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DasBoß
Mittwoch. 19. febmar 1941
Unterdrücker und Eroberer
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Charakterbild des preußisch-deutschen Militarismus — Von Richard Seidel
IL Der Junior-Chef
Gelegenheit, Waffenruhm zu gewinnen, bot Friedrich IL seinen Junkern in den Schlesischen Kriegen. Er selbst aber sann obgleich der Kampf um Schlesien den Staat an’ den Rand des Ruins und das Volk in erbarmungswürdige Not gebracht hatte, sein Leben lang auf weitere kriegerische Eroberungen und hinterließ in den Politischen Testamenten von 1752 und 1768 seinen Nachfolgern ein Programm zur „Erwerbung günstig gelegener Länder", dessen Großzügigkeit auf Kosten anderer nichts zu wünschen übrig ließ. Die Eroberung Sach sens , sein Lieblingsgedanke, war das kühnste, aber durchaus nicht das einzige Ziel seiner Begehrlichkeit; genaue Anweisungen, wie sich Gelegenheiten oder Vorwände zum Einmarsch nach Sachsen finden oder herbeiführen ließen, gab er den kommenden Geschlechtern gleichfalls mit auf den Weg. Die räumliche Vergrößerung, der Machtgewinn der Monarchie erschien Friedrich II. als Staatsnotwendigkett, die über aller Rücksicht auf die Wohlfahrt des Landes stand.
Doch wie der Herr, so die Diener: war Eroberung der beherrschende Zweck preußischer Staatskunst, so bildete die Armee das Mittel, den Zweck zu erreichen. Die adlige Offizierskaste, als Machtfaktor an der Seite des Absolutismus im Innern der Erbfeind aller freien politischen und geistigen Regungen des Volkes, fühlte und gebärdete sich auch als Träger und Vollstrecker des Eroberungswillens des Monarchen, und die Erziehung der Armee in diesem Geiste ist ein weiteres wesentliches Erkennungsmerkmal desMilitarismus preußischenHer- k o m m e n s. Indem sie sich berufen glaubte, über Krieg und Frieden mitzubefinden, wurde die preußische Heeresleitung eine Gefahr für eine folgerichtig entwickelte Politik des eigenen Staates und der Nachbarländer. Gewiß trägt jede Armee, gleichviel in welchem Lande, lediglich durch das Gewicht ihres Daseins die Tendenz zur kriegerischen Entladung ihrer Kraft in sich. Dieses Moment aber wird sich um so stärker geltend machen, wenn die Armee sich maßgeblichen Einfluß auf die Entschlüsse des Staatsoberhaupts anmaßt oder ihn gar tatsächlich besitzt.
Hl. Die Unbesi eg baren
Sie waren eine zählebige Rasse, die Junker Osteibiens. Als die Laufbahn der friederiziani- schen Armee auf dem Schlachtfelde von Jena und Auerstädt schmählich endete, bekannte sich der preußische Militarismus keineswegs als geschlagen. Seine typischen Vertreter im Umkreise Friedrich Wilhelms III., märkische Junker vom reinsten Geblüt, bedrängten den Monarchen gleich Gespenstern aus einer anscheinend versunkenen Epoche, der er sich gleichwohl verpflichtet glaubte, und widerstrebten der Bewaffnung des Volkes im Rahmen der Heeresreform Scharnhorsts mit landesverräterischem Widerstand. Und als Napoleon durch die Koalition aller rückwärts gewandten Kräfte Europas niedergezwungen und die Gefahr für den König und sein Haus vorüber war beeilte sich dieser, in seiner steifen Strenge selbst eine repräsentative Gestalt des preußischen Militarismus, die auf den Wehrwillen eines freien Volkes gegründete Heeresverfassung in wesentlichen Punkten wieder auf den Stil der
* Siehe den ersten Aufsatz in Nr. 12 vom 12. 2. 1947
Söldnerheere seiner erlauchten Ahnen zurückzubilden. Die Volkserhebung vom Jahre 1813, die, obwohl sie den Hohenzollern Staat und Krone vor der Bedrohung von außen rettete, doch einen starken deutsch -nationalen, also für die damalige Zeit revolutionären Zug aufwies, hatte ihm Entsetzen verursacht; mithin mußte die Eigenschaft der Armee, eine Waffe dei Krone gegen demokratische Regungen im Innern zu sein, unbedingt konserviert werden.
Gelegenheit, diese Eigenschaft zu bewähren, nahm die adlige Offizierskaste in den Jahren 1848 und 1849. Nachdem sie im eigenen Lande „die Ordnung wieder hergestellt" hatte, zog sie aus, um die Volkserhebungen in Dresden Baden und der Pfalz mit Waffengewalt niederzuwerfen. Ihr Ruf, unbesiegbar zu sein, rechtfertigte sich am trefflichsten stet« im Kampfe gegen das freiheitliebende Volk, und im Verfassungskonflikt der 60er Jahre, als es wiederum darum ging, Volksrechte zugunsten des Anspruchs des Thrones und der Armee zu inhibieren, wurde das Bündnis zwischen Ab solutismus und Militarismus von neuem besiegelt.
Das preußische Abgeordnetenhaus hatte 1862 erhebliche Streichungen an dem durch neue Forderungen der Krone überlasteten Militäretat vorgenommen. Als es darüber mit der Regierung in einen ernsten Zwist geriet, verwarf das Herrscherhaus das Budget en bloc. Wil helm I. klagte das Abgeordnetenhaus habe seine Rechte „zur Vernichtung der Armee und des Landes benutzt" Er verriet damit, daß sich der Absolutismus der Könige von Preuß°n. der durch konstitutionelle Formen nur notdü-ft'g seine Blöße deckte, an der empfindlichsten Stelle
getroffen fühlte: am Militarismus. Bis marck aber, in solcher Lage eigens zu diesem Zwecke an die Spitze des Ministeriums gern- j fen, hatte die Stirn, Absolutismus und Militaris- j mug im Widerstreit mit der Demokratie auf i verfassungswidrigem Wege zum Siege zu verhelfen: er ignorierte die verfassungsmäßigen ! Rechte der Kammer und regierte ohne Budget. '
Der Konflikt, der letzte Ansturm des liberalen Bürgertums, gegen die verbissensten Feinde demokratischer Volksrechte, wurde übertönt durch den Schlachtenlärm von Düppel und Kö - niggrätz. Er endete damit, daß Regierung und Krone die Landesvertretung um die nachträgliche Zustimmung zu der ohne Staatshaushaltsgesetz geführten Verwaltung angingen — und sie erhielten. Das geschah 1866. Unter dem Eindruck der Siege im böhmischen Feldzuge und des Friedens von Nikolsburg machte der Liberalismus seinen Frieden mit der Krone und dem Militarismus. Preußischer Absolutismus und ostelbisches Junkertum, von Bismarck geführt, blieben Sieger, wie auf den Schlachtfeldern, so in der inneren Politik. Das Bürgertum, müde des nutzlosen Ringens seiner politischen Vorkämpfer um ein wirksames Mitbestimmungsrecht im Staatswesen, wandte sich den Geschäften zu. welche die Gründung des „Norddeutschen Bundes ", der Zusammenschluß der deutschen Länder zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum versprach.
Durch die preußische Heeresorganisation aber die den Ausgangspunkt des Verfassvnos- konflikts gebildet hatte, war das Machtinstrument einer Politik der Eroberungen geschaffen, die in der Linie der Politischen Testamente Friedrich« II. lag, aber, weit üb“r deren 7ie1e h’nau«griff. Sie mündete in der F’n'ouno Deut«ch1auds un*er der Vorherrschaft Preußens. Mit d°n Mitteln des preußischen Militarismus geschaffen fphrt» sie zur A u«dehnung seines Machfcehtotes fihe r das Reich. (Fortsetzung folgt.)
Wie der Theaterzettel zu berichten weiß, lautet die Übersetzung: „so machen s alle“. Der Schreiber dieser Leiten ist leider zu wenig phiioiogiscn belastet, um die Richtigkeit dieser Übersetzung*Version bestätigen zu können, für ihn — und 'vo.ii auch für das Premierenpublikum — war „Cosi fan tutte “ ein beseligender Rausch von Musik über all und jedes, von schwereloser Heiterkeit, von Dicht Farbe und — Illusion! Ein Spiel um des Spieles willen, ohne tiefgründige Problematik, voller Wohllaut und Grazie!
Das Libretto da Pontes hat sich im Laufe der Zeit wenig Freunde gewonnen und hat immer wieder einer Aufführung im Wege gestanden. Man fand die Geschichte der beiden Liebhaber, die sich auf den Rat des „alten Philosophen“ Don Alfonso hin und auf Grund einer Wette mit Ihm verkleiden, um kreuzweise ihre Bräute zu verführen und sich so von ihrer Untreue zu überzeugen, als abgeschmackte Plattheit. Man hielt die „Blindheit“ der beiden Heldinnen, die weder ihre Liebhaber noch das eigene Kammermädchen in der Verkleidung als Arzt und Notar wiedererkennen, als unwahrscheinliche Zumutung. Ja, es sei frivol, da es den beiden Männern gelingt, ihre Geliebten zu täuschen und binnen weniger Stunden treulos zu machen. E. T. A. Hoff mann war ziemlich der einzige, der das Stück als „Ausdruck der ergötzlichsten Ironie“ verteidigte. Dies scheint mir der auch noch für uns — oder gerade für uns Heutige — gültige Gesichtswinkel zu sein, unter dem wir die „Weiber- treue" genießen können. Monieren wir nicht da Ponte, sondern lassen wir uns von den Masken dieser Faschingsoper entführen in ein helles, heiteres Zauberland, in dem die Wahrheit langweilig und die Logik tödlich wirkt, wo man den Verstand der Musik opfert. Und was für eine Musik! Mozart hat über die ln tausend ironischen Lichtern funkelnde Musik einen wahrhaft berauschenden Melodie- und Klangzauber ausgestreut. Er schreibt, nachdem er schon mit dem „Figaro “ und dem „Don Giovanni “ den Rahmen der Opera buffa gesprengt hatte, nun wieder eine Buffoper, die aber so buffonesk ist, daß sie sich selbst ad absurdum führt. Oder aber, daß dem Komponist der Scherz dieses Satirspiels immer wieder Ins
wirklich Gemütvolle abgleitet. Ist das nicht Ironie und ihre tiefere Beatmung?
Die musikalische Lenuug lag bei Generalmusikdirektor S c ü i e u n i n g m den iianden eines upern- dirigenten von Rang. Er vollführE mit So.iSi.en und Orcnestern ein in allen Farben schillerndes musikalisches Feuerwerk! Seine Gestaltung war dynamisch und thematisch so geschliffen, daß keine Feinheit der an kammermusikahschen Leckerbissen so reichen Partitur unentdeckt blieo. Die Regie A. M. Raben- a 11 s als Gast verzichtete bewußt auf Lokal- und Zeitkolorit, unterstrich also das Immergültige in diesem Maskenspiel der Liebe und übertrug die geistvolle Ironie der Komposition auf das szenische Geschehen. Aus unendlich vielen, fein herausgearbeiteten Lichtern blitzte der Schalk. Rabenalt gab dem Ganzen Tempo, Schwung, Leichtigkeit, Grazie und Witz, der einfach mitriß. Die farbenfrohen Kostüme und das Bühnenbild hatte H. K ü p f e r 1 e als Gast entworfen. Es war denkbar einfach in den Mitteln, schuf aber jene gewünschte helle, heitere Atmosphäre, unter gekonnter Ausnutzung der Lichteffekte. Eine beachtenswerte Lösung des schwierigen Dekorationsproblems für unsere materialarme Zeit. Die Tänze W. Haumanns paßten sich stilvoll in den gegebenen Rahmen ein.
Von den nur sechs Solisten hat jeder auf seine Art das, was man eine „Bombenrolle'* nennt. Die Partien sind feinste Charakterstudien, die in der gebotenen Darstellung wenig Wünsche offen ließen. Ruth Walch bezauberte mit dem ganzen Glanz und der makellosen Reinheit ihres großen Soprans als empfindsame Ftordiligi. Dorothea Grelle fand in der für ihren vollen, warmen Alt etwas zu hoch gelegenen Dorabellapartie stimmlich keine volle Entfaltungsmöglichkeit. Eine Delikatesse war Annemarie Leber» Despina! Welch herrlicher Kontrast: hier die immerhin wohlerzogene Ferrareser Damen — dort das kesse Kammerkätzchen! Und sie war wirklich keß! Gesanglich und darstellerisch eine Glanzleistung. Von den Herren schoß der temperamentvolle, stimmlich hochkultivierte Fritz Harlan als Gast den Vogel ab. Sein Guglielmo war oft grotesk
komisch und erregte Stürme der Heiterkeit und des
unbeschwerten Lachens. Neben seiner ungemein freien Darstellung mußte der bühnenunerfahrene B. M e i n o k a t (Tenor) — eine Neuerweroung unser« Opernensembles — notgedrungen etwas abfalien. Stimmlich bringt er gute, vielversprechende Qualitäten mit, nur muß er in seinem Spiel freier und gelöster werden. Einen schönen Sondererfolg konnte er mit der Arie „Odem der Liebe“ für sich buchen, die er mit viel feiner, echter Empfindung sang- Uno last not least: Don Alfonso, die eigentliche Triebfeder des Ganzen, der überlegen lächelnde „Spielleiter auf der Bühne“, wurde von dem ofterprobten und beliebten K. Wirsdorf ebenso überlegen lächelnd gemeistert. ..
Alles in allem: „Cosi fan tutte “ war ein Treffer ins Schwarze, für den man sich mit wahren Beifallsstürmen bedankte. bz.
Städtische Kammersplelet
„Pygmalion*
Eine Komödie ohne Vorbehalte, der man anch ia unserer Zeit, die wesentlich andere „Problemv“ ai* uas des men^chenformenden Professors Higgins stellt, g’r» einmal wieder begegnet. Sie atmet, wie alle Werke de» geistvollen Iren, jene köstliche Frische, die immer und überall „aufs Ganze“ geht und von all n falschen Ges fühlen bewußt abrückt. Man suche hier deshalb auch nicht nach einer Tendenz etwa in dem Sinne, wie sie beispielsweise Oskar Wildes „Lady Winde«meres racher in Form einer scharfen Kritik an der „gehobenen“ Ge- sellschaftsschicht seines Landes dar- llt! Darum war es Shaw ifn vorliegenden Falle offenbar gar nicht zu tun. Wenn auch unzweifelhaft in der Wertung das kl ine Blumenmädchen Eliza in all seiner Ursprünglichkeit und j Ehrlichkeit sich selbst gegenüber weit voi d m i'oen- ! gelehrten, lebensfremden und wenig „menschlich* hei- j aelndcn Herrn Professor rangiert Doch Shaw — er | müßte kein Mann sein! — hält auch für ihn und seinen ; guten Freund und Interessengefährten eine Entschuldigung bereit: es sind eben Männer, die in Ding n de* praktischen Lebens „nicht mehr verstand als zwei Kinder haben“, wie es die wahrhaft mütterliche Frau Higgin» resigniert, aber nicht ohne Wärme ausdrückt. %
Mit der Rolli nzeidinung der Fliza steht und fällt da» Stüde . Eine wirklich ideale Darstellerin für diese „l om- benrolle“, die eine Synthese zwischen der Sprache der „Straße“ und der des Herzens verlangt, zu find n. ist gewiß sicht ganz einfach. Auch die begabte Henuy Schneider Wenzel wurde dieser Forderung nur zum Teil gerecht. Sie gab das noch unveredelte „Mädchen aus dem Volke“, der allzu berlinerisch gefub.es Verdeutschung des englischen Originaltextes folgend, zu betont als Zillotvp (wie sie überhaupt ihren Stil iro gan- zen etwas dämpfen «ollte); doch wuchs sie mit dem Fortschreiten der Handlung mehr und mehr auh in da» Menschliche ihrer Rolle hinein, so daß man mit ein-m erfreulichen Gesamteind^udk von ihr schied. Auch der Professor Higgins Friedrich von B ü 1 o w g — f-rnlich eine wesentlich weniger „dankbire** Rolle im übliche« Sinne — entsprach ni<hf ganz dem Bilde, das man pich von dieser Gestalt macht. Man vermißte hinter den» gewandten Spiel des ausgezeichneten Darstellers das wa» 1 m e h r als eben nur „Spiel“ ist: nämlich jene inn-re I Wärme, die auch in der vom Dichter zwar sachlich aber j keineswegs trocken gezeichneten Gestalt des Higgins eine» ! Ausgangspunkt findet. Man wurde belustigt, wo mau i erbeitert sein wollte. Die stärkere Leuchtkraft ging j von zwei „Nebenrollen“ aus; der von Ruth Baldor erfreulich schlicht und mit feinem Schalk gestalteten hra» i Higgins und dem von Wilhelm Frye prachtvoll eifa^te, j arrivierten Müllkjtscher DooLtMe. Auch Lothar Büh* I ring» Oberst hatte Farbe Die übrigen Rollen traten i demgegenüber trotz guter Einzelleitungen — Käthe i G o t h e , Lore KniebÜhler, Margarete Engel- .hardt und Gat Ernst Dietrich — in den Hintergrund. Ihnen allen aber und ebenso der munter und i unbekümmert die Verbindungslinien zwischen den ein- ! zelnen Stationen des Stückes ziehenden Spielleitung Fwnld i All ne r » (die freilich in allem auch für de» Stil der Darstellung maßgebend ist) dankten die Zuschauer sehr herzlich für zwei fröhliche Stunden.
Wir möchten dem iunggebliebeneu alten Spötter mit dem gutes Herzen bald einmal wieder begegnen.
Rudolf Bursche!
Was mathi das Weder?
Wetterlage vorn 18. bis 2t. Februar 1942. Allgemeiner
Luftdruckfall über ganz Europa saugt das skandinavische Hoch langsam ab. Da sich aber gleichzeitig die Zyklontätigkeit im Mittelmeer stark verstärkt, so ändert sich vorerst an der Gesamtlage wenig. Die kontinentale Kaliluftmassen werden bis nach Westeuropa treiben und die Temperatur niedrig halten. Doch kann mit einem neuen kräftigen Tief bei den Azoren die Großwetterlage eine Umgestaltung erfahren.
Wettervorhersage bl» Freitagabend. Anfangs noch wechselnd bewölkt bis heiter, nachts Temperatur bi» 10 Grad Kalte absinkend, mittags Temperatur bis in die Nähe des Gefrierpunktes ansteigend, später erneut Be» wölknneszunahme und Temperaturmilderung wahrscheinlich. >
Zonenliga •
Ton den vier angesetzten Spielen der Sfidstaffel! konnten nur zwei Begegnungen ausgetragen werden. In ! Biberadb errang Schwenningen einen 8:?-^ieg, welcher ! doch bescheinigt, daß diese Elf über eine größere Kampfkraft verfügt als man ihr zuzuschreiben zunächst versucht war. Sehr unglücklich spielte der VfL Freiburg in Konstanz . Nach einem aufopferndem Treffen, bei dem «war der Gastgeber etwas mehr vom Spiele hatte, wurde Tritschler eine Viertelstunde vor Schluß im Strafraum an der Hand angeschossen. Die hieraus folgende Entscheidung auf Elfmeter war überaus hart und brachte schließlich den Freiburger Gast um da», alles in allem, verdiente Unentschieden.
Die Tabelle erfährt keine Veränderung. Schwenningen und Konstanz halten nun mit je 7 Punkten die Spitze.
Die Nordstaffel wartete bei vollem Programm dagegen mit einer saftigen Überraschung auf. Der FC Kaiserslautern , den man nach den bisherigen Ergebnissen zum hohen Favoriten gestempelt hatte, verlor in Mainz 1:5! Weniger stark als zu Beginn erwartet, erweist sich die GauchelJÜlf, TUS Neuendork, die auf eigenem Platz dem FC Saarbrücken 1:5 unterlag. Wor- matia Worms distanzierte Trier — dessen Vereins- Fusions-Verhältnisse immer noch ungeklärt sind — mit 5:0. Knapp ging es in Lndwigshafen her, wo das Ergebnis Phönix — VfB Nennkirchen 1:0 hieß. Die Tabelle führt nunmehr der FC Warbrücken mit nur einem : Verlustpunkt und als einziger bisher Ungeschlagener j (29 Punkte) an, vor Kaiserslautern (8). Mainz (6), Lud. wipshafen (5), Worms (4), Neuendorf, Neunkircheo (je A , und Trier (1).
Südbadische Oberliga
Staffel West: SpTr Lahr — SV Oberkir* 4*2? ASV Frel- bnrg — SV Emmendingen 5:1; Fortuna — VfR Riegel 4:1. Der deutliche Sieg der Labrer über den Neuling Ob r- . kirch bringt sie zur alleinigen Tabellenführung, zumal da Ottenau und Baden-Baden pausierten.
Die Doppelveranstaltung im Freiburger Möslestadion stand besonders stark im Zeichen eines fast unb*spjfl- baren Platzes, auf dem Schlittschuhlauf »n wehr«ch'inlich eher möglich gewesen wäre, als Fußb 11-pielen. Das erster© der beiden Spiele, ASV — SV Emmend ngen, war interessanter und lebhafter als das zweite. Di» beiden Mannschaften waren im allgemein n gleichwertig. Der ASV, bei dem insbesondere der linke Flügel gut, Siegel darin sogar hervorragend im Aufbau war, spielte jedoch flüssiger und besser zusammen. Kuhn im Tor hielt hervorragend, die davor stehende Hintermannschaft blieb ohne Fehler. Bei den Emmendingern spielte S e i t e r zunächst Stopper, uro später im SIumu | «ufzutaoehen. während Meier von linksauß n nach halbrechts wechselte. Die Durchschlagskraft reichte jedoch nicht aus, um zu Frf- Ipen zu kommen Mittelstürmer Maier brachte den G« c t zunächst in Führung ab»r schon 2 Minuten später glich Sütterli» für d-n \SV «cs. Erst in der Mitte der zw. iton Spielhälft - brachten Siege! und Heitzler zusammen aus einem Gedränge her- | # „s das 2 Tor zustande. Die Reklamationen der Fm men- | dinger Spieler gegenüber dem Schiedsrichter «teigen aich schließlich, als sie einen Absrntspfiff erwarteten, d^r ,
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aich |tu sa
Recht ausblieb; an der tatenlos zu schauenden j
Verteidigung vorbei erzielte Sütterlin ungehindert den 5. Treffer, den der gut leitende Schiedsrichter H e i t z (Lahr ) auch anerkannte. Zehner, der Emmendinger Halbrechte, mußte im Anschluß daran wegen Schieds. rwhterbeleidiguDg das Spielfeld verlassen
Da* 2. Treffen blieb über die ganze Dauer eine überaus zahme Angelegenheit. Eigenartigerweise forderten die Freiburger ihr, gerade für ein solches Eisparkett günstiges Fladbspiel überhaupt nicht, so daß sich die Riegler Gäste immer wieder Luft schaffen konnten. Die Überlegenheit des Gastgebers war natürlich vorhanden und reichte auch zu einem sicheren Sieg aus, «las Gezeigte aber entsprach eher fastnachtlicher Stimmung als einer fußballerischen Offenbarung Die stark veränderte Aufstellung der Freiburger zu beurteilen ist für diesen Sonntag überflüssig. Heer und K o d p (2' stellten eine sichere Führung her, bevor der Schiedsrichter Waldraff einen recht harten Elfmeter diktierte, den die Gast© zum Ehrentreffer verwandelten. Erst nach der Pause stellte L i e c h t y den Endstand her Eine ganze Reihe von Torgelegenheiten, deren Auslassen wiederholt fast schwieriger schien als das Ausnützen, gingen ohne Änderung des Resultats vorbei.
Ottenau (11), Baden-Baden . Fortuna (je 10), Blau- Weiß (8), ASV (7), Emmendingen (3), Oberkirch und Rfgel (je 0) ist die Reihenfolge in der Tabelle,
Staffel Sud: Wyhlen — lstein 0:5; Waldshut — Fahr na» 2:4; Wehr — Tum ringen 3:2. Eine saftige Niederlage mußte Wyhlen auf eigenem Platz einstecken. Die Isteiner, die sich wiederholt recht bemerkbar machten, sind auch diesmal die zu allen Überraschungen fähige Elf. Die Tabelle bleibt auf den ersten Plätzen unverändert: Rheinfclden, Schopfheim (je 15), Weil (12:. dann folgen lstein (10), Wvhlen (9) rahrnau, Zell (je 6), Waldsbut Wehr (je 5) und Tumringen (1).
In der Staffel Ost gab es nur ein Spiel, bei dem Gott- raadinge» den Neuling aus Neustadt knapp 1:0 schlagen konnte.
Süddeutsche Oberliga
KFV — FSV Frankfurt 1:0; Schwaben Augsburg — Bayern Mönchen 0:0; Offenbacher Kickers — VfB Stuttgart 4:1; Phönix Karlsruhe—BC Augsburg 5:0 (!).
Die sonntäglichen Nachholespiele aus der Vorrunde blieben nicht ohne überraschende Ergebnisse, Die Niederlage des Altmeisters VfB Stuttgart und das Unentschieden, mit dem die Bayern den Schwaben einen wichtigen Punkt entführten, stellt den 1 FC Nürnberg mit 6 Punkten Vorsprung als klaren Halbzeitmeister vor. Daß der Karlsruher Phönix den Augsburger Gast derart klar distanzieren konnte, ist noch beachtlicher als der anhaltende Aufstieg des KFV. Dieser steht damit auf dem elften Tabellenplatz und führt die zweite Hälfte der Vereine an, die samt und sonders und fast mit gleichen Aussichten in den Abstiegskämpfen stecken. Nürnberg (32), 1860 und Schwaben je 26», VfB (25), Eintracht(23), Schwein- furt und Offenbach (je 22), Kidcers Stuttgart und Waldhof (21) sowie Fürth (10) lautet die Reihenfolge in der ersten Tabellenhälfte.
Schwarzwaidmeisterschaften in Neustadt
Mangelhafte Schneeverhältnisse beeinträchtigten auch die Veranstaltung der Schwarzwaldmeistersdhaf- ten in Neustadt, die dennoch gut vorbereitet und reibungslos abgewickelt wurden. Mit dem Langlauf begann morgens die Meisterschaft. Richard Moratb, der unverwüstliche, in der Altersklasse startende Freiburger , lief mit 45.51 Min. die Tagesbestzeit. Der Sieger der Männerklasse, Pfeifer, Friedenweiler , benötigte 47.43 Min. für die 12 km, und bei den Jungmannen (5 km) gewann der Eisenbacher PeghinL
Das Springen für die Kombination wurde nachmittags über die Kirchwaldschanze durchgeführt. Die Kombinationswertung wurde für die Alters- und Männerklasse in einer Hauptklasse vorgenommen. Dabei hatte der Titelverteidiger Morath ausgesprochenes Pech, stürzte beim zweiten Sprung und fiel damit in der Gesamtwertung auf den 4. Platz zurück.
Schwarzwaldmeister in der nordischen Kombination wurde P f a f f , Schonach , mit der Note 403,5. Bei den Jungmannen kam der Überraschungs- sieger Heinzmann, St. Georgen, mit Note 431,5 auf den 1. Platz.
Das Spezialspringen über die Adlerschanze sah diesmal wieder H e 11 i c h , St. Märgen , an der Spitze, der mit 59 und 62 m die Note 219,5 erzielte und knapp vor Schwörer, Hinterzarten mit 60 und 80 m und der Note 218,5 lag Bei der Altersklasse fügte Pf aff, Schonach . seinem Meistertitel auch noch einen Sprung- | sieg bei und gewann mit 56 und 58 m. Note 204, knapp vor B»ck»rt, N**ust»dt (56 und 58 m\ Note 202.5). Einen scharfen Kamof gab es wieder bei den Jun^mannpn. die e'n*»n hervorragenden N^chwucfv darstellen und d*n Schwar-wa’d *»v«h in d°n kommenden Jahren konkurr^nzfS^'g m^ch^n. Der NcustSd^er TC a r » e- zun sprang 67 und 56 m und vorwies m't d®r No + e 2^8 5 d°n St. G^or-rorier Bo’khard (55 und 58 m), Note 207 5) auf den 2. Platz.
Die R«dhen*o'»» der nord'erh-n Kombination w*r- M5-»«er: i *669 sy vv-tr, Alb-»-d.
T74r)tAr7f»rto?> w** 5>* 3 qit»r Fr'—d»nw^ller
5)* 4 Ma^th. Fro’hn**«* (apat .Tut* - 1.
H^nam^nn «rt. /sai s'* 7. ft ,+ t Au ff "'+. Hin-
t~r7art«>n 3. Friedenweiler (413,5); 4
Bo’khart, St. Georgen (407).
Am Brend hatte der Furtwanger Touristenverein „Naturfreunde“ einen Abfahrtslauf durchgeführt, der bei zahlreicher Beteiligung folgende Ergebnisse hatte Altersklasse: 1 Fehrenbach, 2.43.5: 2. Hummel, 2.53 Allgemeine Klasse: Frauen: t. Koch, ( 3.01; 2. Diemer, 3.04. Männer: l Ehrmann, 2.14: 2. Schlageter 2.30 5. Jugend- Mädchen: Scherzinger, 3.48. i Jungen: 1 Köpfer, 2.26.5. 2 . Wehrle, 2.48. Schüler; i I L FeisUe, 2.64.5; 2 . Saum, 3434. |
Der KFV in Ihrlngen
KFV — FfR Ihrlngen 12:1
Ein sehr torreiches und damit für die Zuschauer unterhaltendes Spiel lieferte s'ch der Karlsruher Gast und die eifrigen Ihringer, die sich der Niederlage mit allen Kräften entgegenstemmten. Der glatte Boden verhinderte naturgemäß einen völlig normalen Ab* lauf, aber der KFV zeigte doch das, was man sehest wollte, ein glänzendes Kombinationsspiel. Wenn er sich auf keinerlei harte Zweikämpfe einließ, so war das bei seiner augenblicklichen Tabellenposition und bevorstehenden schweren Rüderunde in der Süddeutschen Oberliga durchaus verständlich. Es ging geraume Zeit, bis der KFV eine 2:0-Führung herausgespielt hatte, welche die Ihringer in einsatzvollem Gegenzug wieder aufholten. 5:2 hieß es bei Halbzeit, und nachdem die Ihringer bis zum 5:4 wieder aufgeholt hatten, sicherte sich der KFV den klaren Erfolg schließlich bis zu 12 : 6 . Schiedsrichter K1 ö ß, Freiburg , leitete jederzeit einwandfrei.
Deutsche Fußballübersicht
Überall auf den deutschen Fußballfeldern werden die Pflichtspiele für die einzelnen Meisterschaften durchgeführt. Die Tabellen geben einen interessanten Überblick über die Stärkeverhältnisse, wobei man die altbekannten Namen zumeist auch wieder an der Spitze findet. Tm folgenden bedeutet die erste Zahl die Anzahl der Spiele, die zweite das Punkteverhältnis (Plus- und Minuspunkte).
Hamburg : St. Pauli 14, 24:4; Hamburger SV 14, 21:7; Concordfa 14, 21:7; Eimsbüttel 13. 20:6; Altona 93 14. 20:8; Viktoria 14, 19:9; Union 14, 13:15; Rothonburgsort 14, 8:20; Blankensee 14, 8*20; Viktoria Wilhelmsburg 14, 6:22; Post 14, 5:23; Sperber 15, 3:27.
Niedersachsen -Süd: Eintracht Braunschweig 11, 18:4: Arminia Hannover 10, 17:3; SV Wolfenbüttel 12. 16:8; Lindau 07 10, 12:8: Schwarz-Gelb Göttingen II. 11:11; Hannover 96 10, 9:11.
Niederrhein . Berg. M-*rk: Fortuna Düsseldorf 14, 21:7: VfL Benrath 14, 20:8; Vohwinkel 80 13, 17:9; VfB Hilden 13, 17:9.
Ni«dersschsen-West: Bremerhaven 93 14, 24:4 VfL Osnabrück 13. 70 6: Herder Bremen 13, 19.7. Bremer SV 14, 19:9: VfB Oldenburg 13, 18:8; Eintracht Osna * brück 13, 17:9.
Mittelrhein: VfR Köln 17. 26:3: Alemannia Aachen 19. 76:12: Leverkusen 19. 74:14; VfL 99 Köln 19, 70:'8; RV Bayenthal 17. 19: 1 5: Rcbwarz-Weiß K*ln 18 19:17; Düren 99 18. 19:17; FV Godesberg 19. 19 19.
W-stfiien i: Schalke A4 10. 19:1: Horst Emscher 19. 16 4- W“* + fal1a H»me *9. 16:5- RöhUn^au^n '0 13:7; SV TTnonVon 9. 8 10: TT7S F'lspa <0. 8 '7: XTn’on Gel- s^nk^ih-n 19 6:'4. Al 0 Tn*>nn < a Geisenk're»,»n 10 6 14' VfL 48 19 416 «nv H^rt^n 9. 3:15.'
W stfalen II: Borussia Dortmund 10 16:4: VfL Wit ten 9. 15:3: Pr Münster 10, 13:7; Erkenschwick 9. 10 : 8 ; VfB . Bielefeld 10. 9:11; Mengede 08 10, 8:12; VfL A’ten- booge 9. 6:12; FC Hombruch 6, 5 7, Groven 99 ft, 5 : 1-1 Arminia Marten 10, 5:16» 1