KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Irsdietnt täglich, außei Donneistag and Sonntag. Redaktion, Ver» lagsabteilung, Vertrieb und Druck Kerbrune, Waldstraße 28. Te.efon 922/923. (Dringend Presse.) Anzeigenannahme Karlsruhe, Kaiseisti 69. Telefon 6649; Durlach, Pfinztalstraße 49, Ettlingen, Leopoldstraße 5, Telefon 36 Kein Ereatzanspiud) bei Störung durch höhere Gewalt. Bezugspreis monatlich DM 2.40 einschließlich Trägergeböhr, Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr — Anzeigen preise: Die sechsgespaltene 46 mm breite Millimeterzeile Milli» meter-Grundprei« DM —.80, im übrigen siehe zur Zeit gültige Preisliste Nr. 4. — Postscheckkonto: Postscheckamt Karlsruhe Nr 60 535. 3. Jahrgang / Nummer 165 Karlsruhe, Freitag, 26. August 1949 Einzelpreis 15 Pfennig Ippl Generalfeldmarschall von Manstein Unser Bild zeigt den Marschall, der sich in Hamburg vor einem britischen Militärgericht zu verantworten hat, während der Verhandlung. (DENA-Bild) Truman: Westdeutschland machte'die größten Fortschritte WASHINGTON, 25. Aug. (UP). In seinem vierten Bericht über das europäische Wiederaufbauprogramm teilt Präsident Truman dem amerikanischen Kongreß mit, daß im Vergleich zu den anderen westeuropäischen Ländern die Wirtschaft Westdeutschlands im Jahre 1948 und im ersten Vierteljahr 1949 die größten Fortschritte erzielen konnte. Während dieser Zeit habe sich die industrielle Erzeugung auf schätzungsweise 73 Prozent des Standes von 1938 erhöht. Die bisherigen Erfolge des Marshallplanes bezeichnete Truman als beachtlich, betont dabei aber, daß gewisse kritische Probleme der Lösung harren, die bisher die europäische Genesung behinderten. Früher oder Später müßten sich die europäischen Marshallplanstaaten dazu bereit finden, gewisse' inner,- wirtschaftliche Maßnahmen durchzuführen. Dr. Eberhard wird Intendant STUTTGART, 25. Aug. (SAZ-Ber.) Der Rundfunkrat des Süddeutschen Rundfunks wählte heute mit 17 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen den Leiter des Büros für Friedensfragen, Staatssekretär Dr. Fritz Eberhard, zum Intendanten des Süddeutschen Rundfunks. Der vor kurzem gewählte Dr. Heinz Hohner (Präsident der Oberpostdirektion Stuttgart), der sich eine Bedenkzeit für die Annahme der Wahl ausbedungen hatte, erklärte, daß er das Amt des Intendanten nur für die Dauer von 6 Monaten annehmen könne, da er nicht für die gesamte Dauer der Intendantentätigkeit vom Postdienst zurücktreten wolle. Nach Ablehnung dieses Vorschlages durch den Rundfunkrat verzichtete er auf den Intendanten-Posten. Dr. Eberhard ist am 2. 10. 96 in Dresden geboren und wurde nach seinem Uni- versitätsstudiüm Journalist. 1932 war er als Wirtschaftsredakteur in Berlin tätig, emigrierte 1933 nach England, wurde 1946 Landtagsabgeordneter der SPD und später Staatssekretär für Friedensfragen in der württemberg-badischen Regierung. Welt-Rundschau LONDON. Die Sonderbeauftragten für den österreichischen Staatsvertrag, die zu ihrer 200. Sitzung zusammentraten, konnten über den wichtigen Artikel, der die früheren deutschen Vermögenswerte in Österreich behandelt, erneut zu keiner Einigung gelangen. — MOSKAU. In Moskau wurde am Donnerstag der Friedenskongreß der UdSSR eröffnet, an dem Delegierte der Gewerkschaften und anderer Organisationen aus allen Teilen der Sowjetunion sowie Gäste aus dem Ausland teilnehmen. - WASHINGTON. (UP). Gordon Gray, der amerikanische Staatssekretär für die Armee, erklärte, daß die amerikanischen Luftstreitkräfte Ueberseestützpunkte haben müßten, um im Ernstfälle jeden eventuellen Feind wirkungsvoll angreifen zu können. ! Der erste Anwalt der Weltbank, Chester McLain, ist von seinem Posten zurückgetreten, um als Sonderberater des zukünftigen amerikanischen hohen Kommissars für Deutschland McCloy tätig zu sein. — SYDNEY. Pastor Martin Niemöller, Leiter des Außenamtes der deutschen evangelischen Kirchen, traf äm Mittwoch auf Einladung des Erzbischofs von Sydney, Dr. Howard Mowll, zu einer zehnwöchigen Vortragsreise durch Australien in Sydney ein. Neue Vorschläge zum Südweststaat Südbadischer Entwurf schlägt Alternativ-Abstimmung vor FREIBURG. 25. Aug. (SAZ-Ber.) Die südbadische Regierung hat am Mittwoch den Regierungen von Württemberg-Baden und Südwürttemberg- Hohenzollern den von Staatspräsident Wohieb in Karlsruhe angekündigten neuen südbadischen „Staats- vertrag“-Entwurf über die Schaffung eines Südweststaates vorgelegt. Die Vereinbarung stützt sich auf Art. 118 des Grundgesetzes und umfaßt zehn Artikel. Sie beschränkt sich jedoch auf die Bestimmungen über eine Volksabstimmung in den drei Ländern; die früher geforderten Reser- vatreehte für die einzelnen Länder sind fallengelassen worden. Die Abstimmung soll in Form einer Alternativ-Fragestellung durehge- führt werden, bei der sich die Wähler entweder für die Wiederherstellung der früheren Länder Baden und Württemberg oder für die Bildung eines Südweststaates zu entscheiden haben. Für die Volksabstimmung sollen 3 Abstimmungsbezirke: Gesamtbaden, Gesamtwürttemberg sowie Hohenzollern gebildet werden. Der Südweststaat soll nur dann als beschlossen gelten, wenn sich in jedem Abstimmungsbezirk die Mehrheit für ihn ausspricht. Die südbadische Regierung vermeidet in ihrem Entwurf die Formulierung von besonderen, die Verfassung bindenden Reservatrechten und schlägt statt dessen die Einführung der doppelten Mehrheit für die Annahme der künftigen Landesverfassung vor, falls die Volksabstimmung eine Mehrheit für den Südweststaat ergeben sollte. Die Verfassung des Südweststaates soll nur dann als angenommen gelten, wenn ihr in der verfassunggebenden Versammlung die Abgeordneten jedes einzelnen der bisherigen Länder gesondert zustimmen. In einer Stellungnahme zu dem Vorschlag der badischen Regierung erklärte das südbadische „Aktionskomitee .für den Südweststaat“, daß eine mögliche, Vereinbarung nicht nur die badischen Interessen schützen, sondern auch Garantien gegen eventuelle neue Wendungen der Freiburger Regierung enthalten müsse. Die Regierung Wohieb habe ein Jahr sinnlos vergeudet, und die Südwest- staatanhänger in Südbaden mißtrauisch gemacht. Mansteins Verantwortung „Vollstrecker der barbarischen Vernichtungspolitik“ HAMBURG, 25. Aug. (DENA) Am dritten Verhandlungstag im Kriegsverbrecherprozeß gegen den ehemaligen Generalfeldmarschall Erich von Manstein -erklärte der britische Hauptankläger, der Angeklagte habe sich während der fünf Kriegsjahre schonungslos der barbarischen Vernichtungspolitik Hitlers ergeben und sei einer ihrer hauptsächlichen militärischen Vollstrecker gewesen. Es wurde dabei hauptsächlich auf den Vollzug des Befehls zur Tötung russischer Kommissare sowie auf die Massentötung der Ostjuden durch die „Einsatzkommandos“ eingegangen.. Der Ankläger bezeichnete Manstein als einen Mann, der sich Hitler gegenüber bis zu einem gewissen Grade habe durchsetzen können. Sonst wäre es ihm nicht gelungen, sein im März 1944 eingereichtes zweites Entlassungsgesuch genehmigt zu bekommen. Wenn v. Manstein gewollt hätte, hätte er die unmenschlichen Befehle verhindern können. Im Anschluß an die Verhandlung hielt der britische Verteidiger Mansteins, R. T. Paget, eine Pressekonferenz ab, auf der er die Pressevertreter aufforderte, ihm bei der Beschaffung von Beweismaterial behilflich zu sein. Er benötige Beweise darüber, daß es russisches Gesetz sei, ideologischen Gegnern jedes Recht und jede Gesetzmäßigkeit abzusprechen und daß solche Personen durch ein einfaches Verfahren zum Tode verurteilt werden können. Ein wichtiges Datum KOBLENZ, 25. Aug. (DENA) Der Ministerpräsident von Rheinland- Pfalz, Peter Altmeier, gab am Donnerstag nach der Konferenz der westdeutschen Regierungschefs auf dem Rittersturz bei Koblenz bekannt, daß der erste deutsche Bundestag endgültig für den 7. September, 17.00 Uhr, nach Bonn einberufen werde. Der Bundesrat wird sich am gleichen Tag bereits um 11 Uhr in Bonn konstituieren. Die erste Sitzung der Bundesversammlung, deren Aufgabe es ist, den Bundespräsidenten zu wählen. wurde für den 12. September, 16 Uhr, gleichfalls in Bon anberaumt Die Fronten in Straßburg Mehrheit für europäische Wirtschafts-Behörde STRASSBURG. 25. Aug. (DENA). Wenn sich auch alle Redner, die an der für die Straßburger Tagung wichtigsten Debatte über die europäische Wirtschaftslage teilnahmen, darüber klar waren, daß vor dem Ablauf des ERP etwas geschehen muß, zeichneten sich doch verschiedene Tendenzen ab, die erst von den Ausschüssen miteinander koordiniert werden müssen. Die britischen Sprecher haben ungeachtet ihrer politischen Anschauung mehr oder weniger offen zu verstehen gegeben, daß sie nicht gewillt sind, die Interessen des Commonwealth zugunsten Europas aufzugeben. Insbesondere von den Labour-Delegierten wurde immer wieder auf die Bindungen zwischen dem Mutterland und den Ueberseegebieten hingewiesen. Die zweite Tendenz war die unterschiedliche Wirtschaftsanschauung zwischen Sozialisten und den Verfechtern einer freien Wirtschaft. Um so erstaunlicher wirkte daher die Forderung mehrerer sozialistischer Vertreter auf Liberalisierung des intereuropäischen Handels und Befreiung der Währungen aus den ihnen gegenwärtig gesetzten Schranken. Am Mittwoch wurde eine Resolution vorgelegt, die bereits die Unterschriften von mehr als 50 der insgesamt 101 Delegierten der Versammlung trägt und in der die Schaffung einer neuen internationalen Körperschaft zur Koordinierung der europäischen Wirtschaft und zur Verhinderung einer wirtschaftlichen Katastrophe in Europa vorgeschlagen wird. Ferner wird darüber debattiert, ob es zweckmäßig sei oder nicht, die europäischen Staaten zu Die Badische Regierung schlägt in einer Begleitnote baldige Verhandlungen über diesen Vereinbarungsentwurf vor. Die Neugliederung, die eine rein deutsche Angelegenheit sei, werde die derzeitigen Zonengrenzen nicht berühren. Der südbadische Entwurf ist wesentlich durch die würt- tembergisehen Zugeständnisse in der Abstimmungsfrage ermöglicht worden. STUTTGART. (SAZ-Ber.) Von der württemberg-badischen Staatsregierung war noch keine Stellungnahme zu dem südbadischen Vorschlag zur Lösung der Südweststaatfrage zu erhalten. Man vertritt hier in verantwortlichen politischen Kreisen einen zurückhaltenden Standpunkt und will sich erst nach genauer Prüfung der 10 Artikel des Wohlebschen Entwurfes einer Vereinbarung über die Neugliederung des südwestdeutschen Raumes äußern. Die plötzliche Initiative der südbadischen Regierung wirkt hier nach dem über einjährigen Zaudern Wohiebs deshalb nicht überraschend, weil die finanzielle katastrophale Lage besonders Südwestbadens ebenso nach einer Lösung drängt, wie die vom Wohlebschen Standpunkt aus gesehen näherrückende Gefahr einer Entscheidung durch den Bund, der wohl auf südbadische Sonderwünsche weniger Rücksicht nehmen dürfte. Bis heute ist jedenfalls die württemberg-badische Regierung aus ihrer Reserve in bezug auf die Behandlung des Südweststaatproblems noch nicht herausgetreten, jedoch rechnet man damit, daß Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier sein bisheriges Schweigen bald beenden wird. Auch der Landtag wird sich in den nächsten Tagen mit dem Vorschlag Wohiebs, zu befassen haben. Der Staatspräsident von Südwürt- temberg-Hohenzollem, Dr. Gebhard Müller, erklärte, daß die Regierungschefs der drei Länder voraussichtlich in der ersten Septemberhälfte zu einer Konferenz zusammentreten würden. Er hoffe, daß man dann innerhalb von 24 Stunden zu einer Lösung kommen werde. SPD sagt der kommenden Regierung den Kampf an HANNOVER. 25. Aug. (DENA). Das Mitglied des SPD-Parteivor- standes, Fritz Heine, erklärte, die SPD werde der geplanten Bürgerblock-Regierung um Dr. Adenauer den schärfsten Kampf ansagen. Die offizielle Antwort der SPD auf das vorgesehene Kabinett werde auf der Sitzung des SPD-Vorstandes am 29./30. August in Dürkheim gegeben werden. Heine sagte, die SPD sei der Ansicht, die der CDU im Vertrauen auf den angeblich starken linken Flügel dieser Partei zugefal- lenen Stimmen seien mißbraucht worden. Die zu erwartende Bürgerblock-Regierung werde nach Meinung der SPD das Problem der Angleichung von Löhnen und Gehältern nicht lösen, sondern nur verschärfen. Es werde eine weitere Arbeitslosigkeit eintreten, die mit einer Senkung des Lebensstandards und planlosen „Wirtschafts-Muddeleien unzulänglicher Professoren“ verbunden sei. Jugenddorf Stuttgart STUTTGART, 25. Aug. (DENA). Der württemberg-badische Landesjugendausschuß, die GYA, die württemberg-badischen Wohlfahrtsverbände und die Stadt Stuttgart bereiten gegenwärtig die Gründung eines eingetragenen Vereins „Jugenddorf Stuttgart“ vor, der die Unterbringung von zunächst einhundert Heimat- und Obdachlosen Jugendlieben in einem eigenen Heim in Stuttgart-Degerloch ermöglichen soll. Dem Heim sollen eigene Gärtnereien und Werkstätten angeschlossen werden, wodurch das „Jugenddorf“ in die Lage versetzt werden soll, sich mit der Zeit selbst zu erhalten. Atlantikpakt in Kraft WASHINGTON, 24. Aug. (UP>. Präsident Truman hat das Inkrafttreten des Atlantikpaktes proklamiert, nachdem die Botschafter Frankreichs, Dänemarks und Portugals, sowie der ite’ienische Geschäftsträger dem amerikanischen Außenminister die Ratifizierungsurkunden überreicht hatten. einer Zollunion zusammen zuschließen. In einer Pressekonferenz nahm der Präsident des Europa-Parlaments, Paul Henri Spaak, Stellung zu den Problemen, denen der Rat und die Versammlung gegenüberstehen. Nach seiner persönlichen Ansicht sollte Deutschland in kurzer Zeit Mitglied des Europarates werden. Der von Churchill in diesem Zusammenhang eingebrachte Vorschlag sei nach seiner Meinung jedoch nicht formgerecht eingereicht worden. Die Frage könnte jedoch, wenn die Versammlung es mit zwei Drittelmehrheit beschließen sollte dem Ministerausschuß vorgelegt werden, der dann eine Entscheidung zu treffen hätte. Die Kritik an der O E E C (Büro für wirtschaftliche Zusammenarbeit der Marshall-Plan-Länder) bezeichnete Spaak als ungerechtfertigt. Die Arbeit dieser Organisation sei unterschätzt worden. Eine Fortsetzung der Arbeit der OF.EC über das Jahr 1952 hinaus sei bereits eine beschlossene Tatsache. Als wichtigsten Punkt bezeichnete Spaak die Angleichung der Sozialgesetze in den europäischen Ländern. Spaak sagte weiter, es sei unmöglich Europa rein liberal zu organisieren, eine gewisse Planung müsse bestehen bleiben. Er sprach sich für einen liberalen Sozialismus aus, wie er auch von dem Franzosen Andre Philipp befürwortet werde. Als weiteren wichtigen Punkt nannte Spaak die Angledchung der Währungen. MP-Rekrut Jones vor den Richtern Der Prozeß gegen den US-Soldaten, der drei Stuttgarter erschoß Bericht unsererStuttgarter Redaktion klärte, daß Jones seiner Ansicht nach an keiner geistigen Störung leide. Dagegen behauptete der von der Verteidigung genannte. Zeuge Dr. Paul Oberndorf, Professor für Psychoanalyse an der Columbia-Universität in New York, daß Jones eine bewußtseinsgespaltene Persönlichkeit sei, was aus der Vergangenheit des Angeklagten bewiesen werden könne. Die Trunkenheit des Angeklagten vor der Tat und ein schwerer Schlag, den er während eines Streites erhielt, hätten diese außergewöhnliche Handlungsweise des Angeklagten mit hervorgerufen. LUDWIGSBURG, 25. Aug. In dieser Woche begann vor dem amerikanischen Militärgericht in Ludwigsburg der Prozeß gegen den MP- Rekruten Rüssel F. Jones, der in der Nacht zum 1. Mai dieses Jahres in Feuerbach und Bad Cannstatt drei Stuttgarter mit einem Karabiner erschossen hat. Die Anklage wirft ihm außerdem Trunkenheit in Uniform, Diebstahl, Körperverletzung und versuchte Notzucht vor. Jones erklärte sich für unschuldig und gab lediglich seine Trunkenheit zu. Auf Befragen durch den Vertreter der Anklage, ob gegen die Verhängung der Todesstrafe von seiten der einzelnen Gerichtsmitglieder Einwände zu erwarten seien, verneinten diese sämtlich. Ein Arzt, der den Angeklagten seit einiger Zeit als Psychiater beobachtet hatte, er- Am Mittwoch begann das Gericht mit der Vernehmung der ersten deutschen Zeugen, Die Verhandlung, die sich auf etwa zehn Tage erstrek- ken soll, dauert an. Russell Jones im Gerichtssaal Unser Bild zeigt Jones (Mitte), der durch Handschellen cm einen MP-Sudeten gefesselt ist, während einer Verhandlungspause, hiWes s&n Ver diger. (Siehe obenstehenden Bericht.) (DBNA-E Wh J t JTummer MS SAZ Freitag, den 26. August 1049 Waldbrände in Frankreich — nationale Katastrophe Bisher hundert Tote — Ganze Dörfer verschwunden — Milliarden-Schaden ^üDDS ^Mg cmcinc Nummer 165 / Freitag. 26. August 1949 Kosmopolitismus A. R. Vor kurzem galt nur die „nationalistische Abweichung" in Moskaus Bereichen als verdammenswerte Sünde. Jetzt aber hat man im Kreml auch eine Art „internationalistischer Abweichung “ als Verbrechen entdeckt, den Kosmopolitismus. Bisher glaubten wir, daß gerade der internationale Kommunismus, dessen Feld doch die Welt ist, seine Jünger zu Kosmopoliten machen wollte. Es gibt aber Feinheiten im Moskauer Katechismus, hinter die man als dekadenter, wenn auch demokratischer Europäer, nicht to leicht kommt. In einer Zeit, in der die Freiheit *o rasende Fortschritte macht, daß selbst geborene Demokraten die Einrichtung von Konzentrationslagern für sinnvoll und zweckmäßig erklären, in der die eine Demokratie die andere ganz grob als ein Sklavenlager bezeichnet, was die andere lediglich als eine Vereinigung von unfreiwilligen Helden der Arbeit angesehen missen will, in einer solchen Zeit ist es zweckmäßig, sich auch altvertraute Begriffe durch Autoritäten erklären zu lassen. Hätten wir uns auf unsere Schulkenntnisse oder gar auf selbständiges Denken verlassen. Wären wir nämlich gefährlich in die Irre gegangen. Dem Genossen Bierut selbst, Generalsekretär der polnischen Kommunisten, nebenbei auch Polens Staatspräsident, verdanken wir die Aufklärung darüber, was Kosmopolitismus eigentlich ist: In Amerika ist Kosmopolitismus Übernationalismus, in den Marshall-Ländern nimmt er die Gestalt des „Kapitulantentums" und des „nationalen Verrats" an. Bieruts amtliches Organ, die „Trybuna Ludu", in deren Kopf die Forderung steht: „Proletarier aller Länder vereinigt Euch", schreibt dann weiter: „Der Kosmopolitismus, eine Theorie, die zur Gründung einer Weltregierung und zur Liquidierung der Grenzen und Barrieren zwischen den verschiedenen Staaten aufruft, ist eine (ame- rikanische) Exportware. Unter seiner Fahne sammeln sich die in den westeuropäischen Ländern regierenden Kreise und seine Parolen werden am stärksten von den Führern der sozialdemokratischen Parteien propagiert". Nach r einer Charakterisierung der Kosmopoliten als „notorische Lumpen, Kollaborationisten und gewöhnliche Dummköpfe“ heißt es weiter: „Es ist die Aufgabe des Kosmopoli- tismus, die Volksmassen in Europa zu korrumpieren, ihnen den Willen zum Kampf um die Nationalisierung der Volkswirtschaft und um ihre Befreiung von den Bedürfnissen des fremden amerikanischen Kapitals zu nehmen“. Wir erfahren schließlich, „daß man auch im eigenen Auto vor Hunger sterben kann". Wir sind nun also dahin unterrichtet, daß der Kosmopolitismus eine „internationalistische Abweichung“ bedeutet, deren sich kein guter Demokrat, geschweige denn ein internationaler Proletarier schuldig machen darf. Internationale Parolen, die nicht aus dem Kreml kommen, korrumpieren nur. Dort allein wird das wahre internationale Evangelium verkündet. Wer darauf hört, wird auch nie in di* Gefahr kommen, „im eigenen Auto Hungers zu sterben". BORDEAUX (DENA). Die bisher größten Waldbrände in Frankreich, die seit Ende vergangener Woche südlich von Bordeaux wüten und bisher fünfzigtausend Hektar Tannenwald verwüsteten, haben sich zu einer nationalen Katastrophe entwickelt. Mindestens einhundert Tote, zahlreiche Vermißte — meist Soldaten und Zivilisten, die das Feuer bekämpfen wollten —, mehrere kleine Dörfer und Siedlungen sind den wütenden Flammen zum Opfer gefallen. Gegen die Brände kämpften zehntausend Mann Militär, Feuerwehrleute und Zivilisten Tag und Nacht. Einige Stunden nachdem am Montag offiziell gemeldet wurde, daß die Waldbrände bewältigt seien, entstand weiter südlich ein neuer Brandherd, der sich, durch einen starken Wind begünstigt, sofort ausbreitete und jede Stunde bis zu zwanzig Kilometer ausgetrockneten Tannenwaldes verschlang. Bordeaux, eine der größten Städte Frankreichs, lag bereits am Montag um vier Uhr nachmittags im Dunkeln. Riesige Rauchwolken und ein Regen von Brandstaub hatten sich auf die Hafenstadt gelegt. Ihre Straßen boten zuweilen ein Bild, das an die ersten Kriegsmonate in Frankreich erinnerte. Lastwagen mit Flüchtlingen, die ihre letzte Habe auf den Knien tragen, und Krankenwagen fuhren in die Stadt hinein, während Lastwagen mit Soldaten die Stadt verließen, um sich zum Brandgebiet zu begeben. Die meisten der zu beklagenden Opfer sind Soldaten, Bauern, Feuerwehrleute und Jugendliche, die in ihrem Kämpf gegen den Waldbrand von den Flammen umzingelt oder in ihrer Flucht durch die Flammen DOVER, 25. Aug. (UP) Dem achtzehnjährigen englischen Schüler Philip Mikman- gelang am D’enstag zum Mittwoch der Versuch, den Aer- melkanal vom Cap Gris Nez nach Dover in 23 Stunden zu durchschwimmen. Es ist dies die erste geglückte Kanal-Ueberquerung in diesem Jalhr. Mickmann Ist die jüngste Person, welche jemals den Kanal überschwommen hat. Seine Zeit ist die längste, die bisher in der Geschichte der Kanalüberque'rüngen zu verzeichnen ist. Schnellster Schwimmer war bisher der Tschechoslowake Wenzel Spacek. der 1926 nur 10:45 Stunden schwamm. Mikman schrieb nach seinem erfolgreichen Versuch für die UP folgenden Bericht: „In der Schule hatte ich immer gelernt, daß eine Invasion nach England eine recht seltene Angelegenheit gewesen sei, doch hatte ich nie geahnt, daß es für einen Schwimmer ebenso schwierig ist wie für eine Armee. Dies wurde mir besonders klar, als ich im Anblick der Lichter von britischen Häusern acht furchtbare Stunden im Wasser verbringen mußte, um gegen die Flut und die Strömungen des Wassers anzukämpfen. Als ich um acht Uhr abends glaubte, ganz nah an der britischen Küste zu sein, doch wegen der schlechten Sicht hatten wir uns etwas verrechnet. Um 23.30 schien das Land überholt wurden. Augenzeugen, die an den Rettungsarbeiten teilnahmen und oft selbst nur durch einen Zufall den Flammen entkamen, berichten von apokalyptischen Szenen. Der Bürgermeister eines ausgebrannten Dorfes, der einzige männliche Ueber- lebende seiner Gemeinde, schildert einem Korrespondenten mit Grauen in den Augen, wie er sich retten konnte, indem er auf einen vorbeifahrenden Jeep sprang. Einige hundert Meter entfernt wurde ein Lastwagen mit jungen Soldaten von den Flammen umzingelt. Er und die anderen Insassen des Jeep mußten machtlos Zusehen, wie die hilflosen Soldaten auf ihrem LKW lebendig verbrannten. „Ich hörte noch um Hilfe schreien“, sagte er, „und dann fuhren wir weiter, vollkommen erschüttert.“ Riesige Pressefotos zeigen mit realistischer Deutlichkeit inmitten einer Schweiz verbietet Hetzroman KONSTANZ. (SWK). Im „Spaten- Verlag“ in Grenchen/Schweiz ist der „Roman“ eines deutschen „Schriftstellers“ K. H. Helms-Liesenhoff erschienen. Auf Anweisung der Schweizer Regierung ist dieses Machwerk eines Deutschen, der aus Geldgier sein eigenes Nest beschmutzen möchte, beschlagnahmt und seine Verbreitung verboten worden. Die Regierung begründet diese Maßnahme mit außerordentlich' zahlreichen Protesten aus Deutschland und aus der Schweiz selbst, die gegen dieses üble pornographische Machwerk, das eine schmutzige Beleidigung der deutschen Frau schlechthin darstellt, Stellung nehmen. — In immer noch ebenso weit entfernt wie zuvor. Ich wurde um diese Zeit von der Ebbe gepackt, und es war mir, als ob ich gegen eine Mauer anrennen würde. Nachdem ich eine Stunde lang nicht einen Meter vom Fleck gekommen war. bat mich mein Vater, der im Begleitboot saß, daß ich es aufgeben sollte. Mein Trainer machte auch ein ängstliches Gesicht, doch ich sagte ihnen, daß sie mich nur ja nicht aus dem Wasser ziehen sollten. Gegen Morgengrauen ließ die Ebbe nach, und.ich fühlte, wie mich die Flut langsam zur Küste trug. Als ich endlich an den einsamen Strand bei Kingsdown taumelte, mußte ich mich erst auf einen Stein setzen und mir den Kopf halten. Die Deute in den Booten schrien und jubelten mir zu. Es war ein wundervolles Gefühl. Ich bin übrigens nur ein paar Meilen von der Stelle an Land gekommen, wo Julius Cäsar im Jahre 55 vor Christi Geburt seine Invasion begann. Obwohl ich nun außer einigen kleinen Pausen 23 Stunden lang ununterbrochen geschwommen bin. kann Ich gar nicht verstehen, daß ich überhaupt nicht müde bin und am liebsten spazieren gehen möchte, am allerliebsten eigentlich sogar — schwimmen.“ Der Kubaner Juan Jose Cortinas gab am Mittwoch bei seinem zweiten Versuch, den Kanal zu durchschwimmen, acht Kilometer vor dem Ziel auf. verwüsteten Landschaft verkohlter Baumstämme dunkle Leichen, die zu dreien, zu vieren oder zu sieben mit verkrampften Gliedern und gekrümmten Rücken in einem Graben liegen: eine verkohlte Leiche hielt noch die Leiche eines Jugendlichen in den Armen: der Rettende war selbst durch die Flammen überholt worden, als er mit dem Geretteten in den Armen fliehen wollte. Die Ursachen der Katastrophe sind noch in Dunkel gehüllt. Mehrere Verhaftungen lassen darauf schließen, daß die Polizei nicht nur fahrlässige Brandstiftung, sondern auch mutwillige Brandstiftung oder gar Sabotage vermutet. Während als Ursache für den ersten Brandherd das fahrlässige Verhalten von zwei betrunkenen Waldarbeitern angenommen wird, hat die Polizei außerdem mehrere Personen verhaftet, die sich höchst verdächtig gemacht haben. Deutschland ist dieses Buch kaum bekannt geworden, führte jedoch bei dem kleinen Kreis, dem es bisher zugänglich war, zu scharfen Widersprüchen. Es spricht für den hohen sittlichen Emst der Schweizer Regierungsstellen, daß dieser „Roman“, der bei stärkerer Verbreitung die Sympathien des Auslandes für die deutsche Frau beeinträchtigen mußte, verboten wurde. Quacksalbereien in USA WASHINGTON (UP). Durch einige Heilerfolge bei der Anwendung radio-aktiver Heilmittel angereizt, überschwemmen Quacksalber zur Zt. die Vereinigten Staaten mit neuen Heilmethoden und Medizinen, für die sie phantasievolle Namen aus dem Vokabular für Atomenergie entlehnten, und mit denen sie auch eindrucksvolle Erfolge — für ihren Geldbeutel — erzielten. Mit radioaktivem Badesalz, „U 235 Trinkwasser“ und Atom-Hautpflastern gelingt es diesen medizinischen „Fachleuten“, dem einfältigen Bürger Tausende von Dollars aus der Tasche zu ziehen. Wie die Nahrungsmittel- und Drogenüberwachungsstelle der USA bekanntgibt, erweisen eich diese Kuren und Präparate bei näherer Untersuchung meist als harmlos, in den meisten Fällen sogar als wertlos. Den meisten Menschen sei es nicht klar, daß radioaktives Material nur von hochqualifizierten Wissenschaftlern zur Heilwirkung angewendet werden dürfe. Militärregierung kritisiert STUTTGART (DENA). Die amerikanische Militärregierung erklärte am Mittwoch in einem Schreiben an Staatspräsident Dr, Reinhold Maier, daß die württemberg-badische Regierung auf „politischen Druck“ hin den Beschränkungen des Straßenverkehrs durch die Kraftfahrzeugbenutzung nicht die notwendige Geltung verschaffe. Vor allem sei dies bei sportlichen Veranstaltungen der Fall. Es sei ihr daher kaum möglich, die deutschen Gesuche um Erhöhung der Treibstoffkontingente zu unterstützen. Das Verkehrsministerium ersuchte in diesem Zusammenhang alle Personen sich bei Großveranstaltungen die notwendigen Ausnahmegenehmigungen zu beschaffen. Bedenken gegen Interzonenhandel ? Immer lauter werden in letzter Zeit von mancher Seite in Westdeutschland politische Bedenken gegen die Wiederaufnahme des Handelsverkehrs mit der sowjetisch besetzten Zone geäußert. Man müsse darauf achten, daß in der Wiederanknüpfung keine Anerkennung der von den Sowjets und ihren deutschen Agenten geschaffenen Wirtschaftsordnung gesehen werden könne, daß der Warenstrom aus dem Westen nicht der Sowjetunion zugute komme, und wie die Argumente alle heißen. Hier scheint uns der Doktrinarismus doch zum Schaden des deutschen Volkes zu weit getrieben. Warum sollen wir päpstlicher sein als der Papst? Wenn die Westmächte sich bemühen, ihren Handel mit dem Osten wieder in Gang zu bringen, dürfte für uns wohl kaum ein Grund dafür bestehen, vor gleichem zurückzuschrek- ken. Daß die Sowjets von westdeutschen Warenlieferungen in die sowjetisch besetzte Zone Deutschlands profitieren werden, ist ebenso unvermeidlich, wie daß sie z. B. aus den umfangreichen britischen Exporten nach Polen Nutzen ziehen. Selbst wenn 75 v. H. der aus dem Westen gelieferten Waren den Sowjets und nur 25 v. H. unseren Brüdern in der sowjetischen gone zugute kämen, wer möchte ihnen mit gutem Gewissen diese notwendige Hebung ihres Lebensstandards verwehren? Dabei sehen wir ganz von dem Vorteil, den die westdeutsche Wirtschaft und damit die Gesamtheit der Einwohner der Westzonen von einem verstärkten Warenaustausch hätte, ab. Es mag bequem sein, aus dem sicheren Hort der Westzonen den Zusammenbruch der Wirtschaftspläne der SEDisten zu beobachten. Ausgetragen aber werden diese Dinge auf dem Rücken der darbenden deutschen Bevölkerung jenseits der Zonengrenze. C. C. Deutschland- Rundschau Frankfurt. Der zujn 200. Geburtstag Goethes einberufene internationale Gelehrtenkongreß in Frankfurt, wurde am Mittwoch in Anwesenheit bekannter Wissenschaftler aus vielen zahlreichen Ländern Europas, Amerikas und Asiens eröffnet. — Garmisch- Partenkirchen. (UP): Der mehrere Tage lang ernsthaft erkrarikte Komponist Richard Strauß ist wieder genesen. — Nürnberg. (UP). Vertreter von etwa drei Millionen „Besatzungsgeschädigten“ forderten auf einer Tagung in Fürth die Freigabe ihrer Wohnungen. — Hof. (UP). Nach Mitteilung der Grenzpolizei wurden am Mittwochabend 12 männliche Interzonenreisende, die auf der Hinfahrt in die Ostzone die Grenze ohne Beanstandungen passiert hatten, bei der Rückkehr nach Bayern auf dem Bahnhof Gutenfürst von sowjetischen Offizieren ohne Angabe des Grundes festgehalten. Berlin. Der Oberbürgermeister von Leipzig, Opitz, hat die Stadtoberhäupter von Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Mannheim, Stuttgart, Essen, München, Hannover, Kiel und Pruem zu einer Besprechung über politische Fragen während der Leipziger Messe eingeladen. / In allen Stadtteilen Berlins sind am Dienstag, dem 10. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes Zettel mit dem Inhalt „1939 Freundschafts-Vertrag Hitler—Stalin, 1949 Nationale Front Ulbricht—Remer—Schacht“ aufgetaucht. Lizenz-Nr. US-W ß 122 Herausgeber und Chefredakteure Felix Ridite: und Karl Wisselindc.- Redaktionsmitglieder Max Ceisenheyner, Helmut Haag, Wilhelm Hagenmeyer Rudolf John, Rolf Kroöeberg, Dr Walter Oberlcampf, Otto Peter Paeffgen, Hi'degard Pierltz, Adolf Rohrhirsch, Josef Werner. — Mit veilem Verfasser-Namen gezeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck von Original-Beiträgen nur mit Genehmigung aestattet. daa Zitierungsrecht bleibt unberührt. — Für unverlangt eingerandte Manuskripte keine Gewähr. — Verlag: Süddeutsche Allgemeine Zeitungsvertag GmbH. Verlagsdlrektor Diplom-Ing. He bert Lohmeyer 23 Stunden von Calais nach Dover Ein Achtzehnjähriger durchschwamm den Kanal PETER UOSS »er miW' oMENo, *b Roman von Ewgar Sealiger 73. Fortsetzung Nachdruck verboten! Copyright by E. G. Seeliger Lächelnd fuhr er fort: „Nächster Treffpunkt: Tokio! Adresse wie in Berlin: Franz Lehmann, hauptpost- lagemd! Es lebe der Mikado, bis ihn dpr amerikanische Pleitegeier abholt! Und hier hast du den Reisepaß und die Brieftasche! Ich brauche sie vorerst nicht. Das deutsche Geld und die Tausendrubelnote hab ich ber- ausgenommen. Und in Tokio wird eich schon alles weitere finden!“ „Und Dodd?“ wisperte sie. nachdem gde Brieftasche und Reisepaß «uf ihrem treuen Herzen geborgen hatte. „Deine Sache!“ winkte er ab. „Wickle ihn nur weiter ein, bis die Kupferpapiere oben sind! Du darfst ihn sogar mit Daisy verkuppeln! Und wenn sie durchaus glücklich mit ihm werden will, so habe ich nichts dagegen. Hier brauche ich ihn nicht mehr. Die Hauptsache ist. daß er weiter bei der Stange bleibt!“ „Er hält dich noch immer für einen unheilbaren Psychopathen.“ „Ausgezeichnet! Es war ja auch eine ziemliche Verrücktheit von mir. nach Rußland zu gehen!“ „Du wolltest ihm eine Grube graben!“ „In die ich selber hineingepurzelt bin! Und die Rolle war wahrhaftig nicht leichtl leb laure schon längst auf den Augenblick, wo ich sie und den ganzen Kremlplunder hinter mich werfen kann. In Mikadomen werde ich mir eine leichtere Rolle aussuchen, worauf du dich verlassen kannst!“ So ging es noch eine Viertelstunde weiter, bis Wassilij Kriwoschein er-, schien und Polly, nach einer geschwisterlichen Afoschiedsszene, zu Oleg Purischkewitsch zurückforachte, der sich unterdessen mit Dodd einigermaßen geeinigt hatte. „Bis übermorgen wird der Fall Bassarow geklärt sein!“ versicherte Olag Purischkewitsch wichtigtuerisch, bevor er Polly und Dodd verabschiedete. „Und ich hoffe, daß Sie ihn dann hier bei mir in Empfang nehmen können!“ „Ehdlich ist es so weit!" triumphierte Dodd unterwegs, aber Polly seufzte nur: „Wenn wir ihn nur schon an Bord hätten!“ Fast eine Stunde brütete Oleg Purischkewitsch auf den beiden Ge- hedmbefehlen herum, ohne zu einem Entschluß zu kommen, bis ihm durch einen telefonischen Anruf des Poli- zeimeisters von Dui das in Moskau stattgefundene Attentat zur Kenntnis gebracht wurde. Und nun kam Oleg Purischkewitsch rasch genug dahinter, was er unter diesen grundveränderten Umständen zu tun hatte, um seine Pflicht zu erfüllen, ohne seinen eigenen Vorteil in Gefahr zu bringen. „Setz dich, mein Söhnchen!“ sprach er am nächsten Morgen zu Iwan Bassarow, der längst von Wassilij Kriwoschein erfahren hatte, was sich gestern auf dem Moskauer Opem- platz abgespielt hatte. „Dimitrij To- lowyn ist tot!“ „Bombe!“ nickte Iwan Bassarow. „Der Finger Gottes hat ihn schon getroffen!“ „Nein!“ begehrte Oleg Purischkewitsch auf. „Der Satan hat ihn geholt!“ Scheint in Rußland auf dasselbe hinauszülaufen! blitzte es Iwan Bas- sarov; durch den Kopf. „Damit,“ fuhr Oleg Purischkewitsch aufatmend fort, „ist die Gefahr beseitigt! Du kannst nun unterschreiben!“ „Alles, was du willst, Väterchen!“ stimmte Iwan Bassarow beflissen zu und griff schon wieder zum Federhalter. „Ich muß mich,“ bemerkte Oled Purischkewitsch, nachdem er sich dreimal geräuspert hatte, „ganz genau an die Befehle halten!“ „Versteht sich, Väterchen!“ schmunzelte Iwan Bassarow in seinen Hängebart hinein und tauchte die Feder ein. „Und ich bin bereit, einem Toten die gesamte Erbschaft abzutreten, um einem Lebenden mit hunderttausend Dollar unter die Arme greifen zu können!“ „Mit fünfmalhunderttausend Dollar!“ trumpfte Oleg Purischkewitsch auf und legte ihm außer der auf Dimitrij Tolowyn lautenden Abtretungsurkunde auch ein mit vierhunderttausend Dollar besilbteg Wech- eelformular vor. „O Väterchen!“ ächzte Iwan Bassarow, verdrehte die Augen und legte die Feder hin, so zitterte er mit allen zehn Fingern. „Kannst du es nicht etwas billiger machen?“ „Nein, mein Söhnchen!“ herrschte ihn Oleg Purischkewitsch an, „Die Gerechtigkeit verlangt es! Denn ich bin alt, und du bist jung! Dir bleibt noch immer genug von dem schnöden Mammon!“ „Aber um Himmels willen, erkundigte sich Iwan Bassarow händeringend, „was in aller Welt willst du denn mit diesen fünfmalhunderttausend Dollar beginnen?“ „Ich will mir damit,“ antwortete Oleg Purischkewitsch mit gedämpfter Stimme, „einen ruhigen Lebensabend sichern. In drei Monaten, sobald die Wechsel eingelöst sind, reiche ich meinen Abschied ein und lasse mich an der Riviera nieder. Fern vom Schuß!“ „Soll das heißen, Väterchen,“ röchelte Iwan Bassarow augenrodlend, „daß du aussteägen willst, bevor das Schiff untergeht?“ „Jawohl, mein Söhnchen!“ knirschte Oleg Purischkewitsch. „Ich habe es satt bis obenhin, Menschen zu schinden, die mir persönlich nicht das geringste zuleide getan haben!“ „Fabelhaft, Väterchen!“ stöhnte Iwan Bassarow hingerissen, langte zum dritten Male nach der Feder und unterschrieb zuerst das Dreimonats- akzeot und dann die Abtretungsurkunde. „Jetzt bist du frei, mein Söhnchen!“ erklärte Oleg Purischkewitsch nahezu feierlich und traf dann alle nötigen Anordnungen. Da der dekretierte Abschub, mit Rücksicht auf den nur des Nachts unauffällig zu bewirkenden Grenzübertritt, erst gegen Abend erfolgen, sollte, blieben Iwan Bassarow noch ganze sechs Stunden für die Transportvorbereitungen, bei denen Was- silij Kriwoschein auf direktorischen Befehl behilflich war. Er brachte ihm zuerst eine nagelneue Bergmannskluft in die Zelle. „Viel zu auffällig für einen armen Reisenden!“ lehnte Iwan Bassarow ab, der noch immer den in Berlin besorgten und, bis auf die Stiefel, durch Viehwagen und Zwischendeck strapazierten Reserveanzug seines Verfolgers trug. Darauf rückte Wassilij Kriwoschein mit einem zaristischen Trommelrevolver und einer Schachtel Patronen heraus. „Junge, seh ich aus wie der Räuber Jaromir?“ lachte ihn Iwan Bassarow aus. „Bleib mir bloß mit dieser Kanone vom Halse! Meine Parole ist: Immer hübsch gemütlich und nie wieder Bürgerkrieg! Was ich brauche, das ist ein Sack voll Proviant und eine Handvofll Kleingeld!“ Fortsetzung folgt. ) Freitag, den 26. August 1949 SAZ Nummer 165 / Seite 3 Siompelenakonilikt um ^Kehricht Das Intermezzo spielt in der nördlichen Polarzone Karlsruhes unweit der Linie, auf der sich Stadt und Wald begegnen. Mitwirkende sind ein Straßenkehrer und eine Frau. Angelpunkt und Streitobjekt bildet eine Portion Kehricht, die „irgendwie“ aus der Behausung der Frau auf die Straße gelangt war nach dem physikalischen Gesetz, daß die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten die Gerade ist. Das Trägheitsprinzip jener Frau hatte offenbar auf den Gedankengang geschaltet, daß es auf der ohnehin noch nicht ganz schuttfreien Straße auf ein bißchen Dreck nicht ankäme, wohingegen der der Kehr seite zugetane biedere Mann entgegengesetzter Meinung war. Er lehnte es ab, ihren Kehricht zu entfernen und forderte die Frau auf, besagten Haufen des Anstoßes wegzuschaffen. Die Aussprache spielte sich wie folgt ab: „Machen Sie Ihren Dreck weg, ich ♦ tu’s nicht.“ „Ich sage es meinem zukünftigen Schwiegersohn, der hat eine Farm in Amerika“.' „Ich habe mit Ihrem Schwieger- Sohn keine Arbeit. Haben Sie die Farm gesehen? Geben Sie acht, daß Ihre Tochter nicht einen Bären muß tanzen lassen“. Den Dreckhaufen kümmerte es indessen sichtlich wenig, daß er zum Anlaß einer solch tiefschürfenden Zwiesprache geworden war. Er blieb ruhig liegen, wo er lag, und wenn ihn niemand weggefahren hat, dann liegt er wohl heute noch. ht. Heimkehrer aus Rußland und Polen Am Mittwoch und Donnerstag trafen zwei Heimkehrertransporte mit 37 und 62 Heimkehrern aus Polen und Rußland im Ulmer Entlassungslager ein. Die Polen-Heimkehrer kamen aus Lagern bei Sikava, Potulice, Jabrce und Lodz. Die Männer aus Rußland kamen von Baku. Im Sommer herrscht dort gewöhnlich eine Temperatur von über 60 Grad Hitze und die Malaria ist unter den Kriegsgefangenen die häufigste Krankheit. Der nächste Transport trifft voraussichtlich am Samstag in Ulm ein. Karlsruhe- Stadt: Berg, Werner (25. 5. 23), Lg. 7444, Winterstr. 10; Klett, Walter (11. 11. 24), Lg. 7444, Jollystr. 23; Krieger, Heinrich (17. 6. 16), Lg. 7444/1, Blumen- torstr. 15; Lotsch, Friedr. (30. 8.19), Lg. Sikava, Buntestr. 9; O b h o f , Hermann (11. 3. 24), Lg. 7444, Degenfeld- str. 6; Steuerwald, Emil (3. 2. 10), Lg. 7289, Marienstraße 12. Landkreis Karlsruhe: Blankenloch: Weiß, Wilhelm (27. 8. 21), Lg. 7444/1; Bretten: Bayer, Otto (9. 4. 14), Lg. Potulice; Busenbach: Weber, Willibald (3. 12. 13), Lg. 7444/1; Graben-Neudorf: Schmitt, Erich (6. 12. 13), Lg. 7444; Grötzingen: Pfeifer, Erich (16. 1. 22), Lg. Jabrce; Langensteinbach: Kies, Hermann (5. 10. 20), Lg. 7444. Brikettzuteilung für Schwerbeschädigte ' Schwerbeschädigte mit einer Erwerbsminderung von 70 Prozent und mehr erhalten eine Sonderzuteilung von 4 Zentner Brikett. Die Ausgabe der Bezugsberechtigung erfolgt durchgehend von Montag bis Freitag von 8—13 Uhr für die Buchstaben A—K vom 5. 9. bis 9. 9., L—S vom 12. 9. bis 16. 9., Sch, St—Z vom 19. 9. bis 23. 9. auf der Geschäftsstelle des Verbandes der Körperbschädigten, Mathy- straße 44. Rentenbescheid oder amtsärztliches Zeugnis sowie gelber Haus- Bereitsein ist alles Betrachtungen zum „Zyklus zeitgenössischer Kunst“ Das menschliche Ohr ist ein anpassungsfähiges Organ, darin 'dem Auge verwandt, das für alles Neue auch erst „sehreif“ gestimmt sein will. Ein bißchen Schulung und bewußter Wille kann das sich beharrlich vorziehende Uebergangsstadium vom Althergebrachten zum Modernen wesentlich verkürzen. Das Geheimnis dafür ist denkbar einfach. Es lautet: Bereitsein für die Gegenwart, die die künstlerische Situation unserer Epoche und das sie durchströmende Lebensgefühl in Wort, Bild und Musik gestalten will. Denken wir um ein Vierteljahrhundert zurück, als sich in der Musik der stilwandlerische Umbruch vollzog. Hinmith und Strawinsky reformierten das Reich der Töne, der eine mehr revolutionär, der andere evolutionär, beide aber konsequent und unerbittlich, wie immer, wenn eiii Reinigungsprozeß Erfrischung schaffen soll. Und war dieser Auffrischungsprozeß nicht notwendig geworden? Gewiß, denn der zum Ziel führende Weg wurde immer länger durch Vorhalte und chromatische Wendungen, verschlungener, so daß man wie auf Serpentinen hin und her wandeln mußte. Einwände zaghafter Gemüter hat es schon immer gegeben. Sie dienten,. meist als Vorwand beharrlicher Bequemlichkeit, wirkten bremsend, vermochten den Gang der Dinge aber keineswegs zu ändern. Das Starke setzt sich immer durch, wenn es gesund ist, und das scheint die moderne Kunst zu sein, sonst wäre sie nicht mehr vorhanden. Man muß sie als Faktor anerkennen, und das lohnt sich auch, denn vor unserem Bemühen um sie haben sich Hindemith, Strawinsky und Schönberg schon mehr Jünger an- Diäfassisfentin - ein aussichtsreicher Beruf 27000 Studenten an einer Universität Die Städtischen Krankenanstalten vermitteln umfassende Ausbildung Karlsruher Austauschstudentin berichtet über Erlebnisse in Amerika Die Frage der Berufswahl war zu jeder Zeit eine gewichtige Angelen- heit. Sie ist es heute um so mehr, als die Zeitverhältnisse schwieriger und unübersehbarer geworden sind. Die Frage „Was kann ich werden?“ beherrscht heute weit mehr junge Menschen als wie die Frage „Was will ich werden?“. Ein e beiden Fragen in gleichem Maße gerecht werdende Lösung ist leider vielfach nicht zu finden. Folgende Ausführungen möchten daher manchem jungen Mädchen, dem dies noch ein ungelöstes Problem ist. ein wertvoller Hinweis sein. Die Städt. Krankenanstalten Karlsruhe unterhalten neben einer Lehranstalt für medizinisch-technische Assistentinnen auch eine Diätschule. Die fortschreitenden Erkenntnisse auf ernährungsphysiologischem Gebiet machen die besonderen Krankenkostarten bei gewissen Krankheiten heute zu einem wesentlichen Faktor der therapeutischen Maßnahmen des Arztes, deren gewissenhafte Einhaltung oft glänzende Heilerfolge zeitigt. Die Zubereitung dieser Speisen erfordert selbstverständlich neben den allgemeinen küchentechnischen Voraussetzungen weitgehende Kenntnisse der Anatomie des menschlichen Körpers sowie der Physiologie der verschiedenen inneren Organe einerseits und auch der chemischen Nahrungsmittelzusammensetzungen andererseits. Die haltsausweis sind mitzubringen. Für Durlach findet die Ausgabe auf dem Rathaus in Durlach statt. Zivil- und Kriegsblinde erhalten die Zuteilung direkt über ihre Betreuungsstelle. Treibstoffausgabe für September Die Treibstoffausgabe für September erfolgt ab Montag, den 29. August, in der ehemaligen Grenadierkaserne, Moltkestr. 12, Zimmer 11, und zwar: Montag. 29. 8. 1949, für die Buchstaben A—E, Dienstag, 30. 8. 1949, für die Buchstaben F—K, Mittwoch, 31. 8. 1949, für die Buchstaben L—P, Donnerstag, 1. 9. 1949, für die Buchstaben Q—T, Freitag, 2. 9. 1949, für die Buchstaben U—Z. Zucker für Vollselbstversorger Da die Zuckerration für Vollselbstversorger erhöht wurde, werden noch •folgende Mengen auf gerufen: 125 g auf Abschnitt Z 801 der Karten 41 und 44; 250 g auf Abschnitt Z 803 der Karte 41; 500 g auf Abschnitt L 808 der Karten 41 und 44. Pfarrer Heinrich Weber 80 Jahre alt Heute feiert der seit 1932 in Karlsruhe im Ruhestand lebende Pfarrer Heinrich Weber seinen 80. Geburtstag in geistiger und körperlicher Rüstigkeit. Pfarrr Weber wurde besonders durch seine zahlreichen theologischwissenschaftlichen Aufsätze, den Gedichtband „Emmaus“ und die Bände „Paulusbriefe“ und „Die Bergpredigt“ in weiten Kreisen bekannt. Wieder mit Musik zum Bodensee Das Reichsbahnverkehrsamt Karlsruhe führt am 27./28. August wieder eine Sonderfahrt mit 50% Fahrpreisermäßigung nach Konstanz durch. Anschlußreisende erhalten auf den Zubringerstrecken ebenfalls Ermäßigung. Hinfahrt am 27. 8., Karlsruhe ab 13.18, Konstanz an 19.47; Rückfahrt am 28. 8., Konstanz ab 17.30, Karlsruhe an 23.50. Der Zug ist mit einer Musikübertragsanlage ausgerüstet. hierfür erforderlichen Kenntnisse werden in den Diätschulen vermittelt. Die Dauer einer solchen sowohl theoretischen wie praktischen Ausbildung umfaßt 2 Jahre (4 Semester). Den Abschluß bildet eine staatliche Prüfung, über deren Ergebnis ein Zeugnis als „staatlich anerkannte Diätassistentin“ erteilt wird. Die Bedingungen zur Aufnahme als Schülerin sind folgende: Alter 20—23 Jahre, Nachweis über höhere Schulbildung (mittl. Reife). (Volks=chüler ausnahmsweise bei besonderer Eignung), Nachweis über ausreichende Kochkenntnisse. Die Ausbildungskoeten liegen weit unter denen eines verglechbaren Studiums. Hinzu kommt, daß die Ausbildungszeit eine relativ kurze ist und beste Berufsaussichten gegeben sind, da der Beruf der Diätassistentin zu den ausgesprochenen Mangelberufen zählt. Ueber die Diätschule bei den Städt. Krankenanstalten Karlsruhe ist zu vermerken, daß sie als staatlich anerkannte Lehranstalt unter der Leitung des Chefarztes Herrn Dozenten Dr. Dr. Kienle und der Lehrküchenle ; terin, Fräulein Buchenau alle Voraussetzungen für eine gute Ausbildung erbringt. Erste Fachkräfte als Lehrer wie auch die hohe Belegungsziffer der 1600 Betten umfassenden Anstalten gewährleisten eine ausgezeichnete theoretische und prakpsche Ausbildung. Das nächste Semester, zu dem neue Schülerinnen aufgenommen werden, beginnt im Herbst dieses Jahres. Anmeldungen werden bei der Verwaltung der Städt. Krankenanstalten, Karlsruhe, Moltkestraße 14, ab sofort entgegengenommen. Von ihren Erlebnissen als Austauschstudentin in den USA erzählte Elisabeth Weiser im Amerikahaus vor einem zahlreichen Auditorium in äußerst anschaulicher und lebendiger Form. Die Rednerin wurde im vergangenen Jahr als Vertreterin der evangelischen Jugend gemeinsam mit je einem Vertreter der katholischen Jugend Bayerns, der hessischen Gewerkschafts-’ jugend und des Jugendamtes Bremen von der Militärregierung zu einem einjährigen Studium in den Staaten ausgewählt und verbrachte diese Zelt überwiegend an der Staatsuniversität von Mineapolis. Das Leben der z. Zt. rund 27 000 Studenten dieser Hochschule spielt sich überwiegend in der Universitätsstadt ab, in der auch ein großer Teil der Studierenden wohnt. Die vielen Verheirateten in Wellblechhäuser, die jeweils einer Familie zur Verfügung stehen, die Unverheirateten in großen Schlafhäusern oder in kleinen Siedlungen zu 18—20 Personen. Sie führen dort meist einen gemeinsamen Haushalt, d. h. jeder trägt je nach Vermögen zur Bestreitung des Lebensunterhaltes sein Teil bei. Nach den insgesamt vorhandenen Mitteln wird die Lebenshaltung bemessen. Die meisten Studenten, auch aus wohlhabenden Elternhäusern, arbeiten nach Schluß des Universitätsbetriebes E)m Spätnachmittag, um ihr Studium selbst zu finanzieren. Jeder Student hat einen Berater, entweder einen älteren Studenten oder einen Dozenten, der ihm nicht nur bei der Gestaltung seines Studiengangs, sondern auch in allen persönlichen Lebensfragen hilfreich zur Seite steht. Die deutsche Studierenden wurden „Ich heibe Pierre Martin" sagte F. K. Lembke vor Gericht und bezog 14 Monate Gefängnis Drei Jahre nach der Jahrhundertwende und einige Monate vor der Heirat seiner Eltern erblickte Franz Karl Lembke in Wernigerode das Licht der Welt. Der fixe Franz sollte Arzt werden, als er mit knapp 16 Jahren das Abitur bestanden hatte. Er zog jedoch das Landsknechtsleben bei einem Freikorps dem ernsten Studium vor und spielte anschließend lieber bei der schwarzen Reichswehr Leutnant. Bei der legalen Reichswehr sollte er wieder als Rekrut anfangen, da desertierte er und wurde Kellner. Nach dem Reichstagsbrand verteilte Franz antinazistische Flugblätter und entschloß sich, während seines Aufenthaltes im KZ Oranienburg, nach Frankreich zu fliehen. Dort nannte er sich Pierre Martin, schrieb Zeitungsartikel und Bücher, heiratete und ließ sich scheiden, dolmetschte bei der französischen Armee und logierte von Zeit zu Zeit in Gefängnissen von Nizza, Monaco und Nimes. Nach dem Krieg zog es ihn wieder nach Deutschland zurück. Von diesem Zeitpunkt an datieren die Straftaten, die ihn nun auf die Anklagebank vor das Schöffengericht brachten. Zunächst bestellte er bei seiner Rückkehr in Dortmund bei einer Familie Grüße von einem vermißten Familienangehörigen, mit dem er in Nimes hinter Gittern geschmachtet geschlossen. Sie sorgten mit dafür, daß der Druck des Hobels auf das Gerüst des neuen Stils immer stärker wurde, bis es frisch gespant dastand, im äußeren zwar noch ein wenig nackt wie eine geometrische Figur, dafür im Fundament aber solid gefestigt. Inzwischen haben sich die rauhen Kanten des Gerüstes geglättet. Dem Neuen haben sich die Jahre der Erfahrung zugesellt, die Emanzipation hat sich vollzogen, das unter Schmerzen geborene Nachkriegskind der zwanziger Jahre ist seinen Lausbubenjahren entwachsen. Aus dem „enfant terrible“ ist ein starker Jüngling geworden, gleichermaßen ausgerüstet mit Herz und Verstand. Der Freude am Experimentieren ist der planende Wille zu strenger Form als Mittel einer knappen künstlerischen Aussage gefolgt. So möchte man sagen, daß abgesehen von der Zwölftonmusik, die ähnlich der abstrakten Malerei in vielem vorauseilt, die Kunst der Gegenwart durchaus rational, d. h. menschlich gebunden ist, insofern wenigstens, als sie Raum und Zeit, Kosmos und Mensch als bestehende Einheit anerkennt. Die gute alte klassische Devise von der Verschmelzung des Verstandes mit dem Gefühl hat auch heute noch ihre Gültigkeit. Bis zu einem gewissen Grade beziehen die Zwölftonkomponisten — wenn sie es auch leugnen — darin einen anderen Standpunkt. Aber eben nur bis zu einem gewissen Grade, und das zu erkennen, erfordert schon eine Auseinandersetzung mit der Materie, die vom Hören eines Werkes allein kaum zu bewältigen ist. Um so freudiger sollten die Freunde der Kunst in Karlsruhe die Wiederaufnahme des Zyklus „Zur Pflege zeitgenössischer Kunst“ begrüßen, in dem Dr. Gerhard Nestler sich bei jeder Veranstaltung der Mühe unterzieht, den Zuhörern jedes zum Vortrag gelangende Werk hinsichtlich seiner technischen oder kompositorischen Besonderheiten zu erklären. Es bleibt zu hoffen, daß diese wertvollen Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr trotz mancher interessanten Darbietung nicht das entsprechende Echo fanden, sich in Zukunft eines größeren Zuspruchs erfreuen. Wie gesagt, an dem Vorhandenen kommt man nicht vorbei. Sich mit ihm auseinanderzusetzen und sich wie Goethe so schön sagt, um seine Beschaffenheit „strebend zu bemühen", ist von jeher der beste Weg gewesen, einen festen Standpunkt mit gesicherter eigener Meinung zu gewinnen. Das gesamte Programm des Zyklus läßt sich noch nicht übersehen, doch kann bereits soviel gesagt werden, daß die Veranstaltungen Mitte Oktober mit einem Konzert des jüngsten Sohnes von Thomas Mann, Michael Mann, beginnen sollen. Wahrscheinlich wird er neue Sonaten für Bratsche zu Gehör bringen. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden wird Erika Frieser die „drei Klaviersonaten“ und das „Ludus Tonalis“ von Paul Hindemith spielen, während an einem weiteren Abend Otiginalmusik für zwei Klaviere von Strawinsky, Hindemith und Anton Heiler, Wien, zu Gehör kommt, ebenfalls gespielt von Erika Frieser und Maria Bergmann vom Südwestfunk Baden-Baden. Rö. haben will und ließ sich dafür einkleiden. Zur gleichen Zeit biederte er sich als Prof. Dr. phil. Holstenkamp bei einer 40jährigen Witwe an. verlobte sich mit ihr und nahm nach fünf Monaten mit einer goldenen Uhr, 200 DM und 40 Textilpunkten auf Nimmerwiedersehen Abschied. Später lernte er in einem Wartesaal einen Reisevertreter kennen, stellte sich als Uriversitätsprofessor Ansorge aus Greifswald vor und versprach dem leichtgläubigen Kaufmann, ihm gegen 500 DM Vorschuß einen gebrauchten Volkswagen zu vermitteln und verschwand spurlos. Eines Tages tauchte er in Hamburg-Altona als leitender Angestellter der UNESCO-Genf auf. Er versprach einem Herrn, ihm für eine Anstellung bei der UNESCO zu sorgen. Doch das koste Geld, meinte Franz und kassierte. In Hannover mußte ein Tierarzt Federn lassen. Auch er ging Prof. Niedermeier — wie sich Franz inzwischen nannte — auf den Volkswagen-Leim. Er zahlte 500 DM Vorschuß, nachdem ihm der „Gelehrte“ ein Scheckbuch (das natürlich auch gestohlen war) als „Sicherheit“ vorgewiesen hatte. Einem Karlsruher Kellner blieb es Vorbehalten, den UNESCO-Professor mit einem Kriminalbeamten bekannt zu machen, dem es bald darauf auch gelang, den Gauner zu entlarven. „Ich heiße Pierre Martin“, flüsterte Professor Niedermeier, der in Wirklichkeit Franz Karl Lembke war, dem Beamten bei der Vernehmnug ins Ohr. Zu spät! Justicia hatte ihn wieder. Und da es das dreizehnte Wiedersehen war, fiel die Strafe entsprechend aus. Sie lautete auf vierzehn Monate Gefängnis. 1t ohne jede Spur von Feindlichkeit als Gleichgestellte aufgenommen und ihren Vorkenntnissen entsprechend in den Lehrgang eingereiht, der vier Collegjahre und zwei Jahre Graduate-School umfaßt. Der Vortrag gab Anlaß zu einer so lebhaften Fragestellung, daß zur Ergänzung ein zweiter gleichartiger Abend in Aussicht genommen wurde. Ca. Auslandsreisen für alle Berufszweige mögi'ch Im Rahmen des Marshall-Planes wurde ein großangelegtes Programm zur Finanzierung von Auslandsreisen aufgezogen. Hierzu teflt uns die Militärregierung Karlsruhe folgendes mit: Das Programm, genannt ECA Technische Hilfe, ist zu dem Zwecke organisiert worden, um Vertretern des Handels, der freien Berufe, von Industrie und Gewerbe Gelegenheit zu bieten, den neuesten Stand der Produktionsmethoden, der Absatzgebiete, sowie die Bedürfnisse der Kunden im Ausland kennen zu lernen. Zur Förderung dieses Planes wurden 15 Millionen Dollar für das Geschäftsjahr 1949/50 bewilligt. Gesuche von Einzelpersonen werden im Rahmen dieses Programmes nicht berücksichtigt. Die Antragsteller müssen einen Verband, eine Industrie oder ein Handwerk vertreten und sich bereit erklären, nach ihrer Rückkehr die im Ausland gewonnenen Eindrücke an die Mitglieder der Gewerbe- oder Industrieverbände, die sie vertreten, weiterzugeben. Mit der Durchführung dieses Programmes wurde die bizonale Verwaltung für Wirtschaft beauftragt Die Antragsteller können sich jedoch auch bei Herrn Dr. Schneewind, Co- ordinator for ERP. Executive Committee, Combined Economic Area, Frankfurt a. M., Feuerbachstr. 50, erkundigen. Unterrichtsbeginn an den Karlsruher Schulen Die hiesigen Volksschulen beginnen am Donnnerstag, den 1. September, wieder mit dem Schulunterricht. — Der Unterrichtsbeginn für die Städtische Haushaltungs- und Frauenfachschule wurde gleichfalls auf 1. September, vormittags 10 Uhr, in der Südendschule II, Graf-Rhena-Straße 18, festgesetzt. Neuanmeldungen und Anfragen werden erst ab 2. September von 8—9 Uhr erbeten. — Die Höheren Schulen nehmen am 5. September, vormittags 10 Uhr, den Unterricht wieder auf, während die Anmeldungen am 1. 9. und die Aufnahmeprüfungen am 2. und 3. 9. stattfinden. Aus den Rundfunkprogrammen Freitag, 26. August Südd. Rundfunk: 14.00 Schulfunk: T. Riemenschneider; 14.30 IRO-Such- dienst; 15.30 Börsenkurse; 15.45 Kinderfunk; 17.00 Froh und heiter; 17.50 Presseschau; 18.00 Aus d. Wirtschaft; 18.15 Jugendfunk; 18.30 Volkstüml. Weisen; 20.00 „Frohes Raten — gute Taten“; 20.30 Tanzmusik; 22.00 Salzburger Festspiele 1949: Orchester-Serenade; 23.00 Bad. Theaterbericht; 23.10 Leichte Musik. — Studio Karlsruhe: 6.05 Frühmusik (K‘her Volksmusik, Ltg. L. Egler); 13.00 Echo aus Baden; 16.45 Ueber neue Bücher (K. Scheid). — Südwestfunk: 20.00 Goethe-Ehrung d. SWF. — Bayer. Rundf.: 20.20 „Das Land d. Lächelns“, Operette v. Lehar. — Hess. Rundfunk: 20.05 Unterhaltungskonz.; 21.00 „Nachtflug“, Hörsp. v. E. Paschkra n. d. Nov. von Saint-Exupery. — Nordwestdeutsch. Rundfunk: 20.00 „Der Schmuck“, Hörsp. v. R. Hermann n. Maupassant; 21.15 Tanzmusik. Unsere Sporfecke Der Karlsruher Bildhauer Carl Egler wurde von der Stuttgarter Sezession eingeladen, sich mit einigen Arbeitern an der Ausstellung „Stuttgarter Sezession“, die z. Zt. vom Württembergi- schen Kunstverein Stuttgart in den Räumen des Künstlerhauses „Sonnenhalde“, Gähkopf 3, gezeigt wird, zu beteiligen. Vor dem Start zum 3. Karlsruher Dreieckrennen Auf der Autobahnstrecke Wolfartsweier—Durlach—Rüppurr wird am kommenden Sonntag (Beginn 10.30 Uhr, Ende etwa um 17 Uhr) das dritte „Karlsruher Dreieckrennen" durchgeführt. Allen Besuchern bieten sich also bei dieser Streckenführung sowohl von den Parallelfahrbahnen wie von den Brückenüberführungen aus geradezu einzigartige Sichtmöglichkeiten. Außerdem wird am Start und Ziel eine Großtribüne, die fast 4000 Personen faßt, errichtet. Schwerkriegsbeschädigte ‘zahlen eine DM, während die sonstigen Karten im Vorverkauf um eine DM verbilligt sind. Die Eintrittskarten berechtigen auch zur Anfahrt mit dem Kraftfahr- KFV — Frankonia Karlsruhe 4:3 Während man beim KFV die Neuerwerbungen vermißte, die für die kommende Runde zum Einsatz kommen sollen, sah man bei Frankonia einige neue Gesichter. In einem torreichen Treffen, wobei Weber (2), Sälzer und Seidel die Tore für den KFV schossen und Eisenbeißer, Bohnert und Maier (11 m) für die Frankonia erfolgreich waren, kam der KFV zu einem knappen aber durchaus verdienten Sieg. zeug. (Zufahrten zur Rennstrecke über die Autobahneinfahrten bei Rüppurr oder zwischen Karlsruhe und Durlach.) Die Zufahrt über die Straße nach Wolfartsweier ist gesperrt. Ueber den Rennablauf und alle Vorkommnisse werden die Zuschauer während der Gesamtdauer der Veranstaltung durch 18 über die gesamte Rennstrecke verteilte Großlautsprecher bzw. die neuen Siemens-Tonsäulen fortlaufend informiert. Bü. Erweiterte Badezeiten im Vierordtbad Ab sofort werden die Schwimmbadezeiten für die Zivilbevölkerung im Vierordtbad Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, jeweils um eine halbe Stunde, also von 18.30 bis 19.00 Uhr verlängert. Heiter und warm Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Samstagfrüh: Bei schwachen südöstlichen Winden überwiegend heiter, Tageserwärmung auf 28 bis 30 Grad, nächtliche Tiefsttemperaturen 12 bis 15 Grad. Rheinwasserstände v. 25. August 1949 Konstanz 293 + 1; Breisach 102 + 10; Straßburg 156 — 2; Maxau 314 + 1; Mannheim 140 + 2; Caub 74 — 4. Seite 4 / Nummer 165 S AZ Freitag, den 26. August 1649 Erste Sitzung des Friedensgeridits Rußheim (e). Das Friedensgericht trat in der letzten Woche zu seiner ersten Sitzung zusammen und hatte sich dabei mit drei Beleidigungsklagen, einem Fall tätlicher Beleidigung und einem Fall von Sachbeschädigung zu befassen, die sämtlich verhandelt werden konnten. Es gab z. T. empfindliche Geldstrafen, außerdem haben die Verurteilten jeweils die Verfahrenskosten zu entrichten. — Die Kraftpoststelle Karlsruhe hat auf der Strecke zwischen Bußheim und Karlsruhe eine wesentliche Fahrpreisermäßigung eingeführt, die allerdings nur bei der Lösung eines Rückfahrscheines beim Fahrtantritt gewährt wird. Die Fahrt Rußheim—Karlsruhe und zurück oder umgekehrt kostet nur mehr 2,10 DM gegenüber bisher 1,30 DM für die einfache Fahrt. Außerdem sind am Postschalter wieder die um 20% ermäßigten und übertragbaren 10 Fahrtenkarten zu erhalten, die 2 Monate Gültigkeit haben. Für die von der Strecke berührten Ortschaften wurde sinngemäß die gleiche Regelung eingeführt. Nach der früher durchgeführten Ermäßigung der Zeitkarten ist die jetzt erfolgte Herabsetzung des Fahrpreises für die Einzelfahrt sehr zu begrüßen. — Wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag erlag Herr Rektor Ludwig Haas am Mittwoch in den Abendstunden einem schweren Leiden. Rektor Haas stand über 40 Jahre im Schuldienst; überwiegend in Mannheim tätig, gehörte er lange Zeit dem dortigen Stadtrat an und war auch verschiedene Jahre Mitglied des badischen Landtages. Seit dem Jahre 1944 war Rektor Haas wieder in seiner Heimat Rußheim ansässig und leitete in vorbildlicher Weise den Aufbau und Ausbau des Schulunterrichts nach der Besetzung. Montagehäuser wachsen aus dem Boden Reihenhäuser und Musterhaus vor der Vollendung — Wohnungsnot soll gelöst werden Mit viel Idealismus, noch etwas mehr Geld und unermüdlicher Tatkraft läßt sich manches erreichen. Den besten Beweis dafür erbrachte die Gemeinde Weingarten, die mit beinahe 7000 Einwohnern eine der größten des Landkreises, — auf dem Gebiet des Wohnungsbaues schon einiges geleistet hat, noch mehr aber zu leisten gedenkt. 2000 Flüchtlinge sind ein Problem, besonders wenn Kriegsschäden einen erheblichen Teil des Hausbesitzes vernichteten und die ortsansässige Bevölkerung selbst schon gezwungen war, etwas mehr zusammenzurücken. Aber wie gesagt, ein bischen Optimismus muß auf jeden Fall vorhanden sein. Wir hatten am Mittwoch Nachmittag Gelegenheit, ein Musterhaus der Firma Otto Trautwein und zwei Siedlungshäuser mit je 8 Wohnungen zu besichtigen und waren qberrrascht, wie schnell und exakt trotz der immer wieder auftretenden Schwierigkeiten die Bauten ihrer Vollendung entgegengehen. Wo vor wenigen Wochen noch Heidekraut und Sträucher den einsamen Wanderer zur Rast einluden, sind heute eine Unzahl fleißiger Hände am Werk, den so drmaend notwendigen Wohnraum zu schaffen. Auch das Musterhaus im Ort selbst kann sich durchaus sehen lassen und fügt sich trotz seiner dreigeschossigen Bauweise, wie sie in Weingarten bisher noch nicht ausgeführt wurde, harmonisch in das Ganze. Ein Geschäft mit zwei großen Schaufenstern, in dem eine Karlsruher Firma eine Zweigniederlassung err : eilten wird und damit einigen Einwohnern Arbeit verschafft, geben dem Haus etwas Mächtiges, Imposantes. Weiterer Personal- \bbau beim Landratsamt Kreisrat genehmigte In der letzten Sitzung des Kreisrats wurde die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1949 festgestellt. Beide werden nun dem heute zusammentretenden Kreistag zur Genehmigung vorgelegt. Weiter wurde beschlossen, da infolge der eingetretenen Lockerung der Bewirtschaftungsvorschriften für die Weiterführung des Wirtschftftsamtes keine Notwendigkeit mehr besteht, das Personal zu entlassen und die noch verbleibenden Sachgebiete dem Emährungsamt anzugliedem. Zur Vornahme dringender Instandsetzungsarbeiten an Landstraßen zweiter Ordnung, die zur Verhütung größerer Schäden dringend erforderlich sind, wurde dem Straßenbauamt ein weiterer Kredit in Höhe von 40 000 DM bewilligt. Damit erhöhen Sich die bisherigen Gesamtaufwendungen auf 170 000 Mark. Die Kanalisation des Tiefen- taler-Grabens in Hohenwettersbach und seine Verlegung außerhalb des Ortsbereichs kommt als Notstandsarbeit zur Durchführung. Durch diese Maßnahme können etwa 35 Erwerbslose der Gemeinde für mehrere Monate Arbeit erhalten. Die Gemeinde Spessart erhielt für die Instandsetzung eines ehemaligen Kreisweges einen Zuschuß von 2500 DM. In den beratenden Ausschuß beim Arbeitsamt Karlsruhe wurde vom Präsidenten des Landesarbeitsamtes für den Landkreis Karlsruhe Landrat Groß und als dessen Stellvertreter Bürgermeister Rimmelspacher, Ettlingen, berufen. # In einer Pressebesprechung am vergangenen Mittwoch gab der Ver- 40 000 DM für dringende Straßeninstandsetzungen treter des Landrats für den Kreis Karlsruhe Land verschiedene Aufklärungen, die von allgemeiner Bedeutung sind. Der Unfall in Bretten gibt Anlaß, erneut darauf hinzuweisen, daß jeder Neubau erst nach einer baupolizeilichen Prüfung angefangen werden darf. Diese Vorsichtsmaßnahme war in Bretten versäumt worden. Der Baugrund war aufgeschütteter Boden, der bei den Erdarbeiten ins Rutschen kam und zwei Zimmerleute verschüttete. — Nach einer Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums wird vorläufig die Bewirtschaftung von Fleisch, Zucker, Fett und Getreide für den Erzeuger nicht aufgehoben. — Das Amt für Soforthilfe des Kreises Karlsruhe Land befindet sich in der Moltkestr. 12. — Die mit Rücksicht auf die Wahlen eingestellten Forumsveranstaltungen beginnen wieder. Das nächste Öffentliche, allgemeine Forum findet am 6. 9. in Pfaffenroth statt. Wie die Berechnungen am Ende des Erntejahres ergaben, haben d ; e Kreise Karlsruhe Stadt und Land ihr Ablieferungssoll nicht mit 65% — was ihnen eine Rüge von General Charles P. Groß einbrachte — sondern mit 85 % erfüllt. Dieser Unterschied ist darauf zurückzuführen, daß das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart von 33 306 Selbstversorgern ausging, während es tatsächlich 36111 waren. Wie aus der Aufstellung weiter hervorgeht, rangiert Heidelberg mit 75% noch hinter Karlsruhe an letzter Stelle. Ho Aach Söllingen plant Baugenossenschaft Das Ergebnis des durchgeführten 48stündigen Pumpversuchs an dem Tiefbrunnen auf den Straßenwiesen war in der jüngsten Gemeinderatssitzung Gegenstand eingehender Beratungen. Die geförderte Menge (2,5 Sekundenliter bei konstantem Wasserspiegel) entspricht zwar nicht den Erwartungen, sollte jedoch nach den Feststellungen des Wasserwirtschaftsamtes, unter dessen Leitung die Bohrarbeiten vorgenommen wurden, "usreichen, um eine ordnungsgemäße Wasserversorgung sicher zu stellen. Der Gemeinderat hat den Beschluß gefaßt den Tiefbrunnen auszubauen und die Verbindung mit dem Ortsnetz schnellstens vorzunehmen. — Da die Gründung der Bauvereins nach der ausgearbeiteten Satzung nicht genehmigt wurde, sollen nochmals Schritte zur Gründung einer Baugenossenschaft, wie sie von der Gemeindeverwaltung seit längerer Zeit angestrebt wird, unternommen werden. Der Gemeinderat hält nach wie vor an dem Gedanken des genossenschaftlichen Bauens fest und wies auf die schönen Erfolge hin, die die Baugenossenschaften verschiedener Gemeinden bereits erzielt haben. HK Sommerfest des Kindergartens Diedelsheim (J). Wer Freude suchen wollte, konnte diese am vergangenen Sonntag beim Sommerfest unserer Kleinen finden. Viele Eltern und Gäste wohnten bei herrlichem Wetter dem Fest bei. Mit einem Kirchenlied leitete der Posaunenchor die Veranstaltung ein. Pfarrer May- er-Uellmann hielt eine kurze Ansprache über den Sinn und den Zweck des Festes. Die Spiele und Lieder erfreuten die Herzen aller Anwesenden. Ganz besonders -,a Q „ e überschattete und Hauptaufgabe der Firma wurde. Rund 100 Arbe +er s nd vom ersten Ar.beitsgang an der Maschine bis zur bezugsfertigen Errichtung des Hauses unermüdlich an der Arbeit und es ist erstaunlich, daß außer der Installation alles in den eigenen Werkstätten hergestellt und verarbeitet wird. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich nun um den Bau des Trenpenhauses. die Groser-, Glane werden in einem Laugebad feuer- unempfindlich gemacht und in einer M i s chmas ch ; ne mit Zement vermengt. Anschließend werden eie in einem Holzgestell, das den Maßen der Fertigbauplatten entspricht, gepreßt und kommen nach zwölf Stunden einbaufertig auf den Lagerplatz. Das gleiche Verfahren wird bei den Trägern angewandt. Auf der Baustelle werden die Platten innen und außen montiert, gleichzeitig als Schalung benutzt und die Zwischenräume mit Kiesbeton ausgefüllt., Es Enfhüllunq eines Mahnmals Mörsch weihte seinen Gefallenen-Ehrenhain ein Am vergangenen Sonntag fand im Morscher Friedhof die Einweihung des neu geschaffenen Gefallenenhaines mit der Enthüllung eines Mahnmales für die Gefallenen des ersten und zweiten Weltkrieges unter größter Beteiligung der Einwohner und der von auswärts gekommenen Angehörigen der im Kampf um Mörsch gefallenen Soldaten statt. Rührige Hände hatten in d.er vergangenen Woche den an und für sich schon sauberen Friedhof in ein wahres Schmuckkästchen verwandelt. Der Friedhof soll das Spiegelbild jeder Gemeinde sein. Die heutige Gemeindeverwaltung hat deshalb den Friedhof so gestaltet, daß seine Anlagen auf jeden Besucher den allerbesten Eindruck machen. Inmitten dieser schön gepflegten Anlagen liegt der im vorigen Jahr vom Ingenieurbüro Professor Berthold Schmitt, Karlsruhe, in Verbindung mit der Baugesellschaft Max Jour- dan, Karlsruhe, geplante Gefallenenhain, dessen kleine, aber wuchtig wirkende, von dem hiesigen Kunststeingeschäft Walter Pagnutti gefertigte Kunststeinkreuze mit Goldschrift auf der Sohlenplatte dem ganzen Ehrenfriedhof den Charakter der Ruhe und Besinnlichkeit verleihen. Wohltuend wirkt sich die als Abschluß der Rückseite des Haines schön gewachsene grüne „Mauer“ aus, so daß, wenn der junge neu gepflanzte Hag an den beiden Längsseite und des Eingangs sich in die Höhe gerankt hat, der Ehrenhain in sich abgeschlossen eine eindrucksvolle Ruhestätte der Gefallenen sein wird. Gärtnerisch ausgestaltet wurde die Anlage von der Gärtnerei Heinrich Oberle, Mörsch, Karlsruher Straße. Andächtig hörte die Trauersemein- de in der tief zu Herzen gehenden B eier „Die Morgenandacht“ von Sil- wedel und die „Isis-Arie von Mozart, gespielt von der Musikvereinigung. Anschließend klangen die Lieder „Gedenken“ von Bracht und „Des Wanderers Nachtgebet“ von Weber, vom Bruderbund und der Eintracht, durch die morgendliche Stille. Dann fiel die schwarze Hülle vom Mahnmal, das in Form eines Kreuzes mit der Inschrift „Treue um Treue“ sich würdig in den Gesamtrahmen einfügt und von der Firma Deutsche Kunststeinwerke, Karlsruhe, gefertigt ist. In der Weiherede führte Bürgermeister Rihm aus, daß es eine heilige Pflicht sei, den Verstorbenen eine würdige Ruhestätte zu bereiten. Aus dieser Verpflichtung heraus habe es die Gemeinde übernommen, den Gefallenen der beiden Kriege einen Ehrenhain zu schaffen. Die Gemeinde Mörsch habe in diesem Krieg größte Opfer an Gut und Blut gebracht, kaum eine Familie im Dorf sei von dem Unglück dieses Krieges verschont geblieben. Wie eine Sturmflut wäre der Krieg in letzter Stunde über das Dorf hinweggebraust, Trümmer und Tod hinter sich lassend. Alle, die im Kampf um Mörsch ihr Leben aushauchten, ruhten nun hier gemeinsam mit den von fremder Nation geschickten Soldaten. Der alles gleichmachende Tod hat sie hier, trotz Ländergrenzen, vereint. Im Geist ist es aber auch für alle, die weitab der Heimat gefallen sind, eine würdige Weihestätte. Mit der kirchlichen Weihe durch den Ortsgeistlichen, Pfarrer Allgaier, nahm die eindrucksvolle Feier ihren Ausklang. H. W. ist im ganzen gesehen ein verhält- nismäß ; g einfaches und gegenüber der Backstein-Bauweise auch billiges Verfahren, das sich sicherlidi bald Freunde erwerben wird. Wenn wir heute wieder einmal auf eine neue Bauart hinweisen. so nicht aus dem Grunde, um dafür Propaganda zu machen; denn und das ist das wesentliche, wir brauchen neue und schnelle Bauweisen, die aber trotzdem die Vorzüge der alten Verfahren in sich vere'nigen sollen, um der katastrophalen Wohnungsnot entgegenzutreten. Es geht also nicht so sehr darum neue Bauweisen zu empfehlen, sondern mehr darum, mit diesen Wohnungsbau voranzutreiben, damit trotz der teilweise recht konservativen Einstellung der Bevölkerung aas Neue seine Bewährungsprobe ablegen und als vollwertig und gleichberechfgt auf dem Baumarkt aufgenommen werden kann. R. J. Trockenheit verursachte Dachstuhlbrand Grünwettersbach. (HF) In der Nacht z um 23. August geriet im Hause Bullion, Kirchsteig 3, war am Dachboden das Gebälke in Brand. Glücklicherweise wurde der Brand von Nachbarn noch rechtzeitig entdeckt, und die aufgeschreokten Hausbewohner versuchten ihn sogleich mit Zuhilfenahme von Wassere imem zu löschen. Da war es ein Glück, daß sie sich Wasser in Vorrat besorgt hatten; denn die Wasserleitung war tagsvorher wegen eines Schadens abgestellt worden. Auch d’e einheimische Feuerwehr war rasch zur Stelle und innerhalb einer Stunde war das Feuer gelöscht. Vor allem galt es, die kaum 3 m von den Flammen entfernte, mit Stroh und Heu gefüllte Scheuer vor dem Übergreifen des Feuers zu schützen, was der Feuerwehr restlos gelang. Es bewährte sich also diese menschenfreundliche Einrichtung in diesem kritischen Falle aufs beste. Eibenso bewies sich der „Feuersee“, dem di« Feuerwehr das Wasser mit Motor- und Handspritze entnahm, als eine überaus notwendige Vorsorge. Palmbach. (HF) Anfang August wurde ein Teil der Straßendecke zwischen Palmbach und Grünwettersbach mit Schotter und Teer hergerichtet. Erntefest wurde ein schöner Erfolg Berghausen (Wag). Zu einem wahren Volksfest gestaltete sich das am vergangenen Samstag und Sonntag vom hiesigen Musikverein veranstaltete Ernte-Fest in der Turnhalle. Trotz der drückenden Hitze hatte sich ein musikliebendes Publikum in der Tur- halle eingefunden, und die Musikkapelle des Vereins stellte unter Leitung ihres altbewährten Dirigenten Emil Dopf, in einem Festkonzert ihr Können unter Beweis und erntete für die Darbietungen reichen Beifall. Ebenso wurdö den anwesenden Kapellen aus Jöhlingen und Söllingen für ihre Darbietungen reicher Beifall zuteil. Am Sonntag bewegte sich die Kapelle mit feierlichen Klängen durch die Straße des Dorfes nach der Turnhalle, wo dann der Nachmittag ebenfalls mit Musikvorträgen ausgefüllt war bei denen die Vorträge der Kapelle des Musik- • Vereins Wöschbach einen guten Eindruck hinterließ. Ein geselliges Beisammensein brachte am Abend den Ausklang des Festes, das als wohlgelungen bezeichnet werden kann und dem veranstaltenden Verein einen schönen Erfolg brachte. Kreuz und quer durch den Landkreis Schöllbronn (rw). Der Gesangverein „Sängerbund“ hielt am vergangenen Sonntag sein Gartenfest ab. Einheimische, wie auch auswärtige Vereine wirkten an der Gestaltung des Festes durch Gesang- und Musikvorträge mit. — Am 22. 8. 1949 feierte der allseits beliebte Bürger Karl Josef Neumaier seinen 75. Geburtstag. Der Musikverein ehrte sein langjähriges Mitglied durch ein wohlgelungenes Ständchen und einem Geschenk. Auch wir wünschen dem Jubilar einen frohen und gesunden Lebensabend. Wössingen (-R-). Am 17. August begann die hiesige Volksschule ihr neues Schuljahr 1949/50. 41 ABC- Schützen wurden ins erste Schuljahr aufgenommen. Hauptlehrer Greulich wurde zu Beginn des Schuljahres an die Volkshochschule nach Bretten versetzt. An seine Stelle trat Frl. Wittmaier aus Karlsruhe. — Die Leichtathleten des Turnvereins beteiligten sich mit gutem Erfolg am Sonntag, den 21. August beim Sportfest in Rinklingen. — Am 22. Aug. kann Frau Luise Elsäßer, Mühlstr. 22, ihren 86 Geburtstag feiern. Am 23. August wird Frau Mina Konrad, Bahnhofstr. 1, 70 Jahre alt. Wir gratulieren! Kleinsteinbach (wb). Das Gartenfest des Gesangverein am Sonntag war ein voller Erfolg, nicht nur für die Vereinskasse, sondern auch in ideeller Hinsicht. Zahlreiche Vereine der Umgebung waren erschienen und man huldigte dem Gesang bis in die späten Abendstunden hinein. — Das Holzfachwerkhaus geht in Kürze seiner Vollendung entgegen. An Hermann Deurer, Singen, wurden die Schlosserarbeiten vergeben. — Die Zweitälteste Einwohnerin, Frau Christ. Schwender, Wwe., konnte am 19. August ihren 87. Geburtstag feiern. Frau\ Luise Roser war am 20. August 71 Jahre und Neubürgerin Kath. Lurg am 21. August 70 Jahre a't. Allen Jubilaren herzl. Glückwunsch. Linkenhe'm. (Heg! Am Samstag, 21 Uhr, hält der Reiterverem in der Bahnhofs-Restauration se ! ne Mitgliederversammlung ab wozu auch Freunde des Rerfers^rts sowie alle Pferd“besitzer herzlichist. e’ngeladen werden. Blankenloch. (Na) Die Zahl- und Kontrollstelle des A-be't-amts für die Orte Friedrichstal. Staffort. S-öck und Blankenloch wurde von Friedrichstal nach Blankenloch in da« Gasthaus „Zur Schwane“ verlegt. Die Kontrollzeüen ändern sich ro'cht, dagegen wird die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung nicht mehr in der Zeit von 15—16 Uhr. sondern von 14.30—15.30 Uhr vorgenommen. Freitag, den 28. August 1949 HANDEL UND WIRTSCHAFT Nummer 165 / Seit» I Industrie will sich zusammenschließen „Vereinigung der deutschen Industrie“ wird vorbereitet Düsseldorf (SAZ-Eig. Ber.). Seit einiger Zeit bereits geht die Argumentation der westdeutschen Unternehmer dahin, daß das Unternehmertum im Dreizbnen-Deutschland in einer Spitze zusammengefaßt werden müsse, um seine Interessen in einer einheitlichen Weise zu wahren. Die Gewerkschaften haben diesen Plänen bisher scharf ablehnend gegenübergestanden und auf die Gefahren hingewiesen, die bei der Bildung eines solchen neuen „Reiehs- verbandes“ den Arbeitern durch monopolistische Tendenzen drohen. Diese Befürchtungen glaubt die Arbeitsgemeinschaft der Unternehmerverbände durch ein vor wenigen Tagen veröffentlichtes Zwölf-Punkte- Programm beseitigen zu können. Richtungweisend für dieses Programm sind die darin enthaltenen Punkte IV und XII. Im Punkt IV heißt es: „Um als Vertragspartner verhandlungsfähig zu bleiben, muß sich das Unternehmertum zu wirkungsvoller Geschlossenheit zusammenfinden. Es beansprucht auf Grund der verfassungsmäßigen Koalitionsfreiheit für seine Vertretung in den Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden volle Anerkennung von den Behörden und vom anderen Vertragspartner.“ Weiter besagt Punkt XII: „Der Unternehmerschaft ist es ernst mit der Erfüllung ihrer Pflichten und Aufgaben auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet. Sie wird sich deshalb eine Standesorganisation mit ehrengerichtlichen Einrichtungen schaffen, um solche Unternehmer, die diese Pflicht verletzen, auf sie hinzuweisen und, wenn es vergeblich ist, sie aus ihrer Gemeinschaft auszuschließen.“ Aus den Tendenzen der -letzten Zeit ist zu ersehen, daß die Koordinierung der verschiedenen Organisationsformen in der Industrie mit Nachdruck betrieben wird. Das Projekt des künftigen „Bundesverband der deutschen Industrie“ umfaßt zurzeit etwa dreiviertel der gesamten westdeutschen Industrieorganisationen mit Ausnahme der Schwerindustrie und des Kohlenbergbaus. Die Ausschließung dieser beiden großen Wirtschaftsgruppen dürfte darauf zurückzuführen sein, daß in ihnen ein starker gewerkschaftlicher Einfluß spürbar ist. Von den Gewerkschaften wird zu der neuen Entwicklung auf der Arbeitgeberseite erklärt, daß diese als verstärkter Widerstand der Unternehmer gegen die gewerkschaftlichen Forderungen angesehen werden müsse und man annehmen dürfe, daß das viel diskutierte Problem der wirtschaftlichen Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den Betrieben erst dann gelöst werde, wenn der Zusammenschluß der Industrie auf Bundesebene erfolgt sei. Haftpflicht und Unfallrenten voll aufgewertet Frankfurt. (SAZ). Die alliierte Bankkommission hat mit der 32. Durchführungsverordnung, die am 15. August in Kraft trat, verordnet, daß Zahlungen wegen eines vor dem 21. Juni 1948 eingetretenen Personenschadens in der Haftpflichtversicherung voll von den Versicherungsunternehmen in D-Mark zu zahlen sind, sofern der Versicherte selber Aufwendungen in D-Mark aus diesen Renten zu leisten hat. Damit ist grundsätzlich die bisher ungeklärte Frage der Umwertung der Haftpflichtversicherung im Sinne der Umstellung eins zu eins geklärt worden. Bisher haben die Versicherungsgesellschaften diese Renten meist zehn zu eins abgewertet. Auch für Unfallversicherungen, aus denen Ansprüche auf Zahlung von Renten, Tagegelder, Verdienstausfall und andere wiederkehrende Leistungen hervorgehen, und die für die Zeit nach dem 21. Juni 1948 zu erfüllen sind, müssen die D-Mark-Beträge im Verhältnis eins zu eins gezahlt werden, sofern die Ansprüche auf vor dem 21. Juni 1948 eingetretenen Versicherungsfällen beruhen. el. Wohnungsfeh'bestand 4 Millionen Eine der größten Aufgaben für die neue deutsche Bundesregierung liegt im Wohnungsbau. Wie groß die hier noch harrenden Probleme sind, wird aus einigen Zahlen deutlich, die IM BAU BEFINDLICHE WOHNUNGEN STAND ANFANQ 49_ Der Warenrabatt lebt wieder auf Konkurrenz übergeht die Abreden der Wirtschaftsvereinigungen Frankfurt (SAZ. Mit der zunehmenden Normalisierung des Handels ist die Frage des Rabattes insbesondere beim Lebensmitteleinzelhandel plötzlich nach über zehn Jahren wieder aktuell geworden. Kürzlich hat die Hauptgemeinschaft des Einzelhandels in der Doppelzone ihren Mitgliedsfirmen empfohlen, keinen Rabatt zu geben. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern sprach sich eindeutig gegen eine neue Rabattgewährung aus. Begründet wird dieser Schritt damit, daß Rabatte nicht preisregelnd wirken und aus diesem Grunde ihre Wirksamkeit im Konkurrenzkampf der Firmen untereinander verloren hätten. Daß dem in der Praxis nicht so ist, beweist die Gründung von Rabattsparvereinen in süddeutschen Städten. Auch im Ruhrgebiet, z. B. in Gelsenkirchen, wird zum Teil wieder Rabatt im Lebensmitteleinzelhandel gewährt. Die Beispiele zeigen, daß die zunehmende Konkurrenz die Empfehlungen der Wirtschaftsverbände nicht mehr beachtet und mit allen Mitteln eine Umsatzbelebung erwirken will. Seit 1933 gibt es in Deutschland ein sogenanntes Rabattgesetz. Es hat auch heute noch Gültigkeit und beschränkt bekanntlich den Einzelhandelsrabatt auf 3 Prozent. Die Verwaltung für Wirtschaft hat im Rahmen ihrer Vorarbeiten zum Anti-Monopolgesetz untersucht, ob nicht auch dieses Gesetz im Zuge der Zeit zu unmodern geworden ist. Doch haben die Erfahrungen gelehrt, daß es doch durchaus gesund ist, wenn der Rabatt gesetzlich auf eine Höchstgrenze festgelegt wird, soll doch der Preis selber und nicht der Rabatt das eigentliche Instrument des Wettbewerbes sein. Es ist deshalb unwahrscheinlich, daß das künftige Bundeswirtschaftsministerium das Rabattgesetz abändem wird. Sehr wahrscheinlich ist es indessen, daß in Zukunft der Einzelhandel mehr und mehr dazu übergehen wird, bis zur Höchstgrenze des Gesetzes den Rabatt wieder auszunutzen. Genehmigungsverfahren für Berlinsendungen geplant Frankfurt (SAZ). Um einen Abfluß von Rohstoffen und Fertigwaren aus Westdeutschland nach der Ostzone zu verhindern, will die Verwaltung für Wirtschaft ein neues Genehmigungsverfahren für alle Güter einführen, die auf der sogenannten Vorbehaltsliste stehen und nach Westberlin geliefert werden. Die Westberliner Firmen müssen sich jeweils vom Berliner Magistrat eine Bezugsgenehmigung einholen, wobei sie sich verpflichten müssen, die erhaltenen Waren nicht nach Ostdeutschland weiter zu verkaufen. Die Verhandlungen werden über das neu zu errichtende Interzonenhandels- Büro in Berlin geführt werden, das eng mit der Verwaltung für Wirtschaft und mit den westdeutschen Wirtschaftsverbänden zusammenarbeitet el. Seitens des Handels werden zur Verbesserung der Rabattregelung Beispiele aus der Schweiz angeführt, die auch für Deutschland in abgewandeltem Zustand durchaus Nacheiferung verdienen. Dort hat man nämlich eine Rabattgemeinschaft verschiedener Schweizer Einzelhandelsbranchen errichtet, die über die ganze Schweiz verstreut ist. Beim Lebensmittelhändler, im Schuhgeschäft und beim Möbelkauf gibt es die gleichen Rabattmarken, die in jedem x-beliebigen Ort der Schweiz von jedem Geschäft in Zahlung genommen werden. In Deutschland gab es vor dem Kriege zwar auch schon regionale Rabattsparvereinigungen, die jedoch kaum über die Stadtgrenzen hinauswuchsen. Jedenfalls kann man sich noch gut ■ erinnern, welche psychologische Wirkung ein gutes Rabattsystem unter den Hausfrauen ausübte. Selbst die Konsumgenossenschaften, die mit dem System der Rückvergütung arbeiten, könnten einem gut organisierten Rabattverein kaum Konkurrenz machen, zumal die Konsumvereine im Augenblick sehr zögernd Rückvergütungen gewähren, da umfangreiche Kriegsschäden aus eigenen Mitteln beseitigt werden müssen. Auf jeden Fall biete sich für den Einzelhandel im Rabattsystem eine Möglichkeit, mit den Konsum- Vereinen erfolgreich zu konkurrieren. Es fragt sich nur, ob der Einzelhandel allein die Belastung von drei Prozent tragen kann. Bei zahlreichen Nahrungsmitteln ist dies auf keinen Fall möglich. Der Großhandel müßte sich mit der Hälfte mindestens beteiligen. el. semcsv.-Hotsr 1,633 1/TT VOHNUNOCN HAM BUBO 6 74t MS WOHNUMOCN MIEDER5AC.HS. 16 405 t/41 V6HMUNGCN NOftOftHtm-WESTT. 5E 420 4/12 VOHMUMOCN ff 41« lOiwVOHNUMfEN wmwv 39 £01 9/23 WQHNUMGcM wunr.-SAQEN Vf *53 3,1* VOMNUMEN das Statistische Amt der Bizone mitgeteilt hat. Darnach wurden im Gebiet der Bizone im Jahre 1939 9,3 Millionen Wohnungen gezählt. 1948 gab es noch 7,6 Millionen Wohnungen einschließlich Baracken- und Behelfsheim-Wohnungen. Legt man die seit 1939 eingetretenen Bevöl- kerungsvermehrung und die vielfache Verkleinerung der Wohnfläche dessen, was man heute im Gegensatz zu 1939 unter Wohnung zählt, zugrunde, so errechnet sich ein Wohnungsdefizit* von rund 4 Millionen. Zu Beginn dieses Jahres befanden sich in der Bizone 200 000 Wohnungen im Bau; d. h. rund 5 Prozent des Fehlbestandes. Unsere Zeichnung veranschaulicht, wie sich die Bautätigkeit der Länder der Bizone zueinander verhält. Im Ganzen gesehen teilen sich die im Bau befindlichen Wohnungen etwa zu gleichen Teilen in Neubauten und in Wieder- guf b auwohnungen. Frankreich erzwingt Stahlabsatz Französische Zone muß Zolltarif für Stahlimporte abschaffen Frankfurt. (SAZ). Die französische Militärregierung hat für ihre Zone kurz vor der politischen und wirtschaftlichen Vereinigung aller drei Westzonen eine Verordnung Nr. 220 erlassen, die die Aufhebung des deutschen Zolltarifes für alle Stahl- und Eisenimporte verfügt. Während die Bizone nach wie vor Eisen- und Stahlimporte mit Zoll belegt, um die eigene Industrie zu schützen, strömen nunmehr über die französische Zone saarländische und französische Eisen- und Stahlerzeugnisse ein. Da das Saargebiet im Augenblick Absatzschwierigkeiten für seine Stahlerzeugnisse hat, die infolge der ungünstigen Produktionsverhältnisse teurer sind als die gleichen Erzeugnisse auf dem Weltmarkt, wird durch die Verordnung 220 das saarländische Produkt auf dem deutschen Markt absetzbar. Von seiten der Verwaltung für Wirtschaft wird hierzu erklärt, daß diese einseitige Maßnahme der französischen Militärregierung eine vollkommene Verschiebung der Wettbewerbsgrundlagen darstele. el. Neue 5 DM-Noten Frankfurt (SAZ). Die Bank deutscher Länder warnt nochmals vor der bekannten Fälschung der Banknoten zu 5 DM mit dem fälschlich weißen Dreieck links unter der Weltkugel. In den letzten Tagen ist eine verbesserte Nachahmung dieser falschen Note in Umlauf, bei der das weiße Dreieck nachträglich mit brauner Farbe ausgetuscht wurde. Wie die Bank deutscher Länder mitteilt, werden aller Voraussicht nach die 5 DM-Banlcnoten in nächster Zeit aus dem Verkehr gezogen und durch neue ersetzt werden. Besatzungsmacht fördert eigenen Export Baden-Baden, (ts) Nach einer Verordnung der französischen Militärregierung zur Wareneinfuhr in die französische Zone sind hierfür außergewöhnlich nie^-ige Zölle festgesetzt ■ worden, die präTLisch die niedrigsten Sätze des deutschen Zolltarifs darstellen. Eine Liste, die der Anordnung beigegeben ist, umfaßt 100 zollbegünstigte Artikel, die bis auf neun Positionen mit Zollermäßigung nur Zollbefreiungen enthält. Kennzeichnend sind es solche Waren, die Frankreich und das Saargebiet auf der Basis des bereits paraphierten neuen deutsch-französischen Handelsvertrages liefern wird. In dem in Kürze einheitlichen westdeutschen Wirtschaftsgebiet werden mithin zwei verschiedene Zolltarife Geltung haben. Es verlautet, daß die Besatzungsbehörden der Doppelzone gegen die französische Maßnahme Widerspruch erheben werden. | Kaiserslautern verlor gegen St. Pauli Die Norddeutschen gewannen mit neuem Torwart 4:2 Während bei Kaiserslautern O. Walter durch Folz ersetzt werden mußte, und Gawlicek wegen seiner Abschluß-Prüfung in Köln fehlte, hatte St. Pauli in dem Ex-Berliner repräsentativen Torhüter Schönbeck, der zuletzt beim Itzehoer SV und am vergangenen Sonntag bei Eintracht Braunschweig spielte, zur Stelle. Kaiserslautern hatte einen großartigen Start und schien die Hamburger zunächst in Grund und Boden zu spielen. Bereits in der 11. Minute erzielte Christmann den Führungstreffer. Aber dann kam St. Pauli auf und es entwickelte sich ein besonders schönes Spiel von großer Klasse, in dem die Gastgeber auf Grund ihres blendend operierenden Sturmes allmählich die Oberhand gewannen. In der 21. Minute erzielte Eccarius im Anschluß an einen von Liese in den Strafraum gegebenen Freistoß den Ausgleich und drei Minuten später führte St. Pauli durch einen Scharfschuß von Boiler 2:1. Beck schoß in der 65. Min, das dritte Tor, nachdem er mehrere Gegner und den Torwart umspielt hatte, und Eccarius erhöhte in der 74. Minute auf eine mustergültige Vorlage von Börner auf 4:1, Erst neun Minuten vor Schluß konnte Grewenig mit einem Flachschuß aus 25 m das Ergebnis mildern. VfR Aalen — 1. FC Pforzheim 3:S Der ■ badische Landesligameister gab am Dienstag in Aalen seine Visitenkarte ab. In den Reihen der Pforzheimer sah man erstmals den Ex-Neckarauer Schnepp und den von Mühlacker kommenden Mittelstürmer Rapp, der sich mit drei Toren sehr gut einführte. Neben diesen beiden Stürmern war der schnelle Rechtsaußen Schradi die markanteste Kraft der Goldstädter. Gute Einzelleistungen der Platzherren verhallen diesen im zweiten Abschnitt zum Ausgleich, nachdem Pforzheim mit 3:0 Toren geführt hatte. Marathon Remscheid — ASV Durlach 1:1 Nach dem 3:2-Sieg gegen den Duisburger SV, kam der ASV Durlach beim zweiten Spiel seiner Rheinlandreise in Remscheid zu einem 1:1. Die 8 000 Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten, denn sie sahen ein begeisterndes Treffen. Vor dem Wechsel hatten die Gäste eindeutig mehr vom Geschehen. Doch blieb es bei dem von Streibel erzielten Tor. 5 Minuten vor dem Abpfiff glückte den Gastgebern der Gleichstand. Fausto Coppi Weltmeister im Verfolgungsrennen Knud E. Andersen, Dänemark, gewann in Kopenhagen die Verfolgungs-Weltmeisterschaft der Amateure über 4 km in der Zeit von 5:11,5 Min. vor dem Engländer Cyrll Cartwright. Die Verfolgungs-Weltmeisterschaft der Berufsfahrer über 5 km sicherte sich der Italiener Fausto Coppi in 6:30,2 Min. und verwies damit den Luxemburger Lucien Gillen auf den zweiten Platz. Deutsches Turnfest in Köln hat seine Favoriten Die Mehrkämpfe sind das erstrebenswerte Ziel aller Athleten. Gerade bei den Turnern ist diese vielseitige Ausbildung besonders ausgeprägt. Den deutschen Meistertiteln in den Mehrkämpfen gilt die Arbeit des ganzen Jahres. Wenn also am kommenden Wochenende in Köln die 2 000 Turner und Turnerinnen aus allen deutschen Landen antreten. dann ist alles dabei, was Titelchancen besitzt und was es sich 7 ur Ehre anrechnet. Teilnehmer am Deutschen Turnfest zu sein. Die im Vorjahre in Frankfurt erstmals auisgerichtete DTVM, der Vereinsmeisterschaft der Leichtathleten vergleichbar, entspricht am ehesten dem Vorbild vielseitiger Vereine. Je vier Turner und Turnerinnen sowie je vier Männer und Frauen in der Leichtathletik geben ein umfassendes Bild der breiten Spitzenklasse. 1860 München ist hier unbestrittener Favorit und die Vereine von Kassel, Hamburg, Stuttgart dürften den „Löwen“ kaum dies beste Stück wegnehmen. Offener sind schon die großen Einzelwettkämpfe, von denen der Deutsche Zwölfkampf von Theo Wied-Stuttgart und der Neunkampf der Turnerinnen von Irma Walther- Dumbsky-Nümberg verteidigt wird. Bei den Turnern gilt Altmeister Inno Stangl-München, der im Vorjahr nur um Bruchteile eines Punktes unterlag. in erster Linie als stärkster Konkurrent von Theo Wied, der außerdem noch auf seinen Bruder Erich, auf Kiefer-Kreuznach und Diokhut-Dortmund achten muß. Drei leichtathletische und neun Turnübungen umfaßt dieser wertvollste Wettbewerb, dem sich außerdem noch Sechs-, Vier- und Dreikämpfe anreihen. Die Sommerspielmeisterschaften im Faustball, Schlagball und Korbball füllen die mehrtägige Wettkampffolge im Müngesdorfer Stadion aus. DFB-Länderpokal kann starten In Ausscheidungsspielen zur Vorrunde des Deutschen Länderpokals wurde das 16er-Feld vervollständigt, das am 18 September die Vorrunde nach folgendem Spielplan bestreitet: Nordbaden — Pfalz, Südwürttemberg — Hessen, Rheinland — Niedersachsen, Westfalen — Bremen, Hamburg — Brandenburg, Nordwürttemberg — Sachsen/Anhalt, Berlin — Bayern, Sachsen — Niederrhein. Drei deutsche Hammerwerfer über 54 m Lutz-OSC. Hörde kam als dritter deutscher Hammerwerier dieses Jahres über 54 m und schob sich mit einem Wurf von 54.15 m auf den zehnten Platz der Weltrangliste. Zusammen mit Storch und Wolf bildet Lutz ein Trio, das in der Lage ©ein sollte, die führende deutsche Stellung gegen die Athleten aus Ungarn und Rußland zurückzuerobern. — Der Holländer Slijkhuis näherte eich mit 3:43,8 Min. bis auf 8/10 Sekunden dem 3000 m-Weltrekord. den die Schweden Haeg und Strand gemeinsam halten. Auch sonst gab es im Ausland hervorragende Leistungen. Bei den schwedischen Meisterschaften in Stockholm ergab ein Vergleich mit den deutschen Titelkämpfen, daß Deutschland in sechs und Schweden in neun Wettbewerben die besseren Ergebnisse erzielte. Die neue Freiwasser-Bestenliste 1949 Bei den deutschen Schwimmeister- schaften in Peine wurden in den 13 Einzelwettbewerben die Freiwasser- Bestleistungen 1949 elfmal verbessert. Die neue Liste lautet: Männer: 100 m Kraul: Bomhaupt-Bonn und Ditzinger-Braunschweig je 1:00,6 Min.; 200 m Kraul: Ditzinger 2:19,5 (bisher Lehmann 2:20,8); 400 m Kraul: Lehmann - Braunschweig 5:08,9 (5:15.4); 1500 m Kraul; Lehmann 20:43,5 (21:31,2); 100 m Brust: Klein-München 1:10 (1:11,8); 200 m Brust Klein 2:40.2; 100 m Rük- ken: Schuster-Berlin 1:13,3 (Künzel 1:14,4). Frauen: 100 m Kraul: Jakob Ahrendt-Bonn 1:11.6 (Herbruck 1:14,3); 400 m Kraul: Herbruk-Pirma- sens 6:03,8 (6:12,4); 100 m Brust: Krey-Kiel 1:25,0 (Schmidt 1:25 8); 200 m Brust: Schürdt-Eimsbüttel 3:04.9 (3:05,7); 100 m Rücken: Herbruck 1:18,4 (1:19,9). Deutsche Keglermeisterschaften auf Asphaltbahnen Die in Frankfurt a, M. ausgetragenen deutschen Kegiermeisterschaf- ten zeigten bei schönen Kämpfen und beachtlichen Leistungen einen Querschnitt des deutschen Kegelsports. Die Kämpfe sind vielfach ganz knapp ausgegangen. So wurde die Einzelmeisterschaft der Männer erst beim letzten Wurf mit einem Holz Unterschied entschieden. In überzeugendem Spiel holte sich Jung Siegfried Weinheim mit 2788 Holz den Titel des 1. Deutschen Klubmeisters. Eine schöne Leistung zeigten die Frauen von Mannheim, die mit dem guten Ergebnis von 2632 Holz 1. Deutscher Frauenvereinsmeister wurden. Der badische Einzelmeister Kußmaul (Karlsruhe) — anfangs leicht zurückliegend — konnte sich unter 20 Bewerbern in einem 200 Kugelkampf über 4 Bahnen mit 1100 Holz den Titel des 3. deutschen Einzelmeisters der Männer sichern. Die 1. Vereinsmannschaft von Karlsruhe konnte in ausgeglichenem Spiel mit 2671 Holz 3. Deutscher Vereinsmeister werden. Ergebnisse: Einzelmeisterschaften Männer: 1. Diedert, Ffm.-Rieder- wald 1119 Holz, 2. Blatt. Mannheim 1118, 3. Kußmaul, Karlsruhe 1110. — Senioren: 1. Schaumburger, Wiesbaden 531 Holz, 2. Wetzler, Stuttgart 519 — Jugend: 1. Braun, Nürnberg 536, 2. Pfister, Fechenheim 533, 3. Jäger, Weinheim 513. — Frauen: 1. From- mann, Braunschweig 541, 2. Löhner, Nürnberg 537, 3. Wißmann, Waldhof 535 Holz. Klubmeisterschaften: Männer: 1. „Jung Siegfried“, Weinheim 2788 Holz, 2. Catena, Wiesbaden 2761 Holz. Vereinsmeisterschaften: Männer: 1. Stuttgart 2723 Holz, 2. Frankfurt-Riederwald 2675, 3. Karlsruhe 2671. — Senioren: 1. Frankfurt a. M, 2648 Holz, 2. Braunschweig 2573, 3. Mannheim 2559. — Jugend: 1. Lampertheim 2818, 2. Weinheim 2703. — Frauen: 1. Mannheim 2632, 2. Ffm.-Riederwald 2600, Vorstand wurde wieder gewählt Im Anschluß an das Heidelberger Reit-, Spring- und Fahrturnier fand die Generalversammlung der Nord- badischen Reit-, Fahr- und Pferdezuchtvereine statt. In den Vorstand des Landesverbandes wurden einstimmig wiedergewählt die Herren Walter Frhr. v. Rosen (Karlsruhe), Rudolf Matterstock (Karlsruhe) und Friedrich Karl Häußler (Karlsruhe). Als Beisitzer wurden gewählt der Leiter des Pferdestammbuchs, Herr Tierzuchtassessor Schillings, und die Vorsitzenden der beiden Reiterringe, Herr Dr. Beinert und Herr Wacker. / Ab heute! Erstaufführung für Baden I Ein Monumental-Film vergleichbar nur mit dem unver- gessenen c. ,Ben Hur‘ 70000 Mitwirkende FAB 10 D I Nadi dem weltberühmten gleichnamigen Roman von I Wiseman. — Das Liebeserlebnis der Patriziertochter I Fabiola. — Grandiose Ba-uten. — Arenakämpfe auf I Leben und Tod. I Gleichzeitig in beiden Theatern SCHAUBURG und PALI Marienstr. 16, Telefon 7986 — Herrenstr. 11, Telefon 2502 Der großen Länge des Filmes wegen tägl. n>ur 3 Vorstell. 14.00, 17.00 und 20.30 Uhr Sichern Sie sich Ihre Plätze im Vorverkauf, täglich ab 10.00 Uhr an den Theaterkassen. J$e!wfrMoRXf62ö3 Der über alles Erwarten große Er- folg hat Lloyd-Film veranlaßt, die Kopie auf eine weitere Woche ln Karlsruhe zu belassen. Ab heute in verlängerter Erstauf- führg. in dem Theater d. Westens Vorst, tägl. 14.00, 16.15, 18.45 , 21 Samstag: auch 23.15 Vorverk. tägl. ab 11.00 Uhr an der Theaterkasse. RUF 76 KHE.-DURIACH „Ein Herz schlägt für Dich Täglich: 15, 17 V und 21 Uhr. Ein packender Film au6 dem schönen Tiroler Bauernmilieu mit Liebe und Leid aber auch mit Musik und I iz. mit Rudolf Prack, Annelies Reinhold RUF ^KURBEL 824 13.00 15.00 17.00 19.00 S t ü rmis ch e s Lachen während der aufregenden Jagd nach den Perlen der Großfürstin in Ihr Privatsekretär Gustav Fröhlich: Liebhaber, Neffe, Privatsekretär Maria Andergast: Geliebte, Gesellschafterin, Schönheit Theo Lingen: Arzt, Gauner, Ehrenmann Paul Hendteis: Trottel, Ehemann Fita Benkhoff: Neureich, dumme Pute, große Dame Lachen Frohsinn Jubel Freude Trubel Summa: 2 Stunden ausgelassenster Heiterkeit! RADSO-GABRIEL Putlltzstraffe 26 das bestens bekannte Fachgeschäft Jetzt Ka + lefvaRo KR Haltestelle Mathystraße / Tel. 7447 auch ***** l&ll iMJvts ißiß gegenüber Schmlederplatz. 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