/ KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Erscheint tfiglidi, außei Donnerstag and Sonntag. Redaktion, Ver« lagsabteilung, Vertrieb und Druck Ksrlsrune, Waldstraße 28. Telefon 922/923. (Dringend Presse.) Anzeigenannahme Karlsruhe, Kaiseisti. 69. Telefon 6649; Durlach, Pfinztalstraße 49, Ettlingen, Leopoldstraße 5, Telefon 36. Kein Ersatzanspruch bei Störung durch höhere Gewalt. Bezugspreis monatlich DM 2.40 einschließlich Trßgergebühr, Postzustellung DM2.20 zuzüglich Zustellgebühr -- Anzeigen preise: Die sechsgespaltene 46 mm breite Millimetereeile Milli» meter-Grundpreis DM —.80, im übrigen siehe zur Zeit gültige Preisliste Nr. 4, — Postscheckkonto» Postscheckamt Karlsruhe Nr 80 535. 3. Jahrgang Nummer 163 Karlsruhe, Dienstag, 23. August 1949 Einzelpreis 15 Pfennig Anglo-amerikanische Krise verschärft sich „Wir sind der Yankee-Beleidigungen müde“ — USA-Liberalismus gegen Labour-Sozialismus LONDON, 22. Aug. (UP) Eine Rede des britischen Kriegsministers Ema- nuel Shinwell wird in London als eine Antwort der Labour-Regierung auf die zunehmende Kritik der USA an der britischen Wirtschaftsführung angesehen. „Es ist riskant, des Löwen Schwanz zu zwicken“, hatte Shinwell ausgerufen, und die regierungsfreundliche Presse fiel in den Chor ein mit Ueberschriften wie- „Wir Briten sind der Yankee-Beleidigungen müde“ — „Hier unsere Antwort auf die amerikanischen Lügen und Verleumdungen“. Shinwell war die erste Persönlichkeit der Regierung, die den transatlantischen Zwist gewissermaßen offiziell erwähnte. „Einige unserer Alliierten“, so sagte er u. a., „vergessen undankbarerweise Großbritanniens großen Beitrag zur Verteidigung der Demokratie“. Der britische Gegenangriff wurde von den Sonntagszeitungen „Sunday Pictorial“ und „The People“ aufgenommen, die zusammen eine Auflage von rund 10 Millionen Exemplaren haben. Auch der „Daily Herald“, das offizielle Organ der Labour Par- Beruhigung in Belgrad BELGRAD, 22. Aug. (UP) Nach einem Wochenende, in dem Belgrad einem aufgestöberten Ameisenhaufen glich, beginnt sich jetzt die Aufregung seiner Einwohner wieder zu legen, und mehr und mehr greift die Meinung um sich, daß die recht geharnischten sowjetischen Noten nichts als Propaganda sind. Daneben wird hier und da die Meinung aus- gedrückt, daß die in diesen Noten enthaltenen Drohungen nicht nur an die Adresse Jugoslawiens, sondern auch an die der Westmächte gerichtet sind. Der nach Belgrad geschickte „Kaltkrieg“-Spezialist der „Daily Mail“, G. Ward Price, berichtet, daß sich 300 sowjetische Tanks quer durch Ungarn der jugoslawischen Grenze näherten. Die akute Feindseligkeit zwischen Moskau und Belgrad habe einen derartigen Höhepunkt erreicht, so schreibt er, daß der Ausbruch eines Krieges „nicht erstaunen würde“. Sowjetische Intervention in Finnland? HELSINKI, 22. Aug. (UP). In finnischen kommunistischen Kreisen scheinen mehr oder weniger offene Spekulationen über die Möglichkeit einer sowjetischen Intervention im gegenwärtigen Streik im Gange zu sein. Nach Presseberichten haben die Kommunisten in Kemi (Nordfinnland) an den sowjetischen Gesandten in Helsinki einen Brief geschickt, in dem sie erklären, daß die Maßnahmen der finnischen Regierung gegen die Streikbewegung eine Verletzung des finnisch-sowjetischen Friedensvertrages darstellen. In einem Leitartikel der kommunistischen „Vapaa sana“ wird die finnische Regierung beschuldigt, die Nation zum Kriege zu führen. Welt-Rundschau LONDON. (UP). Schätzungsweise die Hälfte der 115 Bergwerke in York- shire und Lancashire konnte am Montag nicht arbeiten, weil sich die Kran- und Aufzugführer weigerten, ihre Arbeitsstellen zu besetzen. Ein Drittel der britischen Kohlenförderung kommt aus den stilliegenden Bergwerken. — OSLO. (UP). Bei Vinstra in Südnorwegen wird zur Zeit ein Elektrizitätswerk gebaut, zu dem das Wasser zum Antrieb der Turbinen durch einen Tunnel von 23,6 Kilometer Länge geleitet wird. Dieser Tunnel wird den Simplontunnel, der mit seinen 19,7 Kilometern bisher der längste Europas war, um ein gutes Stück übertreffen. — LISSABON. (UP). Durch die anhaltende Trockenheit dieses Jahres, sieht sich Portugal einer nationalen Katastrophe gegenüber. Fast die gesamte Ernte Ist verbrannt, das Vieh stirbt aus Mangel an Wasser und Futter. — WASHINGTON. (UP). Der Chef des Protokolls des polnischen Außenministeriums, Adam Gubrinowrcz, ist von seinem Posten zurückgetreten und hat die amerikanische Regierung um Gewährung des Asylrechts gebeten. — DANSVILLE, NEW YORK. Der 81jäh- rige amerikanische Sportlehrer Bernard Macfadden unternahm kürzlich seinen ersten Fallschirmabsprung aus 600 Meter Höhe. Er wollte damit beweisen, daß „das Gerede vom Altwerden Unsinn ist“. (Alle Dicht gezeichneten Nachrichten: OENA) ty, hatte letzte Woche ähnliche Tendenzen entwickelt. „Sunday Pictorial“ widmete zwei volle Seiten seiner letzten Ausgabe einem „offenen Brief an das amerikanische Volk“. Unter der Ueber- schrift war eine amerikanische Karikatur abgebildet, die einen betrunkenen John Bull, bettelnd vor einem „Socialism Saloon“ zeigt. Die Zeitung bezeichnet diese Karikatur als „beleidigend“. Großbritannien sei an Angriffe „vom Kontinent her“ gewöhnt, so führt sie aus. Nun werde es auch „von den Yankees“ attak- kiert. Es sei es müde, „als Bettler“ bezeichnet zu werden. „Sunday Pictorial“ wendet sich dann mit Schärfe gegen eine Reihe von zitierter amerikanischer Pressestimmen, welche BONN, 22. Aug. (UP). Wie Jakob Kaiser von der CDU in einem Interview mit dem Vertreter der United Press bekanntgab, ist Konrad Adenauer als Bundeskanzler der ersten Regierung der Westdeutschen Bundesrepublik vorgesehen. Dr. Adenauer bestätigte am Montag, daß die CDU/CSU unter seiner Führung gemeinsam mit den Freien Demokraten und der Deutschen Partei eine Koalitionsregierung bilden werde. Professor Dr. Erhard (CDU) werde Wirtschaftsminister, Dr. Lehr (CDU) Innenminister. Dr. Schlange- Schöningen (CDU) Ernährungsminister, Franz Blücher (FDP) Finanzminister und Dr. Karl Spieker (CDU) Chef des Bundeskanzleramtes. Ueber die weitere Amtsverteilung werde gegenwärtig noch verhandelt. Der bayrische Ministerpräsident Dr. Ehard (CDU) und ■ der nordrheinwestfälische Ministerpräsident Ar- BERLIN, 22. Aug. (DENA). Die SED sprach sich am Montag zum erstenmal offiziell für eine Regierung in der Ostzone aus. „Im Gegensatz zu der westdeutschen Marionettenregierung würde eine Regierung aus den Parteien des Volksrats der Welt die Garantie geben, daß Deutschland sich friedlich entwickeln und nie mehr als Angreifer auftreten könnte“ heißt es in einem Kommentar des SED-Pressedienstes. Die Regierung in der Ostzone würde, so heißt es weiter, die Bestrebungen zur Schaffung einer wirk- MIAMI, Florida, 22. August (UP). Präsident Truman nahm häute eine Ansprache vor amerikanischen Kriegsteilnehmern zum Anlaß, um die „unverzügliche Annahme des militärischen Hilfsprogrammes für die Atlantikpakt-Nationen“ zu fordern. Der Präsident betonte, daß die Bewaffnung nur zu Verteidigungszwek- ken erfolge und daß die Streitkräfte der Atlantikpakt-Staaten „keine Gefahr für die Unabhängigkeit der anderen Nationen“ bilden würden. „Demokratische Nationen haben keine Neigung zur Aggression. Sie wünschen nur ihre Heimat zu verteidigen“, sagte Truman. Auflockerung der Rationierung FRANKFURT, 22. Aug. (VWD). Hinsichtlich der geplanten allgemeinen Auflockerung der Rationierung verlautet am Montag aus der VELF, daß außer Teigwaren auch Nährmittel, Käse und Magermilch freigegeben werden sollen. Außerdem will die Verwaltung ihren Antrag erneuern, daß in den Gaststätten markenfreies Essen ausgegeben werden darf. Es ist noch ungewiß, ob auch Konditoreien, Werkküchen. Kantinen usw. einbezogen werden. Der Plan soll den Alliierten Anfang September vorgelegt werden, da dann sowohl die eigene Ernte als auch die zugesagten Einfuhren übersehen werden können. die Wirtschaftspolitik der Labour- Regierung angreifen. „The People“ bezeichnet die Rede Shinwells als „regelrechte Gegenoffensive gegen amerikanische Kritiken an Großbritannien. „Wenn Großbritannien noch die Gold- und Dollarbestände hätte, die es verkauft habe, bevor die USA in den Krieg eingetreten seien“, so argumentiert die Zeitung, „so würde sein finanzielles Problem einer Lösung nahe sein. Es sei Aufgabe des britischen Schatzkanzlers Sir Staf- ford Cripps, bei den in Kürze beginnenden Washingtoner Finanzbesprechungen an diese Tatsache zu erinnern. Die Besprechungen haben .die schwierige Wirtschaftslage Großbritanniens und dessen weitere Hilfe durch die USA zum Gegenstand. nold (CDU) werden, so sagte Adenauer, auf ihren Landesposten bleiben, um von diesen entscheidenden Positionen aus die Bundesregierung zu unterstützen. Für das Amt des Bundespräsidenten sei Professor Heuss von den Freien Demokraten vorgesehen. Kaiser, der an einer zuständigen Besprechung mit anderen maßgebenden CDU-Politikern teilnahm, erklärte noch, daß in dieser Besprechung außer der Ablehnung einer Koalition mit den Sozialdemokraten folgendes beschlossen worden sei, die Zentrumspartei zum Eintritt in diese Koalition zu bewegen. Die Deutsche Rechtspartei und die Bayernpartei würden nicht offiziell zum Eintritt aufgefordert werden, es bieibe ihnen jedoch anheimg^stellt, um die Einbeziehung in die Koalition zu ersuchen. liehen deutschen Einheit ehrlich und ernsthaft weiterführen. Der SED- Pressedienst hebt hervor, daß die „Regierung aus den Parteien des Volksrates“ für das ganze deutsche Volk sprechen würde. Als Garantien dafür, daß die Regierung in der Ostzone eine Demokratisierung Gesamtdeutschlands erreichen würde, führt der SED-Pres- sedienst die „feste demokratische Ordnung“ in der Ostzone und die vom Volksrat ausgearbeiete Verfassung an. Die Amerikaner müßten sich der Tatsache bewußt werden, daß die USA die falsche Sicherheit des Isolationismus für alle Zeiten aufgegeben haben, weil sie der letzte Krieg gelehrt habe, daß der Isolationismus in der Welt von heute ein wirkungsloser und leicht verletzlicher Schutz sei. Der Präsident bekannte sich in seiner Rede erneut zu den „Grundsätzen der vereinten Nationen“. Er fügte jedoch hinzu, daß es sich kurz nach Kriegsende gezeigt habe, daß die Weltorganisation nicht alle Hoffnungen erfüllen könne, solange sich nicht alle Nationen in dem Wunsch nach Frieden einig seien. Streik gegen Rowdy-Manieren MÜNCHEN, 22. Aug. (DENA). Die 130 Chauffeure des Münchener Ex- port-Taxi-Dienstes befinden sich seit Samstag in einem Proteststreik der gegen die sich in letzter Zeit häufenden Körperverletzungen durch Angehörige der Besatzungsmacht während der Nachtstunden gerichtet ist. Bis zur Klärung dieser Frage, über die am Montag zwischen Vertretern der streikenden Gesellschaft und Besatzungsoffizieren Verhandlungen aufgenommen wurden, haben die Fahrer bis auf weiteres zwischen 20 und 5 Uhr ihren Dienst eingestellt. Wie mitgeteilt wurde, seien in den letzten Wochen durchschnittlich 20 bis 25 Fah'- >r bei S ''TWe -"'en rmt Amerikanern verletzt worden. Sollten die letzten Aeußerungen Shinwells und der Labourpresse für die Haltung der britischen Delegation bezeichnend sein, so kann sich der Verlauf der Washingtoner Konferenz kritischer entwickeln als bisher angenommen worden ist. In britischen Regierungskreisen besteht wegen ihres Ausgangs jedenfalls kein sehr großer Optimismus. „Nur Dollars, aber keine Kritik?“ Der „Daily Express“ Lord Beaverbrooks nimmt dagegen in einem Leitartikel gegen die von der La- bour-Seite in Entwicklung begriffene Offensive Stellung. Die Zeitung er-' klärt u. a.: „Nach den unwürdigen Ausbrüchen hysterischen Ressentiments gegen die amerikanischen Kommentare an unserer Lage zu urteilen, sieht es so aus, als ob alles, was wir gegenwärtig annehmen könnten, Dollars sind, aber niemals Kritik.“ Wer sind nun diese Kritiker?, so fragt „Daily Expreß“ und antwortet: „Die Kommunisten, die Beinahe-Kommunisten, die „Fellow- Travelers“ und alle die Elemente der Linken, deren Hauptziel und -Zweck der totalitäre Staat ist“. Gegen neue Hilfe für England WASHINGTON, 22. Aug. (UP) Der maßgebende republikanische Senator Kenneth Wherry sagte gestern voraus, der Kongreß werde jedes neue Hilfsprogramm für Großbritannien zurückweisen, das von den Vereinigten Staaten verlangen würde, „das Geld der Steuerzahler in ein bodenloses Faß zu schütten“. Großbritanniens Dollarknappheit sei ein „Symptom“ und nicht die Ursache seiner wirtschaftlichen Krise, erklärte Wherry. Großbritannien sei wie die Vereinigten Staaten von „extravaganten Regierungsausgaben, dem gewöhnlichen Nebenprodukt einer sozialistischen Regierung, heimgesucht“. Der Senator erinnerte in seiner Erklärung daran, daß jedes auf der bevorsteheridenFinanzkonferenz zwischen den amerikanischen und britischen Unterhändlern erzielte Abkommen vom Kongreß gebilligt werden müsse. Wherry äußerte die feste Ueberzeugung, daß der „Sozialismus und nicht die Dollarknappheit“ für Großbritanniens Notlage verantwortlich sei. METZ, 22. Aug. (DENA-AFP). Der französische Außenminister Robert Schuman bezeichnete das Deutschlandproblem am Sonntag anläßlich der Verleihung des Kriegskreuzes an den Grenzort Hottviller als die im Augenblick entscheidende Frage. .Wir wollen unseren Nachbarn, die uns soviel Leid zugefügt haben“, sagte Schuman,. „viel verzeihen und sogar alles vergessen, sofern sie sich in Zukunft zum Frieden und zur gegenseitigen Verständigung bekennen. Wir werden ihnen die Gelegenheit dazu geben, aber immer auf der Hut bleiben und uns nicht beirren lassen.“ Schuman in Freiburg FREIBURG, 22. Aug. (SAZ-Ber.). Auf seiner Informationsreise durch die französische Zone traf der französische Innenminister Robert Schuman am Montag in Freiburg ein. In seiner Begleitung befanden sich der französische Hohe Kommissar Andre Francois-Poncet und der Staatssekretär für deutsche und österreichische Angelegenheiten im französischen Außenministerium, Alain Poher. Der französische Innenminister empfing den südbadischen Staatsminister Leo Wohieb zu einer län- Kommunisten vor Formosa KANTON, 22. Aug. (DENA). Die in Südostchina längs der Straße von Futschau nach Amoy vorgehenden kommunistischen Truppen stehen dicht vor Putien, einer auf halbem Wege zwischen Futschau und Amoy gelegenen Stadt. Die kommunistischen Truppen reißen damit die Kontrolle eines 200 km breiten Küstenstreifens an sich, der der Insel Formosa, dem Stützpunkt der nationalchinesischen Land- und Luftstreitkräfte gegenüberliegt. SAZ-Gespräch mit Andrg Francois-Poncet KARLSRUHE (SAZ). Trotz vieler Absperrungen, die am Sonntag anläßlich des Empfangs des französischen Hohen Kommissars für Deutschland, Andre Francois-Poncet, auf dem Rennplatz Iffezheim gebildet wurden, gelang es unserem politischen Redakteur, mit dem ehemaligen französischen Botschafter (Bild: Dürr - Firmenich) in Deutschland und jetzigen Hoheni Kommissar zu sprechen. Mit vorbildlicher Freundlichkeit begrüßte Francois-Poncet unseren Mitarbeiter, der mit dem bekannten Verfechter einer deutsch-französischen Verständigung sehr schnell einen guten Kontakt fand. „Für Gespräche über eine Verständigung zwischen unseren beiden Völkern, insbesondere zwischen deren Jugend, bin ich immer zu haben“, meinte Francois- Poncet auf eine entsprechende Frage. Er lud unseren • Redakteur ein, ihn in seinem Hauptquartier in Mainz oder, anläßlich des Zusammentritts "der westdeutschen Bundesversammlung, in Bonn zu besuchen, wo er gerne das Gespräch mit ihm weiterführen möchte. Unser Bild zeigt den Hohen Kommissar während der Unterhaltung mit unserem Mitarbeiter, geren Aussprache. Die Besprechungen wurden in einem sehr offenen und loyalen Geiste geführt. „Deutschland muß verzichten“ BAD NAUHEIM, 22. Aug. (DENÄ) Das französische Außenministerium soll, wie DENA erfährt, als Antwort auf die Erklärungen Dr. Schumachers und Professor Heuss zur Saarfrage sämtlichen französischen Botschaften und Generalkonsulaten mitgeteilt haben, daß nach seiner Auffassung Deutschland endgültig und ohne Hintergedanken auf alle Souveränitätsrechte im Saarland verzichten' müsse. Die gegenwärtig im Saarland bestehende Rechtsordnung beruhe auf dem wirtschaftlichen Anschluß dieses Gebietes an Frankreich und auf seiner politischen Abtrennung von Deutschland. Die Rechtsordnung habe zwar noch keine definitive juristische Sanktion erhalten, wie sie sich nur aus einer Friedensregelung ergeben kann, dagegen bestünde über diese Regelung ein „gentlemen agreement“ zwischen Frankreich, den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Das daraus resultierende Saarstatut sei von der erdrückenden Mehrheit der Saareinwohner gebilligt worden. Um die Marshallplan-Gelder PARIS, 22. Aug. (UP). Ein Zwei- Mann-Ausschuß der europäischen Wiederaufbaubehörde (OEEC) begann am Montag damit, eine Neuverteilung der Marshallplan-Gelder für das Jahr 1949/50 auszuarbeiten. Dies wurde notwendig, nachdem es dem Rat am Samstag nicht gelang, über den vorliegenden Verteilungsvorschlag eine Einigung zu erzielen. Vor allem protestierten Großbritannien, Holland, Frankreich und Italien gegen den Verteilungsvorschlag. Adenauer wird Kanzler Heuss Bundespräsident — Die künftige Regierung SED für Ost^onen-Ragierung „Regierung des Volksrates würde für ganz Deutschland sprechen“ Truman mahnt den Kongreß „Unverzügliche Annahme des Waffenhilfsprogramms notwendig“ „Wir wollen alles vergessen . . f* ... aber auf der Hut bleiben“ — Schuman über Deutschland i s V Seit« 3 / Kummer ISS S AZ Dienstag, den 33. August 1843 jSuDDQj^^cmefnc Nummer 163 / Dienstag, 23. August 1949 Zankapfel 3,7 Milliarden ONA. In den nächsten Tagen wird der amerikanische Kongreß darüber entscheiden, wie hoch die Anleihe bemessen sein wird, die der Marshallplanländer im Rahmen des ERP für dieses Jahr erhalten. Diese Entscheidung wird wohl den schärfsten Disput auslösen, den es in der Geschichte des Marshallplanes bisher gegeben hat, wenn nämlich die 19 Nationen beginnen werden, die Summe unter sich aufzuteilen. Denn die Europäer haben mehr Geld verlangt als im vergangenen Jahr, die Amerikaner jedoch bewilligen weniger, , und die Differenz zwischen den beiden Beträgen ist riesengroß. Die Richtlinien des Marshallplanes zehen vor, daß das Büro des Amtes für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (OEEC), in dem alle am europäischen Hilfsprogramm teilnehmenden Nationen vertreten sind — durch einstimmigen Beschluß über die Aufteilung der Gelder entscheidet. Die Aufgabe, die dem Büro während der nächsten 14 Tage bevorsteht, ist eigentlich eine ganz einfache Rechenaufgabe: die von den einzelnen Mitgliedstaaten eingereichten nationalen Programme rechnen insgesamt mit einer Anleihe von 5,2 Mrd. Dollar, tuährend der Kongreß wahrscheinlich nur eine Summe von 3,7 Mrd. Dollar bewilligen wird. Die Vertreter der europäischen Nationen, die sich zusammensetzen werden, um die Marshallplanhilfe untereinander aufzuteilen, kämpfen um Sein oder Nichtsein ihrer Regierungen. Jede ernsthafte Beschneidung der geforderten Dollarbeträge bedeutet für die betreffende Regierung, daß sie im kommenden Jahr den Lebensstandard ihres Volkes beträchtlich herabsetzen muß. Von den 3,5 Mrd. Dollar, die aufgeteilt werden müssen, verlangt Großbritannien allein 1,5 Mrd. für sich, also fast 50 Prozent. Es ist nun die Frage, ob sich die anderen europäischen Nationen unter Führung Italiens gegen Großbritannien zusammentun werden oder aber ob sie die Stabilität Englands für so wichtig halten, daß sie freiwillig ihren Anteil beschneiden lassen. Keine der europäischen Nationen hat es bisher gewagt, die seltsame Doppelnatur der deutschen Hilfe zur Sprache zu bringen, Einen Teil seiner Hilfsgelder (400 Mill. Dollar) erhält Deutschland vom State Department durch die ECA. Die größere Summe (700 Mill. Dollar) bekommt Deutschland jedoch vom State Department auf dem Wege über das Büro des Hohen Kommissars John McCloy. Wenn Deutschland seinen Anteil aus dem ECA-Pool bekommen soll — so argumentiert man in Paris —, sollten all seine amerikanischen Hilfsgelder in diesem Pool zusammengetan werden und jeder sollte bei der Beschneidung des Anteils sein Stück abbekommen. Wenn sich die Europäer nicht selbst über die Aufteilung der Hilfsgelder einigen können, werden sich die Vereinigten Staaten einntischen müssen. In einem solchen Falle aber werden die USA einige Entscheidungen von großer Wichtigkeit treffen müssen, denen sie bisher ausgewichen sind. „Fehlinvestitionen" und Kreditpolitik Ein schillernder Begriff zwischen den Wirtschaftssystemen Wenn eine Hausfrau im Fieber der Ausverkaufstage eine sensationell billige Bluse erstanden hat, die sich dann bei ruhiger Prüfung als zu eng erweist, dann hat sie ihr Geld schlecht angewendet und ärgert sich sich darüber — aber eine Tragödie braucht es nicht zu sein, weil das Objekt verhältnismäßig unbedeutend ist. Baut aber jemand ein Hotel an einem Waldsee, dessen Anziehungskraft für den Touristenverkehr viel schwächer ist als erwartet, dann bedeuten die leeren Betten und Frühstückstische seinen Ruin. Hier wie dort ist falsch disponiert worden, der Unterschied liegt lediglich in der Größenordnung. Im ersten Fall kann der Verlust innerhalb des monatlichen Etats „verdaut 1 * werden, im zweiten ist eine beträchtliche Kapitalsumme an falscher Stelle im wahrsten Sinne des Wortes „fest“ gelegt worden, so daß sie nur unter schmerzlichen Verlusten — wahrscheinlich im Wege des Konkurses — Wieder losgeeist werden kann. Ganz ohne solche Fehlentscheidungen wird es nirgendwo und unter keinem Wirtschaftssystem abgehen, denn Irren ist menschlich, und die Wege des wirtschaftlichen Geschehens sind verschlungen und voller überraschender Windungen, daß niemand vor Enttäuschungen sicher ist. Aber es gehört zu den wichtigsten Forderungen, die jeder verantwortlich Wirtschaftende an sich stellen muß, daß er solche Irrtümer nach Kräften vermeidet. Auch die Volkswirtschaft als Ganzes ist hieran brennend interessiert: Kapitalfehlleitungen großen Ausmaßes hemmen den allgemeinen Fortschritt. Das gilt schon in einer normalen, mit einem gewissen Fettpolster ausgestatteten Volkswirtschaft — wie viel mehr erst, wenn die Kapitaldecke ohnehin jämmerlich klein ist, wie bei uns! Der einzelne Betrieb kann sich Fehlinvestitionen unter FRANKFURT, 22. Aug. Der Verwalter des Europa-Hilfsprogramms Paul G. Hoffman appellierte am Montag an die Deutschen, ihre Anstrengungen zur Genesung zu verstärken. Der nachdrücklichste Eindruck während seiner Europareise sei der gewesen, daß im Gegensatz zum vergangenen Jahr ein neuer Geist der Hoffnung und Zuversicht in allen europäischen Ländern eingezogen sei, die am Marshallplan teilnehmen. Hoffman befürwortete die Aufhebung der Handelsbeschränkungen für Deutschland, um Westdeutschland in die Lage zu versetzen, die Dollar-Einfuhren an Lebensmitteln zu verringern. Er empfahl außerdem vor einer großen Anzahl in- und ausländischer Pressekorrespondenten die Vergrößerung des Anbaus landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Deutschland. Dazu sagte er: „Solange ein Staat dringend Lebensmittel braucht, sollte er weniger Blumen und mehr landwirtschaftliche Erzeugnisse anbauen.“ gar keinen Umständen leisten, und die Gesamtheit ebensowenig. In dieser Form wird unsere Feststellung kaum irgendwo Widerspruch finden — aber diese Uebereinstimmung verflüchtigt sich schnell, wenn man anfängt, zu erörtern, was denn in der Praxis als Fehlinvestition zu bezeichnen sei. In einer völlig freien, nur von Angebot und Nachfrage und nicht vom Staat regierten Wirtschaft — wie es sie heute auf der Welt nirgends mehr in Reinkultur gibt —- existiert nur ein Maßstab, an dem man das Urteil über eine Kapitalanlage ablesen kann: Die Rentabilität, der herausgewirtschaftete Erfolg. Fehlgeleitet ist hier alles, was keinen oder schlechten Ertrag bringt. Schaltet sich dagegen die staatliche Autorität mit bestimmten sozialen, politischen oder ideologischen Zielsetzungen ein, so erscheint als Fehlinvestition eine Anlage, die diesen Zielen zuwiderläuft, auch wenn sie vielleicht glänzende Zinsen abwirft. Eine Wohnsiedlung, die wegen des Mietenstonps die darin angelegten Mittel nicht verzinsen kann, ist ja nach dem Blickpunkt entweder eine hoffnungslose Angelegenheit oder ein höchst erstrebenswertes Ziel: ein prunkvolles Vergnügungs-Etablissement präsentiert sich entweder als erstklassiges Projekt oder als verwerfliche Substanzverschwendung. Wir stehen mit unserer westdeutschen Wirklichkeit von 1949 in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen. Das Geld, der Preis und der Zins sind Mitregenten, aber keine absoluten Herrscher Leider besteht keine klare Trennung der Gewalten; sie wäre auch schwer zu finden, weil beide Prinzipien: die vom moralisch anerkannten Bedarf ausgehende Planung und die an der Rentabilität orientierte reine Marktwirtschaft — Hoffman erklärte weiter, daß er zu McCloy das größte Vertrauen habe, daß dieser Deutschland helfen werde. Auch sei eine direkte Dol- •larhilfe für die Industrie möglich, und aus dem Gegenwert-Fonds könnten Gelder für Investitionen kommen. Allerdings werde Geld von außerhalb erst dann investiert werden, wenn Deutschland zuvor seine eigenen Mittel eingesetzt hätte. Zu den Demontagen erklärte Hoffman, in Deutschland solle man nicht vergessen, daß es den Verhandlungen des amerikanischen Außenministeriums zu verdanken sei, daß von der Liste der 167 zur Demontage vorgesehenen Industrieanlagen 159 gestrichen werden konnten. Es könne nicht im Interesse einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit der europäischen Länder liegen, wenn von deutscher Seite ständig neue Forderungen nach Ueberprüfung der Demontageliste gestellt würden. Der Arbeit des Humphrey-Ausschusses sei es zu verdanken, daß lediglich die verbleibenden acht Fabrikanlagen in Westdeutschland demontiert werden. die Tendenz zur Alleinherrschaft ln sich tragen. Das Ergebnis ist ein praktisches und gedankliches Durcheinander das, manchen unfruchtbaren Streit heraufbeschwört und mancher befreienden Tat im Wege steht. Der wichtigste Schauplatz dieser Unstimmigkeiten ist die Kreditpolitik. Wer soll die heißumworbenen Zuteilungen aus dem — leider nur bescheiden gefüllten — Topf der langfristigen Kapitalversorgung bekommen? Darum ist vor und hinter den Kulissen ein gewaltiges Tauziehen im Gange. Länder und Städte, Branchen und Untemehmungs- formen, amtliche Ressorts und Politische Gruppen stehen sich dabei gegenüber, und das Schlagwort, mit dem die Diskussion geführt wird, lautet immer wieder: Fehlinvestition! Natürlich ist jeweils die Gegenpartei gemeint. Da aber die beiden, wie wir gesehen haben, auf ganz verschiedenen Ebenen liegenden Maßstäbe hierbei meist nicht sauber voneinander getrennt werden, ist der Streit oft recht unfruchtbar. Das ist umso bedauerlicher, als es hier nun wirklich um eine auf lange Zeit hinaus entscheidende Frage geht. Wird sie falsch gelöst, so werden die Steuerzahler in späteren Jahren dafür einstehen müssen. Der beste Weg dürfte darauf hinauslaufen, daß man den Maßstab der privatwirtschaftlichen Rentabilität überall dort anlegt, wo nicht überragende und unabdingbare soziale Rücksichten einer solchen Betrachtung entgegen stehen. Soweit man sich aber von der Ertragsfähigkeit der Kapitalanlagen als Richtschnur entfernen zu müssen glaubt, sollten klare Verantwortlichkeiten für die zu erwartenden Verluste und notwendig werdenden Zuschüsse geschaffen werden. A-Z. Er habe dem Senat des amerikanischen Kongresses zwar die Bewilligung von 25 000 Dollar für die nochmalige Ueberprüfung dieser verbleibenden Werke vorgeschlagen, jedoch könne nicht mit Sicherheit erwartet werden, ob es zu einer derartigen Ueberprüfung komme. Der Hohe Kommissar McCloy werde seinerseits nachzuprüfen haben, ob auch die restlichen acht Industriewerke für einen Demontagestop vorgeschlagen werden sollen. Falls McCloy zu dieser Ansicht komme, würden die USA entsprechende Verhandlungen mit Großbritannien und Frankreich aufnehmen. Mit Nachdruck betonte der" ERP-Administrator, daß man nunmehr den ganzen Fragenkomplex der Demontagen begraben sollte. Abschließend erklärte Mr. Hoffman, daß es eine große Enttäuschung beim Kongreß und allen am ERP beteiligten amerikanischen Stellen geben würde, wenn die europäischen ERP-Länder nicht alle Anstrengungen machten, um die Ziele des Marshallplans im Jahre 1949/50 zu erreichen. We. So hetzt eine britische Zeitung Dem Londoner Bürger, der am Montag, den 15. August, seinen „Daily Expreß“ kaufte, kann man es nicht verdenken, wenn er sich durch die Zustände in Deutschland alarmiert fühlt. Auf der ersten Seite sprangen ihm die Schlagzeilen entgegen: „Deutsche wählen nach Exerzierreglement" und dann ganz dick als Hauptüberschrift: „Hitlerbilder werden gezeigt“ und darunter wieder: „Während die Deutschen sich dem Wahldrill unterziehen, wird „Ueber alles in der Welt" gespielt.“ In dem nun folgenden Artikel des Hamburger Korrespondenten wird ein Bild des Wahlkampfes gezeichnet, das den Eindruck vermittelt, als ob sich. Deutschland am Rande des Bürgerkrieges befände. „Man sieht Hitlerbilder. Musikkapellen spielen „Wir fahren gegen Engeland", „Deutschland über alles " und andere beliebte Nazilieder.“ Auf Seite drei findet der Leser ein Bild des Lebens in Berlin, das am Tagesablauf einer verwöhnten reichen Frau ein Luxusleben vorspiegelt, wie es 99 Prozent des englischen und 99,6 Prozent des deutschen Volkes nicht führen können. Auf Seite vier starrt uns aus Karikaturen der deutsche Militarismus entgegen. Unter der Ueberschrift „Das Oberkommando in Zivil“ sieht man alte Offiziere sich über Landkarten beugen. Einer von ihnen hält eine Rolle mit der Aufschrift „Feldzug 1980" in der Hand. Ein anderes Bild dieser „Die Schmidts wählen“ betitelten Serie zeigt ein bezopftes Mädchen, das auf ihrer Kommode aufgestellte Bild Adolf Hitlers anhimmelnd, wieder ein anderes auf einem Podium ein Paar leere Militärstiefel mit der Inschrift im Hintergründe „Ein Führer gesucht" und der Bildunterschrift „Gute Aussichten für vielversprechende junge Leute." Man möchte mit Friedrich dem Großen sagen: „Niedriger hängen". Aber der „Daily Expreß“ hat eine Auflage von 4 Millionen. Seine Schlagzeilen zum mindesten werden von acht Millionen Engländern gelesen. Man hält uns immer wieder vor, daß wir uns erst noch zu bewähren hätten, bevor .man uns in die europäische Gemeinschaft aufnehmen könne. Es scheint, daß auch andere erst noch einige Unterrichtsstunden in den Regeln der Völkerverständigung nehmen müssen. U. P. K. Deutschland - Run dsch an Frankfurt. Das Zweimächtekontroll- amt genehmigte die Herstellung eines elf- bis vierzehnprozentigen Vollbiers. Die Erzeugung muß sich im Rahmen des für das Brauwirtschaftsjahr (1. Oktober 1949 bis 30. September 1950) festgesetzten Braugerstenkontingentes von 175 000 Tonnen halten. — Wetzlar. Der Schauspieler Paul Hartmann verunglückte am Sonntag während einer Freilichtaufführung des „Egmont“ in Wetzlar und erlitt dabei einen so schweren Knochenriß, daß mit seinem weiteren Auftreten während der Wetz- larer Goethe-Fest-Woche nicht mehr gerechnet werden kann. Der Künstler, der die Rolle des Egmont spielte, blieb bei einem Abgang von der Bühne mit den Sporen an den Holzstufen hängen und stürzte. — Mainz. Mit der Verle-, gung der Regierung des Landes Rheinland-Pfalz von Koblenz nach Mainz wird im Oktober gerechnet. (Alle nicht gezeichneten Nachrichten! DENA) Lizenz-Nr, US-W B 122 Herausgeher und Chefredakteure Felix .Richter und Karl Wisselindc. Redaktionsmitglieder Max Ceisenheyner, Helmut Haag, Wilhelm Haqenmeyer Rudolf John, Rolf Kroseberg, Dr. Walter Oberkampf, Otto Peter Paeffgen, Hi'degard Pieritz, Adolf Rohr- hirsdi, Josef Werner. — Mit vollem Verfas- ser-Namen gezeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck von Original-Beiträgen nur mit Genehmigung gestattet, das Zitierungsrecht bleibt unberührt. — Für unverlangt eingerandte Manuskripte keine Gewähr. — Verlag: Süddeutsche Allgemeine Zeitungsverlag GmbH. Verlagsdirektor Diplom-Ing. He bert Lobmeyer Paul G. Hoffmans Wünsche an Deutschland Pressekonferenz in Frankfurt — Demontage-Gespräche unerwünscht Bericht unserer fraitlcftirter Redaktion PETER VOSS °r# M av' oHEN,> »rB Roman von Ewgsr Seeliger 70. Fortsetzung Nachdruck verbotenl Copyright by E. G. Seeliger „Selbstverständlich! “ beeilte sich OLeg Purisdikewitsch mit einer geradezu ohrwärmlichen Beflissenheit zu versichern und befingerte sogleich mit beträchtlichem Eifer einen bestimmten Klingelknopf, worauf Was- eilij Kriwoschein erschien. Iwan Bassarow wollte eich eben anschicken, den Hammeldunghaufen zum achtzehnten Mal in Bewegung zu setzen, als er auch hier seinen Verfolger sichten durfte, der nun in Wassilij Kriwoecheins Begleitung das von kosakischen Doppelposten gesicherte stacheldrahtumhegte Antiparadies von Petrokowskij betrat. Sakramensky umeinand nochmal! dachte Iwan Bassarow, kantete die Schubkarre um, nahm Platz, legte die Dungschippe wie ein Reichezepter auf seine Knie und pfiff zum ixten Male: Gott sei des Zaren Schutz! Und schon begann der nachstehende Audienzdialog in englischer Sprache, gegen deren Verwendung Wassilij Kriwoschein infolge einer Zwanzigrubelnote, die ihm von Dodd unterdessen in die Tasche gezaubert worden war. nicht das geringste ein- «uwenden hatte. „Halloh, Mister Bassarow,“ begann Dodd augenzwinkernd, „ich habe Ihnen im Auftrag Ihrer beiden Schwestern Polly und Daisy nahezulegen, — “ Nun schlägts dreizehneinhalb! überlegte Iwan Bassarow blitzschnell und kommandierte dann: „Halt. Mister Dodd! Erst muß ich wissen, wo Polly ist!“ „An Bord der Kotomoto.“ „Und was ist das für ein Kasten?“ „Ein japanischer Seeschlepper, den ich gechartert habe und der jetzt unten im Hafen liegt. Polly befindet sich wohl, läßt Sie grüßen und hofft auf ein baldiges Wiedersehn!“ „Danke, Mister Dodd!“ schmunzelte Iwan Bassarow. „Und nun schießen sie los! Was haben Sie auf Ihrem millionendiebischen Gewissen?“ „Ich habe Ihnen, Mieter Bassarow,“ erklärte Dodd unter verstärktem Wimpemzucken, „die Eröffnung zu machen, daß Ihre von mir bereits in Moskau erwirkte Begnadigung in Kraft tritt, sobald Sie bereit sind, auf die Hälfte des an Sie fallenden Erbschaftsanteils zu Gunsten des Begnadigers rechtswirksam zu verzichten!“ „Ach, du lieber Dodd,“ grinste sich Iwan Bassarow ins Empörerfäustchen, „das klingt ja wie ein Märchen aus Tausendundeine Nacht! Nur ins Russische übersetzt! Und ausgerechnet ich soll auf diesen oberfaulen Zauber hereinfallen! Sie wollen mich hier doch nur deshalb loseisen, um mich dann um so sicherer schnappen zu können. Sie Menschenhai mit der Sternen- und Streifenflagge am Heck!“ „Wenn Sie schon ein Psychopath sind,“ ereiferte sich Dodd, „so brauchen Sie sich doch in diesem Augenblick nicht so zu benehmen!“ „Umgekehrt wird ein Schuh daraus!“ schnaubte Iwan Bassarow und hob das Schippenzepter wie eine Flnegenkaitsche. „Der vom aktiven Verfolgungswahn befallene Psychopath sind Sie, während ich nicht einmal am passiven Verfolgungswahn leide! Kommen Sie sofort zur Vernunft zurück, oder ich verwandle Sie in einen Speckpfannkuchen! Das kann doch ein Blinder mit dem Krückstock sehen, daß diese Erbschaftsmasse nichts anderes ist als ein ganz infamer Schwindel!“ „Um so leichter,“ trumpfte Dodd auf, „sollte es Ihnen fallen auf eie zu verzichten!“ „Donnerlüttchen“! drehte Iwan Bassarow bei, ohne die Dungschippe sinken zu lassen, „Das läßt sich hören! Weiter im Text! Wer ist der Erblasser?“ „Ihr kürzlich in St. Louis,“ silfote Dodd wie gestochen, „von einem Schlaganfall schmerzlos dahingeraff- ter Oheim Serge! Iwanowitsch Bassarow!“ „Dreimal Schwarzer Kater!“ hexenmeisterte Iwan Bassarow und schwang die Dungschippe wie einen Zauberstab. „Welch ein Glücksfall! Wie kann man nur so vergeßlich sein! Ach, der gute Ohm Sergei Iwanowitsch! Dieser so erfolgreiche Dollartiger moskowitischer Blutmischung! Gesegnet sei sein Andenken! Er ruhe in Frieden! Die Erde werde ihm federleicht! Und wieviel hat er hinterlassen?“ „Mindestens zwei Millionen Dollar!“ versicherte Dodd und schlug sich wie zur Bekräftigung auf die linke Brustseite, in der das erste von Di- mitrij Tolowyn an Oleg Puriscbke- witsch gerichtete Begnadigungsdokument steckte. „Alle Neune!“ feixte Iwan Bassarow, wobei er das Schippenzepter auf das schon siebzehnmal durchgearbeiteten Zarenhammeldung niedersau- sen ließ, daß es nur so klatschte. „Nun bin ich im Bilde! Respekt. M ; - ster Dodd! Da haben Sie endlich e ; n Garn gesponnen, das sich schon sehen lassen kann! Immer vorausgesetzt. daß es auch hält!" „Dafür ist gesorgt!“ schnappte Dodd ein. „Sie sind also bereit die geforderte Unterschrift zu leisten?“ „Ich bin bereit,“ nickte Iwan Bassarow nach sieben Sekunden Bedenkzeit, „diese hochinteressante Angelegenheit in Erwägung zu ziehen, sobald ich mit Polly gesprochen habe!“ „Bietet keinerlei Schwierigkeiten!“ versicherte Dodd und kehrte zu Olea Purischkewitsch zurück, der diese lebhafte Ident'fikationsszene durchs Fenster beobachtet hatte und bereits diahintergekommen war, daß es sich mit der von ihm als gottgewollt angesehenen zaristischen Weltordnung keinesfalls vereinbaren Heß, einen von dem höheren Vorgesetzten anerkannten fünffachen Rubelmillionär zum Dunkelhäftling und Hammeldungspezialisten zu erniedrigen. Deswegen nahm Oleg Purisdikewitsch die Forderung Dodds, Iwan Bassarow zwecks Erhärtung der Identität mit seiner Schwester Mrs. Polly Voß zu konfrontieren, mit unverhohlener Genugtuung entgegen. Daraufhin kehrte Dodd hochbefriedigt, nach Dui zurück, und Iwan Bassarow durfte sogleich in eine helle, mit allen fernöstlichen Bequemlichkeiten versehene Zelle übersiedeln. „Alle Wetter!“ sprach er zu Wassilij Kriwoschein und beklopfte ihm leutselig die Hnke Schulter. „Ein ganz komfortables Hotel! Und wie wäre es nun mit einem Rehziemer und einer Flasche Champagner, Väterchen Oberkellner?“ Er bekam beides, und Wassilij Kriwoschein half ihm bei diesem Festschmaus, ohne die geringsten Gewissensbisse zu verspüren Schon nach dem zweiten Wodka war er bereit sich die Würmchen aus der Nase ziehen zu lassen, und Iwan Bassarow erfuhr nun. wie er. während eines GrubenhoMransportes. seine wagehalsige Flucht bis zum Wohlgelingen bewerkstelligt hatte. „Gott sei des Zaren Schutz, bis zur Museumsreife für be : de!“ nf'?f er vor sich hin als er m Bett gme. Fortsetzung folgt. * > Dienstag, den 23. August 1949 S AZ Kumrner 169 7 Seitej t- Sterstklopfen Spätnachmittag an einem der drückend heißen Tage. Mäxchen — Fritzchen — Bübchen könnte der kaum Dreijährige heißen, wie er da, ein paar Blumen in der kleinen Faust, hinter Mama herzuckelt. Fünfzig Meter ist er jetzt schon im Rückstand. Unsere schöne Allee hat es ihm angetan. Da ist auch ein freies, abgezäuntes Feld, auf dem Männer in grauen Anzügen jäten und mit silbrigem Strahl sprengen. Einer guckt nur zu. Das gehört zur staatlichen Ordnung und Sicherheit. Mama drängt und mahnt, aber der kleine Mann muß staunen und verweilen. Die Welt ist voller Wunder. Doch jetzt kehrt er zurück in seinen gewohnten Tag. Wo ist sie? — Das Stimmchen piepst erschrocken, die wackligen, ungefederten Beinchen beginnen loszurennen. Mit erstaunlicher Lungenkraft, von Schreck und Angst gepreßt, ruft er nach der verlorenen Mutti. Doch je verlassener die Straße daliegt, desto schneller wiederholt sich die flehende Wehklage. Mama, die sich als strenge Erzieherin des vergeßlichen Kindes sehr klug und überlegen weiß, ist hinter einen Baum geschlüpft und treibt ihren strafenden Unfug bis zum äußersten. Der Kleine trägt sein klopfendes Herz in tappiger Eile an ihr vorüber, sie schleicht katzengleich um den Stamm. Aber nun rennt er quer über die Straße. Jetzt endlich kommt eine Rührung die Gute an. Sie zeigt sich. Wie ein abgelenkter Pfeil schießt das Kind zurück auf sie zu. Noch einmal bricht laut und tränenreich der geliebte Name aus der schluchzenden Kehle. Dann steht er vor ihr. Die Silhouette zwischen den Bäumen zeigt, wie der kleine Purzel die Arme ausstreckt, tapfer und treu den Waldstrauß in der Hand, und wie die junge Frau, noch immer keine Mutter, mit spitzem Finger tadelt und nicht verspürt, daß ihr eigen Fleisch und Blut in dieser Minute der Erlösung auf nichts anderes wartet, als auf ein liebes, gutes Wort. -ol- Wächter über den Pulsschlag der Erde Seit 1924 arbeitet in Karlsruhe die Erdbebenwarte im Geodätischen Institut der TH Die Seismographen im Geodätischen Institut der Technischen Hochschule registrierten gestern vormittag wieder ein heftiges Erdbeben, Die ersten Wellen erreichten Karlsruhe um 5.13 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Nach den vorläufigen Berechnungen liegt der Herd dieses Bebens in einer Entfernuiig von etwa 3200 km. Den Aufzeichnungen nach ist zu befürchten, daß das Beben in Herdnähe schwere Schäden angerichtet hat. Es ist nun schon das zweite Mal innerhalb weniger Tage, daß die außerordentlich fein reagierenden Apparate der Karlsruher Erdbebenwarte viele tausend Kilometer entfernte Beben registrieren und somit anzeigen, daß unsere alte Erde noch immer recht lebendig ist. Bekanntlich gehört gerade das Oberrheinge- biet, also unsere engere Heimat, zu den von Erdbeben am häufigsten betroffenen Landstrichen Deutschlands. Um nun aus berufenem Munde einmal etwas über die Ursachen dieser Oberrheinbeben und insbesondere über das Arbeitsgebiet der Karlsruher Erdbebenwarte zu erfahren, haben wir uns mit dem Leiter dieser Station, Prof. Dr. Schlot- z e r, in Verbindung gesetzt und dabei Aufschluß erhalten über die Entwicklung und den heutigen Stand der Wissenschaft auf diesem Gebiet. Schon 1904 ein Seismograph am Turmberg „Die Erdbeben in den Jahren 1879/ 80, die das ganze Oberrheintal erschütterten“, erzählte uns Prof. Dr. Scbiötzer, „veranlaßten den Naturwissenschaftlichen Verein zur Gründung einer Kommission, die zunächst Beobachtungsmaterial sammelte und, nach Aufstellung seismischer Geräte am Turmberg bei Durlach und Schloßberg bei Freiburg, 1904 mit der Registrierung von Erdbeben begann.“ 1924 wurde in Karlsruhe eine Erdbebenwarte errichtet, die, dem Geodätischen Institut angeschlossen, in enger Zusammenarbeit mit den Stationen des benachbarten Auslandes sich zu einer bedeutenden Forschungsstätte der seismischen Wissenschaft entwickeln konnte und, von den Kriegs- Zirkel wird Einbahnsfrabe Das Stadt. Amt für öffentliche Ordnung und Sicherheit teilt mit: Im Interesse einer reibungslosen Abwicklung des erheblichen West-Ostdurchgangsverkehrs im Zirkel wird von der Waldstraße bis zur Waldhornstraße Einbahnverkehr eingerichtet. Gleichzeitig wird der nördliche Teil der Waldstraße von der Kaiserstraße bis zum Zirkel zur Einbahnstraße (von Süden nach Norden) erklärt. Verkehrsunfälle Auf dem Marktplatz stürzte eine Frau beim Abspringen von einer anfahrenden Straßenbahn und wurde von der Schutzvorrichtung des Anhängers einige Meter mitgeschleift. Die erlittenen Quetschungen machten eine Krankenhausbehandlung notwendig. — Ein Kraftradfahrer, der auf der Kaiserallee wegen eines entgegenkommenden und vor ihm nach links einbiegenden Personenwagens stark abbremsen mußte, kam dabei zu Fall. Seine Begleiterin erlitt durch den Sturz eine Knöchelverletzung und Schürfwunden, die ihre Einlieferung ins Krankenhaus erforderten. — In der Durlacher Allee wurde beim Kreuzen der Straßenbahngleise ein Radfahrer von der Straßenbahn angefahren. Er zog sich eine Gehirnerschütterung und eine Kopfverletzung zu und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sonderzug nach Oetigheim Zu der anläßlich des 200. Geburtstags von Goethe am Sonntag, 28. August, 20.30 Uhr, in Oetigheim stattfindenden Unsere Sportecke Die B-KIassenvereine spielen ln vier Staffeln Die Vereine der B-Klasse trafen sich diese Woche, um die Neueinteilung der vier Staffeln vorzunehmen. In der Staffel 1 spielen: Germania Neureut, Graben, Liedolsheim, FrSpuSpVgg Karlsruhe, Polizei SV Karlsruhe. Olympia/Hertha Karlsruhe, Nordstern Rintheim, FC Ost, BC Baden, Fortuna Kirchfeld (Neureut) und FC Agon. Staffelleiter: Heil. Der Staffel 2 gehören folgende Vereine an: ASV Malsch, Oberweier. Sulzbach. Ettlingenweier,' Schöllbronn, Al. Rüppurr, FrTSV Bulach, FrT Mörsch, VfB Südstadt, Völkersbach und SpVgg Ettlingen. Staffelleiter: Schreiber. Der Staffel 3 wurden folgende Mannschaften zugeteilt: Ittersbach, Etzenrot, Reichenbach, Langensteinbach, Grünwettersbach, Hohenwettersbach, Spielberg, Weiler, Auerbach, Palmbach, Spinnerei Ettlingen, Wolfartsweier, Mutschelbach und Herrenalb. Staffelleiter Beuchei. Die ersten Mannschaften von Kümbach, Neibs- heim, Wöschbach, Gölshausen. Wössingen, Flehingen, Büchig, Bauerbach und Rinklingen spielen in der Staffel 4, der noch einige Ib- Mannschaften zugeteilt werden. Staffelleiter: Henn. Der Punktespielbeginn wurde auf den 11. 9. festgelegt. ereignissen hart betroffen, erst jetzt wieder ihre Tätigkeit aufnehmen wird. Wellengeschwindigkeit 23 400 km/std Die hier geleistete Forschungsarbeit hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, daß man heute über den Charakter und die Entstehung von Erdbeben recht genau Bescheid weiß. Man kennt Einsturz-, Vulkan- und Tektonische Beben. Gerade die letzteren, die in Süddeutschland am häufigsten sind, werden durch Verlagerungen unter der Erdoberfläche hervorgerufen und lösen weithin wirkende Erschütterungen aus. Der mechanische Vorgang dieser sich in zehn bis vierzig Kilometer Tiefe abspielenden Verlagerungen ist ein „scherungsartiger“ Bruch, dessen Richtung bei Schwarzwald- und Oberrheinbeben vertikal, sonst horizontal verläuft. Die dadurch ausgelösten Wellen pflanzen sich mit einer Geschwindigkeit bis zu 6.5 km/ sec., das sind 23 400 Stundenkilometer, fort. Die immer wieder gestellte Frage, ob Zusammenhänge zwischen den heißen Quellen unseres Landes und den Erdbeben bestehen, ist noch nicht geklärt. Zwar lassen die verschiedenen physikalischen Veränderungen der Wasser auf bestimmte Vorgänge in der Erdrinde schließen, eine exakte Erkenntnis darüber war jedoch bisher, trotz mannigfacher Untersuchungen, nicht zu gewinnen. 2000 kg wiegt die Pendelmasse Mit größter Genauigkeit werden die Erdbebenwellen in Karlsruhe von den Seismographen aufgezeichnet. Die Apparate, die — umhüllt von großen Glasschränken — sozusagen den Pulsschlag unserer Erde überwachen, geben genau an, wo der Herd des jeweiligen Bebens zu suchen ist, ob in Japan oder am „Venusberg“ im Schwarzwald. Diese Wunderschöpfungen deutschen Erfindergeistes registrieren selbst die leisesten Erschütterungen. 220fach wird jede Bodenschwingung verstärkt. Rattert auf der Straße ein Lastzug vorüber oder betritt ein Mensch auf noch so „leisen“ Sohlen den Raum — der Apparat spricht sofort an. Ja selbst ein sanfter Luftzug an die 2 000 kg schwere Pendelmasse genügt, um sie in „Bewegung“ zu setzen, wie die auf einem Streifen berußten Papiers notierten Kurvenzüge deutlich zeigen. Prognosen unmöglich Daß bei einem solchen Besuch auch die Frage aufgeworfen wird, ob Erdbeben vorausgesagt werden können, versteht sich von selbst. Die Seismologen beantworten diese Frage mit einem glatten Nein. Es gibt kein Instrument, das Erdbeben vorher ankündigt oder auch nur anzeigt, ob auf einen Erdstoß noch ein weiterer folgen wird. Die Frage, wie sich der Mensch gegen dies* Naturgewalten schützen könne, beantwortet man uns dahingehend, daß man zwar ein Erdbeben nicht zu verhüten oder gar die Allgewalt der Natur dem menschlichen Willen unterzuordnen vermag. Nur eines kann geschehen — und das Wissen um diese Möglichkeit verdanken wir in erster Linie der modernen Erdbebenforschung — es kann nämlich durch zweckmäßig vorbeugende Schutzmaßnahmen, die vor allem in der sicheren Bauweise der Häuser mit Holz-, Beton- und Stahlkonstruktionen begründet sind, mancher Schaden verhütet werden, ng. Jagd auf Minen und Haie Zwei abenteuerlustige Seebärenbabys auf dem Trockenen Aufführung von „Iphigenie auf Tauris“ verkehrt ein Sonderzug mit 50 "/« Fahrpreisermäßigung. Abfahrt in Karlsruhe 20.30 Uhr, Rückfahrt nach 23 Uhr. Rollenbesetzung der Aufführung: Gisela Hagenau (Iphigenie), Alexander Ponto (Orest, zugleich Regie), Heinz Bennent (Pylades), Paul Becker (Thoas), Friedrich Prüfer (Arkas). Rückführung Berliner Kinder Da noch ständig Meldungen zur Rückführung Berliner Kinder eingehen, wird der letzte Termin zur Rückführung der in den Westzonen weilenden Berliner Kinder auf den 26. August festgesetzt. Meldungen sind zu richten an das Landessekretariat der Arbeiterwohlfahrt, Stuttgart-W, Breitscheidstr. 20. Der letzte Transport geht voraussichtlich Anfang September nach Berlin zurück. Unterrichtsbeginn an der Gewerbeschule Durlach Die Gewerbeschule Durlach beginnt am 1. 9., 8 Uhr, mit dem Unterricht für die neueingetretenen Schüler und Schülerinnen. Schulpflichtig sind alle Facharbeiterlehrlinge ohne Rücksicht auf Alter und Probezeit. Der Arbeitgeber ist für Meldung und Schulbesuch verantwortlich. Nicht mehr volksschulpflichtige Jugendliche, die noch keine Lehrstelle haben, für die aber die Aussicht besteht, in ein Lehrverhältnis zu kommen, werden als freiwillige Schüler aufgenommen. Die 2. und 3. Klasse beginnen am 5. 9. den Unterricht. Anmeldungen für die Meisterprüfungskurse werden jetzt schon angenommen. Zwei abenteuerliche 18jährige. Fritz F. und Georg Sch., beide aus Nürnberg, kamen während des Krieges „leider“ nicht auf ihre Rechnung, konnten jedoch nach Kriegsende bei den Engländern als Schiffsjungen auf Minensuchbooten ankommen und waren seit November 1947 beim Haifischfang eingesetzt. Die Jagd auf Haie machte ihnen riesigen Spaß. Auf ihren Fahrten kamen sie bis nach Grönland. Es gab dort zwar keine Menschenhai^, und es knallte auch nicht dabei, denn die Beute wurde mit der Angel gefangen. Aber sie haben die Hoffnung, noch in die Südsee zu gelangen und Jagd auf Menschenhaie machen zu können . . . Nach ihrer Entlassung im November 1S48 gingen eie an Land und kehrten in ihre Heimatstadt Nürnberg zurück, wo sie mit nicht allzu großer Begeisterung ein wenig arbeiteten. Ihre Abenteuerlust ließ sie den Entschluß fassen, nach Frankreich auszuwandern. Ein Walter M„ zurzeit noch unbekannten Aufenthalts, war mit von der Partie. Auf Schusters Rappen war ihnen die Ausreise zu beschwerlich. Deshalb stiegen Fritz und Walter Anfang Mai über den Zaun e : nes Bauernhofes in Nürnberg und öffneten einen Schuppen mit e ; nem Dietrich. Aus dem Schuppen entwendeten sie zwei Fahrräder, während Georg mit Walters Rucksack auf der Straße stehen blieb. In der Nacht zum 13. Mai überschritten sie die französische Grenze, wurden ertappt und wegen unerlaubten Grenzübertritts einen Monat eingesperrt. Wieder auf freiem Fuß, schickte man sie nach Germersheim. Auf ihrer weiteren Wanderung wurden sie in Karlsruhe am 15. Juni* von der Polizei gefaßt. Jetzt standen Fritz und Georg wegen des Nürnberger Fahrraddiebstahls vor dem Karlsruher Amtsgericht. Fritz erhielt 14 Wochen und Georg wegen Beihilfe 10 Wochen Gefängnis. Beiden wurde, da sie geständig waren, die Untersuchungshaft angerechnet. Milchversorgung hinten herum Zum zweiten Male verhandelte die I. große Strafkammer gegen den 54 Jahre alten Obermeier und stellv. Betriebsleiter der Karlsruher Milchzentrale Josef K. aus Karlsruhe und den 68 Jahre alten Fuhrmann Wilhelm P. aus Blankenloch. Die Beweisaufnahme ergab, daß P. aus den Beständen der Milchzentrale vom Herbst 1946 bis zum April 1947 etwa sieben Kannen Magermilch unberechtigt erhalten hat, es ließ sich jedoch nicht nachweisen, daß er diese von K. empfangen hat. K. wurde freigesprochen P. erhielt wegen Betrugs und Vergehen gegen die Bewirtschaftungs-Bestimmungen unter Einrechnung von 4 Wochen, welche am 10. August vorigen Jahres gegen ihn ausgesprochen wurden, eine Gesamtstrafe von sechs Wochen. ht. Serenadenkonzert im Stadtgarten. Am 24. 8., 19.45 bis 21.30 Uhr, spielt das Badische Konzertorchester unter der Leitung von Wolfgang Marzluff, Kompositionen von J. Chr. Bach, Gluck, Händel und Mozart. Lebensmittelkartenausgabe. Das Ernährungsamt weist "noch einmal darauf hin, daß die Lebensmittelkarten nur bis 16 Uhr ausgegeben werden. Da« Wirtschaftsamt ist am 24. und 25. 8. geschlossen, da das Personal bei der Kartenausgabe mithilft. Die SAZ gratuliert. Frau Karoline Maurer, Seboldstr. 36, feiert heute ihren 88. Geburtstag. Eine Modeschau un’er Fachmännern Von der ersten Modelehrtagung der bad. Herrenschneider in Karlsruhe Im Zusammenhang mit der großen Leistungsschau und dem Verbandstag des badischen Landesverbandes der Bekleidungshandwerker hielten die badischen Herrenschneider erstmals nach dem Kriege in Karlsruhe eine Modelehrtagung ab. Zweck solcher Tagungen ist es, der deutschen Herrenmode, die noch im Jahre 1939 Weltgeltung besaß, wieder ein einheitliches Gesicht zu geben und zu erreichen, daß die Socia'es KuHurwerk aus chris'Fchem Geis! Auch die „Kunstgemeiinde“ ermöglicht Theaterbesuche für 2 DM Nordbadens Handball-Auswahl auf Reisen Uebers Wochenende trat die nordbadische Handball-Auswahl in Nek- karelz und Lauda zu Werbespielen gegen die dortigen Kreismannschaften an. Das erste Spiel wurde überzeugend mit 17:1 Toren gewonnen, wobei die mit Bechtold (Birkenau), Springer (Weinheim), Reichert (Nedcarau), Weiß (St. Leon), Morawetz (Neckarau), Frank (Nedcarau), Göckel (Rintheim), Reibel (Mühlburg), Kuhnle (Rintheim), Guldner (Birkenau), Vetter (Rot) antretende Mannschaft wie aus einem Guß spielte. Beim zweiten Spiel in Lauda stand Thoma im Tor, Göckel auf dem rechten Läuferposten der Auswahlmann-r Schaft, deren Fünferreihe jetzt mit Weiß, Reubelt, Guldner. Schröderecker, Leutershausen und Vetter antrat. Das Treffen endete 10:6. Aus den Rundfunkprogrammen Dienstag, 23. August SUdd. Rundf.: 12.00 Landfunk; 14.00 Schulfunk: Musikgeschichte; 14.30 Aus der Wirtschaft; 14.45 Engl. Sprachkurs; 15.00 Kammerchorkonz.; 15.15 Klaviermusik: Sonate Es-dur v. Hummel, Rondo in C-dur v. Beethoven; 15.45 Aus der Weltliteratur: „Henry Miller“ (D. Weyß; 17.00 Der Mensch im Spiegel: „Sprechen u. Denken“ (Dr. J. Streller); 17.15 Klaviertrio a-moll u. Klavierstück aus op. 1 v. H. Schäfer; 17.50 Presseschau; 18.00 Mensch u. Arbeit; 18.15 Jugendfunk: Geschlechtskrankheiten; 18.30 Klänge d. Heimat; 20.00 „La Traviata", Oper v. Verdi; 22.10 Tanzmusik; 22.50 Aus Theater und Konzertsaal; 23.00 Ro- mant. Musik. Die „Kunstgemeinde Karlsruhe“, tritt im September d J. in ihr drittes Spieljahr ein. Sie wurde im September 1947 von führenden Männern der evangelischen und der katholischen Arbeitsgemeinschaft gegründet. Der Gedanke einer Theaterbesucherorganisation aus christlicher Kulturverantwortung heraus ist an sich nicht neu. Wenn aber die „Kunstgemeinde Karlsruhe“ bewußt nicht nur die Tradition des 1933 zwangsweise aufgelösten und zuvor in über 200 Ortsgruppen in ganz Deutschland verbreiteten „Bühnenvolksbundes“ (in Karlsruhe bekannt als „Theatergemeinde“) aufnehmen wollte, so deshalb. weil die Zeit nach 1945 nicht nur aus äußeren, sondern noch mehr aus inneren Gründen eine andere, sparsamere und in der Gesamtgestalt unbedingt sozial ausgerichtete Gründung notwendig erscheinen ließ. Die „Kunstgemeinde Karlsruhe“ wollte und konnte sich zunächst mit vollem Bedacht auf diejenigen Kreise im Volk beziehen, die sich aus christlichem Gewissen heraus der KdF- Politik des Dritten Reiches widersetzt hatten. Zwar zeigten sich neben den äußeren Schwierigkeiten bald auch innere, die mit den unter vielen Mängeln leidenden damaligen Spielplänen des Badischen Staatstheaters zusammenhingen. Denn was gerade diese Kreise vom Theater erwarteten, war neben aller berechtigten Entspannung und Unterhaltung vor allem doch Gesinnung und Wahrheit. Was aber in den ersten Jahren nach 1945 von der jeweiligen Intendanz angeboten werden konnte, entbehrte in vielem entweder der gesunden Volkstümlichkeit oder aber der soliden geistigen Substanz. Es spricht aber für den positiven Willen zum Theater im Kreis der „Kunstgemeinde Karlsruhe“, daß sie über alle vorübergehenden Enttäuschungen und auch über die Währungsreform hinweg ihren Mitalieder- stand erhalten und ihre Leistungen noch steigern konnte. Es ist von Anfang der Wille der KGK gewesen, ihre Organisation zu einem in die Breite wirkenden Werkzeug echter und vertrauenswürdiger Volksbildung zu machen. War es schon erstaunlich, daß es erst nach eineinhalb Jahren des Bestehens der KGK möglich wurde, die finanzielle Gleichstellung mit der schon bestehenden sozialen Besucherorganisation, dem „Kulturbund“, zu erlangen, so ist es heute erneut erstaunlich, warum von den maßgebenden Stellen den sozialen Besucherorganisationen keine Bedingungen gegeben werden, die eine Eintrittsgebühr pro Mitglied und Vorstellung unter 2 DM möglich machen. Es ist indessen durch die Intendanz des Badischen Staatstheaters ermöglicht worden, für die ganze Theatersaison 1949 50 Spieltag und S'' ! e1- plan der KGK fe«*zulegen. So üihrt das in der Geschäftsstelle der KGK, Ludwigsplatz 40a (bei Eberhard) erhältliche „Theaterkalenderrhen der KGK“ in einer schmücken Form sehs Opern und Operetten von Wagner, Verdi, Puccini. Mussorgski. Doniz»tti und Joh. Strauß und sechs Schau cr, ’ele von Calderon. Goethe. Schiller. Bahr, O’Neill und Rolland an. Werke, die in ihrer wohlabgewogenen Auswahl einen guten Anklang finden werden. Als Sozialorganisation hält die KGK an einem einheitlichen Eintrittspreis für alle Mitglieder fest. Der Wechsel in den Plätzen erfolgt nach einem festen Schlüssel, der jede Bevorzugung ausschlleßt. Der erhobene Monatsbeitrag von 2 DM, der zum Besuch der jeweiligen monatlichen Vorstellung berechtigt, wird ausschließlich zugunsten der Mitglieder verwandt. So ruft die „Kunstgemeinde Karlsruhe“ in diesen Tagen zu ihrem neuen Spieljahr auf. Als Brücke zwi- J hen Volk und Theater verm’“ sie ' -o-""' zu dienen, dem Volk u*"' ^°m Theater. C. W. Schneidermeister aus dem ganzen Land mit den neuesten Moderichtlinien bekannt gemacht werden. Besonders bemerkenswert war an der Karlsruher Modelehrtagung die Tatsache, daß nicht wie in der Leistungsschau im Konzerthaus die einheimischen sondern gerade die auswärtigen Meister die Mehrzahl der Teilnehmer stellten. Das Referat des Frankfurter Modefachmanns W. L e i b o 1 d über die Bedeutung einer Modelehrtagung für den Herrenschneider und die Mode gab den anwesenden Schneidermeistern wertvolle Anregungen und klärte sie über die Anforderungen auf, die heute wieder an das modische Schaffen im Handwerk gestellt werden müssen. Bei der großen Lehrmodeschau gingen etwa 70 Modelle über den Laufsteg und wurden von bedeutenden Modefachleuten aus Köln, Frankfurt, Offenbach, Stuttgart und Augsburg nach strengen Richtlinien bewertet. Es spricht für die Leistungsfähigkeit des badischen Herrenschneiderhandwerks. daß 24 Modelle mit ersten und zweiten Preisen ausgezeichnet werden konnten. Einen besonders schönen Erfolg errang der Landesmodewart des ba- d’echn Landesverbands Hans Weber. Karlsruhe, der nicht nur für seine Modelle zwei erste und zwei zweite Preise erhielt, sondern auch in der Gruppe Gesellschaftskleidung für einen hervorragend ,gearbeiteten Frack den von der Stadt Karlsruhe gestifteten Ehrenpreis in Empfang nehmen durfte. Als die übrigen Karlsruher Preisträger sind die Schneidermeister Jakob Zanlauer. Ludwig und Heinrich Alldinger, Willi Krüger und Alfred Sattler zu nennen. Sie haben sich, genau wie die übrigen 48 Preisträger dieser Tagung die Berechtigung erworben. mit ihren Modellen an der Modelehrtagung des deutschen S^bneidertaves lO^p vom 1. bis 4. September in München teilzunehmen. -d- 30 000 Dollar sicherpestellt Mannheim (SWK). Die amerikanische Militärpolizei stellte Güter im Werte von 30 000 Dollar sicher, die aus einem Mannheimer US-Militär- depot innerhalb mehrerer Monate gestohlen waren. B^her wurden in dieser A . >legen' eit 13 Deutsche und 2 DP's verhaftet. / V Seite 4 / Nummer 163 S AZ Dienstag, den 23. August 1949 „Wo bleiben Recht und Gerechtigkeit?" Father Reichenberger sprach in Bruchsal vor 4000 Flüchtlingen Umschau in Ettlingen Der Gnadenort Waghäusel hatte an Maria Himmelfahrt seinen großen Wallfahrtstag. Tausende und aber Tausende von Pilgern strömten an diesem Tag aus Baden und der Pfalz nach dem sonst so stillen Kirchlein unter den schattigen Bäumen und huldigten Tag und Nacht der Gottesmutter. Die Jugend von Bruchsal verbringt zur Zeit schöne Ferientage unweit der Stadt. Auf dem idyllisch gelegenen „Feldkirchl“ weilen die von der Caritas betreuten Kinder und auf dem Kastanienplatz der Reserve erholen sich die Schützlinge der Arbeiterwohlfahrt. Wo bleibt Recht und Gerechtigkeit rief Father Reichenberger aus USA, der auf seiner Vortragsreise durch Westdeutschland dieser Tage in Bruchsal vor annähernd 4000 Flüchtlingen aus dem ganzen Landkreis sprach, seinen gleich ihnen aus der Heimat vertriebenen Landsleuten zu?! Der Verfasse*- des aufsehenerregenden Buches „Ostdeutsche Passion“ forderte vor dem Weltgewissen und den Siegermächten Genugtuung und Sühne für die himmelschreienden Verbrechen an den 12 Millionen Deutschen aus den Ost- staaten. Nur. weil es sich um Deutsche handelte, schweige die Welt über die grauenvollen Verbrechen der Tschechen und Polen. Der Redner riet von einer vorläufigen Rück- Zuschlag für säumige Steuerzahler L'nkenheim. (Heg.) Die Gemeindeverwaltung weist darauf hin, daß künftig für Gemeindesteuern, sofern sie nicht rechtzeitig entrichtet werden, ein Säumniszuschlag in Anrechnung kommt. — Die Gewerbesteuer ist ab 15. August für das dritte Quartal 1949 zur Zahlung bei der Gemeindekasse fällig. — ln der Zeit vom 20. bis 27. August hat jeder Viehbeisitzer Gelegenheit, die Liste über Tierseuchenbeiträge einzusehen. — Für Abeitslosenunterstützungs- Empfänger finden die Kontrollzeiten am Mittwoch, dem 24. August, in Ef genstein statt. kehr in die alte Heimat der Väter ab, was aber nicht ein Verzicht auf das Recht bedeute. Für die Neubürger sei vorerst die Eingliederung in den deutschen Volkskörper reine Realität. Der Kampf um die Heimat werde deshalb niemals aufgegeben, er werde auch weiterhin in den USA für die Lebensrechte des deutschen Volkes eintreten. Würde das amerikanische Volk die volle Wahrheit erfahren, sähe es in Deutschland anders aus. Am 24. August beginnt in allen süabadischen Postämtern der Verkauf einer Carl-Schurz-Briefmarke. die auf Veranlassung des Rastatte: Oberbürgermeisters durch das Postzentralamt der französisch-besetzten Zone herausgebracht worden ist. Die Briefmarke zeigt im Vordergrund das Bild Carl Schurz’ und im Hintergrund Soldaten, die sich vor dem Rastatter Rathaus versammelt haben. Die Briefmarke ist dem Ende der badischen Revolution von 1849 gewidmet. Den Entwurf zu der Sondermarke, deren Motive auf drei verschiedenen Markenwerten gleich sind, stammte von dem Freiburger Professor Jonynas. Die Marken, die in einer Auflage von 400 000 Stück herausgebracht worden sind, werden mit einem Aufschlag von 50 Prozent verkauft. Die 10-Pfennig-Marke (grüne Farbe) kostet 15 Pfennig, die rote 20-Pfennig-Marke 30 Pfennig und die blaue 30-Pfennig-Marke 45 Pfennig. Der aus dem Zuschlag her- einkommende Mehrerlös wird vom Postzentralamt an die Stadtverwaltung Rastatt abgeführt. Die Stadt bestreitet daraus die Unkosten für die Revolutionsgedenkfeiern, die im Juli stattfanden. Wie Oberbürgermeister Max Jäger in einer Pressekonferenz bekanntgab. erwartet die Stadtverwaltung natürlich einen erheblichen Reingewinn, der -ünem Sozialfonds zugeführt werden soll. Aus den durch den Verkauf der Sonder- Neues aus Staffort Staffort (nn). Für die Instandsetzung von Fachwerkbauten werden staatliche Beihilfen gewährt. Sollte eine solche Instandsetzung geplant sein, müss'en das Bezirksbauamt und das Landesdenkmalamt davon in Kenntnis gesetzt werden. — Gegenwärtig treiben wieder die Wildschweine auf unserer Gemarkung ihr Unwesen. — A 3. September wird eine Schweinezählung durchgeführt; anschließend erfolgen Nachkontrollen. — Mitte der vergangenen Woche sind die Störche wieder nach dem Süden abgeflogen. bi iefmarken eingehenden Mitteln will die Stadt die Unkosten für Erholungsaufenthalte mitelloser alter Einwohner und kranker Kinder bestreiten. Die Stadtverwaltung selbst wird am Mittwoch 2000 Briefurns'h.äge, die mit allen drei Werten der Sondermarke versehen sind, an Briefmarkensammler und Liebhaber versenden. Die Briefumschläge, die eine Postkarte von Rastatt zusätzlich noch enthalten, werden mit dem Tagesstempel des Rast atter Postamtes versehen und erhalten ihren besonderen Wert dadurch, daß es der Stempel des ersten Ausgabetages der Carl-Schurz-Marken ist. Die Carl-Schurz-Briefmarke. die in Südbaden eine postalische Laufzeit von sechs Monaten ha*, ist die letzte, die in der französischen Zone herausgegeben werden darf Um einen möglichst großen Umsrz sicherzustellen. hat d'e Stadtverwaltung die Rastatter Gewerbebetriebe gebeten, bis Ende September für ihre gesamte Geschäftspost nur die Sonderbriefmarken zu verwenden. tk. Weiterhin warm Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Mittwochfrüh: Bei schwacher Luftbewegung heiter. Tageserwärmung bis über 30 Grad. Abkühlung in der Nacht auf 11 bis 14 Grad. Gesetz zur Milderung dringender sozialer Notstände. Wir wir von der Stadtverwaltung erfahren, müssen Anträge auf „Soforthilfeleistung“ auf amtlich vorgeschriebenen Formblättern bei der für den Wohnsitz zuständigen Gemeindebehörde eingereicht werden. Die Formblätter werden zur gegebenen Zeit von den Gemeinden ausgegeben und die Ausgabe öffentlich bekannt gemacht. Vorsprachen erübrigen sich daher vorerst. Die Stadtverwaltung teilt weiter mit. daß das zugeteilte Brennholz für das Winterhalbjahr 1949/50 bis spätestens 30. September abgeführt sein muß, da nach diesem Termin höchstwahrscheinlich eine Neuregelung eingeführt wird. Wieder vier Diebstähle. In der letzten Woche wurden aus einem Behelfsheim im Gewann Settig einer Familie Bekleidungsstücke im Werte von 420 DM gestohlen. Die Täter stiegen unbemerkt, während die Hausbewohner schliefen, in die Räume ein. — In der Nacht vom 16. auf 17. August wurde eine Werkstatt heimgesucht und einem Geschäftsmann Werkzeuge im Werte von 100 DM entwendet. — In der Wilhelmstraße ließen Fremde aus einem Hof in den Nachmittagsstunden Wäschestücke mitgehen, ohne daß die Täter bisher ermittelt werden konnten. — Zum zweiten Male wurde ein Aushängekasten der Firma Streit in der Marktstraße durch Elinschlagen der Scheibe erbrochen und die Dekoration, die aus einigen Kleiderstoffen bestand, mitgenommen. Wie sich bisher aus übereinstimmenden Zeugenaussagen ergab, muß es sich in den meisten Fällen um ein und dieselbe Bande, die aus 3 Personen bestehen soll, handeln. Die Ermittlungen sind noch im Gange. — Des weiteren wurden in den letzten Wochen 12 Personen wegen Uebertretung der Straßenverkehrsordnung und mehrere Personen wegen anderen geringfügigen Delikten zur Anzeige gebracht. Ein seit langem erforderliche und geplante Korrektur der Alb in der Stadt wurde in den letzten Wochen durchgeführt und ist fast beendet. Die Stadtverwaltung ließ sich bei den Erneuerungen hauptsächlich von dem Gedanken leiten, größere Überschwemmungen, wie sie im Frühjahr bei überdurchschnittlichen Niederschlägen und großer Schneeschmelze Vorkommen, in der Zukunft auf ein Mindestmaß einzuschränken. Auch die Arbeiten an der Wasserleitung gehen planmäßig voran und werden noch vor Beginn der kalten Jahreszeit beendet sein. ♦ Union-Lichtspiele in Ettlingen „Rendez-vous im Salzkammergut“ Sommer, Sonne und Urlaub sind die Motive dieses Streifen der österreichischen Mundus Filmproduktion, der in dieser Woche in den Union- Lichtspielen läuft. Heiter und unbeschwert rollt die Handlung vor den Zuschauern ab und dokumentiert die Sorgen der meisten Menschen in der Ferienzeit. Fritzi und Gretl, zwei Wiener Sekretärinnen beschließen ihren Urlaub in St. Gilden im Salzkammergut zu verbringen. Aber e9 ist ein weiter und beschwerlicher Weg bis dahin wenn man kein Geld hat und für beide Mädchen ergeben sich eine Reihe von Verwicklungen, bis sie getrennt zu Fuß oder mit dem Auto an ihrem Ziel ankommen. Das niemals bei solchen Filmen fehlende happy end vereint auch hier zum Schluß zwei Liebespaare. In den Hauptrollen wirken mit: Hertha Mayen. Inge Konradi, Hans Holt, Josef Meinrad und Theo Danegger. Gölshausen. (W. N.). Die Gemeindeverwaltung übernimmt den Ankauf von Mäusegift und gibt dies an die einzelnen Grundstücksbesitzer gegen Bezahlung aus. Das Giftlegen muß von jedem Grundstücksbesitzer selbst ausgeführt werden. — Gräberkauf: Ein Grab außer der Reihe kostet 25.— DM und ein Grab in der Reihe 20.— DM. Will eine Familie ein Grab länger als 25 Jahren haben, so muß der Kauf erneuert werden. — Am 20. August 1949 feierte Frau Barbara Tretter geb. Zitsch, ihren 73. Geburtstag. Wir gratulieren. Sonderbriefmarke finanziert Spezialfonds Rastatt und eine Carl-Schurz-Briefmarke „Der Schatz der Sierra Madre" LGLQMAJ Mch ,j em Roman von B. Traven. Ruf 8921 Täglich: 13.00, 15.30, 18.00 20.30 Uhr. Nur noch drei Taget 13. 15, 17 19, 21 Uhr. Akkorde der Liebe 13, 15. 17. 19. 21 Uhr Heimliches ] Rendezvous Aditunrtf ln jed. Vorstellung großes Preis* raten! Näheres an der Kurbeikasse. Ruf 824 Donnerstag letzter Tag! chaubmg( HANS ALBERS in dem Farbfilm Grofje Freiheit Nr. 7 Tag!.: 14.00 16.15, 18 45, 21.00 Uhr Donnerstag letzter Tag! Jjcam&a“ 5Rheiugoid^ Im Zauber der Manege mit Renö Deltgen 15.00. 17.00. 19.00, 21.00 13, 15, 17. 19, 21 Uhr Nur drei Tage Hans Albers SERGEANT BERRY spannend — packend abenteuerlich Der Oral von Monte Christo _Met,opoT{ I. Teil täglich 18.15, 20.30 Uhr Nur bis Donnerstag! * 16 30, 18.30 und 20 30 Uhr ■ Ist mein Mann nicht fabelhaft? 5 ^(j■ Alexander ’ UisulaG abl^y Ihre Rufnummer für Anzeigen 6649 Stellen* Angebote Hausierer gesucht. Wilhelm-str. 7 i. Hof Stellengesuche Jg. Frau, unabh., sucht als Wirtschafterin od. ä'hnl. bei alleinsteh. Herrn Beschäftig. CS) u. 70273 an SAZ Khe. Ostdeutscher Flüchtling sucht Dauerstellung als Bauhilfsarbeiter od. als Hilfearbeiter in ein. and Betrieb, mit Unterkunft. K3 unt. 34066 an SAZ Khe. Tiermarkt 6 Gänse zu verkauf. Durlach Killisfeld- 6iedlung bei Steinbrunn. 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WAS IST ) WIR SIND IHNEN AUF LOS, DES ?/ DER SPUR,SIR! MISS s "n. ,-"f BLEflK UND DEM M ^«GELOCKTEN! ADIEU,MR.STARLOCK-AZUM HENKER ICH KÖNNTE MIT IHNEN ■v_ EINEN ANDEREN / UND ALLEN \ DETEKTIV /DETEKTIVEN! Tsk. EMPFEHLEN- /^- _ ■ cs IW1UHMUIIW SAZ bei ihren Lesern die eigene Urteifsbildung s_ J