Wenm es ulclit au Kaklekttvverhandlungen komr. — Donnerstag, 13. Oktobher 1949 Erscheint täglich außer sonn- und telertags Bezugspreis monatl. DM 2.50 zuzügl. DM 0.40 Trägerlohn. Postbesieher monatlich DM 2.90 (einschl. Zeitungsgebühr) zuzüglich Zustell⸗ gebünr.— Anzeigenpreis: ispaltig— 46 mm breit DM 0.40 per mm nach Preisliste Nr. à. 66. Jahrgang des Heidelberger Tageblatts Tageblalt U NAIBIHINOIGOE HEIDRBLIBRROII ZIIIUNG vr. 139/ 1. Iahrgang/ Preis 15 pig. Verlag: Carl Pteffer Verlag u. Heidelberger Gutenberg-Druckerei mbH., Heidelberg. Ver- latz und Redalkction: Brunnengasse 16—24, Tel. 20 37/ 36.— Herausgeber: Dr. Otto Pfeffer, Wilhelm Reichenbach, Dr. Rudolf K. Gold- schmit-qdentner.-Postscheckt Karlsruhe 44 64. Chefredakteur: Dr. Karl Siles Gründungslongreß des Gewerkschaftsbundes Vor dem Tusammenschluß von 16 deuischen Sewerkschaften Mänchen. Der Grhndungskongrefß eines Ge- Werkschaftsbundes für das Gebiet der Bundes- republik Deutschland wurde am Mittwoch durch den Vorsitzenden des vVorbereitenden Ausschus- Ses, Dr. h. c. Hans Böckler, feierlich eröffnet. An dem Kongreß nehmen 6800 Delegierte und Gastdelegierte aus der ganzen Welt und Deutsch- land, einschließlich Westberlin tell. Neben den beiden amerikanischen Gewerk⸗ schaften American Federation of Labor(AFL) und Congress of Industrial Organisations(CI0), Aitenmtunmumtsttuitsnmntinnmmnnmnmiummiunmnumutnnmununmnumlummnuimrnumnmmnnttlisim Mehrheit für Moch erwartet Paris. Die künftige Ministerliste Jules Mochs bildete am Mittwoch den Gesprächsgegenstand aller politischen Kreise in Paris. Bis zur Stunde scheinen jedoch nur zwei Dinge völlig sicher zu sein, nämlich daß Robert Schuman die Leitung des Außenministeriums und damit den beherr- schenden Einfluß auf die französische Deutsch- landpolitikè beibehält und daß das Innenministe- rium auf die Radikalsozialisten übergeht. Die Radikalsozialen fordern dieses Ministerium, das der Sozialist Jules Moch innehatte, für sich, weil das bisher von ihnen besetzte Amt des Minister- Prüsidenten auf die Sozialisten übergeht. Der unabhängige linkesstehende„Combat“ be- zweifelt, daß der Sozialist Daniel Mayer wieder- um das Arbeitsministerium erhalten wird. Nach Ansicht der Zeitung wird Moch bei der Ab- stimmung in der Nationalversammlung 315 Stim- men erhalten, das heißt vier Stimmen mehr als zur absoluten Mehrheit notwendig sind. Stahlarbeiterstreik immer bedrohlicher New) Vork. Der amerikanische Stahlarbeiter- streik droht nach Darstellung der Zeitschrift „Iron Age“ allmählich die gesamte Wirtschaft in den US4A lahmzulegen. Die Zeſtschrift rechnet mit einer der schwersten Krisen in den USA, Die ohnehin nicht grollen Stahlvorrüte schrump- ten schnell zusammen. Der Streile habe den Stahlarbeitern in der ersten Woche einen Lohn- ausfall von 30 Millionen Dollar gebracht, wäh⸗ rend die Stahlgesellschaften einen Produktions“ verlust von über 1 400 000 Tonnen verzeichneten. Kein deutsches Rüstungs-Memorandum Bonn. Aus Kreisen der Bundesregierung wur⸗ den am Mittwoch Pressemeldungen dementiert, naäch denen Bundeskanzler Dr. Adenauer den Hohen Kommissaren ein Geheimmemorandum über westdeutsche Rüstungspläne überreicht haben soll. Dr. Adenauer habe weder die drei Hohen Kommissare um inilitärischen Schutz West⸗ deutschlands ersucht, noch gefordert, Deutschland in den„Atlantikpalet“ aufzunehmen. Metloy wWar eingelader [Herlin.(dpa.) Bei einem Besuch in der west- berliner freien Universität erwähnte der ameri- Kanische Hohe Kommissar MecCloy am Mitt- Wochvormittag, daß er eine Einladung von der Sowjetzonen- Regierung erhalten habe, an der Sitzung der provisorischen Volleskammer teilzu- nehmen.„Ich habe es aber vorgezogen, ihre Uni- Versität zu bésuchen“, sagte MecCloy,„denn ſch bin überzeugt, sie ist eine weit wichtigere Ein- richtung.“ Die Mücke als Elefant Heidelberg. Berichte einer ausländischen Nach- riehtenagentur, nach denen in Heidelberg eine natlonalsozialistische Untergrundbewegung auk⸗ gedeckt worden sein soll, werden von zuständi⸗ gen amerikanischen Stellen in Heidelberg als Übertrleben angeschen. Wie diese am Mittwoch mitteilten, ist in den letzten Monaten lediglich der 29jährige Student und Bauarbeiter Günther Mende zu vier Monaten Gekfüngnis verurteilt worden, weill er Artilkel von Otto Strasser ver- Vleltältigt und unter einer Deckadresse versandt haätte. Hetrüger um Gröning Köln. Die Kölner Polizei hat alle Polizeistelle des Bundesgebietes gebeten, nach einem angeb⸗ lich von dem„Wunderdoktor“ Gröning geheilten Kriegsblinden zu fahnden, der im Verdacht steht, ein Betrüger zu sein. In einem Bericht über Gröning hatte eine Illustrierte das Bild des„Kriegsblinden“ mit der Unterschrikt veröftentlicht:„lech kann wieder sehen.“ Auf diese Abbildung hin hatte die Köl- ner Polizet zahlreiche Anzeigen erhalten, daß der angebliche Kriegsblinde ein Betrüger sei. Seine in Köln wohnende Tochter hat ausgesagt, daſl ihr Vater niemals blind gewesen sei. Bisher hat man den Aufenthaltsort des angeblich ge- heilten„Krlegsblinden“ noch nicht ermitteln Können. König Abdullah von Jordanlen erkeklärte, Jeru⸗ Salem dürte unter keinen Umstünden internationa⸗ lstert werden. Mit allen Mitteln miisse man jée⸗ ooh einen dauerhakten Friaden in PFalästina an⸗ unstrengen. sind Vertreter aus Italien, der Schweiz, Oester- reich, Dänemark, Norwegen, Schweden, Belgien und dem Saarland erschienen. Als Verterter der Bundesregierung nimmt Bundesarbeitsminister Anton Storch teil. Wirtschaftsminister Erhard wird noch erwartet. Bei der feierlichen Eröffnung des Kongresses, an dem Vertreter von fünf Millionen Werktäti⸗ gen teilnehmen, waren auch der Vizepräsident des Bundestages, Professor Carlo Schmid, Bun- desratspräsident Karl Arnold und der bayrische Ministerpräsident Dr. Hans Fhard anwesend. Das Internationale Arbeitsamt, die ERP-Verwaltung und die Hohen Kommissare der drei westdeut- —— 5 Besatzungsgebiete hatten Vertreter ent- sandt. Dr. h. c. Böcktler verlas Begrüßungsschreiben von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, Bun- desinnenminister Dr. Heinemann und von deém Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Prof. Nölting, sowie ein Begrüßungstelegramm des sowietzonalen Freien Deutschen Gewerk- schaftsbundes FDGB), der dem Kongreß ein gutes Gelingen wünscht. Den Gründungskongreß nannte Dr. h. c. Böckler einer der wichtigsten, die je von Gewerkschaften veranstaltet wurden. 16 deutsche Gewerkeschaften erstrebten den Zu- sammenschluß, um ihre Leistungsfähigkeit zu stéigern. Der Kongreß beweise, Was eine echte Einheit vermag.„Er wird den Arbeitnehmern das geistige Rüstzeug um den Kampf für eine bessere soziale Stellung liefern. Bundesarbeitsminister Storeh gab bekannt, daſ die Beschäftigtenzahl im letzten Vierteljahr mit 12,2 Millionen den höchsten Nachkriegsstand erreicht hätte. Die Zahl der Beschäftigten sei 1946 um eine halbe Million gestiegen, die der Ar- lung, die mit ihrem Besuch die Wahlversamm- lungen bei weitem übertrak, setzte sich Staats⸗ Präsident Wohleb auf einer Rednertribüne, die mit der badischen Fahne und gelbarot-gelben Girlanden geschmückt waß, für die Wiederher⸗ stellung Altbadens ein. Die Athmosphäre War nach einer halbstündigen Wartezeit, für die sich der Redner später entschuldigte, etwas erhitzt und so kam es auch während der Rede öfter zu lautem Getöse und Zwischenrufen. Prof. Wohleb wolle eine Schicksalsfrage so dar- stellen, wie er sie sehe. Er zeichnete dabei die verschiedenen Versuche einer Vereinigung Würt⸗ tembergs mit Baden nach dem ersten Weltkrieg auf, die nach seirler Meinung immer auf Würt⸗ tembergischęr Initiative beruhten. Sogar in der Nazizeit habe man am Ende die Finger von der Sache gelassen. Nunmehr scheine es nichts welt⸗ bewegenderes zu geben, als die Schaffung des Südweststaates. Prof. Wohleb legte, um den Argumenten um Wahrung der württemberg-badischen Verfassung u begegnen, ein juristisches Gutachten vor(in Wischenrufen nach dem Verfasser befragt), wo⸗ rin ausgesprochen wird, daß das württemberg⸗ badische Landesrecht einer Regelung, die vom Grundgesetz gebilligt wird, nicht entgegenstehen könne, Baden sei garnicht s0 ein unglückliches Gebilde. Der heutige finanzielle Bankerott sei durch die hohen Besatzungskosten bedingt, Beim Hinzukommen des Steuersufkommens von Nord- baden werde die finanzielle Lage dieses Landes nicht nur ausgeglichen sein, sondern noch einen Veberschuſh ergehen. In der Diskussion kamen vor allem Anhänger des Südweststaatgedankens zum Wort. Nun Waren es die Anhänger Badens, die die Argu- mentation durch Getöse und Sprechchöre zu stören suchten. Dr. Knorr gedachte als alter Badener der glücklichen Zeiten vor 1914. Nach der langsamen Aushöhlung der wirtschaftlichen Potenz des Landes nach 1916 und dem Zusam- Hamburg. Die Bundesregierung wird im Früh⸗ jahr mit einem groben Wohnungs- u. Sie d- lungsprogramm herauskommen, kKündigte Bundeswirtschaftminister Professor Erhar d am Mittwoch in Hamburg in einer Rede vor den Haus- und Grundbesitzern an. Außerdem solle sobald Wie möglich die Wohnungszwangs⸗ Wirtschaft gelockert und schließlich ganz aufgehoben Werden, Nur dadurch kann nach den Worten des Wirtschaftsministers die Wohnungs⸗ not in der Bundesrepublile überwunden werden. Die freie Wohnungswirtschaft muſl nach An⸗ sicht des Ministers wieder hergestellt werden, well nur so das Privatkapital am Wohnungsbau interesstert werden Kkönne, Wenn das Prinzip der gozlalen Marketwirtschatt auch auf den Wah⸗ nungsbau Ubertragen werde, würde sich dieseslbe Wirtschaktliche Autwürtsentwickklung zeigen Wie strom aus dem Osten immer noch anhalte. Gastdeleglerte aus Frankreich, England, den USA, den Niederlanden, der Schweiz, Italien, Osterreich und dem Saarland überbrachten dann dem Kongreß die Grüße ihrer Gewerkeschaften. Hierbei wandte sich der französische Vertreter besonders gegen die Demontagen. Der holländi- sche Delegierte rief dem Kongreß zu:„Baut mit uns eine neue internationale Brüderschaft, dann wird eine neue Welt entstehen, wo Frieden und Wohlstand zu Hause sind.“ Die finnischen Ge- werkeschaften übermittelten dem Kongréß tele- graflsch ihre Grüße. Die Delegierten wählten auf Vorschlag des Vor- bereitenden Ausschusses die Gewerkschaftsvor- sitzenden Dr. h. c. Böckler, Hagen, Freitag, Kum- mernuß und Dränger zu Vorsitzenden des Grün- dungskongresses. Der Sekretär des bayerischen Gewerkschafts- rates Georg Reuter legte anschließend der Ver- sammlung einen Entwurf für die Satzung des künftigen Gewerkschaftsbundes vor und empfand seine Annahme. In dem Entwurf werden unter anderem Düsseldorf und Frankfurt als Sitz des Bundes vorgeschlagen. Mitglied des Bundes können alle Gewerkschaften der Bundesrepublik werden. Die deutsche Angestelltengewerkschaft könne allerdings nicht einbezogen werden, da sie für sich Angestelltengruppen reklamiere, die der Vorbereitende Ausschuß anderen Gewerkschaften zugesprochen habe. Als Organe des Gewerk⸗- schaftsbundes sind vorgeschlagen: der Bundes- kongreß, der Bundesvorstand, der Bundesaus- schuſs und die Revisionskommission des Bundes. Der Kongreß soll alle zwei Jahre einberufen werden. Stürmische Diskussion mit Wohleb pDie Heidelberger Versammlung der„Jungen Union“ . Heidelberg,(Tabꝗ In einer Massenversaruam⸗ menbruch des zweiten Weltkrieges sei nunmehr eben kKönne. Dr. Knorr sprach sich in diesem Zusammenhang kfür den Südweststaat aus. Hichard Freudenberg warf Prof. Wohleb eine zu stärke Berukung aut Gefühlswerte vor. Auch die Anhünger des Südweststaates würden ihren Standpunkt nach Südbaden tragen. Wenn man in Heidelberg von Sücdweststaat spräche, 80 denke man dabei auch an die Pfalz. Hier kommt unser Gefühl in Wallung, erklärte Richard Freu- denberg, und ein Anschluß der Pfalz sei nach Südweststaat möglich. Landrat Schwan, Mdl., riet dazu auf, wie einst bei der badischen Staats- gründung durch Napoleon die Chance der Grün- dung des Südweststaates heute wahrzunehmen. In seinem Schlußwort betonte der Staatspräsi- dent, daß man fern von allen wertlosen Prog- nosen das Volk entscheiden lassen solle. Er hoffe dabeli auf den gesunden Sinn des badischen Vol- Kkes. In der Versammlung, die auf Initiative der „dungen Union“ stattfand, wurden neue Argu- mente in der Südweststaatfrage nicht gebracht. Die Teilnahme zeigte aber, wie groß das Inter- este kür diese Frage allgemein ist. Karlsruhe will Hauptstadt werden Karlsruhe. Die Stadt Karlsruhe will sich als Landeshauptstadt für den Südweststaat bewer⸗ ben. Der Stadtrat hat einstimmig einen Anträg des CDU-Stadtrates Dr. Friedrich Werber an- genommen, nach dem der Oberbürgermeister von Karlsruhe mit dem württembergisch-badi- schen Ministerpräsidenten und dem südbadischen Staatspräsidenten verhandeln soll. Er soll für den Fall einer staatlichen Veründerung im süd- wWestdeutschen Raum genügende Sicherungen für Karlsruhe erwirken. Nur die Verfassungsgebende Versammlung des Südweststaates soll über die Landeshauptsgadt entschelden können. Für Stutt⸗ gart dürkten Vorher keine Versprechungen ab⸗ gegeben werden. Grohßes Wohnungsproqramm im Frühjahr Lockerung der Wohnungszwangswirt schaft sobald wie möglich nach dem Autheben der Zwangswirtschaftsmafl⸗ nahmen nach der Währungsreform. Hierzu aber gel auch eine neue Regelung der Mietpreis⸗ bildung erforderlich, Der Minister nännte dies ein Sozlalproblem allererster Ordnung, weil durch, Mieétänderungen keine Verschlechterung des Lebensstandards der Bevölkerung eintreten dürte. Die sozialistische Planwirtschaft hat nach Er⸗ hards Meinung nicht nur in Deutschland, son- dern auch in England versagt. Sie sel der elgent- liche Grund der Ptundabwertung. Die Rundes⸗ retgzlerung werde deshalb den entgegengesetzten Weg vertolgen und die soziale MarkctWirtschaft kortsstzen. Nur durch Wirtschaftliche Lelstung Könne die Bundesregierung das Vertrauen der intéernationalen Wirtschaft erwerben und dat Aunlandskapital zu produktiven Kapitaleinlagen in Deutschland anreizen. beitslosen um 270 000. Das bewelse, daf der Zu- 13 Frage zu stellen, Wo der Mensch besser Betrachtung der heutigen Stimmung nur an den „Der Iwerpang treler, Beruten hat mitseteut, aad 30 0 Elber im 0 R Unsere Meinim9 Vor Meuwahlen in England Londoner Meldungen halten es für sicher, daß es nun doch schon vor Ablauf der Wahlperlode der Labour-Regierung zu Neuwahlen in England kommt, und rechnen mit der Auflösung des Unterhauses im November. Nach einer so ein- schneidenden Maßnahme, wie es die Pfundabwer- tung ist, glaubt die Labour-Regierung, sich zur Bestätigung ihres Auftrags an das Volk wenden zu sollen. Nach der großen Pfundabwertung von 1931 hatte man ebenfalls neue Wahlen für nötig gehalten. Damals appellierten aber nicht die Re- gierung und die Opposition getrennt an die Wähler, sondern es War zu der großen Koalition gekommen und die Regierungskandidaten aus den Reihen der Konservativen, der Liberalen und der Labour-Anhänger Mac Donalds führten den Wahlkampf als Kandidaten der„National- regierung“. Der damalige Labour-Premier Mac Donald glaubte, die Vertrauenskrisis der Pfund- abwertung mit der Labour-Partei allein nicht überwinden zu können. Freilich machten seine Schwenkung nur verhältnismäßig wenige von seinen Anhängern mit und die Labour-Partei spaltete sich, ebenso wie die Liberale, in zwei Gruppen. Man hört heute nichts davon, daß das Experiment der Nationalregierung erneuert wer⸗ den soll. Die Sanierung einer in die Krise ge- ratenen Wirtschaft kann nicht durch einen Kom- promiß zwischen den Anhängern von zwei dia- metral entgegengesetzten Wirtschaftssystemen erreicht werden. In den Besprechungen mit Ame- rika stieſen die Engländer häufig auf den Vor- wurf, daß sie sich ihre„sozialistischen Experi- mente“ nur auf Grund von Unterstützungen leisten könnten, die sie von dem kapitalistischen Amerika annahmen., Die Amerikaner haben zum mindesten einen Zweifel darüber zum Ausdruck gebracht, ob die gegenwüärtige Wirtschaftspolitik noch dem Willen der Mehrheit entspricht. Ahn- lich wie bei unseren Bonner Wahlen wird es sich also in England um eine wirtschaftspolitische Entscheidung größter Tragweite handeln. Sx. Erdlöcher bei Ulzen Osttlüchtlinge seien und daß die finanzielle“ Situation der einzelnen Anwälte durch den ständig wachsenden Zustrom von jenseits der Elbe unhaltbar werde, Es handelt sich hier um die erste prozentuale Messung der durch die tragische Absurdität einer ständigen Emigration von Deutschland nach Deutschland aufge- tretenen Spannungen. Sie ist alarmierend genug. Besonders wo es scheint, daß sich diese Span- nungen in der kalschen Richtung entladen, nümlich zum menschlich hilflosen Flüchtling hin Der Bundestagsabgeordnete Pa“!“ Moritz- Ernst Priebe fühlte sich so, ein kleines Beispiel, Veranlaßt, die Oflentlichkeit zur Hilfe für eine Anzahl von Flüchtlingen in der Nähe von Ulzen aufzurufen, die sich geweigert haben, in die SoWjetische Zone zurückzugehen. Dreißig Men- schen, darunter füntzehn Kinder von einem bis zu zwölf Jahren hausen dort in Frdlöchern und nühren sich von den Abfällen des Lagers, das sie wegen ihrer Weigerung ausgeschlossen hat. Beides— die Zahlen des„Verbandes freier Be- rufe“ und das Flend der Menschen, fordert dringende Hilfe. Eine rasche und wirkungsvolle Hilfe, die das verarmte und überbevölkerte Restdeutschland des Westens aus eigener Kraft nicht geben kann, Wir dürten nicht verkennen, daßß wir, der Westen es sind, deren Asylrecht für Tausende die letzte Rettung ist, die schuld- los in das Getriebe einer weltpolitischen Aus- einandersetzung geraten sind, für das auch wir keine Verantwortung tragen. Die Hilte ist eine Sache der Völker des Westens. Nun ist Aus- wanderung besonders im ersten Falle durchaus kein deus ex machina, viele wertvolle und zur Zeit brachliegende Arbeitskraft werden wir eines Tages dringend benötigen. Daß aber die Internationale Flüchtlingsorganisation, die IR0, gerade angesichts dieser Situation bekanntgibt, der Rest der in Deutschland verbliebenen DP's müsse dort verbleiben, da sich wegen des hohen Alters und der großen Anzahl der Familienmit- Hlieder kein Land der Welt bereitfünde, die Be- troflenen aufzunehmen, sollte einer Revision Unterzogen werden. Hier sind Menschen, die Auswandern wollen und müssen, Im Sinne einer gemeinsamen Abwehr gegen die Drohung des Totalitarismus könnte über sie die in unserem Land erzeugte Spannung besser abgeleitet wer⸗ den als über die Armsten der Armen in den Erdlöchern bei Ulzen. N. 0. Norwegen klar für den Westen Nach den österrelchischen haben jetzt die nor- Wegischen Stortingwahlen gezeigt, daß gerade in jenen Ländern, die an der Grenzlinie des russi- schen Einflußgebieteg leben müssen, die bol⸗ schewistische Weltrevolution immer mehr An⸗ hünger Verliert. In Norwegen haben die Kom- munisten nur ein eingiges ihrer bisherigen elt Mandate— von den 160 des Parlaments— he⸗ halten können. Der sozialistische Ministerprä⸗ sident Gerhardsen hatte für seine Pärtei mit dem Verlust zweler Mandate Herechnet,(Was den Verlust der nur eine Stimmé betragenden übtzoluten Mehrheit von 1946 bedeutet hätte), gtattdessen gewann dle Arbeiterpartet zehn Man⸗ data hinzu. FEin Tell dieses Zuwachses rekru⸗ Fortsetzung auf Seité 2“ Spalte 1 Selte 1/ Nr. 139/ Donnersktag, 13. Oktober 1949 Die Ostminister Von unserem Korrespondenten K. W., Berlin.(Eig. Bericht.) Nur eine knappe Woche hät die aus Berlin-Karlshorst in Bewe- gung gesetzte Maschine gebraucht, um eine staatsrechtliche Entscheidung in der deutschen Sowietzone zu usurpieren. Monate lang waren die von den Sowjets lizenzierten Parteien vorher ratlos geblieben, bis sie am 1. Oktober plötzlich übereinstimmend in allen ihren Zeitungen und Rundfunksendern erklärten, sie könnten sich nicht mehr der Flut der Betriebs-, Partei- und Volksresolutionen erwehren, die auf einmal spon- tan eine„gesamtdeutsche Regierung in Berlin“ Verlangten. Ein Ueberraschungscoup Der Ueberraschungscoup für die davon völlig ahnungslos betroffenen nichtkommunistischen Partelen bestand darin, daß— mit einern letzten Seitenblick auf die verstohlenen Rechtsansprü- che von CDU und LDP auf längst fällige Wahlen erklürt wurde, der Ernst und die Not der Stunde ließen jetzt keine zeitraubenden Wahl-Erkun- dungen zu, sondern verlangten eine Regierungs- bildung aus den vorhandenen Organen. Diese vorhandenen Organe sind der„Volkskongreß“ und der„Volksrat“, deren Zusammensetzung nicht nach demokratisch gewählten Listen son- dern nach einem von der SMA und der S8SED bestimmten Schſüssel erfolgt ist, der der 8ED zusammen mit ihren Hilfsorganisationen FDGB, FDꝗ, Kulturbund und dergleichen jede nur denk- bare Mehrheit sichert. Und dieser vollkommen willkürlich zusammengesetzte„Volksrat“ erklärte sich dann zur„Volkskammer“, dem in dem östi- chen Verfassungsentwurf improvisierten Parla- ment, und nafinte sich vom gleichen Augenblick an— 7. Oktober— rechtlich fungierendes Par- lament der„Deutschen Demokratischen Repu- blik“, Diese von der SMA eingesetzte Pseudo- Versammlung tat jetzt Schritt für Schritt— Re- gierungsbildung und ähnliches— 8o, als existiere sie gemäß den verfassungsmäßigen Richtlinien, die sie sich als eingesetzter„Volksrat“ gegeben natte. Die Groteske dieser Versammlung und der Regierung gipfelt darin, daß in ihr Parteien mit Ministern und Abgeordneten vertreten sind, die noch niemals überhaupt sich einer Wahl ge- stellt haben und deren mögliche Anhängerschaft niemand kennt. Dies trifft auf die von vorn- herein moskau-abhängigen Parteien„National- demokratische Partei“ und„Bauernpartei“ zu. Die Diktatur der 8ED Noch aufschlußreicher als die staatsrechtliche Farce, die diese Regierung eindeutig als die eines neuen Sowietprotektorats ausweist, wird die Zusammensetzung des östlichen Kabinetts. Daß die Spb nicht nur das Schwer⸗ sondern auch das Uebergewicht bilden würde, War zu erwarten. Aber die innere Schwäche dieser ab- genutzten kommunistischen Partel drückt sich noch darin aus daß nicht einmal das einer nicht-kommunistischen Repräsentanz ge- wWahrt wurde, sondern daß die SED peinlich darauf bedacht war, sich von vornherein aller Schlüsselpositionen und aller Entscheidungs- mehrheiten eindeutig zu versichern. Darüber hinaus hat sie in die wenigen Ministerien, die von Nicht-SED-Angehörigen besetzt werden, als Staatssekretüre besonders aktive Politbüro- Mitglieder eingeschleust, 60 daß sogleich das erste mögliche Kabinett der Sowijetunion das Lolksdemokratische Muster hundertprozentig nachzeichnet. Die eigentliche Schlüsselstellung Daß Wihlem Pieck, der Kommunistenführer, Staatspräsident werden wollte und nicht einmal diese Repräsentativ- und Ausstellungsfigur einem bürgerlichen Mitläufer überließ, spricht für die sowietische Erkenntnis, daß eine Wir-⸗ kung der Ostregierung auf den Westen keines- wegs mehr zu erwarten ist. Von den 14 Mini- Sterien der Regierung hat die 8ED acht inne. Die übrigen wurden unter die CDU, LDP, die Natlonaldemokartische und die Bauernpartei verteilt. Der zweite Chef der SED, der aus der SPD emigrierte Otto GroteWO h ist Minister- präsident, und damit ist der Ehrgeiz des inzwi- schen zum puren Leninisten verwandelten Rene- gaten so gefesselt. daß ihm endgültig keine Rück- kehr in seine politische Vergangenbeit mehr of- fen bleibt. Wichtiger aber als der Kabinettschet muß die Einrichtung der drei Stellvertretenden Ministerpräsidenten erscheinen, da in ihr neben den beiden für ſhre Hörigkeit belohnten Partei- führern der LDP Or. Kastner) und CDU (Nuschke) schon wieder ein SFD-Politmanin, nümlich Waiter Ulbrieht, Auktritt. Damit ist der Generalstabschef der deutschen Komintern und der eigentliche KpP-Stratege sowohl zur Bewachung Grotewohls wWie zur„Koordinierung“ der beiden„hürgerlichen“ Paärteien der Sowiet- zone in der eilgentlichen Schlüsselstellung ange- utnunmummunmmunmmnllnumununuumunuuuuunmmidnummumnnnnmunt Fortsetzung von Seite 1 tlert stleh aus Kommunisten, die zur Arbeiter- paärtei zurückgekehrt sind, ein wWeiterer aus der norwegischen Jugend, von der gsechs neue Jahr- günge zum ersten Mal wählten. Das Wahlergeb- nls ist ein unbestreitbares Beltenntnis zum We- sten, denn unter der Verantwortung der Arbel- terpartei vollzog sich in den Vorverhandlungen zum Atlantikpakt die Untscheldung Norwegens, im Gegensatz zu Schweden die skkandinavlsche Neutralität zu Gunsten der atlantischen militä- rischen Bindung aufzugeben. Eine wirtschaft- lüch Keineswegs glünzende Bilanz der letzten vler Jahre kann das Wahlergebnis nicht er⸗ ſelären: die Stimmen, die für die Arbeiterpartel abgetgeben wurden, flelen ihr tro t2 der Schwie- rigleiten des Wilederaufbaus zu, dle irmmerhin 80 bedeutend sind, daß die Reglerungspartel gelbst zu skeptischen Wahlprognosen kommen kKonnte, Das Mandat, das die Regierung Ger- hardsen nun für weitere vier Jahre bekommen mat ist jedenkalls außenpolttisch eindeutig. Nor- etzen hat kelns Fartnerschatt um Atlanthkpakt lrttlat, E Gesicht siedelt. Daß Nuschke und Dr. Kastner in sol- cher Einkesselung mehr als den Titel des stell- vertretenden Ministerpräsidenten tragen werden, ist nicht zu erwarten. Innen- und Auflenministerium Natürlich stellt die SED den Innenminister. Der bisherige Ministerpräsident von Branden- burg, Karl Steinhoff, der aus der sozlalde- mokratischen Gruppe kommt, ist treilich für dieses wichtisste Ministerium nur eine sichtlich gesuchte milde Fassade, Sein Staatssekretär, der bisherige mecklenburgische Innenminister, Her- bert Warnke, hat als Kommunist schon ein ausgeprägteres Profil. Aber entscheidender als dies sind die Etablierung der bisherigen Funk⸗ tionäre der Zentralverwaltung des Innern, die Dr. Fischer, Mahlke, Bechler und an- dere, die durchweg Kommunisten sind. Es steht schon fest, daß dieses die ständig wachsende Ostpolizei lenkende Ministerium ausschließlich von Funktionären der SED und einigen der NDP überschriebenen Mitgliedern des ehemaligen Moskauer Nationalkomitees geleitet wird. Die besondere Etikette der Ostreglerung soll das Außenministerium sein, für das sich Georg Dertinger, der Generalsekretär der Zonen- CDU, ausdrücklich empfohlen hat. Sein An- sehen bei der SMA stieg sehr rasch von dem Tage an, als er seinerzeit die Auslieferung Jakob Käafisers an die SMA begünstigte. Inzwischen hat er sich in seiner Partei gegen heftigen Wi- derstand durch die Anerkennung der Oder- Neiße-Linie den Sowjets als volksdemokratischer Außenminister besonders würdig gezeigt. Aber inm ist der leninistische Theoretiker und Schu- hungsleiter der SED, Anton Ae kermann, dessen Kominform-Tätigkeit hinreichend be- kannt ist, als Staatssekretär beigegeben. Die wirtschaftlichen Positionen Die wirtschaftlichen Positionen werden we- sentlich von den gleichen Kommunisten wahr- genommen, die bisher in der„Wirtschaftskom- mission“ Reparationspolitik im Auftrage der So- Wiets trieben. Der Wirtschaftsminister Rau be- kommt sogar seinen bisherigen kommunistischen Mit-Abteilungsleiter Leuschner als Staats- sekretär, Industrieminister wird der Kommunist Selbmann, der bisher die ostzonale Privat- industrie rigoros durch die„volkseigenen Be- triebe“ erdrosselt hat, und Handelsminister der Kommunist Georg Handk e, dessen Leistungen inzwischen durch die Terrorisierung des Handels und der Kaufleute mit der rücksichtslosen Be- vorzuguntz von Konsumvereinen und HO-Läden austgewiesen sind. Daß hier der CDU-Angehörige Gunter-Gillmann als Staatssekretär zuge- lassen wird, wird durch den Umstand gemildert, datz Gunter-Gillmann nach einem Moskau- und einem Warschau-Besuch inzwischen die Sache der Kommunisten beinahe stilreiner betreibt als sein neuer Chef. Dem als Vorsitzender der NDP getarnten Mos- kau-Emigranten Dr. Lothar Bolz wird ein Ministerium für Autfbau zugesichert, nachdem die ursprüngliche Ernennung dieses besonderen Moskau-Expbrten zum Außßenminister doch in- opportun schien. Die Finanzen überläßt man relativ gern der LDP, die Hier in dem Thürin- ger Parteivorsitzenden Dr. Loch einen der SMA besonders verschriebenen Experten zur Verfü- gung stellt, wenngleich er sich auch in dem Kommunisten Meyer einen SgD-Kontrolleur gefallen lassen muhß. Der CDU wird noch das Arbeitsministerium zugesprochen. Aber der ehe- malige Nationalkomitee-Major Luitpold Steidle muß einen kommunistischen FDGB-Staatssekre- tär in der Person Peschkes akzeptieren. „Weltanschauliche“ Minister Die zwei„weltanschaulichen“ Ministerien für Vollksbildung und für Justiz werden natürlich von der SED okkupiert, und zwar wird Ma x Fechner, der bisherige Präsident der glei- chen Zentralverwaltung, Justizminister, obwohl er niemal eine juristische Ausbildung genossen hat, wohl aber sich in den Monaten seiner bis- herigen Amtsführung durchaus als Vollstrecker der sehr willkürlichen SMA-Justiz ausgewiesen hat. Und der Moskau-Emigrant Paul Wandel, dem ein gut Teil der Totalisierung von Schule, Kunst, Theater und Literatur in der Sowietzone und ebenso die Einrichtung einer kommunisti- schen Zensurstelle zu danken ist, wird Volks- bildungsminister, ohne daß die anderen Parteien innerhalb dieses Ministeriums auf auch nur be- scheidenen Einfluß rechnen Kkönnen. Das Figuren-Kabinett Grotewohl stellt also eine wohl ausgewählte Mannschaft dar, in der jeder— ganz gleich welcher Partei er zugehört — geine eindeutigen Meriten im Sinne der deut- schen Sowietisleruns errungen hat. Hinter denen, die aber aus einem anderen Lager kom- men, sind dennoch überall so starke„linientreue“ Sicherungen aufgebaut, daß der Auftrag, ein sowietisch denkendes und sowietisch handelndes Kabinett zu bilden, nicht sinnfälliger erfüllt wer⸗ den konnte. Deutschlund internaiondler Handelspariner Prof. Erhard über die Wirtschaftslage Hamburg(dpa.) Die Demontagen in Deutsch- land sind nach Ansicht Protessor. Erhards das„unglücklichste Mittel der Wiedergutma- chung“. Vor Pressevertretern in Hamburg ven- trat der Bundeswirtschattsminister arn Mittwoch die Auffassung, moralische Schuld lasse sich schwer in Münze umwandeln, Erschwerend für die deutschen Schritte gegenüber den gegen- Wärtigen Demontagerichtlinien tzel die unein- heitliche Haltung der Alliilerten in dieser Frage. Prof. Erhard kündigte an, daß deshalb den Hohen Kommissaren differenzierte deutsche Vorschläge über Möglichkeiten in der Demontagepolitile unterbreitet wurden. Die Handelsabkommen Die gegenwürtige Stagnation in der Eisen- und Stahlproduktion hielt der Bundeswirtschaftsmi- nister nicht für eine Dauererscheinung. Dagegen spreche schon die positive Entwicklung in allen übrigen Wirtschaftszweigen. Auch die Handels- abkommen des Bundes mit insgesamt 29 ande- ren Staaten spreche für eine zeitliche Begren- zung der Stagnation in der Eisen- und Stahl- produktion. Der Minister erinnerte dabei beson- ders an das Ost-West-Handelsabkommen. Er glaubt an ein beiderseitiges Erfüllen dieses Ver- trages. Besonders hob er im gleichen Zusam- menhang den Handelsvertrag mit Uruguay hervor, der Deutschland zum ersten Handels- partner dieses Landes mache und der„sehr beachtlich“ sei. Das Volkswagenwerk Ueber die Entwicklung der Besitzverhältnisse des Volkswagenwerks nach dessen Uebergabe in deutsche Hand, konnte Wirtschaftsminister Prof. Erhard noch kein klares Bild geben. Nach seinen Aeußberungen ist es nicht beabsichtigt, das Werk in Staatsbesitz zu überführen. Die Export- aussichten für Volkswagen hält der Minister für günstig. Der Minister zweifelt nicht daran, das Deutschland auch für die Zukunft auf Zu- kluß ausländischen Kapitals in irgendelner Form — wie etwa gegenwärtig aut Grund des Mar- shallplanes— angewiesen ist. qe gröher dieser Zustrom würe, desto eher würde Deutschland den Anschluß an den Leistungsstand und an dle Leistungsspitzen der übrigen Welt kinden. ——u— Entlassene Vollkspolizisten fliehen nach dem Westen Uizen. Die Entlassungen aus der Grenzpolizel der Sowjetzone haben sich im Verlaut einer strengen„Süuberungsaktion“ nach Uberein- stimmung von amtlichen Stellen und Grenzgün- gern in letzter Zeit vermehrt. Nach dlesen An- gaben sollen alle Polizisten entlassen werden, die im und nach dem Krlege in westalliterter Gefangenschatt waren oder deren Angehörige im Gebiet der Bundesrepublilk wohnen, Geflüch- tete Sowietzonenpolizisten haben berlchtet, daſß die Einheiten, in denen Entlassungen Vorge- nommen wurden, zum Tell schon wieder mit 17/ und 16Jünrigen politisch geschulten„Volles- poltzisten“ aufgefüllt worden sind. Säratliche Stellen rechnen in Kürze mit einem erhöhten Zustrom entlassener Volkspollzisten nach dem Westen. Bundestagsabgeordneter Pastor Morltz-Hrnst Prlebe(SpD) teillte am Dlenstag mit, daſl etwa 80 helmat- und mittellose Flüchtlinge. die durch die Acht-Länder-Kommission im Flüchtlings- lager Bohldamm abgewiesen wurden, in Erd- löchern hausen. Er bittet die Oflentlichkeit durch Sach- und Geldspenden zu helfen. Die Abgewiesenen weigern sich, in die Sowiet- zone zurückzukehren. Sie leben von den Speise- resten aus dem Lager Bohldamm. Die Erdlöcher haben sie sich zum Schutz gegen die Kälte ge- graben. Unter ihnen sind 15 Kinder im Alter von eineinhalb bis 12 Jahren. /Pastor Priebe bittet die Ottentlichkeit, um der Kinder willen zu nelten, ehe sie elend zugrunde gehen. Volksmenge gegen früheren Gestapochef Gent. Der ehemalige deutsche Gestapochef für Westfalen, Joset Hetzinger, der vor einem Militärgerichtshof in Gent, Belgien, unter dem Verdacht der Begehung von Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt ist, wurde am Mittwock beim Verlassen des Gerichts- gebäudes von der erregten Volksmenge miſ- handelt. Ungefähr 50 Personen, die sich vor dem Gerichtsgebäude angesammelt hatten, durch- brachen den Polizeikordon und schlugen auf Hetzinger ein. Bereits während der Verhandlung mußte die Polizei den Angeklagten gegen einen früheren Angehörigen der Widerstandsbewegung in Schutz nehmen, der auf Hetzinger mit einem Stuhl ein- schlagen wollte. Der Belgier sagte aus, er sei seinerzeit von dem Gestapochef während eines viertügigen Verhörs ständig mit einem Gummi- knüppel geschlagen worden. Eine Frau, die eben. falls der Widerstandsbewegung angehörte und nach ihrer Aussage während eines Verhörs mit dem Kopf nach unten aufgehängt worden War, sagte:„Dieser Bandit ist nicht einmal wert, er⸗ schossen zu werden.“ Uberraschende Demontage in französischer Zone Haden-RBaden. Die Teildemontage von 14 Ma⸗ schinen in der Dreherei der Kaiserslauterner Eisenwerke wurde am Mittwochmorgen über⸗ raschend begonnen. Die Betriebsleitung der Werlee tellte mit, daſßß die Berliner Firma Wergel die Demontage mit künt Arbeſtern aus Berlin und Hannover ausführe, Ihnen sei ein in Kal⸗ gerslautern zusammengestellter Arbeitstrupp von 10 bis 15 kfranzösischen Arbeitern zugefügt Worden. In einer EUrklärung des französtschen Landes- kommissariats in Koblenz wurde festgestellt, daßß die demontterten Maschinen Pakistan zu- Hesprochen worden seien. Die mit französischer Zustümmung zwischen der Kaiserslauterner Werksleitung und Paktistan geführten Verhand- lungen über Kompensation hätten keinen be⸗ krledigenden Verlaut genommen. Die kranzösi⸗ schen Behörden selen deshalb verpflichtet, die interalliterten Beschlüsse über die Demontage auszuführen. 3 Fin Ofkiztier der französtschen Landesdelega- tlon in Koblenz haät angekündigt, daß er bei Zwischenkfällen„mit schärksten Mitteln“ ein⸗ schreiten werde. Bisher wurden weder Militär noch französische oder deutsche Polizei im Werk eingesetzt. Der kranzüsische Verteidiguntsminister Paul Ra⸗ madter trat am Mittwochmorgen aus Washinston kommend wieder in Paris eln, Tageblakt Kommunistische Presse in USA keum qelesen Von unserem Kʒorrespondenten“ W. W. New Vork.(Eig. Bericht.) Eine offiziells Veröffentlichung der Kommunistischen Partei der USA gibt interessante Ziffern über die Leser kommunistischer Zeitungen wieder. Die Ziftern sind so niedrig, daß man sie zweifellos tür anti- kommunistische Propaganda halten würde, wären sie von anderer Seite veröffentlicht. Da die Quelle aber die Partei selbst ist, dürfte an der Richtigkeit der Ziffern kein Zweifel bestehen. Das Hauptorgan der Partei, der„D iIy Wor- ker“, hat in den Monaten von Oktober 1948 bis Oktober 1949 eine Durchschnittsauflage von 23 400 gehabt. Um' die Wende des Jahres 1948 War die Auflage sogar auf 19 000 gesunken und hat sich nur auf Grund einer gewaltigen Pro- paganda seither um ungefähr 4500 herauf- geschraubt. Wenn man bedenkt, daßß der„Daily Worker“ das Hauptorgan der Partei ist, und die Zifter von 23 400 die Gesamtauflage von sileben verschiedenen lokalen Ausgaben bedeutet, 80 mutet diese Zifter unwahrscheinlich gering an. Hinzu kommt, daß die Vergleichsziffern anderer Tageszeitungen für europäische Begriffe schwin- delhaft hoch erscheinen müssen. Die bekannten Zeitungen New Vorks und anderer Großstädte haben Auflagen, die zwischen einer und über drei Millionen liegen. Vergleicht man dies mit der Auflagezifter des„Daily Worker“, 80 er- scheint sie noch zwergenhafter, als sie absolut genommeèn schon ist. Die Tatsache, daß noch einige andere kommunistische Zeitungen im Um- lauf sind, ändert an der geringen Ziffer so gut wie garnichts, denn ihre Auflagen bedeuten überhaupt nichts für eine Tageszeitung. Die in deutscher Sprache erscheinende kommunistische Zeitung fristet unter dem Namen„Die Frei- heit“ ihr kümmerliches Dasein. Man hat be⸗ rechnet, daß die Gesamtauflage aller kommu- nistischen Zeitungen addiert zwischen 40 000 und 60 000 liegt. Natürlich darf man nicht vergessen, daß diese Zeitungen nur von aktiven oder doch zumindest sehr offenkundigen Kommunisten gelesen wer⸗ den. Es wäre daher falsch, aus der Auflageziffer der Zeitungen direkte Schlüsse auf die Anzahl der Kommunisten und ihre Anhänger zu ziehen; es gibt natürlich Tausende und aber Tausende, die aus Gründen der Tarnung nicht nur nicht Abonnenten, sondern nicht einmal Leser kom- munistischer Zeitungen sind. Immerhin besteht ein gewisses Zahlenverhältnis zwischen aktiver und offener und inaktiver und versteckter An- hüngerschaft. Wie man es auch berechnet, die Zittern beider Gruppen bleiben überraschend tiek. Das kommunistische Hauptorgan ist heute in seiner Verbreitung auf ungefähr die Ziffer zurückgegangen, mit der es vor 22 Jahren von seiner Gründungsstadt Chicago nach New Vorle übergesiedelt ist. kURZNMAccHRICHRIIW Besatzungstruppen milssen Jagd- und Flscherlaub-⸗ nis besitzen. Die amerikanische Hohe Kommission Veröftentlicht eine Jagd- und Fischereſverordnung. Wonach alllierte Besatzungstruppen und deren An- gehörige nur jagen oder fischen dürtfen einen gültigen Jagd- oder Fischereischein besitzen. Die Verordnung glit für das amerikanische Besat- zungsgebiet. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hat bisher in seinen Zonenzentralen Hamburg und München 200 000 Suchanträge von Kriegsgefangenen aus Rußland entgegengenommen. Davon konnten nach einer Mitteilung des DRK bisher 160 000 posi- tiv beantwortet werden. Totobetrüger verurteilt. Ein Hamburger Amtsge⸗ richt verurteilte am Mittwoch den 30lährigen Op- tikermeister Günther Lohse aus Elmshorn zu einem Monat Gefängnis, weil er einen Totobetrug Versucht hatte. Er wollte noch nach der Durchsage der Fußballergebnisse vier Wettscheine bei der Totogeschäftsstelle einschmuggeln. Das bisher höchste Fangergebnis der Herinsssalson dieses Jahres erzielte der Finkenwerder Fischdamp- fer„Martin Mewes“ mit 5459 Zentnern Heringen. Die Akten des Volkswagensparer-Prozesses sind nach einer Mitteilung des Hildesheimer Landge- richts Mitte September von den Besatzungsbehörden angefordert und bisher noch nicht wieder zurück- gegeben worden. Die ursprünglich auf Anfang Ok⸗ tober angesetzte Verhandlung vor dem Landgericht Hidelsheim mußte daher auf einen unbestimmten Termin verschoben werden. Hitlers letster SA-Stabschef, Wilhelm Schepmann. —— dieses Jahres in Celle ent- nazifliziert werden. Da Schepmann, der im August 1943 SA-Stabschef Wurde, nicht der für risch erklärten Organisation der Reichsleiter ange- hörte. wurde das in Blelefeld gegen ihn laufende Spruchgerichtsverfahren eingestellt. Der württembergisch-badische Ministerprk ö prüsiden Dr. Reinhold Mater hat der Witwe des im Mai d. 1 von dem amerikanischen Soldaten Jones erschosse- nen Wachtmannes Mildenberger als hrensold eine W monatlich 100 DM bewilligt. Dem 665⸗ jährigen Vater des Ermordeten wurde ein— rente von 50 DM gewährt. Mit der ersten Maschine der Skandin he Luftftahrtgesellschaft 8SA8, die den Pelten Pe⸗ vVerkehr zwischen Bremen und den US8SA aufgenom- men hat, sandte die frele Hansestadt Bremen Grüße an die nordameyikanische Stadt Philadelphia. Gegen den flüheren ungarischen Auße Raile und vier seiner Mitangeklagten— Mittwoch vormittag in Budapest der Berufungspro- Zell. Rajlk und zwei Mitangeklagte waren am 24. September zum Tode, zwel weitere Angeklagte zu Frelheitsstrafen Verurteilt worden. Gegen das Ur⸗ tell hatten die Verteidiger Berutung eingelegt. Gans Itallen war am Mittwoch ohne Zel Zeltungen, da die Drucker seit Dlenstagnacht streiken. 3— ebenfalls angektndigte Streik der Arbelter und An- f*— + Verkehrsbetriebe in Rom e in letster Stunde durch Aufn Verhandlungen abgewendet werden. Aüte e Chetredakteurt Dr. Karl g11ex. Stellv. Chetredekteur: Dr. Franz C. Heildelberg erantwortliche Redakteure: Dr. Herber 9*„ Tbert v. ö K Dr. Arthur Nepple(Wirtschaftstelh): Br, Ruce Goldschmit-Jentner(Feuilleton), Dr. Jise Sümmer⸗ macher Frauentragen), Werner Schewitz(Lokales) Güunter Vraschka(Sport); tür Anzelgen: Thomas Morath⸗ Verlagsleltunk: Wimelm Rolchenbach. wenn s1s —— 8 e e ieeeeeneee=due=ueeee, — —— SSS˖r˖r˖˖ — e — 1000 lachen über Werner Kroll Neben mir sitzt ein Mann mit tränenüber⸗ trömten Gesicht, von Lach-Schluchzen geschüt- elt, hinter mir wimmert und stöhnt eine Frau: 0 Gott, ich kann nicht mehrl', das Farkett und die Rünge des„Capitol“ dröhnen vor Gelächter. Und schuld an allem ist Werner Kr0oll, der berühmte Parodist, der eben nach langer Pause teine erste Nachkriegstournee durch die West- vonen unternimimt, in die er endgültig zurück⸗ gekehrt ist. Wenn Werner Kroll als ältliches, Verkniffenes Männlein, im uralten Gehrock, mit Vorsintflutlichen Hutgebilde und schwarzem Kneifer, einer miesen alten Tante nicht unähn- Uch, unbewegt und mit tödlichem Ernst seinen höheren, Blödsinn von sich gibt(als Rundfunk- ansager), dann kann kein Auge trocken bleiben. Und wenn er die verführerische Zarah(„Kann denn Liebe Sünde sein??“), den unwiderstehlich tschluchzenden Tenor Giglis, oder den von Wol- ga-Sehnsucht trunkenen Baß Schaljapins(jeweils in der Original-Sprache) nachahmt, dann kann auch der Kritischste dieser Charakterisierungs- kunst und dieser unglaublich modulationsfähigen Stimme die höchste Bewunderung nicht ver- gagen; ganz zu schweigen von dem Vierer- Dialog zwischen Moser, Lingen, Rühmann und Romanowsky. Max Wendeler, der den Abend conferiert, ist ein wendiger Bonvivant, der über seine netten Frivolitäten und Lausbübereien und über den Erfolg beim Publikum, das er blen- dend zu nehmen weiß, von Herzen mitlacht. Ein ganz besonderes Lob verdient der Pianist Dr. Alfred Hornberg, der über die verschieden- sten vom Publikum gewünschten Themen 80 lünzend improvisiert, daß der Fachmann und er Laie gleichermaßen lebhaften Beifall spen- den.— Evelyne Petersen imponiert durch sehr gute akrobatische Leistungen und Helga Pommerenke vom Berliner Opernhaus war- tet mit zwei temperamentvollen Solotänzen auf. Fin Abend, zu dem man das Publikum nicht mit schönen Reden verführen muß— es kommt in hellen Scharen von selber Pe. — Zum Thema„Hauptbahnho““ Wir veröffentlichten in unserer Ausgabe vom 6. Oktober die erstaunliche Antwort der Stutt- garter Eisenbahndirektion auf unsere Anfrage zum Thema:„Verlegung des Hauptbahnhofs“. In dem wörtlich wiedergegebenen Brief wurde von elnem starken Widerstand aus den Kreisen der Einwohnerschaft gesprochen und außerdem von einer Abordnung des Stadtrats, die beim dama- Ugen Reichsverkehrsministerium Vgorgesprochen haben soll, um die Verleguntz des Hauptbahn- hots zu vereiteln. Wie wir inzwischen festgestellt haben, ist in ganz Heldelberg niemandem etwas von elner Abordnung des Stadtrats im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit bekannt. Es ist nun Sache der Reichsbahndirektion Stuttgart, nähere An- tzaben in dieser Angelegenheit zu machen, zumal sle uns zur Veröffentlichung ihrer Mitteilungen nusdrücklich bevollmächtigt hatte. Kʒulturrat der Heimatvertriebenen Wührend der Kulturwoche des Ostdeutschtums hatten sich auf Anregung der IDAD die Kultur- referenten der Vertriebenenorganisationen sowie Vertreter kultureller Institutionen und, Vereine des Ostdeutschtums zu einer Arbeitsbesprechung zusammengefunden. Dabei kam es zur Bildung eines Kulturrates der Heimatvertriebenen im Zentralverband der vertriebenen Deutschen. Dieser soll die Pflege der kulturellen Werte und Uberlieferungen der Heimatvertriebenen ermög- Uchen, fördern und nützliche Anfänge einzelner Gruppen zusammenfassen. Der Kulturrat setzt sich aus den Kulturreferenten der Landesver- bünde und der Landsmannschaften sowie je einem Vertreter des Göttinger Arbeitskreises, des Adalbert Stifter Vereins, der Karl Schirren Gesellschaft und der Künstlergilde zusammen. Zusammenschluf von Flüchtlings-Zeitschriften Die bisherigen Zeitschriften für Heimatvertrie- bene„Flüchtlings-Kurier“, Bremen,„Der Leucht- turm“, Krothmühl Obb.,„Unsere Heimat“, Eß- lingen,„Heimatland“, Heidelberg,„Die neue Helimat“, Heidelberg und„Die Wirtschaftshilfe“, Stuttgart, haben sich zum„Ost-West-Kurier“ zusammiengeschlossen. Die jede Woche einmal erscheinende Flüchtlingszeitung bringt regel- mäßig eine Bildseite, die Landesseliten werden nusgewechselt. Der,„Ost-West-Kurier“ hat eine Auflage von über 100 000 Exemplaren. Seinen 60. Geburtstag felerte vor einigen Tagen bel bester Gesundhelt Dr. Hugo Zelt2z, Wieblin⸗ ten, Wir gratulieren nachträglich. „Schönmattenwag“ Im, Rahmen des Forums der Damenschneider- innutig Heidelberg, über das wir bereits in unserer letzten Samstag-Sonntag-Ausgabe berichteten, nahm auch der Berufsberater des Arbeitsamtes, Simon, zur Frage der Gewerbefreiheit Stellung. Er führte u. a. aus:„Die Befürchtungen, die Ge- werbefreiheit würde einschneidende Maßnahmen im ganzen Lehrlingswesen mit sich bringen, haben sich als grundlos erwiesen. Nach wie vor werden von den Lehrstellensuchenden Ausbildungsstellen gewünscht, in denen ein Meister die Verantwortung trägt. Eine gute, fachlich geleiteéte Ausbildung für unsere Jugend ist Voraussetzung für einen Wieder- aufstieg, denn nur qualitative Arbeitskraft kann uUnseren Arbeitsmarkt beleben.“ Zur Frage der Lehrlingshaltunsg erklärte er:„Es dürtte bekannt sein, daß in diesem Jahre 5000 Schüler die Vollesschulen verlassen haben und nun vor der wichtigen Lebensentscheidung der Der neue Mann im Odenwaldklub Heidelberg, Prof. Ernst Weis, weckt Initiative. Sie kommt dem geselligen Leben der ganzen Stadt zugute. So soll der erste Heidelberger 8S amba-Expreß uns alle nach Dürkheim und Zell am übernächsten Sonntag entführen. Perkeo selbst will das Riesenfaß inspizieren. Am Ziel empfängt der Hei- matverein und Musik die Gäste zu fröhlicher Wall- fahrt zum Zeller„Schwarzen Herrgott“. Der Auf- takt eines großen Winterprogramms war Prof. Maenner, Weinheim, zu danlcen.„Land und Leute im Donauraum“ kennt er genau durch seine Reisen. Seine, menschlich warmen und humorgewürzten Reise-Erinnerungen beglei- teten zahlreiche selbstaufgenommene Bilder aus der Kolonialheimat unserer Südostvertriebenen. In Landkarten Südwestdeutschlands hat Prof. M. genau eingezeichnet, woher die Vorfahren der Deutschen des Donauraumes in Ungarn und Ru- mänien stammen: meist aus den alemannischen Be- zirken südlich Offenburgs, zum Teil aber auch aus unserer engeren Heimat, insbesondere dem Oden- wald und der Pfalz. Aastof zur Auswanderung gab damals die Kolonisationspolitik der Habsbur- ger. Der Wohlstand war jenen Leuten nicht ange- flogen, sondern hart erarbeitet worden,. Die Be- hausungen sind schlicht, aber blitzsauber, mit Giebel nach der Straſle, so breit, daß sie dreimal unsere Hauptstraße aufnehmen könnte. Ungarländische und jugoslawische Deutsche hat- ten massenhaft Hühner und Gänse, Das Land gab reiche Uberschüsse. Hochentwickelte Schweine⸗ müsterei ruhte auf dem Mais, Soziale Probleme wie beil uns gab es kaum. Gutgepflegt wurden auch die Wingerte. Die„Schwaben“ im Banat waren in Wirklichkeit Rheinfranken, echte Pälzer Krischer! trug wie im Odenwald den Kosenamen„Schimmeldewog“! Viele Bauern der Gegend leben jetzt in Leutershausen und Schrlesheilm. In Guttenbrunn, dem größten alemannischen Dorf Ost-Huropas, wurden gewaltige Café Berxgold im neuen Gewand Bei dem Ausbau eines Hauses in der Altstadt kann man schon seine Wunder erleben, s0 berich- tete uns Josef Berggold, der Inhaber des Cafés Berggold in der Hauptstraße. Da kommt plötzlich beim Legen von Rohren ein ausgemauerter meter- tieter Brunnen vor dem Haus zum Vorschein und noch manch andere Requisiten im Innern der vier Wände aus der guten alten Zeit. Eine alte Balken- decke bot alle Aussicht, eines Tages einen Sturz in die unteren Regionen anzutreten, ein paar Balken- tlelen uns beim Beklopfen gleich in die Arme. Und 80 kam es, daß aus dem ursprüntlich nur vorge⸗ habten Plan, das Haus zu renovieren, gänzlich neu ausgestaltete und ausgebaute Räüume wie ein klei- nes Schmuckkästchen am vorgestrigen Tage das Licht der Welt erblickten. Josef Berggold, ein sudetendeutscher Flüchtling, krüher Inhaber des Kurhotels in Schluckenau, hat sich nun nach mühsamer Arbeit wieder eine neue Existenzmöglichkeit geschaffen und ein geschmack- volles Café im Zentrum der Stadt eingerichtet, das im Dienst des Fremdenverkehrs und als Gaststätte für die Einheimischen eine erfreuliche Bereiche- rung darstellt. Von einem gemütlichen Kaffeeraum im Erdgschoß führt eine neu angelegte Treppe in die oberen vergrößerten Räumlichkeiten, die auch gehr geschmackvoll räumlich wie ausstattungsmüßig gestaltet sind, so daß insgesamt über 200 Personen in dem Café Platz finden. Die architektonischen Arbeiten wurden von dem Baumeister und Innen- architekten Sichert durchgeführt, der aus einer guten Wiener Schule hervorging und bereits am „Vater Rhein“ sein Können bewiesen hat. E. O. Ein Abend der Schlesler Der Schlesterbund gedachte am Montagabend Wwührend der Monatsversammlung der ver- lorenen Heimat. Als Vertreter des Landrats war Herr Enge und Herr Kritzler für die Stadté erschlenen. In seiner Begrüßungsansprache Wies der erste Vorsitzende, Wolf, auf die Bedeu- tung und den Sinn des Abends hin. Relctor Tra ub sprach Uber das Heimatgedenken allgemein. Er rlet dazu auf, die verlorene schlesiche Heimat doch etwas näher kennen zu lernen, denn nur wenige gelen sich beispielsweise der Wirtschaftlichen Be- deutung der, trüheren Helimat bewußt. Georg Märtsch, der Leiter der Jugendgruppe, trug mit In dieser neuen Zehnpfennig· Cigarette gehen ausgewählte Orient- und Virginla-Tabake eine harmonische Verbindung ein. Die spezifischen Vorzüge beider Provenienzen kommen bei jedem Zug zur Geltung. DIE STADTSEITE „Gule, iadiliche Ausbildung der jugend Vorausselzung iür Wiederauislieg“ Der Berufsberater des Arbeitsamtes, Simon, sprach beim Forum der Damenschneiderinnung Heidelberg „Berufswahl“ stehen. Wenn es auch dank der Un- terstützung des Handwerks, des Handels und der Industrie gelungen ist, bis jetzt 1200 Jungen und 1100 Mädchen unterzubringen, so gilt doch unsere Sorge all den übrigen jungen Menschen, die bis jetzt noch keine Lehrstelle finden konnten. Da in Heidelberg das Handwerk bis zu 865 Prozent unsere Jugend aufnimmt, steht die Zusammenarbeit zwi- schen Berufsberatung und Handwerk in einem engen Verhältnis. Gerade die Damenschneider- innung hat sich in Fragen des Nachwuchsbedarfs immer leiten lassen von der Bedürfnistrage unter Berücksichtigung der späteren Existenzmöglichkeit und war sich der hohen sittlichen Verantwortung —— anvertrauten Lehrling gegenüber stets be⸗ wußzßt.“ Im Hinblick auf die Lehrlingsvergütungs⸗ sätze kührte er aus:„Als vor einigen Monaten die erste Kunde von einer Erhöhung der Lehrlings- Mit Perkee nadi Dürkheim und Tell Odenwaldklub will Winterprogramm mit Samba-Expreſßf starten Mengen Schnaps erzeugt und— namentlich zur Kerwe am 2. September-Sonntag— Konsumiert. Geheiratet wurde früh: Mädchen mit 15 Jungens mit 18 Jahren. An der Hochzeit nahmen oft 3—4000 Menschen teil. 70—80 Hinkel mußten dann ihr jun- ges Leben allein für die Suppe lassen. Mit 31 Jah- ren waren manche Frauen schon— Omas! Prof. Maenner betreut laufend seine Freunde aus dem Donauraum, die sich im und am Oden- wald niedergelassen haben. Solche Männer prak- tischer Erfahrung sind die rechten Exponenten sach- gemäßer Flüchtlingsbetreuung, die unser Flücht- Ilings-Bundesminister Dr. Lukaschek an der richtigen Stelle einsetzen sollte. Prof. Weis, der auch Alemanne wie Prof. Maenner ist und die Fahrten in den Donauraum mitmachte, dankte ihm kür diese Ein- und Fernblicke herzlich. Dr. d. Anläßlich der Ostdeutschen Kulturwoche DAD-Festspiele) 1949 tagte der Zentralverband der vertriebenen Deutschen(ZuD) in Heidelberg. Auch die Landsmannschaften des Bundesgebietes nahmen an den Beratungen teil. Bundesminister Dr. Lukasche k legte sein Amt als Vorsitzen- der des 2oP nieder, versprach jedoch, an den Geschicken des Verbandes weiterhin Anteil zu nehmen. Gleichzeitig gab der Minister der Hoff- nung auf gute Zusammenarbeit des ZvD mit sei- nem Ministerium Ausdruck. An Stelle von Dr. Lukaschek wurde der Lan- desvorsitzende der IDAD, Dr. ing. Bartinek (Karlsruhe) zum ersten Vorsitzenden des 2vD gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde Dr. Linus Kather(Hlamburg), und dritter Vorsitzender Gedichten und Liedern wesentlich zum Gelingen des Abends bel. Auch von einigen anderen Lands- mannschaften waren Vertreter erschienen. rk. Ermittlungen Angehöriger von Krlegsgefangzenen und Ostvermißten Gesucht werden die Angehörigen der folgenden Kriegsgefangenen und Ostvermißten. Um Mithilte der Bevölkerung witd gebeten Hauptm, Dietrich, ca. 40 Jahre, 1/40 Flak- Regt. 13/Abtlg. 42, verh. Vermiſßit 31. 1. 43/ April 1948. Lager Nr. 97 Jelabuga. Getr. Friedrich Hock, ca, 40 Jahre, verh., Maler — Kohlenhändler. August 1948. Lager Nr. 7169 ⸗— Gomel. Gefr. Karl Holdermann, ca. 25 Jahre, Land- Wirt, FPN 35 140 M. Letzter Einsatz Mai 19465 K6- niggrätz. Uttz. Otto Lutz, ea 28 Jahre, ledig. FPN M 63 006/11. U-Flottille Bergen, dann infant. Einsatz, Stettiner Nachschubbatl. April 1945 Anklam. Getfr. oder OGefr. Johann Passo, ca. 26 Jahre, bis April 1944 Italien, dann Einsatz CSR Sept. 19456. Transport von Mamur Szeyek nach Rjasch. Matr.-OGefr. Roos oder Rof, ca. 25 Jahre, led., FPN M 62 716 MPA Wien, 30. April 1945 Einsatz Triest— Venedig— Pola. OGefr. Russ, ca 25 Jahre, ledig, FPN 36 698, Kol. 6, Flak-Abtlg. 869(mot). Letzter Einsatz August Zu dem theatergeschichtlichen Kurs der Volks⸗ hochschule, der jeden Montag um 20 Uhr in der Landhausschule, Saal 22, stattfindet, können An- meldungen noch in der Geschäftsstelle der Volks- hochschule, Rohrbacher Straße 13, entgegengenom- men werden. Die Kursgebühr für die zehn Abende beträgt DM 65.—, für Mitglieder des Heidelberger Bundes für demokcratische Kultur ist der Kurs frei. Die Ateller-Ausstellung im Schloß„Malerei und Sraphik“, Uber die wir in unserer Dienstagausgabe berichteten, findet im Mannheimer Schloß bis zum 23. Oktober statt. Die Städt. Pressestelle Mannheim gab uns eine unvollständige Informatlon.) Wir machen auk die öftentl. Zahlungsaufforderung im Anzeigenteil aufmerksam⸗ Harmonisch verbunden. GRNIFENT· VINGINIX lip Donnerstag, 13. Oktober 1940/ Nr. 130/ Selte 8 vergütungssätze an unser Ohr kam, war es gerade die Berufsberatung, die dieser Entwicklung mit großer Sorge entgegensah. Die Tatsache, daß in diesem Jahr der geburtenstarke Jahrgang 34/35 aus der Schule kam, also 20 Prozent mehr Entlaßschüler als im Vorjahr, bedingte eine verstärkte Lehr- stellenwerbung von Seiten des Arbeitsamtes. Daß die erhöhten Vergütungssätze zu einem un- günstigen Zeitpunkt die Lehrstellenwerbung hem- men mußte, wurde rechtzeitig erkannt und deshalb der vorgesetzten Dienststelle, dem Landesarbeits- amt, Mitteilung gemacht. Auch Anregungen wurden gegeben, den Lehrflrmen Steuerermähigung zu ge- wüähren, oder durch Einführung von Prämien die Lehrlingseinstellung zu erleichtern. Es war uns klar, daß bei der allgemeinen Geldknappheit und dem heutigen Auftragsmangel, durch eine Erhöhung der Vergütungssätze gerade das Handwerk und damit unsere lehrstellensuchende Jugend am meisten getroflen wurde.“ Abschliegßend sprach der Berufsberater zur Frage der Lehrlinge über 24 Jahre:„Das leb- hafte Interesse aller Forumteilnehmer an der Frage der Ausbildung älterer Ratsuchender beweist, Wie problematisch die Lösung dieser Frage geworden ist. Zu uns kommen täglich Heimkehrer, die noch ohne Berufsausbildung sind, über 24 Jahre alt, und nun eine Ausbildung beginnen möchten. Daß es fast tür jeden Handwerksbetrieb unmöglich ist, den gesetzlich tariflichen Lohn eines ungelernten Ar- beiters für die Zeit der Ausbildung zu zahlen, ist verständlich. Oft ist ein ülterer Ratsuchender bereit, auch zu einem niedrigeren, beiderseits frei vereinbarten Lohn zu arbeiten, da ihm die Aus- bildung im Vordergrund steht. All diese Schwierig- keiten sind uns bekannt und haben uns veranlaßt, den zuständigen Stellen genaue Informationen mit entsprechenden Unterlagen zu geben. Ich möchte nur jeden Warnen, vertragliche Privatabmachungen zu trellen, die bei geringsten Differenzen zwischen Lehrherr und Lehrling zu einem arbeitsgericht- lichen Nachspiel führen könnten.“ IWeigleisigkeit der Flückilingsorganisalionen beendel Tagung des Zentralverbandes der vertriebenen Deutschen ein Vertreter der Landsmannschaften, Dr. Gille, fkrüher Lötzen/Ostpr. Mit der Wahl Dr. Gilles fand einer der wichtigsten Verhandlungspunkte, nämlich der Einbau der Landsmannschaften und der berufsständischen Organisationen in den ZvD, seinen krönenden Abschluß. Die Versam- melten waren sich über die Einbeziehung der landsmannschaftlichen und berufsständischen Verbände in den ZvbD grundsätzlich einig. Die organisatorischen Notwendigkeiten dafür wer⸗ den im gegenseitigen Einvernehmen bis zum 15. November 1949 festgelegt. Dieser Einigungsbeschluß wird bei allen Hei- matvertriebenen größte Genugtuung auslösen, hört doch damit eine gewisse Zweigleisigkeit der Flüchtlingsorganisationen auf. Es dürfte kaum einen Vertriebenen geben, der die speziellen Auf- tzaben der Landsmannschaften und der berufs- ständischen Organisationen unterschätzt. Trotz- dem können grundsätzliche Belange der Vertrie- benen nur von einer zentralen Stelle aus wirk⸗ sam wohrgenommen werden. Und dafür sind jetzt die Voraussetzungen im ZVD geschaffen. Rr. Schweres Autounglück Gestern abend um 18 Uhr fuhr kurz vor der Dreibogenbrücke ein amerikanischer Per- sonenkraftwagen gegen einen Opel-Viersitzer. Der Fahrer des Opelwagens blieb unversehrt, wührend die Mitfahrer von einem amerikanſschen Sanitätswagen in verletztem Zustand in die Klinilt eingeliefert werden mußten. Bei einem der Verletzten besteht Lebensgefahr. Informationsdienst Amerikahaus: 20 Uhr Zusammenkcunft des German- Ameritkan Discusstion Club(Tnema wird noch ange⸗ gchlagen). Gedock:„Der Bildhauer Bernim“, Lichtbildervortrag Prof. EVers- München, 20 Uhr, Hörsaal 13. Von den Städtischen Bühnen Heute, Donnerstag, 19.30 Uhr(Miete C und freler Verkauf)„Pazganini“, Operette in drei Akten von Franz Léhar. Freitag, 19.30 Unhr(Miete D und freier Verkauf) wird Goethés„ERgmont“ mit der Musiic von Ludwig v. Beethoven in der Inszenlerung von Frledrich Brandenburggswiederholt. Samstag, 10 Uhr(außer Platz- mlete)„Der Rosenkavalfer“. Elnzeichnungen zur Platzmiete werden tur alle Miet- reihen entgegengenommen. Für bereits stattgefundene Vorstellungen werden Gutscheine ausgegeben, die im Laufe der Spielzeit eingelöst werden können. Gute und e sztehen noch in allen Mietreihen zur Ver⸗ ung. Wetterberlcht Vorhersaget WNeblig, nachmittags helter, keine Niederschläge, mild. Tietsttemp. 10 Crad. Höckist⸗ temperaturen 16—20 Grad. Für Frettag keine Aenderung. Wasserstand Rhein: Caub 66.— Main: Steinba 140.— Plochingen 96. eg ν to Stückà topPfg. Seite 4/ Nr. 130/ Donnerstog, 18. Oktober 1949 Neues aus Walldorf Walldort. Am„Kerwesonntag“ dürfen die La- dengeschäfte mit Erlaubnis des Landratsamtes Heidelberg in der Zeit von 12 bis 19 U e6 . 0 is hr geöftnet Der neue Meßplatz ist bezugsfertig! Nachdem uam Montag die Dampfwalze den Platz„aufge- bügelt“ hat, können die angesagten Karussells und Vergnügungsbuden ihre Plätze beziehen. Zur Zeit bekommt der gesamte Platz noch eine Kies- decke. Auch für fließendes Wasser ist auf dem Platz gesorgt. Im Laufe des Monats Oktober kindet eine Nacherhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme statt. Anzugeben und meldepflichtig sind: a) der Anbau landwirtschaftlicher Zwischenfrüchte, b) der Anbau von Futterpflanzen zur Samengewin- nung. vo. Neuer Bürgermeister in Rotenberg Rotenberg. Bei einer Wahlbeteiligung von 77,81 Prozent wurde am Vergangenen Sonntag der Kohlenhändler Berthold Hartmann zum neuen Ortsoberhaupt der rund 600 Sèelen zühlenden Stadtgemeinde gewählt. Er erhielt insgesamt 116 Stimmen, während auf den Gegenkandidaten, Landwirt Frwin Spieß, 106 Stimmen enitfielen. Ungültig waren 20 Stimmen. Im Gegensatz zur letzten Bürgermeisterwahl vor zwei Jahren, die ein gerichtliches Nachspiel hatte, verlief diesmal der Wahltag äuſßlerst ruhig. Beim diesjährigen Patroziniumsfest der Stadt- gemeinde, deren Stadt- und Kirchenpatron der Erzengel Michael ist, hielt der zur Zeit bei sei- nen Verwandten zu Besuch weilende Missions- pater Baumgart den Festgottesdienst. hauer, trug durch eine gut eingeschulte Messe zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Am Abend versammelte sich dann die Kirchenge- meinde, um über die Missionserlebnisse und-Tä- tigkeit Pater Baumgarts in Afrika zu hören. Die jetztige Pfarrkirche ist ungefähr 140 Jahre alt und ist ein einfacher Barockbau mit einem Turm an der Südseite. Ihr Hauptschmuck ist ein spätgotisches Sakramenthäuschen im Chor. Es soll eine Stiftung des Speyerer Bischofs Philipp von Flersheim sein, und man nimmt an, daß es von der ehemaligen Schloßkapelle hierher ver- bracht worden ist. mg- Evangelisches Jugendtreffen in Nuffloch Nuffloch. Am Sonntag fand hier das Bezirks- jugendtreflen der evangelischen Gemeindeju- gend, das im vorigen Jahre in Oftersheim ab- gehalten wurde, statt. Nach einem Festgottes- dienst am Vormittag, bei dem der Posaunenchor Walldorf mitwirkte, war man am Nachmittag im Saale„zur Pfalz“ bei Spiel und Scherz ge- miütlich vereinigt. Gegen Abend fuhren die ein- zelnen Bünde der Jungen und Mädehen mit ihren Wimpeln auf ihren Rüdern wieder froh- temut ihren Heimatorten zu.“ g8. — Hausbesitzerversammlungen. Heute, Donnerstag, 13. Okctober, 20 Uhr, flnden in folgenden Orten Versammlungen für alle Grund- und Hausbesitzer zur Aufklärung über die Vermögensanzeige und die Selbstberechnung der Soforthilfeabgabe statt: Dossenheim, Gasthaus„zum Adler“, Schriesheim, Gasthaus„azum Hirsch“, Leu⸗ tershausen, Gasthaus„zum Löwen“., Vor- drucke mitbringen. Von der Großmarkthalle Am Mittwoch stand einer sehr großen Anfuhr nur ein sehr schleppender Absatz gegenüber, Einen groſlen Ueberstand gab es bei den Birnen, die auch bei billigsten Preisen kein Interesse fanden. In Aepfeln war bei stark nachgebenden Preisen der Absatz nur langsam, Um Tomaten ist es sehr ruhig geworden, ein großer Ueberstand war unvermeid- lich. Die Preise gestalteten sich wie folgt: Birnen I. 18—25, II 8—12; Aepfel 1 14—23, II 10—13; Pflr- siche 10—35; Kastanien 35—37; Quitten 16—22; Kopf- salat 5—12; Kohlrabi je Stück 6; Stangenbohnen 19—22; Tomaten 1 8—-—10, II 4-—5; Blumenkohl 1 40 bis 65, II 10—35; Wirsing 14; Spinat 5—6; Feldsalat 30; Endivien 5—10; Zwiebeln 10. Das Stuttgarter Kunstkabinett R. N. Ket⸗ terer verschickt soeben einen stattlichen Ka- talog für seine Ende Oktoher sattfindende Kunst- Auktion. Fast 2000 Nunimern kommen zum An- gebot, Kunsthücher, Graphik, Handzeichnungen und einige schöne Skulpturen von Barlach, sowie hauptsächlich moderne Bilder, unter denen Edvard Munchs,„Mütterlichkeit“, eine trühe Landschaft von Kirechner, ein paar Kinderköpfe von Paula Modersohn-Bek⸗- Kker aufkfallen. Das Hauptgewicht der Aultion, die eine der bedeutendsten der Nachleriegszeit ist, liegt aber bei der Graphik und den Hand- zeichnungen. Hier werden Dürersche Kupferstiche und Holzschnitte und Rem- brandtsche Radierungen in schönen Kxemplaren geboten. Die Taxpreise sind im Allgemeinen in zeitgemähen Grenzen gehalten. Wenn Rembrandts seltenes Blatt„Die Land- schaft mit den drei Hütten“ dennoch mit 22 000 DM angesetzt ist, so zeugt das von der ungewöhnlichen Gualität und dem außer⸗ ordentlichen Erhaltungszustand dieses Exem- Hlares. Unter den sechzehn Dürer-Stichen wird Ale„Melancholte“ mit 3000 DM, die„Ma⸗ rlt mit dem Kind am Baum“ müt 1500 DM und die Jungfrau mit demlangen Haar auf der Mondsiche!“ mit 1200 DM bewertet. Einen besonderen Anziehungs- punkt bilden die Zeichnungen aus dem Kreis der Nazarener und Romantiker, Overbeck, Cornelſus, Olivier und das schöne Porträt des Johannes Veit von seinem Bruder Philipp gezeichnet, das wie die meisten dieser Blät⸗ ter aus der Sammlung des Prinzen Johann Georg von Sachsen stamimt. Unter den Moder-⸗ nen locken neben einer schmissigen Entwurts⸗ Der Kirchenchor, unter der Leitung von Frl. Fell- LAVDRnEIS HrIbrInFnCG UVD UMCTBUVS Meckesheim beridhtel Verein zur Förderung des Wohnungsbaues gegründet Meckesheim. Im überfüllten Saal des Gasthofs „Zum Lamm“ wurde déf„Verein zur Förderung des Wohnungsbaues e. V.“ in Meckesheim ge- gründet, der es sich zur Aufgabe macht, zunächst drei Doppelhäuser mit je vier Wohnungen in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Hilfs- dienst zu errichten. Die Vermessungen und Vor- bereitungen zum Bebauen des Geländes an der Eschelbronner Straße sind bereits abgeschlossen. Sollte ein Zuschuß von der Soforthilfe für Neu- bürger-Wohnbauten gewährt werden, so könnten gleichzeitig auch sechs neue Wohnhäuser für Flüchtlinge errichtet werden. Vorerst traten dem Verein etwa hundert Personen bei, zu deren Vor- sitzenden Oberbaurat a. D. Franken beauftragt Wurde. Dem engeren Vorstand gehören auber- dem noch die Herren Schiller, H. Schmidt und Gerzabek an. Ein zehnköpfiger Beirat wurde dem Vorstand noch zur Unterstützung beigeordnet. Das Finanzamt Heidelberg hält am heutigen Donnerstag im Meckesheimer Rathaus, Zimmer 1, in der Zeit von 6 bis 12 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr Sprechstunden ab, die vor allen Dingen Rück⸗ kragen wegen der Soforthilfe-Abgabe klärgg sollen. Die alte Feuerwehrspritze wurde am Samstag- Vvormittag vor dem Rathaus öffentlich und meist- bietend versteigert. Das neue Restaurant„Zum Bahnhof“ wurde am Samstagabend von seinem Inhaber Friedrich Hassemer eröffnet. Die freiwillige Feuerwehr hielt am Sonntag- vormittag eine Ubung ab, bei der auch der Kreis- keuerwehrführer anwesend War, während sie sich nachmjttags an der großen Bammentaler Feuerwehrschlußübung beteiligte. Eine wichtige Versammlung der Jungbauern und Jungbäuerinnen fand am Sonntagnachmittag statt. Die den Zuckerrübenanbauern zugestellten An- träge mußten am Montagvormittag ausgefüllt und unterschrieben wieder bei der Kartenstelle ahgegeben werden. Eine Ackerwaage ist verloren gegangen. Abzu- geben gegen Belohnung bei Georg Walch, Bahnhofstraße 9. t- NUNieslocher Edi0 Taufe des neuen Weines am Sonntag im Weinzelt Wiesloch. Infolge Hinausschiebens der dies- jährigen Weinlese zur Erzielung von Qualitäts- weinen flndet die vorgesehene Taufe des neuen Weines erst am kommenden Sonntag im Wein- zelt auf dem Kurpfälzischen Winzerfest in Wiesloch statt. Die Taufe des neuen Tropfens wird feierlich von der diesjährigen Weinlcönigin und den ältesten Winzern der Genossenschaft durchgeführt. Das Schaukochen im Winzerzelt in Wiesloch, das gestern stattfand und heute wiederholt wird, veranstalteten die Wieslocher Einzelhandelsge- schäfte Ph. Wettstein und Jenner, sowie die Wieslocher Teigwarenfabriken W. Lechner und H. WIII. Wir werden über diese Veran- staltung noch berichten. Studienrat Josef Bauer am hiesigen Realgym- nasium wurde in den Ruhestand versetzt. Neue Kkath. Gottesdienstordnung. In den letz- ten Jahren hat die Wieslocher Einwohnerzahl stark zugenommen, Daher reichen auch die bis- herigen drei Sonntagsmessen nicht mehr aus, um alle in den Bänken Platz finden zu lassen. Nun wird ab Sonntag ein vierter Gottesdienst eingelegt, um vor allem der Jugend Platz zu geben. Die katholischen Gottesdienste sind jetzt kolgendermaßen eingeteilt: 7 Uhr Frühmesse, /%gg Uhr Singmesse mit Predigt, 9 Uhr Schü- lergottesdienst mit kurzer Predigt ohne Verkün- digungen für die Woche, 10 Uhr Hauptgottes- dienst. Während des Monats Oktober ist täglich um 6 Uhr abends Andacht.-kr- Dossenheimer Wachridilen Dossenheim. Am Freitag fand nach langer Un- terbrechung eine öflentliche Gemeinderatsitzung statt. Bei Beginn derselben gedachte Bürger- meister Böhler des schnell verstorbenen Ge- meinderats Heinrich Wedel und begrüßte des- sen Nachfolger, Landwirt August Reis erOVPH,, welcher am Vormittag auf sein neues Amt ver⸗ Pflichtet Wworden war. Punkt 1 der Tagesordnung waäar die Kostentragung bei Desinfektionen. Man kaßßte den Entschluß, daß für eine Ungezieferbe- kümpfung zukünftig der Beteiligte selbst aufzu- kommen hat und die Gemeinde nur noch in be- sonderen Ausnahmefällen Zuschüsse gewährt. Die Kosten der Bekämpfung von allgemein an- stéckenden Krenkheiten werden vom Gesund- heitsamt übernommen.— Auf starke Ablehnung stießh das Schreiben des Finanzministeriums, das Eigentumsrecht vom chemaligen Kleinkaliber- stand, sowie das Grundstück des aufgelösten Schützenvereins, dem soeben gegründeten„Ge- sellschaftsverein“ zuzusprechen. Der Gemeinde- rat behält sich in dieser Angelegenheit weitere Schritte vor.— Das Gesuch des Odenwaldklubs, zwecks finanzieller Unterstützung bei Instand- setzung des Aussichtsturmes auf dem Weißen Stein, wurde befürwortet. Gleichzeitig soll man auch die Nachbargemeinde Schriesheim ersuchen, die Hälfte der entstandenen Kosten zu tragen, Weil viele Ausflügler nach Schriesheim weiter⸗ Wandern.— Der Eingabe der Turn- und Sport- gemeinde 1889 um Freigabe von Gelände hinter dem Waldsportplatz„Jahnwäldchen“ zwecks EFr- richtung einer Blockhütte mit Versammlungs- und Unterstellraum wurde stattgegeben.— Hef- tige Debatte hrachte der Antrag der Dossenhei- mer Vereine, TSG, TV. Germania und Fc Sport- freunde, eine Wasserleitung zum Sportplatz 2u legen. Die ganze Streitfrage ging darum, ob man eine großbe Wasserversorgungsanlage auch für künftige Siedlungsbauten oder nur eine kleine Leitung zum Sportplatz legen soll. Der Gemein- derat kam dann überein, mit einer Waschanlage den sporttreibenden Vereinen so schnell als mög- lich zu helfen. 1s. Fest der Ordination Dossenheim. Am Sonntag erfolgte die feier- liche Ordination von Pfarrer Friedrich Kraft, der auf seinen Wunsch in seiner Heimatkirche eingesegnet wurde. Als Religionslehrer in Eber- bach und jetzt als Inspektor im Waisenhaus Beuggen tätig, ist Herr Kraft allseits beliebt. Am Sonntagfrüh wurde der Gast von seinem Eltern- hause von den evang. Vereinen unter Vorantritt des Posaunenchors, der Schulkameraden, dem Bürgermeister, Gemeinderat, deni Ortsgeistlichen Pfarrer Steger, Pfarrer Urban aus Schries- heim, Oberkirchenrat Katz und der Gemeinde abgeholt und in feierlichem Zug durch das mit Täannen, Birken, Blumen und Girlanden, sowie Kirchenfahnen geschmückte Dossenheim zur Kirche geleitet. Die Feier selbst wurde durch Vorträge des Posaunen- und Kirchenchors, und einer Instrumentalgruppe festlich umrahmt. Nach der Einsegnung durch Oberkirchenrat Katz hielt der neue Pfarrer die Festpredigt, welche bei allen einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.— Eine besondere Freude für Pfarrer Kraft war, dah sein hochbetagter Vater, der am 12. Oktober seinen 89. Geburtstag feierte, der Ordination bei- Wohnen Kkonnte. Vater und Sohn unseren herz- lichsten Glückwunsch.-ik- Tageblatt Glockenweihe in Brombach Die Brombacher evangelische Kirche hatte wie Viele Kirchen in Dörfern und Städten im Krieg ihre Glocken hingeben müssen. Nur das kleinste Glöckchen, das sogenannte„Silberglöckchen“, hatte seither den Dienst versehen. Durch Holz- verkauf im Kirchenwald, durch persönliche Op- fer und nicht zuletzt durch den selbstlosen Ein- Satz von Pfarrer Rot h hat nun die Brombacher Gemeinde wieder Glocken erhalten, drei schöne Bronceglocken, gegossen in der Heidelberger Glockengießerei Scheithing. Am Sonntag fand in der restaurierten Kirche die Glockenweihe statt. Das Gotteshaus konnte die große Festgemeinde, die von nah und fern zu dieser Stunde gekommen War, kaum fassen. Die Posaunenchöre von Eberbach und H e d- desbheh und der Brombacher Gesangverein und Kirchenchor unter Leitung von Hauptlehrer Engelhardt gaben der Stunde festlich fro- hen Klang. Im Dorf herrschte fröhliches Treiben mit Schiflschaukel und Verkaufsständen und gast- lichen Kaffeetischen und Kuchentellern in je- dem Haus, Am Abend sollte dann noch die Ju- gend zu ihrem Recht, des Tanzens, kommen. do. Neckarsteinach. Die Haus- und Grundbesitzer- Vereinigung e. V. hält am Donnerstagabend, um 20 Uhr, im Gasthaus„Zum Schwanen“, eine Ver- sammlung ab. Referenten der Vereinigung hal- ten Vorträge über Soforthilfe und Lastenaus- Eleich; anschließend ist freie Aussprache.— Im Rathaus, Zimmer 1, liegen zur Zeit Verschollen- heitslisten zur Einsichtnahme auf. Alle die Aus- kunft geben können über einen in der Liste auf- geführten Verschollenen werden gebeten, dies dem jeweiligen Amtsgericht zu melden.— Wir machen unsere Leser schon heute darauf auf- merksam, daß sich die nächste Gemeinderat- sitzung in der Hauptsache mit dem Problem der Wohhungsbeschaffung befassen wird. Wie Bür⸗ germeister Schmitt in der letzten Gemeinderat- Sitzung bekannt gab, beabsichtigt die Gemeinde durch Gewährung von Bauzuschüssen die Bau- tätigkeit zu fördern.— Das bei der letaten Ge- meinderatsitzung genehmigte Baugesuch war nicht vom Gemeinderat Ludwig Ilsenhöfer eingereicht worden, sondern von der Firma Ludwig und Georg Ilsenhöfer. W. Waldhilsbach. Unser Ausflugsort hat nun neben den zwei békannten Gaststätten:„zum Röß“1“ (Besitzer Gaul) und„Zzur Krone“(Besitzer Müller) ein weiteres Kaffee-Restaurant„Zum Forellenbach“(Besitzer Liebig) erhalten. Alle drei Gaststätten werden auch bei der diesjäh- rigen Kirchweih alles aufbieten, um die zahl- reichen Ausflügler in jeder Beziehung zufrieden zu stellen. Wilhelmsfeld. Nach langjähriger Trennung von Frau und Kindern traf vor wenigen Tagen Pe⸗ ter Gärtner aus russischer Gefangenschaft in der Heimat ein. Der Gesangverein„Sänger⸗ bund“, dem der Heimgekehrte viele Jahre ange- hörte, ehrte seinen alten Sangesbruder mit einem Ständchen und herzlichen — Leimen. Am vergangenen Samstag trafen sich im Gasthaus„Zum Weinberg“, 20 Jahre nach der Schulentlassung, die ehemaligen ABC-Schützen. Eine stattliche Zahl war von nah und fern ge⸗ kommen, um sich wiederzusehen und alte Er- innerungen auszutauschen. Außerdem waren Rektor a. D. G. Schmitt, Rektor H. Rudolf und Lehrer G. Gehrig anwesend, um mitzu- teiern und sich mitzufreuen, Nach Ansprachen der einzelnen Lehrer und Schüler, die besonders der Gefallenen und Verstorbenen gedachten, war die Bahn frei zu Tanz und Unterhaltung. In den frühen Morgenstunden klang das harmonische Schülertreflen bei Kaffee und Kuchen aus, Es Wären schöne Stunden. Mfl. Ettentl. Forum im Landkreis Heidelberg Mückenloch: 13. 10. 49, 20 Uhr, Schulsaal, Horrenberg: 20. 10. 49, 20 Uhr,„Zum Hirsch“, Waldhilsbach: 27. 10. 49, 20 Uhr,„Zum Rössel“, Lobenfeld: 3. 11. 49, 20 Uhr,„Zur Linde“, zeichnung von Toulouse-Lautree und einer Reihe seiner Litographien, ein sehr schönes NRötelblatt von Hans von Marées, Graphiken von Munch, Zeichnungen von Rodin, Malil1ol und Renoir. Die Ausstellung des Auktionsgutes War bereits in München zu sehen, geht jetzt noch nach Köln und wird drei Tage vor der Auktion, die vom 26. bis 28. Oktober in Stuttgart stattftindet, hier zu sehen sein. 4 Das neue Bucht Die brüderliche Schuld Walther Georg Hartmann: Der Bruder des vVerlorenen Sohnes, Erich Schmidt- Verlag, Berlin-Bielefeld, 141 8. Walther Georg Hartmann ist dem breiten Lesepublikum wohl deswegen kfast unbekannt geblieben, weil er ganz und gar ein Dichter ist, dem Konzessionen an das rein Schriftstellerische nur schwer aus der Feder fließen. Seine Dich- tungen wenden sich daher an wenige, an die- jenigen, denen auch in der schriktstellerisch überbelasteten Moderne die Begegnung mit dem reinen Wort etwas Besonderes geblieben ist. Schon der Vorwurt seiner neuen Erzählung lälht die„Pranke“ des Dichters, der Frank Thielh die„spitze Feder“ des Schriftstellers gegenüber⸗ gestellt hat, sichtbar werden, Ste setzt dort ein, Wo das Lukasevangelium in seinem Gleichnis vom„Verlorenen Sohn“ aufhört und greikt dlie unbeachtete und doch um so Vviel mehr drama- tischere Person des Bruders des„Verlorenen“ heraus, dem„die schwerste Last zuflel“, der sich durch die mit Buße und Reue erlangte Ver⸗ zethung, ja durch das erfüllte Glück des Heim-⸗ Lelkehrton um seine Schuldlasiskelt betrogen kühlt.„Du verstehst die Liebe nicht—“, Wirft ihm die alte Kinderfrau vor, indes er antwortet: „Die Gerechtigkeit— ich bin bescheliden!“ Das „Vermehrte Dasein“ des Jüngeren verwandelt seine Welt, der einst Haltlose und Verlorene empfängt die Sicherheit, die er, der Recht⸗ schaffene, vor ihm verliert. Gegenseitig reifen die beiden Brüder zu der Erkenntnis, daß es eine„brüderliche Schuld“ gibt, eine Schuld, an der alle mitschuldig sind und bleiben. Als„die Welt“ fordert, der Heimgekehrte müsse den Hotf Wieder verlassen, daß„das schlechte Beispiel nicht ansteckend wirke“, gehen die Brüder ge- meinsam, um in gemeinsamen Dienst an der Familie eines ganz und gar Verlorenen ihre ge- meinsame Schuld zu sühnen. Ein erzväterlicher, Überzeitlicher Hauch geht durch die schwerflüssige Sprache, die sich nur dem Leser ganz erschließt, der Schritt für Schritt dieser seelischen Auseinandersetzung mitzuschrei— ten gewillt ist. Wer den Gang aber tut, wird an geinem Ende die Läuterung empfinden, die eben nur das dichtersiche Wort geben kann. K Versunbene Reiche in Amerika Ueber dieses Thema sprach Werner Seyferth (Karlsruhe), im Heidelberger Amerika- Haus. Trefllich zusammengestellte Lichthilder gaben den zahlreichen Zuhörern einen Ueberblick über die bisher kaum bekannten uralten Indtanerkulturen von Mittel- und Südamerikkca, Riesige, stufenförmige Pyramiden, ott gröher als die Cheopspyramide, ate- hen heute noch als Zeugen jener grohen Vergan- lenheit. Tolteken, Mayas und Inleas bauten dort relch versterte Tempel für thre Götter. Gewaltige Mauern schütsten die Städte und Festungen. Den⸗ noch drangen die Spanter mit List und Gewalt bis zur letzten Zuflucht der Inkas hoch in den Anden vor und vernichteten diese hochentwiekelte Kultar. Das gewaltige Reich, das sich 4000 km an der Küste Südamerikas erstreckte, geriet für Jahrhunderte in Vorgessenhelt.— Die in Amerika bedeutende Kirche denu Ckrisu dar Helllaan dar lotzten Tade“— im Volksmund als Mormonensekte bekannt— häat nun in den letzten Jahren erhebliche Mittel bereit ge- stellt, um diese versunkene Welt zu erforschen. Sie wollen damit den wissenschaftlichen Beweis der Behauptungen des Buches:„Mormon“ erbringen, das die Wanderungen und Kriege ſener Völker, so- Wie ihren Glauben und ihre religiösen Sitten und Gebräuche beschreibt. Luc. Kulturelle Rundschau Das Freilburger Münster in Getfahr. Der Münster⸗ bauverein in Freiburg 1. Br. wendet sich in einem Aufruf an die Oeffentlichkeit und erklärt, dahb das Münster in seinem Bestande ernst-⸗ llcoh gefährdeft set, wenn es nicht gelinge, die zur Erhaltung des Münsters erforderlichen Mittel aufzubringen, Neben den zahlreichen Kriegsschä⸗ den machten sich in letster Zéit erhebliche Schäk⸗ den bemerkbar, die durch das Alter und die Jahre kindurch vernachlässigten Erneuerungsarbeiten hervorgerufen würden. Hamsuns neues Ruch in Deutsch. Hamsuns neues Buch, das in seiner Heimat und in Schweden gro- hes Aufsehen erregt hat und das eine Rechtterti⸗ gung des Dichters für sein Verhalten im dritten Reiche bringen soll, wird demnächst in einer deut- schen Uebersetzung im Paul-List-Verlag in Mün⸗ chen erscheinen, Das Buch wird im Deutschen den Titel„UVeberwachsene Ffade“ führen. Und„dennoch!“ In Deisenhofen in Baycben Hat ein Verlag eine fruchtbare Tätigkeit entfaltet. Das Unternehmen nennt sich„Dennoch-Verla Vertreibt die Reproduktlonen von Werken armloser Maler und beschäftigt etwa 30 Schwerlertegsbeschä⸗ digte. Bisher wurde der Verlag aus elgener Kraft als Gmbll. geführt., Nun ist er vom bayrischen Arbeltsministerium als Versehrtenbetrieb' über⸗ Bernadette dramatlslert. Intendant Hannes Pa n. hert hat für das Theater der Stadt Baden-⸗ RNäden die Dramatisterung des Werkelschen Ro⸗ mans„Das Lted von Bernadette“ zur Ur⸗ auttührung angenammen. Als Gast kür die Ausstat⸗ tuns wurcke der Heidelberg Aähnenbeil, 0 Nreietundlchtet, Aman ildnar Nelm 1 e eeeeuuue, 4 Wayeblakk Freier DM-Kurs— Barometer des Vertrauens Prof. Erhard zu aktuellen Wirtschaftsfragen HDie D-Mark sel die einzige Währung, die nach der Abwertung ihren früheren Kuns auf den freien internationalen Devisenmärkten ge⸗ halte n habe, während alle übrigen abgewerteten Wänrungen Einbußen zu verzeichnen hätten, er- Klürte Bundeswirtschaftsminister Professor Ludwig Erhar d vor Pressevertretern in Hamburg. Das beweise das Vertrauen des Auslandes zu der deut- schen Wirtschaft, Der offizielle 23,8-Cents-Kurs der DM ist nach Ansicht von Professor FErhafd richtig ge⸗ wählt, da er die Industrie zu einer gesunden Leistungssteigerung zwingt. Auch angesichts der starken Einfuhrabhängigkeit Westdeutschlands dürtte der Kurs angemessen sein. Weiter erklärte der Minister, die von ihm früher angekündigte Investitionssumme von Mrd. DM kfür das dritte Quartal 1949 sei erreicht worden, Die Summe setze sich u, a. zusammen aus Freigaben des ERP-Gegenwert⸗ konds und des GAKRIOA-Fonds in Höhe von 600 Mill. DM,(davon 270 Mill! allerdings noch nicht ausgezahlt), aus 900 Mill. DM Haushaltsmitteln und restlichen Beträgen aus dem Arbeitslosen- stock, Privatversicherungen, Sparkassen, Wert⸗ Paplerzeichnungen und Finanzierung der Betriebe mit Eigenkapital. Professor Erhard betonte, die Investitions- tätigkelt der westdeutschen Wirtschaft sei relativgünstig zu beurteilen, zumal sich durch/ den neuen Umrechnungskurs der DM höhere Gegenwerttonds ergeben. Man könne damit rechnen, daß aus diesen Fonds monatlich 200 Mill. DMzur Verfügung stehen werden. Auch die bevor- stehenden Steuererleichterungen werden die Kapi- talbildung der Wirtschaft fördern. Zum Außenhandel bemerkte der Bundeswirt- Sschaftsminister, daß ein Ausgleich für eingetretene Abwertungsverluste einzelner Fxporteure nur in wenigen ausgésprochenen Härtefällen zu rechtfertigen sei. Er bezeichnete es ferner als Wünschenswert, möglichst bald auf Lebens-⸗ mittelsubventlonen zu verzichten. Im übrigen seien diese Subventionen nicht 80 hHoch, wie man ursprünglich erwartete, da die Welt⸗ marktpreise eine sinkende Tendenz aufwei⸗ Ullllsitizlztttttztsssssssttlttusttiitiitirtistttttssssstnssttitttttitttꝛttstzzzzkkrttinsttzszzzinssstuntzttttununntttttt Hahn contra Keynes Geheimrat Professor Dr. Adolf Weber, der Münchener Wirtschaftswissenschaftler, veröflent⸗ licht im nächsten Heft der„Zeitschrift für das ge- samte Kreditwesen“(20) einen Aufsatz mit dem Pitel„Hahn contra Keynes“, in dem er unter Hin- weis auf die neuesten Veröffentlichungen von L. Albert Hahn, insbesondere dessen in den USA erschienenes Buch„EFeonomies of Illusion“, sich mit dem„Keynesianismus“ auseinandersetzt, Wwobel er auch die neuen Veröffentlichungen Schachts erwähnt. Adolf Weber führt u. a. aus: „Die Geldtechnik hat notwendige Fortschritte gemacht, um Vorfinanzierungen zu ermöglichen. Als die Menge der Zahlungen stark anwuchs, er- schlen die Banknote; sie legte um den metallischen Kern einen elastischen Gürtel. Und als sich die Notwendigkeit ergab, ohne Rücksicht auf das vor- handene Bärgeld und auch ohne Rückesicht auf die schon gemachten Ersparnisse mit Investitionen zu beginnen, setzte sich das Buchgeld durch. Es dart aber nicht verkannt werden, daß es nur Produzentengeld ist, dessen Menge begrenzt ist durch das zur Verfügung gestellte Bargeld, das Insbesondere für Lohnzahlungen unentbehrlich ist. Gitralgeld und Bargeld zusammen Können aber nie Kapital in Sinne vorgetaner Arbeit hervorzaubern; das kann nach wie vor nur ge⸗ schehen durch rationelles Arbéiten und rationelles Sparen, Das Geld als allgemeines Tauschmittel und Rechenmittel bleibt nach wie vor die„Rangier- lokomotive am Güterbahnhof“(Wirksell); es ist kein Zauberinstrument, das mittels des Kredits Güter aus dem Nichts hervorbringt. Daraus ergibt sich schon, daß nicht scharf genug Unterschieden werden kann zwischen Geld-⸗ markt unck Kapitalmarkt. Es sind das zwei Krundverschiedene Märkte, mit verschiedenartigen Aufgaben und eigenartiger Preisbildung. Mit dem oberflächlichen Hinweis, dort handele es sich um Kurstristige, hier um langfristige Kredite, ist wenig gesagt. Am Geldmarkt haben wir es mit einer ver⸗ hHältnismähig kleinen, in stetiger Erneuerung be- Hndlichen Schicht von Mitteln zu tun, die für die Beweglichkeit des Güteraustausches sorgt. Wenn Mittel des Geldmarktes auf den Kapitalmarkt über⸗ treten, wWo sie mit den beiden anderen Produletions“ elementen zu dauerhaften Gütern kombiniert' wer⸗ den, dann frieren sie am Geldmarkt ein, Was betriebswirtschaftlich zur IIliquidität und volks- Wirtschaftlich zu schweren Störungen führen muß. Mit Geldschöpfung kann man den Geld- markt manſpulieren, aber nicht das Angebot am Kapitalmarkt vergröhern.“ Lebensmittel-Einzelhundel für Abbau der Bewirtschaftung Mit Ausnahme von Weißbrot, Butter und evtl. Mundzucker sei die Versorgungslage bei allen übrigen Nahrungsmitteln 80 Verbessert, daß auf eine Weitertührung der Rationlerung verzichtet werden Könne, erklärte auf einer Pressebesprechung in Wiesbaden Dr. Arend Moje, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des deutschen Lebensmittel- einzelhandels. Aber auch die aus sozialen Gründen Fohotene Bewirtschaftung dieser restlichen Waren werde mit Ertolg nur dann gehandhabt werden kKönnen, wenn alle übrigen Rationierungsvorschrit- ten aukgehoben und die verbleibenden auch wirk⸗ lich gegen jedermann angewandt werden. Der Lebensmitteleinzelhandel sei einmütig gegen eine Erhöhung der Nahrungsmittelpreise als Folge der DM-Abwertung. Die regionalen Verbände hätten teilweise beéereits ihre Mitglieder angewiesen, er⸗ höhte Oflerten ihrer Vorliefteranten abzulehnen. Dr. Moje stellte jedoch fest, vom November 1948 bis zum Juli 1940 sei der Anteil der sozial Kkalku- lierten Artikel im Lebensmitteleinzelhandel von 30 nuf 51%d% gesttiegen, umsomehr müsse eine frei⸗ ügigse Kalkulation der nichtbewirtschafte- ten Artikel gefordert werden. Diese werde nicht zu einer Vergröheruns der Handelsspanne be- nutzt werden, sondern diene dazu, den Kaufleuten einen Anrelizs zum Aufsuchen der günstigsten Preise zu bleten und szie der überholten Denkungsweilse des Zuteilungs- oder Versorgungsprinzips zu ent⸗ Wöhnen, Deutsch-chilenischer Handel unbefriedigend. Trotz eines Handels-Abkommens zwischen Chile und Deutschland ist der Warenverkehr zwischen den beiden Lündern gering geblieben. Von chilenischer Seite wird dazu kestgestellt, daß die Mintuhr deut-⸗ Achier Industrie-Erzeuginsse von einer verstärkten Abnahme chilenischen Salpeters und chileni- Scher Wolle abhängt, die be dden nicht berücksichtiat sind. Aalar un Sbkenun sen und Westdeutschland jetzt in den Genuß des Welt-Weizenabkommens gelange. Professor Erhard wies ferner darauf hin, daß sich die zuständigen deutschen Stellen zur Zeit be- mühen, größere Freiheiten für die deutsche Schiffahrt und den deutschen Schittsbau zu erreichen. Damit würden auch die Probleme der Schiftsbauflnanzierung einfacher zu lösen sein. Kurs der Ostmatk niedriger denn je Das verstürkte Angebot der Ostmark in Berliner Wechselstuben hielt am Dienstag an. Teilweise mußten scharfe Repartierungen erfolgen. Die Wechselstuben setzten den Kurs der Ostmark erneut herab und handeln 2z. Zti eine Westmark mit 6.30 bzw. 6.50 Ostmark und hundert Ostmarlke mit 15.87, bzw. 15,36 Westmark. Damit ist der bisher nle⸗ drigste Stand der Gstmark erreicht, Das Ostmarkangebot dürfte im wesentlichen vom West- berliner Einzelhandel hergerührt haben, der schon seit geraumer Zeit über größhere Ostmarkbestände Verfügt. Flelschversorgung sichergestellt. Bis zum Frün⸗ jahr 1950 sollen auſler den laufenden Fleisch- lieterungen von rund 40 00 0m t weitere 30 00 0 t Fleisch aus Ungarn, Argentinſen, Frankkreich, Däne- mark, der Tschechoslowakei und Uruguay nach Westdeutschland eingeführt werden, wie dpa von zuständiger Seite verlautet. Konserven sind in dieser Menge nicht enthalten. 12 000 t Fleisch sind tür das Bergarbeiterprogramm bestimmt, der Rest wird für die fleischarme Zzeit in den Frühjahrs- monaten 1950 eingelagert werden. Soziallasten Berlins höher als erwürtet. Nach einner Mitteilung des Stadtkämmerers, Dr. Fried- rich Haas(CDU), im Hauptausschuß des Berliner Stadtparlamentes werden in Westberlin für Ar- beitslosenfürsorge und Sozlalunterstützung im Ok- tober über 35 Mill. D-Mark(West) gebraucht. Die Summe ist höher als der Voranschlag. Ponnerskag, 18. Oktober 1949/ Nr. 139/ Selte 5 Heidelberqs Hockey-Asse kreuzen die Schläger Kann die 186 den HCH schlagen?— e. Mit dem Punlctekampf TSG 76— HCH, der am Sonntagvormittag um 11 Uhr im TG-Stadion steigt, hat Heidelberg und darüber hinaus ganz Nordbaden sein großes Hockeyspiel. Es war schon immer 60, daßb über diesem Lokal-Derby eine besondere Span- nung lag. Beide Mannschaften lieferten sich viele mitreißende Kämpfe, bei denen trotz aller Kampf- betonung Hockey-Technik wahre Triumphe gefeiert hat, Man erinnert sich der grandiosen Verteidiger- Leistung des Internationalen Hans Haußmann, den sich auf der anderen Seite Heuser als Vorbild nahm. Oder an das ausgeklügelte Stürmerspiel mit Anwendung aller Raffinessen, wie es einst von dem HCH-Flügel Dr. Zapp-Horn und W. Meyer-Voth von der T8G 78 gehandhabt wurde, Es gab damals noch keine Punktespiele im Hockey und doch ging es bel jenen Begegnungen mehr oder weniger um die Vorherrschaft in Baden. Jetzt, wo es um Punkte geht, mag sich die Spannung noch erhöht haben. In den léetzten Jahren lag der HCH stets vorne, umso größer daher der Wunsch der 78er, dem mehr- tachen Meister einmal ein Schnippchen zu schlagen. Ob es gelingen wird? Man spricht in Hockeykereisen seit langem davon, daß die 78er angesichts des schwarzen Dreß) ihr Selbstvertrauen verlieren. Der Ablaùf der letzten Treflen gibt diesen Stimmen recht. Der HCH hat, obwohl in den Verbandsspielen dieser Saison noch ungeschlagen, einige Schwächen gezeigt. Aber in Spielen, bei denen es um etwas ging, war er stets da. Andererseits ist die TSG 76 kürszlich gegen Sachsenhausen zu großer Form aufgelaufen, um dann am letzten Sonntag gegen Msd6wieder abzu- tallen. Der Ausgang eines Lokalkampfes läßt sich stets schlecht voraussagen. Entscheidend in dieser Begegnung könnte die bessere Stürmerleistung sein. Der HCH verfügt hier über die routinierteren Kräfte, was die 78er nur durch größeren Eifer aus- gleichen können. Was wir uns wünschen: Ein FTreflen mit recht viel technischen Feinheiten, das an die ruhmreiche FTra- NWeues qu˙s Schwere Jungens mit Humor OStuttgart. Der Stuttgarter Kriminalpolizei gelang es, 34 schwere Einbrüche aus den Jah- ren 1946—48 aufzuklären. Ein Philosophiestudent, ein Versicherungsagent und zwei Maurer schlos- sen sich zu einer wohlorganisierten Bande zu- sammen, die sich zuerst auf Einbrüche in Le- bensmittelgeschäften und später in Textil- und Tabakwarengeschäften spezialisierte. Das Die- besgut verkauften sie in der bekannten Schwarz- handelsstraße in Stuttgart, in der Reinsburg- straße. Zeitweise wurden die beiden verdächtig aussehenden Häupter der Bande in Gewahrsam genommen, doch konnte ihnen nie etwas bewie⸗ sen werden, da sie im Keller einer gemieteten Ruine das Diebesgut aufbewahrten. Elegant, im zweireihigen Anzug, steiten Hut und Schweins⸗ lederhandschuhen, nicht zu vergessen die un- Vermeidliche Schweinslederhandtasche, in der sie vom Dietrich bis zur Bohrmaschine alles Ein- bruchswerkzeug mitführten, erschienen sie nach geschehenem Einbruch freiwillig auf der Polizei, um diese höhnisch zu fragen, ob man sie fur den erneuten Finbruch wieder verantwortlich ma- chen wollte. Doch eines Tages wurde ihnen der Einbruch in eine Gaststätte zum Verhängnis, man erwischte sie und verurteilte sie zu acht bis neun Monaten Gefängnis. Die Polizei War in der Zwischenzeit nicht untätig und kann nun eine neue Rechnung mit 34 Einbrüchen präsen- tieren. Es fielen ihnen dabei Waren im Werte von 40 000 DM in die Hände. Lieber tot als zurück über die Grenze München. Zahlreiche volksdeutsche Flüchtlinge in den stark überfüllten Auffanglagern Furth und Schalding baten den Beauftragten ddes Lu- therischen Weltbundes für gen, Pastor G. Dietrich, bei einem Besuch der Notgebiete des Bayerischen Waldes eindringlich, ihnen die Auswanderung zu ermöglichen. Die Bittsteller befinden sich zum großen Teil seit Jahren in Lagern, ohne Aussicht auf eine Bes- serung ihrer Existenz. In Schalding, Wo noch täglich illegale Grenzgänger aus dem Osten, zu- meist Frauen, Kinder und alte Leute, eintreffen, wurde Pastor Dietrich Zeuge der grenzpolizei- lichen Vernehmung einer aus Ungarn geflüchte- ten Mutter mit ihren drei Kindern, deren Vater 1945 von russischen Soldaten entführt wurde. Als die Frau, die mit ihrem illegalen Grenzüber- tritt gegen die Bestimmungen der amerikkanischen Militärregtierung verstoßen hat, zurückgewilesen werden sollte, rief sie unter Tränen:„Wir gehen nicht zurück, schießt uns lieber hler zusammen.“ Umsledlung nach urbeltspolitischen Gesichtspunkten München. Ministerialrat Dr. Rinkke, der Vor- sitzende des„Schlesier-Verbandes“ in Bayern, erklärte, einem Bericht der Süddeutschen Zel⸗ tung zufolge, nach seiner Rückkehr aus Bonn, dalt der geplante innerdeutsche Flüchtlingsaus- gleich nach den Aeußerungen des Bundesflücht- lingsministers auk kreiwilliger Basis und nach arbeitspolitischen Gesichtspunkten durchgeführt werden soll. Der Minister Will nur dann Zwang anwenden, wenn siech Bundesländer weigern sollten, die für sie bestimmte Quote von Um⸗ sledlern aufzunehmen. Man rechne damit, daß aus Bayern etwa 300 000-500 000 Flüchtlinge in andere Länder umgesiedelt werden. Dr. Rinke betonte, daß die Länder der französischen Zone noch aufnahmefähig seien; die dortige Bevölke- rung habe noch nicht den Vorkeriegsstand er- reicht. Ein rablater Llebhaber Karlsruhe. Wegen versuchten Mords und Tot- schlags hatte sich der Sprengmeister Johann Kunz vor dem Schwurgericht Karlsruhe zu ver⸗ antworten. Die Anklage Warf ihm vor, er habe versucht, zeine Gellebte zu töten, Well sie dag Verhältnis mit ihm lösen wollte, und deren Bruder, der Zeuge eines heftigen Wortwechsels zwischen den Liebenden wurde, ebenso zu besel- tigen, Wie die Beweisaufnahme ergab, hatte eine zerrüttete Ehe K. veranlaßt, mit der Zeugin A. ein Llebesverhältnis anzufangen. Mit ihrem Weggang nach Stuttgart hatte sie Klelchzeltig die Aböolcht, das Verhältnis zu lösen und Uel Iler Weltk dies auch den Angeklagten wissen. In einem gewissen erotisch- sexuellen Hörigkeitsgefühl stehend, versuchte K. sich aber immer wieder seiner früheren Geliebten zu nähern und ver- suchte eine Versöhnung, bei der auch der Bru- der der A. zugegen war. Als alle Vermittlungs- Versuche fehlschlugen, z0g8 K. seine von einem Ausländer gekaufte Pistole und schoß auf seine Geliebte und ihren Bruder. Er will im Erre- gungszustand gehandelt und niemals die Absicht gehabt haben, beide zu töten. Er wollte nur beide erschrecken und seine Geliebte zur Rück- kehr ermahnen.— Nach dem medizinischen Gutachten wurde die A. nur leicht verletzt, da- gegen wurde ihr Bruder durch mehrere Schüsse in die Hände und am Hals schwer verletzt. Trotz- dem war es ihm möglich, die Waffe aus der Hand des K. zu reißen und dadurch größeres Unheil zu vermeiden. „Illegale“ stören den Aufbau, Auf einer großen Heimatvertriebenen-Kundgebung in Krumbach (Schwaben) bezeichnete der bayerische Innen- minister, Dr. Willi Ankermüller, den Wohnungs- bau und die Beschaffung von Arbeitsplätzen als die vordringlichste Aufgabe, die aber durch das fortwährende Einströmen sogenannter„Illegaler“ Wesentlich erschwert werde. Den Flüchtlings- ausgleich bezeichnete der Minister als für Bayern unerläßlich. Bauernhotf in Eflilingen eingeäschert. Vor eini- gen Tagen brannte in Ehlingen bei Stuttgart ein großer Bauernhof mit der gesamten Ernte und Handwirtschaftlichen Maschinen bis auf den Grund nieder. Der Viehbestand konnte gerettet werden. Der Schaden beläuft sich auf etwa 30 000 DM. Als Ursache wird Kurzschluß ver- mutet. Obwohl die Löschzüge aus den benach- barten Orten schnell eintrafen, hat das Feuer im Stroh und Heu solche Nahrung erhalten, daß den Löschzügen nicht mehr viel zu retten übrig blieb. Schnelldienst für Arbeitslose. Die vor kurzem gegründete„Selbsthilfe der Arbeitslosen“ in München hat bereits über 300 Mitglieder. Auch ein Schnelldienst für Erwerbslose macht gute Fortschritte. Sämtliche Arbeiten werden fach- männisch ausgeführt, weil in der Organisation alle Berufe vertreten sind. Wohnungen nach dem Messerschmitt-Verfah- ren. In München-Harlaching wird zur Zeit eine Beamtenwohnungssiedlung nach dem Messer- schmitt-Verfahren errichtet. Die jetzige Monats- produktion des Werkes Augsburg der Firma Messerschmitt von 50 bis 100 Wohneinheiten kann ohne weiteres auf 300 Einheiten erhöht werden. Der erste Schnee auf der Zugspitze. Am Sonn- tagabend und in der Nacht zum Montag fiel auf der Zugspitze der erste Neuschnee. Von der Giptelstation wurden zehn bis zwölf Zentimeter Schnee gemeldet. Das Goethehaus wird im Winter fertig. Die Wiederaufbau Arbeiten am Goethehaug in Franlcfurt machen gute Fortschritte. Das Holz des Fachwerles ist im Laufe des warmen Som- mers gut ausgetrocknet, so daß jetzt die einrel- nen Gefache ausgemauert werden können. Auch die Fenster werden jetzt hergestellt und kinge- setzt, damit bis zum Winter der Bau abge⸗ schlossen ist, Das Dach wird zur Zeit mit Schie- fer bedeclet. Im Herbst und Winter geht es dann an die innere Ausgestaltung des Joethehauses, dle längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Masklerte Juxendliche Rüuber. Fin Raubüber⸗ fall auf nächtlicher Straße fand durch die Hell- bronner Kriminalpolizet seine rasche Auflelk⸗ rung. Drei Unbekannte hatten einen lettischen DP Uberfallen und ihn seiner Uhr, des Geldes, einer Mappe und eines Mantels beraubt. Dabel wurde der Ueberfallene mit Pistolen bedroht. Inzwischen sind drei junge Münner verhaktet worden, von denen zwel im Besitz von Pistolen Waren. Außer diesen hatten sle bei dem Raub auch noch Gesichtsmasken aus dunklen Damen⸗ strümpten bei sich getragen. Sie gaben an, dal- sle irgendeine Möglichkeit gesucht hätten, zu Geld zu kommen. Autf die Maslcen selen Gle durch den Besuch eines Filmes dakommen, HTV 46 vor doppeltem Punktgewinn 955 N t. dition dieser Heidelberger Lokalkämpfe anknüp An dem Klubkampf TS86 76— HCH nehmen ins⸗, gesamt acht Mannschaften teil. Neben stehen sich folgende Vertretungen gegenüber: 5 AH, Junioren, Jugend, Schüler, sowie I. und— Damen, Außerdem spielt die Traditionself des H in Grünstadt gegen die 1. Vertretuns des dortigen A8S V. Der HTV 46 weilt bei Germania Mannheim. Nach dem bisherigen Abschneiden müßten die Punkte nach Heidelberg fallen. Die Weiteren Verbands- splele: VfiR Mannheim— MS6; Phönix Karlsruhe Eruchsal; 46 Mannheim— Karlsruher IV. Rohrbach— Neckarau doch in Rohrbach Aut Grund besonderer Umstünde hat sich der Badische Fußballverband veranlaßt geschen,—— noch für einen Sonntag verhängte Platzsperre m sofortiger Wirkung aufzuheben. Das Spiel* den VfI. Necharau findet infolgedessen nicht wWie vorgesehen in Neckarau, sondern am Sonntag aut dem Platz der T86 in Rohrbach sta St. Leon fährt mit guten Aussichten nach Weinheim Verbandsliga: Weinheim 62— 88 St. Leon: Tus Beiertheim— SpVgg Ketsch; TSV Rintheim— 8 Waldhof; IV Bretten— VfI. Neckarau; Seckenheim 956— SkKd Birkenau; Das Spiel S6 Leutershausen — TSV Rot fällt aus, da beide Vereine für das Auswahlspfiel in Darmstadt Spieler abstellen. Für die 8S8 St. Leon ist das Treflen in Weinheim eine schwere Prüfung, Wenn die Leoner ihren großen Kampfgelst mitbringen und vor allem in Sturm ihr Spiel in die Breite ziehen, dann dürften auch an der Bergstraße Punkte zu holen sein. In Darmstadt Auswahlspiel: Westdeutschland— Süddeutschland. Bezirksklasse: TSV Handschuhsheim— TV Bam- mental; TSV Oftersheim— SV Schwetzingen; 88 Walldorf— Sd Nußloch: TSG Ziegelhausen,— Ger⸗ mania Dossenheim; TB Heidelberg— 88 Kireh- heim. Dieser kommende Sonntag in der Bezirks- Klasse hat es in sich. Sämtliche Spiele, mit Aus- nahme des Handschuhsheimer Treffens, tragen Lokalcharakter und sind, wie das Spiel in Ofters- heim, für die Plazterung von größter Bedeutung. Kreisklasse A: S6 Eberbach— 86. Nußlloch Ib: TS6 Dossenheim— ASV Eppelheim; Sd Dielheim — 86 Malschenberg: SV 07 Malsch— T8SG 78 Hei⸗ delberg; 4 Kreisklasse R: TSV Schönau— TVNeckargemünd: TS6 Rohrbach— TV Gaiberg; HTV 46— FT Hei- delberg. Jugendsplele: Staflel 1 A: 86 Eberbach— 89 Nußloch; TSV Handschuhsheim— TS6G Ziegel- hausen; TSV Wieblingen— TB Heidelbers; TV 46 Heidelberg— TV Bammental. Staffel 1 B: TSV Wieblingen— TB Heidelberg; T86 Dossenheim— Germania Dossenheim. Staffel II A: 86 Dielheim — 86 Malschenberg: TS6G Wiesloch— KusG Lei- men; TSV Rot— 86 St. Leon. Jugend-Handballer in Neudenau Am kommenden Sonntag steigt in Neudenau ein Jugend-Handballturnier, dessen Durchführung der TSV Neudenau übernommen hat. Kreisſugend-⸗ obmann Strecker meldet hierfür bereits die Zusagse der Mannschaften von Mittelschefflenz, Mosbach, Neckarelz und Neudenau. Dem Turniersteger winkt ein vom Sportkreis gestifteter Wanderpokal. Im Anschluß an das Turnier treflen sich im Verbands- splel der Kreisklasse die 1. Mannschaften von Neu- denau und Sulzbach. Schäffer slegte im Heidelberger Rund- streckenrennen Fg. Etwa 5—6000 Zuschauer umsäumten die ab- gesperrte Strecke in der Weststadt, als der Start zum ersten Heidelberger Rundstreckenrennen frei- gegeben wurde. Nachdem in verschiedenen Klassen der Nachwuchs durch die Weststadt raste, fand der Start der Hauptklasse über 100 Runden statt und bildete den Höhepunkt der Veranstaltung. 20 Fahrer gingen auf die Jagd und begeistert feuerte das Publikum die Akteure an. Nachdem die Heidelber- ger Fahrer Meyerhöfer, Freudenberger E. und Andreas in Führung singen, rückten nach meh⸗ reren erfolgreichen Ausreißversuchen die Mann⸗ heimer Ziegler, Dewald und Lorenz in die Spitzen- gruppe auf und forclerten das Tempo. Sie ver- tzuchten die Heidelberger Gruppe zu sprengen und das Rennen unter sich auszumachen. Doch in der 14. Runde gab es eine Ueberraschung, als die tak- tisch klug gefahrenen Heidelberger Hammer und Schäfler sich aus dem Felde lösten und auf und davon fuhren. Unter dem Jubel der Zuschauer überrundeten die beiden Heidelberger das gesamte Klassement. Leider kam es zu einem bedauerlichen Massensturz, bei dem der deutsche Meister Hammer und Freudenberger 30 unglücklich stürzten, dah sie das Rennen nicht mehr kortsetzen konnten. 80 konnte Schäfler, allein an der Spitze liegend, das Rennen vor Dewald und Ziegler gewinnen. Warum ist Balogh spielberechtigt Das füngst ergangene Urteil des badischen Ver- bandsgerichtes hat allenthalben Staunen erregt, da Balogh für Viä Mühlburg und VfL. Neckarau in⸗ nerhalb kKürzester Frist Vertrüäge unterschrieb. Der Begründung des Urteils durch das BVI entnehmen Wir u. a.: Die Frage, ob der zuerst mit dem VtB Münhlburg geschlossene Vertrag rechtsgültig ist oder nicht, wird eindeutig durch das Vertragssplelerstatut gelklüärt. Dort heißt es wörtlich:„FEFin Amateurspleler kann von seinem eigenen Verein ſederzelt, von eineim tremden Verein nur in der Zeit vom 1. bis 91. Juli eines jeden Jahres als Vertragsspieler verpflichtet werden.“ Demnach Konnte Viß Mühlburg am 29. Junt mit dem Spieler Balogh noch keinen Vertrag abschlleſhen, selbst wenn man die Auftassung ver⸗ treten würde, daß der am 28. 6. abgeschlossens Ver- trag als Vorvertrag anzusehen sei, der mit dem 1. 7. 1949 sokort Rechtskraft erlangen mullte, steht dem entgegen, daſl es dem Sinn und Zwecke des Vertragsplelerstatuts widerspricht, eine derartige Unterbrechung eines schart abgegrenzten Zeit⸗ äbschnittes zu dulden.“ Rhenus. Tabelle der B-Klasse Ataftel 11 Sp. gew. unent. verl. Tore V. Hammental 0 4 0 0 18˙4 6˙0 Mauer 1 2 0 0 17¹ 4˙⁰ Mönchtell 4 4 0 0 7·³ 4˙•⁰ Meckeshelm 9 2 0 1 916 4·˙4 Waldwimmersbach 2 1 0 1 915 213 Mückcenloch 2 0 1 1 4·4 1·2 Spechbach 4 0 1 2 4·14 1·5 Dülsberg 1 0 0 4 9·6 0·4 Lobenteld 3 0 0 4 1·¹ 0¹6 Berlchtigunz. In unserer gestrigen Austzabe brachten wir einen Berleht„Wie es zum Fall Walldort“ Kame, Es muh dort helbhen: Dr. Lekerß und nicht Dr. Deckert. Belte 6/ Wr. 139/ Donnerstag, 18. Oktober 1949 Die fromme + ige Roman von Hertha von Puttkamer 5 0. Fortsetzung „Wadbz? Was sagen Sie da?“ „Ja, und nun machen 8 kein so Gesicht wie Kata, Wann's donnert! Sitzenlassen und auf und davon! Nicht gefragt, ob's weint, oder Was, oder Wer, oder wie.“ Er starrte ihr ins Gesicht. „ bis wir schließlich noch froh sein mußten, daß der Hallodri uns geheiratet hat, der Herr von Laszkol Froh sein mußten Wir, daß wir hatten Vater für kleines Kind, wo gar nicht Vater ist. Weiß nichts, der Herr Cecil, ist Herz- binkerl und weiß nichts. Wozu soll er wissen? Was einer nicht macht aus sich selbst, die andern machen's eh' nicht! Aber Unsren Stolz, Sie, Herrl Was den betritft, kann ich Ihnen sagen! Und jetzt wieder abfahren, wieder aus- reiſlen, Sie, Herr Marquis, das gibt's nicht! Ohne zu fragen, ohne sich umzuschauen? Das wollten S. doch gerade wieder tun, nicht wahr? Aber was die Prohaska ist, die sollen 8“ kennen⸗ lernen, wann Sie das riskierenl Treiben 8“ nicht still und stockte wle ein Uhrwerkk, das plötzlich Er sal mit dem Kopt in den Händen d. Mit einem Rucke stand er Pplötzlich auf.„Pro- haskal“ rief er.„Ist das Wahr? Oh, ich Narr!“ „Glauben 8“, daßß ich herkomm, um Ihnen Ge- schichten zu erzählen, X-beliebige?“ sagte sie gekrünkt. Prangins ging mit großgen Schritten im Zim- mer auf und ab. Er blieb vor ihr stehen.„Weisß sie, ieh meine, die gnädige Frau, daſ Sie hier sind, um... mir das zu sagen?“ Die Prohaska bekam es Plötzlich mit der Angst. „Neinl“ rief sie entsetzt.„Sagen 8“ ihr nix. Jes- sas Maria und Joseph! Wann's die erfährt, — mich tot. Dürten 8“ ihr nicht sagen. E N 40 „Frohaska“, sagte Pranglins,„Sselen Sie ganz ruhig; ich werde schon dafür sorgen, daß Sie nicht totgeschlagen werden. Aber sagen Sie mir um aller Heiligen willen noch eins: Hat sie denn diesen Laszko jemals geliebt oder“ Die Prohaska sah ihn mit einem langen, halb verüchtlichen, halb mitleidigen Blick an.„Ich bin alte Frau, Herr Marquis, weiß, wie Leben ist. Sie sind groſler Tropf. Männer sind immer große Tropfe..“ In diesem Augenblick geschah etwas Ueber⸗ raschendes: Prangins umarmte die alte, ver- hutzelte, kleine PFrohaska, küßte sie und hob F lag, nahm die verstörte Alte bei der Hand und rannte mit ihr hinaus. „So“, sagte Frau Latour au Materne, als sie mit Colette aus ihrem Zimmer kam,„wir sind soweit. Wir können fahren. Wo ist der Herr Marquis?“ Sie standen im Eingang des Hotels. Materne Wurde äußzerst verlegen. „So rufen Sie ihn doch, Materne!“ sagte Frau Latour. 3 Der wurde noch verlegener.„Er ist nicht da“, Sagte er schuldbewußgt. „Was soll das heißen?“ „Er ist soeben mit dem Wagen fortgefahren“, erwiderte Materne,„und hat mich beauftragt, die gnüdige Frau und Fräulein Colette zur Bahn zu bringen. Hier ist ein Wagen. Der Herr Herr Marquis läßt sich entschuldigen und einen Gruß bestellen. Er hofft, die Damen zu Hause Wlederzusehen.“ Colette lächelte, Sie hatte die ganze Zeit ge- lächelt, während sie die Treppe hinunterstiegen, Wüährend ihre Mutter Materne ausfragte und dieser antwortete; es war ein leises, geheim- nisvolles, verklärtes Lächeln, das wWie ein klarer Schimmeér auf ihrem Antlitz lag. Frau Latour begriftf es nich t, ebensowenig wie Prangins“ plötzliche Abwesenheit. Sie Würde böse, sie war nahezu empört. Das alles machte Tageblakt auf die Hutschachtel.“ Sie drückte ihm die Koffer in die Hand, die im Innern des Flures standen; einen nach dem anderen packte sie ihm auf. Materne ließ sich beladen wie ein gedul- diger Lastesel und trottete dann vorsichtig über die Straße dem Wagen zu. Colette ergriff selbst ihr Täschchen, Mantel und Schirm ihrer Mutter und trug dies eben- falls hinüber. „Und wo ist der Herr Marquis hingefahren?“ fragte Frau Latour.„Wieder nach Moron?“ „Nein“, entgegnete Materne,„zu Frau Casini.“ „Das ist echtl“ rief sie,„Wieder einmal echt Prangins! Was will er denn noch von ihr?! Aber s0 ist er immer: unberechenbar, eigenwillig und ohne jede Vernunft! Man kennt sich mit ſhm nicht mehr aus. Nein, sowas!“ Materne, der hinlänglich beschäftigt war, die Koffer der beiden Damen Zzu Verstauen, stimmte ihr in einer Ecke seines Herzen zu; auch er kannte sich mit dem Marquis plötzlich nicht mehr aus. Aber Materne war ein Mann und hielt zu ihm, was auch kommen möge, und sei es gegen alle Frauen der Welt. Das war Ehren⸗ sache. Auf Colettes Antlitz vertiefte sich das Lächeln und ging in einen Ausdruck zärtlicher Lustig- keit über, Sie mußte an sich halten, um nicht laut zu lachen. Sie allein kannte sich aus, und das genügte. Prangins war bei ihr gewesen; auf die Spitze, Herr Marquis!“ In Prangins“ Gehirn wirbelte ein Rad, drehte sich blitzschnell zurück, riß Wände um Wände der Erinnerung ein, kam an einen Punkt, stand Gibt es oinen schwerefen Beruf ols den der Hausfrabꝰ Vein, denn spölen, putren, acheuern, dos sind doch Wahr. lich Dreckotbeiten. Der Hdus- Fraο òdorum 20 heffen, schufen unsere Chemiker AIO&K fein. Kein Scheuermiftel im ſandläu- figen Sinn. Ein hocholtiyes fei- nes Streupulver, das unwohr⸗ scheinlich wirkungsvoll einfach olles reinigt— vom Topf his au den Händen. Gute Gtönde, um beſ ſhrem Kufmonn-obs· dröcklich 20 Vellangen: (is„etienf der rUAMWERKE · LCUOWIOSMAEEN/RI. Hcrlass tHleidelbero Konditorel Hotel-Restaurant Kaftfee 60 Betten Teleſon 9132 Ieeeeeeees SUDWESTUAMK — 2 — EE 4 fröher DEUTSCHE SANK Fillale Heldelberg U1 Ffledrich-Ebert-Allee 1 — Fernsprecher 26 3/4 — 2 u. 2 22 1 Auefuhrung aller Bankgeschäfte Auskunft Ober Steuerbegonsfigtes Sparen ASSENHANOELSRANK IIIIIEles LEIEICISCIEISEEtl Einmach- Töpfe in allen Größen elngetroffen Joh. TIischer 2 sle äut, schwenkte sie hoch in der Luft umher, bis er sie am Ende wieder ganz behutsam und zärtlich niedersetzte wie ein Kind. Er gritt nach seinem Hut, der auf dem Bette Jupiter, Kusseler Allg. Zeitung: Dienstag, den 16. Oktober, 20 Unr, im Hörsaal 13 der Neuen Universität(Pingang Seminarstraße) Vortrag mit Lichthildern von Hermann Bagusche(Heidelbg.) über hbie Wunder der Sslermemwocle Die Lichtbilder Himmelsphotographien Warte) zeigen u. a. Mondlandschäften, Flammenausbrüchen, die Planeten Mars(mit Ländern u. Kankien), Saturn(mit Rinsscheſbe), Sonnen- und Mondünsternisse, das Sonnengewün der Milchstraße, Sternnauten, Gas-, Ring- und Spiralnebel. Karten zu DM 2.— und 1— in den bekkannten Vorverkautsstellen uUnd an der Abendkasse. Zürcher Rundschau: Dieser Vortrag war ein Ereignis der Saison. Ein Abend, den keiner vergessen wird. der Heldelberger Stern- Sonne mit Flecken und Kometen, Sternschnuppen, Freitag, 14. Okt., 19.30 Unr: Hauptstr. 73, Tel. 2709 Kleinere Mengen abzugeben. Voerlag Tagehlatt, UHrunnengasse l IMMORILAEN. Kohlengesdläft mit guter sStammkundschaft 80⸗ ktort zu verkauten. Bar bpreis DM 65000. Angebote unter 5703 an das Tageblatt. STRDOT. SUNENM MAiomsEne Mittwoch, 12. Olct., 19.30 Uhr:„Schitt ohne Haten“, Schausplel von Jan de Hartog.(Miete B, 3. Vorst. u. fr. Verk.). Pr. 0.60 bis 4.— „Eemont“, Trauerspiel von J. W. v. Gosthe. Musik V. L. van Beethoven. treler Verkaut), Pr. 0.00 bis 4.— DRM. (Miete D, 2. Vorst. und LEurr. RANNͥ̃nmaCi¹p-N- Oeftentliche Zahlungsaufforderung. An dle Zahlung folgender Steuern und Abgaben wird èerinnert: a) Grundsteuer, Gebühren u. Was⸗ serzins; Oktober-Rate f. das Rech⸗ nungsſahr 1949, käll. am 165. 10. 1940. b) Gewerbesteuer: Vorauszahlungs- rate für Oktober 1949, täüllig am 16. 10. 1940, entsprechend dem vom städtischen Steueramt für 1948 bzw. 1049 zugestellten Vorauszahlungs⸗ bescheid. Von der Zustellung be⸗ sonderer Vorauszahlungsbescheide tür das Kalenderiahr 1949 wird, sofern sich die Veranlagung nicht geündert hat, abgesehen. o) Schulgeld u. zwar die Oktober⸗ Rate für das Schuljahr 1949, källig am 15. 10. 1949. Einzelmahnung ertolgt nicht. Bei Zählung nach dem Fälligkeitstag ist der gesetzliche Säumniszuschlag baw. die gesetzliche Mahngebühr und die kostenpflichtige Betreibung verwirket. Stadtkasse Heldelberg. Erloschen: A Nr. 35B. 20. ö. J0. Firma Gustav Dürr in Heidelberg. B Nr. 166. 29. 9. 40.„Aleka“ Fa- brikation chemischer Fräparate Gesellschaft mit beschrünkter Haf- tung in Heidelberg. Die Gesell⸗ schaft ist von Amtswegen gelöscht aut Grund des g 2 des Gegetzes Vom 9. Oktober 1934. 1. Aut den am 4. 10. genen Antrag der Transport ämbit. in Heidelberg, Goethestrage 16, aut Fröttnung des gerichtlichen Vergleichsverfah- rens zur Abwendung des Konkur- ses wWird zum Vorläutigen Ver- Walter bestellt: Dr. Heinz Willms, Wirtschaftstreuhänder, Heldelberg. Rohrbacher Straße 303. 3. Der Vergleichsschuldnerin werden fol- gende Vertügungsbeschränkuntzen auiterlegt. a) Gegen die Schuld- nerin wird mit Wirkung vom 4. Oktober 1949, 17 Uhr, ein allge⸗ meines Veräußerungsverbot erlas- sen, das auch dasjenige Vermögen ortkroitt, das die Schuldnerin nach Erlaß des Verbots erwirbt. Dritt- schuldnern wird dte Lelstung an die Schuldnerin verboten. b) Ver⸗ bindlichketten, die nichit zum ge⸗ Wöhnlichen Geschäftsbetrieb gehsö- ren, dart die Schuldnerin nür mit Zustimmunsg des vorlkufigen Ver- Waltergs eingehen. Die Eingehung anderer Verbindlichketten hat gie zu unterlassen, wenn der vorläu⸗ tige Verwalter dagegen Einspruch erhebt. Amtsgericht 2 3. Heldel- berg, den 4. Okober, 1949. Ceber das Vermögen Mor Firma Martzot Wule, Zeltschriftengroß⸗ Frotghandlung in Heidelberg, Rohr⸗ bacher Straſle 66, wurde heute 11 Uhr gemäh 6 96 Abs. 8 Vergl.6. Konkurs eröttnet. Konkursver⸗ Walter ist Dipl.-Volkswirt Helmuth Hähne, Steuerberater in Heidel⸗ herg, Lutherstraße 47/, Konkurs⸗ torderungen aind bis zum 23. Olt. lbah belm Gerichte anzumelden. Termin zur Wahl eines VerwWalters, eines Gläuhbigerausschusses, kur Untschltellung über die in f 132 der Komursoranung berzeichneten Ge⸗ genstänge— und zur Prütung der angemeldeten Forderungen— iat am Mittwoch, den 20. Okct. 1949, Uhr, vor dem Amtsgerteht, 1. St., Zimmer 13. Wer Gegenstände der Konkursmasse besttet oder zur Masse stwas schuldet, dart nichts mehr an den Gemeinschuldner lel⸗ ten, Der Besitzs der Sache und ein Inspruch aut ahgesonderte Retrie⸗ auing daraus ist dem Konkurs⸗ Verwalter bis 16, Oktober 1040 AmJeigen. 1949 eingegan⸗ Rheln-Necktar- Im Konkursvertahren über den Nachlal des Julius Richard Ham⸗ bel, Zeitschritten- Grohnandels- unternenmen in Heidelberg, 30l1 an die nach 5 61 Zitter 1 K0 be- Vorrechtigten Gläubiger eine Ab- Schilagszahlung ertolgen. Auf For- derungen in Höne von 113 169,36 DMertolgt eine Auszahlung von II 316,% DM. Die Liste der betr. Gläubiger liesgt bei der Geschäfts- Stelle des Amtsgertchts 2. 4 aut. Der Konkursverwalter: Spinner. Veber das Vermögen des Frledrich W. Böhnke, Maschitnenbauingenieur in Heidelberg, Neuer Güterbahn- Hof 10, wurde heute, am 5. 10. 40, mittags 12 Uhr, Konkcurs eröttnet. Konkursverwalter ist Rechtsanwalt Karl Braun, Heidelberg, Haupt⸗ atraße 36, Telefon 2706. Konkurs- forderungen sind bis zum 27. 10. 1940 beim Gerichte anzumelden. Termin zur Wanhl eines Verwal⸗ ters, eine Gläubiger-Ausschusses, zur Entschliedung über die in 132 der Konkursordnung bezeich- neten Gegenstünde und zur Prü- tuntg der angemeldeten Forderun- gen ist am Donnerstag, den 9. No- vember 1949, vormittags 9 Uhr, vor dem Anitsgericht, hier, 1. Stock, Zimmer Nr, 11. Wer Gegenstände der Konkursmasse besitzt oder zur Masse etwas schuldet, dart nichts mehr an den Gemeinschuldner leisten. Der Besitz der Sache und ein Anspruch autf abgesonderte Befriedigung daraus ist dem Kon-⸗ Kkursverwalter bis 27. 10, 1949 an-⸗ zuzelsen.— Heidelberg, 5. 10. 1949. Amtsgericht Z 1. Todeszeltteststellungz. Als Zeitpunkt des Todes des Adolt Frits Hinmel, geb. 1. 6. 1900 in Franktfurt a. M., Käutmann, Wohnhatt in Heidel-⸗ bertz, Bunsenstralhe 19a, wird der g. Mal 1946, 24 Unr, testgestellt.— Heldelberg, 21. 9. 1940.— Aſmnts-⸗ gericht- V.G. Gllterrechtsregister Amtstgericht Wiesloch, den 20. September 1949. Bd. I O2. 446: Ludwig Fabian, Hündler in Walldorf u. Wlisabetlt geb. Schöner. Dureh Vertrag vom 20. 9. 1940 iat Gutertrennung ver⸗ einbärt. Die Firma„Rönntriled Wänrmittel⸗ Werk mbh. in Walldort/Maden“, Rohntriedstrage, nat am 3. Olkt. 1940 den Antrag aut Eröttnung des Vergletchsverfahrens Hestellt. Als Vordäutiger Verwalter Wird der Rochitsanw. wugen Ptetfferle, Wies⸗ loch, Marletplatz 6, bestellt. Wies- loch, 5. Oktober 1949. Amtsgericht. Mandelsresister Amtsgericht Wies⸗ loch, den 6. Oktober 1949. Neu⸗ eintragung A 145: Dombrowelei 4 Co., Lebensmittel- und Sühwaren⸗ AHroßhhandel, Wiesloch. Ottene Han⸗ delsgesellschatt, Die Gesellschaft hat am 1, Junt 19490 begonnen, Ge⸗ Sollschafter zind die Kaufleute Sünter Kurt Dombrowski und EWald Frits Karl Kurts, beide in Wiesloch. Maudelsregister A 1 Wr. 133. Underunß. Firma Dörtlüngersche Federntabric, Kommandikgesell⸗ Schakt in Obrignelm. An Ftelle des Verstorbenen Direktors Josetf Lin⸗ senmelter ist Hans Dieter Linsen⸗ meler, Ingeniesur in Diedesheim, Persönlich haftender Gesellschat⸗ ter geworden. Die Frokura des Brnst Faßh, Dledesheim, ist erio⸗ Achen. In die Gesellschaft ist ein Ver-⸗ Welterer Kommandtttst elngetre-⸗ ten. Mosbach, 34. August 1040. Amtsgericht. sie ganz nervös, Materne. „80 stehen Sie doch nicht so heruml“ rief Sie. „Greifen Sie doch zul Aber geben Sie mir acht Ohne Gas! Ohne Strom! Ohne Buürsten! Ohne Relben! Ohne Rumpeln! Wüsche! gachen, Gardinen und und ihr Zorn entlud sich auf Hausfrauen! Sensalion Hausfrauen! in der Waschküchel Der Waschtasg ist totl Auch in Heldelberg täglich Hiesenbegelsterungl Der grogle Erfolg!l „Revolto“ mit seiner unerhör- ten Leistung und ver- blüttenden Waschwir- kKung Wäscht u. spült Ihre Wäsche in kür- zester Zeit blitasauber undblütenweltztDrei- In 46-—60 MIn. 1 mal länger hält die Fuür alle Wäschearten, gleichviel ob Leib-, Bett-, Bunt-, Küchen- oder gsowie Seiden- und Woll- andere Bedeutende Ersparnisse an Wäsche, Waschmittel, Zeit, Arbeit und Geldt Schonuns der Hände und der Gesundheit! Leln Sorudelapnaratl KonkumenziosL Keine Washhglocke! Deutsche Reichspatentel T Tahre Garantiet Prelg fUr Benucher muir DRM 29.50. Das muß jede Hausfrau sehen, szelbst der weiteste Weg! Allein in München tische Vortührungen! Besuchen Sie mit inrem Ehemann Untzere, Uberall das Tagesgespräcn Waschvorführungenl Donnerstag, 13. Olctober, Freltag, 14. Olctober Samstag, 15. Oktober jeweils vorm. 10 Uhr. nachmittars 3 Uhr und abends 8 Uhr Wir sind umgezogen! I 5 Jetzt im Casthaus„Alte Krone“ HEIOELSERG, Erülekenkoptstrahe 1 EWiet Achlung. Das automatische Unlversal⸗ Waschgerät 16 Hemden in 6 Minuten 1Monatswäsche zarte Gewebe geéeignet! da lohnt sich Über 450 prak⸗ bildenden interessanten E Eintritt frei! Bitte schmutzige Wäsche mitbringen!* Veranstalter„Revolto“-Generalvertretung, München, 23,“ Herzogstraße 7 Bitte fordern Sie Kkostenlos Prospelete ant UEorrnun SnIIAN—4 Knecht gesucht für Landwirtschaft. Georg Ueberle, Heidelberg, Berg- heimer Straße 192. STII.LENVOGESUCHI U Helmarbeit, gleich welch, Art, tzucht Schwerkriegsbeschädigter. Angeb. an J. Weber, Hdlbg., Häuselg. 4. ö VInVInrUNGEN ü Gutes Wohnzimmer tür einige Tage in der Woche zu vermieten. Zu⸗ schritten unter 6669 a. d. Tagebl. DLE wWonvuNαraA,οn ̃ Biete in Mannhelm 2 Froße Zimmer, Küche, Bad im eig, Abschl, 46 DM. Huche in Heidelherg 1 Zimmer u. Küche. Mohr, Mannheim, Lortzing- stralle 14, 1 Treppe. Berutfstätige g. Dame sucht nettes Erdl. möbl. Eimmer, evtl. m. Koch-⸗ Helegenhelt. Antzeb., unt. 97/87 Tgbl. neste helohnung! Kinderloses Phepaar sucht dringad. oder 1 Leerzimmer. Wohnberech⸗ MIRTGESUOUAR tigung vorhanden. Angzebote unter Nr. 67½16 an das Pageblatt. Staatl. Dienststelle, techn, Verwalt Auchit geeignete Dlenstrüume Okt. unter 6140 an das Tageplatt Großitr. Himbeerpflanzen zu verkt. Rleth, Mönchhofstraße 15. VunKRUrn 4 1 Paar neuw'. Skistiefel, Größe 45, zu Verkauten. Weinshelmer, Berg⸗ helmer Straße 100. Kinderwusen, schr ut erhalt., Piflig zu Vverkaufen. Haupstraße 9 im Laden. Wollmatratze, Gehrock, Hose und Weste zu verkauten. Heidelberg, ganz plötzlich war er vorhin zu ihr ins Zim- mer gestürzt gekommen, und ebenso schnell War er dann wieder fortgewesen, kaum, daſ sie seine Worte begriften hatte. Forts. folgt. fulo Willst Du den Boden blitzblank haben Nimm Dir Loba mit dem Raben] oο] uαννον,ẽj]ͤlsε,t Graphologe llermann Fllcker berät in allen personellen Fragen. Sprechstunden jederzeit vereinbar. LIIIASTAAUNAUN I Zweckes Besprechung unserer 80 er Feter trefften sich die Schulkame- radinnen und Schulkameraden, die 1914 aus der Schule entlassen wur⸗ den, am Freitag, dem 14. 10. 1949, Wiesloch, Schloſistraſßle. VERKKUER — Fotoapparat(o0 auf 12) für Platten und Füm ktür DM 25.— mit allem Zubehör zu verkaufen. Anzusehen Wischen 6— 12 Uhr bei Schaller, Brunnengasse 24. ——ͤ———-————— Zimmerofen Oauerbrand) fast neu, billig zu verkaufen. Bersstr. 120, II. Etage. 1 schönes, rundes Schrankgrammo-⸗ phon— Parlophon— 2 Membrane, tür Wirtschaft bestens geeignet, tur DM 50.— zu verkaufen. Anzu-⸗ zehen zwisch. 6—12 Uhr b. Schaller, Brunnengasse? 24. L D. FPelzpalete is(Foidlam m,Slinks), amerik. Modelle, zu verkauf. Zu⸗ schritten u. Nr. 66602 a. d. Tagebl. r Neuwertige moderne Küche Preis- Wert zu Perkaufen. Zuschrif Unter Nr. an das Tageblatt. 2 Bünde Sittengeschichte des ersten Weltkrieges(Hirschfeld) für 50 DM Zu verkauf. Zu ertragen im Tgbi. Biete zur Herbstpflanzung! Blütens, Polster- u. Rabattenstauden, Zier- sträucher, immergrüne Hecken⸗ üträucher, Schlingpflanzen, Him- beer- und Brombeersträucher, Jo- hannis- u. Stachelbeerbüsche, Frd- beerpflangen. Karl Hübsch, Land- Schaftsgäürtneret, Heidelberg-Hand-⸗ schuhsheim, Steckelsgasse 20, und Hdlbg.⸗Schllerbach, Gutleuthofteld. Drel Adler-Büro-Schreibmaschinen, gehr gut erhalten, tür DM 120.— Pro Stück zu verkauf. Anzusenhen Von 3—12 Uhr bei Schaller, Brun- nengasse 24. Gut erhalt. Nachtstuhl zu verkauk. Adresse im Tagehlatt. Brehm's Tlerleben, 13 Bde,, Wie neu, 2 dunkle Damenkleider, Gr. 43 u. 40, sowie 1 Fuchsbalg, gegerbt.— Adresse im Tageblatt. Gebrauchter schöner Eschkachelofen sehr bill,, mit Garantle, bet Prles, Karlstrabbe 14, 3 Treppen. Zwel Krautstünder— Holz u. Stein⸗ ut— preiswert zu verkauf. An⸗ zuschen V. 6—12 Uhr bei Schaller, Brunnengasse 24. ——— 14 Scheznes Koktergrammaphon mit 13 Platten für DM 60.— absugeben. Kdresse ertragen im Pageblatt. 10 Tlsckhohrimasckine mit elck, elelctr. Antr., 300 V, 1490 IMin., pillig zu verkf. Fahrrad⸗ Wernt, Heldelbertgz, Brunneng. KAUFGHSsUOUHR 1 Zimmerklosett zu kauten gesucht. Preisangebote unter 37/69 Pagebl. Herren-Sacco, gt. erhalt., zu Kkaufen Hetucht. Angeb. unt. 9730 Tagehl. f mnATEN Nette husliche Frau, temperament⸗ Voll, dunkel, 166 groß, sucht Mann Uber 30 J. zu Frelzeltgestaltung EW. 6p. Heirat. Zuschr. 5761 Tghl. VERSOCHURDoENES U In Schlafsimmer-Möbel zu vermieten. Grät, Uterstrahhe 70. inren gchmucke und Goldsachen Verkauten gie am besten durch Auktionshaus Rudolt WIYYy, Mannheim, L. 5. 6. ———————8— ————2 —— Wa, das autklanpbare Wand hott, raumsparend, tormschön, Stabit DM 96.—. Nur St. Anna⸗ Hasse 5, Hdlbg. Kein Laden, Heldelberg, Friedr.-Hisenlohr-str.1 20 Uhr, in der Brauerei Weckesser,