Spiel abgegeben hatte, zwei Netzbälle erkämpfte, von denen er den VfB Mühlburq weiterhin erfolgreich Admira Wien wurde 2:0 geschlagen Nah den jüngsten Erfolgen gegen HSV und St. Pauli sahen Karlsruher Fußballanhänger dieser zweiten Begegnung mit einer namhaften österreichischen Mannshaft mit besonderem Interesse entgegen. Galt es .doch, einmal die 0:5-Scharte vom Juni gegen Vienna auszuwetzen und zum anderen den Beweis dafür anzutreten, daß die einheimishe Mannshaft inzwischen jene Form erreiht hat. um der kommenden Oberliga-Saison mit Ruhe entgegenzusehen. Zwar schien auh über diesem Spiel ein unglücklicher Stern zu stehen, da Mühlburg auh diesmal gegen die Donaustädter mit Ersatz für Rastetter, Seeburger und Roth antreten mußte. Umso überraschter waren die Zushauer, als die blauweißen „Ersatzleute“ im Sturm vom Anstoß weg aufspleiten, daß man seine helle Freude daran haben konnte. Blitzshnell lief das Leder von Mann zu Mann, wurde die etwas langsame Verteidigung der Admira ausgespielt und wiederholt war Altmeister Zimmermann im Admlrator der letzte Retter. In ausgezeihneter Form war wieder M. Fisher, der sih allmählich zum herausragenden Spieler der Mühlburger Mannshaft entwickelt. Unermüdlih fütterte er den Angriff mit Vorlagen, um shon im nähsten Moment erfolgreih in eine meist von dem Ballkünstler Habitzl eingeleitete Aktion des Wiener Sturmes zu fahren und zu zerstören. Da auh die übrigen Deckungsleute voll und ganz auf dem Posten waren, gelang dem Gästesturm nur höhst selten ein gefahrdrohender Vorstoß, dem jedoh der krönende Abschluß durh die Shußunsiherhelt aller Stürmer fehlte. Vom Anspiel weg überraschten die Gastgeber durh ihr planvolles und zielstrebiges Spiel, so daß bereits nah 7 Minuten das erste Tor fiel. Der offensive Mittelläufer Klacl verfehlte in der Spielfeldmitte das Leder. Geschickt setzte Lehmann den in die Gasse gelaufenen Bechtel ein, der überlegt und unhaltbar einshoß. Gleih darauf hatte Zimmermann bei einem Lattenschuß von M. Fisher Glück. Auf der Gegenseite parierte Sheib einen harten Shuß von Weisenböck. Immer wieder leitete M. Fisher :m Verein mit den glänzend aufgelegten Halbstürmern Lehmann und Dannenmeier, der erstmals nah seiner Verletzung wieder mit von der Partie war, erfolgversprechende Angriffe ein, doh dauerte es bis zur 37. Minute, ehe Traub den Verteidiger Gerhart überlistete, das Leder an den besser stehenden Behtel abgab, der den herauslaufenden Zimmermann mit einem plazierten Shuß überrashte. Mit umgestelltem Angriff erschien Wien nah dem Wehsei. Aber auh jetzt hatten die Gastgeber zunähst mehr vom Geshehen und einmal verfehlte Kunkel das le"»"< Tor nur um wenige Zentimeter. Das Tempo des in der ersten Halbzeit sehr schnellen Spieles ließ immer mehr nah und zerfiel in Einzelaktionen. Eine große Chance vergab der frei vor Sheib stehende Hansy in der 82. Minute, und kurz vor dem Abpfiff des ausgezeichneten Schiedsrihters Piroth (Frankfurt) traf der durhgekommene Danne- meier nur den Pfosten des Admira- tores. zweiten mit shönem Angriffsstil zum Sieg • verwandelte. Von Cramm shlug Fornstedt 9:7. 2:6, 6:1, 6:3. Damit wurde die Endrunde des Herren-Einzels zwishen v. Cramm und Buhholz eine rein deutsche Angelegenheit, und außer Frau Weiß im Dameneinzel und Parker im Herren Doppel konnte sih kein ausländischer Spieler für die Endrunde qualifizieren. Das Endspiel im Herren-Einzel der internationalen deutshen Tennismeistershaften gewann am Sonntagnahmittag vor 4000 Zuihauern Gottfried v. Cramm in 45 Minuten gegen den enttäuschenden Kölner Buhholz mit 7:5. 6:1, 6:0. Nur der erste Satz hielt, was man sih versprühen hatte. Es standen sih zunähst gleihwertige Gegner gegenüber, die abwehselnd ihre Aufschlagspiele gewannen. Beim Stande von 3:3 durhbarh der Kölner den Aufshlag v. Cramm, aber dieser revanhierte sih und zog wieder gleih. Beim Stande von 6:5 holte v. Cramm gegen den Aufshlag von Buhholz eine 40:0-Führung und damit drei Satzbälle heraus, aber Buhholz erzwang noh einmal den Einstand und verlor den Satz erst beim fünften Satzball durh Doppelfehler. Dann aber versagte der Kölner völlig. So gut wie er am Vortage gegen den Argentinier Weiß gespielt hatte, so enttäuschend wirkte er gegen den in guter Form befindlichen Meister. Damit errang v. Cramm zum 6. Male den internationalen deutshen Meister- ~tite! Er bewies damit, daß er an Zuverlässigkeit und Siherheit immer noh der erste Spieler Deutschlands ist. Allerdings hatte er am Sonntag keinen ernsthaften Gegner vor sih. Das Endspiel im Herren-Doppel gewannen v. Cramm Harper gegen Buch- holz/Koh 6:3, 7:5, 5:7, 6:4. Buhholz hatte sih nah seinem Versagen ira Einzel wieder gefunden. An die Klasse v. Cramms und Harpers kamen die beiden Westdeutschen niht heran. Im Damen-Einzel kamen Weiß-Poh- mann ins Endspiel. Nah einem dramatischen Zweistundenkampf gewann die Argentinierin Frau Weiß mit 6:2, 6:8, 9:7 gegen Frau Pohmann (Rheydt) den Titel im Dameneinzel. Frau Weiß konnte sih damit für die bisherigen drei Niederlagen revanhieren, die sie bei den Turnieren in Velbert, Düsseldorf und Köln gegen Frau Pohmann eritten hatte. Als Frau Pohmann im letzten Satz mit 3:0 und dann 4:0 in Führung lag, shien ihr Sieg festzustehen, aber nun begann Frau Weiß mit einer bewunderungswürdigen Energie aufzuholen und ihre großen tehnishen Fähigkeiten auszuspielen. Im Damen-Doppel gewannen von Tarnay'Zehden (Münhen) das Endspiel gegen das favorisierte Hamburger Paar Dietz/Hamel-Heldtmann 6:1. 6:4. Der Sieg ist das Verdienst von Frau Tarnay, die sih in blendender Verfassung befand. Als letztes Spiel des sechstägigen Turniers wurde das gemischte Doppel ausgetragen. Das westdeutsche Paar Frau Pohmann / Koch besiegte Fräulein Zehden ' Brandt (München- Wuppertal) mit 6:4, 2:6, 6:0. Dortmund Deutscher Meister im Ringen Max Leichtei; süddeutscher Meister im Halbschwergewicht Im Rückkampf um die deutsche Meisterschaft im Mannschaftsringen, der auf Bamberger Matte vor etwa 3 000 Zuschauern stattfand, trennten sich der süddeutsche und der westdeutsche Meister KSV Bamberg und „Heros“ Dortmund mit einem Gesamtergebnis von 4:4 Pkt Da Dortmund im Vorkampf mit 5:3 gesiegt hatte, wurde es mit 9:7 Pkt. deutscher Meister. Süddeutscher Meister im Halb- schwergewichtsringen wurde Max Leichter von der SG Eckenheim. Den zweiten Platz belegte Heindl, Sprendlingen. Schwergewicht: Leichter, Ek- kenheim; Schwergewicht: Maier, Göppingen. Freistil: Fliegengewicht: Wagner, Oestringen; Bantamgewicht: Sturm, Schifferstadt; Federgewicht: Bischoff, Göppingen; Leichtgewicht: Schweik- kert, Wiesental; Weltergewicht: Schlagmüller, Eckenheim; Mittelgewicht: Henze, Frankfurt; Halbschwergewicht: Leichter, Eckenheim; Schwerge: wicht: Wittner, Wiesental. RSV Mülheim — Pol. Hamburg 10:10 schon . .. Ziel, dem Casino von Calais, wegen Erschöpfung aufgeben. « ..., daß die Gage ausländischer Steher auf deutschen Radrennbahnen zwischen 800 und 1500 DM liegt? Noch etwas teuerer ist Bartali, der „radelnde Mönch“ aus Italien. Für einen Deutschland-Start, der nach neuen Meldungen erst im Oktober zustande kommt, verlangt er ca. 5000 DM. ■5 * ..., daß Münchens Winter-Radrennbahn in Hannover eingetroffen ist und vorläufig „auf Eis“ gelegt wurde? Erst drehte man auf ihr in Laatzen bei Hannover Szenen eines großen Films und dann meldete sich ein Interessent, der rund um die Bahn nun auf dem ehemaligen Reitplatz hinter der Stadthalle einen Rie- sen-Sportpalast bauen will. Hier wird es wahr: Die Hupe hab ich schon, mm kommt bald das Auto.., ..., daß die Gesamtsumme der Sportwetten in England im Jahre 1948 auf “650 Millionen Pfund herunterging? Ja, man war dort verwöhnt, denn 1947 waren es noch 791 Millionen Pfund, die von den wettlustigen Engländern durch die Kassen geschleust wurden. Was wurde mm gewettet? 350 Millionen beim Hunderennen. 60 Millionen beim Fußball und „nur“ 21 Millionen in anderen öffentlichen Glücksspielen. * ..., daß der „internationalste Fußballklub“ der „United Nations Soccer Club“ ist? Ihm gehören 45 Mitglieder aus 20 verschiedenen Nationen an, die als Verständigung nur das eine kennen: ihren geliebten Fußball. Vorsitzender ist der Engländer John Clarke, Stellvertreter Sotirof-Bul- garien. • ..., daß ein 66jähriger Turner noch heute in alter Frische die Riesenwelle, ,Saltis und waghalsige Luftrollen beherrscht? Es ist der bayerische Altersturner Eugen Fuchs vom Turnverein Memmingen, der im Laufe eines halben Jahrhunderte an ungezählten Turnfesten teilnehmend, immer ein so prächtiger Turner und Kamerad war, daß ihn jetzt der Bayerische Landessport verband mit der Goldenen Ehrennadel auszeichnete. • daß der „Motorflitz“ augenblicklich das regste Interesse der Kleinwagen-Freunde beansprucht? Eine niederrheinische Firma hat mit dem Flitzer eine Neukonstruktion auf den Markt gebracht, die nur 2700 DM kostet. Rund 75 Std/krn kann man mit dem Wagen fahren, der vier Liter auf 100 km verbraucht Das pontonähnliche Fahrzeug ist 3.80 m lang, 1,40 breit und 1,37 m hc% Mit der Ermittlung des Halb- sehwergewichtsmeisters stehen nunmehr alle süddeutschen Titelträger fest. Es sind dies: Griechich-römi- scher Stil: Fliegengewicht: Weber, Göppingen; Bantamgewicht: Spatz, Feudenheim; Federgewicht: Bischoff, Göppingen; Leichtgewicht; Fink, Göppingen; Weltergewicht: Hahn, Göppingen; Mittelgewicht: Henze. Frankfurt; Halb- Lohmann gewann Europa-Preis Vor über 20 000 Zuschauern gewann der deutsche Stehermeister W. Lohmann, Bochum, am Sonntag in Köln, den mit guter internationaler Besetzung ausgetragenen „Europapreis“ über eine Stunde mit 64,9 km. Kilian folgte mit 10 m Abstand. Von den ausländischen Fahrern war der Schweizer Besson der Beste, der mit 50 m Rückstand vor Schorn, Köln, dem französischen Stehermeister Lesueur und dem Italiener Froscio durchs Ziel ging. Im Vorlauf über 20 km war Besson erfolgreich. Mit 17 und 37,2 Min. stellte er einen neuen Bahnrekord auf. In diesem Rennen belegte Kilian den zweiten und Lohmann den dritten Platz. * Walcott ko-Siegcr über Tandberg Jersey-Joe Walcott schlug den schwedischen Schwergewichtler Olle Tandberg in der fünften Runde ko. Der deutsche Handballmeister RSV Mülheim und sein Endspielgegner Polizei Hamburg trennten sich vor 10 000 Zuschauern nach einem schnellen mit einem für Mülheim glücklichen 10:10 (4:7) Unentschieden. Dem Gastgeber gelang erst Sekunden vor dem Schlußpfiff der Gleichstand, nachdem er gegen die Norddeutschen nach einer eigenen 1:0- und 2:1-Führung bereits mit 3:7, 6:9 und 7:10 im Rückstand gelegen hatte. Lintfort deutscher Jugenöhandballmetstcr Im Entscheidungsspiel um die deutsche . Jugend - Handballmeisterschaft-besiegte TuS Lintfort die Elf' des Tbd Flensburg verdient mit 10:6 Toren. An dritter Stelle plazierte sich die Elf des TSV Ketsch. Am Freitag gab es bei den Handballspielen zur Deutschen Jugendmeisterschaft folgende Ergebnisse: TB Flensburg — SC Charlottenburg 16:1, Lintfort — SG Haßloch 12:6, SG Dietzenbach — TuS Holsterhausen 6:6, SV Ketsch — SGO Bremen 8:3. ( - Hammerwerfer Wolf ln Hochform Bei den süddeutschen Rasenkraft- sportmeisterschaften in Oßweil erzielte der Karlsruher Hammerwerfer Wolf mit 56,38 m eine neue deutsche Jahresbestleistung. Er warf 50 Zentimeter weiter als bei den deutschen Meisterschaften in Bremen. Seite 8 / Nummer 157 S AZ Montag, 15. Auguft 194# Phönix Karlsiuhe feiert 55jähriges Jubiläum Phönix Karlsruhe — Nordstern Basel 6 : 3 1 „Um Sieg und Platz" auf Rüppurrs Rennwiesen Mit dem Festakt zu Ehren der toten Sportkameraden, bei dem Ministerialrat Dr. Eichelberger die Gedächtnisrede hielt, wurden die Jubiläumsfeierlichkeiten aus Anlaß des 55jährigen Bestehens würdig eingeleitet. Ein Spiel der über 50 Jahre alten Herren von KFV und Phönix, das KFV mit 2 : 1 Toren gewann, eröffnete die sportlichen Wettkämpfe. Nach kurzen Begrüßungs- und Glückwunschworten begann dann das erste Jubiläumsspiel zwischen Nordstern Basel (Schweizer B-Divi- sion) und der durch die Neuzugänge Lichter (bisher VfR Pforzheim) und Biedenbach wesentlich verstärkten Phönixelf, die besonders in der zweiten Hälfte ein schönes und zweckmäßiges Kombinationsspiel zeigte. Nur der überragenden Abwehrarbeit von Torwart Wehrle und dem meisterhaften Stopperspiel von Grauer war es, in diesem Abschnitt zu verdanken, daß die Torausbeu.e für die Schwarzblauen nicht höher ausfiel. Neben diesen beiden Spielern zeichneten sich auf seiten der Gäste, die einen gefälligen Fußball zeigten, der linke Läufer Keller und die beiden Halbstürmer Rinaldi und Bariani aus. Die ersten 45 Minuten verliefen ohne besondere Höhepunkte. Reeb brachte seinen Verein in der 24. Minute mit einem bombigen 16-m- Strafstoß in Führung, die Stalder kurz vor dem Wechsel mit einem tückischen Roller wieder egalisierte. Wesentlich spannender, verlief die zweite Hälfte. Nach einem Fehler von Grauer glückte Wippert das zweite Tor, dem Klotz in der 61. Minute (aus Abseitsstellung) Nr. 3 folgen ließ. Eine Musterkombination schloß Wippert in der 65. Minute mit dem vierten Treffer ab. Die Gäste erzwangen nunmehr wieder ein offenes Spiel und in der 73. Minute durch Mosimann ein weiteres Tor. Mit einem Nachschuß stellte Lichter kurz darauf die alte Tordifferenz wieder her. Doch schon eine Minute später schlug ein überraschender Hochschuß von Mosimann erneut bei Fleckenstein, der nicht seinen besten Tag hatte, ein. Zwei Minuten vor dem Abpfiff beendete Reeb mit einem Kopfball nach einer Valentinecke den Torreigen. Der Jubiläumsfestabend im „Kühlen Krug“ vereinigte nach dem Spiel die Schweizer. Festgäste und Mitglieder. Nach Ansprachen des 1. Vorsitzenden Dr. Schönig und des 2. Vorsitzenden Prof. Suhr übei-bracht-' W. Kuhfeld für den badischen Fußballverband, Herr Hungerbühler für Nordstern Basel, Stadtrat Baur für den FC Pforzheim, Prof. Dr. Maier für den KFV. Herr Nachmann für den ASV Durlach und Herr Barteller für den FC 21 Glückwünsche und Gaben Unter den zahlreichen Glückwunschtelegrammen befanden sich auch solche von dem Präsidenten der Internationalen Fußhallvereinigung Dr Ivo Schricker und von Heiner Stuhlfautn nie Gebrüder Sommerlatt haben Phönix Karlsruhe verlassen. Der Stürmer Theo hat sich dem ASV Durlach angesch'ossen. während sein B'-uder Kurt beruflich nach Achern geht. Mittelläufer Neßmann. der in letzter Saison bei Alemannia Aachen srleite. ist zum VfR Pforzheim zurückgekehrt. Bei den Leichtathletik-Vereinsmeisterschaften des ASV Durlach siegten im Fünfkampf innerhalb der einzelnen Sparten Benz (Fußball), Scheuble (Handball), Heßler (Schwimmen), während bei den Frauen Hassert und Länge die ersten Plätze belegten. Im Einzel- kampf siegte Benz über 100 m (11,9) Scheuble im Weitsprung (5,58 m), Becker im Hochsprung (1,50 m), Becker im Kugelstoßen (9,50 fn), Beuthel im Speerwurf (42.03 m), und Terbrak im Diskus (33,73 m). In der Altersklasse A belegte Bull- mann im 100-m-Lauf (12 Sekunden) Hertha BSC—Karlsruher FV 0:4 Am 1. Spieltag des interzonalen Berliner Fußballturniers konnte der KFV die Mannschaft des Stadtklassenneulings Hertha BSC klar schlagen. Die Gäste gefielen besonders in der zweiten Halbzeit durch Schnelligkeit und kämpferischen Einsatz. Mittelstürmer Ott, konnte bis zum Wechsel zwei Tore erzielen, während nach der Pause Linksaußen Kittlitz einen 40-m-Strafstoß verwandelte und Ott das Resultat auf 4:0 erhöhen konnte. Der Ostzonenvertreter, BSG Magdeburg mußte sich gegen Alemannia mit 1:5 geschlagen geben. Fußball Durlach-Aue — FV Rüppurr 1 : 2 Hochstetten — 08 Neureut . 3:2 Schöllbronn — Sulzbach . . 1:1 Ettlingenweier — Völkersbach 2 :1 Stupferich — Oberweier . . 3:3 ASV Malsch — Spessart . . 0:4 Bruchhausen — FV Malsch 2 : 0 Handball Eggenstein — Daxlanden 18 :11 Die deutsche Olympia-Handball- Mannschaft von 1936 erzielte am Wochenende zwei Erfolge. Am Samstag schlug sie 'in Bad Oeynhausen den Pokalsieger vno Westfalen, Blau Weiß Oeynhausen mit 14:10 Toren. Am Sonntag unterlag der Westfalenmeister, Eintracht Minden den „Olympioniken“ mit 5:13 Toren. und Weitsprung (5,07 m) den ersten Platz. Das Kugelstoßer^ entschied Beuthel (8,92 m) für sich. ASV Durlach — VfB Grötzingen 4:3 In einem gleichzeitig ausgetragenen Fußballfreundschaftssniel besiegte ASV Durlach den VfB Grötzingen mit 4 :3 Toren. In diesem wenig begeisternden Spiel trat der ASV Durlach zum ersten Mal in neuer Besetzung mit Tannhof, Rittershofer — Wiesheier, Schön — Friese — Öles, Benz — Baier — Streibel — Wasko — Ullaga vor heimischem Publikum an. Ee war ein Renntag mit blauem Himmel, grünen Wiesen, glänzenden Pferdeleibern, bunten Jookeys, leuchtenden Sommerkleidern — mit dreitausend Besuchern, die 1.50 DM für den Pferdesport ausgaben, und etwa tausend Zaungäste, die kostenlos über den Wassergraben lugten. Das Gedränge war so groß, daß der Lautsprecherwagen hin und wieder bekanntgab: „Kind abzuholen... steht da und weint“. Aber es blieb ein Renntag ohne größere Unfälle. Der Totalisator meldete einen Umsatz von 600Q DM. Man war vorsichtig mit dem Einsatz der kostbaren D-Mark. Der sachliche Karlsruher gibt sie offenbar lieber für heiße Würstchen, Bier, Eis am Stiel und Zigaretten aus. Insgesamt stellte man fest, daß die Rüppurrer Rennwiesen einen sehr netten Rahmen für Pferderennen abgeben und besser geeignet sind, als das Gelände am Rheinhafen. Das erste Rennen, ein Flachrennen für Warmblutpferde über 1400 m, ging wie erwartet an „Rosel“ (Besitzer Treuthle, Karlsruhe) vor „Prinz“ (Besitzer A. Bauer, Karlsruhe). Beim zweiten Rennen ging es um Backenbreite, wobei „Mella“ (Stall Ruf, Karlsruhe) vor „Nacht“ (Besitzer Löhr, Karlsruhe) ins Ziel ging. Im Rennen der Damen war das Publikum mit „Leib und Seele“ dabei und alle Sympathien flogen der charmanten Siegerin Fräulein von Hehler auf „Sanny“ (Besitzer Müller, Iffezheim) zu, als sie mit Schneid und beachtlichem Vorsprung alles andere hinter sich ließ. Als Zweiter lief „Pascha“ ein, geritten von Rosemarie Gülcher, Karlsruhe. Das Trabrennen um den „Preis von Straubing“ gewann „Axentsein“ (Besitzer Ruf, Karlsruhe) vor „Moron“ (Besitzer Pecnik, Karlsruhe). „Dru- sus“ hatte auf Grund seiner bisherigen Rennerfolge den anderen Pferden 60 m vorgeben müssen. Beim Hürdenrennen der Halbblüter über 2ß00 m gab es interessante Momente, bis im Endspurt das pfälzische Pferd „Fliege“ (Besitzer Fleckstein, Billigheim) geritten von dem bekannten Münchener Jockey Hennemann vor Frl. von Hehler auf „Sanny“, die zum zweiten Mal ein schneidiges Rennen ritt, durchs Ziel ging. Das zweite Traberrennen wurde dann doch zur sicheren Beute von „Drusus“ (Stall Ruf, Karlsruhe), der sich nun erst warm gelaufen hatte; ihm folgten „Axenstein“ (ebenfalls Stall Ruf) und „Maron“ (Besitzer Pecnik, Karlsruhe). Das siebente Rennen, wiederum ein Hürdenrennen, sah zum zweitenmal an diesem Renntag „Mella“ (Besitzer Ruf) als Siegerin, die ein ruhiges Rennen lief und auf der Zielgeraden überraschenderweise die Favoritin „Friosa“ (Besitzer Gülcher) überholte. Somit hatten die Karlsruher Rennställe und insbesondere der Stall Ruf einen erfolgreichen Tag zu verbuchen. Hockey Phönix K’he — KTV 46 2 :1 In einem- kampfbetonten aber fairen Spiel errang Phönix einen dem Verlauf nach verdienten, knappen Sieg. Nach anfänglich verteiltem Feldspiel ging der KTV durch eine von Rüland verwandelte Strafecke in Führung. Trotz großer Anstrengungen des ersatzgeschwächten Phönixsturmes konnte der Rückstand bis zur Pause nicht aufgeholt werden, da der Torsteher des KTV durch großartige Paraden die bestgemeinten Schüsse zunichte machte. Die nach Halbzeit bei Phönix vorgenommene Umstellung bewährte sich gut, so daß die Elf durch Tore von Kunz und Ax den Sieg sicher- steilen konnte. Beim KTV war Rüland der überragende Mann, während bei Phönix die Außenläufer Wieber und Bodmer durch planvolles Abwehr- und Aufbauspiel besonders gefielen. Am Mittwoch, den 17. 8. trifft Phönix in Abänderung des Jubiläumsprogrammes auf die spielstarke Elf der TSG Bruchsal. S. Leichtathletik Meisterschaften des ASV Durlach Kissel - Kaffee Groß-Rösterei KisseZ^Kaffee täglich frisch geresfef? Annahme von Lohnröstungen Kaiserstr. 150. Autoeinf. Akademiestr. 51 mm \ 13.00, 15.30, 18.00 und 21.00 Uhr Affaire Blum GLORIAJ Ruf 8921 „Sieg und Platz" Täglich: 13, 15, 17, 19 u. 21 Uhr Arzte ' Dentisten Zurück! Dr. med. W. KUHN Facharzt für innere Krarfkheiten Karlsruhe Helmholtzstraße 13 (Ecke Kochstr.) Fernnil 5141 die Sch uh polier mit irazmn GLDRIR La« BONotaPiAR • ruf mkJ Heute Programmwechsel I Qetq.cü*ie Tmq&c mit Anthony Kulme, Joy Shelton Scetlond-Yard im Kampf gegen Juwelenrtiuberl Ein fesselnder Kriminalfilm nach einem Roman von Francis Durbridge Täglich 13, 15, 17, 19,21 Uhr Zu verkaufen Neue Scbreibmasch., Olympia, m. Tabul. f. DM 275 z-d vk. CS) 70246 SAZ Khe. Automarkt DKW - Lieferwagen zu verkaufen. Ost- Stadtgarage, Essenweinstraße 6—8. PASSAGE PALAST ’Äl 9-28 Ah 16. August, täglich 20.16 Uhr: Joe Hadges Biller präsentiert Die Akkordeon-Luxus-Revue HERZENSKARUSSELL 33 Bilder Fantastische Dekorationen 140 Kostüme mit Baby Sabina, Adam Müller, Dion Römer, RosMa Schweiger und Hedy Flory v. Wintergarten Berlin u. den 10 Mexicana-Akkordeon-LacUes Der Clou der Saison Vorverkauf telefon. 4742 und 1 Stunde vor Beginn an der Theaterkasse. Zwangsversteigerung Dienstag, den 16. ds. 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