KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Erscheint täglich, außer Donnerstag und Sonntag. — Redaktion, Verlagsabteilung. Vertrieb und Druck: Karlsruhe, Waldstr. 28, Tel. 922/23. (Dringend Presse.) — Anzeigenannahme: Karlsruhe. Kaiser- str. 89, Tel. 6649: Durlach, Pflnztalstr. 49: Ettlingen, Leopoldstr. 5, Tel. 36 — Kein Ersatzanspruch bei Störung durch höhere Gewalt. sm erneute Bezugspreis monatlich DM 2.40, einschließlich Trägergebühr* Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr. — Anzeigen« preis: Die sechsgespaltene 46 mm breite Millimeterzeile Milli» meter-Grundpreis DM —.60, im übrigen siehe zur Zeit gültige Preis* liste N r. 6. — Postscheckkonto: Postscheckamt Karlsruhe Nr. 30 297. y 3. Jahrgang / Nummer 216 Karlsruhe, Samstag, den 5. November 1949 Einzelpreis 15 Pfennig Die deutsche Frage im Vordergrund Westliche Bemühungen um einen Friedenszustand mit Deutschland — Vor neuer Erklärung Wyschinskis LONDON, 4. 11. (UP). Von amtlicher britischer Seite wurde am Freitag angedeutet, daß auf der kommenden Konferenz der Außenminister der westlichen Großmächte in Paris die Politik der Westmächte gegenüber Deutschland in vollem Umfang zur Sprache kommen solle. Führende Beamte des Foreign Office gaben allerdings zu, daß die Tagesordnung noch nicht endgültig festgelegt worden sei. Wie von der gleichen Seite verlautete, sollen außer Deutschland auch die Frage einer eventuellen diplomatischen Anerkennung des kommunistischen China und die Bedrohung Indochinas durch den Kommunismus zur Sprache kommen. Auf amerikanischer Seite werden an der Konferenz außer Dean Acheson der Hohe Kommissar in Deutschland. John J. McCloy. und der Botschafter der USA in Großbritannien, Lewis Douglas, teilnehmen. Auch die Außenminister Großbritanniens und Frank- Westlieferungen für Jugoslawien WASHINGTON, 4. 11. (dpa). Die Vereinigten Staaten und Großbritannien haben nach Mitteilung eines Beamten des USA-Außenmini- steriums das Verbot zum Verkauf von Flugzeugen, Flugzeug-Ausrüstung und Benzin an Jugoslawien aufgehoben. Das USA-Außen- , ministerium hatte bereits vorher bekanntgegeben, daß Jugoslawien die Vereinigten Staaten um Lieferung von Flugzeug-Benzin und Schmiermitteln ersucht habe. US-Kommunistenführer auf freiem Fuß NEW YORK, 4. 11. (UP). Die elf von einem amerikanischen Gericht abgeurteilten Kommunistenführer wurden aus der Haft entlassen, nachdem es wegen der zu stellenden Kaution zu einem Rechtsstreit gekommen war. Es wird wenigstens ein Jahr dauern, bis über die gegen den Urteilsspruch eingelegte Berufung vom Obersten Bundesgericht der Vereinigtei%£taaten entschieden sein wird. Klerus der CSR unter Druck PRAG, 4. 11. (dpa). Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Verfügung müssen die Mitglieder des höheren Klerus in der Tschechoslowakei einen Treueid auf die Regierung in Gegenwart des Ministerpräsidenten leisten, wenn sie in ihrem Amt bestätigt werden wollen. Von der Verordnung werden die Erzbischöfe, Bischöfe und die Leiter der Kirchenverwaltung betroffen. Der übrige Klerus muß den Eid vor dem Sonderminister für kirchliche Angelegenheiten ablegen. Wieder zwei Flugzeugkatastrophen LONDON, 4. 11. (dpa). In der Nacht zum Freitag stießen über dem Kanal zwei Flugzeuge der RAF zusammen. Beide Flugzeuge stürzten ab. Die neun Insassen einer viermotorigen Maschine und die beiden eines Jagd-Bombers dürften den Tod gefunden haben. Bisher blieben alle Suchaktionen ergebnislos. Vor den Bermudas explodierte am Donnerstag eine amerikanische Superfestung. Das Flugzeug stürzte in unmittelbarer Nähe der Küste ab. Von den 14 Besatzungsangehörigen konnten nur drei gerettet werden. Leichenfledderer am Flugzeugwrack PARIS, 4. 11. (dpa). Die Leichen der 48 auf der Azoreninsel Sao Miguel tödlich verunglückten Passagiere und Mannschaften des französischen Transozeanflugzeuges sind bisher noch nicht nach Frankreich übergeführt worden. Die „Epoque“ lüftet am Freitag das Geheimnis, das über dieser Verzögerung liegt. Die verstümmelten und verkohlten Leichen konnten in der Mehrzahl noch nicht identifiziert werden, weil sie von der Bevölkerung nach dem Absturz des Flugzeuges geplündert yvorden sind. Mordanschlag in Teheran TEHERAN, 4. 11. (dpa). Auf den früheren persischen Ministerpräsidenten Abdul Hussein Azhir wurde am Freitag in Teheran ein Mordanschlag verübt. Azhir wurde von mehreren Schüssen getroffen und schwer verwundet. Sofort nach dem Anschlag wurde über Teheran das Kriegsrecht verhängt. Der Zustand des 53jährigen Abdul Hussein Azhir ist äußerst kritisch. Der Attentäter soll ein fanatischer Mohammedaner sein. Welt-Rundseh au TSCHUNGKING (UP). Etwa 300 Kilometer südlich Tschungking sind heftige Kämpfe im Gange. — SEOUL. (UP). Der Präsident von Südkorea, Syngman Rhee, bezeichnete die Anerkennung der chinesischen Volksrepublik durch Korea als undenkbar. — NEW YORK. Bei einer Razzia in einer New Yorker Vorstadt beschlagnahmte die Polizei Rauschgift im Werte von etwa einer Million Dollar. — QUITO (UP). Auf den Staatspräsidenten Ecuadors, Calo Plaza, wurde ein Bombenanschlag verübt, der jedoch mißglückte. (Alle hier nicht gezeichneten Nachrichten „dpa“) reichs, Ernest Bevin und Robert Schumam, werden maßgebende Sachverständige ihrer Regierungen hdnzuziehen. Aus zuverlässiger Quelle verlautete, daß in Paris nicht über den Abschluß eines Friedensvertrages mit Deutschland verhandelt werden solle. Die Außenminister würden sich jedoch mit der Frage der Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland befassen, um eine Lage zu schaffen, wie sie zur Zeit in Bezug auf Oesterreich bereits bestehe. Ferner würden die Außenminister über die Beendigung der Demontagen, das Besatzungsstatut und die Kontrollbehörde für die Ruhrindustrie verhandeln. Wie dpa weiter aus New York meldet, wird Außenminister Wyschinski, wenn er am Montag mit Außenminister Acheson in Washington zusammenkommt, voraussichtlich eine neue Deutschlandkonferenz der Außenminister fordern. Diese Ansicht wird in Kreisen der Vereinten Nationen vertreten. Wischinsky, so heißt es dort, sei an einer Aussprache über alle Probleme interessiert, die zu Streitigkeiten zwischen der Sowjetunion und den Westmächten geführt habe. Die wiederholte Ankündigung der Reise Achesons nach Paris würde, wie politische Beobachter betonten, einer Aussprache mit Wyschinski nicht im Wege stehen. Das Zweiergespräch würde im Gegenteil erhöhte Bedeutung gewinnen, wenn anschließend eine Konferenz der Außenminister der drei Wes-t- mächte in Paris stattfände, da Acheson dann Bevin und Schuman ausführlich über die sowjetische Haltung unterrichten könnte. Bevin für Deutschlands Zulassung PARIS, 4. 11. (dpa). Der britische Außenminister Bevin setzte sich am Freitag auf der Sitzung des Ministerausschusses des Europarats in Paris für den Beitritt Westdeutschlands als assoziiertes Mitglied zum Europarat ein. Bevin betonte allerdings, daß die Zustimmung Großbritanniens zur Zulassung Westdeutschlands von der „Klärung gewisser Fragen mit der westdeutschen Republik“ abhänge. Blücher von Paris beeindruckt BONN, 11. 4. (SAZ-Ber.) Ueber seine Teilnahme an der Tagung der OEEC-Länder in Paris berichtete Vizekanzler und ERP-Mini- ster Blücher vor der Presse. Als erfreulich müsse die positive Haltung des britischen Schatzkanzlers Sir Stafford Cripps zur westeuropäischen Wirtschaftseinheit bewertet werden, da ein wirtschaftlich geeintes Westeuropa ohne England nicht möglich sei. Die Grundtendenz der Ausführungen des Marshallplan-Administrators Paul Hoffman in Paris wird nach Erklärungen des ERP-Ministers von der Bundesregierung voll unterstrichen. An der Realisierung der Wirtschaftseinheit werde ernsthaft gearbeitet. Bonn behandelt soziale Probleme Vor Neuregelung der Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern BONN, 4. 11. (dpa). Die 15. Sitzung des Bundestages am Freitag stand noch ganz im Schatten ihrer Vorgängerin, in der über den vorläufigen Sitz der Bundesorgane endgültig entschieden worden war. Die Sitzung war, bereits nach 80 Minuten beendet, nachdem das Haus alle Punkte der Tagesordnung ohne besondere Debatte erledigt hatte. Im Gegensatz zum Vortage war die Tribüne nur schwach besetzt. Zwei komftiuriistische Anträge auf Amnestie und-Unterstützungsmaßnahmen für Demontageverweigerer, die in der ersten Bundestagssitzung abgelehnt worden waren, wurden erneut auf die Tagesordnung gesetzt und gegen die Stimmen der KPD an den zuständigen Ausschuß verwiesen. Ein Antrag der CDU- CSU, nach dem die Bundesregierung die Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf dem Gesetzeswege neu regeln soll, wurde gegen die Stimmen der KPD angenommen. Die KPD sieht in einem solchen Vorhaben eine Gefahr für das in verschiedenen Ländern bereits geschaffene, jedoch bislang suspendierte Mitbestimmungsrecht der Arbeiter, dessen Verwirklichung auf den „St. Nimmerleinstag“ verschoben werden könnte. Vier weitere Anträge, die die Regierung zu einer wirksamen Unterstützung der Heimatvertriebenen und der Kriegsopfer auffordern, wurden einstimmig angenommen. Es geht hierbei um statistische Erhebungen über die Lage der Heimatvertriebenen, die Arbeitsbeschaffung für Heimatvertriebene, sowie die Aufnahme von Schwerbeschädigten in den öffentlichen Dienst und eine bessere Versorgung der Körperbeschädigten. Regierung setzt Bundesausschuß ein BONN, 4. 11. (dpa). Die Bundesregierung beschloß auf ihrer Kabinettsitzung am Freitag, einen besonderen Ausschuß einzusetzen, der die notwendigen Maßnahmen treffen soll, um die Bundesorgane in Bonn voll arbeitsfähig zu machen. Den Ausschuß wird der Bundesminister für Wiederaufbau, Wildermuth, leiten. Wie ein Snrecher der Bundesregierung mitteilte, soll der Ausschuß auch dafür sorgen, daß die noch in Frankfurt am Main befindlichen ministeriellen Stellen in Kürze nach Bonn übersiedeln können. Arnold gegen holländische Maßnahmen DÜSSELDORF. 4. 11. (UP). Auf Grund der Pressemeldungen, wonach die niederländische Regierung einen Gesetzentwurf vorgelegt habe, durch den das bisher unter niederländische Auftragsverwaltung gestellte deutsche Gebiet annektiert werden soll, hat der nord- rhein - westfälische Ministerpräsident Karl Arnold an Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer ein Schreiben gerichtet, in dem er nachzuweisen sucht, daß die niederländische Handlungsweise im Widerspruch zum Sechsmächtekommunique vom 28. März 1949 steht. Aus dem Kommunique ergebe sich, so heißt es in dem Schreiben, daß es sich bei den einseitig auferlegten Grenzveränderungen nur um eine treuhänderische Auftragsverwaltung handele, bis in einem Friedensvertrag der völkerrechtliche Status festgelegt werde. Er hat es geschafft Nach der endgültigen Wahl Bonns als westdeutsche Bundeshauptstadt am, 3. November verläßt Bundeskanzler Dr. Adenauer erfreut den Plenarsaal. Hier wird er nach der Sitzung von einem Journalisten interviewt. dpa-Bild Deutsche müssen büßen BERLIN, 4. 11. (dpa). Der Westberliner „Sozialdemokrat“ berichtet aus Magdeburg, daß die Sowjets jetzt die Explosion eines sowjetischen Mundtionszuges im vergangenen Mai bei Wolmirstedt in der Gegend von Magdeburg an der deutschen Bevölkerung gesühnt hätten. 21 Deutsche seien nunmehr wegen dieses Unglücks von einem höheren sowjetischen Militärgericht zu je 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. DP’s vorwiegend nach Süddeutschfand STUTTGART, 4. 11. (SAZ-Ber.) Maßgebende Vertreter der internationalen Flüchtlingsorganisation (IRO) erklärten in Stuttgart, daß sich gegenwärtig noch rund 149 000 von der Organisation betreute DP’s in Lagern der US-Zone befänden. Hinzu kämen noch 55 000 bisj58 000 DP’s, die außerhalb der Verschlepptenlager wohnten. Es sei damit zu rechnen, daß sich nach der Auflösung der IRO am 30. Juni 1950 noch rund 130 000 bis 160 000 Verschleppte in der US-Zone aufhalten werden, deren Angelegenheiten dann von den Hohen Kommissaren wahrgenommen würden. Die Vertreter der IRO bestätigten, daß die restlichen DP’s aus organisatorischen Gründen bis zu ihrer Auswanderung bzw. Repatriierung oder ihrer Eingliederung in die deutsche Wirtschaft vorwiegend in Württemberg-Baden und Südbayern zusammengezogen werden sollen. •// „Sparsame Verwaltung wird begrüßt 4 USA-Landeskommissar Groß verurteilt Übergriffe amerikanischer Soldaten STUTTGART, 4. 11. (SAZ-Ber.) Das Lan- deskommissariat werde alle Maßnahmen gutheißen, die auf eine sparsame Verwaltung hinauslaufen, erklärte der amerikanische Landeskommissar von Württemberg - Baden, Charles P. Groß zu der beabsichtigten Verwaltungsreform. Kein Amerikaner habe bisher den Eindruck gewonnen, daß die Deutschen etwa nicht genügend Beamte hätten, fügte er hinzu. Das Arbeitsmindsterium aber müsse eine stärkere Position haben. Zum Entlassenen - Versorgungsgesetz erklärte Groß lediglich, alles was er sagen könne sei, daß die verfassungsmäßigen Methoden bei den Lesungen angewandt wurden. Bei der Behandlung des Beamtengesetzes dagegen hätten die Zeitungen nicht genügend betont, daß die Gesetzgeber hier ein Gesetz Entlastende Aussagen für von Manstein „Anwendung des Kommissar befehles wurde verweigert“ HAMBURG, 4. 11. (UP). Vor dem britischen Gerichtshof, der in Sachen von Manstein verhandelt, erschien am Freitag der ehemalige Kommandeur der 8. Panzer-Division in der Heeresgruppe II, der frühere Generalmajor Erich Brandenburger. Ueber die Beteiligung des Angeklagten an der Durchführung des sogenannten „Kommissarbefehles“ befragt, antwortete der Zeuge, daß sich sein früherer Vorgesetzter geweigert habe, diesen Befehl anzuwenden. Mit dem Hinweis, daß dieser Befehl Unsoldatisches von ihm verlange, habe von Manstein ihn, den Zeugen beruhigt und sein Vertrauen zu ihm bestärkt..Brandenburg verneinte überdies, daß sowjetische Kommissare jemals von seinen Truppen erschossen wurden. Als nächster Zeuge wurde Hans Dietrich Schiel, ehemals Kompanieführer in der Heeresgruppe II vernommen. Er gab zu. einmal eine große Anzahl von Juden auf dem Marktplatz von Simferopol gesehen zu haben, welche offensichtlich abtransportiert werden sollten. Schiel wies jedoch wie sein Vorgänger die Behauptung zurück, daß in Südrußland durch die deutschen Truppen Massenvemichtungen durchgeführt worden seien. Ebenso bestritt er den Punkt der Anklage, wonach während des Rückzuges der deutschen Armeen der Befehl „Verbrannte Erde“ in großem Umfange in Anwendung gebracht wurde. Schiel erklärte, daß die Zerstörungen der deutschen Truppen weit geringer als die der sowjetischen Kriegsführung ausgefallen seien und kaum mit dieser verglichen werden könnten. Auf Ersuchen der Verteidiger von Mansteins wird die nächste Sitzung am Montag unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden, gab der Präsident des Militärgerichtshofes, Generalleutnant Sir Frank Simpson, anschließend bekannt. Es wird angenommen, daß bei der Sitzung die Verteidigung Geheimdokumente aus dem Rußlandfeldzug vorlegen wird. zu fördern im Begriff seien, das ihren eigenen Interessen diene. Gerade in diesem Falle sei es besser, wenn das Volk von Abgeordneten vertreten würde, die „selbst keine -Beamten sind.“ 1 Ueber die Einflußmöglichkeiten seines Büros auf die Landesgesetze befragt, wies Ge- nerail Groß darauf hin, daß sein Amt hier keine direkten Möglichkeiten mehr habe, sondern lediglich versuchen werde, die Deutschen so zu erziehen, daß sie ihre Interessen selbst schützen könnten. Ausnahmen seien lediglich in Notfällen gegeben. Groß bestä- "tigte dann, daß bei einer etwaigen Trennung von Württemberg und Baden aller Wahrscheinlichkeit nach die bisherigen Zonengrenzen bestehen bleiben würden. Auf die Frage eines Journalisten, ob die deutsche Bevölkerung bezüglich der in letzter Zeit wiederholt vorgekommenen Ueber- griffe amerikanischer Soldaten der Fürsprache des Landeskommissariats sicher sein könnte, sagte der Landeskommissar, die vom kommandierenden General angekünddg-ten Maßnahmen hätten ihre Wirkung nicht verfehlt. Etwaige Schäden würden die Täter bzw ihre Formationen zu tragen haben. Die Amerikaner erwarteten, daß sich ihre Soldaten so aufführten, daß die Deutschen Grund zur Bewunderung finden würden. Ostzone bereitet Amnestie vor BERLIN, 4. 11. (dpa).Die Sowjetzonenregierung hat in einer Kabinettsitzung einen Gesetzentwurf über eine Amnestie für ehemalige Nationalsozialisten und Offiziere „der faschistischen Wehrmacht“ verabschiedet. Danach sollen den Betroffenen Sühnemaßnahmen erlassen und staatsbürgerliche Rechte gewährt werden. Ein anderer Gesetzentwurf sieht Amnestien aus Anlaß der Errichtung der Sowjet- zonen-Republik vor. Beide Gesetzentwürfe sollen voraussichtlich am 9. November," in der provisorischen Volkskammer beraten werden. Seite 2 / Nummer 216 KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Samstag, den 5. November 1949 Prozeß gegen Volkssturmangehörige 79 Italiener kurz vor dem Einmarsch auf SS-Befehl erschossen KARLSRUHER NEUE ZEITUNG ffcMÄjS&SMfmhn . .. Europäische Wirtschaftseinheit RRR. Es ist eine sich immer iviederholende Erfahrung, daß wirtschaftliche Tatsachen stärker sind als menschliche Absichten. Das beweist auch die europäische Wirtschaftsentwicklung seit Kriegsende. In den Nachkriegsjahren waren die westeuropäischen Staaten bestrebt, möglichst viel aus- und möglichst wenig einzu- führen. Die Ausfuhren wurden mit staatlichen Subventionen gefördert, die Einfuhren — vornehmlich an Halbfertig- und Fertigfabrikaten und an Luxusartikeln — durch hohe Einfuhrzölle abgebremst und auf ein Minimum reduziert. Das ging selbstverständlich nur auf Kosten des Lebensstandards der einheimischen Bevölkerung durch eine mehr oder weniger umfassende Zwangsbewirtschaftung für Konsumgüter und mehr noch für Devisen. Ein solches Bemühen erschien angesichts des völlig aus den Fugen geratenen wirtschaftlichen Gleichgewichts Europas verständlich. Es war aber den Tendenzen der Zeit, die nach Wirtschaftsräumen kontinentalen Ausmaßes verlangten, diametral entgegengesetzt. In Erkenntnis der gefahrvollen Situation für Europa und Amerika, die beide wirtschaftlich in einem Boot sitzen, verwirklichten die USA zur Gesundung der europäischen und zur Sicherung der amerikanischen Wirtschaft den Marshallplan. Sein Endziel ist die wirtschaftliche Vereinigung Europas. Sie muß realisiert werden, wenn Europa nicht dauernd Amerikas Rentenempfänger und Amerika nicht auf unabsehbare Zeit Westeuropas Wohlfahrtsinstitui sein will. Wenn die europäischen Nationen aber die Zeichen der Stunde nicht begreifen oder sich ihnen in einem falschen Isolationismus widersetzen, geraten sie wirtschaftlich in eine Sackgasse. Drastisch genug hat es die Wirtschaftspolitik der englischen Labourregierung erwiesen. Wer Abnehmer haben will, der muß auch selbst Abnehmer sein wollen; das ist null einmal ein Grundgesetz in den Beziehungen von Mensch zu Mensch und von Nation zu Nation. Es gibt auch keine Mittellösung zwischen der freien, ungehemmten Wettbewerbswirtschaft der westlichen Hemisphäre und der totalen Planwirtschaft der östlichen Hemisphäre, die von den europäischen Staaten gesucht wurde. Amerika hat das aus seinem Abstand von den unübersichtlichen europäischen Verhältnissen heraus frühzeitig erkannt und als Helfer und Gläubiger den wirtschaftlichen Zusammenschluß Westeuropas gefordert. Marshallplan-Administrator Hoffman hat diese Forderung am vergangenen Montag beim Beginn der jetzigen OEEC-Tagung noch einmal ausdrücklich unterstrichen. Nach dem Vorbild der drei Beneluxstaaten steht auf dem Programm der OEffc die Befreiung des inner europäischen Handels von allen Beschränkungen. Alte Ladenhüter wie Einfuhrzölle, Einfuhrkontingente und Devisenbewirtschaftung sollen ausgeräumt werden. Diese operativen Eingriffe mögen manchem Patienten schmerzlich sein, sie sind aber unerläßliche Voraussetzung für eine wirtschaftliche Gesundung des Kontinents. Einen Beitrag zum OEEC-Programm hat die Bundesregierung dem ERP-Minister Blücher mit auf den Weg nach Paris gegeben. Für Waren im Werte von 516 Millionen Dollar jährlich wird die Einfuhr nach Westdeutschland ohne Behinderungen unter der Voraussetzung freigegeben, daß die übrigen westeuropäischen Staaten entsprechende Beschlüsse fassen. Wird dieses Beispiel aber Schule machen? Europa ist nicht Amerika. In unserem traditionsbelasteten Kontinent gibt es freie Demokratien mit liberaler Wirtschaftverfassung neben sozialistischen Planwirtschaften und faschistischen Diktaturen. Sie alle besitzen verschiedene Spielregeln ihrer Wirtschaftssysteme. Jedoch auch hier gilt der Satz: wes Brot ich eß’ des Lied ich sing’. Wer Nutznießer des Marshallplanes ist, muß sich nolens, volens Amerikas wirtschaftlichen Auffassungen anpassen. KASSEL (UP). Vor dem Schwurgericht in Kassel begann ein Prozeß gegen sieben ehemalige Angehörige der Kasseler Kriminalpolizei. die beschuldigt werden, als Mitglieder eines Volkssturmkommandos am Ostersamstag 1945 79 Italiener erschossen zu haben. Die Angeklagten ■ machten in ihren Zivilanzügen einen absolut bürgerlichen und friedlichen Eindruck. Niemand würde ihnen Zutrauen, daß sie auf wehrlose Menschen geschossen haben. „Ich habe auch gar nicht geschossen, trotz dreimaliger Aufforderung nicht“, erklärte der Mitangeklagte frühere Pfarrer Voß. „Aus dem einfachen Grund nicht, weil ich gar nicht schießen konnte und es auch nicht fertig brächte, auf betende Menschen zu schießen, wenn auch feststand, daß sie geplündert hatten.“ Soweit sich heute nach viereinhalb Jahren an Hand der Zeugenaussagen der Tatbestand rekonstruieren läßt, geschah folgendes: Am Ostersamstag 1945 wurde auf dem Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe ein Güterzug mit Lebensmitteln. Stoffen, Zigaretten und Arzneimitteln abgestellt. Auf dem Nebengeleis stand ein -Bauzug mit italienischen Arbeitern. „Chef war weg, wir hatten Hunger“, erzählte ein Italiener, der als Zeuge vernommen wurde. „Leute nahmen sich Sachen und fragten, warum wir nicht auch Zugriffen. In zwei Stunden sind vielleicht schon die Amerikaner da.“ So beteiligten sich auch die Italiener an der Plünderung. Kurz darauf rückte die Polizei an und sperrte den Bahnhof ab. Es erschien der wegen seines Jähzorns, seiner Bru- STOCKHOLM. Was in dem sowjetisch besetzten nördlichen Ostpreußen vorgeht, läßt sich nur aus spärlichen Augenzeugenberichten erkennen, die dann und wann diesseits des Eisernen Vorhangs bekannt werden. Nord-Ostpreußen soll, wie aus verschiedenen Berichten hervorgeht, bisher weder verwalt tungsmäßig noch wirtschaftlich an die Sowjetunion angeschlossen, sondern an allen Grenzen hermetisch abgeschlossen sein. Einige Berichte sprechen von einem „abgeschlossenen Militärstaat“, einem „Heerlager“, dessen Bewohner in der Hauptsache Soldaten und Zwangsärbeiter sind. Ein in Stockholm tätiger polnischer Publizist, Tadeusz Norwid, gibt an Hand von Augenzeugenberichten einen Ueberblick über die Zustände in dem Gebiet zwischen Pregel und Memel. Gegenwärtig soll es dort etwa 20 große Militärlager geben, neben denen ein dichtes Netz von Flugplätzen mit kilometerlangen Betonbahnen und unterirdischen Hangars angelegt wurde. Unter den in Ostpreußen stehenden Truppen sollen Panzerverbände und Fallschirmjägereinheiten überwiegen. Die deutschen Befestigungen an den Masurischen Seen, die nach Osten gerichtet Tragödie im Krankenzimmer WASHINGTON (UP). Eric Rios Bridoux, der am Steuer des Jagdflugzeuges saß, welches ein Verkehrsflugzeug mit über 50 Insassen rammte, hat jetzt im Krankenzimmer Gewißheit über die ganze Schwere des — von ihm mitverursachten — größten Flugzeugunglücks der Geschichte erhalten. Bei dem Zusammenstoß sind bekanntlich 55' Personen ums Leben gekommen. Zunächst hatte man versucht, dem bekannten bovilianischen Flieger die Wahrheit vorzuenthalten. Auf sein Drängen hin wurde ihm aber über die Schwere des Unfalls Mitteilung gemacht. Dadurch erlitt Bridoux einen derart starken seelischen Schock, daß er sich in Lebensgefahr befindet. Sein Lebenswille ist infolge eines starken, berechtigten oder unberechtigten, Schuldgefühls derart schwach, daß die Aerzte in ernster Sorge sind. talität und Gefährlichkeit gefürchtete und inzwischen verschollene Leiter der Gestapo und des Sicherheitsdienstes, SS-Sturmbannführer Marmon auf der Bildfläche, dem die Angeklagten, als im März 1945 die Kriminalpolizei dem Volkssturm eingereiht wurde, unterstellt waren. Dieser stets mit zwei Pistolen und einer MP vor der Brust bewaffnete Vertreter eines bereits in allen Fugen krachenden' Regimes und „Bewahrer“ einer nicht mehr vorhandenen Ordnung ließ ein Kommando zusammenstellen, das gegen die Plünderer eingesetzt werden sollte. Niemand meldete sich freiwillig, und so wurden zehn Leute kurzerhand bestimmt. Unter Führung des Kriminalsekretärs Welke wurde der Bauzug' untersucht und 79 Italiener, bei denen Plünderungsgut in beträchtlichem Umfang gefunden wurde, in einem abgesonderten Waggon untergebracht. Wie aus Zeugenaussagen hervorgeht, versuchten einige Mitglieder des Kommandos, Welke zu überreden, die Italiener wieder freizulassen. Aus Furcht vor Marmon lehnte Welke ab. „Lasse ich sie laufen, werde ich umgelegt“, soll er gesagt haben. Welke ging dann weg, um bei Marmon anzufragen, was mit den Italienern geschehen sollte und kam mit dem Erschießungsbefehl zurück. Die 79 Italiener wurden an einen Bombentrichter geführt und erschossen. Die Angeklagten, die Zugaben, geschossen zu haben, betonten nachdrücklich, sie hätten nur einen Befehl ausgeführt, von dem sie annahmen daß er auf einem rechtmäßigen Urteil beruhe. waren, wurden, wie der polnische Publizist behauptet, gesprengt, um Baumaterial für eine vom Dnjepr bis zur Memel reichende „Sowjetische Maginot - Linie“ zu gewinnen. Auch Basen für V-Waffen-Abschuß soll die Sowjetunion vor allem an der Samlandküste angelegt haben, während dieHauptmasse dieser Stützpunkte angeblich im Baltikum konzentriert ist. Auf der Samland-Bahn von Königsberg nach Warnicken fahren, den Augenzeugenberichten zufolge, Tag und Nacht Lastzüge mit Elisen, Zement und mit Zeltplanen" bedeckten Konstruktionsteilen. Die Lastzüge kehren in der Regel leer zurück. Die Bahn von Königsberg nach Cranz darf auch von Militärpersonen und Beamten nur benutzt werden, wenn sie einen von General Maslow Unterzeichneten Ausweis vorlegen können. Deutsche Zivilisten haben die Augenzeugen nicht gesehen. Sie vermuten, daß die zurückgebliebenen Deutschen zu einem großen Teil in die Sowjetunion gebracht wurden. Zwei Lager bei Wehlau und Labiau sollen angeblich Ausbildungsstätten für Volkspolizei der Sowjetzone geworden sein. Straßenkampf soll im Vordergrund der Ausbildung stehen, (dpa) Immer neue Wunder KEMPTEIN (dpa). Die in der Nähe Kemptens gelegene Reissachmühle ist zum Tagesgespräch geworden, seitdem die 37jährige Hilde Weber, Mutter von zwei Kindern, behauptet, die Gottesstimme zu hören. Zwei Männer haben ihren Beruf aufgegeben und sind mit Frau und Kindern in die Mühle gezogen, um als „Apostel der ersten Priesterin zu dienen“. Ihre neueste Offenbarung gipfelt in der Behauptung, sie werde am 25. Dezember den Erlöser zur Welt bringen, „denn das Heil kommt aus der Reissachmühle“. Täglich besuchen Neugierige die Mühle. Frauen behaupten, nach einem Besuch von Ischias und Rheumatismus geheilt worden zu sein. Die Behörden haben Anstalten getroffen, die neu in die Mühle Zugezogenen wieder in ihre Stadtwohnungen zurückzubringen. CDU beantragt Eigentumsnenordnung BONN (Eig. Ber.): Die CDU/CSU-Fraktjon wird dem Bundestag einen Antrag vorlegen, wonach die Bundesregierung beschleunigt einen Gesetzesentwurf zur Neuordnung der Eigentumsverhältnisse im Kohlenbergbau ausarbeiten soll. In diesem Zusammenhang ist die Begriffsbestimmung der „Eigentumsneuordnung“ interessant, wie ihn der Zonenausschuß der CDU für die britische Zone niedergelegt hat. Darin wird gesagt, daß von SPD- Seite „bewußt irreführend das Wort Verstaatlichung als aus den Reihen der christlichen Arbeiterschaft stammend“ angeführt wird. Wörtlich heißt es in der Darstellung des CDU- Zonenausschusses: „Unter der auch vom Bundeskanzler in seiner Regierungserklärung angeführten „Neuordnung der Besitzverhältnisse“ ist die Forderung gemeint, die Mehrheit des Aktienkapitals und die Mehrheit der Sitze in den Aufsichtsräten auf Vertreter des öffentlichen Lebens zu überführen.“ Abschließend wird festgestellt, daß das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer in den Betrieben und ihre gesellschaftliche Gleichberechtigung im Sinne echter Partnerschaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verwirklicht werden muß. Auch müßten die Arbeiter über den Tariflohn hinaus am Betriebsertrag beteiligt werden. Im Aufsichtsrat sowie „in angemessener Form auch in den Vorständen“ müsse die paritätische Besetzung von Arbeit und Kapital sichergestellt werden. Gemeinwirtschaftliche Neuordnung der Besitzverhältnisse in der Großindustrie bedeute weder Verstaatlichung noch Reprivatisierung. Arbeitsgemeinschaft der Badener HEIDELBERG. (Eig. Ber.) In einer aus allen Schichten der Bevölkerung des Gebietes Heidelberg—Mannheim—Weinheim besuchten Besprechung fand die Konstituierung der Arbeitsgemeinschaft der Badener in diesem Bezirk statt. Die Arbeitsgemeinschaft strebt die Wiederherstellung des Landes Baden an und betrachtet es als ihre Aufgabe, die Menschen in Stadt und Land über die Notwendigkeit der Wiedervereinigung der nord- und südbadischen Landesteile aufzuklären. Großer Schaden durch Bunkersprengung BI2RLIN (UP). Die Sprengung eines halbfertigen Bunkers am Alsterplatz im britischen Sektor in Berlin hat weit mehr Schaden angerichtet, als ursprünglich angenommen wurde. Wie das Bezirksamt in Wilmersdorf mitteilt, wird sich der Sachschaden aller Wahrscheinlichkeit nach auf mindestens 450 000 bis 500 000 Westmark belaufen. Die Schule nahe dem Bunker, deren Dach erst vor kurzem fertig gedeckt wurde, meldete einen Sachschaden von 25 000 bis 30 000 Westmark. Bis zur Stunde haben über 150 Personen beim zuständigen Polizeirevier Schaden angemeldet und weitere Sachschadenmeldungen laufen ständig ein. Deutschland-Rundschau München. Rund 7000 Stellungsbewerbungen sind bisher beim deutschen Patentamt in München eingegangen. Vorgesehen ist die Einstellung von 750 Personen. — Stuttgart. Kraftfahrer, die in bzw. durch die Sowjetzene fahren wollen, benötigen außer dem Interzonenpaß noch eine sogenannte „Fahrgenehmigung“ der Straßenverkehrshauptämter. — Dortmund. (UP). In Dortmund wurde am Freitag die erste Postfachschule des Bundesgebietes eröffnet. — Berlin. Der Chef der diplomatischen Mission der Sowjetzonenregierung in der Sowjetunion, Rudolf Appelt (SED), ist am Freitagvormittag nach Moskau abgeflogen. — Frankfurt/Oder. 1730 deutsche Kriegsgefangene trafen in der Nacht zum Freitag aus der Sowjetunion in Frankfurt/Ofler ein. Die Heimkehrer sollen am Samstag in ihre' Wohnorte entlassen werden. (Alle hier nicht gezeichneten Nachrichten „dpa“) Herausgeber und Chefredakteur: Felix Richter. Chef vom Dienst: Josef Werner. Verlag: Süddeutsche Allgemeine Zeitungsverlag GmbH. Für unverlangte Manuskripte keine Gewähr. „Heerlager Ostpreußen" / IM IRRGARTEN /) R ROMAN VON BERT GEORG! DER «c, ILDC 29. Fortsetzung Nachdruck verboten „Säe sollen alles, alles haben, was Säe von mir fordern. Ich will auch alles wieder gutmachen aber lassen Sie uns in Ruhe sprechen, ohne Aufsehen, man könnte kommen. — ich bitte Sie, ich knie hier vor Ihnen um Sie darum zu bitten, beschämen Sie mich nicht vor den Bewohnern des Hauses.“ „Gerade das will ich ja!“ rief dieser höhnisch, „deshalb bin ich hier. Mit Schimpf und Schande sollen Sie hier vor allen Leuten entlarvt und hinausgeworfen werden. Sie sind der Dieb, der mir meine Papiere gestohlen, der sich hier eingeschlichen und mir meine Stellung genommen hat. Meinen Sie. ich fasse Sie jetzt mit Handschuhen an? Ihretwegen hat man mich monatelang in Klausenburg in eine Irrenzelle gesteckt, aus der ich entflohen bin, weil man mich nicht herausließ. Soll ich mich 'etwa bei Ihnen bedanken, Sie niederträchtiger Kerl?“ Rudolf, immer noch vor Dupuis auf dem Boden kniend, hielt in grenzenloser Verzweiflung die gefalteten Hände' zu ihm empor. Wenn nur niemand kommt, war sei» einziger Gedanke. Schweiß stand ihm auf der Stirne, die Haare hingen ihm in wirren Strähnen ine Gesicht, seine Augen blickten wie irre, er machte den Eindruck eines Menschen, der vor Angst wahnsinnig zu werden droht. „Ich verlasse das Haus, — ja. ja, ich verlasse es,“ stieß er hastig hervor, „nur seien Sie um Gotteswillen ruhig, Herr Dupuis. schreien Sie nicht mehr.“ Plötzlich kam ihm ein Gedanke. „Hören Sie. Herr Dupuis. ich mache Ihnen einen Vorschlag. Wenn Sie mir erlauben, daß ich in aller Ruhe und ohne Aufsehen das Haus verlasse, und wenn Sie aufhören zu schreien, und Lärm zu machen, so schenke ich Ihnen dreitausend Dollar, bitte, willigen Sie ein!“ „Ich glaube Ihnen kein Wort, Sie Lügner!“ sagte Dupuis. um einen Ton gemäßigter, nachdem er Rudolfs Angebot hörte. Dreitausend Dollar waren viel Geld, er konnte sie sehr gut gebrauchen, und die Stellung beim Baron blieb ihm trotzdem sicher. ( Sofort merkte Rudolf, der an Dupuis’ Mienen hing, dessen Zögern. „Warten Sie hier, ich bringe Ihnen das Geld sofort herunter.“ Er eilte nach hinten durch die Portiere, raste die Treppe hinauf, über den ersten Stock, dann nach dem zweiten in sein Zimmer. Richtig, dort auf seinem Schreibtisch lag ein Kuvert. Bebend riß er es auf, nahm die Scheine heraus, — es waren dreitausend Dollar. Sekundenlang preßte er seine Hand an die heiße Stirne, — vor ärgster Schande hatte ihn He’ene nichtsahnend gerettet. Dann eilte er hinunter in die Bibliothek. Dort stand Dupuis in der Mitte des Zimmers. „Hier sind dreitausend Dollar, Herr Dupuis,“ sagte er. ihm die Scheine zeigend, „wollen Sie mir meine Bitte erfüllen? Das Geld gehört dann Ihnen.“ „In meinen Augen bleiben Sie trotzdem ein Lump,“ antwortete dieser. Er blickte auf die neuen Banknoten in Rudolfs Hand und sprach jetzt in ruhigem Ton. „Ihretwegen bin ich in Geldverlegenheit geraten und darum gehe ich auf Ihren Vorschlag ein.“ Damit riß er ihm die Scheine aus der Hand, prüfte sie erst genau, hielt sie gegen das Licht und steckte sie dann in die Tasche, „Ich stelle jedoch Bedingungen," sagte er hart. Rudolf atmete aul „Ich bin mit allem einverstanden.“ „Bis morgen früh um zehn Uhr schicken Sie mir das Geld, das Sie bisher als Gehalt erhielten. und das mir gehört. Ich verlange von Ihnen eine genaue Abrechnung. Hier ist meine Hoteladresse.“ Er schrieb sie auf ein Blatt, das er auf den Schreibtisch legte. ' „Ja.“ „Ich lasse Ihnen achtundvierzig Stunden Zeit. Uebermorgen früh erscheine ich hier, bis dahin fordern Sie vom Baron meine Papiere zurück, die Sie mir gestohlen haben, und geben sie mir wieder.“ „Ja.“ „Inzwischen werden Sie auch dem Baron Ihren verdammten Schwindel eingestehen und mich ihm übermorgen vörstellen. Außerdem bitten Sie mich vor Ihm um Verzeihung, verstanden?“ Rudolf antwortete nicht. Das war zuviel. „Verstanden?“ brüllte Dupuis. Wie betäubt blickte er auf den Menschen. „Ja,“ sagte er tonlos. Er wußte, er würde sich eher vorher töten. Doch wollte er Dupuis jetzt ohne Aufsehen hinausbekommen. „Schön.“ Dupuis knöpfte seinen Rock zu und verließ, ohne ein Wort weiter zu verlieren, das Zimmer. Im Vestibül stand Mathieu. Beunruhigt durch die stürmische Unterredung und bereit, jeden Augenblick das Zimmer zu betreten, wartete er auf den Weggang des Unbekannten, der jetzt, ohne ihn zu beachten, das Haus verließ und durch den Park schritt. Argwöhnisch folgte er ihm. ohne zu ahnen, daß er dadaurch in dessen Schicksal eingriff. Am jenseitigen Ufer des Weihers nämlich, verborgen hinter dichtem Gesträuch, kauerte Varos, der im Pavillon ungestört genächtigt hatte und jetzt seit Stunden die Villa beobachtete. um auf Dupuis zu lauern. „ Bisher hatte er ihn nicht entdecken können, — jetzt sah er ihn zum erstenmal aus dem Hause treten. Wenn er ihn niederknallte, hier im einsamen Park, nie würde jemand feststellen können, daß er der Täter war, nicht der geringste Verdacht konnte auf ihn fallen. Gebückt und vorsichtig, seinen Revolver in der Rechten, lief er den schmalen Uferpfad entlang, um den Hauptweg zu erreichen, der zum Ausgang führte. Denn dort mußte Dupuis kommen. Plötzlich jedoch erblickte er die Gestalt Mathieus, der Dupuis folgte, und erschreckt blieb er stehen. Mathieu kannte ihn, das war gefährlich. Wenn er jetzt auf Dupuis schösse. — der Diener würde wahrscheinlich sofort das Parktor verschließen und die Polizei herbeirufen. Wehe, wenn ihn der Diener gar erblickte! Nein, er wollte ganz sicher gehen. Auf einen Tag kam es nicht an. Dupuis war hier Sekretär, er wohnte hier im Hause, er würde ihm in den nächsten Tagen unter günstigeren Umständen ganz allein in den Weg laufen. Es durfte kein Zeuge vorhanden sein, wenn er ihn niederschoß. Geduld Er steckte seine Waffe wieder ein und verbarg sich, bis die beiden Gestalten verschwunden waren. Dann eilte er nach seinem Versteck zurück. Rudolf hob die Schreibmaschine auf und stellte sie wieder hin. Auf dem Zettel, den Dupuis hinterließ, las er: Stepan Varos, Hotel Garni Stadt Oedenburg, Wien. Varos? So hieß doch der Mann, der ihn neulich unbedingt telefonisch sprechen wollte. Nannte sich Dupuis etwa Varos? Und weshalb? Aber sogleich fiel ihm ein. daß Dupuis ja keine Papiere hatte, um sich auszuweisen. Ohne Legitimation war es für einen Ausländer nicht ratsam zu reisen oder im Hotel abzusteigen. Er wollte sich sogleich Gewißheit darüber verschaffen, und ließ sich mit dem Hotel verbinden. (Fortsetzung folgt). % fcunstag, den 5. November 1941 KARLS RUH EH WUE ZEITUNG Nummer 216 / Seite S Der Prinz, der den Kaiser absetzte Zum 20. Todestag des Prinzen Max von Baden Prinz Max von Baden, dessen Todestag sich am 6. November zum 20. Male jährt, lebt in der Weltgeschichte als der Mann fort, der am 9. November 1918 ohne Autorisation von seiten Wilhelms II. oder seines Sohnes den Thronverzicht des deutschen Kaisers und des Kronprinzen, zugleich' auch für den Herrschaftsbereich des Königreichs Preußen, verkündete. Die Parteigänger der Hohenzollem und alle legitimistisch gesinnten Kreise haben ihn deswegen mit unversöhnlichem Hasse verfolgt. Wie denn? Der badische Thronfolger, prominentes Mitglied eines der ältesten Fürstengeschlechter, auch durch seine Curnber- land-Gattin mit den regierenden Dynastien Europas eng verbunden — ein sorgfältig erzogener, sehr gepflegter Aristokrat — scheut sich nicht, in entscheidender Stunde „deipr Umsturz den Weg zu bereiten?“ In Joachim von Kürenbergs Biographie Wilhelm II. wird behauptet, „die Friedenspartei habe ihn seit Wochen als Revolutionskanzler bereitgehalten“. Steht Max neben Philipp Egalite, dem Vetter des französischen Königs, der durch seine Stimme die Hinrichtung Ludwigs XVI. entschied? Ein Renegat, ein Ehrgeizling, bestrebt, im Trüben zu fischen? Nein, nichts von alledem. Er war ein pflichttreuer Mann, ernst und schwerblütig, von hohem Verantwortungsbewußtsein. Im Gegensatz zu den meisten seiner damaligen deutschen Standesgenossen freilich ein moderner Mensch, liberal, human, ohne den Hochmut jener Dynastien, die sich in ihrem „Gottesgnadentum“ bevorzugt und vor allen Stürmen geborgen fühlten. Dazu ein typischer Badener, erfüllt von den demokratischen Traditionen seiner Heimat und dazu so fein gebildet wie nur wenige Männer seiner Zeit. Der badische Thronfolger wußte selbst, daß für keinen die Verletzung der „Loyalitäts- pflicht“ gegen Wilhelm II. so schwer war wie für ihn, den nahen Verwandten, der kein ehrgeiziger Jakobiner, sondern ein humanitärer Liberaler war. Daß er Ende Oktober 1918 eine schwere Grippe-Erkrankung nicht zur Flucht aus der lastenden Verantwortung benutzte, beweist sein hohes Pflichtgefühl. So konnte ihm am 9. November 1918, als unter dem Druck der Kieler Matrosenrevolte und des Aufmarsches der Berliner Arbeiterbataillone die letzte Entscheidung fiel, niemand helfen. Blutvergießen oder Verzicht, das war die Frage. Wilhelm II. war 14 Tage vorher in sein Hauptquartier geflohen, um sich den Mahnungen seines verantwortlichen politischen Ratgebers zu entziehen. Nun ließ er endlich um 14.00 Uhr nachmittags mitteilen, daß er bereit sei, als Kaiser abzutreten, nicht jedoch als König von Preußen. Es war zu spät. Um 11.00 Uhr bereits hatte Prinz Max über das Wolffsche Telegrafenbüro verbreiten lassen: „Der Kaiser und König hat sich entschlossen, dem Thron zu entsagen. Der Reichskanzler bleibt noch im Amt, bis die mit dem Thronverzicht des Kronprinzen und der Einsetzung der Regentschaft verbundenen Fragen geregelt sind.“ Nun kam Friedrich Ebert, der Chef der siegreichen Volksbewegung, zum Prinzen und verlangte die Übergabe der Regierungsgewalt „an Männer, die das volle Vertrauen des Volkes besitzen.“ Prinz Max verkündete, ohne Widerspruch bei den versammelten Mitgliedern seines Kabinetts zu finden, seinen Entschluß, Friedrich Ebert das Amt des Reichskanzlers zu übertragen. Der Führer der SPD bat darauf den badischen Thronfolger, als „Reichsverweser“ zu bleiben. Aber der erklärte, daß er mit der radikalen Gruppe der unabhängigen Sozialisten, die in das Revolutions - Kabinett eintreten sollten, nicht Zusammenarbeiten könne. Beim Verlassen der Reichskanzlei legte er beschwörend dem neuen Staatschef das Schicksal des deutschen Reiches ans Herz. Und Friedrich Ebert antwortete schlicht und würdig: „Ich habe zwei Söhne für dieses Reich verloren.“ (dpa.) „Und das alles trotz Saarabtrennung und Demontage!“ Karikatur: Helmut Bayer Das Fernsehen verändert das amerikanische Leben Rapides Anwachsen der Fernsehteilnehmer — 2 Millionen Empfänger — 6 Millionen sollen 1951 produziert werden Wer Amerika, im Jahre 1945 besucht hat und heute diesen Besuch wiederholt, kann eine große Veränderung im amerikanischen Leben feststellen, und in 2—3 Jahren wird man es überhaupt nicht mehr wdedererken- nen können. Die Entwicklung des Fernsehens und die rapide Ausbreitung der neuen guten und billigen Fernsehempfänger hat eine vollständige Revolution des amerikanischen Lebens eingeleitet. Die monströse Werkstatt des Weltfriedens Das Stahlgerüst des UN-Wolkenkratzerssteht — Modernstes Verwaltungsgebäude Genau vor einem Jahr wurde mit dem Ausbeben der Baugrube für den UN-Wolkenkratzer begonnen, heute weht die Flagge der Vereinten Nationen hoch oben auf dem 14 000 Tonnen schweren Stahlgerüst, das sich wie eine Riesenwabe 39 Stockwerke hoch über die Dächer von Manhattan erhebt. Ende nächsten Jahres soll das Gebäude bezugsfertig sein. Der Wolkenkratzer wird 65 Millionen Dollar kosten. Er liegt direkt am Ufer des East-River, und während die Arbeit Tag _ und Nacht fortschredtet, kann man auf kleinen Booten eine Rundfahrt um die Manhattan-Insel machen, um die Umrisse des Mammut-Blocks zu besichtigen und den Fremdenführern zu lauschen, die mit einem Mikrophon bewaffnet Einzelheiten vom Bau des Stahlskeletts bekanntgeben. Das UN-Hauptquartier wird an Größe nur von dem Rockefeller-Block als dem größten Bauprojekt der Neuzeit übertroffen und in weniger als 24 Monaten errichtet werden, gerechnet vom Januar 1949, als der erste Bagger mit der Arbeit begann, bis zujn Ende des Jahres 1950, wenn der erste der 5000 Stäbe Am Rande der Zeit... ... und der Zeitung In einem Italienischen Dörfchen brach eine über einen kleinen Fluß führende Brücke unter einem Trauerzug zusammen. Zwanzig Personen und der Sarg fielen ins Wasser, ohne jedoch Schaden zu nehmen. Das Begräbnis mußte um eine Stunde verschoben werden bis der Sarg gesäubert worden war und die Leidtragenden ihre Kleider gewechselt hatten. * Ein Zeitungsmann besucht eine bekannte westdeutsche Stadt (die sich sehr darum bemühte, Bundeshauptstadt zu werden). Dort ging er zum Messeamt. Hier verliert er, nicht ohne seine Unaufmerksamkeit, Hut und Handschuhe. Er reklamiert das Verlorene bei dem Amt und erhält einen Fragebogen. Neben anderen Auskünften wird dort die Frage gestellt „unterliegt ihr oder ihrer Frau Vermögen dem Paragraphen 52?“ (beschlagnahmtes Vermögen wegen Zugehörigkeit zur NSDAP). Wenn nein, dann erhalten sie fünfundzwanzig Mark Ersatz, da ihr Hut sicherlich alt und die Handschuhe abgenutzt waren. Er unterlag nicht dem bewußten Paragraphen. Hätte er ihm unterlegen, dann wäre der Betrag auf Sperrkonto eingezahlt worden. Dort müßte er für die Neubeschaffung von Hut und Handschuhen wieder angefordert werden, dazu ist die Ausfertigung von zwei Fragebogen erforderlich .. * Während einer Arbeitsgerichtsverhandlung in Cham bemerkte der Richter, daß im Zuschauerraum zwei Leute rauchten. Er unterbrach sofort die Verhandlung und ließ den tJebeltäter vor den Richtertisch treten: „Damit sie sich ein für allemal merken, daß das Rauchen im Gerichtssaal verboten ist, gebe ich ihnen eine Ordnungsstrafe von fünf DM“. Bei der Feststellung der Personalien fragte der Richter: „Was sind sie von Beruf?“ Einer der armen Sünder antwortete schamhaft und leise: „Amtsrichter". einziehen wird. Howard Robertson, einer der bekanntesten englischen Architekten, der zu der Zehn-Nationen-Mannschaft gehört, Von der die Pläne entworfen wurden, meinte, „das fertige Gebäude wird das beste Zeugnis moderner Baukunst sein und über fast alle technischen Errungenschaften verfügen, welche die Neuzeit kennt“. Auch die Architekten aus Australien, England, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Schweden, Amerika und Rußland, die die Blaupausen anfertig' en, waren mit ihrer Kollektivarbeit zufrieden. „Das wird die richtige Werkstatt für den Weltfrieden“, meinten sie. Demgegenüber war der weltbekannte amerikanische Architekt Frank Lloyd Wright keineswegs begeistert. „Eine Arbeitsgemeinschaft wird es niemals zu einer guten Architektur bringen“, meinte er. „Jeder einzelne für sich würde es besser gemacht haben. Dieses Komitee hat sich einen monströsen und nur nach kommerziellen Gesichtspunkten entworfenen Grabstein für den Friedhof des Friedens geleistet.“ Der Laie, den die meisten Manifestationen moderner Architektur verblüffen, dürfte kaum imstande sein, über den architektonischen Wert des Baus ein Urteil abzugeben. Jedenfalls wird das UN-Gebäude in einer Stadt, auf die alles, was groß ist, schon Eindruck macht und für die technische Tricks wichtiger sind als ästhetische Gesichtspunkte, ohne Zweifel allgemeine Zustimmung finden. Allein schon die Klimaanlage, mit der die Delegierten. die an die verschiedenen Klimata gewöhnt sind, die Luftverhältnisse in ihren Räumen nach Belieben regulieren können, dürfte alle ästhetische Kritik aufwiegen. Nur für diese Anlage sind 80 km Rohr, 900 km elektrisches Kabel und täglich 150 000 Tonnen eiskaltes Wasser nötig. Andere Zahlen, die besonders amerikanischen Ohren immer imponieren, sind: für die 5400 Fenster werden fast 40 000 qm Glas gebraucht, vier Millionen Ziegelsteine werden verbaut werden, und vier Riesentanks, die 220 000 Liter Wasser fassen können, werden das ganze Gebäude versorgen. Das Geld wird der UN einstweilen von den USA geliehen. Nur ein Teil der Summe wird für das Hauptgebäude gebraucht, an dem jetzt gearbeitet wird. Der Rest ist für die große Tagungshalle der UN-Vollversammlung bestimmt. Die Taufende von Beamten, die von ihren Ländern hierher delegiert werden, werden in dem luxuriösesten Verwaltungsgebäude der Welt arbeiten. Ueberall wird es Femseh- und Radioanschlüsse geben, vor dem Gebäude werden große Parkplätze angelegt und in der Umgebung Läden- und Vergnügungsstraßen für alle Nationalitäten erstehen. Einstweilen sieht die Zukunft der UN recht trübe aus. Aber die Optimisten weisen darauf hin, daß die Berlin-Blockade gerade ihren Höhepunkt erlebte, als man mit den Bauarbeiten begann, und daß sich die internationale Spannung inzwischen erheblich gelegt habe. Doch ist nicht anzunehmen, daß die bombastische Architektur auf die sowjetischen Vertreter den heilsamen Einfluß ausüben wird, darüber ihre Veto« zu vergessen. (NP) Im Jahre 1939 suchten die ersten amerikanischen Radio-Firmen um die Lizenz für kommerzielle Femsehstationen bei der Federal Communications Commission in Washington nach. 1941 wurden die ersten drei Femsehstationen eröffnet. In diesem Sommer hatten 63 Fernsehstationen ihren regelmäßigen Dienst aufgenommen und Lizensierungsanträge für 327 neue Stationen liegen zur Bearbeitung vor! Ende 1945 gab es in U.S.A. 7000 Fernsehapparate in privaten Häusern. In diesem Sommer besaßen bereits 2 Millionen Familien Fernsehempfänger, und für 1951 liegt ein Produktionsprogramm für 6 Millionen Apparate vor. In zwei Jahren wird in Amerika der Besitz eines Fernsehapparates fast ebenso verbreitet sein, wie der eines Autos. Diese explosionsartige Entwicklung verändert das ganze Leben der Amerikaner. Noch. Anfang 1948 sah ich in New York viele Bars, die als Extrareklame in ihrem Schaufenster darauf aufmerksam machten, daß sie einen Fernsehempfänger über der Bar eingebaut hätten. Heute findet man kaum eine Bar in New York ohne „Television“. Das Barleben spielt bekanntlich für den Amerikaner eine große Rolle. Gemütliche Cafes, Konditoreien oder Stammtischrestaurants kennt der Amerikaner ja nicht. Er hängt über dem Bartisch, trinkt seinen Whisky oder ein kleines Bier und wechselt trockene, stereotype Bemerkungen mit seinem Nachbarn oder dem Barkeeper. Das Fernsehen hat diese Stimmung vollständig verändert. Alle Augen hängen jetzt an der flimmernden Glasplatte oben an der Wand, wo man Sportkämpfe; Wettrennen, Modeschau, Varietekünstler usw. sieht. Man folgt gespannt der letzten Phase des Rennens und hat ein Thema zur Unterhaltung. Auch die Filmindustrie beginnt sich auf das Fernsehen einzustellen, sie weiß nur noch nicht recht wie. Schon jetzt zeigt sich, daß viele Filmbesucher keine Lust haben, ins Kino zu gehen, wenn sie zuhause sitzen und sich gratis ein Programm ansehen können. Selbst das Radio merkt eine beginnende Veränderung. Die amerikanischen Radioprogramme werden bekanntlich von den großen Firmen bezahlt, die über den Rundfunk ihre Reklame betreiben. Das Fernsehen wird hier ein gefährlicher Konkurrent werden. Fem- sehreklame wirkt besser als nur gehörte Reklame, aber bisher kostet eine Stunde Fernsehprogramm 20 000 Dollar (!) und das ist viel, selbst für amerikanische Reklamebudgets. Nicht geringer als der Einfluß des Fernsehens auf das amerikanische Geschäftsleben sind die Veränderungen im amerikanischen Familienleben. Die Menschen bleiben mehr zu Hause. Heim und Familie wird mehr zu einem Mittelpunkt, als es lange der Fall gewesen ist. Aber andererseits spricht man weniger und liest weniger. Man sitzt im Dunkeln und guckt auf den Fernsehapparat. Das große technische Problem ist immer noch die Schwierigkeit, einen genügend großen Ausbreitungsradius für die einzelnen kommerziellen Stationen zu finden. Für Chicago und New York — 1200 km Abstand — hat man eine Lösung in einem Fernkabel mit Relaisestationen gefunden. New York und Chicago können die gleichen Programme sehen. Man experimentiert nun damit, Fernsehprogramme von hochfliegenden Aeroplanen auszusenden und rechnet damit, daß ca. 33 Stratosphärenmaschinen praktisch ganz USA mit Television versorgen könnten. (ONA) Malta amerikanischer Flottenstützpunkt ? Verkaufen sich die Malteser an die USA? — Britische Subsidien bleiben aus 100 Kilometer südlich Sizilien liegt Malta, schwierigen die Felseninsel im Mittelmeer, ein „Trittstein Gottes“ auf dem Seeweg nach Indien, wie ein frommer britischer Politiker sich einmal ausgedrückt hat. Nun, ein Trittstein Gottes ist diese Insel wohl weniger als ein Trittstein für die britische Seemacht, die im Laufe des achtzehnten ( und neunzehnten Jahrhunderts die Erde mit einem Netz britischer Stützpunkte zur Aufrechterhaltung und Sicherung ihrer weltweiten Seeverbindungen als Lebenslinie des Empire überzog. Im Jahre 1800 kam Malta als Kronkolonie an England. La Valetta, die Hauptstadt der nur 80 Quadratkilometer großen Insel wurde zum Kriegshafen ausgebaut und im Laufe der Jahrzehnte immer wieder den modernen kriegstechnischen Erfordernissen angepaßt. Noch während des zweiten Weltkrieges war Malta ein wichtiger britischer Stützpunkt im Mittelmeer. Von Malta aus starteten die Flugzeuge, die die deutsch-italienischen Konvoys bei der Überfahrt nach Afrika angriffen, dort fanden die britischen Schiffe und vor allem die U-Boote bei ihrem Überwachungsdienst immer wieder einen Stützpunkt. Sehr gemütlich war dieser Stützpunkt während des Krieges allerdings nicht, da auch deutsche Maschinen immer wieder über der Festung erschienen und den Hafen in Trümmer legten. Die Malteser hatten während des Krieges sehr stark unter den deutschen Angriffen zu leiden. Als Anerkennung erhielten sie nach Kriegsende das Georgskreuz und die innenpolitische und finanzielle Selbstverwaltung zurück, die der Insel im Jahre 1933 wieder genommen worden war, nachdem sie 1922 schon einmal die Autonomie erhalten hatte. Die Malteser waren damals über das britische Entgegenkommen begeistert. Heute sind sie jedoch sehr schlecht auf England zu sprechen. Die Insel befindet sich nämlich in aehr wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Bevölkerung — rund 300 000 Menschen — lebten bisher praktisch von der Bedeutung Maltas als Flottenstützpunkt. Über 14 000 Malteser arbeiteten im Hafen un,d auf den Werften, ein weiterer Teil der Bevölkerung lebte von den Pfunden, die britische Matrosen in den zahllosen Lokalen der Insel ausgaben. Der Rest betrieb Landwirtschaft oder arbeitete auf Büros und Amtsstuben. Fast über Nacht ist die große Baisse gekommen. War Malta bisher einer der bedeutendsten Stützpunkte Englands im Mittelmeer, so rangierte er nach der Inbesitznahme von Stützpunkten in der Cyrenaika plötzlich an letzter oder vorletzter Stelle. So begann Malta zu veröden. In den Werften wurden Entlassungen vorgenommen und britische Matrosen kamen mir noch in dünnen Rinnsalen an Land. Die schwierige Situation der übervölkerten InseL konnte anfänglich noch durch britische Subsidien in Höhe von 50 Millionen Pfund verdeckt werden. Als Schatzkanzler Cripps nach Möglichkeiten zur Verringerung der Staatsausgaben Ausschau hielt, wurden auch die Subsidien für Malta gestrichen. Der Ministerpräsident trug der Stimmung der Bevölkerung durch ein Ultimatum an England Rechnung, in dem die Lösung der Insel von England angedroht wurde. Der Ministerpräsident ging sogar noch einSn Schritt*' weiter: Er teilte London mit, daß er Malta den Amerikanern als Stützpunkt zur Verfügung stellen werde, wenn die Insel als Gegenleistung am Marshallplan beteiligt werde. Was wird England tun? Wenn' es Malta halten will, dann wird der Schatzkanzler immer wieder- tief in den Staatssäckel greifen müssen, um den heißblütigen Maltesern die hungrigen Mäuler zu stopfen. Es ist nun einmal so: Nicht das Georgskreuz, sondern der Hunger macht die Politik auf Malta. Und nicht nur auf Malta. PRD. / DIE AUSLESE Selbstzucht Mensch, du sollst dich selbst erziehen. Und das wird dir mancher deuten: Mensch, du mußt dir selbst entfliehen. Hüte dich vor diesen Leuten Rechne ab mit den Gewalten In dir, um dich. Sie ergeben Zweierlei: wirst du das Leben, Wird das Leben dich gestalten ? Mancher hat sich selbst erzogen; Hat er auch ein Selbst gezüchtet ? Noch hat keiner Gott erflogen, Der vor Gottes Teufeln flüchtet. Richard DehmeL Vergilbte Notenblätter erzählen Kieme Skizze rwn Wegrand des Kuhmes - Von Fiiedrkh Keller Der Wirt nahm mit bewußter Gleichgültigkeit das Blatt und las es am Fenster... Dem Hausknecht aiber wären fast die Augen übergegangen, als er wenig später seinen Herrn einen tiefen, tiefen Kratzfuß machen sah, den der schon wieder klimpernde Gast einfach übersah... Und das schien dem Wirt nicht einmal unangenehm zu sein, denn er stahl sich auf Zehenspitzen zur Tür, kratzfußte dort wieder Der dicke Wirt von der »Alten Poet“ ln knecht einen Wink mit ihm zu gehen und Halle an der Saale stand mißmutig hinterm schritt, wie zu einer ernsten Tat entschlos- Schankttsch und spülte die Gläser; und das sen, die Stiege zum ersten Stockwerk hinauf. Gesinde, das die Stuben fegte und die Stühle Dreimal pochte die Wirtsfaust gegen die zurechtrückte, -«ragte kaum ein lautes Wort Stubentür mit der Nummer drei. Dann trat und verschwand schneller, als er gekommen zu sagen, denn der Wirt war jähzornig und er ein und neugierig steckte hinter ihm der war.. unberechenbar, wenn er so schlecht geschla- Knecht den Kopf durch die Tür. fern hatte, -wie in den letzten drei Tagen... oder wohl besser Nächten. Eine halbe Stunde später saß er in der Werkstatt beim Schildermaler Bertram in Wie wollte er auch m Schlummer kommen, Plätzen auf. Einem Kavalier, der sie in seiner Wohnung aufnahm, entwendete sie gleichfalls einige Bekleidungsstücke. Einen anderen Mann in Braunschweig enttäuschte sie durch ihr einnehmendes Wesen für Wäsche- und Bekleidungsstücke in der gleichen Weise. Das Schöffengericht schickte die Einmietediebin für neun Monate ins Gefängnis. Der 23jährige vorbestrafte Franz B. aus Brühl und der ebenfalls vorbestrafte 21jährige Josef H. aus Bocholt gelangten im August in das Fremdenlegion-Anwerbungslager Offenburg. Franz hatte seines Vaters Rad versilbert und einen Arzt in Tübingen um 60 DM und die Aktenmappe erleichtert. Am 23. August stahlen die beiden in Offenburg dem Lagerfriseur einige Kleider. Josef, zeitweise stellvertretender Lagerfriseur, nahm bei der gemeinsamen Flucht sämtliche Friseurgeräte im Wert von 300 DM mit. Auf dem Karlsruher Bahnhof nahm sich die Polizei ihrer an und das Gericht bedachte Franz mit vier Ein neuer Hörsaal in der „Fridericiana“, dazu noch der schönste und schon früher — vor seiner Zerstörung beim Bombenangriff am 27. September 1944 — die Zierde der Anstalt, konnte gestern seiner Bestimmung übergeben werden. Nur wer die Verhältnisse kennt, unter denen nach Kriegsende der Studienbetrieb begonnen werden mußte, nur wer die Studenten im Winter unter Regenschirmen in den Hörsälen sitzen, die Dozenten in dicken Wintermänteln an den Pulten stehen sah, kann ermessen, was die Fertigstellung des großen, 352 Sitzplätze zählenden Saals im chemischen Institut in der Englerstraße für den Lehrkörper und die Studentenschaft der Technischen Hochschule bedeutet. Stolz und dankbare Freude sprachen aus den Worten, die der Direktor des chemischen Instituts, Prof. Dr. Scholder, gestern anläßlich der Uebemahme des neuen, aufs Modernste eingerichteten Hörsaals vor einer großen Zahl geladener Gäste und einer noch größeren Schar in den Stuhlreihen bis hinauf zum „Olymp“ sitzenden Studentinnen und Studenten' seiner Eröffnungsvorlesung über die Grundlagen der experimentellen Chemie vorausschickte. Sein Dank galt insbesondere den anwesenden Förderern der „Fridericiana“ und ihres Wiederaufbaus. Ministerialrat Dr. Thoma, Reg.-Dir. Heidelberger, dem ver- nische Ausführung abzuverlangen. Eine Reihe von Abbildungen zeigte, daß die Kunst des Holzschnittes gerade heute wieder manch namhaften Vertreter — nicht wenige davon in Karlsruhe — aufzuweisen hat, Vertreter, die in der Kompositionssprache der Gegenwart den Holzschnitt wieder zu einem unmittelbaren und volkstümlichen Aussageelement erheben. iwe. „Die Mystik Rilkes im Stundenbuch“ Im Rahmen einer Veranstaltung des Amerikahauses sprach gestern C. Frey über „Die Mystik in Rilkes Stundenbuch“. Von den Begriffen Künstlertum und Mystik ausgehend führte der Redner in die Geisteswelt Rilkes, des Dichters, der Künstler und Mystiker zugleich war, und der aus der Spannung und dem Bemühen, innere Gegensätze zu versöhnen, die Kraft zog, Unsägliches zu sagen, Unaussprechliches auszudrücken. Es war kein Schauen im eigentlichen Sinne, das Rilke zu Gott führte. Er ertastete ihn. In tiefster seelischer Sammlung wurden ihm die geheimsten Regungen Gottes offenbar. Die Erkenntnis der göttlichen Unermeßlichkeit, der Gedanke des Todes und das Streben nach Einswerdung mit dem All sind Grundmotive, die in unerhört bildreichem Ausdruck, in tiefer, gedankenreicher Synthese das Stundenbuch durchziehen. Zugleich wird Gott nicht nur als Seiendes, sondern zugleich als Werdendes, an dem die Menschen bauen, erahnt. Die klar formulierten, eindringlichen Worte C. Freys erfuhren durch die Mitwirkung Rita Grauns, die in warm und intensiv gestalteten Lesungen aus dem „Stundenbuch“ Rilkes Geist beschwor, eine dankenswerte Ergänzung. -ck. Arbeit für den Frieden Sofie A p o 1 a n t, als deutsche Emigrantin seit 1940 in Basel lebend, sprach in der überparteilichen Frauengruppe über den Christlichen Friedensdienst. Die Rednerin ist als evangelische Theologin seit Jahren in dieser Bewegung tätig in dem unermüdlichen Bemühen, nicht nur allgemein für den Frieden einzutreten, sondern den bestehenden Völkerhaß durch opferbereite Liebe zu überwinden. Die Mitglieder der von einem französischen Offizier nach dem ersten Weltkrieg begründeten Vereinigung finden sich über alle Grenzen hinweg in ihrem gemeinsamen christlichen Glauben, aus dem heraus es schon in zahlreichen Fällen gelungen ist, trennende Schranken zwischen den Angehörigen der verschiedensten, früher feindlichen Nationen im versöhnenden Geiste lebendiger Hilfsbereitschaft zum Verschwinden zu bringen. Einbezogen in diese Arbeit ist auch die Fürsorge für jüdische Menschen, deren wahrhaft erschütterndes Schicksal durch die Jahrhunderte hindurch die Vortragende mit beredten Worten zu schildern verstand. Ca. Monaten und einer Woche und seinen rückfälligen Gefährten mit einem Jahr Bau. Um am Tanzvergnügen teilnehmen und ihren Freund mit einem anderen Kleid überraschen zu können, entwendete die 22jährige vorbestrafte Gertrud R. einer Näherin ein seidenes Sommerkleid. Als Nachwehen des Tanzvergnügens blieben vier Wochen bei Wasser und Brot, ohne Tanzgelegenheit . . . Vom Fernweh erfaßt, verließ der 18jährige Wolfgang E. seine Mutter in Berlin. Zuerst versuchte er über die holländische Grenze zu Verwandten zu gelangen und wurde dort ebenso erwischt wie bei dem weiteren Versuch über Garmisch nach Oesterreich zu kommen. Er trieb sich in allen Westzonen zwischen Hamburg, dem Ruhrgebiet und München umher. In Obertiefenbach bei Limburg entwendete er ein Fahrrad und 2 Arbeitshosen. Das Rad verkaufte er für 50 DM. Auch ein von einem Kameraden im Caritasheim in Essen- Borbeck entliehenes Fahrrad nahm er mit und verkaufte es in Duisburg für 40 DM. Bei seiner Festnahme in Karlsruhe Ende August gab er sich als Günther Prüsky aus. Unter diesem Namen ließ er sich auch im Gefängnis registrieren. Vor dem Amtsgericht bezog er acht Monate Gefängnis und eine Woche Haft. Er hat genug von der Wanderschaft und will, wenn seine Strafzeit um ist, zu Muttem nach Berlin zurückkehren. ht. dienten Ehrensenator Dr. Freudenberg und dem mit der Leitung des Wiederaufbaus betrauten Oberbaurat Koch; in gleichem Maße aber auch allen anderen an der Ausgestaltung des neuen Saales Beteiligten, vom Bauführer bis zum Hilfsarbeiter. Einen besonderen Aufruf, durch maximale Leistungen sich des Werkes würdig zu erweisen, das aus der Kraft des ganzen Volkes für den akademischen Nachwuchs geschaffen wurde, richtete Prof. Scholder an die Studentenschaft. Und er schloß seine einleitende Ansprache mit dem Wunsch, das Ziel, dem auch die Arbeit in diesem neuen Saale dienen solle, die Schaffung eines geeinten friedlichen Deutschlands, möge bald erreicht sein. -d- Das Sommersemester 1949 des Bad. Staatstechnikums Karlsruhe wurde Ende Juli mit insgesamt 759 Studierenden beendet. Der Rückgang um 71 Studenten in den oberen Semestern gegenüber dem Winterhalbjahr 1948/49, ‘das mit 830 Studenten abschloß, ist auf die Nachwirkungen der Währungsreform zurückzuführen. Der Zugang in die Vor- und Fachsemester dagegen ist normal geblieben. Aus Raummangel können vorläufig noch keine Doppelsemester geführt werden, während andererseits aus pädagogischen Gründen die Zahl 30 in der Semesterbelegung nicht überschritten werden soll. Ein großer Teil der Aufnahmesuchenden mußte daher für spätere Semester vorgemerkt werden. Bei den Aufnahmeprüfungen zum Vorsemester haben von den 129 Kandidaten 103 bestanden, und nach einer Ausleseprüfung für das 1. Fachsemester konnten 66 von 96 Prüflingen ihr Studium fortsetzen. Die 656 Studierenden der 26 Fachsemester verteilen sich auf sieben Semester des Hochbaues mit 180. auf vier Semester de® Tiefbaues mit 95, auf zwei Semester der Vermessungstechnik mit 50, auf In einer Mitgliederversammlung des Ange- stellten-.Verbandes (Ortsgruppe Karlsruhe) erklärte der Landesverbandsvorsitzende Max Ehrhardt (Stuttgart) im Verlaufe seines Referats über berufs- und gewerkschaftspolitische Aufgaben der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft, daß der Verband, der nach den Beschlüssen des Münchner Kongresses völlig allein stehe, in den kommenden Monaten eine Bewährungsprobe abzulegen habe. Die Existenz der Angestelltengewerkschaft als Berufsgewerkschaft werde nämlich von außen bedroht. Es sei außerordentlich bedauerlich, so sagte der Vorsitzende, daß verschiedene Gewerkschaftsgruppen, mit denen man seit Kriegsende zusammengearbeitet habe, heute eine feindselige Haltung einnehmen und daß die DAG nicht in den Gesamtblock der fünf Millionen aufgenommen worden sei. Die Gegenseite begehe jedoch einen Denkfehler, wenn sie annehme, der Verband habe nach Ausschluß aus dem Gewerkschaftsbund aufgehört zu existieren. Der Unterschied zwischen den Mitgliederzahlen (die DAG zähle 230 000 Mitglieder) spiele keine Rolle. Die Antwort auf diesen Angriff könne, wie der Redner weiter ausführte, nicht in einem verbissenen Zurwehrsetzen, sondern allein in einer zielbewußten, innerorganisatorischen Gestaltung bestehen, die den Berufsgruppen als Grundlage ihrer Arbeit und zur Befolgung einer gemeinsamen Linie dienen soll. Er sei davon überzeugt, daß die Funktionäre ebenso gehört werden müßten wie die Vertreter der allgemeinen Gewerkschaften, und es stehe auch fest, daß alle Zusammenarbeiten müssen, um die Probleme lösen zu können, die das Heimatvertriebene feiern gemeinsam Weihnachten Sämtliche Organisationen der Heimatvertriebenen und die Flüchtlingsvertrauensleute haben beschlossen, die Weihnachtsfeiern in diesem Jahr gemeinsam zu begehen. Zu diesem Zweck wurde ein vorbereitender Ausschuß gebildet, dem Vertreter des Kreisverbandes der IDAD, der Landsmannschaften der Schlesier und Nordostdeutschen, des evangelischen Hilfskomitees, der deutschen Landeskirche aus Jugoslawien, der Flüchtlingsvertrauensleute und Vertreter des Stadtrates der Stadt Karlsruhe angehören. Dieser Ausschuß hat bereits mit' den vorbereitenden Arbeiten begonnen. Einweihung der Karlsruher Friedenskirche Die Friedenskirche in Karlsruhe-Weiherfeld, die vom Weltkirchenrat gestiftete Notkirche, wird am Sonntag, den 19. Februar, von Landesbischof D. Bender eingeweiht werden. In nicht viel mehr als einem Jahr ist diese Kirche dank der opferbereiten Mitarbeit der Gemeinde im Weiherfeld und der Unterstützung der Gesamtkirchengemeinde Karlsruhe errichtet worden. Nachdem bereits am 9. Mai das Richtfest gefeiert werden konnte, ist es nun so weit, daß die jüngste evangelische Gemeinde Karlsruhes in ihr neues Gotteshaus einziehen kann. Werbung — einmal anders Gestern Abend gab sich eine ansehnliche Anzahl gewinnlustiger Karlsruher im Kaffee Museum ein Stelldichein. Kein Wunder: Von den 44 an der Firmenwerbung beteiligten Geschäftshäusern waren für die aufmerksamen Beobachter ihrer Schaufenster und Auslagen zum Teil recht ansprechende Preise in Aussicht gestellt worden. Werbung — einmal anders. Warum nicht? Karlsruher Marktbericht Kleinverkaufspreise in Pfennigen je 500 g: Speisekartoffeln 9 (5 kg 85), Rosenkohl 65—70, Blumenkohl inl. 50—55, ausl. Stück 90—120, Rotkraut 12, Weißkraut 13, Wirsing 20—25, Spinat 20—25, Karotten Bund 10—15, Gelberüben 15 bis 18, rote Rüben Bund 13—15, weiße Rüben 10, Kohlrabi Stück 10—12, Schwarzwurzeln 80, Lauch 30 (Stück 5—12), Kopfsalat Stück 15—20, Envidiensalat Stück 15—20, Feldsalat 100—140, Sellerie 30 (Stück 15—70), Meerrettich 150—180, Rettiche Stück 15, Bund 15, Zwiebeln 18—20, Tomaten 20—25, Sauerkraut 25, Tafeläpfel 30 bis 40, Kochäpfel 25, Tafelbirnen 30—40, Kochbirnen 25, Quitten 38—40, Nüsse 190, Trauben 60—70, Orangen Stück 20—35, Zitronen 80—100 (Stück 15—20), Eier Klasse B 52. sieben Semester des Maschinenbaues mit 179 und auf sechs Semester der Elektrotechnik mit 152 Studenten. Bei den vier Abschlußexamina konnten sämtliche 170 Kandidaten ihr. Studienziel als „Staatlich geprüfte Ingenieure“ bestehen. Soweit bekannt wurde, haben bereits alle 25 Absolventen des Hochbaues eine Anstellung gefunden, während ein größerer Teil der Ingenieure der übrigen Abteilungen noch auf Verwendung im Wirtschaftsleben warten. Insgesamt 120 Studierenden konnten Studienbeihilfen in Höhe von 6125 DM gewährt werden, weitere 74 kamen in den Genuß staatlicher bzw. kommunaler Stipendien. Ferner wurden der Mensa vom Staat zur Verbilligung der Mahlzeiten 6000 DM zur Verfügung gestellt. . Der Gesarr.tlehrkörper des Bad. Staatstechnikums zählte wie vor dem Kriege 47 hauptamtliche Dozenten. Reihenuntersuchungen des Staatl. Gesundheitsamtes ergaben ein zu- . friedenstellendes Bild über den Gesundheits- • zustand der Studierenden. zwanzigste Jahrhundert auf die Tagesordnung stelle. Ehrhardt berichtete u. a. von einer kleinen Begebenheit aus dem Gewerkschaftskongreß in München, die es vielleicht verdient, hier noch erwähnt zu werden. Als, wie der Spre-. eher erklärte, ihm das Wort erteilt worden sei, hätten die Vertreter der Gewerkschaft dfer Oeffentlichen Dienste „auf Befehl' den Sitzungssaal verlassen müssen. Der Referent meinte, dieses Verhalten verrate wenig Toleranz und Kollegialität. Fr.; Handwerker und Gewerkschaftler diskutierten Wie sehr allen interessierten Stellen die Berufsausbildung unserer Jugendlichen am Herzen liegt, beweist die in diesen Tagen in Karlsruhe stattgefundene Aussprache zwischen Vertretern der Handwerks und der Gewerkschaft. Kreishandwerksmeister Fink schilderte hierbei die großen Schwierigkeiten, die der Berufsausbildung heute im Wege stehen und empfahl, die Fragen der Berufsausbildung auf Bundesebene, zu lösen. Der Sachbearbeiter für Berufsausbildung des württembergisch-badischen Gewerkschaftsbundes, Bleicher - Stuttgart, sprach sich für eine stärkere Unterstützung der gewerblichen Berufsausbildung durch den Staat aus, während Dr. Schaber dieses Problem von der Perspektive des Arbeitsamtes beleuchtete. D r. Sturm von der Abteilung Arbeit beim Landesbezirkspräsidenten nahm zu Fragen des Lehrvertragsrechts Stellung. Rheinwasserstände vom 4. November 1949 Konstanz 251, —1; Breisach 72, +9; Straßburg 121, +1; Maxau 285, —1; Mannheim 108, +1. Die „Fridericiana" hat ihren schönsten Hörsaal wieder Prof. Dr. Scholder: „Ein Werk des Volkes für seinen akademischen Nachwuchs“ Aus Karlsruher Vortragsälen Probleme der Städteplanung in USA und Deutschland 170 neue Ingenieure beim Staatstechnikum ... ... aber die meisten haben noch keine Anstellung — Bilanz des Sommersemesters Toleranz immer noch ein fremdes Wort Angestelltenverband bedauert das Verhalten einiger Gewerkschaftsgruppen iiuM nut 1 pulsen. Effdcll ßetwfeßil Samstag, den 5. November 1949 KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Nummer 216'/ Seite T Karlsruhe im Spiegel der Veranstaltungen Die alten Straßenbahner trafen sich Die im Ruhestand lebenden Beamten, Angestellten und Arbeiter des Städtischen Straßenbahnamtes hatten sich dieser Tage auf Einladung des Betriebsrates zu einer von Darbietungen des Musik- und Gesangvereins und der Theaterabteilung der Straßenbahner umrahmten geselligen Veranstaltung in der Kantine des Bahnamtes zusammengefunden. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Betriebsratsvorsitzenden Streib, der insbesondere Oberbaurat Riedinger als den Vertreter des Bahnamtes und die Vertreter der Gewerkschaften, Flößer und Faßbender, herzlich willkommen hieß, forderte Gewerkschaftsvorsitzender K. Flößer die heran- wachsende Jugend auf, im Sinne der alten Vorkämpfer der Gewerkschaftsbewegung weiterzuarbeiten. Betriebsrat Deck brachte in seiner Ansprache den Willen der Straßenbahnerjugend zum Ausdruck, die Arbeit der alten Gewerkschaftler stets als leuchtendes Beispiel zu betrachten. Die Versammelten beschlossen, ihren Kollegen Hill als Vertreter der mehr als 100 Straßenbahner-Ruhestandsbeamten in den Ausschuß der Fachgruppe „Ruhestandsbeamte der Gewerkschaft öffentliche Dienste“ zu entsenden und alljährlich in Zukunft eine solche Zusammenkunft zu veranstalten. Bunter Abend zu Gunsten Notleidender Zu einem „Bunten Abend“ hatte das Hilfswerk der Ev. Kirche, Bezirksgruppe Karlsruhe, am Donnerstagabend eingeladen, um mit dem Erlös aus dieser Veranstaltung notleidenden Gemeindemitgliedern helfen zu können. Nicht nur dieser wohltätige Zweck, sondern auch das ausgezeichnete Programm des Abends hätten wahrhaftig einen besseren Besuch verdient, zumal er unter dem Motto stand: „Unter Menschen Mensch sein!“ Hagen Kurz, Violine, und Roland Pelz, Klavier, eröffneten den klassischen Teil des Abends mit dem Adagio aus dem Violin-Konzert g-moll von Max Bruch. Lore Paul, Else Blank, Elfriede Haberkorn-Schöpflin, Adolf Schöpflin und Paul Kachelrieß ernteten für ihre gesanglichen Darbietungen herzlichen Beifall, der auch dem einfühlsamen Begleiter am Flügel, Rolf n Schickle, galt. Ellen Glück eroberte sich die Herzen der Freunde des Tanzes, und Ludwig Fischer band einen Strauß von heiteren Versen um die Darbietungen. Die Musik des modernen Programmteiles bestritt die Five Stars Band mit ihrem Dirigenten Roland Pelz. Karl Mehner übernahm die Ansage, und Ludwig Fischer verwandelte sich in einen „Preisrätselminister“. Die Teilnahme am Preisraten war eine lohnende Angelegenheit, in erster Linie für die Gewinner, die freudestrahlend mit beachtlichen Preisen heimwanderten. us. Gedenkstunde im Schwarzwaldverein Seine letzte Veranstaltung widmete der Schwarzwaldverein dem Andenken seines langjährigen Schatzmeisters Wilhelm Eisele, der während des Krieges ums Leben gekommen ist. Der Vorsitzende des Vereins, Studienrat Linz, gedachte der Verdienste des ehemaligen Schatzmeisters um den Schwarzwaldverein, den er während des Krieges längere Zeit an Stelle des einberufenen 1. Vorsitzenden leitete. Von Eiseies Frohnatur und Wanderlust zeugten die schönen Farbaufnahmen, die den Verstorbenen noch einmal im Kreise froher Wanderer zeigten. Auch die zahlreich , erschienenen Angehörigen seiner früheren Dienststelle, des Ministeriums für Kultus und Unterricht, bekundeten durch die Teilnahme an der Veranstaltung ihre Anhänglichkeit an den einstigen Mitarbeiter. ^ Rund um den Haushalt ... . . . führte der Vortrag, den Frau Hertha Hofmann, Heidelberg, bei dem Hausfrauennachmittag hielt, zu dem am Freitag in den Zieglersaal eingeladen war. (Die angekündigte Rednerin, Frau Else Pelz-Langenscheidt, Kassel, war verhindert.) Unter eindringlichem Hinweis auf die Vielseitigkeit der Hausfrauentätigkeit, deren Anerkennung als vollwertige Berufsarbeit die Sprecherin forderte, rief sie auf zu einer Wiederbelebung des vor 1933 bestehenden Hausfrauenvereins, der die Interessen der Hausfrauen auch in der Oeffentlichkeit zu vertreten in der Lage ist. Daneben gab es viele nützliche Winke für die Verwendung der neu aufgetauchten Markenartikel bekannter Firmen: Henkel und Oetker, Schüle-Hohenlohe, Freudenberg und Mouson, sowie der Bielefelder Glanzstärkefabrik und der vereinigten Kaffeefabriken Kathreiner und Franck. Die Güte der herausgestellten Fabrikate wurde, soweit mög- , lieh, durch Kostproben vorgeführt. Eine anschließende Verlosung beschloß die überaus Stark besuchte Veranstaltung zu allgemeiner Zufriedenheit. ca. Handharmonika-Konzert in Knielingen Das Orchester des Knielinger Handharmonika- Clubs, unter der Leitung von Willi Wien, gab am Sonntagabend sein Spätjahrskonzert. Wir haben in der Besprechung des letzten Konzertabends schon darauf hingewiesen, daß das kleine Orchester des Clubs über ein sehr gut durchdachtes und gefälliges Spiel verfügt. Heute können wir diese Meinung nur unterstreichen. Die einzelnen Vortragsstücke des reichhaltigen Programms — meist von Strauß, Zeller und Suppe — erfuhren wie gewohnt eine einwandfreie Wiedergabe. Gustl Schwarzmeier und Helmut Wüst gaben wieder einmal Proben ihres solistischen Könnens, so daß das musikalische Gesamtbild äußerst vielfarbig war. — Onkel Holz besorgte für den erkrankten Sepp Sonntag die Ansage. In fröhlicher Runde feierte man anschließend bei Tanzmusik den schönen Erfolg. Fr. Beginnende Milderung Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe gültig bis Montagfrüh: Am Samstag heiter oder leicht bewölkt, Höchsttemperaturen 4 bis 8 Grad. In der Nacht nochmals Fröste bis minus 4 Grad. Am Sonntag zum Teil stärker bewölkt, gebietsweise neblig. Unsere Leser melden sich zu Wort Die Knappheit des uns zur Verfügung stehenden Raumes gestattet es leider nicht sehr häufig, die mitunter recht zahlreichen Zuschriften unserer Leser zu aktuellen, lokalen oder anderen Problemen zu veröffentlichen. Heute haben wir nun eigens zur Unterbringung einiger Leserzuschriften einen gewissen Raum freigemacht. Dabei haben wir diejenigen ausgewählt, von denen wir annehmen, daß sie auch den weitaus größten Teil unserer Leser interessieren werden. Hausfrauensorgen, Südweststaatprobleme, die Massenkündigung beim Staatstheater und Beschwerden gegenüber der Bundesbahn sind einige solcher Fragen, welche die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit verdienen. Und nun also haben die Leser selbst das Wort. D. Red. Hat der Stadtrat nichts dazu zu sagen? Eine ganze Reihe von bei uns in den letzten Tagen eingegangenen Zuschriften beschäftigen sich mit den vor acht Tagen beim Staatstheater ausgesprochenen Massenkündigungen. Im wesentlichen wenden sich alle diese Aeußerungen gegen die Kündigung des Schauspielpersonals. Nachstehend geben wir der Zuschrift eines Karlsruher Bürgers zu diesem Problem Raum. 1. Der kulturell wichtigste Zweig des Theaters ist "das Schauspiel. Das Schauspiel der Karlsruher Bühne hat eine große Tradition, und jedes Theater-Publikum hat stets ein ganz besonderes Verhältnis zu seinen Schauspielern, das durch Gastspiele fremder Ensembles nicht zustande kommen kann. 2. Die größten Platzmiete-Organisationen, die Volksbühne, Kunst^emeinde und die Schülermiete unseres Stadtkreises und Landkreises, sind vom Verwaltungsrat bei seinem Beschluß nicht angehört worden. Wer hat die vielen anderen Abonnenten überhaupt gefragt? 3. Bei der Bespielung unseres Badischen Staatstheaters durch auswärtige Bühnen spricht man nur vom Nationaltheater Mannheim. In der Hauptsache meint man aber Groß-Stuttgart, das Pforzheim. Karlsruhe und auch Mannheim bespielen wird. 4. Auch in Groß-Stuttgart wurde dem Bühnenpersonal gekündigt — aber nur vorsorglich. Diese Kündigungen haben höchstens den Zweck, Personal-Umbesetzungen und Gagen- Aenderungen herbeizuführen. Vielleicht werden diese Kündigungen stillschweigend wieder zurückgenommen. 5. Der Karlsruher Stadtrat hat am 11. Okt. 1949 in einer öffentlichen Sitzung, die sich bis in die Abendstunden -ausdehnte, eine großangelegte Theater-Debatte durchgeführt, in der die Sprecher aller Parteien eingehend Stellung bezogen. Außerdem sprachen: Oberbürgermeister Topper, Stadtkämmerer Dr. Gurk, der stellvertretende Landesdirektor Ministerialrat Dr.Thoma und Staatsintendant W o 1 f f. Alle Sprecher waren sich darin einig, daß das Badische Staatstheater im Interesse, der Volkskultur auf seiner künstlerischen Höhe gehalten werden muß. Das war vor drei Wochen. In diesen drei Wochen kann sich die finanzielle Lage Württemberg - Badens nicht grundlegend geändert haben. Dennoch haben die Vertreter des Stadtrats im Verwaltungsrat einem so folgenschweren Beschluß des Verwaltungsrats zugestimmt, ohne daß der Gesamtstadtrat Gelegenheit hatte, dazu Stellung zu nehmen. Die Zustimmung ist umso unbegreiflicher, als Stadtverwaltung und Stadtrat erst kurze Zeit vorher die Gelder zum Bau des kleinen Theaters bewilligt haben. Dann wäre es besser gewesen, Wohnungen zu bauen. 6. Die württemberg-badische Regierung hat dem nordbadischen Landesteil die volle Erhaltung seiner kulturellen Einrichtungen garantiert. Was sind solche Garantien wert, wenn wichtige kulturelle Einrichtungen in Nordbaden schon vor der Volksabstimmung beseitigt werden? Heute ist es das Schauspiel, der wichtigste Teil des Badischen Staatsthe- atere. Morgen sind es die badischen Hochschulen. Auf dieselbe Weise kann man auf den Gedanken kommen, dadurch Einsparungen vorzunehmen, daß man z. B. bestimmte Abteilungen der Technischen Hochschule Karlsruhe mit Stuttgart zusammenlegt. Ein Bürger. gendes erwähnt: Täglich verläßt 12.06 Uhr ein Personenzug in Richtung Graben-Neudorf den Karlsruher Hbf., gleich wird 12.59 Uhr ein weiterer hinterhengejagt. Der Abstand beträgt nicht einmal eine Stunde. Wenn erstgenannter später gelegt wäre, dann könnten bestimmt viele Beschäftigte ihr Mittagsmahl zu Hause einnehmen, aber von 12.00 Uhr bis 12.06 Uhr kann der Bahnsteig und somit der Zug nur von Leuten erreicht werden, die direkt im Bahnhof oder ganz nahe am Bahnhof ihren Arbeitsplatz haben. Dagegen kann z. B. gerade an Samstagen, was wichtig ist, derjenige, der den Zug 12.59 Uhr nicht benutzen kann, weil seine Arbeitszeit entweder 12.30 Uhr oder 13.00 Uhr endet, glücklich um 17.53 Uhr nach Hause fahren. Kommt das alles von Stuttgart? Dann gibt es nur die eine Parole: ja keinen Südweststaat! f G. R. Bäume wachsen nicht von oben nach unten! Zum Thema „Südweststaat — Baden“ nimmt ein Leser wie folgt Stellung: Dieses unantastbare Naturgesetz sollte — erst recht in der heutigen „demokratischen“ Welt — als Richtschnur, vor allem auch in der Politik, gelten. Wenn das „Volk“ in Wahrheit regieren soll, dann kann man ihm niemals sein Grundrecht bei der Entscheidung über seine ureigensten und wichtigsten Belange schmälern oder gar vorenthalten. Andernfalls ist das ganze Gerede von der Demokratie eine glatte Farce. Der heutige Stand der Streitfrage: Selbständige Länder oder Südweststaat, war von jedem nüchtern und real Denkenden längst vorauszusehen. Vernebelungen erfordern eben immer eine gewisse Zeit, bis sie durch gesunden, 'klärenden Luftstrom wieder vertrieben werden können. Selbstverständlichkeit bleibt, daß die einzelnen Volks- und Länderteile des „geplanten“ Südweststaates zu allererst einmal ihre Stimme betreffs der Wiedervereinigung abzugeben haben und dann erst sich mit der Idee des Südweststaates auseinandersetzen. Wie die Abstimmung für den letzteren dann ausfallen dürfte, gehört wohl kaum unter die Rätsel. Und das ist es, was man im Schwabenland, besonders aber in seiner Metropole fürchtet. Darum versucht man, den Baum von oben nach unten wachsen zu lassen; von „oben“ her alles, selbst unter einer Art Zwang, zu bestimmen, nach Wunsch zu deichseln! Alte Uebel trotz neuer Firmenbezeichnung Mit Mißständen bei der Bundesbahn beschäftigt sich die nachstehende Leserzuschrift, die einen besonders prägnanten Fall herausgreift. Es wäre zu wünschen, wenn die Darstellung dieses Mißstandes dazu führen würde, daß man seitens der maßgeblichen Stellen schleunigst seine Beseitigung veranlaßt. Schon bei der Deutschen Reichsbahn wurde viel von den guten Seiten ihrer Einrichtungen geschrieben und gesprochen. Wir erinnern uns dabei an den Tanz-Expreß, an verbilligte Sonderzüge, Fahrten ins „Blaue“ etc. Die jetzige Bundesbahn, eine wunderbare Bezeichnung, erfreut sich des guten Rufes, diese nennenswerten Vorzüge übernommen zu haben und fügt sogar schnellere Verbindungen — Fahrtverkürzungen — von Rarls- tuhe nach Basel usw. hinzu. Gewiß sind dies erfreuliche Verbesserungen und damit Zeichen von Vor- bzw. Aufwärtsbestrebungen seit dem Zusammenbruch, die nur zu begrüßen sind. Die Bundesbahn hat jedoch leider, auch bei dem letzten Fahrplanwechsel, übersehen, kaum tragbare Mängel zu beheben und fährt weiter wie unsere verstorbene Deutsche Reichsbahn. Der Zug Nr. 3502, der 6.45 Uhr Karlsruhe- Hbf. mit den ersten Werktätigen erreichen soll, trifft sehr selten pünktlich ein. Mancher Arbeiter spürt das verspätete Eintreffen am Zahltag, an welchem sich neben den nicht geringen Abzügen für das Finanzamt weitere Abzüge für verspätetes Eintreffen auf dem Arbeitsplatz stellen. Es wäre doch wirklich an der Zeit, zu untersuchen, warum dieser Arbeiterzug in Graben-Neudorf nicht pünktlich startet. Er kommt da gut. b 7 w. voll besetzt in Friedrichstal an, hat dort ungewöhnlich langen Aufenthalt, und die Mitreisenden müssen' sich mit einem unbequemen Stehplatz begnügen oder die Plattform benutzen. Die Fahrt geht weiter nach. Blankenloch auf das Neben- oder Ueberholungsgleis, so daß es den Passagieren bange wird, ob nicht ein gemütlicher langer Güterzug das Vorfahrtsrecht hat. Jetzt kommen die ärmsten Teilnehmer. Für sie gibt es nur schieben und schieben, um überhaupt in oder auf die Wagen zu gelangen. Die bedauernswerten Mitreisenden müssen sich mit einem o-def zwei Armen. an das Gepäcknetz hängen, weil das Stehen häufig unmöglich ist. Die Verspätung wird verständlicherweise auf jedem Bahnhof größer. Leider, oder vielleicht Gott sei Dank, findet man in diesem Zug keinen Schaffner, der eine Fahrkartenkontrolle durchführt. Das müßte den dazu bestimmten Bediensteten zur Pflicht gemacht werden und gleichzeitig die Ueberwachung bzw. das Einhalten der Nichtraucherabteile, damit an maßgeblicher Stelle dieser nennenswerte Zug bekannt wird. Sollten tatsächlich diese Mißstände in Stuttgart bestimmt werden, dann sind wahrscheinlich alle Benützer des Zuges Nr. 3502 mit Recht gegen den Südwestsfaat. Eines Tages werden die Wagen noch ihrer Dächer beraubt; mit einer Beleuchtung dürfen die Benützer sowieso kaum rechnen. In diesem Zusammenhang sei nur noch fol- Der tapfere Südbadener Wohieb weiß sehr wohl um was es geht und was er will. Seine Widersacher treiben Spiegelfechterei. Die „Geschäftstüchtigkeit“ der Schwaben ist weltbekannt, und keine noch so pfiffige Tarnung kann nach den bisher gemachten reichlichen Erfahrungen über ihre Absichten hinwegtäuschen. Darum: Hände weg von der Volksabstimmung über die Wiedervereinigung, die der ganzen Angelegenheit vorauszugehen hat. Badisches Volk, sei auf der Hut! Fordere und verteidige dein Recht! August Müßle, Karlsruhe, Gerwigstr. 13 Die herzerfrischende Antwort einer Hausfrau Auf den Artikel „Wenn ihm die Sekretärin besser gefällt“ auf unserer Frauenseite vom 25. Oktober erhalten wir eine ebenso offenherzige wie lehrreiche Antwort, die wir nachstehend im Wortlaut wiedergeben. Liebe Zeitungsfreundin! Ich kann nicht anders, als nun doch auf Ihren Artikel „Wenn ihm die Sekretärin besser gefällt“ zu antworten. Das geschieht etwas verspätet, aber als vielbeschäftigte Hausfrau und Mutter kam ich leider nicht eher dazu. Der Brief, das muß ich leider schon sagen, ist eine Beleidigung für mich und alle, die in der gleichen Lage sind, deren Männer im Geschäft mit Sekretärinnen und andern jungen Mädchen umgehen müssen. Aelter werden nicht nur wir Frauen, sondern auch unsere Männer, und statt „Krähenfüße“ sollte man ruhig „Sorgenfalten“ sagen, die viel tiefer sitzen und sich mit Creme nicht beseitigen lassen. Gepflegt und ordentlich sehen wir trotzdem aus. Wer nicht dafür sorgt, ist eine Schlampe, die Sie, liebe Freundin, auch mit Ihrem Artikel nicht ändern werden. Gute Creme, gute Seife, Kölnisch Wasser brachte jedoch früher der Mann wie selbstverständlich mit nach Hause. Heute unterbleibt es, da das Geld zu knapp ist; meinen Sie im Ernst, daß man es vom Wirtschaftsgeld, das nie reicht, plötzlich erübrigen könnte? Hausfrauenhände können nicht so aussehen wie die der jungen Mädel, die im Büro arbeiten. Müßten sie einmal 6 Wochen Küchen- und Hausarbeit tun, so wäre der Beweis da. Meinen Sie nicht auch, liebe Freundin, daß wir Hausfrauen und Mütter uns liebend gern mal etwas moderner und besser kleiden würden? Die jungen Mädchen können sich als Alleinverdiener anschaffen. was sie brauchen. Neue schicke Sachen wirken zudem bei jungen Menschen natürlich noch viel vorteilhafter, als alte gewendete und mühsam auf neu gearbeitete bei älteren Menschen. Für eine Mutter mit Heranwachsenden Kindern blieb seit Jahren und bleibt jetzt weniger denn je etwas übrig. Immer wieder muß sie zurücktreten vor dringenderen Anschaffungen und Ausgaben. Sie tut es aber immer wieder und tut es gern im Interesse der Familie. Nur kränkend ist es und tut weh, wenn man lesen muß, daß oft die eigne Frau daran schuld ist, daß ihm die Sekretärin besser gefällt. Es ist natürlich angenehmer, junge frische Menschen um sich zu haben, die man auch noch beliebig wechseln kann, als auf die alternde Frau, die nach 20jähriger Ehe schließlich nicht mehr gleich jung und schön aussehen kann wie vor der Ehe, angewiesen zu sein. Margarete Q u a n d t. Versammlungstermine der Parteien SPD. Lehrer-Zusammenkunft: 4. 11., 20.00, „Rotes Haus“. Ref. Ruffier u. Hellinger; Dur- lach-Aue: Mitgliedervers., 5. 11., 20.00, „Alte Residenz“, Ref. Köbele; Beiertheim-Bulach: Mitgliedervers., 5. 11., 20.00, „Krone“, Ref. Stadtrat Walter; Vertretervers.: 7. 11., 19.00, „Kronenfels“, Ref. Köbele; Südweststadt: Mitgliedervers., 9. 11., 20.00, „Hohentwiel“, Ref. Dr. Gutenkunst; Oststadt: Mitgliedervers., 10. 11., 20.00, „Bernhardushof“, Südstadt: Mitgliedervers., 10. 11., 20.00, „Deutsche Eiche“, Ref. Topper. CDU. Durlach: Oeffentl. Vers., 6. 11., 20.00, „Traube“, Ref. Dr. Werber; Kreis d. Aktiven: 11. 11., 19.45, Kolpinghausen (ob. Saal), Ref. Dr. Neuburger. FDP. Ausschuß f. freie Wirtschaft: 8. 11., 20.00, Geschäftsstelle; Mitgliedervers., 10. 11., 20.00, „Kronenfels“. KPD. Funktionärvers., 7. 11. 19.00, „Würftemb. Hof“, Ref. Klausmann; Schulungskurs: 8. 11., 19.00, Parteibüro, Lehrer: Was^erthal; Durlach: Mitgliedervers., 8. 11., 20.00, ..Tannhäuser“; Daxlanden: Mitgliedervers., 10. 11., 20.30, „Sonne“, Ref. Heid. Landkreis Karlsruhe SPD. Gemeindevertreter-Konferenz: 6. 11., 8.00, „Elefanten“, Karlsruhe, Kaiserstr. 42; Ettlingen: Mitgliedervers., 5. 11., 20.00, „Ritter“, Ref. Rimmelspacher. aPßcoton“, altbewährt gegen Bettnässen Preis DM 2.65. Zu hab. in all. Apoth. AEG /Saba Btaupunl'* - Philips u w. " ller/v öequemt Ratenzahl. Ausführung von fctektro- nstailationen Beleuchtungs* Karlsruhe, Kionenstr.37 Körper 'mtir fLautedkf Acfauibk Aich'A guArl Zu vermieten Möbliert. 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November 194# Linkenheim erweitert seine Milchzentrale Milchgenossenschaft steht mit 3,7 Prozent Fettgehalt an der Spitze im Landkreis Bauplatzfragen und Wohnungsbau Bauerbach (V). Zu einer allgemeinen Aussprache über die weitere Entwicklung des geplanten Siedlungsbauprogrammes versammelten sich die Siedler der Gemeinde. Der Ge- -schäftsführer der „Neuen Heimat“ Architekt Ueberreiter beantwortete alle von den Siedlern angeschnittenen Fragen. Bis auf die Frage der Bauplätze wurde in sämtlichen Punkten Uebereinstimmung erzielt. Wie Bürgermeister Schmitt zur Bauplatzfrage erklärte, sei es der Gemeinde nicht möglich, von sich aus Gelände zur Verfügung zu stellen. Es sei jedoch - eine Bauland-Umlegung vorgesehen, für die Pläne bereits aufgestellt seien und zur Einsicht auf dem Rathaus auflägen. Da jedoch bis zum endgültigen Abschluß des Verfahrens noch einige Wochen vergehen werden, wurde vorgeschlagen, daß sich der Bürgermeister sofort mit den Grundstücks-Eigentümern in Verbindung setzen' soll, um eine vorläufige Genehmigung zur Bebauung zu erhalten. ' - Langensteinbach (H.R.) Der Kaufvertrag für die Bauplätze der 2 Doppelsiedlungshäuser im Gewann „Kuhlager“ wurde gestern zwischen der Gemeinde Langensteinbach und der Oberrheinischen Heimstätte durch das Notariat Ettlingen abgeschlossen. — Am Weltspartag kopnten von der Sparkasse 20 neue Sparbücher mit einer Einlage von 2600.— DM ausgestellt werden. Oberweier (aw). Kürzlich hatte ein Einwohner eine kleine Reparatur an seinem Leichtmotorrad auszuführen und nahm die Maschine mit in die Küche. Als er beim Hantieren dem Herd zu nahe kam, fing das Fahrzeug Feuer und der Besitzer mußte mit Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. — Die Volksschule veranstaltete am vergangenen Sonntag im Rappensaal einen Bunten Abend, bei dem Lieder, Gedichte und Theaterstücke vorgetragen und aufgeführt wurden. Der Erlös dient zur Beschaffung von Lernmitteln. Eggenstein (Kn). In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde wieder das Schulhausprojekt behandelt. Der Beginn des Wiederaufbaues verzögerte leider auch die von den Architekten Bayer und Greht gefertigten und vorgelegten Entwürfe, die auf Anweisung der zuständigen Behörde abgeändert werden mußten. Die Architekten haben nunmehr unter Berücksichtigung der behördlicherseits gestellten besonderen Bedingungen, einen neuen gemeinsamen Entwurf vorgelegt, der vom Gemeinderat angenommen wurde. Es ist zu erwarten, daß die Plangenehmigung nunmehr bald erfolgt und mit dem Bau in absehbarer Zeit begonnen werden kann. Bürgermeister Schnürer konnte bekanntgeben, daß die Baugenehmigung der Leichenhalle durch das Landratsamt erteilt wurde. Sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen, soll die Bauausführung noch dieses Jahr vorgenommen werden. Weiter wurde beschlossen, daß der Elektroanschluß des Pumpwerkes II durch Freileitung erfolgen soll. Das Pumpenhaus ist durch das Baugeschäft Adolf Knobloch so weit fertiggeetellt, daß mit der Montage der Einrichtung begonnen werden kann. Staffort. (nn). Am Samstag wurde hier das Tabakgeld für die gebüschelten Grumpen ausbezahlt. — Das land- und forstwirtschaftliche Unfallkataster liegt auf dem hiesigen Rathaus bis zum Mittwoch zur Einsichtnahme auf. Bienenbelegstation abgebrannt Malsch (r). In den Vormittagsstunden des Donnerstag brannte die Bienen-Belegstation Malsch beim Hageck ab. Die Station diente zur Nachzucht von hochwertigen Königinnen und war im ganzen Landkreis anerkannt und geschätzt, zumal seit der Einrichtung dieser Zuchtstation die Bienenzucht erheblich vorwärtsgebracht wurde. Für die Malscher Imker bedeutet dies einen erheblichen Verlust, der sich, wenn nicht bald wieder eine Station erbaut werden kann, in den kommenden Jahren nachteilig auswirken wird. Die Brandursache ist noch nicht geklärt, doch dürfte das Feuer von durchwandernden Personen verursacht worden sein, die in der Station übernachteten. Evangelische Woche in Liedolsheim Liedolsheim (er). Vom 6. bis 13. November findet in unserer Gemeinde eine „Evangelische Woche“ von Herrn Pfarrer Dr. phil. Wilhelm Herbst aus Berlin statt. Der Woche liegt das Thema: „Mit Christus in die Zukunft“ zu Grunde. Pfarrer Dr. Herbst ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des evangelischen Berlin und der erste Vorsitzende des evangelisch-landeskirchlichen Gemeinschaftswerkes von Berlin und Brandenburg. Er spricht in Liedolsheim jeden Abend um 20.00 Uhr in der Kirche und an vier Tagen der Woche auch Nachmittags 15.00 Uhr im Gemeindesaal im Rahmen einer Bibelstunde. Eröffnet wird diese „Evangelische Woche“ mit einem Festgottesdienst zum Reformationsfest am kommenden Sonntag, und findet ihren Abschluß mit einer Abendmahlsfeier am 13. November. Die Sammlung für den Badischen Blindenverein, die in der vergangenen Woche von den Knaben der 3. Klasse durchgeführt wurde, erbrachte den Betrag von 207.— DM. — Zur Zeit wird vom Badenwerk das Straßenbeleuchtungsnetz überprüft und repariert. Bei dieser Gelegenheit sollen auch einige erfreuliche Verbesserungen der Beleuchtung, insbesondere an Straßenkreuzungen, durchgeführt werden. — In den letzten Tagen wurde das in diesem Jahre angefallene „Windfallholz“ versteigert. Hier handelt es sich um gemeindeeigene, abgängige Obstbäume, die vom Linkenheim (Heg) Im Adlersaal fand eine außerordentliche Versammlung der Milchge- nossenschaft Linkenheim statt, zu der auch Verbandsrevisor Goebbelböcker, Liedolsheim, erschienen war. Nach der Begrüßung und Bekanntgabe der Tagesordnung durch Vorstand Gustav Schneider wurde den versammelten Mitgliedern ein Vorstands- und Auf-- sichtsratbeschluß mitgeteilt, in dem die bauliche Erweiterung der Milchzentrale in östlicher Richtung vorgesehen ist. Eine Kühlanlage soll der geplanten Verkaufsstelle für alle Molkereiprodukte wie Milch, Butter und Käse als Kühl- und Lagerraum dienen. Der Kostenaufwand für dieses Vorhaben wird rund 10 000 DM betragen. Die neben der Milchzentrale stehende genossenschaftseigene Viehwaage wurde inzwischen abmontiert und im Farren- Blatnkenloch (Na). Nachdem die Grumpen restlos verkauft sind und das Geld bereits teilweise ausbezahlt ist. werden nun die Sandblätter verwogen. Während für Grumpen pro Zentner bis zu 250 DM bezahlt wurden, bringen die Sandblätter höchstens 220 DM. Noch in diesem Monat erfolgt die Einschreibung des Hauptgutes in Schwetzingen. Es bleibt zu hoffen, daß dort für die Tabakbauem günstige Preise erzielt werden. Der Gesangverein „Concordia“ veranstaltete in der „Krone“ einen bunten Abend. Der Besuch war zufriedenstellend. Spöck (ng). Das Badenwerk Karlsruhe beabsichtigt, im Gewann „Linie“ ein zweites Transformatorenhaus zu erstellen, da das alte für die Stromversorgung des Dorfes nicht mehr ausreicht. — Die im Umlegungsplan liegenden Allmendstücke werden zum größten Teil als Bauplätze Verwendung finden und wurden daher vom Gemeinderat neu eingeteilt. Als Ausgleich wurden den Pächtern neue Aecker zugewiesen. — Das Lagerhaus der Fa. Rapp & Sohn aus Untergrombach wurde dem katholischen Kirchenfond übergeben, um darin eine Kirche für die katholischen Neubürger zu errichten. Die Außenarbeiten sind bereits abgeschlossen. Mörsch (HW) In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung verlangte der Bürgermeister die Genehmigung, die Angebotsunterlagen für den provisorischen Ausbau der Rathausruine sofort an die vom Gemeinderat zu bestimmenden Unternehmen hinausgeben zu. dürfen. Anschließend wurden die Firmen namhaft gemacht. Die Gebühren für die Mitglieder des Friedensgerichtes wurden auf drei DM pro Sitzung festgesetzt. Ebenso wurde den Mitgliedern der Wohnungskommission, die eine der undankbarsten Aufgaben in der Gemeinde zu erfüllen haben, eine jährliche Entschädigung in Höhe von 30 DM zugebilligt. Die geputzten Heizkörper, die im alten Schulhaus angebracht werden, müssen vor der Montage nochmals gestrichen werden. Die Arbeiten wurden dem zur Zeit mit der Her- Ortsbaumwart mit einem gelben Kreuz gezeichnet wurden und baldmöglichst entfernt werden müssen. Die Besitzer von Obstbäumen auf privaten Grundstücken werden daran erinnert, daß sie noch vor dem Einfrieren ihre Bestände überprüfen müssen und kranke, vom Borkenkäfer befallene oder abgestorbene Baumruinen unbedingt entfernen müssen. ’ Grötzingen feierte Richtfest Grötzingen. (jr.) Vor vier Wochen konnte die Gemeinnützige Baugenossenschaft Grötzingen unter großer Beteiligung der Bevölkerung ihr erstes Reihenhaus an zwölf Familien übergeben. Der Vorstand der ,GBG, Sparkas- senleiter Berthold Jäck, machte bei dieser Gelegenheit die Anwesenden auf einen weiteren Wohnblock in der Eugen-Kleiber-Straße aufmerksam. Der Tatkraft aller Beteiligten, Bauherren sowie vor allem den Bauarbeitern ist es zu verdanken, daß nach ca. 75 Arbeitstagen am 2. 11: das Richtfest dieses zweiten Reihenhauses mit einer schlichten Feier begangen werden konnte. Bürgermeister Arheit sowie die Gemeinderäte waren zu diesem feierlichen Akt geladen. Nach einem Richtspruch ergriff der Vorstand der Baugenossenschaft das Wort. Er dankte allen am Bau Beteiligten für ihren Einsatz und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die weiteren Arbeiten so rasch vorwärtsschreiten mögen, so daß noch in diesem Jahr an den Einzug gedacht werden könne. Es bleibt freilich abzuwarten, wie sich der Wettergott dazu stellt. Berthold Jäck hob in seiner Ansprache ganz besonders das Entgegenkommen der Gemeindeverwaltung bei der Beschaffung des Baugeländes hervor. Der Vorstand dankte vor allem Bürgermeister Arheit für sein Verständnis. Alle Arbeiter wurden am Schluß von dem Vorstand Berthold Jäck zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. — Obwohl der Bau 15 Familien Wohnung bieten soll, wirkt das Projekt keinesfalls plump oder steif, sondern paßt sich in seiner gefälligen Form recht gut dem Dorfbild an. stall, an einem günstig zur Straße stehenden Schuppen, wieder errichtet. Verbandsrevisor Goebbelböcker bejahte diese Vorhaben und unterstrich besonders die Genossenschaftsvorteile durch einen geregelten Verkaufsbetrieb. Wie er weiter bekanntgab steht Linkenheim mit über 3,7 Prozent Durchschnittsfettgehalt der Milch an der Spitze in der Liste der Karlsruher Milchzentrale. Da die Mitglieder die bisherigen Fettgehaltsprüfungen in technischer Hinsicht noch nicht für einwandfrei halten, lehnte man eine Bezahlung nach dem prozentualen Fettgehalt ab. Gemäß Beschluß der Versammlung soll jedoch der monatliche Fettgehalt der einzelnen Erzeugerbetriebe in der Zentrale angeschlagen werden. Unter dem Vorsitz von Vorstand Körber hielt der Reit- und Fahrverein Linkenheim e. V. am vergangenen Donnerstag in der Bahnhofswirtschaft eine Mitgliederversammlung ab. Bei dieser Gelegenheit wurde der von Bürgermeister Nees gestiftete Ehrenpreis für das beste Pferd Fritz Zwecker überreicht. Ferner war ein Beschluß der Mitglieder einzuholen, ob sich der hiesige Reiterverein an den Pferderennen des Reit - und Zuchtvereins Karlsruhe auf den Rennwiesen in Iffezheim beteiligen kann. Da neben der weiten Wegstrecke noch größere Transportkosten entstehen, stand man dieser Einladung ablehnend gegenüber. Sechs Monate Gefängnis für, Fahrradmarder Fahrraddiebstähle sind heute geradezu an der Tagesordnung. Nicht alltäglich dürfte aber ein Fall sein, der kürzlich vor dem Amtsgericht sein Ende fand. Angeklagt war ein Landwirt aus Neibsheim, dem vorgeworfen wurde, er habe das Fahrrad der Gemeindeverwaltung gestohlen, einer Neubürgerfamilie in Bauerbach gegen 1500 RM verkümmelt, es dort wieder gestohlen und bei einem Bekannten in Diedelsheim gegen einen Dobermann abermals eingetauscht. Mit einer gewissen Bauernschläue hatte sich der Fahrradmarder in der Verhandlung ein raffiniertes Lügengebäude zusammengezimmert: Er habe das richtung der Scjrulsäle beauftragten Malermeister übertragen. — Ein Schreiben des Fest- hallen-Pächters an den Gemeinderat zwecks Feinhaltens der Wanderkinos nach der Eröffnung eines stationären Lichtspieltheaters konnte leider nicht genehmigt werden, da Zwangsmaßnahmen aufgrund der bestehenden Gewerbefreiheit unstatthaft sind. Bezüglich der durchzuführenden Aufforstungsarbeiten im Gemeindewald in Form von Notstandsarbeiten mit Zuschüssen vom Arbeitsamt, erklärte der Bürgermeister, daß er in dieser Angelegenheit zuerst nochmals Rücksprache mit dem Arbeitsamt nehmen werde.— Ein dringendes Problem ist auch die Versorgung der Zuchttiere mit den nötigen Futtermitteln. Inzwischen sind bereits 400 Zentner Dickrüben von auswärts bestellt worden, da die Anlieferung der einheimischen Landwirte in diesem Jahr stark zu, wünschen übrig läßt. Dies ist bei der qualitativ äußerst minderwertigen Ernte auch durchaus verständlich. Hafer ist bereits eingegangen, sodaß lediglich noch gutes Gebirgsheu zu bestellen wäre. Der Gemeinderat war auch mit diesem vom Bürgermeister und Farrenwärter aufgestellten Programm einverstanden. Die Sperrung der Durmersheimerstraße von der Bismarck- bis zur Einmündung in die Rheinstraße wurde vom Gemeinderat angeordnet, da diese enge Straße schon immer eine Gefahr für den öffentlichen Verkehr bildete. Ruit. (MLO) In einer Bürgerversammlung gab der Bürgermeister Händle einen Bericht über die bisher geleistete Arbeit zur Verbesserung der Wasserversorgung. Nach seinen Worten wurden bis jetzt 32 000 DM für die Tiefbohrung, das Pumpenhaus und die Rohre mit zwei Hydranten ausgegeben. Da von der Gemeinde keine Kredite aufgenommen werden dürfen, ist die Gemeinde auf die Mithilfe der Einwohner angewiesen, um schnellstens den Anschluß an das Leitungsnetz herzustellen und somit die Versorgung aller öffentlichen Brunnen über den Winter sicherzustellen. Außerdem sollen alle Anlieger der Hauptstraße ihre Anschlüsse selbst hersteilen, da die vom Kreis bewilligte Teerung im nächsten Frühjahr erfolgt und ein nochmaliges Aufreißen der Straßendecke wirtschaftlich nicht zu verantworten ist. Einstimmig stimmten die anwesenden Bürger der Gemeinschaftsarbeit zu. Diejenigen Beschäftigten der Gemeinde, die durch ihre auswärtige Arbeit an der Mitarbeit verhindert sind, sollen einen Vertreter schicken bzw. für die vorgesehenen 4 Stunden Arbeitszeit der Gemeinde den Arbeitslohn zur Verfügung stellen. Die Gemeinde v/ird dann Erwerbslose mit dem Geld beschäftigen. Wasserversorgung unbefriedigend Berghausen. (Wag). In seiner letzten Sitzung befaßte sich der Gemeinderat erneut mit der Trinkwasserversorgung. Die mangelhafte Wasserversorgung, hervorgerufen durch das allgemeine Absinken des Grundwasserspiegels infolge anhaltender Trockenheit, macht sich unliebsam bemerkbar. Die niedrig gelegenen Ortsteile beziehen ihr Wasser direkt aus der „Heulenberger Quell“, während die höher gelegenen Häuser aus dem Tiefbrunnen über die Hochdruckleitung versorgt werden. Während des vergangenen Sommers lieferte der Tiefbrunnen zeitweise so geringe Mengen, daß nur zu bestimmten Stunden Wasser in die Leitung gepumpt werden konnte. In der Niederdruckleitung dagegen war die Wasserzufuhr bis vor wenigen Wochen befriedigend. Seit einigen Tagen ist das Verhältnis genau umgekehrt. Bis zu einer Besserung der Verhältnisse wird nun die Niederdruckleitung an das Hochdrucknetz angeschlossen, damit alle Einwohner wenigstens zeitweise mit Wasser versorgt werden können. Darüber hinaus aber wird im Rahmen von Notstandsarbeiten eine Quelle an der Wöschbacher Straße erschlossen, sobald die Genehmigung vom Landratsamt vorliegt. Schwerer Verkehrsunfall Eggenstein (Kn). Beim alten Pumpwerk ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Ein von Karlsruhe kommender PKW wurde aus der Kurve getragen und fuhr auf einen Telegrafenmast auf. Während der Fahrer mit einer nicht allzu schweren Kopfverletzung davonkam, wurde der fabrikneue Wagen vollkojn- men zerstört. Fahrrad von dem großen Unbekannten ln Karlsruhe gegen 1500 RM eingehandelt. (Wie sich später herausstellte, war er in der Wahl dieses unbekannten Dritten nicht ungeschickt, handelte es sich doch um einen Zigeuner, der in der Altstadt Karlsruhe erstochen wurde!) Das Gericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Tischer glaubte aber das Märchen nicht und hielt den Fahrradmarder auf Grund zahlreicher Indizien für überführt. Auf sechs Monate und eine Woche Gefängnis lautete das Urteil. Hochbetrieb auf dem Krämermarkt. Am vergangenen Mittwoch, wurde auf dem Marktplatz der Krämermarkt abgehalten. Geboten wurde sehr viel — gekauft umso weniger. Am Mittwochmorgen wurde in der Wilhelmstraße aus einem Haiusgang ein Herrenfahrrad entwendet. —dd. Wenn in letzter Zeit recht oft die Disziplinlosigkeiten der Kraftwagenfahrer im Brette- ner Stadtgebiet, besonders die hohen Geschwindigkeiten und das „Auf-dem-Bürger- steigfahren“ kritisiert wurde, so ist es auch an der Zeit, die Pferdeführwerkslenker einmal zu ermahnen. Während des Fahrens stellen die Fuhrwerke kaum eine. Gefahr für Passanten dar, aber ein abgestelltes Fuhrwerk birgt auch Gefahren, besonders wenn der Lenker einen Schoppen trinkt. So konnte kürzlich 'in der Pforzheimer Straße ein Pferd seinen nicht abgebremsten Wagen in die Mitte der Fahrbahn ziehen; einem Radfahrer fiel die Beseitigung des Hindernisses und die Benachrichtigung des Besitzers zu, der trotzdem nicht auf der Bildfläche erschien. Im Interesse aller Beteiligten ist es ratsam, kein Pferdefuhrwerk ohne Aufsicht „parken“ zu lassen. MLO. Diedelsheim (J). Es besteht die Möglichkeit, daß 6 Familien aus dem Ort in 4ie neue Siedlung in Neureut aufgenommen werden können. Eine diesbezügliche Mitteilung ging der Gemeirideverwaltung vom Landratsamt zu. Jedoch ist für Bewerber zur Bedingung gemacht, daß sie ihren Arbeitsplatz in Karlsruhe haben. — Im Monat Oktober verzeichnete die Gemeinde 1 Eheschließung, 2 Sterbefälle und i Geburt. Kleinsteinbach (wb). Der •Gemeinderat beschloß die Kirchturmuhr generalüberholen zu lassen. Damit geht ein langgehegter Wunsch der Einwohnerschaft in Erfüllung. — Das Standesamt hatte im Monat Oktober zwei Eheschließungen, zwei Sterbefälle und eine Geburt zu verzeichnen. Der Bürgermeister und einige Bürger rügten in freier Aussprache das Verhalten mancher Einwohner auf dem Friedhof, die ihre Abfälle einfach liegen lassen. Der Männergesangverein Liederkranz feiert sein 25jähriges Jubiläum mit zwei festlichen Konzerten am heutigen Samstag und am Sonntag im Gasthaus „Zur Rose“. Neben Männerchören unter Leitung von Kurt Rogausch wirken die vom Südwestfunk bekannten Vio- lin-Virtuosen Annig Ney-Apkarian und Felix Ney mit. Sie werden unter ariderem ein Vio- lin-Konzert von Vivaldi zu Gehör bringen. Die Konzerte beginnen Samstag 20 Uhr und am Sonntag 15.30 Uhr. Gölshausen (WN). Vor einigen Tagen konnte in der Gemeinde das vierte Richtfest an einem Wohnbausneubau gefeiert werden. Sämtliche Häuser, von denen eines, bereits bezogen ist, wurden innerhalb dieses Jahres fertiggestellt. Wenn auch durch den Großbrand im Jahre 1943 und den Zuzug von etwa 200 Neubürgern die Wohnraumknappheit ins Unermeßliche stieg, so sind diese Neubauten doch ein kleiner-Beitrag zur Linderung der größten Not und es ist zu wünschen, daß ihnen bald weitere folgen werden. Kreuz und quer durch den Landkreis Aus dem Morscher Gemeindegeschehen Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder des Friedensgerichts festgesetzt Bürgerversammlung in Ruit Interessante Neuigkeiten aus Bretten BUNTES AUS ALLER WELT Luxusyachten auf dem Rhein dph, Köln. Für die nächste Fremdenverkehrssaison planen zwei ehemalige britische Marineoffiziere die Einrichtung von regelmäßigen Fahrten mit Luxusyachten auf dem Rhein. Bis jetzt stehen 5 Schiffe zur Verfügung, die mit allem Komfort ausgerüstet, Jeweils 30 Passagiere befördern können. Drei der su Luxusyachten umgebauten Fahrzeuge sind ehemalige deutsche Minenräumbote, die zwei anderen englischen Ursprungs. Der einzurichtende Reisedienst soll nur englischen Touristen zugängig sein, die bereits in England bezahlt haben. Die Fahrten sind jeweils auf eine Dauer von 14 Tagen berechnet und führen von Hoek van Holland aus unter Benutzung aller schiffbaren Wasserwege des Rheingebietes nach Mannheim. Die Ankündigung der Fahrten hat in England schon ein starkes öffentliches Interesse hervorgerufen, so daß die Unternehmer drei weitere deutsche Minenräumer zu chartern beabsichtigen. Der modernste Hafen der Welt STG., Rotterdam. Bis zum Ende dieses Jahres wird Rotterdam der modernste und am sichersten zu erreichende Hafen der Welt sein. Holländische Ingenieure erbauen zur Zeit an 15 verschiedenen Punkten des rund 28 km langen neuen Wasserweges, der Rotterdam mit der Nordsee verbindet, Radarstationen, die etwa wie die Blockstellen auf der Eisenbahn funktionieren. Die Stationen werden Jeweils Im Abstand von 5 km errichtet 'und gewährleisten so den ein- und auslaufenden Schiffen, selbst bei dichtestem Nebel, sichere Fahrt bis zum Landekai, bezw. auf See hinaus. Die Beseitigung der Gefahren des Hafenverkehrs durch Radar-Systeme ist hier zum ersten Male in der Geschichte der Schifffahrt angewandt Der Karpfenteich Im Reisfeld (Eigenmeldung), Paris. Forschungsstellen, die mit der Suche nach neuen Mitteln zur Verbesserung der Ernährungslage in aller Welt beauftragt sind, haben unter Hinzuziehung von Fachleuten nun den „Küchengarten der Zukunft" entdeckt. Es sind dies Fischfarmen auf dem Lande, die vor allem in Indien, Japan und China bereits gut eingeführt sind und beachtliche Erträgnisse ab warfen. Man hat dort in den Reisfeldern, die bekanntlich durch ein Bewässerungssystem größten Ausmaßes in kleinere Bezirke schachbrettartig eingeteilt sind, nebenbei Karpfenzuchten angelegt. Sie sind leicht zu betreuen und ersetzen etwa den Küchengarten der europäischen Hausfrau. Nur, daß hier nicht würzige Kräuter, sondern Fische „wachsen". Die Kapitalsanlage für diese Fischteiche ist gering, und selbst der ärmste Reisbauer kann sich so eine kleine Fischzucht anlegen, um seine Ernährungsbasis zu erweitern. Die Anlage der Fischteiche in den Reisfeldern hat noch den weiteren Vorteil, daß nämlich die Fische das Wasser von den für die Reispflanzungen schädlichen Insekten vollkommen frei halten. Volkswirtschaftlich gesehen ist der weiteren Anlage von Fischfarmen größte Bedeutung beizumessen. Hat doch Japan allein im Jahre 1946 fast vier Millionen Pfund Karpfen auf diese Weise zusätzlich produziert Hin und wieder sieht man ln unseren Städten und Fremdenverkehrszentren einige gepflegte Herren in uniformartigen, gut geschnittenen Anzügen. Sie sind meist von einer Schar von Touristen umgeben, die eifrig ihre Fotoapparate schußbereit gezückt halten. Es sind die Männer von „Cook und Sohn", kenntlich durch eine Schirmmütze mit diskretem Finnenaufdruck. Sie gehören der größten Reise-Organisation aller Zeiten an, die in 51 Ländern der Welt 324 Büros mit über 10 000 Angestellten unterhält, um auch den ausgefallensten Wünschen eines Internationalen Reisepublikums gerecht zu werden. Cook macht alles möglich, Cook organisiert alles, was es überhaupt in der Welt zu organisieren gibt: Von der Stadtrundfahrt für ein paar Groschen bis zur Großwild-Jagd ins schwärzeste Afrika für 35 000 Dollars. Vom Kamelritt nach den Pyramiden bis zur Fahrt im Eskimo-Kajak oder im Lappenpulk im hohen Norden. Cook befördert, zum Schrecken aller Zollbehörden, menschliche Skelette über alle Grenzen und Giftschlangen per Flugzeug vom Amazonas bis in die Laboratorien der Wissenschaftler, wo immer diese sich auch befinden mögen. Wer war Cook? Thomas Cook wurde im Jahre 1808 als Sohn armer Eltern in Derby- shire in England geboren Mit zehn Jahren schon mußte er einem Broterwerb nachgehen und arbeitete bei einem Buchhändler Hier kam er Im Laufe der Jahre mit der Gesellschaft zur Bekämpfung der Trunkenheit zusammen und wurde eine Art Dorfmissionar. Als im Jahre 1841 in seinem Bezirk eine neue Eisenbahnlinie eröffnet wurde, machte er sich dies zunutze. Anläßlich eines großen Treffens der Baptisten in der benachbarten Stadt schloß er mit der Bahngesellschaft einen Vertrag auf Gestellung eines Sonderzuges mit Rückfahrkarten zum einfachen Fahrpreis ab. 170 Teilnehmer kamen zusammen Im Nu hatte der Erfolg dieser ersten praktischen Gemeinschaftsreise sich herumgesprochen; zahlreiche Vereine und Organisationen wandten sich an Cook, ihnen bei ähnlichen Fahrten behilflich zu sein. Nordböhmisches Die neue Industrie ist exportreif - Düren (heroldpress). Eine überaus regsame Gruppe der Nordböhl.i.sehen Glasindustrie hat sich am Rhein zwischen Düren, Euskirchen und Rheinbach niedergelassen. Wenn man die zahllosen über das Land verstreuten kleinen Betriebe besucht, sich mit den Arbeitern und leitenden Männern unterhält, so bekommt man den Eindruck eines Zunftverbandes, dessen Mitglieder eng miteinander verwachsen sind. Das hervorragendste Beispiel dieses mühevollen Wiederaufbaues einer ehemals weltbeherrschenden Industrie war die Gründung einer Staatlichen Fachschule für Glas und Keramik in Rheinbach. Heute hat die Fachschule bereits 76 Schüler im ersten Jahrgang, von denen schon 40 v. H. aus der einheimischen Bevölkerung stammen. Die weltoffene Denkweise der Sudetendeutschen läßt sich am besten daraus ersehen, daß sie gerade auf die letztere Tatsache besonders stolz sind. Sie legen Wert darauf, ihr berühmtes Handwerk mit der neuen Heimat aufs engste zu verbinden. Zwölf Studienräte und Fachlehrer aus der alten österreichischen Fachschule im böhmischen Steinschönau vermitteln jetzt den Schülern ein Wissen und Können, mit denen die Glasindustrie sich die Wiedererringung ihrer alten Position auf dem Weltmarkt erhofft. Welche Bedeutung auch das Ausland dem Wirken dieser zähen und Willensstärken Industriegruppe beimißt, geht aus dem Angebot hervor, das als letzter Staat Holland dem Lehrkörper der Fachschule machte, unter den günstigsten Bedingungen nach dort überzusiedeln. In der ersten Hälfte des Jahres hat ln Euskirchen eine eigene nordböhmische Glashütte zu arbeiten begonnen, die ihre Erzeugnisse nach eigener Zusammensetzung produ- Vor Jahrhunderten mußte ein Schiff, das Passagiere mit ansteckenden Krankheiten an Bord hatte, am Mast die schwarze Pestflagge hissen. Es durfte den Hafen nich| anlaufen und mußte weit ab vor Anker gehen. Auch heute noch ist man um das Einschleppen von Krankheiten noch sehr besorgt, und alle Reisenden, die zum Beispiel von Europa nach dem New Yorker Hafen kommen, müssen, ehe sie den Boden der Vereinigten Staaten betreten, die Erhebungen der Quarantäne über sich ergehen lassen. Der Vorgang spielt sich dabei stets in der gleichen Weise ab. Ehe das Schiff in den Hafen einfährt, begibt sich eine Kommission mit dem Hafenarzt an Bord. Passagiere und Besatzungsmannschaften haben sich bereits versammelt und ziehen in' langen Reihen langsam an den inspizierenden Beamten vorbei. Die gesunden Reisenden, für die diese Maßnahmen mehr oder weniger eine Formalität bedeuten, werden rasch entlassen, während jene, bei denen der Verdacht einer infektiösen Erkrankung besteht, sich einer gründlichen Untersuchung unterziehen müs- Cook nahm seine Chance wahr, er sah die großen Möglichkeiten, die sich ihm boten und hatte bald mit allen Bahnlinien Englands Verträge abgeschlossen, die ihm Prozent? am Verkauf der Fahrkarten bei Gemeinschaftsreisen sicherten. 1845 startete Cook seine ersten Vergnügungsreisen, bei denen er durch gemietete Dampfer zum erstenmal Bahn- und Schiffsreise kombinierte Die Weltausstellung in Paris vom Jahre 1855 brachte ihm den ersten durchschlagenden Erfolg und internationale Anerkennung. Er hatte für Paris 400 000 Fahrkarten verkauft Was für Deutschland Karl Baedeker, wurde Cook für England. Er gab die ersten Reisehandbücher auf der Insel heraus und führte international gültige Fahrkarten ein. Sein nächster Plan war, die bisher Fremden verbotenen heiligen Stätten in Palästina, Arabien und Ägypten für Touristen zugänglich zu machen. Er Unterzeichnete mit den wilden Beduinenstämmen Arabiens Kontrakte, die ihm die Benutzung der Karawanenstraßen durch die Wüste erlaubten Bald hatte er auch Ägypten erobert und baute die ersten Hotel- paiäste in Luxor und an anderen Orten längs des Nils. Er enttrümmerte die Tempelruinen von Karnak und schuf sich eine eigene große Flotte von Nildampfern, die er auf eigenen Werften in der Nähe Kairos vom Stapel ließ. Im Jahre 1872 vertrauten sich neun Personen Cook und seiner Führung zu einer Vergnügungsreise um die Welt an, die 222 Tage dauerte und ein voller Erfolg wurde Seitdem betreut die Organisation 5 Millionen Menschen jährlich auf ihren Reisen in allen Erdölen. Bis zu semem Tode im Alter von 84 Jahren hatte sich Cook taiit Leib und Seele der Betreuung der Globetrotter verschrieben und wurde dabei ein Millionär Cooks Organisation Ist heute verstaatlicht Die neuesten Pläne befassen sich mit billigen Transatlantik-Flügen, so daß auch im Zeitalter des Luftverkehrs „Cook und Sohn" wieder die Spitze aller ähnlichen Unternehmungen halten. Glas vom Rhein „Wir stehen auf Bergen voll Glas" ziert. Später soll in Rheinbach eine weitere Hütte ihren Betrieb eröffnen. Ähnliche Pläne bestehen in Schleiden und weiteren Orten. Wenn auch die Zahl von 13 Glashütten in der alten Heimat nicht so schnell erreicht werden wird, so ist doch ein beachtlicher Anfang aus dem Nichts heraus gemacht. Früher zählte die Nordböhmische Glasindustrie etwa 350 große Betriebe. 26 davon sind nun am Rhein versammelt. Weitere werden in den nächsten Monaten hinzukommen. Verglichen mit den früheren milliardengroßen Umsätzen in der Tschechoslowakei, sind die Zahlen aus den neubegonnenen Geschäftsbüchern nur klein. Aber dennoch entspricht die Summe der dem Handel seit der Währungsreform übergebenen Fertigware, einem Wert von 2,5 Millionen DMark. Nach der Überwindung der ersten Anfangsschwierigkeiten fürchten die Glasleute am Rhein keine Konkurrenz mehr. Wie sie sagen, stehen sie in der neuen Heimat auf Bergen von Glas. An Rohmaterial wird es also nicht fehlen. Die Exportschau in Zürich und die Mustermesse in New York beherbergten als erste im Ausland, nordböhmisches Glas vom Rhein. Ziergläser in alter Schönheit, einfaches Wirtschaftsglas, Beleuchtungskörper und Flachglas-Erzeugnisse — also Kirchenfenster — sind in zweijährigem, hartem Ringen, mit den Einschränkungen unserer Gegenwart, exportreif geworden. Die Werkstätten der neuen Arbeit, vom Rhein bis hinauf in die Hocheifel, durchpulsen bereits einen beachtlichen Teil des westdeutschen Wirtschaftskörpers. Es wird imitier deutlicher, welchen Weitblick die Landesregierung Nordrhein-Westfalen bewiesen hat, und wie gut sie beraten war, als sie sich entschloß, der Nordböhmischen Glasindustrie Heimstatt und Unterstützung zu gewähren. K. Neher sen. Bestätigt der Arzt den Verdacht, wird der Fall im Laboratorium der Quarantänestation auf Staten Island überprüft und das Schiff bis zum Abschluß der bakteriologischen Untersuchung in Quarantäne gelegt, i Ist das Ergebnis des Tests positiv, verbleibt der Patient entweder bis zu seiner völligen Genesung in Quarantäne, oder er wird — falls es sein Gesundheitszustand erlaubt — in das Land zurückbefördert, aus dem er gekommen ist. Wurde eine epidemische Erkrankung festgestellt, müssen sämtliche Personen, mit denen er in Verbindung gestanden hatte, bis auf weiteres in der Quarantänestation bleiben; sie werden erst dann entlassen, bis die Gefahr, daß sie die Infektion weiter verbreiten könnten, völlig geschwunden Ist. Dieses Schema, nach dem die Quarantäne bei ankommenden Dampfern gehandhabt wurde, genügte, bis die ersten Flugzeugpassagiere in New York eintrafen. Nun mußten die Maßnahmen den neuen Verhältnissen angepaßt und entsprechend erweitert werden. Heut gibt es Zweigstellen der Quarantänestation auf dem La Guardia Flugfeld und im neuen internationalen Flughafen von Idlewild, die sich beide auf Long Island befinden. Die Station muß außerdem jederzeit darauf vorbereitet sein, Fachleute nach irgend einem Hafen in den Neu England Staaten zu entsenden, falls ein Transatlantikflugzeug dort zu einer Notlandung gezwungen war. „Das Reisen per Flugzeug bildet für das öffentliche Gesundheitswesen ein zusätzliches Gefahrenmoment“, erklärte der Kommandant der New Yorker Quarantänestation, „Da die Inkubationszeit der meisten gefährlichen Infektionskrankheiten relativ lang ist, ist es durchaus möglich, daß sich die charakteristischen Symptome der Ansteckung innerhalb der wenigen im Flugzeug verbrachten Stunden noch nicht entwickelt haben. So kann es Vorkommen, daß ein Passagier, der in einem verseuchten Gebiet einer Infektion ausgesetzt war, per Flugzeug ln die Vereinigten Staaten, einreist, die Quarantäneinspektion in New York ohne äußere Anzeichen der Auf Perus regenlosen, guanobedeckten Chinca-Inseln überzeugte sich der Direktor Carlos Llosa der halbamtlichen Compania Ad- ministradora del Guano geradezu liebevoll von dem Guanobestand. Seine 20 Millionen Vögel erfüllten wieder ihre Pflicht und produzierten noch mehr Dünger für Perus Felder. Kürzlich berichtete Senor Llosa, daß die diesjährige Guano-Ernte 170 000 to gegenüber dem 1942er Tiefstand von 79 000 to betragen würde. Die Hauptgründe dafür sind: eine wissenschaftliche Pflege der Vögel und der von der Antarktis herunter kalt und stark fließende peruanische oder Humbold-Strom, der das Meer mit Fischen bereichert. Der wichtigste Guano-Vogel ist der Guanay, eine Art Kormoran oder Seerabe Diese Vögel stellen einen sehr leistungsfähigen Mechanismus dar: sie fangen die in den peruanischen Gewässern schwärmenden Fische und verwandeln sie in wertvolle Düngemittel Jeder Guanay frißt täglich ungefähr 60 kleine Fische und liefert jährlich rund 5 kg Guano-Dünger. Lexikon des Wunders Die Schafdasselfliege legt ihre Eier an di» Nasenlöcher der Schafe. Die Larven wühlen sich bis zur Stirnhöhle empor, deren Schleimabsonderung sie anregen. Dort ernähren sie sich einige Monate lang und lassen sich, wenn ihr Verpuppungszustand gekommen ist, von den gequälten Tieren ausniesen. * In Pershey lebt eine junge Dame, die seit Ihrer Geburt vor 19 Jahren noch nicht eine einzige Stunde geschlafen hat. Sie kennt auch kein Gefühl der Müdigkeit und arbeitet in der Nacht ebenso eifrig wie am Tage. Schlafmittel helfen nicht In Holland ist es gelungen, die schwarze Tulpe zu züchten, von der in früheren Jahrhunderten so viel die Rede war. Man ist diesem Zuchtergebnis bisher nur durch ein tiefes Dunkelviolett nahegekommen. Die neue Tulpe soll aber tatsächlich kohlenschwarz sein. Sie hat einen großen Liebhaberwert • Jakobino Malesan fand auf der Rückseite eines Zettels, den er für Notizen verwendet hatte, eine sechsstellige Telefonnummer, die von einer unbekannten Hand geschrieben war. Ein Astrologe riet ihm, diese Nummer als Los zu spielen. Das Los gewann einen Kraftwagen. Im Theaterorchester von Torona spielte zwei Monate lang ein Mann mit, der gar kein Musiker war. Er hatte auch nie zuvor eine Klarinette in der Hand gehabt und hielt sie nur an den Mund, ohne zu blasen. Da das Orchester sieben Klarinettisten hat, fiel es zunächst nicht auf. Jetzt steht der Mann wegen Betruges vor dem Richter, denn er hat sich seine Gage immer prompt abgeholt Erkrankung passiert und einige Tage seinen Geschäften nachgeht, ehe die Krankheit zum Ausbruch kommt." Die fünf wichtigsten Infektionskrankheiten, die eingeschleppt werden können, und ihre Inkubationszeiten sind: Beulenpest, 6 Tage; Cholera, 5 Tage; Gelbfieber, 6 Tage; Flecktyphus, 12 Tage; Pocken, 14 Tage. Da Vakzine gegen diese Infektionen einen weitgehenden Schutz gewähren, soll man sich, nach Ansicht Captain Spencers vor Antritt einer Reise vor allem impfen lassen. Die Schutzwirkung dar Impfung gegen Cholera hält drei Monate en und währt noch länger bei den anderen Infektionen. Anzeigengeschäfte in Amerika Bekanntlich haben ja die Amerikaner die Geschäftsreklame im großen Stil erfunden. Der Zeitungsanzeige kommt in diesem Sektor des Wirtschaftslebens besondere Bedeutung zu. Milliardensummen fließen alljährlich in die Anzeigenabteilungen der großen und kleinen Zeitungen, die über das ganze Land verstreut sind. Ein Beispiel hierfür gibt die berühmte Firma Sears Roebuck u. Co. mit dem Hauptsitz in Philadelphia. Dieses größte Handelshaus der Welt mit seinen nach tausenden zählenden Filialen an allen Plätzen der westlichen Hemisphäre ist auch in Deutschland durch die Lieferung von Textilien bekannt geworden. Diese Firma gab im Jahre 1948 laut statistischen Erhebungen 24,5 Millionen Dollar für Anzeigen aus. In 47 Staaten der USA wurden rund 333 000 Zeilen Anzeigenraum in Wochen- und Tageszeitungen allein von dieser Firma belegt. Sie hat damit den bisher größten Auftraggeber für Zeitungsanzeigen in Amerika, die „General Motors“ Automobilwerke mit nur 15 Millionen Dollar weit in den Schatten gestellt. 5500 Atom-Erfindungen Die Atom-Energie-Kommission gab kürzlich bekannt, daß Wissenschaftler und Erfinder, die an Atomprojekten der amerikanischen Regierung arbeiten, 5500 Erfindungen für die Atombombe und für die Auswertung der Atomenergie eingereicht haben. Davon wurden 2300 zur Registrierung im Patentamt der Vereinigten Staaten empfohlen. Nach den Bestimmungen der Atomenergiepatenturkunde von 1946 haben die Vereinigten Staaten alle alleinigen Rechte hinsichtlich der Atomenergie-Verwendung, die sich mit spaltbarem Material für militärische Zwecke eignet. Zum Schutze dieser fliegenden Düriger- fabrik dürfen die Schiffe, die die Chinca- Inseln kreuzen, nicht ihre Sirenen ertönen lassen, damit die Vögel nicht aufgescheucht werden und das Meer düngen. Da die Gua- nays die schlechte Eigenschaft haben, bei ihrem Abflug tief zu fliegen und Ihre Schwanzfedern den Guano von den Felsen wischen, beabsichtigt man. die Steilhänge der Inseln mit Mauern zu umgeben, damit die Vögel gezwungen werden, schneller Höhe zu gewinnen. Die Chinca-Inseln beherbergen schon so viele Vögel, wie es überhaupt möglich ist Die Sorge ist deshalb, den Vögeln weitere Ruheplätze zu schaffen Da das Klima Südperus günstig und das Meer voller Fische ist. macht man die Halbinseln durch drei Meter hohe Mauern zu künstlichen Inseln für die Vögel. Man plant sogar, eines Tages verankerte schwimmende Inseln draußen im Meer für diese wertvollen Vögel als Landeplätze zu schaffen. Thomas Cook, der Baedeker Englands Von der Dschungelfahrt bis zur Polarexpedition ist alles zu haben Schiff unter der schwarzen Flagge Probleme der Quarantäne heute - Der Luftverkehr macht Schwierigkeiten Künstliche Inseln für wertvolle Seeraben Perus fliegende Düngerfabriken .- 20 Mill. Vögel liefern 170000 to Guano Seite 10 / Nummer 216 KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Samstag, den 5. November 1949 Lauterer Friede und stilles Hoffen Gedächtnisausstellung in der Kunsthalle zum 25. Todestag Hans Thomas Eine große Anzahl denkwürdiger Erinnerungen hat uns das Jahr 1949 geschenkt. Sie bieten Einblick in das Leben großer Persönlichkeiten, deren Künstlertum in der Musik, Dichtung und Bildenden Kunst die Gnade schöpferischer Offenbarung fand. Und im gleichen Maße wie ihre Werke von uns Besitz genommen haben, halten wir auch gern bei den Menschen Einkehr, die sie aus Freude am Gestalten für sich, uns und die ganze Welt schufen. So geht man besinnlichen Schrittes durch die liebevoll bereitete Thoma-Ausstellung der Staatlichen Kunsthalle, im Geist die zur Volkssage gewordene Person des Künstlers vor Augen führend, dessen Todestag sich heuer zum fünfundzwanzigsten Mal jährt. Man betrachtet die Landschaften seiner bergentrückten Heimat und verweilt in Gedanken auf dem hoch gelegenen Flecken Bernau, dessen Weltabgeschiedenheit Thoma zum entscheidenden Erlebnis seiner Jugend wurde. Mutter und Schwester des Künstlers schauen uns dabei entgegen, beide kernige, kraftvolle Gestalten eines Bauerngeschlechts, die in Thomas Bildern eine liebevolle Verehrung fanden. Einen gesamten Querschnitt aus dem Schaffen des Meisters bietet die Ausstellung der Staatlichen Kunsthalle, deren Geschicke einmal selbst zwanzig Jahre lang in seinen Händen lagen. Werke, in denen der Ueberschwang eines Schirmer, die Realistik eines Courbet, die Sachlichkeit eines Leibi und die Fantastik Böcklins spürbar ist, Werke, die unter den künstlerisch bestimmenden Eindrücken der Karlsruher, Pariser, Münchner und Frankfurter Zeit entstanden, sind hier zu einer" künstlerischen Schau verdichtet, äüs der sich wie in einem Volkslied die tiefe Anhänglichkeit Thomas zum Erbe seiner alemannisch-badischen Heimat kündet. Mit Gelassenheit und innigem Verhalten, ganz so, wie sich Thoma den Betrachter seiner Bilder Karlsruher Film-Nolizen Die Kurbel: „Die drei Dorfheiligen“ Die Rollenbesetzung und das Milieu dieses Filmes scheinen Standardvorbedingungen für Schwänke zu sein. Dem Film im allgemeinen und den Besuchern im besonderen würde es sicher gut tun, wenn man einmal einen Schwank mit anderen Schauspielern und mit einem anderen Milieu verfilmen würde. Allerdings wäre bei dieser Bemerkung einzuschränken, daß die bayrische Landschaft und ihr Dialekt für Schwänke prädestiniert zu sein scheinen. Damit soll nicht gesagt sein, daß dieser Schwank-Film etwa schlecht ist. In den drei Dorfheiligen Joe Stöckel. Beppo Brehm und Erhard Siedel, deren Abgeklärtheit des Alters und Unantastbarkeit in moralischen Dingen laut Handlung ernsthaft gefährdet sind, hat der Regisseur Ferdinand Dörfler ein unverwünstliches Schwank- Trio gefunden, dem Willi Reihert, Ernst von Klipstein, Gabriele Reismüller und Elisabeth Biebl trefflich assistieren. In demseben Maße, wie der Film anspruchslos ist, stellt er auch selbst keine Ansprüche. Er will unterhalten, was ihm auh gelingt. us Gloria-Palast: „Alibi“ Auh ein Alibi kann kurze Beine haben, wenn es wie dieses auf dem Wege der Erpressung zustande kam. Im übrigen aber bietet der von Pierre Chenal gedrehte Streifen niht mehr als den milden Abglanz eines Kriminalfilms. Die Handlung nimmt zuviel voraus, so daß am Ende kaum noh Raum für Ueberrashungsmomente vorhanden ist. Man wird in die Rolle des Betrachtenden und niht in die des aktiv Teilnehmenden gedrängt. Dies um so mehr, als die Art des szenischen Aufbaus und das Spiel der Darsteller offensichtlich werden lassen, daß die Karlsruher Erstaufführung ein wenig arg ver» spätet stattfindet. ' —ö— wünsht, nimmt man an einer Kunst teil, deren beschaulich gemütvolle Art wie der Traum einer verlorenen und bewußt aufgegebenen Zeit anmutet. Man kann es kaum begreifen, daß diese Farben und der in ihren Winkeln still verborgene Glanz einmal die honorablen Senioren des Badischen Kunstvereins so außer Fassung gebracht haben, daß der mit der Miene des gestelzten Kunstkenners entrüstete Vorstand mit seinen Mitgliedern übereinkam, „derlei niht mehr dulden zu wollen und dem pp. Thoma das Ausstellen in Karlsruhe künftighin zu verbieten.“ Thoma war ein mit der Gabe des Gestaltens befähigter Künstler, der das Maß der Dinge aus tief religiöser Bekenntnishaftigkeit in sih und seinem Werk zu erfüllen suchte, ein Mensch, der sih niht gegen den Lauf seiner Zeit sperrte, wie es die zwischen den Ausdrucksbereichen von „Shwarzwäldlerbüblezeit“ und „heiterem Mannestum“ schwankenden Werke erkennen Malzeraths Berliner Erfolg Zum ersten Male nah dem Kriege dirigierte Otto Matzerath wieder die Berliner Philharmoniker. Beide Konzerte fanden eine außergewöhnliche Resonanz beim Berliner Publikum. Nah der Aufführung der fünften Sinfonie von Beethoven mishten sih in die lebhaften Ovationen die Rufe „Wiederkommen“. Auh die Erstaufführung von Olivier Messdaens „Die vergessenen Opfergaben“ löste beim Publikum eine überaus beifällige Aufnahme aus. Der „Tagesspiegel“ shreibt, daß sih Matzeraths Beethoven-Bild in den Konturen häufig mit dem Furtwäng- lers deckt. Er hebt hervor, daß die Philharmoniker unter Matzerath mit bemerkenswerter Konzentration spielten. Von Messiaen und der ersten Sinfonie von Brahms hat der Sender RIAS Aufnahmen hergestellt. Matzerath wurde zu weiteren Gastspielen verpflichtet. G. Pfilzner-Konzerl bei Münz Innerhalb seiner Jubiläumsveranstaltungen gab das Munzshe Konservatorium am Donnerstag ein Hans-Pfitzner-Konzert, das der Leitung des Instituts das shöne Zeugnis einer bewußten Pflege zeitgenössisher Kunst ausstellt. Es kann niht unsere Aufgabe sein, innerhalb einer kurzgefaßten Rezension an Hand der niht immer gerade glücklich zur Aufführung gebrachten Werke den Nahweis ihrer musikalischen Bedeutung (Fragwürdigkeit) zu erbringen, obwohl die von O. Voigt keineswegs überzeugend wiedergegebene „Violinsonate e-moll“ oder die vom Publikum über Gebühr mit Beifall aufgenommenen „Vier Lieder“ — in der stimmungsvollen Ausdeutung von Hans Neugebauer (Tenor) mit dem Pathos sentimentalen Mitempfindens vorgetragen — zu einer solhen Betrachtung geradezu aufdrängen. Dagegen war es für den Zuhörer ein ungetrübter Genuß, in den feinsinnig durchdachten Darbietungen von G. Mantel (Klavierstücke) und dem in Technik sehr überzeugenden Spiel von Johanna Hertle-Viernstein zwei Pianisten zu begegnen, die über das Maß ihrer eigenen künstlerischen Potenz hinaus eine von hohem Emst getragene Andacht in der Gestaltung ihrer Interpretationen bewiesen. In diesen Kreis wäre ebenso einzuschließen Hertha P e - ters-Vol lmair, die am wohlgefälligen Zusammenklang des „Klavier-Trios op. 8“ entsheidenden Anteil trug. Rö. Jahresabschluß beim Badischen Kunsiverein Der Badishe Kunstverein wies seinen Jahresbericht vor. Der Vorstand wird alle zwei Jahre (1950) neu bestimmt. Das Eintrittsgeld erbrahte DM 2489, die Verkäufe einshließlih derjenigen des Künstlerhilfswerkes in Höhe von rund 1200 lasse. Man vermißt in der Ausstellung allerdings ein Bild wie „Blick in den Taunus“, ein Bild, das zur Landschaft seiner Seele wurde, ein Bild, von dessen Höhen man Ausshau halten möhte, um mit Thoma zu rufen: „D’Welt isch doh schön“; Worte, die er als Ahtziger dann so deutete: „Man mag stehen, wo man will, man ist doch immer Mittelpunkt, um den sih alles ründet.“ Indem wir Thoma zitieren, gedenken wir aber zugleih auh des schriftstellerischen Schaffens des Künstlers, das seinen Niedershlag in den Erinnerungsblättem „Herbst des Lebens“, dem „immerwährenden Bildkalender“ und der dreibändigen Ausgabe „Der zwishen Zeit und Ewigkeit unsiher flatternden Seelen“ fand. Thoma hat sih bis in sein hohes Alter zwei Dinge bewahren können, die sih gleichermaßen in seinem Werke widerspiegeln. Es sind dies lauterer Friede und stilles Hoffen, wie sein nachstehendes, als Bildbeshreibung gedahtes Gediht es uns zeigt. Auf den Wassern, ferne gleitend Goldner Abendsonnenshein Komm mit deinem süßen Zauber, * Neu die Erde mir zu weih’n. Rö. DM ergaben 28 764 DM. Dem stehen Ausgaben für Gehälter, Aufbauarbeiten, Organisation der zehn Ausstellungen u. a. gegenüber. Es sollen nah Möglichkeit künftighin 12 Ausstellungen im Jahr stattfinden. Die einzelnen Veranstaltungen führten dem Verein 13 800 Personen zu. Geringem Interesse begegneten die Obershwäbishe Ausstellung und die Pfälzische Sezession. Den stärksten Zulauf hatten die Christliche Kunst, die Shweizer Architekten, die Gedenkausstellung Karlsruher Künstler, Karl Hofer und die Badishe Sezession. Statistiken sind Auslegungen. Es kommt darauf an, wie man sie liest. Aber man soll sie niht verahten, sie sind immer eyne Bestätigung im erwünshten oder im unerwünschten Sinne und bedeuten auf jeden Fall: Ansporn. —z. Im Staatstheater ... ... findet heute um 19.30 Uhr eine einmalige Sondervorstellung von Webers „Der Freischütz“ bei kleinen Preisen statt. Morgen, Sonntag, wird um 19.30 Uhr die Lehar-Operette „Die lustige Witwe“ aufgeführt (Platzmiete E). — Durh auswärtige, niht verle^bare Gastspiele, die dem Staatstheater eine wesentlihe Zusatzeinnahme, sihern, müssen die Platzmieten A 5 von Mittwoch, den 9. November, auf Dienstag, den 8. November und C 5 von Donnerstag, den 10. November auf Freitag, den 11. 11. verlegt werden. Bad. Hochschule für Musik. In der XXV. und XXVI. Veranstaltung zur Pflege zeitgenössisher Kunst spielt Erika Frieser die Hauptwerke für Klavier von Paul Hindemith und zwar am Samstag, den 5. 11., 19.30, die 3 Klaviersonaten und am Sonntag, den 6. 11., 18 Uhr, „Ludus tonalis“. Ausgestellt werden Oelgemälde und Aquarelle von Rolf Müller-Landau. Samstag, 5. November Südd. Rundf.: 11.45 Landfunk; 13.45 Sport; 14.00 Volksmusik; 14.40 Jugendfunk; 15.00 Was d. Wöhe brahte; 17.00 „Frohes Raten, gute Taten“; 18.00 Mensh u. Arbeit; 18.15 Prozesse v. heute (H. Mostar); 19.30 Zur Politik d. Wohe; 20.00 „Im Rhythmus d. Freude“; 22.00 „Da werden Tiere zu Hyänen“, Zeitsatire m. Musik v. G. Neumann; 23.10 Tanz- u. Unterhaltungsmusik; 24.00 Rumba, Tango, Fox u. Samba. — Südwestfunk: 20.00 „Von Koblenz bis Konstanz“. — Bayer. Rundf.: 20.30 „Windstärke 13“, Funkkabarett. — Hess. Rundf.: 20.00 Börschels bunter Bilderbogen; 21.00 Quiz zw. London u. Frankfurt; 21.30 Funkbrettl. — Nordwestd. Rundf.: 20.00 Bunter Abend. Sonntag, 6. November Südd. Rundf.: 9.00 Ev. Morgenfeier; 9.30 Weite Welt im Dihterwort: Frankreih; 11.00 Univer- Kulturelle Nachrichten Universitätsprofessor Geheimer Hofrat Dr. jur. Albreht Mendelssohn-Bartholdi, ein gebürtiger Karlsruher, ehemaliger Professor für ausländisches Reht an den Universitäten Leipzig, Würzburg und Hamburg, feierte am 25. Oktober seinen 75. Geburtstag. Er ist Ehrenbürger von Harward und Chicago und emigrierte 1933 nah Interlaken. Prof. Dr. Mendelssohn-Bartholdi war 1919 Mitverfasser der 1. Denkschrift zur Widerlegung der Kriegsshuldanklage. Die Weimarer Regierung beauftragte ihn mit der Veröffentlihung der Akten des Auswärtigen Amtes zur Vorgeschichte des Weltkrieges 1914/18, ebenso, gemeinsam mit Friedrih Thimme, mit der Aktenpublikation über die auswärtige Politik von 1871 bis 1914. (SAZ) * Als „Auslands- und Dolmetscher-Institut" wurde die bisherige staatlihe Dolmetscherhoch- shule Germersheim der Mainzer Universität angegliedert. Das Institut ermöglicht 'nach vier Semestern einen Abschluß als akademisch-ge- prüften Uebersetzer oder Handelskorrespondent, nah sehs Semestern als Diplom-Dolmetscher. Es werden französish, englisch, russish, spanisch, italienish, portugiesisch und schwedisch gelehrt. * Die Historishe und Antiquarische Gesellschaft zu Basel hat den in Karlsruhe gebürtigen Historiker Dr. Willy Andreas, Professor an der Heidelberger Universität, zu einem Vortrag nah Basel eingeladen. (SAZ). * Franz Werfels Roman „Das Lied von Bernadette“ ist von dem Shweden Tanjo Skau dramatisiert worden und wird unter dem Titel „Bernadette“ am Sonntag in Gegenwart des Autors in Baden-Baden uraufgeführt. * Fast gleichzeitig mit der deutschen Erstaufführung der Komödie „Leocadia“ von Jean Anouilh in Frankfurt lief in Bohum das Schauspiel „Romeo und Jaenette“ des gleichen Autors an. Die Inszenierung von Anton Krilla und das • Spiel der beiden Hauptdarsteller Rolf Henniger und Grete Fröling wurden mit großem Beifall aufgenommen. — Jean Anouilh, der bereits drei moderne Dramen um die Klassishen griechischen Gestalten der Antigone, Eurydike und Medea geshrieben hat, verpflanzt auh das klassische italienishe Liebespaar in das moderne Frankreih. Die Stärke des Schauspiels liegt in den Dialogen. * In Hamburg wird ein Zentralkatalog für chinesische Literatur als Auskunftsstelle eingerihtet. Dies wurde auf der Tagung deutsher Sinologen in Bad Pyrmont am Wochenende beshlossen. Der Katalog wird dem hinesishen Seminar der Universität Hamburg übertragen, dessen Bibliothek die besterhaltene und jetzt bedeutendste ln Deutschland ist. Alle nicht gezeichneten Nachrichten dpa. sitätsstunde: „Wissen u. Glauben in d. Medizin" (Prof. Dr. R. Siebeck); ,11.30 Klavierquartett Es- dur op. 16 v. Beethoven; 13.00 Musikal. Erinnerungen; 13.30 „D’r Wauwaule“, schwäb. Shwank; 14.00 Chorgesang; 15.00 Unterhaltungskonz.; 17.00 Ouv. z. „Oberon“ v. Weber, Violinkonz. D-dur v. Brahms, V. Symph. v. Schostakowitsh; 20.05 Operettenkonz.; 22.00 Ländler, Walzer, Mazurken v. Schubert, Brahms, Chopin; 22.30 Dihter lesen aus ihrem Werk: R. A. Schröder; 23.00 Neue Tanzplatten; 24.00 Unterhaltungsmusik. — Studio Karlsruhe: 8.45 Orgelmusik v. Bach und Reger (M. G. Förstemann); 16.30 „Im Dienst d. Augs, d. Lichts, d. Farben“, Hörfolge um H. Thoma v. K. Sheid. — Süd west funk: 20.00 „II ritratto di Don Quihote“ v. Petrassi, Konz. f. Flöte u. Orch. G-dur KV. 313 v. Mozart, Symph. B-dur Nr. 102 v. Haydn; 21.15 Das Buh d. Wohe. — Bayer. Rundf.: 20.15 Münhener Bilderbogen (2); 21.30 Im Reihe d. Walzers. Aus den Rundfunk-Programmen Hab acht aut die Sterne Horoskop für die Wohe vom 6. bis 12. Nov. Skorpion (24. 10. — 22. 11.): Beruflich ein ziemlich wichtiger und bei der nötigen Energie auh aussichtsreicher Abschnitt. Unterlassen Sie keinen Versuh, die gesteckten Ziele zu erreihen. Rückschläge dürfen Sie gelassen hinnehmen. Sie kommen dennoch gut vorwärts. Schütze (23. 11. — 22. 12.): Nun sheint sih eine glückliche Wendung anzubahnen. Sie dürfen nur nihts durh übertriebene Ansprühe verderben. Zurückhaltung und Schweigen im rechten Moment mähen sih bezahlt. Zum Wochenende eine erfreulihe Wendung in Liebes- angelegenheiten. Steinbock (23. 12. — 21. 1.): Sie dürfen jetzt getrost vorwärts blicken und brauchen sih niht zu viel zu sorgen Die wechselnden Möglichkeiten bieten Ihnen auh im Persönlihen manche Chance, die Sie mit ebenso viel Takt wie Geschick ausnutzen müssen. Möglihkeiten einer Reise. . Wassermann (22. 1. — 19. 2.): Ihre Initiative beginnt gute Früchte zu tragen. Eine alte Vereinbarung wird eingelöst und bringt erfreulich viel frischen Wind in Ihre Unternehmungen. Neue, sih anbahnende Möglihkeiten mit ebenso viel Mut und Frishe wie in der Vorwohe angehen. Zurückhaltung in Liebesangelegen- heiten. Fische (20. 2. — 20. 3.): Die Chance, die sih Ihnen bot, ist vorbei. Es ist keineswegs alles verloren, aber Sie müssen sehr vorsihtig sein, um nihts zu verderben. Gehen Sie mit Vorsicht an Ihre Unternehmungen heran und erfüllen Sie Ihre Pflichten nah sorgfältigem Plan. Persönlich werderr"Sie Anerkennung und freundlihe Hilfsbereitschaft finden. Widder (21. 3. — 20. 4.): Diese Wohe wird Sie um einige bittere Erfahrungen bereichern. Erst gegen das Wochenende zeichnet sih ein Silberstreifen ab. Finanzielle Versuhe werden besser unterlassen. Festigen Sie die alten Freundshaften. Aussichtsreiche Tage für Liebende. Stier (21. 4. — 21. 5.): Die Gelegenheiten, sih zu verbessern, sind günstig. Greifen Sie zu. Die Windstille der vergangenen Zeit ist endgültig vorüber. Zeigen Sie sih sehr bedaht allen Vorschlägen gegenüber. Decken Sie Ihre neuen Pläne niht so schnell auf, Zurückhaltung in Herzensangelegenheiten. Zwillinge (22. 5. — 21. 6.): Im Allgemeinen eine gute Wohe. Sie dürfen jetzt niht über Vergangenes nahgrübeln, .da es Ihre Tatkraft lähmt. Seien Sie äußerst sparsam mit Vertrauens- und Freundshaftsbeweisen in geschäftlichen Dingen. Herzensangelegenheiten werden einige Unruhe bringen. Die Lösung am Wochenende wird umso shöner sein. RATE - DENKE -tACHE Krebs (22. 6. — 23. 7.): Versuchen Sie nun, auf dem neu begonnenen Wege energish vorwärts zu shreiten. Sie dürfen Ihre eigene Kraft niht zu gering einshätzen. Man erwartet jetzt von Ihnen folgerihtiges und zuversihtlihes Handeln. Man will sih Ihnen anshließen. Übernehmen Sie die Ftjhrung. Löwe (24. 7. — 23. 8.): Ein außerordentlih viel versprechender Zeitabschnitt. Die anfangs auftauhenden Schwierigkeiten werden überwunden, und die Bahn für erfolgreihes Handeln ist freigelegt. Zarte Rücksichtnahme in Herzensangelegenheiten wird. Ihnen mehr Erfolg bringen als kühnes Draufgängertum. Jungfrau (24. 8. — 23. 9.): Die Wohe bringt Ihnen einige sehr ärgerlihe Unterredungen. Nehmen Sie ihnen durh Ausgeglihenheit und Ueberlegenheit jeglihe unnötige Schärfe. Treten Sie kurz mit neuen Verbindungen. Es ist jetzt keine günstige Zeit dafür, auh niht in Herzensangelegenheiten. Waage (24. 9 — 23. 10.): Es ist Ihnen weiter zu raten, sih niht zu einseitig festzulegen. Sie dürfen Ihren Gesichtskreis niht allzusehr verengen. Seien Sie haushälterish mil, Ihren seelischen und körperlihen Kräften. Begegnen Sie der Gefahr, sich zu verlieren, durh Aufgeschlossenheit und gute Lektüre. « Silbenrätsel Aus den Silben au — be — her — do — e — ei — ei — em — er — er — eu — ger — ger — he — hüt — i — in — jä — ka — la — le — ma — me — mis — na — ne — nis — rheu — ring — sa — si — sis — stedt — stör — ta — te — ten — zi sind 16 Wörter zu bilden, deren erste und vorletzte Buhstaben, von oben nach unten gelesen, einen Sinnspruch von Gottfried Keller ergeben, (mm gilt als ein Buchstabe) Die Wörter bedeuten: 1. kleines Gefäß, 2. griechischer Schlachtort, 3. kleines Bauwerk, 4. Ort eines französ. Sieges, 5. Sportart, 6. Weidmann, 7. Shweizer Berg, 8. Arzneigabe, 9. symbolisher Schmuck, 10. Krankheit, 11. bibl. Berg, 12. Nahtvogel, 13. Herrscher in Altperu, 14. alter Zecher, 15. Shweizer Flußnamen, 16. habsburg. Kaiserin. Schlimme Sähe Eins Drei vier Vier durh Eins-zwei heut, Doh hatten wir noh „Glück“: Beim ganzen Worte nämlih ließ Den Zwei-vier er zurück. Kabarett Der Eins-zwei-drei-vier-fünf tritt auf die Bühne, Begrüßt das Publikum mit würdiger Miene Und sammelt dann eins ganzen Hörerkreis Die Sätze, die man gibt auf sein Geheiß. Die Zwei-vier wandelt er in Poesie Und tränkt das Ganze noh mit Ironie. Der reine Fünf wird bald zum Don Juan, Das Publikum ist in des Künstlers Bann. Widmung Von dem „K“, das — hell bestrahlt Durh die Sonne — dih entzückte, Hab ih dir dies „P“ gemalt. Findest du, daß es mir glückte? WITZIGES Auf einer großen Eisenbahnstation ging ein alter Mann -tief gebückt an den Wagen des D- Zuges entlang und klopfte mit einem langen Hammer an jedes Rad. Ein Reisender fragte ihn: „Mähen Sie das schon lange?“ — „Vierzig Jahre“ sagte der alte Mann. „Interessant, Und warum werden eigentlich die Räder immer so beklopft?“ — Da richtete der Alte sih langsam auf, dachte ein wenig nach und schüttelte dann den Kopf: „Das kann ih Ihnen leider auh niht sagen“. * KURIOSA UNSER BRIEFKASTEN Die nachstehend gegebenen Auskünfte sind nicht rechtsverbindlich O. L., S.: Ih bitte um Auskunft über die s. Zt. eingezahlten Beträge für den Volkswagen. Ih habe damals den vollen Preis von 990 DM bei der „Deutschen Arbeitsfront“, Karlsruhe, Friedrichsplatz, einbezahlt und bin interessiert, was nun geshieht. Ist eine Aufwertung zu erwarten und wohin muß ih mih wenden? Die Volkswagenspargelder sind als DAF-Vermögen durh die Militärregierung beschlagnahmt worden. Sie unterliegen daher auh heute noh der ausschließlichen Verfügungsgewalt der Militärregierung. Ueber die Umwertung der Spargelder ist noh nihts bekannt. Sie wenden sih am besten an den „Hilfsverein ehern. Volkswagensparer“, Sitz: Niedermarsberg, Hauptgeschäftsstelle: Erlinghausen (21b). Dieser Verein will die Ansprühe seiner Mitglieder auf vertragsmäßige Lieferung des Wagens gerichtlich geltend mähen.' Lohn und Tarif.' Wie hoch ist der Stundenlohn auf dem Land für einen Arbeitnehmer über 30 Jahre, der in der Tabakindustrie als Sortiererin (ungelernt) tätig ist und wo muß ih mih hinwenden, um den Akkordtarif zu erfahren? Sie wenden sih mit Ihren Fragen am besten an die für Sie zuständige Gewerkshaft: Industrie-Gewerkshaft „Nahrung und Genuß“, Karlsruhe, Erbprinzenstraße 31, II. H. V.: 1. Weiher Stadtrat ist für den Stadtteil Mühlburg zuständig?-2. Was versteht man unter einem Weltbürger? 3. Warum werden bei Gerichtsberichten der Zeitungen die Namen der Verurteilten manchmal ganz, manhmal abgekürzt gebraht? I. Die Stadträte sind nur für die Belange der Stadt insgesamt, niht jedoh für einzelne Stadtteile zuständig Wenn Sie Wünshe oder Beschwerden haben, wenden Sie sih an die Hauptverwaltung. 2. Der moderne Begriff des Weltbürgertums wurde von Garry Davis geschaffen. Er und seine Anhänger verfolgen das Ziel, die nationalen Shranken zugunsten einer politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit aller Völker zu überwinden. 3. Die volle Namensnennung Verurteilter fegt im Ermessen des Redakteurs, der dabei nicht nur die juristische Shwere des Verbrechens, sondern auh die menschliche Seite des Falles in Erwägung ziehen wird. Ist das Vergehen geringfügig oder ist der Verurteilte beispielsweise durh besondere Umstände zu der Tat getrieben oder verleitet worden, wird er den Namen niht nennen, um den Verurteilten niht gesellschaftlich zu* diskreditieren und ihm die Rückkehr ins bürgerliche Leben nicht zu erschweren. Ein Hügel zerschneidet Gewitter Westlich von Gallmannsweil, im badischen Bezirksamt Stockah, liegt auf der großen Binnenwassersheide zwishen Donau und Rhein, also auh zwishen Nordsee und dem Schwarzen Meer, ein etwa 25 Meter hoher Hügel, der den Namen Waldbühl trägt. Sobald eine der meist von Westen kommenden Gewitterfronten den Waldbühl nahezu erreicht hat, teilt sie sich, wie von einem unsihtbaren Messer zerschnitten, in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Der eine zieht zur Donau, der andere in der Rihtung auf den Bodensee weiter. Rätseil-Auflösungen •Raisea ‘najsex SunuiphVt •jo;esiAOJduii WajeqeH TqetsqaTpipnjqutjä atpeS auioniips •„Ruuioti jBurara aip hpz auias aapaf psq sa” _ ■®7IZ '91 ‘auiuia '91 ‘401* -3N 'H ‘B2RII 'EI ‘ajna 'ZI ‘ibuis 'TI ‘Bumaqa '01 ‘Suiaaqa '6 ‘sisoa '8 ‘4aS?3 V ‘mSer -g ‘siuuax '9 ‘ipaisranv 't ‘antlH 'fi ‘siuibibs Z ‘jaqoaqjaia - x lasj&iuaqilS Samstag, den 5. November 1949 KARLSRUHES NEUE ZEITUNG Nummer 216 / Seite VI Kleiner Steckbrief der Kursisten um Herberger Kupfer mit 35 Senior — Rau mit 19 Jahren Benjamin der Teilnehmer Karlsruher Keglermeisterschaffeu Kußmaul führt mit 1566 Holz Von den 30 Kursisten, die vom 14. bis 19. November zum ersten Fußball-Lehrgang Sepp Herbergers nach Duisburg eingeladen wurden, sei ein kurzer Abriß über die wichtigsten Daten gegeben: Bereits mit internationalem Lorbeer geschmückt und jedem Fußballfan ein Begriff sind vier Spieler. Der 43fache Nationalspieler aus Schweinfurt: Anderl Kupfer, 35 Jahre alt, Teilnehmer an der Weltmeisterschaft 1938 und rechter Läufer in der Kontinentelf. An Zahl ausgetragener Länderkämpfe wird Kupfer nur von Kitzinger (44), Lehner (65) und Janes (71) übertroffen. Fritz Walter (24 mal international) gilt als der beste deutsche Fußballer. 29 Jahre alt, Sportlehrer. Jakob Streitle, Münchens berühmter Verteidiger, 33 Jahre, 8 Länderkämpfe. Herbert Bürde n s k i-Bremen, dreimal im Nationaldreß, hervorgegangen aus der Schalker Schule, hervorragender Techniker, 27 Jahre alt. Die übrigen Spieler haben sich in der Nachkriegszeit für größere Aufgaben empfohlen. Die Torhüter: Turek, Sportlehrer, aus Duisburg gekommen, einer der besten süddeutschen Torhüter; Goth, der bei den Stuttgarter Sportfreunden „entdeckt“ und bei Fürth ganz groß herauskam und Bubi Rau, von Borussia Dortmund. Rau, mit ,19 Jahren der „Benjamin“, eroberte sich in den Endspielen als „Kronsbein-Ersatz“ alle Herzen. Bei den Verteidigern stehen neben Streitle und Burdenski die bereits repräsentativ tätigen Süddeutsdhen (Knoll-Nümberg, 25 Jahre, Mechaniker, und „Prellbock“ Anton Picard-Offenbach, 27 Jahre, Einkäufer. Von den Läufern seien zunächst die „Stopper“ näher beleuchtet. Hier gilt Matzkowski als größtes Talent, da der yom VfB Lohberg stammende 29 Jahre alte Westfale bei Schalke 04 den verletzten Nationalspieler Tibulski vollwertig zu ersetzen verstand. Der Neuendorfer Unkelbach gilt als zuverlässiger Stopper, er ist ebenso als Verteidiger zu gebrauchen. Mit dem ehemaligen Helmstädter Klötzer- Werder Bremen kommt ein Vereinskamerad Freistilkampf ohne Entscheidung Vinca und ßudrus erfolgreich Fünf spannende Kämpfe im „Passage-Palast“ Die Freitagkämpfe hätten einen besseren Publikumsanspruch verdient. Mit besonderem Interesse erwartete man den Freistilherausforderungskampf der beiden Wiener Audersch und Ecker. Auch in dieser Kampfesart zeigte sich Weltmeister Audersch als ein großer Könner, kam allerdings gegen den harten. Ecker, über ein Unentschieden nicht hinaus. Schultersiege errangen Vinca gegen Unger und der robuste Budrus, der seinen Gegner Ahrens nach 19 Minuten durch Doppelnelson bezwang. Dieser Griff verfehlte seine Wirkung bei Ahrens nicht, der nach seiner Niederlage aus dem Ring getragen werden mußte. Einen völlig ausgeglichenen Kampf lieferten sich Kaiser und Lekas, der ebenso unentschieden endete wie das hartnäckige und verbissene Ringen zwischen dem starken Pinetzki und dem erfahrenen S. Nagy. Heute ringen: Braun — Ahrens, Landau — Budrus, Lekas — Audersch und im Entscheidungskampf Nagy — Saturski. In einer Freistilbegegnung treffen Kaiser und Vinca aufeinander. Burdenskis zum Zuge, den Herberger schon seit langer Zeit „vorgemerkt“ hat. Von den Seitenläufem gelten Posipal (HSV), ein Bana- ter Schwabe, und der Benrather Mebus als Könner, die das Erbe der Kitzinger-Kupfer antreten sollen. Mebus ist 29 Jahre alt und beschloß als bester Schüler des ersten Kölner Kurses das Sportlehrer-Examen. Bergner- 1. FC Nürnberg (Praktikant, 22 Jahre alt), Gottinger-Fürth (kaufm. Angestellter, 23 J.), Harald Stender-St. Pauli (24 J., Schlosser) und der 30jährige Schanko, Dortmund, bewährten sich in den letzten Jahren. Im Angriff dürfte nur Fritz Walter als Halbstürmer seinen Stammplatz haben. Als Mittelstürmer haben Otmar Walter, der „kleine Bruder“ von Fritz (25 Jahre), Hans Pöschi- Nürnberg (28 Jahre) und der 27jährige Schade-Fürth, vom Dresdener SC kommend, gleich gute Chancen. Dem Kölner Schäfer, 22 Jahre alt, ist für diesen Posten noch eine Zukunft' vorausgesagt. Auf der linken Angriffsseite gilt Gerritzen-Oldenburg als aussichtsreicher Kandidat. Von ihm schrieb die schwedische Presse, seit langem keinen so guten Flügelstürmer mehr gesehen zu haben. Der Mannheimer de la Vigne (29 Jahre, Sudetendeutscher), ist schnell, gewandt und technisch Hervorragend. Mit Barufka-VfB Stuttgart wurde ein weiterer Sproß aus der Schalker Schule berufen. Der vielfache Repräsentativspieler bildet mit seinem jungen Clubkameraden Blessing (20 Jahre) einen homogenen Flügel. Auf der rechten Seite sind als Verbinder Morlock-Nürn- berg (24 Jahre) und Preißler-Borussia Dortmund (28 Jahre) als Vollblutstürmer bekannt und bewährt. Herbert Erdmann-Dortmund (29 Jahre) und Bemi Klodt-Horst-Emscher (früher Schalke 04) sind als Rechtsaußen voller Schwung und Tatendrang. In den Einzelmeisterschaften auf Asphalt haben sich bei den Männern nach Abwerfen von 400 Kugeln keine wesentlichen Veränderungen in der Reihenfolge der Tabelle ergeben. K u ß m a u 1 konnte nach zwei schönen Spielen mit leichtem Vorsprung die Führung übernehmen. Beachtenswert ist noch die Leistung von N i r k , der sich vom 10. auf den 3. Platz Vorarbeiten konnte. Bei den Senioren hat sich eine Spitzengruppe mit Höffler-Schäfer und Kvöstel mit fast gleichen Ergebnissen gebildet, die unter sich den Meister ermitteln. Albrecht und Hoffmann sind etwas zurückgefallen. Bei den Junioren konnte Weller seinen Vorsprung vergrößern, so daß man ihn bei gleichen Leistungen als neuen Meister anse- hen kann. Um die folgenden Plätze kämpfen noch Schützle, Schmider und Nater. Bei den schönen Kämpfen der Frauen ist die Vorentscheidung gefallen. Die in glänzender Form spielende Frau L i t s c h konnte ihre führende Position weiter ausbauen und kann nicht mehr eingeholt werden. Den zweiten Platz nimmt Frau Günther ein, gefolgt von Frau Weber L. und Frau Huber. Ergebnisse nach 400 Kugeln: Männer: 1. Kußmaul, 1566 Holz; 2. Käser, 1544 H.; 3. Nirk, 1542 H.; 4. Schäfer, 1540 H.; 5. Sendelbach, 1532 H.; 6. Knobloch, 1531 H.; 7. Nagel, 1524 H.; 8. Haberer, 1516 H.; 9. Pfatheicher, 1506 H.; 10. Wallburg, 1504 H. — Senioren: 1. Höfler, 2017 H.; 2. Schäfer, 2008 H.; 3. Köstel, 2003 H.; 4. Albrecht, 1910 H.; 5. Hoffmann, 1864 H. — Junioren: 1. Weller, 1947 H.; 2. Schützle, 1863 H.; 3. Schmider, 1840 H.; 4. Nater, 1837 H.; 5. Plettel M., 1811 H.; 6. Schäfer, 1731 H.; 7. Klein, 1529 H.; 8. Plettel P., 1439 H. Frauen: 1. Litsch, 2156 H.; 2. Günther, 1977 H.; 3. Weber L., 1914 H.; 4. Huber, 1913 H.; 5. Weber M., 1897 H.; 6. Sturm, 1875 H.; 7. Walter, 1874 H.; 8. Meinzer, 1801 H.; 9. Hornberger, 1775 Holz. Schulmeisterschaften im Schwimmen Die Galerie des Städt. Vierordtbades war am Mittwochabend bis auf den letzten Platz besetzt, als die Karlsruher Schulen ihre Meister ermittelten. Die rund 500 Zuschauer erlebten dann auch' Kämpfe, die an Spannung nichts vermissen ließen. Als Einlage sah man die mit Spannung erwartete Vorführung des neuen Schwimmstils durch den 16jährigen Kurt Koch, eine Kombination von Krau'l- Beinschlag und Armzug im modernen Schmetterlingstil. Das Wasserballspied sah die Schüler des KSN 99 über eine Auswahl verdient mit 5:4 Toren siegreich. Die neuen Schulmeister: Knaben: 100 m Kraul: Pfeiffer, Ha. 1:09,8 Min. 100 m Brust: Pfeiffer, Ha. 1:24,0 Min. 100 m Rücken: Knorz, Gy. 1:28,0 Min. 50 m Rücken: Knorz, Gy. 39,8 Sek. 4X50 m Kraul: Helmholtzschute. 4X50 m Brust: Goetheschule. 3X50 m Lagen: Ettlingen. 3X50m Rücken: Goetheschule. Gesamtergebnis: 1. Goetheschule 100 Pkte. 2. Gymnasium 85 Pkte. 3. Handelsschule 70 Pkte. 4. Ettlingen 60 Pkte. 5. Helmholtzschule 51 Pkte. 6. Kantschule 4 Pkte. 7. Wirtschaftsoberschule 3 Pkte. Mädchen: 50 m Kraul: Bomhäuser, Ha. 36,8 Sek. 50 m Brust: Kroigler, Ha. 46,1 Sek. 50 m Rücken: Kanzel, Le. 45,3 Sek. 3X50 m Biustsstaffel: Ettlingen. Gesamtergebnis: 1. Handelsschule 81 Pkte. 2. Ettlingen 42 Pkte. 3. Lessingschule 29 Pkte. 4. Gymnasium 6 Pkte. 5. Wirtschaftsoberschule 2 Punkte. C. B. Der Sport am Wochenende Südmeister Offenbach in Karlsruhe Mühlburgs große Chance Den Mühlburgem bietet sich am Sonntag eine reelle Chance, an die Tabellenspitze zu kommen. Voraussetzung hierzu ist allerdings ein voller Erfolg über den Süddeutschen Meister Kickers Offenbach (aber auch Pun'ktver- luste der schärfsten Rivalen VfB Stuttgart und SpVgg Fürth, die gegen ihre Lokalgegner Kickers Stuttgart und 1. FC Nürnberg spielen). Die Gastgeber setzen wieder Lehmann und Roth auf dem linken Flügel ein und treten mit Scheib — Hauer, Fritscher — M. Fischer, Gärtner, E. Fischer — Kunkel, Rastetter, Bechtel, Lehmann und Roth an. Favoritenschreck Rohrbach im Wildparkstadion Zum fälligen Punktspiel empfängt Phönix heute nachmittag TSG Rohrbach. Mit Dittus — Kühn, Motzer — Bauer, Biedenbach, Schilling — Lichter, Wippert, Reeb, Oehlbach, Engelhardt sollten die Schwarzblauen das Punktepaar gewinnen können. Badische Landesliga: Germania Brötzingen gegen VfL Neckarau, Phönix Karlsruhe gegen TSG Rohrbach, 1. FC Pforzheim — FV Mosbach, ASV Feudenheim — FC Eutingen, Amicitia Viernheim — VfR Pforzheim, FV Hockenheim — Germania Friedrichsfeld. Bezirksklasse Staffel 1: Kirrlach—Hagsfeld, Forst—Fran- konia Karlsruhe, Weingarten—Knielingen. Staffel 2: Grötzingen—Durlach-Aue, Ispringen— KFV, Birkenfeld—Söllingen, Mühlacker—Dillstein, Berghausen—Königsbach. Kreisklasse A Staffel 1: Linkenheim—Karlsruhe West, Rußheim—Jöhlingen, Leopoldshafen—Beiertheim, Kleinsteinbach—Friedrichstal, Spöck—Stupferich, Blankenloch—Hochstetten, ASV Durlgch Ib gegen Wöschbach (12.45). Staffel 2: Busenbach gegen Neuburgweier, Spessart—Spfr. Forchheim, Bruchhausen—Pfaffenrot, FC 21 Karlsruhe gegen Bulach, FV Mörsch—FV Rüppurr, FrT Forchheim—FV Malsch, Langenalb—Grünwinkel, Kreisklasse B Staffel 1: Germania Neureut—Polizei SV, FC Karlsruhe Ost — Nordstern, Liedolsheim — FC Baden, Fort. Kirchfeld—Olympia-Hertha, Graben—FrSSV Karlsruhe, TSV Weingarten gegen ASV Agon. Staffel 2: Sulzbach—FrTSV Bulach, SpVgg Ettlingen — Mörsch, Oberweier gegen Völkersbach, Malsch Ib—Schöllbronn. Staffel 3: Reicbenbach—Wolfartsweier, Weiler—Mutschelbach, Auerbach—Langensteinbach in Langensteinbach, Spinnerei Ettlingen—Ittersbach, Etzenrot — Hohenwettersbach, Grünwettersbach — Herrenalb. Staffel 4: Kürnbach — Büchig. Freundschaftsspiel ASV Durlach — F. V. Daxlanden (Samstag) Handball Verbandsliga: St. Leon — Beiertheim, 93 Seckenheim — Weinheim in Weinheim, TSV Bretten — TSV Rintheim, SV Waldhof — VfL Npplffi pan Bezirksklasse, St. 3: SV Ettlingen — VfB Mühlburg, TV Linkenheim — FrSSV Karlsruhe. Bulach —KTV 46. Pokalspiele des Kreises Karlsruhe: Hochstetten — Graben, Malsch — Langensteinbach, Grötzingen — Jöhlingen, Ettlingenweier — Malsch Ib, Eggenstein — Rußheim. • Kreisklasse I: ASV Durlach — Staffort. Schiedsrichtertagung. Am Stamstag, den 5. 11., abends 18.30 Uhr, findet im Gasthaus „Zur Rose“ in Karlsruhe eine Pflichtversammlung der Handball-Schiedsrichter des Kreises Karlsruhe statt. Boxen KSV Mannheim — Boxring Knielingen, Ringen Oberliga: Eiche Sandhofen — 1884 Mannheim; KSV Kirrlach — ASV Lampertheim; KSV Wiesental — SV Ketsch; ASV Heidelberg — SV Brötzingen; Germ. Bruchsal — ASV Feudenheim. Landesliga: Germ. Karlsruhe — KSV Oestringen; SV Weingarten — Einigkeit Mühlburg; ASV Grötzingen — SV Brötzingen II. Kreisklasse: Gruppe I: TV Mühlacker gegen SV Weingarten II; Karlsruher Athl.- Ges. — FC Ispringen; KSV Durlach — ASV Daxlanden. — Gruppe II: Kl. Rheinhausen gegen KSV Kirrlach II; ASV Neulußheim gegen Germ. Bruchsal II; TV Graben — KSV Wiesental II. Tischtennis ASV Durlach —VfB Mühlburg. Basketballclub Karlsruhe gegründet In Karlsruhe wurde am 21. Oktober mit dem Basketballclub ein neuer Verein gegründet, der unter Leitung der Herren A. Kommann een. (1. Vorstand), Heinz Freund, Dr. Neu und Richard Bensching steht. Bereits nach vier Tagen bestand der junge Verein seine Feuertaufe mit einem schönen 28:15 Sieg gegen eine amerikanische Mannschaft. Am 28. 10. wurde gegen eine aus Letten zusammengestellte Mannschaft ein beachtenswertes Ergebnis von 46:51 Pkt. erzielt. Das nächste Spiel des BCK findet heute nachmittag 16 Uhr in der Forstnerkaserne gegen eine in Zuffenhausen ansässige Lettenmannschaft statt, während demnächst mit dem BC Lausanne der erste Schweizer Basketballverein in Karlsruhe seine Visitenkarte abgibt. HANDEL UND WIRTSCHAFT Baukostenzuschüsse und Mietstop Zuschüsse sind genehmigungspflichtig — Der Staat hat das letzte Wort Der Aufbau einer Wohnung durch Hergabe von Baukostenzuschüssen an den Eigentümer eines kriegsbeschädigten Wohnhauses ist zunächst eine Frage der vorhandenen Geldmittel oder des Kredits. Es ist aber zu beachten, daß für derartige Abmachungen zwischen Hauseigentümer und Mieter keineswegs Vertragsfreiheit herrscht, sondern daß auch hier der Staat regelnd und verbietend eingreift. Mieten und Pachten unterliegen nämlich auch heute noch dem Preisstop. Die Hergabe eines Baukostenzuschusses, der wenigstens teilweise stets als verlorener Zuschuß gegeben wird, wäre an sich eine verbotene Umgehung des Mietstops. Von diesem Grundsatz ausgehend hat die Verwaltung für Wirtschaft einen umfangreichen Erlaß (Runderl. 5'49) herausgegeben, in welchem bis ins einzelne, die Bedingungen und Voraussetzungen festgelegt sind, unter welchen die Vereinbarung eines Baukostenzuschusses zugelassen wird. Allgemeine Ausnahmegenehmigung Der Erlaß räumt zunächst eine allgemeine Ausnahmegenehmigung für. jene Fäll* ein, in welchen ein verlorener Zuschuß bis zu 50 Prozent der gesamten Aufbaukosten gewährt wird. Dies gilt gleichermaßen für Wobnräume und gewerbliche Räume, für Mieten und Pachten. Erhält der Vermieter vom Kriegsschädenamt, vom Besatzungsamt oder aus sonstigen Mitteln Zuschüsse für den Wiederaufbau, so hat er- den Mieter entsprechend an diesen Zuschüssen zu beteiligen oder ihm bei nachträglicher Zahlung eine entsprechende Vergütung zu gewähren. Wenn der Mieter oder Pächter die gesamten Kosten der Instandsetzung vorläufig übernimmt und 50 Prozent in Verrechnung auf die Miete amortisieren darf, gilt ebenfalls die allgemein erteilte Ausnahmegenehmigung, ferner dann, wenn der Vermieter oder Verpächter den Ausbau übernimmt und vom Mieter einen Instandsetzungszuschuß verlangt, der nicht über 50 Prozent der gesamten Kosten der Instandsetzung hinausgeht. Für Aufbauleistungen der Mieter oder Pächter, die sich im Rahmen der erwähnten allgemeinen Genehmigung halten und seit dem 8. Mai 1945 durchgeführt worden sind, hat die VfW im Runderlaß 5'49 die rückwirkende Genehmigung erteilt. Alte Aufbauverträge sind also in dem erwähnten Rahmen ohne nachträgliche Einzelgenehmigung gültig. Besondere Ausnahmegenehmigungen Wenn der verlorene Zuschuß 50 Prozent der Aufbaukosten übersteigen soll, muß jeweils eine besondere Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Preisbehörde eingeholt werden. Der Vermieter oder Verpächter muß aber alsdann die Miete oder Pacht um die durch den höheren Zuschuß des Mieters oder Pächters eintretende Ersparnis an Betriebs- und Bewirtschaftungsunkosten einschließlich der einstweiligen Ersparnis an laufenden Instandsetzungen, an Kapitalverzinsung und Abschreibungen kürzen. Das Ausmaß der Mietkürzung wird durch die untere Preisbehörde festgesetzt. Die Verschaffung einer Ausnahmebewilligung ist sehr wichtig, weil die Gefahr besteht, daß ohne Ausnahmegenehmigung die völlige oder teilweise .Nichtigkeit des Vertrags eintritt. Es ergeben sich dann sehr schwierige Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien des Wiederaufbauvertrages, bei denen für den einen oder anderen Teil Vermögensschäden nicht zu vermeiden sind. Einen Sonderfall bildet die Vereinbarung, nach der der Vermieter oder Verpächter zunächst die gesamten Kosten der Instandsetzung übernimmt und der Mieter für höchstens 50 Prozent der Aufbaukosten statt eines sofortigen Zuschusses die laufende Verzinsung und Die Oeffentlichkeit erinnert sich noch lebhaft daran, daß die Rundfunkwirtschaft im Frühjahr von einer bedrohlichen Absatzkrise gesprochen hatte und zu deren Ueberwindung eine Aktion einleitete, wonach bei Abgabe yon alten Geräten ein 15prozentiger Rabatt gewährt wurde. Trotz erheblicher propagandistischer Anstrengungen blieb das Sommergeschäft anormal. Die große Rundfunk-Produktionskapazität, die im Laufe der letzten Jahre in Westdeutschland aufgebaut wurde, hielt sich daher für das Herbst- und Wintergeschäft äußerst reserviert, da die Marktlage bis in den September hinein völlig ungewiß schien. Ende September änderte sich jedoch dieses Bild urplötzlich. Der Neuheitentermin, der in diesen Zeitraum fiel, und recht gute Verbesserungen an vielen neuen Typen bei fast allen Firmen brachte, regte das Publikum so an, daß der Fachhandel über Nacht überraschend hohe Absätze aufzuweisen hatte. Da der Handel infolge Kapitalmangels keine größeren Vorräte lagern hatte, griff der Umschwung sofort auf die Industrie über, bei der zahlreiche Abrufe erfolgten. Diese wiederum klagt jetzt über empfindlichen Kapitalmangel, Amortisation bezahlt. Hier hat man bei den Preisbehörden anscheinend die Sorge, daß diese Form vom Vermieter zur Umgehung des Preisstops benutzt wird. In der äußeren Erscheinung wirkt diese Vereinbarung unmittelbar als Mieterhöhung. In solchen Fällen gilt die allgemeine Genehmigung nicht. Die Genehmigung muß für jeden einzelnen Fall besonders eingeholt werden, wobei ein verbindlicher Amortisations- und Verzinsungsplan vorgelegt werden muß. um die Vorfinanzierung von großen Auflagen sicherstellen zu können. Es wird daher in Fachkreisen angenommen, daß — falls das Weihnachtsgeschäft weiterhin so günstig bleibt — für gewisse Typen von Empfangsgeräten Einkaufsschwierigkeiten auftreten können! Recht interessant ist hierbei die Erfahrung mit Teilzahlungsgeschäften. Der Hessische Kreditschutzverband für die Kreditierung von Gerätekäufen konnte infolge mangelnder Beteiligung nicht gegründet werden. Großfirmen wie Telefunken und Philips, die zunächst den Beitritt beabsichtigten, haben dies auf Wunsch ihrer Direktion nicht getan, so daß der Handel im Augenblick keine Möglichkeit sieht, Teilzahlungsgeschäfte in großem Umfange vorzuflnanzieren. Daraus ist ersichtlich, daß Industrie und Handel im Augenblick anscheinend ein recht günstiges Bargeschäft voraussehen, so daß sie glauben, auf die Unterstützung von Kreditschutzverbänden verzichten zu können. Ob sich diese Handlungsweise von Industrie und Handel auf weite Sicht jedoch belohnt machen wird, bleibt abzuwarten. Rundfunkgeräte wieder Mangelware Lebhaftes Anlaufen des Herbstgeschäftes bei geringer Bevorratung Nachruf Am 31. Oktober verstarb nach schwerer Krankheit unser lieber Mitarbeiter Herr Sergei Furtwängler Seit 1931 bat der Verstorbene mit rastlosem Eifer und großer Pfldchterfülliung der Reichsbank. und zuletzt der Landeszentralbank von Württemberg- Baden treue Dienste geleistet. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Direktion und Belegschaft der Landeszentralbank von Württemberg-Baden Hauptstelle Karlsruhe Gottesdienstanzeiger Evangel. Gottesdienste. Sa.« 5. 11., Matthäus: 20,00 Wochenschlußfei. So., 6. 11. 49 (Reformationsfest): Rheinstrandsiedlung: 8,30 Wenzel. Albpfarrei: 9,45 Wenzel. Geibel- , str.: 8,30 u. 10,00 Schmitt; 8.—12. 11. jew. 20,00 kirchl. Aufbauwoche, Pfr. Schauer-Herrenalb: „V. Anfang und Fortgang des Glaubens“. Markus: 9,30 Seufert; 18.00 Renner (Hl. Abdm.). Christusk.: 10,00 Löffler (Hl. Abdm.); 18,00 Ratzel (Hl. Abdm.). Matthäus: 9,30 Oest (Hl. Abdm.). Stefanienbad: 8,00 Oest. Weiherfeld: 8,00 Stein; 9,30 Stein (Hl. Abdm.). Wilhelmstr.: 8.00 Biedermann; 9,30 Biedermann (Hl. Abdm.).Luisenstr.: 8,00 u. 9,30 Streitenberg. Luther: 9,30 Feßler; 16,00 Abdm.-Gdst. Rintheim: 10,30 Glatt. Hagsfeld: 9.30 Steinmann. Knielingen: 9,30 Schmidt. Rüppurr: 9,30 Schulz. Diakon.-Haus: 10,00 Hammann. Krankenh.: 9,00 und 10,00 Nagel. Ev.-luth. Gemeinde. 10,00 Gdst. Bis- marckstr. 1. Freireligiöse Gemeinde. Samstag, 5. Nov.. abds. 20 Uhr Feierstunde, im Munzsaal, Waldstr. 79. Veranstaltungen BADISCHES STÄATSTHEATER Soielplan für die Woche vom 6. bis 13. November 1949 Sonntag, 6. 11., 19.30 Uhr: 4. Vorstellung der Platzmiete E und freier Kassenverkauf „Die lustige Witwe“. Operette v. Franz Lehar. Montag. 7. 11., 19.30 Uhr: 2. Symphoniekonzert der Bad. Staatskapelle. Dirigent: Otto Matzerath. Solistin: Branka Musulin (Klavier) Dienstag. 8. 11.. 19.30 Uhr: 5. Vorstellung der Platzmiete A (vorverlegt) und freier Kassenverkauf „Geschichte Gottfriedens von Ber- lichingen mit der eisernen Hand“ von J. W. Goethe. Mittwoch. 9.11., 19.30 Uhr: „Der Bettelstudent“. Operette von Carl Millöcker. Donnerstag, 10. 11., 19.30 Uhr: Erstaufführung „Panoptikum“. Komödie mit Musik von Franz Molnar. Freitag, 11. li„ 19.30 Uhr: 5. Vorstellung der Platzmiete C (verlegt) und freier Kassenverkauf „La Boheme“. Oper von Puccinl. Samstag, 12. 11., 19.30 Uhr: Zum letzten Male „Die lustige Witwe“. Operette von Franz Lehar. Sonntag. 13. 11., 14.30 Uhr: 2. Vorstellung für die Fremdenmiete u. freier Kassenverkauf „La Boheme“. Oper von Puccinl. 19.30 Uhr: „Der Bettelstudent“ Operette von Carl Millöcker. ■Konzertdirektion Kurt Heufeldt ■ Waldstraße 83. Telefon 2577 DieWunder derSternenwelt Lichtbildervortrag Hermann Lagusche (Heidelberg), morgen Sonntag, 6. Nov.. 19.30 Uhr, Bonifatiussaal. Karten DM 1.10 bis D!M 2.20 auch an der Abendkasse. Lelia Bousseau Chopin- Klavierabend Dienstag, 8. Nov., 19.30 Uhr, Studentenhaussaal. Trägerin des großen Chopin - Preises, Warschau 1937. Eine der besten Chopin-Spielerin d. Gegenwart Karten V. 1.10 DM bis 4.40 DM. Mathias Wieinan der berühmte Schauspieler (sehr bekannt geworden durch seine unvergeßliche Darstellung des Schumann im Film „Träumerei“) spricht Mittwoch, 9. November, 19.30 Uhr, im Bonifatiussaal. Gedichte v. Goethe Karten 1.65 DM bis 4.40 DM. Schneiderhan-Quartett 2. Kammermusikabend Freitag. 11. November, 19.30 Uhr, Bonifatiussaal. Haydn: Lerchen- Quartett. Beethoven: Harfen- Quartett. Schubert: Der Tod und das Mädchen. Karten V. 2.20 DM bis 5.50 DM. DANKSAGUNG Für die vielseitige Teilnahme und Blumenspenden, die ich durch das plötzliche Hinscheiden meiner Gattin Frau Karoline Rueb erlitten habe, sage ich allen auf diesem Wege meinen herzlichen Dank. Eug. Rueb. Durlacb Keltenstraße 24. I10I9C51IC9BHS] IKSK3B2DI1 13, 15, 17, 19. 21 Uhr jlUJRBELl Sa. und So. 23 Uhr Sontag 13,00 fällt aus Die 3 Dorfheiilgen Ein saft- und kraftstrotzender Bauernschwank mit Joe Stöckel - Beppo Brehm Willy Reichert Sonntag, 6. Nov., ll u. 18 Uhr: 2 Matineen Wirfahren nach Amerika Ein ganz besonders .interessanter Streifen, von Deutschen gedreht, der einen richtigen Einblick in die USA gibt. Nur noch bis Montag . 15, 17, 19, 21 Uhr [ So auch 13 Uhr Der Dieb von Bagdad Atlantik , Täglich J13, 15, 17, 19. 21 Uhr Karl May „DURCH DIE WÜSTE' Spannung. Sensationen und atemraubende Elin echter Karl-May-Film. Ab heute: 1^,00, 17,00, 19,09, 21,00, -=JSa.a. 23,00. So. a. 13,00, HARRY FIEL in Menschen - Tiere - Sensationen Tiger, Elefanten, Pferde und Affen sind neben den Menschen seine Partner in diesem besten aller Harry-Piel-Filme. — spannend von Anfang bis Ende. JPAUJ 13, 15, 17, 19, 21 Uhr ,Heute u. morg. 23.00 Tyrone Power Abenteuerin der Südsee Elin groß angelegter Abenteurer- Film in der Südsee: exotisch, inhaltsreich, packend, 'dramatisch, von seltener Schönheit! Täglich 13, 15, 17, 19, 21 Uhr j Heute Spätvorstellg. 23 Uhr 99 fllibi *€ mit Erich von Stroheim als verbrecherischem Hellseher Dr. Winckler in einem Kriminalfilm von seltener Spannung. Rechtsanwälte Walter Schäfer Ruf sr.e 4 als Rechtsanwalt zugelassen Karlsruhe, Kaiserstr. 201, Ecke Waldstr. Karlsruhe ERÖFFNET Freitag, 11. November 1949, 10 Uhr, —hcuch Loden — KAISERSTRASSE 213 Zum Burghof Brauereiausichank Brauerei Höpfner Speisen u. Getränke in altbewährt, Qualität HEUTE: Es laden ein HEINRICH KERN UND FRAU Unterhaltungskonzert (Zugang von Rintheimer Straße geöffnet) Konditorei-Cafe Großmann Kaiserstraße 46 . . . verarbeitet nur beste und feinste Ingredienzen. Täglich geöffnet bis 24 Uhr. Amtliche Bekanntmachungen Bekanntmachung Die Farben- u. Lackgroßhandlung Fritz Scheuble, Karlsruhe-Durlach, Blumentorstraße 4, beabsichtigt auf dem genannten Anwesen eine Lackkocherei einzurichten, die nach § 16 der Reichs-Gewerbeordnung genehmigungspflichtig ist. Etwaige Einwendungen gegen das beabsichtigte Bauvorhaben sind binnen 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, schriftlich, oder zu Protokoll bei der Stadt. Bauaufsichtsbehörde. Neues Rathaus, anzubringen, widrigenfalls alle nicht auf privatrechtlichen Titeln beruhenden Einwendungen als versäumt gelten. Gesuch und Pläne liegen während dieser Zeit im Neuen Rathaus beim Sekretariat der Bauaufsichtsbehörde (Zimmer 440) zur Einsichtnahme auf. Karlsruhe, den 29. Oktober 1949. Der Oberbürgermeister. -|- Schwerhörige -|- Kleinste preisgünstige Hochlet- stungs -Schwerhörigen -Apparate m. eingebaut. Miniaturbatterien, vollendete Tonqualität, hervorragende Fernwirkung — sofort lieferbar. 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Viertel des Jahresvorauszahlungsbetrags. bei Jahresvorauszahlungsbeträgen von mehr als 5 DM. aber nicht mehr als 20 DM, auf 15. 11. 1949 mit der 2. Hälfte des Jahresvorauszahlungsbetrags. Gleichzeitig wird andie Abgabe der Getränkesteueranmeldungen erinnert, die auf 5. eines jeden Monats für den vorangegangenen Monat abzugeben sind. Nach erfolgter Anmeldung erhält der Steuerpflichtige einen Forderungszettel vom Städt. Steueramt. Die festgestellte Steuerschuld ist sofort zur Zahlung fällig. Bei nicht rechtzeitiger Abgabe von Steuererklärungen, insbesondere der Getränkesteueranmeldurigen und der Vergnügungssteuerabrechnungen, können durch das Steueramt nach den Bestimmungen der Reichsabgabenordnung Verspätungszuschläge in Höhe von grundsätzlich 10°/o der endgültig festgesetzten Steuer erhoben werden. Es wird gebeten, die fälligen und noch rückständigen Steuerschuldigkeiten sofort an die Stadthauptkasse, Beiertheimer Allee 16, Erdgeschoß, linker Flügel, Zimmer Nr. 109, möglichst bargeldlos auf deren Girokonto Nr. 96 bei der Städt. Sparkasse Karlsruhe oder eines ihrer Bankkonten — wie auf dem Forderungszettel angegeben — zu zahlen. Bei bargeldloser Zahlung ist jeweils das Buchungszeichen anzugeben. Die Steuerpflichtigen werden darauf aufmerksam gemacht, daß bei nicht fristgemäßer Zahlung Säumniszuschläge verwirkt werden und bei Nichtzahlung mit Betreibung gerechnet werden muß. Karlsruhe, den 2. November 1949. Stadtverwaltung Karlsruhe. Alleinvertreter! 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Eine I-Zimmer-Eintiditung mit Küdie bestehend aus: Schlafzimmer Nußbaum Seidenglanz, innen Ahorn, Schrank 3-türig, 180 cm breit, 2 Nachttischchen, Frisierkommode mit 3-teiligem Spiegelaufsatz, 2 Bettröste, Küche -Reformküche, elfenbein lackiert, mit Doppeltüren, Buffet 130 cm breit, Tisch, 2 Stühle, Nähmaschine versenkbar. 5 Schlafzimmer in obiger Qualität mit Bettrösten, 6 Leichtmotorräder, 5 Küchen in obiger Qualität, 9 Nähmaschinen versenkbar, 6 Gasherde weiß emailliert mit 3 bzw. 4 Kochstellen, 11 Radios, 10 Küchenherde weiß emailliert, 31 Fahrräder, 5 Garnituren Bettwäsche, 40 Armbanduhren. Außerdem eine große Anzahl weiterer Bedarfs- und Einrichtungsgegenstände im Wert von ca 15 000 DM. Alle Gewinne in V. Qualität / Preis je Los 1 DM Zur Losbestellung wollen Sie sich des unteren Teiles dieser An- nonce bedienen, den Sie mit Ihrer deutlichen Anschrift und der gewünschten Loszahl versehen unter Beifügung von 1 DM je Los an die Stadtverwaltung Pforzheim — tLotteriestelle — einsenden wollen. Die Zusendung der Lose erfolgt postwendend mit auseinander liegenden Losnummern; Wünscne bezüglich bestimmter Losnummern werden nach Möglichkeit berücksichtigt. Die Ziehung findet im Dezember 1949 unter notarieller Aufsicht statt und wird binnen 1 Woche in dieser Tageszeitung bekannt- gemacht. Die Ziehungsergebnisse werden im Amtsblatt der Stadt Pforzheim veröffentlicht. Ziehungslisten werden bei der Stadtverwaltung Pforzheim — Lotteriestelle — öffentlich zur Einsichtnahme aufgelegt und können außerdem gegen Einsendung von 10 Dpf zuzüglich Rückporto durch die Lotteriestelle bezogen werden. Außerhalb Pforzheims wohnhafte Hauptgewinner, deren Anschrift vorliegt, werden von der Lotteriestelle unmittelbar benachrichtigt. Einsendeschluß (Datum des Poststempels): 5. Dezember 1949 Lotteriegenehmigung durch Erlaß des Herrn Präsidenten des Landesbezirks Baden, Abteilung Innere Verwaltung, Nr. 47 913/ V A vom 27. August 1949. — - - - (hier abtrennen)---- An die Stadtverwaltung Pforzheim — Lotteriestelle — Vor- und Zuname Genaue Anschrift Ich bestelle .•„ Lose und füge entsprechend . DM bei 1