KARI5RUHER NEUE ZEITUNG Erscheint täglich, aaßei Donnerstag on4 Sonntag. Redaktion, V«r- UgsabteUung, Vertrieb und Drudt Kerlsrune. Waldstraße 28. Te.efon 922/923. (Dringend Presse.) Anzeigenannahme Karlsruhe. Kaiserstr. 69. Telefon 6649; Durlach, Pfinztalstraße 49. Ettlingen, Leopoldstraße 5, Telefon 36. Kein Ersatzanspruch bet Störung durcb böhfti» Gewalt. fintinc Bezugspreis monatlich DM 2.40 einschließlich TrSgergebühr, Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr — Anzeigen preise: Die sechsgespaltene 46 mm breite Millimeterzeile Milli« meter-Gnm-dpreis DM —.80, im übrigen siehe zur Zeit aültige Preis« liste Nr. 4 . — Postscheckkonto! Postscheckamt Karlsruhe Nr 80 535. 3. Jahrgang / Nummer 170 Karlsruhe, Freitag, 2. September 1949 Einzelpreis 15 Pfennig Der Westen schaut nach Jugoslawien Fünf Divisionen auf marschiert? — Die Westmächte beraten — Acheson: Teil des Nervenkrieges“ LONDON, 1. Sept. (dpa). Die Meldung über sowjetische Truppenkonzentrationen in Nordwestrumänien und Südungam sowie die unverminderte Schärfe des sowjetisch- jugoslawischen Notenaustausche^ konzentrieren das Interesse der Weltöffentlichkeit nach wie vor auf die Zuspitzung des Titokonfliktes. Außenminister Acheson teilte auf seiner Pressekonferenz mit, daß die Westmächte, gegenwärtig durch ihre diplomatischen Vertreter in Belgrad Beratungen über die sowjetischen Maßnahmen gegen Jugoslawien führten. Acheson deutete die Meldungen über die sowjetischen Truppenkonzentrationen in der Nähe der jugoslawischen Grenze als Teil eines „Nervenkrieges“. In den gleichen Zusammenhang gehört das Dementi Achesons gegen alle Vermutungen, die von Beratungen über amerikanische Waffenlieferungen an Jugor slawien wissen wollten. Am weitesten ging in seiner Ausdeutung der sowjetischen Haltung gegenüber Tito der griechische Außenminister Tsaldaris, der sagte: „Gegen Jugoslawien wird Moskau die gleiche getarnte Aggression durchführen wie gegen Griechenland.“ Tsaldaris betonte, es werde sich keineswegs um einen offenen Krieg, sondern um getarnte Kampfhandlungen der Nachbarstaaten Jugoslawiens handeln. Moskau werde dabei Drahtzieher sein ohne offiziell Partei zu ergreifen. Das gleiche sei bei dem Aufstand der Fall gewesen, der seit drei Jahren Nordgriechenland verwüste. • Keine Verteidigung gegen moderne Zerstörungswaffen KOPENHAGEN, 1. Sept. (dpa). Der dänische Nobelpreisträger und Atomphysiker Niels Bohr erklärt in einem Geleitwort zu einer in Kopenhagen beginnenden Ausstellung über Ergebnisse der Atomforschung, es gebe keine Verteidigung gegen moderne Zerstörungswaffen. Die Zivilisation stehe der ernstesten Bedrohung aller Zeiten gegenüber. „Die Zeiten liegen hinter uns, da ein jeder den nächsten Stein nehmen konnte, um sich zu verteidigen. Wir sind an einem Punkt angelangt, da eine durch kollektive Verteidigungsmethoden gewährte Sicherheit völlig unzureichend ist.“ Giuliano stellt Ultimatum PALERMO, 1. Sept. (UP). In einem Brief an eine in Palermo erschei- , nende Zeitung verlangte Salvatore Giuliano, der jetzt mit Aufgebot aller verfügbaren Polizeikräfte verfolgte italienische „Banditenkönig“, daß über sein Schicksal durch eine Abstimmung des Volkes von Sizilien entschieden werden solle. Falls die italienische Regierung diesem Verlangen nicht stattgebe, werde er den Kampf gegen die italienische Regierung mit allen Mitteln weiterführen. Seine „Freiwilligenarmee“ kämpfe für die Unabhängigkeit Siziliens von der italienischen Herrschaft. Er, Giuliano, gebe der Regierung Italiens 15 Tage Bedenkzeit, um über diese, seine Forderung zu entscheiden. Welt-Run dach an WIEN. (UP). In den letzten Wochen wurden in der sowjetischen Besatzungszone Oesterreichs fast 100 politische Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei festgenommen. — CAUX SUR MONTREUX. (UP). Delegierte aus aller Welt, teilweise sogar mit Sonderflugzeugen, werden morgen zu einer zehn Tage währenden Volltagung der Bewegung für moralische Wiederaufrüstung in Caux sur Montreux ein- treffen. — PRAG. Ein dritter römisch- katholischer Bischof soll ohne Zustimmung der Prager Regierung in der CSR geweiht werden. — ROM. (UP). Ein führender französischer Gewerkschaftler äußerte die Ueberzeugung, daß die kommunistisch geleiteten Seeleute- und Hafenarbeitergewerksqhaf- ten Frankreichs und Italiens im Laufe des September neue Streikagitation unternehmen werden. — SYRACUSE, New York. Nach einer Erklärung des amerikanischen Landwirtschaftsminister stellt die für dieses Jahr in Amerika erwartete Rekordernte wegen der auftretenden Lagerungsschwierigkeiten ein „Nationales Problem“ dar. Die diesjährige Ernte, sagte Brannan, werde die zweitbeste sein, die in den USA zu verze'chnen war. (Alle nicht gezeic hneten .* !q.c hricbten: DENA) UP meldet, daß zwischen den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich Besprechungen darüber stattfinden, welche Maßnahmen zur Wahrung des Friedens auf dem Balkan getroffen werden können. Jugoslawien hat die Westmächte gebeten, zum gegenwärtigen Zeitpunkt von jeder politischen Aktion Abstand zu nehmen, da diese nur geeignet sein könne, die Lage Marschall Titos noch weiter zu erschweren. Anlaß für die Zuspitzung der Lage auf dem Balkan war die Meldung, daß an der. jugoslawischen Nordgrenze, knapp eine Tagereise von der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad entfernt, fünf sowjetische Panzerdivisionen, verstärkt von Infanterieverbänden und Kriegsflugzeu- gen, Aufstellung genommen hätten. Die Zahl der sich in einem großen Halbkreis um Jugoslawien formierten sowjetischen Soldaten wird auf 50 000 geschätzt. Mindestens 500 schwere Tanks sollen an der Spitze dieser Verbände stehen. Wie der Gewährsmann dieser Nachricht betont, handele es sich nicht etwa um eine Propagandameldung (Jes Ko- minform, sondern um einen Bericht, der einer Nachprüfung bereits standgehalten habe. Die starken Panzerstreitkräfte seien nach Voraussagen aus Kreisen des hiesigen Geheimdienstes für Manöver bestimmt, die in Kürze an der jugoslawischen Grenze beginnen sollen, um den Nervenkrieg des Kreml gegen die Regierung Marschall Titos zu verschärfen. In einer amtlichen Stellungnahme zur letzten sowjetischen Note an Jugoslawien wird die Sowjetunion des Versuchs beschuldigt, eine Kontrolle über Jugoslawien ausüben zu wollen. Mit Nachdruck wird in der jugoslawischen Antwort festgestellt, daß es sich bei dem Streit zwischen Jugoslawien und der Sowjetunion nicht mehr um eine Meinungsverschiedenheit über die Auslegung der kommunistischen Theorie handelt, sondern vielmehr um einen eindeutigen sowjetischen Versuch, Jugoslawien zu unterdrücken- Die jugoslawische Stellungnahme erscheint als Leitartikel im amtlichen kommunistischen Organ „Borba“. Kurz vor der Veröffentlichung dieses Leitartikels wurden die ausländischen Berichterstatter davon unterrichtet, daß diese Stellungnahme die amtliche Meinung der jugoslawischen Regierung sei. Zwanzig Millionen Dollar für Tito Aus amtlicher Quelle verlautet, daß das amerikanische Außenministerium „im Prinzip“ der Gewährung einer Anleihe von 20 Millionen Dollar durch die Export-Import- Barfk an Jugoslawien zugestimmt hat. Voraussichtlich wird auch Großbritannien in wenigen Wodien Jugoslawien eine Anleihe von etwa sechs Millionen Pfund Sterling gewähren. Die New Yorker Zeitschrift „Business Week“ meint, das Außenministerium werde etwa im Oktober sein Einverständnis mit einer 100- Millionen-Dollar-Anleihe der Ex- port-Import-Bank an Jugoslawien erklären. Adenauer setzt sich durch „Keine Zusammenarbeit mit der SPD möglich“ — Ostministerium vorgesehen BONN, sitzenden 1. Sept. (UP). Dem Vorder CDU, Dr. Konrad Adenauer, gelang es gestern, die Opposition innerhalb seiner Partei zu beschwichtigen. Wie Teilnehmer der Parteikonferenz mitteilten, hätten zum Schluß nur noch zwei Abgeordnete der 139 Mann starken CDU/CSU-Fraktion Widerspruch erhoben. Einstimmig wurde Dr. Adenauer dann zum Vorsitzenden , der CDU/ CSU-Fraktion gewählt. In den Fraktionsvorstand wurden ferner Jakob Kaiser, Fritz Schäffer und Friedrich Holzapfel .gewählt. • . ( . Nach Abschluß der Sitzung wurde ein Kommunique herausgegeben, in dem die Fraktion der CDU/CSU betont, daß sie „den Wiederaufbau Deutschlands im Geiste der sozialen Gerechtigkeit und des inneren Friedens“ fördern wolle. Im Hinblick auf die Stellungnahme der SPD zu der Frankfurter Wirtschaftspolitik Professor Erhards habe sich auch die CDU/CSU eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Sie halte eine Fortführung dieser Politik für absolut notwendig. Die CDU/CSU nehme von dem einleitenden Satz der 16 Dürkheimer Punkte der SPD Kenntnis, wonach die bisherige Wirtschaftspolitik die deutsche Arbeiterschaft ruiniere und die deutsche Demokratie zerstöre. Die Fraktion nehme ferner von der Erklärung Dr. Schumachers Kenntnis, daß diese Frankfurter Wirtschaftspolitik jeden Kompromiß zwischen SPD und CDU unmöglich mache. Das Kommunique schließt: „Die .Fraktion stellt fest, daß diese Erklärung der . sozialdemokratischen Bundestagsfraktion die Voraussetzungen zerstört, auf denen die Zusammenarbeit der beiden größten Parteien in der Bundesregierung beruhen muß.“ CSU beschließt eigene Landesgruppe Die Abgeordneten der bayerischen CSU im Bundestag beschlossen, eine Landesgruppe der CSU zu errichten, die mit der CDU eine gemeinsame Fraktion bildet. Als Obleute der Landesgruppe wurden Staatsrat a. D. Dr. Schäffer und der Generalsekretär der bayerischen CSU, Franz Strauß, gewählt. In einer Erklärung der bayerischen CSU heißt es. daß sie nach föderalistischen Grundsätzen ihrer Selbständigkeit als baye- Wieder Demontage-Zwischenfall Abbauarbeiten verhindert — Britischer Beamter mißhandelt DÜSSELDORF, 1. Sept. (dpa). Bei ' arbeiter von den LKW’s heran ter- der Ruhr-Chemie AG. in Oberhau- zureißen. sen, in der die Demontage beginnen sollte, kam es zu einem Zwischenfall, als mehrere hundert Arbeiter des Werkes, die sich am Eingang und auf dem Vorplatz versammelt hatten, einen britischen Militärwagen mit dem Demontageunternehmer R. Ufer und einem britischen Beamten angriffen und umstürzten. Ufer konnte fliehen, während der vorher aus dem Wagen gesprungene britische Beamte belästigt wurde. Die etwa hundert Demontagearbeiter, die in vier LKW hinter dem britischen Wagen angekommen waren, mußten unverrichteter Dinge wieder abziehen.- Als sie fort- fahren wollten, versuchten wiederum mehrere Demonstranten, Demontage- Die Werke wurden dann am Donnertag von etwa 200 Mann britischer Truppen besetzt. Die britischen Truppen erschienen in dem Werk in voller Feldausrüstung mit Panzerspähwagen, 24 Lastkraftwagen, Maschinengewehren und Motorrädern. Ein Sanitätswagen war auch dabei. Nach zweistündiger Besetzung rückten die britischen Truppen wieder ab. Sie wurden durch etwa 100 deutsche Polizisten abgelöst, die sich jedoch vor dem Werk aufhalten. Zu Zwischenfällen ist es bei dieser Aktion nicht gekommen. Während der Besetzung verhandelten der britische Stadtkommandant. Oberst Moir. und andere britische Offiziere mit Vertretern der Werksleitung und des Betriebsrates. rische Landespartei wahren wilL Die CSU hat gegenüber Dr. Adenauer bestimmte persönliche Forderungen hinsichtlich der Besetzung der Ministerposten in der künftigen Bundesregierung geltend gemacht. Dr. Adenauer gab bekannt, er hoffe, daß die sozialdemokratische Opposition „konstruktiv“ sein werde und teilte mit, daß der SPD-Abge- ördnqte Carlo Schmid zum Vizepräsidenten des Bundestages vorgesehen sei. Zu den Erklärungen Schumachers (siehe unten) meinte Adenauer, die Wahlkampfreden jetzt abzuschließen und mit der vernünftigen Arbeit zu beginnen. Der künftige Bundeskanzler kündigte die Errichtung eines Sonderministeriums für Ostzonen-Angele- genheiten an, dem wahrscheinlich Jakob Kaiser, der von sowjetischer Seite seines Amtes enthobene ehemalige Vorsitzende der OstzonenCDU, vorstehen werde. Schumacher prophezeit Fehlschlag Der SPD-Vorsitzende Dr. Schumacher meinte gestern auf einer Pressekonferenz, die in Vorbereitung befindliche bürgerliche Koalitionsregierang werde bald infolge innerer Zwistigkeiten auseinanderfallen. Schumacher vertrat die Ansicht, daß die CDU. die FDP und die Deutsche Partei sich über wichtige Fragen niemals verständigen könnten. Es werde die Hauptaufgabe der sozialdemokratischen Opposition sein, die Regierung zu zwingen, für alle ihre Gesetzesvorlagen die Unterstützung der Regierungsparteien zu gewinnen. Damit werde man die CDU in die größte Verlegenheit bringen, fuhr der SPD-Vorsitzende fort. „Kein schwäbischer Sender 11 STUTTGART, 1. Sept. (SAZ-Ber.) Der vom Rundfunkrat gewählte Intendant des Süddeutschen Rundfunks, Dr. Fritz Eberhard, empfing, heute aus der Hand des bisherigen. Intendanten Erich Roßmann die In-: tendanten-Urkunde und trat sein. Amt an. Er sagte, er gedenke kei-. nen Brach mit der bisherigen Ent-. Wicklung des Senders vorzunehmen.. Mit besonderer Detonung , erklärte Dr. Eberhard unserem Korrespon-. denten, er sehe im Süddeutschen Rundfunk keinen schwäbischen Heimatsender, sondern den Sender Württemberg-Badens, das ebensogut Baden-Württemberg genannt werden könne. Dafür zu sorgen, daß alle Landesteile gleichmäßig zu Wort kämen, halte er genau so für seine Aufgabe, wie die positive Beleuchtung und Darlegung des übrigen Südweststaatproblems. Warnung vor neofaschistischen Zeitungen FRANKFURT, 1. Sept. (SAZ-Ber.) Bei dem letzten turnusmäßigen Zusammentreffen des britischen und ameipkanischen Militärgouverneurs, General Robertson und McCloy mit den Länderchefs der Doppelzone, wiesen die Militärgouvemeure nachdrücklich auf die Gefahr neofaschistischer Presseorgane hin. Von den nach Aufhebung der Lizenzierungsbestimmungen in Bayern neugegründeten 106 Zeitungen verträten nach amerikanischen Feststellungen 80 ausgesprochen nazistische und antidemokratische Tendenzen. Die Militärgouvemeure betonten, daß die Einstellung der westdeutschen Publikationsorgane die Haltung des Auslandes gegenüber Deutschland erheblich beeinflusse. Bevin und Cripps abgereist NEW YORK, 1. Sept. (DENA). Der britische Außenminister Emest Bevin und Schatzkanzler Sir Stafford Cripps sind zur Teilnahme zu den. Washingtoner Besprechungen über die Dollarkrise nach Washington abgereist. Vor der Abfahrt erklärte Bevin, daß Sir Stafford Cripps und er wahrscheinlich in einer der wichtigsten Missionen der Geschichte nach den USA ■ gingen. Österreich muß noch warten LONDON, 1. Sept. (UP). Die in London tagenden Außenministerstellvertreter erklärten, daß sie nicht in der Lage seien, die auf der Außenministerkonferenz in Paris festgesetzte Frist (1. September 1949) zur Vollendung eines Entwurfes für den österreichischen Staatsvertrag innezuhalten. Fettration auf 2000 g erhöht FRANKFURT, 1. Sept. (dpa). Da* Zweimächtekontrollamt genehmigte am Donnerstag zunächst für September die von der Verwaltung für Ernährung beantragte Erhöhung der Normalverbraucher-Fettrationen in der Doppelzone auf 2000 Gramm. Der Butteranteil beträgt wie bisher 375 Gramm, so daß sich die erhöhte Zuteilung bei Margarine, Oel und Schmalz auswirkt. tt Friedenstag" in der Ostzone Ulbricht: Wir kämpfen mit der Sowjetunion BERLIN, 1. Sept. (UP). In der ganzen Ostzone und im Ostsektor Berlins wurde gestern, am zehnten Jahrestag des Kriegsausbruchs, der „Friedenstag“ gefeiert. An vielen Stellen der Zonengrenze wurde der „Eiserne Vorhang“ geöffnet und die westdeutsche Bevölkerung eingeladen, an den Kundgebungen und Umzügen der Ostzone teilzunehmen. An verschiedenen Stellen der Zonengrenze ereigneten sich jedoch Zwischenfälle, bei denen russische Grenznolizisten verschiedentlich von der Schußwaffe gebrauch machten. Eine Person wurde schwer verletzt. Walter Ulbricht vom SED-Vor- st.and erklärte gestern anläßlich einer Massendemonstration , unter den Linden, wenn die „Kriegsgewinnler“ in den Vereinigten Staaten einen neuen Krieg provozieren sollten, würden die „demokratischen Kräfte“ in Deutschland Seite an Seite mit der Sowjetunion kämpfen. Die versammelten Arbeiter aus dem Sowjetsektor nahmen diese Erklärung Ulbrichts mit Beifall auf. in lauten Rufen ließen sie Stalin hnchleben und beteuerten, daß sie für den Frieden kämpfen würden. Antikommunistischer Krawall in New York Wie wir bereits berichteten, kam es am Montag bei einem Konzert des bekannten amerikanischen Negersängers Paul Robeson, der Kommunist ist, zu schweren Zusammenstößen zwischen jungen Antikommunisten (weiße Hemden) und den Zuhörern. (DENA-Bild) %MXL*»3*8* 170 I AI • *- 2. Se !WIBW' „dpa — die neue deutsche Nachrichfien-Ägeithir" Verbesserung im Nachrichtenwesen — Vereinigung von DENA und DPD Hummer 170 / Freitag, 2. Septbr. 1949 Krieg auf dem Balkan? O. D. Wie schon so oft in diesem 'Jahrhundert, so hat auch in diesem Jahre der Spätsommer eine akute Kriegsgefahr gebracht. Die beiden letzten sowjetischen Noten .an Jugoslawien und die Truppenzusammen- ziehungen gegenüber den jugoslawischen Grenzen haben nicht nur in Belgrad, sondern auch in der Weltöffentlichkeit die Befürchtung hervorgerufen, ein bewaffneter Konflikt stehe unmittelbar bevor. Man ist jedoch trotzdem geneigt, die sowjetischen Noten wiederum als eine Demonstration Moskaus im Nervenkrieg gegen Tito aufzufassen mit dem Ziel, den inneren Umsturz in Jugoslawien zu fördern und der westlichen Wirtschaft das Vertrauen zu einer durchgreifenden Wirtschaftshilfe für die Tito-Regierung zu nehmen. Diese Deutung wird freilich dem Ernst der Lage nicht ganz gerecht. Alle Versuche Moskaus, mit Mitteln politischen und wirtschaftlichen Drucks irgendwie nennenswerte Unruhen in Jugoslawien hervorzurufen, sind bisher ergebnislos geblieben. Da sich andererseits Moskau offensichtlich mit dem Fortbestand des Tito-Regimes nicht abfinden will und kann, bleibt eigentlich kaum mehr ein anderes Mittel, als das der Gewalt. Dies ist es auch, was die zweite Sowjetnote erstmals in unverhüllter Form angedroht hat, wobei der Anlaß der Note augenscheinlich nur ein Vorwand ist, der überdies fatale geschichtliche Vorbilder in Erinnerung bringt. Sind es doch fast auf den Tag genau 35 Jahre, seit die Donaumonarchie in Belgrad in gleich scharfer Form ultimative Forderungen an die damalige serbische Regierung gestellt hat. Auch ist der Welt deutlich genug in Erinnerung, daß Hitlers außenpolitischen Aktionen in der Regel Noten vorhergegangen sind, die — wie die Moskauer Note — die schlechte Behandlung eigener Volksgenossen zum Inhalt hatten. Es ist jedoch kaum anzunehmen, daß ein sowjetischer Angriff auf Jugoslawien anfangs mit sowjetischen Truppen geführt wird. Viel wahrscheinlicher ist es, daß er den „Freiwilligenverbänden" zufallen wird. Gelingt es diesen, ein, wenn auch; nur begrenztesGebiet Jugoslawiens zu besetzen, und dort eine möskauvreue GegSnregie- rung zu proklamieren, so dürfte Moskau nicht zögern, diese Gegenregierung auch militärisch zu unterstützen. In der SU scheint man sich dessen bewußt zu sein, daß Titos stärkster Trumpf in dem glühenden Nationalgefühl der jugoslawischen Völker zu sehen ist. Die sowjetische Note vom 32. 8 ., die sich mit Titos Haltung in der Frage der Kärtner Slowenen auseinandersetzt, scheint dazu bestimmt zu sein, das Vertrauen der Völker Jugoslawiens in Titos nationale Zuverlässigkeit zu erschüttern. Triumphierend weist die Sowjet-Presse dar- ■ auf hin, daß die jugoslawische Regierung nicht gewagt hat, ihrem Volk diese Not bekanntzugeben. Der Ausgang eines solchen „Bürgerkrieges “ bleibt ungewiß. Doch mag dieses Risiko vom Standpunkt Moskaus aus dem jetzigen Zustand vorzuziehen sein. Es könnte dabei dieselbe Lage wie in Griechenland entstehen ., AUGSBURG. (DENA). Der 18. 8. 1949 wird in der Entwicklung des Nachrichtenwesens im Nachkriegsdeutschland von besonderer Bedeutung sein. An diesem Tage haben in Goslar die beiden Nachrichtenagenturen „DENA“ (Deutsche Nachrichtenagentur) und „dpd“ (Deutscher Pressedienst) beschlossen, vom 1. September 1949 an einen gemeinsamen Nachrichtendienst unter dem Namen „dpa“ (Deutsche Presse-Agentur) herauszugeben. Die Gründe für den Beschluß sind allein wirtschaftlicher Natur gewesen. Nachrichtenagenturen sind Unternehmungen, die ungeheure Kosten fordern, wenn sie aktuell sein und auf schnellstem Wege die gesammelten Nachrichten verbreiten sollen. In der Zeit vor 1933 bestanden in Deutschland zwei große Nachrichtenagenturen „WTB“ (Wolffs telegrafisches Büro) und die „TU“ (Tele- grafen-Union). Das „WTB“ hatte offiziösen Charakter und wurde durch Mittel des Reiches subventioniert. Die „Telegrafen-Union“ gehörte zum Machtbereich des Geheimrats Hugenberg und wurde mit Geldern des Hugenberg-Konzerns* tatkräftig unterstützt. Im Jahre 1934 wurden diese beiden Nachrichtenagenturen gleichgeschaltet und arbeiteten unter dem Namen „DNB“ (Deutsches Nachrichtenbüro) weiter als staatlich kontrollierte unterstützte Agenturen. Jede Nachrichtenagentur aber, die irgendwelche Gelder von fremder Seite erhält, hat ihre Unabhängigkeit verkauft. Der Verlust der Unabhängigkeit bedeutet aber ein Abrücken von der Objektivität und damit von der wahrheitsgetreuen sowie tendenziösen Berichterstattung. Nach dem Kriege wurden in Deutschland von den Alliierten vier Nachrichtenagenturen ins Leben gerufen: Die „DANA“ (Deutsche allgemeine Nachrichtenagentur) von den Amerikanern in Bad Nauheim, die „SÜDENA“ (Südwestdeutsche Nachrichtenagentur) von den Franzosen in Baden-Baden, der „dpd“ (Deutscher Pressedienst) von den Engländern in Hamburg und der „ADN“ (Allgemeiner deutscher Nachrichtendienst) von der sowjetischen Besatzungsmacht in Berlin. Jede der vier Nachrichtenagenturen trug naturgemäß den Stempel der Politik, die die betreffende Besatzungsmacht verfolgte. Die Allüerten- kontrollierten die Arbeit dieser Agenturen. Die Amerikaner waren indessen die ersten, die die „DANA“ am 26. Prozeß gegen MÜNCHEN. (DENA). Das Landgericht München eröffnete am Mittwoch vor einem überfüllten Gerichtssaal erneut den Strafprozeß gegen den WAV-Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Alfred Loritz. Er wird beschuldigt, in der Oeffentlich- keit über die Gefängnisverwaltung Stadelheim unwahre Tatsachen verbreitet zu haben. In der Anklageschrift heißt es, Loritz habe in zahlreichen öffentlichen Versammlungen der WAV behauptet, er sei während seiner Inhaftierung vom 20. Juli bis 25. August 1947 in Stadelheim schlechter behandelt worden als während seiner Haft bei der Gestapo. In den Oktober 1946 in deutsche Hände übergaben, der Name wurde damals in. „DBNA“ (Deutsche Nachrichtenagentur) abgeändert. Die „DENA“ wurde auf der Basis einer Genossenschaft gegründet. Träger dieser Genossenschaft wurden die Zeitungen, die in der amerikanischen Besatzungszone lizenziert worden waren. dpd folgte bald nach und wurde unter Beibehaltung des alten Namens ebenfalls den Deutschen übergeben .... nach dem Vorbild der. DENA-Genossenschaft wurde auch in der britischen Zone eine Genossenschaft gebildet ... Um die Unabhängigkeit zu garantieren, müssen die Zeitungen, die die beiden Genossenschaften tragen, allein die Mittel zur Unterhaltung der beiden Nachrichtendienste „DENA“ und „dpd aufbringen, wobei den Zeitungen außerordentlich hohe finanzielle Lastei\ auferlegt werden mußten. Es lag nahe, eine Vereinigung der beiden Genossenschaften zu erstreben, um durch Zusammenschluß wirtschaftliche Vorteile zu sichern, auf der anderen Seite aber die Leistungen bei einem gemeinsamen Dienst zu steigern. Diese Entwicklung fand nunmehr ihren Abschluß. Auch die neue Nachrichtenagentur „dpa“ lehnt jede Einflußnahme von außen strikt ab und arbeitet auf der Basis der wirt- Heimatvertriebene beim bizonalen Verwaltungsrgt wird man sehr nachdenklich, wenn der Besucher auf das Problem der Flüchtlinge aus der sowjetischen Besatzungszone zu sprechen kommt. Man kann es den Beamten dort nicht übel nehmen, wenn sich ihre Stirn in Falten legt, sobald das Wort Uelzen fällt. Denn durch dieses Lager strömen monatlich 12 500 illegal Einwandernde herein, die den ganzen mühsam ausgeklügelten und nur sehr langsam in die Tat umzusetzenden Plan der Flüchtlingsumsiedlung über den Haufen zu werfen drohen. Beim bizonalen Flüchtlingsamt rechnet man damit, daß in: etwa einem halben' Jähf rund 60000 Menschen uriregistriert in die Doppelzone „eingesickert“ sein werden, d. h. also solche, die nach ihrer Ueberprüfung im Durchschleuslager Iioritz eröffnet Verabreichten Essen hätten sich öfter Kieselsteine und ganze Büschel von Haaren befunden. Das Brot, das er, erhalten habe, sei mit Urin und Petroleum getränkt gewesen. Von der Anklage sind zu der Verhandlung 44 Zeugen geladen worden. Loritz wurde bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt. Die Verteidigung stellte zu Beginn der Verhandlung die Frage, ob nicht die Immunität Loritz’ als Bundestagsabgeordneter dem Verfahren entgegenstehe. Loritz erklärte jedoch, er werde sich nicht auf seine Immunität berufen, da er für seine Behauptungen Beweise vorgelegt habe. schaftlichen und politischen Unabhängigkeit. Die „dpa“ hofft, bald mit eigenen Korrespondenten im Ausland die deutsche Presse durch deutsche Journalisten über die Geschehnisse der Welt informieren zu können. Der Zusammenschluß der beiden Nachrichtenagenturen DENA/dpd ist noch nicht das Ende der Entwicklung in der Bizone. Die „SÜDENA“ wird aus wirtschaftlichen Gründen sich bald der neuen Nachrichten-Agentur endgültig anschließen. Sie sprechen nicht mehr für Westdeutschland BERLIN. (DENA) Der beim Zwei- zonen-Wirtschaftsrat akkreditierte Chefkorrespondent des Berliner Rundfunks, Max Eduard Wonsig, hat seine Vertretung für Südwestdeutschland niedergelegt, da er die vom Deutschlandsender eingeschlagene Linie der Berichterstattung in den Sendungen „Wir sprechen für Westdeutschland“ ablehnt. Wonsig beabsichtigt, nicht in die Ostzone zurückzukehren, sondern als freier Journalist in Westdeutschland zu bleiben. Bisher haben bereits die Vertreter des Berliner Rundfunks in Hannover, Krefeld, München, Stuttgart infolge heftiger Auseinandersetzungen mit dem Chefredakteur des Deutschlandsenders ihre Funktionen niedergelegt. Uelzen mit einer Fahrkarte dorthin zurück versehen werden mußten, • woher sie gekommen . sind. Selbstverständlich erfolgt die Ueberprüfung sehr genau und gewissenhaft, und wer als gefährdet oder als politisch Verfolgter registriert wird, erwirbt damit Asylrecht in den Westzonen. Die Anderen aber, die meist nur kommen, weil sie sich von ihrem Uebertritt in die Doppelzone bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen versprechen (es sind auch solche darunter, die nur der Wandertrieb in westliche Bewegung setzte und, fraglos auch welche, die etwas auf dem Kerbholz haben), diese Anderen lassen ihren Fahrschein verfallen und tauchen irgendwo unter. Mäh hat versucht, ihre Papiere durch ein bestimmtes Zeidhen so kenntlich zu machen, daß die Behörden wissen, mit wem sie es zu tun haben. Das hat den Protest der so „Gezeichneten“ ausgelöst, mit der Begründung, daß auch das kleinste Zeichen auf dem Ausweis jenseits des Eisernen Vorhangs größte Schwierigkeiten für den Ausweisinhaber mit sich bringe. Indem man diese Begründung anerkannte entzog man den Behörden im Westen die Kontrolle, ob Asylbedürftiger oder „schwarz“ Verbleibender. Kein Bürgermeister, ist in der Lage, von sich aus ein Urteil darüber abzugeben, ob er einen Legalen oder einen Illegalen vor sich hat. Keine Sozialorganisation kann dies entscheiden. Und so kommen in Kürze jene 60 000 zusammen, von denen weiter oben gesprochen wurde. We. Ost zoitenflüchftlinge, ein heißes Eisen Monatlich 12 500 illegale Einwanderer aus der Ostzone FRANKFURT (SAZ). Im Amt für Taifun wütet über Japan TOKIO. (UP). Das dicht bevölkerte Gebiet Tokio-Yokohama wurde am Mittwoch von einem Taifun heim- gesucht, der zeitweise eine Windgeschwindigkeit von 150 km in der Stunde erreichte. Hohe Flutwellen bfachen über die Ufermauem und überflutete etwa 150 000 Häuser. Die Katastrophe forderte nach bisherigen Zählungen 133 Opfer, die entweder getötet wurden oder noch vermißt werden. Man befürchtet, daß auch die meisten der noch Vermißten ihr Leben einbüßten. 181 Personen wurden verletzt. 150 000 Menschen wurden obdachlos. In den Häfen von Tokio und Yokohama gingen 21 japanische Schiffe unter, zehn weitere strandeten. Der gesamte Sachschaden wird auf 70 Millionen Pollar geschätzt. Schacht veröffentlicht „Finanzbriefe“ BRAUNSCHWEIG. (DENA). Dr. Hjalmar Schacht hat jetzt mit der Veröffentlichung von „Finanzbrie- fen“ begönnen, die vom Braun- schweigey Korrespondenzbüro M. v. Lobenthal herausgegeben werden. Sie sollen etwa zweimal monatlich erscheinen und nur an einen begrenzten Personenkreis geliefert werden. In den Briefen will sich Dr. Schacht, mit allen wesentlichen finanzpolitischen und wirtschaftlichen Vorgängen im In- und Ausland befassen. Deutsch Ja nd-Rundschau VEREINTE WESTZONENj München. Die US-Senatskommisslon zur Ueberprüfung der Anschuldigungen gegen ehemalige Untersuchungsoffiziere der amerikanischen Armee im Gefängnis Landsberg traf in München ein. T Die Sendungen der „Stimme Amerikas“ für Osteuropa werden seit gestern über eine Mittelwellenrelais- station in München übertragen. Die Relaisstation sendet täglich während der Haupthörzeit von 17.30—18.00 Uhr im 251 Meter-Band mit 150 Kilowatt. t Während der Berufsverhandlung im Entnazifizierungsverfahren gegen den in Nürnberg verurteilten früheren Reichswirtschaftsminister Walter Funk, teilte der Verteidiger Funks mit, daß beim Obersten Bundesgerichtshof der USA Berufung gegen das Nürnberger Urteil an Funk eingelegt worden sei.— Hannoversch-Münden. Der Bundesvor- sitzende df?s • Polizeibeanvtenbundes, Polizeirat Henn,. Hannover, . forderte für Westdeutschland die Errichtung einer staatlichen Polizei auf demokratischer Grundlage. Er lehnte eine den c A iu a i«raimfoUiinif(m unterstellte Poli» SOWJETZONE: Berlin. Der thüringische Minister für Versorgung und Landwirtschaft Georg Große (CDU) ist, wie der „Abend“ berichtete, mit seiner Familie aus Weimar nach Westberlin geflüchtet. (Alle nicht gezeichneten Nachrichten! DENA) Lizenz-Nr. US-W B 122 Heransgeber and Chefredakteure Felix Richter und Karl Wisselindc. Redaktionsmitglieder Max <~eisenbeyner, Helmut Haag. Wilhelm Haqenmeyer Rudolf John, Rolf' Kroeeberg, Dr Walter Oberkampf, Otto Peter Paeffgen, Hildegard Pier.tz, Adolf Rohrhirsch, Josef Werner — Mit veilem Verfasser-Namen gezeichnete Beiträqe stellen nicht unbedingt die Meinung ‘ der Redaktion dar. •Nachdruck von Original-Beiträgen nur mit Genehmigung gestattet, das Titierunqsrecht bleibt unberührt. — Füi unverlangt eingecandte Manuskripte keine Gewähr. — Verlag: Süddeutsche Allgemeine Zeltnngsver’ag GmbH. Verlagsdlrektor Diplom-Ing. He bert LohmeyeT PETER UOSS 77. Fortsetzung Nachdruck Zunächst echor er Franz Lehmann kahl', schmierte ihn mit einer gelben Salbe ‘ein, schminkte ihm Feuernaahl und Wundengrinde auf, klebte ihm das linke Auge zu und behängte ihn mit seiner zweiten Lumpengamitur. „Verdammt starker Tobak!“ grinste Franz Lehmann als Ike zwo. als er sich mm im Spiegel beguckte. „Einfach zum Verlieben! Wenn sie nur nicht in Ohnmacht fällt!“ Dann forderte er von Ike Eins ein Stück Kreide und schrieb auf die Unterseite des Ebenholztellers: Ich bin Franz Lehmann! Die Kreide steckte er in die Tasche, den Gabenlöffel in den Gürtel, und dann krümmte er seine zehn ehrlichen Millionendiebfinger zu abenteuerlichen Gebilden, packte die Handstützen und begann mit einer Zielsicherheit durch das immer lebhafter werdende Straßengewühl zu kriechen, als hätte er sich seit seinem ersten Lebensjahr nicht anders als auf allen Vieren fortbewegt. Ziemlich mühsam! dachte er und spuckte einem Kurumaya, der ihm mit seiner Jinrikscha zu nahe gekommen war, auf die staubigen Füße. i 0 *R HIW' OMINO 'EB Roman von Ewger Seetiger verböten! Copyright by E. G. Seeliger Endlich hatte er den blankpolier- ten- Parkettplatz vor dem Bushido- hotel erreicht, und das Geschäft nahm seinen Anfang. „Ike hat Hunger!“ schrie Ike Zwo, je nach Bedarf, in fünf verschiedenen Sprachen und nahm dreimal soviel ein wie Ike Eins vor dem Tokiohotel. Das stellte sich am Abend heraus, als sie beide in das kleine Häuschen zurückgekehrt waren. „Willst du meine Kompagnon werden?“ fragte Ike Eins, der sich außer diesem hübschen Häuschen schon zwei große Mietshäuser zusammengelöffelt hatte. „Mit vierundzwanzigetündiger Kündigung! nickte Ike Zwo, und stieg in den Badezuber, um sich danach in einen japanischen Gent zu verwandeln. Denn Ike Eins besaß eine ebenso noble wie reichhaltige Garderobe, von der er aber nur des Nachts, wo er sich von seiner täglichen Kriecherei zu erholen pflegte, Gebrauch machte. So trieben sie es bei steigenden. Umsätzen drei Tage lang, bis der Steckbrief in allen großen Tokioter Tageszeitungen erschien und Dodd mit Polly von ihrem Fujijama-Ausflug ins Bushidohotel zurückkehrte. Auch noch am vierten Morgen hielt Ike Zwo jedem Hotelgast seinen Sammelteller hin, aber mit der Schrift nach unten. Er hatte schon über siebzig Yen einkassiert, als Pol- ly und Dodd heraustraten. Während Dodd mit einigen Jinrikschamännern verhandelte, schrie Ike Zwo auf englisch: „Ike hat Hunger!“ Erschreckt drehte sich Polly, weil ihr die Stimme so bekannt vorkam, nach ihm um. „Ike hat furchtbaren Hunger!“ brüllte Ike Zwo auf deutsch und drehte den Ebenholzteller um. Polly las, was darauf geschrieben stand, und erschrak nicht, und Ike Zwo ließ die Buchstaben wieder verschwinden. „Ach, du armer Mann!“ rief Pblly und legte ihm auf die unbeschriebene Löffelseite einen Yen. „Kom- ■ men Sie. Mister Dodd, und schenken Sie ihm auch einen Yen!“ Dodd gehorchte, wenn auch mit innerem Widerstreben, und Ike Zwo steckte dabei die allerjämmerlich- ste Miene auf, die jemals ein bettelnder Krüppel auf dieser Oberfläche zur Schau getragen hatte. „Hkelhaft!“ knirschte Dodd. Dann half er Polty beim Einsteigen, schwang sich in das zweite Gefährt und gab das Signal zur Abfahrt. Alles gut gegangen! schmunzelte Ike Zwo. -kle auf die Unterseite des Ehe-*!’ ' -t’egels. w'schte d r « Schrift weg und dachte, ohne sein Geschäft zu vernachlässigen, über den Text decr nächsten Ankündigung nach. Aber er brauchte die Kreide nicht noch einmal in Bewegung zu setzen, denn schon nach einer Stunde kehrten Polly und Dodd von ihrer Ausfahrt. zurück und während Dodd die Jinrikschamänner ’ ablohnte. kam Polly ganz dicht bei Ike Zwo vorbei und ließ aus ihrem weiten Aermel zwischen zwei nackte Füße ein kleines wohlverschnürtes Päckchen fallen, das er blitzschnell, bevor es von Dodd bemerkt werden konnte, mit dem Gabenlöffel bedeckte. Sechs Stunden später saß Ike Zwo als Kimonokävalier mit dem nicht minder hochnobel ausstaffierten Ike Eins im Cafe Basuada. und beide ließen es sich sehr wohl sein bei Austern und Sekt, ohne zu merken, daß sie von einem am Neben tisch sitzenden chinesisch gekleideten hü- nenflgurischen Zeitungsleser mit wachsender Aufmerksamkeit beobachtet wurden. Und dieses Interesse erlahmte keineswegs, als sich Ike Eins, nach Begleichung der Zeche, empfahl, um in seinen beiden Mietshäusern zum Rechten zu sehen, und Ike Zwo aus dem Inro das bereits geöffnete Päckchen zog, um sich noch einmal in Ruhe damit zu beschäftigen. Denn es enthielt nicht nur den auf IWan Bassarow lautenden Reisepaß und die Brieftasche mit den Sä- gefeiien und den drei Tausenddollarnoten die inzwischen mit Da'svs Huf» e‘wa' gejungt b=.u»n. so^df’rn auch ein Klopapierblatt, auf dem diese hastig hingeworfene Zeile stand: Lieber Peter, warum in aller Welt hast du dir eine solch furchtbar schwere Rolle ausgesucht? In diesem Augenblick fühlte eine unwiderstehliche Faust an seinem Kimonokragen und er vernahm dicht an seinem Ohr die höchst bedrohlichen Silben: „Keinen Mucks! Ich habe dich erkannt! Du bist der doppelte Millionendieb Peter Voß!“ „Auch das noch!“ lachte Ike Zwo leise. „'Ich habe soeben deinen Steckbrief gelesen!“ „Gedichtet von Bobby Dodd!" fuhr Iko Zwo fort. „Und du bist auf diesen Schwindel hereingefallen, mein lieber Immer!“ „Schwindel?“ wiederholte der fernöstliche Hüne und ließ los. „Wieso ist das ein Schwindel?“ „Weil ich von jetzt ab wieder Iwan Bassarow bin!“ schmunzelte Peter Vöß und hielt ihm den zurückgekehrten Reisepaß unter d'e Nase. ‘ „Da bleibt mir wirklich der Verstand stecken!“ stammelte Immer. „Gönn ihm die Ruhe!“ scherzte Peter Voß. „Es wird ihm sehr gut tun! Jedenfalls freue ich mich ries'g. daß es dir gut geht!.Oder täusche ich mich?“ „Keineswegs!“ versehe-te Paul Immer und ließ seine dicken Diamantringe auffunkeln. „Teh habe es geschafft. und wenn ich Dir irgendw e behilflich se n kann, so brauchst du nur den Mund aufzumaehen!“ Fortsetzung folgt. ufc.. ■ er ■■*#**.*■ Freitag, 2. September 1949 S AZ Nummer 170 / Seite 3 Kultur im Kleinen Jeder Mensch hat naturnotwendig ein Bedürfnis nach Kultur. Nicht allein nach vielstündigen Opern und dicken Wälzern. Stärker noch nach der Kultur des täglichen Lebens: nach einem sauberen Mittagstisch, nach reinlicher Kleidung, nach gepflegter Wohnung. Im Kleinen liegt — wie in allen Dingen — der Kern und damit der eigentliche Ausgangspunkt des Großen. Im Kleinen, dem wir tagtäglich begegnen, das zu hegen, zu erhalten und zu verschönen unser vornehmstes Bestreben sein sollte. Nicht nur im Kreise unserer Familie, im Bereich unseres Hauses, sondern ebenso im Kreise anderer Menschen und anderer Häuser. Zu diesen „anderen Häuser“ lassen sich auch die Parkanlagen, Wälder und Wege inmitten oder an der Peripherie unserer Stadt zählen. Sie sind Erholungs- und Entspannungszentren für manchen Menschen, der sich hier neue Kraft für den Alltag sammelt. Zur wirklichen Erholung aber gehört eine gewisse Kultur. Gerade sie liegt indessen, sofern man sie etwas außerhalb der Stadt sucht, noch sehr im Argen. Gehen sie, lieber Leser, einmal der guten alten Alb vom Kühlen Krug bis zum Rheinhafen entlang. Oder suchen Sie einmal irgendwo einen hübschen kleinen Weg, dessen Ränder nicht durch Unrat entstellt sind, Bombentrichter, angefüllt mit Kochtöpfen, Pantoffeln, vermotteten Stoffetzen, Speiseabfällen und vielem mehr. Mäuse, Ratten und anderes Ungeziefer gedeihen da prächtig. Wo bleibt hier die Kultur? Wo die Achtung vor dem „Haus des Anderen“? Es müßte eigentlich die Aufgabe jedes Einzelnen sein (man sollte wirklich nicht erst auf sie hinzuweisen brauchen) da, wo der Krieg zerstört hat, Hand anzulegen, um Karlsruhe, seine Parkanlagen, seine Wäldchen und Wegehen wieder in den Zustand zu bringen, in dem sie früher einmal waren. Man muß schon im Kleinen den Hobel ansetzen, um Großes vollenden zu können. iwe Im Diensfe der Aermsten 6000 Karlsruher fanden beim Caritas-Volksbfiro Rat und Hilfe Zu den vielen aus christlichem Geist hervorgewachsenen sozialen Elinrichtungen, die in der Aera Hitlers ihre Pforten schließen mußten, weil sie sich nicht „gleichschalten“ wollten, gehörte in Karlsruhe auch das vom Caritasverb and errichtete und unterhaltene Volksbüro. Jahrelang hatte es viele Tausende, die sich nicht zu helfen wußten, mit Rat und Tat unterstützt. So war nach dem Kriege eines der dringendsten Anliegen des Caritasverbandes diese caritative Rechteberatungsstelle so bald wie möglich wieder zu eröffnen. Nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten konnte das Volksbüro am 1. September 1946 seine Arbeit wieder aufnehmen. In den vergangenen drei Jahren hat der starke Zuspruch, den das Volksbüro von allen Seiten der ärmeren Bevölkerung fand, bewiesen, daß .eine solche Stelle heute notwendiger denn je ist. Besonders eine «roße Zahl von Ostvertriebenen hat im Caritashaus (Sofienstr. 33) erfahren dürfen, daß christliche Liebe nicht nur leere Worte, sondern immer wieder helfende und heilende Taten hervorbringt. Jeden Montag, Flüchtlingslager für illegale Grenzgänger gesperrt Der Landesbeauftragte für das Flüchtlings wesen in Nordbaden teilt mit: „In Durchführung der durch die Ministerpräsidenten der Trizone ratifizierten „Uelzener Beschlüsse“ der Flüchtlingsverwaltungen zur Erfassung und Behandlung illegaler Grenzgänger wurden für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet als Auffäng- und Ueberprüfungslager die Flüchtlingsdurchgangslager Uelzen und Gießen festgelegt (Uelzen für. die britische und Gießen für die amerikanische Zone). Die aus Vertretern der acht Länder des Vereinigten Wirtschaftsgebietes gebildeten Ueberprüfungs- kommissionen nehmen am 1. September 1949 ihre Tätigkeit auf. Von diesem Zeitpunkt an wird daher das Flüchtlingsdurchgangslager Karlsruhe für alle illegalen Grenzgänger geschlossen. Mittwoch und Freitag standen und stehen in. Volksbüro vor- und nachmittags den Ratsuchenden kostenlos Fachkräfte zur Verfügung, tim ihnen in allen Fragen des bürgerlichen Rechts, des Sozialvereicherun gswe- sens und der Fürsorge Auskunft zu erteilen, gegebenenfalls Schriftsätze an Behörden und Gesuche für alle möglichen Stellen anzufertigen sowie in besonders gelagerten Fällen persönliche Vertretungen zu vermitteln. Man muß einmal miterlebt haben, wie schwer es vielen Menschen aus den einfachen Bevölkerungsschichten fällt, sich durch den Paragraphenwald unserer Gesetze, durch den Wust behördlicher Anordnungen, durch das Labyrinth von staatlichen und städtischen Aemtem hindurchzuarbeiten, um ermessen zu können, wie groß die Dankbarkeit aller ist. die das Volksbüro beraten oder vertreten hat. Mehr als 6000 Männer und Frauen sind in den vergangenen drei Jahren kummer- und sorgenvoll die Treppen des Caritashauses zum Volksbüro hinaufgestiegen, um erleichtert und hoffnungsvoll wieder herab zukommen. Natürlich ist die Aufrechterhaltung des Volksbüros mit erheblichen Kosten verbunden, zumal die Arbeit von qualifizierten Fachkräften versehen wird. So ist dem Caritasverband der Stadt Karlsruhe, der sämtliche Unkosten trägt, doppelt zu danken, daß er nichts Scheut, die Tätigkeit des Volksbüros immer weiter auszubauen. Die vom 3. bis 5. September stattflndende Haus- und Straßensammlung der Caritas gibt nun der gesamten Bevölkerung Gelegenheit, mitzuhelfen, daß dieses Sozialwerk aus christlichem Geist auch in den kommenden Monaten möglichst viele Minderbemittelte unserer Stadt unterstützen kann. Haussuchungen durch Sfeüerbeamfe Steuerfahnder sind Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft Was kann der Sigismund dafür .. • i . daß die 300 DM auf so mysteriöse Weise verschwanden? Der 33jährige Sigismund stammt aus Budapest. Zur Zeit sitzt er 8 Monate ab wegen Unterschlagung und Hehlerei. Wegen eines Schwindelmanövers erscheint er vor dem Amtsgericht, wo er als Schwarzhändler ebenso bekannt ist wie in der Weststadt. Es ist eine reichlich verworrene Geschichte, die ihn diesmal wieder auf die Anklagebank gebracht hat. Und zwar handelt es sich um 300 DM. die in 50 Dollars umgetauscht werden sollten. Mit dem ersten Teil dieser Transaktion, nämlich der Abholung des genannten Betrages beim Kaufmann Georg H., beauftragte Siegesmund Frau Maria W. Frau Maria brachte das Geld und Siegesmund gab es vor einer von Schiebern und Kriminalpolizisten gleichermaßen häufig besuchten Wirtschaft einer Frau, die eich in Begleitung eines Ausländers befand, so wenigstens sagt er vor Gericht. Die Frau habe ihm versprochen, die 50 Dollars sofort zu bringen, sei die Treppe hochgegangen und seitdem samt Kavalier und Geld verschwunden. Die Anklage indessen ist der Meinung, daß Siegesmund die 300 DM für sich behalten hat. Doch er stellte sich als betrogener Betrüger hin. Die „Dollarfrau“ sei es gewesen, die ihm diese „Spritze“ verpaßt habe. Schon hundert Mal will er auf diese Weise hineingefallen sein. Der Staatsanwalt glaubte nicht an die große Unbekannte. Ein Gefängnisstrafe von vier Monaten erachtete der Anklagevertreter als angemessen. Doch Sigismund erklärt treuherzig: „Ich hab nix schuldig fühlen mit den Sachen. Dieser Urteil kann ich nix annehmen. Ich bin unschuldiger Menschen, den Spritz in dieser Fall hab ich nix zu tun.“ Schwer enttäuscht nimmt er das auf 4 Monate lautende Urteil entgegen. nicht ohne sofort Berufung anzukündigen. ht. Im Rahmen einer Besprechung bei der amerikanischen Militärregierung in Karlsruhe wurde die Frage der Durchsuchungen durch den Steuerfahndungsdienst erörtert. Dabei trugen Vertreter der Militärregierung einzelne Fälle vor, in denen Steuerfahnder ihre Befugnisse überschritten und Durchsuchungen ohne richterliche Anordnung durchgeführt haben sollen. Das Ergebnis der Besprechung gibt der Präsidialstelle bei der Inneren Verwaltung des Landesbezirks Baden Veranlassung, nochmals auf die geltenden Gesetze und Bestimmungen hinzuweisen. Sowohl nach dem Bonner Grundgesetz, als auch nach § 105, Abs. 1 StPO steht die Anordnung einer Durchsuchung im Regelfälle nur dem zuständigen Richter zu. Nur beim Vorliegen einer Gefahr im Verzug (Ertappen des Täters auf frischer Tat, Fluchtgefahr, Gefahr der Beseitigung von Beweisstücken) können auch die Staatsanwaltschaft und diejenigen Polizeibeamten (Fahndungsbeamten) Untersuchungen anordnen, welche als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft deren Anweisungen Folge zu leisten haben. Eine Gefahr im Verzug ist in Steuerlichen Fällen stets dann anzunehmen, wenn durch eine Verzögerung der Durchsuchung infolge der Einholung der richterlichen Durchsuchungsanordnung zu befürchten ist, daß die Spuren der Tat verwischt oder steuerlich wichtige Beweismittel beiseite geschafft werden. Nach § 436 AO können die Finanzämter die nach der StPO zuständigen Behörden (Gerichte) und Beamten (Staatsanwalt oder dessen Hilfsbeamte) um die Anordnung und Durchführung von Durchsuchungen ersuchen. In einem derartigen Fall hat der Steuerfahnder grundsätzlich eine richterliche Durchsuchungsanordnung zu erwirken, weil hier der Verdacht einer steuerlichen Verfehlung nicht erst im Verlauf einer Prüfung oder ähn- Schauburg: „Belvedere räumt auf“ „Es kanft der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“, steht als rühmliche Einleitung am Beginn dieses Films der 20th Century Fox. Nicht als Moral, nicht als Ausgangsmotiv für einen erhobenen Zeigefinger (Geschichten mit Moral sind selten hübsch). Vielmehr als 'kleine Randbemerkung zu einem amüsanten Geschehen, das vom Wirken einer männlichen Kinderfrau handelt, die Kinder — absolut nicht leiden kann. Möglich, daß gerade darin der Erfolg ihrer Erziehung liegt (sie tut gut daran, auch den Eltern ihrer Zöglinge einige weise Lektionen zu erteilen). Gespickt mit originellen Einfällen, einigen — nur ebenso eingestreuten und gar nicht ernst zu nehmenden — klugen Worten und einer Menge netter, kleiner Pointen, verkörpert der Streifen jenen Typus der Filmkomödie, die abseits der überlieferten Verwicklungs- und Happy-End-Schablone unterhält, ohne zu ermüden, erheitert, ohne einen faden Nachgeschmack zurückzulassen. Ein guter Stoff braucht nicht unbedingt auch einen guten Fifln zu ergeben. Gute Stoffe verpflichten. Daß diese Verpflichtung oft nicht erfüllt wird, liegt in der Sache selbst. „Belvedere räumt auf“ ist eine Geschichte, die an sich wenig Substanz hat und deshalb um so mehr von den Details der Schilderung und dem Charme der Einfälle abhängt. Sie überrascht, das ist in gewissem Sinne der Grund ihres Erfolgs. Daß sie es mit einem so liebenswerten, kauzigen Humor tut. so unsentimental und aufrichtig mit kleinen Seitenhieben auf das Allzum-nschliche. erhöbe ihren Reiz. Die Kinderdarsteller agieren frisch, unbekümmert, natürlich. Chif- ton Webb als „Kinderfrau“ Belvedere, Robert Young als eifersüchtiger Harry, Maureen O’Hara als reizende kleine Frau Tacey (der man ihre drei Lausebengels kaum glauben kann) — sie alle tragen bei zum Erfolg dieses Films, den Walter Lang mit sauberen Regiestrichen versah, und Alfred New- man mit flotter Musik erfüllte. (Der heute in Karlsruhe anlaufende Film war bereits am Mittwochabend in einer inoffiziellen Werbevorstellung der „Schauburg“ zu sehen.) —ck. Die Tanzschule Härdle - Münz, das dem Munzschen Konservatorium angeschlossene Institut für gesundheitliche Gymnastik und künstlerischen Tanz, veranstaltete für die Schüler der Abschlußsemester die Diplom-Prüfung, die von sämtlichen Kandidaten bestanden wurde. Die Vertreter der Fachverbände, die der Prüfungskommission angehörten, sprachen ihre Anerkennung für die Leistungen der Prüflinge in den theoretischen und praktischen Fächern aus. Die Kammerspiel-Operette Karlsruhe, eine Vereinigung engagementlos gewordener Künstler, leitet mit einem Bunten Abend am Freitag, 2. September, 20 Uhr, im Saal der „Blume“ in Durlach, ihre Spielzeit 1949/50 ein, die mit den Neuinszenierungen der Operette „Die tanzende Helena“ von Willy Richartz und des musikalischen Lustspiels „Die hellgelben Handschuhe“ von Willi Kollo Mitte September ihren Anfang nehmen wird. Der Freiburger Bach-Chor kommt Am Freitag, 2. September, wird der Freiburger Bach-Chor auf seiner Ki"’"’i-lr’ise durch rheinische Städte in der Karlsruher Christuskirche liehen Amtshandlung auftaucht. Die Bestimmung des § 437, Abs. 1 AO, wonach den Finanzämtern dann die Anordnung einer Durchsuchung zusteht, wenn dies in den einzelnen Steuergesetzen vorgesehen ist, trifft nur für das Gebiet der Zölle und Verbrauchssteuern zu. Nur in den Fällen, in denen die Einholung einer richterlichen Anordnung den Zweck der Durchsuchung vereiteln würde, kann die Durchsuchung durch einen Steuerfahnder in seiner Eigenschaft als Hilfsbeamter der Staatsanwaltschaft förmlich angeordnet und von ihm durchgeführt werden. Dabei sind die Vorschriften der StPO genauestens zu beachten. • In diesem Zusammenhang wird auch auf den Erlaß des Innenministeriums Württemberg-Baden vom 13. 4. 1949, Nr. IIIA — 1502/29, dessen Inhalt sinngemäß für die Steuerfahnder gilt (veröffentlicht im Staatsanzeiger Württemberg-Baden Nr. 23 vom 28. 5. 1949 — Amtsblatt des Landesbezirks Baden Nr. 12 vom 20. 7. 1949, S. 229) verwiesen. Johann Sebastian Bachs „h-moll- Messe“ aufführen. Die Aufführung wird getragen von einer kammermusikalischen Besetzung, 55 Choristen, 30 Instrumentalisten und dem Solistenquartett Martha Schilling, Marga Höffgen, Heinz Marten und Rudolf Watzke. Auf den außergewöhnlichen Erfolg, den die Aufführung der Messe vor kurzem bei der Bach-Woche in Ansbach und schon im Sommer des vorigen Jahres in Mannheim, Karlsruhe und Baden-Baden fand, sei in diesem Zusammenhang hingewiesen. Aus den Rundfunkprogrammen Freitag, 2. September Södd. Rundf.: 14.00 Schulfunk: Geschichte; 14.30 IRO-Suchdienst; 15.30 Börsenkurse; 15.45 Kinderfunk; 16.45 Ueber neue Bücher; 17.00 Froh und heiter; 17.50 Presseschau; 18.00 Aus d. Wirtschaft; 18.15 Jugendfunk: „Auswandern? — eine ernste Frage“; 18.30 Volkstüml. Weisen; 20.00 „Familie Staudenmaier“, heit. Chronik einer schwäb. Familie v. W. Schmidt; 20.30 Ouv. z. „Schwanda, d. Dudelsackpfeifer“ v. Weinberger, „Variationen üb. ein Kinderlied" f. gr. Orch. m. konzertantem Klav. v. Dohnanyi, IV. Symph. v. Dvorak; 22.00 Tanzmusik; 23.00 „Die schöne Magelone“, Romanzen nach L. Tieck v. Brahms. — Studio Karlsruhe: 6.05 Frühmusik (K’her Volksmusik, Ltg. L. Egler u. G. Schwarzmeier, Handharmonika); 13.00 Echo aus Baden; 13.10 Musik n. Tisch (W. Christ- Quintett); 22.50 Bad. Theaterbericht.— Bayer. Rundf.: 20.20 „Leonore“ (1. Fassung) v. Beethoven. — Hess. Rundf.: 20.05 Unterhaltungskonz.; 20 35 „Abel", Schauspiel v. A. Neumann. Funk- besvbeitung v. H. Dauer. — Xordwest- deu‘*cher Rundf.: 20.00 . Dr rrrr viel erzählen“, Hörspiel v. Chr. Bock. Heimkehrer aus Rufsland Am Dienstag und Mittwoch sind wieder 740 Heimkehrer aus Rußland in Ulm angekommen, aus den Lagern Leningorsk, Minsk und Charkow. Von den 740 Männern sind 189 in der amerikanischen Zone und 93 ln der französischen Zone beheimatet. In Frankfurt a. d. Oder sind mittlerweile weitere Transporte eingetroffen, die in den nächsten Tagen nach Ulm kommen werden. Es kehrten zurück: Karlsruhe-Stadt: Bürkle, Erwin (10. 5. 15), Lg. 7347, Hirtenweg. Frank, Alfred (24. 2. 16), Lg. 7808, Breitenstraße 43. Geier, Adolf (17. 3. 16), Lg. 7168/6, Lenzstraße 13. Gildeggen, Erich (14. 12. 23), Lg. 5367, Wilhelmstraße 42. Reinacher, Gert (10. 3. 20), Lg. 7169/14, Marienstraße 27. Roszyk, Arnold (18. 7. 23), Lg. 7168/14, Weltzienstraße 1. Schmitt, Alfred (8. 8. 09), Lg. 7401/24, Kaiser-Allee 23. Sutter, Robert (3. 7. 10) Lg. 7149/1, Khe.-Durlach, Memeler Straße 20. Wolf Willy (8. 1. 00), Lg. 7347, Sachsenstraße 8. Landkreis Karlsruhe: Bretten: Danielzich, Bernhard (1. 9. 19), Lg. 7168; Höck, Godwin, (28. 9.21), Lg. 7395. Berghausen: Wenz, Kurt (14. 1. 25), Lg. 7890. Flehingen: Hupp, Heinz (2. 11. 20), Lg. 7347. Graben: Stanko, Rudolf (14. 8. 20) Lg. 7347, Rheinstraße 39. Pfaffenrot: Benz, Josef (29. 10. 20), Lg. 7347. Rheinsheim: Stisi, Otto (8. 11. 08), Lg. 7149. Söllingen: Bodemer, Friedrich (4. 10. 13), Lg. 7347. Weingarten: Schaufelberger, Karl (6. 8. 21), Lg. 7168/4, Kirchstraße 30. Eltern und Angehörige, welche von Frankfurt a. d. Oder Telegramme erhalten haben, können damit rechnen, daß die Heimkehrer jeweils innerhalb 4 Tagen nach Ulm kommen und von dort nach weiteren zwei Tagen nach ihrem Heimatort entlassen werden. Neue Omnibuslinie Lindau—Karlsruhe Am 31. August fuhr der erste Omnibus einer Omnibus-Schnell-Linie, die die Eisenbahndirektion Karlsruhe zwischen Lindau und Karlsruhe eingerichtet hat. Der Omnibus verläßt Dienstags, Donnerstags und Samstags um 10.10 Uhr Karlsruhe Hbf. und erreicht Lindau um 19.46 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt Montags, Mittwochs und Freitags ab Lindau 5.30 Uhr mit Ankunft in Karlsruhe um 15.06 Uhr. Anschlüsse nach Ulm, Balingen, Immendingen, Villingen, Stuttgart, Tübingen und Singen wurden bei der Festlegung des Fahrplanes berücksichtigt. Sängerfahrt der „Concordia“ Der Männergesangverein „Concordia“ Karlsruhe unternahm eine Fahrt nach Schiltach, um die im Jahre 1921 Ist er der Mörder? In der Ermittlungssache wegen des Todes des Schülers Günther Staubach wird nach einem unbekannten Mann gefahndet, der den Sommer über bis etwa Mitte August 1949 fast täglich auf dem Wall des hiesigen Hochschulstadions gesehen wurde. Er fiel besonders dadurch auf, daß er sich immer allein hielt und häufig mit Strümpfestopfen und der Pflege seiner Fingernägel beschäftigt war oder mit Spiegel und Kamm hantierte. Der Mann wird wie folgt beschrieben: Etwa 45 Jahre alt, 1,75—1,80 m groß, kräftige sportlich schlanke Gestalt, längliches bis ovales Gesicht, Stimglatze mit graumeliertem Haarkranz, glatt rasiert, finstere tiefliegende dunkle Augen, dichte dunkle Augenbrauen, rötlich vorstehende Backenknochen, auffallend dunkler Teint. Bekleidung: Dunkelbrauner Anzug, keine Kopfbedek- kung, schwarze Halbschuhe. Führt schwarze Aktenmappe bei sich. Die Auffindung dieses Unbekannten ist für den Fortgang der Ermittlung von großer Bedeutung. Alle Personen, die den Unbekannten gleichfalls beobachtet haben und Angaben über seine Person, Wohnung usw. machen können, werdln gebeten, hiervon umgehend d^ Staatsanwaltschaft oder der Krim.- Polizei Mitteilung zu machen. Der Unterrichtsbeginn für die Schulanfänger der Karlsruher Volksschulen wurde auf Freitag, den 2. September, 15.00 Uhr, festgelegt. Für alle übrigen Klassen erfolgte die Aufnahme des Unterrichts bereits am Donnerstag, den 1. September. Im Amerikahaus bespricht am 2. September um 20 Uhr die Informal Conservation Group einen Artikel von Dale Carnegie. Abschriften des Artikels können an der Garderobe des Amerika-Hauses kostenlos abgeholt werden. Der Schwarzwaldverein beteiligt sich an der „Fahrt ins Blaue“, die das Reichsbahnverkehrsamt am kommenden Sonntag, den 4. September, durchführt. Abfahrt 7.44 Uhr, Ankunft 21.00 Uhr. Fleischaufruf. Auf die Fleischabschnitte 6 und 7 der Karten 11, 21, 14 und 24 für Monat September werden als Vorgriff je 125 g Fleisch aufgerufen. Die SAZ gratuliert! Christian Flick, Karlsruhe, Stuttgarter Straße 3, feierte am 30. August seinen 77. Geburtstag. mit der dortigen „Eintracht“ angebahnte Freundschaft zu erneuern. Nach einem Konzert, das von den Mitgliedern des Bad. Staatstheaters, Hannelore Wolf-Ramponi und Eugen Ram- poni, wirkungsvoll bereichert wurde, vereinigte ein Bankett die Sangesbrüder. Vorstand Bau dankte den Gastgebern für die freundliche Aufnahme und überreichte ihnen eine Radierung von Ferdinand Dörr. Gleichzeitig lud er die Schiltacher Sänger im kommenden Jahr zum 75jährigen Stiftungsfest der „Concordia“ nach Karlsruhe ein. Siedler und Kleingärtner rüsten ... ... zu ihrer Lehr- und Leistungsschau vom 3. bis einschl. 5. September in der Aerztekongreßhalle des Stadt. Krankenhauses (Artilleriekaserne). Der Vorstand des Landesbundes Württemberg-Baden der Siedler und Kleingärtner wird die erste Nachkriegsausstellung dieser Art am kommenden Samstag um 11 Uhr im Ausstellungsraum eröffnen. Der Lehr- und Leistungsschau ist eine Abteilung Vogelschutz und Bienenzucht angeschlossen. Der „Samba-Expreß“ fährt wieder Ueber das Wochenende fährt der Tanz-Expreß der Reichsbahn wieder von Karlsruhe nach Ueberlingen und zurück. Der Verwaltungssonderzug verläßt Karlsruhe am Samstag, den 5. September, um 11 Uhr. Quartiere werden im Zug vermittelt. Nähere Auskunft erteilen die Fahrkartenausgaben und die Reichsbahn. Wieder Einwohnerverein Rintheim Da sich in dem vom Krieg am schwersten betroffenen Stadtteil Rintheim trotz der redlichsten Bemühungen Einzelner kein nennenswerter Aufschwung des öffentlichen und privaten Lebens zeigt, erging in diesen Tagen an alle Aufbauwilligen in Rintheim die Aufforderung, durch Zusammenschluß in einen überparteilichen Einwohnerverein den bestehenden Mißständen und Schwierigkeiten zu steuern und das gesellschaftliche Leben zu aktivieren. Wie zu erwarten war, gingen die Anmeldungen recht zahlreich ein, so daß der neugegründete Verein seine Tätigkeit bereits aufnehmen konnte. W r o stehen die freigegebenen Möbel? Die von der Besatzungsmacht beschlagnahmten und jetzt zum Teil freigegebenen Möbel sind im Lager „Großbunker“, Zeppelinstraße 21, untergebracht und können dort besichtigt werden. Verkehrsunfälie Auf der Straßenbrücke beim Bahnhof Durlach fuhr ein Personenkraftwagen infolge Trunkenheit des Führers gegen die Absperrung der dortigen Baustelle. Ein Fahrgast erlitt hierbei eine Kopfverletzung, während der Kraftwagen leicht beschädigt wurde. — Auf dem Tiergartenweg lief ein vierjähriger Knabe über die Fahrbahn. als gerade ein Lastkraftwagen vorüberfuhr Er wurde von dem LKW umgeworfen und am Kopf leicht verletzt. Seit« 4 / Nummer 170 S AZ Freitag, 2. September 1949 Noch immer Waldbrandgefahr f In den letzten Wochen hat die Zahl der Waldbrände in erschreckendem Maße zugenommen. Durch die lange Dürreperiode ist besonders in der Rheinebene die Bodenflora völlig abgestorben und geht mit der ebenfalls völlig ausgetrockneten Streudecke bei Berührung mit Feuer in Flammen auf. Wenn auch im einzelnen die Brandursachen nicht immer geklärt werden konnten, so deuten doch viele Anzeichen darauf hin, daß die Mehrzahl der Bränne durch unvorsichtiges Rauchen im Walde entstand. Die Bemühungen unserer Forstbediensteten. das Rauchverbot im Walde wenigstens in dieser hochgefärlichen Zeit durchzuführen, stößt, leider auf erheblichen Widerstand bei der Bevölkerung. Selbst bei Hinweisen im anständigsten Ton auf die Gefahr und die Rechtslage wird meist mit üblen Beschimpfungen, Fortsetzen des Rauchens, ja oft mit tätlicher Bedrohung und Verweigerung der Personalangaben geantwortet. Da unsere Forstbeamten größtenteils ohne Waffen sind, sehr viele Waldbesucher aber mit Hacken. Beilen. Spaten oder dergl. ausgerüstet sind, gelingt es häufig nicht, die Täter zur Anzeige zu bringen. Berghausen feierte Richtfest Kleinreihenhaus für acht Familien von der Baugenossenschaft errichtet Am vergangenen Dienstag fand das Richtfest des hier erstellten Kleinreihenhauses für acht Familien statt. In einer Ansprache wies Aufsichtsratsvonsitzender Wagner darauf hin. daß die Not der heutigen Zeit die Initiatoren des Bau- untqrnehmens nicht davon aufhalten konnte, mit dem Haus etwas aufzubauen, das geeignet ist, das schwere Los Vieler zu mildem. Mit dem Bau wurde im Juni dieses Jahres begonnen. Die ersten Mittel wurden aus den Geschäftsanteilen einer kleinen Schar aufgebracht. Als Bauweise hat man das System des Architekten und Ortsbaumeisters Morlock angewandt, wodurch eine weitgehende Baukostensenkung ermöglicht wurde. Die Bauelemente wurden von der Firma Eder hergestellt. Man konnte diesbezüglich die Feststellung treffen, daß die Backsteinbauweise auch noch billig gehalten ist. Die Bauten selbst wurden von der Firma Morlock und von Zimmermann Saile errichtet. Min muß der jungen Genossenschaft Anerkennung zollen, denn mit ihrem Projekt dient sie einer der vordring- Kreuz und quer durch den Landkreis Wohltätigkeitsveranstaltung in Malsch Das am Sonntag in der Gastwirtwirtschaft zum „Biergarten“ von der Feuerwehrkapelle veranstaltete Großkonzert war für die Kapelle ein voller Erfolg. Der außergewöhnlich gute Besuch dieser Veranstaltung bewies, daß die Malscher Bevölkerung für gute Blasmusik und auch für ihre Feuerwehrkapelle großes Interesse zeigt. — Auch der Verband der Körperbeschädigten, der am Sonntag zu einem Wohltätigkeitssportfest eingeladen hatte, konnte über den Besuch der Veranstaltung nicht klagen. Die Spiele 'waren recht schön, ebenso waren die Vorführungen der Turnerabteilung des Malscher Turnvereins sehenswert. r. Aus dem Eggensteiner Gemeinde- geschehen Um die Voraussetzungen für eine Bautätigkeit zu schaffen, wird nunmehr die bereits 1940 geplante Umlegung des „Wetterkreuzes“ noch in diesem Spätjahr durchgeführt. Die betreffenden Grundstückseigentümer werden gebeten, auf diesem Gelände kein Wintergetreide anzubauen. — Der Landesverein vom Roten Kreuz — Ortsgruppe Eggenstein — führt Anfang September d. J. einen Aus- bildungs- und Wiederholungskurs in „Erster Hilfe“ durch. Kursleiter ist Herr Dr. Mrozik, Eggenstein. Anmeldungen sind sofort bei Frau Non- renmacher, Kirchenstr. 23, vorzunehmen. Kn. Kleinsteinbach berichtet Der Turnverein hatte seine Mitglieder zu einer Versammlung in den „Adler“ eingeladen. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Klubhausfrage. Während des Dritten Reiches wurde das ehemalige Klubhaus liquidiert, so daß der Verein nun gezwungen ist, ein neues Heim zu erstellen. Der Ankauf des Klubhauses ist gesichert und man hofft, das neue Heim bis Ende Oktober einweihen zu können. Die Neuwahlen ergaben einige Veränderungen: Als Spielleiter fungiert Berthold Fahrer, zum 1. Jugendleiter wurde August Schmidt, zum 2. Jugendleiter Albert Arnold, und als Unterkassier Alfred Kummer gewählt. Am 4. September beteiligt sich der Verein vor Beginn der Verbandsspiclc an dem Fußballtumier in Palmbach. -wb- Pilm im Schulunterricht Diedelsheim. (z.) Im Auftrag der Militärregierung zeigte die Landesbildstelle vor einigen Tagen Filme für die Schuljugend. Unter anderem vermittelte der Film „Eskimos“ den versammelten Schülern einen Einblick in das Leben dieses fremden Volkes. In die Erziehungs- und Bildungsaufgaben der Schule hat der Film Eingang gefunden. Dies bestätigen die regelmäßig durchgeführten Veranstaltungen. Leider eignet sich der obere Schulsaal für Filmvorführung nicht gut, weil die einwandfreien Verdunklungseinrichtungen noch fehlen. Darlehen für Wohnungen Wolfartsweier, (hb) Der Gemeinderat hat beschlossen, zum Zwecke des Einbaues von 4 Wohnungen im Schulhaus, ein Darlehen von der Landeskreditanstalt für Wohnungsbau in Karlsruhe aufzunehmen. Sobald zu diesem E’nbau die staatliche Genehmigung vorhanden ist, wird mit den Bauarbeiten begonnen. Die von der Stadtverwaltung übersandten Jagdpachtverträge wurden abgelehnt. Die Jagd soll als eigener Jagdbezirk selbst verpachtet werden. — Karl Faas feierte am 29. 8. seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar ist Mitglied des Gesang- und des Musik- vereins. Beide Vereine - trugen ' er dem Hause ein Lied bzw. Musikstück liebsten Aufgaben, der Milderung der Wohnungsnot. Einzelnen wird es kaum möglich sein, ein eigenes Haus zu erstellen und wenn schon, dann wird er den Bau auf seinen eigenen Bedarf beschränken. Auf der großen Linie kann dieses Problem jedoch nur durch die Verwirklichung des sozialen Wohnungsbaues gelöst werden. Eingedenk dessen haben sich im Frühjahr dieses Jahres einige Männer zusammengefunden, um den sozialen Wohnungsbau in unserer Gemeinde in Angriff zu nehmen. Selbstverständlich Stand auch hier — wie bei allen Genossenschaften — eine kleine Schar auf dem Mehrlei- stungsorinzip durch den Zusammenschluß Gleichgesinnter. Nur auf diese Art kann eine Genossenschaft ihre Tätigkeit nutzbringend ausüben und n ; cht zuletzt können dem Einzelnen durch die Genossenschaftsidee seine besonderen Wünsche erfüllt werden, nämlich einmal wieder Herr im eigenen Hause zu sein. Darum ist es notwendig, daß sich nicht nur Bauherren >'A der Genossenschaft zusammenschließen. sondern auch sonstige Einwohner, hauptsächlich aber die Geschäftswelt, zumal in unserem Ort. noch weitere Projekte geplant sind. Von herrlichem Wetter begünstigt, hielt der hiesige Volkschor am vergangenen Wochenende auf dem Sportplatz ein Freundschaftssingen ab, bei dem auch die Vereine aus Söllingen, Kleinsteinbach. Stupferich. Grünwettersbach, Grötzingen und Wöschbach ihr Können .zum Besten gaben. Wag. Bunte Kurznachrichten Verkannter Oberstaatsanwalt Darmstadt. Im Herrengarten spielende Kinder bezeichneten einen des Weges gehenden Mann als einen seit langer Zeit gesuchten Sittlichkeitsverbrecher. Da der Mann keine Kennkarte bei sich trug, wurde er von der Polizei festgenommen und zur Wache gebracht. Mit Hilfe von Beamten der Staatsanwaltschaft wurde der Verhaftete identifiziert und es stellte _ sich heraus, daß es sich um den amtierenden Oberstaatsanwalt des Landes handelte. Die Anzeige der Kinder beruhte auf einer Verwechslung. Raubüberfall auf eine Stationskasse Mannheim. Vor einigen Tagen drang ein Bandit, der sich das Gesicht mit einem Strumpf verhüllt hatte, in der Nachtzeit in das Stationsgebäude des Erstes Nachkriegsmusikfest in Linkenheim Musikvereine der unteren Hardt trafen sich Daß trotz der gegenwärtigen Geldknappheit eine auf entsprechend hoher Stufe stehende kulturelle Veranstaltung nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt hat, zeigte sich am vergangenen Sonntag, als der Musikverein „Harmonie“ zu seinem ersten großen „Nachkriegs-Musikfest“ eingeladen hatte. Mit straffer Marschmusik zog die Kapelle zum Festplatz, wo sich inzwischen zahlreiche Besucher aus nah und fern eingefunden hatten. Den Willkommensgruß entbot Vorstand Arthur Ratzel den Musikvereinen aus Neureut. Hochstetten. Graben, Rußheim, sowie dem Gesangverein „Sängerbund“ Linkenheim, und dankte gleichzeitig für die Unterstützung. Wie in einem musikalischen Bilderbuch blätternd wechselten die einzelnen Vereine mit ihren wohlklingenden Darbietungen, die vom Männergesangverein mit schönen Liedern ergänzt wurden. Da für die geistige Kost und das leibliche Wohl in reichem Maße gesorgt war, entwickelte sich bald ein fröhliches Treiben. Für die Jugend bildete der Kletterbaum sowie ein Sackhüpfen die Sensation des Tages. Den Sonntagabend sowie den Montagabend verlebte man in feuchtfröhlicher Stimmung im Kreise der Blaskapelle, sowie der Kapelle Lichtenwalter, die unermündlich zum Tanz im Freien aufspielten. Alles in Allem: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und die dankbaren Zuhörer quittierten mit reichem Applaus. Bei den anläßlich des Musikfestes durchgeführten Wettkämpfen im Tauziehen zwischen den verschiedenen Ortsvereinen, wurde die Mannschaft des Turnvereins „Vereinsmei- ster von Linkenheim.“ — Beim Holzspalten verunglückte Theodor Nagel gangenen Sonntag durch das Berüh- splitter verletzt ihn im Auge, so daß d’e Ueberführung ins Krankenhaus notwendig wurde. Ein ^jähriges Mädchen verunglückte am ver- ganngenen Sonntag durch das Berühren eines elektrisch geladenen Antennendrahts, der zu Boden gefallen war und dabei über einer schadhaften Isolationsstelle einer Lichtleitung hängen blieb. Die Unglückliche die mit bloßen Händen die Antenne herabziehen wollte, stürzte bewußtlos zu Boden. Da sofort ärztliche Hilfe zur Stelle war, konnte das Mädchen noch gerettet werden. Heg. Noch überwiegend freundlich Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Samstagfrüh: Am Freitag wolkig bis aufheiternd, Höchsttemperaturen 26 bis 28 Grad. In der Nacht von Westen her Eintrübung mit nachfolgenden Niederschlägen. Tiefsttemperaturen 14 bis 16 Grad. Südwestliche Winde. Rheinwasserstände vom 1. Sept. 1949 Konstanz 295 +3; Breisach 116 +4; Straßburg 165 — 7; Maxau 326 +7; Mannheim 150 + 4 ; Caub 77 —3. Hardt-Bauern besichtigten den „Bolzhof" Leopoldshafen war das Ziel einer Lehrfahrt Eine große Anzahl interessierter Hardtbauern trafen sich am Sonntagvormittag in Leopoldshafen, um den dortigen „Bolzhof“ zu besichtigen und vor allem Arbeitsweise und Wirkung einer Groß-Regenanlage in Augenschein zu nehmen. Bauer Bolz begrüßte seine Kollegen von der unteren Hardt, und dann suchten auch schon die Besuchen mit fachkundigen Augen nachahmenswerte Neuerungen, die eventuell daheim verwertet werden könnten. Viehtränke im Stall und Schieber an der Decke, durch die geschnittenes Stroh gleich von oben als Einstreu herunterfällt, waren einige der einfachen, aber doch arbeitsparenden Einrichtungen. Dem gleichen Zweck dient die Errich- Häeksler mit angeschlossenem Gebläse. mit dessen Hilfe nicht nur Heu, Stroh und Grünfutter kurz geschnitten und an den entsprechenden Lagerplatz oder Silo geblasen wird, sondern auch eine gewaltige Einsparung an Platz möglich ist. Bauer Bolz hofft sogar, daß er in Bälde mit dem Gebläse auch seine luftbereiften Ackerwagen- und Traktorenreifen aufDumpen und gelegentlich Tennen und Scheunendecken mit Lust sauberblasen kann. Der mehrere Koppeln umfassenden Viehweide hinterm Haus mißt er allerdings weniger Bedeutung bei. Das Vieh weidet hier lediglich so lange, bis diese Parzelle umbruchreif ist, wie überhaupt der „Wiesenumbruch“ auf dem Bolzhof eine besondere Rolle spielt. Verbunden mit entsprechenden wasserwirtschaftlichen Maßnahmen ergibt die umgebrochene Wiese jahrelang mehr aus Südwestdeutschfand Bahnhofes Mannheim-Blumenau ein und zwang den allein anwesenden Beamten mit vorgehaltener Pistole, die Tür zum Kassenraum zu' öffnen. Nachdem er. alle Kabelleitungen zerschnitten hatte, um eine vorzeitige Verfolgung zu verhindern, raubte er das im Kassenraum befindliche Bargeld und entkam unerkannt. Da er ein gebrochenes Deutsch sprach, handelt es sich vermutlich um einen Ausländer. Vom Räderwerk zu Tode gedrückt Mannheim. In einem hiesigen Werk wurde ein Arbeiter, der mit Ausbesserungsarbeiten an einer Kranenwaage beschäftigt war, vom Räderwerk erfaßt und zu Tode gedrückt. Paddler im Neckar ertrunken Heidelberg. (SWK). Das Paddelboot eines des Schwimmens unkundigen jungen Paddlers kenterte auf dem Neckar. Der junge Mann konnte nur noch als Leiche an Land geschafft werden. „Kleiner Grenzverkehr“ bis Freiburg Freiburg. Der Oberbürgermeister von Freiburg hat, wie die Basler „Na- tional-Zeitung“ erfährt, an den französischen Außenminister Schuman die Bitte gerichtet, den „Kleinen Grenzverkehr“ bis Freiburg auszudehnen. Falls die französischen Regierungsstellen dieser Bitte entsprechen sollten würden auch die in der Schweiz ausgestellten Tageskarten zum Grenzübertritt bis Freiburg gültig sein. Tod durch Chenoposankapseln Stuttgart, ln Abwesenheit der Eltern aß ein zweieinhalbjähriges Kind mehrere Chenoposankapseln (Wurmmittel für Ei-wachsene). Das Kind erkrankte an schweren Vergiftungserscheinungen und verstarb zwei Tage später im Krankenhaus. Eierhandgranate im Getreidefeld Mergelstetten. Ein Arbeiter aus Mergelstetten, Krs. Heidenheim, war mit Ährenlesen beschäftigt und fand eine Eierhandgranate, an der er herumhantierte bis sie plötzlich detonierte. Dabei wurde ihm die linke Hand bis zum Handgelenk weggerissen. Die in die Brust eingedrungenen Splitter verletzten ihn so schwer, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Im Unterholz verbrannt Konstanz. Auf eine seltsame Weise verbrannte im Walde in der Nähe von Horb ein älterer Waldarbeiter. Während er bei Holzarbeiten eine Zigarre rauchte, wurde er plötzlich ohnmächtig und fiel mit der brennenden Zigarre in das dürre Unterholz. Die Zigarre entzündete das Holz und der Bedauernswerte erlitt, bevor Hilfe zur Stelle war, so schwere Brandwunden, daß er. im Krankenhaus bald darauf verstarb. und nährstoffreicheres Futter, und umgesetzt entsprechend mehr Fleisch. Milch und Fett. „Das Primäre ist allerdings der Gemüsebau“ wie Bauer Bolz erklärte. Er zeigte dies anhand einer über 4 ha große Parzelle, die gegenwärtig unter der Regenanlage steht und auf der neben 80 Ar Tabak weite Flächen, mit Gurken, Sellerie, Kraut, Blumen- und anderen Kohlarten angepfianzt sind. Mit der Regenanlage hat sich der Bolzhof weitgehend vom Wetter unabhängig gemacht und eine weitere Steigerung der Betriebssicherheit erreicht. So ist es keine Seltenheit mehr, daß hier regelmäßig zweite Ernten eingebracht werden können. Beispielsweise war ein Gurkenfeld zu sehen, von welchem bereits eine Blumenkohlernte in diesem Jaihre herunterkam. Mit den beiden Regenkanonen ist es möglich, gleichzeitig 24 Ar naß zu machen und in zehn Stunden 2 ha mit 25 bis 30 mm Niederschlag zu versehen. Dabei sind die Betriebskosten für diesen Zeitraum nicht höher als 20 DM. Was bei so einer Anlage nur bei Tabak und Gurken in diesem trockenen Jahr herauskommt, brauchte den anwesenden Bauern nicht groß erklärt zu werden. Sie sahen auch die unbedingt notwendig werdenden verschiedenen Maßnahmen wie Feldbereinigung, verbunden mit einem gewissen Flurzwang, planvolle Wasserbewirtschaftung und überlegte Wirtschaftsplanung, ohne die es auch dem Bolzhof unmöglich wäre, rentabal und einigermaßen krisenfest seine 23 ha zu bewirtschaften. Von der Abteilung Landwirtschaft und Ernährung waren Dr, Gaul und Wirtschaftsberater Seith erschienen, die mit interessanten Einzelheiten den Anwesenden über die verschiedenen staatlichen Maßnahmen bezüglich Folgeeinrichtungen der Pfinz-.'iaalbach-Korrektion. Wiesenumbruch, Zuschüsse bei Erstellung von Regenanlagen usw. Aufklärung gaben. ' er 100 Jahre Kloster Niederbronn Schöllbronn. (R.W.) Anläßlich des 100jährigen Bestehens des Klosters Niederbronn, welchem auch die hier stationierten Schwestern angehören, fand am Sonntag abend eine Feierstunde statt. Gesang- uirt Musikverein, sowie Kirchenchor und Einzelprologe von Kindern, gaben der' Veranstaltung einen schönen Rahmen. Pfarrer Fettig sprach im Namen der gesamten Gemeinde den kath. Schwestern, welche aufopfernd ihren Dienst versehen, den Dank aus. Einen durch eine Sammlung eingebrachten Geldbetrag, welcher der Oberin als Spende überreicht wurde, will dieselbe für medizinische Zwecke verwenden. Gleichzeitig feierte die Schwester Oberin ihren 70. Geburtstag und ihren nahezu 50jährigen Schwesterndienst. — Der Turn- und Sportverein gastierte am Sonntag in einem Freundschaftssniel in Völkersbach, welches die Gastgeber mit 0 : 5 Toren gewannen. —■ Dieser Tage wurde das Obst auf den Gemeindeeigentümern aufgenommen. Bevor dasselbe nun zum Verkauf kommt, hat der jeweilige Pachter das Vorrecht, das Obst zw einem erträglichen Preise zu erhalten. Dieses ist jedoch, falls noch nicht geschehen, sofort auf dem Rathaus zu melden. Spessart. (E.H.) Nach langjähriger Abwesenheit kehrte Oskar Weber, Weberstr. 21, aus Rußland zurück. — Die hiesigen Fußballer beteiligten sich am letzten Sonntag beim Sportfest in Etzenrot. — Am nächsten Sonntag beabsichtigt der hiesige Gesangverein „Germania“ ein Gartenfest zu veranstalten. — 20 ABC- Schützen wurden in die Volksschule aufgenommen. Möbelhaus Badenia ERBPRINZENSTRASSE 28, AM LUDWIGSPLATZ bietet zum Herbstbeginn große Auswahl in samt!. 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September 1949 S AZ Nummer 170 7 Seite 5 ¥ HANDEL UND WIRTSCHAFT Ziegel contra Schüttbeton Wettkampf im Häuserban auf der „Dach- und Fach-Ausstellung“ Frankfurt (SAZ). Die Wirt- echaftsvereinigung Ziegelindustrie in Frankfurt am Main berichtet von einem interessanten Wettkampf zwischen Ziegel- und Schüttbeton-Bauweise auf der augenblicklich . in Essen stattfindenden Ausstellung „Dach und Fach“. Die Initiative zu dem kuriosen Vergleichskampf, der mit allen Mitteln des fairen Wettbewerbs unter Einsatz von Film und Presse geführt wird, ging von seiten der fünftausend Jahre alten Ziegelindustrie aus, die im wesentlichen ihre Bauweise unverändert durch die Jahrtausende beibehalten hat. Die junge Schüttbetonindustrie will ihrerseits versuchen, den alten Rivalen endgültig durch diesen Wettkampf auszuschalten. So entstehen an einer Essener Straßenfront zwei Bauten mit je neun Dreizimmerwohnungen mit Bad und drei Eineinhalbzimmer-Wohnungen, die im Rahnjen des Bergarbeiter-Programms errichtet werden. 21 Maurer und Hilfsarbeiter im Alter zwischen 14 und 72 Jahren kämpfen für den Ziegelbau, während die Mannschaft des Schüttbetons sich auf 16 Maurer und Hilfsarbeiter stützt. Nach dem vorliegenden Zwischenbericht, der von der Industriegruppe Ziegel in Frankfurt gefeiert wurde, liegt der Ziegelbau mit einer entscheidenden Länge in Führung. Die Schüttbetonwerker sind jedoch in diesem Stadium- des Kampfes noch Frankfurter Herbstmesse mit 2100 Ausstellern FRANKFURT (SAZ). Nachdem sich die Messeleitungen Westdeutschlands darauf geeinigt haben, daß Hannover im nächsten Jahre die Industriemesse, Köln die Fachmesse und Frankfurt die große westdeutsche allgemeine Messe durchführen werden, veröffentlicht das Frankfurter Messeamt das Meldeergebnis zur Frankfurter Herbstmesse, die mit 2100 Ausstellern beschickt wird. Ueber 300 Aussteller mußten wegen Platzmangels zurücktreten. Die als allgemeine Mustermesse aufgezogene Herbstmesse, wird 27 Branchen umfassen und nach der Leipziger Messe die größte deutsche Messe dieses Jahres sein. Sehr stark ist auch die Ausländsbeteiligung. So werden allein 120 italienische Firmen auf 800 qm Raum ausstellen. Auch aus Belgien, Oesterreich, der Schweiz, Holland, Frankreich und- England sowie aus den Vereinigten Staaten werden Aussteller und Besucher in bisher noch nicht erlebtem Umfange vertreten sein. Aus allen Teilen Deutschlands kommen 26 Messesonderzüge nach Frankfurt, wobei eine 50-prozentige Fahrpreisermäßigung für Hin- und Rückfahrt, gewährt wird. Ausgangspunkte der Sonderzüge sind: Basel, Baden-Baden, Dortmund, München, Hamburg, Altona, Nürnberg und Ulm. nicht pessimistisch geworden und glauben, die letzte Runde für «ich verbuchen zu können. Seitens der • Ziegelindustrie sieht man ein wenig mißtrauisch auf die allerorts aus dem Boden schießenden neuen Bauweisen. 280 Firmen und Organisationen haben sich zu Jahresanfang im Vereinigten Wirtschaftsgebiet noch als Repräsentanten völlig neuer Bauweisen bezeichnet, die jede für sich das Bauwesen angeblich revolutionieren wollte. — 220 Firmen sind inzwischen pleite gegangen. Die Ziegelindustrie dagegen triumphiert seit einigen Monaten nach Behebung der größten Kohlenschwierigkeiten mit prompter Lieferung und mit soliden Erfahrungen. Die Oeffentlichkeit beobachtet mit großem Interesse den in Essen stattfindenden Bauwettstreit, aus dem sicher ein Urteil über zwei Bauweisen erkennbar sein wird, die in der Zukunft beim Aufbau unserer Städte und Dörfer eine bedeutende Rolle spielen werden. el JEIA-Schlußverkauf zu überhöhten Preisen Frankfurt. (SAZ) Die JEIA hat vor einigen Tagen offiziell angekündigt, daß sie größere Vorräte an Rohstoffen und Halbfertigfabrikaten, dje bisher als sogenannte JEIA- Reserve in deutschen Lagerräumen gesperrt gehalten wurden, nunmehr für deutsche Importeure freigegeben werden können. Es handelt sich hierbei zum Teil um wichtige Rohstoffe wie Baumwolle und NE-Metalle. Der JEIA-Ausverkauf, der noch vor der endgültigen Auflösung der Vereinigten Export-Import-Agentur abgeschlossen werden soll, hat jedoch für die deutschen Importeure einen Haken. Inzwischen sind vornehmlich die Metallpreise auf dem Weltmarkt gesunken, während die JEIA versucht, zu ihren Vorjahrs-Einkaufspreisen weiterzuverkaufen. Das bedeutet, daß die deutsche Wirtschaft Rohstoffe übernehmen müßte, die über dem gegenwärtigen Preisniveau liegen und damit auch die Fertigwarenprodukte automatisch verteuern. So werden in Hamburg 8000 Tonnen Kupfer zu 185 DM pro 100 Kilogramm angeboten, obwohl der jetzige Preis weit darunter liegt. Falls die Industrie diese Kupfermenge , nicht abnimmt, sollen entweder die ERP-Kupferzuteilungen gekürzt oder aber Zwangsauilagen gemacht werden. Von seiten der westdeutschen Industrie erklärt man hierzu, daß im Augenblick wenig Neigung besteht, auf derartige Geschäfte freiwillig einzugehen. Wenn die Reservelager der JEIA im vergangenen Herbst geräumt worden wären, hätte dies wesentlich dazu beigetragen, den damaligen Preisauftrieb infolge Rohstoffmangels abzuschwächen, während ein jetziger Zwamgsverkauf entgegengesetzte Tendenzen hervorrufen könnte, el. Bausparverträge müssen eins zu eins umgestellt werden Frankfurt. (SAZ). Mit der 33. Durchführungsverordnung zum Umstellungsgesetz wird jetzt geregelt, daß die Bausparsummen in Höhe des ursprünglich in R-Mark ausgedrückten Betrages in D-Mark erhalten bleiben müssen. Die Einlagen der Bausparer selbt werden jedoch nach wie vor zehn zu eins umgestellt. Die Bausparkassen haben ihren Sparern die Neufestsetzung der Bausparsummen baldmöglichst mitzuteilen. Als . Gegenleistung erhalten die Bausparkassen jetzt ebenfalls Ausgleichsforderungen der öffentlichen Hand zugeteilt, soweit ihre eigenen Vermögenswerte zur Erfüllung der Verbindlichkeiten aus der R-Mark- Zeit nicht ausreichen sollten. Die Verzinsung beträgt 3,5 Prozent. War ein Bausparer kriegsgefangen, vermißt oder im Ausland interniert, so kann er innerhalb von sechs Monaten nach seiner Rückkehr von der Bausparkasse verlangen, daß sein Vertrag rückwirkend als ruhend behandelt und jetzt wieder in Kraft gesetzt wird. Handel fordert eigenes Staatssekretariat Frankfurt (SAZ). Die Hauptgemeinschaft des Einzelhandels im Vereinigten Wirtschaftsgebiet, die ihren Sitz in Frankfurt am Main hat, und die rund 300 000 Einzelhändler in der Bizone vertritt, erklärte anläßlich einer Pressekonferenz in Frankfurt, daß sie im künftigen Bundestag die sofortige Errichtung eines eigenen Staatssekretariats für den Handel beim Bundeswirtschaftsministeriums fordern werde. Der Einzelhandel begründete seine Forderungen damit, daß die Verwaltung für Wirtschaft bisher nur eine Industrie-Politik betrieben habe, während man den Handel weitgehend unberücksichtigt hat. Die gegenwärtigen Industriegruppen dominieren, sei nicht zuletzt das Ergebnis dieOstzone wird Devisenauslarid? Immer noch ungeklärte Lage im Interzonenhandel Zwischen den Auffassungen der Verwaltung für Wirtschaft und der Deutschen Wirtschafts-Kommission bestehen hinsichtlich der Regelung des Handels- und Zahlungsverkehrs zwischen der West- und Ostzone starke Meinungsverschiedenheiten. Es sind dabei nicht nur Differenzen zwischen den Auffassungen der VfW und der DWK zu erkennen, sondern ebenso auch zwischen der deutschen Seite und den westlichen Besatzungsmächten. Referenten der VfW haben dieser Tage erneut in Berlin mit den Wirtschaftsberatern der drei westlichen Besatzerngsipächte verhandelt und diese gebeten, bei ihren Entscheidungen den Vorschlag der VfW ■ über die Kontrolle und Steuerung des Interzonenhandels möglichst zu berücksichtigen. Den wesentlichsten Streitpunkt scheint noch immer die Anwendung des § 26 des Umstellungsgesetzes, d. h. die von der VfW geforderte Behandlung der Ostzone als Devisenausland, zu bilden. Die Militärregierungen haben sich bisher noch nicht. geäußert, sondern lediglich erklärt, daß der Plan der VfW soweit berücksichtigt werden soll, als er „mit dem New Yorker Abkommen in Uebereinstimmung gebracht werden kann“. Der Text dieses Abkommens, das eine weitgehende Lockerung der Beschränkungen im deutschen Interzonenhandel vorsieht, ist allerdings bisher unbekannt geblieben. Gleichzeitig wurde mit dem Berliner Magistrat über die Frage verhandelt, wie weit der West-Ost-Handel. über Berlin kontrolliert werden kann. Die Vertreter der VfW in Berlin, der Magistrat und die Spitzenverbände der Berliner Industrie haben einen Vorschlag über ein Verfahren ausgearbeitet, über . das demnächst bei der VfW entschieden werden soll. Der Ost-West-Handel über Berlin wird als die Hauptursache des gegenwärtigen Dumpings des Ostens angesehen. Bei den Diskussionen hierüber kam man überein, daß der Magistrat für bestimmte, von der VfW in einer Liste noch zusammenzustellenden Waren nur im Einvernehmen mit der VfW Warenbegleitscheine zum Versand dieser Waren au« den Westsektoren nach den Westzonen ausstellen darf. Im Zahlungsverkehr soll das gleiche Verfahren zwischen den Westsektoren und der sowjetischen Besatzungszone angewendet werden, insbesondere mit Berücksichtigung des § 26 des Währungsumstellungsgesetzes, sobald eine Durchführungsverordnung ergangen ist. * Wiesbaden (Dena). Nach Mitteilung des Leiters der Leitstelle Bergbau für die US-Zone. Dr. Herbert Eng- ler, sind bis Ende vergangener Woche 25 052 freiwillige Arbeiter aus der US-Zone dem Ruhrbergbau zugeführt Worden. Wiesbaden (Dena). Die deutsche Hotelgruppe im Internationalen Hotelbesitzerverein wird anläßlich ihres 80jährigen Bestehens am 22. September in Wiesbaden eine Tagung abhalten, auf der unter Fragen der Reiselenkung, der ’sammenar- beit mit den Reisebü md andere den Fremdenverkehr betreffende Probleme erörtert werden sollen. «er einseitigen Verwaltungspolitik. Die Einzelhändler kritisierten ferner sehr stark die bestehenden Fachstellen, bei denen nur die kapitalkräftigen Industriegruppen dominieren, während man dem Handel nur eine untergeordnete Rolle bei der Einfuhrplanung zubillige. Die Restfunktionen der Bewirtschaftung müßten durch staatliche Bundesorgane übernommen werden. Der Einzelhandel forderte fernerhin einheitliche Zahlungsbedingungen innerhalb Westdeutschlands und verwahrte «ich dagegen, daß d : es nach Ansicht der Militärregierung gegen die Dekartel- lisierungsfoestimrnunigen verstoße. Sehr scharf wurde die jüngste Entschließung des Landes Schleswig- Holstein abgelehnt, daß d : e Einzelhändler in der B : zone zehn Prozent Rabatt bei allen Einkäufen auf Gutscheine der Hausratshilfe gewähren sollten. Wenn ein solcher Rabatt tatsächlich emgaführt .werden soll, so müßten mit Recht sämtliche Handelsstufen die Belastung teilen. Vor allem könnte aber der Staat durch den Erlaß der 'Umsatzsteuer bei Hausratshilfs-Käufen ganz entscheidend zur Verbilligung dieser Warengruppen beitragen. el Ho"ands Obsfhandel sucht Absalz in Deutschland Osnabrück (VWD). Holländ sehe Obstzüchterkreise hoffen und erwarten eine baldige Wiederaufnahme der Obstausfuhr nach Deutschland, die für die holländische Obstzucht die Grundlage der Friedenswirtschaft bedeutet, heißt es in einer Erklärung der holländischen Handelskammer für Deutschland. Holland hat rund 60 000 Obstplantagen, von denen sich etwa 15 000 in Limburg 6000 in Utrecht. 5000 in Brabant und die restlichen in den übrigen holländischen Provinzen befinden. Qualitätsmäßig, sind die Unterschiede in den einzelnen holländischen Provinzen unbedeutend. In guten Obstjahren beläuft sich der Jahresertrag an Obst in Holland auf rund 400 Mül, kg (60 Prozent Birnen, 7 Prozent Kirschen und 7 Prozent Pflaumen). Durch de vermehrte Einfuhr von Südfrüchten, wie Bananen und Apfelsinen, ist die bisherige Monopolstellung Hollands ins Wanken gekommen. Dennoch beurteilen die holländ sehen Obstzüchter die Zukunft zjeml : ch zuversichtlich, da das Fassungsvermögen der vorhandenen Lagerräume im Hinblick auf einen be-’ors* ebenden Obstexport na~h Westd'ni*''hsiand die Anlage entsnr- ehender Wintervorräte ennögl.cht. Unsere Sportecke Hammerwerfer-Elite auf dem Germania-Plafy Deutsche Rasenkraftsport-Meisterschaften in Karlsruhe Bei den deutschen Meisterschaften im Rasenkraftsport, Rundgewichtsübungen und Tauziehen, am 4. September wird voraussichtlich auch der ehemalige Olympiatrainer Christmann (Detmold) zugegen «ein, dessen Methode heute von allen namhaften Hammerwerfern der Welt angewandt wird. Auch der Olympia-Sieger 1948 Nemeth (Ungarn) hat nach seinen eigenen Aussagen Christmann seinen Erfolg zu verdanken. Der ehemalige Olympia-Trainer wird in Karlsruhe seine deutschen Schüler versammelt sehen. Um nur die Besten zu nennen, werden Blask (Hamm). Olympiasieger Hein (Hamburg), der vorjährige Deutsche Meister Storch (Fulda) und Wolf (Karlsruhe) am Start sein, so- daß, außer Nemeth (Ungarn) die gesamte europäische Spitzenklasse werfen wird. Von der ausgezeichneten Form des Deutschen Meisters Karl Wolf (Karlsruhe können sich die Karlsruher allabendlich auf dem Germania Sportplatz überzeugen. Weiten von 58 m sind da keine Seltenheit. 58 m wurden bisher nur von Blask und Nemeth geworfen. Der Weltrekord von Blask (59 mj wurde wenige Wodien vor den Olympischen Spielen 1948 von dem Ungarn um 2 cm übertroffen. Bei den Spielen selbst «chaffte Nemeth allerdings nur 56.09 m. Der Weltrekord für die beiden deutschen Athleten Wolf und Storch liegt greifbar nabe und es ist nicht ausgeschlossen, daß im Spezialwerfen um den „Ehrenpreis der Stadt Karlsruhe“ eine neue Weltbestleistung erzielt wird. Nicht weniger spannend dürften die Titelkämpfe der Rundgewichtsriegen und Tauziehermannschaften werden. Württembergs Athleten sind in beiden Disziplinen Favoriten, aber auch die norddeutschen Verbände pflegen die Sportarten, sodaß mit spannenden Kämpfen gerechnet werden kann. Die Riege der Karlsruher Sportvereinigung Germania die schon mehrmals die Deutsche Meisterschaft gewonnen hat, startet in der Altersklasse und dürfte hier kaum zu schlagen sein. Terminliste der süddeutschen Oberliga 10. 9.: Eintr. Frankfurt—1. FC Nürnberg,VfB Stuttgart—SV Waldhof, BC Augsburg—FSV Frankfurt. VfB Mühlburg—FC 05 Schweinfurt, SpVgg Fürth —Schwaben Augsburg, 1860 München —Stuttgarter Kickers, VfR Mannheim— Jahn Regensburg, Offenbacher Kik- kers—Bayern München. 18. 9. spielfrei (Länderpokal-Vor- runde). 25. 9.: Stuttgarter Kickers—SpVgg Fürth, 1. FC Nürnberg—VfB Mühlburg, Waldhof Mannheim—1860 München, FSV Frankfurt—VfB Stuttgart, FC 05 Schweinfurt — BC Augsburg, Schwaben Augsburg—Eintracht Frankfurt, Jahn Regensburg—Offenbacher Kickers, Bayern München—VfR Mannheim. 2. 10.: Süddeutschland—Norddeutschland. Alle Vereine frei. 9. 10.: VfR Mannheim — Schwaben Augsburg, Offenbacher Kickers—SV Waldhof. Eintracht Frankfurt—FC 05 Schweinfurt, BC Augsburg—Stuttgarter Kickers, VfB Stuttgart — 1 FC. Nürnberg, 1860 München—FSV Frankfurt, VfB Mühlburg — Bayern München, SpVgg Fürth—Jahn Regensburg. 16. 10.: Schwaben Augsburg — VfB Mühlburg, Jahn Regensburg—1860 München, Bayern Münchn—VfB Stuttgart, FSV Frankfurt—Offenbacher Kickers, 1. FC Nürnberg—VfR Mannheim, Stuttgarter Kickers — Eintracht Frankfurt, FC 05 Schweinfurt—SpVgg Fürth, SV Waldhof—BC Augsburg. 23. 10.: BC Augsburg—Bayern München, SpVgg Fürth—SV Waldhof, Eintracht Frankfurt — Jahn Regensburg, VfR Mannheim—FSV Frankfurt, Offenbacher Kickers—Schwaben Augsburg, VfB Stuttgart — FC 05 Schweinfurt, 1860 München—1. FC Nürnberg, VfB Mühlburg—Stuttgarter Kickers. 30. 10.: FSV Frankfurt—SpVgg Fürth, Schwaben Augsburg — VfB Stuttgart, Offenbachere Kickers—1860 München, 1. FC Nürnberg—FC 05 Schweinfurt, Stuttgarter Kickers — VfR Mannheim, Bayern München — Eintracht Frankfurt, SV Waldhof —VfB Mühlburg, Jahn Regensburg — BC Augsburg. 6. 11.: Bayern München—.1960 München, SpVgg Fürth—1. FC Nürnberg, VfR Mannheim — SV Waldhof, BC \ugsburg — Schwaben Augsburg, VfB Stuttgart — Stuttgarter» Kickers, FSV Frankfurt — Eintracht Frankfurt, VfB. Mühlburg — Offenbacher Kickers, FC 05 Schweinfurt — Jahn Regensburg. 13. 11.: 1860 München — VfB Mühlburg, Eintracht Frankfurt—VfR> Mannheim. BC Augsburg — SpVgz Fürth, 1. FC Nürnberg — Bayern München, SV Waldhof — FC 05 Schweinfurt, Wir drehen den England: In den Meisterschaftsspielen sind die-Wolverhampton Wanderers nach vier Treffen allein ohne Pu"’-tve-’ri. S ; e J " ! V-en mit 8:0 P. vor Man ’ est-r City. Black pool, Everton und Burnley m t je 5:1 P. Der Meister FC Portsmouth wurde von Blackpool zuhause 3:2 besiegt. Italien: Zum Saison-Auftakt gab es gleich eine nette Keilerei in Sa- vona. Schließlich zog sich die Ligamannschaft Sampdoria zurück, weil der Schiedsrichter die Streitenden nicht trennen und die Sampdorianer schützen konnte. Ungarn: Der Provinzfußballer Bodar Grosz stellte einen Rekord auf. Er köpfte einen normalen Fußball 1467 Mal, ohne daß der Ball dabei den Boden berührte. Er erklärte allen Ernstes, diesen Rekord der FIFA mit- teilen zu wollen und um offizielle Anerkennung zu ersuchen. Frankreich: Nach dem zweiten Meisterschaftstag führen Lille und Lens mit je 4:0 Punkten. Alle anderen Mannschaften (außer Sete, das zweimal unentschieden spielt?) haben schon ein Spiel ^verloren. Der Meister Stade Reims Ist noch ohne Sieg. Schweiz: Der Fußball-Auftakt in der Schweiz verlief ohne sonderliche Ueberraschungen. Der TitelhaiStuttgarter Kickers — Schwaben Augsburg, Jahn Regensburg — FSV Frankfurt, Offenbacher Kickers — VfB Stuttgart. 20. 11.: VfB Mühlburg —BC Augsburg, VfR Mannheim — Offenbacher Kickers, SpVgg Fürth — Eintr. Frankfurt, Bayern München — Jahn Regensburg, FC 05 Schweinfurt — Stuttgarter Kickers, Schwaben Augsburg — 1. FC Nürnberg, FSV Frankfurt — SV Waldhof, VfB Stuttgart — 1860 München. 27. 11.: BC Augsburg — VfR Mannheim, Offenbacher Kickers — SpVgg Fürth, Eintracht Frankfurt—VfB Stuttgart, Jahn Regensburg — VfB Mühlburg, Stuttgarter Kickers—Bayern München, 1. FC Nürnberg —FSV Frankfurt, SV Waldhof—Schwaben Augsburg, 1860 München — FC 05 Schweinfurt. 4. 12.: VfR Mannheim—SpVgg Fürth, Eintracht Frankfurt —1860 München, VfB Stuttgart—BC Augsburg, Bayern München — SV Waldhof, Schwaben Augsburg — Jahn Regensburg, FC 05 Schweinfurt — Offenbacher Kickers, 1. FC Nürnberg — Stuttgarter Kickers. 11. 12.: SpVgg Fürth — VfB Stuttgart, 1860 München — VfR Mannheim, BC Augsburg — Offenbacher Kickers, SV Waldhof — 1. FC Nürnberg, Stuttgarter Kickers — Jahn Regensburg, VfB Mühlburg — Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt — Schwaben Augsb’urg, FC 05 Schweinfurt — Bayern München. 16. 12: VfR Mannheim — VfB Stuttgart, Offenbacher Kickers — Eintracht Frankfurt, Jahn Regensburg — 1. FC Nürnberg, Schwaben Augsburg — FC 05 Schweinfurt, FSV Frankfurt — Bayern München, SpVgg Fürth — VfB Mühlburg, 1860 München — BC Augsburg, Stuttgarter Kickers — SV Waldhof. 26, 12.: SpVgg Fürth — 1860 München, Bayern München — Schwaben Augsburg, Offenbacher Kickers — Stutgarter Kickers, VfB Stuttgart — VfB Mühlburg, Eintracht Frankfurt — BC Augsburg, FC 05 Schweinfurt — FSV Frankfurt, Jahn Regensburg — SV Waldhof. 8. 1.: 1. FC Nürnberg — Offenbacher Kickers. Stuttgarter Kickers — FSV Frankfurt, VfB Mühlburg — VfR Mannheim. Die Spiele finden jeweils auf den Plätzen der zuerst genannten Vereine statt. Der Spielbeginn wird — soweit nicht besonders angegeben — einheitlich wie folgt festgesetzt: Für Sonntagsspiele: September und Oktober 15.00 Uhr; November 14.30 Uhr; Dezember 1949 und Januar 1950:14.00 Uhr. Für Samstagspiele: September 1949: 17.30 Uhr. Fußball-Globus ter FC Lugano bezwang den FC Biel knapp 2:1. Luxemburg: Die am meisten beschäftigte Länderelf besitzt zweifellos Luxemburg. Für die kommende Saison sind bereits neun Ländertreffen abgeschlossen, die die Luxemburger mit der Schweiz sowie den B-Mannschaften von Frankreich, Holland, Belgien, sowie Lothringen und Elsaß zusammenführen. Schweden: Um den Spielerausverkauf ins Ausland einzudämmen, plant der schwedische Verband die Amateurbestimmungen zu lockern. Zunächst soll den schwedischen Fußballern eine Siegprämie gewährt werden. In der Meisterschaft liegt der Meister Malmö FF souverän ohne Verlustpunkt an der Spitze. Brasilien: Die Fußball-Weltmeisterschaft 1950 wird zehn Millionen Cruzeiros kosten. Die Brasilianer ersetzen den anreisenden Mannschaften Flugkosten und den Aufenthalt. Die Vorrundenspiele sollen in Porto Alegre, Sao Paulo, Bello Horizonte und Rio de Janeiro durchgeführt werden. Israel: Das Rückspiel gegen Jugoslawien in der Ausscheidungsrunde der Weltmeisterschaft findet am 25. September in Tel Aviv statt. Das erste Treffen gewannen die Jugoslawen mit 6:0. 4 I I I tön 79Ö6 • * Ab heute 13.00 15.00 17.00 räglieh 5 Vorstellungen und 19.00 21.00 Uhr Amerikaslustspiel-Sensation der vergangenen Saison! Oie nicht ganz alltägliche Geschichte von einem männlichen und ein« fallsreichen Kindermädchen Belveder e räumf auf! Eine herzerfrischende Filmkomödie, ein ergötzliches, an Witz. Charme ,und immer ü-berraschercien -Einfällen reiches Lustspiel mit Robert Young, Maureen O’Hara, Clifton Webb 1000 Karlsruher haben sich bereits anläßlich der Pressevoiführung am Mittwochabend köstl. darüber amüsiert. Fragten Sie mal Einen! Vorverkauf täglich ab 10 Uhr vormittags an der Theaterkasse. Freitag bis Montag 15 17 19 . 21 Uhr Sonntag ouch 13 Uhr Nach * KRACH UM JOLANTE letzt diese urwüchsige Bauern- k o m öd i e mit Ernst Waldow Inge Stoldt Olga Limburg Alb. Florath Maly Delschaft u. a. m. Rheinischer Humor bei Wein und öchwarzschiachtung Vorverkauf täglich ab M Uhr im Theater des Westens PU HÜGOilll \RH£!NSTR-77 RUF 628 KOMIK HUMOR LIEBE -UND. W EINSE LIGKElT GM fiUIAMA MIIKHIMIÜD ADOLF WOHLBRUCK in dem spannenden Kriminalfilm W.-DUfUAeH RUF 1&Q A o heute I5.00. 17.00, 19 00, 21.00 Uhr . . . .... Sonntag auch 13 Uhr Qnginalautnahmen von Fans u. vom Montmartre „DIE RATTE" » UF j ^KURBEL 814 Jeanette Schultze e Cornell Borchers ir JllxUitui£L Ein Mädchen ohne Halt? 13 15 17 19 21 Uhr — Samstag und Sonntag auch 23 Uhr P A s s AG E ■ PALAST ??? CARL SUNDRA ??? mit seinen Medien AGYRA MARA und MADELEINE Keine Geheimnisse mehr! Suggestion, Hypnose, Telepathie. Lösung von Kriminalfällen! Was bringen yns 1949 bis 1950? Pferderennen in Baden-Baden . ■■■:■ , (IFFEZHEIM) am 11. und 18. September 1949 Beginn 13.30 Uhr Eintritt 2 — DM und 1. - DM Mit kursmäßigen Zügen bis Rastatt, ab Rastatt ; s 9. Sept. an H. Sauer, Wil-helmstr. 75. Sonntag, 25. Sept. Nadimittagswan- derunq. 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