Nr. t
BADENER TAGBLATT
Samstag, den «. Januar 194t
Geld, Welbraich und Myrrhen /
Von Sternsingern und BolmenlcSnlgest Brauchtum am Dreikönigstag
Mit Duft und warmem Schein des Lichterbaumea und trauten Weihnachtsliedern umwebt am Erscheinungstag uns noch einmal der Zauber der Heiligen Nacht . Zum letzten Male flammen die zusammengeschmolzenen Kerzlein auf. und ln der Nacht der „heiligen Zwölften" erst verspüren wir, daß ganz das alte Jahr versunken ist. „Hohes Neujahr“, „Groß Neljohr“ sind nur zwei der vielen Namen des Erscheinungstages, .und dort, wo noch His „heiligen Dreikönige“ umgeben, pflegt darum ihrer einer auch unter emsigem Drehen des Sternes zu singen:
■Wir kommen’s daher aus aller Gefahr und wünschen Euch allen ein gut’s neu*s Jahr, ein gut’s neu's Jahr, eine fröhliche Zeit, die uns Gottvater vom Himmel ’rab gelt.
Er leiht uns herab dig ewige Freud.
Gottvater, Gottsohn, Gott heiliger Geist: ■v'
Es ist, als wolle das Volk hoch einmal mit dem ganzfen Reichtum seines Gemüts und seiner Bräuche diesen Tag umkleiden, den mit ihren einfachen Darstellungen der Weisen aus dem Morgenlands die ersten Christen in ihren Katakomben und mit ihren innig-gläubigen Dreikönigstafeln unsere altdeutschen feister verherrlicht haben.
Mit diesem letzten Tage der geheimnisumwobenen „Rauhnächte“ klingt auch das Weihnachtsbrauchtum aus, das’Ludwig Richter , Speckter und Schwind in Bildern von den Dreikönigsbuben eingefangen haben. Noch schreibt Ln ländlichen Kreisen 'der Hausvater mit geweihter Kreide über Stall und Scheune „K + M+B + " und setzt die Buchstaben zwischen die Jahreszahl, um mit diesen Zeichen Segen und Huld der drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar auf Haus und Hof, auf Mensch und Vieh herabzuflehen. Der alte Brauch des Dreikönigssingens dagegen Ist mehr und mehr unter Mithilfe einer kurzsichtigen Obrigkeit außer Übung gekommen. Aber doch hat er zwischen Oberrhein und Neckar sich noch weithin erhalten können und ist, dort, wo er verschwunden war, Stellenweise — wie im Murgtal und Hochschwarz- wald — zu neuem Leben wiedererstanden. Wie zu Hansjakob3 Zeiten gehen am Dreikönigstage durch, die nnchtdunkien Gassen der Dörfer und kleinen Städte die „heiligen Dreikönige“, singen In Has lach Ihr Lied „von freudenreichem Klang, vom heiligen Christuskind und himmlischem Gesang, von^Fürsten , Gold .und Würden und Flöten armer Hirten." Zwischen Offenburg und Lahr und Im ganzen Bordenseegebiet kennt man ihre Gestalten, bald mjt buntfarbenem Ornat, bald mit weißen Hemden über den Kleidern angetan und schimmernden Kronen aus Goldpapier. .Und wenn die Konstanzen Dreikönige vom Kindlein ln der Krippe singen:
Vom Opfer schenken wir Ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen, so ergänzen ln ihrem ganz anders gearteten Drei- königslied die Meersburger :
Weihrauch bedeutet das ewige Leben,
Myrrhen das menschliche Gr->b,
Gold Szepter und fürstlichen Stab.
Im Gefühlsleben des Volkes am Oberrhein hat der Dreikönigstag durch die Jahrhunderte hindurch immer eine besondere Role gespielt, wenn man auch im Mittelalter die Sitte des Slernsingens nicht kannte. Man feierte ihn nicht nur im Familienkreis bei fröhlichem Schmaus und- Dreikönigskuchen, in den eine. Bohne für den „Bohnenkönig" und eine Erbse für den „MarSchaü" eingebacken waren, sondern wir besitzen noch aus dem Jahre 1421 die Verordnung des Rats und der Zunftmeister einer oberrheinischen Stadt, wonach die . Zünfte nur auf ihren Stuben „Könige wählen" dürfen. Eine Stadtrechnung aus dem Jahre 1437 beurkundet ebenfalls, daß schon in der ersten Hälfte des IS. Jahrhunderts der Kuchenschmaus „amme zwölften obent, als der kung ward gesetzt“, der Dreikönigskuchen also und das Fest des Bohnenkönigs im Schwange waren. Die Chronik eines Nachbarstädtchens enthält aus wenig späterer Zeit eine eingehende Schilderung eines solchen Kuchen- ^schmauses, in der es u. ä. heißt:
„Auff der Heiligen Drey kinig tag, am abend zu- vpr, so mein Heren uf die nacht wollen' könig machen, so ladt der sehenck die Stubengesellen, der Rathspott Vnein Herren uff die nacht zum Imbiß. Gibt ^in langen tafel, 3 nebenessen der diener; bringt der pfister im spital ein langen buchen. Nach ufhebung der dischlachen, so viel herren und stu- bengesellen, so viel stick macht der schenk auß dem kueehen, legt in ein warme zein (Zäune, Korb) zugedeckt mit einem salvet (Tuch), oben bey dene herren burgermeister uf den disch gestellt, greift
unter dem salvet ein, nimbt ein stick heraus, durch ab uf dem disch. Wer die bonn und erbis bekommt, der Ist könig und marschaick." Der Bericht fügt weiter an, daß nach dem Essen der Ratsherren und Stubengcsellen deren Buben kommen dürfen, „die meyen sehüttlin" d. h. den Christbaum plündern dürfen und mit Süßigkeiten und Kuchen bewirtet werden.
Bei diesem Festschmaus und der Wahl des Bohnenkönigs ist es anscheinend oft recht hoch hergegangen, und die dabei gesungenen Lieder und Spottverse dürften nicht durchweg druckfähig gewesen sein, denn noch heute hört man die Redensart: „Das geht übers Bohnenlied“. Dieser Auffassung muß man wohl auch damals schon gewesen
sein, denn in einem Fastnachtsspiel aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.heißt es:
Diser sach bin ich vast müed, es ist mir übers Bohnenlied.
N Dreikönigskuchen und Neujahrswecken gehören der Erinnerung an, seit die Not zweier Kriege auch das Land am Oberrhein umdüstert. Mag das Fest der Erscheinung, an dem bis ins letzte Viertel (Je* 4. Jahrhunderts die Christgeburt gefeiert wurde, jetzt auch seiner Bedeutung als weihnachtliches Hauptfest entkleidet sein, so ist es doch vom Strahlenglanz der Erscheinung des Herrn überglänzt, von dem die Kirche im Offertorium des Tages sagt: „Die Könige von Tharsis und die Inseln werden Gaben weihen, der Araber und Sabas Könige Geschenke bringin. Anbeten werden ihn die Könige aU der Erde, ihm werden dienen alle Nationen“. A. K.
Zum Geleit
Bus dem Neusatzer Tale
NEUSATZ — Rückblick zum Jahresausklang. Die Standesbücher verzeichnen im Monat November 2 Geburten, 3 Eheschließungen und 3 Sterbefälle. — Das nicht alltägliche Fest der goldenen Hochzeit konnten vor kurzem der Maurermeister Otto Faller und dessen Ehefrau Karollne, geb. Streule; bei guter körperlicher und geistiger Rüstigkeit begehen. Der Männergesangverein'Sowie die Musikkapelle ließen es sich nicht nehmen, dem Jubelpaar zu seinem Ehrentage ein „Ständchen“ zu bringen. Bürgermeister Schaufler überbrachte die Grüße und Glückwünsche der beiden Vereine und überreichte ein Blümengebinde. Die Gemeinde Neusatz gratulierte ebenfalls und ließ dem Jubelpaar ein Geldgeschenk zukommen.
Die hiesige freiwillige Feuerwehr stellte anläßlich ihrer Spätjahrshauptprobe ihre Einsatzbereitschaft und Schlagkraft unter Beweis. Unter der Leitung des Wehrkommandanten, Elektromonteur Eugen Herr verlief die Übung zufriedenstellend.
Das kulturelle Leben hat auch wieder neuen Auftrieb erhalten. Die Freunde der Musik haben sich zusammengetan, um den früher .bestandenen Musikverein wieder neu Ins Leben zu rufen. Besonders hat es sich das langjährige und um den Musikverein hochverdiente Mitglied Hermann Räuber angelegen sein lassen, um den Verein wieder auf die Beine zu stellen. Er hat nicht-nur die Vereinsführung übernommen, er leitet auch die Proben und vermittelt den Musikern das erforderliche Rüstzeug. — Aber auch die »angesfreudigen
Männer des Dorfes haben sich zusammengefunden, um das edle Gut des deutschen Liedes zu hegen und zu pflegen. Hier war es vor allen Dingen das Gemeindeoberhaupt selbst, das die Sänger um sich Scharte, war doch Bürgermeister Schaufler in früheren • Jahren langjähriger Vorstand und Vereinsführer, und hat er sich stets besonders des Männergesangvereins „Liederkranz“ angenomnfen und sich dadurch unvergeßliche Verdienste erworben. Unter der bewährten und meisterhaften Stabführung von Hauptleher W e b e 1 wird der Verein bald wieder zu beachtlichem Können gelangen. Erfreulich ist, daß beide Vereine sehr großen Zuwachs an sanges- und musikfreudigen Jungen Männern verbuchen können. An ihnen liegt es, die Tradition dieser Vereine fortzusetzen, sich selbst und anderen zur Freude. Beide Vereine halten in letzter Zeit bei den verschiedenartigsten Anlässen Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Nur weiter so! v
Die. politische Gemeinde sowie die Pfarrgemeinde Neusatz haben es sich nicht nehmen lassen, allen ihren Angehörigen, die auch diese Weihnacht fern der Heimat und ihren Lieben verbringen mußten, . einen herzlichen Gruß mit dem Wunsche recht baldiger Heimkehr zukpmmen zu lassen. Die Kriegsgefangenen yverden sich über diesep Qruß der Heimat sehr freuen und die Gewißheit mit ins neue Jahr Rehmen, - daß die Heimat an ihrem Schicksal regen Anteil nimmt und sie nicht vergessen hat. Wir entbieten allen Kriegsgefangenen die herzlichsten Grüße und die besten Wünsche für das Jahr 1947!
Sasbachwaldener Zeitspiegel
War das früher, „In besseren Zetten“, ein auf- und abflutendes Leben in unserem Bergdorf an den Tagen an und um Weihnachten und Neujahr! Schneehungrig. zur Höhe strebende Wintersportler: vom ausgezeichneten Ruf unserer Gasthäuser magnetisch angezogene „Fremde“; behäbige Bürgersleute der Umgebung, die die Anstrengungen der häuslichen Festtafel ln einem Verdauungsspaziergang zu paralysieren suchten. Und Auswärtige und Einheimische, groß und klein — fast jedes trug, möglichst sichtbar, irgend ein „Christkindl*“ zur Schau .
Es ist gründlich anders geworden. Einsam und still die Straßen^ Und in den Gaststätten, was soll man da suchen? Sichtbar und spürbar lasten Not der Gegenwart und Sorge ums Kommende auf den Gemütern. Graue Trübe des Wetters an Weihnachten mit zeitweisem zwitterhaftem Rieseln, halb Regen, halb Schnee, schien darauf auszugehen, diese Stimmung noch zu unterstreichen.
Zwar viele meinen: „Wir möchten nur wissen, was die auf dem Lande eigentlich zu klagen haben; die leben ja noch aus dem Vollen!“ Die Wahrheit ist, daß es, wie überall, solche und solche gibt, bei den Bauern und bei den Städtern. Anständige und Saubere, mit Pflichtgefühl und einem Herzen für ihren Nebenmenschen. Und traurige, verächtliche' Kreaturen, Ichsüchtige, die zu allem zu haben sind, und denen jedes Mittel recht ist. sich ihrer Pflicht dfer Allgemeinheit gegenüber zu entziehen. Wir kennen beide Arten, sie laufen uns Ja überall unter den Augen herum. Es darf auch nicht vergessen werden, daß nicht jeder auf dem Land . Selbstversorger ist. Das Heer der „Normalverbraucher" ist groß, und die Lage dieser Menschen vielfach noch übler, als in der Stadt, weil sie auf ehrliche, gerade Weise ebensowenig kaufen können und ihnen die Sonderzuteilungen der Städte fehlest. Bs ist da so manche Türe, an die, ohne daß jemand daran denkt, bittere Not. und Hunger kipp
ten. Es Ist auch nicht jedem, der für Geld arbeiten muß, gegeben, von Hof zu Hof herumzubetteln, um, mit diesem Geld, eisigen Abwehrmienen zu begegnen. Ein Trost, daß just in der Heiligen Nacht der strenge Frost, der den Brennholzvorräten so mächtig zugesetzt hatte, gewichen ist
So also spielte sich das Weihnachtserleben Im eng gezogenen Kreise der Häuslichkeit und im feierlich geschmückten Heiligtum unserer Dreifaltigkeitskirche ab. Und zu den Kirchgangszeiten, siehe, da belebten sich auch dieses Mal wieder die Wege, nur mit anderem Begleitton: die geschwätzige Lautheit, das buhle Treiben von ehedem war ernstem Gespräch, ruhvolier Sammlung gewichen. Auch das Ziel war ein anderes: - hin zur Krippe, von der die Zeitenwende, alles Heil der Welt ihren Ausgang genommen. Ist das nun eine Einbuße oder nicht vielmehr ein notgeborner Gewinn? Und. so können wir auch fragen, ist es eine Einbuße oder ein Gewinn, wenn der einst rauschende Strom der Geschenke zum sickernden Bächlein ward? Denken wir vor allem auch an unsere Kinder. Was für eine Begehrlichkeit, aber auch Übersättigung war eingerissen! Nichts war mehr groß, dick, schwer und — teuer genug. Ein gegenseitiges Protzen und Übertrumpfen galt als ein Stück Weihnachtsevangelium. Jetzt haben wir, abgesehen von den bereits gezeichneten Gestalten des. Schieber- tums, wieder Bescheidenheit gelernt. Und um wie vieles schöner und besser stimmt die bescheidene, ja arme Gabe einer braven Mutter für ihr Kind zu dem Kindlein auf Heu und Stroh im zerfallenen, kalten Stall! Wir glauben, daß jede Mutter Unter uns ihrem Kinde ein, wenn auch noch so kümmerliches „Christkindchen“ bescheren konnte. Und dieses hat sich, weil die Not auch bereits sein kleines Dasein überschattet und große Erwartungen erstickt hat, wahrscheinlich darüber mehr gefreut, als das Kind des fetten Mannes über seinen..
Gute Jahre — böse Jahre,
Jeder sehe, wie er fahre,
Denn wie du das Ruder führst.
Du die Wogen meistern wirst.
Wogen wogen. Jahre wechseln —
Sich sein Schicksal selber drechseln!
Segel in den Wind gesetzt,
Wenn auch Gischt die Füße netzt! ,
Daß der Kompaß niemals fehle,
Frischer Mut beseel’ die Seele,
Sei der Wunsch in schwerer Zeit,
Neuen Jahres Weggeleit ! F. J. G
(wörtlich!) „ganzen Haufen sauteurer Sachen“, Was hat Schenken überhaupt mit . Geldwert zu tun
Das „Krippele“ in der Kirche war nie verlasse» über, die Feiertage. Unsere Dorfkinder kamen ui< Scharen, umlagerten es 1» unbewußter Huldigung* für das niedetfgestiegene Licht der Welt. Eigene Kindheitserinnerungen würden wach und weckten wehmutsvolle Seligkeit im Herzen.
Die hochfeierlichen Gottesdienste waren, außer den liturgischen Gesängen, durch prächtig dargebotene weihnachtliche Lieder, unseres 1 vortref•liehen Kirchenchors und des im Wiedererstehen begriffenen Gesangvereins „Hohenrede“, sowie durch Instrumentalmusik des Musikvereins bereichert und verschönt. In der Fest messe des Christtags spendete Frl. K a y s e r der Gemeinde mit einem vollendet gespielten Violinsolo ein herrliches Gastgeschenk ihrer hohen Kunst. Über eine am zweiten .Weihnachtstag vom Musikverein gebotene wohlgelungene Abendveranstaltung werden wir noch berichten. —tz—
Die Hab in der Volkssage '
Überall, wohin wir auch lauschen: in der Landschaft, in Volksbräuchen, in der Geschichte, ist bei uns die Voikssage am Werk. Auch über die Entstehung des einstigen Hub-Bades (heute Heil- und Kreispflegeanstalt) bei Oitersiheipr weiß sie zu erzählen. Schenken wir ihr heute ein wenig Gehör:
Die Zaubersteine
Drei Jünglinge hatten sich in den Wäldern der Hornisgrinde verirrt und waren dabei auch an den . Mummeisee gekommen. Wie schon manche vor ihnen, wurden auch sie von den auftauchenden Nixen aufs Wasser gelockt, in dem sie alsbald versanken. Die Sinne schwanden ihnen, bis sie in einem herrlichen, von Gold und edlem Gestein funkelnden Saal wieder erwachten. Dort sahen sie den zürnenden Wassergott stehen, der eben den Nixen ihr Strafurteil sprechen-wollte, denn ihnen war der Umgang mit Menschen aufs strengste verboten.
Die Jünglinge baten nun so innig für die Mummeln, daß der Gott nicht anders kbnnte, als Gnade für Recht ergehen zu lassen; und den Wasser- - Jungfern die Strafe zu schenken. Auch den Jünglingen war er gnädig und gab jedem von ihnen einen Stein, worauf er sie wieder in die Oberwelt entließ.
Sie machten sich von dem gefährlichen Ort d- lends davon und kamen .in die Gegend, wo heutg Baden-Baden liegt. Dort ließ einer der Jünglinge seinen Stein fallen, und alsbald sprang eine heiße Quelle aus der Erde hervor.
Köhler, die ln deg Nähe ihre Meiler betreuten, hatten den Zaüber mitangesehen. Sie verlangten die beiden anderen Steine, ansonsten sie die jungen Männer vom Leben zu Tode bringen würden. Aus Angst taten die Jünglinge nach ihrem Willen. Später kam einer der Köhler mit seinem Stein durchs. Neusatzer Tal, und da. wo dieses die Berge verläßt, wollte auch er das 'Steinwunder probieren. Kaum hatte der.Stein die Erde berührt „hub“ sich diese empor und ließ eine Warme Quelle entströmen. Sie Quelle“ geheißen.
Der See am Omerstkopf
In dem Berge, an dessen Fuß der Hubquelle iht Heilwasser entquillt, upd der „Omerstkopf“ heißt, ruht ein großer und ti<?fer See.
Sollte durch menschliche Freveltatön entfesselt, dieser Berg einmal sich öffnen, und die gewaltigen Wasser des Sees das Tal überfluten, so würde nicht nur der Ort Nebsatz, sondern auch die ganze Umgegend mit dem Hubbad zusammen , weggeschwemmt werden. Franzsepp
U unsere S
Der Sport am Sonntag
Badische Oberliga Gruppe West ASV Freiburg — Fortuna Freiburg S y Emmending ea — Spfr Lahr SV Oberklrch — SC B.-Baden SV Ottenau — Blau-Weiß Freiburg
In der Westgruppe der südbadischen Oberliga Stelen 4 Spiele auf dem Programm. In der Freiburger Lokalbegegnung zwischen dem ASV und der Fortuna dürfte die letztere stark genug sein, erneut zu einem überzeugenden Sieg zu kommen. Nicht ganz so bestimmt kann man dies vom zweiten Treffen behaupten. Während Emmendingen in -dieser Saison keinen gulen Start hatte, fielen die Lahrcr Sportfreunde überall durch schone Leistungen auf. Es könnte ihnen also,auch in Emmendingen zu einem knappen Erfolg reichen. Der Sport-Club B.-Baden muß in Oberkirch bem dortigen Neuling seine führende Stellung verteidigen. Wenngleich Neulinge immer eih unbeschrie- b?nes ß?att darstellen, müßten die B.-Badener mH.der n-.>t: : gen Vorsicht doch zu weiteren 2 Punkten kommen.
ersten He^m^piel empfängt der SV Ottenau die Ei: von Blau-Weiß Freiburg. SpielstUrkemäßig eine offene Sach?, könnte der Platzvorteil doch einen leichten Ausschlag geben.
Die Bezirksklasse Kapp eirod eck — Kupp anheim Au a. Rh. — Bietigheim Sandweier Achern Illingen — Leiberstung SöIÜr-gen — Bühl Gr.ggeaau — Iffezheim'
2* Mannschaften '
Illingen — Leiberstung ,
B.-Baden — Bühl.
Der Gütenbergsportplätz sieht als erstes Spiel des neuen Jahres die Begegnung B.-Baden—BijiiL Spielbeginn 13.30 Uhr.
Racing Club Paris in Baden-Baden Racing Paris — Stade francais 3:1
Dem Racing Paris geht nicht erst seit gestern der Ruf voraus,..daß er eine der tratiitionsreichsien Mannschaften des Kontinents darstelle und darüber'h naus einen auf .Fairness eingestellten, kultivierten Fußball pflegt. So verwunderte es kaum, daß trot? Cer knappen Ankündigungsfnst beinahe 1 000 Zuschauer Zeuge des ersten Auftretens e.nc-r Pariser Elf sein wollten. Der Racmg kam mit der Empfehlung’ eines 4:1 Sieges ln Koblenz und demonstrierte auali in B.-Bäden einen Schönheits-Fußball in Reinkultur. Das für deut- *ehe Verhältnisse doch hart anmutende Spiel stand Jederzeit ira Zeichen der Blau-Weißen, deren Starke
p © p tm ©ke
öle bestockende Kombination Ist. Die Individuelle Ballbehandlung Jedes Splelersjvar eine förmliche Augenweide. Lediglich vor dem Tore fehlte den Parisern Jene Entschlossenheit, die Erfolge schafft. Aber dafür ist der Racing Ja bekannt und so manches Spiel ging in Schönheit verloren. Das ist der wunde Punkt, weshalb es ihm Immer an der berühmten Nasenlänge zur Meisterschaft fehlt. Auch am Sonntag spielten sie auf mit einer totsicheren 3 Mann-Verteidigung, zwei blendenden Seitenlaufern und einem variationsreichen Sturm. Wären die Pariser wirklich auf Tore ausgewesen 'und hätten die „Badener " kein tatsächlich hervorragendes Schlußdreieek besessen, wahrlich, es wäre schlecht um sie bestellt gewesen. So aber konnten sie das 1:1 bis 10 Minuten vor Schluß halten. Dann besann sieh Racing schnell auf seinen Namen und blitzschnell hieß es 3:1, zwei herrlich erspielte Tore. Man schied mit dem Wunsche, öfters solche Spiele sehen zu können, Wenn gleich ihnen das Nervenfieber mangelt, das die Zuschauer befallt, wenn es um Sieg oder Niederlage einer heimischen Mannschaft geht. —R—
München 1860 remis!ert*
Der Club führt Jetzt klar
In Anbetracht der Feiertage hatte die Regie der Süddeutschen Oberliga durchweg Lokaispiele angesetzt. Sie hatten denn auch entsprechenden Charakter und endetHn mit denkbar knappen Ergebnissen. Der Club siegte weiter und sein derzeitiger Bedränger, München 1830, büßte gegen den Tabellenletzten einen außerordentlich wichtigen Punkt ein. Damit führt' der Club klar mit 2 Punkten Vorsprung. Ob er dieses Pius behalten kann, entscheidet sicli am S. Januar im Treffen, mit dem VfB Stuttgart , der ersten Vorentscheidung in der diesjährigen Meisterschaft.
Hier die Ergebnisse des 14. Spieltages: Fürth —Nürn berg 1:3, Bayern—München 1860 1:1, Schwaben — BC Augsburg 1:1, Karlsruher FV — Phönix Karlsruhe 0:0, Bamberg —Schweinfurt 0:1, Eintracht Frankfurt—FSV Frankfurt i:l.
Die Tabelle:
13
S
3
8
13:27
7:19
IS
3
1
9
20.45
7:19
14
3
3
9
19:28
7:21
1. 1. FC Nürnberg
14
11
1
2
81:7
23:5
13
9
1
3
33:12
19:7
12
8
1
3
23:14
17:7
4, Schtoeinfurt
13
7
3
3
21:12
17:9
5. Eintracht Frankfurt
14
8
S
3
24:15
17:11
8. Schwaben Augsburg
14
7
3
4
28:22
17:11
7. Spvgg Fürth
14
6
3
5
22:15
15:13
8. -Stuttgarter Kickers
12
S
4
3
19:19
14:10
9. BC Augsburg
13
8
1
4
26:28
13:13
10. SV Walühof
33
8
1
6
28:28
13:13
11 Ulm 46,
12
5
2
5
19:20
12:12
13
4
4
5
27:28
12:14
13. FC Bömberg
13
6
7
14:22
12:1*
14
4
4
6
11:24
12:16
15. VfL Neckarau
13
3
4
6
23:26
10.16
12
4
1
7
22:14
9:15
17. Phönix Karlsruhe
13
4
I
8
12:31
8:17
18. Karlsruher FV
Die Zonenliga des französisch besetzten Gebietes erhält langsam ihr Gesicht. Nach dem SV Rastatt stellt sich nunmehr Mainz 05 als weiteres Mitglied dieser höchsten Rangklasse vor. da es gegen Gonsenheim das Finale gewann. — Aus der Pfalz hat sich Phönix Ludwigshafen ln der Vorschlußrunde durch einen recht schwer erkämpften 3:2-Sieg gegen Friesenheim die Zugehörigkeit zu { Zonenliga erstritten. Als zweiter Pfälzer durfte sich der FC Kaiserslautern hinzuge- seiten. — Trier wird durch die neue Vereinigung, die Trier 05 und Trier 45 eingingen, vertreten. An der Saa: haben sich FC Saarbrücken durch ein 12:0 über St. Ingbert und der SV Saarbrücken durch einen 8:2 Erfolg über Marpingpn der Zonenliga einen Schritt näher gebracht. .
Im Norden und Westen
brachte der Jahresschluß zwei bedeutsame Spiele. In Düsseldorf erlebten 18 000 Zuschauer, wie sich Fortuna Düsseldorf gegen Schalke 04 in einem ausgezeichnet, verlaufenen Treffen 1:1 trennten. Allerdings, die Knappen waren spielkulturell besser und Tibuiski einmal mehr überragerid. — Die Frankfurter Eintracht hat es doch für gut befunden in Hamburg gegen St. Pauli ohne Adamkewlcz anzutreten. Dafür hatten die Mainstädter aber den Duisburger Tormann Turek zwischen den Pfosten stehen, der ihnen in erster Linie das schmeichelhafte 1.1 einirug, das übrigens Dzur aus einem recht zweifelhaften Bandelfmeler heraus ermöglichte.
Spiele aus anderen Zonen:
Eimsbüttel—Hüsteln Kiel 3:4, Bremerhaven »3 —
Schalke 04 0:3 10:5), Westfalia Herne — Erkenswick 4:4, Borussia Dortmund — Komb. Dorstfeld 9:0, Rotweiß Oberhausen — SC Osterfeld 1:3, Fortuna Düsseldorf — TRU Düsse’dorf 1:1, FC Saarbrücken — Borussia Neunkirchsm 3:1.
FußbaH-DemonstratJonen
gab es während der Feiertage in Lßle, wo Nordfrank- retch dar Belgrader Stadtmannschaft 2:1 erlag. Die Jugoslawen erwiesen sich als Virtuosen in der Ballbehandlung und waren auch angriffslustiger. — Die Wiener Austria schlug den Racingclub Paris 4:1 (3:0) dank der Überlegenen Stürmerleislungen. Auch Rapid Wien überzeugte in Rom , wo die Wiener gegen Lazio durch zwei Bombenschüsse von Binder 2:0 führten, ehe Lazio zum Ausgleich (2:2) kam. — Der argentinische Meister San Lorenzo schlug den spanischen Meister Aviation- Madrid 4:1.
SkiwettkSmpfe auf Bundseck
Die ungenügende Schneelage verhinderte die Durch führung des für den 2. Weihnach'.sfeiertag geplanter ILcsentorlaufcs auf der Hundsrcfc. Die Schnecver hältnisse haben sich inzwischen so gebessert, daß dieser Wettbewerb zusammen mit. dem traditionellen „Neujahrsspringen“ am Dreikönigstag zur Abwicklung komme Der Start des Torlaufes Ist auf 10 Uhr vor
mittags festgesetzt. Das Springen beginnt um 2 Dhr nachmittags. Meldeschluß ist eine Stunde vor Beginn Jeden Wettbewerbs. Der Abmarsch der Teilnehmer aus Bühlertal ist um 7 Uhr im Eichwald.
Zum Kampf geeen die Rheinlandrfege
Die Norddeutschen ermittelten In Hamburg aus der beiden Hochburgen Hamburg und Klei ihre Kunst- turnricgc, die am 19. Januar in Gummersbach den Wettkampf Rheinland — Norddeutschland bestreitet. Die Übungen umfassen eine Kür am Barren, Pfeid, Reck und in der Gymnastik, bzw. Bodenilbung. - Den gebotenen Leistungen entsprechend wurden ausgewählt: Wetland-Post Hamburg, der als Bester **,f Punkte erreichte, Smuda-Post Hamburg (86,7 P.),
Becker, Schröter, Leski-Bergedorf, Mär'onsen-Ham- burg, sowie die Kieler Gauch und Schmidt.
Amerika gewann Davis-Fokal Zum 13. Male USA
Das Finale um die begehrte Tennis-Trophäe war nicht so dramatisch wie man geglaubt hatte. Im Gegenteil, die siegreichen Amerikaner Schröder und Kramer überragten ihre Konkurrenten, gewannen beide Einzel und brachten das Sternenbanner 2:0 in Führung Australiens stark enttäuschte Tenniswelt erhoffte von ihrem in der Welt für unschlagbar gehaltenen Doppel Bromwick 'Quist im Doppel -einen Situationswechsel. Aber, d'e „schwache Stunde“ Bromwichs war eben noch nicht’abgelaufen. So sehr Quist auch am Net* brillierte, die USA siegten durch Schröder'Kramer weiter und erlangten damit eine StO-Füh- rurtg, die ihnen die Trophäe, die Australien siebenmal errang, zum 13, Male einirug, — Die be'dr-n restlichen Einzel wurden wegen Regenwetter vertagt.
Ergebnisse: Schröder USA — Bromwich 3:8, 8:t, 8:2, 0:8, 0:3, Kramdr-USA — Pails 8:6, 8:2, 9:7. Doppel: Scluüdei-, Kramer-USA — Bromwich/Quist 8:2, 7:5, 6.4.
Australiens liobe Amateurauffassung
Der fünfte Erdteil hat in der letzten Zeit mehrfach seihe gesunde Auffassung des Amateurii-mus bewiesen. Nachdem er Jüngst Ringern und Boxern vor der Zulassung zu den nationalen Meiste, - ~f!on eine Kaution von 20 Pfund Sterling als S it dafür zur
Pflicht machte, daß sie nicht vc. ;n in das
Berufslager überwechseln, protes!: der Australische Tennisverband, gegen g ungs-
spidle" des amerikanischen " Die
Amerikaner wollen nach dem n verschiedenen australischen Städ; ,.ren,
die untdr der „Schirmherrsci. . „kel-
fabrikanten stehen, Australien : ,r durch
diese Spiele die Amateureigensi- c pieier
irgendwie gefährdet wird. Dazu -fii. Pate, der
Kapitän der USA -Mannschaft, daß sc. -peler Herren -hrer Entscheidungen seien ..,