Ytibelberger Zonntagsblall 1. Jahrgang/ Nr. 10 EAzeLKurzgeteRIeAfs B EILAGdEEUMTAGERBLATT Der Schatten Von Wilhelm Wolftent säüts Bel einer Gesellschaft im Hause von Professor Hansen kam die Rede auf die seltsame Einrich- tung des„Schattens“. Hansen wurde nach dem Lyriker Bernardus getragt, mit dem er sich, wie es hleßh, eingehender beschäftigt hatte. Seit Jah- ren war von Bernardus nichts mehr erschienen, nachdem einige Gedichtbände erhebliches Auf- stehen erregt hatten, Zuerst wollte der Professor nicht mit der Sprache herausrücken, gab aber gchließlich dem allgemeinen Drüngen nach. Ber- nardus, 80 berichtetèe er noch immer etwas 26- gernd, sei kein einfacher Fall. Es handle sich dabei um einen„Schatten“. Vor Jahren, als die Bände in rascher Folge erschlenen, wollte der damals noch junge Lite- rarhistoriker Hansen eine Studie Üüber Bernardus Veröffentlichen. Nicht ohne Mühe verschaffte er tzich die Adresse des Autors, den er in seinem Hause nahe an der Küste aufzusuchen sich ent- schloßß. Es war ein gewittriger Nachmittag, als Hansen in den Garten geführt wurde, der sich von der auf einer Püne errichteten Villa bis herab zum Strand erstreckte. Bernardus ging ihm entgegen. Er war ein älte; rer Mann mit scharfgeschnittenen Zügen, kur- zen, knappen Bewegungen, hoher, aber enger Stirne. Bald kam auch seine Frau, ebenfalls schon ülter, ebenfalls hart und kühl wirkend. Die Unterhaltung-erstreckte sich auf mancher- lei Gebiete, aber jedesmal, wenn der Besucher nuf Dichtung zu sprechen kam, bogen die Gast- geber das Gespräch ab. Inzwischen war ein Gewitter heraufgezogen, und Hansen wurde eingeladen, den Abend im Hause zu verbringen und dann viellelcht eine Droschke vom nächsten Ort zu bestellen, um nlcht in den Sturm zu geraten. Zum Abendessen fand sich ein jungerer Mann ein, an dem sofort der wirre Blick, der ge- schwungene, an den Winkeln bitter herabgezo- tzene Mund, das zu lange Haar aufflel. Er wurde Vorgestellt. Seine Name war Wolter. Er beteiligte sich nicht an der Unterhaltuns, bis Hansen ohne Umschwelte an Bernardus die Frage richtete, ob er ihm nicht mehr Einzel- heiten über sein Leben und sein Werlk mittellen Könne, da es sonst ja schwer sel, eine Wissen- schaftlich ausreichende Studie darüber zu ver- öflentlichen. Da bliekte Wolter von seinem Teller auf, und — seltsames Schweigen verbreitete sich im Uum. „Da sind Sie an der rechten Adresse“, lachte Wolter mit höhnischem Unterton. Hansen ver⸗ stand, nicht, was er meinte. Bernardus wart ein, daß man sich darüber ja zpäter unterhalten Könne und Frau Bernardus machte eine Bemer- kKung Uber das Gewitter. „Den Dichter wollen Sie kennen lernen?“ fragte Wolter, dem das Glas Rotwein oflenbar zu Kopr gestiegen war,„Da schen sich Sie sich einmal tenau um— denn der bin ich.“ Zunkchst meinte der junge Professor, das bel ein Scherz, und blickte gekünstelt lachend auf Bernardus und seine Frau. Deren Mienen blileben aber maskenhaft still. Es wurde daraufhin kaum mehr ein Wort ge⸗ prochen, und schon, als das Mädchen das Kom- pott auftrug, verabschledete sich Hansen eilig mit der Bemerkung, das Unwetter scheine sich gelegt zu haben, und nun wolle er rasch zur Statlon. K Auf dem Wes zum Dortf holte hn jemand ein. Ea wär Wolter.„Warten Siel“ rief dleser ihm nuch,„Ich muß einen Menschen haben, dem ſch etz zagen kKann. Ich— ich— ich habe die Bü- cher geschrieben. Er hat sie mir abgekauft, und ich habe mein Wort gegeben, es niemand zu tzagen. Ich war arm, Er hat mich in einem Caté in Palermo geschen, als Sekretär angestelit, und nachher gefunden, daſl ich ein paar Manuskripte habe., Unterschritt— Seelenverkauf— Namens⸗- Wechsel— das alles Wissen Sie jetzt.“ Hangen packte den Erregten, dem der Regen Uber das Gesicht lief, an der Schulter,„Ich bin LAterarhistortker, und ich kann diese Sache Aë—————————————————————⁹.ͥ— Das Jah- der. Rirche LJum Evantzelium de- Sonntatze Luk. KV. 14, 1—11 Wundertkter Zu allen Zeiten hat es sogenannte„Wunder⸗ tkter“, d. h. Menschen, die mit besonderen Fünig⸗ kKelten und medtalen Kräkten ausgestattet Waäsen, Hegeben. Es list nicht leicht, ein allgemein gülti⸗“ ges Kriterium für die Echtheit ihrer Sendung aufzustellen. Freilich iat es ein erheblicher Unter- schled und zugleich ein gewisser Prütstein autf die Lauterkeit ihres Wollens, ob thr Ziel dabei die Sensatlon, der eigene Vorteil und die Selbst- verherrlichung ist, oder ob sie ihre Gaben in den Dlenst selbstloser Hiltsbereltschaft stellen. Bel dem, von dem unser Sonntagsevangellum reclet, ist das Wunder einer Kranlcenhellung nur Vordergründige Erschelnung, gleichsam ein Hin⸗ Wels auf das Wunder, das er selbst verlcörpert. 80 ist es zu verstehen, wenn er vlelen Kranken, denen er beßgegnet ist, vor der Aubheren Heilung das aut innere Genesungz hinslelende Wort ge⸗ nußzt hat:„Dir sind Deine Sünden vergeben.“ Das Entscheidende seines Hetlandswirkens ist immer die Hllfte von innen und von oben her. Dle rechte Konntagshelligung Wenn ein golches helfendes Handeln an einemn Sabbat geschah, à0 sahen die buchstaberitzlüubl⸗ nicht s0 einfach hinnehmen. Vorhin beim Abend- essen habe ich eine peinliche Szene vermeiden wolln. Aber jetzt muh ich ihr eben doch auf den Grund gehen.“ Bernardus empfing selnen Gast erneut mit aus- gesuchter Höflichkeit, während Wolter mit Angstlichem Blick auf einem Stuhl in der Eeke des Studlerzimmers kauerte. Solche Fälle, er- klärte der Hausherr ruhig, ließen sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Am besten erläutere er seine Erfahrung in London, ihn sofort in das Studterzimmer. Es hatte sich verändert. Unordentlich lagen Bäücher, Zettel, Zeitschritten umher. Inmitten Wolter, verwirr⸗ ter aussehend, als zuvor. Kaum wurde er des Besuchers ansichtig, brülite er los:„Sle sind schuld daran. Sie allein. Was geht Sle das alles an? Seit Sie hier gewesen sind, ist mir keine Zeile mehr gelungen— kein Wort, kein Komma. Da sehen Sle an— das ist aus meinem Werle geworden— nichts.“ Das Dienstmädchen kam rurück und reichte Hansen auf einem silbernen Tablett einen Brietf. Er war von Bernardus. „Sehr geehrter Herr Professorl Nachdem Herr Wolter es vorgezogen hat, unsere Abmachung zu kündigen, steht es ihm und Ihnen freil, chne wWeitere Rücksicht auf mich Ihre Verfügung zu Herbstsonne Uber dem Titisee wo eiln namhafter Politiker einem Mitarbeiter gewisse Gedanken und Motlve vortrage— er, Bernardus, kenne beide sehr gut— woraufhin darm dieser„Schatten“(das sei der terminus technicus) die weitere Ausführung üÜbernehme. Bernardus erhob sich nach dleser kurzen Fest- stellung, und erkelürte, daſl er nun beschäftigt tzel und im Übrigen es seinem geschätzten Besu- cher Überlassen müsse, Was er damit antfinge. Hansen ging. Monatelang quälte er sich mit der Frage, was er nun tun oder gar schreiben solle, Endlich beschloß er, noch einmal zu dem Haus am Meer zu gehen und den Fall restlos und zur vollen Befriedigung seines wissenschaft- lichen Gewissens abzulelüren. Das Mädchen, das ihm die TUre öfknete, WIes 1 treflen. Ieh kehre nach Stzillen zurück und habe kein welteres Interesse mehr an der früheren Zusammenarbeit.“ Hansen reichte Wolter, der mit bösem Migtrauen auf ihn blichkte, den Brlef. Der Uber flog ihn und tobte dann los:„Schen Sie? Es ist aus. Sie haben es zerschlagen. Mein erstes Buch hat nichts getaugt. Aber seit ich bel Bernardus War, ist mir alles gekommen— und nun ist es aus. Sle elender Federfuchser..“ Und er tobte Welter, wührend Hansen davonelſlte. Und zeither? Keine Zelle mehr von Bernar- dus, keine von Wolter. Deswegen, schloß der Professor, habe er nie über das frühvollendete opus des Bernardus auch nur ein Wort ge⸗ schrieben. 9 Bewerbuntzsschreiben und Graphologzie ö Ein Stellenbewerber muß stets damit rechnen, daſl die Entscheidung Über seine Einstellung auch vom graphologischen Urteill abhängt. Im Ge⸗ schäftsleben wird die Graphologle immer häufl-⸗ ger zu Rate gezogen, weil weder aus den Worten des Lebenslaufes, noch aus den Zeugnlssen, selbst nlcht gelegentlich einer persönlichen Vorstellung das Wesensinnere eines Menschen 8so klar ersicht- lich wWird, wie aus den Zügen einer Handschrift. Um aus den vlelen auf ein Stellenangebot ein- gekenden Bewerbungen die wirklich tüchtigste und charakcterlich einwandtreſeste Kraft heraus- flnden zu können, ist gründlichste rechtzeitige Menschenerkenntnis erforderlich, die in der gra- phologtschen Schriftbeurteilung eine bedeutende Bereicherung ertfährt. Wie entwickelt nun der Graphologe sein Urteil Uber eine Handschrift und deren Urheber? Daß die Schreibbewegungen vom Charakter des * gen Schriftgelehrten und Pharisker darin eine Entheiligung des Felertags. Weil Jesus sich aber nicht als bezahlter Arzt, sondern als Werkzeug Gottes fühlt, darum kann ihn der Vorwurt eines Sabbatschänderischen Wundertäters gar nicht tretten. Kann man sich Überhaupt eine würdigere Sonntagsheilung vorstellen, als darauf zu tzinnen, Wie man die Not eines Mitmenschen lindern und munm dadurch vielleicht zu einer echten Gottes- begegnung verhelten könner! Geschleht nicht unter Umstünden ein viel gröberes Wunder, wenn eln Mensch zum Glauben findet, als wenn er lediglich seine physische Gesundheit wieder- erlangt! Die rechte Sonntagsheiligung hüngt nicht an Kuflerlichkeitenl Was Wäre 2. B. von einem Menschen zu halten, der gerade aus der Kirche käme und mit dem Hinwels aut das Felertagsgebot an der Not eines Hiltesuchenden herzlos vorüberginge? Was dem Christenmen⸗ schen amm Sonn- und Feiertag durch das Hören auf dle Gottesbotschaft an innerer Kratft zu- Wllchst, das muß sich in jeder Stunde zeines Le- bens als Bereitschaft zur Nächstenhilte auswir⸗ Ken. Sonst hätte der Felertag höchstens eine de- Kkorative Bedeutung und würde dem Menschen nichts anderes geben können als die Genug⸗ tuung, einer gesetzlichen Vorschrikt gentigt zu huben. Demut und Dünkel Das Bewulltsein einer besonderen Leistung hat Herude die Pharisler zur Uberheblichkelt ver⸗ gunzen Menschen geformt und durch die Hand lediglich ausgeführt werden, lst eine jahrhun⸗ dertealte Erkenntnis, Die Wissenschaftlichkeit der Graphologie ist heute unbestritten, wird doch dle Graphologle an Universitäten gelehrt. Ein- deutig sind die paychischen und geistigen Werte des Schriftelgners aus dem Schriftbild ersichtlich, insbesondere Verständlichkeit, Gefühlstiefe, WIl- lensstärke, Zuverlässigkeit, Umgangskormen usw., während die Körperliche Beschaffenheit des Schreibers nur in beschränktem Umfange aus der Schrikt spricht. Ein auffülliges Einzelmerle- mal allein weist nicht unbedingt auf einen be⸗ stimmten Wesenszuß hin. Der Schriftpsychologe, der in verantwortungsbewullter Weise bei per- sonellen Entscheldungen im Berufs- und Privat- leben berüt, fällt sein endgültiges Urtell immer erst nach systematischer Protokollierung und Auswertung aller Schriktmnerkmale, die in ihrer Gesamtbedeutung einander verstärken, abschwä⸗- leltet. Ihnen galten daher in besonderer Weise die bildhaften Bemerkungen, die Jesus in einem Tischgesprüch über das törichte Verhalten eines unbescheidenen Menschen gemacht hat. Schon vom Standpunkt der allgemeinen Lebenslelug- heit aus gesehen, ist es zu verwerkfen, wern zich jemand im öktentlichen Leben vordrängt und eine Posttion einnehmen möchte, zu der er nicht die erforderlichen Gaben und Kenntnisse mit⸗ bringt. Sonst geschieht es unperschens, dall ein Nichtslcönner meint, sich zu einem Alleswisser und Alleskönner entwickeln zu miissen und da- durch viel Unhell anrichtet. Jede Düntcelhaftig- kelt richtet sich von selbst. Darum gult 2. B. schon bel den Griechen die Selbstüberhebung als der schlimmiste Frevel gegen die Götter. Sle empfan- den ein geheimes„Grauen vor der Götter Neide“ und wußten, dahb„des Lebens ungemischte Freude“ niemals einem„Irdischen zutell“ Wird. Hrst recht empflehlt Jesus RHescheidenhelit im Verkehr mit den Menschenbrüdern und Demut in unserer Haltung vor Gott. Allem Düuntcel gllt das Gerichtswort:„Wer sich selhst erhöht, der soll erniedrigt werden!“ Der Demut als dem Willen zu rechter Selbst⸗ erkenntnis und zum Abbau jedes menschlichen Stolzes vor dem allmäüchtigen Herrn Himmels und der Frde wird aber verheiſlen:„Wer aich gelbst erniedrigt, der soll erhöht werden!“ Wilhelm-Albert HKHauck Sonntas, den 9. Oktober 1949 Verklärter Herbst Von Georo Tralkel Gewaltig endlet 30 das Jah⸗ Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten. Rund schweigen Wälder wunderbur Und sind des FEinsamen Gefdhrten. Da sagt der Landmann es ist qut. Ihr Abendolocken lang und leise Gebt noch zum Ende frohen Mut. Fin Vogelzug grilgot auf der Reise. Es ist der Liebe milde Zeit. Im Kahn den blauen Fluß kinunter Wie schön sich Bild an Bildchen reiht— Das geht in Ruh und Schweigen unter. Bhilfrauen und Könitzinnen Ein indisches Mürchen Als Kaiser Akbar einmal auf Jagd war, wurde er sehr müde. Er setzte sſch unter einen Baum, um sich atiszuruhen. Da sah er, wie, nicht weit vLon ihm entfernt, eme Frau vom Stamme der Bhil ein Kind gebar. Nach einer Weile band sle sich das Neugeborene auf den Rücken und Eing nach Hause. Der Kaiser verwunderte sich sehr und dachte darüber nach, daß seine Frau stets siebzehntausend Aerzte und achtzehntau- send Dienerinnen brauchten, wenn sie ein Kind zur Welt brachten. Er war nun seinen Frauen nicht mehr 8so geneigt wie vorher, und als er wieder in den Palast kam, erzählte er ihnen, Was er gesehen hatte. Nicht nur zornig war er Uber zeine Frauen, sondern er hörte sogar aut, mit ihnen zu sprechen. Da waren die Frauen nun voll Angst und Sorge und gingen zu Birbal, dem weisesten Ratgeber und Freund des Kai⸗ sers, und klagten ihm ihr Leid. Er riet ihnen. dem Gärtner der Palastgärten zu befehlen, den Blumen und Strüuchern kein Wasser mehr zu geben. 8S0o befahlen die Königinnen dem Gärtner, und dle farbenprächtigen Blüten in den Parks Verdorrten und die Parkes wurden öde und grau. Als Akbar das sah, wollte er wissen, weshalb die Königinnen einen solchen Befehl gegeben hatten. Sie antworteten, es sel ein Einfall Bir- bals gewesen. Als der Kaiser nun Birbal fragte, sagte dieser zu ihm:„Wie eingebildet sind dia Blumen der Gürtenl Seht euch doch die Sträu- cher und Bäume der Dschungel anl Niemand Albt innen Wasser, doch sie zind immer frisch und blühend. Unsere Rosen, unsere Dechal⸗ Dechii und Tüchamelt haben nun eine Woche lanz kein Wasser bekommen und drohen schon zu verwelkken.“ Da meinte der Kalser:„Wald-⸗ blumen sind Waldblumen und Rosen sind Rosen. Vertztehst du das nicht?“ Darauf sagte Birbal nur:„Und Bhilfrauen sind Bhilfrauen und Kö⸗ niginnen sind Königinnen.“ Da schämte sich der Kaiser ein wenig und war wieder lieb zu zeinen Frauen. Macherzühlt von Rosemarte Dörins) Von H. Fle cher chen, oder auch parallel laufende nachweisen können. Die weitverbreitete Ansicht, die kalligraphi- sche Schönheit einer normgerechten Handschrift sei für eine positive Wertung entscheidend, ist ein Irrtum. Häufig versteckkt sich hinter dieser unlebendigen Fassade ein innerlich schwacher oder leerer Mensch, manchmal sogar dient 81e als Masklerung noch ungünstigerer Eigenschaf- ten, Jeder Zwang, jede Verstellung oder Beschö- nigung in den Schriftzügen wirket sich nachtei⸗ Iig auf die Persönlichkeitswertung aus. Auch die bewußte Verlangsamung oder gekünstelte aut- källige Druckstellen wirlcen uneécht. Der wirk⸗ Uiche Könner hat es nicht nötig, sich zu schmücken oder sich zu verstellen. Er wird für sein Be- Werbungsschreiben auch unlintertes Papler ver⸗ Wenden und ein unterlegtes Linſlenblatt verwer⸗ ten, um zu beweisen, dall er mit nötigem Selbst⸗ Vertrauen unabhüngig das Leben meistern Kkann. Wie haltlos und unselbständig wirkt dagegen ein Schreiber, der sich die Ränder und Linſen mit einem Bleistift vorzeichnen muſßh! Jede Unnatür- Uichkelt also beelnflußlt das Schrittgutachten all⸗ gemein nachtellig, auch wenn das Auge des Schreibers glaubt, sie sehe schön oder„gelconnt“ uus, Wer meint, Uber weniger ansprechende Wigen- schaften zu verfligen, geht fehl in der Annahime, diese durch Veründerung der Handschritt einem Graphologen vorenthalten zu können. Melstens beschleunigen derartige„Verschönerungen“ nur die Feststellung gerade der Figenschaften, die verheimlicht werden sollten. Nur wenn man diese telbst bekämptt, wird die natürliche Auswir⸗ Kuntz aut die Schreibbewegungen zumindest den Willen zur Selbstverbesserung aufzeigen. Die Grapholegle dlent nun nicht alleln, Wie trrtümlich häufig angenommen wird, zum Aus- findigmachen der sachlechten Figenschaften. Nein, Herade bel der Finstellungsberatung hiltt 816 auch mit, aus der Masse des Durchschnitts die zurüdchaltenden, bescheldenen Könner und Cha- rakterstarken herauszuflinden, die nur der Ent-⸗ declcung oder der Ubertragung einer gröheren Aufgabe bedürtfen, um ihre Persönlichkeitswerte Gegensktze Voll entktalten zu Kkönnen. Darum scheue sich nie⸗ mund, sein Bewerbungsschreiben handschriftlick zu verkassen, auch wenn es nicht ausdrtickelick um Stellenangebot gefordert Wird. Man vermeide aber alle unnatürlichen Beschönigungen, die E dem Schrittkenner sotort unangenehm auk⸗ kallen 4