fcrschelnungstage: Montag, Mittwodi und Freitag. —• Einzelpreis RM —.20, monatlicher Bezugspreis RM 2.20 (inkl. RM —.2g Trägergefcühr, bei Zustellung durch di« Post RM 2.60 zuzüglich Zustellgebühr)« SOOOttmtMEAU&MEfKiflQ&M AUG&M&Nfc SOODtUTSCHE AUGE SÜDDEUTSCHE Alt] AUGEMEINE SOCfl sr — DDEUT AUGEMt UTSCHE SÜDDEUTSCHE AUGEME1NE5000E -ALLGEMEINE SÜDDEUTSCHE AUGE SODOWtseHIAUGEMEiNESODDf AUGEMEINE SODOEUTSCHEAUG OQUfflSCyASIGEMEINESÖO’ t«|lNB»DEUrSCH6 AI' cGEM 1 D |i Dl IGi DE DEUTSCHE/ ^ mNESODD«. GEMSINES'DDEUTS *H€ AUGEk -DDEUTSCH* ’IGEM IESOOOEUT DtUTSCHEAUGEHISMBbDE ^mLV7CME>r| m ii Veröffentlicht unter Lizenz Nr. US-WB 112. Herausgeber Dr. J. Peter Brandenburg * (Verlagsleitung) und Felix Richter (Chefredaktion) Verlag: „Süddeutsche Allgemeine" Pforzheim. Telefon 2001 und 2002. Druck: Badische Presse, Karlsruhe, Waldstr. 28 . Machen mir pleite? Ein Sommer mit radikalen Umwälzungen des deutschen Alltags steht bevor. Die Reform des Geldwesens, immer dringlicher für die nächsten Wochen oder Monate angekündigt, ist zur Initialzündung bestimmt, welche diese Umwälzungen auslösen soll Es ist kein Geheimnis, daß sie das wirtschaftliche Denken und Handeln auf den Punkt zurückführen werden, von dem die Inflation ihren Ausgang nahm. Das aber heißt, es werden die Grundsätze des Geldausgebens und Geldbeschaffens für Arbeiter, Kaufmann, Gemeinde und Staat zurückkehren, _ die vor der unproduktiven Kredit- und .Geldschöpfung des Hitler-Systems, also vor der Arbeitsbeschaffungsperiode durch Autobahnbau und Aufrüstung in den Jahren 1934—36 Regel waren. Die Entwertung der Guthaben, Spargroschen und ererbten Besitztümer oder die hypothekarische Belastung der Sachwerte zusammen mit der großen Vermögensabgabe tu Gunsten des Lastenausgleichs bilden hierfür nur einen Teilvorgang. Auch die erhoffte Wiederkehr von Konsumgütern und Lebensmitteln auf dem Markt gehört durchaus noch zum Präludium dieser Umwälzung. Viel entscheidender als die plötzliche Beobachtung, daß jeder über Nacht sehr arm geworden ist, daß man kaufen könnte, aber hierfür kein Geld hat, wird die kühle Erkenntnis sein, daß es sehr schwer ist, Geld zu verdienen, daß man etwas leisten, können und gelernt haben muß, um Arbeit und damit Geld zu bekommen, daß man lernen muß, sparsam zu wirtschaften im privaten Portemonnaie, in der Kasse jedes Betriebes und schließlich im Staatshaushalt. Das bitterste Kennzeichen hierfür ist die Gewißheit: es wird wieder Konkurse geben, geschäftliche Zusammenbrüche unter der Last der Schulden, dem Mangel an Gläubigem, dem unrentablen Produzieren und Wirtschaften und der zu kostspieligen Lebensführung. Der einzelne, der Geschäftsmann, die Gemeinde, sie alle müssen wieder mit dem Gespenst der Pleite rechnen, diesem sehr realen kaufmännischen Endstadium, das in der Zeit unbegrenzter Geldfülle in Vergessenheit geraten war. Die Konsequenzen sind unabseht bar. Die Verwaltungsbürokratie muß radikal abbauen, die Besatzung ihre Kosten radikal ermäßigen, die Firma ihre Ausgaben rücksichtslos zusammenstreichen, gehortete Arbeitskraft entlassen, sofern sie nicht gezwungen wird, sie mit dem Risiko des Konkurses durch die Krise zu schleppen. Niemand wird mehr beliebig oft ins Kino gehen oder zwischen München und Hamburg zum Vergnügen oder zum Hamstern hin- und herreisen können. Sicher sind das alles gesunde Prinzipien; aber es sind auch spartanische Grundsätze. Wer zwölf Jahre aus dem Vollen wirtschaften und seit drei Jahren auf dem schwarzen oder grauen Markt rasch ein reicher Mann werden konnte, der läuft Gefahr, sich in der neuen gesunden, aber scharfen Luft tödlich zu erkälten. Und dabei benötigt jede Stadt, sowie jedes Land und jede Firma riesige Investitionskredite für Wiederaufbau, Ersatzbeschaffung und Reparaturen. Ausländische Kredithilfe, wie sie der Marshallplan langfristig gewährt, werden somit einfach lebensnotwendig, soll der Inflationsrummel nach dem Muster der Hitler-Jahre nicht von neuem beginnen. Die Finanzverwaltung der Bizone hat zu der neuen Steuerreform eine restlose Aufgabe jenes Strafsteuersystemes proklamiert, das, einem Morgenthauplan vergleichbar vom Kontrollrat weitergeführt, die Einkommen drei- bis fünfmal so hoch wie in den USA belastet und jede Arbeitsfreude wie jede echte Kapitalbildung unterband. In Kürze wird, das sollte man jetzt einkalkulieren, der „Schatz- kanzler " an der Kasse in Familie, Betrieb und Gemeinde wieder der wichtigste Mann sein. r-r-r. Sachen gibf’s . . . H. M. Mit dem Frühlings erwachen in der Natur wird auch die Freude und Hoffnung in den Menschen wieder wach. Sogar in der Politik scheint es wieder freudig herzugehen. Wie wäre sonst die Wahlfreudigkeit zu verstehen. Nicht nur in Italien, auch im Bizonen-Deutsch - land geht man zur Wahlurne. Und im Grunde geht es überall um das gleiche, nämlich darum, seine Stimme abzugeben und sie doch nicht zu verlieren. Das hängt allerdings davon ab, wem man sie gibt. Die italienischen Wahlen waren von internationaler Bedeutung; in Bayern und Hessen hat man aber auch seine Probleme und vor allem auch viele Parteien, das ist überall gemeinsam. Ihre Namen hier alle zu nennen, können wir uns mit Rücksicht auf unsere Papierlage nicht erlauben. Aber eine Partei scheint es uns wert, die Partei der Normalverbraucher in Hessen. Ob sie sich aus Protest gegen die neue Verordnung der Frankfurter Verwaltung smetro- pole konstituiert hat ? Dann scheinen die Hessen also doch nicht so blind zu sein, wie es ein Sprichwort behauptet. Wir meinen folgende Verordnung: Nach einer AP-Meldung hat man beschlossen, Richtern und. Justizbeamten erhöhte Rationen zukommen zu lassen, da sie, die unterernährten Normalverbraucher, gutgenährte Schwarzhändler aburteiien müssen und damit die Gefahr bestehe, daß die Wächter der Justitia in Pflich- tenkollissionen geraten. Ihre relativ geringe Besoldung erlaube es ihnen nicht, sich zusätzlich zu versorgen wie ihre Angeklagten. Nein, das soll kein verspäteter Aprilscherz sein, sondern eine ernst zu nehmende Verlautbarung der Frankfurter Bizonen-Verwaltung. Staatshaushalt 1948 ausgeglichen Finanzminister Dr. Köhler kritisiert Frankfurter Wirtschaftsrat Stuttgart, 22. April (SAZ). Ala dritten Staatshaushaltsplan Innerhalb eines Jahres legte Finanzminister Dr. Heinrich Köhler dem wtlrttembergisch-badlschen Landtag ln der 72. Sitzung den Haushaltsplan 1948 vor. »Zum letzten Male hoffentlich auf lange Zeit füllen 9-10- stellige Zahlen viele Seiten. Noch ln diesem Jahr dürfte der verwirrende Schleier der glitzernden Milliarden fallen und selbst diejenigen, die es nicht zu sehen wünschen, werden dann aus unserem Staatshaushalt unsere Armut und ihre eigene Notlage erkennen“, eröffnete der Minister seine bedeutende Rede. Das Bild des Haushalts habe sich gegenüber 1946 und 1947 nicht wesentlich verändert. Der Haushalt Ist euch diesmal ausgeglichen. Der Abschluß weist ln Einnahmen und Ausgaben einen Betrag von rd. 1,4 Milliarden nach, etwa 100 Millionen weniger als im Vorjahr Im Gegensatz zu anderen Ländern ln der britischen und französischen Zone sei somit keine Aufnahme von Anleihen notwendig. 80 Prozent der Einnahmen entstammten den Steuereinkünften. 70 Prozent der mit 840,— RM bezifferten Steuerbelastung eines Jeden Einwohners seien als Folge des verlorenen Krieges anzusehen. „Eine furchtbare Last und Lehre und wie spurlos Ist sie schon wieder an vielen vorübergegangen, diese Hitlerspende“ — rief unter Zustimmung des Hauses der Minister aus. Die persönlichen Ausgaben lm Staatshaushalt zeigten augenblicklich eine steigende' Tendenz. Die Massenflucht ln den Staatsdienst nehme Immer bedenklichere Gegen Zwangswirtschaft und Rohstoffexporte In Fortsetzung der Generaldebatte zum Staatshaushaltsplan vertrat Abg. Dr. Hausmann den Standpunkt der DVP. Er wandte sich gegen die bestehenden Bewirtschaftungsprinzipien und plädierte für eine Auflockerung derselben. Es empfehle sich, noch vor der Währungsreform die Zwangswirtschaft weltmöglichst zu beseitigen. „Man will es nicht einsehen, daß totale Erfassung totalen Zwang, voraussetze“ sagte er. Das von der DVP erstrebte Ziel sei der Rechtsstaat, nicht ein Zwangsstaat. Auch er forderte die Überantwortung der Steuergesetzgebung ln deutsche Hände. Die alliierte Gesetzgebung lasse bedauerlicherweise die deutsche Wirklichkeit weitgehend außer Acht. Als Sprecher der KPD übte Abg. Leibbrand scharfe Kritik an der Verwirklichung der Verfassung. Die gesetzliche Regelung des Mitbestimmungsrechtes der Arbeitnehmer würde bewußt verzögert und sabotiert. Im Marshall-Plan sehe die KPD ein Hindernis des deutschen Wiederaufbaus. Auch ln einem evtl. Anschluß der französischen Zone erblicke die KPD keine Förderung, sondern eine Hemmung für die Bildung der deutschen Einheit. Man müsse „ohne Schielen auf Irgend eine der Besatzungsmächte“ für eine Einigung Deutschlands -elntreten. In Beantwortung der Vorwürfe de* KPD-Sprechers äußerte Ministerpräsident Dr. Maier, die Frage des Mitbestimmungsrechts dürfe nach Gründung einer bizo- nalen Arbeitsbehörde, wahrscheinlich ln den Frankfurter Kompetenzbereich übergehen. In Zusammenhang mit der Zurückhaltung von 27 Millionen Meter ausgabebereiter Stoffe durch den Wirtschaftsrat erklärte Wirtschaftsminister Dr. Veit, daß es sich hierbei um ursprünglich für den Export nach den Kolonialländem bestimmte leichte Baumwollstoffe handle. „Das Geschäft Ist für uns nicht übermäßig günstig“ sagte Dr. Veit. Es sei von alliierter Seite vorgeschlagen worden, diesen Stoff gegen später elntreffende hochwertige Baumwollieferungen, die ln Deutschland verarbeitet werden sollen, auszutauschen fz. Formen an. Die Gesamtzahl der Staatsbediensteten sei von 48 338 im Vorjahr auf 61 927 angewachsen. Diese gefährlich* * Tendenz verwerfend, erklärte Dr. Köhler: „Ich lehne es ab, die staatlichen Dienststellen in Verleihanstalten von Rettungsringen zu verwandeln.“ Die Währungsreform, die der Minister noch vor der Ernte erwartet* werde dl* so notwendige soziale Flurbereinigung zu Gunsten der ehrlich Schaffenden mit sich bringen. Die das Gelingen der Geldregelung voraussetzende Steuerreform müßte der Währungsreform vorangehend An diese Empfehlung knüpfte Dr. Köhler die Bitte an die Militärregierung, di* gesamte Gestaltung der großen lebenswichtigen Steuergesetze wieder den Deutschen zu übertragen. Einer scharfen Kritik unterzog Dr. Köhler sodann die blzonale Verwaltung. „Sowohl was die Bezahlung des Personals, als auch die Sachausgaben anlangt, wird teilweise ein Aufwand getrieben, der an die Blütezeit der Reichsmlnisterial- Bürokratle erinnert“, sagte der Finanz- minister. Infolge des Mangels einer wirksamen Kontrolle sei tn'einlgen bizonalen Verwaltungen eine Mißwirtschaft schlimmster Art eingerissen. Traditionsgemäß dienten dl» Etatred* des Finanzministers den Parteien zur grundlegenden Stellungnahme. Die CDU begegnete der Rede des Finanzminister» im allgemeinen zustimmend. Als Sprecher der SPD beschränkte sich Abg. Möller Infolge Zeitmangels auf eine allgemeine Stellungnahme, behielt sich Jedoch vor, lm Verlaufe der weiteren Beratungen auf einzelne Punkte einzugehenGesetz zur Kriegsdienstverweigerung angenonr men Stuttgart, 22. April (AP). Der württem- bergisch-badische Landtag nahm am Donnerstag ein Gesetz zur Kriegsdienstverweigerung ln zweiter Lesung an. Da* Stuttgarter Jugendparlament, eine Versammlung von Jugendlichen »Iler Parteien, hatte bereits lm Herbst vorigen Jahres den Landtag ln einer Resolution aufgefordert, plnen entsprechenden Paragraphen ln die Verfassung aufzunehmen. Die Entschließung wurde damals an den Rethtsausschuß weitergeleitet, der Ihn ablehnte. Ein weiterer initiatlvgesetzent- Deutschland-Rundschau wurf wurde wiederum an den Rechtsauz- schuß überwiesen. Das Stuttgarter Jugendparlament hatte vergangene Woche gegen die Verschleppung protestiert und gleichzeitig mit einer Protestkundgebung aller Kriegsversehrten und Kriegerwitwen am Jahrestag der Kapitulation gedroht. (Wir nahmen zur Frage der Kriegsdienstverweigerung und der Forderung des Stuttgarter Jugendparlament» bereits ausführlich Stellung.) (Die Redaktion) Nur 46 von 10« Abgeordneten de« württemberg-badischen Landtages waren zur Zelt der Abstimmung anwesend. Von diesen stimmten « Abgeordnete für da» Gesetz, während »ich drei der Stimme VEREINTE WESTZONENl F a 11 b a e h (Fr.). KÖrtlich hielt In FeObach der „Süddeutsche Maslkverband aV“, die einzige sngelassene Organisation der Laienmusiker Nordwürttembergs-Nordbaden«, seine 1. Vexbandstagung nach 1945 ab. Es waren 150 Kapellen aus NordwOrttemberg und 18 Kapellen aus Nordbaden vertreten. ■ - - - Nürnberg (gl). Die Strecke de« Ludwig- Donau-MaTn-Kanals zwischen Nürnberg und Kehlhelm (Donau) wurde Jetzt nach Jahrelangem Wiederaufbau vernichteter Schleusen und Illeranlagen wieder ln Betrieb genommen. Nürnberg (gl). Die Nürnberger Polizei ging dem Schnapsgeruch In einer Limonadenfabrik nach and entdeckte eine gal getarnte Schwarzbrennered. Wetzlar, (Dena). Die Belegschaft der „Hessischen Industriewerke“ In Wetzlar, die am Montag ans Protest gegen die mangelhafte Flulschbelleterung ln der zweiten Dekade tn den Streik getreten wacr, nahm am Mittwoch die Arbeit wieder aul. Hamborg (Dena), Vor einem britische» Militärgericht begann ein Prozeß gegen die beiden Direktoren der Braunschwelger Flelsch- wurenlabrlk „Struck und Witte“. Bel einer Durchsuchung sind lolgende Waren bei den Angeklagten beschlagnahmt worden: 98 000 kg Mehl, 140 000 kg Nährmittel, 15 000 BQchseu Gemüsekonserven, 10 000 Büchsen kondensierte Milch, 10 000 Büchsen Fleisch, 25 000 kg Butter und 14 000 kg Zucker. Von der beschlagnahmten Butter waren nur noch drei Kilo genleübar. FRANZÖSISCHE ZONE: Tübingen (ts). Die Meldungen mehrerer Zeitungen der Bizone, nach denen die Süd- westdeutschen Eisenbahnen ab 1, April der bizonalen Verkehrsverwaltung unterstellt lind, werden vom Tübinger Innenministerium dementiert, Rentlimgen (U). Mit das Arbeiten für den Ban einer Gasfernleitung von tt «Otlingen nach Tübingen Ist begonnen worden. Fraodenstadl (ts). Dia französische Besatzungsmacht hat die Heilstätte „tteuberg“ an üte - Landesversichevungsanstalt Stuttgart zur Unterbringung arholungsbedüritlger Kinder zurückgegeben. Mühlbaaaea (ts). Im Rhein wnrde In der Gegend von Mühlhausen bet der Kemser Stromsperre ela Seehund entdeckt, der nach Angabe des Zoo-Direktors von Basel wahrscheinlich vom Meer ans Hromaulwärta bl« zu dieser Stelle geschwommen Ist. SOWIETZONBt Dresden (hl). Vor der Zerstörung rählt« Dresden 550 000 Einwohner In Ober 220 000 Wohnungen. Heute wohnen In Dresden 470 000 Menschen, für die nur 8» 000 Wohnstätten verfügbar sind. G 0 r 111 z, (Dena). Im GOiUtzer Nazlaktlvt. ■ten-Prozeß wurden am Donnerstag laut ADN. der ehemalige Kretstetter von GOrhtz, Dr. Ma- litz, und der frühere GOrUtzer Oberbürgermeister, Dr. Meinshausen, wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt. VIERZONENSTADT BERUH! Berlin, (Dena). 14 Beamte der branden- burgischen Regierung, die der LDP angehoraa nnd unter Leitung des kürzlich nach Westdeutschland entflohenen LDP-Flnanzmlnisten Dr. Walter Hunze arbeiteten, wurden, wie aus LDP-Kreisen verlautet. Jetzt nach rum Teil 2jühriger Tätigkeit mit dem Bemerken entlassen, ihre Leistungen seien ungenügend. enthielten. Hier Radio Stuttgart Tägliche Sendungen (außer Sonntag)! 0.49, 12.45, 19.49, 22.45 Nachr.; ä.19 Wasserst.; 9.15 P.C.I.R.O.-Suchmeld.; 9.45, 17.43 Kurznachr.; 11.30 Klndersuchd.; 13.15 Echo a. Baden; 17.S0 Anschlagsäule; 19.00 Stimme Amerikas; 22.60 Pressekonimentare. AU» den Tagesprogrammen Freitag, 23. April: 12.00 Prozesse d. Zelt) 14.00 I.R.O.-Sudhmeld.; 16.45 A. d. Weltliteratur; 17.00 Klav.-Werke v. L. v. Beethoven; 18.00 Parteien sprechen: CDU) 18.13 Zeltfunk; 19.30 Sport; 20.00 Krlegs- gefangenensend.; 22.00 Studio-Konz. V. S. Franz u. E. Melartln; 23.30 JUd. Osterfest. — Samstag, 24. April! 6.30 Gymnastik) 8.00 Was alle Interessiert; 8.00 Russ. Klaviermusik; 13.45 D. Volksvertretung: D. Wirtschaftsrat (F. Hlppmann); 15.00 Zelt auf d. Waage; 18.00 Send. a. England; 19.30 Politik d. Woche; 20.00 Bunte Stundet Träume sind Schäume; 21.00 D. Flimmerkiste. — Sonntag, 25. April: 7.45, 12.45, 19.45, 22.45 Nachr.; 8.00 Landfunk; B.30 A. d. Welt d. Glaubens, anschl. Klav.- Muslk: Prälud. u. Fuge, C-dur u. Prälud. u. Fuge, c-moll «. d. „Wohltemp. Klav.“ V. J. S. Bach; 0.00 Ev. Morgenf.; 11.30 Universitätsstunde; 14.15 Kinderfunk; 17.00 Hörspiel: „Der Ideale Gatte“ nach O. Wilde; 19.00 Stimme Amerikas; 19.30 Sport; 20.00 Werke v. F. Mendelssohn- Bartholdy: Ouvert. u. Nocturne ». Sommernachtstraum“, Vlollnkonz., e-moll, op. 64 (Y. Menuhin); 20.45 D. Kritiker hat d. Wort; 22.50 Pressekommentara. Heidelberger Bach-Reger-Tage Man muß et schon einmal feststellen: Die Heidelberger „Gesellschaft der Musik- und Kunstfreunde“ vor der privaten Enge einer „auch“ Konzerte veranstaltenden und prominente Künstler verpflichtenden Institution Inflationistischer Prägung bewahrt und zu einem kulturellen Faktor der Universitätsstadt gemacht zu haben. Ist ein Verdienst, das nicht hoch genug veranschlagt werden kann und das der (aus Leipzig berufene) Jetzige Erste Vorsitzer, Helmut Dörr, und Musikdirektor D r. Richard Treiber Ihrer zielbewußten, organisatorischen und künstlerisch verantwortlichen Arbeit zu danken haben. Das zeigte sich Jetzt wieder ln der Durchführung einer Bach-Reger- Woche, die der Stadt Heidelberg ein musikalisches Gesicht und Gewicht verlieh, das die Erinnerung an die großen Zelten eines Philipp Wolfrum heraufbeschwor, nicht zuletzt durch die Anwesenheit von Frau Elsa Reger, die freudig bekannte, daß es ln Heidelberg der Musik ihres Mannes gegenüber niemals eine Dissonanz gegeben habe. Dabei sind zur Zelt, äußerlich betrachtet, auch in Heidelberg (wie ln andern Städten) keinerlei Ideale Voraussetzungen für eine solche ln die Breite und Tiefe gehende Veranstalung vorhanden: Es gibt weder einen halbwegs zulänglichen Konzertsaal (nach einem Brandunglück scheidet die Stadthalle sowieso für einige Zeit aus), noch einen stimmungsvollen Kammermusikraum (die Alte Universitätaula Ist ein Notbehelf), geschweige denn eine geeignete sakrale Feierstätte (die Heidelberger Kirchen sind Muster von akustischen und räumlichen Unmöglichkeiten!). Der Aufbau der Bach- Reger-Woche vom Einfacheren zu einem gewaltigen Schlußakkord war geschickt und bot somit ein wirkungsvolles Beispiel systematischer Erziehungsarbeit, deren Ausfuhr ende freilich tn der Hauptsache euswärtlge Kräfte waren, nachdem der Heidelberger Träger der chorischen Bachpfleger leider nicht ln der Lage war, nach der zu Ostern gebrachten Matthäus-Passion noch eine der großen Bachschen Kantaten oder gar Reger» 100. Psalm einzuüben. So mußte das „Heidelberger Kammerorchester* die lokale Ehre retten, das mit der Interpretation der Brandenburgischen Konzerte Nr. 1 und Nr. 5, dem c-moll-Konzert für zwei Cembali und Streichorchester, sowie der Hochzeitskantate von Joh. Sebastlon Bach, einen sehr beachtlichen Grad seiner Konzertreife erreichte und erwies, daß es ln Dr. Richard Treiber den rechten Leiter besitzt, der auch durch die Verpflichtung namhafter Solisten keinerlei Enttäuschung bereitete. Professor Friedrich Högner (München) (der abend» zuvor den Auftakt mit einem groß angelegten Orgelkonzert gab) und Toni Seellg (Heidelberg) am Cembalo, Bruno Lenz (Augsburg) als Träger des Violin- parts, Geslne Bultmann (Fredburg), Flöte und Hermann Heisterhagen (Düsseldorf), Obeo und nicht zuletzt die mit dem Bachstil Innig vertraute Anneliese Lult- Johann (Kiel), Gesang machten den Abend wertvoll. Das Wagnis, einen Abend lang Reger zu singen und — mit Jedem Liede zu fesseln, gelang Luise R 1 c h a r t z (Schlüchtern). Was Ihrer Stimme tn Jugendlicher Frische fehlt, ersetzt sie durch die Kultur Ihres Vortrags und die Vergeistigung der Wiedergabe, die Ihr ln der Vollendung lm (ach so viel gesungenen und darum doppelt heiklen) „Mariae Wiegenlied* gelang. Einen ungetrübten Genuß bereitete der Reger-Kammermuslkabend, den das Jüngst bereits ln Heidelberg mit größtem Erfolg konzertierende „Dresdener Streichquartett* (München) bestritt. Mit dem Es-dur-Streiehquartett und noch mehr lm Streichtrio Werk 141 b — also einem der letzten Werke des Meisters — ebnete es dem noch Immer unbekannten Reger, der bereits zu Hlndemith hinführt, die Wege für ein der Moderne aufgeschlossenes Publikum. Für ein breiteres Publikum boten dann die beiden Chorkonzerte^ die die Leipziger Thomaner erstmalig nach Heidelberg führten. Stunden der Erbaung und Erhebung. Zwei acht- und eine fünfstimmige Bachmotette, Max Regers letzte Chöre (opus 138) und Choralkantate „O Haupt voll Blut und Wunden" offenbarten auch hier die hohe Stimmkultur des berühmten Chores, auch wenn eine übersteigerte Gestik Ihres Dirigenten Dr. Günther Ramln und die Pathetik der Stlmmführüng (beispielsweise ln der Überbetonung der Endsilben!) ein „Weniger“ als „Mehr“ hätten erscheinen lassen. So wurde — nicht nur äußerlich der Abschluß der Woche mit zwei Symphoniekonzerten der Bamberger Symphoniker lm Königsaal des Schlosses auch zum Höhepunkt der ganzen Woche, nicht nur, was die Vortragsfolge betraf — Bachs D-dur-Suite und h-moll-Ouvertüre, Regers Konzert für Violine und Orchester (Werk 101) die Serenade (Werk 95), die Romantische Suite und die Variationen und Fuge für Orchester über ein Thema von Mozart (opus 132) als für Reger wohl typischstes Werk und als Krönung des Ganzen — sondern auch hinsichtlich der Ausführung durch das Gastorchester mit seinem virtuosen, glanzvollen und geschliffenen Stil und dank des seiner Aufgabe leidenschaftlich hingegebenen Initiators der Bach-Reger-Woche, Richard Treiber. Der Beifall, der dem Orchester, dem Solisten des Violinkonzerts, Gewandhauskonzertmeister Kurt Stlehler, und dem Dirigenten galt, ln einer Form, wie sie Heidelberg bisher wohl kaum erlebte, war die Bestätigung für den künstlerischen Erfolg der Veranstaltung, die ihrer Nachwirkung sicher »ein wird. Dr. Wehagen. Max von Schillings Zum 80. Geburtstage des Komponisten Aus dem großen Kreis schaffender Komponisten, in denen gleichermaßen romantische Tradition wie auch zeitgenössische Evolution mächtig wirksam sind, ragt die lyrisch fein empfindende, vomehmae Gestalt Max von Schillings hervor. Kultiviert und überlegen, von musikdramatischen wie veristischen Elementen durchsetzt, atmen seine ersten Bühnenwerke Wagnerschen Geist. „M o- 1 o c h“ — erstaufgeführt ln Dresden, „Ing erde“ — Karlsruhe, „Der Pfeifertag“ — Schwerin. Die stilgeschichtlich weniger einflußreiche Musik zeigt geschmackvolle persönliche Note. Seinen größten und dauerndsten Erfolg errang er mit der veristischen Oper „Mona L1 s a", die von Stuttgart aus Ihren Weg über die meisten deutschen Bühnen nahm. Der Komponist, der am 19. April 1868 ln Düren lm Rheinland geboren wurde, entstammt mütterlicherseits der Familie Brentano. Er studierte nach Absolvierung des Gymnasiums ln Bonn und München und fungierte seit 1902 als Repetitor in Bayreuth. Nach einer lOJährlgen Tätigkeit als Hofkapellmeister ln Stuttgart (1908—1918) folgte Schillings 1919 einem Rufe als Intendant an die Berliner Staatsoper. Theater, Musik, Film Mainz, Jean Cocteau» Bühnenwerk „Die Schreibmaschine", übersetzt von Boris von Borresholm, hat der Mainzer Intendant zur Erstaufführung ln der französischen Zone vorgesehen. Von dem gleichen Autor hat Jetzt am Stadttheater Konstanz der Hamburger Gastregisseur Hans Tügel das neueste Drama „Der Doppeladler“, ein Stück um die Ermocdung der Elisabeth von Oesterreich, erfolgreich herausgebracht. Würzburg. Maria Koppenhöfer hat ln der neuen Inszenierung „Ein Inspektor kommt“ im Theater des Würzburger Kulturverbandes die Rolle der Sybil Blrllng übernommen. Der bekannte Würzburger Darsteller Ernst Kuhr gastierte als „Spielleiter“ ln Th. Wildern „Eine kleine Stadt“ an den Bremer Kammerspielen. ws. Würzburg. Hermann Zllchers letzte* Werk, die Symphonie in c-moll, op. 112, wurde von Eugen Jochum mit den Hamburger Philharmonikern zur Uraufführung gebracht. Der am 1. Januar verstorbene Komponist Zilcher war Träger des Mozart- und Reger-Preises und Gründer der Mozart-Feste. Er galt als einer der stärksten Exponenten der neuromantischen Richtung. ws. Tübingen. Am Tübinger Schauspielhaus Ist Jetzt Carl Zuckmaye'rs „Des Teufels General“ von der französischen Besatzungsbehörde zur Aufführung freigegeben worden. Intendant Paul Rose leitet die Inszenierung. ws. • Rudolf Bach, der frühere Chefdramaturg der Bayrischen Staatstheater, geht für die neue Spielzeit als künstlerischer Mitarbeiter an die Städtischen Bühnen München. — Anton Tschechows Schauspiel „Die Möve" soll an den Städtischen Bühnen herauskommen, während die Bayrische Staatsoper die Münchener Erstaufführung von Carl Orffs buffones- ker Oper „Die Kluge“ vorbereitet, ws. An Stelle des verstorbenen Fritz Bohne Ist der Dirigent des Mannheimer Nationaltheaters Eugen Hesse von Intendant Köhler-Heiffrich zum ersten Kapellmeister der Städtischen Bühnen Heidelberg berufen worden. ws. Emil J a n n t n g s wurde vom Landestheater Salzburg zu einem Gastspiel in Hauptmanns „Fuhrmann Henschel“ verpflichtet. Damit tritt Jannings zum ersten Male nach dem Kriege wieder auf. hwh. Seit« 4 / Nummer 46 SÜDDEUTSCH* ALLGEMEINE Freitag, den 38. April 1946 Ist er herrlich. Auf der anderen Seite der Straße ist ein ganzer Obstgarten, entzückend anzusehen im verschwenderischen Glanz seiner Jugend. Hier steht jedoch eine alte Dame, hoch an Jahren, die es geschickt zustande bringt, ein paar erlesene Blüten im Haar zu tragen. Die braunen Drosseln sind in unsere Wälder zurückgekehrt, und tun so, als ob sic ihnen gehörten, und Finken flattern durchs Unterholz und scharren in den Blättern. Freilich, es ist ja Mai, und der Chor der Singvögel setzt ein. Manche fliegen schon ganz dicht an dem zufälligen Beobachter vorbei, aber es muß noch viele geben, die nicht so kühn sind, denn jeder Morgen ist voll Gesang. Das vornehmste Merkmal des vollendeten Vogelkundigen ist, für die meisten von uns wenigstens, daß er mindestens ein halbes Dutzend Singvögel nach ihrem Aussehen oder ihrem Gesang erkennen kann. Man behauptet, daß es liier in Amerika mehr als hundertfünfzig Arten und Abarten von Singvögeln gibt. Fast alle singen wirklich schön, und die meisten scheinen in verschiedenen Kombinationen gelb und schwarz zu sein. Sie blitzen an einem vorbei, geben ein kleines Liedchen von sich' und sind verschwunden, und selbst wenn ich ganz scharf auf die Farben geachtet habe, blinzele ich und sage: ..Vielleicht war es ein Blaukehlchen — aber war seine Kehle auch blau? Vielleicht war es doch eine 'Mönchsgrasmücke — war ihr Köpfchen oben wirklich auch schwarz? Oder ein Erlenzelsig — hatte er schwarze Schwanzfedern?“ Natürlich, es gibt hellblaue Singvögel und schwarzkehlige Singvögel und schwarzweiße Singvögel — aber wie kann man so auf einen Blick sagen, welcher ist ??? Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich die Spottdrossel so gern mag, obwohl sie unverschämt ist, und den frechen Eichelhäher, und das fleißige Rotkehlchen. Sie sind unverkennbar; sie sind alte Freunde. Und alte Freunde sind auch die Drosseln und die Finken, trotzdem sie der menschlichen Gesellschaft abholder Sind. Ich höre sie alle gerne, die Singvögel, aber ich werde nun einmal nicht so recht warm mit einem Vogel, den ich nur mit einer farbigen Vogelkarte, einem Feldstecher und, um ganz sicher zu gehen, in Gesellschaft eines Ornithologen erkennen kann! „Jack ln der Kanzel", nennen wir die Abart der Aronstabes, der in den feuchten Niederungen wächst, mit hohem Stengel, den beiden dreigelappten, fast tropischen Blättern und der purpurgestreiften Blütenscheide mit dem haubenförmigen Blatt darüber; er erinnert mich immer an eine kleine Großmutter mit einem Shawl um die Schultern, die die eine Ecke über den Kopf gezogen hat. Botanisch Ist es ein Aronstab, ein Vetter der lieblichen Kalla-Lilie und der „stinkenden Zehrwurz". Genau gesprochen, sind seine Blüten tief in der Blütenscheide verborgen, der „Kanzel“ unserer Phantasie. Sie brauchen die Sonne nicht, oder sie lieben sie nicht, diese Blumen. Kleine Insekten, besondere Stechmücken, suchen sie auf, verschwinden in den graupurpurnen Pollen und bewirken die Befruchtung. Und im Herbst, wenn die Blätter abgefallen sind, und die Blütenscheide nur noch wie eine dünne pa- pieme Hülle Ist, steht der hohe Stengel in der schrägen Sonne und trägt oben an der Spitz« eine dicke Traube lackroter Beeren. Die Indianer kennen sie als eßbar« Pflanze, hauptsächlich die Senecas graben die fette runde Wurzel aus und trocknen und rösten sie, um eine Art Brotteig daraus zu machen. Daher stammt auch ihr Name „Indianische Rübe". Wenn aber die Wurzel nicht sehr gut getrocknet und reichlich geröstet Ist, beißt sie auf der Zunge wie Feuer; sie ist, wie zuverläs- lige Quellen behaupten, sogar giftig. Kleine Jungen, die Indianer spielen, haben dies zu ihrem größten Leidwesen eusprobiert. Aber im Mai ist sie voll wilder Schönheit, eine der seltenen purpurstreifigen Waldnflanzen; und im Herbst leuchten ihre Beeren weithin. Sie gehört mit den weinblättrigen Famen und den langsten- gel’gen Veilchen an den Fuß einer alten Steinmauer. Sie ist ebenso sehr ein Teil des Monats Mal, wie die Apfelblüte und die gelbe Natterzunge vor dem tiefblauen Himmel. Wenn Ihr die Fliederbüsche stehen laßt und in den Wald geht, so findet Ihr einen ganzen Berghang, der süß nach kanadischen Maiglöckchen riecht, die der Botaniker „Maianthenum canadense" nennt. Sie wachsen dicht wie ein Teppich im Schatten, bescheidene Pflanzen mit einem Schlanken Stengel voll kleiner weißer Blüten, die süßer duften als die richtigen Maiglöckchen. Auch das Land selber, die frischen Felder und die feuchten Niederungen haben ihren eigenen Duft, erdhaft, nach modernden Blättern, nach Urstoffen. Und es ist der Geruch, der den Gärtner niederknien und den Farmer pflanzen macht. Es ist Mai, Flieder, Maiglöckchen und Minze und Knoblauch und Geißblatt — es ist „die gute Erde". Aus dem demnächst im Walter Rau-Verlag, Dietmanns- ried/Allgäu und Heidelberg erscheinenden Budb „Die Jahresrunde", Bilder aus dem amerikanischen Jahr. Uebersetzt von Maria von Schweialtr. TÖDLICHER KARNEVAL Aus dem neuen Bühneuwtork von Frank Thleß bringen wir hier eine Szene «wischen dem Maler David, einem Freunde Robespierres, und der vom Volkstribunal zum Tode verurteilten Th6rise Fontenay. Der Raum ist eine Wedle leer geblieben i dann hat sich die Tür m den Gefängnissen geöffnet. Th£r&se ln Begleitung eines Sddleßers. T h ö r ö s e : Als Schließer unserer Zellen mußt du ein Feind der Freiheit sein. Schließer: Schweig, Bürgerin! (Aufseher Richard und Maler David treten ein). Schließer: Die Bürgerin Fontenay. Richard: Du kannst gehen. Schließer: (ab). Thöröse: (starrt David an). David! David: (packt Zeichenblock, Stifte, Malutensilien aus. Zu Therese): Es ist schmeichelhaft für mich, daß Sie mich wiedererkennen. Setzen Sie sich auf diesen Schemel. Das Licht fällt so besser. Die Gefangenschaft hat Ihrer Schönheit nichts geraubt. Etwas mehr nach rechts. So ist es gut. Nur Ihr Haar zeigt nicht mehr den früheren Glanz. Thöröse: Dies Gefängnis hat schlechte Friseure. David: Der Konvent kann nicht für alles sorgen. Gutes Essen? Thöröse: Ausgezeichnet, da auch der Koch des Königs bei uns im Kerker sitzt. David: Sie können sich ruhig bewegen. Das Gesicht bitte ich etwas mehr in dieser Richtung zum Licht. Es genügt. Danke. Was Sie sagen! Der Koch Louis Capets ist immer noch hier? Der Mann lebt noch? Mich erstaunt die Langmut des Tribunals. Dabei liegt sein Verbrechen offen am Tage, Er war Jahre lang Koch eines Despoten und hat, anstatt ihn zu vergiften, ihm die schmackhaftesten Speisen bereitet, während das Volk hungerte. Nebliges Wetter heute. Keine rechte Sommerwärme. David: (zu Richard). Sie können mir einen Gefallen tun, Bürger Richard, ich habe bei Bayard einige Kohlestifte liegen gelassen, die ich sehr entbehre. Wollen Sie sie mir holen? Richard; Ich beeile mich, Bürger! David; Ieh danke Ihnen. Richard: (ab). Thöröse: Haben Sie ihn fortgeschickt? David: Was glauben Sie! Thöröse: Warum sind Sie gekommen? David; Um Sie zu zeichnen, Thöröse: Ich weiß, daß Sie die Gewohnheit haben, zu kommen, ehe es zu spät ist. David; Ihre Schultern sind immer noch voll. Herrliche Schultern! Thöröse: (mit schwachem Lächeln), Meinen Sie? Das Kleid ist so häßlich. David: Um so schöner strahlt der Alabaster Ihrer Haut. Sie werden noch im Grabe den sanften Glanz einer Magnolienblüte haben. T h ö r ö s e : Aber ich bin noch zu jung, um zu Sterben. Und ich bin unschuldig, David. David: Lassen Sie das Kleid ein wenig — Thöröse: So? David: Das ist . . . zu viel. So genügt es. Eine Frau wie Sie sollte noch unschuldig sein? Thöröse: Sie weichen mir aus. Was wissen Sie? Warum haben Sie Richard fortgeschickt? David: Um meine Kohlestifte zu holen. Thöröse: Dort liegen sia David: Wahrhaftig, da sind sie. Ich hatte sie nicht gesehen. T h e r ö s e: Man sagt, daß Sie dabei sind, wenn die Verurteilten zur Guillotine gefahren wer-- den. Sie sollen mit Ihrem Zeichenstift den letzten Ausdruck derer aufgenommen haben, die auf den Block geschnallt wurden? David: Der Gott, dem wir dienen, kennt keine Tränen. T h ö r ö s e: Ja, Sie sind der Freund Robespierres. Ich wußte es längst. David: Freund? Ein Mann wie Robesplerre kann keine Freunde haben Therese: Weil er ein Tyrann Ist? David: Er ist kein Tyrann, sondern das schlechte Gewissen Frankreichs. Wer so hoch steht, muß seine Freunde mehr als seine Feinde fürchten. T h ö r e s e: Sie aber sind ein Künstler und malen kalten Herzens das Leid eines Menschen, als wäre es ein Baum oder ein Glas. David: Kunst nimmt keine Rücksicht auf Empfindungen ihrer Modelle. Der dem Tode Geweihte ist so nackt wie ein Kind, das eben geboren wird. In seinen Zügen liegt alles offen, was er während seines Lebens voll Trug und Unrat verbarg. Er hat nichts mehr von dieser Welt zu fürchten. Durch den zerschlagenen Spiegel seiner Eitelkeit dringt der Blick ungehemmt in das endlich erhellte Dunkel seiner Seele. T h ö r ö s e : Böse Ist, was Sie sprechen, David, herzlos. David: Die Künstler, welche während des Schaffens ihr Herz nicht vergessen, sind Pfuscher. Frösteln Sie, Thöröse? Bedecken Sie die Brust. Thöröse: Ich habe Angst. David: Angst? Das ist das Pulver der Revolution. Womit sollte man sonst schießen? Welchen Verbrechens hat man Sie angeklagt? Thöröse: Dies Geheimnis hat mir niemand verraten. David: Waren Sie nicht die Geliebte Talliens? Thöröse: Ah . . . Sie wissen etwas!? Er holte mich in Bordeaux aus dem Gefängnis. David: Und Sie belohnten ihn dafür — den Sohn eines Lakaien. Thöröse: Ich bin keine Dime. Ich stand zu ihm, weil er gerecht war und nicht wieFouchö Tausende in Lyon erschießen ließ. Taillen allein richtete nach den Gesetzen der Revolution. Ich konnte an seiner Seite viele Unschuldige vor dem sicheren Tode bewahren. Ich gebe zu, es schmeichelte meinem Selbstgefühl, daß ich diese schöne Rolle der Barmherzig- Zeichnung von Helnz-Geyhaxd Zlrcher, Karlsruhe, keit spielen durfte Und Ich spielte sie an der Seite eines Mannes, dem ich dafür dankte, daß an seinen Händen nicht das Blut von Republikanern klebte. Das war mein Verbrechen. Es ist heute ein Verbrechen, Mensch zu sein. David: Möglich, daß nicht Blut an Talliens Händen klebte, sondern nur das Geld derer, die er rettete. Tallien ist noch frei. Niemand wird ihm etwas tun. Theröse: Er ist noch frei? Er ist nicht im Kerker? David; Nein. Thöröse: Und mich — mich hat man in die Conciergerie gebracht? David: In die Petit« Force. REN&E SINTENIS Renöe Sintenis ist vor wenigen Wochen 60 schar der Erde sind und jeder mit einer unslcht- Jahre alt geworden. Das Alter spielt bei einer baren Krone auf dem Dickkopf herumläuft. Man Künstlerin von solcher Lebendigkeit des Wesens merkt auf einmal, daß deutsche Plastik lächeln und des Schaffens keine Rolle. Sie lebt in Ber- kann. Eine Frau hat kommen müssen, um es zu lin, wo sie bei Kriegsende ihr gesamtes Hab zeigen. Eine Frau, nichts weiter. Sie formt junge und Gut einbüßte, arbeitet in einer beschränk- Pferde in Bronze, ich glaube, jede Frau müßte ten Behausung tapfer weiter, und die Berliner haben nur einem allgemeinen Empfinden gehorcht, wenn man ihr den Kulturpreis der Stadt zuerkannt hat. Der große Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe, der, ausgewandert, 1936 in Frankreich verstorben ist, hat etwas so Schönes und Treffendes über sie gesagt, daß wir es hier abdrucken. Erschreckend, zu denken, das, was man sich im allgemeinen unter Plastik vorstellt: klotzige Fäuste, mannhafte Waden, wulstige Pferdebäuche und der durchbohrende Heroenblick, sei das Gewerbe einer Frau geworden. Diese ist Künstlerin, weil sie weiblich bleibt, also kindhaft; weil es Ihr nicht einfällt, dem Mann in bornierte Intellektua- lität zu folgen, sondern vorzieht, Kinder in die Welt zu setzen, drollige Feh!«a da« |tUdfeaa«rüi so oder ähnlich kleine runde Dinger machen können, die uns anhüpfen, mit ungeschickten Ziegenbeinchen, kurios dästehen, wie eben in die Welt gesetzt, mit blinzelnden Bewegungen. Eine geniale Frau. Gleich fröstelt einem der Rük- ken. Unheilbare Krankheit, eine Art Elefan- tiasis. Der Witz ist, richtige Frau zu sein, Frau schlechtweg, nicht aus Versehen Frau Soundso; Frau und noch Mädchen zu sein, mit dem Schritt in die Welt nipht gleich in Pflicht, Erfahrung, Abstraktion zu ertrinken, sondern erst recht zu lächeln. Das Lächeln einer Frau — was bleibt uns sonst noch? Wenn alle Männer an schwadronierender Dialektik verblödet sein werden, verspekuliert, verrationalisiert, kann Immer noch eine schlanke Eva dem ganzen Mechanismus ein Schnippchen schlagen Wesen, Püppchen, beileibe keine Germania, keine und zeigen, daß Kunst nicht von . Können, son- Adam und Eva, noch die lüsterne Glätte fin- dem von Spielen herkommt. Abgrundtiefer Ge- Sterer Weiber. Dinger aus dem Spielkasten setzt danke! Wir hätten keinen Weltkrieg, wenn er sie hin, den die großen Chinesen vor Ming zu begriffen wäre. Wir hätten keine Militaristen, ihrer Erlustigung aufmachten, der uns allen keinen Kub’smus. Wir hätten bessere Taillen offensteht, sobald wir vergessen, daß wir Herr- und wären, Herrgott im Himmel, weniger borniert. VON FRANK T HIE SS Thöröse: Warum? Weil mein Mann, von dem Ich geschieden bin, Marquis ist? David: Vielleicht Ein wenig mehr links, bitte ich. Nun haben Sie die Schultern verhüllt. Man spricht davon, es werde demnächst viel gesäubert werden. (Er steht auf und richtet etwas an Thöröses Kleid). So Ist es richtig. (Setzt sich wieder). Im Konvent sitzen Männer, sagt man, die nicht verdienen, Repräsentanten der Nation zu sein. Möglich, daß man mit Ihrem Prozeß solange wartet, bis jene an der Reihe sind. Frieren Sie? Ihre Haut hat eine andere Farbe. Thöröse: (sieht ihn schweigend an). David: Bürger Robespierre ist seit mehr als fünf Wochen weder im Wohlfahrtsausschuß, noch im Klub gewesen. Er schreibt an einer großen Rede und kehrt nicht zurück ohne eine Liste, auf der gewisse Namen stehen. Mag sein, daß auf dieser Liste auch der Name Ihres Geliebten zu finden sein wird. Thöröse: Dann Ist es vorbei. Dann gibt es keine Hoffnung mehr. David: Sie hätten vorsichtiger in der; Wahl Ihrer Freunde sein sollen. Thöröse: War es denn eine Sünde, mich zu lieben? Vergibt Frankreich diese Sünde nicht mehr? Warum hat man mich in diese Mauern geschleppt? Was habe ich verbrochen, daß man mich wie eine Dirne behandelt? Als ich hier ankam, mußte Ich mich entkleiden. David, nackt ausziehen vor einer Rotte von Männern, die mich anschrien, weil sie meinten, ich hätte Geld oder Waffen an meinem Leibe versteckt. Wie hat sich Frankreich verwandelt! Wie glücklich waren wir einst! Alle! Auch wenn sie nun schreien: Es lebe die Republik! Wir betrügen uns, damit wir uns nicht selbst ins Gesicht speien müssen. Warum geschieht dies alles, David? Geschieht es für das Volk, daß man mich von meinem Kinde riß? Ach, mein Kind, mein Kleines. (Sie weint). Verzeihen Sie. Es ist am 2. Mai fünf Jahre geworden. Was soll aus ihm werden David? Es heißt, daß man auch die Kinder der Verurteilten nicht schont. So reden Sie doch! Wird man es töten, nachdem man mich getötet hat? Wird man es köpfen, wie man die unschuldige Nicole Bouchard geköpft hat? Sogar der Henker soll damals geweint haben. Was starren Sie mich an? Nur well Sie aus meinem Munde' hören, was Sie selber wissen? Oder sollten Sie es nicht wissen, daß ein Recht ohne Herz schlimmer ist als alle Verbrechen, di* verzweifelte Liebe zu begehen vermag? Anworten Sie mir nicht, mein Herr, eilen Sie, malen Sie meinen Hals. Die Sonne wandert. Bald wird er nicht mehr weiß sein. Denn Sie haben nicht so viel Rot auf Ihrer Palette als Ich Blut in meinen Adern trage , , , Warum haben Sie zu malen aufgehört? David: Meine Augen schmerzen . . . (Pause), Gott geb's, ich könnte Ihnen Ihr Blut erhalten, Thöröse Fontenay. (Er Ist zu Ihr getreten). Ihr heißes, starkes Blut. Diese Hand, dieser Arm, diese Stirn . , , Sie sind nicht klug verfahren mit Ihrem Leben. Thöröse: Ihre Ratschläge kommen zu spät, mein Freund. Aber ich versichere Ihnen, wenn ich noch ein zweites Mal auf die Welt käme, ich würde auch dann, und dann erst recht, aller Klugheit entsagen. Sie ist zu nichts nütze ln diesem Leben, das nur gelebt sein will, geliebt, geliebt, David, wie Sie nie zu lieben vermögen. Darum gehen Sie auch noch herum und sind frei und sind der Freund des Mannes, der ein Gesetzbuch statt eines Herzens in der Brust hat und die Milch der Tugend In seinen Adern. Aber Ich habe Blut in meinen Adern. Das Ist mein ganzes Verbrechen, daß Ich dieses Leben liebte, daß Ich nicht sterben wollte, daß ich auch Jetzt nicht sterben will. Und das muß ieh auf dem Schafott büßen. Oh David . . . Sie wissen nicht, was das ist, die Süße eines Tages, der gelebt sein will mit seinen Düften, seinem Gelächter, seinen betauten Gärten. Ich liebte die Spiegel, die mein Bild Wiedergaben, so wie die jungen Weiden den Bach lieben müssen, den sie mit den Spitzen ihrer Zweige streicheln. Ich liebte meine Kleider, die vielen Kleider und den Puder und die duftenden Wasser und Bäder und die heißen Tänze auf den Bällen, wenn ieh spürte, wie die Männer atmeten. Oh Ja, ich liebte auch die Schmeicheleien der Männer. Es tut wohl, von einem Manne gerühmt zu werden, wenn er es witzig und voll Geist tut. Es macht frei und blühend. Warum sollte ich ihn dafür nicht mit einem Kusse belohnen oder mit viel Küssen? Oh, ich hasse die Tugend, diese Amme der ewig Unfruchtbaren! Wer sie rühmt, der hätte eine Kröte werden sollen, aber kein Mensch. Ich bin nie lasterhaft gewesen, glauben Sie mir. Aber nun, wo ganz Frankreich mit der Tugend seines großen Unbestechlichen Gott zu einem Kastraten macht, der die Welt schuf, damit in ihr nur die Jungfern und Philosophen glücklich werden, jetzt könnte ich Euch allen zeigen, daß eine einzige Frau ganz Paris zu einem Paradies der Freude machen kann. Ganz Paris, jeden Lumpen, jeden Bettler, und ich schwöre Ihnen, in vlerundzwanzi« Stunden haben sie alle miteinander ihren Pfaffen in der Advokatenrobe vergessen, diesen Priester des Patriotismus, der das Leben eines Volkes mordet, weil er selber ohne Leben ist. Der die Liebe haßt, weil er kalt und ohne Samen ist wie ein Obelisk. Oh, Ich würde Euch zeigen, was Lehen istl Ich würde ... aber es ist zu spät in diesem Leben. Also im nächsten denn, Bürger David. (Richard ist eingetreten und an der Tür stehen geblieben.) Thöröse: (nach einer Pause). Sie können mich abführen lassen. Ich weiß gut, daß ich nach diesen Worten keine Hoffnung mehr habe. Frank Thlefl, dar bekannte Romanaehrlftateller, desaen Arbeiten nach 1333 zum Teil verboten waren, wurde 1890 in Livland geboren. Er prigte da« Wort von der „Inneren Emigration", Mit Erlaubnis da« Verlage« Kurt Deech, München. Freitag, den 23. April 1948 KARLSRUHER NEUE ZEITUNG Nummer 46 I Seite S 3)amen„ohne' t —9tKrren„mil ,t Heisa, welch’ vergnügten Anstrich hat unser Stadtbild bekommen! Haben Sie es wohl auch schon bemerkt — oder mußten Sie diskret beiseite schauen? Aber eigentlich kann man sie ja gar nicht übersehen — die unbestrumpften Beine unserer holden Frauen, die unter dem bunten, kurzen oder längeren, wippenden Rock oder Rödichen frühlingsfröhlich hervorleuchten. Der Seidenstrumpf ist pensioniert, es wird ihm eine gute Weile nichts passieren. Jetzt geht alles zweckmäßig „ohne“. Und die Herren, die einmal — oder auch nicht — Kavalier spielen wollen, tragen verschämt einen Maiglöckchenstrauß in der Hand, als ob sie der Frühlingsbote selber wären. Ohne Strümpfe und mit Maiglöckchen im April — er hat über Nacht gebracht, was ihm eigentlich noch nicht gebührt. Doch wir sind froh, daß es schon so weit ist! P. Neuerwa chfes Leben In den Foreüenfeichen Ein emsig umhegtes Raubtier — Besuch in der Forellenzucht anstalt Marxzell Wegen Aufruhr vor Gericht i Versammlungstermine der Parteien SPD. Rüppurr: 24. 4., 19.30, „Krone", Mitgliedervers., Referent Rimmelspacher; Frauenmitgl.-Vers.: 29. 4., 19.00, „Weißer Berg“. KPD. Polleiter d. Ortsgruppen: 28. 4., 18.00, Parteibüro; Rüppurr: 28. 4., 20.00, „Kaiser Friedrich", Mitgliedervers.; West: 29. 4., 20.00, „Grafs Weinstube“, Mitgliedervers., Ref. Dietz; Innen-West: 30. 4., 19.30, Leopoldschule, Schulung; Südstadt: 30. 4., 20.00, „Auerhahn", Mitgliedervers.; Daxlanden: 1 . 5., 19.00, „Krone", Maifeier, Festanspr. Heid; Innen-West: 2 . 5., 19.00, „Bavaria“, Maifeier mit Tanz. CDU. Knielingen: 24. 4., 19 SO, „Bahnhof“, Flüehtlingsvers., Ref. Kunert und Christ; Beiertheim: 24. 4., 20.00, „Hirsch", Mitgliedervers., Ref. Baur u. Rihm; Oststadt: 24. 4., 19.30, „Georg Friedrich“, Ref. Volm (Wohnungsbauwesen); Kommunal- polit. Tagung f. d. Stadt- u. Landler. Karlsruhe: 28. 4., 9.30, „Elefanten"; Durlach: 28. 4., 20.00, „Traube“, Mitgliedervers., Ref. Baur; Sozialpolit. Ausschuß: 28. 4., 19.30, Kolpinghaus, Ref. Brusel; Südwest-Mitte: 29. 4., 19.43, Kolpinghaus, Mitgliedervers., Ref. Schimkus; Südstadt: 29. 4., 20 . 00 , „Nowack“, Mitgliedervers., Ref. Kunert; Knielingen: 2. 5., 19.30, „Bahnhof", Mitgliedervers., Ref. Kühn; Grünwinkel: 2. 5., 19.30, „Römerhof“, Mitgliederversammlung. Es mag freilich nicht zu jeder Jahreszeit ungetrübte Freude bereiten, im klaren, eiskalten Wasser zu plantschen und Fische zu füttern; Jetzt aber ist es paradiesisch schön — draußen, in Marxzell, bei den Forellenteichen. Nicht etwa nur ihres Inhaltes, also der Prosa wegen, o nein, es webt auch eine köstliche Poesie ln diesem stillen Albtal- winkel. Und wer sich mit „Leib und Seele“ diesen quicklebendigen Tierchen und der Natur verschrieben hat, grad so wie Fischzüchter Gropp, der nimmt auch Frost und Winter mit ln Kauf — weil da nämlich die meisten Forellen Geburtstag feiernl Ein wesentliches Ereignis natürlich auch in der Forellenzucht! Mit freundlichen Fingerzeigen führt uns Meister Gropp durch sein ausgedehntes, schon seit fünfzig bis sechzig Jahren bestehendes Anwesen, läßt uns zuallererst in das Steckkissen und die Kinderstube der Forelle schauen. Das drei- oder vierjährige Muttertier wird künstlich abgestreift und im fließenden, kühlen Wasser erblicken seine etwa 2000 Nachkommen „das Licht der Welt“. Das heißt, bis der Augenpunkt im E i zu sehen ist, Vergehen erst einmal vier Wochen und • nach weiteren dreißig Tagen ist die Forelle vollends entschlüpft. Abermals vier Wochen lang haftet ihr nun ein gelbes Säckchen unter dem Leib an, aus dem sie die Nahrung „bezieht", bis ihr Maul so groß geworden ist, daß sie selbst auf Raub ausziehen kann. Denn die Forelle ist ein Raubtier von Kindesbeinen an! Und sind die vielen Forellen und Mäuler dazu im gemeinsamen Brutkasten verschieden groß geraten, dann kann es passieren, daß eines das andere verschlingt — ohne Pardon. 10 000 Fischlein tummeln sich fidel und munter in solch einer „Badewanne", scharen sich gierig um das „Stopfhäfele“, wenn die Raubtierfütterung beginnt. Durch ein Sieb gegebene Milz von Großvieh rutscht als erstes in ihren allzeit hungrigen Magen. Sie gedeihen nun schon — am besten im Wasser, das 10 Grad Celsius mißt — zu richtigen, kleinen Forellen, zur Bachoder Regenbogenforelle, wie sie ihrer hübschen Zeichnung wegen heißt. Und bereits die allerkleinste kann bei Gefahr eine Schutzfarbe anlegen. Vor den Kinderkrankheiten allerdings vermag sie nichts zu schützen; Kiem- ladenentzündung oder Irgend eine Infek- Karlsruher Jahrhundertfeier 1848/1948 Die Festwoche vom 25. April bis 1. Mal Wie zahlreiche andere Städte gedenkt auch Karlsruhe in diesem Jahr der Revolution von 1848. Ein aus Vertretern der veranstaltenden Körperschaften — Landesbezirksverwaltung, Stadtverwaltung, die vier politischen Parteien, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Gewerkschaftsbund und Kulturbund Karlsruhe — bestehendes Kuratorium begann bereits im November des vergangenen Jahres mit der Vorbereitung der. unter dem Protektorat von Oberbürgermeister T ö p - per stehenden Feierlichkeiten, die — im Rahmen einer Festwoche — am kommenden Sonntag ihren Anfang nehmen. Zum festlichen Auftakt spricht Wirtschaftsminister Dr. Veit am Sonntagvormittag in der Markthalle, wobei die Staatskapelle unter Otto Matzerath u. a. die „Eroica“ von Beethoven zum Vortrag bringt. Am Montag ist im Konzerthaus eine Festvorstellung der Oper „Fldelio“ von Beethoven; am Dienstag spricht, unter Mitwirkung des Akademischen Orchesters der Technischen Hochschule, Prof. Dr. H e u ß , im Studentenhaus über „1848 — Auftrag und Vermächtnis“. Am Mittwoch bringt das Staatstheater anläßlich der Festwoche eine Neuinszenierung des Revolutionsdramas „Dantons Tod“ von Georg Büchner heraus. Am Donnerstag spricht Prof. Dr. Hans Mayer, Frankfurt, im Studentenhaus über „Hundert Jahre Arbeiterbewegung tion rafft so manches Fischlein hinweg, noch ehe es in das große Wasser geht. Dieser wichtige und wonnevolle Moment im jungen Leben der Forelle ist zumeist im Frühling oder Sommer gekommen. Da wird das schützende Dach verlassen und der spiegelblanke B r ut- tei c h bezogen, der vordem mit Dünger und Kalk zu einem wohligen und gesunden Aufenhaltsort hergerichtet wurde. Ständig fließt das Wasser aus dem Meisenbach, einem Seitenbach der Alb, zu und ab. Manchmal werden tausende Forellen sogar in diesen Bach gesetzt; sie werden später als Zuchttiere wieder aus ihm gewonnen — der größere Teil Jedenfalls! — und dienen zur Blutauffrischung. 40 000 „Neulinge" werden ln einen Teich gesetzt, doch wenigstens 30 und höchstens 70 v. H. kommen weiter. Der gegenseitige Raubzug läßt mitunter beträchtliche Ausfälle erkennen. Dabei ist die Fütterung keineswegs schlecht oder gering. In der Futterküche häufen sich Abfallfleisch und Seeflschköpfe, die zerkleinert und kombiniert verfüttert werden. Von zwölf Brut- und acht Mast- teichen in Marxzell ist etwa die Hälfte besetzt; ihre ein- bis dreijährigen Bewohner verbrauchen täglich 400 kg Futter! 6 kg Futter werden benötigt, um einen 500 g schweren Fisch zu züchten. Eine Forelle wiegt Jedoch nach zwei bis zweieinhalb Jahren Zucht bzw. Mast durchschnittlich erst 200 g. Sie ist immer, Sommer und Winter, ein guter Fresser, oft aber ein schlechter Futterverwerter. ' Dafür aber ein feiner, ein vorzüglich schmeckender Fisch. So sagt man jedenfalls! Im Expeditionsraum bei Gropp stapeln sich die Sauerstofftrans- portapparate und Fässer, in denen die Forellen lebend oder küchenfertig nach Berlin, nach Hamburg für den Norddeutschen Lloyd, nach Nizza geschickt wurden. Sie warten — um wieder geschickt zu werden. Meister Gropp hofft, daß er vielleicht schon im Herbst, spätestens im nächsten Frühjahr so weit ist, unseren Eßtisch forellenblau zieren zu können. Das wäre fürwahr eine Leistung, Wenn man hört, daß im Juli 1945 kein einziger Fisch mehr ln den Teichen schwamm und die Forelle erst nach dreijähriger Lebensdauer reif für die Nachzucht ist. Nun, wir hoffen auch — auf das Forellenglück. P. Acht Angehörige der ungarische« Volksgruppe (Neubürger) hatten sich vor der Strafkammer H unter Vorsitz von Landgerichtsrat Dr. Rother wegen Aufruhr zu verantworten. Sämtliche Angeklagte sind in Friedrichptal wohnhaft. — Am 23. Juli vergangenen Jahre» wollten zwei Polizeibeamte einen ln Friedrichstal wohnhaften Geistesgestörten, der auch Flüchtling ist, abholen. Der 60jährige Angeklagte Sch. stellt« sich den Beamten in den Weg, um sie an der Ausführung ihres Auftrages zu hindern. Als ihm das nicht allein gelang, schrie er wie ein „Wilder“ und rief seine Landsleute zu Hilfe. Ala zirka 68 Personen zusammengelaufen waren (auch Altbürger), sahen sich die Polizeibeamten bedroht und traten den Rückzug an. Sieben Männer — neben dem „Wilden“ — mußten Jetzt für die anderen, durch ihre Anwesenheit am Aufruhr Beteiligten, die Sündenböcke sein. Der Angeklagte Sch. erhielt wegen Beamtennötigung und als Rädelsführer neun Monate Gefängnis; der Angeklagte P. bekam für das gleiche Vergehen sieben Monate. Im übrigen wurden Gefängnisstrafen von sechs Monaten ausgesprochen. Vier Angeklagte wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen. , • —xe. Aus dem Tagebuch der Fächerstadt und die sozialistischen Ideen", eine Veranstaltung, die wiederum vom Akademischen Orchester musikalisch umrahmt wird. Den Abschluß der Festwoche am Samstagabend ln der Markthalle ■ bildet die Aufführung der IX. Symphonie von Beethoven durch die Staatskapelle unter Otto Matzerath, Else Blank, Melanie Geißler, Werner Schupp und Edmund Elchlnger vom Badischen Staatstheater als Solisten, sowie die vereinigten Chöre Sängervereinigung Knielingen, Karlsruher Frauenchor, Chor des Badischen Staatstheaters und Mitglieder der „Concordla“. ) ( Aufruf des Gewerkschaftsbundes Der Gewerkschaftsbund Württemberg- Baden, Ortsausschuß Karlsruhe, erließ anläßlich der Jahrhundertfeier einen Aufruf, in dem er seine Mitglieder auffordert, sich geschlossen an den Kundgebungen mit Wirtschaftsminister Dr. Veit, Prof. Dr. H e u ß und Prof. Dr. M a y e r v zu beteiligen. Weiter heißt es ln dem Aufruf: „Den Abschluß der Festwoche bildet der 1. Mai als Feiertag für alle Schaffenden. Morgens 10 Uhr Massenkundgebung in der Markthalle, abends 19 Uhr Aufführung der IX. Symphonie, ebenfalls ln der Markthalle. Wir ersuchen, an diesem Tage von anderen Veranstaltungen abzusehen, damit die Festwoche einen machtvollen Abschluß findet. Tragischer Unfall. Ein 75jähriger Schreiner, der im Rheinwald auf seinem Schlagraumstück Reisigreste verbrannte, stürzte wahrscheinlich infolge eines Schwächeanfalles in die Flammen und erlitt hierbei so schwere Verbrennungen, daß er ihnen trotz sofortiger Einlieferung ins Krankenhaus erlegen ist. Wieder Friedhofsdiändung. Auf dem alten jüdischen Friedhof wurden über das Wochenende wiederum eine große Anzahl Grabsteine umgeworfen und zum Teil zerstört. Die Ermittlungen nach den Tätern sind im Gange. Cafebesitzer verschob Wein. Zur Anzeige gelangte der Inhaber eines Cafäs, weil er es duldete, daß seine Kellner Schwarzhandelsgeschäfte betrieben und er selbst an diesen teilgenommen hat: Während der letzten Monate hat er Spirituosen zu übersetzten Preisen aufgekauft und mit erheblichem Gewinn den Gästen seines Cafäs weiterverkauft oder damit Tauschhandel zu eigenem Nutzen betrieben. Schlechten Wein aus der Pfalz hat er dazu verwendet, verbotenerweise sogenannten Cocktail herzustellen, den er zu solchen Preisen verkaufte, daß ihm das Liter minderwertigen Weins 60.— RM einbrachte. PP. Unfälle. In der Schützenstraße lief ein sechsjähriges Mädchen beim Überschreiten der Fahrbahn gegen ein vorbeifahrendes Kraftrad. Es mußte mit einem Unterschenkelbruch ins , Krankenhaus, eingeliefert werden. — Im Rheinhafen stürzte ein 68jähriger Kranenführer aus noch unbekannter Ursache von der Krananlage etwa 16 m tief ab und erlitt dabei schwere Verletzungen. Die wohnungsvergebende Kommission der Neubürgersiedlung GmbH, trat Anfang April unter Vorsitz Bürgermeisters H e u r i e h zusammen. An elf Flüchtlingsfamilien und eine bombengeschä- digte Familie wurde je eine Dreizimmerwohnung vergeben. Von diesen Familien arbeiten eine oder mehrere Personen am Bau selbst mit. Im Baujahr 1948 sollen weitere sechzig Wohnungen im Klosterweg am Hardtwald erstellt werden. Jeder Flüchtling oder Bombengeschädigte hat nach Ableistung von 275 Tagewerken bei der Neubürgersiedlung GmbH. Anspruch auf eine Wohnung. Alle Interessenten (Flüchtlinge und Bombengeschädigte) mögen sich zwecks Einstellung bei der Neubürgersiedlung GmbH., Architekt van den Kerkhoff, Karlsruhe, Haydnplatz 2, melden. ba. Ueber „Neuordnung und Erneuerung" sprach Dr. Ernst Winkler, München, ln einem Vortragsabend des Freiwirtschaftsbundes im Studentenheim. In seinem klar aufgebauten Referat führte der Redner u. a. aus, daß es die wirtschaftliche und sittliche Aufgabe unserer Zeit sein müsse, aus der Geschichte zu lernen. Die technischen und wirtschaftlichen Fortschritte hätten nur immer zur Ausbeutung der Massen geführt. Statt zum Segen seien diese Fortschritte zum Fluch der Menschheit geworden, denn sie hätten ja nur — wie die jüngste Vergangenheit zeige — Zerstörung und Vernichtung gebracht. Ein radikaler Kurswechsel sei nötig, so betonte Dr. WinkJer, da sowohl der Liberalismus als auch die Planwirtschaft versagt hätten. Man müsse moralisch wieder auf die humanistischen und christlichen Ideale zurückgreifen, denn nur wenn die Menschen sich besserten, könnten auch die Zeiten besser werden. Die Reformvorschläge des Freiwirtschaftsbundes, so erklärte der Redner zum Schluß, könnten uns vor dem restlosen Zusammenbruch bewahren. Endziel sei die ausbeutungsfreie Wirtschaft und damit die wahrhaft klassenlose Gesellschaft. lt. Die Pfärrgemeinde St. Peter und Paul, Durlach, feierte am Sonntag die Investitur des neuemannten Stadtpfarrens Jose* Anton Maier. Stadtdekan Prälat Dr. A. Rüde hielt die Festpredigt. Mitglieder der Badischen Staatskapelle und der Cäcilienverein, unter Leitung von Joh. Ulh- lein, gaben der Feier einen würdigen Rahmen. lt. Die Plakatsäule Lebensmittelkarten für Mai. Die Lebensmittelkarten der 114. Z.-P. werden vom Montag, 26. April, je nach Größe des Bezirkes bis einschließlich Donnerstag, 29. April, ausgegeben. Für die Bezirke 2 (Innenwest), 4 (Südwest) und 6 (West) findet die Ausgabe im Ernährungsamt Otto-Sachs-Str. 5 statt. Die Ausgabe an Nachzügler erfolgt am Freitag, SO. April, noch in den jeweiligen Bezirken, für die Bezirke 1 bis 6 und 13 ab Montag, 3. Mal, nur noch im Emährungsamt Otto-Sachs- Straße 3. Mit den Lebensmittelkarten werden noch Karten - für Altersmilch, Raucherkarten und Seifenkarten ausgegeben. Alles Nähere ist aus der Bekanntmachung, sowie den Anschlägen bei den Bezirksstellen und den bekannten Aushängen ersichtlich. ea. Fische, Kartoffeln, Eier. Die Bevölkerung wird aufgefordert, ihre Fisch- und Kartoffelabschnitte der 113. Zuteilungsperiode umgehend einzulösen, da sie mit Ablauf vom 30. April verfallen. Ein Umtausch oder eine Nachlieferung erfolgt in keinem Falle, da zur Zelt genügend Ware zur Belieferung dieser Abschnitte vorhanden ist. — 2 Eier sind auf Abschnitt „Ei 5“ der Eierkarte aufgerufen. Ausleihe- und Lesezelten bei der Volksbücherei. Zugunsten der Berufstätigen führt die Städtische Volksbücherei im Alten Bahnhof, Kriegstraße 7, ab Montag, 26. April, neue Ausleihezeiten ein. Die Bücherei ist geöffnet: Montag, Mittwoch und Donnerstag von 10.30 bis 12.30 Uhr und 15 bis 17 Uhr; Dienstag und Freitag von 10.30 bis 12.30 Uhr und 16 bis 19 Uhr; Samstag von 10.30 bis 12.30 Uhr. Der Lesesaal ist vom gleichen Zeitpunkt ab geöffnet: Montag bis Freitag 10.30 bis 12.30 und 15 bis 19 Uhr; Samstag von 10.30 bis 12.30 Uhr. Vom Montag, 26. April, ab wird auch die Ausleihe von Jugendbüchern wieder aufgenommen. Das Ausleihezimmer für die Jugend ist künftig täglich geöffnet — nicht mehr; wie bisher, nur an einem Tag in der Woche — und zwar: Montag bis Freitag von 10.30 bis 12.30 Uhr und 15 bis 17 Uhr, Samstag von 10.30 bis 12-30 Uhr. Jeder Jugendliche Leser kann Wöchentlich einmal zwei Bänd« entleihen. Der Raum für die Jugend befindet sich im Zwischenstock. v. Die Ausstellung des Photoclubs Karlsruhe am kommenden Sonntag im Saal der „Bavaria" (Ecke Hirsch- und Amalienstraße) ist durchgehend von 11.80 bi» 17.00 Uhr geöffnet. S- Spruchkammer Karlsruhe. Vor der Spruchkammer Karlsruhe gelangen in Kürze folgende Fälle zur Verhandlung: R 1 e d n e r, Leopold, Beigeordneter a. D., 51/12/11676, Karlsruhe Südendstr. 24, NSDAP von 1925 bis 1945, Gaurichter, Hauptstellenleiter des Personalamtes bei der Kreisleitung Karlsruhe; Speck, Julius, Hilfsarbeiter, 51/8/2896, Grünwinkel Hell- bergstr. 11, NSDAP von 1933—1945, DAF von 1933 bis 1945, Betriebsobmann der städtischen Werke, Bataillonskommandeur des Volkssturmes Karlsruhe. Personen, die belastende Aussagen machen können, werden gebeten, diese unter den angegebenen Aktenzeichen an die Geschäftsstelle des Oeffentlichen Klägers umgehend schriftlich oder mündlich einzureichen. *- Die Sprechstunden beim Oeffentlichen Kläger in Karlsruhe, Oberpostdirektion, Ettlinger-Tor-Platz 2, fallen am Samstag, 24. April, aus. »• Kühler, einzelne RegenfäUe Vorhersage de» Amtes für Wetterdienst Karlsruhe, gültig bis Sonntagabend: Am Freitag, besonders vormittags, stark bewölkt mit schauerartig«» Regenfällen, nachmittags zeitweilige Bewölkungsauflockerung. Am Samstag und Sonntag wechselnd wolkig, dabei am Samstag noch vereinzelte Schauer. Badische Sezession Ausstellung im Karlsruher Kunstverein Die erkleckliche Vielfalt der Beschik- kung der Badischen Sezession in sämtlichen Räumen des Kunstvereins zur Zeit nötigt zu Durchblick und Auslese ln einem Maß, das ln keinem Verhältnis stehen kann zum wirklich Gebotenen einer großen Reihe badischer Maler, Graphiker und Bildhauer bester Namen und bestechenden Rufs. Die notwendige Askese zwingt zum Verzicht auf Namhaftmachen, der indes für keinen Verschwiegenen eine negative Abwertung bedeutet. Namentlich im Verzicht auf die reiche Auswahl der Landschaftmalerei, für die als exponenthaft nur vermerkt seien: B1 z e r s lyrisch getönte Kleinbilder und K r a m m s eindrucksvoll vereinfachter „Platz" einer elegisch anmutenden Vorstadt. Tonangebenden Mittelpunkt dieses Genres dürft« freilich der nächtliche „Mummenschanz“ von Otto D 1 x darstellen in seiner pittoresk aufleuchtenden inneren Rhythmik und Geschlossenheit. Daneben aber namentlich sein visionär eindringliches Blumenstück. Und neben diesem der natürlich farblich schärfer profilierte „Clown im Spiegel“ von Heckei. Damit wenden wir uns schon dem Figürlichen und Bildnis zu, für das gewissermaßen über den „Parteien“ stehende von Wilhelm Martin (eines lesenden Herrn) in erster Linie die Niveau-Höhe bezeichnet, neben dem sich E. W. Schröters Kleinbild seiner Mutter anziehend hält — und Haltung zeigt. Figürlich ungemein packend Adolf S trüb es „Weiblicher Akt“ — stehend, während einen liegenden Artur Graf in eigenartiger Farbeinheit beachtlich beisteuert. Zwischen diesen Polausschlägen gewährt eine sympathischste Mittelhaltung E. v. Schnei- d e r-J o h o s frisch freiltcht-durchatmete „Frau mit Kind“. Ein reich durchsonntes Interieur in Kleinformat von Schnarrenberger muß den Blitzlicht-Eindruck ergänzen, der die Fülle lediglich im Perspektiven - Querschnitt übermessen kann. Beim durchgängigen Eindruck reicher Schaffensblüte der jüngsten Zeit (auch bei den Plastiken) steht zu hoffen, manchem trefflichen Wurf der Künstler dieser Sezession in anderem Zusamenhang alsbald wieder begegnen zu können. -cohr. Neubesetzungen im Staatstheater Es war zu begrüßen und — wie die letzte Aufführung des „Don Giovanni" ergab — gerechtfertigt, daß man sich entschloß, die Junge Sopranistin Lore Paul mit einer größeren Partie zu bedenken. Sie war — abgesehen von einer zu Anfang bestehenden, verständlichen Nervosität — eine Zerline von schönem Format. Im Rahmen der Jeweils in den Räumen der amerikanischen Bibliothek stattfindenden Konzerte der „Gesellschaft der Freunde und Feinde neuer Musik“ spielte Hugo B ä 1 z o , Montevideo, moderne südamerikanische Klaviermusik. Von dem hohen planistischen Niveau der Interpretation Balzos ganz abgesehen, gab eben die Ursprünglichkeit seiner feinsinnigen, aus der Mentalität des Südamerikaners heraus bestimmte Gestaltung der Werke einen eindrucksvollen, wenn selbstverständlich auch nicht erschöpfenden Einblick in das Gegenwartsschaffen südamerikanischer Komponisten, von denen Erscheinungen wie Allende (Chile), Säs (Peru), Ginastera und Morillo (Argentinien) zweifellos als bedeutsame Vertreter der — nicht nur südamerikanischen — modernen Musik gewertet zu werden verdienten. — Die zu Dank verpflichtende Veranstaltung, die der Pianist in liebenswürdiger Welse um einige Zugaben bereicherte, fand bei den Anwesenden allgemein starken Widerhall. Die stimmliche Beherrschung der Roll« ließ kaum einen Wunsch offen, wieder, wie bereits in Orffs „Carmina burana“, überzeugten Leichtigkeit, unerhört reine, geschliffene Höhe und schwerelose Einheitlichkeit in der Registerbehandlung. Überflüssig auszuführen, daß auch Klangfarbe und Schmelz von ansprechender Nuance sind. Daß das Spiel noch der Linie, des Aufgehens entbehrte, war angesichts der spielerfahrenen Selbstver- verständlichkeit aller übrigen Mitwirkenden ein allzu offensichtliches, doch mit der Zeit unschwer zu begleichendes Manko. In der Partie des Leporello zeigte sich Hans Neugebauer, eine, die gesangliche Qualität betreffend, glückliche Besetzung. Vielleicht könnte man die nicht zweckmäßig plazierte Identität Leporello- Papageno noch etwas abschwächen, -ck. Ein Pianist beachtlichen Formats: Karl W i n g 1 e r. Den technischen Seiten seines Programmes mit absoluter Sicherheit gerecht werdend, verstand es der Künstler, auch der ausdrucksmäßigen Seite schönste Momente abzugewinnen. Als vollendet zu bezeichnen war die Wiedergabe der D-dur-Sonate von Mozart. — Es war erfreulich, in dem Züricher K laviertrio ein Ensemble kennenzulernen, das alle für kammermusikali- sches Musizieren notwendigen Voraussetzungen in hohem Grade besitzt. Bei den qualitativ bedeutsamen Leistungen im einzelnen dürfte es nicht schwer sein, dem Gesamtcharakter zu mehr Einheitlichkeit in Linie, Tongebung und gestalterischer Ausschöpfung zu verhelfen. Tiergeschichten von Manfred Kyber las in einer Veranstaltung des Vqlksbundes für Dichtung Rita G r a u n. Es sei bemerkt, daß die Vielgestaltigkeit der Ausdeutungsmöglichkelten insofern besonderer Prädikate des Vortragenden bedarf, als ein Zuviel an Unterstreichung gegenwartscharakterisierender bzw. persiflierender Tendenzen den Rahmen eines Erzählerabends nach einer sehr ungünstigen Seite hin beeinflussen könnte. Um so größer das Verdienst der Künstlerin, die mit sicherem, Geschmack für das Wertbeständige, von tiefer Schau Zeugende in der Dichtung Kybers den Abend zu hohem, in Jeder Phase ansprechendem künstlerischem Niveau erhob. -ck. Der Bildhauer Aristide M a 111 o 1 war erhabener Blick- und Mittelpunkt des achten Vortrags Dr. G. F. Hartlaubs in seiner Reihe „Die großen französischen Maler und Bildhauer des 19. und 20. Jahrhunderts. An Hand vortrefflicher Lichtbilder, wiederum durch kluge Worte untermalt, wurde uns Maillol als Meister in der Beschränkung, der Selbstgenügsamkeit, als der Statiker dargestellt, der gleichwohl als großes, reines Talent vornehmlich Plastiken, weniger Büsten schuf, die sich von der gekünstelten Salonplastik abkehren und uns ln lnrer natürlichen, oft gedrungenen Form äußerst stark ansprechen. Maillol nahm sich die Frühantike zum Vorbild und suchte doch, gemessen an seinem Zeitgenossen Rodln, neue, anscheinend gangbarere Wege. Seine Plastiken, die vor dem ersten und zwischen den beiden Weltkriegen entstanden, gewannen vorteilhaft Einfluß auf die deutsche Bildhauerei; ihre erzieherisch« Wirkung dürfte noch nicht vorüber sein. P. Volkstheater Karlsruhe! „Der Tanz ins Glück" In der Kunst lehrt die Erfahrung: Je leichter, anspruchsloser, desto zeitgebundener. Film, Schwank und Operette sind hierfür beredte Beispiele. Es wäre also verfehlt, ein Werkchen, das vor etlichen Jahren sein Publikum begeisterte, heut« einen Schmarren zu heißen, nur well es sich überlebt hat. Andererseits ist gegenwärtig eine Spielplangestaltung mit so großen Schwierigkeiten verbunden und von so vielen Faktoren abhängig, daß man einem Theater ein gelegentliches Zurückgreifen auf die oder Jene „Antiquität“ nicht zum Vorwurf machen sollte, ohne sich vorher hinter den Kulissen umgeschaut zu haben. Das Volkstheater gab «ich redliche Mühe, diese Robert-Stolz-Operette zu entstauben. Daß ihm dies wenigstens teilweise gelang, war in erster Linie dem flott und sauber musizierenden Orchester unter Werner Idler (der allerdings bedenken sollte, daß melodramatische Liebeserklärungen nicht eben an Stimmungsgehalt gewinnen, wenn der bedauernswerte Liebhaber dabei zu brüllen genötigt ist) und dem überschäumenden Temperament des Regisseurs Hugo W ü r - tenberger, Friedei Müllers und Walter Eisenlohrs zu danken, dl« leider in dem gesanglich wie darstellerisch schwachen Gast Carlhetnz Hartmann wenig Unterstützung und Ergänzung fanden. Der Bühnenbildner, Eugen Stadler, löste seine Aufgabe mit Geschmack. Das Publikum geizte nicht mit Beifall. Helmut Haag. * Zum Auftakt der Karlsruher Jahrhundertfeier am Sonntag, den 25. April, um 10.45 Uhr in der Markthalle, zu dem Wirtschaftsminister Dr. Hermann Veit die Festrede halten wird, spielt die Badische Staatskapelle unter Leitung von Otto Matzerath die „Eroika“ (d. h. die Heldische), die TU. Symphonie von Ludwig van Beethoven, die insofern als einer der bedeutendsten Grenzsteine in der Musik bezeichnet werden kann, als Beethoven sich hier zum erstenmal von allen Fesseln befreite, die ihn vorher noch mit seinen Vorgängern verbunden hatten. — Der Eintritt zu dieser Veran- staltung ist frei, _ -g Verantwortlicher Lokalredakteur: Helmut Haag; Karlsruher Redaktion: Waldstraße 28, Telefon 922/923; Anzeigenannahme: Kaiserstraße 69, Telefon 8648« Aus den Konzert- und Vortraqsalen Sette # I Nummer 4« SÜDDEUTSCHE ALLGEMEINE Freitag, den 28. April 1941 HANDEL UND WIRTSCHAFT Der Sport am Sonntag Deutsch« Patente ln Frankreich. Nachdem die französische Regierung das Verbot des Handels mit dem Feind aufgehoben hat, können Deutsche wieder Patent© in Frankreich anmelden. Ferner sind alle nach dem 1. Januar 1946 in Frankreich eingereichten Patente nicht von der für Feindvermögen vorgesehenen Beschlagnahme betroffen. (DENA.) Kölner Frühjahrsmesse eröffnet. Die Kölner Frühjahrsmesse wurde am 18. April in den Messebauten von Köln- Deutz mit der Textilmesse eröffnet. Als zweiter. Teil folgt am 25. April eine Ausstellung von Erzeugnissen für Haushalt und Wohnung. Auf der Textilmesse sind rund 260 Ausstellerflrmen, vorwiegend aus dem Rheinland, vertreten. Auffallend ist das Fernbleiben der großen Textil- firmen aus Krefeld, München-Gladbach und Bielefeld. (Dena.) Westeuropäische Handelsbesprechungen. Die Benelux-Staaten sind bereit, gemeinsame Handelsprobleme mit den fünf Mit- gltedstaaten der Westunion zu erörtern. Entsprechende Konferenzen werden demnächst in Den Haag und Brüssel stattfinden. — Zwischen Schweden • und der Schweiz wurde, wie AP aus Bern belichtet, ein zweijähriges Warenaustauschabkommen getroffen, in dessen Rahmen Schweden einen Kredit von 30 Mül. Schweizer Franken (6.5 Mül. Doll.) erhält. Schweden wird Holz und Eisenerz liefern und Chemikalien, pharmazeutische Produkte, Textilien, Instrumente, Uhren und Erzeugnisse aus Aluminium, Kupfer und Messing beziehen. Mei&tbegünstigungsklausel auch für Deutschland. Den Benelux-Staaten. ist es, wie von zuverlässiger Seite .verlautet, gelungen, für Deutschland im Rahmen der Wirtschaftsvereinbarungen der am ERP beteiligten Staaten die Klausel einer „Meistbegünstigten Nation" zu erlangen. Dies bedeutet, daß jede Vereinbarung über Zollvergünstigungen, die zwischen zwei oder mehreren der 18 am ERP beteiligten Länder getroffen wird, automatisch auch auf Deutschland Anwendung findet. (DENA-REUTER.) Amerikanischer Protest gegen Demontage der Thyssenhütt«. Gegen die Demontage der August-Thyssen-Hütte in Düsseldorf-Hamborn und anderer Werke des Konzerns der Vereinigten Stahlwerke, die mit einer Hypothek zugunsten amerikanischer Anleihegläubiger belastet sind, haben die Treuhänder der amerikanischen Anleihe Einspruch erhoben. Zwei Millionen Tonnen importiertes Rohöl werden jährlich verarbeitet. Der Plan, jährlich. etwa 2 Mtll. t importiertes Rohöl in deutschen Ölraffinerien .zu verarbeiten, ist nunmehr endgültig genehmigt worden. Die deutsche Ölindustrie soll in der Lage sein, den öl- und Petroleumbedarf der Bizone zu decken und außerdem möglicherweise noch annähernd 175 000 t Schmieröle, Asphalt- und Wachserzeugnisse für den Export herzustellen. (AP.) Großes Bühnentnrnen in Karlsruhe In bunter Folge werden am Samstagnachmittag und am Sonntagvormittag schon lange nicht mehr gesehene Bilder turnerischer und gymnastischer Schönheit»- und Kraftentfaltung auf der Bühne des Städt. Konzerthauses an den Augen des Beschauern abrollen. Die Meisterturner Stangl, Pittner, Fischer, Uhlein, Anna, Hafner, Baschnagel und Schöps sind mit dabei. Mit dieser Veranstaltung wird der Karlsruher Turnverein 1846 für das Turnen erneut viele Freunde erwerben. Turnen. Die Tsch. Durlach veranstaltet am Sonntag ihr traditionelles Schauturnen in der Festhalle Durlach. Beginn; 15.30 Uhr. S—r. Motorenkampf auf dem Hockenheira-Ring Das „Jubiläumsrennen** auf Europas schnellstem Straßenrundkurs umfaßt in diesem Jahre erstmals zwei Veranstal- tüngstage. Es bringt am 8. M a i d^n gesamten Rennfahrer-Nachwuchs, dazru die neuen Kleinstmotorrad- und Kleinstrenn- wagen-Klassen an den Start. Am 9. Mai bestreiten alle namhaften deutschen Spitzenfahrer der Motorrad-, Sport- und Rennwagenklassen ihren 1. Straßenmeisterschaftslauf 1948. Insgesamt kommen 15 Konkurrenzen zum Austrag, das ist ein Programm, wie es noch niemals im deutschen Motorrennsport geboten wurde. VfB Mühlburg — Ulm 46 Von den abstiegsbedrohten Vereinen haben Ulm und Mühlburg gegenwärtig die besten Aussichten, sich zu retten. In dem Treffen am kommenden Sonntag m» Mühlburger Stadion sind deshalb die beiden auf dem Spiele stehenden Punxto äußerst wichtig. Gelingt dem VfB ein Sieg, so gibt es einen Platzwechsel der beiden Vereine in der Tabelle; dies dürfte aber nur durch eine ganz besondere Leistung möglich sein. Fußball. Oberliga. Samstag, 24. April: Rotweiß Frankfurt — Schwaben Augsburg. Waldhof — VfL Neckarau. Sonntag, 25. April: 05 Schweinfurt — Stuttgarter Kik- kers. 1860 München — SpFr Stuttgart. VfB Stuttgart — 1. FC Nürnberg. SpVgg Fürth — Kickers OfTenbach, FSV Frankfurt — Wacher München. VfB Mühlburg — Ulm 46. VfR Mannheim — Bayern München. Aschaffenburg — Eintracht Frankfurt. Landesliga, Gruppe Süd. Sonntag, den 25. April: Brötzingen — VfR Pforzheim. Weingarten — Phönix Karlsruhe. 08 Mühlacker — ASV Durlach. Daxlanden -?• Dur- lach-Aue. KFV — Ettlingen. Bezirksklasse Karlsruhe. Sonntag, den 25. April: Bretten — SpFr Forcnneim. Blankenloch — Südstern Karlsruhe. Berg* hausen — Söllingen. Um die Kreismeisterschaft, Klasse B. Derdingen — Stupferich. FV Malsch — Linkenheim. Handball. Um die Süddeutsche Meisterschaft. Sonntag, den 25. April: Dietzenbach — Waldhof. Göppingen — Nürnberg, Qualifikationsspiele, Sonntag, 25. April: Weinheim — Daxlanden. Rintheim — Birkenau (Frankoniaplatz). St. Leon — Oden- heim. Linkenheini — Rot. Um die Bezirksmeisterschaft. Samstag, 24. April: Durlach — Oftersheim (18 Uhr, Reichsbahnplatz). Sonntag, 25. April: Kronau — Viernheim. Um die Bezirksmeisterschaft der Jugend, Bretten — FrSpVgg Karlsruhe. Ringen. Endkampf um den Badischen Landespokal. ASV Feudenheim — SpV Ketsch (in Leimen). Freundschaftskampf. ASV — Germania Karlsruhe (Samstag 20.00 Uhr in Grötzln- gen» Ochsen). Englisches Pokal-Endspiel Das Endspiel um den englischen Fußball-Pokal zwischen Blackpool und Manchester UTD wird am Samstag im Wembley-Stadion ausgetragen. Gottesdlonstanxeiger Evangelische Gottesdienste. Samstag, 24. April. Matthäuskirche: 20.00 Wochenschlußteier. Sonntag, 25. April, Cantate. Daxlanden: 8.30 Weeber. Albsiedlung: 9.45 Weeber. G'ribelstr. 5: 9.00 und 10.00 Schmitt. Markuskrrehe: 9-30 Köhniein; 20.00 Becher. ChrUtuskirche 10.00 Löffler; 18.00 Woeber. Mattbäuskirche: 9.30 Adler (bis 2. Mai jeden Abend, 20.00, Pfarrer Adler „Neubau auf alten Fundamenten"). Weiherfe-ld: 8.00 u. 9.30 Stein; 18.00 hl. Abendmahl. Wühelmstr. 14: 8.00 u. 9.30 Löw. Luisenstr. 53: 8.00 und 9.30 Häuft. Haizlngerstr.: 8.00 und 9.30 Feßler. Rintheim:' 14.00 Fehn. Hags/eld: 9.30 Mergner. Rüppurr: 9.30 Schulz; 20.00 kirchenmus'ikalische Abendfeier. Diakonissenhaus: Kirchgang; • 23.—27. 4. Bibelabende: Hauß, Städt Krankenhaus: 10.00 Steinmann. Evang.-Suth. Gemeinde, Bismarckstr, 1. 10 Uhr Gdst., anschl. Gemeindeversammlung. Evang. Verein für innere Mission, Amalienstr. 77. Vom 27. April bis 2. Mai finden im Vereinshaus, Amalienstr. 77,. Bibeltage statt. Es spricht, jeweils um 15 Uhr und 20 Uhr, MUs.-Insp. Stöckle, Mannheim, Jederm. ist her?l. eingel. Erste Kirche Christi Wissenschaftler, Karlsruhe, Richard- Wagner-Str. 11.’ Gottesdienst So., 10 Uhr; Mi., 7 Uhr. )( _Famillenonieigen__ Kurt Nltsche — Inge Nltsche, geb. Bittmann, Vermählte. Karlsruhe, Marienstraße 2. Trauung: 24. 4. 48, 12.30 Uhr, Evang. Gemeindehaus, Luisenstraße 53. Werner Lelpert — Anneli Güdemann, Vermählte. Trauung Brombach, 24. April 1948. ———-- f - Meine 1b. Frau, uns. gute Mutter n. Oma. Engla Grau, geb. Dreger, ist nach langem, schweren Leiden, im Alter v. 67 J., am.20. 4. 48 von uns gegangen. In stillem Leid: Farn., Franz und Konrad Grau. Karlsruhe, Lorenzstraße 2. Einäscherung am 23. 4. 1948, 10.30 Uhr.___ Nach kurzem Leiden ist mein lb. Mann, unser 1b. Vater, Bruder u. Onkel Karl Sontheimer, Schreinermeister,, am. 21. 4. 48 entschlafen. Beerdigung am Samstag, 24. 4., 11.15 Uhr, JJajiptfriedhof. Fried«* Sontheimer, Karlsruhe, Schef- 'etstraße 51. • _ - Anna 'SecmQneT , ^^**5ur^T!yt^t, ‘Witwe, uns. It)!/TätfrTfk, ist am 21. 4. voft ihrem schweren Leiden erlöst wörden. Beerdigung 2*. AltfH, *0-30 Uhr, Heuptfriedhof. Die trauernden. Hinterbliebenen. KarlsTuhe, Sofienstr. 171. Frieda Diele Amt, Otto-Sachs-Str. 5, v. Mi., 28. 4. bis einschl. Do., 29. 4., durchgehend v. 8.30 bis 15 Uhr, statt. Die Ausländer erhalten ihre Lebensmittelkarten buchstabenweise v. Mo., 26.. 4,. bis. einschl. Do., 29. 4. durchgehend ! v. 8.30 bis 15'Uhr. Nachzügler ab Fr., 30. 4. Die Zulagekarten an politisch u. rassisch Verfolgte werden afu'ML, 5. 5. (A-^L) u. Do., 6. 5. (M-r-Z) im Amt, Otto- Sachs-Str. r '5, ausgegeben. Die Zulagekarten für werd. u. «tili..Mütter werden im Amt, Otto-Sachs-Str. 5, wie folgt ausgegeben: Mo., *26. 4., f. d.-Bez. 1, 13, 14 u. 15; Di., 27. 4., f. d. Bez. 2,.3 u. -11; Mi., 28. 4, f. d. Bez. 5 u. 10; Do., 29. 4., .f. d. Bez. 6, 7, 8 u. 12; Fr., 30. 4., f. d. Ber. 4 u. 9. Die Abstempelung der Schwarzbrotmarken der 114. Z.-P. erfolgt v. Mo., 26. 4. bis einschl. Fr., 30. 4. im Amt, Otto-Sachs-Str. 5, Zimmer 16. Mit dm Lebensmittelkarten werden nach Karten f. Altersmüch, Ruucherkarten u. Sei- fenkarten abgegeben. An Kinder unter 14 J. erfolgt keine Kartenausgabe. Die Lebensmittelkarten werden nur gegen Vorlage der v.Arbeitgeber od. Arbeitsamt bestätigten Registrierkarten ausgegeben. Karlsruhe, den 19. April 1948. Ernährungsamt Karlsruhe-Stadt. Eier. Es werden aufgerufen: 2 Eier auf Abschnitt „Ei 5" der EieTkarte. Die Auslief, erfolgt nach Vorratslage. Der Abschnitt behält seine Gültigkeit bis zur Belieferung. Fische. Es wird nochmals darauf hingewlesen, daß samtl. Fischabschnitte der 113. Z.-P. mit Ablauf des 30. 4. 48 ihre Gültigkeit verlieren. Der Fischhandel hat die eingenommenen Abschn. beim Emährungsamt bis 3. 5. 48 unt. gleichzeit. Angabe der Restbestände abzuxechnen. Kartoffeln. Die Kartoffel-Abschnitte sämtl. Karten der 113. Z.-P. sind ab 1. 5. 48 ungültig. Abrechnung des Handels mit Bestaudsangabe bis 10. 5. 48. Karlsruhe, den 21. 4. ,1948. Ernährungsarat Karlsruhe-Stadt. Laut Anordnung des Landwirtschaftsmlnlsteriums Württemb.- Baden v. 16. 2. 48 ist jed. Erwerb u. d. Einstellung v. Ferkeln, Läufern, Kälbern, Schafen u. a. genehmigungspflichtig. Anträge auf Einstellgenehmigung bearbeiten f. den Stadtkreis d. Ernährungsamt-Stadt, Gaitenstr.? für Durlach u. Aue d. Ernähriingsarat Durlach; f, d. Landgemeinden d. örtl. Kartenstellen. Mit der Einstellgenehmigung wird ein abtrennbarer „Einkaufsschein" - ausgehändigt, d. beim Erwerb eines Tieres d. Verkäufer abzugeben ist. Zuchtbetriebe u. HändTfer dürfen nur geg. Einbehaltung eines „Einkaufsscheineis" verkaufen u, müssen durch Vorlage d. Einkaufsscheine ihre Verkaufsleistung d. Land- whtschaftsamt nachweisen. Bei d. Schlachtanträgen zur Haus-schlachtung 1948/49 müssen d. Einstellgenehm, vorge« * legt werden. Tiere, d. ohne Genehm, gehalten werden, verfallen d. Beschlagnahme. Zuwiderhandlungen gegen d. Anordnung w. außerdem bestraft. Landwirtschaftsamt Khe. Bewirtschaftung von Glühlampen, Die Gültigkeit d. Bezugs« marken „ohne Ueberdruck" f. Glühlampen ist bis zum 30. 4. 48 verlängert. Der Groß- u. Einzelhandel wird angewiesen, die noch im Umlauf befind!. Marken anzunehmen. Tatsächl. nicht belief. Marken sind bis z. 10. 5. 48 beim Wirtschaftsamt einzureichen. Sie werden nach einer Mitteilung des Landeswirtschaftsamtes voraus*ichtl. im Laufe des Monats Mai umgetauscht. Bezugsmarken m. Ueber- dTuck werden ohne weiteres v. Groß- u. Einzelhandel auf Vorbestellung angenommen. Die nach d. 30. 4. 48 beim Groß- u< Einzelhandel noch auf Lager befindl. Glühlampen aus 'ftfker Bevorratung werden äurth'ein besond. VeVfähfen m Abzug gebracht; Städt.' Wirtschaftsamt Karlsruhe. Alle Finnen, die für ihre Betriebsangehörigen die Ausstellg. v. Wiederaufbaukarten f. 1947 beantragt haben, können diese gegen Vorlage einer Empfangsbescheinigung beim Stadt. Tiefbauamt, Zimmer 413, während der übl. Dienst- stunden (8—12 Uhr) abholen lassen. Letzter Abholtermin ist der 15. Mai 1948. Städt. Tiefbauamt Karlsruhe. Hinweis» Dr. E» Nenklrch, beratender Chemiker, Karlsruhe, Welfen- str. 24. Ich big als vereidigter Sachverständiger für Chemie und' Metallurgie zugelassen. Deutsche Friedensgesellschaft. Forschungsgemeinschaft des „Andern Deutschland", Sa., 24. 4., 19.30 Uhr, im Ziegler- Saal,, Baumeisterstr. 18, öffentl. Versammlung. Es sprechen: Oberst a. D. W. Müller „Gegen eine neue Dolchstoßlüge". Oberst a. D. von Bock u. Polach „Vom Soldaten zum Kriegsgegner". Graf Kielmansegg „2 Jahre Führerquartier". Karlsruher Turnverein 1846. Sa., 24. 4. 1948, 20 Uhr, in den Räumen, d. „Roten Hauses", Zusammenkunft und Tahz m. d. auswärtigen Meisterturnern. Nachm. 15 Uhr u. So., 25. 4., 10 Uhr, im Städt. Konzerthaus großes Bühnenturnen. Eintrittskarten in d. Vorverkaufsst. und an d. Tageskasse. Gesangverein Badenia. Am Sonntag, 25. April, um 10 Uhr Gesamtprobe in der Markthalle. Vollzähliges Erscheinen ist notwendig. Fachkurs für Dekorateure. Da* Landesgewerbeamt beabsichtigt Anfang Juni 48 einen Fachkurs f. Dekorateure und Dekorationsnäherinnen in Karlsruhe abzuh-alten. Kuts- dauer:,2 Wochen. Anmeld, bis spät. 10. Mai an das Landesgewerbeamt Karlsruhe,. Schloßbezirk 7. Röntgen-Institut Dr. Rees wegen Neubau vom 26. 4. 10. 5. 48 geschlossen; bis Unterricht Privat-TanzSchule GroSkopf, Reinhold-Frankstr. 71. Beginn neuer Kurpe. Anmetd. erbeten. Sprechzeit .15—19 Uhr, außer Sonntag. Mehr Erfolg im Beruf durch beSs. Können. Private Lehrgänge in Maschinenschreib. u. Stenographie (deutsch u. engl.) finden laufend statt. Lehrinstitut Illi, Karlsruhe, Sofienstr. 87, zw. Lessing- u. Scheffelstr., Ruf 8869. Stellenangebot» (Zuvor Arbeitsamt fragen!) Assistenten f. Einkaufsabtlg. söf, ges. 22 322 Anzeigen- Bekir, Khe., Karlstr. 14. Fflm-Voiführer, erf. u. zuver- läss., sof. ges. 53 321 An- zeigen-Bekir, Khe., Karlstr. 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