WOCHENSCHRIHT FURE CHRISTIICHSCZIALE POLUIHTHKC UND KUtrog GOGRGAN DER ARREITER. UND BAUHRNPARTEI. FErscheint jeden Samstag. Bezugspreis monatl. für Deutsch- land 0.80 RM., f. d. Saargebiet Fr. 4.50, f. österreich S. 1.40 ausschlieflich Zustellgebühr. Postverlagsort: WURZnURG Bater Solange man denken kann, tobt in Deutschland der Kampf wwischen Industrie und Landwirtschaft. Deutschland, bis 1870 Agrarland, entwickelte sich zum höchstindustriellen Lande Europas, Ausfuhr, Absatzgebiete in der Welt drau- Ben. Qualitätsarbeiten waren die Unterlagen. Der Weltkrieg hat diese Rechnungen über den Haufen geworfen. Der Osten steht auf: Indien, China, Japan, Australien und Ruß- land. Bereits überschwemmt Rußland den europäischen Markt. Noch gibt es für eine Milliarde Mark Aufträge an Deutschland, zum Aufbau des Bolschewismus, zur Erfüllung. teines Fünfjahresplanes. In weiteren fünf Jahren braucht es Giese Arbeiten in Deutschland nicht mehr. Die Regierung rüning hat eine Zollunion mit Ooterreich abgeschlossen. Es woll kein politisches, es soll ein wirtschaftliches Abkommen bein, aagt Curtius den Parisern und Londonern und Pragern. Aber Wirtschaft war immer Politik. Um Absatzmärkte wur⸗ den die menschenmordenden Kriege geführt! Um Kattun zing und geht es den Engländern bei der„Missionierung Tadlens- Und um Erweiterung der Wirtschaftsbasis geht es Her Brüningregierung und der österreichischen Regierung. Aber dahinter stehen schon dutzende von Fragezeichen. Die Tochechei möchte Textilwaren expordieren, aber kein Ge⸗ treide ins Land lassen. Rumänien, Ungarn, Jugoslavien wiis- ten nicht, wo sie mit ihrem Getreide, ihrem Mais, ihren Schweinen hin sollen. Kein Wunder, daß die deutschen Bauern Angst haben vor dieser„Zollunion“. Und wieder steht Industrie gegen Landwirtschaft auf und Landwirtschaft gegen Industrie. Geheimrat Duisberg sprach davon, daß die Bauern nicht mit Agrarzöllen zu halten seien. Sie mũüsse sich auf Veredelungsproduktion umstellen Die nordischen Länder, Dänemark etc. überschwemmten ganz Europa mit Milch, Butter, Käse und Eiern. Der bayer. Dr. Heim antwortete ihm scharf in den„Münchener Neue- sten“ sowas sei unmöglich und leichtfertig. Das ist das alte Spiel! Und doch schafft die Industrie keinen Laib Brot und die Bauern keine Saemaschine. Aber mit diesem ewigen „Konkurrenzkampf“ zwischen Industrie und Landwirtschaft ist das Organische zerrissen! Dieser Kampf tobte all die Jahr- zehnte her auch woischen Bauern- und Arbeitern, Bauern undl Beamten, Verbrauchern und Brotschaffern. Auf Seiten der Bauernführung war keine Erkenntnis von den inneren Notwendigkeiten der Arbeiterschaft: Da wurde auf die tozialen Lasten geschimpft, auf die„Sozialisten“, die den Bauern alles nehmen wollten. Es war Unfug, es war Lüge, aber immer ist die Welt mit mehr Lüge als Wahrheit regiert worden. Auf Seiten der Arbeiterschaft aber war der Bauer der„Brot- und Fleischwucherer“, der den Kindern der Ar- beiter keinen Liter Milch gönnt und lieber an seine Kuh denkt, als an arme Kinder, die ein Stücklein Brot brauchen. Und in dieser Lage wurden sie alle beide, Arbeiter und Bauern, immer mehr zerrieben. Es war eine Schichte da, die stand über beiden. Die lebte in Saus und Braus, die raffte unheimlich, die sammelte Kapitalien und Profite vom Schweiße der Arbeiter, wie von der Arbeit der Bauern. Mit Milliarden-Schulden und beinahe zwei Milliarden Zinsen ist der deutsche Bauernboden belastet. Mit der verdreifachten Last an Steuern gegenüber der Zeit vor dem Kriege seine Produktion beschwert. Die Ernte der Bauern, die einen Wert von 10 Milliarden Mark hat, muß von den Arbeitern und Konsumenten um weit über das Doppelte gekauft werden Die hohen Brot-, Fleisch und Bierpreise nützen dem Bauern nichts, die der Arbeiter bezahlen muß: Dividenden, Tantie- men, Riesengehälter, Steuern fressen es weg. Darum kann der Bauer nicht, billiger“ liefern. Darum geht er trot: guten Ernten, bei vollen Scheunen kaput. Darum kann er nicht von der Industrie Waren abnehmen, hat er keine Kaufleraftl Und weil wiederum ler Arbeiter keine Arbeit hat, kann auch er nicht des Bauern Erzeugnisse gut bezahlen und kau- ten. Dazwischen steht jene Schichte, dazwischen steht jenes Etwas, was wir Kapitalismus nennen. Gibt es da denn keinen Ausweg' Gewiß gibt es denl Ge- wih kann beiden geholfen werden, wenn beide erkennen, daß sie Hand in Hand arbeiten müssen, der Bauer für den Arbeiter und der Arbeiter für den Bauern, daß der eine die Maschinen, Schuhe, Kleider etce. herstellt, der andere das Brot liefert. Warum geht es heute nicht? Weil der Profit Gazwischen steht. Weil lein Gemeinsames da ist, das dieses land/in-Hand-· Arbeiten ordnet und regelt. Weil jeder auf Aich zelbst gestellt ist und keinen Halt an einer Ordnung ines ganzen Wirtschaftsorganismus hat. Es mußʒ eine Planwirtsckhaft kommen für Bauern und Ar⸗ iter, für Einordnung von Industrie und Landwirtschaft. Ee Kulß der Sozlallsmus kommen! Reichsausgabe Herausgeber und gesamtverantwortlich: Vitus Heller, Würsburg. Geschüäftsstelle: Würzburg, Karthause 11a, Fern- ruf Nr. 60 1 5. Postscheckkonten: Verlag 12329 Nürnberg, Furtelkasse 383038 Nürnberg Driak: Werlebund Würsburg. Arl Aber das ist doch„Enteignung?“ Da verlieren wir Bauern doch unser Eigentum an Grund und Boden? Das glaubst Du, Bauer? Wem will denn der Staat, der enteignen würde, den Boden geben? Doch euch, den Bauernl Was will er denn euch enteignen, die ihr das Brot schafft? Ja, denen, die zu- viel vom deutschen Boden haben, die mehr haben, als sie selber mit eigenen Arbeitskräften erschaffen können, die andere für sich arbeiten lassen und ausbeuten, die Lapita- listisch wirtschaften, denen mußʒ der sonialistische Staat so- viel nehmen, daß sie nicht mehr hahen, als ein wirklicher Bauer hat, ein ordentliches Bauerngut. Was darüber da ist, mubß andere Bauerngũter geben für eure Kinderl Und die- der Boden, den ihr habt, den muß der Staat ins Grundbuch als Erbbaurecht eintragen lassen. Dann kann ihn euch keiner nehmen. Ihr könnt ihn aber auch nicht mit einer Hypothek belasten. Er trägt keinen Zins mehr. Er ist unbelastet. Er „kostet“ euch nichts Das Geldlkapital kann von eurer Arbeit keine Profite nehmen. Eure Arbeit wirdl voll bezahlt. Und ihr könnt trotzdem dem Arbeiter das Brot hilliger liefern, weil ihr die hohen Ausgaben nicht mehr habt. Und keine Sorge mehr, daß ihr verschuldet, daß ihr nicht durchkommt. Aber das ist„Bolschewismus“, die Russen haben Plan⸗ wirtschaft. Ja, aber diese„Planwirtschaft“ ist nicht das, Wat man„Bolschewismus“ nennt. Für den„Bolschewismus“, den die Russen aufgebaut haben, wo sie alles in eine großze Zwangsjacke stecken, und auch nicht mehr frei denken las- sen, oder für Gottlosenausstellungen und Umzüge sind wir auch nicht. Aber das hat mit einer geregelten Planwirtschaft nichts zu tun. Wir können auch iil Peutschland keine solche Planwirtschaft machen, wie Rußland. Wir haben ganz an- dere Verhältnisse. Nur lernen müssen wir von den Russen, daß sie es nur dieser Planwirtschaft vErdanken, wenn sie keine Arbeitslosigleit haben, wenn jetzt die ganze kapitali- stische Welt des Westens nach Rußland geht und um Auf⸗ trãge bettelt. Eine solche Planwirtschaft soll auch nicht den Boden ver- staatlichen. Sie soll auch nicht die Fabrilcen Verstaatlichen. Sie soll diese kapitalistischen„Eigentümer Wohl enteignen, aber nicht als Staatseigentum behalten, sondern der Arbeiter- schaft in grogen Genossenschaftsbetrieben geben. Werksge⸗ nossenschaften der Sclaffenden. Darüber einmal in näch- sten Nummern. Dann schaffen Arbeiter Maschinen für die Bauern und Bauern Brot für die Arbeiter. Die Stimme des Volles heißgt: Einheitsfront!— Notverordnungen gegen die Not?— Die innere Krisis im Nationelsozialismus— Kleine Politik— Zur Besinnung— Du solltest Opfer soinl[Fortsezung)— Ober das Sewissen— Proloten schreiben— Rechtsschutzecke— Aus der Bewe gung. Dazu aber gehört eine Macht. Eine solche Macht ist heute nicht dal Die heutigen Parteien, von Hitler zum Zen- trum bis zur SPD., machen das nicht. Die KPD. sieht nur das Ziel in einer entchristlichten Gesellschaft. Wir brauchen aber gerade die religiöse Erflillung. Wir brauchen für(ine solche Ordnung mehr, als nur einen Wirtschaftlichen Plan. Wir brauchen opferbereite, selbstlose Menschen hohen Ide- alismus. Wir brauchen tief gelebtes Christentum. Wir brau- chen die großze Kraft tiefer Sittlichkeit, geordneter Ehen, mit einem Worte: Religion. Nicht Religion des Wortes, son- dern der Erfüllung, des Lebens, der Tat des Handelns. Darum muß, um diese Macht aufzubauen, die Einheits⸗ front von Arbeitern und Bauern hergestellt werden. Sie wird keinen in die Kirche zwingen und kéeinen auffordern aus der Kirche auszutreten. Sie wird Gewissensfreiheit pre klamieren. Aber sie wird eine ganz große deutsche Einhæit der Mehrheit des ganzen Volkes darstellen, die mit den Drohnen aufräumt, aufräumt mit dem Luxus, aufräumt mit der Ausplünderung der Volksgenossen durch einige Wenige, sitzen sie nun in hohen Staatsstellen, oder an den Börsen und Banken oder in den Industriekontoren, oder in den gro- Ben Export- und Handelshäusern. In einer geordneten, sitt- lichen Gemeinschaft kann keiner Millionär sein, aber es darf auch keiner ohne Arbeit und Brot sein. Dies zu erreichen ist das Ziel der Arbeiter“ und Bauern- partei Deutschlands. Das ist der Kapitalismus! „Loment, ein deutsches Drama aus dem Jahre 1031.“ So überschreibt die„Süddeutsche Sonntagspost“ eine Re- portage über das Schicksal des Zementwerles Möttingen in Bayern. Es ist aber kein„deutsches Drama“, es ist folgerich- tiger Kapitalismus, der sich hier ganz besonders drastisch zeigt, daß dieser heutige Kapitalismus in seiner ganzen Wirtschaftsorganisation sinnlose Zerstörung von Kapitalien und Produltion bedeutet, wie selbst ein Generaldlirektot Erwin Junghans auf der Tagung der Eisen-, Stahl⸗ und Mietallindustriellen zu Elberfeld erklärte. Jung⸗ hans verlangte— alle Spießbürger bekommen eine Günse⸗ haut—„die induviduelle Planwirtschaft im freien Wett⸗ bewerb unter individueller Führung, aber in den Grenzen einer übergeordneten planmäbigen Volkswirtschaft, vor allem der Regelung der Kapitalbeschaffung und eine Iber⸗ wachung der Produktionserweiterung““ Dieser„Fall“ des Zementwerkes Mött ingen zeigt den Ka- pitalismus in Reinłultur, aber die ganze ohnmächtige Staats maschinerie von heute gegenüber solchen Sabotagen der Vollesprodultionsgüter und dem Niederlegen von hochwer⸗ tigen Wirtschaftslcräften, wie der Brotlosmachung von 200 Familienl In Möttingen war ein hochwertiges Zementwerk, das den besten, qualitativ wertvollsten Zement ganz Deutschlands herstellte. Absatz und Auftrãge waren immer für lange hin aus vorhanden, auch sogar in der jetzigen Krisenzeit. 200 Arbeiterfamilien hatten in dem Werke ihr Brot. Der Zement war hochwertig und wurde vor allem bei Wasserbauten und Uoterwasserbauten bevorzugt. Möttingen ist der einzige Ort in Bayern, wo Traſl vorkommt- Das Werk konnte also einen konkurrenzlosen Tement herstellen und trat dechalb nicht dem Zementsyndllcat bei Das war den Zamemighewaltigem der Dorn im Auge. Zu- nächst kauften sie zu schwindelhaften Preisen 15 000 Mk. das Hektar, den Mutungsboden ringsum ab, damit das Ze- mentwerk eines Tages keinen Stoff mehr hätte. Dann kamen die weiteren Mahnahmen des Zementsyndikats: Der Preis für 10 Tonnen Zement wurde plötzlich von 720 auf 280 Mark herabgesetzt unter Selbstkostenpreis. Damit wollte man das Werk Möttingen ins Syndikat zwingen. Es ging aber nicht. Da versuchte man es mit dem Hauptaktionär, kaufte ihm die Aktion ab. Das gelang. Im bayer. Landtag kam ein Antrag, das Werk zu enteignen, denn es war inzwischen stilte gelegt und die 200 Arbeiter waren stempeln gegangen. Der Antrag ging durch, aber die Regierung tat nichts. Aloe ein Interessent mit dem nötigen Kapital da war, der aber bestimmt die Enteignung des Werkes durch den Staat vor- aussetzte, erklärte Staatssekretär Funlte:„Ist nichts zu ma⸗ chen. Bayern kann nicht mit Enteignung vorangehen.“ Na- türlich! Inzwischen ging das Zementsyndikat voranl Der Betrieb War stillegelegt, nun mußte er überhaupt aus dler Wielt geschafft werden · Und so beginnt gegenwürtig der Ab⸗ bruch dieses Zementwerkes und die Arbeiter, um wenigstens etwas zu verdienen, arbeiten am Abbruch det modernen Werkes, das den erstklassigen Zement Deutschlands er⸗ zeugte, Der Zementpreis aber beträgt wiedker 120 Marl pro 10 Tonnenf 80 geht es überalll 8o haben sie Tausende von Spindeln von Europa nach China und Indien geschafft. 80 legten sie den Siegbergbau in deutschen Eisenerzen stille und holen „billigeres“ Eisen aus Kanada und Schweden. Und nach Ka⸗ nada holen sie ungarische Kleingütler zu Bergarbeitssklaven! Wer dlieses System der Menschenvernichtung ganz durch- denkt, kennt nur eine Erlösung für diese geknechtete Menschheit: Schluſh mit diesem Systemel Enteignung seiner Werkel Auflösung seiner Truste und Syndilkatel Herctellung Nu./ UI. des Volksstaates, der die Planwirtschaft, die Organisatiom der Produletion in seine Hand nimmt! Denn was sollen diesem System gegenüber die Notverord- nungen Brünings? Was sollen dem gegenüber die Vorochlage der Arbeitsbeschaffungskomumnission? Was coll die panze heutige Politik der alten Parteien? Der Staat hat das Necht, nein, er hat, Wwenn die Dinge soweit gediehen sind, die aitt- Rehe, moralische und volleov/irtschaftlich-oαιhöeͤôPilicht, diese Produktionsgũüter der Kapitalisten vu enteigmem umd tie als rechtmähiges Eigentum den Arbeitern xu geben. m deres Arbeit die Werke entstanden sind, deren asturrechtlictbes Eigentum aie aind und die die einsetzen fu- rrodubtrons- deckung. Ander gibt es keine„Ankurbelung der Wirt- schaft“, anders wird auch mit solchen„Drumen“, besser Skandalen, wie sie Hunnenvölker nicht hatten, nicht aufge⸗ räumt werden können! Die Macht und den Besitz denen, die die Arbeit leisten! Obrigens: Sitzt im Zementsyndilat nicht ein Zentrumagewaltiger? Die Stimme des Volles heißt: Einhei Front Die Arbeiter- und Bauernpartel Deutschlands Ist bereit. Wenn auch durch die Reihen der Bankmagneten, der Herren vom Monopolkapital und durch das gecamte Unter“ nehmertum ein Aufatmen geht, daß nun der Krisenwointer üͤherstanden und die neue Konjunktur heraufzieht, 0 wollen wir uns über die wirkliche Lage nicht täuschen. Wenn durch das eintretende Frũühjahr und den kommenden Sommer eine gewisse Scheinkonjunktur entsteht, eine wirkliche Ande- rung, eine Erlösung aus dem kapitalistischen Chaos wird nur durch eine grundlegende Anderung der bestehenden Wirt- schafts- und Gesellschaftsordnung erzielt werden. Das ist eine alte Weisheit besonders im sozialistischen Lager und da- für braucht es keiner neuen Propheten. Nur, und das ist die entscheidende Frage, wie wird diese neue Ordnung geschaf- fen und möglich gemacht. Wenn wir angesichts der immer stärker werdenden Reaktion, der Faschisierung auf allen Ge- bieten, der Maßnahmen des Polizeistaates die Frage nach dem Ausweg beantworten wollen, müssen wir uns mit rück⸗ sichtsloser Selbstkritik den sozialistischen Parteien zuwen- den, die allein für eine antifaschistische Front, für den Kampf um eine andere Ordnung und Zukunft Geltung be⸗ anspruchen können. Es ist in diesem Blatt schon àu oft die Steklungnahme zu den einzelnen Parteien von berufener Seite präxisiert worden, s0 daß Wiederholungen vermieden werden können. Die Forderung der Stunde für die Arbeiter- vnd Bauernpartei Deutschlands lautete und heißt immer wieder unter Zurũckstellung der cigenen parteipolitischen Besonderheiten: Einheitsfront. Bis heute hat diese Forderung leider noch wenig praktische Gestalt'angenommen. Von den einzelilen Parteien wurden und werden immer wieder Ver— suche der„Einheitsfront“ unternommen. Da wird das Reichbanner z. B. als eine überparteiliche Organisation pro- klamiert, in Wirklichkeit stellt es, wenn auch eine nicht zu verachtende, s0 doch unzweideutige Filiale der SPD. dar, in der heutigen Praxis so gut wie unwirksam zu entscheiden- dem Einsatz. Da besteht der Kampfbund gegen den Faschis- mus, die revolutionäre Gewerkscha ftsopposition usw. Alles gut und recht, nur ist der taktische Deckmantel, der die je⸗ weilige Parteipolitik bemänteln muß, allzu fadenschneidig, um den Bestrebungen den entscheidenden Massenboden 2u geben. Solange über der Frage der Einheitsfront immer noch höher die Frage der jeweiligen Partei steht, wird es um das Schicksal des arbeitenden Volkes schlecht und schlechter bestellt sein. Und alle Organisationen verlieren ihren Sinn, Wenn sie nicht befruchtend und für die Notwendigkeiten der Stunde wirksam werden. Die Erkenntnis bricht sich immer unaufhaltsamer in den Reihen des Volkes Bahn. Viele Einzelne in allen Parteien, ganze Gruppen von Menschen im Lande, ziehen gegenüber Parteien und allen möglichen Be⸗ strebungen ihre Konsequenzen, verlangen Handeln und ehr- liche und konsequente Politik. Ein paar Zuschriften an uns mögen Sitimmungsmesser sein, für das, was vorgeht: An die Opposition der SpD, der KpD.(Brandlergruppe), an die Unabhängige Sozialdemokratie, Sozialdem. Partei, an die Gruppe revol. Sozialisten(Ledebour-Gruppe), an die Christlich-Soziale Reic hspartei(Vitus Heller-Gruppe) Immer mehr spitzt sich die politisehe Lag; zu. Die faschi- stische Gefaht wächst. Die SpD. stärkt sie dutch ihre vertäte⸗ tische Politik. Längst hat sie aufgehört, eine Klassenkampfpartei zu sein ur ist z2ut gerlichen Partei geworden. Von Stufe zu Stufe sinkt die SBD,, sie hat den imperialistischen Krieg unterstützt und die Revo- lution verraten. Heute gibt sie bereits die bese heidensten For derungen der Arbeiterschaft preis. Die unsoziale Notverordnung sogialistische nationalliberalen bür⸗ 3 Notverordnungen gegen die Not? Wir kennen nun die„Verordnungen.“ Stegerwald verordt Lohnabbau. Marx HUmminger verordneten Abwertung. Brüning Verordnete Bier-, Tabak„Mineralwasser- u. Kopfnegersteuern. Grcesinsky verordnet mit Severing Gummilcnüppel. Und die neueste Notverordnuug ist aus, sondern gegen die Demokratie. Reichstag ist daau gehört worden. Nicht einnial die Lünderminister wollen vom Wortlaute etwas gehört haben. noch in Ferien geschiekt und eine Verordnung nicht Kein Nun hat man den Relchstag der Reichstag duldet es geduldig, denn seine Mitglieder bekommen Kuch ehne Arbeit Dafür hat sle Ja das Volk gewählt. Woenn nun seine Diktatur Sufzurichten, 30 kann man ihm das nicht Übelnehmen! Denn Berrschen, brutal herrschen, War immer dort die Maxime. Man konnte nur nicht. Jetz kann man, Wwell mar Hindenburg mit den Reichswehretatsreden FUrsings Köderte. Ae SPD., der„Vorwürts“, die Braun Pleten, das ist allerlet von diesen: ohné Sltzungen und ihre Dläten. das Zentrum einmal daran lät, Aber daſ hlerzu Severing noch die Hände Soslal-Demokraten! Denn 0 Überflüssig wie nur etwas, Sie und konnten bisher schon alle bammlungen verbieten, Wie sie Wollten. Wur das Voln der Arbetter und Bauern mußl Wissen, um was man sich heute bel seiner unsagbaren Not überhaupt beküm⸗ mert. Rine Verordnung gegen die Not Volk,. Aber autf dlene würtet es vergebens! Aless Notverordnung war haben doch möglichen Ver⸗ dle erwaärtet dieses mit ihrem Negersteuern und Krankenscheinen und den Panzer- kreuret hat sie nummcht ermöglicht. Die SPD. ist mitten in der 141 1 65 EHinbeitsfront für einen neuen als„Verteidigungskrieg“ maskiet- ten imperialistischen Krieg, Sie hat sich durch den Mund Schöpflins, der sagte, er gehe lieber mit Groener als mit Stöcker, offen als Kapitalsknecht bekannt. Während sie jede techte Abweichung duldet, wird die leiseste linke Regung un⸗ terdrückt. 8So sieht die Parteidemokratie aus. Das muſß allen Iinken, ehrlich sozialistisch Denkenden in der 8PD. zeigen, daſ) kein Kampf füt den Sozialismus möglich ist in der Partei des Arbeitetverrats.(Deshalb bin auch ich heute aus der SPD. aus- getteten.) Auf der anderen Seite versperrt die ultralinke Taktik der KPD. vielen den Ubertritt, Beide Massen drohen in politischer Gleichgültigkeit zu versumpfen. Was tun? Ihr alle sagt:„Kommt zu uns!“. Aber viele werden jedem einzelnen sagen:„Was bedeutet eine Splittergruppe, deren es vier zwischen KPD. und SpD. gibt.“ Das Gebot der Stunde ist Zusammengehen! Wir geeint sind eine Macht, wir werden Anziehungskraft auf die Massen haben, die den Vertat der SpPD. durchschaut haben, aber nicht wissen Wohin. Klein fing auch die alte USP. an und sie wuchs doch mächtig, hätten sie nicht ihre Führer verkauft. Gewiß steht manches im Weg, gewiß seid ihr euch nicht über alles einig, aber Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Hört den Notschtei aller sozialistisch und pazifistisch Denkenden: Schafft sofort die einige sozialistische Partel, damit der Sozia⸗ lismus triumphiert über faschistischen Terror und sozialdemo- kratischen Vertat! Richard Volley(einer im Auftrag von vielen, die ebenso denken.) 4 In Königsberg, Pr., bildete sich eine„Soziale Volksbewe⸗ gung“ die uns folgendes schreibt: „Aubei das Programm der Sozialen Volkbewegung.— Die unaufhaltsame Proletarisierung der Zwischenschichten, das ständige Anwachsen der Arbeitslosigkeit, die Zusammenballung des Kapitals in immer weniger Händen, zu immer gigantische- ren Unternehmungen und das Wohlleben der Bürokratie auf Kosten des Volkes, haben allenthalben zu lokalen und zentralen Gruppenbildungen geführt. Die Zersplitterung und Machtlosigkeit der gleichstrebigen Gtuppen zu beheben, haben sich in der Vaterstadt Kants revol- tietende Bauern, vetzweifelnde Gewerbétreibende und Hand- werker, klassenbewutzte Arbeiter, unter Wahrung ihrer weltan⸗ schaulichen Sonder-Interessen und ihter Zukunfts Ziele, auf ein Gegenwartsprogramm geeinigt. Das Ziel ist der sbziale Volkstaat, um den Uaszdie Revolutien von 1918 betrog. Der Weg ist das Bündnis aller schaffenden Stände des proleta- risierenden Kleinbürgertums mit der revolutionären Arbeiter- schaft gegen die politische und wWirtschaftliche Reaktion. Die Soziale Bewegung erkennt im National-Sozialismus den letzten Vetsuch der Kapitalisten, die schaffenden Stände zu tei- len, um über beide zu hertschen. Wir rechnen auf Ihre Mitarbeit, erbitten Antwort und Werden Sie danach laufend informiert halten.“ Wir begrühen diese Enitscheidungen und Bestrebungen. Es könnte den Anschein haben, als ob wir dadurch die evtl mögliche Zersplitterung der großen Parteien gutheißen und begrüben würden, Das sind auch die Argumente, mit denen die Bonzen aller Richtungen den Homunkulus der Parteiein- heit immer wieder beschwören. Aber es ist uUnsere Uberkeu⸗ gung, daß der entscheidende Anstoß und die Lösung nicht von den großen Parteien und Bewegungen ausgeht und aus- gehen kann. Denn, wo ist in den bestehenden Parteien noch soviel Elastität vorhanden, daß unter Zurückstellung eigener Ideale, die Notwendigkeiten der Stunde und des Tages er⸗ kannt und gefördert werden? Wir werden nicht darum herumkommen, in unermüdlicher umsichtiger Arbeit, den Aufbau für die Einheitsfront zu vollziehen. Wir werden in grundsätzlicher Fhrlichkeit und Konsequenz, unter Zurück stellung enger parteipolitischer Absichten bereit sein, die Einheitsfront mitzubilden. F. Polnische Wirtschaft? Im polnischen gub Selmmarschall der Abgeordnete Buscynski an keiner Seim der bekannt, daſꝭ der bisher 16 Sitzungen tellgenommen habe und äuch keinen Urlaub erbeten habe. Hi beauntragte diesem„faulen Abgeordneten“ das Mandat zu ent Miller ins In Deutschland würde 80 eine Geschäktsordnungsmöglichkelt auch nichts schaden. Aber hiér schickt man glelch den ganzen Reichstag bis Herbst in die Ferlen bezählt die zlehen, Was geéschah und es zleht der Kommunist polnische Farlament dafür ein. und Abgeordneten gut. Die Beamten, die Abgeordnete sind, erhalten sogar ihr Gehalt weiter, ohne Dienst tun zu müssen. Deshalb drüngen gich auch, besonders in der Hitlerpartei soviele Beamten als Abgeordnetenkandidaten vor, wüährend Bauern und Arbeiter in Verschwindender Minderheit in den deutschen Farlamenten Vertreten gind. Arbelter- und Bauernnot— dos Mlttelstaudles T0d. Glaubt unser Mittelstand mit dem Wauwau gegen den„Mar xlamus“ vielleicht sich retten au können: Glaubt er, die paat Konsumvereine selen seine Niederzwinger? Weiß er nicht, daſ er von dem glelchen Kapitalismus zu Boden gedrückt wird der den Arbeiter arbeitslos macht, den Bauern verarmen lAßt“ Waältz er nicht, daß deshalb die Kleinen und mittleren Geschffte àzugrunde gehen, well einmal dieser heutige Staatsappabat 30 Milllarden des deutschen Volkselnkommens Wogtrißßt, Weil die Steuern auf ihm lasten und die Alnsen, Well die Mieten fül die Läden katastropnal hoen geworden sind, sich verdoppelt haber., und daß die Kundschaft aus Arbeiterkreisen vor allem nicht kauten kann? Da geht der Umsatz immer weiter zur ick Da fütst auch die„Reichshandwerkerwoche“ nichts. Welches Handwerker hat durch diese„Relchshandwerkerwochelt eingee einzigen Auftrag mehr bekommen? Das ist doch mittelalter Ucher Wirtschaftsdilettantismus höchster Potenz! Wissen eupz Führer heute nichts Besseres zu tun? das Gebot der Arbeiltern, aller Vissen sie nicht, dag Stunde lautet: Hinheitsfront mit Bauern Utit Werkschaffenden gegen Dr. R. Kuscynski hat ausgerechnet, daß 1931 die Kaufkraft des Arbeiters um 16 Prozent niedriger ist, als im Jahre 1929. Wenn Wir sein beitseinkommen mit den Lebenshaltungskosten Veér⸗ glelchen, 30 finden wir, daßs dieses sogar um 20 Prozent Kleiner War, als die Lebenshaltungskosten. Das durchschnittliche Fig, kommen an Löhnen hätte um 10 Prozent höher sein miissen, wWenn die Arbeiterschaft die vom Lebenshaltungsindex festge, Sie Kann alse um den Kapitalismustz legten Warenmengen hätte kaufen wollen. 40 Frozent weniger kaufen, als sie normal Kkaufen sollte. Beſ den Textilarbeitern ist der Unterschied noch größer. Und da machtt Stegerwald noch Lohnabbau und Brüning sagte:„Die deutsehe Lebenshaltung sei zu hoch?“ Kein Wunder, wenn die Schnaider, Sohreiner ete. keine Arbelit haben, wenn die Geschäftshäuser mre Läden schlieſten, wenn diese Millionen um 40 Progent wWeniger kaufen können. Von hier aus muß alle Mittelstands, politik orientiert werden.. 2 Millionen Staatsgelder für eine Tentrumszeitung? Der„Völk. Beobachter“ schreibt, daß die„Kölnische Volkszeitung“ aus einer G.m.b. H. in eine Aktiengesellschoft umgewandelt wurden sei, Das Aktienkapital betrage 6 Mif, lionen Mark. Von diesen habe der preußische Staat 2 Mil⸗ lionen übernommen, Im Aufsichtsrat säßen Minister Hirt⸗ siefer, der Zentrumsabgeord. Hesse und Lubde. Daneben seien die JG-Farben mit am Aktienkapital beteiligt. Glaubt man da noch, daß diese Presse nur aus idegleg Gründen der„christlichen Weltanschauung“ die Feder rührt? Begreift man nun die Zusammenhänge, warum die Zentrumspartei noch niemals etwas Ernstliches unternommꝛen hat gegen den Kapitalismus? Daß sie auch niemals etwäs Ernstliches untérnehmen wird? Begreift man nun, watum die Diktatur Brünings noch keine einzige„Notverordnung“ gegen die Not, sondern nur Notverordnungen gegen ſene, welche die Volksnot tragen müssen, und nur Notverorduuh- gen zum Besten der Kapitalisten herausgebracht hat? RBe⸗ greift man nun, warum diese Presse alles bekämpft, was um Sturze jenes Systems beitragen würde, das der Erzbischef von Prag die„Ursache des Untergangs der Völker“ nennt, des Kapitalismus? Na, das begreift manl Nur begreift man nicht, wie noch Arbeiter und Bauern bei einer solchen Par⸗ tei sein können, die durch deren Politik vom Kapitalismus täglich ausgeplündert und in ihtem sittlichen Lebensrecht beschränkt und unterdrückt werden: Und wan begteift nicht, wie es noch einen Geistlichen geben kann, der als Stellvertreter Christi eine solche Ausplün lerungspallitit für den Geldsack deckt, mit dem Mantel der Religion und dem Gesetze Christil Mann über Bordt- und die Spp-Presse. Wir hatten aus Heinsberg die Meldung gebracht, daß die dortige Ortsgruppe der 8SPD. wegen der Panzerkreurzerhäl⸗ tung der SPD. aus der Partei ausgetreten ist. Die„Welt am Montag“ hatte die gleiche Erklärung. Nun fällt die„Welt am Montag“ auf ein Telegramm des„Vorwärts“ herein, daßꝭ, wie die SPD.-Presse berichtet, nur drei Mann aus„Per sönlicher Verärgerung“ ausgetreten seien. Aber„hereinge⸗ fallen“ ist die„Welt am Montag“ nicht auf qdie Meldung aus Heinsberg, sondern auf die Ableugnung der SpD.Presse, voran des„Vorwärts“ Wir haben uns in Heinsberg erkun⸗ digt und es wird uns berichtet: Der Bexirksvorstand der 8PD. in Köln weiß besser, was los ist. Er nimmt von dem Austritt der Ortsgruppe in einem Schreiben Kenntnis. Kein einziget Einwohner der Stadt Heinsberg ist nach dem Gesamtaustritt in der Ortsgruppe der SPD. geblieben. Die stattgehabte „Kreiskonferenz“ war gerade von einem„Elferrat“ besucht, Von Heinsberg selbst war sie garnicht vertreten. Von der einst so stolzen Zahl der Leser der 8SPD. Presse sind in Heins- berg kaum ein Dutzend mehr übrig geblieben. Die Frau eines Vorstandschaftsmitgliedes, die das 8SPD.-Blatt austrug, Wurdde nach demn Austritt ihres Mannes fristlos entlassen. Die 8PH. adträte erklärten in öffentlicher Stadtratssitzung ihren Auis⸗ tritt· Der„Zweite Mann“ der SPD. geht also über Bordll Es ist auc t zu Verwundern, wenn der„Vorwärts“ Demokratie dem Gummiknüppel verwechtelt, Schöpflin das„Nie mehr Krieg“ mit Groeners„Vaterlandsliebe“ und die Hunderte von Bonzen ihre hohen Gehälter mit„Soxialis⸗ mus“., Aber der Austritt genügt nicht, es muß die Einheitsfront gebildet werden. iieeeeee Bildung mehrt er, Zweifel klärt er: der Kleine Herder. Der Kleine Herder ist oin Lexikon in einem Bande: das voftcopt⸗ menste und brauchbarste. Uber 50000 Artikel, 4000 Hilder ac Karten, Gründlich. Praktisch, Handlich. Jedermann verstünczlieck 30 Mark. Teilzahlungen. Prospekt umsonst in allen Huchhandlunces oder vom Herder Verlag in Freiburg im Breisgau. mus Etwat schaf und in jer Jahre etc. pitali. Kleinl beim bleib⸗ ohne seiner vVom wolle denke Arbe Veran 1 doppelt ern un alismust⸗ oche Eing müssen, ölnische Uschaft um dies ommen s Etwögg Wätrum dnung“ en jehe, Irdmithh⸗ t? Be⸗ vas Uum bischok hegreilt der als 3⁰ iti on und 0880. daſ die urerhal⸗ he rein, 18„Per⸗ sreinge⸗ ſeld erkun⸗ r SPD. Austritt einsiger austritt gehaht etzucht. on der Heins⸗ u eines Wurcle 8SPD n Aus⸗ Borcll⸗ rwärts“ höpflin e“ Un z0 Bialis“ itsfron Das MmUm voln Die innere Krisis im Hationalsoziallsmus. Wir dnd davon überzeugt, daß der Nationalsorialismus nur eine neue Kampfarmee zum Schutze des Kapitalismus und zur Zerachlagung einer Binheitsfront aller Schaflenden gegen die herrschende kapitalistische Klasse ist. Der Kapitalismus hat noch immer verstanden, die unteren Massen der Arbeiter, Bauern und Mittelständler durchein- andler zu hetren und sie s0 zu zersplittern, daßh eine einheit- liche Front und damit die wirklich revolutionäre Volks- mehrheit und Volkemacht nicht zustande kommen kann. Das hedrohliche Anwachsen eines Blocks des Sozialismus mußzte durch einen Kampfblock„gegen den Marxismus“ ahgedreht Werden, der mit dem Schlagworte des,, Sozialismus“ und mit den Gefühlsmomenten altpreuhisch · militaristischer Bombar- deure Massen um sich sammelt. Das sollte der Nationalsozia- Hsmus sein. Darum haben auch, sobald er an Macht zunahm, von allen Seiten die Schichten der Intelligenz und die ächte der Schwerindustrie eich in der Bewegung ein- gesetnt · Damit aber begann innerhalb dieser Partei selbst der ere Widerspruch. Die radikalen Massen, die von den deren Parteien betrogen wurden, die Schichten des Mittel- standes, des sog.„Bürgertums“, die sich scheuen, zum Prole- tariat gerechnet zu werden, aber immer mehr ins Proletariat selber herabeinken, und die noch einen kleinen Besitz etc. gegen die wachsende Enteignung durch das Großkapital zu verfechten haben, die wollen vom Nationalsozialismus die Lösung der sozialen Fragen, den deutschen Sozialismus. Dem atehen die Mãchte des Kapitals gegenüber, die bestimmend in einer Partei werden, die nicht den entschiedenen Kampf gegen diese Mächte aufnimmt. So wurde die Hitlerpartei ein Konglomerat der verschie- densten Meinungen und Willensbildungen. Es giht dort ra- dikale Antiklerikale, wie halbe oder ganze Kommunisten. Es ist kein Zufall, daß ein Leutnant Scheringer zu den Kom- munisten hinübersegelt. Es ist kein Zufall, daß ein Dr. Otto Straßer die Front eines deutschen Bolschewismus vertritt. Es int kein Zufall, daß Dr. Dinter austrat und Hitler bekãmpft, weil er nicht den Kampf gegen Rom und gegen die über- staatliche Macht des Ultramontanismus ankãmpft. Und es ist kein Zufall, daß ein Hauptmann Stennes nach der„Tat“ ruft, da Hitler in Parlamentsarbeit aufgeht, in jener Parla⸗ mentsarbeit, die er vor den Massen als„ödes Schwatzbuden- geschäft“ zelbet zuerst verdammt hat. Ober dem allem schwebt noch der Geist Hitlers, der heute nicht mehr mit der ersten Kraft des Stürmens vorgeht, sondern sich konzen- triert auf das Bremsen. Der Führer muß bremsen, wenn er die Partei zusammenhalten will, wenn er den Krach vermei⸗ den will, der das Kartenhaus zertrümmern würde. 8So ist die Führung Hitlers längst ins Schwimmen gekommen. Hitler versucht zu steuern, aber die Flut wächst und schlägt ihm eines Tages über den Kopf zusammen. Die furchtbaren Schwächen der Hitlerpartei zeigen sich vor allem in drei Ursachen. 1. Er hat Keine lelare weltanschauliche Grundlage. Wohl nagt er etwas von einem„Christentum“, aber niemand weiß, Was dieses Christentum ist, was er damit meint. Ist es der Christus der Evangelien, zu denen er steht? Nun, der ver- dammt grundsätzlich seine geistige Haltung, ganz radikal. Der will den Frieden, nicht den Krieg. Der will die Gemein- schaft der Bruderschaft, nicht die herrschende, bevorzugte Klasse gegenüber einer beherrschenden, unteren Massel Er sieht wohl ein Hindernis der Macht im Zentrum und in der BVP., aber er hat weder das„sentire cum ecclesia“, der inneren Ubereinstimmung mit der heutigen Kirche in ihrer Wirlelichkeitserscheinung, noch das„sentire cum Christi“, das er etwa dieser Wirklichkeit als Leben aus Christus und Handeln entgegenstellen könnte, Er schwimmt, schwimmt aber gegen Bischofsmäntel und bricht sich dort die Spitze ab. Sein theologischer, arischer Mythos ist Häresie im Lichte Christil Und selbst das Signum der Zeit, das ein langsames Abkehren breiter Massen vom Kirchentum ist, kommt ihm nicht zugute, da er weder den Bruch mit der Kirche wagt, noch sich für die Kirche einsetzt. Seine Massen können auch keine eigene weltanschauliche Kraft holen aus dem, was die Rosenberg etc. philosophisch dozieren. Es ist seichter Schaum, ohne innere, sittliche Lebenskraft! Zuerst muß der einzelne Mensch bei sich selbst das, um was er kämpft, verwirlelichen, bevor er den Kampf kämpfen kannl Er muß selbst zuerst Ohrist, Sozialist, Atheist etc. in seinem Leben sein, bevor er auf solche Ideale oder Idole eine Kampfge- meinschaft aufbauen kann. Hitler hat weltanschaulich Sand unter den Füßen. Entweder wird er ins antikirchliche Lager gedrängt, oder er wird vom Zentrum umgarnt, kaltgestellt! Das Zentrum innerlich überwinden mit der Forderung Chri- sti, daß das Reich Gottes nicht von dieser Welt ist, dahß Christ sein heißt, Christus nachleben und nachhandeln, das vermag er nicht. 2. Sein Sorialismus ist kein Sozialismus, sondern Kapitalis- mus reinsten Wassers. Sein„Wirtschaftsprogramm“ mit etwas„Bodenordnung“ und der„Brechung der Zinsknecht⸗ schaft“, hat das ABC der wirtschaftlichen Wirklichkeiten und Zusammenhänge, national und international noch nicht in jenen Anfüngen begriffen, die hereits vor einigen hundert Jahren die Proudhon, die ältesten Utopisten, Henry George etc. hegriffen haben · Von der Monumentalsynthese des Ka⸗ pitalismus Karl Marxens ganz zu schweigen. Es ist ein ganz Heinbürgerliches, spieBerliches Reformprogramm, dlas schon beim ersten Versuch einer Reform elend im Dreck stecken bleiben muß. Er kann nicht einmal sagen, wie er praletisch, ohne das ganze Gebäude des kapitalistischen Systems von teinen Grundmauern aus zu entfernen und ein ganz neues vom Grunde auf aufzubauen, die Zinsknechtschaft brechon wolle und könne. Da, wo Hitlersche Weicheit aufhört Lu denken, bei den Fragen von Produktionsmitteln, Eigentum, Arbeit, Austausch, Konsum, Geld, Währung, füngt wirklich veruntwortliche Politik erst an zu ztudierenl Er will deahalb Ae, auch„grundsätzlich nichts äindern“, nur die Staatsmaclit soll anders werden. Darauf hoffen eine ganze Armee seiner Anhänger, besonders seine Studenten, die glauben, daß dann sie die Beamtenstellen bekommen, wenn Hitler alle anderen verjagt hat. Wie er Brot und Arbeit für 5 Millionen Arbeits- lose beschaffen will, gerade bei seiner Haltung, in der er auſzenpolitisch keinen einzigen Grolistaat im Rücken hat (denn Italien wird er wohl nicht ernetlich in Rechnung ziehen), weiß er wohl selber nicht. Die Massen aber wollen Arbeit und Brot, wollen Sonialismnus. Der Kampf Dr. Otto Straßers ist hier ein Fanal. 3. Seine Methode ist innere Unwahrhaftigłeit und Un- möglichkeit. Sein Prinzip ist das Prinzip des Faschismus. Mussolini war sein einziger Lehrmeister. Dieser Faschismus als Prinzip läßßt sich nicht mit Gemeinderatssitzen, Reichs- tagsdiäten und Wahlen durchsetzen. Er marschierte nach Rom, wie der polnische nach Warschaul Er kennt nur die Gewalt der Gewehre. Hitler hat es versucht 1923 in Mün⸗ chen, kam aber nur bis zur Feldherrnhalle. Nach seinem Wahlsieg vom 14. September wäre für ihn eine solche Stunde historisch vergelegen. Er hatte nicht mehr die Führerenergie · Unter seinen 6 Millionen Wählern traut er keiner halben Million zu, daß sie mit ihm marschieren. Darum macht er in„Legalität.“ Aber er weiß doch, daß nur mit Revolution sein Reich kommen könnte. Und 80 ist entweder seine„Le⸗ galität“ nicht ehrlich, sondern nur Taktil, oder er hat auf die Ergreifung der Macht im Staate verzichtet und macht Kompromisse. Heute macht Hitler Kompromisse! Dabei hat er Schiffbruch gelitten. In Thüringen und Braunschweig krachte der Laden dieses legalen Weges elend zusammen. In Berlin bekam er kein Innen- und Wehrministerium, sondern mußte aus dem Reichstage ausziehen, damit seine Parlamen- tarier nicht eine neue Partei aus sich selber machen. Nun kommt die Revolte in Berlin. Das ist nicht nur ein Stennes, das ist tiefes Symtom, das keine radikale Maßznahme aus der Kleine Politik. Hauptmann Stennes erklärt gegenüber Hitler:„Bald ist man für das Privateigentum, bald dagegen, bald für den Sozialismus, bald dagegen. Niemals wird der SA-Mann verstehen, daſl er gein Leben für den Kampf um sein sozialistisches Ideal ein- setzen soll, um doch um die Früchte seines Kampfes betrogen zu werden. Betrug aber ist es, wenn München vor wWenigen Wochen den EUntwurf eines Wirtschaftsprogramms heraus⸗ brachte, den man bis heute wohlweislich der Parteigenossen- schaft vorentlialten hat, weil dieses Programm für die deutsche Arbeiterschaft und die Lösung der sozialen Frage weniger ent- hält als etwa das Programm der Staatspartei.“ Das besagt genug! Die Gutachterkommisslon für Arbeltsbeschaffung hat nun ihr Jutachten vorgelegt. Die Arbeitszeit 6011 auf 40 Stunden die Woche gekürzt werden. Damit glaubt man 70 000 Arbeiter in Arbeit zu bringen.— Das stimmt. Nur eines wird vergessen: Es geht auf Kosten der Arbeiter, die noch Arbeit haben. Denn es wird dort nicht angepackt, wo die Hebung der Arbeitslosig- kKelt beginnen muſß: stärkere Arbeitsmöglichlteiten durch Stel⸗ gerung der Produktion. Die Werke müssen in Betrleb kommen, die Millionen in Deutschland müssen kauflerüftig gemacht wer⸗ den. Die Kapitalistische Produktionswelse muſß ausgeschaltet Werden. Es ist dieser Vorschlag keinerlei„Lösung“. In Preuſten hat auch ein Neffe Windthorsts, Staatsanwalt- schaftsrat a. D. Windthorst, einen Aufruf zum Vollesbegehren des Stahlhelm unterzeichnet, in dem er erkelärt, daſßz gerade er unterzelchne, weil er dokumentieren wolle, daſs sein Onlcel heutige Zentrumspolitik sicher nicht mitmachen werde. Das mag stimmen! Aber er würde wohl auch Kkeine Stahlhelms⸗ politik mitmachen! In Holland und Belgien! Der Vorsitzende der holländischen Sozlaldemokratie gab im Parlamente eine FUrklärung ab, daſs slch die PFartel niemals an einer Mobilmachung betelligen würde. Die belgische Sozialdemokratie fordert Abrüstung Bel- glens mindestens bis zur Rüstungsquote Deutschlands. Und die deutsche 85D? Der Parteitag der englischen Unabhüngigen Arbelterpartel, (Sozlalisten) nahm scharf Stellung gegen die Reglerung Mac Donald, da diese gegenüber der Arbeltslosigkeit, Indlen etoe., nicht anders handle als die kapltalistische Reglerung der Kon- gervativen es getan habe. Genau wie bel uns die 8PD! Die Schulden des Herzogs Hrust von Sachsen-Altenburg, die 1,3 Millionen betragen, will der Staat bezahlen. Der Hersog soll noch auſlerdem eine Jahresrente von 100 000 M. erhalten, ferner kür das Jagdvergnügen des Herzogs 260 Hektar Wald, und den Versloht auf das Wolnrecht im Schloß und auf die Theaterloge 120 000 M. Fs gibt doch noch zwelerlel Sterbliche: golche, die Arbelten und Hunger lelden, und golche, die Gelder verludern und Riesensummen erhalten! Signum der Zeit. Die Aachener Pfarre St. Johann B. Kibt die Geburten- bzw. Taufzittern bekannt: 1913: 232, 1914: 260 1915: 194, 1920: 204, 1921: 208, 1925: 186, 1927: 143, 1928: 110 und 1930: 105. Untergang! Warum? Warum!? Japan hat Über 8000 Angestellte der Werften mit Abfindungs⸗ gummen entlassen, Well das Flottenbauprogramm eingeschränket wird! Ursing, der Zentrumsabgeocrdnete in Deutschland Abel WIIIl Arbeit für die Werkften, darum lst er begelstert vom Pal Lerkreuserbauf Stantlich organislerte Ausbeutung. Die NReſchspostverwaltung tellt mit, dals slie 600 Postqungboten aufnehmen WiIll. Der Kreis Aoll beschränkct sein auf Vollksschüler zwischen dem 14. u. 16. Eebensjahr. Die monatliche Vergütung betrügt 20 M. Nach dreſ Jahren sollen die jungen„Anwärter“ in die Laufbahn der Pogt geohaffner aufgenommen werden. Kommentar braucht man nicht Hlersul in der Arbeiter- und Bauernpartei zu arbeiten. Welt schafft. Dieser Stennes gibt es noch viele in der Partei. Sie halten nur noch das Maul, weil sie nicht können, genau so wie viele im heutigen Staate, in den alten„korrumpier— tenꝰ Parteien. Damit aber hat der Fraſi der Korruption, ge- gen die er bei den alten Parteien zu Felde zcg, in seiner eigenen Partei soweit um sich gegriffen, daß er stärker ist, als Sonstwo. Seine Bonzen sind zahlreicher als die der SpD, oder des Zentrums. Sein Versagen katastrophaler als das der alten„verluderten“ Parteienl Sein Sozialismus verrate⸗ ner, als der des„Marxismus“ in der 8SPD! Der wirldliche Faschismus, die wirkliche Diktatur mit „Notverordnungen“, Gummiknüppel, der ganzen Staäats- macht gegen die Massen des unteren Volkes aber ist bereits marschiert. Der sitzt bereits im Sattel. Der hat nicht ge- wartet, bis Hitler kommt, er besorgt es unter Brüning⸗Seve· ring noch besser. Nicht im Geiste Hitlers aber er ist da! Hitler bleibt ein historisches Zwischenspiel. Durch diesen Klamauk muß die Masse des revoltierenden Bürgertums und einer verkalkten Intelligenzschichte noch hindurch. Der Marsch der NMillionen zu ihrem Reiche des Sozialismus hat großze Etappen und großze Kämpfe und verlangt ungeheure Opfer, auch Rückschläge, Wunden, Schläge, Entbehrungen. Enttüuschungen, das Kreuzl Die Massen, die bei der SPD., dem Zentrum, den Deutschnationalen etc: enttäuscht wur⸗ den, müssen noch diesen ungeheuren Wahnsinn selbst erle⸗ ben, dieses Fieber, bis sie zur letzten Nüchternheit, Klarheit, Erkenntnis und auch zur inneren geistig-sitlichen Festigung kommen, die nicht nur erkennt, sondern auch die wirkliche Kraft gestaltet, die nötig sind, um die wirkliche Einheitsfront herzustellen und mit ihr den letzten Kampf zu schlagen, um ein gottverdammtes System der Menschenausbeutung und Menschenvernichtung endgültig vom Throne zu stoßen und die sitliche Verantwortung einer neuen großen Gemeinschaft an die Hebel und Ruder zu stellen, wo einer für alle und alle für jeden schaffen in einem Sozialismus, der kommen muß, wenn die Menschheit nicht versinken und sich selbst regieren soll. Für diese Gemeinschaft und Kraft haben wir V.E. Zur Besinnung. „Gottlose“: Soll man es sagen, an Beispielen zeigen, wie Men⸗ schen heute„gottlos“ werden. Man muß es. Ich begegne einem jungen Menschen. Arbeitslos, der Vater ebenfalls seit langem. Ur zieht ein Papler aus der Tasche: Strafbefehl der Staatsan- Waltschaft: Vier Wochen Gefüngnis. Und Beweismittel: Dom- vikar so und 80. Stünde es nicht schwarz auf weis vor mir, leh würde sagen: Es ist Lüge! Aber da steht es:„Domvilkar“. Ich war bisher brav, ordentlich. Jetat komme ich sogar ins Arbeitshaus. Mein Leben ist verpfuscht, sagte der junge Mensch.„Ich habe einen Brief geschrieben, brauchte 3,50 MIk., bat den Geistlichen darum, er zeigte mich dem Staatsanwalt an. Mich sieht Kkeine Kirche mehr.“ Hr heulte und ging. Was hätte ich ihm sagen sollen? Und wenn ich Gottlosenumzüge sehe, denke ich an diesen Jungen und an den Domvilcar! Hide? 6 Millionen Hide werden in Deutschland jührlich ge- sahworen, so wurde beim preufsischen Justizetat bekannt ge⸗ geben. Wievlel Meineide waren darunter? Bei welchen Kleinig- kelten wird der Eid gefordert? Und Was ist mit diesen Fiden, auf die sich Urteile aufbauen, schon angerichtet worden? Ja, wenn wir Christen wären! Bei der Bergpredigt sagte Christus: „Ihr aber sollt niemals schwören! Eure Rede Sel Ja! Jal, Nein! Nein!.“ Heltende Llebe. Wir sind 80 tief unglücklich, weil wir das Zelchen helfender Llebe nicht mehr schen. Aber um diese hel- kende Llebe hat es auch sein Besonderes. Immer durchauckt mich ein Schmerz, wenn ich einem Arbeitslosen, Elenden, ein Almosen gebe, wie eine tlefe Schuld: Was ist das: Hohn für seine Lage. Vielleicht langts für einen Schnaps, den er sich antrinkt, um zu vergessen, oder wenn es für ein Abendessen relcht, wo ist das Morgen? 80 denke ich, wenn Sammlungen sind, Caritassammlungen mit Brot und Käartoffein usw. Hel⸗ kende Llebe müßte ganz anders ausschauen. Sie verlangt ein ganz anderes Opfer. Sie verlangt zuletzt den letzten Winsatz des ganzen Lebens für die Brüder, daß wir ringen und kümpfen um eine Ordnung, wo das geordnet ist! Helfende Liebe, das ist Brennen nach der Gerechtigkeit, Kampf um die Gerechtigkeit! Fin Almosen geben und dabel s0 glüchlich lücheln, o, das ist 30 selbstselig, so selbstgehelligt. Ist das das, was wirleliche Llebe ist? Gewitß, helfen, Uundern, aber größzer ist der Kampf um die Gerechtiglteit! Größzer ist, sich beltennen zum Proletariat, gans in deren Front stehen, sogar als„Bolschewist“ gestempelt au werden! Nur die größte Idee wird stegen! Vom Frieden reden, Beschlüsse fassen, Kriegsdlenstverweige⸗ rungsbögen unterschreiben das ist lelcht. Das tut sich 30 gut in einem süßen Umpfinden. Aber Küämpfen für den Frie⸗ den! Sich anpöbeln lassen um des Friedens willen. Alles ein- getzen für eine Ordnung des Friedens, sich entscheliden und trennen können um des PFriedenswertes Willen, auch trennen on Partel eto,, das ist mehr, das lst Kraft, das gchafft am den! Lalnsetzen. Ja, für was muß sich dieser Millionenmensch ein⸗ setzen, mit all seiner Arbeit, seinem Denken und Wollen? Wenn os geht um wirklich Hehtes, dann lst Keine Arbelt zu vlel, Rein Ihfer zu groſb, Aber 30: Es geht ja alles um den vertluchten lsack, um den Mammon. Darum hat der Mensch keine Zeit andere Sorgen, um dle Seele, um das Kind, um sein Mensch gein. Alle Gedanken sind beim Brot. Nur eine groſßbe Gemein⸗ schaft würde diese Sorge abnehmen! Und das ist dus Verdam- menswerts am Kapitalismus. Daßß es noch ein Siniges Wort geoben kKʒann, vom christlichen Standpunkte aus gegen den So-⸗ Wlalismus, beweist, wWiewelt Wir abgekommen sind von Christus, und Wie Ohrlstentum heilht Kommunlon. und Was Kommunton hodsutet und Gemeinschaft und RHrudlersein in Aam Vater, Irbeltslosenheer. Fünf Millionen wälzet daher ausgemergelt, Magen leer, Massenheer; fünf Millionen schreien in Not nach Kleid und Brot, Massennot; fünf Millionen stehen mit Weib und Kind Vor lecrem Spind, Wirtschaft blind: fünt Millionen tragen die Fahne blutigrot ins Land, fünf Millionen im Hungerwahne am Strand; fünf Millionen in Revolution am Ende, die Flammen brennen schon zur Wende. Grundgang Bodentief. Dienstordnung Aur den pazifistischen Tageskampf. Der„Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schrift⸗ gießer“ schreibt unter der Spitzmarke„Organisation des Friedens“ in der Nummer vom 3. Januar 1931: „Wir wären in der Welt weiter, Wwenn man den Frieden nur zu einem Hundertstel so gut organisieren würde wie den Krieg. Statt großer einheitlich zusammengefaßter Verbände sehen wir überall den Pazifismus in Gruppen und Grüppchen gespalten. Man sollte, das ist keine neue Idee, aber ein schwedischer Pa- zifist, E. Flodh, hat sie erneut aufgegriffen, einen Generalstab für den Frieden schaffen, Für eine Friedensarmee, die den Krieg gegen den Krieg führen kann, weil sie hierzu vorbereitet ist. Und nicht wie 1914 vom Krieg überrascht wird und nichts zu tun weiß, als bestenfalls zu protestieren und als einzelner ins Gefängnis zu gehen. Flodh erblickt die stärkste Waffe gegen den Krieg im Generlastreik. Dieser Krieg gegen den Krieg ist also nur mit den Organisationen der Arbeiterschaft gemeinsam zu führen, Es müßte ein genauer Plan, international selbstver- ständlich, geschaffen werden, und Flodh macht hierzu sachliche Vorschläge: Organisation des Aufklärungskampfes gegen die Kriegshetze und Lügenpropaganda, die dem Kriegsausbruch vorangeht; genaue Festlegung der Betriebe, die den General- streik gegen die Mobilmachung führen; Blockade gegen Muni“⸗ tionstransporte; wirtschaftliche, moralische und juristische Un⸗ terstützung der kämpfenden Arbeiter usw. Wenn diese Vor- schläge des Schweden Flodh starke Beachtung fünden, vor allem auch in den internationalen Arbeiterorganisationen, 30 Wäre das sehr zu begrüßen, Geredet ist eigentlich über den Paziſismus schon genug; Was heute, vielleicht bereits mehr denn je, not tut, das sind Taten.“ Anschließbend an vorstehendes, soll im folgenden, ohne von einem künftigen Generalstab für den Frieden hierfür ermüchtigt zu sein, allerdings auch, ohne einem solchen vorgreifen zu wollen, der Ver- such unternommen werden, eine Feld- oder besser Zivildienstordnung des gemeinen Mannes der Friedensarmee in Umrissen zu skirzieren und wie im vorstehenden der Schwerpunkt auf die Arbeiterorgani- aationen gelegt wurde, s0 soll untenstehend alles mehr für die Situation des einfachen Christen beleuchtet werden. Nun ist wohl das wichtigste in gegenwärtiger Lage, endlich die sich vielleicht noch einmal bitter rächende Apathie aufzugeben, die vielerlei Ursachen haben mag, nicht zuletzt aber auch durch die chaotische Zersplitterung im paziſistischen Lager bedingt ist. Nun zeugt dies organisatorische Chaos oft genug Entfremdung, Mitz⸗ trauen, ja sogar Bekümpfung. Ist es nicht Tatsache, dat) wir christ⸗ Achen Pazifisten uns nur zu leicht zurückhalten, mit„diesen“ un- gläubigen Freimaurern oder„gar“ Sozialisten und Anärchisten füt den Weltfrieden zu witken, jenes hohe Ideal plötzlich nicht mehr 60 erstrebenswert finden, nur weil andere Menschen um anderer Motive willen es auch zu erkämpfen sich anschicken? Und sind nicht auch deren Bemühungen(wenn auch ihnen selbst weniger Du ſollteſt Opfer ſein? 860 Aus den Tagebüchern eines jungen Menschen. Von Wolt Bernau. 9. Fortsetzung. Unsühlige Zuge donnerten durch Aachens Hauptbahnhof. Indlose Wagenreihen hasteten vorbel an wartenden Menschen- haufen. Soldatenlieder, Hurrarufe, Kommandorufe tönten wider die Hallen. Frühwalt berlet sich mit seinen Gefährten. Urst in drel Stun⸗ den ging ein Fernzug in der Richtung Frankfurt ab. Fock machte den Vorschlag, durch das nüchtliche Aachen zu Wan⸗ dern. Jüngere Kameéraden, die durch den Anstrengenden Marsch zur Grenze übermüdet waren, wollten zurückcbleiben und auf ihr Gepäck achten. Alle Warteräume waren brausenden Menschenmenge. Die beiden Freunde hatten Mühe, aus dem Bahnhofsgebäude nerauszukommen, Was war aus dem vornehmen, stillen Auchen geworden! Ein buntes Heerlager bot sleh ihren Augen. Un⸗ unterbrochen marschlerten Soldaten, in Feldgrau, die Helme Ubersogen, Offlalere zu Pferd; hinter der Infanterle drönnten die Geschütze der Antillerle; Kavalleriepatrouillen, schwer⸗ beladene Bagageabtellunge dampfende Feldküchen Ploniere, alle strobten iner Rlchtung, Westen zul Neue Pransportzüge donnerten ohne Wnde durch Aachens Hauptbahnhof. Jörg zog den Mitschüler kort, in eine gtlllere Stralhe. Uberall herrschte lÜrmendes, erregtes Leben! Gesknge, Reden hallten durch die schichsalsdunkele Nacht. Vor dem ehrwürdigen Münster mächte Frühwalt Halt, blickte sinnend vor sich. Focht reckhete sloh in die Höhe:„Jörg, uns hütt' vor ein paar Tagen elner sagen gollen, daßs wir 60 Sebhmell wieder heimkümen! Ich hab bloß Angst, daßs die Herr⸗ Hahlreit bald vorüber ist, WIr Wleder zurück missen!“„Winht“. euntgegnete Jörg mit schwerem Seufser,„mir graut's vor der Ritehktehr! Wie Wird mich melne Mutter empfangon?“ Foeck rüttelte seinen Kameraden gewaltig an belden Sehul⸗ tern:„Mensch, Was ist auf eilnmal in dich gefahren? Angst vor der Hetmkehr? Dabel hat er mir à0 schän von selner Hel⸗ überküllt von einer lärmenden, bewußt) nach des Heiligen Vaters Worter„Gerchaus dem heiligen Evangelium gemätz?“ Wer vos den kriegsbegeisterten„Christen“ und faschistischen Parteikatholiken will uns ein solches Zusammen- wWitken verübeln, die doch ihrerseits gern mit ihren politischen Ge- sinnungsfreunden aus anderen weltanschaulichen Lagern(Naxi- Heiden usw.) zusammen unser Ideal bekämpfen und— was schlimmer ist— herabsetzen und verhöhnen? Wurde doch sogar von gewisser Seite dem Verfechter echtkatholischer Gedanken, Dr. Mönius, der in seiner geistig überragenden„Allgemeinen Rundschau“ mutig eine Lante für die Besinnung des Abendlandes auf seine groſlen christ- lichen Traditionen und damit mittelbar für den Friedensgedanken bricht, gedroht, solange et diese Richtung vertrete, könne seine Zeit- schrift nicht mehr als katholisch anerkannt werden,*) Lassen wir uns von all dem nicht beirten und gehen wir mutig unseren als recht erkannten Weg weiter! Doch nun zum Positiven! Da erscheint uns notwendig, sich nach- stehende Punkte einzuprägen— und mit etwas Zivilkourage durch- zudrücken: 1. Mannhaftes Auftreten, furchtlose Gesinnungskundgebung von Mensch zu Mensch, in ideellen und Zweckverbindungen sowie Kör- perschaften, 2. B. Abstinenz-, Naturheil-, Tierschutzvereine, Gewerk⸗ schaften, Siedlungsgenossenschaften, lanungen, Landtagen, Reichstag(auch in letzterem ist diese Mahnung gegenüber Fraktions-Menschenfurcht oft angebracht!)— damit mul Hand in Hand gehen. 2. Größere Aktivität der Pazifisten in denjenigen Vereinen, denen sie soust angehören. Hier ist uns christlichen Friedensfreunden ein Weites Betätigungsfeld zugewiesen: Jeder katholische Verein, so-⸗ lange er noch wirklich Wert auf seine christliche Eigenschaft legt. Vereine, die korporativ zum Friedensbund deutscher Katholiken gehören, verweise man eindringlich auf ihre Pflichten, die sich aus jener Zugehörigkeit ergeben. Sind da und dort Präses und Worstand derlei Anträgen gegenüber schwerhörig und die betreffenden Ver- eine somit für unsere Sache unfruchtbar, so vertausche man nach dem Rate Pater Ohlmeiers O. F.M. zwecklose Arbeit in vegetierenden Vereinchen mit fruchtbringender, gewissengebotener im Weltfrie⸗ denswerke. Und da der Statthalter Christi sich zu wiederholten Malen deutlich und beschwörend für unsere Sache ausgesprochen hat, lasse man sich auch dann nicht von untergeordneter Seite beirren, wenn das politische Heidentum bis in katholische Vereine eingedrungen sein sollte! 3. Engste Zusammenarbeit durch Verschmelzung der Friedens- organisationen. Die jetzigen Bünde verwandeln sich in Sektionen (F.D.K. würde katholische Sektion), einer zukünftigen deutschen Union für Weltfrieden und Menschlichkeit. Das erfordert als Kor- rektiv strikteste Beschränkung auf vorgenannte, im geplanten Titel angegebene Ziele. 4. Verlegung des Schwerpunletes in der Propaganda vom bloßen Nützlichkeitsstandpunkt auf heroischere Gesichtspunlete. Wie sich der Krieger für schlechte Ziele einsetzte und meist einsetzen mußßte, so wollen wir uns für das gute und gottgefällige Ziel des Welt⸗ friedens opfern. Dann werden auch die hohen Werte des Mutes und Idealismus, der besonders der Jugend innewohnt, eine Pflege- stätte in unseren Reihen finden. Wahrhaft völkisch deutsche Jugend diene auf solche Art unserem Volke. Sie braucht und soll andere Völker nicht hassen, wie ihr das bis heutigentags von der Republik besoldete Nazi-Professoten lehren dürfen(wie lange noch?).— Großes Augenmerk richte man auf die 5. Uberwuchung der Presse, Bei Zeitungen und Zeitschriften, die uns sonst wertvoll sind(andere entferne man ohnchin, schone sie auch nicht der katholischen oder christlichen Firmierung wegenl!), versuche man die Bekämpfung der FEriedensidee durch möglichst kollektive Stimmen aus der Leserschaft zurückzuweisen und àu widerlegen. Wird die Aufnahme verweigert, 30 drohe man die Ab- bestellung an und vollziche sie auch, wenn die antipavifistische Ten- den nicht aufgehoben wird. Das wird natürlich nur wirken, wenn man sich mit vielen zusammentut. Unter Umständen könnte viel⸗ leicht der Weg über örtliche Friedenskartelle usw. mit Erfolg be- schtitten werden, Ebenso sehe man auch in Vereinen u. dergl. nach dem techten inberzug auf die„Siebente Großmacht“ Presse! Meistens wird für unsere Sache etwas dabei herauskommen, wenn nur die Geister erst einmal aus dem Schlafe geweckt und die Dinge zur Gemeinderäten, ) 80 Landesökonomierat Kropp auf dem Landesparteitag der Bayrischen Volkspartei! nürrisch geworden? Jörg, deine Hltern sind gottfroh, daſb d u kommst, wenn deine Brüder ins Feld müssen!“ Frühwalt machte eine abwehrende Handbewegung:„Sag mal, Willi, hast du in der letzten Zeit nichts an mir gemerkt?“ „Loh? Gemerkt?— Daß du mutterseelenallein, herum- gelaufen bist, seit Bernhard wes ist, ja, das stimmt! Aber du Wärtzt auch sonst viel allein, hast nie bel unserm Blödsinn mit- gemacht! Sonst? Was sollt“ ich wissen! Bist ein gutèér Kerl, mein liebster Schulnachbar, genügt dir das?“ „Ich wollt's eigentlich für mich behalten, Willi, aber von dir Kann ich mcht ohne Absellled gehen— ja, sel nur still, es 16t der Abschied, ich komme nicht mehr nach Waterhuilt zurück!“ „Jörg!“ riet Fock ganz entgelstert,„bind mir bloſb Keinen Bären auf! Du nicht wiederkommen? Nu glaub ich doch, daſss es bel dir nicht mehr stimmt! Mich 80 anzukohlen, das ist nicht recht von dir, ien Unwillig schüttelte Frühwalt den Kopf:„Darfst mich schon ernst nehmen Wiülli! Wennst du mir ins Gesicht guchest, Wirst du merken, daß ich keine Lust zu faulen Witzen habe! Schon in den Ferlen wollt ich's den HEltern sagen, daßs ich hler nicht länger bleiben könnte.— lIch bin wleder abgefahren, ohne ein Wort darüber gesprochen zu haben! Hätt ich's nur getan, ich Könnte leichteren Herzens heimfahren!“ „Mensch, entgegnete Fock triumphierend, wenn sle noch gar nichts wissen, weshalb hast du Angst, vor der Rückkehr?“ „Ioh habe ihnen geschriében!“ „Und willst mir vormachen, der Brief sei zur Post gegangen? Schäm dich, alter Kohlbruder! Den hat dir P. Präfekt mit einer gehörigen Bußßze und Moralpauke um die Ohren gesäuselt', in Fetzen verrissen!“ „Nein!“ erwiderte Frühwalt verürgert über solche Zwelfel, „kür so gans dumm mußt du mieh doch nicht Kaltenf Toh Wär am Montag belm Zahnarst; bei der Gelegenhelt habe ich den Brlef eingeworften, Spätestens Donnerstag war er in Husin⸗ gen.— Hald erhalte leh die Antwort persönlich. Wüßt leh nur, Wie gle ausfklit!“ WIi Fock, den nicht 30 lelcht etwas bekümwerte, dessen Humor unermüdlich sprudelte, konnte lange keine Antwort finden. Hohweigend standen die Klosterschüler àu Flißen des Anche⸗ nat en ie mi, wie e ien ee eee mir ieie er Münstann. Debatte gestelle werden; denn nut die Gegenseite zieht aus Her⸗ großet Gembesruhe Cewian! 6. Fühlungnahme mit parzifistischem Kreisen anderer Länder durch Treffen benachbarter, oft nur dureh wenige Kilometer getrennter Friedensverbände und humanitärer Gesellschaften, um Konkrete und aktuelle Fragen an Ort und Stelle zu behan deln und schon begonnene Verhetzungsversuche einer„natio⸗ nalen“ Presse schon im Keime ersticken zu können. Wo das aus verschiedenen, nicht zuletzt geldlichen Gründen nocht mög⸗ lich ist, pflege man desto eifriger den Brietwechsel Wegen Sprachschwierigkeiten bange man nicht! Wir haben ja neben der Muttersprache eine zweite Sprache für alle, Esperanto, die schon heute von einer halben Million Menschen auf dem ganzen HUrdkreise gesprochen und geschrieben wird und von der Katho⸗ Uschen Weltjugendliga(mondjunularo Katolika, Kurz„moka“) als elnzige offlalelle Sprache für ihre internationalen Beziehun⸗ gen angenommen ist. Die Erlernung des Esperanto, dessen Literatur schon größer ist, als die Literatur kleiner Nationen, ist in ungeführ vier bis sechs Wochen möglich, Am nachhal⸗ titzeten wirksam für den Brudergedankken der Menschheit hat sich vor allem der Austausch von Schulkindern erwiesen, Leider steuert für solche Zwecke Vater Staat nicht gern etwas bel. Wahrscheinlich werden die internationalen Bezilehungen besser durch Panzerltreuzer und Gas geregelt.— Das führt uns über zum letzen Punkt, der aber durchaus nicht letztrangig in hezug auf Bedeutung zu werten ist: 7. Grundsktzliche Umgestaltung der Kinder- und Jugend⸗ erzlehung. Darin könen wir zwecks Gewissensschärfung viel von den französischen Lehrern lernen. Verlangen auch wir in Elternräten Kollekktiv die Entfernung unwahrer, chauvinisti⸗ scher Geschichtsbücher. Ist die Mehrheit gegen uns, so streiken Wir einfach, indem wir für derartigen Schund nicht auch noch unser gutes Geld verausgaben. Stellen wir unsern Kindern selbst unsere wahrhaft Großen vor die Seele! Setzen wir die Abschaffung der Prügelstrafe durch; mit Prügeln demoralisierte Menschen eignen sich besser zu Rekruten als mit Liebe, Ach“ tung vor der Menschenwürde(Wenn auch mit manchmal heil⸗ samer Strenge!) wahrhaft sittlich erzogene Persönlichkeiten. Uberdies wird auf den höheren Schulen, auch in den niederen Klassen, auf dieses„EUrziehungsmittel“ zweitlelassiger FPädsgo- gen gern zugunsten der Vollesschulen verzichtet.(Unseres Wis⸗ sens hat einzig der„rote“ Freistaat Sachsen auch in der Vollts⸗ schule die Prügelstrafe verboten.) Man komme uns nicht mit der Kriminalität der Jugendlichen nach dem Kriege. Sind dech gerade die allermeisten jener Strafktälligen noch durch die„gute alte“ Erziehung gegangen. Viele haben aufßzerdem noch im „Stahlbad“ praktischen Unterricht im Umgang mit Menschen genossen. Verbannen wir ferner militärisches Spielzeug aus unseren christlichen Häusern und Splelschulen und überall dort, wohin wir unsere Kinder zur Pflege geben.(Man kKann vorhandenes Krlegssplelzeug auch zur Strafe benutzen und lasse z. B. den Spielverlierer einen alten Helm tragen usw.I) Nun, Freunde, ans Werkl Prüft all diese Vorschläge im Fx⸗ periment und vervollkommnet sie im„Neuen Volk“, damit wir unserm Hochzlele näherkommen. Haben doch gerade wir deut- schen Friedenskämpfer einen verantwortungsvollen Posten in der europäischen Konstellation inne, Sind wir doch der Vor“ trupp im Kampfe gegen jene menschenunwürdige Institution, die man schönfärberisch„Wehrpflicht“ genannt hat. Seien Wir die Lintlentruppe eines kommenden Generalstabes des Friedens, Unsere Kameraden in aller Welt haben ein Recht, das von uns zu erwaurten! Görlits. Observanto. W16)0 Deinen gefaßten Vorsatn rur praktischen Mitar⸗ beit sofort auszuführen. Sende uns einen Kampt⸗ tondbeltrag. Werbe für den nüchsten Monat einen neuen Leser, indem Du ein Probeabonnement be⸗ znhlst. Gib Dein gelesenes Blatt weiter, Bestelte und verbreite Werbezeltungen. Praktische Klein⸗ arbeit bedeutet Aufbau unserer Sache. „Blüh' im Glanze dieses Glückes, Blühe deutsches Vaterland!“ erklang aus einer Seitenstraße. Traurig begann endlich Fock:„Auch du, Jörg, willst alse kort? Der beste Kerl unserer Klasse verläſt das Kolleg!- Tst's denn so schlimm in Waterhuik? Mir hat's immer gut gefallen, Wo Könnt's netter sein?— Ob es dich nicht reut, wenn's zu spät ist?— Ach, ich glaube dir einfach nicht! F. Rektor läct dich nie gehen, giltst ja 80 viel bei ihm!“„WiIli, der wells es noch gar nicht! Nur P. Viktor ist eingeweiht. Ieh goll erst mit den Hltern sprechen, bevor ieh dem Relktor Mit⸗ tellung mache. Schneller als ich ahnte bin ich frei geworden! Willi, mir graut vor dieser Freiheit! Verrückt werde lch noch, Krieg ich nicht endlich meine Ruhe!“ Tröstend erwiderte Fock:„Ich welßz, man hat dir arg mit⸗ gesplelt im Kollege, oft nur unsretwegen! Hast vliel einstechen miülssen! Weshalb aber am Beruf irre werden? In jedem Stande Elbt's Menschen, die schlechtes Beispiel geben!“ „Ich habe nichts gegen den Beruf, jch achte den Ordensstand hoch wie je, bin allen Lehrern danlebar; auch P. Rochus hat's schlieſlich auf seine Art gut gemeint! Aber ſeh, ieh WIII kein Ordensmann werden, man soll mich wählen lassen, mich nicht zwingen zu einem Berufe!“ Traurig antwortete Fock:„Junge, was werden wir dich ver⸗ missen! Ich hab ja keinen Meschen mehr, mit dem ſch redes darf, wie meine Schnute gewachsen ist wenn loh an Schül⸗ ten denlte, frlert's mich!— Jörg, Junge,“ pettelte er rührenc, „k o mm doch Wlieder ins schöne Kolleg!“ „Wliederkommen“ hörst du, was drüben dle Soldaté⸗ singen vom Wledersehen?— dort marschleren sie noch jram⸗ endlose Reihen feldgrauer Krieger! Wiederkommen?— s Wird's bestimmen? Sleh dort, die drohenden Geschützrobrel Wenn erst diese Mäuler brüllen! Willi, Wäre loh älter, ſoh wWüßte, wohin der Weg ging!— loh zleh in einen andern Kriez erlebe bald den schweren Kamptf mit meinen Flterz und muſz fürchten, er Wird mit einer Katastrophe kür wale enden!“ * PFrühwalt Katte nach zweltüäreiger RBahnfährt endlieh(0 errelcht. Mitten in der Nacht erschlen er bel selner Sohweste⸗ Magdalene Hensel nahm ihn herzlich auf, hr Mann war goke an alten Mobilmachungstag eingerüchkt. Järg eraählte ⸗ stell. steh. 4. tät 1 lioh Unte (Hir Gott nur tugn W. Orde dlese 8. Wisse die 1 Drau Mens Zelt Künd die g brine wonn 6. Loben kann auch Wohn 7. 4 kett. muſz, Vern Aufgt aprue und! dieser falscl 8. uber A¹ f⁰ Bewu Ent Hand R Kkirch ItxIe0n Balner ich g gesch Uch. Helgie haben Suind! nchiten Welſzt Retster Fliss Kamp kuchte g50fOt derte Hockt. Kinde WIU!. Tutgze „NFu Muſst mache Jod. Hof an., G0 Hrw b.„I. hn Hoet Der⸗ Ander meter jaften, behan natio-⸗ o das mög⸗ Wegen neben to, die zanzen Katho- 1ok4⁰ iehun⸗ dessen tionen, chhal⸗ dit hat Leider as bel. besser ts üher heuug ugend- is viel wir in vinistl⸗ reiken h noch indern vir die Usierte „ Ach- AI heil⸗ keiten. ederen udago- Wis⸗ Volks- ht mit d doch e„gute eh im nschen ug aus überall 1 Kann nund usw.I) im Hx-⸗ nit wir r deut- sten in r Vor⸗ itution, len Wir ledens. on uns Vantao. Mitar⸗ Kampt⸗ elnen ont he⸗ zestelte Klein · ggt also leg! er gut t reut, oht! F „Willl, ht. Ieh or Mit⸗ „ordenl de loh g mit⸗ stecken Stande stand is hät“g WIII latzsen, ch voer⸗ mredeß Schul⸗ ührend, oldatés Imm⸗ W. z210Tel or, leh Krieg Elteth T mat KR(N Weste⸗ r gohks ich 60 bald wieder da bin. Unsere Anstalt wurde am Sonntag Hhabent Welchen Haſb sile spüren mußten, nur weill sie Deutsche Gorteo Wurden abgeführt, ohne jeden Grund. Winen halben Tag hockte ich in dem Gewirr; berghoch türmte sich das Gepüeck; An, Schwester, Wo dein Mann fort ist?“ Ab.„Laſd nur,' ist Schen vworüber!“ 0 S Gewissen Gegenüber all der„Parteidogmatik“ und allen„Gewissems⸗ verpklichtungen“ haben wir lamer wieder grundsützlich so- wohl für unsere eigene Arbeit, wie aber auch für die Be-⸗ arteilung der Arbeit in anderen Lagern den ewig gültigen Maſist/ Das geschieht im nachfolgenden ind ist kür unsere ganze Arbelt von ausschlaggebender lahtigkeit. Unsere gesamte politische Arbelt, unsere Stel- ungnahme zu allen Fragen fuſßft auf dieser letsten Gewis- zensorientlierung. Nicht eine Mythologie, nicht Rassenlehre, aleht angewandte Dlalektik, mag alles seine Vorzüge haben, heranzuziehen. Larf uns beeinflussen, maßgebend ist immer wlieder nur der Und nur eine Politik und ein Handeln aus dieser Orientlerung und an den so gewon- ewige Maſßstab; das Gewissen. nenen letzten Grundsätzen und Uberzeugungen kann uns aus aller heutigen Unfreiheit zur Freiheit führen. D. Red. 1. Im Gewissen besitzt der Mensch die nächste und letzte mnere Norm seines Verhaltens, und es läst sich in der Tat keine andere aufstellen 2. Gott will, daſs wir immer und überall nach unserem Ge- Wissen handeln; dafür hat er uns das Gewissen gegeben 8. Nur Gott ist ein absoluter Wert, und deshalb gibt es für den Menschen nur eine absolute Verpflichtung, nämlich die, gumülß seinem Gewissen das rechte Verhältnis zu Gott herzu- stellen. Alles andere sind abgeleitete Werte, s0 hoch sie auch stehen und geschätzt werden mögen. 4. Jede Unterordnung unter irgend eine menschliche Autori- tüt ist daher, um sittlich zulässig und wertvoll zu sein, wesent⸗ liah und dauernd bedingt durch das Gewissensurteil, daſs diese Unterordnung vernünftig erlaubt oder gar pflichtgemäß sei. (Hinweis auf Thomas S. Th. 2, 2. ꝗ. 104, a. 1 ad 1.) Denn nur Gottes Autorität ist unbegrenzt, alle menschliche Gewalt gilt nur soweit, als sle sich innerhalb des Rechtes und ihrer Be- ktugnisse hält. Wenn man sich dagegen auf den unbedingten Gehorsam der Ordensleute berufen wollte, so ist darauf zu antworten, daß es diesen unbedingten Gehorsam nicht gibt und nicht geben darf. 5. Aus der hohen und entscheidenden Bedeutung des Ge- wissens folgt für den Menschen die Verpflichtung, stets auf die innere Stimme zu achten. Es ist also nicht ein blindes Drauf-los-handeln auf gut Glück gestattet. Das nennt kein Mensch ein gewissenhaftes Vorgehen. Man muſßs dem Gewissen Zelt und Ruhe lassen, seinen Spruch zu überlegen und zu ver- künden. Nur wenn sein Urteil ohne Schwanken und Bedenken die geplante Handlung für erlaubt erklärt, dürfen wir sie voll- bringen; denn wir würden uns auf jeden Full schuldig machen, wenn wir mit Gewissen handelten 6. Um uns in den zahlreichen Zweifelsfällen des sittlichen Loebens zurechtzufinden, können wir von dem allgemein aner“ kannten Grundsatze ausgehen, daß nur dem sicheren, nicht auch dem zweifelhaften Gesetze verpflichtende Kraft inne⸗ Wohnʒt 7. Aus dem Gesagten folgt mit unausweichlicher Notwendig- keit, dass der Mensch auch dann seinem Gewissen gehorchen muſd, wenn dieses irrt. In der Tat ist das die Lehre wie der Vernunft, so auch der katholischen Kirche. Thomas von Aquin gagt daher allgemein, daß jeder Willensentscheid, der im Wider“ spruch mut dem Gewissen(mag dieses richtig oder falsch urtellen) erfolgt, schlecht und sündhaft 3eẽi und hellsam der Glaube an Christus sel, so dürfe der Mensch diesem Glauben nicht annehmen, wenn seine Vernunft ihn als talsch vorstelle. Sonst sündige er. .„Das(nämlich schuldbare Unwissenheit u. a.) ändert Aber nichts an der Verpflichtung, ihmn im vorllegenden Falle un folgen, wenn dem Handelnden jetat sein Irrtum nicht zum Bewuſhtsein kommt. EUntscheidend für die sittliche Bewertung der menschlichen Handlungen ist das Gewissensurteil im Augenbliclt der Tat. Bonaventura entscheidet in Ubereinstimmung mit kirchlichen Gesetabuche, daſb selbst die Androhung der MITEOAmumunikation den Katholikken nicht bewegen dürfe, einem unsicherem 8o gut dem nelner abenteuerlichen Reise: Du wunderst dich Magda, daß geschlossen; seitdem sitze ich auf der Bahn. Es war schreck lich. Ita Zuge von Aachen her waren viele Deutsche, die aus Belgten und Frankreich geflüchtet sind. W die dort érlebt Aindt Weshalb dies alles? Sie sollen uns nicht hassen! Wir Achtem sie doch auch! Aber nein, auch bei uns geht's los! Weißt du, daßs wir auch mit Frankreich Krieg haben? Schon Nesrtern, am Frankfurter Bahnhof, anden auf Kisten, auf Füissern, Männer, Frauen, die Reden hielten, zum Kampf gegen die Franzosen aufforderten. Schutzleute, Soldaten kuchtelten mit dem Revolver vor der Nase herum; wer nicht Sofoert auf Anruf stehen blieb, wurde niedergeschossen endlose Hun Kinder schrieen, Frauen wurden ohnmöchtig! Schwester, Wit hüm ich froh, daſd ich nun bei dir bin! Darf ieh ein paar Teite Ausruhen, bis „Fun hör bloß damit auf, Kleiner, bleibst solange du Willst! Mucßt nur heilmschireiben, daßb die Hltern sich kKeine Sorge machen um dich in dieser schrecklichen Zeit!“ Jede Farbe wich plötzlich aus seinem Gesicht. Haffnungslos kam es über die Lippen:„Was kang ſoh 5¹⁰⁰ Mrschrechktt war Masdalene auf ihn zugeellt. Doch er wehrte rg kümpkfte vergeblienh gegen die anstelgenden Tränen: „Schwester, ich muß) dir etwas Futehtbarses sagen! Sets dich u müir, du muſßt helken, ich Kann's nicht länger verschwelgen! Hörst du, ich k ann, ich WIII kein Mönch werden! Schimpft Ulch, schlagt mich, verstoßht mich aber im Kloster bleib ich Mohitt“ Magdalene Hensel hielt hren füngsten Bruder in den Armen, kand in der ersten Uberrumpalung Keine Worte, Sprach mehr zsu ich selbst als zu Jörg:„Frits, wie rlohtig hast du geahnt!“ Heftig riſd Jörg sich los, sprang auf und dohwester:„Wer, Magda, wer hat geahnt?“ Aae bereute ihre Unvorsichtickkeit, wehrte verlegen. Jrg an Lerrte an der Fehispeuch der kiröTHUhm Betzsrde uu m‚qοονν,õw, dessem Be- folgung n sein GeWIssen VerAeto 10. Wenn ein Kathollh zu dern trrigen, aber ſesten Urtell gelangen sollte, dan die Kkathoftsche Kirche nicht die wahre Kirche Chriati ael, dann wäre er verhllohrtet, ihre Gemelnschaft Vverlassen . Ihr Diel(der Moraltheologie) it wWohlgemerkct die Er- kenntnis und Darlegung der obſelrtiwv güitigen Moral, d. h. sie WiIIl lehren, wie ein richtig gobildetes Gewissen in dieser oder jener Lage handetn müsse. Dall der Mensch seinem Gewissem kolgen muſl, auch Wenn es in gutem Glauben tert, braucht nicht in jedem Fall eigens belgefligt zu werden, da dieser Grundsats aus dem allgemeinen Teil der Moral als bekannt vorausgesetzt Wird. 12. Das Verlangen, Klarhelt über seine Rechte und Pflichten zu erhalten, darf nicht als Neugierde, Stolz oder Anmaßhung ausgelegt werden. Es ist ein Menschenrecht, das von nlemand verkümmert werden darf. Wenn man es belklagt, daſ die Ju- gend sich so oft an trüben Quellen Auflklärung über Fragen gucht, die ihr Gewissen quälen, 80 liegt der Grund vielfach in der Enttäuschung, die sle bei Fragen an der rechten Stelle erlebt hat. Nichtssagende, ungenügende, oder barsch abwelsende Antworten können eine Seele, die mit inneren Zwelfeln ringt, nleht befriedigen. 13. Wer aufmerksamen Geistes die Lehre Über das Gewissen durchdenkt, wie szie in Ubereinstimmung mit der unbefangenen Vernunft von der katholischen Kirche Kklar vorgelegt wird, der muß darin ein Moment der Versöhnung erkennen, das alle Men- schen verbindet. Diese Lehre ist geradezu die hohe Schule der echten Toleranz; sie vereinigt alle Menschen, so sehr sie auch durch Dogmen und Meinungen getrennt sind, in der Einheit der großgen Aufgabe, ihr Gewissen zu läutern und nach seinen Weisungen zu leben 14.... Der Weg zur Größe und Heiligkeit führt über den Gehorsam gegen das eigene Gewissen. Wie wir uns zu seinen EUlnsprechungen verhalten, davon hängt für uns Wert oder Un- wert, Fluch oder Segen ab. Gewissenhaftigkeit ist der Inbegrift aller Tugenden, zugleich auch die Grundlage des inneren Frie- dens und des wahren Glücks. 15. Die Lehre, die hier über das Gewissen dargelegt wurde, ist allen katholischen Schulen ohne Unterschied der Richtungen gemeinsam „„„„sie(die großen scholastischen Theologen) sind dabei vor den Folgerungen ihrer Gewissenslehre nicht zurückge⸗ gohreckt, was ihnen die entrüsteten Vorwürfée alter und neuer Fharisäer eingetragen hat. 0 Wie zu erwarten stand, haben die Worte Über„Gewissen und Autorität“(Bellage vom 8. Juni 1920) Aufsehen gemacht,— „Aufsehen“ der verschiedensten Art! Es ist eine Frage ange- rührt, die von der allergrösten Wichtigkeit ist für jeden,— eigentlich die einzig wichtige Frage, die es gibt!(Siehe oben Satz 141) HUine Frage, die aber oft merlcwürdig verdunkelt und Verschlelert wird von allen möglichen Reden,— die selten ganz kKlar und eindeutig mit allen Folgerungen hingestellt wird. Wir miissen das deshalb tun! Zu vlel wissen wir und müssen tagtäglich erfahren, welche Nöte und welche Verwirrung in Menschenseelen angerichtet wird durch bine unlclare oder eine mangelhafte oder gar eine direkt falsche Darstellung! Un⸗ glaublich ist es, was man oft in dieser Frage an Ansichten hören kann, die mit Stentorstimme, und dem ganzen Gewicht einer Autorität als„theologisch“ oder„kirchlich“ oder„einzig Wahr“ hingestellt werden,— die armen Leuten, die sie nicht nachprüten können, als Pflicht unter Androhung strengster Höllenstrafen vorgehalten werden. Unglaublich ist es, von was für Dingen viele Briefe berlchten, die in heller Ratlosigltceit (— otft genug in Verzwelflung!—) schreiben. Es ist Pflicht, die Grundsätze klar hinzustellen,— für jeden klar und deut- nech! Den Schaden, der angerichtet wird durch Unkelarheit(die Wir tagtäglich feststellen müssen!) kann Keiner verantworten! Mit Absicht nehmen wir nicht unsere eigenen Worte, sondern die eines Jesulten, P. Pribilla, die er in den„Stimmen der Zeit“ Stimmen der Zeit, 103(1922), 201 Weil wir vor éeinigen Jahren schrieb. bis 217:„Bedeutung und Bildung des Gewissens“, „Du hast recht, ſeh brauch's jetzt nicht mehr verheimlichen! Frita meinte bel deinem letzten Besuche, es gefalle dir nicht im Kollege, weiter nichts.“ Beide schwiegen, Jörg starrte auf das neben ihm liegende Sofaleissen. Undlich brach Magdalene das unheimliche Schwei⸗ gen:„Uberleg's dir reiflich, Bruder! Vorläuflg nichts!“ „Sle Wissen's schon, ich hab ihnen geschrieben!“ „Und die Antwort?“ „Hab keine mehr erhalten; paar Tage später brach der Krleg aus!“ „Armer Junge, Was wirst du zuhause für einen Umpfang haben! Iah weiſh selber, wie unsere Mutter ist, wenn man ihre Wünsche nicht ertüllen kannt Jörg, ieh kann dir diese Tage nicht ersparen; du slehst selbst ein, daſs leh mieh ganz zurlck mulß, sonst komme ich in den Verdacht. Hat nicht Mutter gleich geschrieben, du solltest heimkommen, als du im Juli ein paar Tage hier warst? Sie hatte Angst, du könn test bei uns für's Kloster verdorben werden. Armer Kerl, Was Wirgt du zu hören bekommenl VIellelcht, ioh habe schwache Hoftnung, wird diese Zeit die Mutter milder stimmen! Hngel bert ist auch schon eingerüchkt; ich bekam gestern eine Karte aus Colmar!“ Sag daheim Hhälten Jörg lieſß den Blick hofftnungslos am Boden haften.„Was goll ioch anfangen, Magda, wenn man mich kinauswirft, wenn der Zorn unserer Mutter mir das Haus verbietet?“ „dörg, unser Vater let auch noch dal Ur läßt's nicht 30 welt kommen! Hör mal, Bruder, ich muß dir Was sagenl Jetzt bhrauche ich mich um das Verbot der Mutter nicht mehr zu Kümmern: mein Mann ist protestantisch! Ja, laß) mich nur Ausreden!“, fuhr sie fort, als Jörg, der sleh mit einem Rucle zu ihr herumgewandt hatte, erwidern Wollte,„Wwas glaubst du, Wie ich daheim empfangen wurde, als ſoh mit meinem Ver⸗ lobten nach Husingen Kkaml Unterben wollte mieh die Mutter, fortgejagt hat sie uns belde!— Der Vater allein war auf der Hocghzeit in Ulm. Weilht du was er sagte beim Abschied? „Woetin ihr beide euch versteht und jedes selnen Glauben be⸗ Waährt, soll mich die Fahrt zu euch nicht reuen“. Auch als Käte zur Welt kam, War's der Vater, der zur Taufe seines Srsten Umkelkkindes éintratf; von der Mutter erhlelt ſah nioht ein iee, ibe Wet et, i iee Mier dene Koroenn, Wiasen, daß man unseren Worten sehr schnell Ketzerel vor Wirktt,— selbst wenn wir dasselbe sagen, was nach der„unbe⸗ tangenen Vernunft“ und der Kathollschen Kirche(8. oben, Sata 13)„selbstverständlich“ ist! Wir haben es oft genug er“ tahrenl Und diese Sache ist zu wichtig, um sie dem auszu-⸗ setsen, das man sie leichthin abtut wie meist, oder daſd man die verdreht! Einige Bemerkungen zu den Sätzen oben: Viele Sperrungen eind vom Verfasser,— andere von uns,— der Deutlichkeit Halber. Diejenigen, die vielleicht sagen, wir dürften das nicht in der Zeltung bringen,(auch solche Stimmen hörte ich genug!) wel⸗ den wir hin auf Satz 12 oben,— und auf die ganze Tragweite, die darin liegt! Man suche nicht an falscher Stelle den Grund kür ein Abwenden der Jugend und 80 vleler Menschen! Nicht immer ist es Leichtsinn,— sehr oft im Gegenteil Gewissens⸗ not, die an den Stellen, zu denen sie geht, abgewiesen und zurückgestoßen wird! Zu Sata 5: Ein leichtfertiges Handeln wird von keinem von Uns gelobt! Man befürchte nicht, daß ein solches befördert Werde! Gerade das wäre ja gewissenlos,— und wir wollen Ja gerade erst richtig gewissenhaft sein! Man erhebe also nicht einen falschen Vorwurf. Noch eins zum gleichen Satz 5: Wo unser Gewissen also auch nur unsicher ist, dürfen wir eine bestimmte Tat nicht tun,— mögen sie noch 80 viele Menschen befehlen!! Satz 8 ist wichtig für die, die da gleich mit dem Vorwurt „schuldbare Unwissenhelt“ bel der Hand sind. Darüber Übri⸗ gens noch ein Wort eines anderen Jesuiten, des Dogmatilcers Ohristian Pesch: „Ob jemand schuldlos oder schuldbar irrt, darüber urtellt die Kirche durch ihre Dogmen und Gesetze nicht. Das Urteil darüber gehört Gott und dem Irrenden selbst, der, weonn er sloh in dieser Bezlehung einer Schuld bewuſzt ist, dieselbe nach Gottes Willen und Vorschrift bereuen und sühnen muß.“ (Zit. Pribilla, St. d. Zt. 109, 183.) Und namentlich heute, Wo 60 vlele Einflüsse der Umgebung. der christlichen sowohl wie der ungläubigen unchristlichen Um- gebung, auf den Menschen einwirken und ihim die Autoritäten ungewis machen,(denn auch ganz gläubige Vertreter der Au- torität können das in ihren Mitmenschen bewirkken, durch ſhr Leben, auch ganz ungewollt, durch ihr Benehmen, durch ihre Kußzerungen usw.! Dazu kommen dann natürlich die anderen Einflüsse der Gegner der kKirchlichen Autorität!)— da sollte man mit der Behauptung einer„schuldbaren Unwissenheit“ oder eines„schuldbar falschen Gewissens“ noch vlel, viel vor slchtiger sein als zu anderen Zelten! Unsere Zeit heute ist Kritischer als andere, bewegter, komplislerter,— die Einfllsse zuhlreicher und gedrängter und verschledener als früher,- namentlich in den Großsstädten usw.! Zu Sats 6 eine Ergänzung,— ein Wort des zelben Jesuiten an einer anderen Stelle(St. d Z. 105, 268). „Damit nümlich ein Gesetz den einzelnen verpflichtet, muſ es ihm hinrelchend promulgiert(„Aundgetan“,„verkkündet“, W. H.) sein, d. h. es muß nicht nur inhaltlich, sondern auch als für ihn verpflichtend zu seiner Kenntnis gekommen sein““ Immer wieder: Der Finzelne muſ es Wissen, auf sein Bewußt⸗ szein und Gewissen kommt es an! Sata 9 und 10 zeilgen zwel äußerste Fülle, nicht als die Rogel. — aber sie zelgen, wie ernst es den groſten Theologen mit der Gewissensbedeutung ist! Satz 11 zeigt, was die Morallehre will und Kkann, und wWas 81e nicht will und kann! Sie will und kann Richtlinlen geben, obꝗgektive Maſsstübe,— die Enscheidung aber, ob etwas im Winzelfall Sünde ist oder nicht, will und kann sie nie geben! Wir erinnern uns, wie man uns beschuldigt und angegriften hat, als wir diesen Kats z. B. in der Hhefrage vertraten,— Well er hler eine tägliche Frage der Praxis der einfachsten Leute betrifft, nicht eine graue Theorie! Morallehre ist Weg⸗ Welser, Richtlinle,— keilne Hntscheldung! Dazu einige andere Worte,— das eine von Pribilla, das an- dere von dem Moralprofessor Mausbach: er hilft dir. Ur macht nicht viele Worte, aber arg lieb hat er Uns, ich weiß es!“ Kopfschüttelnd begann der Bruder nach einer Weile:„Dein Mann ist evangelisch,— hat mich 3o freundlich im Juli auf-⸗ gzenommen— ja, kann er einen Klosterschüler Überhaupt leiden?“ Magda lachte laut über ihren naiven Bruder:„Jörg, wie kannst du reden! Man darf doch keinen Menschen wegen anderer Kontesslon geringer achten; freilleh ihre gütigen Augen verloren plötzlich allen Glanz, die Lippen preßten sleh aufeinander, sperrten sich gegen die Worte—„alles, was pro- testantisch heiſßt, verfolgt unsere Mutter mit tödlichem Hasse!“ * tuhr Frühwalt heim. Ua war apäter Nachmittag, als er in Kleinried ausstiag. Strömender Regen empfing den Heimkehrer. Jörg stelltée den Koffer in der Bahn⸗ hofswirtschaft ab und hinterlieſß den Bescheid, er werde abge⸗ halt. Trank die laue Limonade und glng. Der Heimwegf lack Verlassen. FUin Kalter Wind peitschte den Regen ins Geslcht. Graue Nebelfetzen hingen tlef herab, tollten gespenstig durch die Luft. Dichke Schwaden hatten sich um„Hölzte“ verfangen. Finsam ging Frühwalt seinen schweren Weg. Der Gruß des Kirchturms blieb aus. Husingen war versunken im Nebel⸗ grau eines unkreundlichen Augusttages. Ohne Hokffen, in ohn⸗ mächtiger Angest stand der Junge auf Nachbars„Zimmerplats“, bliohkkte hinliber zum altersgrauen Glebel des Hiternhauges. Wär's nicht besser, er kehrte um, ginge ktort, ehe der Lorn, die Verachtung der Mutter ihn traf?— Dle Lelt verrann, der Regen strömte welter; die Glocke der Dortfleirche schlug gleben.„Jetzt iat der Vater dahelm!“ Hinen Augenblichk Kehrte Hofftnung zurlicle. Jörg Klopfte an der Türe des Wohnzimmers, hinter der laut Kesprochen Wurde. Win hartes„Herein“ erfolgte. „Guten Abend, Mutter!“— Keine Antwort! Nur ein Rlick trat ihn, ein Blick, der Schlimimtes Unhell verkündete. Der Vater war nicht anwye⸗ end. Iin Hündler verhandelte mit Renate Frühwalt Wogen einer Kalbin, Konnte sioch mit ihr wegen des Prelses nicht eint⸗ gen. Um Jörg kümmerte sieh nlemand. Ir setste sloh auf den Sesszel neben dem Ofen, lehnte den Schirm an die Lehne; das Wasdar tunete uu Lrda. Nach einigen Tagen Welte 6 DASNNTUE VoLR Nr. 16/ 11. April 101. „Auch von der Kirche glit das Wort: De internis non judiciat Prätor(g über das Innere urteilt der Richter nichtl). Die Kirche fällt ihr Urteil über die objektive Seins- und Wertord- nung, aber sie pflegt nichts darüber zu zsugen, was infolge menschlicher Irrungen mit oder ohne subjektive Schuld ge- Shehen kann. Wenn 2. B. die Kirche das Duell als unerlaubt Verurteilt, s0 ist damit nichts darüber gesagt, ob jedes Duell, das stattfindet, auch subfelctiv schwer süindhaft ist.“ (Zit. St. d. Z. 109, 184.) Was hier als Beispiel vom Duell gesagt ist, gilt von jeder anderen Frage,— auch den Fragen der Ehe oder der Religions- aAusübung. Mausbach über Glauben und Hhe:„.Wird die objektive Allgemeingültigkeit der Glaubenspflicht in keiner Welse ange⸗ tastet, ebensowenig wie etwa das absolute Gebot der Monco- 00915(= der Ein-ehe) durch die Annahme erschüttert wird, daſt manche Menschen in unüberwindlichem Irrtum polygam (Z in Viel-ehe) leben. Wohl aber lat mit diesem Zugeständnis (möglichen Ausnahmen) die alttliche Hürte ausgeschlossen, daß Wir schon hienieden über die subſektive Schuld, über das sün- dige Innere eines Nebenmenschen in sclchen Fällen(einer Ab⸗ trrung vom katholischen Glauben) ein verdammendes Urteil küllen müßten.“(Alt. St. d. Z. 109, 184.) Sata 13: Die hohe Bedeutung des Gewissens für alle Men- schen,— die Grundlage jenseits aller Konfessionen und Dog- men, die alle Menschen verbindet! Die ein Urteil über einen anderen Menschen, er sel wer er sel, unmöglich macht! Uber kelnen Menschen kKkönnen wir urteilen,— er sei ein Helde, ein Mörder, oder gar— ein Bolschewikk!! Das Hine eint uns: Die Hhrfurcht vor dem eigenen Gewissen und vor dem Gewissen eines jeden! Dass wir diese Rhrfurcht immer lebten! Immer und überall! W. Hammelrath. Proleten schreiben! Milltonkr- und Vermögenssteuer für dle WIrtschaft zIcht tragbar.— Dle Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen and die Bezileher von Unfall- und Invalldenrenten mülssen huugern. Die Heuchelei und Verlogenheit der bürgerlichen Parteien mit Einschluß der SPD. kam wieder einmal deutlich zum Ausdruck bei der Betatung und Beschlubfassung des Versorgungsetats. Wir wollen nicht all die Versprechungen, die ebensoviel Lügen Waren, aufzählen, die jede Regierung und jede Partei hisher den Kriegs- opfern gegeben hat. Wir stellen nur kest, daß Lei dem Zustande- kommen der Notverordnungen, wie bei der Abstimmung über den Versorgungshaushalt diese Parteien samt und sonders für den Ab- dau der Leistungen gestimmt haben. Diese Parteien fanden es nicht einmal det Mühe wert, überhaupt dei der Etatsberatung das Wort zu nehmen. Bezeichnend ist der Ausspruch, den der Deutschnationale Lavarrenz bei der Beratung in Haushaltsausschuf getan hat. Es wurde festgestellt, daß trotz ller Abbaumaßnahmen der Regierung 1940 noch 770 000 Kriegs- keschädigte vorhanden sein werden, da erklärte Lavarrenz: Das ist las Erschütternde, wie lange wir mit der Versorgung ꝛu rechnen haben. Nun, ein naher Freund der Deutschaationalen, der nationalsozia- Istische Schriftsteller Erust Mann hat ja in seinem Buch, betitelt „Die Moral der Kraft“, das Rezept gegeben, wie man die Ausgaben kür die Kriegs- und Arbeitsopfer sparen kann. Nach diesem Men- schenfreund sollen diejenigen, welche ihre Kraft und Gesundheit, ihre geraden Glieder dem Kapital geopfert haben, sich selbst in das essere Jenseits befördetn, und wenn sie das nicht freiwillig tun, Nann sollen staatliche Arztekommissionen mit Hilfe der staatlichen Bewalt diese Beförderung durchführen. Damit haben wir auch die Stellungnahme der Nazi zu dem Versorgungsetat aufgereigt, nur jör die Hetren Offiziere hat man dort in dieser Arbeiterpartei ein ieht mitfühlendes Herz. Im„Völkischen Beobachter“ Nr. 30 vom 19. Februar 1931 schrieb der Nazi-Abgeordnete Schulze-Langen- lorf: Der Entwurf des Pensionskürzungsgesetzes hat in weite Kreise, zamentlich in Offizierskreise, berechtigte Sorge getragen. Die Offi- tiere werden durck das Gesetz besonders hart' getroffen.— Das Vorstehende dütfte zut Charakterisierung dieser Partei genügen. Lediglich der Vorsitzende des Internationalen Bundes der Opfer des Krieges und der Arbeit, der kom. Abgeordnete Gtäf, verttrat dlie Intetessen der Kriegsbeschüdigten und stellte dementspre- chende Forderungen, die allerdings von den Parteien mit Ausnahme der KpPD. angenommen wurden. Die Organisation der Kriegsbe- Uun—— Qualvolle Minuten vergingen, dehnten sich für Frühwalt zu Wiglreiten der Prübsal. Immer heftiger wehrte sich Frau Renate gegen die Vor- rhläge des Händlers. Der trat zur Türe und sagte:„Was hreit Thr auf einmal so? Hab euch doch nichts getan!“ „Kommt morgen wieder, Greinold, heute mußd ich mit dem abrechnen!“ Gellend tobten die Worte durch die niedere Stube. Der Händler ging seines Weges, als ihm die Frau das Stück en Stalle geseigt hatte. Mit gebaällter Faust kehrte die Mutter zurück: „Da hockt dieser Tagdieb wie'in Haufen Hlend! Ausg'schäm- ter Tropf, wie kommst du hier veln, wie Kannst du's Wagen, mir nach dem unverschämten Brlef unter die Augen zu treten!“ „Dafür kaben wir g'schunden und gerachkert, das du wie'n Vagabund aus dem Kloster rennst?— Hat dir meine Antwort icht gerügt? Wie kannst du dich Unterstehen und trotadem Ruch Husingen zu kommen?— Halt dein Maul, Tropf, Willst noch widersprechen?— Blldst dir guar ein, wir gäben die Zu timinung zu deinem sauberen Plan: Nle, nie, niemals, merk's dir undankbarer Kerl!— Weißt du nlcht, was für eine gahande du uns antust? Die Leute zelgen mit Fingern auf mich und hecheln: Schau die Frühwalters, die hat ein Frücht chen, ist ihr aus dem Kloster kelaufen, taugt nichts!“—- Nenate Frühwalt rang nach Atem; von neuem gellten ühre harten Worte:„Wer hat dir solche Mucken in den Kopf ge⸗ getst? Die Ulmer natürlich, das Paclt, das luth.“ Frschreckt Alelt sle die Hand vor den Mund, hob die Zeltung auf, die sie in der Frregung vom Pische gestoßen hatte, Weiter tohte der maßzlose Zorn:„Nach Haus Willet dioch setzen? Nichts wWird Araus! Ins Kolleg zurüolt oder schnürst dein Bündel und packst Kich! Jeh hab's ja geahnt, als er im Jull mit seinem Vor- Wuoleten Schädel hier rumillef,— in die Fabril Kannst, schin⸗ Cen, Wühlen, dein Leben lang; mir brauchst nicht mehr zu ommen, wWir zwel sind fertig, aus und kertig!“ Nrg Frühwalt erhob gich Wortlos, wollte zur Türe, Keine Münde tastoten zitternd nach Hut und Schirm. iie Mutter Steltte sich ½h vor den Ausgang.„Renn mir nicht Weg, du Hichkopf; der Vater wird dir geilne Meinung schon noch guem!“ „HMulter, labt mich nur ein Wort zchädigten, die sich an die verschiedenen Parteien anlebnen, ver⸗ fassen wohl Protestschreiben, det Reichsbund hat auf seiner letz- ten Reichstagung in Kassel großle Resolutionen gefaßit, aber dort Wo es galt, diese Forderungen zu vertreten, da war es still in den Reihen der Reichsbundvertreter, ganz zu schweigen vom Zentrum und der Wirtschaftspartei, an die sich der Reichsverband und Zen- tralverband anlehnt. Hier sahen wir dasselbe Bild wie überall. Diese Organisationen, die angeblich politisch neutral sind, sind die Helfer und Einpeitscher für das Trustkapital und dazu da, die Un- zufrledenheit in den Reihen der Kriegsopfer in eine dem Staat un⸗ gefährliche Bahn zu lenken. Nun haät Brüning noch die Ermäch- tigung erhalten, die Staatsfinadzen zu sanieren und da Steuern auf den Besitz angeblich nicht tragbar sind und die Kapitalbildung ver- hindern, werden wir erleben, daſ wieder die Kriegs- und Arbeits- opfer die Rechnung berahlen müssen. Bereits beschäftigt sich man damit, die Invaliden und Knappschaftsversicherung zu sanieren, das bedeutet weiteren Abbau der s0 wie so schon niedrigen Ren- ten. Auch hier sei allen Kriegs- und Arbeitsopfern gesagt, daß ihr Los nur gebessert werden kann, wenn das Syste., das heute alles knechtet verschwunden ist, wenn sie schon jetzt nur diese Organi⸗ sationen unterstützen, die in diesem Sinne arbeiten. Hali. Volkstrauertag. Wir haben 30 viel Feste, Und wieviel Wirkliche„Vollksfeste“ haben wir? Volkstrauertag! So las man am Sonnabend, den 28. 2. und Sonntag, den 1. 3. in den Tageszeltungen. Sonntagmorgen und machmittag z0gen denn auch alle möglichen militärischen und politischen Vereini- gungen mit klingendem Spiel in die Kirchen und auf die Fried- höfe. Wieviel schwungvolle Reden wurden Über die todesmutige Begelsterung, über Heldentum vom Stapel gelassen, aber man vergaß dabeli, daſd diese Helden, größtentells die Opfer ihrer Erziehung waren, aber nicht aus innerer Uberzeugung, für die Profitgier der Ausbeuter ihr Leben hingaben. Der Heldenmütter wWurde aueh gedacht. Bel wie mancher Mutter Mmag bei diesen „sehönen Worten“ die Kaum vernarbte Wunde wieder geblutet haben und auch„wieviel Bitternis“ mag aufgestiegen sein, Well man sie zwang, ihr Liebstes, ihr Kind— oft auch méhrere— für dies menschliche unchristliche Völkermorden hinzugeben, Was sle oft unter großer Mühe und Sorge groſsgezogen. Des Vaterlandes Dank ist euch gewiſg, wurde diesen Armsten ver⸗ sprochen, und heute wagt man„groſszügig“, ihnen immer wie⸗ der die schon se karge Hinterbliebenenrente zu kürzen. Kkel muſßß einem aufsteigen, angesichts dieser öflentlichen Felern, wenn man bedenkt, wie heute der Dank des Vaterlandes aus⸗ sieht. Unbarmherzig verurtellt man die Menschen zZur Fr- Werbsloslgkeit, fördert dadurch Not und Verzweiflung, das nennt man Dankt des Vaterlandes— welcher Hohn. Schaffendes Vollt, wache endlich auf, erkhenne, daß man mit deiner Gutgläubigkeit Schindluder getrleben Hat, und daſs man heute noch glaubt, dich mit schönen Worten kirre machen 2¹ Kkönnen, damit der Geldsack dich noch mehr ausbeutet. Würden unsere lieben Gefallenen heute wieder unter uns gein Können, gewis würden sich ihre Hände zum Schwur erheben, mit der Mahnung:„Nie wieder Krieg“. Auch wir wollen und müssen als Arbeiter- und Bauernpartei gemäſ unserem Pro-⸗ gramm Jegliches Kriegshandwerk ganz entschiéden ablehnen, und nicht wir allein, sondern laßst uns den Frliedensgedanken hinaustragen. Als wahrhaftige Christen und Paziflaten lst dies unsere Pflicht, denn die Bibel lehrt: Du sollst nicht töten. Also— auf zum Kampf für Völkertrieden, Freitheit und Recht. Frau C. Wegener. Prof. Ude in Hopenhagen. Prof. Pr. Johannes Ude hielt hier vom 26. bis 30. März 5 Vot- träge über das Thema„Das Christentum und das Sexualproblem“. Die Vorträge fanden auf det Volkshochschule Borups statt und erfreuten sich eines guten Besuches Männer und Frauen aller Stͤnde und Glaubenstichtungen folgten mit größtem Interesse den klaren, beredten Ausführungen des Grazer Gelehrten. Man sah das deutsche Gesandtenpaar v. Richthofen, katholische Priester, Richter, Medi- ziner, Männer der Lebensreform. Besonders erfreulich Wat es, daſ die Studenten und die Jugend überhaupt gut vertteten waren. Im ersten Vortrag„Als Mann und Weib schuf er sie“ behandelte der Gast den Sexualtrieb und seine Bestimmung, inwiefern dessen Betätigung sittlich oder unsittlich sei. Am zweiten Abend stellte Ude das leuchtende Ideal det christlichen Kirche vor die Augen seiner Zuhötrer hin. Besonders ausgreifend Waren danm seine Gedanken über„Rassenhygiene, Bevölkerungspolitik und christliche Ethik“ wWo die wichtigsten Regeln für eine quantitativ und qualitativ hoch- wertige Nachkommenschaft gegeben wurden. Noch zahlreichere Zu- hörerschaft sammelte dann der 4. Vortrag über den„Wundesten Punkt der Sittlichkeit“. Untet diesem Titel sprach Ude über die Kinderbeschränkung, ihre Voraussetzung, nämlich den Abfall un⸗ serer Zeit von Christus und ihte Folgen, den sittlichen Verfall der Familie wie des eintelnen. Bereichnenderweise stieg die Zahl det Zuhörer mit jedem Vot⸗ trag. Detr Saal war beim letzten Vortrag über„Heilige Vaterschaft und reine Mutterschaft“ dicht gefüllt und die Zuhörer dankten dem Redner herzlich für das Bild idealen, christlichen Liebeslebens, daß er ihnen mit Meisterhand gezeichnet hatte. Unter andern dankte Pastor Schetz dem Redner für die herrlichen Vorträge, die überäall Begeisterung geweckt. Wie immer man sich zu seinen Gedankeg stelle, müsse man den folgerichtigen Aufbau des christlichen Lebens und die Berücksichtigung aller modernen sozialen Probleme be⸗ Wundern. Danach sprach Polizeiinspektor Schepelern-Larsen, det Dr. Ude von ausländischen Kongressen her kannte. Wohl seien seine ethischen Forderungen unerbittlich streng und er erwatrte wohl selbst nicht, daß alle dieselben annähmen., Aber er könne sich mit F. W. Webers Wort trösten: Nicht für alle, nicht für viele, Nur für diesen, nur für jenen, Der abseits der großen Straß'e Horchen mag verlornen Tönen. Endlich danlete Arztin FErl. Grönberg-Petersen dem unerschrockenen Vorkämpfer gesunder Lebensreform und der grofjen Persönlichkeit, die allen syinpathisch, die ihn kennen. iiiite e Aiat lelrllelbelieuE f d.duike;dgr dldbenen 8n;bibks8dslin l8tlsdtur. A8l lMd0 Rochtsschutzecke. Uber die verschiedenen Arten von Hypothelæen sind sich viale Leute nicht so recht klar. Und doch hat heute jeder irgendwie ein- mal mit diesen heiklen Dingen zu tun. Zuerst einmal mut man unterscheiden zwischen Buch- und Hrief- hypotheken. Erstere werden nur im Grundbuch eingetragen und können auch nur durck Eintreg ins Grundbuch übertragen odet sonstwie veründert werden. Bei den Briefhypotheken dagegen(siehe Namel) stellt das Grundbuch-Amt eine Urkunde, den s0g. Hypo- thekenbrief aus. Dicser kann ohne Grundbuchänderung einfack durch schriftliche Ubertragung weitergegeben oder weiterveräußlert wer⸗ den. Man sollte sich infolgedessen nur in den seltensten Fällen zur Ausstellung eines Briefes verleiten lassen. Denn die leichte Uber⸗ tragbarkeit kann auch leicht zu Verlust und Mißbrauch führen. Von anderen Gesichtspunkten aus kommt man zut Unterschei⸗ dung in Verkehrs-, Sicherheits- und Höchstbetragehypothelk bezw. Grundschuld. 8 Es kann nicht Auigabe dieses kleinen Artikels sein, im einzelnen auf alle Feinheiten einzugchen, Vielmehr köanen und wollen wir nur die Hauptmerkmale kurz skizzieren. Allen gemeinsam ist die gericht) Beurkundung. Was sie unterscheidet, zind in erster Linie wirtschaftliche Be⸗ grifle: Die Verkehrshypothek dient als Sicherung för Darlehen, die verzinslich und in bestimmten Raten rückzahlbar sind. Sie ist das, Was man gewöhnlich eine Hypothelk nennt. Sicherungshypothelk kommt seltener vor, meist als Deckung füt Rechte etc., Vertragseinhaltung u. dgl. Eine Abart davon, die Höchstbetragshypothielt, dient zut Sicherung von Schulden, deren Stand sich oftmals verändert, besonders„laufende Kredite“ mit abwechselnder Einzahlung und Abhebung. Ihr Hauptmerkmal ist, daß der Betrag nur mit der voraussichtlichen Höchstsumme einge· tragen wird. Im Falie der Inanspruchnahme muß die Forderung erst eEingelelagt werden. Für den Geldgebet die einfachste und beste, für den Geldnehmet die weit gefährlichs'e Sicherung ist endlich die Grundschuld. Hier kann(wie bei det Verkehrshypothek) eine vollstreclbare Aus⸗ fertigung erstellt werclen, die dieselben Dienste tut wie ein voll sureckbares Urteil. Aber mit dieser Ausfertigung kann die Vet⸗ steigerung des Anwesans betrieben werden ohne Nechweis, ob die Forderung noch bescht, ob sie noch in voller Höhe bestcht odet überhaupt zustande gekommen ist. Selbstvetständlich kann der Gläubiger wetzen des unberochtigt ethaltenen Betrages oder Mehtbetrages später verklagt werden, Wenn er aber in der Zwischenzeit vermögenslos geworden sein sollte, dann hilft dieses Recht nicht viel. Also bei Grundschulden —Vorsicht! Wenn der Geldgeber nicht eain großes berw. öflentliches Institut ist, soll man sich nie zu einet Grundschuld herbeilassen. Jede andete Art von Hypotheksicherung ist ungefährlicher. E. E. Blanco-Wechsel sollte man nie unterschreiben! Es sind dies, recht- lich und wirtschaltlich gesehen Wechsel, die noch nicht oder no nicht vollstündig ausg-Jüllt sind. Wie mancher Bauer oder Eleiner Geschäftsmann hat solchen Leichtsinn oder Leichtgläubigkeit mit seinet Existenz berahlt. Die Unterschriſt auf einem Wechsel ver⸗ Pflichtet, gleichviel Wo ube steht, ob die anderen Ua“erschriften teil⸗ Weise gefulscht sind oder auch ob der Betrag etc.— anders ein- Besetzt ist, als vereinbart. Z. B. Du unterschreibst einen Wiechsel, ohtie Text, weil s demw Handelsmann„Pressiert zum Zug“ und 3 Monate später llst Du ihn einlösen mit 3000 Mark, obwohl Bu nur eine Kuh um dao Marb gekauft hast. Binnen kürzester Zeit ist die Wechselklage durchgeführt und der Gauner hat ein vollstreck⸗ bares Urteil. Do kannst zwar später Prozessieren, wenn Du nicht inzwischen vergantet bist. Dae Wiechselgesetz ist seht streag Also in solchen Dingen lieber Mißtrauen als zuviel Vertrauen! E. F. „Nichts hast du, gar nichts zu gagen. Mund halten, ich wWIII von dir kein Wort hören.— Daß dich nicht gchämst, mir golche Schmach anzutun! Die Schande, die Leute! Ich werd' noch wahnsinnig wegen dir, Tropf, du miserabler.“ Drauſßßzen ging die Türe, Konrad Frühwalt kam heim aus der Fabrik. Gebüchkt war sein Gang; miüde blickten die dunk- len Augen auf den Sohn. „Vater, Vater! Hilf mir!“ rief flehend Jörg Frühwalt, strechcte beide Hände entgegen. Gramvoll schüttelite der alte Mann den Kopf:„Warum kommst du heim? Rennt man einfach Weg, Wenn's einem nicht mehr paſzt?“ „Ich bin nicht fortgerannt. Das Kolleg wurde geschlossen!“ Heftig unterbrach ihn die Mutter:„Laß dich nur von Ihin anlügen; er will sich ins güUnstige Licht setzen!“ „Jörg, ist's so, wle du eben gugtest?“ „Vater, wie küm“ ich dazu, dich zu belligen? Die holländische Reglerung hat es wegen des Krleges angeordnet. Thr beltommt noch vom Rekttor nähere Nachricht!“ „Wir werden sehen“, stöhnte der Vater, als er sich in den Sessel setzte. Jörg stand schluchzend am Ofen. Niemand, der Vater nicht, noch die Mutter hatten ihm dle Hand aum Gruße gerelcht. HKlatschend schlugen die Ragentropfen gegen dle Schelben. Böse flel die Türe zu; die Mutter Hatte die Küche aufgesucht. „dörg!“ begann der Vater voller Qual,„warum hast du uns golch einen furchtbaren Brlet Keschickt? Welßt du nicht, was du der Mutter antust. Von mir rede ſch nilcht, mußßte schon andere Dinge sohluclten,“— wilder, weher Schmerz zitterte Aus den Worten-„Bub, die Mutter wird's nie Verwinden! Ist's nicht eine Laune, daßs du aus dem Kloster läufst? Kind, tu der Mutter nicht den Schmers An, sle kommt außzer gloh; was hat sie Koetobt, als der Brleft kam!“ Conrad Frühwalt stützte sein Kinn auf die harten Arbelts- hünde. Ur fand keinen Ausweg. Hatte er nicht immer Kefühlt, daſb eines Tages alles s0 kommen muſßte?.. UUr durtte, Ja geinem Jungen nleohts Sagen, durfte ihm das mlend Hälnét elgenen Lebens nicht aufdechen, der Frau zuliebe, die J676 Mutter war... Und dennoch, sollte sein Ungstes Kind für die Schuld anderer büßlen, für eine Achuld, für die en nicht Um Heringsten haftbar warf Bettelnd ergrifft Jöre die Hünde seines Vaters:„Alles WIII ioh tun, Vater,„langt das Schwerste von mir, den Abschied vom Studium, ich tu's. Nur àas Eine nicht, schiekt mich nicht mehr zurüclt ins Klostar“ loh Kann, ich darf nlcht! Lleber gterben! Laßßt miech gehen verstoßzt mioh, alles lieber als Wie⸗ der ins Kolleg!— Wie 4% in mir aussleht, danach fragt nie⸗ mand; dall ich an mir irr geworden, ist einerlei! Vater, goll leh nur Opfer sein, das aan nicht fragt, ob es elgenen Willen Hat?„ Ich will kein 85 „Versündige dich nicht an deinen Eltern!“ unterbrach un der Vater heftig, unhelmlicher Groll wühlte in seinen Worlten „rede nlemals davon, hörat du, nlemals in Gegenwart der Mut⸗ ter!— Wir wollen dein Bestes, slehst du's denn nleht ein?“ fing er nach einer schwaren Pause Wlieder an!„Du willat dir einer dummen Laune Wegen dein gröſftes Gilich Verscher- zen, willst...“ „Laune nennst du dle entsetsliche Not, dle hinter aulr Uagt? Laune ist für dich das Hlend, das ich an mir herumschleppe! — Vater, auch du willst mick verurtellen, glaubst Schlechtes von mir?“ „Sel still, Junge, von einem Frünwalt Elaube lch nie etwe Sahlechtes! Vorerst blelbst du da, Uberlegst dir rolflieh dein Vorhaben. Bin jJa froh, daß du hler blst; Wer welll, Was die nächsten Monate bringen!“ Die Mutter war eingetreten, den Tisch zu dechten. Finstit blickkte sle auf Jörg, der gohluchzend am Fenster stand. „Hast ihm gehörlg die Leviten verlesen? Lleber hinsus milt ihm in den Krleg, als nur den Kleinen Flnger rühren wur Schande, dle er uns antun Wili!“ Beschwiehtigend eutgegnete Konrad Frühwalt:„Verstindige dioh nicht, Renate, sleh den Bub an, er 68 „Du hllfat noch zu selnen Schlochtiglrelten? Hab'a mir glelch gedacht, daß du ihn in Schuts nimmat! Sowelt also seld ir belde schon? Dann bin leh Uberflüsslg!“ Krachend flel dle Türe ins Schloſß; Renate Frühwalt rannte mit wildem Aufschrel aus der Wohnstube. Unaufhörlich Klatschte der Regen gegen die Fenster. Fern Im Norden, niek“ weit von Jörgs Klosterschule ent⸗ kernt, rilstoten tolllkünne Münner zum Handstrelche auf Läüttiah (Fortsctiung fſolgt.) Notwendigleit der notariellen und grundbuchamtlichen(Amts⸗ Ny. — Lar 0 lung leick War. sich den dem Not ganc tige gruf kom Wie 80 v den zuttt A wit Woll wird chen D. laute Ni und beim eErsue das, Lan „ Bis f arup 1.50. Samr Betri Petet Samt uns: nach Nãch Sart und zur 7 detn Scl samu Beck den nen, auf j besu⸗ Auch lung Lan. V Wir e genü, und sein. ApPrac schile LVon wWare Im 8 enthi daſ brach hingi kfalls daſ) braue da si . werd Freut W0 d aufge Scl lunge ohne aptec Vers⸗ Die baren Neue Erüft. der 1 Lane Itu Ortse ichaf schaf stig. ubene die 2 Stehe. die F selthe an A. ens, daß dankte überall edankegs Lebens me be⸗ n, det en seine e wohl ich mit ockenen lichkeit, h viele vie ein· Briet. en und n oder (siehe Hypo- k durch t Wetr⸗ llen zut Uber⸗ lren. erschei· berw. nzelnen len wit ist die (Amts⸗ the Be⸗ ien, dis ist das, ing für On, die deren e di ist, einge⸗ ing erst nehmet d. Hier e Aus⸗ n voll· ſe Vet- ob die ht odet rochtigt verden. n sein hulden Institut andete E. F. r no kleinet eit mit el ver⸗ en teil⸗ rs ein-· ohied nicht Lleber WIe⸗ t nle⸗ „ W0ll WIllen h iun orten Mut⸗ ein?“ Willlat her- Hegt? eppe! ahtes otw dein % die InSta milt m ndlgs Klelch ih annte E ttlah Landesverband Bayern Ortsgruppe München. Freunde! Unsere letzte Monatsversamm-⸗ lung war ein Aufbruch, trotzdem sie von unseren Mitgliedern(Viel- leicht wegen des Gründonnerstags) ausnehmend schlecht besucht War. 5 neue Genossen, die durch das„NV.“ zu uns fanden, haben sich als Mitgliedet aufnehmen lassen und wollen Kämpfer sein für den christl. Soxialismus. In erstet Linie galten unsere Besprechunge. dem Vorwärtstreiben unserer Bewegung in München. Als unbedin Notwendigkeiten wurden befunden: 1. Bestimmung eines Pro Aufgabe befaßt. Der ri tige Mann dafür ist Gen. Gg. Schwab. 2. Eine schlagkräftige Jugen. gtuppe, die Gen. Lutterbach schaffen wird. 3. 14 tägiges Zusammen gandaleiters, der sich speziell mit dieser kommen. Und nun herunter mit der winterlichen Schlafmütze! 80 wie in der Natur sich schon die ftischen, jungen Kräfte rühren, so werden auch wir mit verjüngter Kraft an die Arbeit gehen, um den Kampf gegen den Kapitalismus in immer gtößere Volkskreise zu tragen. Achtung! Am Samstag, den 11. April, abends 8. Uhr, tteffen Huraboldstr. 6. Da wollen wir einen genauen Arbeitsplan festlegen. Gen. Lutterbach wit uns in Giesing im Gasthaus„Wurzhütte“, wird über„Die Aufgaben der Jugend in unserer Bewegung“ chen. Kommt alle! Die Anschrift des Ortsvereinsvorsitzenden hat sich verändert und lautet nun: Ambros Tauscher, München, Augustenstr 31/0. M. Zintl. spre- Nürnberg. Auch in Nürnberg liegt jetrt das„Neue Volk“ auf aund zwar im Zeitungskiosk am Celtisplatz(Inh. Marie Gloe) und beim Zeitungsmann an der, Allersbergerstraße, gegenüber Rupp. Wir ersuchen unsere Freunde, in ihren Kreisen dahin zu wirken, daß das„Neue Volk“ in diesen Zeitungsstellen gekauft werden möchte. Landesverbend Rheinland „Pfennig-Sammlung“ für das Samariter-Werk in Volkertshausen. Bis jetzt sind eingegangen: Ortsgruppe Köln-Mülheim 6.40; Orts- gruppe Aachen 1.—; Ortsgruppe Engers 1.—; Peter F. in Trier 1.50. Zusammen: 9.90 Mark. Herzlichen Danlt allen Spendern! Sammelt weiter, liebe Freunde im Rheinlande und überweist die Beträge bitte recht bald auf das Postscheckkonto 64 704 Amt Köln, Peter Heinrich Huppertz, Köln-Mülheim. Der Name„Pfennig- Sammlung“ besagt, daß sich auch der Geringste, der Armste von uns an der Sammlung beteiligen soll und kann. Gebe jedet von uns nach besten Kräften, damit die Werke der Barmherzigkeit und Nächstenliebe,— insbesondere unser Werk in Hessenthal im Spes- sart— zum Besten unserer armen, kranken und notleidenden Brüder und Schwestern erhalten bleiben! Auf, liebe Freunde, ans Werk, auf n:„Was Du dem Geringsten Deiner Brüder getan, das hast Du mir getan!“ Schwelm. Am Samstag, den 18. April findet unsete Monatsver- Herr Becker ist soweit wieder hergestellt und hält uns an dem Abend zur Tat! Möge jeder von uns der Worte eingedenk sammlung statt. Diesesmal wieder im Gesellenhaus. Pastor den versptochenen Vortrag. Sollte er jedoch nicht erscheinlen kön⸗ nen, dann spricht Freund Jos. Lohest-Barmen. Also ein Vortrag ist auf jeden Fall. Sorgt bitte alle dafür, daß die Vetsammlung s0o gut besucht ist wie die Märzversammlung. An diesem Abend gehen uuch die letzten Anweisungen betreffs unsetet öflentlichen Vetsamm- lung heraus. Also, alle Mann an Bord! Lendesverband Wäaostfalen Waltrop(Westkalen). Für den 29. März(Verbemonat) hatten wir eitie öffentliche Versammlung. Obgleich die Versammlung nicht genügend besucht War, es kam Aavon, datz die Nazi im selben Lokal und zur selben Zeit eine Versammlung hatten, konnten wit zufrieden sein. Freund Schirmer aus Schwelm war als Redner erschienen und SPrach über das Thema„Volk in Not und seine Ausbeuter“. Er Worten, Volk Freunde Dortmund schilderte den Zuhörern in recht schatfen wie das von seinen Ausbeutern ausgezogen wird. aus waren auch erschienen. Es waren 3 Redner von der SPD. erschienen. Im Schlußwort verstand Freund Schirmer es sehr gut, die SPD. zu enthüllen. Daß wir in Waltrop schwer zu kämpfen haben, bezeugt, daß die meisten Geschäfte, Wwo wir Plakate zum Aushängen hinge⸗ hracht haben, nicht eher ausgehängt haben, els bis wir zum zweitenmal hingingen und aufforderten, die Plakate sofort auszuhängen, andern falls wir das Geschäft öflentlich boykottieren würden. Es ist trautig, daß Geschäfte da sind, die Plakate als Spielzeug für Kinder ge brauchen. Wenn wir noch einmal Plakate aushängen und Geschäfte da sind, die Plakate nicht aushängen oder verweigern(wie dlesmal G. Bollrath und Höfener) werden wir unsere Konsequenzen zichen. Wir fordern von unseren Freunden und Lesern des„NV.“, Wo der Kastellan das Plakat ausgehängt hatte und von anderer Seite und zu andern Zwecken gebrauchen, das kath. Gesellenhaus zu meiden, aufgefordert wieder herausnehmen mußßte Schreibershof(Krs. Olpe), Zwar war es det Zentrumspartei ge lungen, uns den Saal abzutreiben, indem sie bei det Inhaberin, einet ohne Schutz dastehenden Witwe, in echt christlicher Weise die ent die in dem benachbarten Lokale abgehalten wurde Kleffmann baren Boden, daß eine starke Ortsgruppe gebildet werden konnte Dem krüftigen Luftzuge muß schließlich der dickste Nebel weichen, selbst Aprechenden Druckmittel verwandte, Umso überfüllter War Vetsammlung, die des Referenten fielen auf s0o frucht Die Ausführungen Neue Mitgliedet und Zeitungsbezielet wurden 31 gewonnen der Kkünstlich erzeugte im Amte Drolshagen Landesverband Württemk 79 Stuttgart. Lokalwechsel. Den Freunden zut Kenntnis, datz die Ortsgruppe Stuttgart ihr Vetsammlungslokal endgültig ins Gewerk schaftshaus, Ehlingerstraße, Saal Eingang durch die Tageswirt⸗ schaft, verlegt hat. Die Lage ist zentral und die Bedingungen gün April, abends 8 Uhr mis det Tage ordnung„Samariterwerk“. Alle Freunde, stig. Die erste Versammlung ist dort am Montag, den 13., die zum Werkge nossenuschaftsgedanken und zur christl.-sozilalen Tat gtehen, sind herzlich ingeladen. Auflerdem die Freunde 3 telther an den finanziellen Lasten zu beteiligen Aurch Hinzahlungen an Alois Raab. Stuttaatt Giro-Ne, 40 331. bittet det Lande Kässter und Leser des in Württembe rg, sich mehr wie Landesparteltag Saarneblet. Bericht des Schrittführert über den Parteitag.) Unser Parteitag liegt hinter uns. Er war über Erwarten sehr stark besucht. Wit hatten die Freude, Vitus Heller und Paul Feltrin von der Zentrale in Würzburg als Güste unter uns zu haben. Nach ihren beiden grundlegenden Referaten wurde in det scht ausgedehnten und ergiebigen Aussprache ein Wille und eine Aktivität sichtbat, die zu den besten Hoffnungen füt die Landespartei berechtigen. Man spürte besonders die im politischen Tageskampfe und in den Volksver- tretungen erworbene geistige und rednerische Schulung vieler Freunde, eine Tatsache, die wit hier zum erstenmale 90 freudig onstatieren konnten. Viel junge Gesichter und viel junges und eitzes Blut. So Weiter, und es geht aufwürts. Kümpfen und schulen. Die beste Schulung wird uns im praktischen Kampfe und in det Vetsammlung. Darum an die Front jetzt! Hinein in neue Ortschaf⸗ ten! Neue Leser und neue Mitglieder müssen geworben, neue Orts⸗ gtuppen gegründet— Nach der fruchtbaren Diskussion begann am Nachmittag um 2 Uhr die Erledigung der eigentlichen Lagesordnung. Dem Kassierer Sylvester Rupp wurde nach seinem Beticht und nach Einsicht in die Belege Entlastung erteilt. Der alte Vorstand wurde wiedergewählt. Ausgeschieden ist der z2weite Schriftführer. An seine Stelle trat Freund Theres aus Quierschied. werden! Von den gefaßten Beschlüssen seien die wichtigsten hier genannt: 1. Auf einstimmig angenommenen Antrag der chtistl.-s02. Jugend ist jede Ortsgruppe— sofern am Orte noch keine Jugendgruppe besteht— zum Bezug von monatlich 5 Nummetn„Junge Tat“ ver⸗ pflichtet.— Es ist nun moralische und proletarische Pllicht der einzelnen Ortsgruppen, das auf dem Parteitag gegebene Versprechen sofort einzulösen und das Kampfblatt der Jugend zu bestellen. Die 5 Nummern sollen im Anfang als Werbematerial zur Hetanziehung junget Kämpfer und zur Bildung einer Jugendgruppe dienen. Nicht vergessen! 2. Der Parteitag beschloß, in der im Augenblick so akuten Frage der französischen Domanialschulen im Saargebiet, folgende Resolution an die Reg.-Kommission zu senden:„Der von über 250 Verttetern besuchte Landesparteitag der„Atrbeiter- und Bauern- partei“, Landesverband Saargebiet, beschäftigte sich auch mit der Frage det Propaganda für die franz. Domanialschuler Wir können uns nicht auf die Plattform der Resolutionen und Aktionen der nationalistischen Parteien, des Zentrums und der Lehtverbände stellen, weil wir in andetet Sicht und auf anderer Ebene kämpfen. Wir lehnen jeden Gewissenszwang von jeglicher Seite, Partei, Re- gierung, Nation und Staat als unsittlich ab. Wir fordern daher von der Reg.- Kommission, daß sie die unberechtigten und meistens unter Bedrohung und Gewissenszwang getätigten Werbungen für die fran- z6sischen Domanialschulen in Arbeiterfamilien, die taktlose und verantwortungslose Eingtiffe in jedet Familie zugesicherten R und Freiheiten bedeuten, verbietet. Wir haben gerade im Grenzland die Atmosphäre gegenseitigen Verttauens nötig, damit der Friede Wachsen kann und ekelhaftem, hypernationalistischem Gegeifer und neuer Völkervethetzung det Boden genommen wird. Witr erwarten, daſi die Reg.-Kommission dem Skandal ein Ende macht.“ 3. Resolution betreffend Gehaltsabbau an der Reg.-Kommission des Saargebietes. Der Parteitag stellt die allgemeine schlechte wirtschaftliche Lage der saarländischen Arbeiterschaft und des Mittelstandes fest und fordert baldige 10—25 ige Hetabsetzung aller hohen Beamtengehälter über 2000 Ercs,(330 Mle) und zwar derkrt, daß der prozentuale Abbau mit der Höhe der Gehälter steigt. Mit dem Lutus detr hohen und höchsten Gehälter, die moralisch angesichts der entsetzlichen Not in den kindetreichen Bergarbeiter- und Hüttenarbeiterfamilien nicht mehr verantwortet werden können, mußß eiligst Schluß ge⸗ macht werden. R. Schn. Londesverbend Saargebiet Wemmetsweiler(Saar). Die Kreistagssitzung vom 30, 3. ist vor⸗ Die Neun⸗ kirchener bericht gebracht. Der„Neunkirchener Zeitung“ über bürgerlichen Zeitungen haben bereits ihten Sitzune mit ihrem Redakteur Dorscheid gefällt nun ganz besonders das Firmenschild Im„Neuen Volk“ allgemeine Berichte über den Kreis Ottweiler zu bringen, der Arbeiter- und Bauernpartei nicht. dürfte wohl nicht angebracht sein. Etwas muß jedoch von dieser Sitzung festgehalten werden. wWas von allgemeinem Interesse sein Die Kreisver- Gesamt-Etat-Abstimmung dürfte, die bürgerliche Presse aber ließ Vetse hweigt waltung nämlich bei der mit einflechten, daßl sie nicht an die Einzelpositionen des Etats gehalten ist. Dieses Vorgehen verstößt gegen den§ 71 det Kteis-Ordnung. Wenn auch Zentrum und ihr Bundesgenosse 8SpD. die absolute Mehr- heit im Kreis besitzen, so dürfte ihre Macht doch noch keineswegs hinteichen, um auch generell schon öffentliche Gesetze und Nor schriften umzustoßſen. Dér§ 71 besagt ausdrücklich, daß der Landrat gehalten ist, sich in den Ausgaben, welche die Verwaltung des Kreises veranlaßt, streng nach dem Haushalt zu richten. Für Zwee ke, zu denen det Haushalt nichts bewilligt, dürfen keine Ausgaben vet werden anlaßt Uns geht es heute darum, diese Entgleisung aufzu zeigen und gegebenen Falles daratt zu erinnetn. Ferd. Keßler, Mitglied des Kreistages Ottweiler. Trinker-Rettung. Die Trinketheilstätte St. lohannesheim in Meitingen bei Augsburg besteht nunmehr drei Jahte als einzige katholische Heilstätte für Alkoholkranke in Caritasverbänden Süddeutschland. Begründet von den diöresanen zusammen mit dem Kreuzbund wird das Heim durchgeführt durch die Brüder und Schwestern der Christkönigs Bis zum Ende 1930 hat die Anstalt 151 Fatienten aufgenommen, davon 37 aus gesellschaft vom Weißen Kreuz Bayern, 2) aus Württem berg, aus Baden, 20 aus anderen Ländern; selbst aus Rumänien watren mehrere Patienten da die glücklich Geheilten können ihre Dankbarkeit nicht hesser ausdrücken als dadurch, daß sie Leidens genossen die gleiche Wohltat vermitteln. Die bisherigen Erfolge der mühsamen Erziehungsarbeit sind recht ermutigend, wie unge ihlte Dankschreiben von„Ehemaligen“ und vor allem deren Angehäörigen bewelsen. Wärg nur noch mehr Verständnis für die Alkoholnot und deren Heilung in welteten Krelsen des Volkes, 30 Würde durch entsprechende Zusammenarbeit det Protentsatt det dRCign Eeilunchen noch Weit 700l0 sein. ——— — „.. Dank für dieses weibliche„Im Westen nichts Neues!“ So und Ahnlich heißt es in den zuhlreichen spontun- begeisterten Briefen, die die junge Elsaßz-Lothringerin ADRIENNE THOMAS nach der Veröffentlichung ihres Erstlingswerkes ie Katrin wird Soldat von vielen erhielt, die diesen Liebesroman aus det Kriegszeit liebgewannen. Fünf Lebensjahre eines jungen Mädchens voll Wissen und Ahnen, voll Hoffnung und Verzweiflung, voll unendlicher Liebe werden hier erzühlt, s0 einfach, so ergreifend, 20 erschütternd, daß man sich nur schwer einen Men⸗ schen vorstellen kann, dem dieses Buch nicht viel zu sagen hätte. Sie dürfen an diesem Roman nicht vorübergehen! Das Buch ist für 4 M brosch., 6 M in Leinen erhültlich bei Verlag, Das neue Volk, WUrzburg“ 8 Wochen nach Erscheinen konnte das 650. Tuu- send in Druck gegeben werdenl 2————— —— ˖§—— ————⏑ ——— Blücher. Eros im Stacheldraht. Hans Otto Henel/ Fachelreiterverlag, Hamburg-Bergedorf, 2,80 4. Immer wieder Kriegsbücher? Uber die Kkünstlerische und literarische Qualität, dessen Was der Fachelreiterverlag heraus- bringt, braucht nichts mehr gesagt werden. Darum geht es bel diesem Buch auch nicht. Das sind nur slebzehn Liebes- und Lebensläufe, die da erzählt werden. Und das besondere dabel ist, daſs sie eben aus der„groſßen Zeit“ stammen. Jene Zeit, ihr Marsjünger, ihr Hitlerjünglinge, dle weder erkannt noch ver“ gessen ist. Von der ihr träumt, und an der wir alle noch 30 Krank sind, daſs sie iramer noch in unserem Blute und in un⸗ seren Herzen liegt. Aber wie? Lest das Buch und ihr wifßt-es. Zut kann man sich aber vorstellen, daß dieses Buch ge⸗ schmökert wird, lüstern und mit Begierde, s0 wie man viel⸗ lelcht einen Sexualroman lieſst. Wir haben eben die Unter“ scheldung und den Sinn ür die Dinge verloren. Denn es gibt diese Schiclegale, die Otto Henel da erzählt, nicht nur im Kriege. Wir kfinden sie ähnlich jeden Tag auf den Straßen unserer „Ordnung“, nur in anderen Varlationen und unter anderen Umstünden. Aber Du, deutsche Mutter, Du sittsame Bürgers⸗ frau, willst Du einmal wissen, was Deiner Tochter passleren kKann, wenn Dein Sohn, der Stahlhelmfüngling Gelegenheit be-⸗ kommt, seine PFhantaslen zu verwirklichen? Komm lese einmal das Schicksal von Vvonne, der kleinen keuschen Französin. Und Du Kamerad, hast Du eine Schwester, Du Bruder aus der SA.? Hier Kkannst Du lesen, wie Dein Kommandeur sich einmal damit beschäftigt. Wenn es auch in diesem Falle ein armes Kleines Mädel eines anderen Volkes ist, das„Gitele“ aus dem Osten, das da Geld verdienen mußd, Schadet nichts, es ist beim nächsten mal eben Deine Schwester. Und ihr alle, die ihr eine Braut, eine Frau und Kinder, oder sonst liehse Meuschen auf der Welt habt, ihr solit dieses Buch nicht nur lesen, ihr sollt es verfluchen, und mit ihm seine Ursache, denn das ist der Krieg und alles was ihn geboren. Aber ihr seld ja gleichgültig, und deshalb ist es auch Fleichgültig, ob dieses Buch geschrieben wurde, diese flammende Anklage gegen das Tler im Menschen, in einfachen und Vlelleicht„spannenden“ Erzählungen, die uns aber alle angehen, wen wir nicht hören, kühlen und handeln. F. Deutsches Eherecht. Von Rechtsanwalt Dr. A. Marx. Verlag W. Stollfußß, Bonn. Mk. 1.25. In der vollestümlichen Sammlung„Hilf dir selbst“ wird hier von autorativer Stelle über Verlöbnis, Ein- gehung der Ehe, Nichtigkeit und Anfechtbarkeit, Wirleunger er Ehe, Ehesche alles gesagt, Was jeder wissen sollte, gleichviel ob Verlobung bezw. Güttettecht un lung in gemeinverständlicher Weise Heitat bevotsteht oder letztete bereits erfolgt ist. Eine sehr über⸗ sichtliche klate Darstellung der reichsgesetzlichen Bestimmungen stellt diese Schrift dar, die sehr empfohlen werden kann. * Spaten müssen wit heute mehr denn je, Lum eigenen Schaden an verkehrter Scelle an, indem sie sich Etat der Zeitschriften ab- Antegungen, neue Ersparnismöglichkeiten fangen die meisten damit ihre„geistige Nahrung“ versagen, den hauen, die ihtien Heue bieten und bringen. Daßh dies keine leere Phrase ist, beweist uns eine Mitteilung aus dem Rudolt Lorentt Verlag, Charlottenburg— der durch seine„Wirtschaftlichen Kurzbrlefe“ gerade in den letzt⸗ Wochen hatte, seine Abonnenten auk Maßhnahmen größere Steuetersparnisse bieten. Die„Wirtschaftlichen Kurzbriefe“ erschei-⸗ ten Wiedetholt Gelegenheit besondete Hinzuwelsen, die dem einrzelnen nen wöchentlich. Die Bezugsgebühtren betragen 2.65 RM. pro Monat, Die Abonnenten erhalten aubherdem laufend die Gesetze im Urtert, Jedem Besicher Steht dann noch ein mit ersten Fachleuten aller Gebiete besetzter Umfanges Kostenlos zut Verfügung. Auf Anfordern lützt Ihnen der Lotents sowie jeden Monat einen Steuertermin-Kalender. Auskunktsdienst für Anfragen kleinen und mittleten Verlag gern Probehefte kostenlos zugehen, 41 000 begeisterte Kbos nenten àühlen die„WK“. Die Zahl pricht für sich selbstl Scha⸗ 2 0 ie eeeeeeimsTunattunrlett Eult in rrdnfenHuftöeh-an DAS NNHUR VoLR Der kleine Guido von John Svenssohn, Verlag Herder, Freiburg. Der kleine Guido hat verschiedene Bearbeitungen erfahren, hier ist keine von dem bekannten Jugendschriftsteller Svenssohn. Die Be- urbeitung ist gut, aber von den Guidobüchern lassen wir gelten, Was wir oben schon gesagt haben: Es wird ein gutes, braves Kiad vorgestellt, bei dem aber jene Zeichen fehlen, die über das allgemein mittelmäbig Gute hinausgeben und den Helden, auch den religiösen, uum Vorbild machen könner. Wir glauben, dafl die heutige Jugend der dunklen Straßen und sonnenlosen Höfe andere Helden braucht, Die Kommertrische. Verlag Haas u. Grabherr, Augsburg. Preis: Gebunden RA. 4.50, broschlert RM. 3.50. Hine Cleschichte vom biederen Landvolk, von vrnehmen KHerrenleuten und allerlei Lumpen, von Schrönghamer-Heimdal, wit vielen Blldern von Karl Sigrist 3. Auflage, 11.—18. Tausend. 286 Seiten, Format 1220 em, feinstes holafretes Papler. Fin urwüchsiger Humor, der mit ganz derbtfeiner Ironie los- MHeht über jenen Schwindlergeist, der heute bia ins letzte Ge⸗ birgsdörflein hinein die eigentliche Seele des Volkes vergiftet, weht aus diesem Büchlein. Hinter dem Humar steclten tiefere, Voredelnde Krütfte. ADb guten Geister. Shukgeschichten und andere merkwürdige Begebenheliten von Schröängbhamer-Heimdal. 216 8., For mat 12420 em, feinstes holefretes Fapier. Preie: Gebun- den RM. 4.—, broschiert RM. 8.—. Verlaꝶ Haes u. Grab- herr, Augsburg. „„ Wer glaubt denn heute noch an Geistergeschichten? Wohl niemand; es sei denn, das dem einen oder anderen selber hon etwas begegnet ist, Was er sich nicht erklären Iconnte. Geistergeschichten passen auch nicht mehr in das Zeitalter der Bubiköpfe und Bembergstrümpfe; der moderne Aufkläricht ist erhaben darüber.— Aber dile Alten, die noch mit beiden Beinen fest im heimatlichen Mutterboden standen, deren Sinne noch Voll erschlossen waren für das Walten der Uberwelt, die glaub- tan noch baumfest an solche Geschehnisse, glaubten, weil sie Wubten: Sie hatten dlese Begebenheiten selbst erlebt, mit eige- nen Augen gesehen, am eigenen Leibe gespürt,. so daſß Zweifel und Täuschungen ausgeschlossen sind. Als junger Mensch habe ich daheim in allen Winterstuben herumgehorcht, wo diese Werke von Prof. Dr. Ich. Ude, Graz Professor Dr. Ude, der groſle sittliche Mensch, der Pazifist undd Antikkapitalist, ist von seinen Vorgesetzten mundtot ge⸗ macht. Freunde, sorgt dafür, daß sein Geist trotzdem weclæt und zündet und umso tiefer weiterwirlkktl Lest und verbreitet seine Schriften! 7 Riesteise Fee..... ſträfliche, aber straflose Schandhausbesitzer„ 0.25 lenschenschutz oder Tierschut:: 00 Natürliche Lebensweise oder Hungerelengd 0.257 Daragraph 144 oder die gesetzliche Freigabe des Kindermordes 0.25 e Christus, Krieg und Friedenꝛ% 0.27 Alkobol und Unsittlichkeit FF Die Grundlagen des Wiederaufbaues der Staaten 0.27 Leitsätze zur Beurteilung des Prostitutionsproblemm 0.27 Aiedergang oder Aufstieg? Das rassenhygien. Problem 0.27 Der woralische Schwachsinn jjj Prostitution, Geschlechtskrankheiten, deren Bekämpfung„ 0.27 die Verwahrlosung der Jugend„„„%„„„ Fe zu— Der Katholik im Kampfe gegen den Alkohol„„„ 0.07 Figenheim und Eigenland für jede Familie„ 0.27 Whantasie und Sittlichkeit, ein Mahnwort an die Jugend. 0.25 ᷑...000 Jer ideale Staatsbütger und seine Wirtschaftsethiilk,( 2.20 ˙— ² Tltf.., ⸗·⸗ 1.— Denn der Mensch vom Tier abstammen?„„%% 2.— Eeche VVVV“VVVT“0 Wie bilde ich mich zum Redner aus??„%%„„„ 1.0 Willst Du Eigenheim und Eigenland?'„„ 0.40 Der Nurwinismus und zein Eia flusß„„ 2.— Das katholische Lebensprogramqm„„„„ 1.6 /980 Einführung in die Peychologie(Lehrbuch)„% 3.50 Ethik, Leitfaden der Sittenlehre„„„%„%„%„„„„„„„ Zu berzichen vom VERLAG DAS NEUE VOLk. WURZBURG. Nr. 18/ 11. April 10g5t selbsterlebten Geistergeschichten erzühit wurden, und hab sle mir dann in späteren Jahren Aufgeschrleben. Gewic, es kann jeder von diesen Geschichten halten, was er will; aber Keim und Kern sind erlebt und wahr, so wahr wie die Hrgebnisse irgendeiner Forschungswissenschaft. Die Spuk⸗ gestalt am verrückten Markstein ist 80 wenig Hirngespinst wie der Rabe am Feldrain, das Auge der Ewigkeit und das alte Brechhaus mit seinen geheimnisvoll-sch. gen Bewohnern.“ (Aus dem Ge wort des Verfassers.) ieee ̃ieeett u KeeoRelk dkrtg rBr88 8 r:rbb kär 3llir'l, Ie.WndEer WbrlBralbesLEFW 80 Sorgt„Deutschland AHber alles!“ Hin Rentenbescheid des Bezirksamtes Hofheim in Bayern, der Bayer. Vollespartel:„Unter der Voraussetzung, daß sich die Invalidenrentnerin A. M. S. in St. öftentlich-rechtlich berelt erlelürt, dem Beairksfürsorgeverband Hofheim Hrsatz seiner Fürsorgeaufwendungen sicherszustellen, ist der Spruchausschußß zur Gewährung einer lautenden monatlichen Sozlalrentnerunter stütaung nach Maſgube der Richtsätze bereit. Bel Berück⸗ alchtigung des anrechnungsfühigen Einlicommens(17,30 Mkk. In- valldenrente, Mk. 8.00 Mietwert der eigenen Wohnung, sowie Hachwert aus dem Urträgnisse aus dem 1½ Tagwerk großzen Grundbesitz) würde eine monatliche Sozilalrentenunterstützung in der Höhe von Mlc. 6.00 in Frage kommen.“ Also, bei 17,80 Mlk. Invalidenrente und den Frträgnissen von 1½ Tagwerk aahlechten Röhnbodens eine Mouatsunterstützung von 5 Mark — wenn die arme, alte Frau, die noch ihre Tochter mit den 17,80 Mk. ernähren muß bereit ist, die Rückerstattung sicher zu stellen! Daneben halte man Gehälter von 20, 30, 40, 50 000 Mlc. Daneben halte man, daß Brüning erklärt, die Einitommen über 20 000 Mlk. vertrügen kelne höhere Steuerbelastung, und man greift sich nicht nur an den Kopf, nein, man müßste wahn- einnig werden, wenn man weiter darüber nachgrühelt, was in dieser Welt des Kapitalismus heute möglich ist! Und eine solche Welt sagt noch etwas von„Christentum“? Von„Näch- stenllebe?“ Von den zwel Röcken und den Geringsten der Hleinigkeiten. Bei den Betriebsrätewahlen im Ruhrgebiet haben auf 186 Schlachtanlagen, die freten und christlichen Gewerkschaften Verluste, die kommunistischen Gewerkschaften Urfolge auf- zuwelsen. Die freien dewerkschaften erhielten 81 844 Stim- men, die christlichen Gewerkschaften 54 161 und die roten Gewerkschaften 62 476. Die Reichskasse zeigte Unde Februar einen Fehlbetrag von 1095,9 Millionen Mark.(Wir lesen doch, daß Brüning die Flnanzen„saniert“ habe:) F. Muckermann! Was wWir zu hm sagen? Und zu seiner Rederel und Schreiberel? Nun, wir lassen ihn selber nach einem Berichte der„Vossischen Zeitung“ sprechen, auf dem Tanzkongreß in München, im Juli 1930. Da sagte dleser P. Friedrich Muckermann:„Tanzen können in eilnem Lande, Wo solche Katastrophen am Himmel stehen, das ist etwas Gigantisches.““ Muckermann kann— tanzen! Der Reichstag, sowie die Reichsreglerung und die Länder- regierungen haben sich bis heute noch nicht ein einziges Mal Wirklich erttlich und gründlich mit der Frage der Arbeits- losiglteit befafßt. Da hat man zu tun, um den„Radikalismus“ „zu überwinden, den„Staat“ zu festigen, Relsen nach London vorzubereiten, ete. ete. Um Deinen Bruder Abel kümmerst Du Dich nicht. Alkademilter? Unde 1931 soll es in Deutschland einen ber- schuſßb an Akademikern von 51 000 geben und 1984 ein Uberan- gebot von 120 000. Man meint, man könne dem vorbeugen durch„bildungs- politische Maſßnahmen“, Die armen Kerls an den Gymnasien wWerden geplagt und ausgepreßt wie Schwämme. IUs Uegt an otwas ganz anderem. Man hat den Akademikerberuf Über- hoben. Herr Regierungsrat, Frau Beuirksamtmann, das klingt Dem Eraven Kommunikanten Die Horauchbare Uhr DDas Epeste Lebensgeschenl H. LöwWentfhal Uhren, Gold- und Silherwaren KMlappwagen relohste Aus Boparaturen münnlsoh unter Garantie billigst bei Dreilkronenstrabbe (Mainviertel) Telephon 79300. Wurzburg. Schönbornstrabe 7 Quadratmeter 1.890 Läufer, Meter von 17T an WIIEInu Dhh eeee eeeeeee HMrAubesre HKolks?⸗ Ab 20, ds. Mis. Winterpreise: Grobkoks ab Werk M. 1.80 frei Keller M. 2.10 Bammer-⸗Falthoofe Aeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeein Ameue NModelle 1931 Stellen durch Gumuau⁰tar und Sdhöänhelit alles IA EELI* Ahdere in den Schatten. Prelslagen Flk. 2266.—-. 246.—. 200.—: 8SA4O.-Luxusausfùhrung Wochenraten von 5 Würzburg und grüner Sohlen Kinderwagen aller Art rasch und fach⸗ M. Mlngle in ebrelhmaschen nou und gebraucht SPozlell: Adter und Continental Christian Schmitt Kalserstrabe 12. EFFr Ihre Schuhe bekommen Sie schnell, gut und billigst, bei Verwendung bestenMaterials Herren-Sohlen mit Absätze an allen Kaffeetischen, in allen Stammkneipen so schön! Und dazu das sicher Gehalt, die sichere Pension! Mag geschehen Was will: uns kann nichts passieren. Die Pension haben Wit Schlimmstenfalls immer noch. Es muß dazu kommen, daß der Arbeiter und Bauer wieder gewertet wird, denn er schafft die wahren Werte. Es muß dazu kommen, daſ ein Arbeiter und Bauer höher steht und ein Straßenkehrer, als ein Feder kuchser hinter Büchern und Regalen! Dafür haben aber die Arbelter und Bauern selber zu sorgen! Notverordnungen? Habt ihr schon eine Verordnung gelesen, die sich gegen die grauenvolle Vollesnot richtet? Verordnungen, wie man dem Volke die Steuern aufzwingt, wie man die Gelder hereinzwingt für die unsittlichen Gehälter und noch unsitt⸗ licheren Subventionen. Vérordnungen, wie die„Staatsmacht“ geschützt wird, die„Ehre der Minister, Staatssekretäre“., Aber eine einzige Verordnung gegen die Not, gegen die Ausbeuter, Schlemmer, Volksbedrüchter, die erwarten wir vergebens. eeederdevrinketeeeeeeeeee eeeeeien Kauft Bücherl Die Bücher unseres Verlages sind das geistige Rüstzeug fili unseren Kampf. Bestellt für die Bücherei der Ortsgruppen, schenłt Freunden ein Buch. Bücher sind Lebensgefährten. Vitus Heller: Nie mehr Krieg(neue Auflage) Preis 1.— Mk. Begegnungen. Von W. und M. Hammelrath. Preis 1 Mk. Hier sind alle Grenzen gefallen Im hohen Norden und im fernen Süden findet W. Hammelrath den Bruder Mensch. Und er selbst ist ein Mensch, dem etwas vom Leuchten der Ewigkeit aus den Augen spricht. Wer lebt und erlebt wie W. Hammelrath, dem ist der Untertitel des Büchleins,„Allah kerihm“(Gott ist gut), Lebens⸗ wirklichkeit geworden. Keine Reiseerlebnisse im üblichen Sinne erzählt Hammelrath hier. Es sind Fahrten-⸗ erlebnisse von einer großen und reichen Lebens⸗ fahrt, die nie aufhört.(Franltfurter-Zeltuns“). Pontius Pilatus, Anas und Kaiphas und der Weltlerieg. Preis 1 Mk. Ein katholischer Auslandsgeistlicher schreibt hier ein Bekenntnis, Am Anfang des Buches steht eine Warnung. Eine Warnung für alle, die die Wahrheit nicht ertragen können. Unerbittlich wird hier mit dem Ungeheuer Krieg abgerechnet. Vier von der Infanterieee„„ Im Westen nichts Neueees„„ 0 4.— Ohristus und das menschliche Leben6„ 4. Ing. Karl Wernegg: Das Arbeitsrechht0 1.20 Armenien 191„*****ͤ·0 1 — Zehn Jahre Kampf für Frieden und Recht„ 4. — dDie Peitsche des August Schmdt 4.— FPater Ohlmeier: Nie und nimmer Kriexg„ 1. Vom Ringen einer Priestersecele„„1.90 Leon Maurer: Den Wirbel.. Tambour 1.78 Die blutige Internationallle„1.00 Vom Ringen einer Priestersecloc„ 1 Diese Sehrift enthält das Wollen und Wirken des Pfarrert Otto Kalser. Verlag„Das naue Voſk“, Wurzburg, Karthause 118. Der anspruchsvolle Radiohörer Wählt Huumd Unverbindliche Beratung, Prospelktzusendu und Vortührung durch Parteifreund W. HEII, WURZBURG, Heidingsfelderstr. 43(Rauh) Wa hl. 15 Vorlungend buf Selst und Semilt Wirltt diese gocllegene Kunsf- und Familionzolischrift. Jeden Monel bringt ein noues Heff auf Uber 100 fextselten mit B0-90 fells Wehr- larblgen Abbiſcdungen undl oinigen Hansseltigen Bild'steln eine Fülſe von Unterhaltunge- Und Wiesens- gut in Ihr Elaus. Welt unel brolt dchüht man besonclers die ſrlsch- ſröhllehe Ar def Darbiefungen ce „Selteuen Eekart“, Für die Kincler haſ er elne Kösſſich unterheſtende, orrlSherlsch ESchs wertwoſte Hel. lage„lung Eckar“. Und dabef l8t 6f 30 hillig Verlangen Sle loostenlOe ein Probshefl vol, E, VorI Adolſ Lusst, Wien 3, D.Iα. IC. Mk. ab Mubklols„„ A. 1.10„„ M. 140 har ssreh Damon⸗Bohlen 7 ,. 3.60 Ul. Heizwert 6867T0 Kalorien. 8 0 r 1 U K U 8 5 r 164 I mN Pe T haͤnder.- Sohlon Jo nnoh Groge Freumdle!: nu uν m Wer l Ade eeKaukt nur in den Seschdkten, dle Im G. man. H. H. 64 Würtourt 7 Retete duat Wanm mpunrü Emil Geis„lleuen Volk'“ Inserleren, beruft Such K un r HHHemSsHTUAHb 24 Kürthause 9 bel ledem Elnkauk auk das Inserat. 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