Sonderseite des „Badener Tagblatt“ für unsere Kriegsgefangenen
iiiiiitiiiittntiitiiiititMitiiitiiiiiiiiMiiiiiiittHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiitiiiiiiiiaiiiiitiiiiiiiiiiiiiHiHiitiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiitiuiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiitfiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiMUiiiiitiiitiiiiiiiiiiitiiiiiiiitimiuiiiimmiiiiHiiiiitiiimiiiiiiHiiimiiiiimiiimimniuKimifiititiiiiiiiitiiiiiiiiiiitmiiim
Die Gedanken eines Entlassenen
Erlebtes und Gesehenes / Anfgezefchnet von Willi Futtere?'
Nicht vergessen!
Das Erbe, welches dei Nationalsozialismus hinterließ, ist kein erfreuliches. Die Lasten, welche daraus erwachsen sind, drücken uns schwer. Alles Leid aber, das uns quält, ist im Vergleich zu dem der Knegsgeiangenen verhältnismäßig gering — denn wir sind in der Heimat.
Man mag an die Zustände nach dem ersten Weltkrieg denken, als unsere Väter aui die Heimkehr warteten und sich voller Ungeduld nach der Familie und dem Berui verzehrten. Es war eine andere Welt. Sie wußten, wenn »ich eines Tages die Piorten iür sie öfinen Würden, daß sie ein Zuhause hatten, daß sie •iwaitet wurden, ein Beti für sie bereit, eine Arbeitsstätte in Aussicht stand
Und heute? Die gleiche Sehnsucht nach der Familie, dasselbe Verlangen nach dem Beruf — aber keine Gewißheit. Seit Wochen, Monaten Und Jahren keine Nachricht von den Angehörigen, Betriebe vernichtet. Städte verwüstet — •ine Zeit voller Qualen und Schmerzen. Aup- «:chtslo3 dünkt ihnen alles und doch wünschen •ie täglich und stündlich das Ende des Lebens hinter Stacheldraht- Und wir mit ihnen!
Mit unseren Wünschen allein aber ist es Licht getan. Wir müssen hellen, wo wir können und ihnen beistehen, denn das Leid, welches sie eidulden, ist ein Stück der Schuld, die wir alle tragen müssen. Vergessen wir I doch nicht, daß sich viele unter den Kriegsgefangenen befinden, die sich seit Jahren gegen das System wehrten und das Morsche darin erkannten.
So laßt uns helfen und durch die Tat beweisen, daß wir sie nie vergessen wollen und zu ledern Opfer iür sie bereit sind, denn unsere Kriegsgefangenen verdienen es. ste
Die .Neue Zeitung" (eine von der ame rikanischen Armee herausgegebene Tageszeitung) ruft eine Auswahl von ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen zu einer Konferenz nach München . Hauptziel dieser „Besprechung am runden Tisch" ist. im Rahmen einer freien Debatte festzustellen, welehfen Problemen der Entlassene in «der Heimat begegnet und wie dieselben am besten gelöst werden können Jeder vor kurzem entlassene Kriegsgefangene kann sich bewerben. Drei Vertreter werden von jedem Land der amerikanischen Zone ausgewählt
Es sind gerade in letzter Zeit viele Stimmen laut geworden, welche die Einbeziehung der Jugend in das politische Leben fordern Besonders in der amerikanischen Zone häuften sich im Verlauf des Wahlkampfes die Aufforderungen an die junge Generation zur Mitarbeit am Aufbau eines demokratischen Staates. Ebenfalls wird in unserer- Zone diese Frage im Rahmen des allmählich einsetzenden politischen Lebens sehr stark- diskutiert.
Da nun alter die junge Generation nicht sofort in dem gewünschten Ausmaß reagiert, stellt man vielfach fest, daß die älteren Rufer die Geduld verlieren. Aeußerungen wie: „Mit dieser Tilgend ist nichts mehr anznfangen!" oder „Diese Generation ist restlos vom Nazismus verseucht!“ sind nicht selten. Solche übereiligen Urteile müssen natürlich als verfehlt und äußerst unobjektiv bezeichnet werden. Sie bestärken nur die meisten Heimkehrer in ihrer voreingenommenen Hal
tung, die sich in den Worten spiegelt: „Die Zeit hat für mich nichts mehr übrig!" — Dieses Vorurteil muß beseitigt werden 1 Hierzu ist die Einfühlung m die Probleme, mit denen der entlassene Kriegsgefangene sieh heute auseinandersetzen muß. eine erforderliche Voraussetzung. Nur auf diesem Wege wird man den „jungen Menschen näherkommen.
Welches sind nun die großen Fragen, die sich vor dem Heimkehrer aufbauen'’ Ich möchte hier zur besseren Beweisführung auf mein eigenes Erleben zurückgreifen.
Der Hoffnnngschimmer
Tag für Tag sprachen wir in einem ober- italienischen Kriegsgefangenenlazarett von unserer Zukunft. Jeder hatte sich einen Plan zurechtgelegt,' wie er das Leben einmal wieder anpaeken wolle. Viele bereiteten sich auf das Studium vor, andere wieder auf ihr künftiges Handwerk. Sogar der Doppelain- putierte in unserer Stube hatte hoffnungsvolle Ziikunftspläne. — Aus Deutschland erreichten uns spärliche Nachrichten. Wir konnten uns kein Bild mnehen wie es (fort aussehen würde. Fragen, Fragen und nochmals Fragen beschäftigten uns. „Werde ich meine Angehörigen Wiedersehen?“, frug jeder; „Was wird mit uns Krüppeln?“, frngen viele Amputierte und Blinde: „Was werden wir jetzt für eine Staatsform erhalten?“, fragen die politisch Interessiertem
VolksMIfe für Qi'e!
Getragen jvon dem Gedanken, zu helfen, wo die Not am größten ist, wurde aut Anregung der Antila die Volkshilfe Baden-Baden mit Genehmigung des Oberbürgermeisters und in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt, dem Caritasverband und der Inneren Mission geschaffen.
Da infolge der vorgenommenen Sammlung .noch Geldmittel zur Verfügung stehen werden im Monat Februar Geidbeihilfen gewährt.
Beihilfen können erhalten: Kriegsinvaliden, Kriegerwitwen, Familien, deren Ernährer noch in Kriegsgefangenschaft ist, alte alleinstehende Personen, und alle sich in großer Not Befindenden. Alle hier angeführten wollen sich ohne Scheu und falsche Scham melden. Die Volkshilfe ist für Alle da und trägt nicht nach Zugehörigkeit, Stand und Namen.
Die Höhe der Beihilfe wird jeweils entsprechend der Bedüritigkeit und des Falles gewährt. Selbstverständlich darf der Antrag nur an einer Stelle erfolgen damit Verwechslungen und unnötige Schreibereien vermieden werden Um auch weiterhin in dringenden Fällen helfen zu können und dringender Not zu steuern, sollten weitere Mittel zur Verfügung stehn. Es wird dphei schon heute darauf hingewiesen, daß im Laule des Winters noch eine Sammlung siattfindet. Möge dann jeder im Rahmen seiner Verhältnisse eine Spende geben.
Lindern wir gemeinsam die Not und zeigen wir, daß wir eine Nolgemeinschaft sind, daß wir gewillt sind zu helfen und auf- zi! sen zum Wohl des ganzen deutschen Volkes. Eugen Lambert
Die Fahrt in die Heimat
Zentralstelle für vermißte Personen
tick an nt rnachun g
1. Es wird niitgeteilt, daß die Gründunp- plhue einer deutschen Zentralstelle in Berlin für vermißte Personen, die Anfang Februar 194h eröffnet wird, festgesetzt worden sind
2. Die Zentralstelle wird in den vier Be lat/.ungszonen arbeiten, und es wird vorge- schlagen, dort die Akten aller bestehenden 8ucli-Organisationen, deren Tätigkeit in Be Tracht gezogen werden kann, zu sammeln.
3. Fine ausführliche Reklame der Zentralstelle wird bald in der Presse und un Rundfunk verbleitet weiden.
Haasmusikstunde für die Verwundeten
Während Winterstürme durch einen regen- •chweren .1 amiarabend heulten, bereiteten junge Laiemuuvikanten den Verwundeten und Kranken des Land es ha de« eine angenehme Unterhaltungwwiunde mit schlichter, 'edler Hausmusik. Sie bewerte eich in den Bahnen al!.kitt»iischer Musik (Torelii — Händel — Martini — Mozart — Gluck — Beethoven — Schubert). Hs wurden Trio«, Klavier, Blockflöte Und vierhändig gespielt- Die AosfQhrenden waren Schülerinnen au« der Klavierschule von Lilly S o f f a. Die Höret freuten sich de« mH großer Sorgfalt und FViß gebotenen Zn«sm- mensptel» und gaben die« durch herzlichen _ Bei- f au zu erkennen. L K-
Eines Tages trafen wir alle die Fahrt in die Heimat an. Mit Grauen sahen wir die Trümmer Oberitaliens , als unser La/.arettzug der Grenze entgegenfuhr. Wir warteten auf Deutschland ! — Als wir auf dem Brenner den zerstörten Bahnhof verließen, hatte unsere Ungeduld ihren Höhepunkt erreicht. — Dann sahen wir die Heimat! — Viele Menschen winkten, wenn der Zug ihre Städte und Dörfer passierte. Da« freute uns a”e Doch wir mußten auch feststellen, daß das Antlitz der Winkenden vielfach vom Leid gezeichnet war. Die ausgedehnten Trümmerfelder sprachen eine eindeutige Sprache. In die Wiedersehensfreude fiel der erste bittere Tropfen. —
Nor wenige kümmern
sich um unsere Sorgen
Auf den Bahnsteigen sprachen die kriegs- besehiidigten Insassen unseres Zuges zum ersten Mal wieder mit deutschen Menschen. Fs war oft die Feststellung zu machen, daß diese Menschen den Erlebn isschilderur "cn meiner Fahrtgenossen nur mit halbem Ohr zuhörten Sie gingen auf ihre Nöte garnicht ein, sondern sprachen nur von ihren eigenen
Wo befinden sich unsere Kriegsgefangenen? 32
Nepers: Bischler, Xaver, Labr/Baden RO%55; Bise hoff, Augustin, Oberwinden/Bad . 810 84?; Bieringer, Heinz, Freilmrg'Brsg. 1 406 848; Bigott, Hermann, Baden Baden 272197; Büh- lcr, Günter, Freiburg 'Raden 809 662; Buhler, Leopold, Worndorf/Baden 808 372, Buhler, Wilhelm, Lchcngericht Baden 872 123; Büchels, Walter, Pforzheim 809 291; Bruder, Josef, Emmendingen Baden 267 243; Braun, Andreas, Reiehenbach. Baden 809 3b?.
f.uneoille: Schaeffner August. Fggenstein/ B,I. I 089 882: Schsetzle, Alois, Kollnau/Bad.
1 476 163; Schalte!, August Freiburg/Brsg .
I 476 132; Schlieffler, August, Triberg Baden 1 089 733; Schaefer. Friedrich, Triberg-Baden 1089 753; Spengler, # Bernh., Oensbaeh/Bühl 1 092 448; Spindier, Josef, Rheinsheim/Bruch- sti! 1 092 827; Siepl, Anton. Neureut/Karlsruhe 1 090 968; Simon, Ottenhofen -'Baden 1090 502: Spaeth, Berthold, Oberweier/Lnhr 1 089 675; Spall , Heinz Ortwin. Karlsruhe , 1090 029; Spazier, Wilhelm, Schonfheim Bad. 1090 634; Speck, Alwin, Hattingen/Donaueschingen 1 090 327: Speck . Siegfried, Ettlingen Karls ruhe 14"6 232; Rieger, Franz. Malsch Karls ruhe 1092 288; Ries Jekob. Hockenheim / Mannheim 1 092 303; Rihm, Stefan, Moersch / Karlsruhe I 089 fl6; Rinderspacher, Heinz, Gernsbach 1 090 333.
Tritt Deyrancon; Kegel, Friedrich, Sins heim . Baden 828 838; Keller, Philipp, L-nter- gimmpern' Heidelberg 828 079; Hagemann, Bruno, Freiburg/Baden 530 162; Hamm, Friedrich, Mannheim 530 159: ITannemann, Helmut. Ottenheim Baden 530 488: Härtenstein. Max, Sehluehsee/Baden 530 161; Hartl, Andreas, Heudorf/Beden 530 163; Hartmann, Alfred, Heidenheim 'Bnden 530 748; Hornberger Wilhelm. Eberb/ich'Bn/i. 530 494; Hocke, M -nfred. Heidelberg 289 294.
1‘ritt-Deyrancon: Hertenstein, Wilh., Karls ruhe 828 309; llolztaann, Herbert. Mannheim / Waldhof 828 586.
Thiers la Orange. Hartenbach Arthur MnUhriin/Buden.
Amboise : Huber, Hans, Singen 700 423.
Nice: Blank, Peter. Baden-Baden 1 042 732, Baerkiin. O. Kendringrn'Freiburg 1042871; Faißt, Willi, Kappel/Lahr 338 885: I'rey, Georg, Leimen/Ifeideiberg 338 9 49 Karle, Wilhelm, ihringen/Freiburg 1 043 292; Maier, Jakob. Schmiebeim/Lahr 332 165: WeckHn, Karl, Lörrach . Buden 1 043 891: Wen zier, Johannes, Tuttlingen ; Baden 331 379. Wiesler, Emil, Sulzburg/Baden 1 043 742; Zier, Johann, V.iRstätt'KehT 1 045 743
Nice: l.pisingen, Wilhelm, Müühcim/Baden 3*51 4*4: Moßmann. Otto, ZeRharmersboeb'Of fenburg 351 343: Reichenbach. Rudolf, Do- ; naueschingen 551 645; Blum, Karl. Ihringen -’ , Freiburg 33, 39i- Befer. Siegfried. Freiburg / Brsg. 332 968; Burg buchet, Karl, Kappel- 1
rodeck/Bühl 338 980; Butkhard, Richard, Bühl -Kappelwindeck 339 667; Doll, Karl, Großweier/Bühl 338 919: Faube. Oskar, Bruch sal 353 455; Hauser, Herbert, Mannheim 369 677; Hund, Hermann, Oheraehern/Aehern 353 ,77; Höger, Joseph, Durmersheim 353 172.
Valenciennes : Grofimann Karl, Gamshurst / Baden 2 914 940—31 G; Guehr, Alfred, Hau- sen/Möhöing/Freiburg : ITank, Josef, Waldwein Baden 743 932—31 G
Belfori: Ahrheit, Richard, Grötzingen /
Karlsruhe 24? 212; Barny, Otto, Rastatt/Bad . 243 020.
Valenciennes : Riedinger, Siegfried, Baden- Baden 426 569.
Nice: Pose!, Xaver Simsen'Baden 351 852 Paetz, Herbert, Hornberg . Baden 355 572: Reichenbach, Friedrich, Karlsruhe , Bad. 357 257; Rösch, Willi, Freiburg/Baden 357 520; Schumacher, Albert, Eirlistetten; Baden 352 503; Schirmeier, Erich, Rheinfplden/Bnd. 353 033; Scheuermann, Arthur, Karlsruhe 353 577; Schmalz, Johann, Neuweier/Baden 353 056; Straub, Josef, Rinselbach'Baden 1 040 400; Willig, Franz, Tiegen Baden 351 881; Zapf, Karl, Karlsruhe 'Baden 357 248; Za unter, Anton, Brnchsal/Bnden 351 884.
Orleans : Holl, Arthur, Ettlingen/Baden 739 470: Holzer, Ludwig, Weiher Kr. Bruchsal 730 458; Holzwarth Emil, Karlsruhe/Baden 737 544; Horn, Friedrich, Zuzenhausen/HekM- berg 738 624; Hotel, Heinrich, Karlsruhe 737 485: Huck, Otto, Gaggenau 737 460: Ihrig, Richard, Mannheim 739 384; Jung, Wilhelm, Oefigheitn'Rastatt 736 514; Dr Junker, Fritz, Heidelberg 736 54t. 1
8t. Paul d‘Eyjcanx (Hte Vienne ): Maver, Georg. Boehringen'Bds 200 022, Schneider. Mathias. Gaggenau 'Bd. 200 026: Ühiand, Heinrich, Bad Kreuznach 200 207; Steeg, Friedr T,ud wlge- hafen 200 225: Still, Oskar Degerau Waldshtit 200 235; Hilsbo« Johann. Bad Kreuznach ’OO 809; Goetze, Herbert, Ludwigshafen 20(- 315. Daus. Friedrieh, VVildbad'Schwarzw. 200 317: Geiger. Emil. Triberg 200 363: Rest’e Lorei.z Ludwigshasen 200 404: Steel), Han«, Ludwigshafen 200 4-17: R n hr. Josef. Birkenhof'Kreuznach 200 478: T h1e Richard. Böhl 200 480; Sehaeffert, Heiur Rie- gel'Bd 201 746.
Ernny. Schmtdt, Theo. Ohwachern/Bd 878 563; v. Gralm-g Ha ns-Otto. Baden-Baden 878 086: Raupp, Erwin. Pforzheim 'Bd 494 587' Weigl, Martin, Brit'‘h«'i'/Bd879 123; Becker, Erhard, Mannheim 494 506;
ileneiennes. Goeppert, Jo«., Fußhaek'Offenbg. ner Walter. Freilmrg 426 811: Weher, ITer - n. Freihurg'Brg. 437 659; Weiler Friedrich, 1/Bd 437 791; Wtser. Jos->f MQOheim/Tutt- ;n 1 374 506: Wörther, Hugo Hi'-dmanne- Bilh! 425 678: Wunsch. Herbert. Freiburg trg. 1 374 518: J5eler, Rudolf, Oberkirch 'Bd. H)3: Zieger. Rmhard. Ewattingen'Donan-
in -eu 1 374 450- Z'motermann Hans. Mutten'Freiburg 426 417: Zimmermann. Max Frei r/Rrg 426 635: Zimmermann Wilhelm, Oef-
Vitrv !e Fr?"ois. Föhrenbach, August, Mahl- . berg Baden 781 458; Forg, Kurt, Mannhaun-
Sorgen und Kümmernissen. — Als der Zug wieder fulir hatte sich die Stimmung vieler Kameraden oft ' augenscheinlich gewandelt Zahlreiche Heimkehrer hatten erst jetzt den verlorenen Krieg in seiner ganzen Tragweite ermessen.
So war es bei uns in jenem T.azarettzng: so geht es im Großen gesehen fast jedem Heimkehrer. Jeder erlebt Enttäuschungen wenn er seine Heimat wiedersieht.
Hieraus erklärt sich die ab wartende Haltung der jungen entlassenen Kriegsgefangenen. Sie müssen er«t ihre große Enttäuschung überwinden. Dies ist jedoch kein Zeichen dafür, daß sie noch das nationalsozialistische Gedankengut gefangenhält Ich möchte im Gegensatz hierzu sagen De: größte Teil un sfrer jungen Generation, der jahrelang an der Front stand, haßt int Grunde iegbehe autoritäre Staatsform. Wer Monat um Monat in dreckigen Schützen- und Bunkerlöcltern herumliegen mußte, wer durch willkürliche Befeli ! e eines Gewaltigen in Süd und Nord, in Ost und West sein F ■’mn tausendmal aufs Spiel zu setzen hatte, liebt den Krieg nicht mehr.
Mit den heimgekehrten Kriegsgefangenen jedoch muß man Geduld haben Der charakterlich starke und zielbewußte Teil, zu ihm zählen meistens die älteren lahrgange, wird nach kurzer Atempause bald einen Weg gefunden haben. Am schlimmsten hingegen trifft es die Jungen, we>! sie in ihrem Leben bisher noch nichts tun mußten als Befehle ausfiihren. Sie kannten nur Beguffe wie: Befehlsattsgalte, Befehlswiederholung. Meldung eines ausgeführten Befehls usw. Durch den Löhnungs- und Verpflegungsempfang waren sie jeglicher Sorgen um das persönliche I eben enthoben, in dieser Welt reiften sie zu Männern. Dali sie Sklaven von Ge-
Unsare S
Der Sport am Sonntag
Die Meisterschaftsspiele der Badischen Oberliga nehn en mit dem 2. Spielsonntag ihren Fortgang Die Stadtrnannschaft Baden-Baden fährt nach Freiburg , um dort gegen d e Ila«Ia> her Kicker« zu spieen. Na«h ihrem letztsonntäglä- chrn Erfolg werden -ii<- Kurstädter bemüht «ein. wieder zu einem E.-f>!g zu gelangen. Der Spielolan sieht folgende Paarun-en vor:
Kiekers Freiburg Ha «'ach —Baden-Baden
FC. F-eihurg-FV Lahr
FV. Offenbnrg-.h'C Rastatt
Tm Sportberirk Baden-Baden finden folgende Soiele der Me'sterech-’ftsrun ie statt:
Staffel I: Bfih!—Bühlertal: Kaone'rodeck— Fautenbach: Oherachem Achern Staffel II Söl'i-rigen—T/eiherstung. Schwarzaeh Stollhofen . Staffel III: Oos—Sandweier: Raden-B ulen— S'nzhoim Staffel IV: Rotenfels Oaggenmi: Gomsbarh—Baden-Baden III Staffel V: Ei- chealieim— Oetighelm; Olingen -Steinmauern: Wiirmershe'm —An a. Rhein : Bietigheim - Dur mersheim Staffel VI: Kuppenheim—Ra«tatt II: Niederbühl—Muggensturm ; Ottersdorf Bischweier.
Anf dem Oipenberg Soortn'atz sehen wir die S'ti-he'mer Fußhn'ler zu Gast, die gegen d’e 2. ET der Stndtmnnn«cheft «pie'en werden, während die 3 E’f Baden-Baden « in der M'irg- talstadt Gernsbach weilt -RiBe -
VfR. Adtem I—FV. Kappelrod eck I 3:1
»
Fortnna Düsseldorf «legte gegen die Auswahl der 58 britischen Division, die Luxemburg 3:2 geschlagen hatte, mit 4:0.
Friedrichsfeld 1 020 426' Frenk Fritz, Nonnenweier Baden 781 462. Fricker Adolf Pforzheim/ Baden 1921 876: Fries, Aiolf, Bluinberr'Bd. 781 037: Fröhlke. Josef. Freihnrg'Baden 1020 192: Fuchs, Ernst , VVeii/Barli-n 782 656: Oabe'mann. Walter. Oberglottertal/B t 784 401: Gärtner.
Ernst. Herholzheim Baden 782 6-57: Gantert. Friedrich. Freiburg/BreiHgau 781 471; Ganz Karl. Karlsruhe -Dax landen 782 037.
Pouxenx. Rieger, Artur, Rotenfels 575 426: Sohma’z, Karl. Baden-Baden 573 810; Schiihle. Hubert, Bühlertal 575 575: Schi! er, Benjamin. Baden-Baden 574 167. Stehle. Otto, Baden-Ba den 573 785: Stenftenagel, Alfred Baden-Baden 513 811: Walter. Albert. Baden Baden 571151: Warth Robert KberstpinhnrvRaden- Uaden 573 803: Wöriver. Franz. Lansenlirand'
waltherrschern waren, kam ihnen nicht zura Bewußtsein. An die ßefpfüsjrpourifr haften sie sich s<> gewöhnt, daß sie sogar Heute noch auf irgendeinen Befehl warten Deshalb wissen sie auch in vielen Fällen mit der wieder- erlanglen Freiheit absolut nichts auzufangen. —
Dürfen wir sie deshalb beiseiteschieben? — Wir müssen ihnen helfen einen neuen Weg zn suchen! Jedes aufmunternde Wort der alten Generation trägt m gleicher Weise «eine Früchte, wie jedes hilflose Achselzucken entgegengesetzte Wirkung hat
Es kann heute nicht oft genug darauf hinge') iesen werden, daß die Mitarbeit der Jugend beim Wiederaufbau der, Demokratie unbedingt erforderlich ist. Die Entwicklung des politischen Lebens in unseren Nachb.ar/onen bestätigt täglich in vermehrtem Maße die Richtigkeit dieser Feststellung Man kann mit der Demokratie nicht wieder dort anfangen, wo 1952 aufgehört wurde. Dieser Satz wird oft zitiert und doch so wenig beherzigt. Wenn heute in Ravern beispielsweise schon wieder über zehn Parteien angeme’det sind, so ist dies keineswegs ein erfreulicher Anfangserfolg Das übersteigerte Geltungsbedürfnis und die Postenjägerei von einigen alten I ’nbe’ehi baren feiert wehre Triumphe Fis darf aber nicht sein, daß die Demokratie durch diese Machenschaften wieder zu einem Ineherlien-n Gebihle wird. Wir müssen uns ein Beispiel an den Staaten nehmen di, durch Jahrhunderte hindurch mit einigen großen Parteien auskamen
Die junge Generation wurde durch dei Krieg in viele Länder geführt. Ihr ehemals beschränkter politischer Florizo t* hat sich wesentlich erweitert Gerade deshalb ist ihre Mitarbeit am Aufhau der für uns einzig möglichen Staat«form — der Demokratie — heute unerläßlich.
poirteck©
Banjo Genies Filmpartner, der »merikani«oh«
. E'skoi' ' • r Beitet halte mit «einet Revue .Biaparade 11)46" in Garmisch-Partenkirchen grollen Erfolg. Der letzten Vorführung wohnten U) IHM) Sin«ehauer bei
St. Etienne und Litte, die beiden führenden Vereine der französischen Notuma'Mxa ver'o- ren knanp St E'leime unter!!!» in Roubaix 3 2, bleibt aber weiter an der Spitze. Lille verlor in Cannes 2:1. Weitere Fr'rehn;«se Söle- T enz 0:0 Rum« Le Havre 4:0. Metz-Red Star PI- r:a 3 2. Marseiile Racin« Pari« 6 0 Siraö- bour^'- Girondine 1:1. Sochaux Lyon 4:3
Schalke 94 «pie'te »egen Freckenhorst 8:1, Borussia Dortmund —Preußen Essen 2:4.
Dem französischen Meister Janrie* wurde da« Trainin« der Ski■Natiohaimannwchaft Frank reich « übertragen Georgette Thiftiierre trainiert die Skiläuferinnen der Schweiz .
Vom Eishockeysport interessieren folgende Ergebnisse: K'asrenfurter AK-Wiener EV 2:4. 0:0 und 0 t in 3 Spie'en, Leoben Wiener Straßenbahn 0:5. RotweiB Basel EMC Dübendnrf 2:1, Youpg Sprint etw-Neuen bur» I1C Bern 5:4. Sieger im Turnier von Winthertur wurde Gras- ho , '«era Zürich.
Eine TTalhsrhwergewirl-tsmeDteraehnft zwischen Richard Voirf tlambiire und Adolf Witt- Berlin dürfte in Bälde «lattfinden Vogt kämpfte in Hamburg gegen K’imach-1 1 ntnburg unentschieden und Witt wurde in Borlin Punktsieger Uber Waüner.
Zn 2 Jahren Gefängnis wurde der Münchner Motorradrekordmami Ernst IT'niie verurteilt, in er «"'ne Zugehörigkeit zur NSDAP in eenem Fragebogen verschwiegen hatte.
in»»n»»«»»»i» uiiiini i»»»i»i»»»»,»»»»n»»»>i»»»»»»»i»n,
Bd 575 591: Ziegler, Karl Baden Baden 573 796:
Carcassone. Bit hier. Friedrich. Ilvesheim / Mannheim 961711- Graf Karl Ulm Offenhtirg 282 234: Groß. Josef. Ka'teril.ronn'Bd. 961 422; Himmel Franz Rad-nlDden 901 301; Huber, Josef. Würmersheim Bil. 963 989-
Nire. HaB. Werner. Rad Särkingon'Freiburg 1 011 103: Hücker Anton, Reiehenhach Karlsruhe 359 181: Kuhn, E-w in. Ebringen Freiburg 338 899: Kunz, Josef. Ma'sch Karlsruhe 1 053 054; I,ebner, flau«, Oeti -heim 318903- Mill-r. Johann, DeggenhauseirB t. 1 06) 4^9- Müller. Ilnzo, Mtn- goluheim/Karlsruhe 359 768. Morgen*ha*er Han«, Büh'erta' 1 9<3 217: Nennmger Robert. Pforz- he'm'Badcn 338 969- Faizzt. Willi, Kanpä'a ahr 338 885: Kundin ReinhohL Freiburg/Brg. 1043928;