SrsAelmmfBtaget Montag, MlttwWh nnü jTreitag. — Einzelpreis RM —.20, mona> Hefter Bezugspreis KM 2.20 (lr.kl. RM —.20 TrägergebUhr, bei Zustellung durch die Post RM 2.60 zuzüglich Zustellgebühr. KJODEUTSCHt AUGEMEitit $066» AUGEMEINE SÜDDEUTSCHE AUGt SÜDDEUTSCHE AUj "* AUGEMEINE •IGEt (S*EUT. AUGEMt UT5CHE SÜDDEUTSCH? AUSEMEINBODOfr ALLGEMEINE SÜDDEUTSCHE AU» DQitfS CUMlLGEMEINESOO* DEUTSCHE AT lGEMI Dl LG Dl 40ODEUTSCHE AllGEMEINESODDE ALLGEMEINE SODOEUTSCHE AllGI SOODEUTSCHEAUGEMEtNESQDOE SlLGEMEINE SODOEUTSCHE AUGE TINESODl GEMEINES 'DDEUTS 'HE ALLGEk OEUTSCHEALIGEI4HWC6DE .DDEUTSCH* 'LGEM IES0DDEU» .GEMEINESODDEUTSCHEALIGS ALGEMEINT pEUT EALLGEMEi JDDEUTSCHE ALLGEMEINESODDE iODDEUTSC m SODDEUTSC AUGEMEINESODDEUTSCHEALLGE KARLSRUHER NEUE ZEITUNG br. Nonp.-Zella KarlsrISJv Xrt werden sollten. MOSKAU. (Dena). Stalin und das gesamte Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion nahipen laut AFP an der Gedenk leier zum dreißigjährigen Bestehen der Roten Armee im großen Theater ln Moskau UÄ. haben. Demgegenüber meldet AFP, die sozialdemokratische Partei habe die Gerüchte über eine angebliche Durchsuchung ihres Parteigebäudes bereits dementiert. Am Spätnachmittag fand sich eine vielköpfige Menschenmenge vor dem Gebäude ein, das von jungen Leuten mit roten Armbinden bewacht wird. Die Telefonverbindungen in Prag scheinen unterbrochen zu sein. Premierminister Gottwald soll, wie INS von leitenden Oppositionskreisen erfährt, bereits eine fast fertige Kabinettsliste zur Vorlage in „ultimativer Form“ bei Präsident Benesch zusammengestellt haben. Nach der Liste sollen alle Schlüsselposten im Kabinett an Kommunisten gegeben werden. Berlin, 24. Febr. (AP). Im letzten Halbmonatsbericht der amerikanischen Militärregierung ist ein Aufruf an die Insassen der westdeutschen Verschleppten- Lager enthalten, der die Verschleppten zur energischen Bekämpfung des Verbrechertums in ihren Reihen auffordert. In dem Aufruf heißt es, daß die meisten Verbrechen der Verschleppten au 4 das Konto einer „kleinen Minderheit* der Lagerbevölkerung kämen, dies könne sich sehr nachteilig auf ihre Einwanderungsaussichten lm Ausland auswirken. Der Belicht vermerkt sodann häufige Verlrtcungen Haussuchung bei Dr. Semler München, 24. Febr. (AP). Untersuchungsbeamte der amerikanischen Militärregierung führten im Büro Dr. Sem- lers, des früheren Wirtschaftsdirektors in der Zweizonenverwaltung, eine Haussuchung durch und unterzogen ihn einem Verhör. Ein Sprecher des Direktors der Militärregierung in Bayern erklärte, daß sich die Haussuchung und das Verhör auf „private Geschäftsangelegenheiten“ Semlers beziehen und nichts mit politischen Dingen zu tun hatten. Semler. der sich gegenwärtig in Frankfurt aufhält, erklärte, man habe ihm bei der Haussuchung alle Bücher beschlagnahmt, um belastendes Material zu finden, später seien vor seine Büros Polizeiposten aufgestellt worden, die ihm den Eintritt verweigert hätten. Nach Dena wurden u. a. bei der Hau»- suchuni Ti kg Bohn«nk«ffe» gehmdaa. Taft fordert Vorrang für Fernen Osten Kritik an amerikanischer Deutschlandpolitik während des Krieges Detroit, 24. Febr. (Dena). Der republikanische Senator Robert A. Taft, ein Anwärter auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur, erklärte, die amerikanische Regierung verfolge in China eine Politik, die im fernen Osten das zu verhindern drohe, was der Marshall- Plan ln Europa zu erreichen suche. Taft betonte in seiner Rede vor den Mitgliedern des Economic-Club, die gesamte Mandschurei werde in die Hände der Kommunisten fallen, falls nicht sofort energische Maßnahmen ergriffen würden. Die Vereinigten Staaten sollten genau wie sie dies In Griechenland getan hätten, der nationalchinesischen Regierung Waffen und Munition liefern, damit diese den kommunistischen Streitkräften in der Mandschurei Widerstand leisten könnte. Der ferne Osten, führte Taft Präsidium des Wirtschaftsrates gewählt KPD-Fraktion verhält sich ablehnend- Frankfurt, 24. Febr. (Dena) Der Präsident des Wirtschaftsrates Dr. Erich Köhler (CDU) und dei^ Vizepräsident Gustav Dahrendorf (SPD) wurden am Dienstag in der ersten Plenarsitzung des neuen Wirtschaftsrates wiedergewählt. Vor der Wahl hatte Alterspräsident Dr. Adarri Remmele (SPD) sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß der Wirtschaftsrat nicht ganz Deutschland vertreten könne. Dr. Remmele betonte weiter, daß der Wirtschaftsrat nicht imstande sei, unumschränkte Gewalt auszuüben, da durch die Gesetze der Besatzungsmächte gewisse Grenzen gezogen seien. Der Vorsitzende der KPD-Fraktion, Ludwig Bek- ker, führte in einer Erklärung aus, westdeutsche Politiker hätten ohne vorherige Befragung des Volkes ihre Zustimmung zu der Umorganisation des Wirtschaftsrates gegeben, die die Grundlage zu einem westdeutschen Staat bilde, obwohl der Wille des Volkes auf ein einheitliches Deutschland abziele. Die KPD- Fraktion lehne aus diesem Grunde ab, sich am Präsidium des Wirtschaftsrates zu beteiligen. Dr. Karl Spiecker, bisher Abgeordneter Nordrhein-Westfalens im Exekutivrat, wurde zum Vorsitzenden der Zentrumsfraktion im Wirtschaftsrat gewählt. * Bei der Feststellung der neuen Abgeordneten des Wirtschaftsrates gab der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. Friedrich Holzapfel, bekannt, daß der Abgeordnete Willi Koch (CDU), Schleswig-Holstein, seine Wahle in den Wirtschaftsrat nicht angenommen habe, sondern Abgeordneter seines Landes bleiben wolle. Ferner wurde bekanntgegeben, daß die Abgeordneten Dr. Erich Potthoff und Dr. Viktor A g a r t z ihre Mandate im Wirtschaftsrat niedergelegt haben. Die z. Z. amtierenden Direktoren bleiben nach einem Beschluß des Wirtschaftsrates vorläufig weiter im Amt und übernehmen unter dem Vorsitz des Direktors der Verwaltung und Finanzen. Alfred Hartmann, bis zur Bildung des Verwaltungsrates dessen Funktionen. Länäerrat neu konstituiert Frankfurt, 24. Febr. (Dena). Die Konstituierung des neuen bizonalen Länderrats fand unter dem Vorsitz des Alterspräsidenten, Hermann Lüdemann, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein statt. Das Präsidium des Länderrats wird, Gepen Verbrechertum in Versch’epptenlagerr Sowjetsoldaten illegale Grenzgänger— Erklärung zur Gefangenenfrage Kein Parteipeist Ministerpräsident Dr. R. Maier zur Erweiterung des Wirtschaftsrates Skandinavien unterstützt Marshall-PJan Außenminister vier nordischer Länder beschließen Teilnahme Seite 2 / Nummer 22 SÜDDEUTSCHE ALLGEMEINE Mittwoch, den 25. Februar 1948 Veröffentlicht unter Lizenz Nr. US WB 112. Herausgeber Dr. J. Peter Brandenburg (Verlagsleitung) und Felix Richter (Chefredaktion) Verlag? „Süddeutsche Allgemeine“ Pforzheim, Telefon 2001 und 2002. Druck: Badische Presse, Karlsruhe, Waldstr. 23. etoMMi «mmi 1 «M|« £5junc>» I IQ I Die lür bleibt offen H.M. Die gegenwärtige Dreimächte- Konferenz zur Errichtung einer politisch-wirtschaftlichen Einheit — wenigstens Westdeutschlands — läßt mit dem präventiven sowjetischen Protest, irgendwelche Dreierbeschlüsse niemals anzuerkennen, die tragische Dissonanz eines Experiments, das seit drei Jahren am deutschen Beispiel exerziert wird, wieder vernehmlich laut werden. Man versucht, den Weltfrieden auf dem Wege über die Ohnmacht und Bekehrung eines ehemals großen Volkes zum System der Gewaltlosigkeit zu garantieren. Ein Versuch, dessen Ablauf aber durch die gegenseitige Macht- und Interessenpolitik unter den Großmächten bestimmt wird, und dessen Folgen für das Objekt tragische Formen annehmen. Denn die Rivalität der Weltmächte und das Sicherheitsbedürfnis der Nachbarn Deutschlands sind die Prinzipien der auswärtigen Politik, die die Londoner Beratungen und Moskauer Proteste gleich bleiernen Gewichten an der deutschen Zukunft hängen lassen. Und diese Prinzipien bilden auch die Angelpunkte, zwischen denen die Form der deutschen Einheit oder Nichteinheit, Rechte des Wh tschaftsrates oder das Veto des Länderrates, der Föderalismus in Frankfurt, die Bankendezentralisation der Westzone; die streng abgegrenzten Machtbefugnisse östlicher Zentral Verwaltungen, den östlichen Reparationsplan und die westliche Demontageliste pendeln. Ueber Existenzfragen der deutschen Demokratie entscheiden also zunächst die Existenzprobleme der Weltpolitik. Sie bestimmen die Themen der Verhandlungen und regeln deren Rangordnung. Die Themen der Produktion, der Ernährung, des Lebensstandards und der Leistungsfähigkeit, die hiermit unlösbar Zusammenhängen, müssen vor den Ansprüchen der großen Politik in den Hintergrund zurücktreten. Vom Standpunkt des Objektes, nämlich Deutschland, müßten diese allerdings an erster Stelle. in der politischen Arena rangieren. Die große Denkschrift des Bremer Senators Harmssen, nicht die Bi- oder Trizonencharta, nicht Bankreform sollte das erste Thema der Deutschland-Konferenzen sein. Diese Denkschrift nimmt den Rang eine» Note ein, die eine existierende deutsche Regierung der UN übermitteln würde. Mit Milliardenzahlen appelliert sie an die Verantwortung der Großmächte. Und doch, drei Mächte haben sich bereit erklärt, unter dem Zwang der Notwendigkeit dem Wunsch nach Verständigung endlich feste Form zu geben. Auf welche Weise Deutschland oder wenigstens ein Teil Deutschlands in die künftige westeuropäische Zusammenarbeit eingegliedert werden soll, beraten die Delegationen der großen Drei. Die Londoner Gespräche stellen den Versuch dar, eine sinnvolle Synthese zwischen nachbarlichem Sicherheitsbedürfnis und wirtschaftspolitischen Notwendigkeiten zu finden. An den Besprechungen beteiligte Diplomaten warnen vor zu großen Erwartungen hinsichtlich eines umfassenden und baldigen Abkommens. Ja wir müssen damit rechnen, daß eine Verständigung in London in mehrfacher Hinsicht von uns Einschränkungen erfordert, die zu den gegenwärtigen Verhältnissen noch zusätzlich zu tragen wären. Die Ansichten über die Reparationsfragen, über die Zukunft des Ruhrgebiets, über die Notwendigkeit erhöhter Vollmachten für die Deutschen ergeben manche Differenzen — und auch der Schatten des nicht eingeladenen vierten großen Partners wird seine Wirkung tun. Gaben doch alle drei beteiligten Mächte unmißverständlich zu verstehen, daß keine Beschlüsse gefaßt werden, die sich gegen Kontrollmaß- nahmen der großen Vier richten oder dieselben gar verletzen werden. Man will bewußt noch eine Tür offen halten und vielleicht zwingt auch die Entschlossenheit der westlichen Großmächte, endlich zu Entscheidungen zu kommen, die Sowjets zum Einlenken. Wir haben nur die eine Hoffnung, daß diese Konferenz endlich zu einem Ergebnis führen möge, das einem der Verzweiflung anheimfallendes Volk die Möglichkeit gibt, wieder in eine schwere, aber wenigstens in eine Zukunft zu sehen. Ein Gericht sprach frei ... Ein Fabrikant hatte ein ganzes Jahr vergeblich auf die Erteilung eines Bezugscheines für ein Paar Schuhe für seinen 15jährlgen Sohn gewartet. So erstand er für seinen Sprößling ein Paar auf dem schwarzen Markt für 800 RM. Der Fabrikant mußte sich wegen Vergehens gegän das Preisgesetz vor dem Amtsgericht Neuenbürg verantworten und ... wurde freigesprochen. Aber der Staatsanwalt legte Berufung ein, so daß sich die Tübinger Strafkammer mit der Sache befassen mußte. Die Verhandlung ergab, daß der Junge nur noch ein Paar zerrissene und zu klein gewordene Schuhe .besaß und dadurch gesundheitlich geschädigt wurde. Die Strafkammer sprach den Angeklagten ebenfalls frei und begründete das Urteil unter anderem: „Unter stillschweigender Duldung der Verwaltungs- und Wirtschaftsbehörden hätten sich weitreichende Kompensationsgeschäfte entwickelt. Auch der Lohn werde teilweise ln Naturalien bezahlt. Es sei dadurch eine Gefahr für die gesamte Volkswirtschaft und eine Rechtsunsicherheit entstanden. - Gleichzeitig würden weite Kreise der Bevölkerung, die nicht über Kompensationsmittel verfügten, benachteiligt. Es sei Sache der Gesetzgebung, ln dieser Richtung einen grundlegenden Wandel herbeizuführen. av. • Grundsätzlich sind wir mit dem Urteil des Gerichtes einverstanden. Aber, gehört dieser Fabrikant, der 800 RM für ein Paar Schuhe bezahlen kann, zu den „weiten Kreisen", die benachteiligt sind? Warum wählt man gerade diesen Fall als Exempel? Das Karlsruher Komplott — Vorspiel zur badischen Revolution 1848 Trotzdem wurde es am anderen Mor- Antwort bekam: „Aua Malnzf**, 4a gen recht unruhig ln der Stadt. Offenbar meinte Bekk, er solle sich heimscheren. Tri der sonst so ruhigen groQh. Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe gab es Ende Februar 1848 allerlei erstaunliche Unruhe. Kein Wunder, denn die ohnehin schon seit Monaten in Baden erwachten politischen Leidenschaften waren hoch aufgewühlt worden durch eine sensationelle Nachricht: Am 23, Februar hatte der Telegraph den Ausbruch einer demokratischen Revolution in Paris gemeldet! Das zündete ln Baden und sogar ln der braven Residenz. Aber nicht nur das. Zwei Wochen zuvor hatte der Abgeordnete Bassermann im Karlsruher Landtag seine berühmte „Motion“ eingebracht, hatte unter stürmischem Beifall der Abgeordneten und der dichtgefüllten Tribünen seine berühmte Rede zur deutschen Einheit gehalten, eine deutsche Volksvertretung gefordert und von der Regierung verlangt, sie möge beim Deutschen- Bund sich zum Sprachrohr dieses Begehrens machen. In den radikalen Blättern des Landes war allerhand zu lesen, was nach Aufruhr klang — kurz, jeder fühlte, daß die Tage an- flngen, historisch zu werden. Vielleicht hätten die Dinge ln Baden einen ganz anderen Verlauf genommen, und die Dinge in Deutschland auch, wenn jenes trübe Zwischenspiel geglückt wäre, das in die leider viel zu wenig bekannte Vorgeschichte der badischen Revolution als „das Karlsruher Komplott vom 27. Februar“ eingegangen Ist. Da waren nämlich in einem Hinterzimmer eines Karlsruher Gasthauses am Abend dieses Tages etliche Männer zu einer vertraulichen Besprechung zusammengekommen, darunter, wie nachher verlautete, „mehrere Literaten und Arbeiter“. So etwas war . natürlich verdächtig. Unter den Teilnehmern befanden sich Abt und Blind, zwei bekannte „Demokraten“ — und das hieß jdamals Landesverräter. Die beiden sollten übrigens später in der deutschen Revolution noch eine Rolle spielen. Man besprach einen Plan, nach welchem man am anderen Morgen mit Gleichgesinnten vor das Schloß ziehen und den Großherzog zur Abdankung zwingen wollte. Gleichzeitig sollte ein Sturm auf das Zeughaus erfolgen, um eine allgemeine Volksbewaffnung durchführen zu können. Das wäre selbstverständlich die vollendete Revolution gewesen, ein Umschwung zur Republik. Unter den Verschwörern befand sich aber ein Verräter: der ging zur Polizei und verriet das Komplott und die Kon- spiranten. Am frühen Morgen des 28. Februar wurden die Angezeigten verhaftet — das „Karlsruher Komplott“ war mißglückt. Der erste Versuch einer revolutionären republikanischen Bewegung in Baden war gescheitert. war über den beabsichtigten Putsch doch einiges im Volk durchgesickert; möglicherweise war auch die Aktion weit besser vorbereitet als die Akten nachher feststellen konnten. Das Volk ging auf die Straßen der sonst so braven Residenz statt zur Arbeit. Es kam zu Ansammlungen, wobei bezeichnenderweise der Ruf erschallte: .,Es lebe die Republik!“, und besonders Sangeslustige stimmten das „Revoiutionslied“ an, das den eben nicht ganz harmlosen Refrain hatte: „Wir saufen das Blut der Tyrannen, wir saufen, wir saufen Ihr Blut!“ Am übernächsten Tage, am 1. März, war in Karlsruhe eine große Menge Menschen, zum Teil von weither, zusammengeströmt, um die sogenannten „Sturmpetitionen des badischen Volkes“ dem versammelten ©Landtag zu überreichen. Dabei kam es auch zu einer Interpel-" lation wegen der Verhaftungen. Der Abg. Brentano, der radikale Hofgerichtsrat aus Mannheim, später der Verteidiger Blinds in dessen Hochverratsprozeß, forderte die Freilassung. Er rief in seiner Rede dem Staatsminister Bekk zu: „Schlagen Sie die Hochverrats- und Maiestätsbeleidigungsprozesse nieder, und ich garantiere Ihnen mit meinem Kopfe, es wird keine Unruhe mehr vorfallen, das Volk wird mich nicht im Stiche lassen!“ Die gefüllte Galerie unterstrich diese Worte mit tosendem Beifall. Aber Bekk lehnte ab. Darauf formierte sich nach Schluß der Sitzung die Menge zu einem Marsch vor das Schloß. Dort war der Großherzog mit den Ministern und etlichen Generälen versammelt. Vor dem Schloß hatte man aber statt des Militärs die Feuerwehr aufmarschieren lassen Offenbar hielt man sie für weniger provozierend als Truppen — immerhin waren die „Pompiers“ mit Bajonetten ausgestattet. Im Schloß war man zunächst der Meinung, es komme jetzt die angesagte Deputation des Volkes, um sich beim Großherzog dafür zu bedanken, daß er am Tag zuvor, am 29. Februar, in einer Proklamation an das badische Volk eine Reihe wichtiger Reformen versprochen und das freiheitliche Pressegesetz wiederhergestellt hatte. Das war nun freilich ein Irrtum. Die Menge wollte «ich keineswegs bedanken, sondern die sofortige Freilassung der Verhafteten vom 28. Februar fordern. Der liberale Staatsminister Bekk, der mittlerweile vom Ständehaus ins Schloß hinübergekommen war, trat der Menge entgegen und suchte sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Als er einen der schreienden Demonstranten fragte, woher er sei, sein Dialekt war ihm aufgefailen, und zur Deutschland-Rundschau Vereinte Westzone: Stuttgart.' (Dena). Der Urlanberzug Koblenz—Paris, der bisher die deutschen Arbeiter an ihre Arbeitsplätze ln Frankreich zurückbrachte, fällt aus, wie die EUenbahndirektion Stuttgart mitteilte. Dafür verkehrt Jetzt ein Urlauberzug von Kaiserslautern nach Paris. Stuttgart. Aul dem Bahnübergang am Bahnhof Hockenheim wurde ein LKW von einem durchfahrenden Schnellzug erfaßt und zertrümmert. Der Fahrer war sofort tot. Die Schuldtrage tot noch nicht geklärt. tz. München. (Dena). Ein GroOfener vernichtete in der Nacht zum Samstag das Haupt, und ein Nebengebäude des DP-Lagers Grellenberg, Landkreis Landsberg. München, (ap). Der tschechische katholische Journalist Pavel Tigrid, den die Kommunisten beschuldigt hatten, in die amerikanische Zone Deutschlands geflohen zu sein, tauchte ln München auf. München. (Dena). 30 Prozent der ge- vomtea CSU stehen eindeutig hinter Staatsrat a. D. Fritz Schäffer, nachdem sich der Qe- zirksrerband München der CSU fast einstimmig dafür ausgesprochen hat, die Forderungen des Bezirksverhandes Oberbayern an die Landesleitung der CSU zu unterstützen und diese auftordern, sofort In Verhandlungen mit dem Bezirksverband einzutreten. Frankfurt, (ap). Der Privatreiseverkehi ln die Tschechoslowakei ist vorläufig eingestellt worden, wie die tschechoslowakische Mllltärmlsslon mitteilt. Für Personen, die die Tschechoslowakei zn betreten wünschten. ihn, den Fremden, gingen die badischen Landesangelegenheiten nichts an! Woraul der revolutionäre Mainzer erwidertet „Es gibt keinen Unterschied der Staaten mehr — alle Deutschen sind Jetzt Brü- derl“ , Nach einiger Zett erschienen auch mehrere Karlsruher Gemeinderäte im Schloß. Sie äußerten die Befürchtung, daß ein« Aktion zur gewaltsamen Befreiung der Gefangenen unternommen werde, man solle wenigstens die Untersuchung beschleunigen. Das letztere wurde zugesagt; gegen einen Befreiungsversuch aber werde Militär eingesetzt werden. Mittlerweile hatte die Menge draußen eine drohendere Haltung eingenommen. Die Feuerwehr fällte das Bajonett gegen sie — wurde aber nur ausgelacht! So rief man Dragoner herbei; aber auch si« konnten die Menge nicht vertreiben, denn ernsthaft mit Waffengewalt wollt« man offenbar nicht vorgehen. Die ganze Nacht hindurch patrouillierten Militär und Bürgerwehr durch di« Straßen der Stadt. Es blieb ruhig. Aber in der folgenden Nacht bekam dl« Feuerwehr doch zu tun: das Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten stand in Flammen! Es war an verschiedenen Stellen in Brand gesetzt worden. Dl« Täter wurden nie ermittelt. Am 16. März kam im Landtag eia offizieller Antrag der Petitionskommission zur Verhandlung: alle wegen politischer Verbrechen Verurteilten oder ln Untersudiungshaft Befindlichen, sofern nicht Landesverrat vorliege, sollten amnestiert werden. Die Kammer nahm den Antrag einstimmig an. Drei Tage später fand die große Offenburger Versammlung statt: Auftakt und Organisation der Revolution durch das ganze Land war Ihr Ziel. Und so kam es. R. G. Haebler. würden militärische Travel-Orders erforderlich sein. Paderborn. (Dena-DPD). Der ehemalige Reichskanzler, Dr. Heinrich Brüning, beabsichtigt, aus den USA^ach Deutschland zn kommen, erklärte det Präses der Kolpingfamilie, Domvikar Schmitz, bei der Neugründung der Vereinigung „Deutsche Jugendkraft“. Hamburg, (ap). Nach Mitgliedern einer Internationalen Großschieberbande, die ungeheure Mengen Zigaretten ln die britische Zone Deutschlands einschmuggeite, wird gegenwärtig in Holland und Belgien gefahndet. Britische Grenzbeamte konnten acht Millionen Zigaretten ln der deusch-holländischen Grenzstadt . AUenkirchen sicherstellen, Pegnitz. (Ofr.). Aus sittlichen und ge- sundheitspoüzcilic'ien Gründen wird ab sofort der sogenannte KuSwalzer auf öffentlichen Tanzveranstaltungen verboten, heißt es in einer Verfügung des Landratsamtes Pegnitz. gl. Vierzonenstadt Berlin: Berlin, (ap). Die britischen Behörden haben die Rückwanderung deutscher Staatsangehöriger polnischer Herkunft gestattet, deren Eltern und Großeltern ln den letzten fünfzig Jahren aus Polen nach Deutschland zugewan- derl waren, wie die britische Militärregierung ^ ln Deutschland bekanntgab. Berlin. (Dena). Der Kirchenpräsident von Hessen-Nassau, Dr. Martin Niemöller, verabschiedete sich nach fast 17jährlger Amtszeit ln der Sankt Annenkirche von seiner Dah- lemer Gemeinde. Weihbischof Dr. Burger Kapitular- vilcar Freiburg L Br., 23. Febr. (CND) Nach dem Tode des Erzbischofs Dr. Gröber ging die Verwaltung der Freiburger Erzdiözese zunächst auf das Domkapitel über. Dieses ist dann gehalten, im Verlauf einer Woche einen Kapltularvikar (auch Bistumsverweser genannt) zu wählen, der mit gleicher Jurisdiktion wie der Bischof die Verwaltung der Erzdiöze6« bis zur Ernennung eines Bischofs übernimmt. Das Freiburger Domkapitel hat im Verlauf einer anderthalbstündlgen Sitzung den Dompropst, Weihbischof Dr. Wilhelm Burger, zum Kapltularvikar gewählt. Nach der Wahl legte der Kapltularvikar vor dem Domkapitel die Pro- fessto fidel ab und trat dann sein Amt an. Der gegenwärtige Freiburger Kapltularvikar, Dr. theol. Wilhelm Burger, wurde am 8. April 1888 in Stühllngen geboren und am 2. Juli 1903 zum Priester geweiht. Seine Ernennung zum Titular- bischof von Theben durch Papst Pius XL erfolgte am 30. August 1924. Zum Bischof konsekrlert wurde er im Freiburger Münster am 28. Oktober des gleichen Jahres. Der Kapltularvikar, der seit Oktober 1924 dem Metropolitankapitel der Freiburger Erzdiözese angehört, wurde innerhalb dieser Körperschaft am 14. Juli 1933 zum Dompropst ernannt. Entnazifizierung bei der Reichsbahn Im Bezirk der Reichsbahndirektion Stuttgart ist die politische Säuberung nahezu abgeschlossen. Von den hierbei entlassenen 4475 Personen (3705 Beamte, 770 Angestellte und Arbeiter) wurden bisher erst 490. deren Spruchkammerbescheid aut Mitläufer oder günstiger lautet, nach Genehmigung durch dl« Militärregierung wieder angestellt. Der durch diese Entlassungen entstandene Ausfall an eingearbeitetem Personal (bei den Beamten durchschnittlich 27•/., wobei der Prozentsatz bei der gehobenen und höheren Beamtenlaufbahn bla zu 88*/« betrug, bei den Arbeitern rund 4•/•) Ist beträchtlich und stellt somit an die Leitung der Reichsbahn erhöhte Anforderungen. fz Michel Kohldampf Ein Satire von, GLAGLA Michel Kohldampf seufzte, als er das Kalenderblatt vom 1. April 1950 abrlß. Er seufzte wie ein Mensch zu seufzen pflegt, der mit einer geschwollenen Backe das Sprechzimmer eines Zahnarztes betritt, lm unheilvollen Ahnen um das ungewisse Schicksal seines melstbeanspruch- ten Llgblingszahnes. Bei Michel Kohldampf waren es auch gleichsam Gemütsschwellungen seelischer Zahnschmerzen, die seiner Brust den Seufzer entlockten, denn das unheilvolle Ahnen eines gewissen Schicksals erfüllte Ihn vom ehemaligen Scheitel bis zur Ersatzsohle. Michel Kohldampf stand vor einem schwerwiegenden Entschluß, vor einer Reise, sofern man die Strapazen einer urwaldähnlichen Expedition genügsam als Reise bezeichnen kann, — einer Reise von Hannover nach Berlin. Dort wollte er mit seinen Gläubigern ein Internationales Treffen zustandebringen — mit Mr. Care, Sir M. Plre, Monsieur de Montage und Towarlschtsch Wetorow. Bis zur vereinsamten Grenze, die Westdeutschland von Ostdeutschland trennte, ging es verhältnismäßig gut. Dann aber begannen die Peinlichkeiten. „Haben Sie etwas zu verzollen?“ fragte man Ihn barsch. Michel Kohldampf hob ergeben die Achseln. „Bitte, sehen Sie nach“, sagte er. „Was Ist das für ein Ding?“ „Das ist ein Koffer." „Wozu braucht man den?“ „Er ist ein abschließbares Behältnis zum Befördern von Gegenständen.“ „Zum Befördern von Gegenständen ..?" wiederholte der Zollbeamte erstaunt. „Hierzu bedienen sieh die fortschrittlichen Kräfte eines Rucksackes. Das da...“, er zeigte voll Abscheu auf den Koffer, .. lat ein kapitalistisches Erzeugnis imperialistischer Aggressoren. Sie machen sich Verdächtig, den einheitlichen Aufbau einer friedliebenden Volksdemokratie zu sabotieren. — öffnen Sie!“ Michel Kohldampf schloß den Koffer auf und zeigte seinen Inhalt. Der Beamte stocherte zwischen einigen Fußlappen und Pulswärmern und zog schließlich mit spitzen Fingern eine Tüte heraus. „Was enthält die Tüte?“ „Meine Wegzehrung: gemahlene Baumborke.“ Der Beamte rümpfte die Nase. „Fortschrittliche Kräfte verzehren getrocknetes Moos“, sagte er beleihend. „Jedenfalls muß gemahlene Baumkorke als ausländisches Erzeugnis angesehen werden und unterliegt der Einfuhrbeschränkung. Sie müssen Zoll dafür entrichten.“ Michel Kohldampf zog die Brieftasche. „Nicht hier!“ wehrte der Beamte ab. „Selbstverständlich müssen Sie den Zoll In inländischer Währung bezahlen. Sie haben die Westmark, hier aber gilt die Ostmark. Das erledigen Sie draußen an der Devisenstelle. Anschließend unterziehen Sie sich einer mündlichen und schriftlichen Prüfung, ehe Ihnen die Weiterreise gestattet wird.“ Michel Kohldampf standen Schweißtropfen auf der Stirn. „Was — um Himmelswillen! — fragt man dort gewöhnlich, bei solcher Prüfung?“ stammelte er entsetzt. „Das Ziel Ist die politische Zuverlässigkeit. Die erste Frage lautet: Warum kam keine deutsche Einheit zustande?“ „Aber das weiß 1 o h doch nicht!" „Dann, mein lieber Mann, kehren Sie nur schleunigst um. Das möchten wir nämlich selber gern wissen. Wer diese Frage nicht zufriedenstellend beantwortet, der kommt bis zur Klärung Ins Arbeitslager — zum Moostrocknen.“ — Vor Michels Augen drehte sich’». Ihm schwindelte. Wie von Ferne hörte er eine Stimme: „So — den Zahn sind Sie lo«l“ Er erwac-ite aus der Narkose und hielt «Ich dl« Back«, „Sie schwitzen ja mächtig“, stellte der Zahnarzt fest, „Haben Sie unangenehme Träume gehabt?“ Michel Kohldampf griff benommen zum Wasserglas. „Ich bin Jedenfalls froh, daß Ich noch rechtzeitig aufgewacht bin“, gestand er. „E3 hätte noch schlimmer kommen können.“ Die Bamberger Philharmoniker in Heidelberg Der „Gesellschaft der Musik- und Kunstfreunde** war es zu danken, daß sich die „Bamberger (früher Prager) Symphoniker^ unter ihrem ständigen Dirigenten, Gewandhausmusikdirektor Herbert Albert in Heidelberg vorstellten und nach dieser „Kostprobe** zweier Konzerte darf man wohl sagen, daß es ein künstlerisches Ereignis hohen Ranges wurde. Von Mozarts unerhört kräftig angepackter Es-dur-Symphonie, über Du- kas\ im virtuosen Einzelspiel der Instrumente brillierenden „Zauberlehrling** steigerte sich die Leistung des Orchesters In Tschaikowskys, alle Elemente folklo- ristlsch russischer Musik enthüllenden „Schicksalssymphonie* 4 (der Infolge ihres Pizzicato-Satzes gefürchteten vierten) ln einer Welse, daß der für derartige Musik- Offenbarung leider allzu beengte (wenn auch sie intensivierende) Schloß-Königssaal sein Publikum noch lange nach Schluß des Konzerts an die Plätze bannte. Die Wiedergabe von Beethovens sechster und siebenter Symphonie im (jetzt wieder von den Amerikanern zur Verfügung gestellten, aber durch die eingebaute Vorhangbühne klanglich nicht sonderlich günstigen) Stadthallensaal verstärkte dann den Eindrude von der un- gemein leichten, gleichsam modellierenden Dirigentengeste Alberta, den allen Farbennuancen zugänglichen Streichern, den beschwingten Holz- und den schlak- kenfreien Blechbläsern und der Zusammenfassung aller Komponenten zu einem Klangkörper, der fortan im kulturellen Leben Süddeutschlands nicht mehr fortzudenken ist. Er zerstreute auch alle kleinlichen Bedenken etwaiger Konkur- renznbsichten den städtischen oder staatlichen O-chestern gegenüber: künstlerische Wirklichkeit und bedeutsame Anregung halten sich die Waage — wer möchte solche Wirkung gering achten oder ausschalten? Dr. Wehagen. Neue Bücher von Wert: Junge Lyrik Im Verlag von Georg Westermann, Braunschweig, sind 1947 drei schmale, hübsch ausgestattete und sorgfältig gedruckte Gedichtbändchen Jüngerer Lyriker erschienen, mit denen der Verlag seine frühere erfolgreiche Arbeit lm Aufspüren Junger Lyriker glücklich fortsetzt: Heinrich Mersmann „Gesang unter Sternen", Wilhelm A d t : „Die Sterne dauern** und Anton Dörfler: „Rast und Gnade“. Wilhelm A d t, der 1946 den Lyrikprols der Stadt Mainz erhalten hatte, schwingt seine Gedanken in geglätteten, ausgefeilten Versen aus in freien Rhythmen, öfter in gebundenen Formen, etwa dem ln die Tiefe dringenden grundsätzliche Erlebnisse des schaffenden Künstlers gestaltenden. sprachlich wohl abgewogenen Sonettenkranz „Pygmalion“, und es gelingt ihm öfter, was er selbst als des Künstlers Aufgabe bezeichnet: Bleib* uns nicht Bild v o Schönheitl Werde Blut! Erfüll* uns ständig, und die Welt wird gut! Mersmann, ein begabter nach Reife suchender, einsamer Student — seine Gedichte sind gültiges Zeugnis dafür — bringt besinnliche, oft an Elchendorff, Lenau, die Ebner und die ganze Romantik erinnernde Verse. Sind auch mitunter noch rhythmische Unebenheiten und reimliehe Unreinheiten zu verzeichnen, so ge* lingen ihm doch oft überraschend sprachlich gelungene Wendungen. Gepflegt« Sprache und ein feines Stil- und Naturgefühl zeichnen das Büchlein aus. Anton Dörfler, der bekannte episch« Dichter, hat in einem schmalen, an inneren Werten reichen Bändchen ln zuchtvoller, beschwingter Sprache Lieder der Reife zusammengestellt. Es sind Gesicht« der Landschaft, der er entstammt (Mainfranken), feinsinnige künstlerische Studien, persönliche Erinnerungen, über dl« Landschaft zur Ewigkeit drirfgende Hymnen voll froher Beschwingtheit und drängenden Traumvisionen in vergeistigter Sprache, verklärend gedeutet, geformt zum gültigen Wort. Dr. W. O. Helen Keller, die blinde und taube amerikanisch« Schriftstellerin und Sozlalpolitikerin, setzt ihr Hilfswerk für Krüppel, Blinde, Taub« und Stumme fort, nachdem sie Ende 1946 in gleicher Mission Europa bereist hat. Am 28. März wird sie die Reise nach Ostasien antreten. General Mac Arthur hat seine volle Unterstützung zugesagt.— Helen Keller wird in Schulen und Krankenhäusern darüber sprechen, wie si« sich aus eigener Kraft trotz ihres doppelten Gebrechens zu einem vollwertigen Menschen herangebildet hat. Hauptzweck ihres Wirkens in aller Welt Ist die Erziehung Blinder und Tauber zu eigener Selbständigkeit. Einen großen Teil ihrer Einkünfte verwendet diese wahrhaft mütterliche Frau zur Finanzierung des Hilfswerkes. Ihr Auge und Ohr ist auch au£ dieser Reise ihre langjährige Sekretärin, Miß Polly Thomson. Unterhaltungen mit Helen Keller werden durch Miß Thomson in der Form vermittelt, daß die Sekretärin das, was der Gesprächspartner sagtet mit dem Finger ln Helen Kellers Handfläche schreibt, worauf die Blinde dann selber antwortet, Ap., * f Mittwoch, den 25. Februar 1948 KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Nummer 22 / Seite S JKVInlflFtelVfl oh’i* 9fntnmrn!«r Die von einem Geschäft der Weststadt ausgegebene Käsezuteiiung der 111. Periode war teilweise stark angeschimmelt und — vermutlich durch zu lange Lagerung beim Großhandel oder in der Fabrik — ungenießbar. * Besuch vom Lande: „Und stellt Euch vor — wir haben keinerlei Brotaufstrich mehr, so daß wir schon seit Wochen gezwungen sind, jeden Morgen Bratkartoffeln zum Frühstück zu essen.“ » Die Telefon-Nummern eines größeren Karlsruher Betriebes änderten s'ch. Zwölf Tage später war weder das Fernsprechamt noch die sogenannte Auskunft hiervon informiert. • Ein ariderer Fernsprechteilnehmer erlebte die Ueberraschung. daß sich das Fräulem vom Amt nicht nur unmittelbar nach dem Abnehmen des Hörers meldete, sondern sogar die gewünschte Rufnummer wiederholte. * Vor einiger Zeit mußten auf Grund der Kohlenlage Gassperrstunden ein- gtführt werden, die anfänglich strikt eingehalten, nach und nach aber so gelockert wurden, daß sie schließlich — zumindest tagsüber — kaum noch sonderlich ins Gewicht fielen. Vor etwa zwei Wochen ließen die S'ädti- schen Werke der Presse eine Mitteilung zugehen, daß nunmehr — obwohl noch keine wesentliche Besserung in der Koh'eoversorgung sicher- gestellt sei — mit günstigeren Abgabezeiten gerechnet werden könne. Seit diesem Tage wird das Gas wieder zu den festgesetzten Abschaltzeiten — und zwar auf die Minute pünktlich — gesperrt. H. H. Aus dem Tagebuch der Fächersfadl Messerstecherei. In einer Wirtschaft der Altstadt artete ein Streit in eine Messerstecherei aus, bei der ein Beteiligter lebensgefährlich verletzt wurde. Verkehrs Unfälle durch Unvorsichtigkeit. Beim Überschreiten der Durlacher Allee wurde eine Frau von einem Lastkraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert. Neben einer Gehirnerschütterung kam sie mit leichteren Verletzungen davon. — Auf der Badener Straße wurde ein 8jähriger Schüler, der auf einem Schlitten von der Straßenböschung herab über die Fahrbahn fuhr, von einem Perkonenkraftwagen überfahren und schwer verletzt. — Auf der Ettlinger Allee wurde ein Radfahrer, als er die Fahrbahn kreuzte, von einem Lastkraftwagen angefahren. Er erlitt mehrere Rippenbrüche und eine leichtere Kopfverletzung pp. „Wir und die weite Welt“. Dem Deutschen sind Reisen über die eigenen Grenzen hinaus, die den Blick weiten und das Weltbild formen, nun schon seit bald neun Jahren so gut wie unmöglich. Da findet ein Vortrag, der wenigstens im Bilde Fernen erschließt, auch besonderes Interesse. Harald S t ö s s e 1 führte seine Hörer nach kurzer Einleitung zuerst in die Berge: zur Zugspitze, nach Tirol und ln die Ötztaler Alpen, dann von Süditalien. Neapel und Pompeji aus an die nordafrikänlsche Küste, nach Tripolis und zu den großartigen Überresten klassischer Kunststätten. Die Aufnahmen waren in der Bildgestaltung und Leuchtkraft der Farben kaum zu übertreffen. So erreichte der Redner voll das Ziel, das er sich gesteckt hatte: für eine Stunde Enge und Sorgen des Alltags vergessen zu lassen in der Freude an den immer neuen Schönheiten von Natur und Kunst. la. Die SAZ gratuliert! Herr Josef Anderer, Luisenstr. 58, beging am 22. Februar seinen 80. Geburtstag und gleichzeitig sein dreißigjähriges Ge- schäfts Jubiläum als Lebensmittel-Einzelhändler. — Frau Anna Thum* Würlfemberg-Badische Rundschau Bürgermeister und Ratschreiber tagten Am vergangenen Donnerstag fand im Ettlinger Rathaussaal in Anwesenheit amerikanischer und deutscher Gäste eine Bürgermeister- und Katschreiberversammlung statt. Landrat Groß wies die neugewählten Bürgermeister auf die Verantwortung h'n, die sie gegenüber der Bevölkerung haben. Sie müßten, so führte der Landrat aus, mit gutem Beispiel vorangehen und den Mitbürgern Vorbild sein. Vor allen Dingen sei bei allen Amtshandlungen Gerechtigkeit zu üben, um das Vertrauen und Rechtsbewußtsein des Volkes wieder herzustellen. Anschließend verpflichtete der Landrat die 24 neugewählten Bürgermeister auf die Verfassung. Ueber die Verteilung der Baumaterialien im Landkreis und den Vollzug des Wohnungsgesetzes gab Reg.-Rat Eckert Aufsch’uß. Auf der umfangreichen Tagesordnung standen außerdem unter anderem Referate über die WildsChwein- plage, die Regelung der Besatzungskosten und die Kohlenversorgung. Bei einigen Punkten der Tagesordnung wurde von selten der Bürgermeister Kritik geübt. So kam vor allem zum Ausdtuck, daß die ländlichen Gemeinden und Städte wie Ettlingen und Brctten bei der Zutei’ung von Mangelwaren und Ausgabe von Sonderzuteilungen gegenüber den Großstädten benachteiligt würden. Die Anwesenden waren sich darüber einig, daß a'les getan werden müsse, diesen unerträglichen Zustand zu beenden. R. J. Mannheimer Gestapochef verurteilt Der ehemalige Leiter der Gestapo-Außenstelle Mannheim und SS-Obersturm- führer Adolf G e r s t sen., wurde von der Spruchkammer des Interniertenlagers Ludwigsburg zu sechs Jahren Arbeitslager verurteilt. Die bereits verbüßte Haft von 2‘/i Jahren wurde nicht ar.gerechnet. Zeugenaussagen bestätigten übereinstimmend. daß Gerst sich fortgesetzt brutale Mißhandlungen an politisch Verfolgten zuschulden kommen ließ. Anläßlich eines Streiks in einem Ausländerlager hat Gerst in unmenschlicher Weise Fremdarbeiter verprügelt. In seinen wiederholten Beteuerungen, jeweils im Auftrag der Gestapo-Hauptstelle Karlsruhe gehandelt zu haben, konnte die Kammer keinen Milderungsgrund erblicken. Wenige Wochen zuvor hatte sich der Sohn des Betroffenen, der berüchtigte Gestapo-Beamte Adolf Gerst jun., der eine führende Rolle in der Heidelberger und Mannheimer Gestapo spielte, vor derselben Kammer zu verantworten. Auch er wurde als Hauptschuldiger zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. fz. Mannheimer Nachrichten Der neue Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Cahn-Garnier wurde im Rahmen einer festlichen Stunde durch Landesdirektor Zimmermann in sein Amt eingeführt. Er bekannte sich zu einer straffen Verwaltung und einem Haushaltsplan, der im Hinblick auf die kommende Währungsreform aufgestellt werden müßte. Wilhelm Furtwängler will einer Einladung der Mannheimer Stadtverwaltung zu einem Gastspiel nach seiner Rückkehr aus England nachkommen. Vor den Toren Mannheims produziert die Deutsche Zündholz AG. täglich achtzehn Millionen dieser begehrten Hö'z» chen. Die Produktion könnte hinsichtlich der Rohstoffe auf das Doppel ta gesteigert werden, wenn es nicht an Arbeitskräften fehlen würde. Bei der Stellenvermittlung für Frauen des Mannheimer Arbeitsamtes melden sich in zunehmendem Maße Kriegerwitwen und Frauen von Kriegsgefangenen zur Aufnahme von Büroarbeiten. Man kann daraus schließen, daß die Ersparnisse zu Ende gehen. — Von den 230 0C« Mannheimer Einwohnern sind rund 30 000 als Wohnungssuchende gemeldet. Im vergangenen Jahre wurden 10 241 Räume vergeben. w. m e r n i c h t, Marie-Aiexandra-Str.. 18, begeht heute ihren 82. Geburtstag. * Karlsruher Theaterfragen im Rundfunk, Radio Stuttgart hat für seine Sendung „Echo aus Baden" am Samstag, den 28. Februar, um 13.15 Uhr, ein Gespräch vorgesehen, wobei Oberbürgermeister Töp- p e r , Ministerialdirektor Dr. T h o m a , Otto Matzerath und Verwaltungsdirektor Schleichert über Gegenwartsfragen des Badischen Staatstheaterg sprechen werden. rssk. Die Jahres-Hauptversammlnng der SPD, Ortsverein Karlsruhe, findet am Donnerstag, 26. Februar, um 19.00 Uhr im S'tu- dentenhaus, Parkring 7, statt. Eintritt nur gegen Vorzeigen des Mitgliedsbuches. Kampf den Geschlechtskrankheiten. Unter diesem Motto wird vom 3. März bis 18. April, täglich (auch Sonntags) von 10 bis 20 Uhr, in der Gewerbeschule, Adlerstraße 29, eine Ausstellung stattflnden. )( Der Freiwirtschaftsbund, Kreisverband Karlsruhe, veranstaltet am Mittwoch, 3. März, um 19.30 Uhr, lm Ziegler-Saal (Baumeisterstraße) einen öffentlichen Vortragsabend, in den) Otto Lautenbach über das Thema „Planwirtschaft“ — die Sklaverei des 20. Jahrhunderts sprechen wird. )( Modenschau der Zeit? Welcher Zelt? Unserer Zelt? Dann Ist sie freilich gänzlich zeitgemäß — bedau* erlicherweise. Entkleidend beleuchtet: diese wie eigentlich jede Modenschau heutigentags huldigt den Schattenseiten unserer Zeit, die den ehrlich-lichten Seiten nur wenig Raum gewährt. Grundfrage also: wohin gehen, woher sie nehmen — die kostbare Seide, den schweren Samt, Tüll und Spitzen, die hauchdünnen, hypermodernen Strümpfe, die raf- fin 4 erten. ff.-ledemen Schuhe und den aparten Kopfputz dazu? Und die Antwort: nicht in jedem Falle, doch zumeist müssen dunkle, nicht ..statthafte" Wege bc-^chritten werden, um solch ein einziges Traumgedicht Wirklichkeit werden zu lassen. Dann was steht uns wirklich zu? Oder erklären sich die Modewerkstätte Vö'z- Ringel, dar Damenhutsalon Bornius, „Das Bunte Stüble“, die Firma Schwarz und Schneider, das Schuhhaus Rieß und der Juwelier Abt bereit, all das zu liefern, was unser Herz allsogleich begehrt? Unmöglich — das sehen wir e*n. Doch es ist ebenso unmöglich, Madame Mode in Über sechzig Variationen an sich vorüberwandeln zu sehen und dabei wunschlos glücklich zu sein. Eines Wunsches Erfüllung aber ... Und damit s’nd wir wieder am Anfang — und am bitteren Ende zugleich. Es ist (im Kaffee „Museum") alles wunderhübsch anzuschauen, aber es ist in der Hülle und Fülle nur eines zeitgerecht — die immer noch kurzen, fast kniefreien Röcke. Erstaunlich! P. Drenmfoffversorgung nach wie vor problematisch Audi für den nächsten Winter keine Besserung zu erwarten Trotz verschledentlicher Meldungen ln Presse und Rundfunk über eine Steigerung der Kohlenproduktion und obwohl von maßgebender Seite im Hinblick auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung die Versorgung mit Hausbrand als vordringlich bezeichnet wurde, ist diese nicht besser, sondern eher schlechter geworden: und nur der außerordentlichen Milde dieses Winters ist es zu danken, daß es in diesem Jahre nicht zu schweren gesundheitlichen Schädigungen weiter Bevölkerungskreise kam. In diesem Zusammenhang sind einige amtliche Unterlagen recht interessant. So entspricht der Heizwert von 2,5 Zentnern Holz dem eines Zentners Braunkohle- Briketts. von denen wiederum 3 Zentner dem Heizwert von 2 Ztr. Steinkohle entsprechen. Hiernach erhielten die Karlsruher Haushaltungen 1946/47 durchschnittlich 10,5 Ztr. Braunkohle, 1947/48 dagegen nur 10 Ztr. Demgegenüber beträgt — nach einer Rechnung der maßgeblichen Kohlenreferenten und Regierungsvertreter der Länder in Essen — die erforderliche Brennstoffmenge zur Erwärmung nur eines Raumes für ein Winterhalbjahr 20 Ztr. Steinkohleneinhelten, also umgerechnet 30 Ztr. Braun- kohlen-Briketts. Audi für das kommende Jahr besteht bis jetzt keine Aussicht auf eine bessere Versorgung. Da im übrigen durch den Raubbau an unseren Wäldern verschiedentlich ein empfindlicher Mangel nicht nur an Bau- und sonstigem Nutzholz, sondern auch an Grubenholz eingetreten ist (hier greift ein Rad ln das andere), muß der Brennholzeinschlag stark beschränkt werden. Für den Stadtkreis Karlsruhe ist eine Zuteilung von 2,5 Ztr. Holz pro Haushalt (gaslose Haushalte 7,5 Ztr.) vorgesehen. Voraussetzung hierfür ist eine rechtzeitige Planung und Bereitstellung der für den Einschlag erforderlichen finanziellen Mittel durch diO Stadtverwaltung, die in dieser Beziehung an verschiedenen Mißständen des vergangenen Jahres nicht ganz frei von Schuld war. Wenn dem Städtischen Wirtschaftsamt nun noch einmal eine Hausbrandzuteilung möglich war. darf das nicht falsch gedeutet werden. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich definitiv um die letzte Zuteilung in diesem Wirtschaftsjahr handelt. H. H. Das Chaos dem Geltungsdrang dienstbar gemacht Brettener Nachkriegs-Polizeichef zu Gefängnis verurteilt Die Zeit allgemeiner Wirren, eines heillosen Durcheinander der April-, Mai- und Junitage 1945 spiegelte der Fall Schütte, Bretten, wider, der dieser Tage vor der Karlsruher Strafkammer I abrollte. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor E i s e m a n n , der immer wieder als ruhender Pol die aufkommenden Spannungen zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ausglich, wurden die Verhältnisse lm Brettener Gefängnis während der französischen Besatzungszeit beleuchtet und geklärt. Dem damals 27’äh- rigen Christian Schütte war offensichtlich seine ihm zugeflogene Slellurg als Poll- zelchef und Direktor des Gefängnisses laut Bestallungsurkunde der Besatzungs- macht so zu Kopfe gestiegen, daß er, die Wehrlosigkeit Gefangener außer A-ht lassend. den inhaftierten Nazianhäng-m mit Hand- und Faustgewalt seinen Willen aufzuzwingen suchte. Die Zeugenaussagen, deren Höhepunkt In der Demonstration e’nes Falles gipfelte, wo ein Gefangener das Sprüchlein „Ich bin ein großes Schwein und glaube was ich ausspreche“, hersagen mußte, rundeten, entgegen dem Voruntersuchungs- ergebnis, das Bild eines geltungsbedürf- t'gen Aufschneiders ab. Wenn auch — wie die Beweisaufnahme ergab — der Handlungsweise des Sch. und seiner Gefängniswärter E i e r m a n n und B 1 e n k e r, m't Ausnahme des Falles W.. der als Hilfspolizist Schütters wegen verwerflicher Das geh! den Ohstfreund an Delikte an Inhaftierten „gezüchtet* wurde, keine Gestapomethoden zu Grunde lagen, so haben doch die Angeklagten Ihre Amtspflicht in gröblichster Weise verletzt. _Den. konträren Standpunkten der Staatsanwaltschaft einerseits, in der Person von Staatsanwalt R u p p (der Sch. als „Himmler in Westentaschenformat“ bezeichnete, dessen Methode die Fortsetzung nazistischer KZ-Bräuche darstel’^ und der Verteidigung andererseits, vertreten durch die Rechtsanwälte Hoffmann und Dr. Schiele (die beide die Handlungsweise ihrer Mandanten als eine zwar nicht gerechtfertigte, immerhin aber verständliche Reaktion auf erlittenes Unrecht durch die Naziherrschaft auslegten) wurde der Urteilsspruch gerecht. Schütte wurde wegen Körperverletzung in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung und Nötigung zu 1 Jahr, 8 Monaten Gefängnis, Eiermann zu 1 Jahr, 6 Monaten Gefängnis verurteilt, wobei beiden die 8 Monate Untersuchungshaft angerechnet werden. Auf Grund des Freiheitsgesetzes wurde das Verfahren gegen Blenker eingestellt, und Frau Schütte wurde wegen Mangels an Beweisen fretgesprochen. Landgerichtsdirektor Eisemann führte in der Urteilsbegründung aus, daß Gleiches nicht mit Gleichem vergolten werden solle, und daß eine Aussage - Erpressung, für die der Staatsanwalt Zuchthausstrafen beantragt hatte, nicht vorliege, da die Angeklagter) nicht als Beamte im Sinne des Gesetzes in einer gesetzlosen Zeit, wie sie damals ln Bretten herrschte, anzusprechen seien, U Das gewissenhafte AusHchten der Baumkronen gehört jetzt zu den vordringlichsten Arbeiten im Obstbau. Dadurch entsteht Ordnung in der Baumkrone. Licht und Luft kann zu allen Kronentellen in reichem Maße gelangen. Durch den erhöhten Lichtzutritt wird die BlattStigkeit eine bessere und die Um- ' blldung der aus der Luft und der Erde aufgenommenen Nährstoffe in organische Pflan- zenbaustoffe — Zucker und Stärke •— geht besser vor sich. Wachstum und Fruchtbarkeit werden gefördert und vollkommenere BlQten- knospen gebildet. Die BäunSe tragen öfter und regelmäßiger, die Früchte werden größer, wohlschmeckender, besser gefärbt und sind haltbarer. Infolge der guten Durchlüftung der Baumkrone trocknen die Blätter, Früchte und Triebe nach Niederschlägen rasch ab. Es wird dem Auftreten von Pilzkrankheiten, namentlich dem Schorf, vorgebeugt. Auch die Spritzarbeiten können bei gut ausgelichteten Bäumen gründlicher und billiger durchgeführt werden Resultat: Nicht dichte — sondern lichte Baumkronen sichern reiche, regelmäßige und gute Ernten. Bei regelmäßigem, I—2jährigem Auslichten sind jedesmal nur wenige und kleine Aeste zu entfernen, starke Verwundungen treten nicht ein. Beim Auslichten sind zu entfernen: Abgestorbene und kranke Aestes ganz unterdrückte Aeste und ^Zweige: die Ständer oder Reiten zu dicht stehende, sich kreuzende und reibende Aeste und Zweiges Aeste die das Gleichgewicht stören, entbehrliche Ginfet, wenn sich, wie das bei Birnbäumen besonders der Fall ist, mehrere Gipfel gebildet Habens Wassergeschosse, soweit sie nicht für die Haupt- und Nebenäste und zum Aus*, füllen von Lücken nötig sind. Die zu entfernenden Aeste müssen dicht an ihrem Entstehungspunkt abgeschnitten werden, die untere Verdickung, der Astring muß erhalten bleiben, sonst würde die Wunde zu groß und die Ueberwallung erschwert werden, Sägewunden sind glatt zu schneiden und mit Wund- oder Baumwachs zu bedecken Bei Verwendung von Teer darf nur das Kernholz bestrichen werden, die äußeren Teile der Wunde, also Rinde und Cambium, mit Wundoder Baumwachs. Es gilt, die wenigen für diesen Zweck günstigen Tage auszunützen, damit anschließend rasch die Wintexspritzung folgen kann. —i©— Kaleidoskop der SAZ Hundefleisch gesucht. Auf Wunsch privater Hundefleischliebhaber finden lra Passauer Schlachthaus regelmäßig Hundeschlachtungen statt, wie der Leiter des Schlachthauses kürzlich berichtete. Die meisten ' Auftraggeber seien aus den osteuropäischen Ländern »usgesledelte Deutsche. AP. So etwas gibt es bei uns nicht. Der dickste und schwerste Einwohner von Jugoslawien wiegt 204 Kilogramm und kann nur auf einem besonder» für ihn hergestellten Sessel schlafen. AEP. Trocken, strenger Nachtfrost Vorhersage des Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Donnerstagabend: Wolkig bis heiter und trocken, Tageshöchsttemperaturen 0 bis plus 3 Grad, nächtliche Ttefsttemperaturen minus 5 bis minus 10 Grad, vereinzelt noch darüber. Meist schwache südöstliche Winde. Aus den Konzertsälen Das Stuttgarter Kammerorchester spielte in einer Veranstaltung der Konzertdirektion Neufeldt unter der Leitung seines begabten Dirigenten Karl Münch- Inger Meisterwerke der Barockzeit. Es war ein unerhört farbenreiches . und klangfrohes Musizieren, von bildhaft schöner Getragenheit und Ruhe die langsamen Sätze, dagegen etwas zu betont rhythmisch akzentuiert di“ schnellen Sätze, die dadurch an Rundung und thematischer Geschlossenheit stellenweise stark verloren. Trotz dieses Elnwandes war das Gesamtbild des Abends dank dem konzentrierten, spielfreudigen, Stil- und ausdruckssicheren Zusammenwirken von Orchester und Solisten (Reinhold Barch e t, Heinz Jansen, Violine) einerseits und der präzisen Stabführung M'lnchlngers andererseits ein überaus günstiges. Mit einem Beethoven-Klavierabend stellte sich Else B 1 a 11,, Berlin, dem hiesigen Konzertpublikum vor. Eine erfreuliche Neuerscheinung, der neben kultiviertem, sicherem Können eine vitale, ursprüngliche Ausdruckskraft zu Gebote steht. Die kleine Gefahr des vom Temperament her bestimmten Zuviels, dem eine starke Persönlichkeit wie die der Pianistin zwangsläufig unterworfen Ist, dürfte sich noch zugunsten objektiverer Gestaltung realisieren. —de. Der Surrealismus in der Malerei Uber dieses Thema sprach in einer Veranstaltung des Kulturbundes Dr. Hermann Keil. Seine einleitend zunächst die Begriffe Surrealismus und Kubismus formulierenden und definierenden Ausführungen konnten, dem an sich logisch, verstandesmäßig, objektiv nicht immer konkret zu erfassenden, obendrein sehr ausgreifenden Thema entsprechend, nur schwer zu der erforderlichen Einheit und Überzeugungskraft durchstoßen. Eindringlicher dagegen gestaltete sich der an Hand gut gelungenen Bildmaterials demonstrierte Entwicklungsgang des Surrealismus, seine Farbbehandlung, die -r übersinnlich oder unbewußt orientierte — Koppelung seiner Inhalte. Die Ausführungen Dr. Keils wurden von einem größeren Zuhörerkreis aufmerksam und mit sichtbar großem Interesse verfolgt. -ck. Film-Notizen „Der große Bluff- Tolle Wildwest-Romantik mit allem „Drum und Dran" (hiernach zu schließen hätten sich die Pioniere des amerikani- Fiel dem Heidelberger „Zigeunerbaron“ das Debüt ln der Festhalle so schwer oder was war’s, daß er so müde, so abgetackelt daherkam? Hat denn nicht Johann Strauß seinem feuriglaunig-spritzigen Musensohn die ewige Jugend mit in die Unsterblichkeit gegeben? Diese Musik ihres natürlichen Odems zu berauben und dazu „schmieriges“ Theater zu spielen, ist takt-, um nicht zu sagen trostlos. Aber das Publikum klatscht — oh, daß es doch begreife! Nehmen wir dennoch zu seinen Gunsten an, daß einige darunter den Beifall allein jenen zollten, die ihn wirklich verdienten, die Jedoch unter dem Gesamteindruck der wenig stlmm- und stimmungsvollen Aufführung zu leiden hatten: Maria Theberaths Zigeunerin Czipra gesanglich, mehr noch mimisch überzeugend, Luise R e u ß als Saffi gewinnend, sofern sie nicht die Mittellage verließ. Gretel Hartungs Arsena vor allen Dingen sauber anzu- schau'n. Auch Raimund Böttchers Zsupan und ein paar Nbnfiguren konnten im wesentlichen gefallen, doch lm allgemeinen wurde vor und auf der sehen Westens binnen kürzester Frist gegenseitig ausgerottet haben müssen!), streitbare, durchaus nicht zimperliche Weiblichkeit, eine gehörige Portion Humor, eine Dosis Kritik, ein bißchen Sentimentalität, ein Schuß Übermut — alles ln allem eine spritzige Persiflage, und- ln Ihrem Mittelpunkt — so-usagen als Hauptattraktion — Marlene Dietrich. Erstaunlich „unverändert“, singend, rauchend, augenzwinkernd, mit harten Gegenständen werfend, raufend, Backpfeifen und Fußtritte verteilend — Marlen« Dietrich. Neben ihr als angebliches Greenhorn, das sich unversehens als Schrecken . aller unsauberen Elemente dieser rauhbeinigen Gesellschaft ent- Bühne längst nicht so gespielt, wie uns das von dieser Operette bisher recht gut bekannt war: temperamentvoll, ausgelassen, gleichwohl diszipliniert. Aber die verliebten Bewohner der „Lerchengasse“ haben am übernächsten Abend alles wieder wett gemacht, Daß also die Liebe ein bunter Schmetterling sein und aus dem für den belehrenden Bibliothekar zu präparierenden „amamus“ ein Jauchzendes „ja, wir Heben uns beide inniglich“ werden kann, erscheint uns nach dieser frischfröhlichen Aufführung durchaus verständlich. Wir nennen Jeanette Wenzel, Eva Dettmar, Wally Schreiber, Mario T u r r a , Gerd Block, Walter Peter Kleinbub, die Bühnenbilder Eugen Stadlers und die hübschen Kostüme in einem Atemzug mit dem f rohester und »einem Dirigenten Jochem von O e r t z e n , well sie gemeinsam und gleichermaßen dieser „Liebe ln der Lerchengasse“ zu Ihrem Triumph verhalfen. Ein ausgewogenes, munteres Spiel. Diesem Abend hätte man noch größeren Zuspruch gewünscht. P. puppt: James Stewart, mit seinem Charme und trockenen Humor ausnehmend sympathisch. Ein interessantes Wiedersehen und zwei Stunden Unterhaltung. „Das große Treiben" Als Nordaustralien durch eine Japanische Invasion bedroht war, unternahm eine Anzahl kühner Farmer und Cowboys das Wagnis, die riesigen Herden halbwilder Rinder vor dem drohenden Zugriff der Japse einige tausend Meilen ln das Innere des Kontinents zu treiben. Die Geschichte eines solchen Trecks erzählt dieser Film der Eagle-Lion. Er tut dies in nüchterner, streng realistischer Form, mit Darstellern, die irgendwie mit diesem Boden (und dem Pferderücken) verwachsen sein müssen. Eine einfache Handlung ergibt sich wie von selbst, keine Szene scheint „gestellt“, e» ist, als ob man einer ungemein spannenden Wochenschau folgen würde; ein E'ndruck, der durch eingestreute, erzählend erläuternde Sätze eines unsichtbaren Sprechers noch unterstrichen wird. Dieses Fluidum hebt den Film aus dem Rahmen des Üblichen und läßt den Wunsch aufkommen, ihn noch einmal zu sehen. — Als T ->iprogramm ein Interessanter Ausschnitt aus der Arbeit von Scotland Yard. H. H. „Ein Jahr Jazz" Anläßlich der Wiederkehr des Tages, an dem die Direktion Renä E. Weeg- mann mit ihren regelmäßigen Veranstaltungen auf der „Kurbel-Bühne“ begann, Startete unter dem Titel „Ein Jahr Jazz“ eine Matinee, die wieder, wie auch ihre Vorgängerinnen, bestens arrangiert war. Den Hauptteil des Programms bestritten die beiden Jazzkapellen Jo. K. Weber u. Werner Christ’s Swin» Five, die in Karlsruhe ja bereits bekannt und beliebt sind. Den gesanglichen Teil der Veranstaltung bestritten „Die 3 Kolibris“, und über allem waltete RenO E. Weegmann als Ansager, Regisseur und Sänger. Die zahlreichen Besucher dankten mit herzlichem Beifall. _ h. w. Hier Radio Stuttgart Tägliche, Sendungen: 8,45, 12.45, 18,45, 22,45 Nachr.; 8.15 Wasserstandsmeld.; 9.15 P.C.T.R.O.-Suchmeld.; 9.45, 17.45 Kurz- nachr.; 11.30 Kindersuehd.; 13.15 Echo a. Baden; 17.50 Anschlagsäule; 19.00 Stimme Amerikas; 22.50 Pressekommentare. Aus den Tagesprogrammen Mittwoch, 25. Febr.: 12.00 Prozesse der Zelt; 14.C0 I.R.O.-Suchmeld. f. Württ.- Baden; 16.30 Kinderfunk; 17.00 Für den Bücherfreund: Rundfrage über das beste Buch 1947; 17.15 Kammermusik u. Liederstunde: Kl. Werke v. J. Waldman; 18.00 Jugendfunk; 18.20 Sport; 19.30 Mensch u. Arbeit; 20.00 Aus vergessenen Opern; 21.00 Hörspiel: „Nocturno“, Vision um Chopins Tod v. H. Sotten. — Donnerstag, 26. Febr.: 6.00 Gymn.; 9.00 Winke u. Kniffe; 12.00 Landfunk; 17.00 Der Zeitschriftenleser; 17.15 Sonate v. O. Resplghij 18.00 Englisch f. Fortgeschr.: 19.30 Zeltfunk: 20.35 Sendg. d. Milltärreg.; 21.00 Symph.-Konz.; 22.15 Stunde d. Dichtung: Neue Gedichte v. O. Kaiser. * München: 25. Febr., 19.30 Zum 75. Geburtstag E. Carusos. — Frankfurt: 25. Febr,. 20.15 Oper: „Der Freischütz“ v. C. M. v. Weber. — Südwe.tfunk: 28. Febr., 21.15 Das Quartett d. SWF spielt JDanze an- tiche“ v. O. Respighi. Lolcolredakteur: Helmut Haagi Karlsruher Redaktion- WaldstraBe 28, Telefon 922 und 923i Anzeigenannahme: Bektr, Karlsruhe, Karl- Straße 14, Telefon 7385 (Zweigstelle EttHngen. KrouensUaS* i, Telefon 413), Das Volkstheafer Heidelberg gastierte ffeita 4 / Nummer 22 SÜDDEUTSCHE ALLGEMEIN!» Mittwoch, »an 18. T^bnur VHA ~v WIRTSCHAFTSRÜNDSCHAU Industrieproduktion 16% über dem Vorjahrsergebnis Einfuhren in die Bizone Kurz notiert Hamburg. {Dena). Als erste Sendung der •ngekündigten Tabak-Importe aus den USA trafen hier 750 Tonnen Virginia-Tabak ein, der an die Tabakfabriken der Bizone weiter- eledtet wurde. Im März werden weitere 2000 onnen Orient-Tabak erwartet. Frankfurt. (Dena). Der bekannte amerikanische Erdölgeologe Jesters Thomson traf in Deutschland ein, um die Zweimächte-Kontroll- aruppe für Handel und Industrie bei der Erforschung und Ausbeutung von Erdölvorkommen in der Bizone zu beraten. Göttingern. (Dena). Die 1936 gegründete Firma Optische Werke Josef Schneider, G. m. b. H., in Weende, bei Göttingen, ist das einzige Werk in der britischen Zone, das Photo-Optiken, Kino-Optiken und Vergrößerungs-Optiken heistelit. Da das Werk außerdem über 50 Prozent des Bedarfs an Brillengläsern für die britische Zone herstellt, ist die vorgesehene Demontage auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die Kapazität beträgt 75 Prozent der Vorkriegszeit. Es werden 300 Arbeiter beschäftigt. Frankfurt. (Dena). Die Telefonbau- und Normalzeit G. m. b. H., Frankfurt-Main und Urberach in Hessen hat die Produktion nach einer kurzen Unterbrechung im Jahre 1945 wieder anlaufen lassen. Auch die Vertriebsfirma Telefonbau und Normalzeit Lehner & Co. KG., Frankfurt, hat unmittelbar nach Kriegsende das Verkaufs- und Vermietge- jchäft in Fernsprechanlagen und elektrischen Uhren wieder aufgenommen. Heidelberg. (Dena). Die neugegründete Hirth Landmaschinen- und Motorenwerke G.m.b.H., In Stuttgart-Zuffenhausen, hat die Fertigung des Werkes Hirth-Md*»ren der Ernst Heinkel AG. übernommen. Die Firma produziert Kleinmotoren für die Landwirtschaft. Die Beschäftigtenzahl beträgt 500. Wetzlar. (Dena). 50 Radioapparate vom Typ Superhet D78 A, ein Vier-Röhren-Empfangs- gerät, das in der Ausführung von 1939 gefertigt wird, stellen die Radio-Philips-Werke in Wetzlar täglich her. Die Firma hofft, auf Grund ihrer Verbindungen mit dem holländischen Philips-Betrieb in Eindhoven in Kürze wesentlich© Fortschritte in der Produktion erreichen zu können. Berlin. (Dena). Die Herstellung von Düngemitteln stand 1947 laut APN im Mittelpunkt der Produktion der Leunawerke. Es wurden erzeugt 122 500 t Reinstickstoff (1946 : 62 000 t) und 327 000 t Ammoniaksulfat. Die Leuna- Werke, eine sowjetische Aktiengesellschaft, naben im vergangenen Jahr rund 35 Mill. M. för den Wiederaufbau der stark zerstörten Anlagen ausgegeben. Die Produktion kommt fast hundertprozentig der deutschen Wirt- •chaft zugute. Wiesbaden (Dena). Die Opelwerke in Rüs- jeisheim etellten im Januar 1948 375 Opel- Blitx-Lastkraftwagen 1,5 t und 20 Opel-Olym- pia-Personenwagen her. Von der hessischen Fahizeugindustrie wurden außerdem im Januar 21 Personenwagen- und 6 Lastkraftwagen-Anhänger sowie 3352 an Fahrrädern fabriziert. Stillegung der Buna-Produktion noch unge- WSrt. Zu den Meldungen, nach denen die Buna-Produktion auf Grund einer Verfügung der Besatzungsbehörde eingestellt werden soll, teilte die Verwaltung für Wirtschaft mit, das Zwei-Mächte-Kontrollamt habe lediglich im vergangenen Jahr angedeutet, daß die Produktion in der Bizone ab 1. Juli 1948 eingestellt werden solle. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht getroffen. Der Verband der Buna-Fabrikanten in Hannover hat m einer Resolution gegen die beabsichtigte Einstellung protestiert und erklärt, \ daß diese aus volkswirtschaftlichen Gründen abgelehnt werden müsse. (Dena). Im Jahre 1947 erreichte die industrielle Produktion der Bizone insgesamt «4 J/ a der Leistung von 1936 und lag damit um 16 */♦ über dem Ergebnis des Vorjahres heißt es im jetzt veröffentlichten Dezemberbericht der amerikanischen Militärregierung für Deutschland. Der Fortschritt sei nicht so groß wie erwartet ausgefallen, da unerwartete Faktoren, wie der'strenge Winter 1946/47 und die außerordentliche Trockenheit des letzten Sommers, sich ungünstig ausgewirkt hätten. Auch das Ausbleiben der Währungsreform und die wirtschaftliche Zerrissenheit Deutschlands werden als weitere Gründe für die geringe Weiterentwicklung der Wirtschaft angeführt. Mit durchschnittlich 263 000 Tonnen pro Tag lag die Kohlenförderung im letzten Vierteljahr 1947 um 42 V« über dem Jahresdurchschnitt von 1946 und zeigte damit eine kräftige Aufwärtsentwicklung. Auch die Braunkohlenproduktion stieg, erheblich an und lag über den Förderzahlen des Jahres 1936. Die Erzeugung von Roheisen und Stahlbarren lag im letzten Quartal des vergangenen Jahres ungefähr ein Qrittel über der im gleichen Zeitraum 1946 erzielten Produktion. Bei den Walzwerken dagegen lag die Leistung im letzten Vierteljahr 1947 um Kammgarnspinnereien der Bizone im Engpaß Ip den Kammg&rnspinneflfcien der Bizone befinden sich rund 230 000 betriebsfähige Spindeln, von denen etwa 130 000 auf die britische und 100 000 auf die amerikanische Zone entfallen. Nordrhein-Westfalen und Württemberg-Baden sind die Zentren der Kammgarnspinnerei im Westen. Rund 50 000 Spindeln in der britischen Zone und 20 000 in der US-Zone sind reparaturbedürftig. Die Rohstoffversorgung ist, wie aus Fachkreisen verlautet, infolge des Fehlens einer inländischen WoHbasis ungenügend. Die vorgesehene Lieferung von Merinowollfc ans Australien ist noch nicht erfolgt. Auch die Zellwollversor- gung war unzureichend, zumal in diesem Zweige der Textilindustrie die ZellwoMbei- mischung bis zu 30 Prozent beträgt. An Aus- Jandgeschäften werden gegenwärtig nur Lohnaufträge für Großbritannien abgewickelt. (Dena) Frankfurt. (Dena). Zur Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zwischen Türkei und Deutschland wird in etwa U Tagen eine türkische Handelsdelegation hier eintreffen, um mit Beamten der JEIA und der Verwaltung für Wirtschaft Besprechungen über Warenaustausch mit der Bizone zu führen, teilte hier die JEIA mit. Zweigbetrieb von „4711 M In Schweden wird verkauit. Der Betrieb der deutschen Parfümfabrik ,,4711", Ferdinand .Mühlens, in Sund- byberg bei Stockholm wird durch den Treuhänder für ausländischen Besitz zum Verkauf angeboten. Man schätzt die Guthaben der Firma auf 2,5 Millionen Schwedenkronen und die Verbindlichkeiten auf 600 000 Schwedenkronen. (Ap) 6 V« niedriger als im entsprechenden Zeitraum des vergangenen Jahres. Dies wird in erster Linie auf die Stromknappheit zurückgeführt, unter der die Walzwerke im Sommer und Frühherbst des vergangenen Jahres zu leiden hatte. Demgegenüber konnte die Erzeugung von Düngemitteln, Textilien, Papier und Papiererzeugnissen sowie die Produktion von Baumaterialien gesteigert werden. Günstige Aussichten Die Aussichten für eine Besserung der wirtschaftlichen Lage der Bizone sind für das Jahr 1948 erheblich günstiger als dies vor einem Jahr der Fall war. Die Erhöhung der Produktion der Grundindu- strieen hat die Voraussetzungen f„r eine weitere Steigerung der Erzeugung der übrigen Industriezweige und damit für eine Erhöhung der Ausfuhren geschaffen. Dadurch werden 1948 auch mehr Devisen einkommen, die wiederum für Rohstoffimporte verwendet werden können. Wesentliche Fortschritte wurden im letzten Quartal 1947 auch in der Belebung des Außenhandels der Bizone gemacht. Dabei sind die Aussichten für eine weitere Erhöhung des Ein- und Ausfuhr- Volumens der britischen und der amerikanischen Zone für 1948 günstig. (Dena) Schweden will Handel mit Deutschland ausbauen Hamburg (Dena). Mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit eines zweiseitigen Handelsabkommens zwischen Schweden und der Bizone und der Forderung nach Errichtung einer ständigen Vertretung der schwedischen Interessen in Frankfurt wandte sich, wie die Außenwirtschaftsabteilung der hiesigen Handelskammer mitteilte, der schwedische Großhandel an das schwedische Handelsministerium. Der Verband wies darauf hin, daß sehr viele Möglichkeiten für günstige Einkäufe in Deutschland ausgelassen werden mußten, da Importe aus der Bizone als Hartvaluta-Einfuhren von den schwedischen Behörden begrenzt worden seien. Die deutschen Preise lägen vielfach bedeutend unter denen anderer Länder. So seien Angebote auf Textilwaren aus Deutschland um dreißig bis fünfzig Prozent billiger als die aus Frankreich gewesen. * Berlin. (Dena). Polen hat als erstes europäisches Land im Dezember 1947 die Vorkriegsforderung an Kohlen überschritten, teilt der Pressedienst der polnischen Militärmiseion auf Grund eines Berichtes der Wirtschaftskommission für Europa mit. Die polnische Kohlenförderung erreichte den Index von 103, während Belgien 87 Prozent und das S’aargebiet 84 Prozent der Vorkriegsförderung an Kohle erzielten. Während der ersten Februarwochen dieses Jahres betrugen die Gesamteinfuhren der amerikanischen und britischen Militärregierung an Lebensmitteln für die Zivilbevölkerung der Doppelzone 153 766 Tonnen. Davon erreichten den höchsten Anteil Brotgetreide und Mehl mit 89 980 Tonnen, sowie englische und skandinavische Fische mit 23 000 Tonnen. Weitere Importe umfaßten 4597 Tonnen Hülsenfrüchte, 8205 Tonnen Zucker, 2000 Tonnen Datteln, 1096* Tonnen Erdnüsse, 662 Tonnen Sojaöl, 2880 Tonnen Kokosöl, 5482 Tonnen Kopra und 14 082 Tonnen Frischkartoffeln. Die 1096 Tonnen Erdnüsse sind eine Teillieferung von insgesamt 24 000 Tonnen. Sie sollen in den Fabriken der Bizone zu schätzungsweise 12 000 Tonnen öl verarbeitet werden, so daß jede Person etwa 300 Gramm öl erhalten könnte. Die Reste sollen zu Nährmitteln verarbeitet und an die Bevölkerung ausgegeben werden. (AP) Transportleistungen der Reichsbahn Stuttgart (Eig. Ber.). Die Hauptverwaltung der Eisenbahn hat einen Leistungsbericht veröffentlicht, der interessante Zahlen über die im Jahre 1947 in den vereinigten Westzonen vollbrachten Transportleistungen enthält. Danach wurden bei 115 Millionen Zugkilometem fast 1,5 Milliarden Reisende und 191 Tonnen Gepäck befördert. Im Güterverkehr wurden rund 95 Millionen Zugkilometer zurückgelegt und dabei 134 Millionen Tonnen Güter bewegt. Im Tiertransport betrug die Zahl der beförderten lebenden Tiere 1,79 Millionen Stück. Insgesamt legte somit die Reichsbahn im Jahre 1947 in der Bizone 210 Millionen Kilometer zurück. Täglich waren zirka 30 000 Güterwagen eingesetzt. —fz. Erhöhter Anbau von Sommerölfrüchten Zum erhöhten Anbau von Sommerölfrüchten forderte das württembergisch- badische Emährungs- und Landwirtschaftsministerium in einem Aufruf an alle landwirtschaftlichen Betriebe Württemberg-Badens auf, um so zur Linderung der Fettnot beizutragen. Bei Benutzung des Ackerlandes für den Anbau von Ölfrüchten könne zwei- bis dreimal soviel Fett erzeugt werden, wie bei Ausnutzung des Bodens für die Milchviehhaltung, heißt es JLn dem Aufruf; der Anbau von Mohn und Sommerraps sei nach Maßgabe des verfügbaren Saatgutes dringend zu empfehlen. So sollen Betriebe mit zwei bis fünf Hektar Ackerland möglichst zwei Prozent des Landes, mit fünf bis zehn Hektar drei Prozent und mit über zehn Hektar mindestens vier Prozent mit Ölfrüchten bebauen. Unsere Sport-Ecke Grötzlngen weiterhin »legreich Der Meisterschaftsanwärter der Ä- Klasse, ASV Grötzlngen, konnte auch seinem stärksten Widersacher, KSV Ostrlnlgen, klar mit 5:2 besiegen. Di* Siege für Grötzlngen errangen: Schnäbel«, Volz, Kunzmann, Hüttich und Lautenschläger. Grötzlngen steht damit mW 24 Punkten weitaus an der Täbellenspitza und kann von den übrigen Mannschaften nicht mehr eingeholt werden, da sie nur noch einen Kampf gegen Wiesental auszutragen haben. Der Jugendkampf endete mit 5:3 für östringen. Die Ringerstaffel KSV Durlach war in Wiesental zu Gast und unterlag gegen die 2. Mannschaft des Gastgebers mit 2:5 Siegen. Den einzigen Sieg für Durlach errang Fränkle, Mittelgewicht, während Tolksdorf kampflos zu dem Sieg kam. Für Wiesental siegten Schäfer, Meli, Maier. Ehmann und Rolli erhielten kampflos die Punkte. Der Kampf zwischen der 2. Mannschaft 'von Bruchsal und der Reserve von Wiesental ’ konnte Wiesental mit 4:3 Siegen gewinnen. Verein ASV Grötzingen KSV östringen 14 Germ. Bruchsal II 14 SpV Brötzingen II 14 KSV Wiesental II 13 KSV Daxlanden 14 KSV Durlach 14 Einigk. Mühlburg 14 E.-S. Pkt. 69:22 24:2 59:38 19:9 5 0 65:33 18:10 52:46 16:12 45:45 13:13 46:52 12:16 3 11 0 38:60 6:22 1 13 0 9:89 2:26 T. K. Kämpfe gw. vl. u. 13 12 10 9 4 1 9 8 6 0 6 6 1 6 8 0 Eine englische Soldaten-Elf spielt am Mittwoch, 25. 2., 15 Uhr gegen Fran- konia Karlsruhe auf dem Sportplatz beim Gaswerk. Sportverkehr mit Deutschland In einer der regelmäßigen Sportsendungen befaßte sich Radio Sottens auch mit der Frage, wann und in welcher Form der Sportverkehr mit Deutschland wieder aufgenommen werde. Dabei vertraten die Sprecher die Ansicht, daß dl« internationalen Sportverbände wenigstens den Sportverkehr mit denjenigen deutschen Aktiven zulassen sollten, die das Säuberungsverfahren bestanden hätten und somit von den Militärbehörden als politisch tragbar befunden werden. Deutscherseits hofft man, daß die ersten Verbindungen über die Schweiz oder Schweden erfolgen. Bereits vor einiger Zeit machte der Schweizer Fußball- und Athletik-Verband den 'Versuch, von der FIFA die Bewilligung zu erhalten, den sportlichen Verkehr für Grenzklubs der Schweiz und Deutschlands zu erhalten, was jedoch abgelehnt wurde. Dagegen soll der ehemalige Boxweltmeister Max Schmeling demnächst eine Schweizerreise antreten. Die Bemühungen verschiedener deutscher Klubs, die in der Vorkriegszeit mit schweizerischen Sportvereinen Verbindung hatten, um Wiederherstellung dieser Beziehungen, dürften indessen erfolglos bleiben. f, h. Heidi. Unsere Marianne hat am 20. 2. 48 ein Schwesterchen bekommen. Heinz Guba und Frau Martha, geb. Motz, z. Z. Landesfrauenklinik. (k Anna Ebert geb. Hafner, die treusorg. Mutter ihres Kindes, uns. 1b. Tochter, Schwiegert., Schwester, Schwäg. u. Tante, ist Im 39. Lebensj. am 18. 2. 48 von Gott heimgeholt worden. Wir haben sie am 21. 2. auf d. Friedh, in Karlsruhe-Rüppurr zur ewigen Ruhe gebettet. Für erwies. Teilnahme u. Begleitung auf d. letzten Gang herzl. Dank. Farn. F. Hafner, Im Grün 56, und Farn. R. Ebert, Bulach, Kirchfeldstr. 34. (k Johann Michael Sorg schloß seine Augen zum ewigen Schlaf. Blumen und Palmen, die ihn einst umgaben, wer- den seine Ruhe verschönern. _ (k Rosa Dürr. Meine lb. Frau, uns. gute Mutter, Schwiegermutter und Oma, ist nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, heute, im 66. Lebensjahr, in die Ewigkeit gegangen. Beerdigung am 26.2.48, 11.15 Uhr. Für die Hinterbliebenen: Johann Dürr, Oberstellwm. a. D. Karlsruhe, den 24. 2. 1948. Winterstraße 38._(k Hugo Hügle, Reichsbahnamtmann. Mein lb., herzensguter Mann, mein treubes. Vati, Bruder u. Schwager, wurde durch Gottes Ratschluß von uns genomm. In tief. Trauer: Lina Hügle geb. Raupp, u. TochteT Waldtraut. Khe.-Hagsfeld, 23. 2. 1948. Schwetzinger Str. 90. Beisetzung: 27. 2. 1948, 11.30 Uhr, Khe., Hauptfriedhof. (k Veranstaltungen Metropol, Weiherfeld * „Die lachenden Fünf’, am 27. u. 28. Febr,, 22.00 Uhr. Ein Programm das nie enttäuscht. Vorverkauf: Metropol, Weiherfeld. Wanne-Ei ckeler Gast- «pieldirektion. (k Konzertdirektion Hans Mülier Sartre als Dichter und Philosoph I. Abend. Intendant Ludwig Tiefenbrunner liest ,,Die Fliegen", ein Drama von Jean Paul Sartre, Sonntag, 29. Febr., pünktlich 18.45 Uhr, Im Munzsaal. Einführende Worte’ Prof. Dr. C. A. Burg. Voranzeige II. Abend, Donnerstag, 25. März, im Munz-Saal, Prof. Dr. C. A. Burg. Sartre als Dichter und Philosoph. Bin spannender Filmvortrag ,,Streifzüge durch den goldenen Westen von Amerika" hält der bekannte Amerikareisende Obering. Kapitän Dietr. W. Dreyer, Montag, 1. März, 19.30 Uhr, im Bonifatius-Saal. Eine wunderschöne, abwechslungsreiche, interessante Fahrt mit Dreyers-Film. Der zum Teil farbige Film zeigt die schönsten Aufnahmen der Niagarafälle, der riesenhaften Naturschutzgebiete, der Naturwunder, Kalifornien, Los Angeles, Mount Charta, Crater Lake, Riesenbäume und die Canyons. Karten bei Konzertdir. Hans Müller. Bahnhofstr. 38, Tel. 867; Kunsth. A. Gräff, Kaiserstr. 201? Pianol. H. Maurer, Kai- serstr. 237; Germania-Kiosk und an der Abendkasse, (k Amtliche Bekanntmachungen _ Bezugsmarken lür Herde, Oefeo und Haushaltwaren. Alle Verbraucher, die noch im Besitz von Bezugsmarken für nachstehende Artikel sind, haben diese Bezugsmarken bis epäteslens 15. 3. 1948 beim Handel einzureichen. Dem Handel ist die Verpflichtung auferlegt, die Bezugsraarken sofort zu beliefern, oder zur Lieferung nach Wareneingang anzunehmen. Der Handel wird auf das inzwischen zugegangenen Rundschreiben hingewiesen. Oefen, Sparherde, Kleinherde, Herde, 80 cm, Herde, 120 cm, Elektrovoll- fcerde, Gaskocher, Gasherde, Einsatzkessel, Kesselofenmäntel, Ofenrohr, Einzelkochplatten, Doppelkochplatten, Raumheizgeräte, elektr. Heizkissen, el. Bügeleisen, Eimer, Pfannen, Pfannen für El., Topf, 16 cm, Topf, 28 cm, Topf, 40 cm, Topf für El., Schüsseln; Wannen, Waschtöpfe, Essenträger Milchträger, Gießkannen, eis. Bettstellen, Drahtstifte“ Wirtschaftsamt Khe.-Stadt. Wirtschaftsamt Khe.-Land, (k Bitte ausschneiden! Anmeldung nicht zum Verkehr zugelassener Kraftfahrzeuge. I. Auf Grund des § 3 des vom Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes am 21. November 1947 erlassenen Gesetzes zur Verhinderung der volkswirtschaftlich mißbräuchlichen Benutzung von Kraftfahrzeugen und des § 6 der Ausführungsbestimmungen hierzu vom 28. November 1947 ergeht an die Besitzer von, Kraftfahrzeugen aller Art, die a) mangels Anerkennung 1 des öffentlichen oder volkswirtschaftlichen Bedürfnisses für die Benutzung, b) aus sonstigen Gründen, insbesondere weil sie wegen Fehlens wesentlicher Bestand- oder Ersatzteile für absehbare Zeit nicht einsatzbereit gemacht werden können, zum Verkehr nicht zugelassen wurden oder deren Zulassung überhaupt nicht beantragt wurde, die Aufforderung, die Fahrzeuge binnen 2 Wochen mittels eines beim Straßenverk^hrsamt erhältlichen Vordrucks in dreifacher Fertigung zu melden. Den Meldungen ist der Kraftfahrzeugbrief beizuf.ügen, in ihm wird die erfolgte Meldung bestätigt. H. Wird ein zugelassene« Kraftfahrzeug mangels Anerkennung eines öffentlichen oder volkswirtschaftlichen Bedürfnisses für seine Benutzung künftig aus dem Verkehr gezogen, so hat der Besitzer die Meldung nach Ziffer I spätestens innerhalb zwei Wochen an das Straßenverkehrsamt zu erstatten. III. Schließlich erstreckt sich die Meldepflicht nach Ziffer I und II a) auf jede rechtliche oder tatsächliche Aenderung an einem nicht zugelassenen Kraftfahrzeug, als rechtliche Aenderung gelten die Veräußerung eines Kraftfahrzeugs oder seine Ueber- lassung zum Gebrauch durch einen Anderen, sowie die rechtsgeschäftliche Verpflichtung hierzu, als tatsächliche Aenderung ist z. B. die Entfernung einzelner Bestandteile wie Reifen, Batterien und dergl. anzusehen, b) auf jede Aenderung des Wohnsitzes oder ständigen Aufenthaltsortes des Besitzer eines nicht zum Verkehr zugelassenen Kraftfahrzeugs. IV. Meldepfiichtig ist der Besitzer des zu meldenden Fahrzeugs, sowohl der Eigen- als auch der Fremdbesitzer (Mieter, Verwahrer). V. Verletzungen der Meldepflicht sind in § 4 des Gesetzes mit Geldstrafe bis zu RM 190 000.— oder mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder gleichzeitig mit beiden Strafen bedroht. Ist der Täter gemäß § 4 des Gesetzes gerichtlich bestraft worden, so kann die zuständige Straßenverkehrsbehörde nach Rechtskraft des Urteils das Kraftfahrzeug zu Eigentum in Anspruch nehmen. Karlsruhe, den 16. 2. 1948. Straßenverkehrsamt für den Stadtkreis Karlsruhe, Gartenstr. 71; Straßenverkehrsamt für den Landkreis Karlsruhe, Moitke- straße 12 Bau E. (k Suchanzeigen Wer kann mir Mitteilung machen üb. d. Verbleib meines Sohnes, Obgfr. Albert Uhl, Fp.-Nr. L6Ö824 V od. über das Schicksal der obig. Einheit. Letzter Standort: Ostpreußen. Nachr. erbeten an Albert Uhl, Branntweinbrennerei, Hausach/Schwzw. fK Welcher Kamerad kann Auskunft geb. üb. SS-Rotten- führer Emst Lober, geb. 12. 12. 1908, Schlesien, Kreis Neumarkt. Letzte Nachricht erhalten Tschechen (Prag). Nachricht erbet, an Alois Breudel, (22b) Maximiliansau (Pfalz), Eisenbahnstraße 17 (franz. Zone). (K Wer kann Auskunft geb. üb. Willy Frantz. Letzte Anschr. Lg. Pa., Wien 46358 L. Auskunft erbeten an A. Ham- berger, Karlsruhe, Mathv- straße 28/IV. (K Wer kennt Bemard MeisteT, geb. 14, 3. 1924, Gebweiler (O.-Elsaß) Rue St. Reger 17, eingezog. 15. 1. 1943. Letzte Adr. F. 0/22824/G, Gren.-Rg. 186, 2. Batl., 73. Inf.-Div., 6. Komp. Zuletzt geseh. am 7. 2. 45, Graudenz/Thorn. Hamminger, „Grüner Hof", Khe.-Durlach. (K Achtungl Es werden gesucht: Josef Kubik, geb. 18. 2. 1906, Willi Kubik, geb. 15. 12. 1911, in Settens bei Teplitz- Schönau {Sudetengau), beide in Rußland vermißt. Herzl. bitten die Eltern alle Kameraden d. ehern. Wehrmacht, die oben Genannte gekannt u. etwas üb. den Verbleib wissen sollten, geg. Erstattung der Unkosten baldige Nachricht zu geben. Josef Kubik, in Ilmsdorf 2, über Bürgel (Thüringen). (K Wer kann Auskunft geben über Stabsgefr. Josef Löhner, geb. 12. 3. 1908 in Tullnitz, Krs. Znaim (CSR), verm. s. 6 1. 43 ln Stalingrad. Letzte Feldp.-Nr. 21343 (Muttermal a. d. 1k. Oberlippe). Auskunft erbittet Rosa Löhner, Riet, Krs. Valhlngan/Bna. (V Kleck Andreas, geb. 17. 11. 1922 in Mülhausen. Letzte Feldp.-Nr. 05310. Wer kann Ausk. geb.? Helfer, Forch- heira (Khe.), Adlerstr. 153. (K Stetlen-Angebote DENA (Deutsche Nachrichten- Agentur)) Bad-Nauheim, s. f. sof. erf. Wirtschaftsredakteure, m. gt. engl. u. franz. Sprachkenntnissen, die auch gute Fachkenntn. im Börsenwesen haben. Polit. un- belast. Fachkräfte wollen sich in d. Personalabtlg. d. DENA, Bad-Nauheim, vor- •»^teilen od. ausführl. Bewer- bungsunterl. einsenden. (P Gute Schneider u. Schneiderinnen f. dauernd gesucht. Jost & Schank, G. m. b. H., Karlsruhe, z. Zt. Sofienstraße 54. (K 2—3-Mann-Kapelle f. 1. März 1948 ges. Passage-Palast- Varietä, Passage 20—26. (k Kaufm. Lehrling f. Großhldg., Oststadt ges. IS 31199 Be- kir, Karlsruhe. (k 100 Lehrlinge: Masch.-Schlosser,-»Dreher, Mechan,., Werkzeugmacher, Univ.-Fräser, werden Ostern 1948 eingestellt. Anmeldg. durch die Eltern, b. spät. 29. 2. 1948 b. uns. Personalabtlg. 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